RDT 1/2007 - Bund gegen Missbrauch der Tiere ev

bmt.tierschutz.de

RDT 1/2007 - Bund gegen Missbrauch der Tiere ev

Nr. Nr 1 März 2007

DAS RECHT DER TIERE

55 JAHRE bmt-TIERSCHUTZ

Nur mit Ihrer Hilfe

geht es voran!

“HOPE” AUS

RUMÄNIEN

BOTSCHAFTERIN FÜR

EIN GLÜCKLICHES

HUNDELEBEN

GEMEINSAME

ZUKUNFT

WER ADOPTIERT

EIN TIERHEIMTIER?

EHRENAMTLICH

IM bmt

SIND SIE DABEI?

IHRE HILFE

KOMMT AN

PATENSCHAFTEN

RETTEN LEBEN

BUND GEGEN MISSBRAUCH DER TIERE E.V.


Das Recht der Tiere 1/2007

2

I NHALT

INHALT

Inhaltsverzeichnis / Impressum 2

EDITORIAL 3

TITELTHEMA - 55 JAHRE bmt 4

Tierschutz - jeder Cent für die Tiere

Ein Interview mit Dr. Jörg Styrie

GNADENBROTTIERE 10

Noch einmal das Glück kennen lernen…

Neues Leben dank Ihrer Hilfe

DAS VERMITTLUNGSGESPRÄCH 12

Beide Seiten müssen “Klartext” reden

TIERE IN NOT 14

Aus den Tierheimen des bmt

TIERSCHUTZPOLITIK 17

EU-weites Importverbot für Hunde -und Katzenfelle?

Kein Fortschritt: Die neue EU-Tiertransportverordnung

AUSLANDSTIERSCHUTZ 20

Interview mit Petra Zipp über Arbeit und Ziele des bmt

Gerettete Hündin Hope - Hoffnung für Rumänien

GLÜCKLICH VERMITTELT 24

Ungarische Hunde im neuen Zuhause

EHRENAMTLICH IM bmt 26

Ganze Familie im Tierschutz - voller Einsatz für Tiere

GESCHÄFTSSTELLEN

LV Hessen Unter neuer Leitung 28

TH Wau-Mau-Insel Rumänische Welpen gerettet 30

Franziskus-TH Tauber Hund Beethoven 32

ANSCHRIFTEN / Internetadressen der Geschäftsstellen 34

SO HELFEN SIE DEM BMT 35

TH Arche Noah: Spenden für Ferdinand

JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG - erstmalig in Köln! 36

Beitrittserklärung 36

Impressum

DAS RECHT DER TIERE Nr. 1/2007

Mitgliederzeitschrift des „Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V.“

Redaktion:

Claudia Lotz, Dr. Jörg Styrie, Mike Ruckelshaus, Hans Schroer

Gestaltung: Stefan Lotz, Andrea Sturm

Druck: Brendow PrintMedien, Moers;

Artgerchte Offenstallhaltung

Seiten 4-9

55 Jahre bmt

Interview mit Dr. Jörg Styrie

Seite 12

Vermittlungsgespräche

Es geht um die Zukunft der Tiere

Seite 20

Auslandstierschutz

Hündin Hope - Botschafterin aus

Rumänien

Seite 32

Beethoven

Eine Spürnase erobert Hamburg

Druck: Brendow PrintMedien, Moers;

Titelbild v. Claudia Lotz: “Lassie” (Vermittlungshund auf Seite 23)

Übernahme von Artikeln, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe

gestattet. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier.

Auflage: 41.000 Exemplare


AUF EIN WORT…

Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde!

DÜRFEN WIR MIT IHRER HILFE RECHNEN?

In diesem Jahr feiert der Bund gegen Missbrauch der Tiere

e.V. sein 55jähriges Bestehen. Mit Stolz blicken wir auf diese

Zeit zurück. Aus den Anfängen einiger hochmotivierter

Tierfreunde hat sich ein Verein entwickelt, der fester

Bestandteil des Tierschutzes in Deutschland ist.

1706 Hunde, 1957 Katzen und 2042 Kleintiere konnten durch unsere Tierheime allein im Jahr

2006 in gute Hände vermittelt werden. Zusätzlich waren unsere Tierheime Aufnahmestationen

für viele entlaufene Tiere, die an die ihre Besitzer zurückgegeben werden konnten. Jedes Tier

hatte seine eigene, teils bewegende Geschichte. Oft standen uns die Tränen in den Augen,

manchmal vor Wut darüber, was Menschen Tieren antun, oftmals aber auch vor Rührung und

Freude einen Beitrag dazu geleistet zu haben, dass Menschen und Tiere zusammengefunden

haben. Dann wussten wir, dass unsere Arbeit nicht umsonst war.

In diese Freude mischt sich jedoch zunehmend ein Wehrmutstropfen: Die Kosten für die

Tierschutzarbeit des bmt sind seit längerer Zeit durch die Einnahmen nicht mehr gedeckt. Wir

sparen, wo wir können - wenn es den Tieren nicht zum Nachteil wird. Dennoch schlagen die

Kosten unter anderem für Tierversorgung, Tierarzt, Medikamente, Futter, Strom und Heizung so

zu Buche, dass unsere Reserven zunehmend schwinden. Mit großer Sorge blicken wir derzeit in

die Zukunft und haben dennoch die Hoffnung, dass wir unsere Tierschutzarbeit in den

kommenden Jahren fortführen können.

Da der bmt keine staatlichen Zuwendungen erhält, sind es die Tierfreunde, die unsere Arbeit

ermöglichen. Wir sind dankbar für jeden Betrag, den wir in der Vergangenheit erhalten haben.

Wir können unsere Arbeit aber nur fortführen, wenn wir auch weiterhin auf Unterstützung

hoffen können. Deswegen unsere herzliche Bitte: Helfen Sie uns, die finanzielle Last zu

schultern. Ob durch eine Mitgliedschaft, einen Förderbeitrag (siehe dazu S. 35), eine Spende,

eine Patenschaft oder durch eine testamentarische Verfügung. Nur durch Ihre Hilfe können wir

helfen, können wir die Not der vielen Tiere lindern.

Auch diese Ausgabe "Das Recht der Tiere" vermittelt Ihnen, wo der bmt aktiv ist, wie er im

praktischen und politischen Tierschutz konsequent für die Tiere eintritt. Bitte unterstützen Sie

unsere Arbeit auch weiterhin, die Tiere brauchen uns!

Es grüßt Sie herzlich in tierschützerischer Verbundenheit

Ihr

Dr. Jörg Styrie

E DITORIAL

Dr. Styrie mit Vermittlungshund Tibor (S.16)

Das Recht der Tiere 1/2007

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Das Recht der Tiere 1/2007

4

T ITELTHEMA

Dr. Jörg Styrie im

Gespräch

"Lieben Sie Tiere?

Dann helfen Sie dem

bmt, seine gute

Tierschutzarbeit

fortzusetzen!"

Tieren in Not zu helfen, sich für

gesetzliche Verbesserungen ihrer

Lebensbedingungen einzusetzen

und Menschen für den

Schutz von Tieren zu sensibilisieren

- das sind die grundlegenden

Aufgaben des bmt. In

diesem Jahr wird der Verein 55

Jahre alt.

Dr. Jörg Styrie ist seit Juni 2006

der bmt-Vorsitzende. Was den

bmt von anderen Tierschutzorganisationen

unterscheidet, warum

Tierschutz so viel Geld kostet

und der bmt mehr denn je

auf Unterstützung von überzeugten

Tierfreunden angewiesen

ist, erklärt der promovierte

Agrarwirt in unserem aktuellen

Interview.

RdT: Was macht den bmt aus Ihrer

Sicht einzigartig?

Dr. Jörg Styrie: Dass er jedem Tier in

Not hilft und dabei keine Kosten scheut.

RdT: Anders als andere Tierschutzorganisationen

nimmt der bmt nicht nur

bmt-Vorsitzender Dr. Jörg Styrie

Tiere in seinen acht Tierheimen auf,

sondern ermöglicht auch Tieren auf so

genannten Gnadenbrothöfen ein artgerechtes

und friedvolles Leben bis an

ihr natürliches Ende…

Dr. Jörg Styrie: …eine Leistung, die

ich großartig finde und die unsere ethische

Überzeugung widerspiegelt: Für

Tiere da zu sein, die viele Jahre auf der

Schattenseite des Lebens standen und

es mehr als verdient haben, ohne Angst

und Entbehrungen leben zu dürfen.

Es gibt für mich kaum etwas Schöneres

als die positive Entwicklung von Tieren

zu begleiten, die verstört und scheu zu

uns kamen und sich im Laufe unserer

liebevollen Versorgung zu ausgegliche-

Letzte Meldungen

sterben +++

Geflügelgrippe

12 Wölfe oder ++

Geflügelgrippe

40 biGeflügelgrip

Geflügelgrippe200

Dauerthema Legehennen:

Demonstration des bmt vor dem Brandenburger Tor

1706 Hunde

konnte der bmt 2006 in neue Familien vermitteln

SEIT 55 JAHREN:

nen Tieren entwickeln konnten.

RdT: Wer kommt für den Unterhalt der

Gnadenbrottiere auf?

Dr. Jörg Styrie: Der bmt, wobei ein

Teil der Versorgung durch Patenschaften

abgedeckt wird. Der Unterhalt für

die derzeit 279 Gnadenbrottiere beträgt

rund 27.500 Euro pro Monat.

Eine Patenschaft kann ab monatlich 15

Euro eingegangen werden. Doch wenn

Sie bedenken, dass ein Pferd je nach

Größe, Alter und Gesundheitszustand

zwischen 125 und 250 Euro Versorgung

pro Monat auf einem Gnadenbrothof

kostet, bräuchten wir allein für

dieses Tier zwölf bis 25 Paten, um sei-


+

lügelgrippe

peder +++

Chin ++++++

“DER bmt HILFT JEDEM TIER”

ne Unterhaltskosten zu decken. Und

dabei wären dann nicht einmal eventuelle

Tierarztkosten berücksichtigt!

Für exotische Tiere wie z. B. Affen, die

wir meist aus Beschlagnahmungen

übernommen haben, ist der finanzielle

Aufwand meistens noch höher, weil sie

besondere Ansprüche an ihre Haltungsbedingungen

stellen. Außerdem

muss der bmt oft erst einmal die Voraussetzungen

zur Aufnahme der Tiere

schaffen, indem er artgerechte Gehege

bauen lassen muss.

Ein weiterer Punkt kommt noch hinzu:

Unser ältestes Tier ist ein 42jähriges

Kapuzzineräffchen, gefolgt von Ponys

und Pferden, die ebenfalls auf die 40

Jahre zugehen. So wunderbar es ist,

wenn die geretteten Tiere unter unserer

Obhut ein hohes Alter erreichen, so

scharf müssen wir aufgrund dieser

häufig jahrzehntelangen Bindung von

Geldern in anderen Bereichen kalkulieren.

RdT: Sie meinen zum Beispiel in der Öffentlichkeitsarbeit?

Dr. Jörg Styrie: Ja, da auch. Andere

Tierschutzorganisationen sind in der

Lage, weitaus mehr Geld in öffentlichkeitswirksame,

den Bekanntheitsgrad

effektiv steigernde Werbemaßnahmen

zu stecken, weil sie keine oder keine

vergleichbaren Fixkosten im prakti-

55 JAHRE BMT

Artgerechte

Haltungsbedingungen

in allen 8 bmt-Tierheimen

schen Tierschutz haben. Bei uns ist das

anders: Wir verwenden die uns zugedachten

Gelder fast ausschließlich für

den praktischen Tierschutz. Der bmt ist

einer der ganz wenigen Tierschutzorganisationen,

die überhaupt Gnadenbrottiere

in dieser Größenordnung aufgenommen

haben.

RdT: Schlagen auch Personalkosten im

bmt zu Buche?

Dr. Jörg Styrie: Ja, wir beschäftigen

ja nun inzwischen über 100 Mitarbeiter.

Und gerade weil wir wissen, wie schwer

die Arbeit in unseren Tierheimen mit

unvorhergesehenen Notfällen, Nachtdienst

und Extraschichten am Wochenende

und Feiertagen ist, würden wir

Das Recht der Tiere 1/2007

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Das Recht der Tiere 1/2007

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T ITELTHEMA

Über 100 feste Mitarbeiter -

hier z.B. im bmt-Tierheim

“Arche Noah” in Stuhr

sehr gerne andere Gehälter zahlen,

aber leider geht das - zumindest im Augenblick

- nicht.

RdT: Welche großen Kostenfaktoren

hat der Verein noch?

Dr. Jörg Styrie: Natürlich alle Ausgaben,

die in direktem Zusammenhang

mit unserer Aufgabe stehen, Tieren in

Not sofort und schnell zu helfen: Das

sind die Kosten für die Versorgung und

Beispiel Tierheim Wau-Mau-Insel

Kostenerstattung für Fundtiere

medizinische Behandlung der Tiere

und die Aufwendungen für den Unterhalt

der Tierheime mit Renovierungen

und Baumaßnahmen.

RdT: Wie finanziert sich der Gesamtverein?

Dr. Jörg Styrie: Fast ausschließlich

aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und

Testamenten. Wobei die Beträge von

20 Euro im Jahr an der untersten Gren-

ze liegen; andere Organisationen haben

weit höhere Mitgliedsbeiträge festgesetzt.

RdT: Bekommen die bundesweit ansässigen

bmt-Tierheime eine Unterstützung

von den Gemeinden?

Dr. Jörg Styrie: Nein, nicht alle. Das

hängt von den Verträgen ab. Städte

und Gemeinden sind gesetzlich verpflichtet,

Fundtiere artgerecht zu versorgen.

In der Praxis überlassen sie diese

Aufgabe Tierheimen. Unsere

Tierheime in Kassel,

Köln und Hage haben

mit den Städten

bzw. Gemeinden

vertraglich geregelt,

dass sie eine Kostenerstattung

für Fundtiere erhalten. Doch

diese Erstattung ist aufgrund der klammen

städtischen Haushaltslage oft so

gering, dass die laufenden Kosten damit

nicht gedeckt werden können.

So nimmt zum Beispiel unser Kasseler

Tierheim Wau-Mau-Insel besonders

viele Fundtiere auf, weil diese Region in

Das Tierheim Mau-Mau-Insel arbeitet mit

der Stadt Kassel und zehn Städten und

Gemeinden zusammen. Die Stadt Kassel

zahlt pauschal ca. 100 000 Euro. Von den

umliegenden Gemeinden, mit denen das Tierheim Fundtierverträge abgeschlossen

hat, kommen noch ca. 7 000 Euro. Im Vergleich: Die Tierheimkosten

belaufen sich pro Jahr auf ca. 600 000 Euro.

Wenn Tiere aus Gemeinden aufgenommen werden, mit denen keine

Fundtierverträge bestehen, werden die Kosten in Rechnung gestellt. Im

vergangenen Jahr nahm das Tierheim 246 Fundhunde, 227 Fundkatzen

und 226 Fundkleintiere auf, dazu noch ca.100 Sicherstellungen. In diesen

Zahlen sind nur die Fundtiere, nicht jedoch die Abgabetiere enthalten,

die das Tierheim auch noch aus Kassel und umliegenden Gemeinden

aufnimmt.

Hessen eine recht problematische und

sozialschwache ist. Von der Stadt bekommt

das Tierheim dafür einen Pauschalbetrag.

Dieser Betrag ist allerdings

schon im zweiten Monat der

Überweisung verbraucht, weil allein die

Tierarztkosten weit darüber liegen (s.

Kasten).

RdT: Warum fallen so hohe Tierarztkosten

in den Tierheimen an?

“Wir verwenden zugedachte

Gelder fast

ausschließlich für den

praktischen Tierschutz”

Dr. Jörg Styrie: Das liegt in der Natur

des Tierschutzes. Die meisten Tiere,

die wir aufnehmen, brauchen dringend

Hilfe. Sie sind oft lange Zeit schlecht gehalten

und behandelt worden, unterernährt,

alt, verstört, verletzt oder chronisch

krank. Wenn Tiere, das gilt

besonders für Katzen, mit ihren gerade

geborenen Welpen ausgesetzt werden,

sind die Kleinen oft extrem schwach

und können nur mit intensiver tiermedizinischer

Versorgung am Leben ge-

halten werden.

Auch das für mich

Unfassbare passiert

immer wieder: Da

werden Hunde und

Katzen zu uns gebracht, weil eine Operation

ansteht, die den materiellen Wert

des Tieres übersteigt. Eine kühle Kosten-Nutzen-Rechnung

der Besitzer, die

sehr oft zu ungunsten des Tieres ausfällt.

Entweder lassen sie die Tiere einschläfern,

wenn sich Tierärzte bereit

finden oder sie bringen sie in einer letzten

Anwandlung von Mitleid zu uns.

Die anstehende Behandlung wird dann

auf Kosten des Tierheims durchgeführt

- diese Ausgaben stellen zwar eine zusätzliche

Belastung dar, aber für uns gilt

die Maxime: Kein Tier wird wegen seiner

verursachenden Kosten eingeschläfert!

Denn noch einmal: Der bmt

wurde vor über 55 Jahren gegründet,

weil Menschen Verantwortung für leidende

Tiere übernommen haben. Dieser

Verantwortung, dieser ethischen

Verpflichtung stellt sich der Verein heute

und - sofern ihm seine Freunde und

Mitstreiter weiterhin das Vertrauen

schenken - auch in der Zukunft.

RdT: Einige bmt-Tierheime liegen in

wirtschaftlich schwachen Regionen mit

hoher Arbeitslosigkeit. Wie stehen diese

Tierheime finanziell da?

Dr. Jörg Styrie: Entsprechend

schlecht. Ihnen fehlen größere Spenden

oder Vermächtnisse, mit denen sie

die laufenden Kosten im Tierheim abdecken

können. Solche Tierheime sind

Zuschussbetriebe, die oft schon seit

Jahren “am Tropf” des Gesamtvereins

hängen. In der Vergangenheit konnte


der bmt diese Unterdeckungen ausgleichen

- aber wir können heute nicht

mehr sicher sagen, wie lange der bmt

diese Kraftanstrengung noch erbringen

kann.

