Ausgabe März 2010 - Raiffeisen

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Ausgabe März 2010 - Raiffeisen

derinews

Eine Publikation der Bank Vontobel · März 2010 · Ausgabe Schweiz

Marktbericht

Go Urban – Chinas

Verstädterung bietet

Anlagechancen

China erlebt eine Urbanisierung in

Höchstgeschwindigkeit.

(Seite 4)

Marktfokus

Jetzt mal richtig aufs

Gas drücken

(Seite 8)

Strukturen im Fokus

Reverse Convertibles –

auch im Sekundärmarkt

attraktiv

(Seite 10)

Basiswerte im Fokus

Zuhause im Glück –

Schweizer

Immobilienmarkt

(Seite 12)


Inhaltsverzeichnis

Marktbericht 4

Go Urban – Chinas Verstädterung

bietet Anlagechancen

Fragen & Antworten 7

Chancen und Gefahren der

Urbanisierung Chinas

Marktfokus 8

Jetzt mal richtig aufs Gas drücken

Strukturen im Fokus 10

Reverse Convertibles – auch im

Sekundärmarkt attraktiv

Basiswerte im Fokus 12

Zuhause im Glück – Schweizer

Immobilienmarkt

Wussten Sie, dass… 15

Fokus 16

St. Galler Kolumne:

Stärkere Regulierung –

Spielfeld für Lobbyisten?

Seite 2

Impressum

Herausgeberin: Bank Vontobel AG, Financial Products,

Dreikönigstrasse 37, 8022 Zürich

Redaktion: Fulvia Baldelli, Deimante Turchi

Marketing: Isabelle Anja Sippel

Wussten Sie, dass … : Swisscontent Corp.

St. Galler Kolumne: Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Spremann,

Dr. Rainer Konrad

Erscheinungsweise: monatlich

Auflage: 8100 Exemplare

Gestaltung: Kovikom Werbeagentur AG ASW,

Seefeldstrasse 225, 8008 Zürich, www.kovikom.ch

Bestellen Sie via: E-Mail derinews@vontobel.ch

Internet www.derinet.ch

oder schreiben Sie an: Bank Vontobel AG, Financial

Products, Isabelle Anja Sippel, Dreikönigstrasse 37,

8022 Zürich

Bild

Rechtlicher Hinweis Die vorliegende Publikation dient lediglich der Information und stellt keine

Anlageempfehlung oder Anlageberatung dar und ersetzt nicht die vor jeder Kaufentscheidung

notwendige qualifizierte Beratung, insbesondere auch bezüglich aller damit verbundenen Risiken.

In der Vergangenheit erzielte Performance darf nicht als Hinweis oder Garantie einer zukünftigen

Performance verstanden werden. Allein massgeblich sind die in den jeweiligen Prospekten enthaltenen

vollständigen Bedingungen, die bei der Bank Vontobel AG, Financial Products, CH-8022 Zürich,

unter Tel. +41 (0)58 283 78 88, kostenlos erhältlich sind. Weiter verweisen wir auf die Broschüre

«Besondere Risiken im Effektenhandel», die Sie bei uns bestellen können. Strukturierte Produkte

gelten nicht als kollektive Kapitalanlagen im Sinne des Bundesgesetzes über die kollektiven Kapitalanlagen

(KAG) und unterstehen deshalb nicht der Bewilligung und der Aufsicht der Eidgenössischen

Finanzmarktaufsicht FINMA. Die Werthaltigkeit von strukturierten Produkten kann nicht nur von der

Entwicklung des Basiswertes, sondern auch von der Bonität des Emittenten abhängen. Der Anleger

ist dem Ausfallrisiko des Emittenten/Garantiegebers ausgesetzt. Diese Publikation und die darin

dargestellten Finanzprodukte sind nicht für Personen bestimmt, die einem Gerichtsstand unterstehen,

der den Vertrieb der Finanzprodukte oder die Verbreitung dieser Publikation bzw. der darin enthaltenen

Informationen einschränkt oder untersagt. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.


Liebe derinews-Leserinnen

und -Leser

China erlebt eine Urbanisierung in Höchstgeschwindigkeit.

Dies stellt das Land der Mitte vor grosse Herausforderungen.

Doch wo andere Herausforderungen sehen, entdecken

wir Chancen. Deshalb haben wir für Sie ein Produkt

zusammengestellt, mit dem Sie einfach und diversifiziert in

Unternehmen investieren können, die am meisten von der

Urbanisierung Chinas profitieren dürften. Lesen Sie mehr

dazu im Leitartikel und im Interview mit Frau Chen Seiler

Jiazhi, Portfoliomanagerin bei der Bank Vontobel.

Erdgas stellt eine sauberere Alternative zu anderen fossilen

Brennstoffen dar. Im Vergleich zum Rohöl ist es aber immer

noch günstig bewertet. Für Anleger ergeben sich dadurch

attraktive Einstiegschancen. Lesen Sie mehr dazu im Marktfokus.

Ebenfalls im Fokus dieser Ausgabe stehen Schweizer

Immobilienwerte. Während der Wirtschaftskrise durften

sich die Schweizer Immobilienfonds als ein «sicherer Hafen»

beweisen. In der Rubrik Basiswerte erfahren Sie mehr über

Anlagemöglichkeiten zum Thema Immobilien.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine spannende

Lektüre und erfolgreiche Anlageideen.

Mit freundlichen Grüssen

Fulvia Baldelli

Distribution Management, Bank Vontobel AG

Editorial


Seite 4

Marktbericht

China erlebt eine Urbanisierung in Höchstgeschwindigkeit.

Zurzeit leben und arbeiten ungefähr 600 Millionen

Menschen in den chinesischen Städten. Und die Zahl wird sich

bis 2050 weiter um etwa 15 Millionen pro Jahr erhöhen. An

den Küsten entstehen Mega-Citys, die neue Arbeitsplätze und

Bildung bieten. Junge Leute verlassen die ländlichen Gebiete

auf der Suche nach neuen Möglichkeiten und einem höheren

Lebensstandard. Die Urbanisierung und insbesondere deren

Geschwindigkeit stellen China vor neue Herausforderungen.

Denn jeder Zuwanderer braucht Wohnraum, Verpflegung und

medizinische Versorgung. Die existierenden Infrastrukturen

werden immer stärker belastet, daher sind neue Systemlösungen

notwendig. Insbesondere Branchen wie Immobilien,

Transport, Kommunikation und Energie dürften am stärksten

die Urbanisierungswelle Chinas zu spüren bekommen.

