Rdt 2 2003 - Bund gegen Missbrauch der Tiere ev

bmt.tierschutz.de

Rdt 2 2003 - Bund gegen Missbrauch der Tiere ev

Nr. Nr.

2 Mai 2003

DAS RECHT DER TIERE

PROTEST GEGEN TIERTRANSPORTE

Die große

bmt-Kampagne

PROJEKT RUMÄNIEN

bmt STARTET

RETTUNGSAKTION

ZIRKUS

HALTUNGSVERBOT

FÜR EXOTISCHE TIERE?

URLAUBSZEIT

REISEBESTIMMUNGEN

FÜR HAUSTIERE

WER HILFT?

TIERE IN NOT

BUND GEGEN MISSBRAUCH DER TIERE E.V.


Das Recht der Tiere 2/2003

2

I NHALT

I NHALT

Inhaltsverzeichnis / Impressum 2

EDITORIAL 3

TITELTHEMA 4

bmt-Kampagne gegen Tiertransporte

GROßE HILFSAKTION IN RUMÄNIEN 8

Internationale Rettungsaktion von Straßenhunden

TIERSCHUTZPOLITIK 11

Bald Haltungsverbot für exotische Tiere im Zirkus?

AKTUELL 12

Athen: Vergiftung von Streunern geplant?

AUS UNSERER ARBEIT 15

Erfolg: Haltungsbedingungen für Pelztiere verschärft

URLAUB MIT HAUSTIEREN 16

Einheitliche Reisebestimmungen in der EU

WISSENSWERTES 20

Zahl der Versuchstiere steigt weiter an!

AUS DEN GESCHÄFTSSTELLEN UND TIERHEIMEN

LV Hessen Unterbesetzte Veterinärämter 21

Tierheim Hage Bellas Rettung 22

LV Niedersachsen Tier-Notstandsmeldungen 23

TH “Wau-Mau-Insel” Esther und Phil warten auf Sie 24

Katzenhaus Luttertal Katzen suchen ein Zuhause 25

TH Köln-Dellbrück Hunde-Spaziergänger 26

Franziskus-Tierheim Aufbruch in ein neues Leben 28

TH “Arche Noah” Notfälle aus dem Tierheim 29

TIERE IN NOT Wer hilft ? 30

ANSCHRIFTEN / Internetadressen der Geschäftsstellen 34

HAPPY END Agathe und ihre neue Freundin 35

Beitrittserklärung 36

Protest gegen Tiertransporte

Ihre Stimme zählt

Projekt Rumänien

Unterstützen Sie unsere

Rettungsaktion

Urlaub mit dem Vierbeiner

Haustiere reisen leichter in der EU

E INLADUNG

Einladung zur Jahreshauptversammlung

des Bundes gegen Missbrauch der Tiere e. V. (bmt)

am Sonntag, 15. Juni 2003, 13.00 Uhr,

im Kulturzentrum "Gasteig" (Vortragssaal der Bibliothek), Rosenheimer Straße 5, 81667 München

1. Eröffnung und Begrüßung

2. Feststellung der Tagesordnung

3. Tätigkeitsbericht der Bundesvorsitzenden

4. Kassenbericht des Schatzmeisters

5. Bericht der Rechnungsprüfer

Tagesordnung:

6. Entlastung des Vorstandes und der Geschäftsstellen

7. Vorstellung neuer Geschäftsstellenleiter/innen

8. Rückblick auf die Jubiläumsveranstaltungen

"50 tierische Jahre" des bmt

9. Verschiedenes


AUF EIN WORT…

Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde!

Mitte März erreichte uns die erschreckende Nachricht, dass auf einem Werksgelände einer

Tochtergesellschaft des Autoherstellers Renault in Rumänien Hunde auf grausame Weise getötet

werden. Bisher hatten sie unbehelligt auf dem großen Gelände gelebt und waren von

Mitarbeitern gefüttert worden. Der bmt protestierte umgehend bei Renault in Frankreich und

startete eine Rettungsaktion. Lesen Sie, was unsere Mitarbeiter vor Ort erlebt haben und welche

Lösungen in Zusammenarbeit mit rumänischen Tierschützern gefunden wurden.

Unter dem Motto "Da spielen wir nicht mit" starten wir mit dieser Ausgabe des RDT unsere

Aktion gegen tierquälerische Schlachttiertransporte. Immer noch werden Millionen von Tieren

kreuz und quer durch Europa gefahren und teilweise sogar bis weit über die Grenzen der EU

hinaus. Die Tiere leiden bei diesen Transporten unvorstellbare Qualen. Oftmals kommen sie

am Zielort mehr tot als lebendig an. Was Tierschützer seit langem beklagen, scheint die

Politiker nur wenig zu interessieren. Statt wirksame Maßnahmen zu ergreifen, werden nur

geringfügige Korrekturen beschlossen und die Tiere leiden weiter. Mit unserer Kampagne "Da

spielen wir nicht mit" (s. Poster) machen wir deutlich, dass wir mit aller Kraft gegen diese

europäische Kulturschande kämpfen werden.

Bitte nutzen Sie die beigefügte Protestkarte an EU Verbraucherkommissar David Byrne und

unterstützen Sie unser Anliegen auf eine Transportzeitbegrenzung bei internationalen

Transporten auf maximal 8 Stunden und die Schlachtung am nächstgelegenen Schlachthof.

Denken Sie bitte auch bei Ihrem Einkauf daran, regional erzeugte Produkten den Vorzug

gegenüber Produkten unbekannter Herkunft zu geben. Unterstützen Sie durch Ihre

Kaufentscheidung Landwirte, die den Tierschutz ernst nehmen. Sie wissen ja: Unsere Tierliebe

darf nicht bei unseren Haustieren aufhören.

In tierschützerischer Verbundenheit,

Ihre

WIR BRAUCHEN IHRE HILFE!

Jutta Breitwieser

Bundesvorsitzende

E DITORIAL

Das Recht der Tiere 2/2003

3


Das Recht der Tiere 2/2003

4

T ITELTHEMA

Über 360 000 Millionen Tiere, Rinder,

Schweine, Geflügel, Pferde, Schafe und

Esel, werden jährlich transportiert. Unvorstellbar

die Qualen, die Misshandlungen

und das Leid, das diese für die

Schlachtung bestimmten Tiere auf ihren

endlosen Fahrten quer durch Europa

und darüber hinaus erdulden müssen.

Schluss mit diesem sinnlosen Leid fordert

der Bund gegen Missbrauch der

Tiere seit langem. Auch die Bundesregierung

und die Öffentlichkeit lehnen

die grausame Transportpraxis ab; denn

noch fördert die EU den Export lebender

Tiere nach wie vor mit gewaltigen

Subventionen.

Um erneut Druck auf die europäischen

Politiker auszuüben, hat der bmt eine

Kampagne gegen die grausamen

Schlachttiertransporte gestartet. Unter

dem Motto "Da spielen wir nicht mit!"

kämpfen wir gemeinsam mit allen europäischen

Tierschutzverbänden für eine

komplette Streichung der Exporterstattungen

und für die Beendigung der

Langzeittransporte. Kämpfen Sie mit

uns. Protestieren Sie gegen diese unhaltbare

Praxis. Unterstützen Sie unsere

Kampagne gegen Tiertransporte.

Die meisten Transporte sind überladen -

Tiere trampeln sich zu Tode

DA SPIELE

Tiertransporte - der Dauerbrenner unter

den Tierschutzthemen

Seit Entstehung des gemeinsamen Binnenmarktes der EU,

aber auch mit fortschreitender Verflechtung der internationalen

Märkte, werden Zucht- und Schlachttiere überall

dorthin gefahren, wo sie die höchsten Renditen versprechen.

Nicht selten werden in Holland geborene Ferkel in

Deutschland gemästet und anschließend nach Italien verfrachtet,

um dort zu Parma-Schinken verarbeitet zu werden.

Kälber aus Groß-Britannien werden in Frankreich aufgezogen

und in Spanien geschlachtet. Das Fleisch gelangt dann

unter Umständen wieder in Kühlwagen nach England zurück.

Dies sind nur einige Beispiele zum Transport von Tieren

innerhalb der EU. Wie verflochten die Transportwege

tatsächlich sind, wurde bei den BSE- und den MKS-Skandalen

der letzten Jahre besonders deutlich. Die Seuchen

breiteten sich besonders entlang der Transportrouten aus.


Nach Einschätzung von Fachleuten

werden die Transporte innerhalb der

Europäischen Union durch die EU-Erweiterung

weiter drastisch zunehmen.

Denn das Wirtschafts- und Lohngefälle

innerhalb Europas wird den Transport

von Tieren weiter fördern.

Schlimmer noch als die Transporte innerhalb

der EU sind aber die Transporte

lebender Tiere, zumeist Rinder, über

die europäischen Grenzen hinaus -

zum Beispiel bis nach Afrika oder in

den Nahen Osten. Sinn dieser Transporte

ist es, die Union von der enormen

Rindfleisch-Überproduktion zu entlasten.

Um das Preisniveau zwischen dem

EU- und dem niedrigen Weltmarktpreis

Unterstützen Sie

unseren Protest

gegen Tiertransporte

auszugleichen, werden den Transporteuren

so genannte Exporterstattungen

gezahlt. Teilweise wurden bis zu 580

Euro pro Tier gezahlt. Auch wenn derzeit

die durchschnittliche Exporterstattung

bei etwa 250 Euro liegt, ist der Anreiz

noch immer groß genug, um

300.000 Rinder lebend aus der EU zu

exportieren. Neben Frankreich und Irland

gehört Deutschland zu den größten

Exporteuren von Rindern.

Ladedichten, Transportzeiten,

Erholungspausen

- viele Vorschriften werden

ignoriert!

Stichprobenartige Kontrollen der

T ITELTHEMA

Die große bmt-Kampagne

N WIR NICHT MIT

Schlachttiertransporte deckten fast regelmäßig

Verstöße gegen gesetzliche

Bestimmungen auf. Viele Transporte

sind nach wie vor hoffnungslos überladen.

Die Tiere trampeln sich gegenseitig

zu Tode, verletzen sich schwer oder

ersticken qualvoll. Spezialfahrzeuge,

auf denen die Tiere angeblich getränkt

werden können, sind mit defekten

Tränke- und Belüftungseinrichtungen

über 20 Stunden und länger unterwegs.

Das Personal ist nicht oder unzureichend

ausgebildet und die Transportpapiere

sind oft gefälscht. Die

vorgeschriebenen Transportpläne über

Fahrtrouten, Ruhezeiten und die Möglichkeit

zum Füttern und Tränken fehlen

oftmals vollständig, die Ruhezeiten

Das Recht der Tiere 2/2003

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Das Recht der Tiere 2/2003

6

T ITELTHEMA

werden ohnehin nicht eingehalten. Entgegen

den Bestimmungen stehen

Transporte stundenlang an den Grenzen

herum, weil das Personal für die

beschleunigte Abfertigung nicht da ist.

Die schwimmende Hölle

Viele Schiffe, die zum Transport von

Tieren eingesetzt werden, sind zu diesem

Zweck völlig ungeeignet. Dies ist

das Ergebnis einer Untersuchung von

Schiffen im Mittelmeerraum, die von

der EU-Kommission in Auftrag gegeben

wurde. Insbesondere die schiffseigenen

Rampen bergen so hohe Verletzungsrisiken

für Tiere, dass eine weitere

Nutzung der Schiffe nicht vertretbar ist,

so lange diese Mängel noch weiter bestehen.

Inzwischen sind Schiffe, die noch nicht

einmal den Bestimmungen der EU-

Transportrichtlinie entsprachen, auf eine

Negativliste gestellt worden. Speditionen

dürfen solche Schiffe für

Tiertransporte nicht mehr benutzen.

Durch diese Maßnahme ist aber keinesfalls

ein tiergerechterer Transport

gewährleistet, denn es besteht die Gefahr,

dass die Transporteure auf Schiffe

ausweichen, die bisher nicht kontrolliert

wurden und unter Umständen

noch schlechter sind als die bisher

überprüften.

Kaum Verbesserungen in

Sicht!

Trotz dieser skandalösen Zustände hat

die EU nicht den Mut, durchgreifende

Maßnahmen zu erlassen und die

Transportzeit auf maximal 8 Stunden zu

begrenzen. Viele Länder, wie Deutschland,

England, Dänemark, Finnland,

Schweden und Österreich sprechen

sich zwar für eine solche Regelung aus,

andere Länder wie Italien, Portugal,

Spanien und Griechenland wehren sich

aber vehement gegen Transportzeitbegrenzungen.

Aufgrund der unklaren

Mehrheiten lehnte EU-Kommissar David

Byrne kürzlich die Beschränkung

der Tiertransportzeiten und der Fahrtstrecke

auf 500 km ab. Seine Begrün-

FÜR DIE TIERE UNTERWEGS: ANIMALS ANGELS

Animals Angels engagiert sich weltweit zum Schutz der Tiere auf Transporten

und Tiermärkten. Die Organisation, die mehrfach mit Tierschutzpreisen

ausgezeichnet wurde, kämpft für die Beendigung der qualvollen Tiertransporte.

Mitarbeiter folgen europaweit den Tiertransportern, um bei Verstößen sofort

Behörden einzuschalten und die Tiere versorgen zu können. 1998 von Christa

Blanke gegründet, möchte die internationale Organisation eine stärkere Sensibilisierung

der Öffentlichkeit für das Thema Tiertransporte erreichen. Über die

Notrufhotline 0180/ 505 12 34 können Bürger wichtige Beobachtungen zu aktuellen

Missständen auf Tiertransporten (Fahrzeug, Tiere, Standort etc.) weitergeben.

Animals Angels e.V., Bismarckallee 22, 79098 Freiburg

Tel: 0761/ 292 66 01; www.animals-angels.de

dung, "damit wäre dem Tierschutz nicht

geholfen"; auch der Wissenschaftliche

EU-Ausschuss für Tierschutzfragen

hätte sich dagegen ausgesprochen, so

dass mit entsprechender Blockade des

Vorschlages im Ministerrat zu rechnen

gewesen wäre.

David Byrne wird sich, so unsere Einschätzung,

an die Empfehlung des

Ausschusses für Tierschutzfragen halten.

Statt durchgreifender Maßnahmen

sollen lediglich die Ruhezeiten für Rinder

und Schweine verlängert werden.

Diskutiert wird auch, die Transportintervalle

für Rinder zu verkürzen und die

Ladedichte zu verringern. Außerdem

wird Handlungsbedarf beim Be- und

Entladen der Tiere, der Ausbildung der

Fahrer und der Kontrollen festgehalten.

"Da spielen wir

nicht mit!" -

Die große Kampagne

des BMT

Mit derartigen kosmetischen Maßnahmen

ist der Problematik der qualvollen

Schlachttiertransporte nicht zu begegnen.

Die Vergangenheit hat gezeigt,

dass selbst mehrseitige Regelwerke einen

"schonenden" Transport nicht gewährleisten

können! Gesetze, Richtlinien

und Verordnungen zur Durchführung

von Ferntransporten können

lediglich Symptome bekämpfen. Die

Ursachen von Schmerzen, Leiden und

Schäden, die den Tieren bei den Transporten

zugefügt werden, können durch

Rechtsvorschriften aber nicht abgestellt

werden .

Durchgreifende Maßnahmen wie eine

Transporttiere erdulden unsagbare Qualen

Transportzeitbegrenzung auf maximal

8 Stunden und die Schlachtung von

Tieren am nächstgelegenen Schlachthof

sind seit langem überfällig. Um unseren

Forderungen Nachdruck zu verleihen,

startet der bmt mit dieser

Ausgabe "Das Recht der Tiere" seine

Kampagne gegen Tiertransporte unter

dem Motto: "Da spielen wir nicht mit!"

