Frauen und Gleichstellung - Landessportbund Rheinland-Pfalz

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Frauen und Gleichstellung - Landessportbund Rheinland-Pfalz

www.lsb-rlp.de

Frauen und Gleichstellung

Rückblick 2009


Inhalt

• Seite 1 Grußworte

• Seite 2 Projekt: Gewalt im Sport –nicht bei uns

• Seite 3 LSB-Frauen Vollversammlung in Mainz: Fifty-Fifty ist keine Utopie

• Seite 4 Gertalis-Schohs-Preis /25Jahre Frauenausschuss

• Seite 5 Ingelheimer Partnerlauf

• Seite 6-7 Namen und Notizen

• Seite 8 Frauen-Südgipfel /InMemoriam

• Seite 9 DOSB-Frauenvollversammlung

• Seite 10 Fortbildungs-Initiative: Qualifizierung von Führungskräften im Sport

• Seite 11 Vermischtes

• Seite 12 Projekt: Gesundheit und Sport für muslimische Frauen

• Seite 13 Ausblick 2010

Referat Frauen und Gleichstellung

Landessportbund Rheinland-Pfalz

Kerstin Wehner

Rheinallee 1, 55116 Mainz

Tel.: 06131 /2814116

E-Mail: k.wehner@lsb-rlp.de

Impressum

Herausgeber und Redaktion: Redaktion:

Landessportbund Rheinland-Pfalz Christof Palm, Kerstin Wehner, Sibylle Zürn

Referat „Frauen und Gleichstellung

Rheinallee 1, 55116 Mainz Layout:

Tel.: 06131/2814-116 NINODRUCK GmbH, Neustadt /Wstr.

E-Mail: k.wehner@lsb-rlp.de

www.lsb-rlp.de ©Landessportbund Rheinland-Pfalz, Januar 2010


Grußworte

Liebe Leserinnen und Leser,

97 Mitgliedsorganisationen zählt der Deutsche

Olympische Sportbund (DOSB), nur vier davon

werden von Frauen geleitet. Diese Zahlen be-

weisen wieder einmal, dass großer Nachhol-

bedarf besteht, wenn es um das Thema Frauen

in Führungspositionen geht. Dabei gelten Frau-

en als die besseren Team-Player, sind im Ver-

gleich zu Männern mehr an der Sache und am Ziel interessiert und

treffen Entscheidungen eher im Konsens als im Alleingang.

Mehr Frauen in den Sport und mehr Frauen für den Sport –somüs-

sen unsere Ziele auch für 2010 lauten. Das zurückliegende Jahr war

da ein guter Anfang. Imoffiziellen „Jahr der Frauen im Sport“ sollten

mehr Frauen zum Sport und in die Spitzengremien von Verbänden

und Vereinen gebracht werden. Mit Erfolg: Laut des jüngsten Sport-

entwicklungsberichts und der Bestandserhebung des Landessport-

bundes Rheinland-Pfalz werden Sportvereine immer weiblicher. Der

Frauenanteil in den rheinland-pfälzischen Sportvereinen liegt mittler-

weile bei fast 40 Prozent. Unser Ziel muss es sein, diesen Anteil und

damit auch die Möglichkeiten der Mitsprache und Mitbestimmung für

Frauen weiter zu steigern.

Gender Mainstreaming und Gleichstellungspolitik sind seit Jahren

feste Bestandteile der Arbeit des Landessportbundes. Die Arbeit wird

über die Grenzen von Rheinland-Pfalz auch beim DOSB anerkannt.

Ich würde mich freuen, wenn dieser Elan auch in Zukunft ungebro-

chen bleibt.

Ihre

Karin Augustin

Präsidentin des

Landessportbundes Rheinland-Pfalz

Liebe Leserinnen und Leser,

als der Präsident des Deutschen Olympischen

Sportbundes, Dr. Thomas Bach, Anfang Januar

das Jahr 2009 sportpolitisch unter das Motto

Frauen gewinnen“ stellte, erhofften wir uns ei-

nen deutlichen Schub nach vorn inder Gleich-

stellungspolitik. Obendrein sagt der aktuelle

Sportentwicklungsbericht ganz ausdrücklich:

„Ein hoher Anteil weiblicher Vereins- und Vorstandsmitglieder sichert

die positive Vereinsentwicklung.“

Die Beurteilung,obdie Praxis dies so wahrgenommen und umgesetzt

hat, überlasse ich Ihrer eigenen Wahrnehmung. Wir, der Arbeitskreis

Frauen und Gleichstellung“ im Landessportbund Rheinland-Pfalz,

haben die Chance wahrgenommen, mit zahlreichen Aktionen unter-

schiedliche Problemfelder aufzuzeigen.

Bereits im März packten wir mit dem Aktionstag „Schweigen schützt

die Falschen“ ein Schwerpunktthema des DOSB an. Auf Anregung

der Teilnehmenden erarbeiteten wir gemeinsam mit der Abteilung

Kriminalprävention des Innenministeriums einen Flyer mit Kontaktad-

ressen von Notrufstellen.

Darüber hinaus beteiligten sich zahlreiche Vereine in Rheinland-Pfalz

an den Frauen-Sport-Aktionswochen. Ziel der Kampagne war und ist

es,noch mehr Frauen und Mädchen für den Sportzugewinnen.Diese

Wochen sollen auch in den nächsten Jahren fortgeführt werden, der

LSBsteht interessierten Vereinen gerne beratend zur Seite.Wie wichtig

dem DOSB das Jahr „Frauen gewinnen“ ist, sieht man daran, dass

beim Innovationsfonds erstmalig die Fördermittel je zur Hälfte gezielt

auf die beiden Handlungsfelder Breitensport und Frauen in Führungs-

positionen verteilt wurden. Der LSB hat sich mit dem Projekt „Spitzen-

sportlerinnen für Führungsaufgaben qualifizieren“ beteiligt und die

beantragten Fördergelder erhalten. Das Angebot der Weiterbildung

haben 16 namhafte Sportlerinnen angenommen und werden in drei

Modulen geschult. Wir hoffen, dass so ab April 2010 mehr Spitzen-

sportlerinnen in die Gremien nachrücken können.

Ihre

Ellen Wessinghage

Vorsitzende Arbeitskreis Frauen und Gleichstellung

1


Gewalt im Sport – nicht bei uns

Schweigen schützt die Falschen

Geschwiegen wurde nicht beim Aktionstag des Lan-

dessportbundes Rheinland-Pfalz am 8. März im Erbacher Hof

in Mainz.Das Angebot,sich mit dem tabuisierten Thema sexueller

Übergriffe gegen Kinder und Jugendliche in Sportvereinen zu in-

formieren, fand am Internationalen Weltfrauentag überraschend

große Resonanz.

