X Capitals Europa PDF Katalog Text 12.5.08 23S deu.indd

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on the enrichment

through the foreign

conceptual art project

by Henry Landers

Die Städte:

Berlin

Budapest

Helsinki

Ljubljana

Riga

Nikosia

Tallinn

Valletta

Warschau

Wien

Project Director und Künstler:

Henry Landers

Schirmherrin für die Ausstellung

im Auswärtigen Amt in Berlin ist

Professor Gesine Schwan

Mit der freundlichen Unterstützung von:

Marie-Luise Schwarz-Schilling, Auswärtiges Amt,

Senatskanzlei von Berlin, Stadt Wien, Stadt Helsinki,

Epson Deutschland GmbH, InfoRadio (rbb)

Im Projekt

X CAPITALS EUROPA sind Hauptstädte aus

drei neuen und sieben alten Mitgliedsstaaten der

Europäschen Union in 21 Motiven porträtiert..

Erste Ausstellung in Berlin:

Auswärtiges Amt (rechts)

Eröffnung: 4. März 2008

Dauer der Ausstellung:

5. bis 31. März 2008


Impressum

X Capitals Europa

Project Director:

Henry Landers

henry.landers@x-capitals.com

Postanschrift:

Buttmannstraße 13

D-13357 Berlin Mitte

Germany

Telefon:

0049 (0) 30 24 62 89 41

Mobil:

0049 (0) 173 623 00 60

Internet:

www.x-capitals.com

X Capitals © 2000 by Henry Landers - Alle Rechte vorbehalten.

X Capitals Europa © 2006 by Henry Landers - Alle Rechte vorbehalten.

1. Ausgabe: 1.4.2007

Überarbeitete Ausgabe: 28.4.2008

Index Die 21 Motive

Seite

3 Die Regierenden Bürgermeister in ihren Büros - als Orte der demokratisch legitimierten Macht

5 • ... Tee-, Kaffeehaus, oder andere Orte - als Ort der Begegnung

7 • ... nationalen Symbole für Freiheit - als Symbol für weltliche, kollektive Visionen

9 • ... national- typischen Restaurants - als Ort der Geselligkeit

11 • ... höchsten Gebäude - als Symbol architektonischer Vision

13 • ... markantesten Kontraste zwischen Alt und Neu - als Ort der konstruktiven Spannung

15 • ... exklusivsten Einkaufsstrassen - als Ort kollektiver Befriedigung

17 • ... traditionellen, heute noch praktizierten Hochzeiten - als Symbol familiärer Identität

19 • ... wichtigsten nationalen Sportarten - als Ort kollektiver Begeisterung

21 • ... wichtigsten religiösen Orte - als Orte kontemplativer Kraft

23 • ... Orte des Wandels - z.B. das Gasometer in Wien

25 • ... Schaufenster - Puppen als Idelmass für Frauen und Männer

27 • ... Orte der höchsten Form von wirtschaftlicher Abstraktion - z.B. The Stock Exchange

29 • ... öffentliche Briefkästen - als Symbol kollektiven Vertrauens

31 • ... typische Markt-Orte - mit Früchten, Fisch, Geflügel, Fleisch, ... aus der Region

33 • ... interessantesten Stadtteile der Einwanderer - als Ort von interkulturellem Wagnis

35 • ... wichtigsten großen Fernbahnhöfe - als Ort des Ankommens und Gehens auf eisernen Wegen

37 • ... regionalen Metro-, S–Bahn- oder Bus Haltestellen - als Ort regionaler Mobilität

39 • ... Street-Food - als Symbol des nomadischen Unbewussten

41 • ... traditionelle, noch heute benutzte öffentliche Toiletten - als Orte intimer Entblößung im öffentlichen Raum

43 • ... noch frische Gräber - als Ort der ewigen Ruhe

44 Literaturverzeichnis

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Motivbeschreibung: Die 10 Regierenden Bürgermeister in ihren Büros - als Orte der demokratisch legitimierten Macht

Die derzeit höchste Form von politischem Bewusstsein

ist die Demokratie. Aus ihr geht

der Bürgermeister, die Triade von Amt,

Person und Ort hervor. Er ist vom Volk gewählt. Er

ist damit gewissermaßen das personifizierte Volk

selbst und spricht mit dessen Stimme. Verankert ist

sein Handeln im jeweiligen Grundgesetz des jeweiligen

Staates.

3 3

Auch dem Volk wird in der Demokratie die höchste

politische Verantwortung und Kompetenz zugesprochen.

Von ihm wird erwartet einschätzen zu

können, welcher zukünftige politische Weg der

richtige für die Gemeinschaft ist. Die anonyme Masse

des Volkes wird vertreten von den Wählern, von

denen jeder einzelne als Akteur aufgerufen ist sich

am politischen Geschehen zu beteiligen.

Wie in der Metamorphose von der Raupe zum

Schmetterling, von der Ohnmacht zur Macht, tritt

der Wähler alle vier Jahre auf, gewissermaßen wie

eine saisonale Population von Häkchenfaltern, die

aus dem privaten in das Paradoxon des öffentlich,

politisch-anonyme, Tageslichts tritt.

Er schlüpft unvereidigt, um für gemeinsame Werte

seine Botschaft für die Zukunft zu hinterlassen. Jeder

Wähler hat eine gleichberechtigte Stimme, unabhängig

von seiner Hautfarbe, ob arm oder reich,

ob alt oder jung, gebildet oder ungebildet, ob

Vorstandsvorsitzender oder Harz IV Empfänger.

Jede einzelne abgegebene Stimme spricht gleichberechtigt

Vertrauen aus. Es bilden sich Cluster von

Stimmen, dessen größte Ansammlung entscheidet.

Danach tritt der gleichberechtigte Wähler in sein

Privates zurück und wird für vier Jahre wieder zu

einem einfachen Bürger in seiner gesellschaftlichen

Position. Er schlüpft als Raupe in eine neue

demokratisch legitimierte, politische Wirklichkeit

voraus. Die Macht des Volkes wird mit der Wahl

an das Amt, an den Menschen, an den Ort abgegeben.

Der kurze schillernde Flug des Falters endet

in der Wahlurne. Nicht aber seine Verantwortung

für das Kommende. Sie verbleibt bei dem Wähler.

Auch dies verdeutlicht das Vertrauen, welches

die Gemeinschaft in der Demokratie dem Wähler

entgegen bringt. Schuld verteilt sich gleichmäßig

auf viele. Die Konzepte der Ohnmacht und der

Unschuld werden dem Konsens geopfert. In einer

funktionierenden Demokratie ist es möglich einen

Machtwechsel herbeizuführen oder Machterhalt

zu fixieren, ohne Ämter zu stürzen, ohne Menschen

zu töten und ohne Städte zu zerstören. Das erzeugt

ein Klima in dem materielle und ideelle Werte kulminieren

können. Demokratie ist nie vollkommen,

sie ist der natürliche, evolutionäre und kollektive

Prozess der Vervollkommnung.

Die Wähler am Tag der Wahl und der gewählte

Bürgermeister in seiner Legislaturperiode üben ge-

meinsam politische Macht aus, die sich an einem

Ort, in einem Amt und in einer Person bündelt. Auch

wenn die politische Macht auf Senatoren, Staatssekretäre,

Abgeordnete, Parteien und Beamte verteilt

wird, ist doch der Bürgermeister für das Volk

die greifbarste und sichtbare finale, personalisierte,

amtsvereidigte Institution seiner Wahl.

Die Fragestellung: Mich interessiert wie dieser politische

Ort, der Amtssitz, aussieht? Welches Ambiente

umgibt den Bürgermeister im täglichen Dienst

am Volk? Welches Licht durchflutet diesen Ort?

Und letztlich, wie verhält sich die Proportion des

privaten, organischen Menschen hinter dem Amt

zum Raum seines Büros?

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Motiv: Die 10 Regierenden Bürgermeister in ihren Büros - als Orte der demokratisch legitimierten Macht

Bild:

Klaus Wowereit

Regierender Bürgermeister

von Berlin

Ort:

Berliner Rathaus

Berlin Deutschland

Datum: 1.10.2002

Formate: Bild - Breite gesamt 1165 mm x Höhe 1430 mm Länge der Serie: ca. 12 m

Berlin Budapest Helsinki Ljubljana Nikosia Riga Tallinn Valletta Warschau Wien

Bild:

Ort:

Datum:

Bild:

Jussi Pajunen

Helsingin Kaupunki

Ort:

Hauptamt Stadt Helsinki

Helsinki Suomi (Finnland)

Datum: 31.8.2006

Bild:

Zoran Jankovic

Bürgermeister von Ljubljana

Ort:

Rathaus Ljubljana

Mestni trg 1

Ljubljana Slowenien

Datum: 8.6.2007

Bild:

Eleni Mavrou

Bürgermeisterin von Nikosia

Ort:

Rathaus Nikosia

Eleftheria Square

Nikosia Zypern

Datum: 27.6.2007

Bild:

Aivars Aksenoks

Bürgermeister von Riga

Ort:

Rigas Dome

Rãtslaukums 1

Riga Lettland

Datum: 6.11.2006

Bild:

Jüri Rata

Bürgermeister von Tallinn

Ort:

Linnakantselei (Rathaus Tallinn)

Vabaduse väljak 7, 15199

Tallinn Estland

Datum: 25.10.2006

Bild:

Dr. Paul Borg Olivier

Bürgermeister von Valletta

Ort:

Valletta Local Council

South Street 31

Valletta Malta

Datum: 8.1.2007

Bild:

Hanna Gronkiewicz–Walz

Stadtpräsidentin von Warschau

Ort:

Ratusz Warszawa

Pl. Bankowy 3/5

Warschau Polen

Datum: 18.5.2007

Bild:

Dr. Michael Häupl

Rathaus Wien

Ort:

Wien Österreich

Rathaus, Lichtenfelsgasse 2

Datum: 6.10.2006

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Motivbeschreibung: Die 10 Tee-, Kaffeehauser, oder andere Orte - als Ort der Begegnung

Die Tradition der europäischen Kaffeehäuser

begann auf dem Bosporus am Rande

des Kontinents in Istanbul. Hier wurde im

Jahre 1554 das erste Kaffeehaus eröffnet. Istanbul,

das ehemalige Alexandria war zu der Zeit unter

Sultan Süleyman I. die Machtzentrale des Osma-

nischen Reiches. Ein Zeitsprung. In seinem Werk

5 5

Strukturwandel der Öffentlichkeit postulierte Jürgen

Habermas die Funktion der Kaffeehäuser als wichtigen

Bereich der öffentlichen Sphäre, durch die sich

eine bürgerliche Öffentlichkeit etablieren konnte.

Stammkaffees für Händler, Literaten, Gelehrte und

Juristen brachten einen kontinuierlichen Begegnungsort

für den gesellschaftlichen Austausch jeder

Art. Einfache Leute saßen mit Adeligen an einem

Tisch und sprachen über das Geschick der Welt.

In Kaffeehäusern wurden die ersten Zeitungen veröffentlicht,

Bücher gelesen, es wurde gespielt, die

humanistische Idee der Aufklärung verbreitet und

nicht zu letzt hatte hier das Bildungsbürgertum ei-

nen festen Platz. Die Wienerkaffeehäuser geben

noch heute eine Ahnung von dem traditionellen

Treiben des einstigen kosmopolitischen Bildungs–

und Begegnungsortes.

Die Tradition des Teetrinkens begann in China. Um

221 v.Chr. gab es bereits eine Teesteuer. Lange

Zeit wurde die Kunst des Teetrinkens vom Adel,

den Gelehrten und buddhistischen Mönchen kultiviert.

Erst mit Beginn der Mongolenkaiserzeit (Yuan-

Dynastie 1279 – 1368), setzte sich die Teekultur in

der breiten Bevölkerung durch. In etwa dieser Zeit

müssen die ersten öffentlichen Teehäuser entstanden

sein. Auch hier ist das Teehaus ähnlich wie das

Kaffeehaus ein Ort der Begegnung und des Austauschs

von wichtigen und anregenden Informationen.

Die Kunst des Teetrinkens wurde von Japan

übernommen und zu einer speziellen Japanischen

Teekultur weiterentwickelt.

In Europa ist die Kaffee-Kultur fest mit den Traditionen

aller Staaten verbunden. Die intellektuelle und

politische Bedeutung haben viele ehemals berühmte

Kaffeehäuser verloren. Orte der Begegnung sind

das Café und das Teehaus auch heute noch.

Die Fragestellung: Was sieht der Kaffee- oder Teetrinkende

unmittelbar vor sich auf dem Tisch? Welche

Atmosphäre begleitet den Genuss des Kaffees

oder Tees? Welches Licht durchflutet den Raum

oder ist es eher dunkel? Gibt es andere traditionell

verankerte Alternativen zum Kaffee- oder Teehaus

als Ort der Begegnung?

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Motiv: Die 10 Tee-, Kaffeehauser, oder andere Orte - als Ort der Begegnung

Bild:

Café EINSTEIN

Ort:

Berlin Deutschland

Café Einstein

Unter den Linden 42

Datum: 3.4.1997

Formate: Bild - Breite gesamt 1165 mm x Höhe 1430 mm Länge der Serie: ca. 12 m

Berlin Budapest Helsinki Ljubljana Nikosia Riga Tallinn Valletta Warschau Wien

Bild:

Café NEW YORK

Ort:

Budapest Ungarn

VII. Erzsébet krt. 9-11

Datum: 12.9.2006

Bild:

Café STRINDBERG

Ort:

Helsinki Suomi (Finnland)

Pohjoisesplanadi 33

Datum: 31.8.2006

Bild:

Café MINIMAL

Ort:

Ljubljana Slowenien

Mestni Trg.

Datum: 5.6.2007

Bild:

COSTA Coffee

Ort:

Nikosia Zypern

Granni Kranidioti 12

Datum: 2.7.2007

Bild:

Café A.L.L. CAPPUCCINO

Ort:

Riga Lettland

Antinijas iela 11

Datum: 7.11.2006

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Bild:

Café ZEBRA

Ort:

Tallinn Estland

Narva mnt 7

Datum: 22.10.2006

Bild:

Café MUSEUM

Ort:

Valletta Malta

24, Malta Street

Datum: 11.1.2007

Bild:

Kawiarnia CAVA

Ort:

Warschau Polen

ul. Nowy Swiat 30

Datum: 10.5.2007

Bild:

Café Ritter

Ort:

Wien Österreich

Mariahilfer Str. 73

Datum: 11.10.2006


Motivbeschreibung: Die 10 nationalen Symbole für Freiheit - als Symbol für weltliche, kollektive Visionen

Der Wunsch nach Freiheit speist sich aus zwei

großen Ereignisströmen. Zum Einen erzeugt

der Hass auf koloniale Fremdherschaft das

patriotische Herz der Menschen. Und zum Anderen

ist es die Befreiung von der Sklaverei, Leibeigenschaft

oder Rassendiskriminierung im eigenen

Land, die den inneren Wiederstand hervorruft. Bei-

7 7

de Ströme münden in den Kampf um Gerechtigkeit

der Unterdrückten. Menschen führen oft einen blutigen

Kampf und sterben für ihre Ehre und die zukunft

ihrer Kinder, im Glauben an eine bessere Welt.

