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Juni 2009

AUSLANDS-TIERSCHUTZ

IM BUND GEGEN MISSBRAUCH DER TIERE E.V.

BUND GEGEN MISSBRAUCH DER TIERE E.V.


mt-Auslandstierschutz 2009

2

I NHALT

INHALT

GEMEINSAM FÜR STRAßENHUNDE 3

- UNSERE FORDERUNGEN AN DIE EU

DIE TIERGESUNDHEITSSTRATEGIE DER EU und die 6

bmt-RESOLUTION FÜR STRASSENHUNDE

INTERVIEW MIT PETRA ZIPP 10

Warum der Auslandstierschutz keine Konkurrenz

zur heimischen Tierschutzarbeit darstellt

DIE 3 AUSLANDSPROJEKTE DES BMT

Alles über die drei großen Auslandsprojekte des bmt

Rumänien, Tierheim Brasov 12

Ungarn, Tierheim Pecs 16

Ungarn, Tierheim Kiskunhalas 18

HUNDEHANDEL IN OSTEUROPA 20

Neues Tierschutzproblem von höchster Brisanz

RÜCKBLICK 26. JANUAR 2008 22

Auftaktveranstaltung des bmt für seine Kampagne

"Auch Straßenhunde haben ein Recht auf Leben"

ANSCHRIFTEN / Internetadressen der Geschäftsstellen 30

IHRE HILFE KOMMT AN: 31

Patenschaften retten Hundeleben

LESEN SIE ANSTELLE EINES VORWORTS UNSER SCHREIBEN

AN DIE GESUNDHEITSBEAUFTRAGTE DER EU-KOMMISSION IN BRÜSSEL

UNSERE PARTNER UND WIR:

UNSERE GEMEINSAME FORDERUNG AN DIE EU

Am 21. April 2009 überreichten der bmt, TASSO, Vier Pfoten und ETN in Brüssel 60.000 Resolutionen für eine tierschutzgerechte

Lösung des europäischen Straßenhundproblems. Viele Tierschutzorganisationen im In- und Ausland

hatten uns beim Sammeln der Unterschriften unterstützt - und unterstützen uns noch, denn wir werden der EU in den

nächsten Monaten weitere Resolutionen von Bürgern vorlegen, die sich mit uns für Straßentiere einsetzen.

Obwohl wir in Brüssel keine direkte Zusage für unsere Forderung nach Fördermitteln für europaweite

Kastrationsprojekte erhielten, war dieser Tag dennoch für alle vier Vereine

ein Erfolg. Und zwar deswegen, weil fast einmalig in der Geschichte des

deutschen Tierschutzes Organisationen gemeinsam für die Straßentiere

Europas kämpfen. Darauf bin ich sehr stolz und hoffe, dass dieser

Schulterschluss wegweisend sein wird!

Impressum: AUSLANDSTIERSCHUTZ im bmt 2009

Sonderzeitschrift des „Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V.“

Redaktion: Claudia Lotz, Petra Zipp.

Gestaltung: Stefan Lotz, Andrea Sturm.

Druck: Kempkens & Fronz Druckform GmbH.

Petra Zipp, stellvertretende bmt-Vorsitzende

und Auslandstierschutzkoordinatorin

Titelbild: Carina, heute Jule, aus der Tötungsstation Brasov

(Aufnahme von Petra Zipp)

Übernahme von Artikeln, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe

gestattet. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier.

Auflage: 15.000 Exemplare, Stand: Juni 2009


F ORDERUNG AN DIE EU

ÜBERGABE VON 60.000 EINZELN UNTERSCHRIEBENEN RESOLUTIONEN FÜR DIE STRAßENTIERE DER EU

"IMPFUNG UND GEBURTENKONTROLLE SIND BESSER ALS TÖTUNG"

Sehr geehrte Frau Vassiliou,

sehr geehrter Herr Tod,

zunächst einmal möchten wir Ihnen dafür danken, dass wir

die Möglichkeit erhielten, der Europäischen Kommission auf

persönlichem Wege ungefähr 60.000 unterzeichnete Resolutionen

europäischer Bürger aus nahezu allen EU-Mitgliedsstaaten

überreichen zu dürfen, mit denen die EU aufgefordert

wird, das Leid der Straßentiere zu beenden und

Verantwortung für diese Tiere zu übernehmen. Die Tatsache,

dass wir weiterhin täglich neue unterzeichnete Resolutionen

erhalten, beweist, dass das Leid der vergessenen Straßentiere

in ganz Europa bei den Bürgern der EU auf außergewöhnlich

großes, ernstzunehmendes Engagement stößt.

Wer wir sind und wen wir repräsentieren

Unsere vier Tierschutzorganisationen vertreten gemeinsam

die Wünsche und Anliegen von mehr als einer halben Million

europäischer Bürger. Zunächst möchten wir unsere Organisationen

und deren unterschiedliche Arbeitsschwerpunkte

kurz vorstellen, so dass Sie einen Eindruck unserer kooperativen

und konstruktiven Arbeitsweise erhalten:

Der Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. ist eine

der führenden Tierschutzorganisationen in Deutschland,

führt in Rumänien Kastrationsprojekte bei Straßenhunden

durch, arbeitet auch auf politischer Ebene an diesem Thema

und rief die jetzige Resolution für die Straßentiere der Europäischen

Union im Januar 2008 ins Leben.

Der Europäische Tier- und Naturschutz e.V. ist eine

Tierschutzorganisation mit Sitz in Deutschland und arbeitet

gemeinsam mit seinen Partnern in vielen europäischen Mitgliedsstaaten

an Projekten zur Bekämpfung des Elends von

Straßentieren.

Tasso e.V. ist eine Tierschutzorganisation mit einem Haustierregister,

hat mehr als 2,5 Millionen Mitglieder und führt

in ihren Dateien 4,5 Millionen in Deutschland registrierte Tiere.

Tasso e.V. unterstützt nun in Rumänien und anderen EU-

Mitgliedsstaaten die Entwicklung von Registrierungssystemen

sowohl für Haus- als auch für Straßentiere.

Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN -

Stiftung für Tierschutz mit Sitz in Wien hat Niederlassungen

in insgesamt acht Ländern, - sieben von ihnen in europäischen

Mitgliedsstaaten - sowie einer europäischen Dienststelle

in Brüssel. VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz arbeitet

in vielen EU-Mitgliedsländern an Projekten für Straßentiere

sowie auf politischer Ebene in Brüssel. So organisierte man

beispielsweise im Oktober 2008 (zusammen mit dem Bund

gegen Missbrauch der Tiere e.V.) in Brüssel einen parlamentarischen

Abend als auch eine Konferenz zu diesem Thema.

Was wir fordern:

Ein Ende des Leidens der Straßentiere innerhalb der europäischen

Union durch Unterstützung der jeweiligen Mitgliedsstaaten

bei einem systematischen und wissenschaftlich fundierten

Ansatz sowie praktischer Hilfe zur Geburtenkontrolle

und anderer nachhaltiger Maßnahmen zur Linderung des

Tierleids.

Hiermit fordern wir die Europäische Union wiederholt und

dringlich dazu auf, eine europaweite Lösung für das zunehmende

Problem der Straßentiere, insbesondere auf den Straßen

in Süd- und Südosteuropa, zu erarbeiten und die rechtliche

Verantwortung für diese Lebewesen zu übernehmen.

Fakten und die aktuelle Situation in

Süd- und Südosteuropa

Grund für unsere ernste und dringende Forderung der von

uns vertretenen und vom europäischen Parlament unterstützten

europäischen Bürger ist, die anhaltende Grausamkeit

gegenüber diesen hilflosen Tieren, die auf sehr brutale

Art und Weise eingefangen und getötet werden, zu beenden.

Hunde werden erschossen, stranguliert oder zu Tode geprügelt,

manchmal sogar in aller Öffentlichkeit. In einigen der

sogenannten Tierasyle existiert ein gut entwickelter Schwarzmarkt,

da Tiere zwar für Geld eingesammelt, dann aber nicht

versorgt werden. Hunde und Katzen müssen auf grausame

Art und Weise sterben, erhalten weder Futter noch Wasser. In

einigen Asylen oder Institutionen werden Hunde und Katzen

mit den billigsten Giften getötet, so dass sie stunden- oder

gar tagelang mit dem Tod ringen, ehe sie schließlich sterben.

Es gibt unzählige Vorkommnisse dieser Art, die vielfach nachweisbar

und belegt sind; aber das wissen Sie sicherlich auch.

Bitte beachten Sie weiterhin, dass es sich bei den Beweismaterialien

um Dokumente und Filme handelt, die tägliche

Grausamkeiten belegen; - Grausamkeiten an Mitgeschöpfen,

die untragbar sind und in den Straßen und Hinterhöfen

europäischer Mitgliedsstaaten weder passieren dürfen noch

ignoriert werden können.

Unsere Argumente

Straßentiere sind verwilderte Haustiere (meist aufgrund dessen,

dass sie ausgesetzt wurden) und fallen daher in den Zuständigkeitsbereich

der ‚Community Animal Health Strategy'‚

daher muss die rechtliche Kompetenz der Europäischen

Union bedacht und eingefordert werden.

Die Lösung für diese Tiere ist die Einführung von Strategien

im Rahmen der 'Community Animal Health Strategy' "Prävention

ist besser als heilen". Wir begrüßen diese Schlagzei-

bmt-Auslandstierschutz 2009

3


mt-Auslandstierschutz 2009

4

le, die ursprünglich für Nutztiere

kreiert wurde, da Millionen gesunder

Tiere aus Angst vor Epidemien

vorsorglich gekeult wurden. Für die europäischen Bürger war

dies ein Schock, und seither beobachten diese Menschen die

ethischen Gesichtspunkte der Tierhaltung und der Nahrungsmittelproduktion

sehr viel genauer. Der Ansatz der "one

Health Strategy" der EU führt auch zu einer strikten Durchsetzung

von Bestimmungen für gesunde Straßentiere, die als

verwilderte Haustiere ebenfalls brutal getötet werden. Haustiere

wie Hunde und Katzen wurden vor über 3.000 Jahren

domestiziert und werden in der 'Community Animal Health

Strategy' explizit erwähnt. Daher muss es hier im Kontext der

Straßentierpopulation auch heißen "Impfung und Geburtenkontrolle

sind besser als Tötung". Das Europäische Parlament

hat dies dann auch in seiner offiziellen Entscheidung

vom Juni 2008 in den Abänderungen Nr. 16 und 20 entsprechend

korrigiert.

Wir benötigen auch für Haustiere eine entsprechende Regelung,

da immer mehr Menschen mit ihren Haustieren innerhalb

der Europäischen Union umziehen. Ein weiteres Argument

ist der Klimawandel, der uns, auch in Bezug auf die

Straßentiere, unweigerlich neue geographische Zoonoserisiken

bescheren wird, so zum Beispiel die Leishmaniose.

1. Das Töten von Straßentieren ist keine nachhaltige

Lösung. Es ist durch entsprechende Statistiken sowie wissenschaftlich

fundierte Untersuchungen der WHO und einiger

anderer Institutionen bewiesen, dass das Töten von Straßentieren

keine nachhaltige Lösung ist, da sich der Tierbestand

eines Habitats innerhalb weniger Jahre wieder auf die ursprünglichen

Zahlen einpendelt. Wir legen Ihnen in der Anlage

eine Zusammenfassung der gegenwärtig besten Praktiken

in Indien vor, die von der führenden indischen

Tierschutzorganisation erstellt wurde.

2. Das Töten von Straßentieren spiegelt nicht das Tierschutzprinzip

des Amsterdamer Abkommens (Protokoll 31)

wieder. Straßentiere sind Teil der europäischen Zivilisation.

Daher ist das Töten dieser Tiere weder Tradition noch ein religiöser

Akt und auch nicht Teil eines kulturellen Erbes, wodurch

der Schutz dieser Tiere in keinster Weise geschmälert

bzw. beeinträchtigt werden kann.

Der Schutz der Tiere wird noch gestärkt durch den Gesetzentwurf

des Abkommens von Lissabon, wo die Belange des

Tierschutzes sogar im eigentlichen Text des Abkommens vertreten

sind. Dies zeigt, dass der Tierschutz in Europa zunehmend

an Bedeutung gewinnt.

Ein weiterer Aspekt ist, dass die grausamen Tötungsmethoden

oftmals auf der Straße ausgeübt werden und den Kindern

eines Landes, aber auch der gesamten Öffentlichkeit ein

schlechtes Beispiel geben und eine auf ethischen Werten ba-

ÜBERGABE VON 60.000 EINZELN UNTERSCHRIEBENEN RESOLUTIONEN FÜR

Unsere gemeinsame Forderung: "Impfung und Geburten

IM TIERSCHUTZUNTERRICHT VERLIEREN KINDER

sierende Entwicklung dieser Gesellschaften verhindern.

