Freiburger Hilfsgemeinschaft für psychisch kranke und behinderte ...

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Freiburger Hilfsgemeinschaft für psychisch kranke und behinderte ...

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Vorstand der FHG

Gretl Klabunde Vorsitzende

Ilma Wilhelm Schriftführerin und stellvertretende Vorsitzende

Karlheinz Bührer Schatzmeister

Annette Rößler Beisitzerin

FHG- Beirat

Prof. Dr. M. Berger Ärztl. Direktor Universitätsklinik für Psychiatrie Freiburg

B. Kaiser-Burkart Vertreterin der Psychiatrie- Erfahrenen

B. Kiefer Bürgermeister a.D. - Stadt Freiburg

U. v. Kirchbach Bürgermeister - Stadt Freiburg

Dr. W. Meyer Vertreter der Angehörigen

Dr. Ch. Schaefer Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie - Freiburg

Dr. S. Schieting Ärztl. Direktor Zentrum für Psychiatrie Emmendingen

H.-J. Seeh Bürgermeister a.D. - Stadt Freiburg

Dipl. Ing. V. Steinberg Unternehmer – Emmendingen

Impressum

Adresse Freiburger Hilfsgemeinschaft

für psychisch kranke und behinderte Menschen e.V.

Schwarzwaldstr. 9 und 11

79117 Freiburg

Tel. 0761-70481-0

Postadresse Postfach 470

79004 Freiburg

Redaktionsteam Lisa Finkbeiner

Auflage 300

Sarah Korts

Kathrin Reich

Dr. Anke Schulz-Stübner

Bankverbindung Sparkasse Freiburg

Konto-Nr. 205 44 56

BLZ 680 501 01


- 1 -

Vorwort

Die Feiern anlässlich des 40-jährigen Einsatzes der FHG für Menschen

mit psychischen Problemen sind vorüber und wir sind trotz aller Freude

und Dankbarkeit froh, uns wieder mit voller Kraft unseren aktuellen

Themen und Fragen widmen zu können.

An unserer Freude über ein gelungenes Festjahr möchten wir Sie

teilhaben lassen durch einen kurzen Rückblick.

Unserer großen Dankbarkeit möchte ich an dieser Stelle einen

besonderen Platz einräumen. Meine dankbare Anerkennung gilt der

Geschäftsführung und allen hauptamtlichen Mitarbeitern sowie Frau

Rößler vom Vorstand, die von der Ideenentwicklung über die Vorbereitung und die

Durchführung die Hauptlast der Festlichkeiten getragen haben. Unterstützt wurden sie von

Ehrenamtlichen und Besuchern, auch ihnen vielen Dank.

Ganz wichtig waren für uns die Anregungen und Ratschläge und Vermittlungen unserer

Beiräte. Nichts läuft natürlich ohne Finanzmittel und Sachleistungen. Daher bedanken wir

uns bei allen, die die FHG- Feiern in irgendeiner Weise unterstützt haben, auf das

herzlichste.

Wir haben 2010 aber nicht nur gefeiert, sondern neben dem laufenden Betrieb auch eine

ganze Reihe kleiner und großer Projekte entweder angedacht oder schon angepackt.

Nennen möchte ich die zwei Klausurtage für den Club 55, an denen vorwiegend

Ehrenamtliche aber auch Nutzer und hauptamtliche Mitarbeiter teilgenommen haben. Unter

der Fragestellung „Was sind die Wünsche aller Beteiligten, und wohin könnte sich das

freiwillige Engagement weiter entwickeln?“ wurde anregend diskutiert und eine Reihe

Hinweise für die Zukunft festgehalten. Dass „Inklusion“, d.h.: das Recht auf gesellschaftliche

Teilhabe, auch für Menschen mit einem psychischen Handicap noch nicht selbstverständlich

ist, wird uns sehr deutlich.

Ich hoffe und wünsche, dass unser Bericht Ihr Interesse findet.

Gretl Klabunde

Vorsitzende


- 2 -

Inhalt

Vorwort ...............................................................................................................................1

Inhalt ...................................................................................................................................2

1 40 Jahre FHG – das Jubiläumsjahr ............................................................................3

2 Der Vorstand.................................................................................................................6

3 Geschäftsführung und Verwaltung..............................................................................8

3.1 Geschäftsführungsbericht 2010..................................................................................8

3.2 Verwaltung ...............................................................................................................12

4 Die Arbeitsbereiche der FHG .....................................................................................14

4.1 Begegnungsstätte „Club 55“.....................................................................................14

4.2 Betreutes Wohnen....................................................................................................19

4.3 Tagesstätte...............................................................................................................26

5 Was uns sonst noch wichtig ist… .............................................................................33

5.1 Gründung einer neuen Angehörigengruppe .............................................................33

5.2 EX-IN- Kurs ..............................................................................................................33

5.3 Anti-Stigma Initiative.................................................................................................33

5.4 Gruppe der Psychiatrie- Erfahrenen.........................................................................34

5.5 Soziale Inklusion ......................................................................................................34

5.6 Dankeschön .............................................................................................................35

6 Die FHG in der Presse ................................................................................................37

7 Vereinsstrukturen .......................................................................................................41

7.1 Organigramm „Quantität“ .........................................................................................41

7.2 Organigramm „Qualität“............................................................................................41

7.3 Organigramm „Finanzen“ .........................................................................................42

7.4 Aufgaben und Ziele der FHG....................................................................................42


1 40 Jahre FHG – das Jubiläumsjahr

40 Jahre Freiburger Hilfsgemeinschaft für psychisch kranke und behinderte Menschen e.V.,

40 Jahre Club 55, 40 Jahre herausragende psychiatrische Bürgerhilfe! Grund genug um zu

feiern, um Rückschau zu halten, um stolz zu sein aber auch Grund genug, selbstkritisch

Inne zu halten, in die Zukunft zu schauen, um nicht bei dem Erreichten stehen zu bleiben.

Auftaktveranstaltung des Jubiläumsjahrs war das sehr gut besuchte Benefizkonzert des

Saphir-Quartetts (MusikerInnen des Freiburger Barockorchesters) im Kaisersaal des

historischen Kaufhauses am 07.Februar. Der Kaisersaal war ausverkauft. Das Publikum gab

seiner Begeisterung für das wunderbare Konzert durch großen Beifall Ausdruck und die

Einnahmen zugunsten der Freiburger Hilfsgemeinschaft haben mitgeholfen, die Arbeit in der

gewünschten Qualität fortzuführen.

Bereits im März stand das nächste große Ereignis an. In guter Zusammenarbeit mit der

Sparkasse Freiburg war es möglich geworden, in der Meckelhalle der Sparkasse Freiburg

die Ausstellung „Ganz normal ver-rückt“ - Verborgenen Talente“ auszurichten. In einem

Workshop im Januar wurden Besucher, ehrenamtliche und professionelle Mitarbeiter unter

der Anleitung der Ergotherapeutin Frau Silvia Kahles künstlerisch tätig und schufen

Verwandlungsbilder, blinde Selbstporträts und eine „Schatzkiste“, die bei der Vernissage am

25.03.10 vorgestellt wurden und bis April zu sehen waren. Die Ausstellung ist auf großes

Interesse gestoßen und hat viel positive Resonanz hervorgerufen.

Vernissage der Ausstellung „Ganz normal ver-rückt – Verborgene Talente“

- 3 -


Höhepunkt des Jubiläumsjahres war der Festakt am 23. Juni im Winterer-Foyer des

Stadttheaters Freiburg.

Annähernd 250 Gäste aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Zusammenhängen – aus

dem Bereich der Politik, der Wirtschaft, der sozialpsychiatrischen Fachwelt, interessierte und

der FHG nahe stehende Bürger, ehemalige ehrenamtliche und professionelle Mitarbeiter,

psychiatrieerfahrene Menschen, ... – sind der Einladung gefolgt und haben das 40-jährige

Bestehen der Freiburger Hilfsgemeinschaft mitgefeiert.

Nach der Eröffnung durch die Vorsitzende Frau Klabunde und den Grußworten ließen

Zeitzeugen und Akteure die Gründungszeit für alle Anwesenden nochmals aufleben.

In einem fundierten Fachvortrag mit dem Titel „Bürgerhilfe heute – braucht man diese in der

Zukunft noch?“ konfrontierte Herr Christian Zechert – langjähriger Geschäftsführer des

Dachverbandes Gemeindepsychiatrie – die Zuhörer mit der Frage, wie eine gesellschaftlich

wirkungsvolle psychiatrische Bürgerhilfe der Zukunft aussehen kann und welche

Bedingungen sie hierzu benötigt.

Kulturell umrahmt wurde die Feier von der Gruppe „Kunst und Poesie“ der „Räume für Kunst

und Therapie“ mit „Tiefsee und Sonnentag“ unter Leitung von Frau Wiedemann und Frau

Hakenjos sowie durch den Theater- und Musikclub der Freiburger Hilfsgemeinschaft mit

dem Programm „Schwere(s)los“ unter der Leitung von Herrn Michael Labres.

Die Schüler und Schülerinnen der Schülerfirma „Tischlein Deck Dich“ der Turnseeschule

sorgten für das leibliche Wohl der Gäste.

Festakt im Winterer- Foyer

- 4 -


Ein weiteres Ereignis war das Benefizkonzert der Gruppe El

Camino mit geistlicher und weltlicher Musik aus der Zeit von

Isabella und Ferdinand von Kastilien zugunsten der FHG im

Treppenhaus des Wentzingerhauses. Auch dieses Konzert

war gut besucht und hat beim Publikum viel Beifall

hervorgerufen. Auch hier tragen die Einnahmen zur

Durchführung der zahlreichen Aufgaben der FHG bei.

Als letztes großes Ereignis im Jubiläumsjahr wurde am 27.

November der 40. Clubgeburtstag mit einem

nachmittäglichem Kaffeetrinken in den Räumen des Club 55

und einer abendlichen Feier unter dem Motto „tanzen und

chillen“ in den Räumen des Kindergartens der

Friedensgemeinde mit vielen Clubbesuchern, ehemaligen

Clubbesuchern und Freunden gefeiert.

Beim Rückblick auf das Jubiläumsjahr darf die Festschrift nicht unerwähnt bleiben. Allseits

ist sie auf große Resonanz gestoßen.

Das Jubiläum wurde dazu genutzt, das äußere Erscheinungsbild der FHG an die Zeit

anzupassen und sich mit einem neuen Logo zu präsentieren.

Das altbekannte Signet des „roten Punktes“ wurde durch Studenten der Graphikschule

Freiburg mit folgender Beschreibung weiterentwickelt und erneuert:

„Die hilfsbedürftige Person, dargestellt durch den Kreis, wird aufgefangen durch das

ehrenamtliche Engagement der Mitarbeiter der FHG (geschnittene Form). Man bietet ihr

Schutz, Aufmerksamkeit und die Möglichkeit der Selbstverantwortung. Die Person kann

sich trotz intensiver Betreuung frei und individuell entfalten, was durch das Streben nach

oben und der nach oben hin offenen Form verdeutlicht wird.“

Neben dem neuen Signet wurden außerdem sowohl die Flyer als auch

die neue Homepage überarbeitet. Damit entstand ein Bild, das die FHG und damit die Arbeit

und das Angebot außenwirksam unter einem Wiedererkennungswert präsentiert.

So möchten wir am Ende dieses Rückblicks ein herzliches Dankeschön an die vielen Helfer,

Unterstützer und Förderer aussprechen. Nur durch ihre tatkräftige und finanzielle

Unterstützung konnten die Veranstaltungen zum Jubiläumsjahr so erfolgreich sein.

Ein besonderer Dank gilt der Stadt Freiburg und dem Stadttheater für die kostenfreie

Überlassung des Kaisersaals und des Wintererfoyers, der Sparkasse Freiburg für die

Ausstellung in der Meckelhalle, den Musikern des Saphirquartetts und den Mitgliedern von

El Camino für die Benefizkonzerte, der Firma Edelmann für die kostenfreie Nutzung der

Gastronomieausstattung im Theater, der Bäckerei Scherer für die großzügigen Brötchenund

Kuchenspenden für den Festakt und den Clubgeburtstag, den Grußwortrednern und

Vortragenden und all den Gästen, die uns mit ihrer Teilnahme an unseren Veranstaltungen

ihre Wertschätzung ausgedrückt haben.

- 5 -


- 6 -

2 Der Vorstand

Gretl Klabunde (Vorsitzende)

Schon vor 25 Jahren hat mich der Leitgedanke der Gründer des

Club 55 und der FHG beeindruckt: Bürger sind offen für das

Anderssein ihrer Mitbürger, geben ihnen ein Stück Heimat in einem

geschützten Raum und stellen Beziehungen her bei gemeinsamen

Tun.