Freiheitsmonumente werden mit Vorliebe erbaut um

rückblickend an die kollektiven Opfer zu erinnern,

um ein Bildnis für die Vergangenheitsbewältigung

zu schaffen. Aber auch um vorausschauend die

vorstellbaren noch unerfüllten Ideale im Dschungel

täglichen Sein nicht vergessen zu lassen. Meine

These zu dem Phänomen, was sich hinter dem gesellschaftlichen

Konzept der erfüllten Freiheit tief im

Herzen jedes einzelnen Menschen verbirgt, ist, dass

es in seiner höchsten Vollendung einen Zustand der

inneren universellen Befriedigung erzeugt, der bei

allen Menschen, in den unterschiedlichsten Kulturen

weltweit sehr ähnlich ist. Der Weg aber, das

Ritual, die Technik mit der dieser Zustand zu finden

ist, ist hingegen so vielfältig wie die Zahl der Kultu-

ren, ja vielleicht sogar die der Individuen auf unserem

Planeten. Auf der Suche nach dem Symbol für

Freiheit in den Städten suche ich nicht zwingend

nach Projektionen der geläufigen westlichen Vorstellung

von der Freiheit des Individuums. Viel mehr

suche ich nach den jeweiligen kulturell abhängigen

Mechanismen und ihren Bildnissen über die die

Menschen den universellen Zustand von Freiheit

anstreben. Oft drückt sich diese kollektive Vision

nicht einmal in öffentlichen Monumenten aus. Allein

der Wunsch nach individueller Freiheit ist in einigen

Kulturen, die streng deterministisch geprägt sind,

nicht thematisiert. Aber auch hier suche die Men-

schen meines Erachtens nach einer bestimmte Konstellation

von äußeren und inneren Bedingungen,

um den Zustand der universellen Befriedigung zu

finden. Dieser Prozess kann durchaus auch im Verborgenen,

im Unbewußten ablaufen und das offene

Sprechen darüber mit sanktionen belegt sein.

Auch diese Bedingungen haben Orte und Sym-

bole, die im interkulturellen Vergleich eine große

Bereicherung für die Menschen in vornehmlich individuell

geprägten Gesellschaften sein können.

In Tokyo/Japan begegnete ich einer sehr reinen

Form von deterministischem Freiheitsempfinden.

Das bedeutet wenn alle die Regeln kennen und

anwenden empfindet der Einzelne das Gefühl

von Freiheit. Für Japaner bedeutet die Möglichkeit

einen Fehler im Umgang mit Anderen zu machen

eine erhebliche Unfreiheit. Wenn der Einzelne die

Regeln so anwendet wie sie kulturell tradiert sind

befreit er das Gegenüber vor der Möglichkeit

der Entbößung oder gar vor dem Gesichtsverlust.

Sicherheit wird hier im zweiten Schritt als Freuheit

empfunden.

In ehemaligen Kolonialstaaten findet sich das Symbol

für Freiheit oft als Unabhängikeitsdenkmal und

meint nicht die persönloche Entfaltung des Indivduums.

Hier steht die Befreiung der Kulturgemeinschaft

im Vordergrung. In Jakarta um ein Beisdpiel zu

nennen, ließ der Diktator Soharto einen 120m hohen

Obelisk als „Symbol der Befreiung gegen die

Holländer“ errichten und setzte sich selbst damit ein

persönliches Monument. Als zukunftsweisendes, integratives

Symbol wird der Obelisk nicht geeignet

sein dieMenschen auf ein gemeinsames Ziel in der

Zukunft auszurichten, da der Äußere vereinende

Feind längst überwundern ist. Darin zeigt sich stellvertretend

für viele ehemalige Kollonialstaaten die

Tragik der Independet Monumente. Sie sind ein

wichtiger Erinnerungsort, entziehen aber im Gegenzug

die ungebundene Vision von Freiheit wie

sie die ehemaligen Kolonialherren kultivieren konn-

ten. Eine aus der jeweiligen Kultur herforgebrachte

Vision von Freiheit .

In Helsinki begegnete ich einer dritten individualisierten

Form von Freiheitsvision. Obwohl die Suomi

(auf schwedisch Finnen) lange unter wechselnder

Fremdherschaft standen, gibt es kein offizielles kol-

lektives Symbol für Freiheit. Die Suomi finden den

universellen Zustand von Befriedignung auf ihre eigenste

Weise in der Abgeschidenheit der Natur, in

ihrem Sommehaus dem Mökki.

Ein gelungener Entwurf für die Vision von Freiheit

erreichet Menschen aller Gesellschaftsschichten,

aller politischen Lager, aller religiösen Strömungen

und Altersgruppen, unabhängig von Geschlecht

und Hautfarbe, in ihrem Kulturkreis oder darüber hinaus,

auf ein gemeinsames friedliches, integratives

und erreichbares Ziel in der Zukunft. Ein größeres

Humankapital kann keine Nation und keine Kultur

hervorbringen. Die Energie, die jeder Einzelne bereit

ist zu spenden, die sich in eine gemeinsame

Richtung bündelt, ist mit keinem Lohn zu vergüten.

Jeder Einzelne wäre hungrig nach Fortschritt, Erfolg

und Erfüllung. Fehlt der freie Schwung, verwandelt

sich die Vielzahl von strebenden Individuen in eine

zäh fließende Masse Volk, dem jeder Schritte in

die gemeinsame Zukunft mit Geld teuer abgekauft

oder mühsam mit Zwangsreformen abgerungen

werden muss.

Die Fragestellungen: Gibt es ein offizielles Symbol

für Freiheit? Ist es aus ewigen Materialien gemacht

oder ist es eine wiederkehrende zeitlich begrenzte

Installation, die auf eine bestimmte Zeremonie ausgerichtet

ist? Wer hat es erbaut? Ist das Symbol

zurück gewandt? Kultiviert es das kollektive Opfer?

Hat sich die Idee bereits erfüllt oder ist sie noch

eine Vision? Trifft das Symbol in die Herzen der

Menschen, doder ist es vornehmlich eine offiziell

verordnete Institution? Oder vereint es beide Konzepte

in einem?

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Motiv: Die 10 nationalen Symbole für Freiheit - als Symbol für weltliche, kollektive Visionen

Bild:

"Phönix", Skulptur

Ort:

Berlin Deutschland

Beisheim Center/

Berliner Freiheit

Datum: 10.1.2006

Formate: Bild - Breite gesamt 835 mm x Höhe 1430 mm Länge der Serie: ca. 8,5 m

Berlin Budapest Helsinki Ljubljana Nikosia Riga Tallinn Valletta Warschau Wien

Bild:

Freie Rede und

Demunstration vor dem Parlament

Ort:

Budapest Ungarn

VI. Lajos tér

Datum: 16.9.2006

Bild:

Mökki (Sommerhaus)

Ort:

Vähä-Pulkkila Suomi

Datum: 29.8.2006

Bild:

Denkmal des

Nationalschriftstellers

“Preseren“, Autor der slowenischen

Nationalhymne

Ort:

Ljubljana Slowenien

Presernov trg

Datum: 16.6.2007

Bild:

Denkmal zur Befriung von der

britischen Kolonialherschaft

1960.

Ort:

Nikosia Zypern

Nikifóros Phókas Avenue

Datum: 28.6.2007

Bild:

Freiheitsdenkmal

Unabhängigkeit von Russland.

Erbaut mit Bürger-Spenden.

1931 bis 1935

Ort:

Riga Lettland

Brivibas bulvãris

Datum: 4.11.2006

Bild:

Lindamägi, die Mutter von

Kalevipoeg. Hier sammelten

sich die Esten zum Aufstand

gegen die russische

Besatzung.

Ort: Tallinn Estland

Falgi tee

Datum: 25.10.2006

Bild:

Unabhängigkeitsdenkmal,

Malta ist seit 1964 selbständiger

Staat

Ort:

Floriana Malta

The Mall

Datum: 3.1.2007

Bild:

Denkmal für den

unbekannten Soldaten

Ort:

Warschau Polen

Platz Pilsudskiego/

Ogrod Saski

Datum: 11.5.2007

Bild:

am 15. Mai 1955 wurde

im Oberen Belvedere der

Österreichische Staatsvertrag

unterzeichnet

Ort: Wien Österreich

Prinz Eugen Str. 27

Datum: 6.10.2006

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Motivbeschreibung: Die national- typischen Restaurants - als Ort der Geselligkeit

In den letzten Jahren kam es in Nord europa

zu einem nachhaltigen Wandel in der Restaurantkultur.

Exotische Nationalitätenrestaurants

und Fastfood-Ketten aus aller Welt etablierten

sich zur nachhaltigen Konkurrenz zu den einheimischen

traditionellen Restaurants. Das ist ein

weltweites Phänomen. Die kulinarischen Bedürf-

9 9

nisse der Menschen wandelten sich. Schwere

nördliche traditionelle Küche passt nicht mehr zu

warmen Wohnungen, einem flexiblen, auf Fitness

und langes Leben ausgerichteten Lifestyle. Leichte

exotische Küche aus dem Mittelmeerraum,

Asien und dem pazifischen Raum sind in einem

dichten Netz in jeder Stadt in Europa zu finden.

Traditionelle Küche wird heute gern für Touristen

inszeniert. Ein großes Schweres Interieur, ebenso

schweres Essen, dunkle Räume, Kellner in

Trachtengewändern und zumeist ist einheimische

Volksmusik zu hören. Das ist die eine Seite eines

Ortes. Die Andere bringt uns, den Nachkommen,

an lebendige Ahnenorte. Wie in einer Kirche

kann die lebendige Welt unserer Eltern, Großeltern

und vielleicht Urgroßeltern hautnah gelebt

werden. Gerüche, Geschmäcker und Geräusche

sind hier konserviert. Authentische traditionelle

Restaurants sind kulturelle Gedächtnissorte unse-

rer Zeit. Anders als in Museen erleben wir den

Rückblick in situ. Keine Glasscheibe trennt uns vor

der unmittelbaren Erfahrung. Das macht diese oft

so blümerant erscheinenden Häuser aus meiner

Sicht unerwartet wertvoll für unsere Gegenwart.

Die Frage woher wir kommen wird auch in traditionellen

Restaurants beantwortet. Mir fiel auf das

in Europa Schweinefleichgerichte gewissermassen

als kulturverbindender Standart der traditionellen

Küche gereicht wird. Menschen die kein Schweinfleich

essen fallen sofort aus dem Gemeinschaftsmuster

heraus. Einzig in Helsinki dominierten in der

traditionelle Küche Fisch, Rind oder Schalentiere.

Das mag als Havenstadt nicht weiter verwundern.

Das gegenbeispiel bleibt aber nicht aus. In einigen

Städten die eine große Nähe zum Meer haben

wie Tallinn, Riga, Valletta und Nikosie war die

traditionelle Küche überwiegend auf Schweine-

fleisch spezialisiert. Es liegt nahe anzunehmen,

dass Menschen die kein Schweinefleisch essen

von den Europäern als Fremd empfunden werden

müßten. Mit Sicherheit sind sie aber aus dem verbindenden

Ritual des gemeinsamen Essens im traditionellen

Kontext weitestgehend ausgeschlossen.

Manchmal ist die Begegnung mit den traditionellen

Restaurants nicht einfach für den Trendsetter in uns

allen. Aber zu der Zeit unserer Vorfahren waren

dies die vielleicht einzigen Angebote. Versuchen

Sie, sich einmal in einem authentischen Restaurant

in die Ausschließlichkeit der Vergangenheit hinein

zu versetzen und zu empfinden wie unsere Ahnen

hier wohl gespeist haben mögen.

Die Fragstellung: Sind die traditionellen Restaurants

authentisch oder handelt es sich um einen liebevoll

nachempfundenen Neubau? Hat das Restaurant

einen großzügigen lichtdurchfluteten Saal oder ist

es eine dunkle Taverne? Aus welchem Zeitgeist

entspringt dieser Ort? Wie weit reicht die Tradition

in die Vergangenheit? Wird der Ort tatsächlich

noch von angestammten Gästen besucht? Oder

verkehren hier vorwiegend Touristen?

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Motiv: Die 10 national- typischen Restaurants - als Ort der Geselligkeit

Bild:

BRAUHAUS LEMKE

Ort:

Berlin Deutschland

Lisenplatz 1

Datum: 4.7.2007

Formate: Bild - Breite gesamt 1165 mm x Höhe 1430 mm Länge der Serie: ca. 12 m

Berlin Budapest Helsinki Ljubljana Nikosia Riga Tallinn Valletta Warschau Wien

Bild:

Restaurant ETKEZDE

Ort:

Budapest Ungarn

V. Oktober 6. utca 17

Datum: 15.9.2006

Bild:

Restaurant SALVE

Ort:

Helsinki Suomi (Finnland)

Hietalahdenranta 11

Datum: 30.8.2006

Bild:

Restaurant SOKAL

Ort:

Ljubljana Slowenien

Ciril Metodov trg. 18

Datum: 5.6.2007

Bild:

Taverne Restaurant XEFOTO

Ort:

Nikosia Zypern

Aeschylou 6

Datum: 8.7.2007

Bild:

Restaurant LIDO

Ort:

Riga Lettland

Lido Center, Krasta iela

Datum: 8.11.2006

Bild:

Restaurant ESTI MAJA

Ort:

Tallinn Estland

Lauteri 1

Datum: 30.8.2006

Bild:

LA VALETTE - BEND CLUB

Ort:

Valletta Malta

Republic Street

Datum: 12.1.2007

Bild:

Restaurant SWIETOSZEK

Ort:

Warschau Polen

Stare Miasto, ul. Szuicka 6/8

Datum: 20.5.2007

Bild:

CAFÉ SCHWARZENBERG

Ort:

Wien Österreich

Kärntenerring 17

Datum: 6.10.2006

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Motiv: Die höchsten Gebäude - als Symbol architektonischer Vision

Architektur, das sind die großen bevölkerten

Skulpturen. “Der Turmbau zu Babel“, die

wohl älteste überlieferte Geschichte von der

Versuchung des Möglichen und dem Wunsch Gott

näher sein zu wollen, ist als Symbol in die Kulturgeschichte

eingegangen. Gottes Strafe war danach

Folgenreich und schuf die Vielfälitgkeit von Spra-

11 11

chen und Kulturen, um die Menschen zu schwächen.

Die Verlockungen hoher Gebäude und ihre

symbolische Ausstrahlung ließen die Menschen

nicht ruhen. Sakralbauten in der Gotik wurden zu

bis dahin unbekannten höchsten und zierlichsten

Bauten die im Namen Gottes in den Himmel wuchsen.

Sendungsbewusstsein, Kirchtürme, also passiv

weit hin sichtbare Macht- und Glaubensbeweise,

höchste Gebäude, wurden mit der Entdeckung und

Nutzung von Funkwellen zunehmend technische

aktive Türme aus Stahl und Beton, Fernsehtürme mit

Aussichtsplattform. “Manhattan“ eine kleine Insel

in der Mündung des Hudson River, wurde mit ihren

Bürotürmen das moderne Sinnbild für die höchsten

Gebäude des 20the J.H. Das höchst Gebäude

der Welt zu Beginn des 21. Jahrhunderts aber

entsteht derzeit in der arabischen Wüste. Der “Burj

Dubai“ (Turm von Dubai) wird nach seiner voraussichtlichen

Fertigstellung im Jahr 2009 genau 818

m Hoch und 189 Etagen haben. Zum Vergleich

der Sears Tower war zu letzt mit 527 m Höhe, bis

zur Antennenspitze gemessen, das höchste Gebäude

der Welt. Es fällt auf das sich die Nutzung

der höchsten Gebäude in jüngster Zeit immer mehr

hin zu der vertikalen Stadt im Turm, mit einer kompletten

Infrastruktur verändert.

Mich interessiert aus welcher Epoche kommt das

höchste Gebäude in den zehn Städten? Wie verankert

es sich im Stadtbild? Zu welchem Nutzung

wurde es gebaut? Wie wird es heute genutzt? Ist

es ein Symbol oder Denkmal? Ist es eine bewohnte

Skulptur? Aus welchem Grund überragt es die anderen

Gebäude?

