Familien- und Demographieatlas 2009 der IHK Frankfurt am Main

frankfurtmainihk

Familien- und Demographieatlas 2009 der IHK Frankfurt am Main

Familien- und

Industrie und Handelskammer

Frankfurt am Main

Demographieatlas 2009

der IHK Frankfurt am Main

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft


Familienatlas 2009

- 2 -

Autor:

Dr. Rainer Behrend

Behrend Institut

Wirtschaftsforschung und Beratung

Eichendorffstraße 63 E

60320 Frankfurt am Main

Herausgegeben von:

Industrie- und Handelskammer

Frankfurt am Main

Geschäftsfeld Wirtschaftspolitik

und Metropolenentwicklung

Dr. Hubertus Hille (verantwortlich)

Yvonne Feißt

Börsenplatz 4

60313 Frankfurt am Main

Graphik und Layout:

Sabrina Siegmund

Telefon: 069 2197-1325

s.siegmund@frankfurt-main.ihk.de

August 2009

Nachdruck - auch auszugsweise - nur mit

Quellenangabe gestattet, Belegexemplar erbeten

ISSN 1862-7048


Inhalt

Vorwort .....................................................................................................................................................5

Warum ein Familien- und Demographieatlas? ..............................................................................6

Themenfeld „Beruf und Familie“ ........................................................................................................8

Themenfeld „Betreuung“ ................................................................................................................... 10

Themenfeld „Demographie“ .............................................................................................................. 13

Themenfeld „Zukunft“ ........................................................................................................................ 17

Situation in den Kommunen ............................................................................................................ 19

Bad Homburg v.d. Höhe ...........................20

Bad Soden am Taunus ..............................24

Eppstein ........................................................27

Eschborn .......................................................30

Flörsheim am Main ....................................33

Frankfurt am Main .....................................36

Friedrichsdorf ..............................................39

Glashütten ....................................................42

Grävenwiesbach .........................................45

Hattersheim am Main ...............................48

Hofheim am Taunus ..................................51

Kelkheim (Taunus) ......................................54

Königstein im Taunus ................................57

Kriftel .............................................................60

Kronberg im Taunus ..................................62

Liederbach am Taunus ..............................65

Neu-Anspach ...............................................68

Oberursel (Taunus) .....................................71

Schmitten .....................................................74

Schwalbach am Taunus ............................77

Steinbach (Taunus) ....................................80

Sulzbach (Taunus) ......................................83

Usingen .........................................................86

Wehrheim .....................................................89

Weilrod ..........................................................92

Methodenanhang ................................................................................................................................ 95

- 3 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

- 4 -


Vorwort

Der sich allmählich beschleunigende demographische

Wandel gehört zweifellos zu

den wichtigsten gesellschaftlichen Entwicklungen

in den nächsten Jahrzehnten. Nach

derzeitigen Prognosen wird die hessische Bevölkerung

von derzeit 6,07 Millionen Menschen

bis zum Jahr 2030 auf 5,78 Millionen

zurückgehen. Im Jahr 2050 dürften dann unter

den getroffenen Annahmen in Hessen

nur noch 5,15 Millionen Einwohner leben.

Gleichzeitig steigen die Zahl und der Anteil

älterer Menschen. Im Jahr 2050 wird sich der

Anteil der über 80-Jährigen an der Gesamtbevölkerung

verdreifachen. Trotz der Anhebung

des gesetzlichen Renteneintrittsalters

wird die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen

Alter deutlich zurückgehen. Das Ausmaß

des daraus resultierenden tatsächlichen

Rückgangs der Erwerbstätigen – und der sich

damit ergebenden Wachstumsverluste – wird

entscheidend von der zukünftigen Entwicklung

der Erwerbsbeteiligung abhängen.

Der demographische Wandel wird sich jedoch

regional nicht einheitlich vollziehen. Zudem

kann heute - wenn auch nicht die Grundtendenz

- so doch das Ausmaß der Veränderung

beeinflusst werden. Neben stark schrumpfenden

und alternden Regionen wird es nach

wie vor prosperierende Regionen oder Gebiete

mit überwiegend jungen Menschen geben.

Die einzelnen Entwicklungen können

von den Kommunen entscheidend mit beeinflusst

werden. Vor allem diejenigen Städte

Industrie- und Handelskammer

Frankfurt am Main

Karen Hoyndorf

Vizepräsidentin

und Gemeinden werden sich in Zukunft positiv

entwickeln, denen es gelingt, Menschen

im erwerbsfähigen Alter sowie Familien anzuziehen.

