Wilken übernimmt kendox GmbH die e-World in eSSen ...

wilken.de

Wilken übernimmt kendox GmbH die e-World in eSSen ...

AUSGABE 1 | MAI 2011

Wilken übernimmt kendox GmbH

die e-World in eSSen

entWiCklUnGSPlAttForm S4

brAnCHenlÖSUnG ntS.wasser

iCH bin 34

bAyeriSCHeS roteS kreUz

PortrAit der StAdt lUzern

AnWenderberiCHte

Wilken bAUt in Ulm


Unser Titelbild entstammt der

Wilken Unternehmenspräsentation

mit dem Zusatz: „Identität. Wilken

ist ein Unternehmen mit eigener

DNA. Für viele unserer Kunden ein

wichtiger Entscheidungsgrund“.

ICH

BIN

34

EDITORIAL

Es sind rund fünf Monate vergangen, seitdem wir die letzte Ausgabe

unseres Magazins „Wissenswert“ herausgegeben haben. Im Rückblick

erscheint mir die Zeit viel länger. Vieles ist geschehen in der Wilken

Unternehmensgruppe. Über manches berichten wir in dieser neuen

Ausgabe, die sich auch visuell deutlich von den vorangegangenen

Heften unterscheidet.

‘Aufbruch‘ – das ist wohl das in den vergangenen Monaten meistgebrauchte

Wort für die Unternehmen der Wilken Gruppe und deren

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Themen und Aufgaben sind unter

anderem die Wilken Entwicklungsplattform S4, die Integration des

Informationsmanagementanbieters Kendox, aber auch die zahlreichen

Anforderungen in der Energiewirtschaft, der für Wilken und Wilken

Neutrasoft umsatzstärksten Fokusbranche. ‘Vielfalt‘ ist das zweite

Wort und der Wertbegriff, der Wilken schon immer auszeichnete,

im Grossen wie im Kleinen, in konkreten Projekten wie in den

unzähligen Anforderungen für die Zukunft. Stichworte sind die

Wilken Akademie, der Neubau am Standort in Ulm, aber auch die

Trendthemen Cloud Computing und BPO. Unerwartetes – dies

dürfen Sie auch in Zukunft von uns – eben erwarten.

Doch der wichtigste Wert ist und bleibt für Wilken die Inspiration.

Die Offenheit für Neues. Die Neugier für Unbekanntes. Die Sehnsucht

nach dem etwas Mehr. Die Begeisterung an und für die Ideen,

Kon zepte und auch Wege der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der

heute über 400 Köpfe zählenden Wilken Unternehmensgruppe. Diese

wird geprägt von dem vierten Wert unseres Leitbildes: Identität. Auch

aus diesem Grund gibt es ein klares Bekenntnis zu den drei starken

Marken der Wilken Unternehmensgruppe: Wilken, Neutrasoft und

Entire. Nachzulesen in dieser aktuellen Ausgabe von „Wissenswert“.

Folkert Wilken

3


06| InfORmATIOnsmAnAgEmEnT

Seit April mitglied der

Wilken Unternehmens-

gruppe: kendox GmbH

08| E-wORLD-RückbLIck

Wilken und neutrasoft auf

der e-world, der leitmesse

der energie- und Wasserwirtschaft

in essen

13| InTERvIEw

mit ottmar rausch, dem

neuen bundesobmann von

neutrasoft

14| nTs.wAssER

im Fokus: die neue branchenlösung

für die Wasser-

und Abwasserwirtschaft

von neutrasoft

impREssum

Wissenswert ist eine Publikation

der Wilken Unternehmensgruppe

für kunden, interessenten, Partner

und Freunde.

Herausgeber:

Wilken GmbH, Hörvelsinger Weg 25-29,

89081 Ulm, www.wilken.de

inHAltSvERzEIchnIs

16| EnTwIckLungspLATTfORm

Warum Wilken eine eigene

entwicklungsplattform baut

und warum Wilken glaubt,

dass dies ein mittelständisches

Unternehmen tun

muss

22| InTERvIEw

mit Volker mailach,

leiter Forschung und

entwicklung S4

24| Ich bIn 34

einblicke in eine ungewöhnliche

kampagne

zu einem unrunden

Geburtstag

28| ERzDIözEsE fREIbuRg

Anwenderbericht

redaktionsteam:

Wilken marketing und mitarbeiter der

Wilken Unternehmensgruppe, dieter Schmitt,

Uwe Pagel, tobias Heimpel.

layout:

Projekt:Agentur Heimpel braunsteffer GmbH,

magirusstrasse 33, 89077 Ulm.

30| schnELLE zAhLEn

Anwenderbericht von

Wilken entire über das

Projekt beim bayerischen

roten kreuz

34| nAchgEfRAgT

Wie läuft´s? das gemeinsame

ServiceCenter von

Stadt Ulm und Stadtwerke

Ulm/neu-Ulm GmbH

36| InkAssO/ExkAssO

Anwenderbericht der

rheinland Versicherungen,

neuss

38| EwL LuzERn

ein besuch in der Schweiz

am Vierwaldstätter See.

Anwenderbericht und Portrait

einer schönen Stadt

zuschriften:

bitte an Wilken GmbH, marketing oder per

email an wissenswert@wilken.de

Papier:

Circle Premium White,

100 % recyclingpapier aus

Post-Consumer-beständen.

46| wILkEn InTERn

neue motive für die

Ansprache von neuen

mitarbeiterinnen und

mitarbeitern

48| nAchgEfRAgT

100 tage HochschwarzwaldCard.

ein erfolg?

50| nEubAu

ein architektonischer

Ausblick auf 2013

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Dokumentenmanagementsysteme (DMS) sind

heute weit mehr als Archivierungslösungen.

Im Informationsmanagement gewinnen

die DMS-Funktionalitäten zunehmend an Bedeutung.

Die Ulmer Wilken-Gruppe verstärkt

ihr DMS-Engagement und integriert DMS-

Funktionalitäten ohne Medienbruch in ihre

Softwarepakete. Eingebunden wurde die

Software des Schweizer DMS-Spezialisten

Kendox AG. Zudem stehen jetzt Berater mit

ausgeprägtem DMS Wissen zur Verfügung,

um Kunden künftig noch intensiver beraten

zu können.

Wilken übernimmt

deutsche kendox Gmbh

münchner team wird ausgebaut und Wilken Portfolio erweitert

Mit der Übernahme der Kendox GmbH,

München, baut Wilken seine Kompetenz

und das Portfolio im Bereich Informationsmanagement

deutlich aus. Das Münchener

Unternehmen, das künftig unter der Firmierung

Wilken Informationsmanage ment

GmbH“ agieren wird, bleibt auch in Zukunft

exklusiv für den Vertrieb von Kendox­Produkten

sowie für die Projekte und die

Betreuung der deutschen Bestandskunden

verantwortlich.

Darüber hinaus übernimmt das Unternehmen

innerhalb der Wilken Unternehmensgruppe

die Rolle des Kompetenz­Centers

rund um die Themen Informationsmanagement,

Dokumentenmanagement, rechtskonforme

Archivierung, Prozessautomatisierung,

Digitale Personalakte, automatisierte Belegverarbeitung

sowie GDPdU und An wendungsintegration.

Das gesamte deutsche

Kendox­Team wird übernommen und soll

kurzfristig mit neuen Mitarbeitern am Standort

in München verstärkt werden. Die Schweizer

Kendox AG bleibt selbstständig und fungiert

künftig als Technologiespezialist und strategischer

Systemlieferant für die neue Wilken

Tochter.

„Wir registrieren bei unseren Kunden seit

längerem einen hohen Bedarf an integrierten

Lösungen für das Informationsmanagement,

der deutlich über die Funktionalität

herkömmlicher DMS­Lösungen hinausgeht.

Die deutsche Kendox hat hier ein umfassendes

Know­how aufgebaut, mit dem wir

sowohl den Anforderungen unserer bestehenden

Kunden begegnen als auch neue

attraktive Angebote für den gesamten deutschen

Markt aufbauen können“, fasst

Folkert Wilken, Geschäftsführer der Wilken

GmbH, die Motive für die Übernahme

zusammen.

„Wir arbeiten schon seit dem vergangenen

Jahr mit Wilken zusammen und es ist deutlich

geworden, dass von dieser Partnerschaft

beide Seiten profitieren – insbesondere

auch die deutschen Kendox­Anwender“,

ergänzt Kendox­Geschäftsführer Thomas

Gottstein, der auch für die Geschicke der

künftigen Wilken Informationsmanagement

GmbH verantwortlich sein wird.

Von der Digitalen Personalakte bis

zum Business Process Management

Die Kendox­Produktpalette umfasst

mit Kendox Infoshare eine Lösung

für Unternehmen und Institutionen,

die das Management von elektronischen

Dokumenten, Informationen,

Akten und Prozessen auf eine neue

Grundlage stellen wollen. Abgedeckt

werden das Dokumentenmanagement

(DMS) ebenso wie die rechtskonforme

(revisionssichere) elektronische

Archivierung oder der Aufbau von

Workflow­gestützten Vorgängen. Das

Portfolio wird durch weitere Standard­

Produkte wie etwa die Digitale Personalakte

ergänzt. Daneben verfügt

Kendox über langjährige Erfahrungen

im Prozessmanagement (BPM) sowie

bei der Integration von MS SharePoint,

MS Outlook und Exchange sowie Lotus

Domino.

Die Kendox­Systeme können sowohl

integriert mit den Softwareprodukten

der Wilken Gruppe (Wilken, Wilken

Entire und Neutrasoft) eingesetzt

werden als auch mit vielen anderen

ERP­ und Branchenlösungen integriert

werden, wie etwa Microsoft Dynamics

NAV und AX, Infor oder SAP.

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Ein direkter Blick und kleiner Ausschnitt des

Messestands der Wilken Unternehmensgruppe

auf der E­world 2011. Auf der Messe ein

freundlicher Blickfang und für viele Besucher

ein attraktives Erscheinungsbild in den Essener

Messehallen.

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Die internationale Fachmesse „E­world energy & water“ in Essen gewinnt zunehmend an

Bedeutung – auch für die Wilken Unternehmensgruppe. Als Leitmesse und Treffpunkt für die

Energieversorger und Stadtwerke in Deutschland ist die E­world in den letzten Jahren stetig

gewachsen und zu einem der wichtigsten Ereignisse im Wilken Messekalender geworden.

Die Wilken Unternehmensgruppe präsentierte sich zusammen mit vier Partnern auf einem neu

konzipierten Messestand. Neben dem doppelstöckigen Bau wurde besonders das offene,

großzügige Standdesign von den Gästen gelobt. Auch die Verpflegung fand großen Anklang

bei Besuchern und Mitarbeitern. Der Service hatte im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände

voll zu tun. Kaffee, Wasser, Säfte wurden ebenso hundertfach serviert wie Weißwürste und

Scampi an kreolischer Sauce. Mit einer Fläche von 240 Quadratmetern war der Stand größer

als in den Vorjahren. Allein das Obergeschoss, in dem sich die Lounge befand, umfasste

mehr als 60 Quadratmeter. Insgesamt fanden über 200 Besucher ihren Weg auf den Stand

von Wilken und Neutrasoft.

imPressionen

E-WORLD 2011

Die E-world 2011 in zahlen

Die elfte E­world energy & water vom 8. bis zum 10. Februar war

die bislang erfolgreichste. Es kamen erneut mehr Aussteller – auf

einer noch größeren Fläche – und noch mehr Besucher. Nach rund

450 Ausstellern im vergangenen Jahr kamen jetzt 544 Aussteller

aus 20 Ländern. Nach rund 18.200 Besuchern im Jahr 2010

kamen jetzt 19.700 Energie­Interessierte.

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Mit MaBiS in den Frühling

Übernahme REMAplus von Seven Principles

Auf der E­world wurde der Vertrag perfekt gemacht. Peter Öfele, für den Energiemarkt

verantwortlicher Vertriebsleiter bei Wilken und Neutrasoft, und Dirk Schäfer, Managing

Director Seven Principles B2B Mobile & IT Services GmbH, unterzeichneten auf der Messe

die Vereinbarung. „Wir sprechen insbesondere die Energieversorgungsunternehmen an,

die immer noch mit Tabellenkalkulationen und Textverarbeitung versuchen die umfangreichen

und sich laufend ändernden Berichtspflichten zu erfüllen“, so Peter Öfele. Das

Softwarepaket basiert auf dem fachlichen Verständnis der gesetzlichen Maßnahmen und

setzt diese in Maßnahmen und Aufgaben um. Die Mitarbeiter der Netzbetreiber werden

bei der Datenerfassung vorausschauend, rechtzeitig, umfassend und konsistent begleitet,

zusätzliche Freigabe­ und Eskalationsprozesse gewähr leisten eine hohe Sicherheit für die

gesetzeskonforme Erfüllung der umfangreichen Berichtspflichten. Eingesetzt wird REMAplus

heute bei rund 30 Netzbetreibern in Deutschland. Nur ein Teil sind auch Wilken Anwender.