Den Impuls zur Podiumsdiskussion gab Meike Schröer von der

Sportjugend des LSB Nordrhein-Westfalen mit der Präsentation

einer Statistik, die betroffen machte. Die Zahlen verdeutlichten,

dass bei sexuellen Übergriffen alle sozialen Schichten beteiligt

sein können und die Taten zielgerichtet sind. Die definitorische

Unschärfe und Bagatellisierung sexueller Gewalt erschweren

das Erkennen und Vermeiden. Sie führen dazu, dass das Prob-

lem von den Handelnden heruntergespielt wird nach dem Mot-

to: „War doch nicht so gemeint. Stell’ Dich nicht so an!“

In Sportvereinen wird das Thema deshalb gemieden, weil man

sich nicht vorstellen mag, dass im eigenen Verein Gewalt oder

Missbrauch vorkommt. „Werdarüber spricht, macht sich ver-

dächtig“, scheint der Tenor zu sein.

Ziel: Eigenes Modul in Aus- und Fortbildung

Die anschließende Podiumsdiskussion mit Helmut Liesenfeld,Kri-

minalprävention im Innenministerium,Anette Diehl,Frauennotruf

Mainz, Mareike Willwacher, Präventionsbüro RONJA in Wes-

terburg,und Meike Schröer,LSB Nordrhein-Westfalen,führte zu

konkreten Vorschlägen erster Handlungsschritte:

• Zum Schutz von Mädchen, Frauen und Jungen muss ein Lehr-

modul zu sexueller Gewalt im Sportindie Aus- und Fortbildung

von Übungsleitern aufgenommen werden.

•Ein Ehrenkodex nach dem Vorbild von Nordrhein-Westfalen

2

Foto: LSB

und Mecklenburg-Vorpommern, soll ausgearbeitet werden.

Darin verpflichten sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im

Sport zueinem verantwortungsbewussten, würdigen und ge-

waltfreien Umgang mit ihren Schutzbefohlenen.

Es soll ein Flyer erstellt werden mit Adressen von Ansprechpart-

nerninNotfällen,wie die Notrufe,zuständigen Polizeidienststel-

len und Kooperationspartnern (dieser Vorschlag wurde bereits

umgesetzt –siehe Hinweis am Seitenende).

Wendo –eine Art der Selbstverteidigung

Neben dem sportlichen Highlight –der Vorführung des Taekwon-

do Clubs Ingelheim mit Selbstverteidigungsaktionen –fand das

Mitmachangebot „Wendo“ großen Zuspruch bei den Teilneh-

merinnen des Mainzer Aktionstages. Die ausgebildete Wendo-

Trainerin Ursula Schwarz demonstrierte einfache und wirkungs-

volle Mittel, mit denen Frau sich gegen verbale und körperliche

Angriffe wehren kann.

Unterstützt wurde die Veranstaltung, die Vereine und Öffentlich-

keit sensibilisieren und Anstoß zu intensiver Präventionsarbeit im

Sport geben sollte, durch das Ministerium für Arbeit, Soziales,

Gesundheit,Familie und Frauen.

Ellen Wessinghage,Vizepräsidentin des LSB, zuständig für Frauen

und Gleichstellung,zog ein äußerst positives Resümee und warb

für eine Beteiligung möglichst vieler Vereine an der bundeswei-

ten DOSB-Aktion „Gewalt gegen Frauen –nicht bei uns“. Am

25. November boten anlässlich des Internationalen Tages gegen

Gewalt an Frauen zahlreiche Kampfsportvereine Schnupperkur-

se zur Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Frauen und

Mädchen an. >

Schweigen schützt die Falschen

Körperliche, psychische und sexualisierte Gewalt in jeglicher

Form sind Exzesse in unserer Gesellschaft und

somit auch des Sports. Der Landessportbund

hält Flyer mit Kontaktadressen der Notrufstellen

in Rheinland-Pfalz bereit.

Kostenlos anfordern unter: Landessportbund

Rheinland-Pfalz, Kerstin Wehner, Rheinallee 1,

55116 Mainz,

Tel.: 06131/2814-116

oder E-Mail: k.wehner@lsb-rlp.de


Fifty-Fifty ist keine Utopie

5. Frauenvollversammlung des LSB in Mainz

Wollen künftig noch stärker in die Führungspositionen im Sport: die Teilnehmerinnen

der Frauen-Vollversammlung des LSB mit DOSB-Vizepräsidentin Ilse Ridder-

Melchers (vordere Reihe, 3.v.l.) und LSB-Vizepräsidentin Ellen Wessinghage (4.v.l.).

Ellen Wessinghage nannte die 5. Frauen-Vollversammlung ei-

nen vollen Erfolg: „Durch ein motivierendes Programm ist es ge-

lungen, noch mehr Lust auf Macht zu machen“, resümierte die

LSB-Vizepräsidentin für Frauen und Gleichstellung. Obder Vor-

trag über gewaltfreie Kommunikation, der Erfahrungsaustausch

im Rahmen des Frauen-Mentoring-Projekts oder die abschlie-

ßende Trainingseinheit mit Staffel-Weltmeisterin Marion Wag-

ner –stets stand eine zentrale Forderung im Mittelpunkt: Frauen

müssen Verantwortung im Sport übernehmen.

Prominente Unterstützung in ihrer Forderung nach mehr Frauen

in Führungspositionen erhielt die ehemalige Weltklasse-Athletin

Wessinghage von DOSB-Vizepräsidentin Ilse Ridder-Melchers

und LSB-Präsidentin Karin Augustin, übrigens die einzige Frau

an der Spitze der 16 Landesverbände. Inihrem Grußwort er-

munterte Augustin die rund 30 Delegierten: „Der Sportkann auf

die Ideen und das Engagement der Frauen in der Führungs-

arbeit nicht verzichten. Inmeiner noch relativ kurzen Amtszeit

habe ich gemerkt,dass ich als Frau Führungsaufgaben mit mehr

Empathie wahrnehme als es in der Regel Männer vermögen.“

DOSB-Vizepräsidentin Ridder-Melchers, ehemalige Frauen-

Ministerin in NRW, ergänzte: „Wir Frauen wollen die uneinge-

schränkte Teilhabe an den Führungspositionen des Sports: Fifty-

Fifty ist keine Utopie.”

Ridder-Melchers betonte, dass der Sport schon weiter ist als

die meisten Unternehmen, Banken oder Universitäten. Optimie-

rungsbedarf besteht dennoch. „Mit dem Verbandswettbewerb

,Frauen an die Spitze’ und den Führungstalente-Camps wollen

wir Entwicklungen anstoßen.“ Ridder-Melchers stellte die drei

wesentlichen Aktionen zur Gewinnung weiblicher Mitglieder für

Sportvereine vor: die „FrauenSportWochen“, das „Netzwerk-

projekt –mehr Migrantinnen in den Sport“ und „Gewalt gegen

Frauen –nicht bei uns“.