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Motiv: Die 10 höchsten Gebäude - als Symbol architektonischer Vision

Bild:

Fernsehturm (368m)

Ort:

Berlin Deutschland

Panorama Straße 1

Datum: 1.9.2003

Formate: Bild - Breite gesamt 835 mm x Höhe 1430 mm Länge der Serie: ca. 8,5 m

Berlin Budapest Helsinki Ljubljana Nikosia Riga Tallinn Valletta Warschau Wien

Bild:

Semmelweis Universität -

Medizinische Fakultät (Höhe

nicht exakt bekannt)

Ort:

Budapest Ungarn

Nagyvárad tér 4

Datum: 13.9.06

Bild:

Olympiaturm (74m)

Ort:

Helsinki Suomi,

(Finnland)

Olympiastadion

Datum: 27.8.2006

Bild:

World Trade Center (75 m)

Ort:

Ljubljana Slowenien

Dunajaska Cesta 127

Datum: 9.6.2007

Bild:

Shacolas Tower (50m)

Ort:

Nikosia Zypern

Lidras Street

Datum: 28.10.2006

Bild:

TV Tower Riga (368m)

von der LVRTC

Ort:

Riga Lettland

Zakusala-Insel

Krastmala

Datum: 10.11.2006

Bild:

Tallinna Teletorn (314m)

Ort:

Tallinn Estland

Kloostrimetsa 58a

Datum: 28.10.2006

Bild:

Madonna Tal-Karmnu (42m)

Ort:

Valletta Malta

Vom Dach in der Old Mint

Street Nr. 100

Datum: 4.1.2007

Bild:

Palac Kultury i Nauki (230m)

Palast für Kultur und Wissenschaft

Ort:

Warschau Polen

ul Emilii Platter /

Marszalkowska

Datum: 13.5.2007

Bild:

Donauturm (252m)

Ort:

Wien Österreich

Donaupark, Donauturm Str.,

Donauinsel

Datum: 6.10.2006

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Motivbeschreibung: Die markantesten Kontraste zwischen Alt und Neu - als Ort der konstruktiven Spannung

Jerome Bruner sagte “Die Wahrnehmung der

Welt hängt von dem Wunsch sie zu verändern

ab“. Das Motiv “Der Kontrast zwischen Alt

und Neu” dokumentiert einen Quantensprung in

der kulturellen Distanz. Zusammen mit dem Motiv

“Der Ort des Wandels“ fragt es nach dem Woher

und dem Wohin die Kultur auf der dünnen Ober-

13 13

fläche humanen Seins driftet. Architektur, urbane

Bauten, die großen Skulpturen die von Menschen

geschaffen und bewohnt werden, sind in einem

außergewöhnlichen Masse Identifikationsorten für

ihre Erbauer, Nutzer und Zerstörer. Die funktionale

Verbundenheit die das Verhältnis zwischen dem Lebendigen

und dem Unlebendigen gestaltet ist das

Thema dieses Bildes. In Häusern zu wohnen, darin

geliebt zu werden, darin gezeugt worden zu sein,

darin aufgewachsen zu sein, darin zu sterben,

darin zu arbeiten, darin Nahrung zu finden, darin

Wärme im Winter, Kühle im Sommer, Trockeheit

im Regen und täglich gebendigtes Wasser und En-

ergie zu finden, verbindet die Menschen in ihren

Urinstinkten mit ihren Bauten. Das Haustier Mensch,

seine domestizierten Freunde und das unbelebte

Material haben ein enges Dreierverhältnis aufgebaut.

Selbst die Entscheidung sich der Ungeborgenheit

der Natur auszuliefern, treffen Menschen

in sicherem Wissen um die alternative auf urbane

Strukturen zurückgreifen zu können. Außerkulturelle

Bedrohungen werden mit kulturellen Techniken

besiegt oder in ihrer Auswirkung gedämpft. Das

schafft vertrauen in Kulturtechniken und darüber

hinaus das Gefühl der Überlegenheit gegenüber

außerkulturellen Ereignissen. Ein weiterer Aspekt ist

die Geborgenheit und der Schutz vor innerkulturellen

Ereignissen wie zwischenmenschlichen Bedrohungen.

Häuser und Wohnungen ermöglichen es

den Einzelnen zu Individuen zu werden und eine

Atmosphäre des Privaten zu erzeugen.

Die Fragestellung: Was war und was kommt? Welche

Identifikationsfaktoren sind signifikant? Welche

urbanen oder natürlichen Alternativen sind zu finden?

Bilden alte und neue Formen eine Harmonie

oder greifen sie sich an? Wie werden die Potenziale

gegenüber gestellt?

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Motiv: Die 10 markantesten Kontraste zwischen Alt und Neu - als Ort der konstruktiven Spannung

Bild:

Kaisersaat / Sony Center

Ort:

Berlin Deutschland

Kemper Platz / Potsdamer

Straße

Datum: 1.7.2002

Formate: Bild - Breite gesamt 1165 mm x Höhe 1430 mm Länge der Serie: ca. 12 m

Berlin Budapest Helsinki Ljubljana Nikosia Riga Tallinn Valletta Warschau Wien

Bild:

Zwei Wohnhäuser

Das neue Haus hat 6 Überwachungskameras

Ort:

Budapest Ungarn

VI. Ó utca 51-33

Datum: 11.9.2006

Bild: Villa Solvik / Helsinki Ost,

Finnisches Landhaus, in einem

neu gebauten Wohngebiet

erhalten, heute wird es als Restaurant

genutzt, und erinnert an

die Zeit vor der Bebauung.

Ort: Helsinki Suomi Villa Solvik,

Solvikinkatu 4

Datum: 1.9.2006

Bild: Neuer Teil der National

Galerie von Slowenien innen

und die historisierte Fassade

aussen hinter der Skulptur von

Zajek „Starled Satyr“ 1894

Ort:

Ljubljana Slowenien

Presernova 23

Datum: 7.6.2007

Bild:

Altes und neues Haus an der

Grenze zum türkischen Teil

Nikosias

Ort:

Nikosia Zypern

Fahemenis, Altstadt

Datum: 27.7.2007

Bild: Ein neues Auto (Mercedes

Benz) in der Durchfahr eines

19.JH-Hauses, vor einem traditionellen

Holzhaus.

Ort:

Riga Lettland

K. Valdemãra iela Nr 18

Datum: 9.11.2006

Bild:

Traditionelle estnische

Holzkirche zwischen

Bank Towers

Ort:

Tallinn Estland

Tartu mnt.

Datum: 26.10.2006

Bild: Restaurant "Concert Bar

222" im stillgelegten Eingangsportal

zur Bastion. Erste

Baugenehmigung für moderne

Architektur in Valletta.

Ort:

Valletta Malta

222, Great Siege Road

Datum: 14.1.2007

Bild:

hinter der Oper/

Neubau vom Architekten

John Foster

Ort:

Warschau Polen

Teatr Narodowy Opera i

Balet, Plac Pilsudskiego

Datum: 19.5.2007

Bild:

Stahldesign Fahrstuhl

der Albertina vor der alten

Stadtkulisse Wiens

Ort:

Wien Österreich

Albertina, Augustinerstr. 1

Datum: 4.10.2006

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Motivbeschreibung: Die exklusivsten Einkaufsstrassen - als Ort kollektiver Befriedigung

Der Jagdinstinkt, die Neugierde, der Wunsch

nach Besitz und die Kompensation von psychischen

Komplexen sind die wohl nachhaltigsten

Wachstumsgarantien unserer Zivilisation. Die

Fähigkeit zu unterscheiden, zwischen Haben und

Nichthaben sowie zwischen Sein und nicht Sein be-

reitet uns das breite Feld der kleineren und größeren

15 15

Neurosen. Kompensationen helfen uns als Selbsttherapie

so einige depressive Klippe zu umschiffen.

Glanz, Schönheit und Schein streicheln die Seele

und wenn es noch etwas mitzunehmen gibt ist die

Therapie schon fast abgeschlossen. Die exklusivsten

Einkaufsstraßen setzen die höchsten Maßstäbe

des Möglichen für die Selbstheilung. Sie sind,

im Gegensatz zu den billigen Shoppingmiles des

Massenkonsums, wie Solitäre auf einem goldenen

Band aufgereiht. Leider folgt die Schattenseite all

dessen auf dem Fuße. Die Präsenz des Luxus erzeugt

bei denen die es haben wollen und es sich

nicht leisten können wiederum die ungeliebten

Komplexe. Das verdeutlicht aber auch wie zuverlässig

dieser Motor in der Gesellschaft funktioniert.

Ein altes Militärsprichwort besagt: ”Es geht nichts

über einen zuverlässigen Feind”. Auf die Zivilgesellschaft

adaptiert hieße das wohl: ”Es geht nichts

über eine zuverlässige kleine Depression, die es zu

heilen gilt”.

Vor vielen Jahren in der Zeit als ich Werbephotograph

war, machte ich Aufnahmen von der

Schmuckkollektion des amerikanischen Schmuckdesigners

Barry Kieselstein-Cord. Der Shop befand

sich im Quartier 206 in Berlin. Die Juwelen waren

exklusiv teuer, überdurchschnittlich groß und sie

hatten eine gewisse märchenhafte, gewalttätige

Ausstrahlung. Ich fragte mich wer so etwas kaufen

würde? Eines Tages, als ich Schmuck und Accessoires

für ein weiteres Shooting abholte, kam eine

sehr kleine Frau etwa so um die 50 in den Laden.

Sie trug ein weißes sehr legeres Leinenkostüm und,

was sie prägnant auszeichnete war, sie hatte eine

unverschämt große Nase. An einem Ihrer Finge

glänzte auch schon ein mächtiger Ring von Kieselstein-Cord,

der an ihr gar nicht weiter auffiel. Auch

ein anderes Stück, welches eben noch die Vitrine

und die Augen zu sprengen vermochte, ordnete

sich der bemerkenswerten Nase dieser kleinen

Frau unter und wurde an ihr zu einem dezenten

Schmuck. Auch die Nase schien mit dem zweiten

Ring ein wenig geschrumpft zu sein. An dem Tag

wurde mir klar vor Augen geführt wer die Kunden

von Barry Kieselstein-Cord und vielen anderen

Edelmarken sind und warum der vermeidliche Protz

in den Schaufenstern oft letztlich nur angemessen

ist. Die Frau verschwand glücklich und ich war um

eine unmittelbare Erkenntnis reicher. Ohne Barry

Kieselstein-Cord und seine exklusiven Kreationen

hätten der Verkäufer, seine Assistentin, die Kundin

und ich nicht dieses wunderbare Erlebnis gehabt.

Das Finanzamt und damit die Allgemeinheit darf

an dieser Stelle nicht vergessen werden. Es ist natürlich

auch ein zu versteuernder Betrag geflossen.

Auf diese Weise profitierten alle von dem kleinen

Makel einer wohlhabenden zierlichen Frau, die

jetzt etwas zufriedener mit sich selbst ist.

Die Fragestellung: Welcher Raum verbindet die

edlen Shops und Boutiquen? Befinden sie sich im

öffentlichen Raum wie Solitäre aneinander gereiht?

Sind sie direkt mit dem Auto zu erreichen? Welche

Architektur umgibt sie? Oder befinden sie sich im

privaten Raum eines klimatisierten Einkaufscenters?

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Motiv: Die 10 exklusivsten Einkaufsstrassen - als Ort kollektiver Befriedigung

Bild:

Der Kurfürstendamm

Formate: Bild - Breite gesamt 1165 mm x Höhe 1430 mm Länge der Serie: ca. 12 m

Berlin Budapest Helsinki Ljubljana Nikosia Riga Tallinn Valletta Warschau Wien

Ort:

Berlin Deutschland

Kurfürsten Damm / Wieland

Straße

Datum: 4.7.2007

Bild:

Innenstadt Fussgängerzone

Ort:

Budapest Ungarn

V. Vácid utca / Vörösmarty tér

Datum: 13.9.2006

Bild:

Der Kämpi Boulevard

Ort:

Helsinki Suomi (Finnland)

Pohjoisesplanadi / Mikankatu

Datum: 2.9.2006

Bild:

Die Miklosiceva Straße

Ort:

Ljubljana Slowenien

Miklosiceva casta 7a

Datum: 6.6.2007

Bild:

Die Stasikaratous Straße

Ort:

Nikosia Zypern

Stasikaratous

Datum: 30.6.2007

Bild:

Die Vainu Straße

Ort:

Riga Lettland

Vainu iela 3 in Richtung des

Pulverturms, Smilsu iela

Datum: 11.11.2006

Bild:

Das VIRU–Einkaufszentrum

Ort:

Tallinn Estland

am Hotel Viru, Narva mnt.

Datum: 21.10.2006

Bild:

Der Luxa–Pavilion in St. Julian's

In Valletta gibt es keine exklusiven

Shops. Mann kauft teure

Dinge in St. Julian's.

Ort:

Valletta Malta

St. Julian’s, Porto Masimo

Datum: 6.1.2007

Bild:

Platz der drei Kreuze

Ort:

Warschau Polen

Plac Trech Krzyzy

Datum: 19.5.2007

Bild:

Der Kohlmarkt zur

Alten Hofburg hin gesehen

Ort:

Wien Österreich

Kohlmarkt

Datum: 9.10.2006

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Motiv: Die traditionellen, heute noch praktizierten Hochzeitszeremonien - als Symbol familiärer Identität

Eines der berauschendsden Lustbarkeiten

die wohl jeder erleben kann sind Hochzeitsfeste.

Der Entschluss zur gemeinsamen

Zukunft wird aufwändig zelebriert. Mit langer

Vorbereitung, großartigen Hochzeitsgewändern,

an Orten deren Erhabenheit für ein langes ge-

meinsames Leben und bis über den eigenen Tod

17 17

hinaus reicht. Angehörige, Freunde und Würdenträger

bekunden ihren tiefsten Respekt vor der Entscheidung

zweier Menschen sich zu verbinden.

Sie verbinden aber nicht nur das individuelle Glück,

sondern auch zwei Familien die sehr wahrscheinlich,

hätten sich ihre Wege im öffentlichen Raum

gekreuzt, nie wirklich begegnet wären. Die Verbindung

geschieht mit dem Versprechen eine größere

Familie zu werden. Treu dem Gedanken über

“Fluch und Segen der Menschheit“ glückt es oder

nicht. Aber um glücken zu können bedarf es der

Hoffnung und des Versuches.

Auf meinen Reisen sah ich weltweit bisher zahlreiche

traditionelle Trauungen, die meisten davon in

Kirchen, Basiliken und Kathedralen. Mein Gefühl

war, dass sich Menschen die sich auf diesem

Wege vermählen, den Schritt bewusster gehen.

Das hängt vielleicht auch mit der erhabenen Wert-

schätzung zusammen den die sakralen Orte die-

sem Moment verleihen. Menschen jeden Standes

durchlaufen gewisser maßen eine sehr ähnliche

Zeremonie, die sich durchaus mit einer Krönungszeremonie

vergleichen ließe. Kurzlebige Aspekte

einer Ehe werden schnell im Geiste der Paare und

Gäste vor dem Hintergrund des sakralen Raums vor

Augen geführt und gegen die dauerhaften Werte

aufgewogen. Aufgefallen ist mir, immer wieder das

in den Kirchen viele Kinder zu gegen waren. Die

Fragestellung des “über den eigenen Tod hinaus“

lässt sich nur mit Nachkommen beantworten. Sloterdijk

bezeichnet die kinderlosen unserer Zeit treffend

als “Menschen ohne Wiederkehr“ und “als

die letzten Menschen“. Das Konzept der Ehe ausschließlich

den konservativen zu überlassen halte

ich für gefährlich. Die Ehe vertritt Zukunftswerte, die

als Identifikationsfaktoren und mit dem bilden von

materiellen Sicherheiten, über mehrere Generationen

hinaus, grade in der Zukünftigen schnelllebigen

Zeit immer größere Bedeutung zukommen wird. In

der nahen Zukunft wird ein gleichwertiges Netzwerk

aus Freunden und Familie zusammen nötig

sein um die überlebenswichtige Stabilität des Einzelnen

und letztlich der gesamten Kultur zu sichern.