„REMAplus unterstützt die Verantwortlichen bei ihren Berichtspflichten“, erklärt Peter Öfele,

„völlig unabhängig, welche Abrechnungslösung eingesetzt wird.“

Erster April 2011 – Stichtag für die Umsetzung der Marktregeln Bilanzkreisabrechnung Strom MaBiS. Der Informationsbedarf zu der neuesten

Vorgabe der Bundesnetzagentur (BNetzA) war und ist nach wie vor groß. Das machten die Workshops von Wilken und dem Partner IVU

Informationssysteme in Ulm, Greven und Hamburg sowie von Wilken Neutrasoft in Greven, Ulm, Neumünster und Halle deutlich.

Zum Abschluss der Vorbereitungen zum Stichtag 1. April machten sich bei Wilken und Wilken Neutrasoft insgesamt rund 200 Kunden aus

ganz Deutschland nun endgültig fit für die MaBiS­Umsetzung. Die Seminare umfassten einen Überblick über die gesetzlichen Grundlagen,

vertiefte Einblicke in die Prozesse der Bilanzierung sowie die Darstellung der Integration in der jeweiligen Software.

Erste MaBiS-Abrechnung im Juli

Welcher Akteur hat welche Daten in welcher Frist und Form an wen zu liefern und auf übersandte Daten in welcher Frist zu reagieren?

Das möchte die Bundesnetzagentur nach ihrem Beschluss BK6­07­002 genau geregelt wissen. Damit rechtzeitig alles MaBiS­konform

läuft, lag das Hauptaugenmerk der Workshops auf dem praktischen Teil, also auf der Frage, wie genau die Prozesse abgebildet und beim

Datenaustausch angepasst werden müssen. Nach dem BNetzA­Einführungsszenario soll zum 1. Juli diesen Jahres die erste MaBiS­

Abrechnung (für Juni) auf den Weg gebracht sein. Damit dies gelingt, müssen alle Vorarbeiten im System rechtzeitig abgeschlossen sein.

Hierzu zählen unter anderem das Anlegen und die Konfiguration der Marktpartner, die im Rahmen der MaBiS benötigt werden. Die Prozesse

und die Datenformate zur Übermittlung der abrechnungsrelevanten Daten müssen zwischen allen Beteiligten festgelegt werden.

BelVis-Integration bringt die Lösung

Die MaBiS­Umsetzung in der Software ENER:GY (Wilken) sowie in Microsoft Dynamics NAV (Neutrasoft) erfolgt in beiden Fällen über die

Integration des Energiedatenmanagements BelVis der Kisters AG. Die Software des langjährigen Wilken und Neutrasoft Softwarepartners

steht mit der Marktkommunikation – bei Wilken ist es der Regulierungsmanager (RUM), bei Neutrasoft ist es das Modul NTS.transfer – in

enger Verbindung. Die MaBiS­Nachrichten (inklusive CONTRL und APERAK) werden hier problemlos durchgereicht.

Neutrasoft jetzt auch NAV 2009 zertifiziert

Wilken Neutrasoft hat jetzt offiziell die Zertifizierung für die Branchenlösung NTS.suite unter

Microsoft Dynamics NAV 2009 erhalten. Das Grevener Unternehmen hatte bereits das

Microsoft­Zertifikat für das frühere Release inne. Nach einem dreimonatigen Prüfprozess

liegt jetzt die schriftliche Bestätigung vor.

Die „Rezertifizierung“ erfolgte in zwei Schritten. Zunächst wurde die Software im engeren

Sinne geprüft. Dazu wurde ein entsprechender Zugriff freigeschaltet. Nach zahlreichen

Prüfprozessen unter anderem hinsichtlich der Qualitätssicherung erteilte Microsoft nun die

offizielle Abnahme. Darüber hinaus wurde die Kundenbetreuung unter die Lupe genommen.

Auf den Prüfstand kamen sämtliche Features zum Kundensupport. Auch hier gab es keine

Einwände, so dass Wilken Neutrasoft nun erneut das Prüfsiegel der Zertifizierung tragen

darf. Microsoft betätigt damit, dass die NTS.suite den Vorgaben von Microsoft Dynamics

NAV 2009 entspricht – für alle Neutrasoft­Kunden sicher ein Beleg für das in die Lösung

gelegte Vertrauen.

Seit dem 11. November 2010 hat Wilken

Neutrasoft einen neuen Bundesobmann. Es ist

Ottmar Rausch, Leiter Rechnungswesen und

EDV bei der Gasversorgung Main-Kinzig Gas,

Gelnhausen. Er wurde beim Bundesobleute-

treffen in Bodenmais zum Nachfolger von

Ulrich Fischer, Geschäftsführer der Stadtwerke

Merzig, gewählt.

Herr Rausch, was sind Ihre bisherigen

Erfahrungen im neuen Amt?

Die Frage, welche Erfahrungen ich im neuen

Amt gemacht habe, kommt noch etwas zu früh.

Ich denke, nach meinem ersten Bundesobleutetreffen

als Bundesobmann am 11. und 12. Mai

in Kassel werde ich erste Erkenntnisse und Eindrücke

aus der Arbeit im Amt gesammelt haben.

Es ist auch so, dass die Arbeit in der Anwendervertretung

für mich nicht ganz neu ist, da ich

schon seit über zehn Jahren und davon vier Jahre

als stellvertretender Bundesobmann in diese

Organisation eingebunden bin.

Anfang Februar fand – wie jedes Jahr – die

Fachmesse E-world in Essen statt. Sie haben am

Stand der Wilken Neutrasoft zahlreiche

Anwender getroffen. Was waren die wichtigsten

Themen in den Gesprächen?

Auf der E-World im Vorjahr standen noch das

Thema Marktprozesse ‘NTS.transfer‘ im Fokus

der Anwender und die Frage: Ist das Produkt

geeignet, das EDAP-System abzulösen? In

imgEspRÄch

ottmAr rAUSCH, leiter reCHnUnGSWeSen Und edV bei der GASVerSorGUnG

mAin-kinziG GAS, GelnHAUSen, bUndeSobmAnn Wilken neUtrASoFt

diesem Jahr, so mein Eindruck, wurde mehr

nach Lösungen für die Abwicklung von Kundenkampagnen

zur Rückgewinnung gewechselter

Kunden gesucht. Hier ist ein Trend in den EVUs

hin zu mehr EDV-gestützten Marketingaktionen

klar zu erkennen. Wilken Neutrasoft hat

dies erkannt und bietet hier mehrere Lösungswege

auf, je nach eigenem Anspruch beziehungsweise

Ausprägung der Vertriebsaktivitäten.

Interessant war auch zu sehen, welche Zusatzfunktionen

den Neutrasoft-Kunden mit dem

neuen Navision-Client – ohne zusätzliche

Lizenzkosten – im Rahmen des nächsten

Release-Updates zur Verfügung gestellt werden

und mit welchem Lösungsansatz man die

Wechselprozesse im Messwesen abbilden wird.

Während meines zweistündigen Aufenthalts auf

dem Messestand von Wilken Neutrasoft konnte

ich feststellen, dass ein sehr reges Interesse an den

Angeboten des Hauses durch die Besucher

bestand. In der Lobby waren ständig alle Plätze

besetzt. Das Servicepersonal und die Fachberater

hatten alle Hände voll zu tun.

Damit sind wir bei der Zusammenarbeit mit

Neutrasoft angelangt. Was wird in den nächsten

Monaten angepackt werden? Welche Ziele

haben Sie sich für dieses Jahr gesetzt?

Aktuell bin ich dabei, mit dem Hause Wilken

Neutrasoft die Aktivitäten für dieses Jahr der

Anwendervertretung zunächst terminlich vorzu-

planen. Zentrales Anliegen für die Zusammenarbeit

mit der Anwendervertretung von beiden

Seiten ist sicherlich, dass die Fachbeiräte weiterhin

engagiert und gut organisiert ihre Veranstaltungen

durchführen. Ferner werde ich ein gesteigertes

Augenmerk auf die Entwicklung unserer

Arbeitskreise legen. Hier denken wir in der

Anwenderrunde schon länger darüber nach, die

momentane Struktur neu zu ordnen. Mit dieser

Frage werden wir uns im Rahmen des nächsten

Bundesobleutetreffens intensiv beschäftigen.

Blicken Sie dabei auch auf die Aktivitäten der

Wilken GmbH in Ulm – insbesondere bezogen

auf die Wilken-Software ENER:GY?

Zur Muttergesellschaft in Ulm gibt es von

meiner Seite nur über die gemeinsamen Anwendervertretungstreffen

Verbindungen. Ich habe

mir jedoch vorgenommen, die Kontakte nach

Ulm zu vertiefen, damit auch dort unsere Arbeit

beziehungsweise die Anwendervertretung deutlicher

wahrgenommen wird.

Herr Rausch, vielen Dank für das Gespräch!

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NTS.wasser: Softwarelösung

für die Wasserwirtschaft von

Neutrasoft

die speziell auf die bedürfnisse der Wasserwirtschaft

ausgerichtete, neue Softwarelösung ntS.wasser stellte die

Wilken neutrasoft GmbH jetzt auf der e-world 2011 und

während der Wasser berlin international vor.

Das Neutrasoft Branchenpaket für Wasser­

und Abwasserversorger besteht

aus einer Verbrauchsab rechnung, einer

Finanzbuchhaltung und einer Anlagenwirtschaft

und basiert – wie NTS.transfer

auch – auf Microsoft Dynamics NAV. Es

wurde vom Grevener Softwarehaus speziell

auf die Anforde rungen von Zweck­

und Wasserver sor gungsverbänden sowie

Wasser­ und Klärwerken ausgerichtet.

Im Mittelpunkt von NTS.wasser stehen die

Module Finanzbuchhaltung, Verbrauchsabrechnung

und Anlagenwirtschaft. Kernpunkt

der Anwendung ist eine effiziente und

transparente Abrechnung für alle in der

Branche üblichen Produkte wie Trinkwasser,

Abwasser und Nieder schlagswasser,

selbstverständlich mit individueller Tarifanpas

sung. Ebenfalls aus Sicht von Neutrasoft

ein wichtiger Baustein: das Forderungsmanagement,

das auf der optionalen Debitorenverwaltung

basiert und eine sichere

wie effiziente Abwicklung entsprechender

Pro zesse ermöglicht.

sechs gute gründe für die branchenanwendung von nTs.wasser

Für die Wasserwirtschaft

hochspezialisiertes Komplettpaket

zur Abbildung

eines reibungslosen

Geschäftsablaufes.

Mehr Effektivität und

Effizienz im Tagesgeschäft

durch neueste Microsoft­

Tech no logie.

Dabei versteht sich NTS.wasser als echte

Branchen lösung „bei der der Anwender

ausschließlich mit relevanten Prozessen

aus der Wasser wirtschaft arbeitet“, so

Peter Schulte­Rentrop, Geschäftsführer der

Wilken Neutrasoft GmbH. Entwickelt wurde

die Softwarelösung, um die zunehmende

Professionalisierung der Wasser wirtschaft

zu unterstützen.

Der zweite Bausteindie Materialwirtschaft

– bietet ein qualifiziertes An l agen management

mit Anlagen wirtschaft, Bauauftragsverwaltung

und Instandhaltung.

NTS.wasser basiert, wie andere Neutrasoft

Anwendungen auch, auf Microsoft Dynamics

NAV. Für den Anwender heißt dies unter

anderem: Hohe Investitionssicherheit,

ein fache Integration von Office­Produkten

wie Word, Excel oder Outlook sowie

Verfügbar keit von zahlreichen Erweiterungsmodulen

der NTS.suite oder anderen Produkten

der Wilken Unterneh mens gruppe.

„Zielsetzung ist eine schnelle und komfortable

Integration der Branchenlösung in

die jeweiligen Organi sationen mit sicherer

Datenmigration“, so Peter Schulte­Rentrop.

Maximale Flexibilität durch

hohe MS Office­Integration

(z. B. Word, Excel,

Outlook).

Schnelle Integration

des Systems in Ihre

Organisation mit sicherer

Datenmigration.

Durch die Abkopplung vom Branchenpaket

für Energieversorger und die Bereitstellung

einer eigenen Softwarelösung profitiert der

Anwender auch von längeren Releasewechseln,

also geringeren Kosten. Wilken

Neutrasoft bietet NTS.wasser als Komplettl

ösung bestehend aus Lizenzen, Dienstleistungen,

Schulung sowie Wartung an, auf

Wunsch mit Hosting im Rechenzentrum der

Unternehmensgruppe.