Claudia Altwasser, Präsidiumsmitglied des Sportbundes Rhein-

land, geht mit dem Mentoring-Projekt „Doppel-Pass“ in die Of-

fensive und versucht, junge engagierte Frauen mit erfahrenen

Frauen, die in der Vereinslandschaft Fuß gefasst haben, inKon-

takt zu bringen. Soauch Masa Cackovic, 18Jahre alt, aktive

Leichtathletin beim TuSAhrweiler, und Anette Schiemann, Ver-

einsvorsitzende und -managerin des TV Gladbach. ImRahmen

der Vollversammlung berichteten beide über die ersten positi-

ven Erfahrungen des auf 15 Monate angelegten Programms.

Der Nachmittag in Mainz stand ganz im Zeichen der Leicht-

athletik. Nach einem historischen Überblick über den Weg

der Frauen zur Gleichberechtigung in der Leichtathletik –noch

1931 warnte der Leipziger Gynäkologe Hugo Sellheim: „Durch

zu viel Sport nach männlichem Muster wird der Frauenkörper

vermännlicht und die weiblichen Unterleibsorgane verwelken“

–stellte die ehemalige Sprinterin Bärbel Wöckel, vierfache

Goldmedaillengewinnerin bei Olympischen Spielen die neuen

Initiativen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes zur Mitglie-

dergewinnung und Talentsichtung vor. > Christof Palm

Nach dem parlamentarischen

Teil ging’s

sportlich zu: Staffel-

Weltmeisterin Marion

Wagner gab Tipps

zum Aufwärmen und

Dehnen.

Fotos:C.Palm

3


Gertalis-Schohs-Preis verliehen

Ursula Bodenheim gewinnt den mit 500 Euro dotierten Preis

Ursula Bodenheim vom Segelsportclub Wershofen ist die

dritte Gewinnerin des 2006 ins Leben gerufenen Preises, der

dazu dienen soll, weibliche Vorbilder im Ehrenamt bekannt zu

machen. LSB-Präsidentin Karin Augustin und Vize-Präsidentin

Ellen Wessinghage, zuständig für Frauen und Gleichstellung,

überreichten am 29. Januar den mit 500 Euro dotierten Ehren-

amtspreis für Frauen, der ab 2009 den Namen des LSB-Ehren-

mitgliedes, Gertalis Schohs,trägt.Ausschlaggebend für die Wahl

war das langjährige En-

gagement Bodenheims,

das den Frauen den Weg

zu einer Sportart öffnete,

die lange nur Männern

vorbehalten war.

Ursula Bodenheim (Mitte) erhält

aus Händen von LSB-Präsidentin

Karin Augustin (l.) und Ellen Wessinghage

(r.) den 3. Gertalis-

Schohs-Preis. Foto: LSB

Ein Vierteljahrhundert im Frauenausschuss

Frauen im Sport –selbstverständlich. Frauen im Vorstand –

oft noch eine Seltenheit. Dass es für Letzteres keinen Grund

gibt, zeigen Doris Geyer und Bärbel Petzold seit nunmehr

einem Vierteljahrhundert im Frauenausschuss des Sport-

bundes Rheinhessen. Sowohl Geyer als auch Petzold sind

darüber hinaus im Verein und Verband mitten drin statt nur

dabei. „Echte“ Funktionärinnen mit Leib und Seele also, die

es gewohnt sind, Verantwortung zu übernehmen. Doris Gey-

er hatte lange Jahre die Führung der Turngemeinde Gon-

senheim inne, leitete den Großverein aus Mainz souverän.

Bärbel Petzold ist ein geschätztes Mitglied imVorstand des

Südwestdeutschen Fußball-Verbandes und im DFB-Ausschuss

für Frauen- und Mädchenfußball. Als Dank für ein Vierteljahr-

hundert hervorragende Arbeit wurden die beiden mit einem

bunten Blumenstrauß von höchster Stelle des Sportbundes

Rheinhessen belohnt. Natürlich ehrten zwei Frauen Doris

Geyer (l.) und Bärbel Petzold (2.v.r.) für ihr Engagement im

Ausschuss. Karin Augustin (r.), Präsidentin des Sportbundes

4

Dank ihres Einsatzes hat der Verein eine Frauen- und Jugend-

quote von jeweils 25 Prozent.

Die fünfhundertEuro,die mit dem Preis verbunden sind,möchte

Ursula Bodenheim in den Ausbau des Kinderspielplatzes am

Flugplatzrand investieren. >

Bewerbungen für den

Gertalis-Schohs-Preis 2010

bitte einsenden an:

Landessportbund Rheinland-Pfalz

Referat Frauen und Gleichstellung

Kerstin Wehner

Tel.: 06131/28 14–116

E-Mail: k.wehner@lsb-rlp.de

Rheinhessen (SR), und Marianne Quast, Präsidiumsmitglied

des SR, nutzten eine kleine Feierstunde dafür.

v.l.: Doris Geyer,Präsidiumsmitglied Marianne Quast,Bärbel Petzold und Sportbund

Rheinhessen-Präsidentin Karin Augustin bei der kleinen Feierstunde. Foto: Richter


Teilnehmer-Rekord beim Ingelheimer

Partnerlauf

Der 4. Ingelheimer Partnerlauf des Arbeitskreises „Frauen und

Gleichstellung“ des Landessportbundes Rheinland-Pfalz (LSB)

war ein voller Erfolg! 35 Paare waren am Samstag, 16. Mai,

auf dem vier Kilometer langen Rundkurs auf dem Ingelheimer

Westerberg am Start. Die höchste Teilnehmerzahl seit Beginn

der Laufserie erfreute nicht nur die LSB-Verantwortlichen, son-

dern auch den Partnerverein TSG Heidesheim, der zahlreiche

Paare stellte und die Organisation vor Ortübernommen hatte.

„Wir sind froh, dass sich die Idee des Partnerlaufs jetzt end-

gültig durchgesetzt hat“, freute sich LSB-Vizepräsidentin Ellen

Wessinghage, die 2004 den Anstoß zu diesem Lauf-Event der

besonderen Art gegeben hatte. Jeweils ein Mann und eine

Frau oder ein Junge und ein Mädchen bilden beim Partner-

lauf ein Team und gehen nacheinander auf den vier Kilometer

langen Rundkurs. Cosima Getthöfer und Sven Blobner durften

sich am Ende als Sieger feiern lassen, gefolgt von Jana Schef-

fel und Paul-Johannes Siegrist.Rebecca und Marcus Wessing-

hage wurden Dritte.