(Siehe hierzu auch unser neu gestaltetes

Poster im Mittelteil des Heftes). Wir

spielen nicht mit, wenn es darum geht,

mit Subventionen eine Tierquälerei ungeheuren

Ausmaßes zu finanzieren!

Wir spielen nicht mit, wenn Tiere aus

Profitgier quer durch Europa und darüber

hinaus bis nach Afrika und in den

Nahen Osten transportiert werden.

Unterstützen Sie uns bei dieser

wichtigen bundesweiten Kampagne.

Nutzen Sie unsere Protestkarte

in dieser Ausgabe und

schicken Sie sie an den für Tierschutz

verantwortlichen EU-Kommissar

David Byrne. Jede Stimme

zählt. Jede Stimme ist ein

Nein zu einer unhaltbaren Praxis

im vereinten Europa.

Text: Dr. Jörg Styrie

Fotos : Animal Angels


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Das Recht der Tiere 2/2003

8

R UMÄNIEN

Mioveni (bei Pitesti) ist ein

kleiner Ort in den Karpaten.

Dort hat die rumänische Automarke

Dacia, eine Tochtergesellschaft

des französischen

Renault-Konzerns, ihr Hauptwerk.

Bis vor kurzem lebten

auf dem Firmengelände unbehelligt

Hunde, die von den Arbeitern

gelegentlich gefüttert

wurden. Doch eines Tages

spielt sich zwischen den Fertigungsanlagen

ein Horrorszenario

ab: Hunde werden mit

Stöcken zu Tode geprügelt, andere

qualvoll vergiftet.

Augenzeugen berichten Anfang

März deutschen und ausländischenTierschutzorganisationen

von den grausamen

Tötungen, die auf Veranlassung

der Geschäftsleitung geschehen

sein sollen. Die Begründung

der Firmenmanager:

Der Mutterkonzern in

Frankreich störe sich an den

vielen wildlebenden Hunden

auf dem Werksgelände und

hätte sofortiges Handeln verlangt.

Der Bund gegen Missbrauch

der Tiere protestiert

scharf bei Renault und nimmt

Kontakt zu Cristina Lapis, Leiterin

einer rumänischen Tierschutzorganisation

in Brasov,

auf. Deren Tierheim mit über

700 Hunden wird bereits vom

bmt unterstützt. Gemeinsam

soll eine Lösung gefunden

werden, die vom Unternehmen

mitgetragen wird.

Die bmt-Mitarbeiterin Claudia

Lotz hat die ersten 15 Hunde

auf ihrer Reise von Rumänien

nach Straubing (bei

München) begleitet. Ihr Bericht:

Ehepaar Lapis: alle Kraft für den Tierschutz

bmt startet große Rettungsaktion

LANGER WEG IN EINE

UNTERSTÜTZEN SIE UNSER HOFFNUNGSVOL

Einer von derzeit 700 Hunden im Tierheim in Brasov

21. April: Das Flugzeug landet am

Nachmittag in Bukarest, der Hauptstadt

Rumäniens. Ich werde von einem

Mitarbeiter der "Asociatia de Protectie a

Animalelor" abgeholt. Leiterin dieser

über die Grenzen Rumäniens hinaus

bekannten Tierschutzorganisation ist

die in Brasov geborene Cristina Lapis.

Sie ist mit einem französischen Konsul

verheiratet und Freundin der Tierschützerin

Brigitte Bardot.

Schon auf dem Weg nach Brasov, der

zweitgrößten Stadt des Landes, fallen

mir neben dem ungeheuren Ausmaß

der Armut der Bevölkerung die vielen

streunenden Hunde auf, die sehr dünn

und oft auch verletzt sind. Immer wieder

liegen überfahrene Hunde am

Straßenrand und gleichermaßen schockierend

ist der Anblick der Pferdegespanne.

Die meisten Pferde sind so

stark unterernährt, dass die Rippen von

der Schulter bis zur Kruppe sichtbar

sind. Oft schlagen die Männer roh auf

Kopf und Hals der Tiere ein. Später erfahre

ich, dass die Behandlung der

Pferde zu den größten Tierschutzproblemen

des Landes zählt.

In Brasov, der ehemaligen deutschen

Kronstadt am Fuße der Karpaten, ist

Schwerpunkte der Rettungsaktion:

1. Kastration der Hunde mit finanzieller und personeller

Unterstützung des bmt

2. Aufklärung der Arbeiter des Autowerks über die dringende

Notwendigkeit von Kastrationen, um langfristig die

weitere Vermehrng der Tiere zu verhindern

3. Transport weiterer Hunde aus dem Tierheim in Brasov, um

sie in Deutschland in liebevolle Hände zu vermitteln und

gleichzeitig Platz für

den vorübergehenden

Aufenthalt der

"Renault-Hunde" zu

schaffen.


NEUE ZUKUNFT

LES UND ZUKUNFTSWEISENDES PROJEKT IN RUMÄNIEN

die Hundedichte noch größer als von

mir erwartet. Überall streifen verwahrloste

kleine, große, junge und alte

Hunde hungrig um die Häuserblocks,

suchen nach Essbarem, rennen gefährlich

dicht zwischen fahrenden

Autos über die Straße oder suchen

Schutz an Mauern.

22. April: Früh am Morgen fahren

Cristina Lapis, ihr Mann, zwei ihrer Mitarbeiter

und ich Richtung Pitesti hinauf

in die Berge. Wir haben einen Termin

mit Gheorghe Poppa, dem Direktor des

Automobilherstellers Dacia. Der kleine

Ort liegt in den Karpaten, dem landschaftlich

reizvollen Höhenzug Rumäniens.

In dichten Wäldern, an schrofffen

Felsen und kargen Hängen leben

Adler, Luchse, Bären, Wölfe und Wildgänse

- Tiere "von großem Jagdwert",

wie Touristenprospekte der Region werben.

Wir sind mit zwei Wagen unterwegs,

um verletzte Hunde vom Werksgelände

mit ins Tierheim nach Brasov nehmen

zu können. Doch die Geschäftsführung

lehnt unseren Vorschlag mit der Begründung

ab, den Arbeitern gehörten

die Hunde und dürften nicht ohne Einwilligung

vom Gelände geholt werden.

Diese Erklärung entspricht, wie wir später

im Gespräch mit Arbeitern des

Unternehmens erfahren, nicht der

Wahrheit. Im Gegenteil ist den Leuten

bei Verlust ihres Arbeitsplatzes untersagt,

die Hunde zu füttern.

Cristina Lapis unterbreitet dem Direktor

eine langfristige Lösung des Pro-

blems. Alle Hunde, die auf dem abgeschlossenen

Gelände leben, sollen im

Tierheim in Brasov kastriert und bis dahin

von der Firmenleitung versorgt werden.

Den Transport der Hunde, die

nach der Kastration wieder auf ihre angestammten

Plätze gebracht werden

sollen, übernimmt der Konzern. Diese

Bedingungen werden vertraglich festgehalten.

Man verabredet ein erneutes

Treffen, damit Cristina Lapis die Arbeiter

von Dacia von der Notwendigkeit

des Vorhabens überzeugt. Nach

dem Gespräch wird uns überraschender

Weise gestattet, über das riesige

Werksgelände zu fahren und - falls

möglich - Hunde einzufangen. Es gelingt

uns nicht; die Vierbeiner verstekken

sich, wenn sich

ihnen Menschen

nähern, sie flüchten,

sie lassen trotz

ihres großen Hungers

das angebotene

Futter stehen.

Manche haben

blutverkrustete

Kopfverletzungen.

23. April: Heute

Abend wollen wir

gegen 21.00 Uhr

mit 15 ausgewählten

Straßenhunden

aus dem Tierheim

in Brasov die lange

Rückreise über Ungarn nach Deutschland

antreten. Arpad Lukacs und seine

Frau Gabi, Leiter des BMT-Tierheimes

im ungarischen Ikervar (bei Sarvar),

sind schon seit Tagen in der Stadt, um

alle Formalitäten (gültige Impfpässe

der Hunde, Ausfuhr- und jeweilige Einfuhrgenehmigung,

genaue Dokumentation

der Reise mit Begründung in verschiedenen

Sprachen etc.) für den

Transport zu erfüllen.

Wir treffen uns im Tierheim in Brasov,

das von der "Asociatia de Protectie a

Animalelor" unterhalten wird. Als

Marianna mit gerettetem Welpen

A USLANDSTIERSCHUTZ

Cristina Lapis und ihre Mitarbeiter vor

5 Jahren begannen, diesen ehemaligen

Schweinestall zum Tierheim auszubauen,

hatten die Gebäude keine Dächer,

es fehlte Wasser und Elektrizität.

Heute leben über 700 Straßenhunde in

großzügigen Außengehegen. Die Hunde

werden in großen Gruppen gehalten,

wobei die 17 Mitarbeiter sorgfältig

auf Zusammensetzung der Rudel achten,

um tödliche Rangkämpfe zu vermeiden.

Zwei Tierärzte arbeiten im

Tierheim, das außer Büro, Futterküchen

und Lagerräumen bald über eine

moderne Quarantäne verfügen wird.

Die Quarantäne wird vom BMT finanziert;

der Bau soll im Sommer abgeschlossen

sein. Die Ernährung der

Der Hunger ist schließlich größer als die Furcht

Hunde sichernder bmt und die Französin

Brigitte Bardot mit regelmäßigen

Futterspenden; Medikamente und Praxisausstattung

stammen von Dr. Monika

Koller, die sich seit Jahren für den

BMT in Rumänien engagiert.

Sobald wir Besucher an die Zwinger

treten, bricht ein wahrer Freudentaumel

aus. Die Hunde winseln, lecken unermüdlich

die liebkosenden Hände

und legen ihre Köpfe mit den warmen

Bernsteinaugen schräg, als wollten sie

genau verstehen, was da gesprochen

wird. Es ist erstaunlich, wie sich diese

Das Recht der Tiere 2/2003

9


Das Recht der Tiere 2/2003

10

A USLANDSTIERSCHUTZ

Gut versorgt auf langer Fahrt von Gabi Lukacs

Hunde, die vom Menschen kaum mehr

als Ablehnung und Härte erfahren haben,

eine derartige Sanftmut und

Freundlichkeit bewahren konnten.

"Hier leben Hunde", sagt Cristina Lapis,

"deren Schicksale so unendlich traurig

sind - und doch wollen diese Tiere

nichts anderes als enger Freund des

Menschen sein."

Gegen Abend rüsten wir zum Aufbruch.

Die 15 Hunde, die in unserem

extra ausgestatteten Transportwagen

mit separaten Boxen reisen, sind ganz

ruhig und geduldig. Wir haben fast

900 km bis zur ungarischen Grenze vor

Funktionierende Gruppenhaltung ...

uns. Die Straßenverhältnisse sind

schlecht, Schlaglöcher, kaum Markierungsstreifen,

scharfe S-Kurven, die

sich in die bergige Höhen schlängeln,

wieder abfallen - und dann setzt plötzlicher

starker Regen ein. Gegen Morgen

erreichen wir die rumänisch/ungarische

Grenze, endlich lässt auch der

Regen nach und die Sonne geht auf.

Die Formalitäten dauern über 3 Stunden,

es müssen weitere Dokumente

ausgefüllt und von Zöllnern und Veterinären

extra bestätigt werden. Am

Nachmittag können wir in Ikervar im

BMT-Tierheim die Hunde ausladen und

bis zur nächsten Etappe ausruhen lassen.

25. April: Nach zügiger Fahrt an

diesem wunderschönen

Frühlingsmorgen

taucht vor uns um die

Mittagszeit die ungarisch/österreichische

Grenze auf. Die

Veterinärin auf der österreichischen

Seite beanstandet die Papiere, obwohl

BMT-Mitarbeiter Arpad Lukacs langjährige

Erfahrung in Grenzübertritten mit

Hunden hat. Doch schließlich lässt sie

uns weiterfahren und, damit ist das

letzte Hindernis genommen, der Raum

München rückt näher. Gegen 20.30

sind wir am Ziel und laden die Hunde

aus. Schon als wir die Wagentüren öffnen,

hören wir das eifrige Schwanzwedeln

unserer Reisegefährten.

26. April: Dr. Monika Koller untersucht

die Hunde, sie sind alle gesund,

und freut sich, dass die Tiere schon jetzt

soviel Zutrauen zum Menschen zeigen.

Nun steht einer Vermittlung in sehr liebevolle

Hände nichts mehr im Weg.

Wer sich für unsere Hunde aus Rumänien

(z.B. Bild oben) interessiert, wird

wunderbare Gefährten in ihnen finden.

Kontakt: Petra Zipp, LV Hessen, Tel.:

06035 - 5916. Auch im Internet unter

www.bmt-tierschutz.de.

Text und Fotos: Claudia Lotz

Der bmt unterstützt die Tierschutzorganisation von Christina

Lapis. Die Kastration der Hunde ist die einzige Chance, die Verelendung

künftiger Hunde-Populationen zu verhindern. Doch

unser Projekt wird langfristig nur erfolgreich sein, wenn wir die

Chance haben, die Bevölkerung von der Notwendigkeit von

Kastrationen zu überzeugen.

Bitte unterstützen Sie unsere wichtige und zukunftsweisende Arbeit

in Rumänien mit einer zweckgebundenen Spende

Stichwort Rumänien

Sonderkonto: HypoVereinsbank Kto. 35 94 68 29

BLZ 700 202 70

Außerdem suchen wir für den Einsatz in Rumänien

� erfahrene Tierärzte für das geplante Kastrationsprojekt

� sichere Autofahrer, die einen Hundetransport von Rumänien

nach Deutschland übernehmen.

.... die Tierheim-Hunde sind sanft und verträglich


DER bmt FORDERT:

Bären sitzen auf dem Fahrrad

und Elefanten stehen Kopf -

für die meisten Besucher ist

der Zirkus eine Welt voller

Abenteuer, in der "dressierte"

Wildtiere atemberaubende

Kunststücke aus freiem Willen

vorführen. Eine Illusion, hinter

der sich unvorstellbares Leid

verbirgt.

Denn jenseits von Applaus und Öffentlichkeit

fristen die Zirkustiere ein

elendes Dasein in einer Umgebung,

die keines ihrer arttypischen Bedürfnisse

auch nur im Ansatz erfüllt. Enge

Käfigwagen, Kettenhaltung, fehlende

Sozialkontakte, Einsamkeit, Hunger,

der Stress langer Transporte und tierquälerische

Ausbildungsmethoden -

das sind die Lebensumstände, unter

denen gerade exotische Wildtiere in

Gefangenschaft leiden und deshalb

früh sterben. Seit Jahren kämpfen der

bmt und andere Tierschutzorganisationen

für ein Haltungsverbot insbesondere

exotischer Wildtiere im Zirkus.

Schweden, Finnland und Österreich

haben exotische Wildtiere längst

aus dem Zirkus verbannt, nicht so

Deutschland. Doch jetzt kommt aus

Hessen ein hoffnungsvoller Vorstoß,

den der bmt mit allem Engagement

unterstützt: Die Landesregierung hat

angekündigt, über eine Bundesratsinitiative

ein Haltungsverbot exotischer

Tiere im Zirkus durchzusetzen.