Komplette Betreuung

durch Branchenspezialist

Wilken Neutrasoft von

der Angebots phase bis

zur Anwenderschulung.

Hohe Verfügbarkeit durch

Eigenbetrieb oder Betrieb

in unseren hochmodernen

Rechenzentren.

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EVU­Anwendertreffen 2009 in Bamberg

marktkommunikation: diese sicherzustellen gehört zu

den grundlegenden Funktionalitäten einer Software für

energieversorger. Wilken neutrasoft hatte an dieser

Front, wie andere Anbieter auch, lange zu kämpfen.

Jetzt können die Anwender aufatmen. dazu gehören

die Stadtwerke lengerich im norden von nordrhein-

Westfalen.

Rückblick in den Herbst 2009. In Bamberg findet das erste gemeinsame EVU­

Anwendertreffen von Wilken und Wilken Neutrasoft statt – das erste nach der

Übernahme durch die Wilken Unternehmensgruppe. Es herrscht Krisenstimmung,

denn NTS.operations (edap) will nicht so recht. Das Softwaremodul für die

Marktdatenaustauschprozesse bringt die Nutzer auf die Palme. Denn alle wollen

den Datenaustausch weitgehend automatisiert durchführen. Beschlossen wird,

für die NTS.suite eine komplett neue Lösung auf den Weg zu bringen. Diese

soll auf der Technologie basieren, die zum damaligen Zeitpunkt bereits bei über

100 Anwendern der Wilken Lösung ENER:GY erfolgreich im Einsatz war. „Es

kam uns darauf an, unseren Kunden eine erprobte und zukunftsfähige Lösung

zu bieten“, erinnert sich Peter Schulte­Rentrop, Geschäftsführer der Wilken

Neutrasoft GmbH. „Wir wollten eine Lösung, die nicht nur in den Einvertrags­ oder

Zweivertragsmodellen funktioniert, sondern auch ein Mitwachsen für die neuen

Marktrollen“, ergänzt sein Geschäftsführer­Kollege Peter Heinz.

Die Programmierer erarbeiteten darauf hin

ein Modul, mit dem alle Marktdaten austauschprozesse

direkt aus der Abrechnung

heraus angestoßen werden. Der große

Vorteil: Alle Stammdaten bleiben im Modul

NTS.billing, das in das System Microsoft

Dynamics NAV (vormals Navision) voll

integriert ist. Nach und nach wurde

NTS.transfer bei allen Neutrasoft­Kunden

installiert. Bei den Stadtwerken Lengerich

war dies im November 2010 der Fall.

Zunächst wurden eine Testversion geliefert

und die Sachbearbeiter geschult. Diese

kamen aus den Bereichen Netzwirtschaft,

Vertrieb und Shared Service. Sie alle sollten,

so die Marschrichtung, über NTS.transfer

als Drehscheibe für alle Marktdaten zusammenarbeiten.

nAch ERfOLgREIchEn TEsTs

gLEIch pRODukTIvsTART

„NTS.transfer hat aus dem Stand heraus

funktioniert“, berichtet Alexander Schlüter,

Leiter Shared Customer Service und

Vor sitzender im Neutrasoft­Fachbeirat Verbrauchs

abrechnung. „Die ganze Abwicklung

der Marktkommunikation passiert nun

wirklich schnell.“

So prüft das System vollkommen selbstständig,

ob die Daten der eingehenden

Meldungen zum vorhandenen Datenstamm

passen. Durch die Funktion der „Konkurrenzprüfung“

analysiert die Software dann im

weiteren Prozessablauf beispielsweise, ob

zu einer Netzanmeldung eine Abmeldung

vorliegt. Ist dies der Fall, werden die nötigen

Antworten automatisch durch das System

erzeugt und die eingetragenen Daten auf

ihre Plausibilität geprüft. Nur wenn dies der

Fall ist, gibt das System grünes Licht und

die Meldungen können versendet werden.

Die enthaltenen Informationen werden dabei

direkt in Microsoft Dynamics NAV abgelegt.

Die November­Tests funktionierten so

reibungslos, dass man in Lengerich im

März 2011 von dem EDAP­System auf

NTS.transfer an nur zwei Tagen umstellte.

Ein Parallelbetrieb des alten Systems war

nicht nötig. „Die Kollegen haben sich von

Anfang an gut mit der neuen Software

zurechtgefunden. Wir hatten einfach Vertrauen

in die neue Neutrasoft­Software.

Dieses bestätigte sich, als wir direkt nach

der Installation mit unserer Arbeit beginnen

konnten. Nacharbeiten waren nicht erforderlich.“

Die Stadtwerke Lengerich

gingen nur insofern auf Nummer sicher,

als man für die Produktiveinführung den Abschluss

der Jahresverbrauchsabrechnung

abge wartet hat. Bei dem Unternehmen

wurde NTS.transfer in ein „Einmandanten­

Zwei vertragsmodell“ (1M2V) integriert, über

das alle vier Gesellschaften im SWL­

Verbund betreut werden.

zEIT füR vOLLAuTOmATIsIERung

nOch nIchT gEkOmmEn

Alexander Schlüter und sein Team klicken bei

der Marktkommunikation per NTS.transfer

derzeit gerne noch von Hand die einzelnen

Schritte durch. Denn man will in dem

Stadtwerk schon noch sehen, was passiert.

„Wenn das System einen Fehler machen

würde, müsste dieser aufwendig behoben

werden“, sagt Alexander Schlüter. „Das

würde summa summarum mehr Arbeit

machen als unsere jetzige Arbeitsweise. Die

erhöhte Automatisierung und Integration

gegenüber NTS.operations (edap) hilft uns

aber bereits heute, effizienter zu arbeiten.

Denn nur schlanke EDV­Prozesse helfen uns

zukünftig, die Markt kommunikation effizient

und wirtschaftlich abzuwickeln. Daher ist

es unabdingbar, die Abläufe weiter zu

verschlanken, um die Anwender zu unterstützen.

Dazu gehört natürlich auch, die

Automatisierung der Abläufe und Prüfungen

weiter voranzu treiben. Die endgültige Freigabe

der Daten muss aber vorerst noch der

Anwender treffen können.“

Dieser Ansatz gilt in Lengerich auch für die

Systemschritte, die auf die reine Marktkommunikation

im Modul NTS.transfer

folgen. Hier ist vor allem die nahtlose

Einbindung in Microsoft Dynamics NAV

zu nennen. „Das ist gegenüber dem

nts.transfer

macht kunden froh

früheren EDAP­Modul jetzt weitaus besser

gelöst. Der Anwender arbeitet nun in seiner

vertrauten Umgebung, dem früheren Navision,

und hat somit direkten Zugriff auf alle

benötigten Daten. Er kann alle weiteren

Schritte außerhalb der Marktkommunikation

direkt einleiten.“

Über die Stadtwerke Lengerich

Das Unternehmen beschäftigt rund 110 Mit­

arbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Stadtwerke

Lengerich haben rund 25.500 Kunden. Dies

entspricht circa 46.000 Zählern.

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«Es ist nicht unsere Strategie,

vom Softwarehersteller

zum Systemhaus zu mutieren.»

Wie können Unternehmen die Herausforderung bewältigen,

ständig neue gesetzliche Vorgaben sowie neue Aufgaben

schnell zu erfüllen – während oft die organisation selbst

im Wandel begriffen ist? Software muss darauf Antworten

geben und Unternehmen in ihren sich immer schneller wandelnden

Geschäftsprozessen unterstützen. Ein plädoyer vor

dem hintergrund der neuen wilken Entwicklungsplattform

s4, die im Laufe des Jahres 2011 erstmals eingesetzt wird.

Kaum installiert, sieht das neue Softwaremodul

nicht nur alt aus, sondern ist

es auch: Hohe Änderungsraten und mehr

geforderte Funktionalität in immer kürzerer

Zeit bringen die Unternehmen in Atemnot.

Die Komplexität nimmt zu. Zugleich haben

herkömmliche Organisationsmodelle

ihr Leben gelebt. Unternehmen spüren,

wie schwer und ineffizient übergreifende

Prozesse zu managen sind. Oft gehen sie

über mehrere klassische Software module

hinweg, durchlaufen mehrere Abteilungen

und Fachbereiche, um am Ende irgendwo

hängenzubleiben.

anWendunGsframeWork

als JunGbrunnen

Software basiert heute auf Geschäftsprozessen.

Wer als Softwarehersteller das

sieht und für wichtig erachtet, braucht

eine Plattform, welche die sich rasch verändernden

Prozesse optimal abbildet.

„Optimal“ ist dabei aus Sicht des Kunden

zu verstehen. Denn gerade mittelständische

Unternehmen wollen und brauchen

schnelle, variable Lösungen. Ein Zeitverzug

wird nicht akzeptiert. Diese Flexibilität

wird durch ein modernes Anwendungsframework

ermöglicht, bei dem die Softwarestrukturen

komplett in einem Repository

(und nicht nur im Code) beschrieben

sind. Dadurch sind Informationen in

jeder Schicht der Anwendung vorhanden

und können durch eine Änderung der

Beschreibung flexibel angepasst werden.

Ganze Geschäftsprozesse können in kurzer

Zeit ausgetauscht werden – ein kompletter

Releasewechsel entfällt. Nur so

kann man auf Kunden­ und Marktbedürfnisse

schnell reagieren. Man muss nicht

warten, bis an der amerikanischen Westküste

die entsprechenden Grundlagen

für neue Wege entwickelt werden. Dort

wird nur für die großen „Autobahnen“

entwickelt, also nicht für den Mittelstand

in Deutschland und Europa. Fazit: Softwarelösungen

auf der Grundlage eines eigenen

Frameworks bleiben dauerhaft jung.

Zudem bleiben Kosten überschaubar.

Folkert Wilken, Geschäftsführer der Wilken GmbH

»

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20

«Unsere Kunden wollen eine

verlässliche technische Basis,

die nicht irgendwo

in einer Cloud umherschwirrt.»

Folkert Wilken, Geschäftsführer der Wilken GmbH

»

kundennutzen durch

selbstverPflichtunGen

Was muss das Framework garantieren,

um von den Unternehmen angenommen

zu werden, die die Lösungen kaufen?

Erstens muss sichergestellt sein, dass

das Framework technologieunabhängig

ist. Einzelteile des technischen Systems

müssen ohne Änderungen des fachlichen

Applikationscodes austauschbar sein.

Strategische Unternehmensentscheidungen

in der Infrastruktur wie zum Beispiel

der Wechsel des Datenbanksystems oder

der User­Interface­Technologie werden

so ermöglicht und optimal unterstützt.

Zweitens muss die Softwarearchitektur

erweiterungsfähig und anpassbar sein

– etwa in Bezug auf einen gewünschten

Tausch des Applikationsservers. Drittens

ist ein Framework dann für Unternehmen

ein Vorteil, wenn die Fachlichkeit von der

Technik getrennt ist.

Durch die Abkapselung von der Geschäftslogik

sind Änderungen an der Fachlichkeit

einfacher möglich. Dies steigert die Produktivität

und erhöht den Investitionsschutz.

Viertens ist es notwendig, dass

die Lösungen, die auf dem Framework

basieren, branchen­ und produktspezifische

Ausprägungen berücksichtigen. Es

muss möglich sein, Domaintypen ändern

zu können, um den Branchenbezug herzustellen.

Eine „Kontonummer“ wird so leicht

und ohne große Programmierung zu einer

„Versicherungsnummer“, eine Mandantennummer

einfach von zwei auf drei Stellen

geändert. Fünftens ist das Framework für

den Kunden dann von Nutzen, wenn die

Releasefähigkeit garantiert ist. So sichern

bestimmte Mechanismen das Customizing

beim Kunden bei fortschreitender Weiterentwicklung

ab. Schließlich sollen automa­

tisierte Tests die Softwarequalität sichern.

Die Testautomation über das Framework

ersetzt zahllose manuelle Tests, garantiert

eine hohe Testabdeckung und dadurch

eine gleichbleibend gute Softwarequalität.

die freiheit macht

den unterschied

Das neue Anwendungsframework von

Wilken – S4 – wird im Kundeninteresse

entwickelt. Indes ist auch eine gehörige

Portion Selbstverständnis und Herzblut

dabei. Denn es gilt, nicht zu einem

Systemhaus, also zu einem abhängigen

Dienstleister, zu mutieren, sondern langfristig

ein selbständiger und mittelständischer

Softwarehersteller mit Bodenhaftung zu

bleiben. Die Wilken Unternehmensgruppe

– heute mit über 400 Beschäftigten – hat

schon in der Vergangenheit immer wieder

bewiesen, dass man mit überzeugenden

Lösungen den großen Softwarekonzernen

die Stirn bieten kann. Mit der Entwicklung

der eigenen Entwicklungsplattform S4 wird

die Freiheit als unabhängiger Anbieter und

Hersteller für Software gewahrt bleiben –

und damit dem gerecht werden, womit

das Unternehmen und seine Kunden in

den vergangenen 34 Jahren gut gefahren

sind: Wirklich individuelle Lösungen, die

auf einem hochperformanten und funktionsorientierten

Standardsystem beruhen

in Zukunft auf dem Nachfolger des

bekannten CS/2.