Im Laufe der Jahre lernte ich die FHG, ihr Wirken und ihre Probleme

durch die Mitgliederrundbriefe kennen. Ich konnte mir eine aktive

Mitarbeit im Club 55 sehr gut vorstellen. Verwirklichen konnte ich

dies erst, nachdem ich von einem Offenburger Gymnasium an das

Deutsch-Französische Gymnasium in Freiburg gewechselt hatte.

Dort habe ich neben meinen Fächern Französisch und Englisch auch bei Bedarf Deutsch

als Fremdsprache unterrichtet.

Im Club 55 bin ich nun seit 1987. Anwesend vorwiegend an Samstagnachmittagen, an

vielen Silvesterabenden und so manchem Osterfrühstück. Es macht mir besonders Spaß,

Wanderungen und Frauennachmittage anzubieten.

Kurz nach meiner Pensionierung wurde wieder ein neues Vorstandsmitglied gesucht und ich

hatte keinen Grund mehr, eine Kandidatur abzulehnen. So bin ich nun seit 1999 Beisitzerin

und seit 2005 Vorsitzende des Vorstandes der FHG. Aufgrund meiner Cluberfahrung ferner

"Verbindungsfrau" zwischen Vorstand und den Belangen des Club 55.

Ilma Wilhelm (Schriftführerin)

Seit Februar 2004 bin ich Mitglied des Vorstandes der FHG. Mein

beruflicher Werdegang ist kurz. Nach meiner Schulzeit absolvierte

ich eine Ausbildung zur Versicherungskauffrau und war bis zur

Familiengründung in verschiedenen kaufmännischen Bereichen

tätig. 1968 studierte ich an der Kath. Fachhochschule in Freiburg

Sozialarbeit. Nach meinem Examen erhielt ich 1971 eine Anstellung

als Sozialarbeiterin im Psychiatrischen Landeskrankenhaus

Emmendingen, heute ZfP Emmendingen. Durch meine berufliche

Tätigkeit als Dipl.-Sozialarbeiterin (FH) im ZfP, wo ich 33 Jahre im

Sozialdienst tätig war, lernte ich die FHG schon in der Gründerzeit

kennen und schätzen. Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der FHG war für mich

immer wieder befruchtend und führte in meinem beruflichen Umfeld zu vielen positiven

Denkanstößen. Die Veränderungen in der „Psychiatrie“ habe ich in meiner beruflichen Zeit

hautnah miterlebt. Die Strukturen und Konzeptionen der FHG, als eine kleine

komplementäre Einrichtung, habe ich immer schon geschätzt.

Zum 01.02.2004 ging ich in den Ruhestand. Als ich von der damaligen Vorsitzenden, Frau

Dr. Landwehrmeyer, gefragt wurde, ob ich mir eine ehrenamtliche Mitarbeit im Vorstand der

FHG vorstellen könnte, habe ich nach kurzer Bedenkzeit mein Interesse und meine

Bereitschaft mitgeteilt.

Seit Februar 2004 bin ich Beisitzerin und habe seit 2005 die Funktion der Schriftführerin und

stellvertretenden Vorsitzenden.


Karlheinz Bührer (Schatzmeister)

In der Mitgliederversammlung im April 2004 wurde ich zum

Schatzmeister gewählt. Diese ehrenamtliche Funktion übe ich

neben meiner hauptamtlichen Tätigkeit als Sozialarbeiter im Bereich

der betreuten Wohngruppen aus. Als Voraussetzung für diese

Tätigkeit bringe ich einen langjährigen Einblick in die

Finanzierungsstruktur der verschiedenen Angebote der FHG mit. In

den Jahren 1990/1991 war ich mit der Geschäftsführung des

Vereins betraut und habe seit dieser Zeit verschiedene, über meinen

eigenen Bereich hinausgehende, administrative Tätigkeiten

verantwortlich übernommen.

Annette Rößler (Beisitzerin)

Seit 1995 arbeite ich ehrenamtlich im Club 55, zunächst regelmäßig

Montagabends und später Mittwochabends.

Neben meiner Tätigkeit als Hauswirtschaftsleiterin ist der Besuch im

Club immer ein guter Ausgleich gewesen.

Hier habe ich gerne an verschiedenen Orten mitgewirkt. So etwa

beim Verkauf am Weihnachtsmarkt, in der Weihnachtsbäckerei oder

auch im Clubteam. Abgerundet hat dieses Engagement das

Zusammentreffen mit den übrigen Ehrenamtlichen.

Im Jahr 2006 bin ich Ehefrau und Mutter geworden. In dieser Zeit

habe ich sowohl beruflich wie auch im Club für ein Jahr eine Pause

eingelegt. Im Sommer 2007 bin ich gefragt worden, ob ich mir vorstellen könnte im Vorstand

mitzuarbeiten. Ich habe zugesagt, nachdem wir die Betreuung für meinen Sohn Mauro

organisieren konnten.

- 7 -


3 Geschäftsführung und Verwaltung

Friedhilde Rißmann-Schleip

Geschäftsführung

Sozialarbeiterin/ Zusatzausbildung: Betriebswirtin im Sozialwesen

bei der FHG seit 1990

3.1 Geschäftsführungsbericht 2010

Zu Beginn meines Berichtes ist es mir ein großes Bedürfnis den Vorstandsmitgliedern und

meinen Kollegen für das mir entgegengebrachte Vertrauen und die gute Zusammenarbeit zu

danken. Nicht zuletzt das gute und konstruktive Miteinander sind der Grund, dass ich die

Geschäftsführungstätigkeiten nach wie vor gerne mache.

Das Jahr 2010 zeigte viele Gesichter: zum einen ein lachendes und strahlendes Gesicht

angesichts des Jubiläums, zum anderen aber auch ein besorgtes Gesicht aufgrund von

krankheitsbedingten, personellen Schwierigkeiten und der damit verbundenen Engpässe

und Überlastung der Teammitglieder. Außerdem auch ein angestrengtes Gesicht angesichts

der anstehenden Aufgaben, der zunehmenden Bürokratie und der Dringlichkeit, ohne

zusätzliche finanzielle Mittel neue Wege zu finden, um dem Ziel der gleichberechtigten

Teilhabe psychisch kranker und behinderter Menschen (Inklusion) näher zu kommen.

Doch auch wenn viele Aufgaben nicht erledigt, viele Ziele noch nicht erreicht und viele

Probleme nicht gelöst werden konnten, war es möglich, insbesondere intern mit der

Umsetzung von Veränderungen und Weiterentwicklung zu beginnen, die in den nächsten

Jahren fortgesetzt werden müssen.

Neben den regelmäßigen Aufgaben der Geschäftsführung beschäftigte ich mich in 2010

schwerpunktmäßig mit folgend aufgeführten Vorgängen:

1. Gemeindepsychiatrischer Verbund:

Mitarbeit bei der Entwicklung eines Gemeindepsychiatrischen Verbundes in Freiburg durch

die regelmäßige Teilnahme und Mitarbeit an den monatlichen Treffen von Leistungsträgern,

Leistungserbringern, gesetzlichen Betreuern und Patientenfürsprechern. Leider gibt es

derzeit keine Vertretung von Psychiatrieerfahrenen und Angehörigen. Ziel der Treffen ist es,

einen Vertrag für einen gemeindepsychiatrischen Verbund zu schließen, um die Versorgung

psychisch kranker Menschen in der Stadt Freiburg durch eine Versorgungsverpflichtung und

eine bessere gemeinsame Planung und Kooperation zu verbessern.

2. Absenkung Fallpauschale; Betreutes Wohnen

Bemühungen, durch ein gemeinsames Vorgehen aller Träger des ambulant betreutem

Wohnens in der Stadt Freiburg, den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und

Emmendingen mit den Leistungsträgern der Eingliederungshilfe in Verhandlung zu kommen,

über die Thematik der Absenkung der Fallpauschale im Bereich ambulant Betreutes

Wohnen in Gruppen nach zwei Jahren. Die Treffen erfolgten unter meiner Federführung

und erforderten viel Vorbereitung und Nachbereitung.

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3. Weiterentwicklung Betreutes Wohnen

Beschäftigung mit und Vorüberlegung über eine Weiterentwicklung des Betreuten Wohnens

in enger Zusammenarbeit mit den Kollegen des Wohnbereichs - schwerpunktmäßig in

Richtung intensiv betreutes Wohnen als ambulante Maßnahme. Dieses Thema soll in 2011

intensiver und zielgerichteter angegangen werden.

4. Zuverdienstprojekt

Verhandlung mit der Stadt Freiburg über die Verlängerung des Projektvertrags für das

„Integrierte Zuverdienstprojekt“. Dieses Gespräch ist sehr positiv verlaufen, der

Projektvertrag wurde um weitere zwei Jahre bis zum 30. Juni 2012 verlängert und es konnte

eine personenbezogene Flexibilisierung der Teilnahmedauer erreicht werden.

Die langfristige finanzielle Absicherung sowie die Weiterentwicklung und Durchsetzung

eines bedürfnisorientierten Zuverdienstkonzeptes konnten leider noch nicht erreicht werden.

Dieses wird in den nächsten zwei Jahren eine zentrale Aufgabe bleiben. Von Wichtigkeit

sind hierbei sicherlich die Diskussionen und Verhandlungen im gemeindepsychiatrischen

Verbund zum Thema Zuverdienstangebote.

5. Auftragslage Zuverdienstprojekt

Die schlechte Auftragslage im Beschäftigungsbereich erforderte auch in 2010 verstärkte

Aktivitäten zur Akquisition von Aufträgen für das Zuverdienstangebot. Hier war die

Unterstützung durch die Geschäftsführung gefragt. Mittlerweile hat sich die Auftragslage

etwas verbessert, jedoch noch nicht ausreichend, um den Teilnehmern des

Zuverdienstangebotes durchgängig Beschäftigung garantieren zu können.

Die Überlegungen aus 2009, ein neues Beschäftigungsfeld anzubieten, um von Aufträgen

unabhängiger zu werden, waren auch in 2010 aktuell. Aufgrund knapper personeller

Ressourcen sowie aufgrund von Krankheit und Überlastung im Zuverdienstbereich konnten

bisher noch keine abschließenden konzeptionellen Überlegungen angestellt werden. Eine

Fachberatung durch die FAF (Fachberatung für Arbeits- und Firmenprojekte) im November

2009 bietet uns genügend Anregungen, ein weiteres Beschäftigungsfeld aufzubauen. Die

konzeptionelle Entwicklung und die Umsetzung benötigen noch Zeit.

6. Vertretungssituation Club 55

Aufgrund der langen Krankheitszeit der zuständigen Kollegin im Club 55 war es in engem

Zusammenwirken mit dem Vorstand und den Kollegen maßgeblich meine Aufgabe, die

Einarbeitung und Begleitung des neuen Mitarbeiters, der die Vertretung für zunächst 9

Monate übernahm, zu gewährleisten.

Mitbeteiligt war ich in meiner Funktion als Geschäftsführerin auch an den ersten

Überlegungen zur Weiterentwicklung des Club 55 – Gewinnung neuer Bürgerhelfer,

Stärkung des Profils der Bürgerhelfer, Bestrebungen, mehr Inklusion zu realisieren,

Mitbestimmung und Mitgestaltung der Besucher stärken, Weiterentwicklung von attraktiven

Angeboten für junge psychisch kranke Menschen u.a. Diese Themen werden in 2011

verstärkt angegangen werden.

7. Öffentlichkeitsarbeit

Maßgebliche Mitarbeit im Rahmen der Öffentlichkeitsgruppe bei der Vorbereitung und

Gestaltung des Jubiläumsjahres sowie (in enger Zusammenarbeit mit einer Kollegin und

zwei Graphikstudenten) bei der Erneuerung der Außendarstellung wie Entwicklung eines

neuen Logos, Gestaltung neuer Flyer und Neugestaltung der Homepage.