Go Urban – Chinas Verstädterung

bietet Anlagechancen

Die Verstädterung Chinas hat einen schnellen Lauf genommen. War das Niveau der

Urbanisierung 1978 nur 18 %, beträgt es jetzt schon 45 %. Es wird erwartet, dass in

den Jahren 2012 bis 2013 das Urbanisierungsniveau die Grenze von 50 % überschreiten

wird. Dies ist immer noch viel tiefer als das durchschnittliche Niveau von 85 % in

den entwickelten Ländern.

Zurzeit leben um die 600 Millionen Chinesen in den Städten. Diese Zahl enthält aber

noch nicht die Millionen an Gastarbeitern aus den ländlichen Gebieten, die nicht in

ihren Arbeitsstätten registriert sind. Bis zum Jahr 2050 dürfte die städtische Bevölkerung

auf 65 % steigen. Dies bedeutet, dass über 300 Millionen Menschen aus dem

Land in die Städte ziehen werden. Ein wichtiger Zuwanderungsfaktor ist der grosse

Entwicklungsunterschied zwischen Stadt und Land. Die ländlichen Gebiete sind von

der Arbeitslosigkeit geplagt. Oft hat man weder fliessendes Wasser noch Strom oder

entsprechende Infrastrukturen. Die Stadt bietet den Leuten Arbeit und Einkommen,

mit dem man die Familie ernähren und den Kindern eine bessere Zukunft verschaffen

kann.

Wachstum der städtischen Bevölkerung in China

Anzahl Einwohner (in 1000)

1’200’000

1’000’000

800’000

600’000

400’000

200’000

0

Prognose

1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2020 2030 2040 2050

Quelle: Population Division of the Department of Economic and Social Affairs of the United Nations Secretariat, World Population Prospects:

The 2006 Revision and World Urbanization Prospects: The 2007 Revision, http://esa.un.org/unup


2007 zählte China schon 670 Städte; dies ist fast zehnmal so viel wie im Jahr 1940.

Davon sind 89 Millionenstädte, während die USA lediglich 37 Städte vergleichbarer

Dimension hat. Nicht nur die Anzahl, sondern auch die Grösse der Städte erhöht

sich ständig. Lange Zeit konnte China mit dem sogenannten «Hokou»-System die

Massenwanderung in die Städte unter Kontrolle halten. Dem System wird aber

vorgeworfen, die Klassenunterschiede zwischen dem armen Land und den reicheren

Städten zu verstärken. Jetzt, wo einige grosse Städte bereits daran sind, ihre Kontrollsysteme

zu lockern, steht China vor einer der grössten Herausforderungen. Die

Millionenstädte müssen mit entsprechenden Infrastrukturen ausgestattet werden.

Es braucht neue Wohnungen und neue kommerzielle Räume. Erhöhter Energie- und

Wasserbedarf muss bewältigt werden. Auf den Strassen fahren nimmt die Verkehrsdichte

stetig zu. Der steigenden Automatisierung muss man mit entsprechenden

Lösungen begegnen. Millionen neuer Zuwanderer benötigen Zugang zu Bildung,

medizinischer Versorgung und Arbeit. Die Bedürfnisse der Grossstadtbevölkerung

stellen die Regierung und eine Vielzahl von Industrien vor grosse Herausforderungen.

Wachsende Städte bedeuten einen steigenden Energieverbrauch

In der Stadt verbraucht man pro Kopf etwa 3.60 Mal mehr Energie als auf dem Land.

Mit dem steigenden Einkommen kaufen Menschen Elektrogeräte, die sie auf dem

Land nicht verwenden. Um die Haushaltsarbeiten zu erleichtern, braucht man einen

Staubsauger, eine Waschmaschine, einen Mixer oder eine Mikrowelle. Die Strassen

müssen beleuchtet und die Haushalte mit fliessendem Wasser und mit Heizungen versorgt

werden. Irgendwann kauft man ein Auto, was wiederum den Energieverbrauch

ansteigen lässt. Die fortschreitende Urbanisierung bedeutet daher vor allem einen erhöhten

Energiebedarf. Und schon heute ist China der zweitgrösste Energieverbraucher

nach den USA. Ein wichtiger Aspekt der Urbanisierung ist die Klimaverschmutzung.

In Anbetracht ihres Ausmasses ist eine nachhaltige Urbanisierung nicht nur für China,

sondern für die ganze Welt von grösster Bedeutung.

Die Bevölkerung braucht Wohnraum und Infrastrukturen

Mit zunehmender Bevölkerung müssen Chinas Städte expandieren. Zurzeit leben

Zuwanderer aus ländlichen Gebieten nicht selten in engen Verhältnissen. Deshalb sind

neue Wohnungen dringend notwendig, gleichermassen Wasserversorgungssysteme

und Heizungen. Bis jetzt werden auch in den Städten nicht alle Einwohner mit fliessendem

Wasser und effizienter Heizung versorgt. Im Norden, wo die Winter viel kälter

sind, wird oft immer noch mit Kohle geheizt. In vielen Städten bereitet der Nahverkehr

grosse Probleme. Die Strassen sind mit Autos überfüllt. Stau und Smog gehören zum

Alltag. Wegen dem fehlenden effizienten öffentlichen Verkehr bestreiten viele ihren

Arbeitsweg mit eigenen Transportmitteln. Dies wiederum verschlimmert die Situation.

Ein weiteres Problem ist mit der Bildung und mit der medizinischen Versorgung verbunden.

Sehr viele Zuwanderer sind als Gastarbeiter in die Städte gekommen. Sie sind

keine offiziellen Bewohner der Städte, in denen sie arbeiten. Deshalb erhalten sie nur

begrenzte und ungenügende medizinische Versorgung. Darüber hinaus wird ihren

Kindern, die ebenfalls nicht in der Stadt registriert sind, keinen Zugang zu den

Bildungseinrichtungen gewährt. Um der wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden,

müssen entsprechende effiziente Infrastrukturen auf- und ausgebaut werden. Das bietet

vielen Industriezweigen grosse Entwicklungschancen. Sektoren wie Bau, Telekommunikation,

Transport, Energie, Konstruktion und Initiativen in Bezug auf Klimaschutz

dürften in den nächsten Jahren von diesem Trend profitieren.