Seit Kurzem werden die Möglichkeiten gleichgeschlechtlicher

Ehen ausgelotet. Ob es ihnen gelingt

auch Familien zusammen zu führen hängt von der

Toleranz und dem Geschick aller beteiligten und

nicht zu letzt von der Gesellschaft ab. Die Frage

nach den Kindern wird sich dank Adoptionen und

technischer Möglichkeiten heute und in der Zukunft

immer leichter beantworten lassen. Der früheste Ge-

danke der Ehen der Wertvermehrung, Allianzen zu

festigen und Frieden zwischen Königshäusern zu

schmieden, ist aktueller den je. Wobei heute Allianzen

für Netzwerke stehen und Frieden zwischen

Königshäusern für inner–und interkulturellen friedlichen

Austausch. Die Aufgabe das Konzept der Lie-

be darin dauerhaft erfolgreich zu integrieren bleibt

jedoch als Herausforderung für die Zukunft noch

zu lösen.

Die Fragestellung: Wie sieht der Ort aus an dem

sich die Menschen das folgenschwere “ja Wort“

geben? Erniedrigt oder erhöht der Ort das Paar

und die Gäste? Welche Rituale werden praktiziert

um den Bund zu besiegeln? Wie sind die Paare

gekleidet? Sind Kinder anwesend? Wie viele Gäste

sind anwesend? Welches Licht durchflutet die

Orte? Sind Traditionen an Religionen gebunden

oder gibt es noch ausserreligiöse Hochzeitszere-

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monien?


Motiv: Die 10 traditionellen, heute noch praktizierten Hochzeitszeremonien - als Symbol familiärer Identität

Bild:

Berliner Dom

Protestantische Kirche

Ort:

Berlin Deutschland

Am Lustgarten 1

Datum: 2.7.2002

Formate: Bild - Breite gesamt 1165 mm x Höhe 1430 mm Länge der Serie: ca. 12 m

Berlin Budapest Helsinki Ljubljana Nikosia Riga Tallinn Valletta Warschau Wien

Bild:

Mátyas–Templon

Katholische Kirche

Ort:

Budapest Ungarn

Szentharomsag ter 2

Datum: 16.9.2006

Bild:

Temppeliaukion kirkko

(Felsenkirche) Lutheraner Kirche

Ort:

Helsinki Suomi (Finnland)

Lutherinkatu 3

Datum: 2.9.2006

Bild:

Sv. Anton, Franziskaner Kirche,

Katholisch, Christlich–moslemisch

Hochzeit

Ort:

Ljubljana Slowenien

Trzaska cesta

Datum: 9.6.2007

Bild:

Chrysaliniotissa

Griechisch-Orthodoxe Kirche

Ort:

Nikosia Zypern

Odysseos

Datum: 30.6.2007

Bild:

Sv. Gertrudes baznica

(Neue Gertrude Kirche)

Lutheraner Kirche

Ort:

Riga Lettland

Rigas vecã

Datum: 4.11.2006

Bild:

Standesamt Tallinn

Ort:

Tallinn Estland

Pärnu mnt.

Datum: 21.10.2006

Bild:

Katholische Kirche auf Malta

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Ort:

Datum: 13.1.2007

Bild:

St. Anny

Katholische Kirche

Ort:

Warschau Polen

Kosciol sw. Anny

Krakowskie Przedmiescie 68

Datum: 12.5.2007

Bild:

Wiener Franziskanerkirche

Katholisch

Ort:

Wien Österreich

Franziskanerplatz 4

Datum: 7.10.2006


Motiv: Die 10 wichtigsten nationalen Sportarten - als Ort kollektiver Begeisterung

Der überlieferte Ausspruch des antiken Philosophen

Platon (427 v. Chr. bis 347 v. Chr.) besagt

“Die Götter sind die Freunde der Kampfspiele“.

Jüngste Forschungsergebnisse lassen vermuten,

dass die Wurzeln der olympischen Spiele auf etwa

2000 v. Chr. zurückgehen. Es gilt auch als gesi-

chert, dass die Spiele auf kultische Feste zu Ehren

19 19

Rheas, Mutter von Zeus und Tochter der großen

Erdmutter Gaia zurückgehen. Religiöse Rituale, der

Tempel der Rhea und Sport zu Ehren der Göttin,

waren in Olympia eng miteinander verbunden. Die

Kämpfer waren zu erst einfache, sportliche Wettkämpfe

freier Männer ohne spezielles vorbereitendes

Training. Für die ersten 13 Olympiaden war

der Stadionlauf die einzige Disziplin. Der Läufer ist

in der antiken Welt einer der wichtigste Kommunikationsträger.

In seiner Disziplin übt er die reinste und

natürlichste Form der menschlichen Bewegungen

aus. Es ist anzunehmen, dass die besten ihrer Art

eine Aura von natürlicher Schönheit im schnellsten

Lauf umgab. Erhabene Schönheit mit anregendem

Vergnügen zu verbinden, dass ist wohl eines der

typischsten griechischen Talente, was auch in den

Sportstadien widerhallte. Mit der fortschreitenden

Professionalisierung des Sports kamen die Athleten

aus wohlhabenden Familien, die es sich leisten

konnten das Training zu finanzieren. Der Sieger er-

hielt zur Auszeichnung die Ehre das Feuer auf dem

Altar des Zeus Tempels zu entzünden. Die Spiele

waren Wettkämpfe und zugleich Großereignisse,

zu dem das Volk, Diplomaten und politische

Gesandte aus der gesamten griechischen Welt

zusammenkamen. Vielfältig war auch das begleitende

Programm der Sportkämpfe. Religiöse Feste,

Theateraufführungen, diverse anderweitige Vergnügungen,

Darbietungen von Artisten und Musikanten

machten die Spiele zu einem wahren Volksfest. Die

Wettkämpfe waren von Beginn an eine Symbiose

aus sportlichem, politischem, wirtschaftlichem und

religiösem Spektakel. Auch auf die Sicherheitsvor-

kehrungen wurde, seit der Neuorganisation der

Spiele im 8. J.H. v. Chr., zunehmend wert gelegt.

Generell war es Verboten den heiligen Boden von

Olympia in Waffen zu betreten. Darüber hinaus

galt der heilige Waffenstillstand um die sichere

An- und Abreise aller zu gewährleisten. Der Sieger

jener Zeit bekamen eine für heutige Ansprüche be-

scheide Trophäe, eher eine Geste. Er bekamen einen

Ölbaumzweig. Erst in der Heimatstadt bekam

er alle größeren materiellen und ideellen Ehrungen

wie einen Ehrenempfang, Geschenke und eine

Pension. Von nun an war er in seiner Heimat und

darüber hinaus berühmt und alle die zu ihm gehörten

ebenso.

Die Idee des reinen Sportes in der Gegenwart ist

meines Erachtens ein mantisches Phänomen der

Neuzeit. Auch heute lebt das frühe Spektakel des

Sports weiter in den Herzen der Menschen. Der

Sport erhebt den Sieger und synchronisiert die

Massen. Der Sportler erfährt sich im Spiegel der

Fans. Leistung rankt sich in der Aufmerksamkeit der

Medien und Zuschauer empor.

Die Fragestellung: Welche sind die regionalen

beliebtesten Sportarten? Mobilisiert diese Sport-

art massen von Zuschauern, oder bezieht sie ihre

Anziehungskraft aus einer überwiegend praktizierenden

Anhängerschaar? Wann leuchtet das Herz

der Athleten? Strahlt die Aura des Sportlers auch im

zurück gezogenen Training?

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Motiv: Die 10 wichtigsten nationalen Sportarten - als Ort kollektiver Begeisterung

Formate: Bild - Breite gesamt 1165 mm x Höhe 1430 mm Länge der Serie: ca. 12 m

Berlin Budapest Helsinki Ljubljana Nikosia Riga Tallinn Valletta Warschau Wien

Bild:

Fussball, Unerwarteter 3:1

Sieg des HERTHA BSC über

den amtierenden Deutschen

Meister VfB STUTTGART.

Ort:

Berlin Deutschland

Olympiastadion

Datum: 18.8.2007

Bild:

Fussball

FTC Sporttelep/Trainingsspiel

Ort:

Budapest Ungarn

FTC Stadion (kleiner Platz)

Nagvárad Tér Station, Könyves

Kálmán / Ülló utca

Datum: 16.9.2006

Bild:

Eishockey

HIFK gegen Kärpät, Spielausgang

2:3 für die Gastgeber

Ort:

Helsinki Suomi (Finnland)

Helsingin jäähalli

Datum: 5.9.2006

Bild:

Basketball

„Union 0limpija Ljubljana“

gegen „Helios Domzale“

Ort:

Ljubljana Slowenien

Stadion Olympica

Celovska 25

Datum: 6.6.2007

Bild:

Fussball

Training des „Apoel FC“

Ort:

Apoel Nicosia - Neo GSP

Stadium

Datum: 9.7.2007

Bild:

Eishockey, Trainingsspiel

Ort:

Riga Lettland

Sport Pils, an der Barona iela

Datum: 12.11.2006

Bild:

Skilanglauf

Aus klimatischen Gründen, eine

Schaufensterpuppe im Rathaus

von Tallinn.

Ort:

Tallinn Estland

Vabaduse väljak 7

Datum: 19.10.2006

Bild:

Fussball Club

Junioren Training

Ort:

Valletta Malta

St. John Counterguard

Datum: 7.1.2007

Bild:

Fussballclub LEGIA

Training

Ort:

Warschau Polen

Stadion CWKS "Legia"

Datum: 23.5.2007

Bild:

Fussball, Sieg des „First Vienna

Football-Club 1894“ gegen

„Rapid Amateure“

Ort:

Wien Österreich

Casino Stadion Hohe Warte

Klabundgasse

Datum: 6.10.2006

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Motivbeschreibung: Die wichtigsten religiösen Orte - als Orte kontemplativer Kraft

Menschen sind versunken in das Gebet. Es

ist still. Wispern hallt kaum hörbar durch

den sakralen Raum. Duft von Rauch sättigt

die dunklen Hölzer. Auch Nichtgläubige durchschreiten

den Gebetsort andächtig. Jeder kennt die

Atmosphäre in einer christlichen Kirche, einer ortho-

doxen Basilika, einem Buddhistischen Tempel, einer

21 21

Synagoge, einem Shinto Schrein, einem Hindu Tempel,

einer Moschee, ..., ..., ... . Das sind Orte, die ein

kulturelles Gedächtnis sind und lebendige Rituale

der Vergangenheit in die Gegenwart tragen. Orte

an denen Riten zelebriert werden, die auf eine Jahrtausende

alte Tradition zurück greifen. Geistliche

verknüpfen zeitlose Geschichten, die aus dem Leben

der Propheten stammen, mit aktuellen Themen.

Rituelle Gesänge, Düfte, Musik und Bewegungen

synchronisieren Gläubige in einem gemeinsamen

Gedanken, der über das eigene Leben und gar

über den eigenen Tod hinaus zu reichen scheint.

Dieses Motiv handelt von den wichtigsten religiösen

Orten. Es begegnen uns katholische, lutherische,

freikirchliche und griechisch-orthodoxe Kirchen in

Europa, mit sehr unterschiedlichen Ritualen die sich

auf einen Gott und einen Propheten berufen.

In einigen Städten ist nicht der Sitz des höchsten

Würdenträgers, des Bischofs, der beliebteste religiöse

Ort bei der Gemeinde. Franziskanermönche

machen sehr beliebte Gottesdienste die überdurchschnittlich

gut besucht werden. Zudem sind

den Franziskanerkirchen Klöster angeschlossen in

denen auch heute noch Mönche leben. Die Nähe

zu Nonnen oder Mönchen verleiht den Kirchen für

die Gläubigen eine zusätzliche religiöse Ausstrahlung.

Von den unterschiedlichsten Glaubensrichtungen

werden Jenseitsversprechen gegeben. Gott wird

angebetet, das Paradies auf Erden zu senden

oder er wird um die Aufnahme der Gläubigen in

das Paradies nach ihrem Tode gebeten. Religiöse

Menschen aller Glaubensrichtungen beschreiben

in den letzten Zielen ihres Glaubens sehr ähnliche

Absichten. Würde man den religiösen Glauben der

Menschen auf der Welt als Bild beschreiben, wäre

das wohl am ehesten in einer strahlenden Sonne

zu finden. Von einer Quelle ausgehend nimmt die

Vielheit von Strahlung ihren ungebeugten Lauf in

die Seelen jedes einzelnen Menschen, ob gläubig

oder nicht. Verfolgen wir diese Strahlen zurück zu

ihrem Ursprung, so fänden wir in ihrer Quelle die

Summe aller Religionen, die Essenz des Glaubens.

Geteilt wird diese Essenz in verschiedenste Stammes-Mentalitäten,

Kulturkreisen, geographischen

und klimatischen Gegebenheiten und Veränderungen

sowie Völkerwanderungen zu jeder Zeit auf

unserem Planeten. All dies tritt hervor aus der Folie

der ewigen Natur und wird gewissermaßen als

eine interessante Kräuselung auf ihrer Oberfläche

wahrnehmbar.

Vielfältig sind die Rituale an den religiösen Orten.

Sie sind auf das Gebet funktional wie ein Uhrwerk

ausgerichtet. Jede Figur, jede Nische, jede Farbe

und jedes Licht haben ihre Bedeutung und dienen

einem exakt bestimmten höheren Zweck, der nur in

der Summe der einzelnen Gegenstände zu finden

ist.

Die Fragestellung: Wenn Fragmente dieser sakralen

Orte in einem Museum aufgestellt werden, ihres

lebendigen Ortes beraubt werden und in den

weißen, klinischen, wissenschaftlichen Rahmen

gesetzt werden, ähneln sie einem traurigen Tiger

im städtischen Zoo. Sie werden erhalten verlieren

jedoch ihren Glanz und werden vom lebendigen

Ritus getrennt. Sie sind dann so tot wie aufgespießte

Schmetterlinge oder Saurierskelette im Naturkun-

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demuseum.

Mich interessiert, wie der lebendige Ort aussieht,

an dem das kulturelle Gedächtnis wach gehalten

wird, aus dem die säkularisierte Zivilisation hervorging.


Motiv: Die 10 wichtigsten religiösen Orte - als Orte kontemplativer Kraft

Bild:

St. Marienkirche

Evangelische Kirche

Formate: Bild - Breite gesamt 1165 mm x Höhe 1430 mm Länge der Serie: ca. 12 m

Berlin Budapest Helsinki Ljubljana Nikosia Riga Tallinn Valletta Warschau Wien

Ort:

Berlin Deutschland

Karl-Liebknecht-Str. 8, 10178

Datum: 2.7.2002

Bild:

Szent István Bazilika

Basilika des Hl. Stephan

Katholische Kirche

Ort:

Budapest Ungarn

Szent István tér

Datum: 13.9.2006

Bild:

Tuomiokirkko (Cathedral)

Dom von Helsinki

Lutheraner Kirche

Ort:

Helsinki Suomi

Kirkkokatu

Datum: 3.9.2006

Bild:

Marijino oznanjenje

Franziskanerkirche

Ort:

Ljubljana Slowenien

Presernov trg.