8. Angehörigengruppe

Unterstützung zur Entwicklung einer „neuen Angehörigengruppe“ (siehe auch Kapitel 5)

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9. Projekt kulturelle Teilhabe

Seit Anfang des Jahres arbeiten wir in Kooperation mit anderen Trägern von Einrichtungen

für psychisch kranke und wohnungslose Menschen und Kunsthartz (einer Gruppe von

überwiegend arbeitslosen Künstlern) unter Federführung zunächst des Caritasverbandes

Freiburg Stadt e.V., mittlerweile unter Federführung der Diakonie Freiburg an der

Realisierung eines kulturellen Teilhabeprojektes, das durch die Projektförderung von Aktion

Mensch finanziert werden soll. An den zahlreichen Konzeptionsbesprechungen habe ich

regelmäßig teilgenommen, nicht zuletzt um die Vorstellungen und Ideen sowie die

bisherigen Aktivitäten der FHG in das Projekt einzubringen. Das Projekt soll in 2011 mit der

Arbeit beginnen, sofern die Finanzierung gesichert werden kann.

Im Vorfeld gab es eine Theatergruppe im Club, die bereits beim Jubiläum aufgetreten ist.

Deren Finanzierung ist für 2011 noch nicht gegeben.

10.Behindertenbeirat

Im März 2010 wurde in der Stadt Freiburg erstmals ein Behindertenbeirat von behinderten

Bürgern gewählt. Leider war es nicht möglich, einen psychisch erkrankten Menschen für die

Kandidatur zu gewinnen, so dass die Vertretung von psychisch kranken Menschen im Beirat

nicht stattfinden konnte. Aus diesem Grund habe ich mich als Institutionsvertreterin für den

Beirat aufstellen lassen und wurde gewählt. Mein Ziel ist es, die Idee des Behindertenbeirats

sowie dessen Aktivitäten und Möglichkeiten FHG- intern zu verbreiten und einen Nutzer der

FHG- Angebote zu gewinnen, bei den nächsten Wahlen für den Beirat zu kandidieren.

Darüber hinaus habe ich mich - in Zusammenarbeit mit Vorstand, Kollegen und Besuchern -

mit folgenden Themen beschäftigt.

• Auswirkungen der Ratifizierung der UN-Menschenrechtskonvention auf die

Lebenssituation psychisch kranker Menschen

• Realisierung von Inklusion

• EX-IN - psychisch erkrankte Menschen werden ausgebildet, um als Peerberater im

sozialpsychiatrischen Bereich zu arbeiten (siehe auch Kapitel 5).

Im Folgenden werde ich - wie jedes Jahr - in einer Aufzählung meine regelmäßigen

Aufgaben, die Teilnahme und Mitarbeit in verschiedenen internen und externen Gremien

sowie Veränderungen bei diesen Vorgängen kurz darstellen.

Tätigkeiten in Bezug auf Finanzen

1. Antragstellung und Verwendungsnachweise

• bei der Stadt Freiburg für Club 55 und Verwaltung sowie für die Kontakt- und Anlaufstelle

(Mittagstreff)

• Anträge an den Hilfsverein für Nerven- und Gemütsleiden für Aktivitäten im Club 55

• Antrag auf Spendenmittel bei der PSD für die Theater- und die Bewegungsgruppe

• Antrag bei der Bürgerstiftung und bei OFF für den Musik- und Theaterclub der FHG

• Antrag bei der BZ- Weihnachtsaktion für neue Sofas im Club

• Antrag bei der Allgemeinen Stiftungsverwaltung Freiburg, der Freiburger

Bürgerschaftsstiftung und der Wilhelm-Oberle-Stiftung zur Finanzierung der EX-IN-

Ausbildung für einen Besucher

2. Vorläufiger Jahresabschluss und Erstellung eines Haushaltsplans

3. Unterstützung und Mitarbeit bei der Buchführung

4. Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsprüfer Herrn Giesel - an dieser Stelle ein herzliches

- 10 -


Dankeschön an Herrn Giesel für die gute und hilfreiche Zusammenarbeit

5. Einwerben von Spenden und Bußgeldern

6. Suche nach neuen Finanzquellen

Personalangelegenheiten

• Formulierung von Arbeitsverträgen in Zusammenarbeit mit einem Vorstandsmitglied

• Einstellungsgespräche

• Personalführung

Vereinsangelegenheiten

• In 2010 erarbeitete der Vorstand mit meiner Unterstützung eine neue Vereinssatzung, die

bei der nächsten Mitgliederversammlung in 2011 verabschiedet werden soll

• Verabschiedung einer neuen Geschäftsordnung des Vorstandes

• Erarbeitung eines Dienstvertrags mit der Geschäftsführung, in dem die Kompetenzen und

Befugnisse des/der GeschäftsführerIn geregelt werden

Gremienarbeit - Intern

• Vorbereitung der wöchentlichen Arbeitsbesprechung

• Vorbereitung und Protokollierung der ca. monatlich stattfindenden Vorstandssitzung

• Vorbereitung der Mitarbeiter-Vorstand-Sitzungen in Zusammenarbeit mit Kollegen und

Vorstand

• Vorbereitung der Beiratssitzungen in Zusammenarbeit mit Vorstand und Kollegen (in 2010

wegen des Jubiläums lediglich eine Sitzung)

• Vorbereitung der Mitgliederversammlung am 01.10.2010 in Zusammenarbeit mit

Vorstand und Kollegen

• Vorbereitung und Mitarbeit in der Öffentlichkeitsgruppe

• Teilnahme an Bereichsbesprechungen

• Teilnahme an Team- und Fallsupervisionen

• Teilnahme am FHG-Forum

Gremienarbeit - Extern

• AK sozialpsychiatrischer Hilfen

• Mitarbeit in der Arbeitsgruppe Gemeindepsychiatrischer Verbund

• Mitglied als sachkundiger Bürger im Sozialausschuss der Stadt Freiburg

• AK Eingliederungshilfe – Kreisverband DPWV

• Projektgruppe Kulturelle Teilhabe

• Arbeitsgruppe der Träger von ABW in der Region

• Fachgruppe Psychiatrie des Landesverbandes DPWV in Stuttgart 3 mal im Jahr

• Mitgliederversammlung des DPWV Kreisverbandes.

• Mitgliederversammlung des Paritätischen Landesverbandes

• Tagung und Mitgliederversammlung des Dachverband Gemeindepsychiatrie

• Jahrestagung Regio 2010 und Mitgliederversammlung des Landesverbandes

Gemeindepsychiatrie

• Jahrestagung der DGSP (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie)

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich als Vertreterin der Freiburger

Hilfsgemeinschaft e.V. mit einem Beitrag zu dem Thema „Bürgerhilfe in der Psychiatrie“ zur

Regio 2010 in Stuttgart, zur Impulstagung des Dachverbandes Gemeindepsychiatrie in

Kassel und zur Jahrestagung der DGSP eingeladen wurde. Diese Einladung ist eine

- 11 -


Anerkennung des 40-jährigen Wirkens der FHG.

Ziele für das Jahr 2011

Neben der Hoffnung, dass die positive Stimmung des Jubiläumsjahres und die erfahrene

Wertschätzung auch in 2011 zum Tragen kommt, hoffe ich, dass es uns gelingt, in 2011

einige Probleme lösen als auch die gesteckten Ziele realisieren zu können:

• Stabilisierung des Teams

• auskömmliche personelle Ressourcen

• Gewinnung neuer und zusätzlicher Vorstandsmitglieder

• Stabile und ausreichende Finanzen

• Konzeptionelle Weiterentwicklung des ambulant betreuten Wohnens

• Gewinnung neuer Bürgerhelfer

• Weiterentwicklung der Clubarbeit

• geregelte Mitbestimmung

• Stabilisierung des Beschäftigungsangebotes durch ausreichende Finanzierung und stabile

Auftragslage

• Weiterentwicklung des Zuverdienstbereichs

• Erschließung neuer Finanzierungsquellen für Investitionskosten unserer Angebote

• Abschluss des Vertrages über den GPV

• Finanzierung des Musik- und Theaterclubs der FHG

3.2 Verwaltung

Christine Binger

Verwaltung

Stenophonotypistin

bei der FHG seit 1996

Auch im Bereich der Verwaltung gab es im Jahre 2010 einige Engpässe zu verzeichnen.

Über die Dauer von ca. 2 Monaten konnte die Verwaltung wegen eines Krankheitsfalles nur

über das Nötigste abgedeckt werden. Die unterschiedlichen Aufgabenbereiche wurden

weitgehend auf die anderen MitarbeiterInnen übertragen, wobei die hauptsächliche Arbeit

(Buchführung etc.) bei der Geschäftsführung lag.

Inhaltlich blieben die Aufgabenfelder im Vergleich zum Vorjahr nahezu identisch. Sie sind

nach wie vor sehr vielseitig und abwechslungsreich.

• Die Buchführung ist der Hauptanteil meiner täglichen Arbeit, zum einen die Buchung der

Geschäftsvorfälle, Führen der Handkasse, Überwachung von Verbindlichkeiten und

Eingangskontrolle der Forderungen (z.B. Tagesstättenrechnungen, Mietzahlungen,

Bußgelder, Pauschalen Betreutes Wohnen, u.a.) sowie Durchführung des

Zahlungsverkehrs in Absprache mit der Geschäftsführung

• Spendeneingänge verwalten/ Spendenbescheinigungen ausstellen

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• Verwaltung der Privatgelder der Klienten, die bei der FHG eingehen und ausbezahlt

werden

• In enger Zusammenarbeit mit Herrn Bührer die Erledigung von Personalangelegenheiten

(An- und Abmeldungen, Vorbereitung der monatlichen Gehaltszahlungen, Kontakt zum

Kommunalen Versorgungsverband u.a.)

• Allgemeine Korrespondenz

• Telefonservice

• Büromaterialverwaltung

• Abwicklung des Posteingang und Postausganges

• Führen des Terminkalenders und des Urlaubsplanes

Neues aus 2010

Neuerungen sind insbesondere im Bereich der Buchführung zu benennen.

Seit Oktober 2010 kommt einmal pro Monat eine Mitarbeiterin von PARTAX

(Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) zur Unterstützung bei der Buchführung, um Buchungen

gemeinsam zu kontrollieren bzw. auftretende Buchungsfragen abzuklären.

Ausblick

Im Jahre 2012 werde ich meine aktive Mitarbeit beenden. Im Rahmen des Blockmodells

„Altersteilzeit“ läuft die sog. aktive Phase zu Ende 2012 aus und geht in die 3-jährige

passive Phase über.

Wenngleich bis dahin noch einige Zeit vergehen wird, geht es in diesem und kommenden

Jahr sicherlich darum alles für meine Nachfolge zu organisieren und vorzubereiten.

- 13 -


4 Die Arbeitsbereiche der FHG

4.1 Begegnungsstätte „Club 55“

Als Begegnungsstätte spricht der Club einerseits all diejenigen an, die aufgrund ihrer

seelischen Erkrankung, Behinderung oder Gefährdung unter Isolation und Einsamkeit

leiden. Andererseits werden jene angesprochen, die der Ausgliederung seelisch kranker

Bürger aus der Gesellschaft durch die Überwindung eigener Vorurteile und Ängste

entgegenwirken wollen.

Dieses Miteinander von Betroffenen und BürgerhelferInnen hat zum Ziel, Vereinsamung und

daraus entstandene seelische Schwierigkeiten zu überwinden. Gleichzeitig soll in einer

vorurteilsfreien Atmosphäre ein Erfahrungsaustausch zwischen anderen psychisch kranken

Menschen aber auch mit Freiburger BürgerInnen, die sich ehrenamtlich engagieren, möglich

gemacht werden.

Das Angebot erstreckt sich über die unterschiedlichsten Freizeitaktivitäten: von

Kaffeenachmittagen und Wanderungen, über Diskussionsabende und Filmvorführungen bis

hin zu Kochabenden, Frauenfrühstück und vielen mehr.

Mitarbeiter im Club 55

Margret Kreuzberg

Club 55

Sozialarbeiterin

bei der FHG seit 1986

Uwe Maasberg

Club 55

Religionspädagoge

bei der FHG seit 2010

Michael Steinbrück

Club 55

Sozialarbeiter

bei der FHG seit 2010

- 14 -


Besucher und Mitarbeitende im Club 55

Club-Besucher

Die Besucher des Club 55 bildeten auch im vergangenen Jahr die bekannte heterogene

Gruppe von Bürgern mit - und zu einem kleineren Teil auch ohne - Psychiatrieerfahrung.

Langjährig bekannte Nutzer zählten genauso dazu wie Besucher, die zum ersten Mal den

Weg in unsere Begegnungsstätte fanden. Vielseitig auch die Interessen und Erwartungen,

von denen ausgehend der Club 55 genutzt wird: mancher sucht die Aktivität und

Geselligkeit, mancher eher den Schutzraum und die Ruhe; die eine möchte mitgestalten, die

andere nimmt gezielt ein Angebot wahr und bleibt darüber hinaus distanziert. In dieses

bekannte Bild fügt sich die Beobachtung, dass der Anteil jüngerer Besucher auch weiterhin

relativ gering ist (Statistik zu Besucherzahlen: siehe weiter unten). Sich dieser Situation und

den damit verbundenen Herausforderungen zu stellen, bleibt genauso wie die Ermöglichung

von authentischer Beteiligung der Besucher am Clubleben eine Aufgabe, wohl nicht nur für

das kommende Jahr.