Bei der Siegerehrung im idyllischen Hof des Weingutes von

Opel standen aber nicht nur die schnellsten Paare im Mit-

telpunkt. Jeder Läufer nahm mit seiner Startnummer an einer

Verlosung teil. Sogab es viele Sieger, die sich nach einem

sportlichen Tag bepackt mit Badetüchern, Taschenlampen

oder Olympiabüchernglücklich auf den Heimwegmachten. >

Rekordbeteiligung bei der 4. Auflage des Partnerlaufes.

Regina Thiem

Staffelwechsel mit Abklatschen. Fotos: Regina Thiem

Anmeldung zum 5. LSB-Partnerlauf

am 15.Mai 2010

Auch 2010 ist wieder Teamgeist gefragt, wenn am 15.Mai

in Frauen-Männer-Teams über die Strecke von zwei Mal vier

Kilometer gestartet wird.

Anmeldungen:

Landessportbund Rheinland-Pfalz, Kerstin Wehner,

Tel.: 06131/2814-116 oder

per Mail an k.wehner@lsb-rlp.de

5


Namen und Notizen

Angela Maurer

6

WM-Titel über 25 Kilometer,

Deutsche Meisterin über zehn

Kilometer und Platz zwei im

Gesamtweltcup der Freiwasser-

Schwimmerinnen – die Bilanz

der 34-jährigen Ausnahme-

schwimmerin des SSV Undine

Mainz für das Jahr 2009 kann

sich sehen lassen. Insbesondere

der Triumph bei den Weltmeis-

terschaften vor den Toren Roms

über die 25-Kilometer-Distanz war der verdiente Ausgleich für die im

Jahr zuvor bei den Olympischen Spielen knapp verpasste Medaille.

Mit dieser soll es dann spätestens 2012 bei den Olympischen Spielen

in London klappen –denn ans Aufhören denkt Angela Maurer noch

lange nicht.

Jiaduo Wu

Sie war bei der Tischtennis-EM

in Stuttgart das Maß aller Dinge

– Jiaduo Wu. Schon im Mann-

schaftswettbewerb zählte die

für den FSV Kroppach startende

gebürtige Chinesin mit nur einer

Niederlage zu den Besten des

deutschen Teams. Der ganz große

Triumph gelang „Dudu“ im Einzel-

Finale. Hier besiegte die 32-Jährige –seit 2005 im Besitz der Deut-

schen Staatsbürgerschaft -die Ukrainerin Margaryta Pesotska klar mit

4:0 und gewann nach Nicole Struse (1996) bereits als zweite rhein-

land-pfälzische Spielerin das EM-Finale. Ganz nebenbei verteidigte

Jiaduo Wu mit der Damenmannschaft des FSV Kroppach den Deut-

schen Meistertitel und wurde Anfang Dezember mit der Sportplakette

des Landes ausgeszeichnet.

Célia Okoyino da Mbabi

Mit ihren gerade mal 21 Jahren ist sie nicht nur die Führungsspielerin im

neu formierten Fußball-Bundesliga-Team des SC Bad Neuenahr, nach

der Hinrunde der Bundesliga steht Célia Okoyino da Mbabi auch weit

oben in der Torjägerliste. Nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei

den Olympischen Spielen in Peking 2008 war der Gewinn der Euro-

pameisterschaft 2009 in Finnland der

bisherige Höhepunkt in der Karriere

der jungen Offensivspielerin. In fünf

von sechs Partien kam da Mbabi, die

schon früh als das größte Talent des

deutschen Frauenfußballs bezeichnet

wurde, zum Einsatz, erzielte ein Tor

und setzte häufig entscheidende Ak-

zente. Ihre Perspektiven im Team der

Europa- und Weltmeisterinnen sind

glänzend. Spätestens bei der WM

2011 in Deutschland plant Bundestrainerin Silvia Neid mit der 42-

fachen Nationalspielerin als Stammspielerin.

Kunstrad-Duo Katrin Schultheis /Sandra Sprinkmeier

Deutsches EM-Team Dressurreiten

Der Titel-Hattrick ist perfekt: Die beiden

Kunstradfahrerinnen Sandra Sprinkmeier

und Katrin Schultheis sicherten sich bei

der WM in Portugal zum dritten Mal in

Folge die Goldmedaille. Die Sportle-

rinnen des RV Ebersheim und Team des

Jahres 2009 setzten sich dabei souverän

gegen die Konkurrenz durch und ver-

besserten in der Vorrunde ihren eigenen

Weltrekord bereits zum dritten Mal in

dieser Saison auf 150,75 Punkte.

Das Deutsche Team der Dressurreiterinnen mit Hannelore Brenner, An-

gelika Trabert (beide Reitclub Hofgut Petersau) und Britta Näpel (IG

Therapeutisches Reiten Rhein-Main) gewannen bei der Handicap-

EM in Norwegen Mannschafts-

Silber. Zur Krönung konnte jede

Rheinland-Pfälzerin auch noch eine

Einzelmedaille erringen. Überra-

gend dabei erneut die Sportlerin des

Jahres 2008, Hannelore Brenner:

Die 46-jährige querschnittgelähm-

te Dressurreiterin gewann mit ihrem

Paralympic-Pferd „Women of the

World“ zweimal Einzel-Gold (Indivi-

dual und Kür).


Marion Wagner

Der Gewinn der Bronze-Medaille mit

der 4x100-Meter-Staffel der Frauen

war nach der Goldmedaille 2001 in

Edmonton nicht nur der Höhepunkt

ihrer Karriere,sonderneiner der emo-

tionalsten Momente der diesjährigen

Leichtathletik-WM in Berlin. Schon

unmittelbar nach dem Zieleinlauf

zweifelte die 31-jährige Sprinterin

des USC Mainz an ihrem Entschluss, ihre Karriere nach dieser Saison

zu beenden. Wieso auch? Es war aus sportlicher Sicht ihr bestes Jahr.

Neben WM-Bronze steigerte die Sportlerin des Jahres 2009 bei den

Deutschen Meisterschaften ihre persönliche Bestzeit über 100Meter

auf 11,24 Sekunden und ist damit zweitschnellste Europäerin 2009. Klar,

dass bei solchen Zeiten Rücktritt kein Thema mehr und für 2010 ihr Ziel

das Treppchen bei den Europameisterschaften in Barcelona ist.

Sport-Obelisk für Renate Behm und Elli Schreiber

Für ihr langjähriges Engagement und ihre herausragenden Verdienste

hat Sport- und Innenminister Karl Peter Bruch die beiden Übungsleite-

rinnen Renate Behm (l.) vom TSV Speyer und Elli Schreiber (2.v.r.), TuS

Flomersheim mit dem Sport-Obelisk ausgezeichnet. Der Obelisk wird

an Persönlichkeiten mit besonderer Vorbildfunktion verliehen.