Datum: 6.11.2006

Bild:

Agios-Giannis-Kathedrale

Griechisch Orthodox

Ort:

Nikisia Zypern

Archbishop Kiprianós Square

Datum: 1.7.07

Bild:

St. Maria Magdalena

Katholische Kirche

Ort: Riga Lettland, Klostera

zunächst gehörte die Kirche

zum Kloster der Zisterzienserinnen

(13.JH)

Datum: 11.11.2006

Bild:

Tallina Jaani Kogudus

Estnische Evangelisch–Lutheranische

Kirche

Ort:

Tallinn Estland

Vabaduse väljak 1

Datum: 29.10.2006

Bild:

St. Franziskus Kloster mit 6

Franziskanermönchen

Franziskanerkirche

Ort:

Valletta Malta

Republic Street

Datum: 5.1.2007

Bild:

St. Martin’s Kirche

Katholische Kirche

Ort:

Warschau Polen

Kosciol sw. Marcina

Piwna 9/11

Datum: 13.5.2007

Bild:

Stephansdom

Katholische Kirche

Ort:

Wien Österreich

Stephansdom

Datum: 8.10.2006

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Motivbeschreibung: Die Orte des Wandels - z.B. das Gasometer in Wien

Jerome Bruner sagte “Die Wahrnehmung der

Welt hängt von dem Wunsch sie zu verändern

ab“. Der Ort des Wandels dokumentiert

die Flexibilität in der architektonischen Konstante.

Zusammen mit dem Motiv “ Kontrast zwischen Alt

und Neu “ fragt es nach dem Woher und dem

Wohin die Kultur auf der dünnen Oberfläche hu-

23 23

manistischen Glatteises driftet. Architektur, urbane

Bauten, die großen Skulpturen die von Menschen

geschaffen und bewohnt werden, sind in einem außergewöhnlichen

Masse Identifikationsorte für ihre

Erbauer, Umgestalter und Neunutzer. In Wien wurde

ein Gasometer zu einer Stadt im Gasometer.

Der einstige Energiezulieferer für die Stadt wurde

selbst zur Stadt in der Stadt, mit eigener U-Bahnstation,

Dienstleistungs-Infrastruktur und natürlich

vielen Wohnungen. Menschen werden an diesem

Ort aufwachsen, andere werden heiraten, wieder

andere dort sterben. Sie alle beschreiben den

ehemaligen Industriebau mit ihren Lebenszeichen.

In Budapest wurde ein Militärlazarett aus der Bell

Epoche zum Sitz des Bürgermeisters. Ein ehemaliger

Kriegsort wurde zu einem Ort der friedlichen

Nutzung. Eben so in Ljubljana. Dort wurde das

ehemalige Militärgefängnis Metelkowa zu einem

alternativen Künstlerdorf. Die Freiheitsbewegung

der Slovenen nahm in der juguslavischen Zeit hier

einen entscheidenden Schritt und brachte somit das

gesammtjuguslavische Schiff zum Kentern. In Valletta

wurde eine Kapelle zum Offizierskassino der britischen

Armee und jetzt ist es die Stock Exchange

von Malta. In Riga wurden die Hallen der ehemaligen

Zeppelinwerft zu einem gigantischen Markt.

In Warschau wurde der Sitz des Vorsitzenden der

Kommunistischen Partei zu einem Finanzzentrum

der freien Wirtschaft. Nach dem Sturz der Kommunisten

stand das Haus eine weile leer. Dann wurde

es der Universität übereignet. Der neue Eigentümer

konnte das große Haus aber nicht nutzen, weil er

kein Geld für die Renovierung und neue Nutzung

aufbringen konnte. In einer Weiterübertragung

der Eigentumsrechte wurde das Haus in einem

Finanz und Wirtschaftszentrum umgewandelt, in

dem Meetings von Investoren zur Privatisierung der

Volkseigenen Wirtschaft Polens statt fanden. Darüber

hinaus wurde hier die erste Stock Exchange

in Polen gegründet. Von den Erlösen aus dieser

Zeit erhielt die Universität einen Beträchtlichen Teil

zurück, von dem der Neubau der Universitätsbibliothek

finanziert wurde. In Tallinn wurde ein ehemaliges

Salzlager zu einem Architekturmuseum und in

Berlin der Hamburger Bahnhof zum Museum für

Gegenwartskunst. Das ehemalige Grandhotel in

Helsinki, in dem Leonid Iljitsch Breschnew abstieg,

wenn er zu Staatsbesuchen anreiste und schon im

Fahrstuhl reichlich mit Getränken bewirtet wurde, ist

heute das Rathaus von Helsinki. Der Bürgermeister

Jussi Pajunen hat wohl den großartigsten Ausblick

von allen seinen Amtskollegen die ich in Europa besuchte.

Von einer großen Balkon-Terrasse vor sei-

nem Büro schaut er über den Hafen auf das offene

Meer. Aber was sagt uns das alles. Ich möchte Sie

zu einem kleinen Gedankenexperiment einladen.

Versuchen sie folgendes. Versetzen sie sich in die

Zeit der ersten Nutzung der Gebäude hinein. Blenden

sie die heutige Gegenwart aus und versuchen

sie sich aus die Position in der Vergangenheit die

Zukunft vorzustellen. Würden Sie in unserer Gegenwart

ankommen? Das Experiment zeigt uns wie

großartig und unvorhersehbar die Zukunft ist. Selbst

kleinere Zeitsprünge können große Überraschungen

mit sich bringen. Die zehn Bilder berichten von

zehn gelungenen Zeitsprüngen an zehn Orten in

Europa.

Die Fragestellung: Welche war die vorherige und

welche ist die heutige Nutzung? Wie wird das

Haus gepflegt? Wird privater zu öffentlich zugänglichen

Raum und umgekehrt? Auf welche Weise

Spiegelt sich die nastionale oder regionale Geschichte

in dem Wechsel wieder?

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Motiv: Die 10 Orte des Wandels - z.B. das Gasometer in Wien

Formate: Bild - Breite gesamt 1165 mm x Höhe 1430 mm Länge der Serie: ca. 12 m

Berlin Budapest Helsinki Ljubljana Nikosia Riga Tallinn Valletta Warschau Wien

Bild:

Vom Berliner Bahnhof in die

Richtung Hamburg zum Museum

für Gegenwart–Berlin,

Hamburger Bahnhof.

Ort:

Berlin Deutschland

Invalidenstraße 50- 51

Datum: 5.7.2006

Bild:

Vom Kriegslazarett zum

Rathaus der Stadt Budapest.

Ort:

Budapest Ungarn

Föváros Önkormányzatának,

Városház utca 9-11

Datum: 14.9.2006

Bild: Vom Grand Hotel „Societetshuset“

zum Hauptamt

(Rathaus) der Stadt Helsinki

(Helsingin kaupunki).

Ort:

Helsinki Suomi (Finnland)

Aleksanterinkatu 20

Datum: 6.9.2006

Bild: AKC Metelkova mesto

Von einem Militärgefängnis zu

einer alternativen Künstlersiedlung.

Ort:

Ljubljana Slowenien

Metelkova ulica

Datum: 8.6.2007

Bild:

„Nikosia Municipal Art Centre“

Von einem Energiewerk zu

einem Ausstellungszentrum für

Zeitgenössische Kunst.

Ort:

Nikosia Zypern

19 Apostolou Varnava Street

Datum: 29.6.2007

Bild:

Centrãlirgus (Markthalle)

Von einer Zeppelinwerft zu den

größten Markthallen Europas.

Ort:

Riga Lettland

Anninmulzas 6

Datum: 7.11.2006

Bild:

Vom Salzlager zum Architekturmuseum

von Tallinn.

Ort:

Tallinn Estland

Ahtri 2

Datum: 28.10.2006

Bild: Von der Garrison Chapel

(1850), zur Schule (1868),

zum Casino, Kino atc. (1952)

und zur Stock Exchange, eröffnet

in 2001.

Ort:

Valletta Malta

Castille Ort

Datum: 12.1.2007

Bild: ehemals war hier der Sitz

der Kommunistischen Parteizentrale.

Heute ist das Haus ein

Finanzzentrum und war die 1.

Börse Polens.

Ort: Warschau Polen

Centrum Bankowo - Finansowe

Nowy Swiat 6/12

Datum: 15.5.2007

Bild: von einer alten Industrieanlage,

einem Gasometer, hin zu

Wohnungen und Geschäften

im Gasometer.

Ort: Wien Österreich

U- Bahnstation Gasometer

11. Bezirk Simmering

Datum: 6.10.2006

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Motivbeschreibung: Die Schaufenster - Puppen als Idelmass für Frauen und Männer

Schaufenster sind stille kleine Bühnen voller Lebendigkeit,

Lust, Erotik, Licht und Dekoration.

Die Mannequins bieten dem voyoristischen

Passanten in ihrer stillen Pose den ungenierten Blick.

Pikante Details werden betont und dem Auge genussvoll

präsentiert. Doch haben die Figuren eine

klare Botschaft. Sie präsentieren die neuesten Kla-

25 25

motten der Saison zum Verkauf. Männliche und

weibliche Plastikbodies, mit und ohne Gesicht, mit

und ohne Beine, mit und ohne Kopf, mit und ohne

Arme, stehend, sitzend, hängend und sogar liegend,

halten jede erdenkliche Position ein Kunststoffleben

lang. Angeblich entscheidet der Geschmack der

Kunden über das Aussehen und die Konfektionsgröße

der Window Dolls. Aber die Masse sind

überirdisch zierlich. Die Inszenierung entzieht sich

der Natürlichkeit und wird dadurch eine neue Realität,

die auf mich sehr anziehen wirkt. Sie bietet

eine dreidimensionale Vorausschau auf das letzte

Traum-Outfit-Angebot der Kollektion.

Die Schaufensterpuppen sind aber auch ein Maß

für den Körper der Männer und Frauen bewusst

oder unbewusst konditioniert. Zu meist europäische

körperliche Idealbilder werden einheimische

ethnische Körpermerkmalen wie Hautfarbe, Physio-

gnomien, Augenformen und Gesichtstypen vorge-

zogen. Besonders augenfällig wird dies in Asien,

Indien, Lateinamerika und Afrika. Den chinesischen,

japanischen, malaischen, koreanischen, indischen,

mexikanischen, brasilianischen, ..., ..., ... Frauen werden

weiße, schlanke, langbeinige, große und oft

blonde Frauenklone vor die Nase gesetzt. Das Idealmaß

für Männer und Frauen ist auf natürlichem

Weg unerreichbar. Falsches Schamgefühl über die

eigene Herkunft ist die Folge. Die plastische Chirurgie

macht den Frauen unwiderstehliche Angebote

mit diversen ethnischen Anpassungseingriffen. Die

es sich leisten können nehmen an. Japanische Frauen

lassen ihre Beine verlängern, slawische Frau-

en ihre Wangenknochen verändern, farbige und

schwarze Frauen ihre Hautfarbe aufhellen, etcetera,

etcetera etcetera.

Die Fragestellung: Wie werden die Puppen dekoriert?

Wie groß sind sie? Welche Posen nehmen

sie ein? Sind sie betont sexy oder eher bieder?

Wie ausgeprägt sind ethnische Merkmale modelliert?

Welche Gliedmassen werden mit Vorliebe

weggelassen? Welche Symbolik thematisiert die

Dekoration?

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Motiv: Die 10 Schaufenster - Puppen als Idelmass für Frauen und Männer

Bild:

DONNA KARAN Store

Ort:

Berlin Deutschland

Quartier 206

Friedrichstraße 71

Datum: 4.3.1998

Formate: Bild - Breite gesamt 835 mm x Höhe 1430 mm Länge der Serie: ca. 8,5 m

Berlin Budapest Helsinki Ljubljana Nikosia Riga Tallinn Valletta Warschau Wien

Bild:

MAHGO Store

Ort:

Budapest Ungarn

V. Váci utca 19

Datum: 10.9.2006

Bild:

ANNIKKI KARVINEN Boutique

Ort:

Helsinki Suomi (SF)

Oy Annikki Karvinen

Pohjoisesplanadi 23

Datum: 29.8.2006

Bild:

MARELLA Store

Ort:

Ljubljana Slowenien

Slovenska cesta 28

Datum: 4.11.2006

Bild:

ANTONIA CHAMBI

Boutique

Ort:

Nikosia Zypern

Spyrou Kypiranou 13

Datum: 9.7.2007

Bild:

ESCADA Store

Ort:

Riga Lettland

Vajinu iela 3

Datum: 10.11.2006

Bild:

BASTION Store

Ort:

Tallinn Estland

Viru 12

Datum: 19.10.2006

Bild:

VICTORIA Store

Ort:

Valletta Malta

Shoping Arcade Republic

Street

Datum: 5.1.2007

Bild:

STRADIVARIUS Polska

Store

Ort:

Warschau Polen

Zlote Terassy ul. Ziota 59

Datum: 10.5.2007

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Bild:

JONES Store

Ort:

Wien Österreich

Kärntener Straße 29-31

Datum: 4.10.2006


Motivbeschreibung: Die Orte der höchsten Form von wirtschaftlicher Abstraktion - z.B. The Stock Exchange

Hinter dem Motiv steht der neben der Erfindung

von Religionen, wohl nachhaltigste

Motor irdischer Zivilisation. Das Geld und

seine Kristallisationsorte. Orte an denen weder das

Geld als Münzen oder Scheine noch Arbeiter, Fabriken

oder Produkte zu finden sind. Hier werden

ausschließlich abstrakte Wertpapiere gehandelt.

27 27

Entstanden ist die Idee 1790 in einer Zeit des lähmenden

Geldmangels in den noch sehr jungen Vereinigten

Staaten. Als Alexander Hamilton die Bundesschuld

schuf, konnten die neuen Gold-Bonds

nur dann abgesetzt werden, wenn sie auch jederzeit

verkäuflich waren. Der Kurs variierte je nach

Angebot und Nachfrage. Seit der Einführung trafen

sich täglich 24 Makler, die unter einem mächtigen

alten Baum zusammen kamen um im Auftrag ihrer

Klienten Staatspapiere zu kaufen und zu verkaufen.

Der Baum stand an der gleichen Stelle an der

heute das Gebäude der Walstreet No. 68 steht.

1792 bildeten die gleichen Männer einen Verein,

in dem die Provisionen von einen Prozent festgelegt

wurden und die Mitglieder verpflichteten sich

gegenseitig bei allen Geschäften zu bevorzugen.

Damit war die bis heute bedeutendste Wertschrift-

Börse der Welt, die New York Stock Exchange gegründet.

Vorausschauen auf Möglichkeiten. Lager-

handel für Früchte deren Ernte erst im kommenden

Jahr eingeholt werden, deren Aussaat aber heute

schon finanziert werden muss. Diese Finanzierungslücke

schloss der Aktienhandel und verteilte das finanzielle

Risiko auf viele Anleger. Heute ist die Zeit

für die Prognose der Voraussage und das Jahr zwischen

Aussaat und Ernte auf Bruchteile von Sekunden

geschrumpft. Das Prinzip ist aber das gleiche

geblieben. Auch wenn sich die Parameter oft auf

virtuelle Papier-Aussaaten und Papier-Ernten beziehen

ist das Abenteuer der Gewinnprognose doch

geblieben. Der Makler erhält dafür die Provision,

die sofort mit Abschluss des Handels gezahlt wird

und der Anleger fährt mit seinem Aktienpaket wie

in einer Nussschale über den Ozean der Unwegbarkeiten.

Er wird dabei nass oder bleibt trocken.

In jedem Falle haben der Verkäufer und der Makler

ihr Geld schon im sichren Hafen. Die Chinesen

sagen sie spielen mit Aktien, wenn sie an der Börse

spekulieren. Im Namen des Geldes, bedeutet

letztlich im Namen von Regeln die von Menschen

geschaffen sind. Menschen können sie ändern

oder beibehalten. Der Markt mag chaotisch sein

aber die Regeln des Geldes sind es nicht. Geld ist

meines Erachtens neben der Religion die wichtigste

abstrakte kulturelle Leistung die Menschen je hervorgebracht

haben. Am Umgang mit beidem lässt

sich die Wertschätzung des Individuums besonders

gut erkennen, weil sie Ritualen folgen die von Menschen

im Namen einer höheren Sache festgelegt

wurden.