Gefangenschaft. Tag für Tag

In Deutschland ziehen ca. 250 Zirkusunternehmen

durch das Land. Die

meisten führen exotische Wildtiere mit

sich, die in vorstellungsfreier Zeit in ihren

kargen Gefängnissen zur Schau

gestellt werden. Ob Bären, Elefanten,

Nashörner, Affen, Zebras oder Seelöwen

- sie alle können in ihren vergitterten

Käfigwagen keines ihrer natürlichen

Bedürfnisse und den überaus

wichtigen Kontakt zu Artgenossen ausleben.

Statt dessen leiden sie täglich

unter

� absolutem Bewegungsmangel

� quälender Einzelhaft

� fehlender tiergerechter Abwechs-

lung

� fehlenden Rückzugsmöglichkeiten

� belastenden Transporten mit ständigem

Quartierwechsel

� ungewohnten Witterungsverhältnis-

sen

� mangelhafter Versorgung (fehlende

Kenntnisse des Zirkuspersonals,

kaum tierärztliche Versorgung, ungenügendes

Futter etc.).

Hinzu kommen die Ausbildungsmethoden,

von Zirkusunternehmen als "sanfte

Dressur" gepriesen. Immer wieder

dokumentieren verdeckt arbeitende

Tierschützer, dass Eisenhaken, Peitsche,

Elektroschocks und Futterentzug als "Erziehungsmaßnahmen"

eingesetzt werden.

Tierschutzgesetz und Zirkusleitlinien

reichen nicht aus

Die rechtlichen Grundlagen für die

Unterbringung und Haltung exotischer

Wildtiere im Zirkus sind völlig unzureichend.

Es existieren keine verbindlichen,

den Anforderungen des Tierschutzgesetzes

entsprechenden Haltungsvorgaben.

Zwar sehen die so ge-

T IERSCHUTZPOLITIK

FREIHEIT

FÜR EXOTISCHE ZIRKUSTIERE

nannten Zirkusleitlinien u.a. große

strukturierte Freigehege mit Klettermöglichkeiten,

Wasserbecken und Ruhebereichen

vor und empfehlen, ein

Haltungsverbot für spezielle Tierarten

im Zirkus auszusprechen, doch fehlt

den Leitlinien der bindende Gesetzescharakter.

Und selbst wenn Amtsveterinäre grobe

Missstände bei der Haltung von Exoten

im Zirkus feststellen, sind ihnen in der

Regel die Hände gebunden. Es gibt nahezu

keine geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten(Auffangstationen,

Plätze in gut geführten Tierparks

etc.) für beschlagnahmte Wildtiere. Selten

sind die Zirkusunternehmen in der

Lage, die Auflagen der Kontrolleure zu

erfüllen und entziehen sich durch Flucht

an einen anderen Ort. Neben dem Verbot

von Exoten im Zirkus zählen zu den

wichtigsten Forderungen von Tierschützern

daher auch die Errichtung von

Auffangstationen sowie ein zentrales

Zirkusregister, in dem jederzeit alle Daten

über fahrende Unternehmen, den

Tierbestand und Auflagen abgerufen

werden können.

Hoffnung kommt aus Hessen

Wir verbinden große Erwartungen mit

dem Vorstoß aus Hessen . Gemeinsam

mit der Tierschutzbeauftragten in Hessen,

Madeleine Martin, und dem

"Bündnis hessischer Tierrechtsorganisationen"

kämpft der bmt für eine entsprechende

Bundesratsinitiative. Mit

diesem Beschluss soll die Regierung

aufgefordert werden, ein Haltungsverbot

für spezielle Arten (Affen, Elefanten,

Bären, Nashörner, Wölfe, Giraffen und

Flusspferde) auszusprechen.

Das Recht der Tiere 2/2003

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Das Recht der Tiere 2/2003

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A KTUELL

Sie liegen auf der Seite, reglos,

manche Schaum vor dem Maul,

andere zuckend im Todeskampf

- vergiftete Hunde und Katzen

in Griechenland und besonders

in Athen sind keine Seltenheit.

Doch jetzt schlagen in- und ausländischeTierschutzorganisationen

Alarm: Seitdem die griechische

Hauptstadt den Zuschlag

zu den Olympischen

Spielen 2004 erhielt, werden

herrenlose Vierbeiner zunehmend

auf ihren Futterplätzen

mit Rattengift oder Insektenvertilgungsmitteln

getötet, so die

Beobachtungen von Zeugen.

Diese Vergiftungsaktionen, beklagen

Tierschützer, geschähen

auf Veranlassung der Regierung

und seien eine Reaktion auf den

Hinweis des Internationalen

Olympischen Komitees (IOC),

das "Streuner-Problem" der Metropole

rechtzeitig zu Beginn

der Sommerspiele in den Griff

zu bekommen.

Die EU unterstützt mit hohen Subventionen

eine tiergerechte Lösung: Die

griechische Regierung erhielt mehrere

Millionen Euro, um Tierheime im Großraum

Athens zu bauen. Bis heute wurde

von den Geldern nicht ein Tierheim

gebaut, kritisieren 31 große griechische

Tierschutzorganisationen. Sie

richteten sich mit einer öffentlichkeitswirksamen

Petition an die Regierung,

um die befürchteten Massentötungen

vor der Olympiade anzuprangern und

außerdem die mögliche Errichtung von

so genannten Sammelstellen zu verhindern.

Das Landwirtschaftsministerium weist

indes die Initiative an den grausamen

Massenvergiftungen zurück und kündigt

statt dessen an, während der Dauer

der Olympischen Spiele (13.-29. August

2004) herrenlose Hunde in

ATHEN VOR DER OLYMPIADE 2004

MASSENVERGIFTUNGEN

PROTESTIEREN SIE MIT DEM bmt!

Sammelstellen unterzubringen. Tierschützer

befürchten, dass kaum ein

Vierbeiner diese Orte lebend verlassen

wird - und die offizielle Ankündigung

macht da kaum Hoffnung: Werden

nach einem bestimmten Zeitablauf keine

Eigentumsrechte an den Hunden

geltend gemacht, sollen sie getötet

werden. Oder, sofern gesund und kräftig,

angeblich in ihren angestammten

Revieren wieder freigelassen.

Die Abscheu vor streunenden

Hunden ist groß

In Athen leben nach groben Schätzungen

ca. 150 000 Hunde auf der

Straße; die Zahl der Katzen liegt weitaus

höher. Auf der ständigen Suche

nach Futter streifen die Tiere oft in

großen Rudeln durch die Stadtbezirke

und nähren die Vorurteile der Bevölkerung.

Angst vor Infektionen, vor

Aggressivität und potentiellen Angriffen

sind die Argumente, mit denen

die meisten Griechen ihre Ablehnung

bis Abscheu vor den streunenden

Hunden begründen.

Schon Kinder lernen früh, mit Steinwürfen

die unliebsamen Vierbeiner

auf Distanz zu halten und entwickeln

in der Regel wie ihre Eltern und Großeltern

ein völlig gegenständliches Verhältnis

zum Tier. Hunde haben bestimmte

Aufgaben wie die Bewachung

des Grundstücks oder der Herde

zu erfüllen. Ein Hund, der dieser Aufgabe

nicht nachkommt, ist nach allgemeiner

Ansicht ein überflüssiges

Tier und wird, wie die Griechen es

recht philosophisch umschreiben,

"dem Willen Gottes oder der Freiheit"

überantwortet und ausgesetzt. Oder

auf sehr grausame Weise getötet.

Immer wieder berichten Tierschützer

und tierfreundliche Einheimische von

Hunden, die in Bäumen erhängt, in

verschnürten Tüten (Welpen) aus dem

Wagen geworfen, die totgeschlagen,

erschossen, erdrosselt, überfahren

wurden oder dem Verhungern preisgegeben,

mit kurzer Kette an einen

Baum gefesselt auf ihr grausiges Ende

warten.

Kastration von Straßenhunden

und Katzen als

einzig humane Lösung gefordert

Trotz der gewaltigen Hundedichte in

Griechenland werden seit wenigen


VON TIEREN GEPLANT?

Jahren immer mehr Rassehunde zu hohen

Preisen verkauft. Diese Hunde,

Schäferhunde, Rottweiler, Dobermänner

und Huskys, erfreuen sich zwar einer

größeren Wertschätzung - werden

aber auf dieselbe Weise auf der Straße

entsorgt, wenn Probleme mit Gesundheit,

Erziehung, Desinteresse etc. auftauchen.

So gesellen sich zu den zahlreichen

Rudeln, die hungrig ihre

Reviere durchstreifen, ständig weitere

vermehrungsbereite Hunde. Der Großteil

der griechischen Bevölkerung lehnt

Kastrationen, die zudem sehr teuer

sind, als unethisch ab. Die Folge: Jeder

ausgesetzte Hund zeugt Generationen

von wildgeborenen Nachkommen.

Dieser haltlosen Situationen begegnen

viele Städte und Gemeinden Griechenlands

schon lange - wie in anderen

südlichen und osteuropäischen

Ländern ebenfalls üblich - mit gezielten

Vergiftungsaktionen vor Beginn der

Touristensaison. Das Gift, Rattengift,

Insektenvertilgungsmittel oder Quekksilber,

wird nachts an bevorzugten

Futterstellen der Tiere ausgelegt und

die Kadaver im Morgengrauen entfernt.

Unbemerkt von der Öffentlichkeit

und Touristen, denen der Anblick von

jämmerlich zugrunde gegangenen Tieren

erspart werden soll.

Großangelegte Kastrationen sind die

einzig humane und langfristige Lösung,

sagen die griechischen Tierschutzorganisationen.

In ihrer Petition

an die Regierung beschreiben sie eine

veränderte Tierschutzpolitik, die auf

den 3 Säulen Kastrationen, Aufklärung

in Schulen und Öffentlichkeitsarbeit

basiert. Mit den Subventionen der EU

könnten, so der Vorschlag, Kastrationen

und Tierärzte bezahlt und dabei

auf die Erfahrung ausländischer Organisationen

gesetzt werden.

Text: Claudia Lotz

Fotos: Sonja Hoffmann

A KTUELL

Neben der allgemein vorherrschenden Ablehnung gegenüber

streunenden Hunden und Katzen, gibt es in Athen hochmotivierte

Menschen, die sich selbstlos für das Wohl der Tiere einsetzen. Da

betreiben Privatleute engagierte Asylstellen mit ehrenamtlichen

arbeitenden Tierärzten und Pflegern; andere versorgen herrenlose

Tiere an Futterstellen in ihrem Wohnbezirk, kümmern sich darum,

dass ihre Schützlinge medizinisch betreut werden und protestieren

immer wieder bei öffentlichen Stellen gegen die

Vergiftungskampagnen.

Eine dieser hochmotivierten Kämpferinnen gegen das schier uferlose

Tierelend in der Millionenstadt Athen ist die mit einem Griechen

verheiratete Sonja Hoffmann-Argymlis. Die ehemalige Stewardess

gehört mit der gebürtigen Holländerin Iris Roussis zu den

ersten Mitgliedern der kleinen Tierschutzorganisation "Tierfreundevereinigung

Ilioupolis".

RdT: Sie leben seit 10 Jahren in Athen, sind seit Jahren aktive Tierschützerin

und haben unzählig viele misshandelte Tiere gesehen. Gibt es noch Situationen,

die Sie wie am ersten Tag schockieren?

Sonja Hoffmann: Ja. Es ist, als begänne ich jeden Tag von neuem, einen

tief sitzenden Schmerz zu bewältigen. Konkret: Gerade heute habe ich an einer

Futterstelle alle Hunde vergiftet gefunden, die ich schon lange versorge.

Sanftmütige, geduldige Hunde mit feinem Wesen, gutem Charakter. Als ich

heute früh ankam, lagen einige dieser alten Freunde im Sterben. Ich habe sie

leiden sehen und weiß von einem Tierarzt, dass vergiftete Vierbeiner einen

jämmerlichen, bitteren und langen Tod erleiden.

RdT: Entspricht es auch Ihrer Beobachtung, dass in gezielten Aktionen gerade

im Hinblick auf die Sommerspiele 2004 zunehmend Hunde und Katzen

vergiftet werden?

Sonja Hoffmann: Ja. Alle Tierschutzaktiven, die morgens zum Füttern

kommen, zählen täglich mehr vergiftete Vierbeiner. Und das in allen Stadtbezirken

Athens. Doch die Regierung dementiert ja, dass sie an den Tötungsaktionen

beteiligt ist. Wir dokumentieren diese grausamen Massenvergiftungen

mit Fotos, um sie später als Beweis zu verwenden.

RdT: Wie sieht Ihre Arbeit konkret aus?

Sonja Hoffmann: Ich stehe täglich um 5.30 Uhr auf, kümmere mich um

Das Recht der Tiere 2/2003

13


Das Recht der Tiere 2/2003

14

A KTUELL

die frisch operierten Hunde, die in unserem Haus einige Tage genesen, und fahre

dann zu Futterstellen in meinem Wohnbezirk, die ich für herrenlose Tiere eingerichtet

habe. Unsere kleine Organisation macht dasselbe wie die großen Tierschutzorganisationen

in Deutschland: Wir kastrieren Hunde, lassen sie impfen,

medizinisch versorgen und vermitteln sie in gute Hände. Übrigens auch nach

Deutschland. Den Kontakt zu den Familien, die einen griechischen Hund aufnehmen

möchten, stellt das Ehepaar Haub aus Frankfurt her. Ohne sie wäre

unsere Arbeit kaum möglich.

Dann gehen wir in Schulen, um Kindern ein anderes Verhältnis zum Mitlebewesen

Tier nahe zu bringen, starten Aufklärungskampagnen in der Öffentlichkeit

und schalten Anzeigen in Zeitungen, um für Hunde und Katzen ein neues

Zuhause zu suchen.

Tödliches Gift am Futterplatz

RdT: In welchem Zustand sind die Straßenhunde und Katzen?

Sonja Hoffmann: Machen Sie sich selbst ein Bild: Ich habe gerade einen Rüden bei uns, dem gerade der Anglerhaken

aus dem Magen operiert wurde. Ist möglicherweise beim hastigen Fressen eines Fischkopfes passiert. Außerdem Welpen,

deren Mutter überfahren wurde, absichtlich, wie ich gehört habe. Ich fand die Kleinen erbärmlich winselnd neben

der toten Hündin. Ein Rüde hatte einen Giftköder gefressen und lebte noch, als ich kam. Er hatte laut Tierarzt nicht nur

Rattengift, sondern auch später wirkendes Quecksilber bekommen - eine maßlose Qual für das Tier. Doch der Hund hat

es geschafft, er lebt. Dann habe ich einen ganz jungen Welpen von meiner Nachbarin übernommen; er hat Räude, saß

14 Tage in einer lichtlosen Toilette, um ihn vor Hundefängern zu schützen. Bis gestern eine Hündin, die 9 Monate an einer

30 cm kurzen Kette auf dem Dach eines Hauses gehalten wurde - was hier üblich ist. Es gibt Hunde, die werden ihr

ganzes Leben an solch einer Kette auf einem Dach angebunden. Und wenn sie sterben, wird der nächste Hund an derselben

Stelle festgemacht, ohne Schutz, ohne Unterlage, im Regen, in der Sonne, im Winter, im eigenen Kot, im Urin...was

soll man da sagen?

RdT: Können Sie tatsächlich unter diesen Umständen Hunde in Athen in gute Hände vermitteln?

Sonja Hoffmann: Doch, wobei die Vermittlung in den letzten 2 Jahren zunehmend schwieriger geworden ist. Das liegt

an den vielen polnischen Importen von Rassehunden. Jetzt sind zum Beispiel gerade Chapais in Mode - in einem Jahr

werden wir sie auf der Straße finden, wie zuvor Huskys, Schäferhunde, Dalmatiner etc.