Bürgerhelfer

„Nur Bürger können Bürger integrieren.“ Dass diese von Klaus Dörner genannte zentrale

Voraussetzung für die Verwirklichung gesellschaftliche Teilhabe im Club 55 zu einem guten

Teil erfüllt ist, zeigen allein die 23 freiwilligen Mitarbeiter, die sich in 2010 wieder an

Clubnachmittagen und -abenden engagiert und auf diese Weise zahlreiche Begegnungen

ermöglicht haben. Bedeutend auch der Beitrag der Begleiterinnen der beiden

Freizeitgruppen sowie der verschiedenen Bürgerhelfer, die im Rahmen des Club-

Programms aktiv waren. In der Summe kann damit gesagt werden, dass das

Bürgerschaftliche Engagement im Club stabil und verlässlich ist und auch die Zahl der

Engagierten im Wesentlichen konstant ist. Namentlich bedeutet dies, dass wir zwar den

Abschied von Frau Ingrid Bonhage, Frau Angela Vöhringer (beide seit Anfang 2010

engagiert) und Frau Kathleen Peters (seit 2008) verkraften mussten, andererseits sind mit

Frau Kerstin Haine und Frau Lisa-Marie Schwarz auch wieder neue Mitarbeiterinnen

dazugekommen.

Gelegenheit zum Austausch bot sich den Ehrenamtlichen in regelmäßigen

Mitarbeiterrunden. Auch die kritisch-konstruktiven Diskussionen zu notwendigen

Veränderungen im Club, die später in Klausurtagen vertieft wurden, hatten hier einen

Ausgangspunkt. Ein Thema, das hierbei immer wieder auftauchte, ist die relativ hohe Zahl

an älteren Bürgerhelfern im Club 55, die in den nächsten Jahren zwangsläufig größere

Umbrüche erwarten lässt. Wie Herr Zechert in seinem Festvortrag jedoch darauf hinwies, ist

die Bewältigung des notwendigen Generationenwechsels eine Herausforderung, die nicht

nur die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Club 55 betrifft, sondern für die gesamte

psychiatrische Bürgerhilfe gilt. Lösungen, die dem Club 55 helfen, müssen freilich vor Ort

gefunden werden. Aber die sieben jüngeren Freiwilligen (unter 30 Jahre), die bereits jetzt im

Club aktiv sind, mögen wohl zeigen, dass ein Engagement im Club weiterhin eine gewisse

Attraktivität ausstrahlen kann.

Berufliche Mitarbeiter

Die personelle Situation auf Seiten der Hauptamtlichen im Club 55 war im Jahr 2010 durch

einen längeren krankheitsbedingten Ausfall der Club-Sozialarbeiterin Margret Kreuzberg

geprägt. So konnte Frau Kreuzberg in den ersten sechs Monaten des Jahres nicht für den

Club tätig sein und begann dann eine Wiedereingliederung mit sich stufenweise erhöhenden

Stundenumfang. Während der ganzen Zeit (und auch schon in den Monaten zuvor) stand

- 15 -


Sozialarbeiter Michael Steinbrück als Vertretung und Entlastung von Frau Kreuzberg im

Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung zur Verfügung. Zudem wurde Uwe Maasberg

von April bis Dezember des Jahres mit einer 50%-Stelle beschäftigt. Auch durch das

zusätzliche Engagement der Bürgerhelfer, Vorstandsmitglieder und Kollegen gelang es auf

diesem Wege, die Arbeit im Club fortzusetzen. Da sich Frau Kreuzberg auch zu Ende des

Jahres noch in der Wiedereingliederung befand, wurde die Beschäftigung von Herrn

Maasberg noch einmal um sechs Monate bis Juni 2011 verlängert. Schon in den ersten

Monaten des neuen Jahres müssen jedoch Überlegungen angestellt werden, wie die

personelle Situation im Club langfristig gestaltet werden kann.

Club-Selbstverwaltung

Das zentrale Mitbestimmungsgremium im Club 55 – die Club-Vollversammlung - konnte im

vergangenen Jahr leider nicht aktiv sein. Dies hing zum einen mit dem Ausfall von Margret

Kreuzberg zusammen, die sich in den Jahren zuvor gemeinsam mit dem Club-Team für die

Organisation und Durchführung verantwortlich zeigte. Zudem ließen die in 2009 noch

durchgeführten Versammlungen ein geringeres Interesse an der Teilnahme seitens der

Besucher erkennen. Im vergangenen Jahr wurde daher zunächst mittels Befragung und

Diskussionsrunden der Frage nachgegangen, ob andere Formen der Mitbestimmung - z.B.

die Interessenvertretung durch gewählte Besucher- bzw. Nutzersprecher - zeitgemäßer und

erfolgsversprechender eingeschätzt werden. Als Ergebnis stand jedoch die Absicht, es mit

der Vollversammlung auch weiterhin zu versuchen. Mit dem Votum der Besucher für

basisdemokratische Mitbestimmungsformen und der Zuversicht, dass die Vollversammlung

durch die Bearbeitung relevanter und attraktiver Themen wieder an Vitalität gewinnen wird,

wurde daher eine erneute Einberufung dieses Gremiums für den Februar 2011 beschlossen.

Dann soll auch ein neues Club-Team gewählt werden, in der bekannten Zusammensetzung

von Besuchern, Bürgerhelfern und dem Club-Sozialarbeiter.

Freizeit und Begegnungsmöglichkeiten – Beständiges und Neues

Die Clubnachmittage und -abende

Im vergangenen Jahr war der Club an 203 Tagen für die Besucher geöffnet – die

Öffnungszeiten blieben dabei unverändert (Mittwoch- und Samstagnachmittag; Montag-,

Mittwoch- und Donnerstagabend). An 102 Kaffeenachmittagen und 151 Clubabenden

konnten im Durchschnitt 15 Besucher pro Öffnungszeit begrüßt werden (Zahlen beruhen

z.T. auf Schätzungen). Die am stärksten nachgefragten Zeiten waren erneut die beiden

Nachmittage. Zudem ist ersichtlich, dass das Interesse in den Wintermonaten deutlich

stärker ist. Neben Gesprächen und Kartenspielen fanden an verschiedenen Nachmittagen

und Abenden integriert auch Veranstaltungen aus dem Club-Programm statt (siehe unten).

Gut genutzt wurden wieder insbesondere die Möglichkeiten zur gemeinsamen Sonn- und

Feiertagsgestaltung, wie z.B. Osterfrühstück, gemeinsamer Heiligabend und die

Silvesterparty.

Mit Blick auf die verhältnismäßig geringe Präsenz jüngerer Besucher wird jedoch zu

überlegen sein, ob veränderte Öffnungszeiten oder eine veränderte Gestaltung einzelner

Nachmittage und/oder Abende hier etwas bewirken können. Als wesentlicher Faktor für eine

bessere Ansprache jüngerer betroffener Bürger kann aber wohl vermutet werden, dass es

gelingt, jüngeren Besuchern den Kontakt verstärkt auch mit jüngeren Bürgern bzw.

Bürgerhelfern zu ermöglichen.

- 16 -


Das Club-Programm

Die Angebote in der Übersicht

In dem aus den Vorjahren bekannten Rahmen wurde auch im Jahr 2010 ein

Freizeitprogramm für psychisch belastete und von Einsamkeit bedrohte Menschen gestaltet,

dessen Angebote stets auch für andere interessierte Bürger offen waren. Dazu zählten

sowohl die von Ehrenamtlichen organisierten Aktivitäten als auch Veranstaltungen, die von

Besuchern in Selbstorganisation durchgeführt bzw. initiiert wurden. Das inhaltliche Spektrum

spannte sich dabei von Wanderungen und Spaziergängen über kulturelle Veranstaltungen

(Dia-Vortrag und Theaterbesuch) bis hin zu politischen Aktivitäten (u.a. Besuch einer

Podiumsdiskussion zum Thema Euthanasie). Zu den regelmäßigen (meistens) in die

Clubnachmittage und -abende integrierten Veranstaltungen können das gemeinsame

Abendessen (sechswöchig), die monatlichen Diskussionsrunden „Was soll das mit dem

Theater“ mit Michael Labres, die Frauennachmittage, der Singkreis (2 x im Monat mit

Annette Wiedemann) und verschiedene Filmvorführungen gezählt werden. Angeboten

wurde im Sommer auch ein clubinternes „Public-Viewing“ zu einigen WM-Spielen der

deutschen Nationalmannschaft. Erstmalig im Programm stand das Angebot eines

monatlichen Gesprächskreises mit Frau Katharina Lübke zu dem Thema „Was tut mir gut?“

- ein Austausch über persönliche Kraftquellen im Alltag.

Schwerpunkte und weitere Aktivitäten

Ausflug in den Zoo nach Karlsruhe

- 17 -

Aus organisatorischen Gründen

konnte im Jahr 2010 im Gegensatz

zu den Vorjahren keine mehrtägige

Freizeit für Besucher angeboten

werden. Als ein Ersatz hierfür

wurden jedoch sechs Ausflüge im

Rahmen der so genannten

Tageserholung ins Programm

genommen. Die ganztägigen

Unternehmungen gingen u.a. nach

Riehen/Basel (Rousseau-

Ausstellung), Karlsruhe (Zoo) und

Villingen-Schwenningen (Landesgartenschau)

und wurden von den

Besuchern ausnahmslos sehr gut

angenommen.

Die Planung und Durchführung der Ausflüge wurde jeweils von Michael Steinbrück und

seiner Frau Anne unterstützt. Finanziell wurde die Tageserholung durch einen Zuschuss des

Hilfsvereins für seelische Gesundheit in Baden-Württemberg e.V. ermöglicht.

Nachdem die Club-Zeitung Zasius seit einiger Zeit nicht mehr erscheinen konnte (u.a. aus

finanziellen Gründen), beschloss das Club-Team im vergangenen Jahr die Neuaufnahme

eines Zeitungs-Projektes für den Club 55. Es fand sich daraufhin eine Gruppe von

Besuchern, die sich gemeinsam mit Michael Steinbrück, der schon früher in der Redaktion

des Zasius aktiv war, für den Neuanfang engagieren wollte. Da im vergangenen Jahr bereits

vier Treffen stattgefunden haben, kann im Frühjahr 2011 mit einer neuen Ausgabe


gerechnet werden.

Freizeitgruppen

Das Jugendprojekt - die Freizeitgruppe für junge psychisch kranke oder belastete

Menschen - war auch im Jahr 2010 aktiv: die Gruppe traf sich in der Kneipe, ging Spazieren

oder ins Kino, auch Ausflüge wie z.B. Floßfahrten in Taubergießen wurden unternommen.

Letztere wurden ebenfalls durch einen Zuschuss des Hilfsvereins für seelische Gesundheit

ermöglicht. Begleitet wird die junge Freizeitgruppe von Nadine Bassümer (seit 2007) und

neu dazu gekommen – Jessica Waldbüßer, einer ehemaligen Praktikantin der Tagesstätte.

Zudem unterstützt ZDL Luca Kimme als männliches „Gegengewicht“ die Gruppe. Kathrin

Gilg stand leider ab der Mitte des Jahres nicht mehr zur Verfügung. Die Zahl der Teilnehmer

schwankt (5-10) und darf im neuen Jahr durchaus noch etwas steigen. Helfen soll hierbei

u.a. ein neuer Info-Flyer, welcher gemeinsam inhaltlich überdacht wurde und derzeit grafisch

gestaltet wird. Darauf stehen wird wohl auch ein neuer Name für die Gruppe, der jedoch hier

noch nicht verraten wird.

Auch die Freizeitgruppe ohne Altersbegrenzung traf sich regelmäßig in ca.

zweiwöchentlichem Rhythmus. Die Zusammensetzung der Gruppe (8-12 TN pro Treffen) ist

über die letzen Jahre hinweg sehr stabil geblieben, auch das Programm orientiert sich an

bekannten Aktivitäten und Unternehmungen. Verändert hat sich jedoch die ehrenamtliche

Begleitung der Gruppe, die nach dem Ausscheiden von Yvonne Eitzenberger (seit 2007)

zum Herbst des Jahres nun Caroline Manto übernommen hat.