Die Fragestellung: Wie sehen die Kathedralen des

Geldes aus? Welcher Glanz geht von den Orten

an denen der Wertpapierhandel abgewickelt oder

kontrolliert wird aus? Sind sie für mich und die Öffentlichkeit

zugänglich oder nicht? Haben sie ausschließlich

Aufsichtsfunktionen oder wird tatsächlich

gehandelt?

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Motiv: Die 10 Orte der höchsten Form von wirtschaftlicher Abstraktion - z.B. The Stock Exchange

Bild:

Berlin Stock Exchange

Ort:

Berlin Deutschland

Fasanenstraße 85

Datum: 2.7.2002

Formate: Bild - Breite gesamt 1165 mm x Höhe 1430 mm Länge der Serie: ca. 12 m

Berlin Budapest Helsinki Ljubljana Nikosia Riga Tallinn Valletta Warschau Wien

Bild:

Budapest Stock Exchange Ltd.

Eingangshalle

Ort:

Budapest Ungarn

Deák Ferenc u. 5

Datum: 14.9.2006

Bild:

OMX, Helsingin Pörssi

Parkettsaal - Helsinki Stock

Excanges

Ort:

Helsinki Suomi (SF)

Helsinki Stock Exchange

Fabianinkatu 14

Datum: 31.8.2006

Bild:

Ljubljanska Borza

Ort:

Ljubljana Slowenien

Slivenska cesta 56

Datum: 7.6.2007

Bild:

Cyprus Stock Exchange

Ort:

Nikosia Zypern

Kambou Street Strovolos

Datum: 3.7.2007

Bild:

OMX, Riga

Stock Exchange

Ort:

Riga Lettland

Valnu iela 1

Datum: 10.11.2006

Bild:

OMX, Tallinn

Stock Exchange

Ort:

Tallinn Estland

Tartu mnt 2

Datum: 26.10.2006

Bild:

Borza ta’ Malta

Malta Stock Exchange

Ort:

Valletta Malta

Castille Ort

Datum: 11.1.2007

Bild:

Warsaw Stock Exchange

Ort:

Warschau Polen

WSE, Słownik Ekonomiczny

ul. Nowy Swiat 6

Datum: 15.5.2007

Bild:

Wiener Börse

Ort:

Wien Österreich

Wallstr. 8

Datum: 10.10.2006

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Motivbeschreibung: Die öffentlichen Briefkästen - als Symbol kollektiven Vertrauens

Frühe Seefahrer erfanden die ersten Vorläufer

von “Briefkästen“. An der afrikanischen Südküste

dort wo sie an Land gingen um Trinkwasser

und Verpflegung aufzunehmen, hinterlegten sie

Briefe unter einem Stein an einem exponierten Ort.

Sie hofften auf ein Schiff das in die Gegenrichtung

fuhr und ihre Briefe in die Heimat transportierte. Das

29 29

Prinzip des Vertrauens und der Hoffnung zum einen

und die Wertschätzung von Persönlichen schriftlichen

Botschaften zum anderen, sind die Basis

auf der sich das heutige Post-Übermittlungssystem

begründet. Seit dem 16. J.H. entwickelte sich aus

der italienischen Bezeichnung posta (festlegen)

was einen “festgelegten Ort“ meint der später verwendete

Terminus POST. Die “festgelegten Orte“

waren Stationen an denen Boten und Pferde auf

den frühen Botenrouten ausgewechselt wurden.

In Liegnitz, einer niederländischen Stadt befand

sich der erste schriftlich dokumentierte Briefkasten

im Jahre 1633. Was bedeutet das Prinzip Post?

Eine Nachricht wird transportiert, unabhängig von

ihrer Bedeutung, ihrer sachlichen oder orthografischen

Richtigkeit, egal ob sie unleserlich von Hand

geschrieben oder standartisiert gedruckt wurde,

unabhängig von der Herkunft, Vermögen, Bildung,

Alter oder Geschlecht des Absenders. - Es bedarf

keines Befähigungsnachweises, keines Nachwei-

ses der Staatsbürgerschaft oder der Geburtsurkunde,

keiner Mitgliedschaft in einer Vereinigung

oder eines festen Vertragsverhältnises. - Es bedarf

keiner Bürgschaft, Sicherheit, keines Nachweises

des Wohnsitzes oder Passwortes um User eines

Briefkastens zu sein. Die Bedeutung der Botschaft

ist unangefochten. An einem Bekannten Ort wird

eine Botschaft “aufgegeben“, transportiert in einem

undurchschaubaren System, kommt sie wiederum

an einem bekannten Ort an. Wobei der Absender

durchaus anonym sein kann. Briefkästen stehen unbewacht

und unverschlossen im öffentlichen Raum

und werden in ihrer Institution von allen Menschen

respektiert. Auch wichtige Terminnachrichten werden

dem Briefkasten und dem hinter ihnen stehenden

System anvertraut. Briefkästen sind realer Orte.

Ein nationales und internationales Dienstleistungssystem

transportiert die Botschaft nahtlos auch in

entlegenste Teile der Welt, zu einem Porto was in

der Währung des Absendeortes bezahlt wurde. Es

liegt nahe die Post und ihre unbemannten Sammelboxen

als System von Vertrauen gegen Vertrauen

zu bezeichnen, als intakten und gelungenen Ort

kollektiven Vertrauens in unserer global vernetzten

Human Culture.

Die Fragestellung: Welche Formen haben die Briefkästen?

An welchen Orten stehen sie? Korrespondiert

die Gestaltung der Briefkästen mit der Architektur

der Absendeorte? Reflektieren sich nationale

Eigenheiten in den Briefboxen?

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Motiv: Die 10 öffentlichen Briefkästen - als Symbol kollektiven Vertrauens

Bild:

Briefkasten

Ort:

Berlin Deutschland

U-Bahn Station

Schönhauser Allee

Datum: 1.9.2003

Formate: Bild - Breite gesamt 835 mm x Höhe 1430 mm Länge der Serie: ca. 8,5 m

Berlin Budapest Helsinki Ljubljana Nikosia Riga Tallinn Valletta Warschau Wien

Bild:

Briefkasten

Ort:

Budapest Ungarn

V. Kossuth Lajos tér 11-11

Datum: 10.9.2006

Bild:

Briefkasten

Ort:

Helsinki Suomi (SF)

Helsinki Ost

Aurinkolahti

Datum: 1.9.2006

Bild:

Briefkasten

Ort:

Ljubljana Slowenien

Sliovenska cesta

Datum: 19.6.2007

Bild:

Briefkasten

Ort:

Nicosia Zypern

Prstamt, Konstantinou

Palaiologou

Datum: 29.6.2007

Bild:

Briefkasten

Ort:

Riga Lettland

Anninmuizas bulvãris 82,

Stadtteil Imanta

Datum: 13.11.2006

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Bild:

Briefkasten

Ort:

Tallinn Estland im Väike-

Öismäe (Blumenviertel),

Öismäe tee

Datum: 28.10.2006

Bild:

Briefkasten

Ort:

Valletta Malta

Triq San Duminku / Ecke

Triq Il- Fran

Datum: 5.1.2007

Bild:

Briefkasten

Ort:

Warschau Polen

Al. Jana Pawla II/ul. Mila

Datum: 13.5.2007

Bild:

Briefkasten

Ort:

Wien Österreich

Schauffergasse

Datum: 6.10.2006


Motivbeschreibung: Die typischen Markt-Orte - mit Früchten, Fisch, Geflügel, Fleisch, ... aus der Region

Ein wildes lebendiges Durcheinander. Düfte,

Gerüche, Produkte, Abfälle, Kisten, Geräusche,

Menschen die kaufen und verkaufen,

schreien, Kostproben nehmen, Preise aushandeln,

mit Tüten knistern und in Zeitungspapier Eingewickeltes

mit nach Hause nehmen. Die Qualität von

Produkten ist sofort überprüfbar. Der Verkäufer ist

31 31

anwesend. Der Blick hinter die Kulissen ist unumgänglich.

Frauen und Männer stehen umher, Gedanken

versunken in den Geschmack von Obst

hinein schauend, kauend mit gesenktem Kopf und

entscheiden über die Güte von Früchten. Menschen

die sich mit weit ausgestrecktem Arm aufeinander

zu beugen, um den Anderen hinter dem

übervollen Tisch zu erreichen. Die Position, die sie

dabei einnehmen, hat etwas skurriles. Sie strecken

den Po weit hinaus und berühren mit dem Bauch

oder Busen oft die Auslagen. Sie verlassen die sichere

Position und lehnen sich weit in die Horizontale

über den Stand. Weil sich Käufer und Verkäu-

fer gleichzeitig einander zu beugen, um sich in der

Mitte zu treffen, ist das Kräftegleichgewicht wieder

hergestellt. Die Geste der Hände und Köpfe erinnert

dabei an das zentrale Motiv Michelangelos

im Deckenfresko der Sixtinischen Kapelle. In der

Zuwendung zweier Hände und Blicke inszeniert

der Maler das Überspringen der göttlichen Ener-

gie der Schöpfung zu den Menschen. Gott erfährt

sich im Angesicht der Menschen und Adam im

Angesicht Gottes, über den irdischen Früchten des

Paradieses schwebend.

Die Fragestellung: Welche sind die populären agrarischen

oder tierischen Produkte aus der jeweiligen

Region? Sind Märkte unter freiem Himmel oder in

Hallen untergebracht? Befinden sie sich im öffentlichen

oder privaten Raum? Sind die Waren an die

geographische Lage der Stadt angepasst (Fisch in

einer Hafenstadt, Agrarprodukte im Binnenland)?

Stehen in den Städten eher kohlehydratreiche oder

proteinreiche Ernährungsgewohnheiten im Vordergrund?

Und wie reflektiert sich das im Angebot?

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Motiv: Die 10 typischen Markt-Orte - mit Früchten, Fisch, Geflügel, Fleisch, ... aus der Region

Bild:

Winterfeldmarkt

Ort:

Berlin Deutschland

Winterfeldplatz

Datum: 7.6.2006

Formate: Bild - Breite gesamt 1165 mm x Höhe 1430 mm Länge der Serie: ca. 12 m

Berlin Budapest Helsinki Ljubljana Nikosia Riga Tallinn Valletta Warschau Wien

Bild:

Zentrale Markthalle

Ort:

Budapest Ungarn

an der Szabadság hid

Datum: 11.9.2006

Bild:

Markthalle Hakaniemi

Ort:

Helsinki Suomi (Finnland)

Siltasaaren Katu

Datum: 2.9.2006

Bild:

Grosser Markt

Ort:

Ljubljana Slowenien

Adamic–Lundrovo nabr.

Datum: 13.6.2007

Bild:

Markt vor der städtischen

Markthalle

Ort:

Nikosia Zypern

Dimarchias

Datum: 9.7.2007

Bild:

Centrãltigus

(Zentral–Markthalle)

Ort:

Riga Lettland

an der Centrãltigus iela

Datum: 10.11.2006

Bild:

Keskturg (Zentraler Markt)

Ort:

Tallinn Estland

an der Lastekodu 11

Datum: 24.10.2006

Bild:

Market (Markthalle)

Ort:

Valletta Malta

Merchants Street

Datum: 13.1.2007

Bild:

Hala Mirowska (Markthalle)

Ort:

Warschau Polen

pl. Mirowaski

Datum: 18.5.2007

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Bild:

Naschmarkt

Ort:

Wien Österreich

U-Bahnstation Kettenbrücke U4

Datum: 7.10.2006


Motivbeschreibung: Die interessantesten Stadtteile der Einwanderer - als Ort von interkulturellem Wagnis

Das unermessliche Potential des Fremden,

des Anderen. - Nationalstaaten und besonders

auch ihre großen Städte, die zu Metropolen

heranwuchsen, schöpfen aus diesem frischen,

berauschenden Einfluss aus den Traditionen,

den Eliten und Avantgarden des einst nomadischen

Fremden. Eingebracht von Menschen, die unerfüllte

33 33

Visionen im Geist trugen, gepaart mit dem riskanten

Willen, ihre Heimat zu verlassen. Menschen, die

lernten sich in der sesshaften Kunst, in Architektur

auszudrücken. Menschen, die dort der Herausforderung

ihres Lebens begegneten. Menschen, die

das Risiko der Zukunft für ihre Kinder dort wagten.

Menschen, die einander um ihre Sprache, Kunst

und Phantasie auch noch heute bereichern. Dies

ist zugleich der zu oft vergessene Pool, aus dem

heraus die Kraft und die Mythen der heutigen Metropolen

dieser einen Welt entstanden.

Die Fragestellung: Wie sehen heute Orte der Einwanderer

aus? Wie entfalten sich eingewanderte

Menschen in ihrer neuen Heimat? Wird ihre Kultur

akzeptiert? Auf welche Weise bereichern sie die

Kultur der sie vor ihrer eigenen Herkunft den Vorzug

gaben?

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Motiv: Die 10 interessantesten Stadtteile der Einwanderer - als Ort von interkulturellem Wagnis

Bild:

Kottbusser Tor

Formate: Bild - Breite gesamt 1165 mm x Höhe 1430 mm Länge der Serie: ca. 12 m

Berlin Budapest Helsinki Ljubljana Nikosia Riga Tallinn Valletta Warschau Wien

Ort:

Berlin Deutschland

Kottbusser Tor / Adalbertstraße

Datum: 7.6.2006

Bild:

Sang Za, Chinesischer Markt

(größter in Europa)

Ort:

Budapest Ungarn

VIII. Fáy utca / Béke utca

Datum: 13.9.2006

Bild: Platz vor einer Moschee.

Heiliger Platz für Muslime

aus Somalia, zur spirituellen

Vorbereitung auf den Gebet.

Photographieren von Personen

war nicht erwünscht.

Ort: Helsinki Suomi (Finnland)

Vesala (Stadtteil von Helsinki)

Datum: 1.9.2006

Bild:

Wohnort Einwanderer aus Serbien,

Kroatien, Bosnien etc.

Ort:

Ljubljana Slowenien

Rakova Jelsa

Datum: 7.6.2007

Bild:

Buddhistisches Mondfest

Veranstaltet vom Meditationszentrum

aus Sri Lanka.

Ort:

Nikosia Zypern

Municipal Gardens

Datum: 1.7.2007

Bild: Moskauer Vorstadt

Besonders russische Juden, die

in Folge der sozialistischen Oktoberrevolution

nach Lettland

flohen, siedelten sich hier nach

1914 an

Ort: Riga Lettland, Maskvas

iela an der Preiztic bazn.

Datum: 10.11.2006

Bild: Lasnamäe (Lachsberg)

Stadteil wurde vor 20 Jahren

von der Zentralregierung in

Moskau, für russische Werftarbeiter

erbaut. Kunstwerk:

Schenkung des nicht dokumentierten

russischen Künstlers.

Ort: Tallinn Estland, Lasnamäe

Datum: 29.10.2006

Bild: Moskea (Moschee) islamisches

Zentrum mit einer Schule,

erbaut von der libyschen

Regierung.

Ort:

Bugibba Malta

Centru Kulturali Islam, Moskea,

Triq Kordin

Datum: 3.1.2007

Bild:

Stadion Dziesieciolecia–Markt

von russischen, vietnamesischen,

afrikanischen und

anderen Einwanderern

Ort:

Warschau Polen

Stadtteil Praga

Datum: 18.5.2007

Bild:

Moschee, islamisches Zentrum

Ort:

Wien Österreich

Hubertusdamm im 21. Bezirk

Datum: 10.10.2006

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Motivbeschreibung: Die wichtigsten großen Fernbahnhöfe - als Ort des Ankommens und Gehens auf eisernen Wegen

Die deutschen Worte „Eisenbahn“, „Schiene“

und „Bahnhof“ bezeichnen auf eine

beinahe kindliche Weise eines der komplexesten,

sichtbaren und international verbundenen

infrastrukturellen Systeme die Menschen je geschaffen

haben. Der Bau und Betrieb jeden Meters

Eisenbahnland im Inn- und Ausland bedürfen der

35 35

politischen und territorialen Zustimmung aller Menschen

und das in jedem Moment, um reibungslos

zu funktionieren. Das Schienennetz und die Bahnhöfe

sind zumeist öffentlich zugängliche Orte.