Grausame Handlungen als normales Verhalten darzustellen

lässt eine Gesellschaft verrohen, so dass der eigentlich schockierende,

grausame Tod von Tieren nicht mehr entsprechend

wahrgenommen wird. Ein solches Verhalten steht in krassem

Gegensatz zu unseren erzieherischen Aufgaben, die auch die

schulische Lehre von Respekt und Verantwortung gegenüber

den Tieren als fühlenden Mitgeschöpfen beinhalten.

3. Wir brauchen eine europaweite, gesetzlich vorgeschriebene

Registrierung von Haus- und Straßentieren.

Um eine Kultur des Verantwortungsbewusstseins von Menschen

gegenüber ihren Tieren zu etablieren - denn dies ist die

ethische Folge der grundlegenden Richtlinie dieses Abkommens

- muss dieses Verantwortungsbewusstsein per Gesetz

gestärkt und so peinlich genau wie möglich realisiert werden.

Dies könnte auch die Kontrolle von Tieren, die einen räumlichen

Wechsel erfahren, eine Kontrolle des illegalen Welpenhandels,

die Kontrolle von Krankheiten und auch die Erfassung

relevanter Daten zur Entwicklung der

Straßentierpopulation umfassen.

4. Wir brauchen eine Informations- und Kommunikationsstrategie

für die europäischen Bürger in den entsprechenden

Mitgliedsstaaten. Da einige der alten Mitgliedsstaaten

(im südlichen Teil Europas) und nahezu alle neuen

Mitgliedsstaaten (im östlichen Teil Europas) nicht über entsprechende

Traditionen und darüber hinaus auch über keinerlei

Erfahrung auf dem Gebiet des Tierschutzes verfügen,

muss die Bevölkerung in diesen Ländern entsprechend geschult

und informiert werden, wobei dies bereits im Kindesalter

in den Schulen praktiziert werden sollte. Auch die breite

Öffentlichkeit muss entsprechend aufgeklärt werden. Ziel

ist es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass auch die Straßentiere

unseren Respekt verdienen und Teil unserer Gesellschaft

sind.

Auf politischer und fachlicher Ebene müssen entsprechende

Zielgruppen wie Tierärzte, Juristen und Verwaltungsangestellte

ebenfalls entsprechend ausgebildet und geschult werden.

In diesem Zusammenhang hoffen wir auf das zukünftige

europäische Tierschutzzentrum (“European Animal

Welfare Centre”), das im “Community

Animal Welfare Action Plan”

erwähnt wird. Dort werden

wir bald damit

beginnen, eine

Datenbank mit

grundlegenden

Informationen

zu den Straßentiereneinzurichten.


DIE STRASSENTIERE DER EUROPÄISCHEN UNION

kontrolle sind besser als Tötung"

IHRE ANGST VOR HUNDEN!

5. Wir brauchen eine europaweite, systematische Geburtenkontrolle

sowie ein Impfprogramm in den entsprechenden

europäischen Mitgliedsstaaten.

Ein Schwerpunkt liegt auf den Mitgliedsstaaten und Ländern,

in denen die Regierungen und Gemeinden weder über ausreichende

finanzielle Mittel noch über entsprechende personelle

Kapazitäten verfügen, um solche Programme umzusetzen.

Hier bedarf es als Investition in professionelle Lösungen

entsprechender Schulungen und unterstützender finanzieller

Maßnahmen.

Was unsere Organisationen bislang

geleistet haben

Bis zum heutigen Tage haben unsere Organisationen zahlreiche

Projekte sowohl finanziell als auch beratend unterstützt.

Darüber hinaus haben hunderttausende nicht organisationsgebundene

Privatleute in den entsprechenden

Ländern enorme Geldsummen investiert, um dem unnötigen

Leiden der Straßentiere ein Ende zu setzen. All diese Projekte

erbrachten in einigen Regionen und Städten bereits positive

Ergebnisse, unter anderem auch durch Hilfestellung bei

der gesetzlichen Umsetzung, so beispielsweise in einigen

Mitgliedsstaaten wie Rumänien und Bulgarien.

Solange die Europäische Union jedoch nicht sachverständig

und zuständig handelt, sind all diesen Bemühungen Grenzen

gesetzt. Die hohe Zahl von Straßentieren verlangt nach

einer eindeutigen, systematischen und flächendeckenden

Kontrolle.

In diesen Ländern ist politische Unterstützung vonnöten. Finanzielle

Zuwendungen müssen effektiv erfolgen, ihre Verwendung

überwacht und professionell kontrolliert werden. In

einigen Regionen möchten Tierärzte und Bürgermeister aktiv

werden und Gelder investieren, haben aber keinerlei Budget

für derartige Aktivitäten.

Solange sich die Europäische Union als weder rechtlich noch

fachlich zuständig erweist und keinerlei rechtsstaatliche Sanktionen

verhängt, werden die verantwortlichen Politiker nicht

einmal die bereits bestehenden Gesetze achten und sicherlich

keinerlei Gelder für die Straßentiere ausgeben. Sie werden

weiterhin mit den bereits zuvor beschriebenen, barbarischen

Methoden töten.

Und dies wird von den Bürgern nicht länger hingenommen.

Die Menschen sind über diese Zustände und das herrschende

Klima zutiefst unglücklich, und sie fordern einen Wandel.

Es gilt, systematische Lösungen zu erarbeiten, die europaweit

sowohl politisch als auch rechtlich gemäß europäischer Standards

umgesetzt werden müssen, und zwar beginnend in den

Regionen, in denen die Zustände am schlimmsten sind.

F ORDERUNG AN DIE EU

Solange es diese Einschränkungen sowohl in Bezug auf wirtschaftliche

und personelle Kapazitäten als auch in Bezug auf

den politischen Willen bestimmter Personen gibt, solange

wird sich selbst mit Hilfe der Unterstützung hunderttausender

einzelner Lösungsansätze und Projekte keine nachhaltig greifende

Lösung erarbeiten lassen, um dem Leiden all dieser

Tiere in Europa ein Ende zu setzen.

Wir bieten der Europäischen Union eine

Zusammenarbeit an!

Wir als partnerschaftlich miteinander verbundene Tierschutzorganisationen

können die Mitgliedsstaaten weiterhin dabei

unterstützen, die bestehenden Probleme durch bewährte Projekte,

Maßnahmen zur Geburtenkontrolle, Impfprogramme

sowie entsprechender Aus- und Fortbildung zu lösen sowie

in beratender Funktion zur Verfügung stehen. Aber: Die Europäische

Union muss ihre rechtliche Kompetenz zeigen und

europäische Trainingsprogramme (wie z.B. die TAIEX-Programme)

besonders in den Mitgliedsstaaten unterstützen, in

denen entsprechende Mittel fehlen.

Wir haben auf vielfältige Art und Weise gehandelt und möchten

auch die europäischen Aktivitäten so gut wie möglich

unterstützen.

Abschließend dürfen wir uns für Ihre aufgeschlossene Haltung

bedanken und hoffen, dass wir diesen Dialog entweder

auf persönlichem Wege oder aber auch im Rahmen des Beratungsgremiums

der ‚Animal health strategy' werden fortsetzen

können.

Mit freundlichen Grüßen

Das Recht der Tiere 1/2009

5


mt-Auslandstierschutz 2009

6

A KTUELLE S ITUATION

“The European Parliament welcomes

the fact that the strategy

covers the health of all animals

in the EU so that federal pets,

which are not expressly referred

to, are also covered if there is a

risk that they may transmit diseases

to other animals or

humans.”

(Animal Health Strategy 2007-

2013)

Das Europäische Parlament begrüßt,

dass die Strategie alle Tiere

in der EU betrifft. Somit sind auch

die nicht ausdrücklich genannten

verwilderten Haustiere von der

Strategie erfasst, sofern die Gefahr

besteht, dass sie Krankheiten

auf andere Tiere oder auf den

Menschen übertragen.

(Tiergesundheitsstrategie 2007-

2013)

Die Tiergesundheitsstrategie

der EU

HOFFNUNG

STRASSENH


FÜR EUROPAS

UNDE !

A KTUELLE S ITUATION

bmt-Auslandstierschutz 2009

7


mt-Auslandstierschutz 2009

8

A KTUELLE S ITUATION

Christina Lapis, Vorsitzende von "Milioane de prieteni", kümmert sich neben

den Tierheimhunden auch um vernachlässigte Besitzerhunde in ihrer Heimatstadt

Brasov (Rumänien)

Erstmalig berücksichtigt ein Dokument

der EU die Existenz von Tieren, die für

die Gesellschaft, anders als Versuchs-,

Nutz-, Schlacht- oder Wildtiere, keine

vorrangig wirtschaftliche Bedeutung

haben: In der Tiergesundheitsstrategie

(2007-2013) bekennen sich die 27

Mitgliedsstaaten zu ihrer Verantwortung

für Europas Haustiere und damit

auch für die unzähligen Hunde und

Katzen, die ein entbehrungsreiches Leben

auf der Straße führen.

Zwar verankerte die EU im Amsterdamer

Vertrag ausdrücklich den Schutz

der Tiere und definierte sie als "fühlende,

leidensfähige" Wesen, doch konnte

dieser gut gemeinte Appell für Menschlichkeit

im Umgang mit Tieren die herrenlosen

Straßenhunde und Straßenkatzen

nicht vor ihrem Schicksal

bewahren: Sie blieben auch nach dem

Inkrafttreten des Vertrags 1999 die

vierbeinigen Parias in dem immer größer

werdenden Kreis der EU.

Mit hohem finanziellem und logistischem

Aufwand bekämpfen die meisten

EU-Mitgliedsstaaten die ungeliebten

Straßentiere mit roher Gewalt: Alte,

junge, trächtige, gesunde Tiere werden

erschlagen, vergiftet, erschossen, gefangen

und dem Verhungern preisgegeben

- die Tötungsstationen, in fast allen

süd- und osteuropäischen Ländern

zur legalen Bewältigung des Straßentierproblems

errichtet, sind zum Inbegriff

eines zutiefst inhumanen Umgangs

mit dem "fühlenden" Lebewesen

geworden.

Dabei ist wissenschaftlich längst erwiesen,

dass rigide Tötungsmaßnahmen

nicht zu einer Verringerung der Strassentierpopulationen

führen - im

Gegenteil: Nach kurzer Zeit schon besetzen

überlebende Tiere die Futterplätze

ihrer toten Artgenossen und vermehren

sich ungehindert weiter. Über

die Jahre steigt die Zahl der Straßentiere

durch eine höhere Geburtenrate

sogar wieder an, wie Beobachtungen

ergeben haben.

Was Tierschutzorganisationen schon

seit Jahren propagieren und in vielen

Ländern auf eigene Kosten und mit hohem

persönlichem Einsatz durchführen,

ist die Kastration der Straßentiere

(catch, castrate, release = fangen, kastrieren,

wieder aussetzen). Wie erfolg-

Von Tierschützern geretteter Welpe


eich eine strenge Geburtenkontrolle

von Straßentieren sein kann, dokumentiert

die Weltgesundheitsorganisation

am Beispiel eines Kastrationsprojekts

in Indien. Das so genannte

ABC-Programm (Animal Birth Controll)

der indischen Tierschutzorganisation

Blue Cross Madras überzeugte die Regierung,

nachdem trotz massivster Tötungsaktionen

die Population der Straßentiere

seit 1860 unaufhörlich

angestiegen war.

In den ausgewählten Pilotstädten sank

mit Durchführung des ABC-Programms

die Zahl der Straßentiere konstant. Die

Regierung verbot nach dem dokumen-

Schlafender Straßenhund

tierten Erfolg des Projekts Tötungsaktionen

von Straßentieren und verpflichtete

die Kommunen zur Durchführung

des ABC-Programms. Bemerkenswert

dabei: Auch die Beißunfälle nahmen

ab und die damit verbundenen krankheitsbedingten

Todesfälle, wie z.B.

durch Tollwut und andere Zoonosen.

An diesem Punkt setzt nun auch die

Tiergesundheitsstrategie an: Weil die

EU die Tiergesundheit in ihren Mitgliedsstaaten

auf hohem Niveau etablieren

und ihren (reisenden) Bürgern

einen größtmöglichen Schutz vor übertragbaren

Krankheiten gewährleisten

möchte, muss das Strategiepapier alle

Tiere umfassen, eben auch die Hausund

herrenlosen Straßentiere.

Und so gehören zu einem umfassenden

Präventionskonzept zwingend

Maßnahmen zur Populationsreduzierung

der verwilderten Haustiere, um

jegliche Gefährdungen (Krankheits-

Geschützte Plätze finden Straßenhündinnen selten für ihren Nachwuchs

ausbreitung, Beißunfälle, Verkehrsunfälle

etc.) für Bürger und Touristen auszuschließen.