Die ersten Prozesse mit Wilken S4 werden

bereits ‘gebaut‘. Ende des Jahres sollen

die ersten Produkte und Prozesse verfügbar

sein. Für Wilken bedeutet die Entwicklung

des Frameworks eine große Investition,

die nach eigener Einschätzung kein

anderer mittelständischer Softwarehersteller

in Deutschland derzeit auf sich nimmt.

21


22

imgEspRÄch

Volker mAilACH, leiter entWiCklUnG S4

Guten Tag, Herr Mailach, im Gang vor Ihrem

Arbeitszimmer stehen rund 30 verschiedene

Varianten einer ‚S‘ und ‚4‘ Kombination.

Auch ein Entwickler muss mal den Weg ins

Marketing antreten und sich ein Erscheinungsbild

für seine neue Technologie ‚bauen‘ lassen.

Haben Sie einen Favoriten?

Ja, aber ich werde Ihnen sicherlich nicht sagen,

welcher – wir fragen gerade die Kollegen im

Hause und wollen zuerst schauen, was denn

intern gefällt.

Die Frage haben Sie sicherlich schon oft gehört:

Braucht Wilken eine eigene Entwicklungsplattform?

Als Leiter der Entwicklung und damit verantwortlich

für die neue Entwick lungsp latt -

form hören Sie natürlich ein Klares ‚Ja‘. Aber

das bekommen Sie auch, wenn Sie andere

im Unternehmen fragen. Wilken braucht ein

eigenes Frame work, um den englischen Begriff

zu verwenden. Und auch Kunden, denen wir

unsere Ideen und Konzepte vorgestellt haben,

sagen klar und deutlich: Zieht das durch.

Brauchen heißt ‚müssen‘ oder ‚wollen‘?

Beides. Wilken ist mittelständischer Softwarehersteller

und will nicht über kurz oder lang zum

Systemhaus mutieren – das ist das klare

Bekenntnis, hinter dem jeder im Unternehmen

steht. Wir wollen frei sein, innovativ sein dürfen

und dem treu sein, was Wilken immer war: ein

unabhängiger Softwarehersteller.

Braucht es dazu einen solchen Aufwand?

Man kann gar nicht genug Aufwand betreiben,

um ein ordentliches Fundament zu bauen. Wir

sprechen über die Zukunft unserer Kunden und

der Unterneh men, die sich in Zukunft durch

ihre Prozesse von anderen differenzieren wollen.

Das sind viele.

Können Sie uns die wichtigsten drei Argumente

nennen?

Da ist zuerst die Entkopplung von Fach lichkeit

und Technologie, die wir in S4 konsequent

umgesetzt haben. Im Ergebnis bedeutet das:

Geschäfts logiken und -prozesse die meist langfristig

aufgebaut sind, können bei Technolo-

gie wechseln ohne grossen Aufwand und Re-

Implementierung weiterverwendet werden.

Das zweite Kernargument ist die Prozess-

orientierung …

… von der inzwischen jeder redet und darunter

etwas anderes versteht.

Das mag sein, aber Tatsache ist, dass die meisten

Softwareanbieter noch in Modulen denken und

Prozessorientierung bedeutet: Schnittstellen,

Schnitt stellen, Schnittstellen programmieren.

Bei S4 wird es das so nicht geben, die Integration

erfolgt auf jeder Ebene – eben auf einem

Framework, in einer Sprache und Methodik.

Und an dritter Stelle spricht für S4?

Die Mittelstandsfähigkeit, wie wir es intern

nennen. Gemeint ist damit die einfache und

schnelle Abbildung von branchenspezifischen

Anforderungen in den Prozessen und Anwendungen,

die der Mittelstand benötigt. S4

wird einfaches ‚Customizing‘ erlauben. Stichwort

ist aber auch die bereits erwähnte Differenzierung

der Großkunden, mit eigenständigen, auf S4

basierten Entwicklungen, um ihre Wettbewerbsvorteile

zu sichern.

Wilken löst mittelfristig mit der neuen

Ent wicklungsplattform auch die CS/2-Anwen-

d ungen ab. Bedeutet das einen kompletten

Wechsel?

Definitiv nicht. Unsere Entwicklungsplattform

haben wir für unsere Kunden entwickelt. Das

heißt: Für die extrem umfängliche CS/2-

Produktpalette haben wir eine klar umrissene

Migrationsstrategie, die eben genau eines nicht

bedeutet: auf einen Schlag umstellen. Die

Migration wird auf Prozessebene erfolgen, die

neuen S4-Anwendungen und CS/2 werden

miteinander ‚laufen‘.

Sie sprechen von CS/2?

Die Migrationsstrategie umfasst die gesamte

Wilken Welt. CS/2 wird unsere Kunden noch in

Jahren begleiten – wir werden niemanden zu

einem schnellen oder kompletten Wechsel

drängen und CS/2 weiterhin ‚pflegen‘.

Wann können wir mit ersten Anwendungen

auf S4 rechnen?

Die Produktentwicklung hat zwei Projekte

definiert und es geht schon los, wobei ‚losgehen‘

heißt: es wird bereits konzipiert und sich in

S4 eingearbeitet. Anfang 2012 werden diese

Anwendungen produktiv laufen.

Und wie ist das erste Feedback seitens der

Entwickler?

Wir sind in einem wichtigen Stadium – jetzt

geht es um die gemeinsame Leistung von

Technik und Fachlichkeit. Das Produkt management

muss sich ebenso wie die Anwendungsentwickler

einarbeiten, die S4-Mannschaft muss

aus ihrem Elfenbeinturm raus.

Beweisen, dass ...

... die Plattform halten kann, was wir versprochen

haben. Ich denke, wir sind da auf

einem guten Weg, die ersten Feedbacks sind sehr

positiv und die offenen Fragen werden weniger.

Es gibt aber wie immer auch Kritik.

Und S4, wann wird S4 fertig sein?

Wie definieren Sie fertig. Oder anders gesagt:

Was erwarten Sie von einer fertigen Software? Es

gibt einen Spruch, der sagt ‚Fertige Software ist

tote Software‘. S4 wird, wenn die ersten um fassenden

Erfahrungen aus der Produkt entwicklung

ein geflossen sind, sicherlich ab nächstem Jahr bei

allen anderen Projekten eingesetzt. Das könnte

man dann schon mal als ‚fertig‘ bezeichnen.

Wird S4 später ausschliesslich in der Wilken

Unternehmensgruppe zum Einsatz kommen?

Das kann ich Ihnen derzeit nicht sagen – was wir

wissen ist, dass Kunden in der eigenen

Anwendungsentwicklung schon jetzt ein Auge

auf S4 geworfen haben.

Und persönlich, was machen Sie, wenn S4

einmal ‚fertig‘ ist, um dieses von Ihnen

ungeliebte Wort zu verwenden?

Radfahren. Teneriffa. Langsamkeit – das müsste

es treffen.

Herr Mailach, vielen Dank für das Gespräch.

23


24

„ich bin 34“. kein Anlass für besondere Feiern oder Anlässe. So denkt man nicht bei Wilken im

34sten Jahr nach der Gründung durch ernst Wilken im Jahr 1977. denn der so gar nicht runde

Geburtstag steht für den Aufbruch der gesamten Wilken Unternehmensgruppe.

Wer im Frühjahr – egal ob in Ulm oder Greven

– auf eines der Wilken Gebäude zuging,

konnte es kaum übersehen: die grossen

Banner mit Mitarbeitern oder Mitarbeiterinnen,

die freudlich und einmütig erklären

oder besser sich bekennen: „Ich bin 34“.

Wobei – ohne dem oder der Einzelnen zu

nahe zu treten – das eigene Alter kaum

gemeint sein konnte.

ICH

BIN

34

Und auch wer in der Ulmer Innenstadt an

der einen oder anderen Stelle genauer hinschaute,

sah das Bekenntnis von Freunden

und Partnern des Unternehmens. Eben:

„Ich bin 34“.

Alleine die Freude übers erreichte Alter wird

es nicht sein – das haben erste Nachfragen

schnell ergeben. Kein runder Geburtstag

und auch kein berühmtes Vorbild etwa, das

in jenem Alter etwas geschaffen hätte, dem

Das „Ich bin 34“

Notizbuch (nur noch

wenige Exemplare

verfügbar)

nachzueifern sich lohnen würde. Vielleicht

hilft ein Blick in das grosse und seitenstarke

Notizbuch, das allen Mitarbeitern in Ulm

und Greven zum Jahresanfang überreicht

wurde, und das inzwischen auch gerne

von Freunden, Partnern und auch Kunden

von Wilken nachgefragt wird.

»

Bis zu drei Meter hoch sind die Banner, mit denen Wilken die Kampagne „Ich bin 34“ dokumentiert.

25


26

»

Die Auflösung ist einfach und einem internen

Anschreiben zu entnehmen, das anlässlich

der Übergabe des bereits erwähnten

Notizbuches zu Anfang des Jahres an die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerichtet

war: „Aufbruch. Neue Wege gehen. Verantwortungsbewusst

und verlässlich agieren.

Beweisen, dass Visionen im Rechnungswesen

von Wilken gemacht werden. Die ganze

Kraft des Unternehmens für dieses eine Ziel

einsetzen: Zukunft. 34 ist dafür ein gutes

Alter, ein Symbol, um zu nachhaltigen Ergebnissen

zu führen. Mit Veränderungsbereitschaft

und Gestaltungswillen“, so der

Brief der Geschäftsleitung an alle Mitarbeiter.

Wof r steht Unser W?

Windfest? WoW?

Widerstandsf hig?

die grossen

dUmmheiten

macht man mit

14 oder 24.

„34 ist ein starkes Alter, oder besser ein

Alter, in dem man mehr als stark ist“, so gibt

Folkert Wilken einen Einblick, was hinter der

Kampagne steckt. Die Sturm­und­Drang­

Zeit ist gerade mal vorbei, auch das Bedürfnis

soeben Geschaffenes gleich wieder

in Freude oder Konsum umzusetzen. „Mit

34 sind viele Menschen in einer besonderen

Schaffensphase, die von Nachhaltigkeit

geprägt ist“, ist sich Folkert Wilken sicher.

Anders ausgedrückt: eine Aufbruchphase,

die das spätere Leben prägt und massgeblich

beeinflusst.

ICH

BIN

Mit 34 – so lässt sich hoffen oder erahnen –

ist man kaum saturiert oder satt, auch nicht

etabliert, sondern noch offen für Neues und

Kommendes. Erfahrung führt noch nicht

unmittelbar zu Bedenken und doch zielorientiert

in die Zukunft. Mündigkeit und Entschlossenheit,

aber auch Verantwortungsbewusstsein

und Nachhaltigkeit ohne eben

auf die Freuden des Lebens zu verzichten

– mit der 34 verbinden viele Menschen eine

positive Erinnerung – vorausgesetzt sie sind

älter. Und eine kurze Umfrage unter den

Jüngeren zeigte schnell – die Nachkommenden

freuen sich auf die 34 und sind jederzeit

bereit sich zu bekennen.

34 Musterseiten aus dem Wilken Notizbuch

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28

die erzdiözese Freiburg führt im rahmen ihres Vorhabens „Verwaltung im Aufbruch“

(ViA) ein neues edV-System für das Finanz- und rechnungswesen sowie für die kostenund

leistungsrechnung ein. bereits in der ersten Januarwoche 2011 ist die Stufe 1 des

Projektes produktiv genommen worden. Softwarepartner ist Wilken entire aus Ulm.

Wilken entire

erfolGreicher

ProJektstart bei

der erzdiÖzese

freiburG

Softwareprojekte brauchen Zeit. So ist

es auch bei der Erzdiözese Freiburg, die

von der Katholikenzahl her gesehen das

zweitgrößte Bistum Deutschlands ist. In

das Großprojekt sind das Bistum und rund

1.000 Kirchengemeinden eingebunden.

Um eine geordnete Umstellung zu garantieren,

wird nach einem Zeitplan vorgegangen,

der mit Überschaubarem beginnt, um

dann größere Ansinnen anzupacken.

Bis 2014 sollen alle Kirchengemeinden mit

dem neuen System von Wilken Entire ausgestattet

sein. Zuvor ist die Projektumsetzung

im Bistum geplant – und zwar 2012.