Die ehemalige Leistungsturnerin Renate Behm ist seit 43 (!) Jahren im

TSVSpeyer tätig.Als Abteilungsleiterin der Turnabteilung „managt“ sie

37 Übungsleiter sowie 1.800 Turnerinnen und Turner.

Beim TuSFlomersheim ist Fußball seit 40 Jahren Frauensache –dank Elli

Schreiber. Mit der im Jahr 1969 erworbenen Übungsleiterlizenz küm-

mert sie sich intensiv um Fußball im Breiten- und Freizeitsport. Davon

profitierte der Südwestdeutsche Fußballverband (SWFV) und der Sport-

Foto: R.Thiem

bund Pfalz, woElli Schreiber

viele Jahre im Ausschuss

„Frau im Sport“ mitarbeitete.

Eine zusätzliche Anerken-

nung ihrer wertvollen Arbeit

erhielt Elli Schreiber durch die

Verleihung der SWFV Ehren-

standarte.

Bundesverdienstkreuz für Anna Stoffel

Seit vielen Jahren

steht der TV Dahn

als Synonym für

ausgezeichnete

leistungssportliche

Entwicklungen in

der Rhythmischen

Sportgymnastik. Ein Verdienst auch von Anna Stoffel (l.), seit 1965 Mit-

glied imTurnverein. Sie war Obfrau für das Kampfrichterwesen, bei

Welt- und Europameisterschaften im Ausrichtergremium des Deutschen

Turnerbundes tätig und ist heute noch als ehrenamtliche Leiterin der

Turn- und Talentschule für Rhythmische Sportgymnastik aktiv. Staatsse-

kretär Roger Lewentz (2.v.l) zeichnete Anna Stoffel Anfang Juni für ihre

großartigen Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande aus.

Sportplakette für 1.200 Sportabzeichen

Ministerpräsident Kurt Beck zeichnete Sportabzeichen-Prüferin Elisa-

beth Metzler (TSG 1848 Heidesheim)

im Dezember mit der Sportplakette

des Landes aus. Ihre „sportliche Leis-

tung“ ist bemerkenswert: In den ver-

gangenen 31 Jahren hat Elisabeth

Metzler mehr als 1.200 Sportabzei-

chen abgenommen.

Grünes Band für DJK/MJC Trier

Die Domstadt Trier gilt im deutschen Frauenhandball als Topadresse.

Im Nachwuchsbereich hat sich der Verein dazu den Ruf einer Talent-

schmiede erarbeitet. ImSeptember wurde die DJK/MJC Trier für vor-

bildliche Talentförderung mit dem Grünen Band ausgezeichnet. Die

„Miezen“, wie sie in der Region liebevoll genannt werden, sind damit

der einzige rheinland-pfälzische Verein und der einzige Handballclub

in Deutschland, dem diese Ehre zuteil wurde. Das Sportinternat und

Foto: DJK/MJC Trier

Foto: privat

Foto: S. Sämmer

die Zusammenarbeit mit

dem LSB zählen zu den

wichtigen Bausteinen des

Trierer Modells. Das För-

dergeld in Höhe von

5.000 Euro geht in die

Jugendarbeit des Clubs.

7


Arbeitstagung Frauen–Südgipfel

Zu Beginn des Jahres hatte der Landessportbund Sachsen

zum Treffen der südlichen Landessportbünde nach Dresden

geladen (23. bis 25. Januar). Erster Programmpunkt war der

Austausch der anwesenden Frauenvertreterinnen und haupt-

amtlichen Mitarbeiterinnen der Landessportbünde Sachsen,

Thüringen, Bayern, dem Saarland, Hessen und Rheinland-

Pfalz über die Arbeitsinhalte von 2008 und 2009. Ellen Wes-

singhage, Claudia Altwasser und Kerstin Sinsel erläuterten

ihre Arbeitsschwerpunkte anhand des druckfrischen rhein-

land-pfälzischen Jahresrückblicks.Esgab großen Beifall –kein

anderer LSB nutzt diesen Wegder öffentlichen Präsentation.

Besonders hervorgehoben wurde des Weiteren der Frauen-

sportaktionstag in Thüringen, der im ehemaligen Kali-Berg-

werk inSondershausen 700 Meter unter der Erde stattfand.

Die DOSB-Vizepräsidentin für Frauen und Gleichstellung, Ilse

Ridder-Melchers, erläuterte die geplanten Aktionen des Jah-

res 2009, die unter dem Motto „Frauen gewinnen“ stehen.

Nach einem Praxisteil am Eröffnungstag begann das Wo-

chenende mit einem Workshop zum Thema „Konflikt-Manage-

In Memoriam

Elisabeth Ensel

8

Foto: LSB Archiv

Der rheinland-pfälzische Sport trau-

ert umElisabeth Ensel aus Emmels-

hausen. Sie verstarb am31. Januar

kurz nach ihrem 75. Geburtstag: Die

engagierte Rheinländerin gehörte

von 1980 bis 1997 dem Landesaus-

schuss „Frau im Sport“ des LSB an. Im

Sportbund Rheinland leitete Elisabeth

Ensel von 1990 bis 1997 den entspre-

chenden Ausschuss als Vorsitzende.Inihrer Heimat engagierte

sie sich von 1969 bis 1982 als Frauenwartin und stellvertreten-

de Vorsitzende des TSV Emmelshausen, von 1974-1997 unter-

stützte sie als Frauenwartin den Sportkreis Rhein-Hunsrück. Für

ihre Verdienste um den Sport wurde Elisabeth Ensel mit einer

Vielzahl an Ehrungen ausgezeichnet u.a. mit der Ehrenplakette

des LSB inSilber und dem Sport-Obelisk.

ment“. Frau Dr. Marion Lehnert gab eine Einführung in die

Konflikt-Definition, und anhand verschiedener Fall-Beispiele

wurden Wege zum Umgang mit Konflikten aufgezeigt. Am

Abend hatte der Landessportbund Sachsen zu einem Abend-

essen in der Sportschule eingeladen.Die Vizepräsidentin Brei-

tensport des LSB, Frau Dr. Petra Tzschoppe, begrüßte die Teil-

nehmerinnen und führte zwei Filme über Migrationsprojekte im

sächsischen LSB vor.

Vor der Abreise am Abschlusstag wurde ein Fazit gezogen.