RdT: Wer verkauft diese Hunde?

Sonja Hoffmann: Eine griechische Tierfutter-Kette. Die Hunde sitzen im Fenster in Schaukästen, und seit kurzem stehen

ein Känguruh und ein Ameisenbär im winzigen Käfig zum Verkauf.

RdT: Welchen Stellenwert hat der Tierschutz in Griechenland?

Sonja Hoffmann: Tierschützer werden belächelt und

beschimpft. Ich habe niemals für möglich gehalten, dass

sich ein zivilisiertes Land mit seiner großartigen Geschichte,

seiner Kultur, mit seinen liebenswerten und gebildeten

Menschen solch eine Behandlung von Tieren leistet. Ich habe

mich jedoch bewusst für die Tiere entschieden und werde

um ihr Leben kämpfen, solange ich kann. Sie am Leben

zu erhalten, das ist der Kampf. Und ich nehme ihn an.

Ein Welpe bei seiner toten Mutter

Wenn Sie diesen engagierten Tierschützerinnen helfen wollen,

spenden Sie bitte unter Konto-Nr. 847275 bei der

Frankfurter Sparkasse BLZ 500 502 01, Stichwort "Athen".

Wenn Sie Kontakt zu Sonja Hoffmann aufnehmen möchten,

bitte über die Ansprechpartnerin in Deutschland, Hannelore

Haub aus Hessen. Tel: 06002/ 1023

Bitte nutzen Sie Ihre Stimme, um gegen diese fürchterliche Praxis vorzugehen. Wenden Sie sich an

die Griechische Botschaft in Berlin und protestieren Sie auch per Mail.

Griechische Botschaft, Politische Abteilung

Jägerstrasse 55, 10117 Berlin

T. 030/ 20 62 60

Email: info@griechische-botschaft.de

Protestieren Sie auch direkt in Athen unter

Prime Minister of Greece Konstantinos Simitis

Adresse: Vos.. Sophias 15, Athens

Email : mail@primeminister.gr


A US UNSERER A RBEIT

ERFOLG FÜR DEN TIERSCHUTZ

VERORDNUNGSENTWURF MIT

VERSCHÄRFTEN HALTUNGSANFORDERUNGEN

PELZTIER-HALTUNG BALD UNRENTABEL ?

Das Verbraucherschutzministerium

hat im April ´03 einen Entwurf

zur Pelztierhaltung vorgelegt.

Er greift wichtige Forderungen

von Tierschutzorganisationen

auf, nach denen die Haltungsbedingungen

den natürlichen

Bedürfnissen der Tiere

entsprechen müssen. Die Vorgaben

des Ministeriums könnten, so

die große Hoffnung der Tierschützer,

geeignet sein, die Pelztierhaltung

in Deutschland unrentabel

zu machen.

Berlin, 2003: Protest gegen das Tragen von Pelzen

Die Haltung von Füchsen, Nerzen, Iltissen

und Marderhunden der Pelztierfarmen

ist ein Tierschutzskandal erster

Güte. Für das Luxusgut "Pelz" werden

die Tiere unter katastrophalsten Bedingungen

gehalten: Die engen Käfigboxen

erlauben keine Bewegung, keine

Beschäftigung; die Tiere leben solange

in ihren Drahtgitter-Gefängnissen, bis

sie durch Gift oder Kohlenmonoxid

sterben.

Zahlreiche Untersuchungen, u.a. vom

wissenschaftlichen Ausschuss für Tiergesundheit

und Tierschutz der Europäischen

Union, bestätigen, dass insbesondere

Füchse und Nerze unter den

fehlenden Bewegungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten

unsagbar leiden.

Tierschützer kämpfen denn auch seit

langem für ein Verbot der Pelztierhaltung.

Zumindest jedoch, fordern Tierschutzorganisationen,

müssten endlich

solche Haltungsvorschriften geschaffen

werden, die

den natürlichen

Bedürfnissen der

Tiere gerecht werden

- auch wenn

dies die Haltung

extrem verteuern

würde.

Einzelne deutsche

Bundesländer haben

darauf reagiert

und eigene

Bestimmungen erlassen.

Als vorbildlich

gilt hier der Erlass

von Schleswig-

Holstein aus dem

Jahr 2001. Das Land forderte über eine

Bundesratsinitiative die Regierung

auf, von der im Tierschutzgesetz enthaltenen

Ermächtigung Gebrauch zu

machen und artgerechte Haltungsbedingungen

für Pelztiere vorzuschreiben.

Doch der Entwurf (März ´02) des Ministeriums

für Verbraucherschutz, Ernährung

und Landwirtschaft (BMVEL)

blieb so weit unter dem Niveau der einzelnen

Landesbestimmungen, dass der

bmt diesen Vorschlag als völlig unzureichend

und enttäuschend abgelehnt

hat.

In diesem Frühjahr legte das Ministerium

den überarbeiteten Entwurf vor.

Dieser Vorschlag geht auf die damalige

Kritik des Tierschutzes ein; so sind

die Gehege- und Käfigflächen für

Füchse und Nerze verdoppelt worden.

Nerze erhalten ein Schwimmbecken

mit einer Mindestgröße von 1 qm;

Füchse und Marderhunde müssen die

Möglichkeit haben, zu graben; Beschäftigungsmaterial,Rückzugsmöglichkeiten

und strukturierte Gehege

bzw. Käfige sind zwingend vorgeschrieben.

Auch wenn der Entwurf in

einzelnen Punkten noch hinter den Vorstellungen

der Tierschutzorganisationen

zurückbleibt, sind die Vorgaben

des Ministeriums dennoch geeignet,

die Haltung von Pelztieren in Deutschland

wirtschaftlich unrentabel zu machen.

Jetzt kommt es darauf an, dass der Verordnungsentwurf

die Hürden des Gesetzgebungsverfahrens

nimmt. Zunächst

werden die Länder und die

Bundestierschutzkommission angehört,

anschließend muss der Entwurf noch

die Zustimmung des Bundesrates erhalten.

Die Abstimmung ist für kommenden

Oktober geplant. Der bmt

setzt sich mit allen Mitteln dafür ein,

dass die Bestimmungen auch umgesetzt

werden.

Text: Jochen Prinz

Das Recht der Tiere 2/2003

15


Das Recht der Tiere 2/2003

16

R EISEZEIT

Die Harmonisierung der Gesundheitsvorschriften

für reisende Haustiere

konnte möglich werden, weil in den

vergangenen Jahren große Fortschritte

bei der Ausrottung der Tollwut in der

Union erzielt wurden. Damit die Tollwut

nicht wieder aufflammt, ist eine gültige

Impfung Voraussetzung für grenzüberschreitende

Reisen.

Die Tollwut-Impfung darf nicht

länger als 1 Jahr zurückliegen

Wer seinen Hund ins Ausland mitnimmt,

muss ein gültiges Tollwut-Impfzeugnis

für Vierbeiner vorlegen. Gültig

heißt: Die Impfung muss mindestens 1

Monat alt sein - und keinesfalls älter als

12 Monate. Die genauen Zeitspannen

erfragen Sie bitte bei der Botschaft oder

beim Amtstierarzt. Schweden, Irland

und Großbritannien verlangen zusätzlich

die Bestätigung eines Labors, dass

der Impfstoff wirksam ist (Antikörper-Titration).

Tätowierung, Mikrochip und

EU-Pass

Bei Reisen durch die EU wird außerdem

erwartet, dass der Vierbeiner mit einem

elektronischen Mikrochip gekennzeichnet

ist oder in den ersten acht Jahren

übergangsweise mit einer Tätowierung.

Die Tollwut-Impfbescheinigung muss

sich dabei selbstverständlich auf das

durch Chip oder Tätowierung ausgewiesene

Tier beziehen. Ein EU-Pass,

ausgestellt vom Amtstierarzt, soll die

tierärztliche Kontrolle erleichtern.

Detaillierte Auskunft zu den derzeit aktuellen

Einreisebestimmungen für

Haustiere erhalten Sie in den jeweiligen

Botschaften des Landes.

Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit

und lange Anfahrt - zu großer

Stress für Vierbeiner

Nicht jedes Haustier ist ein geeigneter

Reisepartner. Katzen fühlen sich in ihrer

vertrauten Umgebung sicher und wohl

- Anreise, Transport, fremdes Umfeld

und ungewohntes Klima bedeuten ein

Höchstmaß an physischer und psychischer

Belastung für die feinsinnigen

Tiere. Katzen bleiben, wie Vögel, Kaninchen

und Hamster, am besten Zuhause,

sachkundig betreut von einer

netten Person Ihres Vertrauens. Ausnahmen

bestätigen aber die Regel: Es

gibt tatsächlich auch Katzen, die ihre

Halter gerne in den Urlaub begleiten.

Hunde sind am liebsten dort, wo ihr geliebter

zweibeiniger Freund ist. Dennoch

sollten Sie im Interesse des Hundes

genau abwägen, ob und welche

Reise ihm zuzumuten ist. Bitte beachten

Sie dabei folgende Aspekte:

Einheitliche Bestimmungen für

Vierbeiner in der EU geplant

GUT VORBEREITET - SO WIRD’S

URLAUB MIT D

Für die meisten Tierfreunde ist ein Urlaub erst dann

richtig schön, wenn ihr Vierbeiner sie begleitet. Das

war in der Vergangenheit nicht gerade leicht: In jedem

Mitgliedsstaat der Europäischen Union galten unterschiedliche

Bestimmungen zur Einreise von Hunden und

Katzen. Damit ist jetzt Schluss:

� Gesundheitszustand und Alter des

Hundes

� spezifische klimatische Bedingungen

des Reiseziels

� Dauer der Anreise/Wahl des Transportmittels

� Infektionsgefahr der Region.

Reisen Sie mit Flugzeug, Auto,

Bahn oder Schiff?

Sehr kleine Hunde (zwischen 5 und

8kg, je nach Fluggesellschaft) können

als "Handgepäck" in der Kabine mitfliegen.

Voraussetzung: Sie bleiben den

gesamten Flug in der Pet-Box (erhältlich

am Check-In-Schalter), einer wasserdichten

Transportbox. Vierbeiner, die

oberhalb der Gewichtsgrenzen liegen,

reisen im Frachtraum in Containern

(erhältlich bei den Fluggesellschaften).

Trotz Druckausgleich und Heizung

bleibt der Aufenthalt im Frachtraum eine

gewaltige Strapaze für die Hunde.

Die Tiere überstehen die Aufregung

besser, wenn ihnen nach Rücksprache

mit dem Tierarzt leichte Beruhigungsmittel

(Sedativa, Antiemetrika, homöopathische

Globuli, Tropfen) eingegeben

werden.

Wer mit dem Auto in die Ferien fährt,

sollte den Hund entweder hinter einem

sicheren Trennnetz oder angegurtet auf

dem Rücksitz reisen lassen. Sehr wichtig:

Machen Sie stündliche Pausen und


mitreisende

EIN VOLLER ERFOLG!

EM HUND

Nach einem Vorschlag der EU-

Kommission sollen die Regelungen

zur Mitnahme von Haustieren für

alle EU-Länder vereinheitlicht werden.

Die neue Verordnung soll in

Kürze in Kraft treten.

Wichtige Tipps für unterwegs

� geben Sie Ihrem Hund 12 Stunden

vor der Abreise nichts mehr zu

fressen, nur zu trinken

� nehmen Sie das gewohnte Hundefutter

mit. Manche Tiere vertragen

eine Nahrungsumstellung in einer

veränderten Umgebung nicht

� füttern Sie kleine Portionen; heiße

Temperaturen belasten den Kreislauf

des Hundes. Die Verdauungsarbeit

nach einem üppigen Mal stellt

dann eine zusätzliche Belastung dar

� achten Sie darauf, dass der Vierbeiner

niemals von der Straße frisst.

In einigen südlichen und osteuropäischen

Ländern liegen ganzjährig

Giftköder für herrenlose Tiere aus.

Warnzeichen für Vergiftungen sind

verändertes Wesen und ungewöhnliche

Stuhlbeschaffenheit

� fragen Sie Ihren Tierarzt, was in

die Reiseapotheke Ihres Hundes gehört.

Grundsätzlich sollten Desinfektionsmittel,

Wundspray, Zecken- und

Würmerprophylaxe, Augen- und

Ohrentropfen, Antibiotika und Tabletten

gegen Durchfall und Erbrechen

nicht fehlen.

geben Sie dem Tier jedes Mal frisches

Wasser zu trinken. Lassen Sie den Hund

niemals im Auto zurück - vor allem

nicht in südlichen Ländern. Schon 15

Minuten im überhitzten Auto können

tödlich sein! Wenn Sie Kurven oder Steigungen

nehmen, achten Sie auf den

Hund. Hechelt oder gähnt er? Dann

bekommt das Tier Probleme mit seinem

Ohrendruck. Geben Sie ihm sofort

etwas zu kauen.

Hunde in der Bahn müssen Leine und

Maulkorb tragen (Ausnahme kleine

Hunde). Wenn Sie einen Schlafwagenplatz

wünschen, darf ein Vierbeiner nur

mitreisen, wenn Sie das gesamte Abteil

buchen. Bitte erkundigen Sie sich direkt

bei der Auskunft nach aktuellen Fahrpreisen

für Ihren Hund und weiteren

Bestimmungen.

Was Sie Ihrem vierbeinigen Kameraden

unbedingt ersparen sollten, ist eine

Reise per Schiff. Auf allen Fähren im

Mittelmeerraum müssen Hunde unter

Deck im Auto bleiben - oder werden in

kleine Käfige auf das Oberdeck gestellt,

wo sie unter Umständen der prallen

Sonne ausgesetzt sind.

Gibt es Urlaubsregionen mit

größerem Erkrankungsrisiko?

In bestimmten Urlaubsregionen, dazu

gehören gerade der Mittelmeerraum

und die tropischen Länder, übertragen

R EISEZEIT

u.a. Zecken und Sandfliegen verschiedene

Infektionskrankheiten, die für

Hunde lebensgefährlich werden können

und unbehandelt zum Tode führen.

Ihnen allen ist gemeinsam, dass die Inkubationszeit

(Dauer von Ansteckung

bis zum Ausbruch der Krankheit) oft bis

zu 3 Wochen dauern kann, bei der Dirofilariose

sogar mehrere Monate. Einen

gewissen (keinen 100%igen)

Schutz bieten gezielte Zecken- und

Würmerprophylaxe (Floh- und Zeckenhalsbänder,

Tabletten, Sprays, Injektionen,

Präparate gegen Würmer etc.).

Allgemein gilt: Wenn ein sonst agiles

Tier während des Urlaubes plötzlich

Anzeichen von Schwäche zeigt, sollte

sofort ein örtlicher Tierarzt aufgesucht

werden. Und wer ganz auf Nummer sicher

gehen möchte, kann zurück in

Deutschland Blutuntersuchungen durchführen

lassen, um infektiöse Erkrankungen

des Hundes auszuschließen.

Schon an diesen Beispielen sehen Sie,

wie wichtig eine umfassende Information

über Gegebenheiten Ihres Urlaubslandes

und die Voraussetzung zur

Mitnahme Ihres Vierbeiners ist. In diesem

Sinne wünscht Ihnen der Bund gegen

Missbrauch der Tiere eine erlebnisreiche

Reise mit Ihrem Hund.

Text: Claudia Lotz

Das Recht der Tiere 2/2003

17


Jährlich werden EU-weit

über 360 Mio. Tiere

auf Transporten gequält.

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ICHT MIT!