VONCERT auf den DAXglobal ® China Urbanization EUR (Total Return Index)

ermöglicht eine diversifizierte Investition

Für Anleger, die vom Entwicklungspotential Chinas profitieren möchten, bietet sich mit

dem neuen Index-Zertifikat der Bank Vontobel eine attraktive Möglichkeit. Das neue

VONCERT partizipiert an der Entwicklung des DAXglobal ® China Urbanization EUR

(Total Return Index), der laufend von der Deutschen Börse berechnet und publiziert

wird. Er beinhaltet 20 bewährte börsennotierte chinesische Aktientitel aus fünf

Wirtschaftssektoren, die von der Urbanisierung am meisten profitieren dürften:

– Automobilindustrie

– Baugewerbe

– Infrastruktur & Transport

– Immobilien

– Energieversorgung


Seite 6

Damit die Titel für die Auswahl berücksichtigt werden, müssen sie einen durchschnittlichen

täglichen Handelsumsatz von mindestens 1 Mio. USD und eine Marktkapitalisierung

von mindestens 1 Mrd. USD aufweisen. Zudem müssen sie an der Hong Kong

Stock Exchange, Singapur Stock Exchange, NYSE oder NASDAQ gelistet sein. Aus

allen Titeln, welche diese Kriterien erfüllen, werden dann für jede Branche jeweils die

4 grössten und liquidesten Aktientitel ausgesucht und gleichgewichtet in den Index

aufgenommen. Der Index wird jährlich überprüft und gegebenenfalls neu definiert. Da

es sich um einen Total Return Index handelt, werden allfällige Ausschüttungen in den

Index reinvestiert.

Aktuelle Zusammensetzung: DAXglobal ® China Urbanization EUR (Total Return Index)

Branche Unternehmen Gewichtung

Automobilindustrie Denway Motors 5 %

Dongfeng Motor Group Co 5 %

Sinotruk Hong Kong 5 %

Weichai Power Co 5 %

Baugewerbe & Materialien Citic Pacific 5 %

China Communications Construct 5 %

Sino-Ocean Land Holdings 5 %

China Railway Group 5 %

Infrastrukturen & Transport China Merchants Holdings Inter 5 %

COSCO Pacific 5 %

China COSCO Holdings Co 5 %

Air China 5 %

Immobilien China Overseas Land & Investme 5 %

China Resources Land 5 %

Franshion Properties China 5 %

Guangzhou R&F Properties Co 5 %

Energieversorgung China Resources Power Holdings 5 %

Guangdong Investment 5 %

Huaneng Power International In 5 %

Datang International Power Gen 5 %

Quelle: Bank Vontobel AG

Das VONCERT auf den DAXglobal ® China Urbanization EUR (Total Return Index)

bietet somit eine einfache Möglichkeit, diversifiziert an der Entwicklung der Aktien-

preise chinesischer Blue-Chips zu partizipieren. Das Produkt hat eine unbegrenzte

Lauf-zeit und ist daher auch für den langfristigen Vermögensaufbau geeignet.

Darüber hinaus wird durch die Börsenkotierung ein funktionierender Sekundärmarkt

gewährleistet. Da das VONCERT selbst in CHF und in EUR denominiert ist,

während die Indexbestandteile auf Singapur Dollar, Hong Kong Dollar und USD

lautet, unterliegt das Produkt den entsprechenden Währungsrisiken.

Produktdetails VONCERT auf den DAXglobal ® China Urbanization EUR (Total Return Index)

Basiswert DAXglobal ® China Urbanization EUR (Total Return Index)

Fixierung/Liberierung 26.03.2010/02.04.2010

Laufzeit Open End

Kotierung SIX Swiss Exchange

Indexsponsor Deutsche Börse AG

Management Fee 1.2%

Währung CHF EUR

Emissionspreis CHF 101.50 EUR 101.50

Valor/Symbol 1095 2192/VZCUC 1095 2193/VZCUE

Quelle: Bank Vontobel AG

Weitere Details zu den Chancen und Risiken des Produktes finden Sie unter

www.derinet.ch


Chancen und Gefahren der

Urbanisierung Chinas

derinews: das Niveau der Urbanisierung Chinas hat sich auf etwa 45 % erhöht.

Im Jahr 1978 betrug es nur knapp 18 Prozent. Worauf ist diese

Entwicklung zurückzuführen?

Die schnelle Urbanisierung hat in China 1978 begonnen. An dieses Jahr dürfte sich

jede Chinesin und jeder Chinese über vierzig erinnern. Damals hat Deng Xiaoping

die Macht übernommen und begonnen, ausländische Direktinvestitionen in China

zuzulassen. Mit dem ausländischen Kapital wurden neue Fabriken gebaut, deren

Betrieb billige Arbeitskräfte erforderte. Das war der Ursprung der ersten Immigrationswelle

aus den ländlichen Gebieten in die Küstenstädte. Seitdem hält diese

Bewegung an. Die in den ländlichen Gegenden überflüssig gewordenen Arbeitskräfte

ziehen auf der Suche nach Arbeit in die grossen Städte. Eigentlich ist die

Urbanisierung in China die Folge der chinesischen Industrialisierung. Schätzungen

zufolge müssen die chinesischen Städte jedes Jahr rund 20 Millionen Menschen

aus den ländlichen Gebieten absorbieren.

derinews: was sind die Chancen, was sind die Risiken oder Gefahren dieser

rasanten Urbanisierung?

Laut dem chinesischen Ministerium für Wohnbau und Stadt-Land-Entwicklung

werden von 2010 bis 2025 300 Millionen Chinesen, die heute auf dem Land leben,

in die Städte ziehen. Eine Studie von McKinsey hat gezeigt, dass China in den

kommenden zwei Jahrzehnten 20’000 bis 50’000 neue Wolkenkratzer bauen wird.

Das entspräche zehnmal der Grösse von New York City. Mehr als 170 Städte

brauchen bis 2025 Massentransportsysteme – über doppelt so viele wie in ganz

Europa. McKinsey beschreibt dies als den grössten Massentransportboom in der

Geschichte. Das rasante Urbanisierungstempo dürfte jährlich zu Investitionen von

mindestens USD 150 Milliarden in die Wasser- und Abfallentsorgung, Heizungssysteme

und andere öffentliche Versorgungssysteme führen, was den Investoren

entsprechende Gelegenheiten eröffnet.