Club-Entwicklung 2010 – Klausurtage, Diskussionsrunden und viele Gespräche

Lebendige soziale Gebilde, wie eine Begegnungsstätte für psychisch kranke Menschen,

stehen wohl immer wiederkehrend vor der Aufgabe, ihren Alltag und ihr Wirken zu

überdenken und an aktuelle Anforderungen und veränderte Interessen anzupassen. Warum

kommen Besucher in den Club? Was will und kann man anbieten? Wie sieht eine

gelungene Balance von Machen und Machen-lassen aus? Wann ist welche Unterstützung

hilfreich? Fragen, die nach Antworten verlangen. Und im vergangenen Jahr haben wir

versucht, auf der Suche nach diesen Antworten wieder verstärkt in Bewegung zu kommen.

Entwicklungen werden in der Regel dadurch angestoßen, dass die Beteiligten miteinander

ins Gespräch kommen. Dem haben wir in verschiedenen Foren und Veranstaltungen

versucht Platz zu geben. So fanden von April bis September drei Diskussionsrunden zum

Thema „Interessenvertretung und Mitwirkung“ statt. Hier wurde wiederum eine Befragung

der Besucher angeregt, die dann auch von einer trialogisch besetzten Arbeitsgruppe

umgesetzt wurde (eine Dokumentation der Ergebnisse gibt es im Club-Büro). Den

Schwerpunkt des Reflexions- und Austauschprozesses bildeten jedoch die Klausurtage im

Oktober und November. Zunächst trafen sich die Bürgerhelfer unter sich, übten Kritik und

entwickelten Zukunftsideen. Dann folgte ein weiterer Klausurtag, diesmal gemeinsam mit

Besuchern und hauptamtlichen Mitarbeitern – die FHG blieb an diesem Tag zu. Wieder ging

es um einen Austausch über Grundsätze und grundlegende Ziele, wieder wurde engagiert

diskutiert. Am Ende stand neben vielen Ergebnissen so etwas wie ein gemeinsames Fazit:

Es soll und kann lebendiger werden im Club und gemeinsamer Austausch ist dafür von

besonderer Bedeutung.

- 18 -


Eine Zusammenfassung der Ergebnisse auf nur wenige Aspekte und Ziele kann der

eigentlichen Fülle der Ideen nicht gerecht werden und soll doch versucht werden:

1. mehr Selbstbestimmung und Beteiligung ermöglichen

2. mehr gesellschaftliche Inklusion versuchen

3. den Generationenwechsel bei den Bürgerhelfern gestalten

4. Interessen der Besucher und Angebote des Clubs besser zusammenbringen

5. mehr gesellschafts- und sozialpolitisches Engagement zeigen

6. jüngeren Betroffenen (Begegnungs-) Räume ermöglichen

7. eine gemeinsame Sprache finden und Trialog (inkl. Bürger) praktizieren

8. tragfähige Strukturen entwickeln, die die Umsetzung dieser Ziele befördern

Ein Teil der zusammengetragenen Gedanken beim Klausurtag

- 19 -

Bei der Durchführung der

Klausurtage wie auch für den

Gesamtrahmen des

Austausches erwies sich die

Orientierung an den Schritten

der Zukunftswerkstatt als

hilfreich. Kritik- und

Phantasiephase sind nun

vorerst abgeschlossen, die

Verwirklichung von

Entwicklung steht hingegen

noch aus. Ob also das Club-

Jahr 2011 ein Jahr von

Entwicklungen sein wird, wird

sich noch zeigen müssen.

Ein wenig Optimismus dürfen

wir uns wohl gestatten.

4.2 Betreutes Wohnen

Wohnen ist für jeden Menschen das zentrale Grundbedürfnis und der räumliche

Bezugspunkt für das Leben in der Gemeinschaft. Es verwirklicht ferner die Bedürfnisse nach

Privatheit, Schutz, Vertrautheit, Zugehörigkeit und Selbstbestimmung.

Unter dieser Prämisse werden von der Freiburger Hilfsgemeinschaft seit 1975 betreute

Wohnmöglichkeiten für psychisch kranke Menschen angeboten.

Die FHG bietet ambulant betreutes Wohnen in Form von Betreuten Wohngemeinschaften

(drei bis vier Personen), Betreutes Einzel- und Paarwohnen (in den eigens angemieteten

Wohnungen) an. Zumeist schließen sich Betreuungsformen an mehrfache oder lange

Klinikaufenthalte an.

Die Betreuung richtet sich an Personen, die fachliche Hilfe benötigen; Ziel ist die Hinführung

zu einer selbstständigen Lebensführung unter Vermeidung stationärer Behandlung oder

Hilfe.


Unterstützung im Rahmen des Betreuten Wohnens kann in folgenden

Lebensbereichen erfolgen:

• Sicherung der materiellen Grundversorgung

• Selbstversorgung

• Tagesgestaltung und Kontaktfindung

• Arbeit und Ausbildung

• Behandlung und Therapie

• Krankheitsbehandlung und Situationsklärung

• Bewältigung von Krisen

Mitarbeiter im Betreuten Wohnen

Karlheinz Bührer

Betreute Wohngruppen und Betreutes Einzelwohnen

Sozialarbeiter

bei der FHG seit 1987

Lisa Finkbeiner

Betreute Wohngruppen und Betreutes Einzelwohnen

Sozialarbeiterin

bei der FHG seit 2007

Kathrin Reich

Betreutes Einzelwohnen

Sozialarbeiterin

bei der FHG seit 2008

- 20 -


Friedhilde Rißmann-Schleip

Betreutes Einzelwohnen

Sozialarbeiterin/ Zusatzausbildung Betriebswirtin in Sozialwesen

bei der FHG seit 1990

Hubert Schaubhut

Betreutes Einzelwohnen

Sozialarbeiter

bei der FHG seit 1992

Personelle Veränderungen

Frau Sarah Korts, die im November 2006 ihren Erziehungsurlaub begonnen hatte konnte ab

Januar 2010 für eine Mitarbeit auf Stundenbasis gewonnen werden (4 Std. wöchentlich) Sie

ist derzeit in einer Wohneinheit und beim Betreuten Einzelwohnen eingesetzt. Des Weiteren

haben wir uns personell durch 4 Aushilfskräfte verstärkt, die nebenberuflich im Rahmen der

sog. Übungsleiterpauschale tätig sind. Hier können für unsere Bewohner Hilfestellungen im

hauswirtschaftlichen Bereich angeboten und flexibel eingesetzt werden.

Statistische Daten

In 2010 wurden im ambulant betreuten Wohnen der Freiburger Hilfsgemeinschaft insgesamt

58 Personen unterstützt und begleitet: 29 Frauen und 29 Männer.

Der Altersdurchschnitt betrug 42,7 Jahre.

51-60 Jahre

17%

61-70 Jahre

10%

41-50 Jahre

28%

älter als 70 Jahre

2%

21-30 Jahre

16%

- 21 -

31-40 Jahre

27%


In der Grafik zeigt sich, dass Menschen in der Altersspanne von 21 bis über 70 Jahre von

uns betreut wurden. Die meisten der von uns betreuten Menschen sind zwischen 31 und 50

Jahre alt.

In Bezug auf den Familienstand der von uns Betreuten kann festgehalten werden, dass 83%

ledig, 10% geschieden, 3% getrennt und 2% verheiratet waren (2%: keine Angabe). 97%

der Betreuten hatten die deutsche Staatsangehörigkeit.

Die Personen, die von uns in 2010 betreut wurden, kamen über unterschiedliche

Zugangswege zu uns. In den meisten Fällen erfolgte eine Vermittlung über die Klinik bzw.

eine andere soziale Einrichtung.

Anzahl der

Betreuten

16

14

12

10

8

6

4

2

0

Ein Blick auf die finanzielle Situation unserer Klienten des Betreuten Wohnens zeigt, dass

ein Großteil der Menschen mit dem Existenzminimum auskommen muss. Dies bedeutet,

einen Lebensunterhalt in Höhe von 359,- € plus Mietkosten (Kaltmiete von max. 305,- € plus

Nebenkosten) zur Verfügung zu haben. Das durchschnittliche monatliche Einkommen liegt

bei ca. 750,-€. Erwerbseinkommen bei den Klienten des ambulant betreuten Wohnens

bedeutet: zumeist eine geringe Entlohnung in der Werkstatt für behinderte Menschen, oder

durch einen 400,-€ - Job. Alle Beschäftigungen sind im Niedriglohnsektor angesiedelt.

- 22 -


(Mehrfachnennungen möglich, da oft das Einkommen aus mehreren Einkommensquellen besteht; bsp. EM-

Rente und ergänzende Grundsicherung).

Das folgende Diagramm zeigt die Verweildauer der Klienten im Betreuten Wohnen. Es wird

ersichtlich, dass die Mehrheit der ABW – Klienten 6 Jahre

3-6 Jahre

1-3 Jahre

Erwerbsminderungsrente

< 1 Jahr

Altersrente

Sozialhilfe

Unterhalt

sonstige Renten

Erwerbseinkommen

Andere

Alg II

Grundsicherung

2,27%

2,27%

2,27%

3,41%

7,95%

9,09%

19,32%

In 2010 sind 10 Personen aus dem ambulant Betreuten Wohnen der FHG ausgeschieden.

Vier Personen konnten die Begleitung regulär beenden und sind nun in der Lage ohne oder

mit geringerer Unterstützung z.B. durch den SpDi auszukommen.

Drei Klienten haben die Unterstützung abgebrochen obwohl aus unserer Sicht eine

intensive Begleitung dringend erforderlich wäre. Bei zwei Klienten musste das ABW die

Begleitung abbrechen, da sich der Gesundheitszustand derart verschlechtert hatte, dass

eine ambulante Betreuung nicht mehr zu verantworten war. Beide Klienten wurden in eine

stationäre Pflegeeinrichtung verlegt, da keine adäquate stationäre Eingliederungseinrichtung

zur Verfügung stand. Ein Klient ist verstorben.

12

12

- 23 -

26,14%

27,27%

0 5 10 15 20

Anzahl der Betreuten

14

20


Trotz intensiver Begleitung in Krisen benötigen Klienten des ambulant betreuten Wohnens

aufgrund schwerwiegender psychiatrischer Krisen immer wieder Klinikaufenthalte.

In 2010 sind relativ wenige Klinikaufenthalte notwendig geworden, lediglich drei Klienten

benötigten längere stationäre Behandlung.

D auer der

Klinikaufenthalte

kein

Klinikaufenthalt

88%

< 4 Wochen

7%

4-12 Wochen

2%

> 12 Wochen

3%

Neues aus 2010

Veränderungen in den Wohngruppen

Das Kalenderjahr 2010 war geprägt von großen Veränderungen. Zwei unserer

Wohngemeinschaften wurden uns seitens der jeweiligen Vermieter gekündigt. Eine

rechtliche Beratung hat ergeben, dass der im BGB verankerte Kündigungsschutz für

Wohnraum paradoxerweise in unserem Falle nicht greift.

Bei den gekündigten Wohnungen handelt es sich zum einen um die Gallwitzstr. 71, in der

vier unserer Bewohner lebten und die wir seit März 2001 angemietet hatten. Diese

Wohnung war von der Freiburger Stadtbau nach dem Abzug der französischen Streitkräfte

übernommen und an die FHG vermietet worden. Später wurde die Wohnung an einen

privaten Investor - die Südwestdeutsche Bauunion - weiterverkauft. Dieser Eigentümer hat

die Wohnung in Eigentumswohnungen umgewandelt und der FHG als Hauptmieter der

Wohnung das Mietverhältnis gekündigt Die Beauftragung eines Rechtsanwalts hat dazu

geführt, dass die Vermieterin der FHG zumindest eine verlängerte Räumungsfrist bis

spätestens 31.08.2010 eingeräumt hat, wofür im Gegenzug allerdings ein erhöhtes

Nutzungsentgelt fällig wurde.

Die intensive Suche nach neuem Wohnraum war zunächst ergebnislos. Weder durch die

Einschaltung offizieller Stellen (Amt für Wohnraumversorgung, Freiburger Stadtbau) noch

durch die Beauftragung von Wohnungsmaklern konnte neuer Wohnraum gefunden werden.

Im Mai 2010 bewarben wir uns für eine 5- Zimmerwohnung im Stadtteil Rieselfeld, die vom

Grundriss her für eine Wohngruppe geeignet war bei einem privaten Vermieter.