Das Recht der Tiere 2/2003

20

W ISSENSWERTES

Tierschutzbericht der Bundesregierung

ZAHL DER TIERVERSUCHE

STEIGT STÄNDIG!

Nach den Bestimmungen des Tierschutzgesetzes

muss die Bundesregierung

alle zwei Jahre dem Deutschen

Bundestag einen Bericht über den

Stand der Entwicklung des Tierschutzes

in Deutschland vorlegen. Mit großer

Spannung sieht der bmt dem Veröffentlichungstermin

entgegen, denn der

Bericht ist ein Spiegelbild dessen, was

die Regierung im Tierschutz geleistet -

oder versäumt - hat.

Am 26. März ´03 legte Bundesministerin

Renate Künast Rechenschaft über

zwei Jahre Tierschutzpolitik ab: Den

unbestreitbaren Erfolgen - wie die Verankerung

des Tierschutzes im Grundgesetz

und das absehbare Ende der

Batteriehaltung für Legehennen - steht

eine Entwicklung gegenüber, die Tierschützer

und Öffentlichkeit schockiert:

Es werden weiterhin unvorstellbar viele

Tierversuche durchgeführt.

Die Erfolge der staatlichen Tierschutzpolitik

im Überblick:

� Im Berichtszeitraum 2001 und

2002 wurde am 26. Juli 2002 der Tierschutz

als Staatsziel im Grundgesetz

verankert. Damit hat sich der Stellenwert

des Tierschutzes deutlich erhöht.

Bei rechtlichen Abwägungen kann das

Wohl der Tiere in deutlich stärkerem

Maße berücksichtigt werden als bisher.

� Die neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung

trat am 1. November

Staatsziel Tierschutz zeigt Wirkung!

2001 in Kraft und bündelt die tierschutzrechtlichen

Vorschriften für die

Nutztierhaltung. Vor allem für die Nutztierhalter

wurde somit eine Rechtsvereinfachung

und -vereinheitlichung erreicht.

� Als Teil der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung

trat am 13. März

2002 die so genannte Hennenhaltungsverordnung

in Kraft. Sie verbietet

die Haltung von Legehennen in herkömmlichen

Käfiganlagen bereits ab

dem Jahr 2007. Deutschland nimmt

damit eine Vorreiterrolle im Tierschutz

in der EU ein.

� Mit dem Bundesprogramm zur

Förderung tiergerechter Haltungsverfahren

werden umfangreiche Investitionshilfen

für die Landwirte schon vor

Ablauf der Übergangsfrist der Legehennenverordnung

am 31. Dezember

2006 bereitgestellt. Zusammen mit

neuen Forschungsvorhaben und einer

künftig verbesserten Kennzeichnung

von Eiern und Eiprodukten wird der

Umstieg auf alternative Haltungsformen

wirksam flankiert.

� Im Rahmen der Agrarinvestitionsförderung

wurden neue finanzielle Anreize

für mehr Tierschutz in der Nutztierhaltung

geschaffen. Unerwünschte

Haltungsformen werden nun von der

Förderung ausgeschlossen. Dafür werden

Investitionen in besonders tierge-

rechte Haltungsverfahren verstärkt

unterstützt.

Diesen anzuerkennenden Erfolgen

steht die schockierende Entwicklung bei

den Tierversuchen gegenüber: Die

Zahl der Versuchstiere ist im fünften

Jahr in Folge gestiegen. Im Jahr 2001

wurden rund 2,13 Millionen Tiere Opfer

von Versuchen im Dienste der Wissenschaft

und Forschung. Das sind fast

300 000 mehr als im Jahr zuvor und

damit so viele wie seit Anfang der 90er

Jahre nicht mehr. Mit mehr als einer

Millionen waren fast die Hälfte der Versuchstiere

Mäuse, gefolgt von Ratten

(rund 500 000) und Fischen (mehr als

300 000). Aber auch 2100 Affen,

4430 Hunde und 648 Katzen mussten

unter Tierversuchen leiden.

Um hier zu nachhaltigen Verbesserungen

zu kommen, kündigte die Bundesregierung

an, die Notwendigkeit von

Tierversuchen weiter abzubauen und

auf das gemäß dem wissenschaftlichen

Erkenntnisstand unerlässliche Maß zu

beschränken.

Der Tierschutzbericht kann beim

Bundeslandwirtschaftsministerium,

Rochusstraße 1, 53123 Bonn angefordert

werden. Oder abrufbar im

Internet unter www.bml.de .

KAUM MEHR GENEHMIGUNGEN ZUM SCHÄCHTEN ERTEILT

Das Staatsziel Tierschutz hat seine erste Bewährungsprobe bestanden: Erstmalig wurden

von den Veterinärbehörden kaum noch Genehmigungen erteilt, wonach Tiere zum

islamischen Opferfest ohne Betäuben durch den qualvollen Kehlschnitt getötet werden

dürfen. Aufgrund der neuen Rechtssituation, die Einführung des Tierschutzes in die Verfassung,

wurden aber auch deutlich weniger Anträge als in den Vorjahren von muslimischen

Glaubensgemeinschaften gestellt. Bei aller Freude über die Entwicklung darf

nicht übersehen werden, dass es keine Erkenntnisse gibt, wie viele Tiere illegal in Hinterhöfen

oder Privatwohnungen geschächtet wurden. Hierauf wird in Zukunft mehr noch

als bisher geachtet werden.


Ministerin Silke Lautenschläger, Jutta Breitwieser

Die Unterbesetzung der Veterinärämter

ist in jedem Bundesland ein Problem,

aber gerade in Hessen besonders dramatisch.

In jedem zweiten Veterinäramt

fehlen Tierärzte, die den Vollzug der

Tierschutzvorschriften überwachen und

kontrollieren. Der geringe Personalstand

lässt kaum zu, auch nur die Routinearbeiten

zu erfüllen.

Dabei haben sich die Aufgaben und

Möglichkeiten der Veterinärämter seit

der Verankerung des Tierschutzes im

Grundgesetz erhöht. Doch schärfere

tierschutzgerechte Haltungsverordnungen

haben nur einen Sinn, wenn ihr

Jutta Breitwieser hat die hessische Landesregierung

aufgefordert, die Veterinärämter personell aufzustocken.

Die Vorsitzende des Bund gegen Missbrauch

der Tiere übergab der Ministerin Silke Lautenschläger

eine gleichlautende Protestnote. Diese Forderung

wird von über 1400 hessischen Bürgern durch

Unterschriften unterstützt.

Vollzug kontrolliert und Verstöße scharf

geahndet werden. Der bmt sieht dringenden

Kontrollbedarf auf Schlachthöfen,

in Zirkusunternehmen und Zoohandlungen,

bei Züchtern, Händlern

und Privathaltern. Die dramatisch

unterbesetzten Veterinärämter, 3 Tierärzte

erfüllen in einigen Landkreisen

die Arbeit von 6 Kollegen, Vertretungen

bei Urlaub und Krankheit gibt es nicht,

können diese wichtigen Aufgaben nicht

mehr ordnungsgemäß wahrnehmen.

"Ohne das ehrenamtliche Engagement

der vielen Tierschützer", sagt Jutta Breitwieser,

"wäre es nahezu unmöglich

LV HESSEN

JUTTA BREITWIESER:

"VOLLZUG DER TIERSCHUTZ-

VORSCHRIFTEN GEFÄHRDET"

bmt KRITISIERT UNTERBESETZUNG DER

HESSISCHEN VETERINÄRÄMTER

Tierqual aufzuspüren und zu beenden."

Ministerin Lautenschläger von der

hessischen CDU lehnte eine Stellungnahme

zur künftigen Tierschutzpolitik

ihrer Partei ab. Heute wissen wir den

Grund: Der Bereich Tierschutz wurde

ihr entzogen. Zuständig ist nun Landwirtschaftsminister

Wilhelm Dietzel!

Unsere Bitte an Sie, liebe Tierfreunde

und bmt-Mitglieder: Schreiben Sie an

das zuständige Ministerium und fordern

Sie in Ihrer Eigenschaft als Wähler

mehr Engagement im Tierschutz.

Adressen und weitere Infos erhalten Sie

beim Landesverband Hessen.

EINE GROßARTIGE GESTE VON 6 JAZZ-MUSIKERN:

Benefizkonzert

für den bmt

"Eine der originellsten Ideen, Tieren zu helfen und

unsere Arbeit zu unterstützen", freut sich Jutta Breitwieser

über die großartige Geste von Jazzmusikern.

Die 6 Mann starke Band, Ocktown City Stampers,

begeisterte in Bad Nauheim zur Karnevalszeit mit

traditionellem New-Orleans-Jazz und hatte erklärt,

den Erlös des Benefizkonzertes dem bmt zur Verfügung

zu stellen. "Noch einmal meinen herzlichsten

Dank für diese schöne Hilfe", sagt die bmt-Vorsitzende.

Das Recht der Tiere 2/2003

21


Das Recht der Tiere 2/2003

22

T IERHEIM H AGE

Wenn Fremde sich ihr nähern, klemmt sie ihren Schwanz ein und duckt sich tief auf den Boden - aus Angst

vor Schlägen und Strafe. Mehrere Wochen irrte die weiße Schäferhündin Bella durch Norden, verängstigt

und scheu. Ihre Besitzerin, unbekannt verzogen, hatte die Hündin nach Jahren schlechter Behandlung einfach

sich selbst überlassen. Engagierte Tierfreunde fingen Bella in einer spektakulären nächtlichen Rettungsaktion

ein und brachten sie ins Tierheim. Hier erholt sich die Schäferhündin langsam.

BELLAS RETTUNG IM RÜCKBLICK

Gerd Müller

Seit Mitte Oktober 2002 irrte eine weiße

Schäferhündin durch Norden, die

offensichtlich keine Bleibe hatte und

überaus verängstigt wirkte. Selbst erfahrene

Hundekenner wussten keinen

Rat, da ein Schuss mit einem Betäubungsgewehr

zu gefährlich für das Tier

gewesen wäre. Die Hündin wanderte

unaufhörlich durch die Straßen, ohne

Ruhe zu finden, magerte immer mehr

ab. Die Nordenerin Elke Upphof fütterte

die Hündin auf einer Wiese, in der

Hoffnung, sie eines Tages einfangen zu

Bella

können. Doch das

scheue Tier kam nur

nachts zum Fressen.

Während einer starken

Frostperiode grub sich

Bella unter einem Gartenhaus

auf einem

Grundstück eine Höhle,

um darin zu schlafen.

Der Besitzer dieses

Grundstücks, Gerd

Müller, übernahm ab

jetzt die Fütterung des

Hundes in seinem

Garten. Wieder wagte

sich die Schäferhündin nur nachts herbei,

blieb zwischendurch einige Tage

ganz weg. Schließlich beschloss der

Tierfreund aus Norden sein Gartenhaus

komplett auszuräumen und die

Fütterung des Tieres dorthinein zu verlagern.

Nur in einem geschlossenen

Raum war die Gabe von Beruhigungsmitteln

zu verantworten.

Gerd Müller baute eine Konstruktion,

mit deren Hilfe er von seinem Wohnhaus

per Seil die Tür des Gartenhauses

SCHEUE SCHÖNHEIT

Aus der Geschäftsstelle Norden: Die Ges

zuziehen konnte, ohne dabei in den

Garten gehen zu müssen. Schließlich

wurde noch ein Babyphon im Gartenhaus

angeschlossen, damit man im

Wohnhaus die Geräusche im Gartenhaus

hören konnte. Abend für Abend

wartete er in seinem Schlafzimmer auf

das Erscheinen der Hündin. Endlich

gelang es ihm, am 08.01.03 Bella

beim Fressen im Gartenhaus einzusperren.

Der herbeigerufene Tierarzt,

der schon seit Tagen per Handy auf Abruf

stand, schätzte die Situation richtig

ein. Die Hündin zeigte sich überhaupt

nicht aggressiv, sondern nur ängstlich,

so dass er ins Gartenhaus hineingehen,

sich ihr nähern und sie betäuben

konnte. Friedlich schlafend und ohne

jeden Stress brachten der Tierarzt und

die Tierfreunde Bella ins Tierheim Hage,

wo sie nun vom Tierheimteam intensiv

betreut wird.

Der bmt ist beeindruckt von

solchem Engagement in Sachen

Tierschutz. Ein großes Kompliment

an die Tierschützer und

besonders an den 78Jährigen

Gerd Müller!

Tierheimleiterin Marion Kück mit Bella


AUS NORDEN

chichte einer Schäferhündin

An der Nase und am gesamten Kopfbereich

hat Bella Narben, die laut tierärztlicher

Diagnose von gezielten harten

Schlägen stammen. Dementsprechend

hat die zwischen 3 und 4

Jahre alte Hündin eines gelernt: den

Menschen zu fürchten. Noch immer

legt sie sich flach auf den Boden, besonders

wenn männliche Besucher ins

Tierheim kommen, die Ohren eng am

Kopf, die Flanken bebend. Doch wie

Tierheimleiterin Marion Kück mit Freude

beobachtet, fasst die weiße Schäferhündin

ganz vorsichtig wieder Vertrauen

zu den Menschen, die täglich

mit ihr umgehen. "Bella ist eine wunderbare

Gefährtin", sagt Marion Kück,

"für Hundefreunde, die dem Tier mit

sehr viel Liebe, Geduld und Verständnis

begegnen."

Text: Insa Thom

Wer der Schäferhündin ein neues

Zuhause schenken möchte,

meldet sich bitte im Tierheim

Hage. Tel: 04938 - 425

LV NIEDERSACHSEN

TIERQUÄLEREI HAT VIELE GESICHTER

Notstandsmeldungen

- warum Ihre Beobachtungen so wichtig sind

Immer wieder erreichen uns Notstandsmeldungen von aufmerksamen

Tierfreunden. Genaue Informationen sind dabei

für uns sehr wichtig, denn nur dann hat eine Anzeige beim zuständigen

Veterinäramt Aussicht auf Erfolg.

Eines der häufigsten Beobachtungen sind Hunde auf Garten- und Laubengrundstücken,

die wie auf dem Bild in engen, verwahrlosten Zwingern gehalten

werden. Im vorliegenden Fall leben mindestens 5 Hunde, 2 Rottweiler,

ein Doggenmix und 2 andere große Mischlinge in Garten-Unterkünften,

die in keinem Fall artgerecht sind. Einmal am Tag, so die Information,

kommt jemand zum Füttern und lässt dabei die Hunde kurz heraus. Danach

sitzen sie ohne Bewegung, ohne Spiel, ohne Sozialkontakt und bei jedem

Wetter bis zum nächsten Tag in ihren Behausungen. Wir haben den Veterinär

eingeschaltet.

Ein anderer Fall: Ein Pferd wird bei einem Bauern in einem sehr kleinen Verschlag

gehalten, vermutlich angebunden. Laut Informationen von Tierschützern

ist der Stall nur wenige Quadratmeter groß und Dauerunterkunft

des Pferdes. Es wird nur zu Arbeitszwecken (Mist-, Heufahrten) herausgelassen

und kennt weder Weide noch andere Pferde. Auch hier haben wir umgehend

den Veterinär benachrichtigt.

Hinweise auf nicht artgerechte Haltung von Hunden:

� Fällt Ihnen auf, dass ein Hund z.B. ständig an einen Baum gebunden

ist, womöglich noch ohne Wasser und in der prallen Sonne?

� Beobachten Sie, dass in großer Tageshitze ein Auto abgestellt wird und

der Hund im Wagen eingesperrt warten muss?