Alle Teilnehmerinnen bekräftigten die Absicht, zumindest bei

den grenznahen Landessportbünden gegenseitig die Veran-

staltungen zu besuchen. Ellen Wessinghage wurde als Spre-

cherin beauftragt,die Bitte an den DOSB heranzutragen,dass

die gemeinsamen Treffen aller hauptamtlichen Mitarbeiterin-

nen im Bereich Frauen und Gleichstellung des DOSB regelmä-

ßig zweimal im Jahr durchgeführt werden, wobei einmal die

ehrenamtlichen Frauenvertreterinnen mit eingeladen werden

sollten. Für den nächsten Südgipfel hat Ellen Wessinghage

vom 29. bis 31.Januar 2010 nach Trier eingeladen. >

Helma Henschel

Foto: LSB Archiv

Der Sport inRheinland-Pfalz trauert

um Helma Henschel, die im Alter von

72 Jahren nach kurzer und schwerer

Krankheit verstarb. Helma Henschel

gehörte von 1998 bis 2006dem Präsi-

dium des Sportbundes Rheinland so-

wie dem Frauenausschuss des LSBan.

Für Helma Henschel blieb der Sport

nie auf das bloße Funktionärswesen

beschränkt, erwar Zeit ihres Lebens eine Herzensangelegen-

heit. Als Mitglied imTVUrbar und TuSGermania Arenberg

war sie bis kurz vor ihrem Tode als Übungsleiterin im Senioren-

sport aktiv. Als Geschäftsführerin des TV Urbar und ehemali-

ge Vizepräsidentin Frauen im Deutschen Turnerbund gab sie

auch den Gremien des Sportbundes Rheinland sowie des LSB

wertvolle Impulse für die tägliche Arbeit. Über Rheinland-Pfalz

hinaus sind die Geschichte und die Entwicklung des Korbball-

spiels eng mit dem Namen Helma Henschel verbunden.


Frauen gewinnen“ in Lübeck auf Erfolgskurs

4. Frauen-Vollversammlung des DOSB

Bereits im Rahmen der Eröffnung der

Frauen-Vollversammlung (FVV), die vom

18.bis 20. September in Lübeck statt-

fand, zog DOSB-Präsident Dr. Thomas

Bach im Lübecker Rathaus eine ermu-

tigende Zwischenbilanz für das unter

der Schirmherrschaft von Bundeskanz-

lerin Angela Merkel stehende „Jahr

der Frauen im Sport“.

Zahlreiche Sportvereine in Deutsch-

land hatten mit vielfältigen Aktionen

unter dem Motto „Frauen gewinnen!“

dazu beigetragen, mehr Frauen und

Mädchen für den Sport zubegeistern.

So verzeichneten beispielsweise die

FrauenSportWochen eine Rekordbe-

teiligung. Bach betonte, dass ein ho-

her Anteil weiblicher Vereins- und Vorstandsmitglieder eine Art

Schutzfaktor gegenüber vielen Problemen der Vereinsentwick-

lung darstelle. „Deshalb müssen wir die Frauen mit ihren vielfäl-

tigen Fähigkeiten noch stärker fördern und in den kommenden

Monaten noch einmal alle Kräfte mobilisieren“, sagte Bach.

DOSB-Vizepräsidentin Ilse Ridder-Melchers nannte die FVV ei-

nen vollen Erfolg: „Es ist uns gelungen, den Delegierten noch

mehr Lust auf Macht zu machen. Wir reden hier nicht nur über

eine Aufgabe der Frauen, sondern über eine Gesamtaufgabe

von Männern und Frauen.“

Die perfekte Ellenbogen-Taktik

Im zweiten Veranstaltungsteil boten vier hochkarätig besetzte

Workshops –konzipiertals Führungstalente-Camps –einen Ein-

stieg indie Weiterbildung von Führungskräften. Darin wurden

u.a. die perfekten Ellenbogen-Taktiken für Gespräche vermittelt,

um ein Anliegen durchzusetzen,aber auch um Konflikte zu lösen

oder Kritik einzustecken. Zudem wurden die Frauen in die Ge-

heimnisse von Gremienkultur und des Teambuildings eingeweiht,

sie lernten den gezielten Einsatz von Körpersprache, die Kunst

der freien Rede und das Know-How im Umgang mit der Presse.

Zugaben waren Updates zur zeitgemäßen Verbandsarbeit und

zur heute unverzichtbaren Bedeutung des Netzwerkens.

Geleitet wurden die Workshops von erfolgreichen Frauen aus

Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Sport. Die 120Delegierten

Die rheinland-pfälzischen Delegierten Mara Kozulovic (2.v.l.), Claudia Altwasser (2.v.r.) und Ellen Wessinghage (r.) mit

DOSB-Vizepräsidentin Ilse Ridder-Melchers (l.) und DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach (Mitte).

der DOSB-Mitgliedsorganisationen äußerten durchweg Zustim-

mung zu den angebotenen Inhalten. Ilse Ridder-Melchers resü-

mierte: „Die Interessen und Bedürfnisse der Frauen sind deutlich

geworden,sie wollen an die Spitze! Wirwerden ihnen den Weg

ebnen und setzen das Führungstalente-Camp in 2010 fort.“

3.000-Schritte-Spaziergang in der Mittagspause

Eine Mittagspause während des Wochenendes nutzten zahlrei-

che Teilnehmerinnen, umsich dem 3.000-Schritte-Spaziergang

des American Sports Club Lübeck anzuschließen. ObFootbal-

lerin oder Führungskraft –mit dem T-Shirt „Frauen gewinnen!“

waren die rund 100Frauen auf dem richtigen Weg.

Ein Vortrag von Prof. Dr. Gudrun Doll-Teper, DOSB-Vizepräsi-

dentin Bildung und Olympische Erziehung, zum Stellenwert

internationaler Vernetzung auf dem Feld der Frauenförderung

rundete das Informationsangebot ab. Doll-Teper konnte be-

richten, dass die Initiative des DOSB unter dem englischen Titel

„Winning Women“ bereits international wahrgenommen und

als vorbildhaft bezeichnet wird.

Die Gleichstellungspreise des DOSB gingen derweil für den

Bereich Erwachsene an Astrid Markmann (Münster), Bun-

desjugendleiterin des DJK Sportverbandes. Für den Bereich

Nachwuchs erhält Kornelia Wolfertz (Solingen) als zweite Vor-

sitzende der Sportjugend Nordrhein-Westfalen den Gleich-

stellungspreis. > Quelle: DOSB

Foto: DOSB

9


Frauen fit für die Spitze“

Neues Fortbildungsprojekt für Leistungssportlerinnen ins Leben gerufen

Nach dem ersten Modul strahlten die Teilnehmerinnen (v.l.): Anna Dogonadze,Nastia Reiberger,„Coach“ Gisela Abts,Ellen Marquardt,Hannelore Brenner,LSB-Vizepräsidentin

Ellen Wessinghage, Bianca Vogel und Susanne Hahn. Foto: R.Thiem

Auf große Resonanz bei den rheinland-pfälzischen Spitzen-

sportlerinnen ist das neue Projekt „Frauen fit für die Spitze“ –

gefördertaus den Mitteln des DOSB-Innovationsfond –gesto-

ßen. LSB-Vizepräsidentin Ellen Wessinghage, Vorsitzende des

Arbeitskreises Frauen und Gleichstellung, rief die neue Aktion

im September ins Leben.Ziel ist es,ehemalige und noch aktive

Leistungssportlerinnen an Führungsaufgaben heranzuführen.