Glücklicherweise erhielten wir den Zuschlag zur Anmietung und konnten mit dem Vermieter

einen Vertrag über eine Laufzeit von 10 Jahren abschließen. Mit dem Bezug der Wohnung

endete für die Bewohner und die Mitarbeiter die fast ein Jahr anhaltende Unsicherheit.

Bei der anderen gekündigten Wohneinheit handelt es sich um die Silberbachstr. 20, eine

- 24 -


große 3-Zimmerwohnung für 3 Bewohner. Diese Wohnung, die von der FHG seit 1989 als

Wohngruppe genutzt wird ist ebenfalls von einer privaten Vermieterin angemietet worden.

Wegen einer geplanten anderweitigen Nutzung der Wohnung wurde uns diese mit einer

Frist von 2 Jahren gekündigt. Die Wohnung sollte bis spätestens 31.01.2012 geräumt sein.

Zwei Bewohner dieser Wohneinheit werden seit mehreren Jahren von uns betreut; das dritte

Zimmer war gerade frei geworden und wurde nicht mehr neu belegt. Die beiden Bewohner

wünschten sich den Umzug in eine eigene Wohnung. Deshalb haben wir uns dafür

entschieden, keine neue Wohnung zu suchen sondern die Bewohner bei der

Wohnungssuche zu unterstützen. Dies gestaltete sich ebenfalls als schwierige Aufgabe.

Einer der Bewohner war seit anderthalb Jahren Mitglied einer Wohnbaugenossenschaft und

konnte im November 2010 eine Wohnung aus deren Bestand kurzfristig anmieten, der

andere ist immer noch nicht wohnungsversorgt, obwohl er seit geraumer Zeit auf der

Notfallkartei der Freiburger Stadtbau geführt wird. Da wir die Wohnung aus Kostengründen

nicht weiter halten können, werden wir sie Ende Februar 2011 räumen und zurückgeben

und den verbleibenden Bewohner - falls er bis dahin keine Wohnung gefunden hat - in einer

anderen Wohneinheit weiter betreuen.

Schwierige Wohnraumversorgung

Bereits im Jahresbericht 2008 wurde das Thema der Wohnraumversorgung unter der

Überschrift „Wohnraumversorgung im Betreuten Wohnen und mögliche Schlussfolgerungen“

angesprochen.

So heißt es in diesem Bericht, dass es „bezüglich des Wohnraumangebotes dringend

günstigere, sicherere, ausreichend große und ausgestatteter Wohnraum in guter Qualität

benötigt, welcher grundsätzlich in kleinen Einheiten und verschiedenen Stadtteilen

angesiedelt sein sollte. Damit wären die Grundlagen geschaffen um auch psychisch kranken

Menschen zumindest im Bereich des Wohnens wieder das Gefühl zu geben Mitbürger zu

sein. Je früher in der individuellen Biographie dies geschieht desto geringer die Folgen im

Sinne einer Chronifizierung. Dies kann nur durch politische Steuerung geschehen...“.

Auf der Basis dieser Forderungen trafen sich erstmals 2009 auf die Initiative einer

Privatperson hin, Vertreter von OFF und der FHG. Ziel war und ist es, den Mangel an

bezahlbarem Wohnraum zu beseitigen.

Es wurden weitere Mitstreiter - insbesondere Organisationen, die überwiegend aus

Bürgerinitiativen entstanden sind - angesprochen.

Als erste Aktion wurde im Vorfeld der Oberbürgermeisterwahlen geplant, an die

Öffentlichkeit zu gehen. Im Frühjahr 2010 fand unter Beteiligung des Amtes für

Wohnraumversorgung ein Pressegespräch mit der Badischen Zeitung statt welches in einen

Artikel am 19. März 2010 mündete. Es fanden weitere Treffen mit Vertretern des Amtes für

Wohnraumversorgung statt. Als bisher nunmehr letzte konkrete Aktivität wurde versucht, mit

einem Schreiben Kontakt zu der Freiburger Stadtbau aufzunehmen.

Die „Initiative bezahlbarer Wohnraum“ wird sich auch weiterhin treffen, um dem oben

benannten Ziel eines günstigen, sicheren und ausreichend großen Wohnraums näher zu

kommen.

Ein- und Ausblick

So sehr ein menschenwürdiger Wohnraum Basis eines jeden Menschen ist, zeigt die

Erfahrung, dass insbesondere Menschen mit psychiatrischem Handycap darüber hinaus

mehr oder minder intensive dauerhafte Unterstützung benötigen, um ihr Leben zu

bewältigen.

- 25 -


In Freiburg definiert sich diese Hilfe derzeit weitgehend über Angebote wie Wohnheime

(keine Pflegeheime), Betreutes Wohnen in Wohngemeinschaften und über die Betreuung in

den eigenen Wohnungen.

In der Arbeit machen wir jedoch täglich die Erfahrung, dass die Nachfrage an Unterstützung

insbesondere in Verbindung mit Wohnraum das derzeitige Angebot quantitativ und qualitativ

bei weitem übersteigt. Vielen Bedürfnissen von Betroffenen kann mit dem derzeitigen

Angebot in Freiburg nicht gerecht geworden werden.

Immer wieder zeigt sich, dass aus der Not von Wohnungslosigkeit, fehlendem Wohnraum

und geeigneter Unterstützung zu Lösungen gegriffen wird, die unseres Erachtens qualitativ

nicht geeignet sind.

So werden beispielsweise vermehrt auch junge Menschen in Pflegeheimen untergebracht

obwohl dies sicherlich meistens nicht die passende Unterstützungsform für sie ist.

Aus diesen Erfahrungen wird deutlich, dass es für Menschen mit psychischem Handycap

eines differenzierteren und flexibleren Angebotes bedarf. Wichtig bei der Auswahl der

Unterstützungsform muss unserer Ansicht nach v.a. der individuelle Hilfebedarf des

Einzelnen sein und kann sich nicht nur auf ein entweder stationär oder ambulant richten.

Erste Überlegungen zu passgenaueren Hilfen, möglicherweise auch zu intensiveren

Betreuungsformen werden derzeit getätigt (siehe Bericht der Geschäftsführung).

Ziel ist es, den Wohnbereich entsprechend des Bedarfs zu flexibilisieren und individuelleren

Hilfen anbieten zu können.

4.3 Tagesstätte

Tagesstrukturierung und Kontaktmöglichkeiten sowie Arbeit und Beschäftigung sind wichtige

Bestandteile des Lebens für jeden Menschen. Daher bietet die Tagesstätte der FHG ein

leicht zugängliches Angebot zur Tagesstruktur an.

Alltagsnahe Hilfestellungen sollen die BesucherInnen zu möglichst großer Selbstständigkeit

befähigen. Besucher sollen damit befähigt werden, Krisensituationen und Phasen der

Motivationslosigkeit schneller zu überwinden.

Unser Angebot besteht aus zwei miteinander eng verbundenen "Bausteinen": der für alle

Besucherinnen und Besucher offene Mittagstreff und der Zuverdienstbereich, der nach

individuellen Absprachen genutzt werden kann.

4.3.1 Der Mittagstreff

Die Kontakt- und Anlaufstelle, auch Mittagstreff genannt, täglich von Montag bis Freitag von

10.00 bis 14.00 Uhr geöffnet, dient den Besuchern in erster Linie als Treffpunkt und

niederschwelliges Hilfsangebot. Es beinhaltet einen täglichen Mittagstisch, ein kleines Café,

Zuverdienstmöglichkeiten im hauswirtschaftlichen Bereich, situative Beratung,

Gruppenangebote, Internetzugang und die Möglichkeit zum Wäsche waschen und duschen.

Die Soziologin Astrid Delcamp benennt folgende Ziele von Kontakt- und Anlaufstellen:

Schutz-, Entwicklungs- und Übungsraum, soziale Teilhabe, gesellschaftliche Inklusion,

Alltagsgestaltung und Tagesstruktur, Selbsthilfe für Psychiatrieerfahrene, Beratung, Erhalt

und Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen, Freizeitangebote und Treffpunkt u.a.

Des weiteren steht über die Motive und Interessen von BesucherInnen folgendes

geschrieben: „Für die meisten Besucherinnen und Besucher erhalten Kontaktstellen

dadurch eine soziale Bedeutung, dass Bekanntschaften geknüpft und im besten Fall

Freundinnen und Freunde gewonnen werden... Für sie spielt der Geselligkeitsaspekt in

einem schützendem Umfeld, das von Akzeptanz, Verständnis und

- 26 -


Unterstützungsbereitschaft geprägt ist, die Hauptrolle“ (A. Delcamp: Kontakt- und

Begegnungsstätten für psychisch erkrankte Menschen“. 2010. S. 35).

Mitarbeiter im Mittagstreff

Patricia Karcher

Sozialpädagogin/ Tanztherapeutin

Mittagstreff und Bewegungsgruppe

bei der FHG seit 2001

Neben den hauptamtlichen Mitarbeitern wurde der Mittagstisch durch viele weitere

tatkräftige Helfer unterstützt. Von Seiten des Vorstands gilt ein herzliches Dankeschön an

Annette Rößler.

Rebekka Bornheimer und Anne Amann haben im Rahmen ihres Studiums im Mittagstreff ein

Praktikum gemacht und waren danach als junge Ehrenamtliche im Mittagstreff tätig. Sie

machten kreative Angebote, gingen mit BesucherInnen spazieren und waren mit ihrer

offenen und herzlichen Art präsent. Nico Zafer war der dritte junge Ehrenamtliche im Bunde.

Einer der Besucher kochte täglich das Mittagessen mit einem Hilfskoch für die

BesucherInnen. Somit hatten alle Beiköche eine zuverlässige Anleitung und die Vielfalt und

Qualität unserer Menüs hat sich dadurch stark erweitert und verbessert.

Malte Borgmann und Luca Kimme waren und sind die Zivis und „jungen Männer für alle

Fälle“.

Last but not least hatten wir nun für ein Jahr Unterstützung von einer 1 €-Kraft - ein kleiner

Puffer für den Mittagstreff. Lebendig und humorvoll hat sie geholfen und mitgestaltet.

Herzlichen Dank an alle genannten HelferInnen.

Statistische Daten

Im Berichtsjahr haben insgesamt circa 160 Menschen den Mittagstreff besucht; davon

waren 46 % Frauen und 54 % Männer.

Die Altersstruktur schlüsselt sich folgendermaßen auf:

> 40 Jahre

68%

< 30 Jahre

11%

- 27 -

31-40 Jahre

21%


Neues aus 2010

Junge Leute beim Mittagstreff

Erfreulicherweise finden immer mehr junge BesucherInnen den Weg zu uns und im

Gegensatz zu früher bleiben sie auch. Der Mittagstreff dient ihnen als Treffpunkt, um

Verabredungen außerhalb der FHG zu treffen, Freundschaften zu schließen,

Wohngemeinschaften zu bilden, Feste zu feiern etc. Durch die jungen BesucherInnen ist die

Atmosphäre im Mittagstreff vielfältiger, durchmischter, jünger und lebendiger.

Frühstück & Brötchen beim Mittagstreff

„Endlich gibt es hier ein Frühstück“, so die Aussage eines Besuchers. Die belegten Brötchen

am Morgen gehen im wahrsten Sinne des Wortes „weg wie heiße Semmeln“. Nebenbei gibt

es somit auch eine weitere sinnvolle Tätigkeit.

Ressourcenorientierung, Empowerment und Gruppen im Mittagstreff

Ein Ziel im Jahre 2010 war es, die Ressourcen der BesucherInnen mehr zu nutzen und die

Selbstbeteiligung, die Mitbestimmung und den Kontakt untereinander zu fördern.

Um Vertrauen in sich selbst zu entwickeln braucht der Mensch u.a. die Bestätigung eines

Gegenübers und Räume, in denen Begegnung stattfinden kann. Dies sollte geschehen

können ohne dass unkonventionelle Lebensentwürfe bewertet werden, sie vielmehr

Unterstützung finden. Des Weiteren werden Betroffene als Experten ihrer selbst gesehen.

Empowerment bedeutet „Ermächtigung“ und bezeichnet Maßnahmen, die geeignet sind,

den Grad an Autonomie und Selbstbestimmung im Leben von Menschen oder

Gemeinschaften zu erhöhen. „Es geht darum, dass die Betroffenen selbst, im besten Fall

mithilfe anderer Besucher, darin bestärkt werden, eigene Fähigkeiten wiederzuentdecken,

neue zu gewinnen oder aber zu entwickeln, um damit wieder Einfluss auf das eigene Leben

nehmen zu können“ (Delcamp 2010, S. 68).