Die schnelle Urbanisierung führt aber auch zu Problemen. Dazu gehören die grösser

werdende Kluft zwischen Arm und Reich, das begrenzte Sicherheitsnetz, die

Korruption in der Regierung sowie Umweltschäden.

derinews: welche Branchen werden von dieser Urbanisierungswelle

weiterhin profitieren?

Von diesem Trend profitieren dürften der Infrastruktur- und der Gesundheitssektor.

Dazu gehören vor allem Produzenten von Baumaterialien, Betreiber von Massentransportsystemen,

Bau- und Abfallentsorgungsunternehmen sowie Anbieter von

Trinkwasser. Die steigenden Einkommen und das Bedürfnis nach einem höheren

Lebensstandard dürften die Nachfrage nach Verbraucherprodukten mit höherem

Mehrwert (LCD- und LED-Fernsehgeräte, Kühlschränke), Autos, usw. erhöhen.

derinews: wie sehen Sie die Entwicklungen am chinesischen Immobilienmarkt?

Die Häuserpreise sind im vergangenen Jahr in den Grossstädten viel zu schnell

gestiegen. Das gilt vor allem für Beijing, Shanghai, Shenzhen und Guangzhou, wo

die jährliche Zunahme bei 80 bis 100 % lag. In den zweit- und drittrangigen Städten

(second and third tier cities) sind die Häuserpreise jedoch immer noch vernünftig.

In meiner Heimatstadt Harbin (Hauptstadt der Provinz Heilongjiang) beispielsweise

kostet ein Quadratmeter Wohnfläche rund USD 600. Die Erschwinglichkeitsrate

(Affordability Ratio = Hypothek/Einkommen pro Haushalt) liegt unter 30 %.

Ich glaube, dass die Regierung versucht, den Immobilienmarkt in den grossen Städten

abzukühlen, um der Immobilienspekulation vorzubeugen. Ersthauskäufer werden

jedoch weiterhin auf die Unterstützung der Regierung angewiesen sein, die ihnen

billige Hypotheken zur Verfügung stellt. Im globalen Grossstadtvergleich sind die

Immobilienpreise in den chinesischen Metropolen allerdings immer noch sehr tief.

derinews: vielen Dank für dieses Gespräch.

Fragen & Antworten

Chen Seiler Jiazhi

Portfoliomanagerin Aktien Asien/Japan,

Bank Vontobel AG


Seite 8

Marktfokus

Im Vergleich zum Rohöl ist Erdgas immer noch günstig. Für

Anleger ergeben sich dadurch attraktive Einstiegschancen.

Jetzt mal richtig aufs

Gas drücken

Während der Wirtschaftskrise ist der Preis für Erdgas und für Erdöl massiv zusammengebrochen.

Erdöl fiel von seinem historischen Hoch von USD 145 pro Fass im

Sommer 2008 auf ungefähr USD 45 Anfang 2009. Der Erdgaspreis sank in der

Finanzkrise unter USD 2, wobei er bei seinem Allzeithoch in 2005 über USD 15

notierte. Während sich der Preis für Rohöl allmählich erholte, ohne die historischen

Höchststände bislang wieder erreicht zu haben, bleibt der Preis für Erdgas immer

noch unter dem Niveau von 2004. Schon seit einigen Monaten hat er sich bei

ungefähr USD 6 eingependelt.

Tiefe Erdgaspreise bieten Anlegern attraktive Einstiegschancen. Denn mittel- bis

langfristig dürfte auch der Preis vom Erdgas ansteigen. Begrenzte Rohölreserven,

fortschreitende Urbanisierung in Drittländern und ein damit einhergehender ständig

wachsender Energiebedarf sollen die Nachfrage nach Erdgas in Zukunft weiter

wachsen lassen. Darüber hinaus stellt Erdgas als Energieträger eine umweltfreundliche

Alternative dar: es verbrennt nämlich sauberer als andere fossile Brennstoffe.

Laut Experten könnte sich der Gaspreis in den nächsten Jahren praktisch verdoppeln.

Erdgas und seine Verwendung

Erdgas, auch Natural Gas genannt, ist ein fossiler Brennstoff, der in der Natur

vorkommt. Es ist in unterirdischen Lagerstätten zu finden und tritt häufig zusammen

mit Erdöl auf. Erdgas ist ein Gemisch aus Methan und anderen Gasen wie

Butan, Ethan, Schwefelwasserstoff oder Kohlendioxid. Die genaue Zusammensetzung

kann je nach Herkunft sehr unterschiedlich ausfallen. Im natürlichen

Zustand wird Erdgas durch Pipelines zu den Verbrauchern transportiert. In anderen

Aggregatzuständen ist auch ein pipelinefreier Transport möglich. Dafür wird das

Gasvolumen durch Komprimierung oder Verflüssigung verringert. Erdgas ist

ungiftig, farb-, form- und generell geruchlos. Oft werden ihm Geruchsstoffe

beigemischt, um gelegentliches Gasaustreten schneller identifizieren zu können.

Als Heizmittel findet es Verwendung in Privathaushalten und Gewerberäumen.

Ebenfalls werden Grossküchen nicht selten mit Erdgas betrieben.

In letzter Zeit wird Erdgas auch vermehrt als Treibstoff für Autos eingesetzt.

Gemäss dem Verband der Schweizerischen Gasindustrie hat sich die Verwendung

von Erdgas als Fahrzeugtreibstoff von 2002 bis 2008 beinahe verzehnfacht.

Ähnliche Tendenzen werden auch in Deutschland beobachtet. Die Zahl der

Erdgasfahrzeuge auf den Strassen Deutschlands liegt nach Angaben des Bundesverbandes

der Deutschen Gas- und Wasserwirtschaft mittlerweile bei fast 40’000.

Es wird erwartet, dass bis 2012 deren Anzahl sogar auf eine halbe Million klettert.

Unserer Umwelt tut der Umstieg gut. Denn erdgasbetriebene Fahrzeuge stossen

deutlich weniger Schadstoffe aus als Diesel- und Benzinfahrzeuge.

Investieren in Erdgas

Will sich ein Anleger an der Preisentwicklung von Erdgas beteiligen, bieten sich ihm

traditionell zwei Möglichkeiten: direkte Investition in Erdgas durch Futureskontrakte

oder indirekte Investition durch Kauf von Aktientiteln aus der Erdgasindustrie.