Das dies ohne ernst zu nehmende Zwischenfälle

möglich ist, verdeutlicht wie weit Menschen den

kulturellen Raum den der Bahnbetrieb benötigt verinnerlicht

haben. Ohne den Konsens, ohne die kulturelle

Akzeptanz jedes einzelnen Menschen wäre

auch die wirtschaftliche Werterhaltung der Anlagen

nicht möglich. Zudem erfordert die Nutzung

des Schienennetzes hoch spezialisierte und international

standartisierte Wagons und Triebwagen.

Anders als in der Schiffahrt, dem Luftverkehr und im

weiteren Sinne im Straßenverkehr beschreibt die

Schiene die Strecke zwischen Abfahrtsbahnhof und

Zielbahnhof überaus präzise. Das Schienennetz

verbindet immer schon auf dem exakt möglichen

lückenlosen Weg den Start- mit dem Zielbahnhof.

Die Schiene ist immer schon angekommen bevor

die Fahrt beginnt. Die großen Bahnhöfe liegen wie

Schlagadern an den Strecken und verbinden das

organische mit dem Anorganischen, die Menschen

mit der Maschine. Die großen Bahnhöfe sind die

Ikonen des Personenverkehrs. Auch an ihnen lässt

sich ablesen wie hoch der Stellenwert des Individuums

in der jeweiligen nationalen Kultur eingeschätzt

wird. In der Regel gibt es nur eine Bahngesellschaft

und keine öffentliche Alternative auf den Schienen

im Fernverkehr. Dazu kommt das sich die Infrastruktur

der Staatsbahnen, also auch die Bahnhöfe, zum

größten Teil im Besitz er öffentlichen Hand befinden.

Entscheidungen über Qualität und Standart

des gesamten Systems sind also auch immer an

politische Entscheidungen gebunden. All dies lässt

über die Beschaffenheit der großen Bahnhöfe tief

in die Wertschätzung des Individuums in der jeweiligen

Kultur schließen, die ihn erbauten. An manchen

Orten dieser Welt, so auch auf den südlichs-

ten Inseln Europas, gibt es keine Schienennetze.

Hier nehmen die überregionalen Busstationen die

Stelle der großen Bahnhöfe ein.

Die Fragestellung: Gibt es ein überregionales

Bahn- oder Busnetz? Aus welcher Epoche der

Bahngeschichte kommen die Bahnhöfe? Ist der

Bahnhof oder die Busstation überdacht oder sind

die Fahrgäste der Witterung ausgeliefert? Sind die

Bahnsteigkanten dem Zug angepasst oder müssen

gefährliche Stufen erklommen werden? Ist der

große Bahnhof ein Kopfbahnhof oder ein Durchgangsbahnhof?

Ist es üblich das Fahrgäste über

die Bahngleise steigen?

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Motiv: Die 10 wichtigsten großen Fernbahnhöfe - als Ort des Ankommens und Gehens auf eisernen Wegen

Bild:

Hauptbahnhof Berlin

Ort:

Berlin Deutschland

Spreebogen

Datum: 18.6.2006

Formate: Bild - Breite gesamt 1165 mm x Höhe 1430 mm Länge der Serie: ca. 12 m

Berlin Budapest Helsinki Ljubljana Nikosia Riga Tallinn Valletta Warschau Wien

Bild:

Nyugati pályandvar

(Nyugati Bahnhof)

Ort:

Budapest Ungarn

V. Teréz körút / Váci utca

Datum: 12.9.2006

Bild:

Helsinki Station

Asema Aukio

Ort:

Helsinki Suomi (Finnland)

Datum: 29.8.2006

Bild:

Ljubljana Hauptbahnhof

Ort:

Ljubljana Slowenien

Trg Osvoboilce fronte

Datum: 6.6.2007

Bild:

Zentrale Busstation

Ort:

Nicosia Zypern

Gefyra Dionysiou Solomou

Datum: 29.6.2007

Bild:

Rigas Central- Stacija

Ort:

Riga Lettland, Stacijas lauk.

Datum: 10.11.2006

Bild:

Balti Jaam

(Tallinn Hauptbahnhof)

Ort:

Tallinn Estland

an der Rannamäa tee

Datum: 28.10.2006

Bild:

Valletta Main Bus Terminus

Ort:

Valletta/Floriana Malta

Triton Fountain

Datum: 10.11.2006

Bild:

Warszawa Centralna

Ort:

Warschau Polen

Warszawa Centralna

Datum: 9.5.2007

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Bild:

Süd-Bahnhof

Ort:

Wien Österreich

Arsenalstr.

10. Bezirk Favoriten

Datum: 9.10.2006


Motivbeschreibung: Die regionalen Metro-, S–Bahn- oder Bus Haltestellen - als Ort regionaler Mobilität

Bus, Tram, S-Bahn und U-Bahn bilden eine

Hierarchie im regionalen Nahverkehr. Von

der Straße auf die Schiene, von Oberflur

zum Unterflur und vom Dieseltreibstoff zur Elektrizität.

Meine Auswahl für dieses Motiv in den

Städten, richtet sich nach der höchsten, speziali-

siertesten und aufwendigsten Verkehrslösung, der

37 37

ich jeweils den Vorzug gebe. Da ich das Projekt

so angelegt habe, dass auch kleinste Menschenansiedlungen

darin vorkommen können, beginnt

die Hierarchie meiner Auswahl in der einfachsten

Form der Fortbewegung. An Erster Stelle steht der

gehende Mensch. Dann kommt das Pferd und der

Pferdewagen. Danach das Fahrrad, das Motorad,

das Auto, der Bus, die Tram, U-Bahn, der Schiffsverkehr

und zum Schluss die Flugzeuge. Am weitesten

ist die kulturelle Konditionierung von Menschen in

den Städten fortgeschritten. Für mich ist das Vertrauen

der Menschen die sie zum Beispiel der U-Bahn

schenken ein gutes Beispiel dafür. Unter der Erde

stehen sie dicht an dicht mit hunderten anderen

Menschen beieinander und rasen durch die TUBE

(Röhre) wie die Londoner ihre U-Bahn treffend

nennen. Wobei die Züge nur knapp in den Tunnel

hinein passen. Der Blick aus dem Fenster hält

den Fahrgästen die schwarze Unendlichkeit vor

Augen. Selbst Hunde und in London auch Tauben

fahren freiwillig im Bauch der Maschine mit. Und

das obwohl die Geräusche in der Untergrundbahn

im Chaos von Lärm aufquellen, der für Tiere

überaus bedrohlich erscheinen müssten. Die einzige

U-Bahn die ich in den Städten erleben durfte,

die ein anderes Geräusch als Krach machte, war

die Warschauer Metro. Dem Abfahren der neuen

Züge ging eine Abfolge von Tönen voraus, die an

einen Streichersatz erinnerten, der in Motorengeräusche

des anfahrenden Zuges mündete. In der

Tunnelstrecke die unter dem alten Zentrum liegt,

formte sich der Krach überraschend zu Musik die

an ein modernes Requiem erinnerte. Das kämpfen

der Stählernen Räder auf den Schienen ließ die

unheimliche folge von langgezogenen klar abgesetzten

Halbtönen, durch die enge Finsternis hallen.

Es war als ob die Seelen der Opfer des letzten

Kriegs mit ihrem Blut in die Unterwelt gesickert waren

und die Tunnel der Untergrundbahn zu ihrem

zwischenweltlichen Aufenthaltsort wurden. Als ob

das verwesende Leid, ihrer nicht zur Ruhe kommenden

Seelen, mit jedem Zug um Erlösung flehten. Die

Wunden des letzten Krieges erschienen mir hier so

frisch als wäre seit dem kein Tag vergangen.

Die Fragestellung: Welchen Stellenwert hat der

öffentliche Nahverkehr gegenüber alternativen

Verkehrsmitteln? Wird der Einzelne als Individuum

wahrgenommen und mit Fahrplänen und Verkehrslinien-

Hinweisen gut informiert? Wie wird der Fahrgast

an der Station vor Regen, Sonne und Wind

geschützt?

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Motiv: Die 10 regionalen Metro-, S–Bahn- oder Bus Haltestellen - als Ort regionaler Mobilität

Formate: Bild - Breite gesamt 1165 mm x Höhe 1430 mm Länge der Serie: ca. 12 m

Berlin Budapest Helsinki Ljubljana Nikosia Riga Tallinn Valletta Warschau Wien

Bild:

U-Bahnstation: Alexanderplatz

Ort:

Berlin Deutschland

Alexanderplatz

U8 Übergang zur U5

Datum: 16.3.07

Bild:

U-Bahnstation: Negyvarsd tér

Ort:

Budapest Ungarn

Üllöi otca / Orczy utca

Datum: 13.9.2006

Bild:

U-Bahnstation: Kamppi

Ort:

Helsinki Suomi (Finnland)

Datum: 29.8.2006

Bild:

Bushaltestelle: Konzorcij

Ort:

Ljubljana Slowenien

Slovenska cesta

Datum: 8.6.2007

Bild:

Bushaltestelle: ohne

Ort:

Nikosia Zypern

Omirou

Datum: 28.6.2007

Bild:

Tram-Station: Stacijas Kaukums

Ort:

Riga Lettland

Aspazijas bulvãris

Datum: 7.11.2006

Bild:

Tram-Station: Narva mnt

Ort:

Tallinn Estland

Narva mnt

Datum: 27.10.2006

Bild:

Bus-Haltestelle An der Glocke

Ort:

Valletta Malta

Triq Il Mediteran

Datum: 4.1.2007

Bild:

Metro-Station: Plac Wilsona

Ort:

Warschau Polen

Plac Wilsona

Datum: 9.5.2007

Bild:

U-Bahnstation: Schottentor/

Universität

Ort:

Wien Österreich

Schottenring/Maria Theresien

Str.

Datum: 4.10.2006

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Motivbeschreibung: Die Street-Food Stände - als Symbol des nomadischen Unbewussten

Ist Sesshaftigkeit eine Illusion der heutigen Zeit?

Oder ist die Gattung des Homo Sapiens Sapiens

tatsächlich zur terretorialen Ruhe gekommen? In

Anbetracht der nationalstaatlichen Raumordnungen

könnte der Gedanke nahe liegen. Die Besiedlung

unseres Planeten verlief in frühen Perioden über

vielleicht einige Millionen Jahre hinweg, auf den

39 39

verschiedensten Entwicklungsstufen unserer Familie

den Hominidae. Die ältesten derzeit bekannten

Funde unserer sehr nahestehenden Verwandten

stammen aus Äthiopien und sind 5,7 Millionen

Jahre alt. Der erste bekannte unserer direkten Vorfahren

ist der Homo Rudolfensis. Sein Erscheinen

auf der Erde wird von etwa 2,5 bis 1,8 Millionen

Jahren datiert und lebte am heutigen Turkana-See

in Kenia. Für sieben hundert tausend Jahre schaute

er in die bewaldete Landschaft. Das ist lang in einer

noch viel weiteren Welt, Generation für Generation

Stille, Windgeräusche, ein Tierschrei aus der

Ferne, die Geste der Nächsten, Wasserplätschern,

eingefroren ohne Zeit in kleinste wiederkehrenden

Zyklen. Gab es für den einzelnen Homo Rudolfensis

erlebbare kulturelle Fortschritte die wir als solche

anerkennen würden? Die erste Art unserer nahen

Vorfahren war der Homo erectus. Er lebte etwa

von 1,85 Mio. Jahren bis etwa vor 40.000 Jahren.

In einer frühen Globalisierung besiedelte er weite

Teile seiner unbegrenzten Welt. Mit dem verlassen

des Waldes, öffnete sich für den Aufrecht gehenden

Menschen der Blick über die Steppe hin zum

Horizont und warf die Fragen nach dem Dahinter

auf. Der Horizont zog die Sehnsucht der frühen

Menschen in die Ferne und verband vielleicht die

aufkommende Selbstreflexion mit der momentanen

Unzufriedenheit, Hoffnung, ja der erhofften Erlösung

hinter dem unüberschaubaren Rund unseres blauen

Planeten. Die Geometrie des Globus machte das

Prinzip des Noch-Nicht-Erreichten und die Vorstellung

von Erlösung hinter der fernen gekrümmten

Linie zum uneinholbaren Ideal unseres Seins bis in

die heutigen Tage. Ob unseren Vorfahren bewusst

war das sie nur eine kleiner Sequenz in einer atemberaubenden

Evolution sind? Ist es uns Bewusst?

Wie Leben wir im provisorischen Zwischenraum als

einer vorüberziehenden Sequenz zum Höheren?

Und was ist von der nomadischen Urseele in uns

übriggeblieben, wo uns nationale Zugehörigkeit in

eine kulturelle und territoriale Herkunft verstricken.

Sesshaft geworden fächelt die Zivilisation das Nötige

und darüber hinaus wohl konfektioniert so nahe

an uns vorbei, das wir nur zugreifen müssen um

es zu besitzen. Im Mittelalter nannte man den Ort

an dem wir heute leben Schlaraffenland. Das nomadische

in uns tauschte seinen Platz in unserem

Bewusstsein mit dem Sesshaften und wanderte in

unser Unterbewusstsein ab. Das nomadische zeigt

sich latent in anderen Bewegungen als unseren

körperlichen. Nicht nur wie anzunehmen wäre im

Traumwelten, Urlaubs, Spaß - Tourismus. Das Nomadische

ist viel mehr eine elementare Überlebens-

strategie. Es taucht im Umgang mit flüchtigen und

vorbeifließenden Medien auf. Wir bewegen die

Welt an uns vorbei in Büchern, Filmen, Fernsehen

und im Radio um den Blick über den einstigen geographischen

Horizont zu weiten. Wir verkürzen

den Raum zum Horizont mit Krediten und holen das

was wir in der Ferne vermuten schon jetzt zu uns.

Leben wir heute so als ob die guten Tage erst noch

kommen würden an denen wir all das vorweggenommene

zurück zahlen? Raum wird Virtuell und

Zeit schlägt Falten über die die letzten unserer Gattung

Homo vielleicht stolpern könnten.

Das triviale unreflektierte tun ohne hochtechnisierte

Schmuckschachtel, lässt tief in die Zonen unseres

Unterbewusstseins einblicken. Eine andere wesentlich

elementarere Erscheinung die das unbewusste

Nomadische in uns sichtbar macht ist das einfache

Essen im Vorübergehen. Ein flüchtiges Mahl aus

Kohlehydraten und viel Fett befriedigt unser rei-

nes Bedürfnisse nach Nahrung. Unsere Organe

sind noch heute darauf fixiert den Fettaufbau am

Bewusstsein vorbei zu forsieren und das mit allen

Tricks. Die Insulin-Hunger-Spirale, die dem Bewusstsein

suggeriert so viel wie möglich an kohlehydratehaltiger

Nahrung aufzunehmen wenn sie verfügbar

ist und um diese dann direkt in Körperfett umzuwan-

deln, arbeitet noch heute in uns höchst effizient. Für

unsere Vorfahren war es Überlebenswichtig die

Lust am Essen, in der kurzen Zeit in der Nahrung

verfügbar war, nicht zu verlieren. Heute ist das

Nahrungsangebot von Kohlehydraten und Fett in

Europa nicht nur erreicht. Es ist viel eher so das sie

die preiswertesten Nahrungsmittel am Markt sind.

Kulturelle Prägungen fixieren uns zudem darauf ein

überwiegend kohlehydratehaltiges Essen anderen

proteinbasierten Nahrungsmitteln vorzuziehen.