RdT: Erwägen Sie, defizitäre Tierheime

zu schließen?

Dr. Jörg Styrie: Nein. Wir nehmen

unsere Verantwortung für die aufgenommenen

Tiere und unsere Mitarbeiter

sehr ernst. Doch wir dürfen nicht die

Augen vor der derzeit sehr angespannten

finanziellen Situation des Gesamtvereins

verschließen. Wenn der Ernstfall

eintritt und Spendengelder in

größerem Umfang über einen längeren

Zeitraum ausbleiben, muss der bmt

reagieren.

RdT: Den bmt gibt es seit nunmehr 55

Jahren - und immer haben Tierfreunde

seine gute, seriöse und engagierte Arbeit

mit Zuwendungen honoriert. Warum

hat sich die finanzielle Situation im

Augenblick für den Verein so zugespitzt?

Dr. Jörg Styrie: Das hat vor allem

wirtschaftliche Gründe, die der bmt

nicht beeinflussen kann: Die Kosten für

die Lebenshaltung steigen seit der Euro-Umstellung,

ohne dass sich in vielen

Branchen die Löhne entsprechend anpasst

haben. Die aktuelle Diskussion

um unsichere Renten, mangelnde Absicherung

im Alter und Erhöhung der

Lebensarbeitszeit tragen zu einer Zurückhaltung

der Spendenbereitschaft

bei, die wir inzwischen empfindlich zu

spüren bekommen.

Viele Tiere werden

zum Beispiel nur

deswegen abgegeben,

weil sich die arbeitslos

gewordenen

Besitzer plötzlich

außerstande sehen, Tierarztkosten und

Steuern aufzubringen. Und einige ältere

Menschen kündigen ihre Mitgliedschaft

oder ändern ihr Testament, weil

ihr Vermögen vom nicht einkalkulierten

Aufenthalt im Seniorenheim aufgezehrt

wird.

RdT: Der bmt hat in den letzten Jahren

drei Bauvorhaben in Angriff genommen:

Im Tierheim Stuhr wurde eine Hunde-Quarantäne

errichtet, im Tierheim

Köln-Dellbruck ein neues Hundehaus

Tiere brauchen Paten - Tiere brauchen Sie!

“Kein Tier wird in bmt-

Tierheimen wegen

der verursachenden

Kosten eingeschläfert!”

So können Sie helfen:

Wenn Sie eine Patenschaft eingehen möchten,

� Fragen Sie in Ihrer Geschäftsstelle nach den betreuten Patentieren

� wählen Sie Ihr Tier aus

� und entscheiden sich für einen selbst bestimmten Monatsbeitrag (ab 15 Euro).

Bei Abschluss Ihrer Patenschaft bekommen Sie eine Urkunde mit einem Foto Ihres

Schützlings und werden von den bmt-Mitarbeitern regelmäßig über sein

Wohlergehen informiert.

Derzeit versorgt der bmt 279 Tiere in Pflegestellen, Auffangstationen und auf

Gnadenbrothöfen. Darunter: Affen, Wölfe, Zebras, Lamas, Pferde, Esel, Schweine,

Hunde und Katzen. Die Tiere wurden u.a. aus Zirkusunternehmen beschlagnahmt,

von Schlachttiertransporten freigekauft oder aus schlechten Privathaltungen

gerettet. Die monatlichen

Kosten belaufen sich auf

ca.27.500 Euro.

Einige Tiere lernen Sie schon einmal

auf den folgen Seiten kennen. Nähere

Infos zu diesen und allen anderen

Gnadenbrottieren erhalten

Sie in Ihrer Geschäftsstelle, bei der

Sie Mitglied sind, oder in der Haupt-

Patenbesuch

geschäftsstelle in München. Wenn

Sie eine Patenschaft für einen Hund

aus dem Ausland übernehmen möchten, ist das Tierschutzzentrum Pfullingen Ihr

Ansprechpartner. Alle Adressen auf Seite 34.

und im Tierschutzzentrum in Pfullingen

die Aufnahme von Tieren möglich gemacht.

Wie notwendig waren diese Erweiterungen?

Dr. Jörg Styrie: Sie waren überfällig;

der bmt hat seine Entscheidung sehr

sorgsam abgewogen. Wir haben mit

diesen Bauten Schritt für Schritt Haltungsbedingungen

in unseren Tierheimen

geschaffen, die auch in Zukunft

den Anforderungen an eine art- und

verhaltensgerechte

Unterbringung gerecht

werden.

Kontakt mit Artgenossen,

geräumige

Gehege, strukturierte

Ausläufe, regelmäßige Bewegung

und Beschäftigung - das sind Faktoren,

die den Bedürfnissen der Tiere

weit entgegenkommen. Und wir dürfen

nicht vergessen, dass nicht alle

Vierbeiner schon nach wenigen Tagen

vermittelt werden, sondern manche

Hunde und Katzen einen Großteil ihres

Lebens im Tierheim verbringen

und oft sogar beenden. Umso wichtiger,

dass sie sich in dieser Zeit so wohl

wie möglich fühlen.

Erschwerte Vermittlung bei kranken Tieren

RdT: Warum können manche Tiere

nicht vermittelt werden? Gibt es wirklich

niemanden, der sich für sie interessiert?

Dr. Jörg Styrie: Manche haben so

schlechte Erfahrungen mit Menschen

gemacht, dass sie Verhaltensweisen

entwickelt haben, auf die sich neue Besitzer

nicht einstellen können oder nicht

wollen. Andere Tiere sind chronisch

krank, sehr alt oder haben Behinderungen,

die eine Vermittlung ebenfalls

erschweren. Nicht jeder nimmt ein dreibeiniges

Tier, eine ohrlose Katze oder

einen blinden Hund mit der gleichen

Selbstverständlichkeit hin wie ein gesundes

Tier.

Einige dieser Dauergäste werden in

Pflegestellen betreut, die wir unter ganz

Das Recht der Tiere 1/2007

7


Das Recht der Tiere 1/2007

8

T ITELTHEMA

Neues Hundehaus TH Köln: Investitionen in Zukunft

bestimmten Aspekten aussuchen. So

muss ein guter Pflegeplatz den Schützlingen

ein artgerechtes Umfeld bieten

und setzt bei den betreuenden Personen

Kenntnis im Umgang mit Tieren

voraus. Auch für diese Tiere suchen wir

grundsätzlich Paten, die sich an den

Unterhaltskosten beteiligen.

RdT: Wie reagieren Besucher, wenn sie

erfahren, dass die Abgabe eines Tierheimtieres

mit Schutzgebühren verbunden

ist?

SCHUTZGEBÜHREN FÜR TIERHEIMTIERE

Rüde, unkastriert 160 €

Rüde, kastriert 200 €

Hündin, unkastriert 160 €

Hündin, kastriert 250 €

Alte Hunde Absprache

Kater u. Katzen, kastriert 90 €

Kaninchen, männl., kastr. 36 €

Kaninchen, weiblich 15 €

Meerschw., männl., kastr. 30 €

Meerschweinchen, weiblich 10 €

Chinchilla, männl., kastriert 30 €

Chinchilla, weiblich 20 €

Degu, männlich, kastriert 20 €

Degu, weiblich 5 €

Ratten, Mäuse, Hamster 5 €

Wellensittiche 5 €

Sittiche ab 15 €

Alle Zahlen am Beispiel des

Tierheims Wau-Mau-Insel in Kassel

Dr. Jörg Styrie: Einige

mit Unverständnis: Sie

erwarten, ein Tier kostenlos

oder für wenige

Euro mitnehmen zu

können. Das liegt sicher

daran, dass sich kaum

jemand vorstellen kann, welche Vorleistung

das Tierheim erbringen muss,

bevor ein Tier überhaupt vermittelt werden

kann.

Alle Neuankömmlinge werden gründlich

untersucht; Hunde und Katzen werden

entwurmt, geimpft, gechipt und in

der Regel kastriert. Kranke Tiere werden

behandelt, verletzte operiert. Viele

brauchen intensive Nachsorge oder

spezielles Futter, eine Schondiät oder

Medikamente, wenn die Untersuchung

TIERARZTKOSTEN

FÜR TIERHEIMTIERE

einen Hinweis auf eine Erkrankung ergab.

Auch die tierärztlichen Aufwendungen

für Kleintiere sind nicht zu unterschätzen:

Viele Kaninchen, Ratten, Mäuse,

Hamster und Sittiche sind in einen so

schlechten Gesundheitszustand, wenn

sie zu uns kommen, dass sie erst einmal

mühsam wieder aufgepäppelt

werden müssen.

Die Vermittlungsgebühren liegen daher

oft unter den wirklichen Kosten, die

dem bmt mit der Aufnahme entstanden

sind. Wenn man Tierübernehmern

aber die Hintergründe erklärt, sehen

sie ein, warum Schutzgebühren notwendig

sind.

RdT: Der bmt vermittelt auch Hunde

aus seinen ungarischen Partnertierhei-

Hunde Katzen Kleintiere

Erstimpfung 40 € 35 € 5 €

Zweitimpfung 40 € 35 € -

Mikrochip 30 € 30 € -

Wurmkur 10 € 5 € -

Floh-/Zeckenbeh. 10 € 10 € -

Kastration männlich 140 € 60 € 30 €

Kastration weiblich 300 € 80 € -

GEGENÜBERSTELLUNG

Medizinische Grundkosten Schutzgebühren

Hund, unkastriert 120 € 160 €

Rüde, kastriert 260 € 200 €

Hündin, kastriert 420 € 250 €

Katze, unkastriert 130 € -

Kater, kastriert 190 € 90 €

Katze, kastriert 210 € 90 €

Diese Kosten sind ausschließlich Kosten für die medizinische

Grundbehandlung bei der Aufnahme eines Tieres.

Nicht enthalten: Alle weiterführenden Kosten für Tierarzt-Behandlungen,

Futter, Lohn und Betriebskosten. Damit wird deutlich,

wie wenig die Schutzgebühren die Aufwendungen für aufgenommene

Tiere abdecken können.


men. Warum holen Sie diese Tiere nach

Deutschland?

Dr. Jörg Styrie: Weil sie sonst sterben

würden. Der bmt unterstützt seine Partnertierheime

in Ungarn und Rumänien

vor Ort und nimmt Tiere in Ausnahmefällen

mit nach Deutschland, wenn sie

unter den harten Lebensbedingungen -

strengere Witterungsverhältnisse, überfüllte

Zwinger, schlechter Ernährungszustand,

Stress durch Gruppenhierarchie

etc. - nicht überleben würden.

RdT: Wie stehen Ihre Mitglieder zum

Auslandstierschutz?

Dr. Jörg Styrie: Sehr positiv. Sie wollen

und fördern ihn. Das bmt-Engagement

in Ungarn und Rumänien ist eng

verknüpft mit der wachsenden Anteilnahme

unserer Mitglieder am Schicksal

ausländischer Straßenhunde.

Tötungsstationen,

gezielte Vernichtungsaktionen,

das erbarmungsloseVorgehen

gegen Hunde

und Katzen - diese

"Begleitumstände" der EU-Erweiterung

rücken immer stärker ins Bewusstsein

der Menschen.

Aber ich muss hier eines ganz deutlich

sagen: Der Auslandstierschutz kann in

diesem Umfang nur weiter bestehen,

wenn der Gesamtverein finanzstark

bleibt. Der bmt konnte vor Jahren zusätzlich

zu seinen Aufgaben in Deutschland

nur deswegen Hilfestellung in Ungarn

und Rumänien leisten, weil der

Verein von seinen Mitgliedern getragen

und hierfür finanziell gerüstet wurde.

Nur auf dieser Basis kann der Auslandstierschutz

in Zukunft bestehen.

RdT: Eine Patenschaft für 15 Euro monatlich

soll das Überleben eines Hundes

in Ihren Partnertierheimen in Pecs und

Brasov sichern können. Ist dieser Betrag

“15 Euro monatlich für

das Überleben eines

Hundes in Ungarn

oder Rumänien”

wirklich realistisch?

Dr. Jörg Styrie: Noch ja, weil die Lebenshaltungskosten

in Osteuropa noch

sehr viel geringer als bei uns sind. Diese

15 Euro decken gerade die Futterkosten

für einen gesunden Hund ab.

Alle anderen Leistungen - Medikamente,

notwendige Baumaßnahmen wie

die vor 2 Jahren notwendige Sanierung

des Abwassersystems, Schutzvorrichtungen

gegen die Kälte oder neuer Fliesenbelag

in den Zwingern im Tierheim

Pecs - können nur über projektbezogene

Spenden finanziert werden, auf die

wir dringend angewiesen sind.

RdT: Sie unterstützen die Tierheime in

Pecs und Brasov jeweils mit 4000 Euro

pro Monat für Futter, tierärztliche Versorgung

und Medikamente. Sind diese

Zahlungen durch genügend Paten-

schaften und Spenden

gedeckt?

Dr. Jörg Styrie:

Wer für den Auslandstierschutzspendet,

der tut es aus

gewachsener Überzeugung und zieht

seine Hilfe nicht mehr zurück - das ist

die wirklich schöne Erfahrung, die wir

im Laufe unserer Arbeit in Ungarn und

Rumänien machen durften.

Unser Projekt in Ungarn ist älter; daher

können wir hier auf langfristigere

Unterstützung bauen. Für Rumänien

fehlen uns noch mindestens 250 Patenschaften,

um die nächsten Monate

kostendeckend planen zu können (s.

dazu Seiten 20 -23).

RdT: Gibt es noch andere Wege, den

bmt zu unterstützen?

Dr. Jörg Styrie: Ja, eine Sache

liegt mir sehr am Herzen: Auch ohne

teure Kinotrailer, TV-Spots oder

großflächige Anzeigen in Zeitungen,

die wir uns nicht leisten wollen, kann

Nur ein finanzstarker bmt kann die Voraussetzung für den Auslandstierschutz sein

55 JAHRE BMT

der Bekanntheitsgrad des bmt gesteigert

werden. Wer Freunde, Arbeitskollegen

und Nachbarn über unsere gute

Tierschutzarbeit im In- und Ausland informiert,

die Tierheime empfiehlt, Mitgliedszeitschrift

und Internetadresse

weiterreicht, Geburtstage oder Jubiläen

zugunsten des bmt ausrichtet, der

hilft uns, auch in Zukunft bestehen zu

können.

RdT: Welchen Stellenwert messen Sie

dem politischen Tierschutz bei?

Dr. Jörg Styrie: Einen sehr großen.

Alle Bestrebungen auf politischer Ebene

betreffen in der Regel immer gleich

Millionen von Tieren. Die einzige

Chance, die Lebensbedingungen von

Tieren nachhaltig zu verändern, besteht

darin, sie über den gesetzlichen

Kontext zu verbessern. Aus diesem

Grund arbeitet der bmt in vielen politischen

Gremien mit. Es ist keine leichte

Arbeit; sie ist aufwendig, von Lobbyisten

beherrscht, denen es um ihre Finanzen

geht und mit vielen Rückschritten

verbunden. Denken Sie nur an die

enttäuschende Rücknahme des Käfighaltungsverbotes

für Legehennen nach

jahrzehntelangem Kampf um dieses

Ziel.

Dennoch gilt auch hier: Wir sind angetreten,

Tieren zu helfen, ihr Recht auf

Leben durchzusetzen und Verbesserungen

zu erstreiten. Tiere haben ein Recht

auf Leben, und der bmt verhilft ihnen

dazu. Je mehr Menschen sich uns anschließen,

desto stärker und überzeugender

können wir sein.

Das Recht der Tiere 1/2007

9


10

Kaltblut Eddy (14) brach entkräftet auf

seiner kargen Weide zusammen. Der Besitzer

entzog sich den Auflagen des Veterinärs

und brachte den unterernährten

Wallach fort. Der engagierte Amtstierarzt

spürte ihn auf und bat den bmt um

Hilfe. Eddy lebt heute auf dem Pferdegnadenbrothof

in Geldern.

Auch Hunde gehören zu den Gnadenbrottieren

des bmt. Manchmal

machen bestimmte Voraussetzungen

wie Krankheit, Alter oder Verhaltensauffälligkeiten

eine Vermittlung nahezu

unmöglich. Damit diese Hunde

nicht ihr Leben im Tierheim verbringen

müssen und darüber hinaus

leichter vermittelbaren Kollegen den

Platz "wegnehmen", suchen wir für sie

erfahrene Pflegefamilien.

Bei Ronja scheiterte eine Vermittlung

an ihrer schweren Hüftgelenksdysplasie

und später am Alter. Die inzwischen

11jährige Hündin lebt nun

mit anderen Hunden in einer Pflegestelle

und spielt liebevolle Ersatzmutter

für verwaiste Welpen.

Das Recht der Tiere 1/2007 Hündin Ronja

GNADENBROTTIERE D

NOCH EINMAL DAS GLÜCK KENNEN LERNEN…

Sie wurden beschlagnahmt,

sichergestellt und

von Tierfreunden freigekauft:

die Gnadenbrottiere des bmt.

Heute genießen die 279 geretteten Pferde, Ponys, Esel, Affen, Zebras, Lamas,

Schweine, Rinder, Hunde und Katzen ihren Lebensabend inmitten

ihrer Artgenossen. Tragen Sie mit Ihrer Patenschaft dazu bei, dass der

bmt diesen und allen anderen Tieren weiter helfen kann. Hier stellen wir

Ihnen schon einmal einige unserer Schützlinge vor.

NEUES LEBEN DANK IHRER HILFE

Schnipsi und Herbert - Glücksschweine mit Familienanschluss

1998 kaufte ein Regensburger Ehepaar

zwei Ferkel frei, die auf einem

Grillfest sterben sollten. Sie quartierten

die beiden Schweine erst im Badezimmer,

dann in ihrem Garten ein und bekamen

den Ärger der Nachbarn zu

spüren, deren Grundstücke

plötzlich von zwei unternehmungslustigen

Schweinen eifrig

unter die Lupe genommen

wurden.