Europaweite Impf- und Kastrationsprogramme

sind laut Tiergesundheitsstrategie

eine der wichtigsten Aufgaben der

nahen Zukunft.

Dass die Tiergesundheitsstrategie endlich

und erstmalig die Chance bot, die

bis dato vergessenen Straßentiere stärker

ins Bewusstsein der Politik zu rücken,

erkannte der bmt und startete mit

einer Großveranstaltung in München

am 26. Januar 2008 seine Kampagne

"Auch Straßenhunde haben ein Recht

auf Leben". In Kooperation mit der hessischen

Tierschutzbeauftragten, Dr.

Madeleine Martin, und mit prominenter

Unterstützung der Schauspieler Pierre

Brice und Christian Wolff wurde an

diesem Tag im Beisein von über 300

Gästen folgende Resolution an die EU

verabschiedet:

"Die Unterzeichner, Bürger aus allen EU-

Mitgliedsländern, fordern hiermit die

Europäische Kommission und das Europäische

Parlament eindringlich auf, sich

endlich zu ihrer Verantwortung für die

Straßenhunde in der EU zu bekennen

und auch diese Tiere unter ihren Schutz

zu stellen.

In vielen EU Mitgliedsstaaten werden

Straßenhunde immer noch grausam in

Massen getötet, anstatt sie gesundheitlich

zu versorgen und an ihrer Fortpflanzung

zu hindern.

Anlässlich des von der EU 2006 verabschiedeten

Tierschutzaktionsplans und

der im Herbst 2007 angenommenen

Strategie zur Tiergesundheit ist der Zeitpunkt

gekommen, um sich endlich der

vergessenen Tiere in der EU anzunehmen.

Auch der am 13.12.07 ratifizierte EU-

Vertrag enthält ausdrücklich die Verantwortung

der EU für die Tiere als fühlende,

leidensfähige Wesen.

Diesem Vorsatz gilt es, jetzt gerecht

zu werden."

DER bmt UND SEINE 3 AUSLANDSPROJEKTE

Seriöse Tierschutzarbeit

in Ungarn und Rumänien

Seit über 15 Jahren engagiert sich

der bmt in Ungarn und Rumänien.

Auf Basis einer partnerschaftlichen

Zusammenarbeit unterstützt er die

rumänische Tierschutzorganisation

"Milioane de prieteni" in Brasov, den

"Misina Tier- und Naturschutzverein”

in Pecs (Ungarn) und das Tierheim

Kiskunhalas (Ungarn).

Hintergründe, Zielsetzung, Entwicklung und Ansprechpartner

- auf den Seiten 12-19 lesen Sie alles über die drei großen

Auslandsprojekte des bmt.

bmt-Auslandstierschutz 2009

9


mt-Auslandstierschutz 2009

10

I NTERVIEW

Warum helfen Sie im Ausland, wenn es doch

vor unserer eigenen Tür genug Tierleid gibt?

Eine Frage, die dem bmt oft gestellt wird -

und doch nicht den Kern trifft. Denn der

Auslandstierschutz ist keine Konkurrenz

zur hiesigen Tierschutzarbeit, sondern eine

Ergänzung und eine gezielte Hilfe für

die Menschen und Tiere vor Ort.

Petra Zipp über die Auslandsprojekte des

bmt in Rumänien und Ungarn und die moralische

Verpflichtung von Tierschützern,

Vierbeinern auch jenseits der Landesgrenzen

beizustehen.

RdT: Sie nehmen Hunde aus Rumänien

und Ungarn in den bmt-

Tierheimen auf. Nehmen sie

deutschen Hunden damit nicht

den Platz weg?

Petra Zipp: Nein; diese Argumentation

geht in die völlig falsche Richtung.

Tierheimhunde aus dem Ausland nehmen

höchstens Züchtern die Absatzmärkte

weg. Während Züchter massenhaft

Welpen produzieren, werden

gleichzeitig in anderen Ecken Europas

Hunde in Dimensionen vernichtet, die

wir hier "nur" aus dem Schlachthof kennen

- welch ein Vergehen an den Lebewesen!

(Lesen Sie dazu auch die Seiten

20-21)

Jeder rumänische und ungarische

Hund, der von lieben Menschen aufgenommen

wird, ist ein Hund mehr, der

leben darf. So ist jeder vermittelte Hund

gleichzeitig ein Botschafter für das

Elend seines Heimatlandes. Und jeder

Besitzer eines ausländischen Hundes

wiederum ein Verstärker der Tierschutzarbeit

vor Ort.

Wenn wir Tötungsstationen, die es übrigens

nicht nur in Rumänien, sondern in

vielen anderen ost- und südeuropäischen

Ländern gibt, abschaffen wollen,

müssen wir die Menschen aufrütteln!

PETRA ZIPP, AUSLANDSTIERSCHUTZKOORDINATORIN DES bmt:

“AUSLANDSTIERSCHUTZ

“... UND KEINE KONKURRENZ ZUR HEIMISCHEN

Ich glaube an die Kraft des Einzelnen,

an die Kraft der Überzeugung,

auch mit kleinen Mitteln etwas bewegen

zu können. Je mehr Menschen

Hunde aus dem Tierheim adoptieren,

desto überflüssiger die Massenproduktion

der Züchter.

RdT: Warum gehen die Menschen

zum Züchter? Denken Sie, dass

sie in den Tierheimen keinen passenden

Hund finden?

Petra Zipp: Abgesehen von den Vorlieben

für bestimmte Rassen ist das sicher

auch ein entscheidender Grund.

Viele Hunde

werden ins

Tierheim abgeschoben,

weil ihre Besitzer

mit ihnen

nicht zurecht

kommen. ArtwidrigerUmgang,

falsche

Signale, fehlerhafteVerständigung

-

hier liegen die Ursachen für die häufigsten

Probleme in der Hundehaltung.

Aber nicht jeder Interessent traut sich

zu, einen

Hund mit etwas problematischerer

Vergangenheit bei sich aufzunehmen.

Abgesehen davon haben wir

oft Hunde im Tierheim, die sehr groß,

kräftig sind und besondere Anforderungen

an ihre Haltung stellen, wie

zum Beispiel Herdenschutzhunde oder

Hütehunde.

Wer einen kleinen, sanften und sozial

verträglichen Vierbeiner adoptieren

möchte, sucht manchmal im Tierheim

vergeblich oder muss sehr lange warten.

Die rumänischen und ungarischen

Hunde tragen zu einer Vielschichtigkeit

an Rassen, Charakteren und Typen in

unseren Tierheimen

bei, die im

Umkehrschluss

für unsere heimischen

Hunde

sehr positiv ist.

Je mehr Interessenten

kommen,

desto größer ist

auch die Chance,

dass selbst

für schwerer Vermittelbare

eine

Familie darunter ist, die gerade diesem

besonderen Hund ein Zuhause schenken

möchte.


IST NOTWENDIG“

TIERSCHUTZARBEIT !“

RdT: Warum engagiert sich der

bmt so stark im Auslandstierschutz?

Petra Zipp: Ich verstehe unsere Hilfe

als moralische Verpflichtung. Die Europäische

Union wird immer größer und

dennoch gibt es Länder, in denen der

Tierschutz ein Fremdwort ist. Unsere

Unterstützung gilt den Menschen vor

Ort, die oft so wenig zum Leben haben

und doch bereit sind, alles für ihre Tiere

zu geben.

Wir helfen den Tierschützern vor Ort,

ihre Arbeit zu tun - aber wir achten und

respektieren dabei die landestypischen

Verhältnisse. Das ist einer unser wichtigsten

Grundsätze! Der bmt würde seine

Glaubwürdigkeit verlieren, wenn er

den Tierschutz nicht im Einklang mit

der Bevölkerung, sondern gegen ihre

Interessen durchsetzen würde.

RdT: Konkret heißt das: Sie können

Hunden keine Luxuszwinger

bauen, während der Großteil der

rumänischen Bevölkerung Not

leidet …

Petra Zipp: Genau so. Und wir können

unsere Tierschutzprojekte so ausrichten,

dass Menschen und Tiere profitieren.

Nehmen Sie die Kastration von

Hunden: Kaum ein Besitzer kann sich

die medizinische Versorgung, geschweige

denn eine Kastration, seines

Tieres leisten. Also machen wir Hundehaltern

das Angebot, ihre Tiere im Tierheim

Brasov kostenlos kastrieren zu

lassen. Das ist sehr wichtig, weil selbst

Hunde, die Besitzer haben, oft auf der

Straße leben und sich ungehindert vermehren

können.

RdT: Warum kastrieren Sie nicht die

zahlreichen herrenlosen Hunde in

Ihrer "Projektstadt" Brasov?

Petra Zipp: Kastrationen von Straßenhunden

haben sich in der Vergangenheit

aus mehreren Gründen als

problematisch erwiesen: Sobald bekannt

wurde, dass in bestimmten Regionen

herrenlose Hunde kastriert

werden, wurden noch mehr Hunde

dort ausgesetzt - was die Anwohner

wiederum gegen die Hunde einnahm

und die Gemeinden zu weiteren Radikallösungen

verleitete.

Der zweite Punkt: Das Tierheim Brasov

hat nicht die Kapazitäten, um eine

Nachsorge der kastrierten Hunde zu

betreiben. Bei durchschnittlich 500

Hunden im Tierheim gibt es de facto

keinen freien Raum für die Nachversorgung

zusätzlich kastrierter Hunde.

Die Kastration von Besitzerhunden verbunden

mit der gezielten Aufklärung

über den Nutzen der konsequenten

Geburtenkontrolle scheint uns der sinnvollere

Weg zu sein, langfristig die

Zahl der Hunde zu senken.

RdT: Lässt sich die Bevölkerung

für Tierschutzanliegen sensibilisieren?

Sehen Sie Fortschritte?

Petra Zipp: Ja, definitiv. Cristina Lapis

leistet großartige Arbeit; sie ist die

populäre Tierschützerin im Land, die

von Prominenten wie Pierre Brice und

Brigitte Bardot aus dem Ausland unterstützt

wird. Außerdem hat Cristina

durch die Tätigkeit ihres Mannes, er ist

französischer Honorarkonsul, einen

leichteren Zugang zu den Medien.

Sie appelliert im Fernsehen an die

Menschen, Hunde als Partner, als

Freunde zu sehen, die Bezugspersonen

brauchen. Nach dem Tierheimbesuch

von Pierre Brice im November 2006,

bei dem ja auch der bmt dabei war, kamen

an den folgenden Tagen viel mehr

Interessenten als üblich, um Hunde

aufzunehmen. Nicht umsonst heißt ihr

I NTERVIEW

Petra Zipp überreicht Pierre Brice

den bmt-Auslandstierschutzpreis

Tierheim: Shelter of hope (Tierheim der

Hoffnung).

RdT: Stichwort Hoffnung: Glauben

Sie, dass Pierre Brice´ Rundgang

im Tierheim und seine Eröffnung

des Bärenparks (November

2006) die Politiker aufrüttelt, den

Schutz der Tiere endlich ernst zu

nehmen?

Petra Zipp: Ja, davon bin ich fest

überzeugt! Sein öffentliches und emotionales

Eintreten für die Straßenhunde

und die geschundenen Bären hat die

Bevölkerung sehr bewegt - und vergessen

Sie nicht, dass der Schauspieler

Pierre Brice in Rumänien sehr verehrt,

geradezu geliebt wird.

Und nun hat gerade dieser geachtete

Mann einem mutterlosen "Straßenhund-Welpen"

das Leben gerettet und

die dem Verhungern preisgegebene

Princess aufgenommen und schenkt

beiden sein Vertrauen, seine Liebe und

Güte. Die Aufnahme von Hunden aus

dem Tierheim muss in Rumänien gesellschaftsfähig

werden; da trägt die

humane Geste von Pierre Brice bestimmt

dazu bei.

bmt-Auslandstierschutz 2009

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mt-Auslandstierschutz 2009

12

R UMÄNIEN

Entscheidend für die Fortschritte

unserer Tierschutzarbeit

im Ausland war die

Konzentration auf wenige

Projekte. In Rumänien und

Ungarn arbeitet der bmt seit

Anfang der 90iger Jahre

vertrauensvoll mit seinen

Partnervereinen zusammen.

Die gezielte Beschränkung auf drei Projekte ermöglichte eine

effektive Tierschutzarbeit vor Ort und systematische Verwendung

der finanziellen Mittel.