Bei einer Investition in Erdgasfutures werden Anleger analog einer Anlage in

Ölfutures oft mit einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Contango-Situation

konfrontiert. Dies bedeutet, dass Kontrakte mit längeren Laufzeiten deutlich teurer

sind als solche mit kürzeren Laufzeiten. Gewinne aus auslaufenden Futureskontrakten

werden daher beim Rollen (d. h. der Überführung) in den nächstlängeren

Futureskontrakt von den daraus entstehenden Rollverlusten aufgezehrt. Das

Auftreten von Contango- oder Backwardation-Phasen an den Rohstoffmärkten


erschwert die Partizipation an der Preisentwicklung von Erdgas. Eine reine Aktienanlage

wiederum bringt nicht die gewünschte Portfoliodiversifikation, die sich

Anleger aus einem Rohstoffinvestment erhoffen. Aus diesem Grund hat die Bank

Vontobel in Zusammenarbeit mit der Structured Solutions AG einen neuen

Strategieindex entwickelt, der bei Contango-Situationen in Erdgasaktien und bei

Backwardation-Situationen in Erdgasfutures investiert. Diese Strategie ermöglicht

eine zum Erdgaspreis hoch korrelierte Entwicklung ohne Rollverluste bei Futureskontrakten.

Funktionsweise des VONCERTs auf den «Vontobel Natural-Gas-Strategy Index»

Sollten die Indikatoren ein Investment in Aktien von Gasunternehmen anzeigen, so

wird in einen eigens dafür geschaffenen Aktienbasket investiert. Dieser umfasst die

15 nach Marktkapitalisierung grössten Unternehmen aus den von Bloomberg

definierten Sektoren «Exploration & Production», «Pipelines» und «Gas-Distribution».

Diese erzielen den Grossteil ihres Umsatzes im Bereich Erdgas. Weitere

Auswahlkriterien sind der Hauptsitz in den USA sowie eine Marktkapitalisierung

von mindestens 1 Mrd. USD. Der Aktienbasket wird halbjährlich geprüft und

gegebenenfalls angepasst. Weisen die Indikatoren auf ein Investment in Futures

hin, so wird in Erdgaskontrakte mit mindestens dreimonatiger Laufzeit investiert.

Die Strategie schafft somit eine solide Korrelation zum Erdgaspreis. Jeden Monat

wird die aktuelle Situation am Erdgasmarkt neu beurteilt und dementsprechend

entweder in Futures oder in den Aktienbasket investiert. Durch diese Strategie

konnte das Vontobel VONCERT bislang eine deutlich bessere Performance erzielen

als andere Benchmarkindices.

Vontobel Natural-Gas-Strategy Index vs. Benchmarkindices

Performance (auf 100 indexiert)

160

150

140

130

120

110

100

90

80

70

60

Sep 09 Okt 09 Nov 09 Dez 09 Jan 10 Feb 10

Natural Gas Generic Future Vontobel Natural Gas Index

RICI Enhanced Natural Gas Index UBS CMCI Natural Gas Index

Quelle: Bank Vontobel AG

Das Produkt ist in USD und in EUR erhältlich, während die Indexwährung auf USD

lautet. Weiter ist das VONCERT ohne Laufzeitbegrenzung (Open End) und an der

SIX Swiss Exchange kotiert.

Produktdetails VONCERT Vontobel Natural-Gas-Strategy Index

Basiswert Vontobel Natural-Gas-Strategy Index

Fixierung / Liberierung 25.09.2009 / 02.10.2009

Laufzeit Open End

Kotierung SIX Swiss Exchange

Währung EUR USD

Aktueller Preis* EUR 118.80 USD 110.50

Valor / Symbol 1056 7773 / VZGIE 1056 7772 / VZGIU

*Stand am 03.03.2010

Weitere Angaben finden Sie unter www.derinet.ch.


Seite 10

Strukturen im Fokus

Reverse Convertibles – auch im

Sekundärmarkt attraktiv

Reverse Convertibles, insbesondere mit Barriere, haben sich schon längst als eine

der populärsten Anlageformen unter den strukturierten Produkten etabliert. Dies ist

kein Zufall, denn Reverse Convertibles sind meistens mit attraktiven Coupons ausgestattet,

die Anlegern schon in Seitwärtsmärkten erfreuliche Renditen bescheren

können. Umso verlockender sind diese Produkte im gegenwärtig tiefen Zinsumfeld.

Ihre Coupons liegen in der Regel deutlich über dem aktuellen Zinsniveau in der

entsprechenden Währung.

Ihre Popularität haben Reverse Convertibles auch einem liquiden Sekundärmarkt zu

verdanken. Für Anleger ergeben sich dabei Chancen auf ein interessantes Investment,

insbesondere bei Produkten, die unter pari, also unter 100 %, gehandelt werden.

Doch es gibt bei solchen Investments Aspekte zu beachten, die beim Erwerb

bei Emission noch keine Rolle spielen.

Coupon wird unterschiedlich berücksichtigt

Wenn Reverse Convertibles im Sekundärmarkt erworben werden, muss darauf

geachtet werden, ob der gestellte Preis «clean» oder «dirty» ist. Die eine Methode

gibt den Preis eines strukturierten Produktes inklusive der bis zum Zeitpunkt

aufgelaufenen Couponanteil wieder, was als «dirty pricing» bezeichnet wird. Das

heisst, der Preis im Sekundärmarkt umfasst schon den zeitadjustierten Coupon. Die

«clean pricing»-Methode berücksichtigt dagegen den aufgelaufenen Couponanteil

nicht direkt im gestellten Geld-Brief-Kurs, sondern er wird beim Kauf oder Verkauf

des Produktes separat ausgewiesen und dazugerechnet. Dieser aufgelaufene, aber

noch nicht ausbezahlte Couponanteil wird Marchzins genannt. Gleich wie bei einer

Obligation hat der Käufer beim Kauf eines Reverse Convertibles den Marchzins an

den Verkäufer zu bezahlen.

In der Schweiz werden Reverse Convertibles von den meisten Emittenten als

«clean» gehandelt. Daher hat der Anleger den aufgelaufenen Couponanteil zu

berücksichtigen, der zum Preis des Produktes zugerechnet werden muss. Dies ist

insbesondere bei der Berechnung des Investitionsbetrages wichtig.

Couponanteil berechnen

Der Couponanteil, der als Marchzins bezahlt werden muss, wird als ein Quotient

aus der schon abgelaufenen Zeit seit Emission und der gesamten Laufzeit bis zum

Couponzahlungstag berechnet:

Anzahl aufgelaufener Tage

Couponzahlung für die

Marchzins = x

gesamte Periode

Anzahl Tage in der gesamten Periode

In der Regel wird für die Berechnung der Zinstage von Reverse Convertibles

angenommen, dass jeder Monat genau 30 Tage zählt, und ein Jahr

entsprechend 360 Tage.