Begonnen wurde Mitte vergangenen Jahres

mit den katholischen Stiftungen der

Erzdiözese. Diese und noch weitere Körperschaften

des öffentlichen Rechts sind

bereits zum Jahresbeginn 2011 produktiv

gegangen. Die Mitarbeiter des Erzbischöflichen

Ordinariats arbeiten nun nach dem

Das Projektteam mit Wilken Entire

Vorstand Rocco Rignanese (links)

erfolgreichen Abschluss der ersten Projektstufe

im neuen System von Wilken

Entire. Bislang arbeiteten die Stiftungen

auf der Grundlage einer Eigenprogrammierung,

die in vielerlei Hinsicht nicht mehr

zeitgemäß war. Dies gilt beispielsweise mit

Blick auf die jetzt abgelöste kameralistische

Buchhaltung, deren Ära zu Ende ist.

Um eine exakte Kostenübersicht zu erhalten,

ist eine doppelte Buchführung, die so

genannte Doppik, erforderlich.

fInAnzpROJEkT bEgLEITET

chAngE-pROzEss

Die Modernisierung des Rechnungswesens

bei der Erzdiözese Freiburg ist in einen

übergreifenden Organisationsentwicklungsprozess

eingebettet. „Wir wollen nicht

einfach nur ein neues Rechnungswesen

installieren“, berichtet Projektleiter David

Gutmann. „Vielmehr geht es uns um eine

David Gutmann, Projektleiter

Symbiose aus Inhalt und Finanzen.“ Damit

spricht er das interne Change­Management

an, das mit Begriffen wie Zielkonzeptionen,

Maßnahmen und Messgrößen

Kommunikations­ und Entscheidungs­vorgänge

begleitet beziehungsweise begleiten

soll. Im Mittelpunkt stehen die „Pastoralen

Leitlinien“, bei denen es immer

wieder um die Fragen „Was wollen wir?“

und „Wie können wir es umsetzen?“ geht.

Gottesdienst, Jugendarbeit, Altenhilfe

dies alles kostet Geld. „Wir wollen auf

unsere Inhalte finanzielle Antworten“, sagt

David Gutmann. „und unsere Pastoralen

Leitlinien mit Hilfe von Finanzzahlen in

Handlungsfelder umsetzen.“ Die jetzt eingeleitete

Novellierung des Finanzwesens

soll einen schnellen Überblick ermöglichen,

auf dessen Grundlage Entscheidungen

getroffen werden können.

29


30

Wilken entire

baYerisches

rotes kreuz:

Jetzt schnelle

zahlenübersicht

Wie wird aus 80 kontenplänen ein einziger? indem alle einig an einem Strang ziehen! diese

erfahrung machte das bayerische rote kreuz (brk) bei einem it-Projekt, das zweifellos

zu den aktuell größten in der deutschen Sozialwirtschaft zählt. es handelt sich um die

unternehmensweite einführung eines neuen Finanz- und rechnungswesens mit Controlling

und berichtswesen. dadurch ist nun eine konsolidierung auf knopfdruck möglich – bezogen

auf die landesgeschäftsstelle ebenso wie auf die fünf bezirks- und alle 73 kreisverbände.

die lösung kommt von der Wilken entire AG, dem Ulmer Spezialisten für Software in der

Gesundheits- und Sozialbranche.

Es war ein Großprojekt in Millionenhöhe.

Über drei Jahre hinweg arbeiteten über

30 Mitarbeiter des BRK mit den Entwicklern

und Beratern des Softwareunternehmens

zusammen. Start war im Herbst

2007, nachdem in der Endausscheidung

die Wahl gegen die üblichen Verdächtigen,

die Wettbewerber SAP und All for One,

gefallen war. Die Auswahlkriterien machen

zugleich die Herausforderungen hinsichtlich

der Projektziele deutlich. Das BRK

ließ die konkurrierenden Softwareanbieter

genau wissen, wie das Haus später bestellt

sein sollte. Die neue Softwarearchitektur

sollte größere Bezirksverbände ebenso im

gleichen System abbilden können wie den

kleinsten Kreisverband. Die Software sollte

zudem die Möglichkeit bieten, Wachstum

zu berücksichtigen. Motto: Heute eine

kleine Kostenrechnung – morgen strategisches

Controlling. Außerdem sollte das

neue System den Wünschen des Managements

nach schnellem Überblick gerecht

werden. Diese Anforderung zielt auf mo­

derne Auswertungsmöglichkeiten, die aller ­

dings weitgehend von jedem Mitarbeiter

beherrschbar sein sollten. Schließlich sollte

die neue Software benutzerfreundlich,

wenn nicht gar intuitiv bedienbar sein.

Bei der Beauftragung kam Wilken Entire

zu Gute, dass der BRK­Kreisverband München

bereits seit weit über zehn Jahren mit

Software aus der Wilken­Gruppe arbeitet.

Will heißen: Die grundlegenden BRK­Geschäftsprozesse

waren bekannt.

»

31


32

»

Seit Oktober 2010 ist das Projekt abgeschlossen.

Es beinhaltet eine Finanz­ und

Anlagenbuchhaltung, eine Kosten­ und

Leistungsrechnung, Systeme zur Kassen­

und Spendenbuchhaltung, das Modul

Electronic Banking sowie ein Informationssystem

zur flexiblen Auswertung von

Daten. Außerdem wurden das IT­System

der Personalwirtschaft und über 30 sozialwirtschaftliche

Fach­ und Abrechnungsverfahren

an die führende Entire­Software

angeschlossen. Hinzu kommt ein modernes

Dokumenten­Management­System

(DMS). Dieses beschleunigt die Verwaltung

von Dokumenten, vereinfacht zahlreiche

ablauforganisatorische Prozesse

und verbessert die Suche nach Belegen.

„fRühJAhRspuTz“

Ab hERbsT 2007

Es galt, das historisch gewachsene, selbst

programmierte Unix­System Fibu 2000

abzulösen. Der Handlungsdruck war in

den vergangenen Jahren immer mehr gewachsen.

Mit der unternehmensweiten

Konsolidierung musste jeweils zu Jahresanfang

begonnen werden, um diese im

Sommer dem Wirtschaftsprüfer vorlegen

zu können. Der Grund: Es war keine zentrale

Auswertung möglich. Folglich standen

keine aktuellen Management­Kennzahlen

zur Steuerung des Verbands zur Verfügung.

Vieles musste mühsam aus Excel­

Tabellen herausgelesen werden. Zentrales

Ziel war es demnach, über moderne

Software eine wirtschaftliche Arbeitsweise

herbeizuführen – bezogen auf die jährliche

Konsolidierung, gleichermaßen aber auch

auf die tägliche Arbeit. Denn zusammengenommen

gab es für die 73 Kreis­, fünf

Bezirksverbände und für die Landesgeschäftsstelle

insgesamt 177 Buchungsmandanten.

Dies ist für eine so große Organisation

wie das Bayerische Rote Kreuz

keineswegs ungewöhnlich. Wie in vielen

anderen (sozialen) Einrichtungen auch

wächst Software durch hinzukommende

Anforderungen so lange, bis irgendwann

das große Aufräumen kommen muss. Ein

„Frühjahrsputz“ gewissermaßen.

gROssER TEchnOLOgIsch-

ORgAnIsATORIschER AufwAnD

Beim „großen Reinemachen“ wurde jeder

Mandant sozusagen in die Hand genommen

und gefragt: „Brauchen wir den noch,

oder können wir ihn in eine andere Hierarchie

bringen?“ 80 Kontenpläne standen

auf dem Prüfstand. In einer gemeinsamen

Räumaktion blieb davon ein einziger übrig.

Dadurch ist jetzt die Konsolidierung quasi

auf Knopfdruck möglich.

Die Migration war ein Kraftakt. Insgesamt

mussten die Daten von 177 Mandanten

ins neue System überführt werden.

Pro Mandant bedeutete das rund einen

halben Tag Arbeit. Dabei war Geduld und

vor allem Präzision angesagt. Denn pro

Mandant waren rund 40 Einzelschritte

zu beachten, die exakt ineinandergreifen

und nacheinander ablaufen mussten.

Ein großer Stolperstein waren die über

30 Vorsysteme, die es anzubinden galt.

Beispiele: Heimverwaltung für Altenheime,

Kindertageseinrichtungen, Essen

auf Rädern etc. Wilken Entire installierte

eine Standardlösung, an die seitdem alle

Vorsysteme andocken und ihre Daten zur

Verfügung stellen.

Abgesehen von den zahlreichen technologischen

Klippen, die umschifft wurden,

war das BRK­Projekt eine große menschliche

Herausforderung. Es gab eine Steuerungsgruppe

mit 16 Mitgliedern, die sich

zwei Jahre lang alle drei Monate traf. 30

Beschäftigte arbeiteten im Projekt selbst.

Eine Mitarbeiterin des BRK wurde eigens

für das Projekt abgestellt und begleitete es

bis zum Roll­out. Hinzu kamen Hunderte

von Einzelterminen, die auf der Seite von

Im Bild: Dr. Peter Kottmann, Vorstand Wilken Entire AG; Christa Prinzessin von Thurn und Taxis, Präsidentin des BRK; Christine Haderthauer, Bayerische Staatsministerin

für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen; Reiner Barthold, Wilken Entire AG sowie Bernhard Hentschel, Geschäftsführer, Sozialservice­Gesellschaft des

Bayerischen Roten Kreuzes GmbH

Wilken Entire vor allem von Reinhold Lutz

wahrgenommen wurden. „Ohne dass sich

Menschen verstehen, scheitern Projekte

solcher Größenordnung“, ist der Leiter

Beratung und Projektleiter überzeugt.

„Für mich persönlich war es das bisher

größte und schwierigste Projekt in 15

Jahren Berufserfahrung in der IT.“ Kein

Wunder – bei 72 Schulungen Finanzbuchhaltung

zu jeweils 3 Tagen, 24 Schulungen

Anlagenbuchhaltung und 24 Seminaren

Controlling zu jeweils einem Tag, sechs

Spezial­Workshops E­Banking und 12 An ­

wendertreffen zu Neuerungen, Hilfen,

Tipps, Wünschen.

TEAmwORk übER

DREI EbEnEn hInwEg

Das größte Wagnis bürdete sich indes das

Bayerische Rote Kreuz selbst auf. Hierbei

sollte die Frage der Eigenständigkeit

der fünf Bezirks­ und 73 Kreisverbände

eine zentrale Rolle spielen. Es galt, das

erste Projekt in der Geschichte des BRK

zu meistern, in das alle mit einbezogen

werden sollten und mussten. Die interne

Skepsis zu Beginn war groß – und sie

hielt über weite Phasen des Projektes an.

„Die Wende, in dem anfangs schwierigen

Projekt gelang durch die Anwendertreffen

mit mehr als 400 Teilnehmern. Damit hatte

das Projektteam die Möglichkeit, alle

Anwender direkt zu erreichen und echte

Probleme von Befindlichkeiten zu unterscheiden

und gute Lösungen zu finden.

Dadurch wurde Vertrauen und Verständnis

erreicht“, so Dieter Deinert, der für IT

zuständige Landesgeschäftsführer. Das

Gebot der Stunde hieß demnach vor

allem an einem Strang zu ziehen, was

auch gelang. Darauf sind alle Verantwortlichen

stolz und dürfen dies – nach Aussage

der Präsidentin, Frau Christa Prinzessin

von Thurn und Taxis, auch sein.

Wilken und Wilken Entire auf der CeBIT 2011 in

Hannover. Im Bild: Dr. Harald Varel, Wilken GmbH;

Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung

und Forschung; Reiner Barthold, Wilken Entire

AG sowie Klaus Schmitt, Wilken GmbH

Zu Besuch bei Wilken Enitre: Dr. Peter Kottmann,

Vorstand Wilken Entire AG mit Hans­Joachim

Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär bei

der Bundesministerin für Arbeit und Soziales

33


34

Mehr als 107.000 Besucher zählte das

ServiceCenter Neue Mitte in Ulm im ersten

Jahr (Stand März 2011). Davon nutzten

etwa 6.200 Kunden die Dienstleistungen

der SWU Stadtwerke Ulm/Neu­Ulm GmbH,

12.850 nahmen die Bürgerdienste der Stadt

Ulm in Anspruch. Absoluter Spitzenreiter

mit rund 88.000 Kundenkontakten war

jedoch das SWU traffiti. Dort werden neben

Fahrkarten für den Verkehrsverbund

Konzertkarten verkauft. Aber auch die

SWU SchwabenCard kann dort aufgeladen

werden, beispielsweise um Fahrkarten für

den öffentlichen Nahverkehr bargeldlos am

Automaten kaufen zu können. Gesteuert

werden die Termine und Besucher seit

einem Jahr über eine Softwarelösung der

Wilken GmbH, die damit ihre „Feuertaufe“

mehr als bestanden hat. Auch das System

für die SWU SchwabenCard wurde von

Wilken umgesetzt.