Der bmt unterstützt die Tierheime in Pecs und Brasov mit jeweils

4500 Euro monatlich für Futter, Medikamente und Personal.

Zusätzlich springt der Verein bei außergewöhnlichen

Belastungen (Kastrationsaktionen, Renovierungen, Sanierungen,

Ausstattung Tierarzträume etc.) ein. Unverzichtbar

dabei ist die Hilfe von Förderern, die durch Spenden und Patenschaften

die Auslandsarbeit des bmt überhaupt erst möglich

machen.

bmt-Projekt Rumänien

Als im Januar 2008 Bulgarien eines

der modernsten Tierschutzgesetze

Europas verabschiedete,

war die Hoffnung groß, dass andere

Mitgliedsstaaten nachziehen

und entsprechende Reformen

auf den Weg bringen

würden. Inzwischen ist die anfängliche

Euphorie Ernüchterung

gewichen, denn aus Bulgarien

dringen weiter Nachrichten von

grausigen Misshandlungen von

Straßentieren an die Öffentlichkeit.

Rumänien verabschiedete eben-

DER bmt ENGAGIERT SICH

HILFE FÜR STRASSENHUNDE -

DAS TIERHEIM BRASOV

ALLES ÜBER DIE DREI GROSSEN AUSLANDSPRO

falls ein modernes Tierschutzgesetz,

verzögert aber bis heute die

Reform des alten Streunerhundgesetzes,

das den Umgang mit

Straßentieren regelt. Darin soll

die Tötung von Straßenhunden

verboten und das Kastrieren,

Impfen, Chippen und Registrieren

der Hunde verbindlich festgeschrieben

werden.

Um so bedeutungsvoller war der Schulterschluss

mit dem Weltstar Pierre Brice,

der Ende 2006 auf Bitte von Cristina

Lapis den Bärenpark in Brasov

Das Tierheim Brasov

mit ca. 500 Hunden und Katzen

eröffnete, ihr großes Tierheim besuchte

und damit "Milioane de prieteni"

eine größere Popularität im Land bescherte.

Nach dem Besuch des Schauspielers,

der gerade in Rumänien besonders

verehrt wird, erklärten sich

erstmalig Kommunen zu Gesprächen

mit der Vereinsvorsitzenden bereit, um

Alternativen zur Tötung zu diskutieren.

Zwar wurde die endgültige Schließung

der "City Hall" in Brasov bis heute verschoben,

aber die Stadtverwaltung

sorgte 2008 immerhin für eine tiergerechtere

Unterbringung der Hunde.


IN OSTEUROPA

JEKTE DES bmt

Folgende Verbesserungen

wurden umgesetzt:

� Anstelle eines großen Geheges, in

dem es oft zu tödlichen Beißeren kam,

werden die gefangenen Hunde in kleineren

Gehegen (fünf bis acht Hunde

mit Hundehütten im äußeren und Plastikkörben

im inneren Stallbereich)

untergebracht

� Die Hunde werden versorgt; allerdings

ist die Fütterung so sporadisch,

dass das Tierheim meist mit Trockenfutter

aushelfen muss

� Die Einschläferung der Hunde darf

nur in Anwesenheit eines Tierarztes erfolgen

� Cristina Lapis und ihr Team haben

die Möglichkeit, vermittelbare Hunde

aus der Tötungsstation in ihr Tierheim

zu holen und ihnen damit das Leben zu

retten.

Vor ca. 10 Jahren pachtete die engagierte

Tierschützerin das Gelände des

heutigen Tierheims am Rande der Karpatenstadt

Brasov, baute den ehemaligen

Schweinestall zu einem Tierheim

um und führte im Laufe der Zeit immer

mehr Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen

für die ständig wachsende

Zahl an Hunden und Katzen durch.

Der bmt unterstützt das Tierheim seit

Anbeginn und ab 2005 mit festen Zahlungen

von monatlich 4500 Euro.

Davon werden die Pacht des Gelän-

des bezahlt, die Mitarbeiter, zwei Fahrzeuge

(eines für Futter-, Stroh- und

Holztransporte, eines für Notfälle) und

geringe Mengen Trockenfutter. Außerdem

finanziert der bmt Kastrationen

von Hunden und Katzen, deren Besitzer

mittellos sind, und von Straßenhunden.

Die monatliche Unterstützung ist durch

Paten gedeckt. Zusätzliche Spenden für

Tierarztkosten und Kastrationen werden

auch in solche investiert - zusätzlich!

Jeder kastrierte Hund auf der Straße

bedeutet weniger Leid!

Weil es in den vorherigen Jahren in

überfüllten Tierheimzwingern oft zu gefährlichen

Beißereien kam, in denen

unterlegene Tiere keine Chance hat-

T IERHEIM B RASOV

ten, sich gegen die Gruppe zu wehren,

hatte die Tierheimleiterin gefährdete

Hunde außerhalb der Zwinger an die

Kette gelegt. Je nach Auslastung des

Tierheims waren bis zu 100 Hunde

dauerhaft angekettet.

Zwar waren die Vierbeiner so nicht

mehr den Angriffen ihrer Artgenossen

ausgesetzt und hatten ungehinderten

Zugang zu Wasser, Futter und ihrer

Hundehütte, doch die Haltung an der

Kette war den Tieren nach Auffassung

des bmt nicht zuzumuten.

Darum unternahm der Verein große

Anstrengungen, die Vierbeiner besonders

über sein Tierschutzzentrum

Pfullingen, die übrigen bmt-Tierheime

und andere Tierschutzorganisationen

in ganz Deutschland zu vermitteln und

konnte auf diese Weise den Bestand

der Hunde auf ca. 500 zu reduzieren.

Und so haben die Kettenhunde nicht

nur den dringend benötigten Platz im

Tierheim erhalten, sondern haben

viele von Ihnen gleichzeitig ein wunderbares

Zuhause gefunden.

Parallel zu diesen Bemühungen wurden

in der städtischen Tötung der Stadt

bmt-Auslandstierschutz 2009

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mt-Auslandstierschutz 2009

14

R UMÄNIEN

BRASOV

BUKAREST

Brasov monatlich immer noch ca. 400

Tiere getötet, wobei das Tierheim mit

der Aufnahme von Tieren vielen das

Leben retten konnte.

2008 wurden in Brasov alleine 7353

Hunde in der Tötungsstation euthanisiert,

davon 5071 aus dem Umland.

Planung für 2009 und

Folgejahre

� Die Verkleinerung des Althundebestandes

im Tierheim auf ca. 300 Tiere

ist das Ziel der nächsten Wochen.

Weiterhin werden monatlich ca. 60-70

vermittelbare Hunde aus der Tötungsstation

aufgenommen, die kurzfristig

zusammen mit einigen älteren Hunden

nach Deutschland gebracht und dort

vermittelt werden

� Schließung des alten Tierheimes

spätestens in 3 ½ Jahren, wenn der

Pachtvertrag ausläuft

� Planung mit der Stadt Brasov für ein

gemeinsames Tierheimprojekt mit Kastrationsklinik.

Diesem Vorhaben werden

sich die Verantwortlich stellen müssen,

denn das neue Tierschutzgesetz

und das künftige Streunerhundgesetz

zwingen die Stadt zum Handeln

� Schließung der Tötung, Schulung

der "City Hall"- Mitarbeiter auf Tierschutzeinsätze

� Finanzierung durch verschiedene

Träger, u.a. die Stadt, EU, Stiftungen

(z.B. Brigitte-Bardot-Fondation) und

eventuell deutsche Sponsoren.

Planung für die kommenden

Monate

� Kastrationsaktionen in den Dörfern

um die Karpatenstadt Brasov herum,

denn hier kommt die Mehrzahl der

Hunde her. Zu Beginn des Projekts werden

Kastrationsaktionen nur den Dörfern

angeboten, die ihre Straßenhunde

tolerieren

ÜBER 15 JAHRE bmt-AUSLANDSTIERSCH

Ohne Vermittlungen nach Deutschland wäre das Tierheim in Brasov

Nach erfolgreicherDurchführung

kann

dieses Modell

dann Kommunen

angeboten werden, die

Verträge mit der Stadt haben

� Die Kastrationsaktionen müssen mit

erstklassigen Tierärzten durchgeführt

werden. Hierfür stehen der fachlich versierte

Tierärztepool von Thomas Busch

und Ines Leuw sowie Tierärzte des Tierheims

Brasov zur Verfügung

� In einem speziellen Fahrzeug stehen

30 Aufwachboxen zur Verfügung. Es ist

mit Strom und Wasser ausgerüstet und

kann dadurch überall tätig sein. Die

Vorarbeit muss vor Ort geleistet werden,

damit die Hunde für die Tierärzte

zur Verfügung stehen

� Cristina Lapis versucht, die Bürgermeister

der kleinen Ortschaften für das

Kastrationsprojekt zu gewinnen. So

werden in Zarnesti noch Hunde gefangen,

aber der im November 2006

durch Pierre Brice eröffnete Bärenpark

sorgt für so viel Popularität, dass die

Verwaltung sich den Tod der Hunde

kaum noch leisten kann.


UTZ IM RUMÄNISCHEN BRASOV

ständig völlig überfüllt

Schauspieler Pierre Brice

im Tierheim Brasov,

hier mit Roger Lapis,

Petra Zipp,

und Cristina Lapis

� Diese Kastrationsaktionen werden derzeit

vom bmt, seinen Partnern und von Spendern finanziert.

Im Hinblick auf die immensen

Tötungszahlen können die Tierschützer

in Brasov nicht auf die

Ratifizierung des Streunerhundgesetzes

warten - die Arbeit in

diese Richtung muss sofort beginnen!

T IERHEIM B RASOV

Wenn Sie Fragen zu unserer Arbeit in Rumänien haben, wenden Sie

sich bitte an unsere Auslandstierschutzkoordinatorin und stellvertretende

bmt-Vorsitzende Petra Zipp:

Tel: 07121 / 820 17 -0, Durchwahl -23

eMail: petrazipp@web.de

www.bmt-auslandstierschutz.de

Kontakt zu Cristina Lapis (auch in englisch, französisch, italienisch)

können Sie unter folgender Anschrift aufnehmen:

Milioane de prieteni

Strada Rovine Nr. 5, 500075 BRASOV, Roumanie

www.milioanedeprieteni.org

eMail rogerlapis@clicknet.ro

Spendenkonto

Stichwort Brasov

Frankfurter Sparkasse

Kto. 847 275

BLZ 500 502 01

Ansprechpartner

bmt-Auslandstierschutz 2009

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mt-Auslandstierschutz 2009

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U NGARN

PECS

bmt-Projekt Pecs

BUDAPEST

Modernisiertes Hundehaus im Tierheim Pecs

Freundschaftsvertrag: Unterstützung auf Basis einer festen Partnerschaft

Heute gehört das Tierheim zu

den Vorzeigetierheimen in Ungarn.

Es hat eine der höchsten

Vermittlungsquoten im Land

und engagiert sich vorbildlich in

der Aufklärungs- und Jugendarbeit,

um der Bevölkerung einen

artgerechten Umgang mit

Tieren nahezubringen. Mehr

als 20.000 Besucher kommen

inzwischen jährlich ins Tierheim.

Im Schnitt bringt der Hundefänger ca.

150 Vierbeiner im Monat ins Tierheim

- gegen diese Zahlen kann das kleine

Misina- Team in Pecs kaum ankommen.

Doch mittlerweile verzeichnen die

Mitarbeiter eine stärkere Sensibilität

gegenüber Tieren und größere Wachsamkeit,

wenn in der Nachbarschaft

Tiere misshandelt werden.

So geht die gestiegene Zahl der Abgabehunde

u.a. auch darauf zurück, dass

die Menschen ihre Tiere direkt im Tierheim

abgegeben - und nicht wie früher

auf die Straße setzen und sich selbst

überlassen. Ein Großteil der Hunde im

Tierheim ist alt; nach wie vor werden

ältere Vierbeiner gegen jüngere ausgetauscht,

weil sie vermeintlich die besseren

Wachhunde sind.

Anders als in Deutschland ist es in Ungarn

fast unmöglich, Hundesenioren

noch einmal in ein neues Zuhause zu

vermitteln. Die alten Hunde beschließen

unweigerlich ihr Leben im Tierheim,

sofern sie nicht die Chance haben,

als Notfall in ein bmt-Tierheim

gebracht zu werden. Auch an diesem

Punkt setzt die Öffentlichkeitsarbeit im

Tierheim Pecs an. Dass immer mehr

DER bmt IN UN

ZUKUNFTSORIENTIERTES PROJEKT

1996 erwarb der Misina

Tier- und Naturschutzverein

u.a. mit finanzieller

Unterstützung des bmt das

6,5 Hektar große Gelände

und baute die ehemalige

LPG-Schweinemastanlage

zum Tierheim aus. Marode

Gebäude, feuchte Wände,

zerfallene Dächer, fehlende

Ausläufe, Freigehege,

keine Quarantäne - die

Startbedingungen waren

mehr als hart für den kleinen

Tierschutzverein.