In drei Modulen wird die Mainzer Kommunikations-Trainerin

Gisela Abts die Athletinnen fit machen für Gespräche und Ver-

handlungen sowie ihnen Grundlagen der Rhetorik und des

Konfliktmanagements vermitteln.

Auch die Präsentation bei öffentlichen Auftritten und prakti-

sche Regeln für Business-Frauen sind Themen der neuen Frau-

en-Fortbildung. Imvierten und letzten Modul wird es dann

prominent: Silvia Schenk und Dr. Franz-Josef Kemper werden

die Leistungsträgerinnen fit für die Sportpolitik machen.

Dem Aufruf des LSB-Arbeitskreises sind folgende Spitzensport-

lerinnen gefolgt: Barbara Bandel, Carina Baumgärtner, Han-

10

nelore Brenner, Anna Dogonadze, Alexandra Engelhardt, Su-

sanne Hahn, Ulrike Holzner, Verena Jooß, Jasmin Külbs, Ellen

Marquardt,Angela Maurer,Sandra Minnert, Lydia Neumann,

Nadine Reichert, Nastia Reiberger,Dr. Angelika Trabert, Bian-

ca Vogel sowie Miriam und Alexandra Welte.

Anna Dogonadze und Susanne Hahn haben das Fortbil-

dungsangebot im Rahmen der DOSB-Mitgliederversammlung

Anfang Dezember in Düsseldorfbereits bundesweit vorgestellt

und stießen auf großes Interesse. > Regina Thiem


Vermischtes

„Rhythm Girls“ zeigen vor 400 Zuschauern

„ID_entität“

Das Projektziel erreicht,die Erwartungen weit übertroffen.Nach

rund 60 Minuten Aufführung vor knapp 400 Zuschauern im

proppenvollen Hörsaal P1 an der Universität in Mainz zeigten

sich die Macher,Veranstalter und Verantwortlichen des Integra-

tionsprojektes „Rhythm Girls“ sichtlich angetan von dem,was sie

gerade auf der Bühne erlebt hatten. „Überwältigend“, nannte

es Thomas Biewald,Vorsitzender der Sportjugend Rheinhessen,

die in Kooperation mit dem MädchenHaus Mainz das Projekt

gestemmt hatte. Sein Fazit: „Sowohl das Stück als auch die

Resonanz auf das Projekt hat uns begeistert.“ Zuvor hatten 43

Mädchen ihre selbst erarbeitete Tanzproduktion „ID_entität“

vorgeführt. Ein Jahr lang hatten die neun bis 21 Jahre alten

Mädchen mit Trainerin Hanneke Schönhals und ihrem Team

für diesen einen Taggearbeitet und geprobt. „Unser Schwer-

punkt war die Integration,die wir mit diesem Projekt angestrebt

haben, resümierte Sportjugend-Jugendsekretär Stefan Keck.

Mädchen mit unterschiedlichen Migrationshintergründen, aus

verschiedenen sozialen Schichten sollten mit Musik und Tanz

zusammengeführt und für ein bürgerschaftliches Engagement

interessiert werden.

Neun Tage Sport auf der

Rheinland-Pfalz-Aus-

stellung

80.000 Besucher, 16 The-

menwelten und der Lan-

dessportbund mittendrin.

Zum ersten Mal präsentiert

sich der LSBneunTage lang,

mit neun verschiedenen

Themen-Tagen zusammen

mit Radio RPR auf der größ-

ten Verbraucher-Ausstellung

Foto: T. Richter

Foto: J. Dick

des Landes, der Rheinland-Pfalz-Ausstellung in Mainz. Auch mit

dabei: Der Arbeitskreis „Frauen und Gleichstellung“. Unter an-

derem demonstrierte George Odukale von der Mainzer Wing

Tjuen Academy, wie schnell es zu Konfliktsituationen kommen

kann. Der Respekttrainer stellte mit seinen Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern Konfliktsituationen nach. „Viele schauen weg“, er-

klärte Odukale.„Wirzeigen,wie man reagieren kann.“ Gewalt

und Diskriminierung sind auch im Sport allgegenwärtige The-

men. Deshalb engagiert sich der LSB mit Projekten wie „Locker

bleiben –ohne Gewalt gewinnen“, „Sport mit muslimischen

Mädchen“ oder mit dem Programm „Integration durch Sport“,

so Ellen Wessinghage, LSB-Vizepräsidentin, imRahmen eines

Interviews auf der Bühne.Anden neun Messetagen gestalteten

insgesamt 40 Gruppen mit über 800 Sportlerinnen und Sport-

lern das Bühnenprogramm.

Preis für Festschrift „100 Jahre Frauen in Bewegung“

Bei dem Wettbewerb„Beste Jubiläumszeitschriften der Vereine“

des Landessportbundes Rheinland-Pfalz hat der Idarer Turnver-

ein 1873 e.V. mit seiner Festschrift „100 Jahre Frauen in Bewe-

gung im Idarer Turnverein“ den 2. Platz belegt.

Junge Frauen des Vereins wagten es 1909, eine Damenriege

zu gründen. „Sie wollten zeigen, dass eine Frau mehr kann, als

versorgt zu sein durch den Ehemann“, so der Wortlaut aus der

Chronik der Vereinsgeschichte.

Dieses,für die damalige Zeit herausragende Ereignis,feierte die

heutige Damenabteilung das ganze Jahr hindurch mit zahlrei-

chen Veranstaltungen.Als Highlight entstand die jetzt prämierte

130-seitige Festschrift. Vielleicht greifen andere Vereine diese

Idee auf und bringen weitere Fraueninitiativen so in die Öffent-

lichkeit.

Foto: Seydel

Das gab’s noch nie: Eine reine Frauen-Jubel-Schrift gewann „Silber“. Mit Marianne

Becker (2.v.r.) und Marlene Schäfer (4.v.r.) vom Idarer Turnverein freuen sich u.a. (v.l.:)

der stellvertretende Lotto-Geschäftsführer Herbert Laubach, Prof. Dr. Norbert Müller,

Ellen Wessinghage, LSB-Präsidentin Karin Augustin und Walter Desch, Vorsitzender

des LSB-Arbeitskreises für Öffentlichkeitsarbeit.