Das Wilken System übernimmt die

Vorqualifizierung der Besuche sowie die

Steuerung der Termine, die Besucher

an der Infotheke oder vorher via Internet

bequem von zuhause aus vereinbart

haben. Es informiert den Bürger zudem,

welche Dokumente er zum jeweiligen

Termin benötigt, und verwaltet den kompletten

Terminkalender der Beschäftigten

im ServiceCenter. „Empfang und Portal

basieren auf derselben Kundenphilosophie

und auf derselben technischen Basis“,

erklärt der Projektleiter der Stadt Ulm,

Michael Spooren. „Damit haben wir es

geschafft, verschiedene, gleichwertige Zu ­

gänge zu schaffen, ohne den Wartungs­

aufwand zu erhöhen“. Eine positive Bilanz

zieht auch Marc Fuchs, SWU­Marketin

leiter: „Das System unterstützt unsere

Service­Mit arbeiter effizient bei ihren täg­

lichen Auf gaben. Die Integration der SWU

SchwabenCard in das Service­Angebot

hat die Attraktivität dieses Kundenbindungsinstrumentes

zusätzlich gesteigert“.

Die Ulmer Lösung ist inzwischen auch auf

großes Interesse bei weiteren Kommunen

gestoßen. Ein ähnliches Projekt wird derzeit

in Nürnberg mit Unterstützung von Wilken

umgesetzt.

Wilken entwickelte die neuartige Internetanwendung

für das Shared­Service­

Center auf der Grundlage seiner Open

Standard Business Library OSBL. Offene

nACHgEfRAgT

im Herzen der Ulmer innenStAdt WUrde Am

17. APril 2010 dAS SerViCeCenter neUe mitte

mit einem „tAG der oFFenen tür“ erÖFFnet.

bASierend AUF der Wilken AnWendUnG SHAred

SerViCe Center kÖnnen beSUCHer online

termine bei StAdt Und StAdtWerken im

VorAUS VereinbAren.

servicecenter neue mitte ulm:

Wilken besuchermanaGement

hat sich beWÄhrt

Standards sind – so die Überzeugung der

Stadt Ulm und der SWU Stadtwerke Ulm/

Neu­Ulm – der beste Weg für die öffentliche

Verwaltung, um die unüberschaubare

Heterogenität von Fachverfahren in den

Griff zu bekommen. Denn die bisherigen

Fachverfahren basieren auf unterschiedlichsten

Technologien, sind meist mangelhaft integriert

und sowohl in Bedienung als auch

Administration unterschiedlich. Das macht

sie unverhältnismäßig teuer.

Durch Integration und Anpassung bestehender

Komponenten wurde von Wilken

für die Anwendung im ServiceCenter Neue

Mitte ein flexibles Terminverwaltungs­

und Aufrufsystem entwickelt. Die Web­

Anwendungen wurden hinsichtlich Sicher­

heit und Offenheit auf die Bedürfnisse

der öffentlichen Verwaltung sowie der

Körperschaften des öffentlichen Rechts zugeschnitten.

Noch wird das System in Ulm

nur im ServiceCenter Neue Mitte eingesetzt.

Es ist jedoch geplant, die Lösung noch in

diesem Jahr auch in anderen Ämtern und

Bürgerzentren auszurollen.

DIE gEschÄfTsAnwEnDung

Ein Bürger zieht in eine neue Stadt und

muss sich um das Thema Umzug kümmern.

Über das ServiceCenter kann er online –

beispielsweise von zuhause – direkt Termine

bei den zuständigen Sachbearbeitern der

Stadtwerke und der Stadt buchen und alle

für diesen Termin notwendigen Unterlagen

downloaden und vorab ausfüllen.

DIE kuRzbEschREIbung

Mit dem „Wilken ServiceCenter“ können

Stadtwerke – auch als Service­Provider

für andere Partner – ihren Kunden diverse

Dienstleistungen online anbieten und anstehende

Termine online koordinieren und

vorqualifizieren.

DIE mODuLE

3 Online­Termineinsicht und ­buchung

3 Downloadportal für benötigte Formulare

3 Terminbestätigung und Benachrichtigungen

DER nuTzEn

3 Bessere Ressourcenauslastung und höhere

Effizienz in den Abwicklungsprozessen

3 Mehr Service­Qualität durch zentrale Anlaufstelle

für den Kunden mit Downloadmög­

lichkeit von Formularen zu ausgewählten

Themen

3 Kürzere Wartezeit durch Online­Terminbuchung

unter Berücksichtigung der

durchschnittlichen Bearbeitungszeit

3 Individualsoftware mit flexibel anpassbaren

Prozessen

REfEREnzEn

3 Stadt Ulm und SWU Stadtwerke

Ulm/Neu­Ulm

3 Stadt Freiburg

3 Stadt Nürnberg

35


36

Pioniere

für neuen

branchenstandard

in/exkasso

Thomas Schmitz,

Abteilungsleiter Finanzbuchhaltung

Helmut Mertens,

Abteilungsleiter Anwendungsentwicklung

über die rHeinlAnd VerSiCHerUnGSGrUPPe

130 Jahre Erfahrung in der Versicherungswirtschaft prägen das Geschäft der

mittelständischen, privat geführten RheinLand Versicherungsgruppe mit Sitz in

Neuss. Unter dem Konzerndach sind Versicherungsgesellschaften verbunden,

die unterschiedliche Vertriebswege und Zielgruppen bedienen: die RheinLand

Versicherungen für das Geschäft des eigenen Außendienstes, die ONTOS

Lebensversicherung als Risikolebensversicherer der Gruppe, die Rhion Versicherung

als Maklerversicherer und Credit Life International in den Niederlanden

für den Bankenvertrieb. Gesteuert wird die Versicherungsgruppe durch die

RheinLand Holding AG. Das Unternehmen hat rund 820 Beschäftigte.

Seit längerer Zeit suchten die RheinLand

Versicherungen ein neues In/Exkasso,

das die eigenprogrammierte Software

ablösen sollte. Eine Modernisierung tut

schon lange not. Denn die Anforderungen

an Versicherungssoftware steigen

Jahr für Jahr. Gesetzliche Anforderungen

wie beispielsweise die Einführung

von Sepa zwingen zu immer neuen EDV­

Anpassungen. Diese müssen bislang

aufwendig programmiert werden. Um

das zu ändern, holte das Versicherungsunternehmen

aus Neuss viele Angebote

ein. „Wir haben uns wirklich viele Anbieter

angeschaut“, erinnert sich Helmut

Mertens, Abteilungsleiter System­ und

Ressourcenmanagement.

hOchgEkREmpELTE ÄRmEL unD

schwEIss übER zwEI JAhRE

Die RheinLand Versicherungen erklärten

sich bereit, in die Entwicklung das fach­

liche Know­how einzubringen. Wilken

sollte als Hersteller von Standardsoftware

für die technologische Umsetzung

sorgen. Workshops wurden ins Leben

gerufen, um die fachlichen Themen auszuloten.

Insgesamt steckten die beiden

Partner seit März 2009 an 16 Strategietagen

die Köpfe zusammen – und dies

allein um, die fachlichen Anforderungen

beispielsweise im Zahlungsverkehr oder

im Mahnwesen zu definieren. Es galt,

dabei auch eine gemeinsame Sprache zu

finden, die sicherstellt, dass alle wissen,

was wirklich gemeint ist. Im Laufe des

vergangenen Jahres wurden insgesamt

rund 25 Einzelpakete geschnürt, die

seit dem nach und nach abgearbeitet

werden. Die größte Herausforderung:

Was muss getreu der 90/10­Regel in den

Standard? Von welchen liebgewonnenen

Vorteilen einer individuellen Programmierung

muss man sich verabschieden? Derzeit

laufen weitere Abstimmungsgesprä­

klarer (Versicherungs-) Fall: Standard bei in/exkasso bringt

Vorteile. doch die Suche nach einem it-System kann sich

hinziehen – so wie bei den rheinland Versicherungen.

Schließlich nahm das mittelständische Unternehmen aus

neuss die Angelegenheit beherzt selbst in die Hand –

zusammen mit erP-Hersteller Wilken als „Juniorpartner“.

„Es war aber keiner darunter, der zu einem

vernünftigen Preis ein gutes Produkt

angeboten hätte.“

Der Ulmer ERP­Hersteller Wilken kam

bei den RheinLand Versicherungen 2002

zunächst mit seiner Finanz­ und Anlagenbuchhaltung

ins Geschäft und setzte

sich dabei unter anderem gegen Oracle

und SAP durch. Später kamen die Module

„Controlling“ und „Einkauf“ hinzu.

Im März 2009 machte Helmut Mertens

einen ungewöhnlichen Vorschlag. Warum

nicht den vermeintlichen Außenseiter

Wilken fragen? Die Mitarbeiter der Wilken­

Gruppe wissen über betriebswirtschaftliche

Software, also über Kostenstellen,

Kostenträger, Mandanten – Kernbegriffe

che. Seit Mitte April sollen die Systemtests

laufen, für August ist die Migration geplant.

Der Produktivstart für die deutschen Gesellschaften

ist für den 1. September vorgesehen.

Im Jahr 2012 soll WINEX auch

für den internationalen Zahlungsverkehr

(zum Beispiel Polen, Ungarn, Tschechien,

Italien) bei den niederländischen Gesellschaften

der RheinLand Versicherungsgruppe

eingeführt werden.

DAs nEuE sTAnDARDpRODukT

wInEx

Abgebildet wird das gesamte In/Exkasso

einer Versicherung. Hierzu gehören

beispielsweise die Beitrags­, Schaden­,

Renten­ und Leistungszahlungen sowie

das Mahnverfahren. Das Standardsystem

kommt durch einen buchhalterischen

Kniff zustande: WINEX ist als Nebenbuch

angelegt, das an das jeweils bestehende

Rechnungswesen, das Hauptbuch, angeschlossen

werden kann. Eine standardisierte

Schnittstelle macht es möglich.

WINEX erhält die Buchungen geliefert, die

eigentliche Bilanzierung erfolgt im Hauptbuch

des ERP­Systems. Das „Herz“ eines

des Finanz­ und Rechnungswesens –

bestens Bescheid. Hinzu kommen weitere

Kenntnisse hinsichtlich Reporting,

E­Banking, Dokumentenmanagement

etc. „Wilken hat alle Funktionalitäten,

um aus vorhandenen Kenntnissen ein

Standardsystem In/Exkasso zu bauen“,

warb der Abteilungsleiter intern für das

Gespräch mit Wilken. „Wir müssen den

ERP­Spezialisten nur die Versicherungssprache

beibringen. Dann wird ein Schuh

draus.“ Die Hoffnungen und Erwartungen

sind offensichtlich nicht enttäuscht worden.

„Wir haben bei unseren Gesprächspartnern

die Bereitschaft gespürt, zuzuhören

und dazuzulernen.“ Damit war die

Grundlage für eine Partnerschaft gelegt.

jeden Versicherungsunternehmens mit den

Kunden­ und Vertragsdaten bleibt also

unangetastet.

Ein Clearing­Modul für die Verarbeitung

der Zahlungseingänge ist in WINEX integriert.

„Das ist ein großer Vorteil des neuen

Systems“, berichtet Thomas Schmitz,

Abteilungsleiter Finanzbuchhaltung und

In/Exkasso bei den RheinLand Versicherungen.

„Hinterlegt ist ein Regelwerk, das

den Kontenausgleich nahezu automatisiert

abwickelt. Eine tolle Sache vor allem

zu Spitzenzeiten wie zum Jahresanfang.

Im Januar­Inkasso sind es durchschnittlich

rund zwei Millionen Buchungen für die

Gesellschaften RheinLand Versicherung,

RheinLand Lebensversicherung, Rhion,

und ONTOS.“

Auch das Mahnverfahren kann so automatisiert

an einen externen Inkassodienstleister

angeschlossen werden. „Soll

etwas im Regelwerk verändert werden“,

erklärt Thomas Schmitz weiter, „kann

man das leicht – ohne große Programmierkenntnisse.“

37


38

DAS NEUE

ABRECHNUNGS-

SYSTEM VON

EWL ENERGIE

WASSER LUZERN

In der Region.

für die Region.

Das portrait.

ewl ist das führende Energiedienstleis­

tungs­Unternehmen im Raum Luzern. Neben

Strom, Erdgas, Wärme und Wasser

zählt ewl auch erneuerbare Energien wie

Luzerner Solarstrom, Luzerner Wasserkraft

und Luzerner Biogas zur Produktepalette.