MISINA TIER- UND NATURSCHUTZVEREIN

Menschen ins Tierheim kommen, sich

umschauen, informieren oder einfach

nur den Tieren nahe sein wollen, ist ein

direkter Erfolg der engagierten Aufklärungsarbeit

des Misina- Vereins.

Adrien Polacek, Mutter zweier Kinder

und Ehefrau von Farkas Tamas, dem

Vorsitzenden des fünfköpfigen Vorstands,

hat das bmt-Kindertierschutzmaterial

ins Ungarische übersetzt, um

Schülern artgerechte Haltungsbedingungen

für Tiere nahe zu bringen. In

zehn Jahren, wenn die heutige Jugend

erwachsen ist, wird sich das Verhältnis

zu den Tieren schon verbessert haben,

da ist sich die deutsch sprechende Lehrerin

ganz sicher.

Sie verzeichnet ein ständig wachsendes

Interesse an den Tierheim-Schützlin-


GARN

UNTER QUALIFIZIERTER LEITUNG

gen; so nehmen Familien immer öfter

Kleintiere aus dem Tierheim auf, interessieren

sich für die Fortschritte verletzter

Wildtiere, die in Pecs ebenfalls umsichtig

betreut werden, oder nehmen Reitunterricht,

der als zusätzliche Einnahme dem

Tierheim zugute kommt. So sehr es zu

begrüßen ist, dass

die Ungarn

ihre Hunde vor einem Leben auf der

Straße bewahren wollen und sie gleich

in die Tierheim-Obhut geben, so

schwierig sind doch die Konsequenzen

für das Tierheim, die überforderten Mitarbeiter

und den völlig ausgelasteten

Tierarzt.

Ausgelegt für ca. 200 - 250 Hunde ist

das Tierheim mit durchschnittlich bis zu

360 Hunden ständig überfüllt. Die Folge:

Die Hunde stehen unter Dauerstress,

ernste Beißereien sind an der Tagesordnung.

Schwache Hunde unterliegen -

und dazu gehören die unterernährten,

kränklichen und alten Tiere. Um drohende

Eskalationen in den überfüllten

Zwingern zu entschärfen, müssen geschwächte

Tiere schnell heraus geholt

werden.

Diese Hunde werden als Notfälle in

bmt-Tierheime gebracht, gesund gepflegt

und dort in verantwortungsvolle

Hände vermittelt. Gleichzeitig muss das

Tierheim in Pecs in seiner praktischen Arbeit

vor Ort unterstützt werden. Das tut

der bmt, in dem er sich mit einer monatlichen

Summe von 4.500 Euro an den

laufenden Kosten für Futter, Medikamente,

der Bezahlung für den Tierarzt

und Tierpfleger beteiligt.

Durch die regelmäßigen

Zahlungen kann der Misina-Verein

als Träger des

Tierheims Tieren effektiv

helfen und Projekte

umsetzen. Zu den wichtigsten

gehört der Tier-

Ansprechpartner

Verantwortlich für das Tierheim Pecs:

Karin Stumpf

Schriftführerin im bmt-Vorstand

Am Heiligenhäuschen 2

50589 Köln

Tel: 0221/ 950 51 55

www.tierheim-koeln-dellbrueck.de

eMail: karin@stumpfnet.de

www.bmt-auslandstierschutz.de

Kontakt Pecs:

misina@t-online.hu

eMail: misina@axelero.de

Spendenkonto

Frankfurter Sparkasse

Stichwort Pecs

Kto. 847 275

BLZ 500 502 01

P ECS

Die Hundequarantäne in Pecs

schutzunterricht. Misina sorgte auch dafür,

dass die bmt-Resolution in ihre Heimatsprache

übersetzt wurde und veranstaltete

ein Symposium, an dem die

Resolution an die EU von ungarischer

Seite verabschiedet wurde.

Karin Stumpf

In Pecs: Claudia Ludwig (WDR) mit den TH-Leitern Adrien Polacek und Farkas Tamas

bmt-Auslandstierschutz 2009

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mt-Auslandstierschutz 2009

18

U NGARN

BUDAPEST

KISKUNHALAS

Nicht weit von Pecs liegt Kiskunhalas

im Südosten Ungarns.

Im Februar 2003 wurde

hier ein kleiner Tierschutzverein

gegründet, der

die ansässige Hundefängeranlage

übernehmen und ein

Tierheim aufbauen wollte.

bmt-Projekt Kiskunhalas

TIERHEIM KISKUNHALAS

Engagierter Aufbau eines Tierheims

Die Beziehung zum Tierheim Kiskunhalas

ist eine ganz Besondere:

Denn Gelände und Gebäude

gehören Karsten Plücker, dem

Kasseler TH-Leiter der "Wau-Mau-

Insel". Er erwarb das Grundstück

und finanzierte erst die Zwingeranlagen,

später die kleine Tierklinik.

Nun soll im Frühjahr 2009

mit dem Bau einer Quarantäne

begonnen werden, die Genehmigung

der Behörden liegt schon

vor. Auch für sein Engagement in

Ungarn wurden Karsten Plücker

und sein Team von der "Wau-

Mau-Insel" mit dem Hessischen

"Herrchen-gesucht-Tierschutzpreis

2007" ausgezeichnet.

"Das Tierheim Kiskunhalas", erklärt

Karsten Plücker, "wird in Ungarn immer

öfter um Hilfe gebeten." Die Tiere werden

nicht mehr wie in den Jahren zuvor

einfach ausgesetzt oder beim Hunde-

fänger abgegeben, sondern häufig

gleich ins Tierheim gebracht und die

Tierschützer benachrichtigt, wenn Fälle

von Tiermisshandlungen bekannt werden.

"Wir werten das als Erfolg, als steigendes

Vertrauen in unsere Tierschutzarbeit",

sagt der Kasseler bmt-

Tierheimleiter.

Er engagiert sich seit Jahren in Ungarn,

seit 2004 schwerpunktmäßig in Kiskunhalas.

Mit Futter-, Medikamenten

und Sachspenden unterstützte Karsten

Plücker erst den jungen Tierschutzverein

Kiskunhalas, dann erwarb er privat

das Gelände und errichtete auf eigene

Kosten nach und nach die großräumig

angelegten Zwingeranlagen. Aus dem

ehemaligen Lagerhaus neben dem

Tierheimbüro ist eine kleine, aber effektive

Tierklinik geworden.

Hier behandelt ein Tierarzt, der in Ungarn

lebt, die aufgenommenen Hunde

und Katzen. Hündinnen werden in einem

voll funktionsfähigen OP-Raum

KARSTEN PLÜCKER: "DER AUSLANDS

Tierheim (großes Bild) und kleine Tierklinik

Karsten Plücker

und Petra Zipp

retten herrenlosen

Hund von einer

Müllkippe

geimpft und kastriert.

Wie alle

anderen Fortschritte

im Tierheim

ist auch

dieser Umbau

erst durch Spenden

und engagierte

ehrenamtliche Helfer

möglich geworden.

Ein Grund, warum sich das

Tierheim jetzt schon finanziell

trägt.

"Alles, was hier steht", sagt der Tierheimleiter

und zeigt auf die Zwinger

mit ihren stabilen Hundehütten, die Minitierklinik

mit ihrer technischen Ausstattung,

"sind zweckgebundene Spenden

von Tierärzten, Firmen und

privaten Unterstützern. Ohne diese Hilfe

und vor allem das großartige Engagement

der Ehrenamtlichen aus dem

Tierheim in Kassel wären wir nicht da,

wo wir heute stehen."


TIERSCHUTZ IST KEINE EINBAHNSTRASSE!"

Seit 2004 haben der Tierschutzverein

Kiskunhalas und Karsten Plücker mit

der Stadt verhandelt, um die von Hundefängern

aufgegriffenen Tiere nach

der vorgeschriebenen Aufbewahrungsfrist

von 14 Tagen übernehmen zu können.

Als sich der Bürgermeister

nach zähen Verhandlungen

bereit erklärte, dem Tierheim

Kiskunhalas

nach zwei Wochen

die Hunde zu

überlassen, war

das ein erster

Erfolg für die

Tierschützer.

"Dass wir jetzt

die Quarantäne

bauen dürfen und

damit die Funktion

des Tierfängers hoffentlich

bald überflüssig

machen, ist großartig", freut

sich der Kasseler Tierheimleiter.

"Dann müssten die Hunde nicht mehr

in der alten Anlage sterben; jetzt kommen

sie 14 Tage in die Quarantäne

und können danach in die Gruppen integriert

werden." 60 Hunde im Schnitt

nimmt das Tierheim auf; mindestens

ebenso viele Katzen. Aber die (kastrierten)

Samtpfötchen leben nicht in Gehegen,

sondern frei auf dem ausgedehnten,

waldigen Tierheimgelände. Sie

werden von den Mitarbeitern gefüttert

und, wenn nötig, medizinisch versorgt.

Tierarztraum, neue Hundezwinger, Tierschutzeinsatz in Kiskunhalas

Weil die Haltungsbedingungen besonders

Katzen entgegen kommen, die

aufgrund ihres scheuen, halbwilden

Charakters kaum vermittelbar sind,

siedelt Karsten Plücker ab und zu auch

Kasseler Schützlinge auf dem Tierheimgelände

an. So profitieren ungarische

und deutsche Tierschützer von

ihrer gegenseitigen Unterstützung. "Der

Auslandstierschutz", beschreibt der

Kasseler sein Engagement und das des

Gesamtvereins in Ungarn, "ist keine

Einbahnstraße, sondern eine Bereicherung

für beide Länder."

So verkaufen Ehrenamtliche aus Kiskunhalas

in der Stadt Flohmarktartikel

zugunsten ihres Tierheims; Kasseler

K ISKUNHALAS

Tierschützer bringen Basarspenden

mit, die in Ungarn einen höheren Erlös

erbringen - Gelder, die direkt dem Tierheim

Kiskunhalas zugute kommen.

Die Quarantäne wird ca. 60.000 Euro

kosten. Schiebevorrichtungen für die

Zwinger und weitere Zwingerelemente

sind schon da, die meisten handwerklichen

Tätigkeiten wird das "Ungarn-

Team" aus Kassel übernehmen. Doch

damit sind natürlich nicht die Kosten

abgedeckt. Wenn Sie mit zweckgebundenen

Spenden helfen möchten, sind

wir Ihnen sehr dankbar.

Kontaktadressen (s. letzte Seite)

Wenn Sie Fragen zu unserer Arbeit in Kiskunhalas haben, wenden Sie sich

bitte an unseren Tierheimleiter Karsten Plücker (Bild Mitte) in Kassel:

Tel: 0561/ 86 15 680

eMail: bmt@wau-mau-insel.de

www.wau-mau-insel.de

www.bmt-auslandstierschutz.de

Kontakt Ungarn:

eMail: stefan-i@pannonmail.hu

www.halasi-tierheim.repage6.de

Spendenkonto

Frankfurter Sparkasse

Stichwort Kiskunhalas

Kto. 847 275

BLZ 500 502 01

Ansprechpartner

bmt-Auslandstierschutz 2009

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mt-Auslandstierschutz 2009

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H UNDEHANDEL

Seit Jahren registrieren Polizei, Zoll, Veterinärämter,

Tierärzte und Tierschutzorganisationen

einen besorgniserregenden

Anstieg illegal eingeführter Welpen,

vor allem aus dem osteuropäischen

Raum, der Ukraine und Russland.

Skrupellose Geschäftemacher transportieren

ihre wenige Wochen alte

Fracht zu Zwischenhändlern oder liefern

sie dem Endkunden direkt vor die

Haustür. Letzteres hat den Vorteil, dass

die wahren Umstände der Aufzucht des

Welpen im Dunkeln bleiben.

Seit der EU-Erweiterung hat der illegale

Handel mit Hunden aus den Ländern

des ehemaligen Ostblocks sprunghaft

zugenommen. Unter Bedingungen, die

der tierquälerischen Massentierhaltung

in nichts nachstehen, werden u.a. in

Polen, Ungarn, Bulgarien, Tschechien,

Rumänien, der Ukraine und Russland

Hunde gezüchtet und vornehmlich

nach Westeuropa verkauft. Weil die

Nachfrage besonders in Frankreich,

Belgien und Deutschland nach Rassehunden

hoch ist, lassen sich erstaunlich

viele Käufer darauf ein, ihren Golden

Retriever, Labrador oder West-Highland-Terrier

über das Internet zu or-

dern, um damit ein vermeintliches

Schnäppchen zu machen.