11


Gesundheit und Sport für Muslima

Landessportbund bot in Mainz ein zweitägiges Seminar an

Sportkann Integration erheblich erleichtern–aus diesem Grund

botder Landessportbund Rheinland-Pfalz in Mainz ein zweitägi-

ges Seminar „Gesundheit und Sportfür muslimische Frauen“ an.

In der heimischen Moschee haben einige Frauen schon nach-

12

gefragt, wann es denn endlich

losgeht mit dem Sportkurs.„Jetzt

können wir starten“, sagt Souad

Frihi und lächelt.Die 44-Jährige

hat beim Landessportbund die

beiden Seminartage „Gesundheit

und Sport für muslimische

Frauen“ absolviertund fühlt sich

nun bereit, ihren Bekannten

in der Ali-Moschee in Mainz-

Kostheim Bewegungsangebote

zu machen. „Ich habe mir einige Anregungen und Ideen holen

können“, berichtet die dreifache Mutter, die als eine von zwölf

Muslima an der 18 Lerneinheiten umfassenden Ausbildung des

LSBteilnahm.

„Damit wollen wir muslimische Frauen motivieren, Multiplikatorinnen

für Sport und Gesundheit zu werden“, erklärt Hiltrud

Gunnemann, Abteilungsleiterin Sportentwicklung/Breitensport.

Die Teilnehmerinnen sollen Gleichgesinnte aus ihren Kulturkrei-

Foto: J. Dick

Bewegen – Mitgestalten – Führen

Eine Übersicht mit Frauenvertreterinnen im

rheinland-pfälzischen Sport

Dem Amt der Frauenvertreterin kommt auf dem Weg zur

Gleichstellung in Vereinen und Verbänden nach wie vor große

Bedeutung zu. Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit der

Frauenvertreterin ist nach den ersten Erfahrungen als Übungsleiterin

häufig die Mitgliedschaft im Vorstand oder Präsidium.

Gerne motiviert und begleitet Sie der Arbeitskreis für Frauen

und Gleichstellung des Landessportbundes auf dem Weg

dorthin und hat als Service eine Broschüre mit den wichtigsten

Ansprechpartnerinnen zusammengestellt. >

Weitere Informationen und Bestellung des Flyers:

Landessportbund Rheinland-Pfalz, Kerstin Wehner,

Rheinallee 1, 55116 Mainz,

Tel.: 06131/2814-116,

E-Mail: k.wehner@lsb-rlp.de

sen für Bewegung und Sport begeistern. Souad Frihi ist dafür

das beste Beispiel –die Marokkanerin möchte im nächsten Jahr

auch noch die Übungsleiter-Ausbildung absolvieren. „Ich habe

seit meiner Kindheit immer Sportgetrieben.Ich liebe Sport.“Basketball,

Laufen, Tennis –das sind die Sportarten der gelernten

Bauzeichnerin.

Der LSB bot an zwei Tagen neben Theorie-Einheiten viel Sportpraxis

wie Walking, Nordic Walking, Fitnesstraining im Studio

des Mombacher TV und Übungstechniken aus Box-Aerobic

oder Tai-Bo an. „Die Frauen sollen ein größeres Bewusstsein für

ihren Körper entwickeln und dabei auch noch etwas für ihre Gesundheit

tun“, so Gunnemann. „Unsere Religion verbietet Sport

nicht –imGegenteil“, ergänzt Souad Frihi. „Wir Muslime sollen

gesund bleiben und uns um unsere Gesundheit kümmern.“

Dass einige ihrer Glaubensschwesternsich mit dem Sporttreiben

dennoch schwer tun, macht sie an einem Umstand fest: „Viele

möchten, dass sie sich getrennt von Männern bewegen. Die

meisten Sportangebote sind aber auch für Männer.“ Einen Kurs,

wie ihn der LSB jetzt anbot, hält sie für eine gute Sache. „Man

fühlt sich nicht so sehr beobachtet und viel freier.“ Eine Fortsetzung

dieses Sport- und Gesundheitsseminars ist schon beschlossene

Sache.Die Termine: 24.April und 8. Mai 2010. >

Jochen Dick


Ausblick 2010

29.-31. Januar: Frauen-Südgipfel in Trier

Jährliches Arbeitstreffen der acht südlichen Landessportbünde.

15.Mai: 5.LSB-Partnerlauf in Ingelheim

Auf dem Ingelheimer Westerberg werden wieder gemischte

Teams den vier Kilometer langen Rundkurs bewältigen.

26. Juni: Mitgliederversammlung des Landessportbundes in

Bingen

26.-28. August: Fifa-Frauen-Kongress in Mainz

Der Kongress will dazu anregen, Strukturen und Netzwerke

zwischen Sport, Gesellschaft und Politik sichtbar und nutzbar

zu machen.Der Frauen- und Mädchenfußballkongress 2010 ist

für Interessierte geöffnet. Infos: Deutscher Fußball-Bund, Heike

Ullrich, Tel.: 069/6788-378, E-Mai: info@dfb.de

18.September: Frauen-Vollversammlung des LSB inKoblenz

Zur sechsten Frauenvollversammlung lädt der Landessport-

bund nach Koblenz ein. Die Vollversammlung findet in Zusam-

menarbeit mit dem Volleyballverband statt.

1.-3. Oktober: DOSB-Frauen-Vollversammlung in Mainz

Nach der Premiere im Jahr 2000 findet die Frauen-Vollver-

sammlung des DOSB 2010 bereits zum zweiten Mal in Mainz

statt. Nach der Vergabe des Gleichstellungs- und Gleichstel-

lungs-Nachwuchspreises am Freitag steht samstags die Wei-

terbildung der rund 130eingeladenen Delegierten auf dem

Programm.

30. Oktober: 36. Landes-Sport-Ball in Mainz

Der Landessportbund erwartet rund 1.500 Gäste, darunter

prominente Vertreter aus Sport, Wirtschaft, Politik, Kultur und

Medien. Das vielseitige Programm verspricht beste Unterhal-

tung, ein Sport- und Artistikprogramm vom Feinsten sowie

Begegnungen mit prominenten Sportlerinnen und Sportlern.

Infos: Christof Palm, Tel.: 06131/2814-117,

E-Mai: landessportball@lsb-rlp.de >

Personelles:

Herzlichen Glückwunsch

Kerstin Sinsel, imletzten Jahresrückblick noch als neue haupt-

amtliche Mitarbeiterin des Arbeitskreises „Frauen und Gleich-

stellung“ vorgestellt, ist glückliche Mutter des kleinen Ben

geworden. Während der Elternzeit wird Kerstin Wehner als

hauptamtliche Mitarbeiterin die Vertretung übernehmen. Un-

ter Tel. 06131/2814-116 oder E-Mail: k.wehner@lsb-rlp.de ist sie

Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um die Themen „Frau-

en und Gleichstellung“.

13


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