Unsere Gruppen basieren auf der Grundhaltung der Ressourcenorientierung und leisten

ihren Beitrag zum Empowerment.

Der Literaturkreis wurde von einem Besucher Anfang 2010 angeregt und findet montags

14-tägig statt. Die jeweiligen Termine werden von ihm an der Pinnwand im Flur der FHG

angekündigt. Es gibt sehr verschiedene Themen, z.B. können Geschichten verfasst oder

bereits Geschriebenes vorgelesen werden, es werden Schreibspiele angeboten und

Wünsche können geäußert werden. Es wurde ein Ordner angelegt, der im Clubraum

jederzeit eingesehen werden kann. Jede(r) ist willkommen!

Die Theatergruppe trifft sich dienstags von 13- 14 Uhr und wird von dem Schauspieler

Michael Labres angeleitet. Es ist eine verbindliche Gruppe, für Interessierte gibt es die

Möglichkeit zum „Schnuppern“.

Der Singkreis von Michael Labres findet freitags von 14- 16 Uhr statt. Es treffen sich Leute

aus der Theatergruppe mit Musikbegeisterten. Gemeinsam wird an einem bunten Musikmix

aus verschiedenen Ländern gearbeitet. Herr Labres spielt auf der Gitarre und jede(r) kann

sich an den bunten Rasseln bedienen. Die Mitmachenden können und sollen

Musikvorschläge einbringen, die dann verschieden bearbeitet werden.

Die Bewegungsgruppe trifft sich seit Februar montags von 15.30- 16.30 Uhr im Heinrich-

- 28 -


Hans-Jakob Haus. Die PSD-Bank hat unseren Antrag bewilligt und unterstützt diese Gruppe

mit 3000 €. Eine feste Gruppe von circa 10 BesucherInnen machen Gymnastik,

Koordinations- und Gleichgewichtsübungen, leichtes Yoga, freien Tanz, Wahrnehmungsund

Atemübungen.

Besuch von Oberbürgermeister Dr. Salomon und Bernd Fuchs in der Tagesstätte

Die Mittwochsveranstaltungen finden jeden Mittwoch von 11- 12 Uhr statt. Ganz im Sinne

des Empowerments und der Ressourcenorientierung gestalten die BesucherInnen diese

Zeit mit Diskussionen und kleinen Vorträgen. Im Jahr 2010 gab es

Mittwochsveranstaltungen zu Themen wie Sprache und Stimmbildung, Spiritualität, Liebe,

Tipps und Sprüche für das Wohlbefinden, Möglichkeiten aus der Krise, Kreatives Schreiben

und Gesundheitsförderung etc. BesucherInnen können sich ausprobieren und ihre Themen

einbringen - mit oder ohne Unterstützung. Sie erhalten Bestätigung durch die anderen,

können ihre Fähigkeiten stärken bzw. neue erwerben, erfahren von den Interessen und

Stärken der anderen und deren wichtigen persönlichen Erfahrungen. Es wird Bewunderung,

Respekt ausgesprochen und viel gelacht.

Eine Praktikantin berichtet über den Mittagstreff:

„Je besser ich die Besucher des Mittagstreffs kennen lernte, desto persönlicher wurde auch

meine Beziehung zu ihnen, sodass sich nach und nach zu der … Bewunderung und

Faszination immer mehr persönliche Verbundenheit mischte. Besonders die aufrichtige

Freundlichkeit einiger Besucher, das Erleben von Ehrlichkeit und Echtheit war für mich eine

sehr wohltuende Erfahrung. An kaum einem Ort habe ich wohl jemals so viel Herzlichkeit

und aufrichtige Sympathie erfahren wie im Mittagstreff...“ (Rebekka Bornheimer).

Ausblick

� Förderung von EX-IN, d.h. von Menschen mit Psychiatrieerfahrung, die eine

Ausbildung zum Genesungsbegleiter machen

� Aktivitäten außerhalb der FHG

- 29 -


4.3.2 Der Zuverdienst-/ Beschäftigungsbereich

Der Zuverdienst- bzw. Beschäftigungsbereich ist sehr eng mit der Kontakt- und Anlaufstelle,

dem Mittagstreff, verknüpft. Alle Teilbereiche können individuell genutzt werden. Das

Beschäftigungsangebot der Tagesstätte ist geprägt von Aufgaben eines Lettershops. Hierbei

handelt es sich um Kuvertier- und Etikettierarbeiten. Daneben bieten wir Dienstleistungen in

der Kleinteilmontage und Verpackungen, Falz- und Klebearbeiten.

Aufgrund einer schlechten Auftragslage in Verbindung mit den Auswirkungen der

Wirtschaftskrise wurden diese Tätigkeiten um einen Kreativbereich erweitert - es entstand

die sog. „Kreativwerkstatt“.

Mitarbeiter im Zuverdienstbereich

Christian Haller

Arbeitserzieher, Schreiner, Dipl. Forstwirt

Zuverdienst-/ Beschäftigungsbereich

bei der FHG seit 2007

Durch die Erweiterung um die Kreativwerkstatt (s.u.) gab es in 2010 auch personelle

Veränderungen – Mitte Januar übernahm Birgit Knof (Dipl. Kunst- und Sozialpädagogin) im

Rahmen eines 400,- €- Jobs die Begleitung und Betreuung der Kreativwerkstatt.

Statistische Daten

2010 haben 43 Personen den Arbeitsbereich in Anspruch genommen.

Die Nachfrage für den Zuverdienstbereich ist weiterhin relativ groß: von 34 Personen, die

sich bewarben, musste 14 Personen direkt abgesagt werden, mit 18 Personen führten wir

ein Bewerbergespräch. 8 Personen hiervon konnten als Springer eingesetzt und 6

Betroffenen eine regelmäßige Beschäftigung angeboten werden. Ausgeschieden sind 2010

insgesamt 7 Personen

Neues aus 2010

Das Integrierte Zuverdienstprojekt

10 Arbeitsplätze sind einem seit Juli 2008 mit der Stadt Freiburg vereinbarten Integriertem

Zuverdienstprojekt mit rehabilitativem Auftrag zugeordnet.

Das zunächst auf zwei Jahre begrenzte Angebot konnte 2010 in Verhandlungen mit der

Eingliederungshilfe der Stadt Freiburg um weitere zwei Jahre bis 2012 verlängert werden.

Im Zuverdienstprojekt soll die Leistungs- und Belastungsfähigkeit der Teilnehmer trainiert

werden, um die Arbeitsmarktreife oder wenigstens Werkstattfähigkeit zu erreichen.

Die Teilnehmer an diesem Projekt sollen an 5 Tagen in der Woche jeweils 3 Stunden

arbeiten und 1 bis 2 Stunden am Gesamtangebot teilnehmen. Für eine Anlaufzeit von bis zu

vier Monaten kann die Arbeitszeit jedoch unter 3 Stunden täglich liegen. Die Arbeitsplätze

können bei vorübergehendem geringerem Tätigkeitsumfang mehrfach belegt werden,

Anfang 2010 teilten sich beispielsweise 14 Klienten 10 finanzierte Arbeitsplätze.

- 30 -


Finanziert wird jeder Arbeitsplatz mit 300 € /im Monat.

In 2010 haben drei Klienten aus dem Zuverdienstbereich in eine WfbM gewechselt, eine

Klientin nahm eine Umschulung und eine andere Klientin eine geringfügige Beschäftigung

auf. Zwei Klienten wurden aber auch aus gesundheitlichen Gründen wieder abgemeldet,

eine Klientin hat sich auf eigenen Wunsch zurückgezogen.

Art und Weise der Beschäftigung in 2010

Wenngleich die Auftragslage zu Anfang/ Mitte 2010 sehr schwierig war, hat sich die Lage bis

zum heutigen Tag deutlich verbessert. In folgenden Bereichen konnte in 2010 Beschäftigung

angeboten werden:

• Briefversandservice: meist Werbung, Programme oder Einladungen zu Veranstaltungen

• Montage und Verpackungen: Konfektionierung von Vokabeldrehscheiben; Verpackung

von Präsenten; Zusammenstellung von Werbepaketen; Weiterverarbeitung von Aufträgen

aus der Druckindustrie wie falzen, kleben, heften und zusammentragen von Heften,

Präsentationen und vielem mehr

• Hauswirtschaftsbereich: Kochen, Raumpflege, Thekendienst, Wäsche- und Bügelservice

• Botengänge

• Außenpraktika

• Außenarbeitsplätze: Druckerei, Gartenbau, Gärtnerei

• Hilfen im betreuten Wohnen: Renovierung, Möbelauf- und Abbau, Umzüge …

• Kreativwerkstatt

Kreativwerkstatt

Im Jahr 2010 wurde der Tätigkeitsbereich um die Kreativwerkstatt erweitert. Die

TeilnehmerInnen der Kreativwerkstatt fertigten u.a. Schmuckschatullen aus marmoriertem

Papier und Karton sowie Modeschmuck her, welche auf diversen Märkten verkauft wurden.

Durch die Kreativwerkstatt entdeckten und erweiterten die Telnehmer ihr kreatives Potential

und fanden dadurch Anerkennung, Selbstwertgefühl, Tagesstruktur und den für sie

besonders wichtigen sozialen Kontakt.

Aus finanziellen Gründen musste der Bereich jedoch zum Ende des Jahres 2010 wieder

geschlossen werden. In regelmäßigen Abständen werden sich die TeilnehmerInnen mit

Freude aber wieder dem kreativen Schaffen widmen.

Gärtnerei ECHINOS

Im März 2010 konnte mit dem Gartenbaubetrieb ECHINOS in Buchenbach ein

Kooperationsvertrag abgeschlossen werden. Gemeinsam wurde vereinbart, dass dem

Zuverdienstbereich der FHG 4-5 Außenarbeitsplätze in der Gärtnerei zur Verfügung gestellt

werden und die TeilnehmerInnen vor Ort arbeitstherapeutisch begleitet werden.

Bei den Aufgaben handelt es sich um schnell erlernbare Tätigkeiten, die entsprechend der

kognitiven und körperlichen Fähigkeiten der TeilnehmerInnen ausgewählt werden. Mögliche

Aufgabenfelder in der Gärtnerei sind pikieren, topfen, pflanzen, jäten, hacken, ernten, säen,

Sträuße binden, Blumen schneiden, Gras rechen, Kompostpflege, Holzaufbereitung u.a.

Derzeit sind 4 Klienten des Zuverdienstbereichs der FHG in der Gärtnerei beschäftigt.

Begleitende sozialpsychiatrische Unterstützung im Beschäftigungsbereich

Je nach Bedarf erhalten die TeilnehmerInnen des Zuverdienstbereichs neben der

arbeitstherapeutischen Unterstützung zusätzliche sozialpsychiatrische Hilfestellungen.

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Folgende Themen können Inhalt sein und werden durch entsprechende Methoden

umgesetzt

• Gemeinsame Entwicklung von Perspektiven im Berufsleben z.B. Weitervermittlung in eine

Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM), eine geringfügige Beschäftigung, eine

Rehabilitationsmaßnahme usw.

• Unterstützung und Klärung in Konfliktsituationen mit anderen Teilnehmern

• ggf. Unterstützung bei der Kontaktaufnahme zu verschiedenen Einrichtungen und Ämtern

und zu weiteren Angeboten der FHG

• Tagesstättengespräche in der Gruppe

• Einzel- bzw. Mitarbeitergespräche

Ausblick

Die Herausforderung für das nächste Jahr ist es, ein ausreichendes und durchgängiges

Beschäftigungsangebot bieten zu können. Dies ist nur mit einer sicheren Finanzierung und

einer stabilen Auftragslage zu erreichen.

- 32 -


5 Was uns sonst noch wichtig ist…

In diesem Kapitel wollen wir all jene Dinge erwähnen, die bis an dieser Stelle des

Jahresberichts zwar noch unbenannt jedoch nicht weniger wichtig sind.

5.1 Gründung einer neuen Angehörigengruppe

Seit 25 Jahren unterstützt die FHG die Selbsthilfe von Angehörigen. Nachdem der

langjährige Leiter der Angehörigengruppe sein Engagement beendete und anregte, eine

neue Gruppe für jüngere Angehörige zu gründen, übernahmen insbesondere Frau

Rißmann-Schleip und Herr Schaubhut den Aufbau sowie die Begleitung dieser

Angehörigenselbsthilfegruppe. Die Gruppe trifft sich mittlerweile seit Oktober 2009

regelmäßig an jedem dritten Dienstag des Monats um 19.30 Uhr in den Räumen der FHG.