Oft kosten diese Rassehunde nur die

Hälfte oder ein Drittel des offiziellen

Preises, den seriöse VDH-Züchter (Verband

für das deutsche Hundewesen)

verlangen. Doch obwohl die EU vorschreibt,

dass Welpen erst ab einem Alter

von acht Wochen ohne Mutter transportiert

werden dürfen, floriert das

Geschäft mit zu früh entwöhnten Hunden,

die kaum 40 Tage alt sind.

Können

durch Zufall

solche Hundetransporte

angehalten

und die zitternde

Fracht

beschlagnahmtwerden,

sind die

Kleinen oft

kaum älter

als fünf bis

sechs Wochen. Ein überaus kritisches

Alter: Denn zwischen der sechsten und

achten Lebenswoche lässt die Schutz-

Kriminelles Geschäft Hun

NEUES TIERSCHUT

Auslandsti

Wie wichtig seriöse

Tierschutzarbeit im

Ausland ist, wird ganz

besonders an einem

Problem deutlich, das

mit Erweiterung der Europäischen

Union gewaltige

Ausmaße angenommen

hat: dem

(mafiösen) Handel mit

Hunden.

Wer einem Tierschutzhund aus dem Ausland ein neues Zuhause schenkt, tut nicht nur ein gutes Werk,

sondern nimmt damit Hundehändlern Absatzmöglichkeiten für ihre lebende "Ware"- hier sieht der bmt

eine Chance, dem kriminellen Geschäft mit hilflosen Vierbeinern wirkungsvoll zu begegnen.

wirkung der Muttermilch nach. Je nach

Rasse, Konstitution, Ernährungsstatus

und Lebensbedingungen des jungen

Hundes ist die Krankheitsanfälligkeit in

dieser Phase besonders hoch. Da die

mütterlichen Schutzstoffe Impfungen in

dieser Zeit unwirksam machen würden,

wird im Regelfall erst ab der achten

Woche geimpft. Meistens bleiben zu

schnell von der Mutter entwöhnte Welpen

ein Leben lang anfällig und

schwächlich.

Das ist die eine

Seite, die für

den Hundebesitzer

meistens

mit hohen Tierarzt-

und Medikamentenkosten

verbunden

ist. Und die andere

stellt eine

nicht minder

große Belastung

dar: Welpen,

die viel zu früh von der Mutter abgesetzt

wurden, können sich kaum zu

souveränen und ausgeglichenen Fami-


dehandel

ZPROBLEM VON HÖCHSTER BRISANZ

lienhunden entwickeln. Ihnen fehlt die

notwendige Prägung durch Mutterhündin

und Wurfgeschwister, die sie auf

das Leben vorbereitet. Verbringen junge

Hunde diese entscheidende Phase

isoliert, ohne Zuwendung und ohne die

Möglichkeit, ihr Umfeld lernend zu erkunden,

behalten sie oft ein Leben lang

Unsicherheiten im Umgang mit Artgenossen,

Menschen und Geschehnissen

des Alltags (Verkehr, Gewitter, Alleinebleiben

etc.) bei.

Viele Besitzer, enttäuscht von ihrem

"schwierigen Hund", trennen sich früher

oder später von ihm und geben den

Hund ins Tierheim - und setzen damit

eine Entwicklung in Gang, die abermals

die ohnehin ausgelasteten Tier-

Motive der bmt-Aktion

"Der illegale Handel mit

Hunden ist Tierquälerei!"

erschutz contra Hundehandel

heime fordert. Die Adoption eines

schlecht sozialisierten Hundes setzt ein

hohes Maß an Kenntnis, Verantwortungsbereitschaft

und vor allem Zeit

für das Tier voraus. Häufig verbringen

solche Hunde Jahre im Tierheim, weil

sich wenige Tierfreunde der Herausforderung

stellen möchten, einen verunsicherten

und unausgeglichenen

Hund aufzunehmen, der die Grundlagen

hündischer Kommunikation nicht

lernen durfte.

Trotz aller Aufklärung über die kriminellen

Hintergründe des kommerziellen,

illegalen Hundehandels finden

sich nach wie vor Interessenten, die das

erbarmungslose Geschäft mit Hundebabys

durch ihre Kaufbereitschaft indi-

rekt unterstützen. Allein Tschechien soll

30 000 Hunde für den - wohlgemerkt

legalen Export züchten und in Deutschland

die Nachfrage bei ca. 300 000

Hunden beliebter Rassen liegen. Schon

diese Absatzmarkt-Zahlen zeigen, welche

Dimensionen das Geschäft mit

Welpen angenommen hat!

Hintergründe zum Hundehandel

Eine "Hundezucht" kostet in osteuropäischen Ländern wenig: In ehemaligen

LPG-Betrieben oder einfach in Hinterhöfen, Schuppen und Kellern

werden Hündinnen als Gebärmaschinen missbraucht, bis sie sich kaum

noch auf den Beinen halten können. Artgerechtes Futter, Bewegung, Auslauf,

Kontakt und Erkundungsmöglichkeiten werden in der Regel weder

Muttertier noch Welpen gegönnt. Ohne Impfungen, ohne Papiere, tierschutzwidrig

in Kisten und kleinen Boxen transportiert, verkotet, halb verhungert

und geschwächt, blicken diese bedauernswerten Hundebabys

ihren Rettern entgegen, wenn die Polizei von Passanten aufmerksam gemacht

wurde.

Meistens fällt Beobachtern auf, dass an Rastplätzen und Tankstellen Welpen aus dem Kofferraum eines mit ausländischem

Kennzeichen versehenen Kleinwagens verkauft oder an zentralen Plätzen wie Märkten, Fußgängerzonen und jüngst auch vor

Futtermittelläden angeboten werden. Mühsam müssen diese - fast immer aufgrund der Verstöße gegen das Tierschutzgesetz,

Seuchen- und Zollbestimmungen - beschlagnahmten Kleinen in Tierheimen aufgepäppelt werden. Viele Hunde sind mangelernährt,

geschwächt oder sterben letztlich doch an Infektionskrankheiten, die sie schon in sich trugen.

Gelingt es den Tierheimen die Welpen wieder auf die Beine zu bringen und sie langsam an Menschen zu gewöhnen, kann es

passieren, dass der Händler seine "Ware" zurück fordert. Und rechtlich stehen ihm die Hunde sogar zu, wenn er die vorgeschriebenen

EU Heimtierpässe nachreicht, die Tierarztkosten des Tierheims und die Bußgelder bezahlt. Mit drakonischen Strafen

oder gar einem Tierhaltungsverbot muss er nicht rechnen.

21


mt-Auslandstierschutz 2009

22

R ÜCKBLICK 2008

Über 300 Gäste, bewegende Appelle

an die EU, sich zu ihrer Verantwortung

für Straßenhunde zu

bekennen, die gemeinsame Verabschiedung

der Resolution und

die Verleihung des Tierschutzpreises

an Pierre Brice für seine

Unterstützung der Auslandsarbeit

des bmt in Rumänien - das waren

die Höhepunkte der ersten großen

bmt-Straßentierkonferenz im

Januar 2008 in München.

Moderatorin Dr. Claudia Ludwig,

Liviu Harbuz (Präs. der Tierärztl. Vereinig.

Rumäniens), Peter Sürth (Wildtiermanagement),

Dr. Madeleine Martin

(HessischeTierschutzbeauftragte),

Andrea Tümmel (Tasso),

Petra Zipp, Cristina Lapis (rum. Tierschutzorg.

"Milioane de prieteni"),

Pierre Brice.

Der ehemalige Straßenhundwelpe Ben

ist einer der Stars dieses Tages

Alle Gäste unterzeichen die Resolution

an die EU

Die europaweite

bmt-Resolution

für Straßenhunde:

Die bmt-Kampagne

für Straßenhunde startete mit einer

"Europas Ti

brauchen u


Großveranstaltung in München:

T IERSCHUTZ-EVENT 2008

ere

nsere Hilfe. Jetzt!"

bmt-Auslandstierschutz 2009

23


mt-Auslandstierschutz 2009

24

PIERRE BRICE

AUS DEN REDEBEITRÄGEN:

Schauspieler, Darsteller bei den Karl-May-

Festspielen und Unicef-Botschafter

“Ich bin von Unicef zum Botschafter für meinen Einsatz in Serbien

ernannt worden, habe dort Menschen geholfen, und da

Tiere die besten Freunde der Menschen sind, habe ich entschieden,

auch ihnen zu helfen.

Pierre Brice: “... weil Tiere die besten Freunde der Menschen

2006 besuchte

Pierre Brice das Tierheim in

Brasov und lenkte damit den

Blick auf das massive Straßenhundproblem

in Rumänien

Ich bin dann nach Rumänien gefahren, habe

das Tierheim von Cristina Lapis mit 900

Hunden gesehen, habe den Bärenpark in

Brasov eröffnet und zwei Bärenmädchen

auf die Namen Gina (Lollobrigida) und Sophia

(Loren) getauft. Auf dem Heimweg

sah ich ein kleines Etwas, eine Kugel

aus Fell. Ich habe den kleinen

Hund in die Arme genommen

und seine Augen haben gesagt:

Nimm´ mich mit. Ich

habe ihn gleich "Winnetou"

genannt.

Später rief mich Cristina an und sagte,

"Princess" braucht eine Familie - und

nun lebt Princess glücklich bei uns mit 4

Hunden, 3 Schafen, 3 Ziegen und 2

Hängebauchschweinen, also in einer

großen Familie. Nun kennen Sie eine

Familie, die vielleicht noch größer werden

kann…. “


sind”

CHRISTIAN WOLFF

Schauspieler und Synchronsprecher

u.a. von Pierre Brice

“Ich möchte dem

bmt ein großes

Kompliment für diese

Veranstaltung

machen. Ich hoffe,

dass sehr viele Resolutionen

Brüssel

erreichen und die

EU sich nicht nur

mit der 438. Verordnung

über Kinderspielzeugbeschäftigt,

sondern

endlich etwas für

die Vierbeiner auf

unserer Erde tut.

Tierliebe beginnt im

Kopf, und was Thomas Mann aufgeschrieben

und welche wundervollen

Worte er über das Verhältnis von Zweibeinern

und Vierbeinern gefunden hat,

beleuchtet etwas ganz Wunderbares.

Ich wünsche mir mehr von solchen

Menschen auf unserem Planeten - das

ist meine Zukunftshoffnung.”

ANERKENNUNG FÜR EINEN

GROSSEN TIERFREUND

Pierre Brice erhält

bmt-Auslandstierschutzpreis

"Man ist niemals alleine, wenn

man ein Pferd oder einen Hund

zum Freund hat", hat Pierre Brice

einmal gesagt.

Aus Sicht der rumänischen Straßenhunde

könnte es auch heißen: "Man ist

nicht verloren, wenn man Pierre Brice

zum Freund hat."

Seit die Vorsitzende von "Milioane de

prieteni", Cristina Lapis, und der bmt

dem berühmten Schauspieler das ungeheure

Ausmaß des Tierleids in ihrem

Heimatland Rumänien schilderten,

hatten sie einen Mitstreiter gewonnen:

Der für sein humanitäres Engagement

bekannte Franzose verschloss sein

Herz auch vor den vergessenen Vierbeinern

nicht: Er sagte Cristina Lapis

Unterstützung für ihre schwierige Tierschutzarbeit

zu.

Pierre Brice besuchte ihr Tierheim in

Brasov im November 2006 und bat am

selben Abend eindringlich die Bürger

von Brasov, ihre Tiere nicht zu vergessen.

"Gebt den Hunden eine Chance",

sagte er und brachte durch seinen bewegenden

Appell viele Menschen in

den nächsten Wochen dazu, einen

Vierbeiner aus dem überfüllten Tierheim

aufzunehmen.

Pierre Brice ließ seinen Worten nahezu

als Erster Taten folgen: Auf dem Rückweg

zum Flughafen nach Bukarest fiel

ihm ein mutterloser Welpe auf, der am

Straßenrand kauerte. Der "Kleine Winnetou"

zog wenig später zu ihm und

T IERSCHUTZ-EVENT 2008

seiner Frau Hella, Wochen danach

kam Princess hinzu, eine Hündin, die

mit ihren Welpen unversorgt in einem

Wohnhaus nahe Brasov zurückgelassen

worden war.

Moderatorin Claudia Ludwig

mit den Schauspielerkollegen

Pierre Brice und Christian Wolff

Wenn Princess geahnt hätte, das ihr

Sohn Ben am 26. Januar 2008 auch

zur bmt-Veranstaltung nach München

kommen würde, hätte sie ihren neuen

Besitzer bestimmt begleitet. So durfte

Ben alleine die Preisverleihung an Pierre

Brice verfolgen und seinem Retter

die Pfote geben.