Energieberatung, Installationen, Datenübertragungen

über Glasfasern und WLAN

runden das umfassende Angebot ab.

Die privat­rechtliche Aktiengesellschaft mit

Holding­Struktur beschäftigt zurzeit rund

260 Mitarbeitende und besteht aus vier

operativen Tochtergesellschaften: einer

Ver kaufsgesellschaft, einer Wärmetechnik­

Gesellschaft und zwei Netzgesellschaften

(zuständig für den Bau, Betrieb und

Unterhalt der Strom­, Telekom­, Erdgas­,

Wasser­ und Wärmenetze).

Die Aktien von ewl befinden sich zu 100%

im Besitz der Stadt Luzern. Im Jahr 2009

erreichte ewl einen Umsatz von rund CHF

Im Januar 2011 konnte ewl energie wasser luzern ein

neues ERp-system in betrieb nehmen. Ein blick auf die

einjährige projektabwicklung.

AuswAhLvERfAhREn

2008 begann ewl sich nach einer neuen

ERP­ und Energieverrechnungslösung um ­

zusehen, da die Wartung und Weiterentwicklung

des bestehenden Energieverrechnungsmoduls

eingestellt wurde. ewl

bevorzugte eine Lösung aus einer Hand.

Nach einem umfassenden Evaluationsverfahren

(Pflichtenheft, Systempräsentation,

Workshop, Referenzbesuche) entschied

man sich für die Branchensoftware

ENER:GY der Wilken Gruppe. Von großer

Bedeutung für den positiven Entscheid

zugunsten Wilken waren insbesondere

die Fachinformationen aus den Kontakten

zu deutschen Referenzkunden aus der

Energiebranche, aber auch positive Referenzauskünfte

von Schweizer Kunden.

Bei verschiedenen Werken wurde das

Wilken ERP und das Asset Management

vom Kooperationspartner conges geprüft.

ewl wollte so herausfinden, wie die Pro­

zesse bei den Referenzkunden in der

Software abgebildet werden. Dabei folgte

jeder Referenzbesuch einem fest vorge­

gebenen Schema: Vertreter von ewl,

Wilken­Mitarbeiter und Spezialisten der

Referenzkunden teilten sich thematisch

in Gruppen auf (Beispiele: Finanz­ und

Anlagenbuchhaltung, Materialwirtschaft,

Reporting etc). Am Ende der fachspezifischen

Diskussionen kamen alle wieder

im Plenum zusammen und tauschten sich

über mögliche Fragen aus.

Die Evaluation wurde von einem externen

Berater begleitet und dauerte rund zwei

Jahre. Flexibilität der Lösung, die Nähe der

Berater, Kultur­Konformität und Swissness

durch den ERP­Einsatz in der Schweiz

waren einige der Gründe, die für Wilken

den Ausschlag gaben. Auch hinsichtlich

des gesamten Kostenbildes sprach alles

für Wilken. Am 1. Juli 2009 unterschrieben

schließlich beide Seiten den Vertrag.

Die Beauftragung umfasste die gesamte

Wilken ERP­Suite (Verbrauchsabrechnung

ENER:GY, Warenwirtschaft, Finanzbuchhaltung).

umfAssEnDEs vORpROJEkT

Wie akribisch ewl nun weiter vorging,

zeigt die Bedeutung des Projektes für das

Unternehmen auf. Bevor das eigentliche

Projekt gestartet wurde, prüfte ewl im

Rahmen eines Vorprojektes Themen, die im

Rahmen der Evaluation nicht bis ins letzte

Detail geklärt werden konnten. So wurde

zum Beispiel die Integration eines kürzlich

eingeführten CRM­Systems in die Wilken­

Applikationslandschaft geprüft oder das

Thema der Installationskontrolle nochmals

gründlich geklärt. Diese Vorarbeit galt

als unverzichtbar für das Gelingen des

eigentlichen Einführungsprojektes, das im

Januar 2010 dann offiziell gestartet wurde.

246.1 Mio.. »

39


40

Die zweite grosse Herausforderung betraf

das Modul „Installationskontrolle“ (IK). Mit

der Verabschiedung der neuen Niederspannungs­Installationsverordnung

(NIV)

durch den Bundesrat ist seit dem 1. Januar

2002 der Hauseigentümer dafür verantwortlich,

dass die Elektroinstallationen in

seinen Gebäuden nach den anerkannten

Regeln der Technik erstellt und gewartet

werden. Der Netzbetreiber führt das gesetzliche

Kontrollregister und fordert die

Eigentümer auf, allfällige Kontrollen durchführen

zu lassen. Diese Anforderung betrifft

nur den Schweizer Energiemarkt. Da

Wilken im Bereich Energieversorger bis

dahin vor allem auf dem deutschen Markt

tätig war (die Firmen der Wilken Gruppe

sind mit 390 Kunden größter Anbieter von

Softwaresystemen für Energieversorger

»

Realisierung des neuen Systems

Bei der Umsetzung musste die Strategie

nochmals angepasst werden. Zunächst

führte ewl die ERP­Basis ein. Bis Ende

zweites Quartal 2011 wird auch die Energieabrechnung

ENER:GY eingeführt sein.

So konnten die Prozesse sauber voneinander

getrennt werden. Die Einführung des

ERP­Kerns (Finanz­ und Anlagenbuchhaltung

sowie Materialwirtschaft) war in eine

Konzeptionsphase, die Entwicklung eines

Prototyps („Prototyping“) und die Anpassung

von spezifischen Softwarestrukturen

von ewl gegliedert. Gerade dieses „Customizing“

sollte sich als erste große Herausforderung

für das Projekt erweisen. Denn

die Überführung der alten, individuell angepassten

Lösung in das neue standardisier­

in Deutschland), war dieses Modul in der

Software nicht verfügbar. Deshalb war

ganz zu Beginn der Planung der Kooperationspartner

conges mit den bereits angesprochenen

Referenzbesuchen einbezogen

worden. Im Verlaufe des Projektes

zeigte sich allerdings, dass die notwendigen

IK­Prozesse ganz eng an die eigentlichen

Energieprozesse, also das Herzstück

des Systems, angelehnt sein müssen.

Eine erneute enge Abstimmung zwischen

Softwarehersteller und Energieversorger

war gefragt. Nach langen intensiven

Gesprächen kam man übereinstimmend

zu dem Schluss, das Modul gemeinsam

zu programmieren. ewl lieferte das Knowhow

(Umsetzungskonzept), während

die Wilken­Programmierer lernten und

Entwicklungszeit investierten. Insgesamt

te ERP­System war im Detail schwieriger

als zunächst gedacht. Die grundsätzliche

Orientierung am Wilken­Standard im Interesse

der Wirtschaftlichkeit, der Termintreue

und der Wartbarkeit im Betrieb stellten eine

Herausforderung dar. Zudem wurden aufgrund

des Projektablaufs die zukünftigen

Anwender erst zu einem späteren Zeitpunkt

direkt mit dem System konfrontiert.

Die Lösung musste während der Konzeptphase

abstrahiert werden. Ein weiterer

Knackpunkt war ein angemessener Koordinations­

und Kommunikationsaufwand.

Das Projekt war in sieben Teilprojekte aufgeteilt.

Dadurch konnten die Arbeitspakete

zwar einzelnen Teams zugeordnet werden,

entsprechend hoch war aber der Koordinations­

und Kommunikationsaufwand.

flos sen über 200 Tage in die Entwicklung

ein. Zentraler Beweggrund für Wilken

war die strategische Ausrichtung auf den

Schweizer Markt.

Änderungen im Betriebsablauf

Anfang Januar konnte die neue ERP­Lösung

in Betrieb genommen werden. Die

Betriebsabläufe wurden dabei weitgehend

beibehalten. Spürbare Änderungen haben

sich im Bereich der Geschäftspartner­ und

Adressmutationen sowie dem Reporting

ergeben. Während die Mutationen nun an

einer zentralen Stelle bewirtschaftet werden

können, bietet Wilken im Reporting

eine umfassendere Lösung an.

FAZIT

Aus den Projekterfahrungen

können folgende Empfehlungen

abgegeben werden:

• Hohe Orientierung am Wilken-

Standard, Anpassungen nur

wenn betrieblich notwendig.

• AIternative Projektabwicklung,

bei der zukünftige Anwender

so früh wie möglich mit dem

System vertraut gemacht

werden.

• Klare Zuständigkeiten mit einer

Teilprojektstruktur definieren

(kunden­ und lieferantenseitig).

41


42

Luzern. Die Leuchtenstadt. Schon die Übersetzung

lässt erahnen, dass die Stadt am schönen

Vierwaldstätter See einen Bericht und sicherlich

auch eine Reise wert ist. Als Kantonshauptstadt

mit über 75.000 Einwohnern ist Luzern heute

eine der bedeutendsten Städte der Schweiz.

Erstmals Erwähnung findet die Stadt im Jahr

450, als Hunnen den Landstrich und die

Menschen dort heimsuchen. Am Ausfluss des

‘Göttersee‘ und zu Fusse des Pilatur gelegen,

verzaubert Luzern seine Gäste und Besucher

während aller Jahreszeiten.

Portrait einer Stadt

Luzern

Luzern ist die Stadt der Brücken. Malerisch

überqueren diese die Reuss, den Fluss, der vom

Vierwaldstätter See abfliesst, um später im Rhein

zu münden. Bereits 1400 standen hier vier

Brücken, im Europa dieser Zeit bespiellos für

eine Stadt dieser Grösse. Doch Luzern ist auch

die Stadt der Plätze, Paläste und Kirchen. Wein-

und Kornmarkt waren bereits im Mittelalter

zentrale Plätze, aber auch Kapell-, Hirschen-,

Mühle- und Franziskanerplatz prägen das Bild

der Stadt.

Die gleichnamige Franziskanerkirche gilt als

schönste gotische Kirche der Innerschweiz, und

die Jesuitenkirche ist eines der bedeutensten

Barockbauwerke der weiteren Umgebung.

Wahr zeichen der Stadt ist der um 1300

errichtete Wasserturm, ein achteckiges Bauwerk,

das über die Jahrhunderte vielerlei Zwecken

diente: Tresor für den Staatsschatz und kostbare

Beutestücke, aber auch Aktenarchiv und für die

damalige Zeit nicht ungewöhnlich als Gefängnis

oder Folterraum. Überhaupt die Türme von

Luzern: Steigt man auf Schirmer-, Zyt- oder

Männliturm, kann man einen herrlichen

Rundblick geniessen. Und auch darauf sind die

Luzerner stolz: Die meisten Türme werden heute

noch wirtschaftlich genutzt.

Noch im Mittelalter war Luzern ein kleines

Fischerdörfchen, das als „kleines hölzernes

Storchennest“ verspottet wurde. Doch schnell

wuchs die Stadt auch dank der Lage am

Gottharttransit und eben ob der schönen Lage

am Vierwaldstätter See zu einem wichtigen

Handelszentrum in der Innerschweiz. Und viel

hätte nicht gefehlt, dann wäre Luzern 1848

Bundeshauptstadt der Schweiz geworden.

Ebenfalls für den geschichtlich Interessierten

einen Besuch wert ist die 800 Meter lange

Museggmauer mit ihren neuen Türmen. Sie gilt

als eine der am besten erhaltenen Wehrmauern

in der Schweiz und wurde im 15ten Jahrhundert

nach dem Sempacher Krieg erbaut.

Der Tourismus ist denn auch für Luzern einer

der wichtigen Wirtschaftsbereiche. Viele bereits

über 100 Jahre alte und heute beinahe mondäne

Hotels prägen das Bild der Stadt entlang der

Promenade. Bis zu fünf Millionen Tagesgäste

besuchen die Stadt pro Jahr, rund 1,5 Millionen

Übernachtungen werden registriert. Kein

Wunder, hat doch nicht nur die Stadt, sondern

die ganze Region touristisch vieles zu bieten.

Der Vierwaldstätter See wird gerne auch der

‘Göttersee‘ genannt, eine Schiffahrt lohnt sich

allemal, der Ausblick auf die Landschaft inmitten

der Zentralschweiz gilt als unvergessliches

Erlebnis auch dank seines 360° Alpenpanoramas,

das man von einem der zahlreichen Schiffe

erleben kann.

Die Gipfel rund um den See sind auch für

den nicht alpinen Wanderer und Bergsteiger

bestens erschlossen. Die Region rühmt sich, das

‘weltweit dichteste Netz von Bergbahnen rund

um den See‘ zu haben. Luzern ist nicht denkbar

ohne diesen See, der seinen Namen von den

vier Waldstätten ableitet – den Kantonen Uri,

Unterwalden, Schwyz und Luzern. So lohnt

sich auch eine Autofahrt entlang dem Ufer,

eingebettet zwischen See und Bergen, hinüber

nach Brunnen im Kanton Schwyz schlängelt sich

die Strasse. Gute Restaurants laden zum Halten

ein und manche Terrasse will man nicht mehr

verlassen, ob des unvergleichlichen Ausblicks.