Der LV Bayern organisierte

den Umzug in ein passenderes

Domizil. Auch hier räumten

Herbert und Schnipsi erst

einmal gründlich auf: Sie

verlegten die Suhle, verbuddelten

ihre Futterschüsseln

und rückten dem Zaun zuleibe. Diese

eher kleinen Probleme sind inzwischen

gelöst, übrig bleiben zwei Glücksschweine,

die ihre Zuneigung zur Pflegefamilie

mit ganz speziellen Grunzlauten

bekräftigen…


ES bmt

Wölfe: Akela und Rufus leben (fast) wie in Freiheit

Die Grauwölfe leben im Wildpark Johannismühle zwischen Berlin und Cottbus. Auf

7000 Quadratmetern können Rufus und Akela Höhlen bauen, im angelegten Teich

baden, Verstecke aufsuchen und von höher gelegenen Aussichtspositionen ihre Umgebung

beobachten. Die Tiere wurden aus einer illegalen Zucht beschlagnahmt;

ein Brandenburger kreuzte Wölfe mit Haushunden. In

Abstimmung mit der Tierparkleitung ließ der bmt

Auf dem Weg zur Weide:

Pferde auf dem bmt-

Gnadenbrothof in Bayern

Rosali (12) und die 2 Jahre ältere Rosamunde

(rechts) waren körperlich am Ende,

als sie vor ca. 7 Jahren aus einem Pferdeverleih-Betrieb

herausgeholt werden konnten.

Auf unserem Pferdehof in Geldern sind

sie wieder zu Kräften gekommen und hängen

sehr aneinander.

Die Stute Manga wurde mit 20 anderen

Pferden beschlagnahmt. Das Veterinäramt

hatte mehrfach die schlechten Haltungsbedingungen

eines finanzschwachen Gnadenbrothofes

beanstandet.

Der bmt nahm vier Pferde, die damals in äußerst

schlechtem Gesundheitszustand waren.

Auf unserem Pferdehof bei Lüchow-

Dannenberg haben sich die Tiere erholt und

genießen dort das Leben inmitten der Natur.

G NADENBROTTIERE

in dem Wildpark das Freigehege mit einem Kostenaufwand

von 25.000 Euro errichten.

Die Lebensfreude, die die Wölfe dort wieder

gefunden haben, zeigt, dass diese

Investition richtig war. Die nicht vermittelbaren Nachkommen werden ebenfalls

vom bmt betreut. Sie leben heute im Familienverband in einem naturbelassenen

Areal, das der Verein extra für die Tiere in einem seiner Tierheime

errichten ließ.

Der bmt kastriert wildlebende Katzen und versorgt sie an

ihren Futterplätzen. Stromer, 7 Jahre, ist FIVpositiv

und genießt wie 60 andere unvermittelbare

Katzen sein Leben in einer

unserer Pflegestellen.

Kater Stromer

Brief aus dem Tierpark:

Adam liebt Menschen

"Adam (29 Jahre) beschäftigt sich liebend

gerne mit den Tierpflegern und

freut sich immer sehr, wenn einer von

ihnen Zeit hat und sich intensiv um ihn

kümmert. Er liebt es, die Finger der

Pfleger gründlich auf Kratzer oder Risse

zu untersuchen. Auch sonst ist er

sehr auf Menschen bezogen, was vermutlich

mit seiner Vergangenheit zu

tun hat: Einerseits wurde er in dem

früheren Tierpark von Hand aufgezogen

und hatte andererseits zu wenig

Kontakt mit anderen Schimpansen,

um ein arttypisches Sozialverhalten zu

lernen.

Aus diesem Grund konnte er auch bis

heute nicht vollständig in die Schimpansengruppe

unseres Tierparks integriert

werden und wird nur in Gemeinschaft

mit Weibchen gehalten.

Leider wurde bei ihm eine chronische

Hepatitis unbekannter Herkunft diagnostiziert,

die ihn schwächt und die

Tierpfleger zu besonderer Aufmerksamkeit

veranlasst. Doch sein Leibgericht,

gekochte Kartoffeln, verputzt

Adam immer mit großem Appetit und

von einer rührenden Eigenart erzählen

die Tierpfleger gerne: Adam findet

nämlich Ohrringe faszinierend: Er

baut sich aus Stöckchen eigene Ohrringe,

hängt sie sich ans Ohr und

wackelt dann mit dem Kopf."

Das Recht der Tiere 1/2007

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Das Recht der Tiere 1/2007

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TIERHEIMTIERE

Die WDR-Sendung

Tiere suchen ein Zuhause” mit Claudia Ludwig

und Bernd Schinzel im TH Köln-Dellbrück

Fragen zur Wohnsituation stehen meist

am Anfang eines Vermittlungsgesprächs.

Wer zur Miete wohnt, wird gebeten,

die Einverständniserklärung des

Vermieters zur Tierhaltung mitzubringen.

"Wir wollen nicht bürokratisch

sein", betont der Tierheimleiter, "sondern

vorausschauend handeln. Niemandem

ist geholfen, wenn der Vierbeiner

ins Tierheim zurück gebracht

wird, weil der Eigentümer doch kein

Tier im Haus duldet."

Ist ein Garten Vorbedingung für die

Aufnahme eines Hundes? "Nein", sagt

Bernd Schinzel, "höchstens bei alten

oder bewegungseingeschränkten Tieren.

Aber wenn die neuen Besitzer da-

für sorgen, dass ihr gesunder Hund

ausreichend Bewegung bekommt und

körperlich ausgelastet ist, akzeptieren

wir selbstverständlich auch eine Wohnungshaltung."

Allerdings nicht bei

Herdenschutzhunden wie Kangals oder

Kaukasen, für die Schutz des Territoriums

sehr wichtig ist; sie werden nur in

Häuser mit (gesicherten) Grundstücke

vermittelt.

Die Lebenskonstellation ist ein weiterer

Aspekt, auf den in einem Vermittlungsgespräch

viel Wert gelegt wird. Konflikte

sind vorprogrammiert, wenn ein Tier

dem Partner zuliebe nur geduldet, aber

nicht wirklich gewünscht wird. "Ich hatte

einfach im Gefühl", erinnert sich der

Tierheimleiter an eine zurück liegende

Gesprächssituation, "dass der Ehemann

keinen Hund wollte, aber seine

Frau und Kinder

nicht enttäuschen

mochte."

Inzwischen hat die

Ehefrau ihren Sachkundenachweisgemacht,

eine Patenschaftübernommen

und kommt

regelmäßig mit ihren

Kindern zum

Gassigehen ins

Tierheim.

Die meisten Interessenten

nutzen das

Wochenende, um sich die zu vermittelnden

Tiere anzuschauen, mit den

Hunden spazieren zu gehen und die

In den Vorgesprächen mit Inter

VERMITTLUNG V

1,4 Millionen Interessenten schauten sich im vergangenen

Jahr die Vermittlungstiere auf der Homepage

des Tierheims Köln-Dellbrück an. "Manchmal", sagt

Tierheimleiter Bernd Schinzel, "bekommen wir bis zu

400 EMail-Anfragen allein für einen Hund."

Ob und wie gut Hunde, Katzen und Kleintiere in das Lebensumfeld der künftigen Besitzer passen, soll u.a.

in den Vermittlungsgesprächen deutlich werden. "Beide Seiten, Interessent und Tierheim", hebt Bernd Schinzel

hervor, "müssen mit offenen Karten spielen. Schließlich geht es um die Zukunft der Tiere."

Susanne Uhlen interessiert sich für einen Tierheim-Hund

Tierheimmitarbeiter um die ersten Informationen

rund um ihr "Traumtier" zu

bitten. "An einigen Tagen ist es so voll

bei uns", sagt der Kölner entschuldigend,

"dass wir uns nicht für jeden einzelnen

Besucher so viel Zeit nehmen

können, wie wir gerne möchten." Dann

werden feste Termine in der Wochenmitte

vereinbart, um alle offenen Fragen

rund um den neuen Hausgenossen

zu besprechen.

Damit die potentiellen Tierhalter das

künftige Familienmitglied besser einschätzen

können, geben die Tierheimmitarbeiter

alles an, was sie über den

betreffenden Vierbeiner wissen.

Braucht die ausgesuchte Katze Freigang,

kann sie grundsätzlich nur mit einem

Artgenossen glücklich werden

oder reicht ihr im Einzelfall auch der

enge Kontakt zum Menschen? Welche

Kleintiere lassen sich vergesellschaften,

wie und wann stellt man den ersten

vorsichtigen Kontakt zwischen Tierheimtier

und dem schon vorhandenen

Haustier her?

Ist ein Hund sozialverträglich, mag er

Kinder, akzeptiert er Katzen, neigt er

zum übersteigerten Schutztrieb, gab es

Beißvorfälle, was ist aus seiner Vergangenheit

bekannt? "Alle diese Aspekte

müssen wir ansprechen", erklärt der erfahrene

Tierheimleiter, "weil wir neben

unserer Freundschaft für die Tiere auch

die Menschen schützen müssen."


essenten geht es um die Zukunft der Tiere

ON TIEREN

Die Verantwortung für das Wohl der

neuen Hundehalter muss für die Tierheimmitarbeiter

vor allem dann im

Vordergrund stehen, wenn es sich um

Vierbeiner mit etwas problematischerer

Vergangenheit handelt. Schäferhundrüde

Jerry ist so ein Beispiel: Mit 2 Jahren

angefahren, Trümmerbruch, das

Bein amputiert, die türkischen Besitzer

wollten kein dreibeiniges Tier. Der

Hund blieb nach seiner Operation im

Tierheim und schloss sich eng an seine

Gassigängerin an. Doch der nervöse,

leicht manipulierbare Rüde schien in

der Beziehung keine Sicherheit aufbauen

zu können; er entwickelte einen

für die Frau nicht kontrollierbaren

Schutztrieb, der zu einem unvorhergesehenen

Beißvorfall führte.

Maulkorb, Hundeschule, strikte Anweisungen

- diese Maßnahmen schreckte

zumindest unerfahrene Hundehalter

ab. Nicht jedoch eine Interessentin, die

in ihrer Familie schon zwei Hunde hat

und dem dreibeinigen Rüden eine echte

Chance geben möchte. Souverän

Er versteht die Welt nicht mehr:

Dieser junge Rüde wurde gerade

von seinem Besitzer abgegeben

und sicher geht sie mit Jerry um und

überträgt ihre Gelassenheit nach und

nach auf das Tier.

Auch Gismo, Titelhund von RdT

3/2005, ist kein Hund für Anfänger.

Seine ersten neun Lebensmonate bei

einem Alkoholiker und dessen sechs

Kleinkindern haben den inzwischen 9

Jahre alten Sennenhund-Huskyrüden

Deli baut langsam wieder Vertrauen auf

so nachhaltig geprägt, dass jede Vermittlung

scheiterte. Bis ein Hundebesitzer

aus Hanau kommt und für seine

Huskyhündin Danger, vor Jahren aus

dem Tierheim Köln-Dellbrück mit ihrem

Partner Nick übernommen, nach

dessen Tod einen neuen Zweithund

sucht. Der erste gemeinsame Spaziergang,

auf dem der Tierheimleiter alle

nötigen Infos über Gismos potentiell

schwieriges Wesen weitergibt, verläuft

erfolgversprechend.

Einige Tage später organisieren das

Hanauer Ehepaar und Bernd Schinzel

den ersten engeren Kontakt zwischen

Danger und Gismo. Die Begegnung

findet im Wald statt - der erste Energiestau

nach dem Zwingeraufenthalt hat

schon ein wenig nachgelassen . Zuversichtlich

geht man aneinander vorbei,

die Hunde sollen sich erst kurz be-

T IERHEIMTIERE

schnuppern, dann intensiver beim gemeinsamen

Laufen kennen lernen. In

guter Stimmung, locker und ruhig, sieht

Bernd Schinzel die Vier nach einem

ausgedehnten Waldlauf wieder. Dass

Gismo ein Zuhause gefunden hat, steht

dem glücklichen Ehepaar ins Gesicht

geschrieben.

Konsequent befolgen die neuen Besitzer

von Gismo alle Ratschläge,

um zu vermeiden,

dass sich der Rüde wie bisher

eine Machtposition erobert,

die irgendwann zur

Gefahr werden könnte.

Danger, als die Hündin mit

den älteren Rechten, betritt

vor Gismo das Haus, sein

Drängen um Streicheleinheiten

und Aufmerksamkeit

wird ignoriert, ebenso

sein Betteln bei Tisch.

Viele Interessenten kommen

vor einer endgültigen

Aufnahme eines Hundes

mehrere Male ins Tierheim.

Auf den Spaziergängen mit

kontrolliertem Spiel kann

sich eine Bindung zwischen

dem menschlichen und tierischen Partner

aufbauen. Im Frühjahr, weiß Bernd

Schinzel aus Erfahrung, werden mehr

Hunde adoptiert als in anderen Monaten.

"Doch noch immer", sagt er bedauernd,

"haben zu wenig Menschen

den Mut, schwierigen Hunden wie Jerry

oder Gismo eine Chance zu geben."

Der nächste nicht ganz einfache Kandidat,

der dem Tierheim am Herzen

liegt, ist Deli; ein in Marokko gefundener

Damatinermischling. Seine überforderte

Besitzerin schlug und trat nach

dem Hund, als er auf der Straße einen

Artgenossen angehen wollte. Völlig

verstört wurde der Rüde ins Tierheim

gebracht und baut nun langsam Kontakt

zu einer sehr hundeerfahrenen

Gassigängerin auf. "Sie wird sein Verhalten

in richtige Bahnen lenken", sagt

Bernd Schinzel zuversichtlich.

Das Recht der Tiere 1/2007

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Das Recht der Tiere 1/2007

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T IERE IN N OT

Liebevolle Menschen gesucht!

Robin

Kraftpaket mit 1A-Erziehung

Barry

Unglücklich im Tierheim

Haben Sie schon mal einen Hund gehabt, der wirklich auf jedes Wort hört? So

einer bin ich: Zwischen 7 und 8 Jahre alt, muskulös, durchtrainiert und topfit. Für

mich gibt es nichts Schöneres, als mit einem aktiven Menschen durch Feld und

Flur zu streifen - und das bitte

ausgedehnt! Wenn ich jemanden

so richtig gerne habe, weiche

ich nicht von seiner Seite

und würde sogar so weit gehen,

ihm auf den Schoß zu klettern.

Das will natürlich keiner bei

meiner Größe! Mein einziges

"Handycap" sind andere Hunde:

Ich vertrage mich weder mit

Hündinnen noch mit Rüden.

Kontakt: Tierschutzzentrum Pfullingen,

Tel: 07121/ 820 17 0

Ich kann bis heute nicht

verstehen, warum mich

meine Menschen abgegeben

haben; irgendwas

habe ich da in den sechs

Jahren unseres Zusammenlebens

wohl

nicht mitgekriegt!

Jedenfalls sitze ich jetzt

hier im Tierheim, bin

traurig, und schaue dauernd

aus meinem Zwinger,

ob mich einer holt.

Pony sucht neues Betätigungsfeld

Sobald ich Menschen sehe, suche ich mir ein Spielzeug und trage es ihnen

vor die Füße. Vielleicht verstehen sie das und nehmen mich endlich mit?

Kontakt: Tierheim Hage, Tel: 04933 / 99 28 24

Der Barry soll mal nicht so ein Theater machen: Ich bin auch

wieder auf der Suche nach netten Menschen, nachdem ich

Ende des letzten Jahres ausgesetzt wurde. Keine schöne Erfahrung;

das wünsche ich niemandem. Zuerst habe ich gedacht,

die kommen gleich wieder, bestimmt, doch dann wurden

aus Minuten Stunden - lange Stunden, in denen ich

ziemlich große Angst hatte und immer aufgeregter wurde. Im

Tierheim finde ich es ganz nett, aber es geht nichts über eine

Familie, die sich um einen kümmert, da hat mein Kumpel Barry

schon Recht.

Pepp

Kontakt: Tierheim Hage, Tel: 04933 / 99 28 24

Mit 8 Jahren ausgesetzt

Micky Maus

Lassen Sie sich bloß nicht von meinem unpassenden

Namen täuschen! Ich bin ein deutsches Reitpony, 11

Jahre, nie eingeritten worden und entsprechend

unterbeschäftigt. Vor Jahren wurde ich aus einer sehr

schlechten Haltung herausgeholt und lebe seitdem im

Offenstall mit anderen Pferden und Ponys. "Micky ist

nicht ausgelastet", sagen die Tier fleger auf dem Gnadenhof

und sie haben schon Recht. Die Plätze auf dem

Gnadenhof sind für kranke und alte Tiere reserviert -

nicht für temperamentvolle, kraftstrotzende Ponys wie

mich. Kontakt: Tierschutzzentrum Pfullingen,

Tel: 07121/ 820 17 0


Romi

Törpe

Wurli

Braucht souveränen Ersthund zur Orientierung

"Ist die süß", sagen alle Besucher im Tierschutzzentrum und werfen

sich vor mir fast auf die Knie, um mich zu kraulen. Ich genieße

das sehr, obwohl ich bei

Fremden erst einmal zurückhaltend

bin. Das liegt an meinen

Vorbesitzern, die mich vernachlässigt

haben. Ich liebe Spaziergänge,

mag Hunde und Katzen,

fahre gern Auto und kann sogar

alleine bleiben. Ohne Kinder

wäre mir ein neues Zuhause lieber,

denn mit denen habe ich

keine gute Erfahrung gemacht.

Ich bin ca. 2,5 Jahre, habe einen

kleinen Unterbiss und bekomme

Diätfutter, weil ich Darmprobleme

habe.

Kontakt: Tierschutzzentrum Pfullingen,

Tel: 07121/ 820 17 0

Wartet auf liebevolles Zuhause

Kaninchenliebhaber aufgepasst!

