Peiner Wirtschaftsspiegel Wirtschaftsspiegel Ein(B)lick in die ...

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Peiner Wirtschaftsspiegel Wirtschaftsspiegel Ein(B)lick in die ...

Peiner Wirtschaftsspiegel ;

Abzocker und kassieren die

erste Abmahnung.

Auch ohne dass überhaupt ein

Produkt verkauft wurde?

Ganz genau. Und das Fatale daran:

Die Streitwerte in solchen

Fällen liegen bei 10 000 bis

500 000 Euro – nur aufgrund

des fehlerhaften Impressums.

Und es gibt tatsächlich Geschäftsleute,

die ein Gewerbe

für den Vertrieb verschiedener

Produkte angemeldet haben, die

sie letztlich aber gar nicht vertreiben,

da sie sich stattdessen

nur auf die Suche nach fehlerhaften

Impressen machen, um

damit richtig Geld zu verdienen.

Das große Problem daran ist,

dass Händler gegen derartige

Angriffe machtlos sind, da die

Gegner bestehende rechtliche

Lücken optimal nutzen.

Vorausgesetzt, der Shopauftritt

ist einwandfrei und die

Produkte gehen „auf Sendung“.

Was ist beim Kaufvertragsabschluss

zu beachten?

Auf fremden Plattformen ist alles

ganz klar in den Allgemeinen

Geschäftsbedingungen geregelt,

die sich jeder Verkäufer vor seiner

ersten Handlung dringend

zu Gemüte führen sollte. Aber

Industrietorstützpunkt

auch auf der unternehmenseigenen

Webseite sollten sämtliche

Abläufe klar geregelt sein.

Das heißt?

Der Kunde sollte die Möglichkeit

haben, sich die Produkte

samt Beschreibungen anzusehen,

bevor er sie dann per

Mausklick in seinen persönlichen

Warenkorb legt. Dort

müssen später alle Waren samt

Preisangaben – und zwar inklusive

der Mehrwertsteuer – zu

sehen sein. Außerdem muss der

Verbraucher in diesem Fenster

die Möglichkeit haben, Produkte

wieder zu entfernen oder

auch neue hinzuzufügen. Im

nächsten Schritt folgen die Zahlungsmodalitäten,

bevor sämtliche

Daten noch einmal abgeglichen

und schließlich bestätigt

und abgeschickt werden. Aber:

Die Bestellung ist dann noch

nicht der Kaufvertragsabschluss.

Erst wenn der Händler

den Bestellvorgang per E­Mail

oder auf dem Postweg bestätigt

und seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen

samt Widerrufsbelehrung

beilegt, gilt

der Vertrag als geschlossen.

Ist es angesichts dieser Fülle

möglicher Angriffspunkte

nicht grundsätzlich empfeh-

lenswert, auf komplette Software-Systeme

für den Shopbetrieb

zurückzugreifen?

Wenn die Software dann im laufenden

Betrieb im Unternehmen

regelmäßigen Updates unterzogen

wird, durchaus. Aber darauf

muss dringend geachtet werden.

Schon allein die Widerrufsbelehrung

sollte pro Jahr mindestens

ein­ bis zweimal überarbeitet

werden, denn die regelmäßige

gerichtliche Kontrolle deckt

immer wieder neue Tücken und

Gefahrenquellen auf, die sowohl

im Sinne der Verbraucher als

auch der Händler minimiert

Interview

In der Kanzlei Jürgen Beils setzt sich der Rechtsanwalt Bozo Komljenovic (rechts)

vor allem mit juristischen Themen rund um die IT-Branche auseinander.

werden müssen. Dementsprechend

müssen aber natürlich

auch die Webseiten aktualisiert

werden, denn bei Fehlern auf

der Seite wird immer der Inhaber

beziehungsweise Betreiber

haftbar gemacht, nicht der Lieferant

der Software. Daher rate ich

jedem potenziellen Händler,

sich vor dem praktischen Start

seines Vorhabens juristischen

Rat einzuholen. Denn die immensen

Kosten, die ihm dadurch

vielleicht erspart bleiben, hat er

in seinem eigenen Unternehmen

sicherlich besser angelegt, als

auf den Konten wildfremder Abzocker.

Wir führen für Sie durch:

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38268 Lengede ◆ Carl-Zeiss-Str. 1 ◆ Tel. 0 53 44 - 99 00-0 ◆ www.wrscholz.de

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