"Unser erster Auslandstierschutzpreis",

sagte Petra Zipp, "geht an Pierre Brice,

weil sein öffentliches Eintreten für Straßenhunde

im Land bereits zu einem

Umdenken geführt hat und die heutige

Entwicklung ohne seine Unterstützung

möglicherweise in der Form nicht

denkbar gewesen wäre."

bmt-Auslandstierschutz 2009

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mt-Auslandstierschutz 2009

26

“Liebe Freunde,

DR. LIVIU HARBUZ

AUS DEN REDEBEITRÄGEN:

Präsident der Tierärztlichen Vereinigung Rumäniens

und seit Ende 2008 Staatsekretär

Das Problem der Straßenhunde in Rumänien stammt schon

aus der Zeit des Kommunismus, d.h. es besteht bereits seit

Mitte der 70-iger Jahre. In Großstädten wie Bukarest setzten

die Menschen ihre Hunde auf die Straße, nachdem viele ihrer

Häuser abgebrochen wurden und sie gezwungen waren,

in Wohnblocks zu ziehen.

Bis zur Revolution im Jahre 1989 hatte die Polizei unter Mithilfe

speziell geschulten Personals Straßenhunde zu töten, sie

sogar auf der Straße zu vergiften. Aus Solidarität mit den

Straßenhunden und auch aus Protest gegen das kommunistische

Regime wurden Hunde von Menschen gefüttert, vor

den Hundefängern versteckt und sogar mit nach Hause genommen.

1993 und 1994 wurde das Problem der Straßenhunde öffentlich

diskutiert, und ich etablierte mit technischer Unterstützung

einiger ausländischer Tierschutzorganisationen die

Tierüberwachungsbehörde Bukarest (AAS). Die AAS sollte

die europäischen Programme für Straßenhunde umsetzen.

Die Arbeit begann mit einem Programm, das die Kastration

der Straßenhunde und deren anschließende Freilassung zurück

auf die Straße zum Ziel hatte. Die Hunde wurden gegen

Dr. Liviu Harbuz, Rumänien: “Ich danke Ihnen sehr für Ihre

Tollwut geimpft, entwurmt und gekennzeichnet (durch einen

V-förmigen Einschnitt im linken Ohr).

Die schwierige Wirtschaftslage, eine immer größer werdende

Armut der Bevölkerung und auch der Anstieg an Bissverletzungen

durch Straßenhunde (die in den Massenmedien

mit Fotos von gebissenen und verstümmelten Kindern und

getöteten älteren Menschen aufgebauscht wurden), führten

zu einer extrem gespaltenen öffentlichen Meinung.

Um die Bevölkerung von der Wirksamkeit eines Kastrationsprogramms

zu überzeugen, haben wir dann versucht, ein Pilotprogramm

in einigen Städten mit einer geringeren Anzahl

an Straßenhunden als Bukarest einzuführen. So führte der

Verein "Milioane de prieteni" in Brasov ein Programm durch,

das Kastration, Vermittlung und Unterbringung der Straßenhunde

in einem Tierheim umfasste.

Danach boten wir

unsere Hilfe bei der

Kastration von über

1000 Hunden in einem

Zeitraum von

nur einer Woche

an, um der Bevölkerung

zu demonstrieren,

dass dies

der richtige Weg

sei.

Kastration im Tierheim Brasov

Zu unserem Leidwesen wurde das Problem der Straßenhunde

von den Kandidaten für das Bürgermeisteramt

politisch ausgenutzt, indem sie versprachen, das

Problem innerhalb eines Monats nach den

Wahlen zu lösen - allerdings geschah

dann in der 44jährige Amtszeit

als Bürgermeister gar nichts

in dieser Richtung.

Viele Menschen und

Tierschutzorganisationen

führten weiterhin

diese umfassenden

Programme durch,

obwohl es sie enorme

Mühen kostete und sie

gelegentlich mit Leuten

konfrontiert waren,

die Straßenhunde zu

ihrem Vorteil nutzen woll-


Hilfe und Unterstützung!”

ten, indem sie die Hunde töteten oder

auf der Straße beließen.

Ich bin weiterhin der Ansicht, dass sich

das Problem der Straßenhunde nur lösen

lässt durch die Aufeinanderfolge

von Einfangen, Kastrieren, Impfen, Entwurmen,

Kennzeichnen und Registrieren.

Das Problem der Straßenhunde

lässt sich sicherlich nicht an einem Tag

lösen, aber in den Städten und Gemeinden,

in denen wir mit dem Programm

beginnen werden, muss systematisch

vorgegangen werden, um alle

Straßenhunde lebend einzufangen, zu

kastrieren, zu impfen, zu entwurmen,

zu kennzeichnen und zu registrieren.

Ich begrüße die Unterstützung und den

Enthusiasmus des Bundes gegen Missbrauch

der Tiere, der Rumänien mit all

seinen Schatten- und Sonnenseiten zur

Seite stehen will.

Ich danke Ihnen sehr für Ihre Hilfe und

Unterstützung”

Auf der bmt-Veranstaltung

wurde die EU-Resolution

von über 300 Gästen

verabschiedet

ÜBER DIE GEPLANTE

PHILIP MCCREIGHT

(Leiter) und Andrea Tümmel,

TASSO-Zentrale

“Das Registrieren von rumänischen

Straßenhunden ist als ein integraler Bestandteil

des bmt-Projektes zu verstehen,

um die Problematik in Rumänien in

den Griff zu bekommen. Die Registrierung

verfolgt hier vorerst - und das ist

der Unterschied zu Deutschland - nicht

das Ziel, entlaufene Tiere zurückzuvermitteln,

sondern soll einen Überblick

über bereits gekennzeichnete und registrierte

Hunde ermöglichen.

Dabei ist die Datenbank so flexibel,

dass auf spezifische Anforderungen des

Projektes einerseits und der besonderen

Situation in Rumänien andererseits eingegangen

werden kann. So ist es beispielsweise

überhaupt kein Problem, eine

bei einem Hund durchgeführte

Tollwutimpfung oder Kastration in der

Datenbank zu vermerken. Ein derart

datenbankgestütztes Vorgehen erlaubt

es somit, das Projekt übergreifend von

Anfang an zu begleiten, zu unterstützen

und den Erfolg des Projektes permanent

zu verfolgen.

In Deutschland hat Haustierregistrierung

eine lange Tradition. Vor über 25

Jahren entstand das TASSO- Haustierzentralregister

aus der Idee heraus,

dem damals noch regen Tierdiebstahl

durch Kennzeichnung und Registrierung

Einhalt zu gebieten. Mittlerweile hat

das größte Haustierregister Europas mit

Sitz in Hattersheim über 3,5 Millionen

Haustiere in der eigenen Datenbank registriert.

Pro Tag kommen durchschnittlich

1.200 Neuregistrierungen dazu.

T IERSCHUTZ-EVENT 2008

HAUSTIERREGISTRIERUNG

IN RUMÄNIEN

Was motiviert Tierhalter heute, ihr Tier

registrieren zu lassen? In Deutschland

entlaufen jährlich ca. 500.000 Tiere,

vornehmlich Hunde und Katzen. Die

meisten kommen nach relativ kurzer

Zeit von alleine zurück. Den anderen

kann durch die intelligente Kombination

von Kennzeichnung (= Tätowierung

oder Implantation eines Mikrochip

- beides durch den Tierarzt) und der

Erfassung der Tier- und Halterdaten

(= Registrierung bei TASSO) schnell

und unbürokratisch geholfen werden.

Projekt Rumänien

Die Registrierung bei TASSO kann einfach

und schnell - weil internetbasiert -

von jedem Ort der Welt erfolgen. Rumänisch

sprechende Mitarbeiter bei

TASSO sowie eine rumänische Variante

der TASSO-Homepage werden den Antragsteller

in wenigen Schritten durch

das Registrierungsformular führen. Eine

Übersicht über bereits registrierte Tiere

ist mittels eines speziellen Log-in jederzeit

für die Tierärzte und Projektverantwortlichen

vor Ort realisierbar”.

bmt-Auslandstierschutz 2009

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mt-Auslandstierschutz 2009

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CRISTINA LAPIS

Brasov (Rumänien), Vorsitzende von "Milioane

de prieteni"

AUS DEN REDEBEITRÄGEN:

"Seit zehn Jahren versuche ich, Straßenhunde zu retten. 1997

habe ich den Verein "Milioane de prieteni" gegründet. Es war

einer der ersten Tierschutzvereine in Rumänien nach der Revolution.

Die von den Behörden genannte Zahl an Straßenhunden ist

so hoch, dass es dafür keine Lösung zu geben scheint. Eigentlich

aber weiß keiner, wie viele Straßenhunde es in Rumänien

wirklich gibt. Die Hunde (und Katzen), und auch die

Haushunde, sind nämlich nicht registriert. Die Menschen füttern

die Hunde in ihrem Garten oder vor ihrem Haus, aber

sie fühlen sich für sie nicht verantwortlich, weil sie ihnen nicht

gehören.

1998 nahm ich in Bukarest an einer internationalen Konferenz

mit 29 Vereinen aus mehreren europäischen Ländern

wie Deutschland, Frankreich, Belgien und Groß-Britannien

teil. Man wollte die rumänischen Behörden dabei unterstützen,

alle Hunde in Bukarest zu kastrieren und wieder frei zu

lassen. Das Ganze wurde aber ein großer Reinfall, obwohl

einige Tierärzte wie der heute anwesende Dr. Liviu Harbuz

tausende Hunde kastrierten.

Da waren aber auch andere Tierärzte, die die Hunde nicht

Christina Lapis, "Milioane de prieteni": “Seit zehn Jahren

kastrierten, sich dafür aber bezahlen ließen. Und so brachten

angeblich kastrierte und gekennzeichnete Hunde Hunderte

von Welpen zur Welt. Andere wurden bei Einfangaktionen

getötet. Die Tierschutzvereine waren dann gegen

dieses Kastrationsprojekt. Und schließlich gaben alle auf,

weil dieses Projekt so schlecht organisiert war. Für die Behörden

war das der Beweis für die Undurchführbarkeit.

Abertausende Hunde wurden meist auf nicht humane Weise

getötet. Bukarest als Beispiel für andere Städte zu nehmen,

war angesichts der Größe dieser Stadt und der damit verbundenen

Organisationsprobleme keine gute Lösung. In einer

kleineren Stadt Brasov könnte es funktionieren…

Für mich war die Straße immer schon kein Platz für einen

Hund. Der Hund ist der beste Freund des Menschen und in

Rumänien gilt er seit Jahren als feindliches Wesen. Denn auf

der Straße stört er, manchmal verletzt er, weil er Hunger hat

oder krank ist - der Hund braucht aber einen Menschen, der

sich seiner annimmt, der sich um ihn kümmert.

1998 begann ich mit einem Tierheim für Straßenhunde, ohne

zu wissen, was ich eigentlich damit tat. Ich fing mit 30

Hunden an, und im Laufe der Jahre wurden es bis zu 900.

Zu Spitzenzeiten waren es bis zu 1200 Hunde. Der bmt half

mir, dieses Tierheim zu betreiben, und ohne die großzügige

Unterstützung deutscher Tierfreunde wären tausende Hunde

weiter umgebracht worden.

1998 kam es zu einem Treffen mit Brigitte Bardot, die damals

zum ersten Mal nach Rumänien gekommen war. Auch

sie sagte mir ihre Hilfe zu, und sie wurde mir eine gute Freundin.

Viele Hunde, die medizinisch betreut werden mussten,

brachte ich nach Frankreich, wo sie bei der Fondation Brigitte

Bardot Aufnahme fanden.

In unserem Tierheim sind alle Hunde kastriert.

In den zehn Jahren seit

dem Bestehen des Tierheims

wurden 8300

Hunde und 4600

Katzen kastriert,

2470 Hunde

konnten vermitteltwerden.

Das Projekt,

das wir nun

entwickeln


versuche ich, Straßenhunde zu retten.”

wollen, zielt darauf ab, zusammen mit der City Hall (Tötungsstation

Brasov) eine langfristige Lösung des Straßenhundeproblems

zu erreichen.

� Durch die Registrierung aller Hunde in Brasov wird erkennbar,

welche Hunde denn wirklich einen Besitzer haben.

� Die Kastrationspflicht wird ein erster Schritt sein, um die

Zahl der Welpen zu verringern. Viele der Straßenhunde wa-

DIE STRASSENHUNDPROBLEMATIK

UND DIE WILDTIERE

PETER SÜRTH

Ingenieur für Tier -und Wildtiermanagement

“In der Problematik und Diskussion geht

es speziell um streunende Haustiere,

insbesondere um Hunde. Aus meinem

beruflichen Arbeitsbereich des Wildtiermanagements

möchte ich diese Problematik

um den Aspekt "Schutz der Wildtiere"

erweitern.