Frederike

T IERE IN N OT

Ich könnte den ganzen Tag nur toben, rennen und spielen. Im Tierheim

in Pecs konnte ich mich nur eingeschränkt bewegen - wegen

meiner vielen Hundekollegen im Zwinger. Zu Anfang hatte ich vor

allem Angst, was die Menschen gemacht haben; ich bin sofort in den

hintersten Winkel gelaufen. Inzwischen ist das anders; ich habe festgestellt,

dass niemand mir etwas Böses will und gehe auf die Pfleger

sogar schon zu, damit sie mich streicheln. Wunderschön, das hat

in meinem sechsjährigen Dasein keiner mit mir gemacht. Wenn Sie

eine souveräne Hündin bei sich haben, die mir alles zeigt, wie man

sich als Hund in einer Familie verhalten muss, ziehe ich gerne bei

Ihnen ein. Abgemacht?

Kontakt: Tierschutzzentrum Pfullingen, Tel: 07121/ 820 17 0

Ist mir nicht ganz klar, warum ich nicht in den Gemeinschaftsraum

mit den anderen Katzen darf - ich

raufe doch wirklich nicht stääändig. Ich bin 8 Jahre

alt und schon 12 Monate hier. Warum kommt

denn bloß kein netter Mensch und nimmt mich mit

nach Hause? Ich kuschele für mein Leben gern, bin

anhänglich und ganz lieb. Ich möchte bloß keine

anderen Katzen um mich herum haben - das muss

doch einzurichten sein?!

Kontakt: Katzenhaus Göttingen, Tel: 0551/2 28 32

Martin

Kleiner Schmusekater auf der Suche

Unsere Familie zog um - und das ohne mich und meinen Kumpel

Wurli. Na ja, da sind wir sicher nicht die ersten und letzten, denen

das passiert ist. Trotzdem schade. Wurli hatte Glück und wurde

von einer lieben Gassigeherin adoptiert. Ich bin 6 Jahre, ein

Zwergkaninchen und leide unter einer Zahnfehlstellung, die regelmäßig

kontrolliert werden muss. Daher suche ich Kaninchenfreunde,

die erstens Erfahrung haben und zweitens eine dauerhafte

Bindung zu mir aufbauen. Denn ich ziehe auch nicht gerne

ständig um …

Kontakt: Wau-Mau-Insel, Tel: 0561/86 15 680

Das Recht der Tiere 1/2007

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Das Recht der Tiere 1/2007

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T IERE IN N OT

Liebevolle Menschen gesucht!

Temperamentvoller Hundesenior

Merlin

Tibor

Wer mich spielen sieht, glaubt nicht,

dass ich schon 13 Jahre alt bin. Mit

einem Jahr hat mich eine nette Familie

adoptiert, jetzt ist der Mann an

Krebs erkrankt und seine Frau wollte

mich nach 12 Jahren nicht mehr um

sich haben und hat mich ins Tierheim

gebracht. Hier sind sie sehr freundlich;

sie spielen mit mir, ich darf in der

Futterküche bleiben, kann spazieren

gehen, aber ein echtes Zuhause wie

frührer ist das nicht. Ich bin völlig gesund,

tobe für mein Leben gern und

bin der anhänglichste und tollste

Hund, den man sich vorstellen

kann… Kontakt: Wau-Mau-Insel,

Tel: 0561/86 15 680

Ich soll sehr krank

sein, sagen meine

Pfleger. Eine Niereninsuffizienz

ist wirklich

nicht so leicht wegzu-

Ich bin schon sehr froh darüber, dass ich sichergestellt

wurde. Mein Besitzer, ein älterer Mann, konnte mit mir

nicht mehr gehen, und so war die Wohnung im dritten

Stock mein ständiger Lebensraum. Mein Problem ist,

dass meine Hinterhand so schwach geworden ist, dass

ich kaum laufen kann. Glücklicherweise holten die neuen

Nachbarn das Veterinäramt, als sie von meinem

Schicksal erfuhren. Mein Besitzer bekam eine Anzeige,

und ich wurde ins Tierheim gebracht. Hier versuche ich

mit dem Rollwagen, der Mona Lisa schon so gut getan

hat (siehe S.31), meine verkümmerte Muskulatur wieder

aufzubauen. Mit dem Hüftgurt kann ich sogar schon ein

paar Schritte laufen. Wenn Sie einen Garten haben,

würde ich Sie gerne kennen lernen. Kontakt: Wau-Mau-

Insel, Tel: 0561/86 15 680

stecken, aber wenn ich ein ruhiges Zuhause ohne andere Katzen hätte, würde ich

mich bestimmt besser fühlen als zwischen meinen unternehmungslustigen Artgenossen.

Vor denen muss ich mich immer verstecken, weil ich eigentlich nur noch

meine Ruhe möchte. Ich bin 10 Jahre, ein Fundtier, bekomme ein spezielles Diätfutter,

Medikamente und könnte mir gut vorstellen, noch einmal in die Katzenbox

zu klettern, um zu lieben Menschen umzuziehen.

Kontakt: Wau-Mau-Insel, Tel: 0561/86 15 680

Dringend: Wer schenkt ihm einen schönen Lebensabend?

Aaron

FIV- und Leukose-positiv. Na und?

Ich bin ein wunderschöner Perserkater, das höre ich

ständig. Mein kleines Problem: Ich bin nicht ganz

sauber und außerdem FIV- und Leukose-positiv. Ich

habe aber trotzdem die ganz große Hoffnung, dass

jemand mich aufnimmt, der ein Herz für FIV- und

Leukose-Katzen hat und mich alleine als Einzelprinz

verwöhnt. Ich bin 2 Jahre jung, ruhig, lebe gerne in

der Wohnung und brauche nur intensive Pflege für

mein Fell.

Kontakt: Wau-Mau-Insel, Tel: 0561/86 15 680

Muskelaufbau mit Rollwagen

Tim


mt ÜBERREICHT IHRE PROTESTKARTEN

TAUSENDE FORDERN IMPORTVERBOT VON HAUSTIERFELLEN

Drei Monate lief die bundesweite

Aktion des bmt für ein nationales

Importverbot von Haustierfellen

aus Asien. Am 21.

Dezember 2006 überreichte Dr.

Jörg Styrie, der Vorsitzende des

bmt, mehrere Tausend Protestkarten

an Bernhard Kühnle, zuständiger

Abteilungsleiter im

Bundesministerium für Ernährung,

Landwirtschaft und Verbraucherschutz

(BMELV).

Während der Protestaktion des bmt

hatte die Europäische Kommission

überraschend einen Verordnungsentwurf

verabschiedet, der in ganz Europa

die Herstellung und Vermarktung sowie

die Ein- und Ausfuhr von Hunde- und

Katzenfellen verbieten soll.

"Wir hätten uns zwar gewünscht", sagte

Dr. Jörg Styrie, "dass die deutsche Regierung

eine Vorreiterrolle bei diesem

wirklich gravierenden Tierschutzproblem

einnimmt, aber wenn es nun zu

einer gesamteuropäischern Lösung

kommt, begrüßen wir diesen Schritt natürlich

sehr."

Der bmt-Vorsitzende machte mit Nach-

Der landesweite Leinenzwang verstößt gegen das gesetzlich

zugesicherte Grundrecht auf allgemeine Handlungsfreiheit,

argumentiert der Hamburger Verein "Hunde-Lobby" und hat

Verfassungsklage gegen das neue

Hundegesetz der Hansestadt eingereicht.

"Es ist nicht nur der Leinenzwang,

der jeden Hundehalter belastet,

sondern es sind auch die flankierenden

Maßnahmen, die in ihrer

Summe unangemessen erscheinen",

so der Verein. Dazu zählen

u.a. die Speicherung personenbezogener

Daten und die Ermächtigung

zum Erlass von Bußgeldbescheiden.

druck noch einmal sein Anliegen

deutlich: "Wir hoffen,

dass die deutsche Regierung

die sechs Monate ihrer

EU-Ratspräsidentschaft

gut nutzt und das europäische

Importverbot asiatischer

Haustierfelle voran

treibt."

Bernhard Kühnle bedankte

sich für das Engagement

der vielen Tausend Unterzeichner,

gab jedoch im

Hinblick auf eine rasche

Umsetzung des Verordnungsentwurfs

zu bedenken, dass nicht

alle EU-Mitgliedsstaaten einem europäischen

Importverbot positiv gegenüber

ständen. "Hier ist noch Überzeugungsarbeit

notwendig", sagte er

abschließend.

Der Hintergrund: In asiatischen Ländern,

wie z.B. China, Thailand, Korea

und den Philippinen, werden nach

Schätzungen ca. 2 Millionen Hunde

und Katzen jährlich unter unvorstellbar

grausamen Bedingungen für die Fellgewinnung

gehalten und getötet. Oft

werden die Tiere bei lebendigem Leib

KLAGE GEGEN HUNDEGESETZ IN HAMBURG

Ist Leinenzwang mit dem Grundgesetz vereinbar?

Genereller Leinenzwang ist nicht artgerecht

T IERSCHUTZPOLITIK

Übergabe der Protestkarten im Ministerium

kopfüber aufgehängt und gehäutet. Da

für Felle keine Kennzeichnungspflicht

besteht, werden sie beim Export mit

Fantasienamen wie z.B. Gae-Wolf

(Hund) oder Maopi (Katze) getarnt.

Die Übergabe der Protestkarten beim

chinesischen Botschafter ist bisher daran

gescheitert, dass uns bezüglich unserer

Anfrage eines Übergabetermins

nicht geantwortet wurde. Dieses Verhalten

spricht für sich und macht das

Desinteresse des asiatischen Landes

am Tierschutz deutlich.

Die "Hunde-Lobby" will mit ihrer Klage eine Vorreiterrolle

übernehmen. Denn wenn eine allgemeine Anleinpflicht mit

den Grundrechten der Hundehalter nicht vereinbar sei, müssten

andere Länder von einem Gesetz

wie in Hamburg Abstand nehmen.

Der bmt lehnt das Hamburger Hundegesetz

entschieden ab und unterstützt

ausdrücklich die Forderungen

der "Hunde-Lobby", denn wenn das

Gesetz in seiner jetzigen Form Bestand

haben sollte, wäre dies das

Ende einer tierschutzkonformen

und verhaltensgerechten Hundehaltung

in der Hanseatenstadt.

Das Recht der Tiere 1/2007

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Das Recht der Tiere 1/2007

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T IERSCHUTZPOLITIK

Zum Hintergrund:

Mehr als 360 Millionen Tiere werden

jedes Jahr unter grausamsten Bedingungen

quer durch Europa und über

die Grenzen der EU transportiert. Eng

zusammengepfercht sind die Rinder,

Kälber, Pferde, Schafe oder Schweine

tage-, manchmal wochenlang auf

überfüllten LKWs unterwegs. Geplagt

von Hitze und Durst überleben zahlreiche

Tiere den Transport nicht. Schlimmste

Misshandlungen der Tiere durch

Tritte, Stockschläge und Elektroschock

sind an der Tagesordnung. Selbst

mehrseitige Regelwerke, wie die seit

1998 EU-weit geltende Tierschutztransportverordnung,

die den Schutz der

Tiere beim Transport bis ins Detail regelt,

konnten bislang keinen "schonenden"

Transport der Tiere gewährleisten.

Was ändert sich durch die

EU-Verordnung?

Für Transportfahrzeuge gelten von nun

an höhere Standards. Um eine effizientere

Überwachung der Ruhe- und

Fahrtzeiten zu gewährleisten, müssen

Neufahrzeuge, mit denen Tiere acht

oder mehr Stunden befördert werden,

ab sofort mit einem satellitengestützten

Navigationssystem ausgestattet sein.

Ältere Fahrzeuge müssen bis 2009 entsprechend

nachgerüstet werden.

Darüber hinaus stellt die Verordnung

höhere Anforderungen an die Ausstattung

der Transportfahrzeuge. Diese

müssen über Techniken zur Klimaverbesserung

im Transporter verfügen, wie

z. B. ein Temperaturüberwachungssystem,

Datenschreiber und Warnsystem

für den Fahrer. Belüftungssysteme müssen

so konzipiert sein, dass zu jedem

Zeitpunkt der Beförderung die Temperaturen

innerhalb des Laderaums null

Grad Celsius nicht unter- und 35 Grad

Celsius nicht übersteigen.

Ferner müssen die Tiere ständigen Zugang

zu einer Tränkevorrichtung haben.

Fahrer und Betreuer von Tiertransporten

müssen Schulungen absolvieren

und benötigen ab 2008 einen

Befähigungsnachweis für den Umgang

mit Tieren.

Misshandlungen sind künftig

"verboten"

Im Umgang mit den Tieren ist es künftig

verboten, "Tiere zu schlagen oder zu

treten; Tiere mit mechanischen Mitteln,

die am Körper befestigt sind, hoch zu

winden und Treibhilfen oder Geräte mit

spitzen Enden zu verwenden." Allein die

Notwendigkeit der Aufnahme dieser

Verbote stellt ein Armutszeugnis für alle

am Tiertransport Beteiligten dar und

belegt einmal mehr, unter welchen tierschutzwidrigen

Bedingungen diese

Transporte durchgeführt werden und

welchen zusätzlichen Quälereien die

Tiere ausgesetzt sind.

Die neuen Regelungen werden nicht zu

Verbesserungen für die Tiere führen,

Neue EU-Ver

... UNTERLAUFEN

KRITIK VOM bmt: FÜR

DEN TIERSCHUTZ

Am 5. Januar 2007 ist eine neue

EU-Verordnung in Kraft getreten,

die Schlachttieren auf ihren

Transporten zu Lande und zu

Wasser besseren Schutz gewährleisten

soll.

Leistet sie das wirklich?

"Nein", sagt Dr. Jörg Styrie bedauernd.

"Wir wissen, dass die

langen Transportzeiten und die

hohen Ladedichten die Hauptursachen für die schweren Missstände während der Transporte sind.

Doch gerade diese Faktoren bleiben unverändert bestehen!"

weil bei den tierschutzrelevanten Problemen

der Transporte - der Begrenzung

der Transportdauer und den Ladedichten

- keine Einigung erzielt

wurde.

Bedauerlich: Keine Veschärfung

bei den Transportzeiten

Den großen Tierproduzenten innerhalb

der EU, Frankreich, Griechenland und

Spanien, gingen die Vorschläge der

Kommission zu weit. Der zuständige

EU-Kommissar Markos Kyprianou kündigte

an, er werde bis Ende 2009 neue

Regelungen zu den zulässigen Fahrzeiten

und zur erlaubten Ladedichte unterbreiten.

Bis dahin gelten weiterhin die

ERFOLG FÜR DEN TIER

In Österreich nicht mehr möglich: Wildtiere im Z


ordnung zu Tiertransporten

DIE TIERE WIRD SICH KAUM ETWAS ÄNDERN!

SCHUTZ

irkus

alten Transportbestimmungen.

Danach ist bei Rindern, Schafen und

Ziegen erst nach einer Transportdauer

von 29 Stunden eine 24-stündige Ruhezeit

vorgeschrieben, bei der die Tiere

entladen, gefüttert und getränkt werden

müssen. Schweine und Pferde

dürfen 24 Stunden transportiert werden,

bevor ihnen eine Ruhezeit von 24

Stunden gewährt wird. Die genannten

Transport- und Ruheintervalle können

beliebig oft wiederholt werden.

Die Europäische Kommission denkt

über ein Verbot der Ferkelkastration

nach. Die Kommission verständigte

sich mit den Veterinärexperten der EU-

Mitgliedsländer und den betroffenen

Interessenverbänden darauf, die Beendigung

der Ferkelkastration zu prüfen.

Ohne Betäubung bereitet die Kastrierung

den Ferkeln erhebliche Schmerzen,

und selbst mit Betäubung erhöht

die Entfernung der Hoden das Infektionsrisiko,

verringert Wachstumsraten

und verschlechtert die Futterverwer-

Auch an den Besatzdichten ändert sich

bei den Tiertransporten nichts. Ausgewachsenen

Pferden wird wie bisher

beim Transport auf der Straße eine Fläche

von 1,75 Quadratmetern pro Tier

zugestanden, ausgewachsenen Rindern

1,30 Quadratmeter.

Der bmt fordert seit Jahren, dass die

grausamen Langstreckentransporte

von Schlachttieren abgeschafft und

durch Frischfleischtransporte ersetzt

werden. Es ist nicht zu rechtfertigen,

EU ERWÄGT VERBOT DER FERKELKASTRATION

Bisherige Praxis: Bis zum siebten Lebenstag ohne Betäubung

In Österreich war zum 1. Januar 2005 ein europaweit einzigartiges

Gesetz in Kraft getreten, das ein Verbot der Mitwirkung

und Haltung von Wildtieren in Zirkusbetrieben vorsah.

Dagegen hatte ein unbekannter Zirkusunternehmer

Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht, die nun zurückgewiesen

wurde.

Der bmt begrüßt ausdrücklich die Entscheidung der EU-Kommission.

Nachdem die Kommission nun die rechtlichen Rahmenbedingungen

geschaf- fen hat, fordert der bmt die

Bundesregierung auf, endlich auch in Deutschland die Haltung

von Wildtieren im Zirkus zu verbieten. Allein im Zeitraum

von 2000 bis 2003 wurden bei Tierschutzkontrollen 1077 Beanstandungen

festgestellt.

Auf einer Anhörung im Agrarausschuss des Deutschen

Bundestages im November 2006 erläuterte Dr. Jörg Styrie die

tung, so die Schlussfolgerungen der

Fachleute. Daher sollen Alternativen

unter dem Blickpunkt des Tierschutzes

und der wirtschaftlichen Auswirkungen

untersucht werden.

In einer wissenschaftlichen Stellungnahme

aus dem Jahr 2004 hatte die

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit

(EBLS) vier Alternativen zur

betäubungslosen Kastration aufgezeigt:

Den Einsatz von Narkotika, das

Spermasexing, die Immunokastration

und das Aufspüren des Ebergeruchs im

T IERSCHUTZPOLITIK

dass lebende Tiere unnötig quer durch

Europa gekarrt werden, nur wegen der

Profitgier der industriellen Fleischlobby.