Aktuelles Beispiel: Barrier Reverse Convertible auf ABB

Der Unterschied zwischen dem «clean» und «dirty» Pricing kann gut anhand eines

Beispiels erläutert werden. Dafür haben wir ein Barrier Reverse Convertible der

Bank Vontobel gewählt. Die Eckdaten sind in der Tabelle zusammengefasst. Das

Produkt wurde am 28.08.2009 liberiert und ist seither auf dem Sekundärmarkt

handelbar. Will man dieses Barrier Reverse Convertible zu einem späteren Zeitpunkt

kaufen, zum Beispiel per 28.01.2010, ist der im Markt herrschende Preis relevant.

Der Stückpreis beträgt CHF 1018.00, wobei es eher üblich ist, den Preis von

Reverse Convertibles in Prozent des Nominals auszudrücken. Die Reverse Convertibles

der Bank Vontobel werden im Markt «clean», also ohne den aufgelaufenen

Zins gehandelt. Dieser muss separat berechnet und zum aktuellen Preis des

Produktes dazugezählt werden.


Eckdaten zum Barrier Reverse Convertible auf ABB

Eckdaten Barrier Reverse Convertible auf ABB

Valor 1031 0942

Coupon CHF 102.50

Nominal CHF 1000.00

Ask (am 28.01.2010) 101.80 %

Liberierung 28.08.2009

Rückzahlung 24.09.2010

Zinsberechnung 30 / 360

Quelle: Bank Vontobel AG

Das Produkt ist seit dem 28.08.2009 handelbar. Den in dieser Zeitspanne auf-

gelaufenen Couponanteil muss der Käufer zusätzlich bezahlen. Nach der

30/360-Zinsberechnungsmethode macht es genau 150 Tage aus: 5 Monate

à 30 Tage ergeben 150 Tage. Die ganze Laufzeit des Produktes beträgt 386 Tage.

Daher beträgt der aufgelaufene Zins CHF 39.83 wie auf der unten stehenden

Abbildung aufgeführt. Auf den gehandelten Preis aufgeschlagen ergibt sich

somit ein «dirty»-Preis von CHF 1057.83.

Berechnung des «dirty»-Preises

Aufgelaufener Zins:

5 Monate = 150 Tage

28.08.2009

Liberierung

Clean-Preis

CHF 1018.00

Quelle: Bank Vontobel AG

Coupon-Periode:

386 Tage

28.01.2010

Kauf im Sekundärmarkt

Aufgelaufener Zins CHF 39.83

+ =

(150/386 x CHF 102.50)

24.09.2010

Rückzahlung

Dirty-Preis

CHF 1057.83

Da die meisten Reverse Convertibles vergleichsweise hohe Coupons zahlen, können

die Marchzinsen einen beachtlichen Betrag ausmachen. Käufer im Sekundärmarkt

sollten daher die Berechnungsmethode der einzelnen Emittenten von Reverse

Convertibles genau berücksichtigen.

Zeit

Verhebet wie äs

Schwiizer Uhrwerk

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der Ausführung - dafür steht der börsliche Handel

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Sicher börslich handeln: Scoach.


Seite 12

Basiswerte im Fokus

Zuhause im Glück – Schweizer

Immobilienmarkt

Schweizer Immobilienmarkt entwickelt sich stabil

Obwohl in den letzten zwei Jahren – insbesondere im Zusammenhang mit den

USA und Osteuropa – immer mal wieder das Szenario eines Zusammenbruches der

Immobilienmärkte die Runde machte, blieb der Schweizer Immobilienmarkt recht

stabil. Ein wichtiger Grund dafür ist die vernünftige Hypothekarpolitik der Schweizer

Banken. Wer eine Hypothek für das Eigenheim aufnehmen möchte, muss nicht

nur ein stabiles Einkommen nachweisen können, sondern auch gleich gute 20 %

vom gesamten Immobilienpreis bereitstellen. In den Vereinigten Staaten dagegen

wurden Hypotheken in der Tiefzinsphase praktisch ohne Voraussetzungen vergeben.

Dadurch ist ein riesiger Markt für sogenannte «Subprime-Loans» entstanden.

Im Zusammenspiel mit verlockenden Angeboten von Immobilienbrokers und einem

gewaltigen Risikoappetit der amerikanischen Konsumgesellschaft führte dies zu

exzessiven Immobilienkäufen, was die Liegenschaftspreise in die Höhe trieb und

schliesslich mit einem Zusammenbruch der Hauspreise endete. Dies wird als

Auslöser für eine der schwersten Wirtschaftskrisen seit Jahrzehnten gesehen. In

Anbetracht der Schweizer Kreditvergabepolitik sind solche Entwicklungen hierzulande

eher unwahrscheinlich.

Die Zukunftsaussichten für den Immobilienmarkt in der Schweiz werden von

unseren Experten positiv eingeschätzt. Die Nachfrage nach Wohnraum bleibt hoch,

insbesondere in den Grossräumen wie Zürich, Genf oder Bern. Eine Investition in

den Schweizer Immobilienmarkt könnte daher durchhaus interessant sein. Zudem

erweisen sich Immobilien als gute Ergänzung für ein klassisches Aktienportfolio.

Anlagen in Immobilienfonds bieten Diversifikation und Stabilität

Eine Direktinvestition in Immobilien ist für Privatanleger nicht immer einfach.

Insbesondere wenn es sich um kleinere Beträge handelt, verschwinden die Investitionsmöglichkeiten

wörtlich. An den Immobilien kann man sich generell nur mit

grösseren Summen beteiligen, was die Diversifikationsziele beeinträchtigt. Eine

attraktivere Lösung bieten deshalb Immobilienfonds. Sie sammeln die einzelnen

Investmentbeträge von vielen Anlegern und legen dann die gesamte Summe in

Immobilienwerte an. So können sich Anleger durch den Kauf von Fondsanteilen

schon mit einer kleinen Investition diversifiziert am Immobilienmarkt beteiligen.