Das führt uns aber auch vor Augen wie neu die

grenzenlose Verfügbarbeit von Nahrung in unserer

evolutionären Geschichte tatsächlich ist. Das typi-

sche Fast Food mag uns als Neuling auf der Kulturlandschaft

erschienen. Tatsächlich spricht es archaische

Überlebensmuster in uns an. Es verbindet uns

in einer Linie mit dem Homo Rudolfensis der sieben

hunderttausend Jahre, Generation für Generation

in die weite kulturelle Stille des Pliozän blickte, nach

vereinzelten Tierkadavern und mehr noch nach ess-

baren Pflanzen Ausschau hielt. Essen im Vorübergehen,

vielleicht an einem provisorischen Stand,

an einem provisorischen Tisch mit einem provisorischen

Essen an einem provisorischen Ort, in einer

provisorischen Kultur.

Die Fragestellung: Gibt es in der einheimischen Tradition

Gerichte die für Street Food geeignet sind,

oder muss auf fremde Speisen zurück gegriffen

werden? Sind die Stände mobil oder in Häuser

integriert? Wie wirkt sich das Klima auf die Gestalt

des Fast-Food-Standes aus?

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Motiv: Die 10 Street-Food Stände - als Symbol des nomadischen Unbewussten

Bild:

Pariser Platz

Ort:

Berlin Deutschland

Pariser Platz

Datum: 3.9.2002

Formate: Bild - Breite gesamt 1165 mm x Höhe 1430 mm Länge der Serie: ca. 12 m

Berlin Budapest Helsinki Ljubljana Nikosia Riga Tallinn Valletta Warschau Wien

Bild:

Imbisstand an der

U-Bahnstation Lehet

Ort:

Budapest Ungarn

U-Bahnstation Lehet

Datum: 14.9.2006

Bild:

Oper Imbiss

Ort:

Helsinki Suomi (Finnland)

Mannerheimintie / Helsingin

katu

Datum: 1.9.2006

Bild:

Dönerstand

Ort:

Ljubljana Slowenien

Copova ulica

Datum: 6.6.2007

Bild:

Fahrender Imbisstand

Ort:

Nikosia Zypern

Plateia Eleftherias

Datum: 6.7.2007

Bild:

Stand in der Markthalle

russische Teigwaren

Ort:

Riga Lettland

Centrãltirgus (Markthalle), an

der Centrãltigus iela

Datum: 7.11.2006

Bild:

Kohvik Kohvik

russische Küche

Ort:

Tallinn Estland

am Hauptbahnhof

Datum: 23.10.2006

Bild:

Mannarinn Caterers

Ort:

Valletta/Florian Malta

am Central Bus Terminus

Triton Fountain

Datum: 3.1.2007

Bild:

OSCAR – Imbisskette

Ort:

Warschau Polen

Marszalkowska 100A

Pawilon 8

Datum: 15.5.2007

Bild:

Hot Dogs, Frankfurter, etc.

Ort:

Wien Österreich

Franz Joseph Kai, U-Bahn

Schwedenplatz

Datum: 13.10.2006

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Motivbeschreibung: Die traditionellen, noch heute benutzten öffentlichen Toiletten - als Orte intimer Entblössung im öffentlichen Raum

Öfentliche Toiletten sind wohl die intimsten

Orte im öffentlichen Raum, an dem Menschen

pikante Bereiche ihres Körpers

entblößen. Zugleich ist der Ort mit dem unreinen

menschlicher Ausscheidungen konfrontiert. Die Toilette

ist ein Ort, der gern auch als ihr leiser kleine-

rer Verwandter als stilles Örtchen bezeichnet wird,

41 41

der in Bereiche nach Geschlechtern getrennt ist. Zu

spezifisch ist das Tun und die damit verbundenen

Befindlichkeiten, um dem Gendamix im intimsten

aller öffentlichen Räume, freien Lauf zu lassen. Im

Vergleich zu vielen anderen gemeinnützigen Regeln

wird diese sehr genau von allen Usern eingehalten.

In meinen Bildern zeige ich die männlichen

Sphären mit Keramiken und Metallen die spezielle

und vielfältige Formen aufweisen. Benutzt werden

Toiletten beider Geschlechter von Individuen die

sich dem Blick der Öffentlichkeit entziehen. Sie

sind für sich und können den Besuch dieses Ortes

weder für ihre Profilierung im Job noch für die Auf-

wertung ihrer gesellschaftlichen Stellung benutzen,

wie etwa Live Styl oder Luxus Plätzen. Die Mediale

Öffentlichkeit ist hier nicht erwünscht.

Modernität und technischer Stand spielen in der

Qualität des Interiors eine große Rolle aber mehr

noch die Sauberkeit, die eng mit dem Geruch des

Ortes verbunden ist. Die Toilettenbenutzung ist kei-

ne Dienstleistung der Wahl. Wenn es so weit ist befriedigt

sie im wahrsten Sinne des Wortes ein nötiges

Bedürfnis. Wo das Monopol herrscht, die Not

groß und der Radius der Leistungserfüllung klein,

bleibt der Mensch auf den einzigen vorfindbaren

Standart angewiesen. All das mach diesen kleinen

unscheinbaren Ort zu einem Seismographen, der

Auskunft über die Wertschätzung des Individuums

in der jeweiligen Gesellschaft gib.

Die Fragstellung: Sind Fenster in den Räumen vorhanden?

Welches Licht erhellt den Raum? Welche

Formen haben die Keramiken? Sind die Becken

für kleinere Jungen allein gut benutzbar? Gibt es

Sichtschutz? Sind Fliesen an den Wänden? Gibt es

traditionelle Besonderheiten, die noch Anwendung

finden? Den Duft der Toiletten muss ich Ihnen leider

Vorenthalten.

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Motiv: Die 10 traditionellen, noch heute benutzten öffentlichen Toiletten - als Orte intimer Entblössung im öffentlichen Raum

Bild:

Wall Toilette

Ort:

Berlin Deutschland

Karl Marx Straße /

Kirchhofweg

Datum: 3.9.2002

Formate: Bild - Breite gesamt 835 mm x Höhe 1430 mm Länge der Serie: ca. 8,5 m

Berlin Budapest Helsinki Ljubljana Nikosia Riga Tallinn Valletta Warschau Wien

Bild:

Öffentliche, kostenfreie Parktoilette,

speziell für Kinder tief

angebrachte Toilettenbecken

Ort:

Budapest Ungarn

VII. Rózsak tere 2-2

Datum: 12.9.2006

Bild:

Hietaniemen hautausmaa am

Friedhof (Automat)

Ort:

Helsinki Suomi (SF) Hietaniemenkatu

/ Arkadiankatu

Datum: 1.9.2006

Bild:

Öffentliche Toilette an der

Drachenbrücke

Ort:

Ljubljana Slowenien

Drachenbrücke

Datum: 13.6.2007

Bild:

Öffentliche Toilette

Ort:

Nikosia Zypern

Tripoli Park

Datum: 28.6.2007

Bild:

Öffentliche Toilette Kinderfreundlich

tief angebrachte

Becken

Ort:

Riga Lettland

Vêrmanes dãrzs, an der

Têrbatas iela

Datum: 5.11.2006

Bild:

Öffentliche Toilette (Automat)

Ort:

Tallinn Estland

an der AleksanderNevski

Katedraal, Lossi Plats

Datum: 20.10.2006

Bild:

Öffentliche kostenfreie Toilette

Ort:

Valletta Malta

Strait Street/Triq Id-Dejqa

Ecke Old Theatre Street

Datum: 6.1.2007

Bild:

Öffentliche Toilette

hinter der Orangerie

Ort:

Warschau Polen

Park Lazienkowski

Datum: 20.5.2007

Bild:

Öffentliche Toilette

Ort:

Wien Österreich

Graben

Datum: 13.9.2006

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Motivbeschreibung: Die noch frischen Gräber - als Ort der ewigen Ruhe

Eine Bestattung. Ein Leben ging zu Ende. Das

Trauerritual beginnt. Familie und Freunde nehmen

Abschied. Das Trauerfest schließt die Zeremonie

ab. Geburt, Leben, Tod, Neugeburt? Die

Annahme der Hinterblieben darüber was mit der

Seele ihres verstorbenen Angehörigen im Jenseits

nach dem Tod geschied ist in den Kulturen höchst

43 43

unterschiedlich und von der jeweiligen Religionszugehörigkeit

abhängig. Der eindeutige Beweis für

den religiösen Glauben vom Jenseits oder für die

säkulare Annahme des schlichten Endes ist nicht zu

erbringen. Sicher hingegen ist das verbleiben des

Körpers der Toten. Er wird nach dem Tode Welt

weit sehr verschieden behandelt. Der Leichnam

wird verbrannt, vergraben, als Reliquie angebetet,

der Leib vom Herz getrennt beigesetzt, zerstückelt

von Geiern gefressen, unzerstückelt von Vögeln

und Steppentieren gefressen, schock gefroren,

mumifiziert, der See übergeben, in den Weltraum

geschossen, als Körperspende der Wissenschaft

überlassen oder zur Organ spende für einen lebenden

Menschen.

Was bleibt ist die Erinnerung an den Verstorbenen,

an die Abschiedszeremonie, an den Ort des

Abschiedes, an die Lücke die er hinterließ und an

die eigene Vergänglichkeit. Auf den zehn großen

Friedhöfen in den zehn Städten begegnete ich

zwei verschiedenen Konzepten der Grabgestaltung.

Selbst weniger wohlhabende Familien beerdigen

ihre Angehörigen in Budapest, Valletta,

Wien, Ljubljana, Warschau und Nikosia in Familiengruften.

In Berlin, Riga Tallinn und Helsinki hingegen

werden Leichname, selbst von wohlhabenden

Menschen, in Einzel-Erdgräbern auf Waldähnlichen

Friedhöfen beigesetzt. In den überwiegend

katholisch geprägten mittel und südeuropäischen

Städten wird die Beisetzung in Gruften praktiziert.

In den protestantisch geprägten nordeuropäischen

Städten hingegen dominiert die Beerdigung in

Einzel-Erdgräbern. Hinter dem Bestattungsritus der

Familiengruft und dem des Einzelgrabs stehen sehr

verschiedene Philosophien. Die Familiengruft führt

die Familie auch nach dem Tode auf einen Ort zusammen.

Der gemeinsame Gedächtnisort hält die

Familie zusammen.

Jeder Angehörigen begegnen mit dem Besuch der

Begräbnisstätte allen hier beigesetzten Nachfahren.

Wohingegen Einzelgräber die auf verschiedene

Orte verstreut sind, dem auseinanderdriften

der Familie Vorschub leistet. Das erlöschen von

Gräbern nach einer Frist bedeutet im Falle des

Einzelgrabes auch das auslöschen der familiären

Wurzeln spätestens nach der dritten Generation.

Mit meiner Tochter (23) kann ich schon jetzt die

Gräber meiner Großmutter und Urgroßmutter nicht

mehr besuchen. Dem Ahnenkult ist in unserem Kulturkreis

nur ein kurzer Zeitraum zugebilligt. Gruften

hingegen entsprechen einer Geld-Raum-Zeitöko-

nomie, die dem Ahnengedenken über viele Generationen

hinweg förderlich ist. Vor einigen Jahren

photographierte ich Alexander Graf von Schönburg-Glauchau

auf einem ehemaligen Schloss seiner

Familie in Sachsen. Auf einem anderen Schloss

der Familie in der Nähe war die Gruft noch sehr

gut erhalten. Wir konnte die Familiengruft Besu-

chen, weil ein anderer v.Schönburg das Schloss

zurückkaufte um es für die Familie zu renoviert. Da

lagen sie, die Onkels und Tanten im spärlichen Licht.

Familiengeschichte zum Anfassen. In Zinksäregen

waren sie in zwei Reihen ordentlich aufgereiht und

beschriftet. Für mich war das ein sehr erhabener

Moment. Zumal die Gespräche der v.Schönburgs

in größter Liebe und Selbstverständlichkeit von den

Ahnen handelten. Ich gebe zu der Umfang überschreitet

die Möglichkeiten der breiten Praktikabilität.

Doch eine wenig davon wäre eine große

Bereicherung für die Verstorbenen und mehr noch

für die lebendigen Familienmitglieder.

Die Fragestellung: Wie sieht das noch frische Grab

aus? Sind spuren von Angehörigen zu erkennen?

Aus welchem Material sind die Gräber? Ist der Ort

eine käufliche Immobilie oder zur Miete? In welchem

Umfang ist die Präsenz von Religionen, und

das Jenseitsversprechen zu sehne?

X CapitalsEuropa©Henry Landers/2000 www.x-capitals.com E-Mail: henry.landers@x-capitals.com Fon: 0049 (0) 173 623 0060 / 0049 (0) 30 24 62 89 41 Seite 43 von 44


Motiv: Die 10 noch frischen Gräber - als Ort der ewigen Ruhe

Bild:

Friedhof Steglitz

Ort:

Berlin Deutschland

Bergstraße 38

Datum: 5.10.2005

Formate: Bild - Breite gesamt 835 mm x Höhe 1430 mm Länge der Serie: ca. 8,5 m

Berlin Budapest Helsinki Ljubljana Nikosia Riga Tallinn Valletta Warschau Wien

Bild:

Kerepesi tempelü

(Friedhof)

Ort:

Budapest Ungarn

VIII. an der Fiumei utca

Datum: 13.9.2006

Bild:

Hietaniemen hautausmaa

(Zentraler

Friedhof)

Ort:

Helsinki Suomi

Hietaniemenkatu

Datum: 29.6.2006

Bild:

„Zale“

(Zentral–Friedhof)

Ort:

Ljubljana Slowenien

Med hmeljniki 2

Datum: 6.6.2007

Bild:

„Agioi Konstantinos &

Eleni“ Friedhof

Ort:

Nikosia Zypern

Larnakos

Datum: 28.6.2007

Bild:

1 Meza kapi

(Zentral–Friedhof)

Ort:

Riga Lettland

Gaujas iela

Datum: 9.11.2006

Bild:

Matsakalmistu

Friedhof

Ort:

Tallinn Estland

Kloostimetsa tee

Datum: 26.10.2006

Bild:

Cemitérju “Santa

Marija Addolorata”

Aus Platzgründen hat Valletta

hat keinen eigenen Friedhof.

Ort:

Paola Malta

Datum: 4.1.2007

X Capitals Europa © 2006 by Henry Landers www.x-capitals.com E-Mail: henry.landers@x-capitals.com Fon: 0049 (0) 173 623 0060 / 0049 (0) 30 24 62 89 41 Seite 44 von 45

Bild:

Cemetarz –

Powazowskif

Ort:

Warschau Polen

ul. Powazkowska

Datum: 13.5.2007

Bild:

Der Wiener Zentralfriedhof

Ort:

Wien Österreich

Tor 2, Simmeringer

Hauptstraße 234

Datum: 9.10.2006


Literaturverzeichnis

Buchtitel Autor Verlag

1. Der Dollar Anton Zischka Wissenschaftsverlag Lange Müller/Herbig/1995

2. Das Gedechtnis des Körpers Joachim Bauer Eichborn Verlag/2002

3. Das unbekannte Denken Jerome Brunner Klett-Cotta/1990

4. Kulturschock China Hanne Chen Reise Know-How/2001

5. Kluge Friedrich Kluge/v.Seebold Walter de Gruyter & Co.

45 45

6. Die Kunst des Krieges Samuel B. Griffith Evergreen/Taschen GmbH/2006

7. Wikipedia Die freie Enzyklopädie Wikimedia Foundation Inc.

X CapitalsEuropa©Henry Landers/2000 www.x-capitals.com E-Mail: henry.landers@x-capitals.com Fon: 0049 (0) 173 623 0060 / 0049 (0) 30 24 62 89 41 Seite 45 von 44

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