Von der Bundesregierung erwarten wir,

dass sie ihren Sonntagsreden Taten folgen

lässt und sich im Rahmen ihrer EU-

Ratspräsidentschaft nachhaltig für eine

Begrenzung der Transportzeiten auf

maximal acht Stunden bei internationalen

Transporten und vier Stunden auf

nationaler Ebene bzw. bis zum nächsten

Schlachthof einsetzt.

Schlachthof. Derzeit dürfen Ferkel in

der Europäischen Union bis zu ihrem

siebten Lebenstag ohne Betäubung kastriert

werden - eine Maßnahme, die

von allen Tierschutzorganisationen

strikt abgelehnt wird.

Wildtierverbot im Zirkus mit EU-Recht vereinbar

Dringlichkeit eines Verbotes von Wildtieren auch in Deutschen

Zirkussen. "Wildtiere", erläutert Dr. Jörg Styrie, "sind

nicht domestizierbar und haben eine geringe Anpassungsfähigkeit.

Ihr Leiden im Zirkus manifestiert sich in Verhaltensstörungen,

Erkrankungen und Todesfällen." Selbst die

bundesweit geltenden Leitlinien für die Haltung, Nutzung

und Ausbildung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen

Einrichtungen werden von vielen Zirkusbetrieben, nicht zuletzt

aufgrund ihrer schlechten finanziellen Lage, nicht eingehalten.

Abhilfe kann nur ein Verbot der Haltung von Wildtieren in Zirkus

bringen. Die Entscheidung der EU-Kommission zur Einstellung

des Verfahrens gegen Österreich sollte alle EU-Staaten

ermuntern, gleichfalls die Haltung von Wildtieren in

Zirkussen zu verbieten.

Texte: Mike Ruckelshaus, Fotos: Deutsches Tierschutzbüro

Das Recht der Tiere 1/2007

19


Das Recht der Tiere 1/2007

20

R UMÄNIEN

"Es war einer der dunkelsten Tage meines

Lebens", sagt Petra Zipp rückblickend

über die Geschehnisse in der Tötungsstation

von Brasov im vergangenen

November (Titelgeschichte RdT

4/06).

Doch hat dieser - emotional belastende

- Besuch bei den Politikern der

zweitgrößten Stadt Rumäniens mehr

bewirkt, als die Auslandstierschutzkoordinatorin

des bmt damals ahnen

konnte: Brasovs Bürgermeister hat Cristina

Lapis (Vorsitzende der "Asociatia

de protectie a animalelor") um ein Gespräch

gebeten, in dem die Schließung

der berüchtigten City Hall von Brasov

diskutiert werden soll.

"Dass die Stadt inzwischen an einer humanen

Lösung interessiert ist, verdanken

wir der engagierten Öffentlichkeitsarbeit

von Cristina Lapis und Pierre

Brice", sagt Petra Zipp. "Seine Anteil-

Von Hella und Pierre Brice

adoptiert: Kleiner Winnetou

nahme am Schicksal der Hunde im

Tierheim Brasov und die Adoption des

verwaisten Hundes im November 2006

hat die Menschen aufgerüttelt."

Hinzu kommt, dass Rumänien seit Anfang

2007 EU-Mitglied geworden ist

und sich nun in die Pflicht genommen

sieht, seine horrenden Tierschutzprobleme

zu lösen. "Abgesehen von der

Grausamkeit, herrenlose Hunde einzu-

bmt-Auslandstierschutz

Rumänische Hunde in De

BOTSCHAFTER FÜR EIN GLÜCKLICHES HUNDELEB

2006: In der Tötungsstation Pierre Brice besucht mit dem

Petra Zipp mit

geretteter Hope

fangen und nach

14 Tagen zu töten,

führt diese Praxis

nicht dazu, die

Zahl der Hunde

dauerhaft zu senken",

erklärt Petra

Zipp. "Es gibt nur eine

Lösung, die Vermehrung

langfristig zu unterbinden -

und die heißt Kastration!

Hope und Lucky -

sie sind die Hoffnungsträger

für ihre Artgenossen

"Meine tapfere Hope", sagt Tierheimleiterin

Petra Zipp fast drei Monate später

im Tierschutzzentrum Pfullingen und

drückt die zierliche Hündin kurz an

sich." Ohne die erfahrene Tierschützerin

würde die ca. 4 Jahre alte Hope

heute nicht mehr leben. Wie es Petra

Zipp gelang, die Hündin unbemerkt

aus ihrem Verschlag zu holen und im

Auto zu verstecken, kann sie kaum beschreiben,

ohne erneut von den schrecklichen

Erlebnissen in der Tötungsstation

heimgesucht zu werden.

"Ich hörte, wie ein Hund verzweifelt an

dem großen Tor,

hinter dem die Zwinger liegen, kratzte",

erinnert sie sich, "sah ihre Nase, die sie

unter dem Tor durchzuschieben versuchte

und da gab´s in mir nur den einen

Impuls: Hilf ihr, rette sie!" Als wüsste

die gerettete Hündin, dass keiner

der City Hall-Mitarbeiter sie sehen durfte,

duckte sie sich flach auf den Boden

des Wagens und kam erst wieder zum

Vorschein, nachdem die Autotüren von

innen geschlossen waren. "Das ist Hope",

sagte Petra Zipp zu dem begleitenden

Tierarzt vom Tierheim Brasov

Dr. Ciprian Cocianu und wischte sich

die Tränen fort, "sie ist unsere Botschaf-


utschland

EN

bmt das Tierheim in Brasov

"Bitte helfen Sie mir, dass immer

weniger Hunde in Tötungsstationen

sterben müssen.

Sie sollen Zuflucht im

Tierheim und eine

reelle Lebenschance

finden können."

RdT: Wie haben Sie die Geschehnisse

in der “City Hall” in

Brasov verarbeitet?

Petra Zipp: Gar nicht. Es ist wie ein

Film, der in ständiger Wiederholung

vor mir abläuft. Ich habe in meinen 30

Jahren Tierschutzarbeit gelernt, Schockierendes

zu verdrängen - aber die Bilder

der zum Töten verurteilten Hunde,

der sterbenden Welpen, unsere Ohnmacht

und Hilflosigkeit angesichts des

Leids, verlassen mich selten.

RdT: Können Sie Ihren Mitgliedern solche

Berichte zumuten?

Petra Zipp: Wir müssen, so leid es

mir tut. Natürlich sind die Berichte belastend,

aber ohne Öffentlichkeit kön-

terin für ein Leben, in dem Tötungsstationen,

diese Orte des Schreckens, eines

Tages der Vergangenheit angehören

werden."

Die schwarz-braune Hündin wurde

nach ihrer Befreiung im Tierheim Brasov

medizinisch versorgt, geimpft und

entwurmt und einige Wochen später

mit 22 anderen rumänischen Vierbeinern

ins Tierschutzzentrum Pfullingen

gebracht. Mit dabei war auch Lucky,

der zweite Hund, der dank Dr. Ciprian

Cocianus und Petra Zipps mutigem

Eingreifen überlebt hat.

Der kleine Hund wurde von einem panischen

Schäferhund fast tot gebissen,

als mehrere City Hall-Mitarbeiter in die

Hundezwinger traten, um weitere geschwächte

Welpen herauszuholen und

einzuschläfern. Während der Tierarzt

den Schäferhund mit Händen und Fü-

nen wir nicht helfen! Wenn wir Tötungsstationen,

die es im Übrigen nicht

nur in Rumänien, sondern in vielen anderen

ost- und südeuropäischen Ländern

gibt, abschaffen wollen, müssen

wir die Menschen aufrütteln!

RdT: Sie nehmen Hunde aus Rumänien

und Ungarn in den bmt-Tierheimen auf.

Nehmen sie deutschen Hunden nicht

den Platz im Tierheim weg?

Petra Zipp: Nein; diese Argumentation

geht in die völlig falsche Richtung.

Tierheimhunde aus dem Ausland (nicht

massenhaft produzierte Rassehunde,

siehe dazu Seite 30!) nehmen höchstens

Züchtern die Absatzmärkte weg. Während

Züchter massenhaft Welpen produzieren,

werden gleichzeitig in ande-

A USLANDSTIERSCHUTZ

ßen abwehrte, griff Petra Zipp den Verletzten

und zog ihn blitzschnell aus dem

Zwinger. An diesem Tag konnte man

nichts mehr für ihn tun, aber Dr. Cocianu

gelang es am nächsten Tag, ihn ins

Tierheim zu holen.

"Er hat überhaupt keine Abwehr gezeigt",

sagte Petra Zipp erschüttert. Für

sie ein Zeichen, dass die meisten Vierbeiner

in der City Hall bereits so

schwach waren, dass sie kaum noch

Widerstand leisten konnten. Lucky indes

hat die "alten Geschichten" längst

hinter sich gelassen: Er hat Kater Gismo

den gemütlichen Katzenkorb abspenstig

gemacht und ist gerade dabei,

seiner neuen Familie zu zeigen, wie gut

ihre Entscheidung war, ihn kurz nach

seiner Ankunft im Tierschutzzentrum zu

adoptieren.

Text und Fotos: Claudia Lotz

INTERVIEW MIT PETRA ZIPP

"Wir müssen die Menschen aufrütteln,

um den Hunden helfen zu können!"

ren Ecken Europas Hunde in Dimensionen

vernichtet, die wir hier "nur" aus

dem Schlachthof kennen - welch ein

Vergehen an den Lebewesen!

Jeder rumänische Hund, der von lieben

Menschen aufgenommen wird, ist ein

Hund mehr, der leben darf. Insofern ist

jeder vermittelte Hund gleichzeitig ein

Botschafter für das Elend seines Heimatlandes.

Und jeder Besitzer eines rumänischen

Hundes wiederum ein Verstärker

unserer Tierschutzarbeit vor

Ort. Ich glaube an die Kraft des Einzelnen,

an die Kraft der Überzeugung,

auch mit kleinen Mitteln etwas bewegen

zu können. Je mehr Menschen

Hunde aus dem Tierheim adoptieren,

desto überflüssiger die Massenproduktion

der Züchter.

Das Recht der Tiere 1/2007

21


Das Recht der Tiere 1/2007

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Boby - Sheltie-Spitz, 2,5 Jahre

RdT: Warum gehen die Menschen zum

Züchter? Denken Sie, dass sie in den

Tierheimen keinen passenden Hund finden?

Petra Zipp: Abgesehen von den Vorlieben

für bestimmte Rassen ist das sicher

auch ein entscheidender Grund.

Viele Hunde werden ins Tierheim abgeschoben,

weil ihre Besitzer mit ihnen

nicht zurecht kommen. Artwidriger Umgang,

falsche Signale, fehlerhafte Verständigung

- hier liegen die Ursachen

für die häufigsten Probleme in der Hundehaltung.

Aber nicht jeder Interessent traut sich

zu, einen Hund mit etwas problematischerer

Vergangenheit bei sich aufzunehmen.

Abgesehen davon haben wir

oft Hunde im Tierheim, die sehr groß,

Sonntag, 6. Mai, 11.00 bis 18.00 Uhr

kräftig sind und besondere Anforderungen

an ihre Haltung stellen, wie

zum Beispiel Herdenschutzhunde oder

Hütehunde. Wer einen kleinen, sanften

und sozial verträglichen Vierbeiner

adoptieren möchte, sucht manchmal

im Tierheim vergeblich oder muss sehr

lange warten.

Die rumänischen und ungarischen

Hunde tragen zu einer Vielschichtigkeit

an Rassen, Charakteren und Typen in

unseren Tierheimen bei, die im Umkehrschluss

für unsere heimischen

Hunde sehr positiv ist. Je mehr Interessenten

kommen, desto größer auch die

Chance selbst für schwerer Vermittelbare,

dass eine Familie darunter ist, die

gerade diesem besonderen Hund ein

Zuhause schenken möchte.

INFOTAG ZU RUMÄNIEN IM TIERSCHUTZZENTRUM

Am Sonntag, den 6. Mai 2007, veranstaltet das Tierschutzzentrum Pfullingen einen

Infotag zum Thema "Tierschutz in Rumänien".

Cristina Lapis (Vorsitzende der "Asociatia de protectie a animalelor") kommt mit

Tierheim-Tierarzt Dr. Ciprian Cocianu aus Brasov in Rumänien und beantwortet

gerne Ihre Fragen.

Erfahrungsaustausch mit Besitzern rumänischer Hunde.

Die Kindertierschutzgruppe aus dem Tierschutzzentrum führt ein Theaterstück zum

Thema "Auslandstierschutz in Rumänien" auf.

Alle diese rumänischen Hunde warten auf

Bella & Max - 1 und 1,5 Jahre

RdT: Warum engagiert sich der bmt so

stark im Auslandstierschutz?

Petra Zipp: Sehen Sie, ich verstehe

unsere Hilfe als moralische Verpflichtung.

Die Europäische Union wird immer

größer und dennoch gibt es Länder,

in denen der Tierschutz ein

Fremdwort ist. Unsere Unterstützung

gilt den Menschen vor Ort, die oft so

wenig zum Leben haben und doch bereit

sind, alles für ihre Tiere zu geben.

Wir helfen den Tierschützern vor Ort,

ihre Arbeit zu tun - aber wir achten und

respektieren dabei die landestypischen

Verhältnisse. Das ist einer unser wichtigsten

Grundsätze! Der bmt würde seine

Glaubwürdigkeit verlieren, wenn er

den Tierschutz nicht im Einklang mit

der Bevölkerung, sondern gegen ihre

Interessen durchsetzen würde.

RdT: Konkret heißt das: Sie können

Hunden keine Luxuszwinger bauen,

während der Großteil der rumänischen

Bevölkerung Not leidet…

Petra Zipp: Genau so. Und wir können

unsere Tierschutzprojekte so ausrichten,

dass Menschen und Tiere profitieren.

Nehmen Sie die Kastration von

Hunden: Kaum ein Besitzer kann sich

die medizinische Versorgung, geschweige

denn eine Kastration, seines

Tieres leisten.

Also machen wir Hundehaltern das Angebot,

ihre Tiere im Tierheim Brasov

kostenlos kastrieren zu lassen. Das ist

sehr wichtig, weil selbst Hunde, die Besitzer

haben, oft auf der Straße leben und

sich ungehindert vermehren können.

Maggy - Briardmix Izzy & Cora, 5 und 2,5 Jahre Lucky - Aus Tötstation gerettet


Sie …

RdT: Warum kastrieren Sie nicht die

zahlreichen herrenlosen Hunde?

Petra Zipp: Kastrationen von Straßenhunden

haben sich in der Vergangenheit

aus mehreren Gründen als

problematisch erwiesen: Sobald bekannt

wurde, dass in bestimmten Regionen

herrenlose Hunde kastriert werden,

wurden noch mehr Hunde dort

ausgesetzt - was die Anwohner wiederum

gegen die Hunde einnahm und

die Gemeinden zu weiteren Radikallösungen

verleitete.

Der zweite Punkt: Das Tierheim Brasov

hat nicht die Kapazitäten, um eine

Nachsorge der kastrierten Hunde zu

betreiben. Bei durchschnittlich 900

Hunden im Tierheim gibt es de facto

keinen freien Raum für die Nachversorgung

zusätzlich kastrierter Hunde.

Die Kastration von Besitzerhunden -

verbunden mit der gezielten Aufklärung

über den Nutzen der konsequenten

Geburtenkontrolle - scheint uns der

sinnvollere Weg zu sein, langfristig die

Zahl der Hunde zu senken.

RdT: Lässt sich die Bevölkerung für

Tierschutzanliegen sensibilisieren? Sehen

Sie Fortschritte?

Petra Zipp: Ja, definitiv. Cristina Lapis

leistet großartige Arbeit; sie ist die

populäre Tierschützerin im Land, die

von Prominenten wie Pierre Brice und

Brigitte Bardot aus dem Ausland unterstützt

wird. Außerdem hat Cristina

durch die Tätigkeit ihres Mannes, er ist

französischer Honorarkonsul, einen

leichteren Zugang zu den Medien.

Sie appelliert im Fernsehen an die

Menschen, Hunde als Partner, als

Freunde zu sehen, die Bezugspersonen

brauchen. Nach dem Tierheimbesuch

von Pierre Brice im November 2006,

bei dem ja auch der bmt dabei war, kamen

an den folgenden Tagen viel mehr

Achi - Spanielmix, 4 Jahre

Interessenten als üblich, um Hunde

aufzunehmen. Nicht umsonst heißt ihr

Tierheim: Shelter of hope (Tierheim der

Hoffnung).

RdT: Stichwort Hoffnung: Glauben Sie,

dass Pierre Brice´ Rundgang im Tierheim

und seine Eröffnung des Bärenparks

die Politiker aufrüttelt, den Schutz

der Tiere endlich ernst zu nehmen?

Petra Zipp: Ja, davon bin ich fest

überzeugt! Sein öffentliches und emotionales

Eintreten für die Straßenhunde

und die geschundenen Bären hat die

Bevölkerung sehr bewegt - und vergessen

Sie nicht, dass der Schauspieler

Pierre Brice in Rumänien sehr verehrt,

geradezu geliebt wird.

Und nun hat gerade dieser geachtete

Mann einem mutterlosen "Straßenhund-Welpen"

das Leben gerettet und

schenkt ihm seine Liebe. Die Aufnahme

von Hunden aus dem Tierheim muss in

Rumänien gesellschaftsfähig werden;

da trägt die humane Geste von Pierre

Brice bestimmt dazu bei.

Im Übrigen können wir ja auch schon

den ersten Erfolg nach dem Besuch in

Brasov verbuchen: Die Stadt hat Cristina

Lapis gebeten, an einer Lösung für

die Straßenhunde mitzuarbeiten. Es

wurde bereits in Aussicht gestellt, die

gefürchtete City Hall zu schließen und

dem Tierheim Brasov die Hunde zu

überlassen.