Schweizer Immobilienfonds weisen relativ konstante Erträge und eine tiefe

konjunkturelle Abhängigkeit auf. Sie beteiligen sich nämlich überwiegend an den

Wohnimmobilien. Diese liefern eher konstante Mieteinnahmen, da die Vermietung

von Wohnräumen nur gering von der Konjunktur und dem Geschehen an den

Aktienmärkten abhängig ist. Im Vergleich zu Aktien sind Immobilienfonds weniger

risikobehaftet und unterliegen deutlich tieferen Schwankungen. Laut Swiss Funds

Association haben sie über die letzten 30 Jahre eine attraktive jährliche Durchschnittsrendite

von ungefähr 6 % erzielt.

Immobilienaktiengesellschaften weisen ein höheres Risiko-Renditeprofil auf

Eine andere Alternative bietet sich mit dem Aktienkauf von börsenkotierten Immobiliengesellschaften.

Dies ist eine relativ junge Anlageklasse. Anders als Immobilienfonds

beteiligen sich die Immobilienaktiengesellschaften nicht an Wohnimmobilien,

sondern hauptsächlich an kommerziellen Liegenschaften. Sie weisen daher einen

höheren Zusammenhang mit der Konjunktur und den Aktienmärkten als Immobilienfonds

auf. Mit dem erhöhten Risiko geht aber auch die Chance auf höhere Renditen

einher. Als Beimischung für ein Portfolio sind Immobilienaktiengesellschaften

ebenso wie Immobilienfonds interessant, denn sie erweitern den Anlagehorizont

und tragen zur Effizienz des Investments bei.

Strukturierte Produkte ermöglichen eine optimierte Anlagestrategie

Das Aussuchen von attraktiven Immobilienwerten ist zeitaufwendig und setzt ein

gewisses Know-how voraus. Damit Sie einfach und diversifiziert in den Schweizer


Immobilienmarkt investieren können, hat die Bank Vontobel ein umfassendes

strukturiertes Produkt aufgelegt. Mit dem neuen Tracker-Zertifikat partizipieren Sie

beinahe eins zu eins an der Entwicklung ausgewählter Schweizer Immobilienfonds

und Immobilienaktiengesellschaften. Als Basiswert dient der Swiss Real Estate

Index der Schweizer Börse. Dieser setzt sich wiederum aus zwei anderen Indices

zusammen – dem Immobilienfondsindex und dem Immobilienaktienindex. Ersterer

umfasst die Top 10 Schweizer Immobilienfonds und Letzterer die Top 5 Immobilienaktiengesellschaften.

Die in den beiden Indices enthaltenen Titel müssen folgende

Kriterien erfüllen, um in die jeweiligen Indices aufgenommen zu werden:

– Mindest-Free-Float von 20 %

– Mindestens ¾ der Aktiva (bei Aktien) resp. mindestens ¾ der Immobilienwerte

(bei Fonds) in der Schweiz investiert

– Top 10 Fonds und Top 5 Aktientitel gemessen an der Marktkapitalisierung und

am Jahresumsatz

Der zusammengefügte Swiss Real Estate Index beinhaltet somit stets 15 Titel, die

nach der Free-Float-Marktkapitalisierung gewichtet sind.

Zusammenstellung des SXI Swiss Real Estate ® TR Index

Der Index ist eine Kombination aus

zwei anderen Indices:

– Swiss Real Estate Shares Index

– Swiss Real Estate Funds Index

Swiss Real Estate Shares umfasst

die grössten und liquidesten

Immobiliengesellschaften mt dem

Geschäftsfokus in der Schweiz

Swiss Real Estate Funds umfasst

die grössten und liquidesten

Immobilienfonds mi t dem

Geschäftsfokus in der Schweiz

Quelle: Bank Vontobel AG

Produktdetails Pfandbesichertes (COSI) VONCERT

Basiswert SXI Swiss Real Estate ® Total Return Index

Valor / Symbol 1097 9711/ VZSRI

Emissionspreis CHF 100.50 (inkl. 0.50 % Ausgabeaufschlag)

Bezugsverhältnis 1 VONCERT entspricht 0.083868 Basiswerten

Anfangs- / Schlussfixierung 05.02.2010 /30.01.2015

Management Fee 0.50 % p.a.

Kotierung SIX Swiss Exchange

Quelle: Bank Vontobel AG

SXI Swiss

Real Estate

Funds

+

SXI Swiss

Real Estate

Shares

=

SXI Swiss

Real Estate

Index

Mit dem VONCERT auf den Swiss Real Estate Index können Sie sich schon mit

geringen Investments an einer breit gefassten Immobilienanlagestrategie beteiligen.

Die Suche und der aufwendige Einkauf von einzelnen Titeln bleibt Ihnen damit

erspart. Das Produkt ist in Schweizer Franken notiert und hat eine Laufzeit von

5 Jahren. Halbjährlich werden die Indextitel neu gewichtet. Da es sich um einen

Total Return Index handelt, werden allfällige Ausschüttungen in die Strategie

reinvestiert. Dieses Produkt verfügt über Pfandbesicherung und hat deswegen

den Zusatz COSI (Collateral Secured Instrument). Dadurch wird das Emittentenausfallrisiko

auf ein Minimum reduziert. Die Vorteile von strukturierten Produkten

bleiben dennoch bestehen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.derinet.ch


Ganzseitiges Inserat

XXXX


Wussten Sie, dass …

China veranstaltet ab Mai 2010 die Weltausstellung zum

Thema «besseres Leben, bessere Städte». Nirgendwo auf der

Welt ändern sich die Städte so rasant wie in China. Millionen

von Menschen drängen vom Land in die Stadt. Die städtische

Bevölkerung steigt deswegen jährlich um etwa 20 Prozent.

Eine Entwicklung, die auch als «Hochgeschwindigkeits-

urbanisierung» bezeichnet wird.

Wussten Sie beispielsweise, dass …

… noch 1949 nur einer von zehn Chinesen in einer Stadt lebte?

Noch heute ist der Urbanisierungsgrad mit rund 45 % relativ gering.

… im Jahr 2020 voraussichtlich sechzig Prozent der chinesischen Bevölkerung

in Städten leben werden?

Das besagt eine Prognose aus dem Jahr 2009.

… China immer noch 370 Millionen Bauern hat, auch wenn 150 Millionen

die Nachfrage befriedigen könnten?

Man hat deshalb grosse Kampagnen durchgeführt, damit Bauern vermehrt in

der Industriebranche arbeiten.

… sich mit Shanghai und Peking zwei der weltweiten 19 Megastädte in der

Volksrepublik befinden?

Megastädte haben gemäss UN und Weltbank über 10 Millionen Einwohner.