Gleichzeitig wird es darum gehen,

die zunehmende Alterung der Gesellschaft

als Chance zu begreifen und entsprechend

zu nutzen. Die Regionen, die diese Aspekte

beherzigen, werden weniger unter einem

Fachkräftemangel leiden; die Innovationsfähigkeit

der Wirtschaft wird höher liegen; die

Kaufkraft im Einzelhandel wird sich ebenso

besser entwickeln wie die Situation der öffentlichen

Haushalte.

Dazu bedarf es jedoch einer familiengerechten

Infrastruktur. Der IHK-Familien- und

Demographieatlas 2009 präsentiert Fakten

zur demographischen Entwicklung und untersucht

die Familienfreundlichkeit in den

Gemeinden in quantitativer und qualitativer

Hinsicht. Wir möchten die Kommunen

im IHK-Bezirk Frankfurt am Main unterstützen,

indem wir vergleichend geeignete Daten

zur Familienfreundlichkeit aufbereiten

und besondere Schwerpunkte in der kommunalen

Familienpolitik darstellen. Hier werden

sich zahlreiche Best-Practice-Beispiele finden,

die auch für andere Städte und Gemeinden

einen wichtigen Impuls bieten können.

Als sachkundiger Partner im Rahmen unseres

Engagements im „Bündnis für Familie“ werden

wir die Kommunen bei ihrer Entwicklung

auch zukünftig unterstützend begleiten.

- 5 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Warum ein Familien- und Demographieatlas?

FrankfurtRheinMain gehört zu den wirtschaftlich

bedeutendsten Metropolregionen

in Europa. Innerhalb Deutschlands nimmt

FrankfurtRheinMain zusammen mit der Region

München/Oberbayern die Spitzenposition

in Bezug auf die wirtschaftliche Leistungskraft

ein. Auf nur vier Prozent der Fläche

der Bundesrepublik Deutschland konzentrieren

sich sieben Prozent der Bevölkerung und

rund neun Prozent der Bruttowertschöpfung.

Den Kern dieser Region bildet der IHK-Bezirk

Frankfurt am Main, der neben der Stadt

Frankfurt die 24 Gemeinden des Hochtaunuskreises

und des Main-Taunus-Kreises ohne

die Stadt Hochheim umfasst. Im IHK-Bezirk

Frankfurt leben 1,1 Millionen Menschen und

es finden hier 640.00 Personen eine sozialversicherungspflichtige

Beschäftigung. Die

langfristige wirtschaftliche Entwicklung der

Region ist maßgeblich von diesen Menschen

abhängig; denn die zunehmende Wissensbasierung

in nahezu allen Teilen der Wirtschaft

macht das Humankapital, d.h. das Wissen,

die Fertigkeiten und die Kreativität der Menschen,

zum entscheidenden Produktionsfaktor.

Doch in den nächsten Jahrzehnten wird

die Bevölkerungszahl in Deutschland zurückgehen.

Während einerseits der Zahl der Personen

über 65 Jahren drastisch steigt, wird

das Erwerbspersonenpotenzial – trotz Verlängerung

der Lebensarbeitszeit – abnehmen.

Dies schränkt zukünftig grundsätzlich

das wirtschaftliche Wachstumspotenzial

ein, zumal ein immer kleinerer Teil von Erwerbstätigen

im umlagefinanzierten System

der sozialen Alterssicherung einen immer

größeren Anteil älterer Menschen finanzieren

muss. Gleichzeitig leiden bereits heute

viele Unternehmen – auch in konjunkturell

schlechteren Zeiten – unter einem Fachkräftemangel.

Umso wichtiger wird es zur Aufrechterhaltung

des wirtschaftlichen Wohlstands

in Zukunft sein, das vorhandene

Erwerbspersonenpotenzial bestmöglich auszuschöpfen.

Eine höhere Erwerbsbeteiligung

- 6 -

von Frauen schließt einen Anstieg der Geburtenrate

nicht aus, wie nicht nur internationale

Studien, sondern auch die Datenlage

im IHK-Bezirk Frankfurt am Main zeigen.

Entscheidend für die Geburtenentwicklung

ist vielmehr – neben den allgemeinen gesellschaftlichen

Wertvorstellungen, der gesellschaftlichen

Anerkennung der Eltern-Rolle

sowie finanzieller Transferleistungen – das

Betreuungsangebot, das die Vereinbarkeit

von Beruf und Familie erleichtert.