� Stellen Sie womöglich fest, dass ein Hund auffällige Wunden hat und

überaus verschreckt neben seinen Besitzern wirkt?

� Entdecken Sie beim Spazierengehen oder Fahrten über Land Zwinger

oder Schuppen fernab von Wohngebieten, in denen Hunde dauerhaft

isoliert leben?

� Gibt es Zwingerhaltungen, die nicht den Vorschriften entsprechen?

Schreiben Sie bitte Ihre Beobachtungen detailliert auf (Ortsangabe, eventuell

Name des Halters, Adressen von Zeugen, Uhrzeiten) und schicken Sie

Ihre Anzeige an das zuständige Veterinäramt; im Eilfall informieren Sie die

Polizei! Die neue Hundeverordnung können Sie gerne bei uns anfordern.

Text: Claudia Lotz

Fotos: LV Niedersachsen

Das Recht der Tiere 2/2003

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Das Recht der Tiere 2/2003

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T IERHEIM “WAU-MAU-INSEL”

"Vergiss die helle Tasse nicht", ruft eine

Mitarbeiterin des Tierheims ihrer Kollegin

hinterher. Die schmunzelt. Wer

wüsste aus der gesamten Wau-Mau-Insel

nicht, dass Esther ihr Wasser nur

aus hellen Tassen trinkt oder ersatzweise

aus dem Waschbecken? Selbst-

Esther

verständlich hat die kleine Diva ihr spezielles

Lieblingsfutter und genauso

selbstverständlich ist, dass Esther entscheidet,

wann Streicheleinheiten akzeptiert

werden und wann nicht.

Bei guter Laune schmiegt sie sich an ihre

Bezugspersonen und genießt die

liebkosende Hand - sollte jedoch da je-

Katzen-Persönlichkeiten

aus dem Tierheim

ESTHER UND PHIL

Esther ist seit April ´98 in der Wau-Mau-Insel. Eine Zeit, die sie äußerst sinnvoll genutzt hat - denn heute ist der

Perser-Mix die heimliche Chefin des Hauses. Kleine Diva, sagt das Tierheimteam liebevoll, wenn wieder einmal

Akten vom Bürotisch geräumt werden müssen, weil die Lady nur hier schlafen möchte.

LV NRW

mand übersehen haben, dass Esther

gerade zu ruhen gedenkt, dann wird

vehement gefaucht. Ihren Unmut zeigt

sie auch dann, wenn das Tierheimteam

nicht schnell genug auf ihre

Wünsche eingeht und jene Tür öffnet,

hinter der das große Abenteuer wartet.

Und das Abenteuer wartet immer auf

Esther: Hinter der Haustür, im Katzenhaus,

im Treppenhaus, in den Büroräumen

und selbst der Hundetrakt ist

einen Erkundungsgang wert.

Auch Phil beansprucht viel Zeit und

Aufmerksamkeit seiner Betreuer. Allerdings

völlig anders als Esther. Der

ca. 1 Jahre alte Kater ist ein ausgesprochen

schönes Tier, grau getigert

mit weißer Brust, und immer wieder

bleiben Besucher bewundernd vor ihm

stehen. Doch der Freigänger ist ein

sehr vorsichtiger und scheuer Kater; ein

Umstand, der bis jetzt jede Vermittlung

erschwerte. Nach Aussage der Tierärztin

war der Kater bei seiner Aufnahme

mit seinen wunden Pfoten in einem

schlechten Gesundheitszustand. Vermutlich

hat Phil bereits die unschönen

Seiten des Lebens zur Genüge kennen-

“Großes Sommerfest in Rheinböllen”

Am 28. Juni feiert der Landesverband NRW ein großes Sommerfest in Rheinböllen (bei Koblenz). Hier

werden sich alle Hundebesitzer treffen, die von dem LV NRW einen spanischen Hund übernommen haben,

und ein begeistertes Wiedersehen feiern. Darüber hinaus ist jeder Gast herzlich willkommen.

Das Team um Dagmar Weist hat ein interessantes Rahmenprogramm rund um die Hundehaltung

und den Tierschutz organisiert: Vorführungen von Hunden, Agility, Hindernislauf und weitere Wettkampfveranstaltungen

sorgen für hochgradige Spannung und gute Unterhaltung. Musik, Kulinarisches,

Schautafeln und Infotische, an denen Besucher u.a. alles Wichtige über die Vermittlung der spanischen

Hunde nach Deutschland erfahren, sind geplant. Um 11.00 Uhr beginnt die Feier und endet gegen

17.00 Uhr. Bitte bringen Sie Campingstühle oder Decken mit. Im nächsten Rundschreiben finden Sie

eine Fahrtskizze zum Festplatz. Kommen Sie zahlreich - wir freuen uns, mit Ihnen gemeinsam zu feiern!

Veranstaltungsort: Hundeplatz Rheinböllen, in der Nähe des Hochwildschutzparks Hunsrück.

Phil

gelernt und braucht sehr viel Zeit, bis er

Vertrauen gewinnt. Das Tierheimteam

hat beobachtet, dass der Getigerte seine

Furcht vor dem Menschen überwindet,

wenn man leise zu ihm spricht oder

ihn behutsam zum Spielen auffordert.

Und was für ein schöner Erfolg, wenn

er sich dann sogar streicheln lässt, unendlich

vorsichtig und sanft - das versteht

sich von selbst.

Kontakt:

Frau Albert, Wau-Mau-Insel in

Kassel,

Tel: 0561/ 86 15 680


Emi

K ATZENHAUS L UTTERTAL

Neue Gäste im

Katzenhaus Luttertal

VIERBEINIGE ABENTEURER ERWARTEN SIE

Wir stellen Ihnen jetzt fünf Katzen vor -

drei mit unbekannter Vorgeschichte.

Von Moritz und Lieschen wissen wir,

dass ihre Bezugsperson durch einen

tragischen Unfall starb. Die beiden Tiere

trauern sichtbar um den Verlust ihres

scheinbar sehr geliebten Herrchens

und werden nur gemeinsam vermittelt.

Alle Katzen suchen ein Zuhause mit

verantwortungsvollen und lieben Menschen,

die ihnen dauerhaft einen Platz

in ihrem Herzen einräumen.

Lanzelot ist ein eindrucksvoller

schwarzer Kater - nicht nur, wenn er

statuengleich das Katzenhaus bewacht.

Er ist ca. 3 Jahre alt und wurde als

Fundtier ins Katzenhaus gebracht. Der

Tierarzt stellte einen Herzfehler bei ihm

fest, der medikamentös behandelt werden

muss. Aus diesem Grund sollte

Lanzelot in einem ruhigen Umfeld leben.

Übrigens: Mit Streicheleinheiten

sind Sie bei diesem sehr lieben und

sanften Kater an der richtigen Adresse.

Moritz, 3 Jahre, und Lieschen, 2

Jahre, sind unglücklich im Katzenhaus;

sie vermissen ihr Herrchen und ihre gewohnte

Umgebung sehr. Deshalb würden

wir uns freuen, wenn die beiden

Tiere zu liebevollen Menschen kämen,

die ihnen den Verlust ihrer geliebten

Bezugsperson erleichtern könnten. Die

auffällig gezeichneten Katzen schätzen

den Aufenthalt im Freien; ein Zuhause

mit Auslaufmöglichkeiten wäre ihnen

zu wünschen.

Emmelie ist eine wunderschöne Katzen-Lady.

2 Jahre alt, verträglich mit

anderen Katzen, zeigt sie eine gewisse

Jedes Tier, das im Katzenhaus Zuflucht findet, hat seine eigene Geschichte.

Auch wenn Leiterin Monica Boßmann die Vergangenheit ihrer

tierischen Gäste meistens nicht kennt, erfährt sie doch im Laufe der

Zeit über Verhalten und Reaktionen, was diese ausgesetzten oder abgegebenen

Katzen durchgemacht haben müssen.

Lanzelot

Moritz

Ängstlichkeit gegenüber Menschen.

Allerdings muss das kein Dauerzustand

sein; Einfühlungsvermögen und sehr

viel Geduld bewirken auch bei etwas

zurückhaltenden Katzen Wunder.

Emmelie ist keine reine Wohnungskatze;

sie braucht Freilauf.

Auch Emi ist ein wenig scheu, wenn

sich Fremde nähern. Die 5 Jahre alte

Katze mit ausdrucksstarker Zeichnung

fühlt sich wohl, wenn sie ihre Umgebung

erkunden kann. Wer ihr neben

Emmelie

Lieschen

Liebe und Zuwendung noch die Möglichkeit

des Freiganges bieten könnte,

wäre der richtige zweibeinige Partner

für Emi.

Wenn Sie sich für eine unserer

vorgestellten Katzen interessieren

oder dem Katzenhaus einen

Besuch abstatten möchten,

dann wenden Sie sich bitte an

Monica Boßmann im Katzenhaus.

Tel: 0551/ 2 28 32

Das Recht der Tiere 2/2003

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Das Recht der Tiere 2/2003

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T IERHEIM K ÖLN-DELLBRÜCK

Die Hundebegleiter

des Tierheims Köln-

Dellbrück

EINE LIEBE AUF ZEIT

Ohne die vielen ehrenamtlichen

Helfer ginge im Tierschutz gar

nichts. Eine der schönsten Aufgaben

dabei ist die Hundebegleitung.

Derzeit sorgen über 120

hundebegeisterte Kölner dafür,

dass die Vierbeiner täglich Auslauf

bekommen, spielen, toben

und rennen können. Im Laufe der

Zeit baut sich zwischen Hund und

seinem Ersatzbesitzer eine innige

Beziehung auf, die ihr Ende findet,

wenn das Tier ein dauerhaftes

Zuhause gefunden hat.

Für die Vierbeiner sind die treuen

Hundebegleiter wichtige zusätzliche

Bezugspersonen im

Tierheim. Aber auch für die Hundebegleiter,

die aus unterschiedlichen

Gründen kein eigenes Tier

halten können, gewinnt die Verantwortung

für die Vierbeiner eine

immer größere Bedeutung.

"Die Hundebegleitung", sagt

Christel Simon, "ist eine persönliche

Bereicherung für mich; für

alle Menschen." Seit die Kölnerin

das erste Mal mit einer Leine vor

einem Hundegehege stand, sind

inzwischen weit über 5 Jahre vergangen.

Ihr Erfahrungsbericht:

Dass sich vor den Toren Kölns ein Tierheim

befindet, war mir lange bekannt.

Dennoch sind mir bei gelegentlichen

sonntäglichen Spaziergängen in der

reizvollen landschaftlichen

Umgebung dieses Tierheimes,

obgleich mir Hundegebell

ans Ohr drang, keine

besonderen Gedanken

gekommen.

Familienleben und beruflicher

Alltag nehmen uns

Menschen zu bestimmten

Zeiten so in Anspruch,

dass darüber leicht in Vergessenheit

gerät, unseren

Mitgeschöpfen Hilfe zukommen

zu lassen. So ist

beispielsweise der Einsatz

der engagierten Tierschützer

noch immer ein Tropfen Wasser

auf den heißen Stein. Tiere haben

so gut wie keine Lobby. Ich denke dabei

u.a. an die vielen unnötigen Tierversuche,

die qualvollen Tiertransporte

- die dunkelsten Kapitel der modernen

Industriegesellschaft. Für die Vierbeiner

im Tierheim, gilt es etwas zu tun.

So oder so ähnlich muss ich wohl gedacht

haben, als ich an einem freien

Tag in Köln-Dellbrück war. Die schüchterne

Anfrage beim Tierheimleiter, ob

es möglich sei, einen Hund auszuführen,

wurde freudig bejaht. Nach Erledigung

kurzer Formalitäten befand ich

mich bereits in der Schar der Hunde-

Christel Simon mit Gina

begleiter. Die anfänglichen Unsicherheiten

blieben nicht aus - bekanntlich

ist aller Anfang schwer.

Inzwischen sind über 5 Jahre vergangen

und mein Freizeitverhalten hat sich

grundlegend verändert. Dies führt hin

und wieder aus dem Bekanntenkreis zu

der Frage, ob es denn in Köln keine

kulturellen Veranstaltungen mehr gäbe.

Die Zahl der Hunde, die ich ausführen

durfte, ist mittlerweile nicht mehr


nachvollziehbar. Es ist jedoch mit Sicherheit

so, dass sich darunter fast alle

vorhandenen Rassen befanden.

Oftmals hatte ich mich gerade an ein

Tier gewöhnt, als auch schon die Vermittlung

erfolgte. Durch den Wunsch

der neuen Besitzer, mit der Hundebegleiterin

Kontakt zu halten, wird zunächst

der Abschiedsschmerz etwas

gelindert. In meinem Fall sind daraus

einige schöne Freundschaften entstanden.

Die Ambivalenz des im Tierheim

ehrenamtlich Tätigen besteht ja darin,

einerseits das Wohl des Tieres zu sehen

und gleichzeitig die Trennung zu befürchten.

Eine solche Trennung stand mir, ich

weiß noch genau das Datum, am 2.

November 2000, bevor. Rex, ein altdeutscher

Schäferhund, hatte in der

Nähe Kölns ein gutes Zuhause gefunden.

An diesem Tier habe ich besonders

gehangen, vielleicht, weil es

so gerne spielte. Nun stand ich mit verwaister

Leine da...

"Für die Tiere tun wir es gerne!"

Es mag Zufall oder Fügung gewesen

sein, dass ich, noch die Abschiedstränen

trocknend, plötzlich von Gina nach

draußen gezerrt wurde.

Die Hündin war mir vorher schon einmal

bei der Aufzeichnung einer Fernsehsendung

für das ZDF begegnet. Da

Rex ebenfalls mitwirkte, bemerkte ich

nur am Rande ihre Schönheit.

Zwischenzeitlich habe ich mir oft die

Videokassette der ZDF-Ausstrahlung

angesehen und hätte es vor über 2 Jahren

nicht geahnt, über einen so relativ

langen Zeitraum täglich mit ihr auszugehen.

Gina ist eine Kangal-Mix-Hündin,

die möglicherweise aufgrund dieser

Mischung eine große Faszination

auf mich ausübt. Eigentlich führt sie

mich aus. Damit sei nicht gesagt, dass

sie sich nicht auf Menschen einstellen

würde - unterwürfig ist sie jedoch keinesfalls!

Der Schutztrieb ist bei ihr sogar

sehr ausgeprägt, speziell bei einsetzender

Dämmerung. So legt sie

auch besonderen Wert auf die Gesell-

Das Eintüten von Rundschreiben ist eine ziemlich monotone

Angelegenheit, aber für den bmt eine sehr wichtige Sache.

Denn nur so können die Mitglieder über aktuelle Ereignisse

schnell und direkt informiert werden. Dreimal im Jahr müssen

über 7500 Rundschreiben allein für den LV Hessen eingetütet

werden - eine gewaltige Arbeit, die viel Zeit kostet.

"Wir würden es niemals für Geld tun", sagen die Ehrenamtlichen

Kathi (78) und Erwin Nöll (82), "aber für die Tiere tun

wir es gerne!" Über 55 Stunden braucht das Ehepaar für das

langwierige Eintüten; täglich um die 12 Stunden.

Vielen Dank für diese fantastische Leistung!

schaft ihres Mitbewohners George und

dessen Begleiterin beim Spaziergang.

Die Kraft, über die sie verfügt, erfordert

ebenfalls eine solche bei der Person am

anderen Ende der Leine.

Die Dauer des Ausgeführtwerdens bestimmt

weitgehend Gina, ebenso die

Richtung. Nur bei einsetzendem Gewitter

strebt sie eilig der schützenden

Hütte zu. Da bleibt auch keine Zeit, sie

vorher abzuleinen. Ganz anders dagegen

ihr Verhalten bei strömendem Regen.