RdT: Wie haben Sie in Ungarn, ihrem

zweiten Tierschutzprojekt in Osteuropa,

den Straßenhunden geholfen?

A USLANDSTIERSCHUTZ

Petra Zipp: Die Situation in Ungarn

ist eine andere: Die Probleme sind zwar

auch noch sehr groß und Tierheime wie

Pecs brauchen weiterhin unsere volle

Unterstützung, doch gibt es dort nicht

diese große Anzahl von Hunden auf

den Straßen, weil von je her Hundefänger

die Tiere eingefangen haben.

Dass es überhaupt zu der Straßenhund-Problematik

in Rumänien kam,

geht auf den Diktator Ceaucescou zurück,

der die Landbevölkerung am

Rand der Städte ansiedelte und ihnen

die Tierhaltung verbot. Die Hunde wurden

ausgesetzt und meistens von ihren

Besitzern in der Nähe der Wohnblocks

Baba - Dackel-Spitzmix Lassie - Collimix, 5 Jahre

weiter gefüttert. Sie vermehrten sich

jahrelang unkontrolliert.

RdT: Der bmt unterstützt seine Partnertierheime

in Pecs und Brasov mit jeweils

4.000 - 4.500 Euro monatlich für Futter

und Medikamente. Sind diese Aufwendungen

von Patenschaften gedeckt?

Petra Zipp: Für Pecs ja, für Brasov

noch nicht - einfach deswegen, weil wir

in Ungarn schon länger aktiv und erfolgreich

sind und im Laufe der Jahre

einen breiten Unterstützerkreis gewonnen

haben.

Das wünsche ich mir im Namen der

leidgeprüften Hunde auch für Rumänien:

300 Patenschaften (ab 15 Euro

im Monat) sind nötig, um den Tierheimbetrieb

in Brasov zu sichern. Über

60 tierliebe Menschen haben schon Patenschaften

abgeschlossen.

Das Recht der Tiere 1/2007

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Das Recht der Tiere 1/2007

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U NGARN

Durch Zufall wurde vor über einem

Jahr eine schlechte Hundehaltung in

Ungarn aufgedeckt. Aus einer Wohnung

wurden sieben völlig verängstigte

Terriermischlinge beschlagnahmt.

Die Recherchen ergaben, dass

die Tiere kaum menschlichen Kontakt

hatten und nur notdürftig versorgt

wurden. Die Hunde, unterschiedlichen

Geschlechts und Alters, kamen als

Notfälle in unsere bmt-Tierheime.

Elsa war die letzte aus der Gruppe, die

noch ein schönes Zuhause suchte. Wie

sich ihre früheren, verschreckten Gefährten,

Lilly und Szaffi, bei ihren neuen

Besitzern entwickelt haben, lesen

Sie jetzt.

Lilly hat neue Freunde

gefunden

Von Anke Schäfer

Lilly hatte Angst. Angefasst werden,

Gassi gehen, Begegnungen mit fremden

Menschen oder anderen Hunden,

Geräusche oder schnelle Bewegungen

- nahezu alles und jedes versetzte die

siebenjährige, halbblinde Hündin in

Panik.

Ein Vierteljahr nach dem Auftritt bei

"Herrchen gesucht" im Hessen Fernsehen

- damals noch unter dem Namen

"Kolmar" - und der daraufhin geglückten

Vermittlung als Zweithund in ein

neues Zuhause ist vom dem verschreckten

Fellbündel allerdings nicht mehr

viel übrig.

bmt-Auslandstierschutz

7 Hunde aus Wohnungs

KURZ VOR REDAKTIONSSCHLUSS: HAPPY END

An der Seite ihres neuen "Kollegen",

dem altersweisen Terrierrüden Fritz (vor

12 1/2 Jahren aus dem bmt-Tierheim

Reichelsheim gekommen), erkundet

Lilly eifrig ihre Welt, geht fröhlich spazieren,

am liebsten auf dem Golfplatz,

genießt jede Streicheleinheit ihrer "Dosenöffner"

und fährt leidenschaftlich

gern Auto.

Das Erstaunlichste dabei war jedoch

das Tempo, in dem diese Entwicklung

vonstatten ging: Schon am ersten

Abend unternahm Lilly erste zaghafte

Schritte draußen, am zweiten Tag war

sie stubenrein und am Ende der ersten

Woche hatte sie gelernt, größere - auch

unbekannte - Strecken zu meistern.

Auch Rangordnungsprobleme mit dem

Ersthund gab es nicht. Fritz fand seine

neue Partnerin schon im Tierheim Pfullingen

sehr sympathisch und Lilly liebt

zurück, wie sich am häufigen Kuscheln

und den geteilten Schlafplätzen zeigt.

Innerhalb kürzester Zeit hat die ansonsten

völlig unkomplizierte und rundum

liebenswerte Hündin auch alle Herzen

der Zwei- und Vierbeiner ihrer Umgebung

erobert. Auf Straßenbekanntschaften

mit Artgenossen legt sie zwar

Auch Ersthund Fritz hat Lilly ins Herz geschlossen

Szaffi wird von ihrem neuen Besitzer in Pfullingen abgeholt

immer noch wenig Wert, aber der eine

oder andere freundliche Mensch darf

jetzt schon mal ein bisschen kraulen.

Vorsichtig wird Lilly wohl noch eine

ganze Weile bleiben, aber die Zeiten

von Angststarre und nackter Panik hat

sie überwunden.

Szaffis positive

Entwicklung

Von Juliane Debus

Angefangen hat es am 11.6.2006. Wir

suchten einen Hund und Petra Zipp

hatte uns ins bmt-Tierheim nach Pfullingen

eingeladen. Frau Zipp hat uns

durchs Tierheim geführt und die Hunde

gezeigt.

Im letzten Zwinger waren ein kleiner

wuscheliger Mischling namens Pipo

und eine dreifarbige, mittelgroße Hündin

mit dem Namen Szaffi. Während

Pipo sich aufgeregt am Gitter bewegte,

stand Szaffi etwas im Hintergrund und

machte einen scheuen Eindruck.

Wir haben mit Pipo eine Runde übers

Gelände gedreht; es war absolut problemlos.

Aber eigentlich hat uns die

scheue Szaffi interessiert. Natürlich war


haltung befreit

NUN AUCH FÜR ELSA

Die ängstliche Hundegruppe kurz nach der Rettung im TH Pecs

es schwierig: Sie musste überlistet und

eingefangen werden, an eine Runde

an der Leine war nicht zu denken.

Wir haben sie dann mit ins Tierschutzzentrum

genommen und dort zwei

Stunden auf dem Schoß gehabt, um

uns etwas aneinander zu gewöhnen.

Sie hat sich etwas entspannt und schien

uns zu mögen. Am frühen Abend haben

wir uns mit dem Versprechen verabschiedet,

in den kommenden Tagen

Bescheid zu geben, ob wir Szaffi nehmen

oder nicht.

Auf der Rückfahrt (wir wohnen 250 km

nördlich von Pfullingen) fiel bereits die

Entscheidung: Wir wollten Szaffi zu uns

nehmen. Am kommenden Mittwoch

fuhren wir wieder nach Pfullingen. Wir

hatten geplant, bis Freitag zu bleiben

und die Zeit zu nutzen, uns drei aneinander

zu gewöhnen.

Am ersten Tag: Knuddeln auf dem

Schoß, am zweiten Tag: mittags schon

die erste kleine Runde an der Leine.

Szaffi ist mehr gekreiselt als gelaufen,

sie hatte keinerlei Erfahrung mit Spaziergängen

im Freien. Am Freitagmittag

dann die Heimfahrt. Bedenken

plagten uns: Wie wird sie sich im Haus

verhalten? Wir hatten bereits Erfahrung

mit einem ängstlichen Hund gemacht

und dachten uns, dass es nicht

einfach werden würde.

Doch Szaffi hat in Ruhe alles inspiziert

und schien zufrieden.

Nach drei Stunden Schlaf dann

der erste kleine Gang auf der

großen Wiese vor dem Haus.

Am Abend hat sie bereits mit

einem Ball gespielt. Von Scheu

war nicht mehr viel zu sehen.

Alle im Haus befindlichen Hundedecken

und Körbe wurden in

Besitz genommen. In den kommenden

Tagen hat sich Szaffi immer

mehr eingewöhnt.

Die Gegend wurde auf immer größeren

Spaziergängen erkundet, und sie

lernte die tierischen und menschlichen

Nachbarn kennen. Vier Wochen später

sind wir mit Szaffi das erste Mal zum

Campingurlaub gefahren. Es war kein

Problem.

Heute ist Szaffi aus unserem Leben natürlich

nicht mehr wegzudenken. Sie

hat inzwischen viel gelernt und läuft

auch brav ohne Leine. Wir können sie

überall mit hinnehmen und es gibt

auch keine Probleme, wenn wir Besuch

bekommen.

Ist wirklich alles ohne Hindernisse abgelaufen?

Elsa musste noch lange warten!

Elsa gehörte zu den besonders ängstlichsten Tieren der Gruppe. Während die

anderen sechs Hunde bereits vorsichtigen Kontakt zu ihren Betreuern im Tierheim

aufnahmen, blieb die 1998 geborene Hündin stets zurückhaltend. Im Tierschutzzentrum

Pfullingen wurden die Hundegruppen daraufhin so zusammengesetzt,

dass Elsa sich an einem sehr menschenbezogenen Rüden in ihrem

Gehege orientieren konnte.

Dass die Hündin heute offen auf Menschen reagiert, ist besonders unserer Gassigängerin

Michaela zu verdanken. Mit sehr viel Zuneigung, Geduld und Verständnis

hat sie erreicht, dass Elsa Vertrauen gefasst hat und wieder richtig Freude

am (Hunde)leben hat.

Happy-End-Meldung vor Redaktionsschluss:

Gerade hat auch Elsa ein wunderschönes Zuhause gefunden!

Wenn Sie Hündin Dora (12 Jahre) mit einem ähnlichem traurigem

Schicksal helfen möchten, nehmen Sie bitte Kontakt auf unter Tel:

07121/ 820 17 0.

G LÜCKLICH VERMITTELT

Natürlich nicht. Es gab schon eine paar

Probleme, die sich jedoch meist schnell

lösen ließen. Szaffi war zum Beispiel so

begeistert von uns, dass sie nicht alleine

bleiben konnte. Sie hat fürchterlich

gebellt und angefangen, Sachen kaputt

zu machen. Wir begannen mit ihr

zu üben, ließen sie erst kurze, dann immer

längere Zeitabschnitte alleine und

siehe da, Szaffi lernte, dass wir früher

oder später wieder zurückkommen

würden.

Die Hündin kannte vieles nicht: So wollte

sie die erste Zeit nicht vor die Tür,

wenn es dunkel war. Doch auch daran

hat sie sich mit Geduld und gutem Zureden

innerhalb einer Woche gewöhnt.

Elsa mit Michaela

Das Recht der Tiere 1/2007

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Das Recht der Tiere 1/2007

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T IERSCHUTZZENTRUM

Babett, Robin und Olaf Schwittaua mit den Hunden mit Laila und Rita

"Bitte sorgen Sie dafür", schrieb der

Schüler an den chinesischen Botschafter

in Berlin, " dass Tiere in Ihrem Land

nicht mehr gequält werden. Tiere fühlen

Schmerz wie Du und ich." Der eindringliche

Appell an den Botschafter

blieb ungehört - allerdings nicht so

beim bmt, der sich den Vorstoß des Elfjährigen

zum Vorbild nahm und eine

mehrmonatige, viel beachtete Kampagne

für ein Importverbot von Haustierfellen

nach Deutschland startete.

Währenddessen liefen die Vorbereitungen

im Tierschutzzentrum für die Tage

der Offenen Tür auf Hochtouren. Für

Robin hieß das: Proben und nochmals

proben, denn die Jugendtierschutzgruppe

sollte am Festwochenende mit

Tierliebe - eine "Erb

EINE FAMILIE FÜR ALLE FELLE

verteilten Rollen aus dem Tierschutzmaterial

für Kinder lesen und dazu singen.

Eigentlich wollte Olaf Schwittaua seinen

Sohn nur zu seinem großen Auftritt

am Tag der offenen Tür begleiten und

ein "ganz normaler Gast" sein. Doch

als er hörte, dass im Tierschutzzentrum

dringend ehrenamtliche Handwerker

gesucht wurden, sagte er sofort seine

Hilfe zu.

Der 36 jährige machte sich am nächsten

Morgen an die Arbeit; besserte Fugen

aus, reparierte Türrahmen, brachte

Liegebretter im Katzengehege an,

schraubte Zwingertüren fest, übernahm

die Bedachung der Hundegehege,

organisierte das Material zu günstigsten

Einkaufspreisen - und

hatte eine Arbeit gerade abgeschlossen,

da stand schon

die nächste an. Der gelernte

Schreiner gewöhnte sich an,

mit einem Notizbuch die Runde

zu machen, um alle noch

anstehenden Arbeiten im

Blick zu haben.

Robin hat Rita sofort ins Herz geschlossen

Erst der Sohn, dann der Vater,

später die Mutter - im Tierschutzzentrum

Pfullingen engagiert

sich die gesamte Familie Schwittaua

ehrenamtlich für die Tiere.

An einem Nachmittag im Sommer

2006 kam der 11 Jahre alte Robin

ins Tierschutzzentrum. Stolz zeigte

er eine Unterschriftensammlung,

um die er seine Schulkameraden

gebeten hatte.

"Wenn ihr Tieren helfen wollt,

dann müsst ihr da unterschreiben",

hatte der Fünftklässler gesagt

und den Mädchen und Jungen

kurz erzählt, was er über den

fürchterlichen Umgang mit Tieren

im fernen China gelesen hatte.

"Du bist verrückt, so viel zu arbeiten",

sagen seine Arbeitskollegen, wenn

Olaf Schwittaua nach der Tagschicht

Richtung Tierschutzzentrum aufbricht

und vor der Spätschicht schon geschraubt,

gesägt, gefliest und gemeißelt

hat. Aber Robins Vater sieht das

anders: "Ich will Tieren helfen, und alles,

was ich tun kann, damit es ihnen

gut oder besser geht, tue ich", erklärt er

sein ungewöhnlich hohes Engagement.

Und so fiel es ihm auch nicht wirklich

schwer, sein bis dato geliebtes Hobby

Radfahren und den Bau von Liegerädern

aufzugeben. "Beides ging eben

nicht", kommentiert er seinen Verzicht.

Babett Schwittaua würde ihren Mann

vermutlich kaum zu Gesicht bekommen,

wenn sie nicht auch mit dem Tierschutzvirus

infiziert wäre. Sie unterstützt

die Tierschutzlehrerin Gabriele Rudolph

künftig bei der Jugendarbeit. Die

"Pfullinos" proben ein Theaterstück

über die Situation der Straßenhunde in

Rumänien, das zum nächsten Tag der

offenen Tür im Mai 2007 uraufgeführt

werden soll.


krankheit"

Babett ist immer für Rita da

Die 35jährige war es auch, die Mann

und Sohn überzeugte, die aufgrund ihrer

Behinderung schwer vermittelbare

Rita aufzunehmen. Die 2-3 Jahre alte

Hündin wurde gelähmt auf der Straße

gefunden und musste unter intensivster

Betreuung das Laufen wieder lernen.

Noch heute bekommt Rita Physiotherapie,

um die Muskulatur weiter aufzubauen

und zu kräftigen.

Mit Laila, der elf Jahre alten Münsterländermix-Hündin

von Familie Schwittaua

verträgt sich Rita großartig. Sie

schläft eng an sie gekuschelt und orientiert

sich vor allem Draußen an der Älteren.

Für längere Spaziergänge wird

die Hündin in ihren Rollwagen geschnallt,

der ihr eine Fortbewegung ermöglicht,

auch wenn die Hinterbeine

nachgeben sollten. Doch immer öfter

Dacharbeiten am Hundegehege

verzichten Schwittauers auf die

Laufhilfe, weil Rita ihre Beine

dank des unermüdlichen Physiotherapie-Trainings

stetig besser

einsetzen kann.

"Als ich Rita das erste Mal gesehen

habe", erinnert sich die halbtags

arbeitende Fachverkäuferin,

"konnte sie nur hüpfen; die

Hinterbeine brachen einfach unter

ihr weg - jetzt kann sie laufen."

Schwierigkeiten bereitet der Hündin

noch das Halten von Urin und

Kot, aber Robins Mutter ist zuversichtlich,

dass sie auch dieses

Problem noch in den Griff bekommen.

Text und Fotos: Claudia Lotz

Olafs Idee: Neue Liegebretter im Katzen-Freigehege

E HRENAMTLICHE

Robin hilft seinem Vater

Wollen Sie unser ehrenamtliches

Team unterstützen?

Für das Tierschutzzentrum und für alle anderen

bmt-Tierheime ist die aktive Hilfe von Ehrenamtlichen

sehr wichtig. "Wir hätten die Handwerksarbeiten,

die Olaf Schwittauer für uns

durchgeführt hat, nicht bezahlen können", sagt

Tierheimleiterin Petra Zipp und weist damit auf

die derzeit angespannte Finanzlage hin. Sie

selbst hat vor 30 Jahren ehrenamtlich im Tierschutz

angefangen und weiß, dass Tierschutzarbeit

ohne die Mithilfe von Ehrenamtlichen

kaum möglich wäre. Ehrenamtliche können

u.a.

� Handwerkstätigkeiten ausführen

� regelmäßig mit den Hunden

spazieren gehen

� auf Tagen der Offenen Tür aktiv

helfen

� Nachkontrollen durchführen

Wer Lust hat, sich im Tierschutzzentrum zu

engagieren, meldet sich bitte unter

Tel: 07121/ 820 17 - 0

Das Recht der Tiere 1/2007

27


Das Recht der Tiere 1/2007

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LV HESSEN

Er kennt die hessische Tierschutzpolitikszene

wie kaum

ein anderer, blickt auf 24 Jahre

organisierten Tierschutz zurück

und hat sein Herz an die

diskriminierten "Kampfhunde"

verloren:

Mike Ruckelshaus, der wissenschaftliche

Mitarbeiter des

bmt, leitet seit Januar 2007 offiziell

den Landesverband Hessen/Saarland/Rheinland

Pfalz.