… die Knappheit an Eisen und Stahl in China durch die Urbanisierung

verursacht wird?

Um Fläche zu sparen, forciert man den Bau von Hochhäusern. Für diese ist

jedoch rund ein Drittel mehr Stahl und Eisen nötig.

… die Volksrepublik 100’000 Kilometer gebührenpflichtige Landstrassen unterhält?

Aktuell sind es insgesamt zwei Millionen Kilometer Strassen.

… die erste Autobahn Chinas erst 1988 gebaut wurde?

Sie führt von Shanghai nach Jiading.

… dass das 85’000 Kilometer lange Autobahnnetz im Jahr 2020 fertiggestellt

sein soll?

Dann sollen alle Städte ab 200’000 Einwohner an das Autobahnnetz

angeschlossen sein.

… die chinesische Regierung derzeit über 8 Prozent seines BIP in öffentlichen

Personennahverkehr investiert?

Beispielsweise in neue Schnellzüge.

… sich das älteste durchgehend in Betrieb befindliche Trolleybusnetz der Erde in

Shanghai befindet?

Es wurde 1914 gebaut und ist eines der grössten in ganz China.

… Shanghai im Jahr 960 erstmals als Dorf erwähnt wurde?

Heute hat das gesamte Verwaltungsgebiet Shanghai 19 Millionen Einwohner.

… für die neue Ökostadt Wanzhuang bei Peking die betroffenen Dörfer zu einer

Stadt mit 400’000 Menschen verschmelzen sollen?

Das sind vier Mal so viel wie bisher. Das Projekt soll 2030 abgeschlossen sein.


Dr. Werner Bonadurer

Associate Professor of Finance

Zur Person: Werner Bonadurer lehrt als Associate

Professor of Finance an der Arizona State University,

W.P. Carey School of Business, Tempe, USA (seit

2008). Während mehreren Jahren war er Lehrbeauftragter

an der Universität St. Gallen. Werner Bonadurer

studierte an der Wharton School, University

of Pennsylvania, Philadelphia (Master of Business

Administration) und an der Universität St. Gallen

(Dr. oec.). Bis 1999 war er in geschäftsleitenden

Funktionen für die UBS in New York, Hong Kong,

Zürich und London tätig.

Seite 16

Fokus

St.Galler Kolumne

Stärkere Regulierung – Spielfeld für Lobbyisten?

Diesseits und jenseits des Atlantiks ist der politische Druck hoch, das regulatorische

Gesetzwerk im Finanzsektor einschneidend zu reformieren. Der regulatorische Zug

hat die Station verlassen, ohne den Zielbahnhof zu kennen. Das Frachtgut ist enorm.

Es ist unbestritten, dass im Bankensektor Handlungsbedarf besteht in Bezug auf

höhere Ausstattung von Kern- und bedingtem Eigenkapital, höhere Liquiditätspuffer,

reduzierte Fremdverschuldung, vorsorgliche Liquidierungspläne und verbesserte

Transparenz mittels Ausbau von zentralen Clearingsystemen. Auch ist die Zeit der

Selbstregulierung, als Massnahme von Basel II, abgelaufen.

Weil Emotionen derzeit mit Sachlichkeit konkurrenzieren, beinhaltet das Frachtgut

auch zahlreiche Reformvorschläge, welche zu höheren Kreditzinssätzen, zu tieferer

Marktliquidität, zu höheren Hedging-Kosten, zu unnötiger Produktstandardisierung

und zu reduzierter Innovation führen werden. Auch die in den USA vorgeschlagene

«Volcker Rule», welche wieder Elemente aus der Zeit des Trennbankensystems

einführen will, sowie andere «narrow banking»-Konzepte überzeugen nicht.

Spezialisierung kann risikoerhöhend wirken und der Eigenhandel und Engagements

in Hedge Funds und Private Equity-Strukturen können wirksamer mit Kapitalanforderungen

gesteuert werden. Im Weiteren führt die von Washington vorgeschlagene

Besteuerung von Verbindlichkeiten zu «moral hazard»-Problemen.. Solche Steuern

sind primär eine Umverteilung von zukünftigen Bankgewinnen. Dieser «Strafzoll»

wird von den Aktionären bezahlt.

Der Nutzen jeder regulatorischen Massnahme muss grösser sein als die damit verbundenen

Kosten. In den USA bieten die «gut gemeinten» Regulierungen, welche

als Folge der «New Deal/Big Government Policy» von Roosevelt eingeführt worden

sind, die Finanzreformen in den 60er-Jahren oder auch die Erfahrungen mit dem

Sarbanes-Oxley Act negativen Anschauungsunterricht. Es wäre wünschenswert,

wenn nach dem Abschluss der politischen «brainstorming»-Phase ein unabhängiges

Panel die vorgeschlagenen regulatorischen Änderungen rigoros nach dem

«cost/benefit»-Grundsatz überprüfen würde.

Nebst der notwendigen Reform des Bankensektors steht auch die Revision der

nationalen und grenzüberschreitenden Aufsicht auf der Traktandenliste. Im

Vordergrund muss eine massive Verbesserung der Überwachung von systemrelevanten

Risiken stehen. In den USA ist zudem eine Konsolidierung des fragmentierten

Überwachungssystems dringlich. Die Regulierung kann nicht zum Ziel haben,

Konkurse einzelner (nicht-systemrelevanter) Banken zu verhindern, sondern muss

die negative Wirkung von sogenannten «low probability/high impact events»

beschränken. Die akzeptable Bankbreite und die Grösse von «too big too fail»

divergiert von Land zu Land. Das globale Finanzmarktdebakel war nicht zwingend

eine Funktion von zu wenig Regulierung, sondern eher der Lücken in der makroprudenziellen

Aufsicht und einer monetären «laissez-faire»-Politik. Wenig regulierte

Finanzintermediäre haben die Krise eher besser überstanden. Die grössten Verluste

haben sich bei den staatsnahen und politisch beeinflussten Kreditfinanzierer in den

USA sowie den stark regulierten Geschäftsbanken ergeben.

Der Handlungsbedarf ist gegeben. Wie so oft liegt der Teufel im Detail und in der

globalen Abstimmung. Die Lobbyisten haben Hochkonjunktur.

Diese Kolumne wird thematisch von Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Spremann (Professor an der Universität

St.Gallen) und Dr. Rainer Konrad (Geschäftsführer der pim Consulting AG, St.Gallen) betreut.

072-53173-0210-1114

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