Die Begleiterin ist bereits bis auf

die Haut durchnässt, während Gina

immer noch ungerührt auf der Wiese

verharrt.

Sollte Gina irgendwann ein adäquates

Zuhause finden - und seitens der Tierheimleitung

wird darauf sehr genau

geachtet - werde ich an dieses herrliche

Geschöpf immer mit viel Liebe und

Respekt denken. Ich darf meinerseits

sagen, dass das Ehrenamt des Hundebegleiters

eine große persönliche Bereicherung

für den Menschen darstellt.

Das Recht der Tiere 2/2003

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Das Recht der Tiere 2/2003

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F RANZISKUS-TIERHEIM

Nach trostlosem Dasein:

Clyde

Die Schäferhündin Molly tobt durch

den Schnee - inmitten ihrer so schnell

liebgewonnenen Familie. Fröhlich und

vital. Noch vor wenigen Wochen saß

die 10 Jahre alte Hündin in einem Tierheim

in Mecklenburg-Vorpommern,

ohne Chancen auf Vermittlung. Dort

glaubte niemand daran, dass die

krebskranke Molly jemals wieder ein

Zuhause finden würde. Doch eines Tages

kümmerte sich ein hiesiger Tierfreund

um die Schäferhündin, die inzwischen

über zwei Jahre im Zwinger

Molly

Zwei Hunde aus dem Franziskus-Tierheim: Zwei Schicksale, eine

glückliche Vermittlung und ein sehr hoffnungsvoller Anfang...

gesessen hatte. Er bat als bmt-Mitglied

das Franziskus-Tierheim um Hilfe, und

das Team nahm die Hündin sofort auf.

Kaum vier Wochen im Tierheim, stand

plötzlich eine Familie vor Molly und war

völlig begeistert von dem ungebrochenen

Lebensmut und dem sanften Wesen

der Schäferhündin. Molly hat sich

inzwischen nicht nur sehr gut eingelebt

- sie hat auch mit ihren tollen Freunden

schon eine Menge erlebt. Winterurlaub

mit Kindern, Hund und Pferd und dann

in Hamburg der "neue Job". Täglich begleitet

die Hündin ihr Frauchen an den

Arbeitsplatz, ein Seniorenheim. Hier

wird sie voller Freude von den Bewohnern

erwartet und mit Zärtlichkeiten

überschüttet. Kaum jemand würde ahnen,

dass Molly einen Gesäugetumor

hat, der mit krebshemmenden Medikamenten

behandelt wird. Doch bis jetzt

hat die vitale und überaus fröhlich

Hündin keine Schmerzen - und wir

hoffen, dass dieser Lebensabschnitt

noch lange währt.

Ungefähr zeitgleich kam Clyde ins Tierheim,

ein ungewöhnlich schöner American

Staffordshire, aber überaus

ängstlich, verunsichert und scheu.

Claudia Bräunig, die sich ehrenamtlich

im Tierheim engagiert, nahm sich des

Hundes an. Man wusste, dass Clyde in

sehr schlechten Verhältnissen gelebt

MOLLY UND CLYDE

HOFFNUNGSVOLLER AUFBRUCH IN EIN NEUES LEBEN

Molly (links) mit ihrer neuen Familie

hatte; er wurde nur nachts herausgelassen,

hatte keinerlei soziale Kontakte

und schien nichts gelernt und zu Niemandem

Vertrauen gefasst zu haben.

Es dauerte mehrere Monate, bis der

schwarz-weiße Rüde Vertrauen zu seinen

unmittelbaren Kontaktpersonen

aufgebaut hatte. Kastration, Spiel mit

Artgenossen und der langsam wachsende

Bezug zum Menschen waren die

ersten Schritte, die dieser bitter vernachlässigte

Hund erfuhr. Und Clyde,

sagt Claudia Bräunig begeistert, lernt

sehr gerne und schnell. Inzwischen hat

er die Trainerin der Hundeschule von

seinen Fähigkeiten und Qualitäten

überzeugt und gezeigt, dass er ein ausgesprochener

Agility-Fan ist. Einiges

hat der Rüde noch zu lernen, doch das

Tierheim-Team ist sich ganz sicher, dass

der zu bestehende Wesenstest nur eine

Frage der Zeit ist.

Text: Claudia Lotz, Fotos: LV Hamburg


Hier wartet man schon

sehnsüchtig auf Sie!

TIERHEIMHUNDE

- DIE GROßARTIGEN KAMERADEN

Arco wurde im vergangenen Jahr ins

Tierheim gegeben, weil sich Nachwuchs

in der Familie eingestellt hatte -

einer der bedauerlichsten Abgabegründe,

weil ein Hund bei entsprechendem

fairen Verhalten seiner Bezugspersonen

grundsätzlich das Baby

akzeptiert. Der 4 Jahre alte Rüde litt

sehr unter dem Verlust seiner liebgewordenen

Menschen und fühlte sich

neben den bellenden Schicksalsgenossen

im Tierheim sichtlich unwohl.

Doch der fast schwarze Schäferhund

hatte richtiges Glück, denn schon nach

kurzer Zeit interessierte sich eine liebevolle

Familie mit einem ausgesprochen

hundesportbegeisterten "Herrchen" für

den Rüden. Und wenig später machen

Arco und sein neuer Freund bereits

Schlagzeilen! Gemeinsam bestehen sie

die Begleithundeprüfung des Deutschen

Schäferhundvereins in Weyhe-

Leeste bei Bremen.

"Wir freuen uns für Arco und seine Familie",

sagt Tierheimleiterin Verena

Krüpe, "und sehen wieder einmal an

diesem Beispiel, wie eng sich Tierheimhunde

an ihre neuen Bezugspersonen

anschließen, und was abgeschobene

Hunde für fantastische Kameraden

werden, wenn man ihnen eine zweite

Chance gibt."

Auch die Neufundländer Estella (7

Jahre) und Otello (8 Jahre) suchen

nach Menschen, die ihnen ein schönes

Zuhause schenken wollen. Eine engagierte

Tierfreundin hatte die beiden

ausrangierten Zuchthunde gerettet und

den Kontakt zu Verena Krüpe aufgenommen.

Im Tierheim haben sich die

beiden Hunde inzwischen gut erholt,

und insbesondere Otello hat wieder

Kraft gewonnen und läuft mit seinen X-

Beinen fröhlich über die Wiesen. Die

braune Estella alleine ließe sich schnell

vermitteln, doch möchte das Tierheimteam

dem Rüden den Verlust seiner

innig geliebten Freundin nicht antun,

der aufgrund seines schwachen Herzens

und einer gutartigen Geschwulst

im Maul vielleicht nicht mehr allzu lange

leben wird. Welcher Tierfreund

öffnet sein Herz für diese beiden

freundlichen und sanften Partner?

Und ein zweites tolles Team wartet

auf Sie: Die weiße Schäferhündin

Aika und ihr kleiner Beschützer

Caesar wurden vor Monaten im

Tierheim abgegeben, weil die Fa-

T IERHEIM “A RCHE N OAH”

Am 6. April 2003 besteht Schäferhund Arco die Begleithundeprüfung mit Verhaltenstest und sein "Herrchen"

den Sachkundenachweis. Eine bewunderswerte Leistung, denn noch vor kurzer Zeit kannten sich diese beiden,

die jetzt ein so starkes Team sind, gar nicht.

Estella & Otello

Rettungsanker für ausgesetzte Tiere

milie samt Mobiliar ausquartiert wurde.

Ein riesiger Schock für die Hunde, die

bis dahin nur ihr häusliches Umfeld

Caesar & Aika

kannten. Doch wenigstens hatten die

beiden einander - und suchen nun im

Doppelpack eine neue tolle Familie,

der sie zeigen können, wie fit und

unternehmenslustig sie als fast 10 Jahre

alte Vierbeiner noch sind.

Wenn Sie Estella und Otello oder Aika

und Caesar bei sich aufnehmen oder

der Tierheimleiterin durch die Übernahme

einer Patenschaft helfen möchten,

wenden Sie sich bitte an Verena

Krüpe. Tel: 0421/ 89 0171

Text und Fotos: Verena Krüpe

Das Recht der Tiere 2/2003

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Tommy

Das Recht der Tiere 2/2003

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T IERE IN N OT

Liebevolle Menschen gesucht!

Der große Katzenfreund

Der große Beschützer

Vereiterte Flohexeme, kahle Stellen,

völler Flöhe und verwahrlost - so wurden

die Hunde ins Tierheim gebracht.

Shila ist ein 9 Jahre alter Pudel-Schnauzer-Mix,

ihr Freund Raschko ein 8Jähriger

Bernhardiner-Mix. Die Beiden sind

trotz schlechter Haltungsbedingungen

sehr freundliche und unproblematische

Hunde. Sie hängen sehr aneinander

und werden nur gemeinsam vermittelt.

Kontakt: Franziskus-Tierheim

Hunde, die Katzen tolerieren,

gibt es öfter. Aber Hunde, die

wie Tommy Katzen geradezu

lieben, wohl eher selten. Der

3 Jahre alte Rüde, derzeit in

einer unserer Pflegestellen,

tobt gerne und dabei am liebsten

mit Kindern. Wir suchen

für diesen bildschönen und

sehr gutmütigen Colli-Schäferhund-Mix

ein ebenerdiges

Zuhause mit Garten. Tommy

leidet unter Hüftdysplasie

(HD), ist jetzt allerdings noch

beschwerdefrei.

Kontakt: NRW, GSt Issum

George

Kontakt für alle Tiere:

Die Adressen der Geschäftsstellen

finden Sie auf Seite 34 !

George ist ein außergewöhnlicher Chow Chow-Mischling. Er ist

ein vierjähriger Rüde, der viel Beschäftigung braucht. George ist

gut erzogen, nimmt aber den Schutz seiner Menschen sehr ernst.

Deswegen sollte man ihn bei Besuch separieren. Hundeerfahrene

Menschen, die ihm viel Auslauf und Beschäftigung geben, wären

die geeigneten Bezugspersonen. TH Köln-Dellbrück

Shila & Raschko

Susi

Auf der Suche nach Liebe

Susi ist ein kleines Energiebündel von 12 Jahren,

das dringend ein schönes Zuhause sucht. Ihre Besitzerin

musste ins Pflegeheim - und so kam unser

ehemaliger Schützling zu uns zurück. Susi ist sehr

verträglich, eine unkomplizierte liebenswerte Hündin,

die zu Menschen vermittelt werden soll, die ihr

viel Liebe und Aufmerksamkeit schenken.

TH Köln-Dellbrück

Unzertrennliches Paar


Lord

Der große Charmeur

Jessi

Pascha

Vom Kettenhund zur Sportskanone

Schon 3 fürchterliche Jahre hinter sich!

Pascha ist ein neunjähriger Mastino-Mix. Wenn man ihm in die Augen

blickt, weiß man, dass man einen außergewöhnlichen Hund

vor sich hat. Gut erzogen und umgänglich ist er dem Menschen

sehr zugetan. Er geht gerne - mit mastinomäßig gemächlichen

Schritten - spazieren. Im Zwinger ist er sehr unzufrieden - der Rüde

hatte viele Jahre ein besseres Zuhause. TH Köln-Dellbrück.

Obwohl Jessi bereits acht Jahre

alt ist, läuft sie für ihr Leben gern

und ausgiebig.

Sie ist eine Schäfermixhündin, die

Menschen und Kinder über alles

liebt. Jessi ist als Welpe allerdings

an der Kette groß geworden und

hat kaum Sozialverhalten, was

andere Hunde angeht. Sie gewöhnt

sich an Rüden, mit Hündinnen

ist sie unverträglich. Jessi

braucht eine starke Person am anderen

Ende der Leine, denn sie

hat viel Kraft und setzt sie auch

ein. Kontakt: TH Köln-Dellbrück

T IERE IN N OT

Sidney fällt als Labrador vollkommen aus dem Rahmen:

Eifersüchtig, unverträglich mit anderen Hunden

und nicht erzogen, sucht sie hundeerfahrene

Menschen, die ihr den roten Faden im Leben geben

und sich viel mit ihr beschäftigen. Die Hündin wurde

abgegeben, weil man nicht "fertig" mit ihr wurde,

aber eigentlich will sie lernen und sich positiv

weiterentwickeln. Wer gibt ihr die Chance?

TH Köln-Dellbrück

Untypische Labradorhündin

Lord ist 3 Jahre alter Deutsch Drahthaar. Seine Lebensgeschichte ist erschütternd

unerfreulich. Er wurde als Welpe an einen Türken verkauft,

der den Hund in seiner Heimat an einem Kebabstand angekettet hielt.

Der junge Rüde wurde täglich von Kindern mit Stöcken geschlagen. Wieder

in Deutschland wurde Lord mehrmals weitervermittelt, u.a. an einen

Versicherungsvertreter, der den Hund tagsüber im Auto und nachts im

Zwinger hielt. Die Ausbildung zum Jagdhund bestand er nicht und wurde

abgegeben. Jetzt lebt der braune Rüde in unserer Pflegestelle Schenk

(s. RdT1/03) in Rudelhaltung, doch er versteht sich immer weniger mit

anderen Rüden und wird ständig unruhiger. Lord braucht dringend die

Liebe und Sicherheit eines Heimes, in dem er als Einzelhund gehalten

wird. Der ausgesprochen schöne Hund ist sehr fit, gesund und braucht

viel Auslauf. Kontakt: LV Bayern

Sidney

Das Recht der Tiere 2/2003

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Das Recht der Tiere 2/2003

Linta

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T IERE IN N OT

Liebevolle Menschen gesucht!

Idealer Zweithund

Der Dackel-Terrier-Mix, ca. 18 Monate

alt, ist Terrier mit Leib und Seele. Hyperaktiv,

verrückt nach Bällchen, dabei lieb,

verschmust und mit gutem Sozialverhalten

wäre Peppi der ideale Zollhund.

Vom Frankfurter Zollamt wurde er als

Rauschgiftspürhund bereits positiv vorgetestet,

doch sucht derzeit leider kein

Zollbeamter einen kleinen Hund. Die

schöne Alternative: Eine sportliche, tolle

Familie, die dieses kleine Energiebündel

sinnvoll beschäftigt, und über

Hundeerfahrung verfügt. TH Reichelsheim.

5 Wochen irrte die Pointer-

Brackenmixhündin auf der

Straße umher, bis sie von

Tierschützern eingefangen

werden konnte. Linta, ca. 7

Jahre alt, ist anfänglich ein

wenig zurückhaltend bei

Fremden, fasst dann aber

sehr schnell Vertrauen und

schließt sich eng an ihre Bezugspersonen.

Die Hündin

bleibt ungern alleine - sie wäre

der ideale Zweithund.

Tierheim Reichelsheim.

Ledi

Unterkunft in dunklem Verschlag?

Peppi

Kontakt für alle Tiere:

Die Adressen der Geschäftsstellen

finden Sie auf Seite 34 !

Die Schäferhündin wurde nach unseren Informationen Jahre in einem

dunklen Verschlag gehalten. Das 6 Jahre alte Tier ist entsprechend

unsicher bei Fremden, doch gibt sich diese Scheu, sobald

sie ihre Kontaktpersonen ein wenig näher kennt. Dann zeigt

Ledi ihr anhängliches und sehr liebes Wesen. Aufgrund ihrer rassebedingten

"Schäferhundhüfte" suchen wir für die Hündin ein

ebenerdiges Zuhause bei verantwortungsvollen Hundefreunden.