Sein Büro im Tierheim Elisabethenhof

teilt er sich mit seinem

vierbeinigen "Stellvertreter"

Jake.

"Der Kampf gegen Haustierdiebstahl

und Versuchstierhandel haben mein

Tierschutzengagement entscheidend

geprägt", erinnert sich Mike Ruckelshaus,

"schon früh musste ich erkennen,

dass Tiere in unserer Gesellschaft ohne

Schutz und Rechte jeglicher Form von

Ausbeutung hilflos ausgeliefert sind.

Das konnte ich nicht akzeptieren."

Als roter Faden zieht sich der Tierschutz

durch sein privates und berufliches Leben.

Er klagt gegen die hessische Hundeverordnung

und kämpft um jeden

vermeintlich gefährlichen Hund, der

aufgrund dieser populistischen Verordnung

eingeschläfert werden soll. Der

41jährige hat immer wieder selbst

Hunde aufgenommen, die durch falsche

Behandlung aggressiv und verhaltensgestört

geworden sind. Mit sehr

"Wir müssen im politischen Tier

MIKE RUCKELSHAUS NEUER LEITER DER

viel Einfühlungsvermögen gelingt es

ihm, Hunde zu resozialisieren und zu

großartigen Begleitern zu machen, die

ihm nicht von der Seite weichen.

Nach seinem Soziologie-Studium, das

er mit Auszeichnung abschließt (Magisterarbeit:

"Herr und Hund. Zur Geschichte

und Gegenwart der Beziehung

zwischen Mensch und Tier"), arbeitet

Mike Ruckelshaus als parlamentarischer

Referent für die tierschutzpolitische

Sprecherin der Grünen im hessischen

Landtag. Er gehört u.a. dem

Tierschutzbeirat der Landesregierung

an, zählte zu den Gründungsmitgliedern

des "Bündnis hessischer Tierrechtsorganisationen",

war viele Jahre 2.

Vorsitzender der Bullterrier-Nothilfe e.V.

und Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft

Tierschutz der hessischen

Grünen.

Seit 2006 unterstützt Mike Ruckelshaus

den Vorstand des bmt in seiner tierschutzpolitischen

Ausrichtung. Als die

Vereinsspitze um Dr. Jörg Styrie und Petra

Zipp ihn bittet, mit der Geschäftsstellenleitung

eine neue verantwortungsvolle

Position für den bmt zu

übernehmen, sagt er sofort zu.

"Der karitative Tierschutz reicht nicht

aus", erklärt der überzeugte Vegetarier.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Vorstand (hier mit Petra Zipp)

Das Tierheim Elisabethenhof

"Wenn wir die Lebensbedingungen von

Tieren grundlegend ändern wollen,

müssen wir im politischen Tierschutz

noch stärker werden, um die gesetzlichen

Rahmenbedingungen für künftige

Verbesserungen zu schaffen."

Wenn Sie Fragen zu unserer

Arbeit und Tierschutzbelangen

in Hessen haben, wenden

Sie sich bitte an Mike

Ruckelshaus unter Tel:

06035/ 96 11 11.

Immer dabei:“Stellvertreter” Jake


schutz noch stärker werden"

LANDESGESCHÄFTSSTELLE HESSEN

AUCH HIER WARTEN TIERE AUF EIN NEUES ZUHAUSE

Die aktuellen

Notfälle im Elisabethenhof

"Jacky, komm hierher!" Die wissen

doch, dass ich taub bin, scheint der fast

13 Jahre alte Jacky zu denken und

dreht auf dem Rasen vor dem Tierheim

aufgekratzt seine Runden. Überall Spuren

von Hunden, das lässt selbst einen

vierbeinigen Senior noch mal so richtig

in Fahrt kommen.

"Wir sind sehr froh", sagt Geschäftsstellenleiter

Mike Ruckelshaus, "dass

sich der liebenswerte Rüde trotz der

Trennung so wohl bei uns fühlt." Sein

ganzes Leben hat Jacky bei seiner Besitzerin

verbracht, dann kam sie ins

Pflegeheim - und der Hund ins Tierheim.

Er ist sehr verträglich und nimmt

regen Anteil an seiner Umgebung. Aufgrund

erhöhter Leberwerte bekommt

Jacky ein Diätfutter. Der mittelgroße

Rüde kann sogar alleine bleiben und

bietet damit die optimalen Voraussetzungen,

sich mit ihm anzufreunden.

Wenn Sie ohnehin schon einen "Termin"

mit Jacky haben, dann verpassen Sie

nicht, einen Blick in den Stall zu werfen:

In der ersten Box flitzen vier Kaninchen

um die Wette: die drei schwarzweißen

sind Geschwister; ihnen wurde

zur Gesellschaft ein braunes Weibchen

dazugesetzt, so dass die Tiere auch

paarweise vermittelt werden

können. Voraussetzung ist eine

artgerechte Haltung mit viel

Platz, denn Kaninchen sind

unternehmungslustig und

möchten keinesfalls in engen

Käfigen dahin vegetieren.

In der angrenzenden Box suchen

Carmen und Mama

Camilla nach den letzten Karottenstückchen.

Das Minischwein

Camilla wurde trächtig

aus einer Privathaltung herausgeholt

und bekam im Tierheim

dann ihren Nachwuchs:

Die inzwischen 2 Jahre alten

Eber Erol und Eduard haben

auf dem Nachbarhof vom

Tierheim gelebt und sind nun

wieder ins Tierheim umgezogen.

Gerade haben die Tierpfleger

den Neuankömmling

Spike, ca. 7 Monate alt, mit

Mutter und Tochter vergesellschaftet.

Der kastrierte Eber lebte

bis vor kurzem in einer Woh-

Liebenswerter Jacky Carmen und Mama Camilla

TH ELISABETHENHOF

Langöhrchen zu vermitteln!

nung; er war das Geburtstagsgeschenk

für den Sohn der Familie.

Schafbock Benno

sucht ein Zuhause!

Benno (2006 geboren) wurde im vergangenen

Sommer vom Veterinäramt beschlagnahmt.

Damals war seine Rückenpartie von

Maden zerfressen. Der bmt übernahm den

Schafbock. Durch die Pflege seiner Betreuungspersonen

ist er sehr zutraulich und anhänglich

geworden. Benno sucht ab 1. April

einen neuen, schönen Platz in Gesellschaft

von anderen Schafen.

Weil Minischweine nicht in Wohnungen

leben sollten, legen wir besonderen

Wert auf eine sehr verantwortungsvolle

Vermittlung. Der Elisabethenhof betreut

inzwischen 10 Tiere; sie alle brauchen

einen großzügigen Stall mit Auslauf.

Wer Minischweine halten möchte,

braucht eine Genehmigung vom Veterinäramt.

Wenn Sie die Voraussetzungen

erfüllen, werden wir Ihnen gerne

den Kontakt herstellen.

Das Recht der Tiere 1/2007

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Das Recht der Tiere 1/2007

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TH WAU-MAU-INSEL

Die Welpen kurz nach der Beschlagnahmung

Am 13. März fällt einem Tankwart an der Raststätte Kassel an der A 7 ein Paar auf, das aus ihrem Auto mit

rumänischem Kennzeichen Welpen verkaufen. Der Tankwart alarmiert sofort die Polizei. "Wir haben zahlreiche

Hinweise", erklärt Petra Zipp (Auslandstierschutzkoordinatorin des bmt), "dass der illegale Hundehandel

mit Welpen aus Osteuropa dramatisch zugenommen hat."

Die Polizei nimmt die Kleinen mit auf

die Wache und lässt sie dort vom Amtstierarzt

untersuchen. Den Welpen fehlt

nicht nur die vorgeschriebene Tollwutimpfung

- sie sind vor allem noch viel

zu jung für die nötigen Impfungen. Ein

Welpe ist erst vier Wochen (!) alt, die

anderen sollen am 22. Januar geboren

sein.

Das rumänische Paar hatte eine Liste

der Käufer bei sich. Angeboten wurden

die Hunde scheinbar über ein Internetportal.

Zwei der neuen Besitzer nahmen

ihre Hunde an der Raststätte in

Empfang, bevor die Polizei informiert

war. Die anderen Tiere wurden beschlagnahmt

und ins Tierheim Wau-

Mau-Insel gebracht. Dort müssen die

Welpen, Mischlinge zwischen Retriever

und rumänischem Hirtenhund (Ciobanesc

Romanesc Miroitic), in der Quarantäne

bleiben, bis sie drei Monate alt

sind und gegen Tollwut geimpft werden

können. Nach weiteren 21 Tagen dürften

die Tiere dann vermittelt werden.

Auf den Kosten für die medizinische

Betreuung plus vorgeschriebene Impfungen

bleibt das Tierheim sitzen. Es

sei denn, die rumänischen "Züchter"

nehmen ihre Hunde zurück und zahlen

die entstandenen Kosten. Tierheimleiter

Karsten Plücker veranschlagt die

Quarantänekosten für die 11 Hundebabys

auf ca. 4000 Euro.

Nach Informationen des bmt agieren

mittlerweile international tätige Hundehändlerringe,

die in Ungarn und Rumänien

Hundewelpen aufkaufen und

sie illegal nach Deutschland einführen.

Die meist erst wenige Wochen alten

Kleinen werden in den Herkunftsländern

vom Muttertier getrennt. "Diese

frühe Trennung", erklärt Tierheimleiter

Karsten Plücker, "wirkt sich fast immer

negativ auf das Sozialverhalten der

Hunde aus." Der Weg zum schlecht sozialisierten,

verhaltensauffälligen "Problemhund"

ist vorprogrammiert.

Außerdem sind die meist mangelernährten

Tiere später häufig krank oder

schwächeln ihr gesamtes Leben.

Was können Sie tun? "Kaufen Sie niemals

Welpen an Raststätten, aus Kofferräumen,

Rucksäcken oder an der

Straße!", warnt Petra Zipp, "selbst wenn

Sie Mitleid mit den armen Hunden haben.

Holen Sie bitte sofort die Polizei -

nur diese Maßnahme kann Hundehändler

abschrecken, so dass sie mit

ihrem illegalen Treiben in Deutschland

nicht durchkommen.”

11 gerettete Welpen jetzt

in der Wau-Mau-Insel

in Quarantäne

ILLEGALER

HUNDEHANDEL

AUFGEFLOGEN!

Vier der 11 Welpen, die jetzt in Wau-Mau-Insel untergebracht sind


Mona im Rollwagen

GELÄHMTE

ROTTWEILERHÜNDIN

KANN WIEDER LAUFEN!

Für das Wau-Mau-Insel-Team ist die 14

Jahre alte Mona Lisa ein Wunder. "Sie

konnte ihre Hinterbeine überhaupt

nicht mehr bewegen", sagt bmt-Mitarbeiterin

Claudia Bioly. Als die Rottweilerhündin

mit ihrem Hundefreund Alf

nach einem Unglücksfall in der Familie

ins Tierheim kommt, ist sie gelähmt.

Reflexe sind nicht mehr feststellbar.

Trotzdem versucht Tierheimleiter Karsten

Plücker das schier Unmögliche,

Mona Lisa wieder zum selbständigen

Laufen zu verhelfen. "Ich habe selten

ein Tier erlebt", beschreibt er den starken

Charakter der Hündin, "das solch

einen unbändigen Lebenswillen ausstrahlt."

Sobald der in den USA bestellte, extra

große Rollwagen in der Wau-Mau-Insel

eintrifft, trainieren Claudia Bioly und

Kollegin Petra Herzog mit Mona Lisa.

Die alte Hündin wird in den Rollwagen

geschnallt, der eine Fortbewegung

durch die Vorderbeine ermöglicht. Die

geschwächten Hinterbeine werden

durch Räder "ersetzt", bis die Beine - im

positivsten Fall - wieder ihre Funktion

erfüllen.

Ergänzend bekommt Mona Lisa

Physiotherapie, um ihre an der Hinterhand

verkümmerte Muskulatur zu stärken

und aufzubauen. Und es kommt

der Tag, an dem die sanfte Rottihündin

deutlich zu erkennen gibt, dass sie den

Wagen nicht mehr braucht. Bei den ersten

kurzen Ausflügen wird sie noch mit

einem Hüftgurt gestützt, der von der

Betreuerin gehalten wird.

Sie sind herzlich eingeladen!

TH WAU-MAU-INSEL

Heute läuft sie wieder!! Rechts: Freund Aaron (siehe S.16)

Lebenswille stärker als Krankheit

Mona kam gelähmt ins TH

Seit wenigen Tagen verzichtet Mona Lisa

auch darauf. Sie begleitet inzwischen

den Tierheimleiter und seine Mitarbeiter

auf der Abend-Gassirunde im

Hunderudel.

Die Rottweilerhündin ist sehr menschenbezogen,

hat ein sanftes und liebevolles

Wesen. Sie wird nur in ein

Haus mit Garten vermittelt und darf natürlich

nicht mehr überfordert werden.

Wer diesem großartigen Hund noch eine

Chance geben möchte, wendet sich

bitte an das Tierheim Wau-Mau-Insel.

Tel: 0561/86 15 292

Sonntag, 22. April, von 12.00 - 17.00 Uhr: Frühlingsbasar

im Tierheim mit Flohmarkt, Infostand, Kaffee

und Kuchen

Sonntag, 6. Mai, ab 12.00 Uhr: Iris und Jörg Jauert laden

zum jährlichen Ehemaligentreffen (Grillfest) in der

Freizeitanlage "Steinbruch" in Espenau-Hohenkirchen.

Anmeldung bis zum 22. April unter Tel: 05673/2519.

Für Grillgut und Getränke ist gesorgt, Kuchen und Salatspenden

werden gerne entgegen genommen.

Frühlingsbasar in der “Wau-Mau-Insel”

Das Recht der Tiere 1/2007

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Das Recht der Tiere 1/2007

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Warum das hübsche Kerlchen den wenig

schmeichelhaften Namen Porki

trägt, wird uns schon nach kurzer Zeit

klar. Als niedlicher Welpe von irgendjemand

irgendwo gekauft, beginnt die

Odysee des Hundes für uns nachvollziehbar

am Hamburger Hauptbahnhof.

Das Mitleid eines Hundefreundes, der

auf seinen verspäteten Zug wartet, stellt

die Weichen für das weitere Leben des

hübschen Hundes. Während der unfreiwilligen

Wartezeit fällt ihm ein Mann

ins Auge, der mit seinem jungen Hund

offensichtlich total überfordert ist. Sehr

schnell wird klar, dass der Hund hier in

völlig ungeeigneten Händen ist. Von

Mitleid angetrieben, spricht er das

Herrchen des hübschen Dalmatiners

an.

Der wittert seine Chance, den ungeliebten

Vierbeiner loszuwerden, verkauft

ihn ohne große Nachfragen und

Angaben über das Tier, für sage und

schreibe 5 Euro. Drückt dem einigermaßen

verdutzten neuen Herrchen die

Leine in die Hand und verschwindet

prompt auf Nimmerwiedersehen. Die

erste Nacht mit dem neuen Hausge-

nossen hält gleich einige unangenehme

Überraschungen für den unfreiwilligen

Hundebesitzer bereit. Der junge

Dalmi erweist sich als das krasse

Gegenteil eines stubenreinen Hausgenossen.

Porki meldet in ausdauernder, ohrenbetäubender

Lautstärke Protest an,

wenn man ihn nur für Sekunden alleine

lässt und geht mit dem vorhandenen

Mobiliar nicht gerade zimperlich

um. Dazu beeindruckt er mit einer

außergewöhnlichen Dickfelligkeit gegenüber

allem, was man gemeinhin

als Erziehungsversuch bezeichnet. Kurz

gesagt - dieser Dalmi tut genau das

Gegenteil von dem, was Mensch von

ihm erwartet. Sehr schnell schlägt die

Begeisterung für den “günstigen” Kauf

in Verzweiflung über. Porki heißt aus

dem Englischen übersetzt nicht nur

Schweinchen, dieser gefleckte Vierbeiner

benimmt sich auch so.

Nach kürzester Zeit steht fest - dieser

Hund muss schnellstmöglich weg. Wobei

wir wieder auf besagte Anfrage zurückkommen.

Lange Rede kurzer Sinn:

Porki kommt zu uns ins Franziskus Tier-

Das Franziskus-Tierheim in Hamburg

BEETHOVEN - UNSER GENIE

Spürnase

macht Hamburg

unsicher

Der Dalmatiner ist eine beliebte Hunderasse

mit einem ausgezeichneten Image. Ein hübscher,

freundlicher Familien- hund, der Liebling

aller Kinder, die am liebsten 101 der gefleck-ten

Vierbeiner zu Hause hätten. So

haben wir nicht die geringsten Zweifel, dass

ein Jungspund dieser begehrten Rasse schnellstens ein neues Zuhause findet. Als wir im Franziskus

Tierheim die Anfrage erhalten, einen Dalmi aufzunehmen, wissen wir noch nicht, auf was wir uns da

einlassen ...

heim. Und stellt eine der rassetypischen

Charaktereigenschaften unzweifelhaft

unter Beweis: seine Dickköpfigkeit. Eines

ist von der ersten Sekunde an klar:

Dieser Dalmatiner ist nicht bereit, auch

nur eine Minute ohne menschlichen

Beistand verbringen zu wollen. Ein Problem,

mit dem man im Tierheimalltag

täglich konfrontiert ist. In aller Regel

brauchen die Vierbeiner einige Tage,

bis sie einsehen, dass ununterbrochene

Lautäußerungen nicht zum gewünschten

Erfolg führen.