»

43


44

»

Auch in den anderen wichtigen Tourismusdisziplinen

kann sich die Stadt messen. Restaurants

laden nicht nur mit Schweizer Spezialitäten ein

und die Einkaufsstrassen erfreuen mit einem hervorragenden

Angebot, das kaum einen Wunsch

offen lässt. Direkt an der Seepromenade findet

man auch das Grand Casino Luzern, einen

stolzen Prachtbau, der nicht nur für Spielfreudige

einen Besuch wert ist. Und nicht zuletzt:

Wen es hinaus aus der Stadt zieht, hoch in die

Berge, der kann in der Sommerzeit – zumeist ab

Anfang Mai – die Fahrt hoch von Alpnachstadt

nach Pilatus Kulm geniessen, selbstverständlich

mit einem Superlativ: der steilsten Zahnradbahn

der Welt.

Keine Frage: Ein Besuch von Luzern lohnt sich.

Ob als mehrtägiger Aufenthalt oder als längerer

Stopp auf dem Weg in den Süden oder im Winter

in die Skigebiete. Luzern ist schnell erreicht.

Mit dem Auto über den Westring bei Zürich,

dann noch eine knappe Stunde, oder von Basel

aus in rund 90 Minuten. Und auch mit dem

Zug ist man von den anderen Schweizer Städten

schnell am Fusse des Pilatus, der Schweizer

Bahnkomfort erleichtert die Anreise.

Wichtige Informationsadressen sind

www.luzern.com

www.lakeluzern.com

www.lakelucerne.ch

45


46

Seit 1. Februar 2011 beschäftigt die Wilken Unternehmensgruppe

erstmals mehr als 400 mitarbeiter. Verantwortlich

für die mitarbeiteransprache und -rekrutierung ist Andrej

Vovk, der im vergangenen Jahr mehr als 1.000 bewerbungen

bewerten musste und weit über 200 bewerbungsgespräche

führte oder begleitete.

Mit dem Erreichen der ‚400‘ ist jedoch in der

Wilken Unternehmensgruppe noch nicht

das Ende der Ansprache und Einstellung

neuer Kollegen und Kolleginnen beendet.

Gesucht werden insbesondere Spezialisten

in den Bereichen Energieberatung, Anwendungsprogrammierung

und Softwareentwickler

Forschung und Entwicklung.

„Gerade am Standort Ulm stehen wir

bei der Personalansprache im Wettbewerb

mit anderen Technologieunternehmen“, be ­

grün det Andrej Vovk die Entscheidung für

die neue Kampagne. Mehr Aufmerksamkeit,

aber auch gezielte Ansprache von

Bewerbern, die „wirklich etwas bewegen

wollen und auch bereit sind, etwas ausser­

halb der grossen Autobahnen zu denken“, so

argumentiert Vovk weiter.

Die Resonanz? Das wird man sehen.

Die neue Kampagne startete im April mit

ersten Stellenanzeigen, einer Umstellung

der Darstellung auf Jobportalen und ersten

Aushängen an der Universität und anderen

Bildungsinstituten in Ulm und Umgebung.

47


48

hochschwarzwaldcard mit hervorragender Winterbilanz

tourismuskarte von Wilken

beWÄhrt sich in der Praxis

Zum 1. Dezember 2010 wurde mit der

HochschwarzwaldCard die erste All­

Inklusive­Gästekarte in einer deutschen

Ferienregion eingeführt. Nach rund 100

Tagen ist klar: Für die Hochschwarzwald

Tourismus GmbH und die Wilken GmbH hat

sich die neue elektronische Gästekarte als

ein zeitgemäßes und attraktives Angebot für

Urlauber erwiesen. Bis Ende Februar 2011

kurvten und surften an Rekordtagen bis

zu 14.000 Skiläufer und

Snowboarder an den 28

Liften des Skiverbundes

Feldberg. Das waren

gut 2.000 mehr als an

Spitzentagen in früheren

Wintern. Und jeder Achte

passierte die Liftschleusen

mit der Hochschwarzwald­

Card. Die Zahl der teilnehmenden Gastgeber

stieg in kurzer Zeit von 180 auf 225.

„In den ersten drei Monaten wurden über

40.000 Karten ausgegeben“, berichtet Geschäftsführer

Thorsten Rudolph. Im Schnitt

buchten die Gäste 4,2 Nächte, setzten die

Der Erfolg

im Spiegel der Gastgeber

Vorteilskarte aber nur 2,1­mal ein. Das

belegt, dass es sich bei den zusätzlich

gewonnenen Urlaubern keinesfalls um

Schnäppchenjäger handelt, wie manche

befürchtet haben.“ Rudolph ist nach eigenen

Worten zuversichtlich, dass auch die

Sommervariante der Hochschwarzwald­

Card ähnlich erfolgreich sein wird. Er rechnet

mit einem deutlichen Nachfrageplus

bei Urlaubern und einem

weiteren Anstieg der teilnehmenden

Gastgeber. Im

Sommer gibt die HochschwarzwaldCard

zusätz ­

lich freien Eintritt in die

Freibäder und in den

beliebten Steinwasen­

Park. Sie erlaubt freie

Fahrt mit den Ausflugsbooten auf Titisee

und Schluchsee sowie auf der Sommerrodelbahn

am Hasenhorn, kostenfreies

E­Biken und eine Spritztour mit dem

Segway. Für Golfer entfällt die Greenfee auf

dem Platz des Golfclubs Hochschwarzwald

in Titisee­Neustadt.

„Wir haben sehr viele Anfragen gezielt nach der Karte.

Oft buchen Gäste eine zweite Nacht dazu, um in den

Genuss der HochschwarzwaldCard zu kommen. Viele,

die schon alles gesehen haben, sind erstaunt, was es

im Hochschwarzwald doch noch zu entdecken gibt.“

(Stefan Sauter, Hotel Bären in Titisee)

„Für uns bedeutet die HochschwarzwaldCard ein

deutliches Plus an Übernachtungen, besonders im

Januar, eigentlich ein schwacher Monat zwischen den

Feiertagen und Fasnacht. Da konnten wir ein Super­

Plus an Übernachtungen verzeichnen. Unsere Gäste

nACHgEfRAgT

im letzten „WiSSenSWert“ beriCHteten Wir Von

der VorStellUnG der HoCHSCHWArzWAldCArd.

drei monAte nACH der einFüHrUnG WUrde

Jetzt Von den VerAntWortliCHen ein erSteS

reSümee GezoGen.

Die elektronische Gästekarte basiert softwaretechnisch

auf der von Wilken entwickelten

Allgäu­Walser­Card. Oberstaufen wurde dafür

mit dem Deutschen Tourismuspreis und

dem ADAC Tourismuspreis ausgezeichnet.

Finanziert wird die Karte über mittlerweile

225 Gastgeber. Die Leistungspartner

zahlen pauschal eine Umlage für rund 50

Attraktionen, die ihre Übernachtungsgäste

während eines mindestens zweitägigen

Urlaubs kostenfrei nutzen können. Die

Betreiber der Einrichtungen erhalten einen

Fixbetrag als Ausgleichszahlung und ein

Entgelt in Abhängigkeit von der tatsächlichen

Nutzung.

„Die erfolgreiche Platzierung der Hochschwarz

waldCard bestätigt die verstärkte

Ausrichtung und Investition in unsere Kar ­

tenlösung“, bilanziert Shahin Khazanbeik,

Produktmanager E­Business bei Wilken.

„Moderne Tourismusregionen setzen bereits

auf unsere führende Technologie.“

sind begeistert von diesem Angebot, da für jedermanns

Geschmack etwas dabei ist.“

(Ingrid Wochner, Wochner’s Hotel Sternen in Schluch see)

„Wir konnten unsere Belegung im Januar und Februar

im Vergleich zum Vorjahr um über 90 Prozent steigern,

da wir in diesen Monaten bisher immer sehr

schlecht gebucht waren. Alle waren begeistert von der

HochschwarzwaldCard und konnten es teilweise nicht

glauben, dass es so etwas gibt.“

(Elke Völkle, Ferienhaus Völkle in Hinterzarten)

49


50

die PlanunG

steht: der

Wilken neubau

bereits seit 2010 ist der neubau eines weiteren Wilken

Verwaltungsgebäudes am Standort im Hörvelsinger Weg in

Ulm beschlossene Sache. Jetzt steht fest: die bauarbeiten

beginnen im Herbst 2011, der bezug ist verbindlich Jahresende

2012. ein erster rundgang durch die räumlichkeiten.

Bereits seit Jahren ist ein Neubau für

Wilken am Ulmer Standort der Unter­

nehmensgruppe in der Planung. Seit vergangenem

Jahr laufen die Planungen auf

Hochtouren. Den Architektenwettbewerb

gewann das Ulmer Büro Hochstrasser

Architekten.

InsgEsAmT 7.000 QuADRATmETER

Ein ‘virtueller‘ Rundgang durch das mehr als

7.000 Quadratmeter umfassende Gebäude

macht deutlich: Form follows Function. Das

bis zu vierstöckige Gebäude wird dominiert

von einem ‘Flieger‘, der architektonisch auf

das Ulmer Münster ausgerichtet ist und einen

Blick auf den höchsten Kirchturm der

Welt freigibt. Während der gesamte Bau in

Stahlskelettbauweise entsteht, wurde für

den ‘Flieger‘ eine Holzkonstruktion gewählt.

Im mITTELpunkT: DAs cAsInO

Während rund 5.000 Quadratmeter des

Neubaus als Büros oder Technikräume

ausgewiesen sind und damit Wilken Mitarbeitern

zur Verfügung stehen, werden

Gäste des Hauses auf den verbleibenden

2.000 Quadratmetern im wahrsten Sinne

des Wortes versorgt. Das Casino mit der

Küche von Harald Laatsch ist weit über

die Grenzen der Stadt hinaus bekannt und

findet im Neubau den notwendigen Platz,

nachdem die derzeitigen Räumlichkeiten

keine Expansion erlaubten.

Überhaupt wird der Wilken Neubau ein

‘Haus des Kunden‘. Die zahlreichen Semi­

nare werden ab 2013 in den neuen Räumlichkeiten

stattfinden und auch Empfänge

oder Veranstaltungen lassen sich in den

grosszügigen Räumen abhalten.

Über eine Brücke wird der Neubau mit dem

Hörvelsinger Weg 29 verbunden sein und

damit konsequent weiterführen, was 1977

begann: Ein Unternehmen repräsentieren,

das der deutschen Softwareindustrie immer

wieder wichtige Impulse gegeben hat. Auch

so wollen Ernst und Folkert Wilken den

Neubau verstanden wissen.

Ansichten von Süd­Ost

51


Wilken GmbH

Hörvelsinger Weg 25­29

89081 Ulm

Telefon +49 731 96 50­0

Telefax +49 731 96 50­444

w@wilken.de

www.wilken.de

Wilken Neutrasoft GmbH

Hansaring 106

48268 Greven

Telefon +49 25 71 505­0

Telefax +49 25 71 505­101

info@neutrasoft.de

www.neutrasoft.de

Wilken Entire AG

Hörvelsinger Weg 35

89081 Ulm

Telefon +49 731 974 95­0

Telefax +49 731 974 95­700

info@entire.de

www.entire.de

Wilken Neutrasoft GmbH

Als Spezialist für Softwarelösungen im Bereich des Rechnungswesens hat sich Wilken mit dem Branchenpaket

ENER:GY in der Energiewirtschaft einen Namen gemacht. Seit 2009 gehört auch die Grevener Neutrasoft zur Wilken

Unternehmensgruppe. Die Lösung NTS.suite wird ebenfalls bundesweit von Unternehmen der Energiewirtschaft genutzt.

Rund 390 Stadtwerke und andere Energieversorger in Deutschland setzen inzwischen auf die Softwarelösungen

der beiden Unternehmen für eine effiziente und sichere Energieabrechnung sowie auf unterschiedliche Anwendungen

zur Kundenbetreuung. Kerngeschäft der Wilken Unternehmensgruppe ist betriebswirtschaftliche Standardsoftware. Mit

mehr als 400 Mitarbeitern ist der Ulmer Softwarehersteller der unabhängige Entwickler und Anbieter von Software für

das Finanz­ und Rechnungswesen, die Waren­ und Materialwirtschaft sowie das Controlling. Ebenfalls zum Unternehmensverbund

gehört neben der Wilken Neutrasoft GmbH in Greven seit 2007 die Wilken Entire AG, Ulm, deren

Branchenschwerpunkt im Bereich Gesundheit und Soziales liegt.

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