Kontakt: TH Reichelsheim.

Spürnase ohne Job

Familienhund mit Jagdambitionen

Fila

Pointermix Fila und wurde wegen ihres Jagdtriebes

abgegeben. Die ca. 6 Jahre alte Hündin hat

eine gute Grundausbildung und ist ein Familienhund

par exellence. Sie zeigt ein sehr gutes Sozialverhalten

gegenüber Kindern und anderen

Hunden und wäre für eine Familie, die Erfahrung

mit Jagdhunden hat, optimal. TH Reichelsheim.


Laika

Wesenstest mit Bravour!

Rini

Sheila

Unternehmungslustige Hündin sucht...

Auf trostlosem Hof gelebt

Ballspielen steht in der Rangfolge der Lieblingsaktivitäten ganz weit

oben: Sheila, 4 Jahre alte Staffordshireterrierhündin, würde sich

vor Interessenten kaum retten können, wenn sie nicht zufällig ein

Hund dieser speziellen Rasse wäre. Sie hat den Wesenstest erfolgreich

bewältigt - und macht anderen Hunden beim Laufen an der

Leine etwas vor, so gehorsam reagiert sie auf den leisesten Wink

ihrer Bezugsperson. Wir haben Sheila aus dem Tierheim Dellbrück

zu uns genommen, in dem derzeit über 80 Hunde gleicher Rasse

auf ein neues Zuhause warten. Kontakt: TH Reichelsheim.

Sie fährt gerne Auto, ist menschenbezogen,

hört gut und hat als

7 Jahre alte Schäferhündin eine

völlig gesunde Hüfte. Die besten

Voraussetzungen, um mit Rini all

das im Leben zu unternehmen,

was Spaß macht.

Wenn Sie wollen - die Hündin ist

sofort dabei! Kontakt: TH Reichelsheim.

T IERE IN N OT

Max ist ein Nympfensittich, der entsetzlich verwahrlost

zu uns kam. Selbst der Tierarzt war schockiert, als

er den Sittich behandelte. Max kam in eine unserer

Pflegestellen und freundete sich eng mit dem bereits

dort lebenden Nympfensittich an. Jetzt müssen die

Vögel aufgrund einer hochgradigen Allergie der Besitzerin

fort. Wer gibt den beiden unzertrennlichen

Sittichen ein schönes Zuhause mit Freiflug? Kontakt:

LV Niedersachsen

Nicht ohne seinen Freund

8 Jahre sind eine lange Zeit. Und wenn man sie als Vierbeiner in trostloser Umgebung

und ohne menschliche Ansprache verbringt, dann erscheint sie sicherlich

noch länger. Schäferhündin Laika, eine unserer "älteren Hundedamen" im

Tierheim, hat sich trotz ihrer freudlosen Vergangenheit eines bewahren könnnen:

Freude und Begeisterung. Über Streicheleinheiten, Beschäftigungen und

Spaziergänge zum Beispiel. Wer Laika noch mehr geben möchte, Liebe und

dauerhafte Zuwendung, wird in der Hündin eine treue Gefährtin finden. Kontakt:

TH Reichelsheim.

Max

Das Recht der Tiere 2/2003

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Das Recht der Tiere 2/2003

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HAUPTGESCHÄFTSSTELLE

Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München

Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23

Postbank München Kto. 1819 30-807 (BLZ 700 100 80)

VORSTAND

B UND GEGEN M ISSBRAUCH DER T IERE

1. Bundesvorsitzende:

Jutta Breitwieser, „Elisabethenhof“

Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim

Tel. (06035) 96 11 11, Fax (06035) 96 11 18

2. Bundesvorsitzender:

Dr. Jörg Styrie

Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin

Tel. (030) 43 65 58 64, Fax (030) 43 65 58 65

Bundesschatzmeister:

Hans Hoffsümmer, Gierather Str. 51

51469 Bergisch Gladbach

Tel. (02202) 59517, Fax (01805) 62 45 62-11415

Bundesschriftführerin:

Karin Stumpf, Am Heiligenhäuschen 2, 50859 Köln,

Tel. (0221) 950 51 55, Fax (0221) 950 51 57

LV Baden-Württemberg (www.tierschutz-bmt-bw.de)

Leiter: Dr. Uwe Wagner

Ohnastetter Straße 13, 72805 Lichtenstein

Tel. (07129) 6 09 93, Fax (07129) 6 08 98

Kreissparkasse Reutlingen Kto. 75 7889 (BLZ 640 500 00)

LV Bayern (www.bmt-bayern.de)

Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München

Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23

Postbank München Kto. 142 20-802 (BLZ 700 100 80)

Sonderkonto Rumänien

HypoVereinsbank Kto. 35 94 68 29 (BLZ 700 202 70)

LV Berlin (www.tierschutz-bmt-berlin.de)

Leiter: Dr. Jörg Styrie (jstyrie@aol.com)

Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin

Tel. (030) 43 65 58 64, Fax (030) 43 65 58 65

Postbank Berlin Kto. 9603-107 (BLZ 100 100 10)

LV Nierdersachsen (www.tierheim-arche-noah.de)

Geschäftsstelle u. Tierheim „Arche Noah“

Leiterin: Verena Krüpe

Rodendamm 10, 28816 Stuhr

Tel. und Fax (0421) 89 01 71

Sparkasse Bremen Kto. 1050 004 (BLZ 290 501 01)

LV Hamburg/Schl.-Holstein (www.franziskustierheim.de)

Leiterin: Angelica Blank

Tel. (040) 55 49 28-34, Fax -32

„Franziskus-Tierheim“, Tel. (040) 5 89 46 15

Lokstedter Grenzstraße 7, 22527 Hamburg

Haspa Kto. 1049220799 (BLZ 200 505 50)

LV Niedersachsen/Thüringen

Geschäftsstelle Vollenborn

Leiterin: Hannelore Thied

Hauptstraße 7a, 37355 Vollenborn

Tel. (036076) 40 555, Fax (036076) 40 556

„Katzenhaus Luttertal“, Luttertal 79, 37075 Göttingen

Leiterin: Monica Bassmann, Tel. (0551) 2 28 32

Postbank Hannover Kto. 732 223 06 (BLZ 250 100 30)

mit 11 Geschäftsstellen und 7 Tierheimen

LV Hessen/Rhl.-Pf./Saarl. (www.tierheim-elisabethenhof.de)

Geschäftsstelle u. Tierheim „Elisabethenhof“

Leiterin: Jutta Breitwieser

Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim

Tel. (06035) 59 16, Fax (06035) 96 11 18

Frankfurter Sparkasse Kto. 5975 (BLZ 500 502 01)

für LV Rheinland-Pfalz/Saarland:

Postbank Köln Kto. 294 20-509 (BLZ 370 100 50)

Hundeauffangstation Ikervar/Ungarn

Petöfi u. 23, H-9756 Ikervar, Sonderkonto: Frankfurter

Sparkasse Kto. 847 275 (BLZ 500 502 01)

LV Hessen (www.wau-mau-insel.de)

Geschäftsstelle u. Tierheim „Wau-Mau-Insel“

Leiter: Dr. Heinz-Wilhelm Selzer

Schenkebier Stanne 20, 34128 Kassel

Tel. (0561) 86 15 680, Fax (0561) 86 15 681

Postbank Frankfurt Kto. 1717 55-608 (BLZ 500 100 60)

LV NRW (www.tierheim-dellbrueck.de)

Urftstraße 12, 50996 Köln

Leiterin: Sylvia Bringmann

Geschäftsstelle u. Tierheim Dellbrück

Iddelsfelder Hardt, 51069 Köln

Tel. (0221) 68 49 26, Fax (0221) 68 18 48

Postbank Köln Kto. 924 02-505 (BLZ 370 100 50)

LV NRW

Geschäftsstelle Issum (www.bmt-nrw.de)

Leiterin: Dagmar Weist

Drosselweg 15, 47661 Issum

Tel. (02845) 3 75 57, Fax (02835) 44 46 99

Sparkasse Moers Kto. 115 002 066 (BLZ 354 500 00)

LV Nierdersachsen (www.tierheim-hage.de)

Geschäftsstelle Norden

Leiterin: Marion Kück, Dieter Kuhn, Ursula Sottmeier

Nordbuscherweg 17, 26553 Dornum

Tel. (04933) 99 28 24, Fax (04933) 99 28 26

Tierheim Hage

Hagermarscher Straße 11, 26524 Hage

Tel. (04938) 4 25, Fax (04938) 91 49 90

Sparkasse Norden Kto. 13 730 (BLZ 283 500 00)

WEITERE ANSCHRIFTEN VON MITARBEITERN:

Renate Domaschke (Tierschutzlehrerin)

www.tierheim-elisabethenhof.de/domaschke.htm

Hassel 2, 21261 Welle

Tel. (04188) 899 434, Fax (04188) 899 435

Claudia Lotz (Redakteurin)

(lotzcl@nexgo.de)

Hugo-Vogel-Str. 5b, 14109 Berlin,

Tel. (030) 80 58 33 38, Fax (030) 80 58 33 39

Jochen Prinz (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)

(joprinz@debitel.net)

Saarweg 17, 53129 Bonn

Tel. (0228) 65 10 72, Fax (0228) 65 10 82

Dr. Jörg Styrie (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)

(jstyrie@aol.com)

Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin

Tel. (030) 43 65 58 64, Fax (030) 43 65 58 65

INTERNET:

http://www.bmt-tierschutz.de


Cornelia Hasper erzählt

"Wie Agathe zu mir kam"

Ich hatte 12 Jahre mit einem Riesenschnauzer-Schäferhundmix gelebt,

den ich aus dem Tierheim holte, als er ungefähr 5 Jahre alt war. Nero

war ein sehr eigenwilliger Hund, eine Alpha-Persönlichkeit mit feinem

Charakter und großer Anhänglichkeit. Ich war in den 12 Jahren ununterbrochen

mit ihm zusammen. Sein letztes Jahr war sehr schlimm für

mich, denn er war organisch gesund, aber dement. Das bedeutete, dass

er den Kontakt zu mir verlor und sich nicht mehr zurecht

fand. Im Hunde-biblischen Alter von 17 Jahren

musste ich ihn einschläfern lassen, da er nicht mehr

wusste, was Fressen bedeutete. Ich habe furchtbar getrauert

um diesen Hund - und konnte mir nicht vorstellen,

dass jemals ein anderer an seine Stelle treten

könnte.

Ich habe zunächst die Unabhängigkeit genossen, viel gearbeitet und mir

eine lange und schöne Reise gegönnt, auf die ich einen Hund nicht hätte

mitnehmen können. Doch als ich im drauffolgenden Herbst auf einer

Nordseeinsel Urlaub

machte, fühlte ich

mich trotz der schönen

Umgebung ohne

Hund leer und auch

allein. Ich beneidete

jeden, der dort mit

seinem Hund spazieren

ging, und ich

merkte, wie zwar

mein alter Nero nicht

aus meinem Herzen

verschwand, aber doch Raum entstand für einen anderen Hund ?

Als ich nach Hause kam, ging ich sofort mit meinem "Leihhund", einem

riesigen jungen Schäferhund, spazieren - und da spürte ich es ganz klar:

Ein Hund sollte wieder ins Haus, allerdings kein junges Tier. Ich bin ja

AGATHES

GESCHICHTE

Agathe ist eine fast 11

Jahre alte Schäferhündin.

Sie wurde von ihren Besitzern

an einem Rastplatz ausgesetzt,

und wenn das Tierheimteam

in Reichelsheim einem

Hund schnell ein schönes Zuhause

wünschte, dann dieser unkomplizierten

und liebenswerten

Hündin, die so schwer enttäuscht

worden war. Doch Agathe musste

noch einige Zeit warten, bis ein

neuer Mensch in ihr Leben trat...

Und auch für Cornelia Hasper, die

Agathe zu sich nahm, war diese

Entscheidung eine langüberlegte

Konsequenz aus ihrer Sehnsucht

nach einem Hund, nachdem ihr

geliebter Nero gestorben war.

selbst nicht mehr jung, möchte keinen Hund mehr erziehen und mich auf ein ganzes Hundeleben festlegen. Aber einen Hund

ausschließlich zum Versorgen und Liebhaben, ja, dafür war Platz.

Am selben Tag war der Brief vom Elisabethenhof mit Agathes Foto bei mir im Briefkasten. Diese Synchronizität hat mich so

be-rührt und Agathes Schicksal darüber hinaus so ge-rührt, dass ich mich schnell entschloss, sie wenigstens anzuschauen.

Aber eigentlich hatte ich mich schon entschieden...

Im Tierheim hat man mir die Leine von Agathe in die Hand gedrückt; ich sollte mit ihr spazieren gehen. Sie ging mit mir, als

ob sie es nicht anders erwartet hätte. Und ich war glücklich.

Agathe hat mein Haus mit dem Gärtchen und allen Menschen, die hier ein- und ausgehen, sehr schnell erobert. Sie ist liebenswürdig,

unkompliziert, dabei aber nicht unterwürfig; sie hat sich trotz ihres Schicksals ein eigenständiges Wesen bewahrt.

Wir haben eine gute Zeit miteinander, wachsen täglich mehr zusammen. Sie ist völlig anders als mein Nero - und das ist gut

so. Der Urlaub an der Nordsee ist gebucht, mit Hund, mit meiner Agathe!

Impressum

DAS RECHT DER TIERE Nr. 2/2003

Mitgliederzeitschrift des „Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V.“

Redaktion: Claudia Lotz, Jochen Prinz, Dr. Jörg Styrie, Hans Schroer

Gestaltung: Stefan Lotz, Andrea Sturm

Anzeigen: Willy Passmann, Hattinger Str. 837, 44879 Bochum, Tel.: 0234 / 49 42 84

Druck: Brendow PrintMedien, Moers; Titelbild: Animals Angles

Übernahme von Artikeln, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe gestattet. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier.

Auflage: 30 000 Exemplare. Dieser Ausgabe ist eine Doppelpostkarte beigeheftet.

H APPY E ND

Das Recht der Tiere 2/2003

35


„Das Recht der Tiere“ – Postvertriebsstück B 13769 – Entgelt bezahlt

Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.

Als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt

Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar

Hauptgeschäftsstelle: D-80803 München lViktor-Scheffel-Str.15

Tel. (089) 3839520 Fax (089) 38395223

HELFEN SIE UNS, FÜR TIERE DA ZU SEIN !

B EITRITTSERKLÄRUNG

Tiere sind gut für den Menschen. Sie

schenken uns ihre Zuneigung und ihre

Liebe. Sie sind da, wenn wir sie brauchen.

Sie helfen uns über traurige Stunden

hinweg. Sie geben uns Hoffnung

und Freude. Wir sollten ihnen mit Dankbarkeit

begegnen.

Doch viele Tiere erleiden ein grausames

Schicksal. Statt Zuneigung erfahren

sie Ablehnung und werden oft ins

Tierheim abgeschoben. Erklärungen

hierfür gibt es viele. Gründe jedoch keine.

Der bmt ist für diese Tiere da. In unseren

Tierheimen bemühen wir uns,

diesen Tieren eine neue Perspektive zu

geben. Vielfach erfolgreich. Doch einige

Tiere bleiben als Dauergäste bei uns.

Helfen Sie uns, damir wir auch in Zukunft

für die Tiere da sein können.

Unterstützen sie unsere Arbeit mit einer

Spende oder Mitgliedschaft.

Ich unterstütze den Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. und

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(Mindest-Jahresbeitrag: 20 EURO. Mitgliedschaft kann jederzeit satzungsgemäß beendet werden.)

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