Ziel ist es, dass die Begleitung durch die FHG in absehbarer Zeit beendet werden kann und

die Gruppe lediglich die Räume und Regiehilfen erhält, ansonsten aber selbständig existiert.

5.2 EX-IN- Kurs

EX-IN ist eine Abkürzung und steht für „Experienced Involvement“. Das Projekt EX-IN bietet

für Menschen mit Psychiatrieerfahrung einen Ausbildungsgang an, mit dem Ziel der

Qualifikation als Genesungsbegleiter.

Psychiatrieerfahrene sollen durch ein spezielles Ausbildungsprogramm (vgl. www.ex-in.de)

befähigt werden, als DozentInnen oder MitarbeiterInnen in psychiatrischen Diensten bezahlt

arbeiten zu können.

Die Beteiligung von qualifizierten „ExpertInnen durch Erfahrung“ im Psychiatriebereich soll

dazu beitragen, Wissen über psychische Gesundheit zu verbessern, die Ausbildung und die

Kenntnisse psychiatrischer Fachkräfte zu fundieren und schließlich die Angebote

psychiatrischer Dienste effektiver zu machen, um somit besser auf die Bedarfe der

NutzerInnen einzugehen und zur Genesung beizutragen.

Nicht zuletzt soll durch diese Qualifizierung die soziale und ökonomische Situation von

Psychiatrie-Erfahrenen, insbesondere aus der Entwicklung neuer

Beschäftigungsmöglichkeiten mit angemessener Entlohnung, verbessert werden.

Ingo Schlotter, ein langjähriger Besucher der Tagesstätte der FHG, hat im Oktober 2010 in

Suttgart einen EX-IN- Kurs begonnen, der aus insgesamt 11 Modulen besteht. Im

Folgenden ein Auszug aus seinen Erfahrungen:

„Ich habe durchweg angenehme Erfahrungen gemacht. Die Teilnehmer und die Anleiter sind

sehr nett. Günstige Umstände begleiten den Kurs, so z.B. die Kostenübernahme für die

Teilnahme und Zug. Übernachten kann ich dann bei einem Freund.

Die Themenfragen (z.B. Empowerment, Recovery oder Medikamente) sind sehr

ansprechend und werden gut bearbeitet. Man lernt nicht nur anderen zu helfen, sondern

auch sich selbst. Ziel ist es, den Kurs zu beenden und vielleicht später einen Minijob (400

Euro) zu bekommen.“

5.3 Anti-Stigma Initiative

Die Freie Anti-Stigma-Initiative Freiburg ist eine Gruppe engagierter Freiburger BürgerInnen,

die sich für den Abbau von Vorurteilen gegenüber psychisch erkrankten Menschen

einsetzen möchten.

"Alles wirkliche Leben ist Begegnung" Martin Buber (1878-1965)

Im Vordergrund steht der Weg der offenen Begegnung: aufeinander zu gehen, vom anderen

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lernen, gemeinsam Zeit verbringen - Akzeptanz statt Bewertung oder gar Abwertung. Es

geht darum, Schwellen zu überwinden um Vorurteile durch persönliche Erfahrung zu

ersetzen und das eigene Wissen zu erweitern. Denn Angst, Unbehagen und Abwehr wird oft

durch Unkenntnis ausgelöst. Die persönliche Begegnung ist eine große Chance, diese

Unkenntnis durch Wissen und persönliche Erfahrungen zu ersetzen.

Die Initiative möchte dazu beitragen, dass trialogische Aktionen und Projekte mit dem Ziel

der Reduzierung von Vorurteilen gegenüber Menschen mit einer psychischen Erkrankung in

Freiburg und Umgebung stattfinden.

Es haben bereits diverse Aktionen in Freiburg stattgefunden, die von Beteiligten der Initiative

angestoßen bzw. durchgeführt wurden, bsp. ein Schulprojekt mit einer 11. Klasse des

Droste-Hülshoff-Gymnasiums, ein Fachtag zum Thema, ein trialogisches Psychose-Seminar

in der Volkshochschule etc.

Die Gruppe trifft sich alle 6-8 Wochen in den Räumen der FHG. Interessierte sind herzlich

willkommen!

Mehr Infos und Kontaktmöglichkeit unter www.anti-stigma-freiburg.org und antistigma@web.de

5.4 Gruppe der Psychiatrie- Erfahrenen

Die Selbsthilfegruppe „Freiburger Psychiatrie- Erfahrene“ besteht seit ca. 1993 und ist

vollkommen selbstständig. Es ist eine kleine Gruppe, die sich auf neue Mitglieder freut. Im

Augenblick treffen sie sich jeden 2. und 4. Donnerstag von 18.45 Uhr bis 19.45 Uhr in den

Räumen der FHG. Bei Interesse bitte vorher in jedem Fall anrufen.

Kontakt über Bärbel Kaiser-Burkhart, tel. 07664-404579, e-mail b.kaiser-burkart@tonline.de.

5.5 Soziale Inklusion

Soziale Inklusion wurde bei der FHG im Jahre 2010 zu einer zentralen Begrifflichkeit. Das

Ziel der sozialen Inklusion, nämlich einen Jeden unabhängig seines Handycaps (körperlich,

seelisch,..) im vollen Umfang an der Gesellschaft teilhaben zu lassen, ist auch in der

alltäglichen Arbeit nicht mehr wegzudenken. Inklusion ist dabei nicht gleichzusetzen

Integration. Vielmehr muss eine Differenzierung der Begrifflichkeiten stattfinden, um den

Paradigmenwechsel zu verdeutlichen. Während bei der Integration das Individuum und sein

Unterstützungsbedarf im Zentrum steht und damit die Stigmatisierung in gewisser Weise

noch pointiert wird, ist bei der Inklusion die Abweichung von der Norm und somit die

Besonderheit im Kontrast zum „Normalen“ die Regel. Dahinter steckt der Anspruch,

Rahmenbedingungen herzustellen, die es Menschen mit jedweder Besonderheit

ermöglichen, barrierefrei an allen gesellschaftlichen Prozessen teilzuhaben.

Insbesondere in Bezug auf die UN-Menschenrechtskonvention wurde die Forderung nach

Inklusion deutlich, denn diese sieht vor, dass Menschen in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe

durch keinerlei Beeinträchtigungen behindert werden dürfen. Dies gilt für Geschlecht,

Herkunft und auch Beeinträchtigung durch körperliche oder seelische Leiden (Vgl. „pro

mente/ austria“, Ausgabe 1/2010, S. 2-7).

- 34 -


5.6 Dankeschön

Wir möchten uns bei allen bedanken, die uns im Jahr 2010 unterstützt haben!

In erster Linie geht ein besonderer Dank...

… an die Bürgerhelfer

Nadine Bassüner, Devaprosad Choudhuri, Yvonne Eitzenberger, Waltraud Evers, Paul

Fahrenhold, Dietlinde Fritz, Kerstin Haine, Gesine Hartmann, Gudrun Huttenlocher, Gretl

Klabunde, Ingeburg Köhler, Dr. Bernhilde Landwehrmeyer, Caroline Manto, Erika Meyer,

Gisela Paetsch, Gabriele Pallat, Kathleen Peters, Karl-Heinz Ruf, Dieter Schöning, Lisa-

Marie Schwarz, Dr. Anke Schulz-Stübner, Barbara Seybold, Beate Turpault, Angela

Vöhringer, Theresia Wagner, Jessica Waldbüßer, Maria Wöhrle.

Nur durch ihr großartiges freiwilliges Engagement, die tatkräftige Begleitung und

Unterstützung konnten trotz langer Krankheitszeit der Club-Sozialarbeiterin die Angebote

der Begegnungsstätte „Club 55“ aufrechterhalten und weitergeführt werden.

Ein besonderer Dank geht auch an...

... Carolin Manto, Julia Kirchmann und Michael Labres für ihr Engagement bei der FHG

... an den Vorstand

Gretl Klabunde, Ilma Wilhelm, Karlheinz Bührer und Annette Rößler

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... an alle Beiräte

Prof. Dr. Mathias Berger, Bärbel Kaiser-Burkart, Bürgermeister a. D. Bertold Kiefer, Dr.

Wolfgang Meyer, Dr. Christof Schaefer, Dr. Stephan Schieting, Bürgermeister a. D. Hans-

Jörg Seeh, Volker Steinberg, Bürgermeister Ulrich von Kirchbach

... an alle Vereinsmitglieder

... an die Sponsoren

… an die Oberle-Stiftung für den Treuhandfond zur Linderung akuter finanzieller Nöte der

Besucherinnen

... an alle Auftraggeber

und an all jene, die die FHG im Jahr 2010 durch ihr Wirken, ihre Ideen, ihre Hilfe oder

ihre Spenden unterstützt haben.

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Badische Zeitung 02.02.2010

6 Die FHG in der Presse

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Badische Zeitung 31.03.2010

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Badische Zeitung 22.06.2010

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Badische Zeitung 25.06.2010

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7.1 Organigramm „Quantität“

7.2 Organigramm „Qualität“

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7 Vereinsstrukturen


7.3 Organigramm „Finanzen“

7.4 Aufgaben und Ziele der FHG

Die Freiburger Hilfsgemeinschaft e.V. setzt sich seit ihrer Gründung im Jahr 1970 zum Ziel,

psychisch kranken Menschen dort zu helfen, wo medizinische Therapie nicht helfen kann:

bei den sozialen Problemen der Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

Die konkrete Hilfe umfasst die Lebensbereiche:

� Freizeit: Begegnungsstätte „Club 55“

� Wohnen: Betreutes Wohnen in Gruppen und für Einzelne

� Tagesstruktur/ Beschäftigung: Tagesstätte mit Mittagstreff und Zuverdienstbereich

Die Aufgaben in allen FHG- Bereichen sind:

� Information, Beratung und Begleitung von psychisch kranken Menschen

� Information und Beratung von Angehörigen psychisch Erkrankter

� Alltagsbegleitung und Krisenintervention

� Öffentlichkeitsarbeit mit Information der Bevölkerung und Abbau von Vorurteilen

Zusätzliche Aufgaben im „Club 55“:

� Gewinnung und Begleitung von ehrenamtlichen Mitarbeitern

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Öffnungszeiten und Ansprechpartner

Freiburger Hilfsgemeinschaft e.V. Schwarzwaldstr. 9 79117 Freiburg

Postanschrift: Postfach 470, 79004 Freiburg

Telefon: 0761-70481-0

Internet: www.fhgev.de

Email: info@fhgev.de

Club 55

Montag 18.00 - 21.00 Uhr

Mittwoch 15.15 - 20.00 Uhr/ 21.00 Uhr *

Donnerstag 18.00 - 20.00 Uhr/ 21.00 Uhr *

Samstag 15.00 - 17.00 Uhr

* je nach Veranstaltung

Ansprechpartner: Uwe Maasberg, Margret Kreuzberg

Telefon: 0761-70481-13

Email-Kontakt: club55@fhgev.de

Tagesstätte - Mittagstreff

Montag bis Freitag 10.00 - 14.00 Uhr

Anmeldung Mittagessen bis 13.00 Uhr am Vortag

Ansprechpartnerin: Patricia Karcher

Telefon: 0761-70481-15

Email-Kontakt: p.karcher@fhgev.de

Tagesstätte - Zuverdienstbereich

Montag bis Freitag 08.30– 13.30 Uhr

Ansprechpartner: Christian Haller

Telefon: 0761-70481-12

Email-Kontakt: c.haller@fhgev.de

Betreutes Wohnen - Betreute Wohngruppen

Informationen: telefonisch montags zwischen 10.00 - 12.00 Uhr

Ansprechpartner: Karlheinz Bührer, Lisa Finkbeiner

Telefon: 0761-70481-14

Email-Kontakt: k.buehrer@fhgev.de, l.finkbeiner@fhgev.de

Betreutes Wohnen – Betreutes Einzelwohnen

Ansprechpartner: Kathrin Reich, Friedhilde Rißmann- Schleip,

Hubert Schaubhut

Telefon: 0761-70481-16

Email-Kontakt: k.reich@fhgev.de, f.rissmann-schleip@fhgev.de,

h.schaubhut@fhgev.de

Eigenständige Gruppen

Angehörigengruppe 3. Dienstag im Monat, 19.30 Uhr

Psychiatrie- Erfahrene regelmäßig, Kontakt unter b.kaiser-burkart@t-online.de

Anti-Stigma-Initiative regelmäßig, Kontakt unter anti-stigma@web.de


Der Jahresbericht 2010 wurde erstellt mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse

Freiburg – Nördlicher Breisgau

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