Viele streunende, halb oder ganz verwilderte

Hunde haben Einfluss auf die

bestehende Wildtierpopulation. Davon

sind auch Tierarten, die einen besonderen

Schutzstatus haben, betroffen.

Zu diesen Tierarten gehören unter anderem

Wölfe, Braunbären und Luchse.

Tierarten, die in der Regel nur in kleinen

Populationen vorkommen und einen

großen Flächenbedarf haben.

Der Einfluss der Hunde kann sehr vielfältig

sein:

1) In erster Linie können Krankheiten

übertragen werden, weil die meisten

streunenden Hunde nicht geimpft sind.

Betroffen davon sind in erster Linie die

Wölfe, und selbst Bären können z.B. an

der Staupe erkranken.

2) Hunde, die sich im Wald oder auf

den Feldern selber ernähren, stellen eine

direkte Nahrungskonkurrenz für

Wölfe und Luchse dar.

3) Ein Hunderudel kann Wölfe direkt

angreifen und aus einem Revier verdrängen.

Ein verwildertes Hunderudel

stellt für Haustiere und Menschen ein

viel höheres Risiko dar als Wölfe.

4) Bei einer schwachen Wolfspopulation

können sich Wölfe mit Hunden

paaren, wodurch Hybriden entstehen.

Dadurch würde der genetische Pool der

Wölfe mit Hundegenen durchmischt

werden. Hybriden könnten schnell eine

stark reduzierte Scheu vor Menschen

entwickeln.

5) Wölfe tendieren dazu, einzelne

Hunde im Revier bzw. in Höhlennähe zu

vertreiben oder zu töten. Das Problem

liegt darin, dass Wölfe dazu übergehen

könnten, Hunde selbst als Nahrungsquellen

zu nutzen. Insbesondere dann,

wenn viele streunende Hunde vorkommen,

die eben auch Wildtiere jagen.

Was im ersten Moment sogar sinnvoll

erscheint, dreht sich im zweiten Moment

gegen die Wölfe um: Erstens könnten

dann auch Herdenschutzhunde gezielt

angegriffen werden, und zweitens versetzt

man so Wölfe in die Lage, Hunde

auch in den Dörfern und in den Gärten

als Nahrungsquelle zu nutzen. Beide

T IERSCHUTZ-EVENT 2008

ren einmal die Welpen jener Hunde, deren Besitzer gegen die

Kastration ihrer Hunde sind.

� Familien, die die Kosten einer Kastration nicht tragen können,

müssen wir finanzielle Unterstützung anbieten.

� Mit unserer Hilfe müssen die Hunde in der Umgebung von

Fabriken, Vereinen und Schulen kastriert und registriert werden.”

Verhaltensweisen sind im Wildtiermanagement

und in den Bemühungen,

dem Wolf wieder ein besseres Image zu

geben, extrem kontraproduktiv. Während

ein freier Hund eventuell noch fliehen

kann, hat ein Hund im Garten

kaum Chancen, zu entkommen.

Aus diesen Gründen halte ich akzeptable

Lösungen für das Straßenhundproblem

für extrem wichtig. Nicht nur für

die Sicherheit der Menschen und für die

Hunde selbst, sondern auch für die

Wildtiere und den damit verbundenen

Artenschutz und die Naturschutzbemühungen

in Europa.

Straßenhunde und verwilderte Hunde

sind ein rein menschliches Problem,

dass auch von uns Menschen und mit

uns Menschen mit tierschutzrechtlich

akzeptablen Maßnahmen in Angriff genommen

werden muss.”

www.derwegderwoelfe.de

www.human-wildlife.info

Das Recht der Tiere 1/2009

29


mt-Auslandstierschutz 2009

30

B UND GEGEN M ISSBRAUCH DER T IERE

LV Baden-Württemberg (www.tierschutz-bmt-bw.de)

Tierschutzzentrum Pfullingen

Leiter: Dr. Uwe Wagner

Leiterin (TH): Petra Zipp

Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen

Tel. (07121) 820 17 -0, Fax (07121) 820 17 -18

Kreissparkasse Reutlingen Kto. 75 7889 (BLZ 640 500 00)

LV Bayern (www.bmt-bayern.de)

Leiterin: Ewa Gara

Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München

Tel. (089) 38 39 52-13, Fax (089) 38 39 52-23

Postbank München Kto. 142 20-802 (BLZ 700 100 80)

LV Berlin (www.tierschutz-bmt-berlin.de)

Leiter: Dr. Jörg Styrie

Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin

Tel. (030) 43 65 58 63, Fax (030) 43 65 58 65

Postbank Berlin Kto. 9603-107 (BLZ 100 100 10)

LV Hamburg / Schl.-Holstein (www.franziskustierheim.de)

Geschäftsstelle: Tel. (040) 55 49 28-34, Fax -32

„Franziskus-Tierheim“, Tel. (040) 55 49 28 37

Leiter (TH): Frank Weber

Lokstedter Grenzstraße 7, 22527 Hamburg

Haspa Kto. 1049220799 (BLZ 200 505 50)

LV Hessen / Rheinland-Pfalz / Saarland

1. Geschäftsstelle u. Tierheim „Elisabethenhof“

(www.tierheim-elisabethenhof.de)

Leiter (Gst.): Mike Ruckelshaus, Tel. (06035) 96 11 11

Leiter (TH): Christian Werner

“Elisabethenhof”, Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim

Tel. (06035) 59 16, Fax (06035) 96 11 18

Frankfurter Sparkasse Kto. 5975 (BLZ 500 502 01)

2. Tierheim „Wau-Mau-Insel“ (www.wau-mau-insel.de)

Leiterin (Gst.): Petra Hollstein

Leiter (TH): Karsten Plücker

Schenkebier Stanne 20, 34128 Kassel

Tel. (0561) 86 15 680, Fax (0561) 86 15 681

Kasseler Sparkasse Kto. 70 700 (BLZ 520 503 53)

KONTAKT AUSLANDSTIERSCHUTZ

PETRA ZIPP

Auslandskoordinatorin, stellv. Vorsitzende des bmt

Koordination im Tierschutzzentrum Pfullingen

Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen

Tel. (07121) 820 17 -0, Fax (07121) 820 17 -18

KARIN STUMPF

Schriftführerin des bmt

Am Heiligenhäuschen 2, 50859 Köln,

Tel. (0221) 950 51 55,

Fax (0221) 950 51 57

KARSTEN PLÜCKER

Tierheimleiter der Kasseler “Wau-Mau-Insel”

Tierheim Wau-Mau-Insel

Schenkebier Stanne 20, 34128 Kassel

Tel. (0561) 86 15 680, Fax (0561) 86 15 681

Sonderkonto Ausland:

Rumänien und Ungarn

Frankfurter Sparkasse Kto. 847 275 (BLZ 500 502 01)

www.bmt-auslandstierschutz.de

ALLE LANDESVERBÄNDE, 8 TIERHEIME UND 10 GESCHÄFTSSTELLEN DES bmt

www.bmt-tierschutz.de

CRISTINA LAPIS

Rumänien, Tierheim Brasov

Strada Rovine Nr. 5, 500075 BRASOV

Tel. 0040 / 78 / 84 52 225

www.milioanedeprieteni.org

ADRIEN POLACEK UND FARKAS TAMAS

Ungarn, Tierheim Pecs

eMail: misina@t-online.hu

7691 Pecs, Somogy, Pajtas u. 17l

Tel. 0036 / 72 / 33 70 35

INES STEFAN

Ungarn, Projekt Kiskunhalas

www. halasi-tierheim.repage6.de

eMail:

stefan-i@pannonmail.hu

LV Niedersachsen

1. Geschäftsstelle u. Tierheim „Arche Noah“

(www.tierheim-arche-noah.de)

Leiterin (Gst): Anke Mory; Tel. (0170) 632 52 40

Leiter (TH): Stefan Kirchhoff,

Rodendamm 10, 28816 Stuhr/Brinkum

Tel. (0421) 890171, Fax 80 90 553

Kreissparkasse Syke Kto. 113 000 29 57 (BLZ 291 517 00)

2. “Katzenhaus Luttertal“, (www.katzenhaus-luttertal.de)

Luttertal 79, 37075 Göttingen

Leiterin: Monika Bossmann, Tel. (0551) 2 28 32

Postbank Hannover Kto. 732 223 06 (BLZ 250 100 30)

Mitglieder- und Spendenverwaltung durch das

Tierheim „Wau-Mau-Insel“ Kassel

3. Geschäftsstelle Norden

Leiter: Dieter Kuhn und Ursula Sottmeier

Nordbuscherweg 17, 26553 Dornum

Tel. (04933) 99 28 24, Fax (04933) 99 28 26

Tierheim Hage (www.tierheim-hage.de)

Hagermarscher Str. 11, 26524 Hage

Tel. (04938) 4 25, Fax (04938) 91 49 90

Raiffeisen-Volksbank Fresena e.G. Norden

Kto. 6302020300 (BLZ 283 615 92)

LV NRW

1. Geschäftsstelle u. Tierheim Dellbrück

(www.tierheim-koeln-dellbrueck.de)

Leiterin (Gst): Sylvia Bringmann , Leiter (TH): Bernd Schinzel

Iddelsfelder Hardt, 51069 Köln

Tel. (0221) 68 49 26, Fax (0221) 68 18 48

Postbank Köln Kto. 924 02-505 (BLZ 370 100 50)

2. Geschäftsstelle Issum (www.bmt-nrw.de)

Leiterin: Dagmar Weist

Drosselweg 15, 47661 Issum

Tel. (02835) 44 46 97, Fax (02835) 44 46 99

Sparkasse am Niederrhein

Kto. 111 500 2063 (BLZ 354 500 00)



Ich übernehme eine

IHRE HILFE KOMMT AN!

Über die bmt-Tierheime werden freundliche und sozialverträgliche Hunde

aus unseren Partnertierheimen vermittelt. Oft sind es auch Notfälle, die

unter den harten Tierheimbedingungen vor Ort nicht überlebt hätten oder

ältere Hunde, denen liebevolle Tierfreunde einen schönen Lebensabend

ermöglichen wollen.

So können Sie helfen:

- Nehmen Sie einen rumänischen oder ungarischen

Tierheimhund bei sich auf

- Spenden Sie projektbezogen:

20 Euro kostet z.B. die Kastration

einer Hündin

- Übernehmen Sie eine Patenschaft

(ab 15 Euro). 15 Euro im Monat

sichern das Überleben eines Straßenhundes.

I HRE H ILFE

Patenschaften retten

Hundeleben

PATENSCHAFT

Patenschaft für einen rumänischen Hund von ....................... Euro.

Patenschaft für einen ungarischen Hund von ....................... Euro.

Name:............................................ Vorname:.......................................... E-Mail-Adresse:.............................................

PLZ und Ort:....................................................... Straße und Hausnr.:............................................................................

Telefon:............................................................... Datum:.............................. Unterschrift:.............................................

Ich richte einen Dauerauftrag ein auf das Sonderkonto Ausland, "Rumänien und/oder Ungarn",

Frankfurter Sparkasse, Konto 847 275, BLZ 500 502 01

Einzugsermächtigung (wenn gewünscht). Ich ermächtige den Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V.

die Beiträge bis auf Widerruf von meinem Konto einzuziehen.

Mein Mitglieds- /Förder-/ Auslandstierschutz-/ Patenschaftsbeitrag beträgt .................................. Euro pro Monat.

Die Abbuchungen sollen erfolgen: jährlich halbjährlich vierteljährlich monatlich

BLZ: ................................................. Name der Bank: .............................................. Kontonummer: .............................................

Konto-Inhaber: .................................................................................... Geburtsdatum (wichtig bei Bankeinzug): ......................................

Telefon (f. evtl. Rückfragen): ....................................................................... Unterschrift: .......................................................................

Bei fehlender Kontodeckung besteht seitens der Bank keine Verpflichtung zur Einlösung. Teileinlösungen werden nicht vorgenommen.

Bitte Coupon ausschneiden und frankiert an das Tierschutzzentrum Pfullingen senden.

Das Recht der Tiere 1/2009

31


„AUSLANDSTIERSCHUTZ im bmt 2009“ – Infopost – Entgelt bezahlt

Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.

Als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt

Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar

Tierschutzzentrum Pfullingen, Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen

Tel. (07121) 820 17 - 0, Fax (07121) 820 17 - 18

VOM SCHATTEN INS LICHT

Hier wird ein

rumänischer

Straßenhund

von Hundefängernaufgegriffen.

Helfen Sie uns,

dass solche

Szenen endlich

und endgültig

der Vergangenheit

angehören - mit

Ihnen können wir es schaffen,

Straßenhunden zum Glück zu

verhelfen.

Lassen Sie uns gemeinsam für dieses Ziel kämpfen:

Auch Straßenhunde haben ein Recht auf Leben!

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