Es fehlt schlicht die Zeit, sich rund um

die Uhr um einen einzelnen Schützling

zu kümmern. Im Regelfalle sehen das

die Vierbeiner spätestens nach drei bis

vier Tagen ein. Nicht so Porki, auch

nach knapp drei Wochen fast ununterbrochenem

Gebells beharrt er auf seinen

Forderungen. In dieser Zeit laufen

einige Information zu seinem Vorleben


ein - er muss definitiv durch mindestens

fünf Hände gegangen sein. Zuletzt hat

man versucht, ihn in einer Tierarztpraxis

an den Mann bzw. ein neues Herrchen

zu bringen.

Ohne dauerhaften Erfolg, was uns

nicht wirklich verwundert. Zudem

macht unsere Hundepflegerin Christina

Scholz nach kurzem Aufenthalt der

Heulboje eine wichtige Entdeckung -

der junge Dalmatiner ist taub. Ob er

deswegen diese ungeahnte Protestlautstärke

erreicht, schließlich kann er sich

selbst nicht hören, wage ich zu bezweifeln,

zweifellos verfügt er aber über ein

ausgesprochen kräftiges Organ. Der

Versuch, ihn erstmals in ein normales

Leben in einer Familie

zu integrieren,

schlägt fehl.

Auch die Pflegestelle

der "Dalmatiner Nothilfe"

in Köln scheitert an Porki;

er macht seinem Namen leider

auch hier alle Ehre. Mit

viel Geduld

stellt er

zwar

seine

Heultiraden

ein, wird in relativ kurzer Zeit sogar stubenrein,

doch seine Eifersucht auf die

vorhandenen Katzen nebst Herrchen

und freundlicher Dalmatinerhündin

zwingt die Pflegestelle, ihn zurückzuschicken.

Auf alle Fälle wird auch hier

klar, dass dieser Hund im Laufe seines

Lebens klare Strategien entwickelt hat,

um möglichst alles zu seinem Vorteil zu

entscheiden. Das ist unter diesen Umständen

auch normal. In den heimischen

Schoß des Franziskus Tierheims

zurückgekehrt, wartet der Dalmatiner

jetzt seit Ewigkeiten auf Menschen, die

mit ihm umgehen können und die sich

nicht auf seine (albernen) Spielchen

einlassen.

Nachdem unser Sorgenkind Carlo ein

neues, tolles Zuhause gefunden hat, ist

der Dalmi als Patentier von unserer engagierten

Familie Weischer übernom-

F RANZISKUS TH

Gehörloser, kluger Beethoven

Trotz seiner Taubheit zeigt sich Beethoven

als außerordentlich motivierter

Schüler und lernt schnell.

Sein bisheriges Alphabet der Handzeichen

klappt, jede Aktion sitzt, und er ist

(meistens)konzentriert bei der Sache -

solange Leckerchen in ausreichender

Anzahl abfallen. Beim so genannten

Mantrailing hat er jetzt erneut seine erstaunlichen

Begabungen unter Beweis

gestellt: Anhand einer Geruchsprobe

soll der Hund einen bestimmten Menschen

ausfindig machen. Die Strecke,

die er verfolgt, um den Zweibeiner zu

orten, wird beliebig, je nach Trainingsgrad

erweitert.

men worden. Er hat gewaltige

Fortschritte gemacht und sich so auch

endlich einen neuen Namen verdient.

Angesichts seiner Taubheit tauft ihn unsere

Landesverbandsmitarbeiterin Renate

Querfurth krea tiv auf den Namen

Beethoven um. Und einen Spitznamen

hat er auch weg: In Kennerkreisen

nennt man ihn den "gefleckten Freund".

Mittlerweile wird seine Vermittlung

langsam überfällig, es dauert schon

viel zu lange für den intelligenten Kerl.

Langsam aber sicher steigt ihm das

"Hundeleben" im Zwinger, ungeachtet

beachtlicher Fortschritte, in seinen hübschen

Kopf. Der junge Wilde ist schlicht

unterfordert, langweilt sich, denkt sich

ständig neue Flausen aus; ich kann es

ihm in seinen Augenwinkeln ansehen.

Es ist traurig! Dabei ist er ein prächtiger

Kerl, dickköpfig, verfressen, mit einem

starken Willen und ausgeprägten

Schon beim ersten Versuch unserer

Hundetrainerinnen des Tierheims zeigt

er sich enorm motiviert, begreift wieder

sehr schnell, worum es geht und ist dabei

kaum zu bremsen. Zumal der

Mensch, den es zu finden gilt, Fleischwurst

mit sich führt, die als Belohnung

auf den ehrlichen, gefleckten

Finder wartet. Er

erweist sich als ein

wahrer Sherlock

Holmes und spürt

den Menschen mit

der Fleischwurst

innerhalb kürzester

Zeit über eine größere

Strecke auf.

Charakter gesegnet,

aber eigentlich ein

Hund wie jeder andere.

Für ein Stück Fleischwurst

in Herrchens

Hand geht er

locker einmal durch

die Hölle und zurück.

Dort regnet es bekanntlich

nicht, was ihm sehr entgegen

kommt. Denn unfreundliche Witterung

ist nicht seine Sache, da stellt er erst

mal jeden Zweibeiner auf die Bockigkeits-Probe.

Doch im Duett mit seiner

Trainerin Sabine läuft er auf dem Agility

Parcours zu ungeahnter Größe auf,

zeigt sich begabt, lernwillig und hat

Spaß daran, dass er eine Aufgabe bewältigen

darf.

Man stelle sich vor, Luciano Pavarotti,

seines Zeichens schwergewichtiger Opernstar,

hätte eine Fleischwurst unter

dem Arm und Beethoven sollte ihn suchen.

Ich schwöre Euch, er würde ihn

sogar jenseits des Weißwurst - Äquators

im düstersten Bayernlande finden…Doch

seine Ansprüche sind ja

gar nicht so hoch, Beethoven findet

auch Sie, egal wo, wenn Sie sich auf ihn

einlassen. Garantiert, Sie müssen ihm

nur eine Chance geben…

Text: Frank Weber, Fotos Debra Bardowicks

Das Recht der Tiere 1/2007

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Das Recht der Tiere 1/2007

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HAUPTGESCHÄFTSSTELLE

Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München

Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23

Postbank München Kto. 1819 30-807 (BLZ 700 100 80)

VORSTAND

B UND GEGEN M ISSBRAUCH DER T IERE

MIT 11 GESCHÄFTSSTELLEN , 7 TIERHEIMEN UND EINEM TIERSCHUTZZENTRUM

1. Bundesvorsitzender:

Dr. Jörg Styrie

Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin

Tel. (030) 43 65 58 63, Fax (030) 43 65 58 65

2. Bundesvorsitzende:

Petra Zipp, Tierschutzzentrum Pfullingen

Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen

Tel. (07121) 820 17 -12, Fax (07121) 820 17 -18

Bundesschatzmeister:

Hans Hoffsümmer, Gierather Str. 51

51469 Bergisch Gladbach

Tel. (02202) 59517, Fax (01805) 62 45 62-11415

Bundesschriftführerin:

Karin Stumpf, Am Heiligenhäuschen 2, 50859 Köln,

Tel. (0221) 950 51 55, Fax (0221) 950 51 57

LV Baden-Württemberg (www.tierschutz-bmt-bw.de)

Tierschutzzentrum Pfullingen

Leiter: Dr. Uwe Wagner

Leiterin (TH): Petra Zipp

Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen

Tel. (07121) 820 17 -0, Fax (07121) 820 17 -18

Kreissparkasse Reutlingen Kto. 75 7889 (BLZ 640 500 00)

Hundeauffangstation Ikervar/Ungarn

Petöfi u. 23, H-9756 Ikervar

LV Bayern (www.bmt-bayern.de)

Leiterin: Ewa Gara

Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München

Tel. (089) 38 39 52-13, Fax (089) 38 39 52-23

Postbank München Kto. 142 20-802 (BLZ 700 100 80)

LV Berlin (www.tierschutz-bmt-berlin.de)

Leiter: Dr. Jörg Styrie

Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin

Tel. (030) 43 65 58 63, Fax (030) 43 65 58 65

Postbank Berlin Kto. 9603-107 (BLZ 100 100 10)

LV Hamburg / Schl.-Holstein (www.franziskustierheim.de)

Geschäftsstelle: Tel. (040) 55 49 28-34, Fax -32

„Franziskus-Tierheim“, Tel. (040) 55 49 28 37

Leiter (TH): Frank Weber

Lokstedter Grenzstraße 7, 22527 Hamburg

Haspa Kto. 1049220799 (BLZ 200 505 50)

LV Hessen / Rheinland-Pfalz / Saarland

1. Geschäftsstelle u. Tierheim „Elisabethenhof“

(www.tierheim-elisabethenhof.de)

Leiter (Gst.): Mike Ruckelshaus, Tel. (06035) 96 11 11

“Elisabethenhof”, Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim

Tel. (06035) 59 16, Fax (06035) 96 11 18

Frankfurter Sparkasse Kto. 5975 (BLZ 500 502 01)

2. Tierheim „Wau-Mau-Insel“ (www.wau-mau-insel.de)

Leiterin (Gst.): Petra Hollstein

Leiter (TH): Karsten Plücker

Schenkebier Stanne 20, 34128 Kassel

Tel. (0561) 86 15 680, Fax (0561) 86 15 681

Kasseler Sparkasse Kto. 70 700 (BLZ 520 503 53)

AUSLANDSTIERSCHUTZ

Koordination im Tierschutzzentrum Pfullingen

Sonderkonto Ausland:

Rumänien und Ungarn

Frankfurter Sparkasse Kto. 847 275 (BLZ 500 502 01)

LV Niedersachsen

1. Geschäftsstelle u. Tierheim „Arche Noah“

(www.tierheim-arche-noah.de)

Leiterin (Gst): Gaby Redeker; Tel. (0421) 834 223

Leiterin (TH): Verena Krüpe,

Rodendamm 10, 28816 Stuhr/Brinkum

Tel. (0421) 890171, Fax 80 90 553

Kreissparkasse Syke Kto. 113 000 29 57 (BLZ 291 517 00)

2. Geschäftsstelle Vollenborn (Thüringen)

Leiterin: Hannelore Thied, Hauptstraße 7a, 37355 Vollenborn

Tel. (036076) 40 555, Fax (036076) 40 556

„Katzenhaus Luttertal“, (www.katzenhaus-luttertal.de)

Luttertal 79, 37075 Göttingen

Leiterin: Monika Bossmann, Tel. (0551) 2 28 32

Postbank Hannover Kto. 732 223 06 (BLZ 250 100 30)

3. Geschäftsstelle Norden

Leiter: Dieter Kuhn und Ursula Sottmeier

Nordbuscherweg 17, 26553 Dornum

Tel. (04933) 99 28 24, Fax (04933) 99 28 26

Tierheim Hage (www.tierheim-hage.de)

Hagermarscher Str. 11, 26524 Hage

Tel. (04938) 4 25, Fax (04938) 91 49 90

Raiffeisen-Volksbank Fresena e.G. Norden

Kto. 6302020300 (BLZ 283 615 92)

LV NRW

1. Geschäftsstelle u. Tierheim Dellbrück

(www.tierheim-koeln-dellbrueck.de)

Leiterin (Gst): Sylvia Bringmann , Leiter (TH): Bernd Schinzel

Iddelsfelder Hardt, 51069 Köln

Tel. (0221) 68 49 26, Fax (0221) 68 18 48

Postbank Köln Kto. 924 02-505 (BLZ 370 100 50)

2. Geschäftsstelle Issum (www.bmt-nrw.de)

Leiterin: Dagmar Weist

Drosselweg 15, 47661 Issum

Tel. (02835) 44 44 697, Fax (02835) 44 44 699

Sparkasse am Niederrhein

Kto. 111 500 2063 (BLZ 354 500 00)

WEITERE ANSCHRIFTEN VON MITARBEITERN:

Mike Ruckelshaus

(mike.ruckelshaus@web.de)

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Tel. (06035) 96 11 11, Fax (06035) 96 11 18

Claudia Lotz (Redakteurin)

(lotzcl@nexgo.de)

Hugo-Vogel-Str. 5b, 14109 Berlin,

Tel. (030) 80 58 33 38, Fax (030) 80 58 33 39

Stephan Everling (Tierschutzlehrer)

Benfleetstr. 27, 50858 Köln

Tel. und Fax (02234) 73 73 7

www.bmt-tierschutz.de


Unterstützen Sie den bmt

mit einem Förderbeitrag!

Vielen Tierfreunden liegt nicht nur das Wohlergehen und

die Verhütung von Tierquälerei und Tierausbeutung am

Herzen, sondern häufig besteht auch der Wunsch, in

irgendeiner Weise selbst aktiv zu werden.

Dies setzt aber häufig die Mitgliedschaft in einem Tierschutzverein

voraus, was viele Tierfreunde aus grundsätzlichen

Erwägungen vermeiden wollen.

Für diese Tierschützer bietet der bmt ab sofort die Möglichkeit,

als Förderer des Vereins mit einem Förderbeitrag

selbst aktiv den

Tieren zu helfen.

Förderer erhalten

wie die Mitglieder

die Zeitschrift

"Das Recht der

Tiere".

Diese finanzielle

Unterstützung ist

steuerlich absetzbar.

Z U GUTER L ETZT

FERDINAND IM GLÜCK

Mitte Januar wird ein Terriermischling an einer

Autobahnraststätte im Gebüsch gefunden. Sein

Knie ist gebrochen. Banges Hoffen im Tierheim -

wird der junge Hund je wieder laufen können?

Doch dann der erlösende Anruf aus der Tierklinik:

“Operation geglückt!”

Damit der kleine Patient rund um die Uhr betreut

werden kann, kommt Ferdinand in eine Pflegestelle

nach Oldenburg. Eine glückliche Entscheidung:

Seine "Pflegeeltern" adoptieren Ferdinand

und sind begeistert von seinem Wesen. Die Operationskosten

trägt das Tierheim Arche Noah.

Wenn Sie sich beteiligen möchten, freuen wir uns

sehr. Spenden: Kreissparkasse Syke

Kto. 113 000 29 57 (BLZ 291 517 00)

Name, Vorname ........................................................... Ich zahle einen monatlichen Beitrag

von 5,00 Euro von 7,00 Euro von 9,00 Euro anderer Betrag

Ich überweise den Betrag per Dauerauftrag

Der Betrag kann von meinem Konto abgebucht werden

E INZUGSERMÄCHTIGUNG

Ich ermächtige den Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. die von mir zu entrichtenden Förderbeiträge bis auf Widerruf zu

Lasten meines Kontos einzuziehen.

Mein Förderbeitrag beträgt .................................. Euro pro Monat.

Die Abbuchungen sollen erfolgen:

M EIN F ÖRDERBEITRAG AN DEN bmt

zur Teilnahme am Lastschriftrverfahren, wenn gewünscht

jährlich halbjährlich vierteljährlich monatlich

BLZ: ................................................. Name der Bank: .............................................. Kontonummer: .............................................

Konto-Inhaber: .................................................................................... Geburtsdatum (wichtig bei Bankeinzug): ......................................

Telefon (f. evtl. Rückfragen): ....................................................................... Unterschrift: .......................................................................

Wenn mein/unser Konto die erforderliche Deckung nicht aufweist, besteht seitens des kontoführenden Kreditinstituts keine Verpflichtung

zur Einlösung. Teileinlösungen werden im Lastschriftverfahren nicht vorgenommen.

Bitte senden Sie diesen Abschnitt an Ihre zuständige Geschäftsstelle (Adressen s. Seite 34).

35

Das Recht der Tiere 1/2007


„Das Recht der Tiere“ – Postvertriebsstück B 13769 – Entgelt bezahlt

Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.

Als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt

Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar

Hauptgeschäftsstelle: D-80803 München , Viktor-Scheffel-Str.15

Tel. (089) 3839520 Fax (089) 38395223

EINLADUNG ZUR JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG DES bmt - ERSTMALIG IN KÖLN!

B EITRITTSERKLÄRUNG

Ich unterstütze den Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. und

werde Mitglied zum selbstbestimmten Jahresbeitrag von EUR ......................................................................

(Mindest-Jahresbeitrag: 20 EURO. Mitgliedschaft kann jederzeit satzungsgemäß beendet werden.)

Nach Überweisung des Beitrages erhalten Sie Ihre Mitgliedsunterlagen.

spende hiermit EUR....................................................................................................................................................................

Name:............................................ Vorname:.......................................... Geburtsdatum:..............................................

PLZ und Ort:....................................................... Straße und Hausnr.:............................................................................

Telefon:.............................................................. E-Mail-Adresse:...................................................................................

Beruf:................................................................. Datum:.............................. Unterschrift:.............................................

ÜBERREICHT VON:

Iddelsfelder Hardt · 51069 Köln

Telefon (02 21) 68 49 26

Telefax (02 21) 68 18 48

Bitte Coupon ausschneiden und frankiert an die Hauptgeschäftsstelle oder untenstehende Geschäftsstelle senden.

Tierheim Köln-Dellbrück

Öffnungszeiten: Mo.; Mi.; Do.; Fr. 15.00 - 17.00 Uhr.

Sa. 14.00 - 17.00 Uhr.

Di.; So. und an Feiertagen geschlossen

am Sonntag, 17. Juni 2007,

im Studio Dumont,

Breite Str. 72, 50667 Köln

Beginn 14 Uhr, Ende ca. 16.30 Uhr

1. Eröffnung und Begrüßung

2. Feststellung der Tagesordnung

3. Tätigkeitsbericht des

Bundesvorsitzenden

4. Kassenbericht des Schatzmeisters

5. Bericht der Rechnungsprüfer

6. Entlastung des Vorstandes,

der Hauptgeschäftsstelle

und der Gliederungen

7. Vorstellung neuer Mitarbeiter

8. Verschiedenes

Sie sind herzlich eingeladen!

Homepage: www.tierheim-koeln-dellbrueck.de • E-Mail: tierheim-dellbrueck@gmx.de

Stadtsparkasse Köln

Kto.-Nr. 11 402 161 (BLZ 370 501 98)

Postbank Köln

Kto.-Nr. 924 02-505 (BLZ 370 100 50)

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