Die Regionen werden unterschiedlich vom

demographischen Wandel betroffen sein und

selbst innerhalb des räumlich kleinen IHK-

Bezirks gibt es bereits heute erhebliche Unterschiede

bezüglich der Bevölkerungsentwicklung

und der Altersstruktur.

Der IHK-Familien- und Demographieatlas

2009 versucht Antworten unter anderem auf

folgende Fragen zu geben:

• Wie verläuft die demographische Entwicklung

in den einzelnen Gemeinden des

IHK-Bezirks? Welche Kommunen sind für

Familien besonders attraktiv, wo zieht es

verstärkt ältere Menschen hin?

• Wie ist das Betreuungsangebot in den einzelnen

Städten und Gemeinden, speziell

auch für die unter 3-Jährigen? Inwieweit

bestehen besondere soziale Problemlagen

bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen

in den Kommunen, gemessen

an der spezifischen Jugendarbeitslosenquote

und dem Anteil der SGB II-Empfänger

unter 15 Jahren?

• In welcher Weise werden die spezifischen

Bedürfnisse älterer Menschen in den kommunalpolitischen

Aktivitäten berücksichtigt?


• Wie ist der finanzielle Handlungsspielraum

der Kommunen gemessen an der

Pro-Kopf-Verschuldung zu beurteilen?

• Wie hoch sind die Frauenerwerbsbeteiligung

und die Teilzeitquote von Männern

und Frauen in den einzelnen Kommunen

und wie ist die Möglichkeit zur Vereinbarkeit

von Beruf und Familie in der Region

zu beurteilen?

Der IHK-Familien- und Demographieatlas

2009 soll entsprechend der gesetzlichen Aufgaben

der IHK als Instrument der regionalwirtschaftlichen

Beratung für die politisch

Verantwortlichen innerhalb des IHK-Bezirks

verstanden werden. Er beschreibt den Status

quo und zeigt Stärken sowie Schwächen

der einzelnen Gemeinden sowie möglichen

Handlungsbedarf auf. Der IHK-Familien- und

Demographieatlas 2009 ist Bestandteil des

Engagements der IHK Frankfurt im „Bündnis

für Familie“.

Der IHK-Familien- und Demographieatlas

beinhaltet jedoch keine Empfehlungen für

unterschiedliche familienpolitische Handlungsansätze.

Auch geht es beim Thema Kinder-Betreuung

nicht um einen möglichen

„Ersatz für Familie“, sondern vielmehr darum,

die Wahlmöglichkeiten von Eltern zu

erhöhen und damit grundsätzlich die Vereinbarkeit

von Beruf und Familie zu erleichtern.

Ebenfalls enthält der IHK-Familien- und Demographieatlas

kein Ranking der Kommunen

im IHK-Bezirk bezüglich derFamilienfreundlichkeit“.

Dieses wäre zwar anhand

der Kennzahlen grundsätzlich möglich, würde

aber den unterschiedlichen Bedingungen

und Anforderungen in den einzelnen Gemeinden

nicht gerecht. Vielmehr wird im Rahmen

der einzelnen Indikatorwerte eine Kategorisierung

vorgenommen, die eine Einordnung

der Kommunen bei Einzelaspekten ermöglicht.

Breiten Raum nimmt zudem eine qualitative

Situationsbeschreibung in den einzelnen

Kommunen ein, die sich in erster Linie

auf vor Ort geführte Expertengespräche mit

den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern

bzw. Angehörigen der Verwaltung stützt.

- 7 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Themenfeld „Beruf und Familie“

Flexibilität der Arbeitswelt als grundsätzliche

Voraussetzung zur Vereinbarung von

Beruf und Familie

Die Möglichkeit zur Vereinbarkeit von Beruf

und Familie hängt ganz wesentlich von der

Flexibilität der Arbeitswelt ab. Inzwischen

sind in den meisten Unternehmen Arbeitszeitflexibilität,

Teilzeit- und auch Heimarbeitsplätze

zur Selbstverständlichkeit geworden,

um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

die Vereinbarkeit zu erleichtern und insbesondere

gut qualifizierte Arbeitskräfte vor

- 8 -

Teilzeitquote

- in Prozent -

Stand: 01.01.2008

Frauenbeschäftigtenquote

- in Prozent -

Stand: 01.01.2008

Bad Homburg v.d. Höhe 17,0 47,9

Bad Soden am Taunus 14,2 49,6

Eppstein 19,5 48,1

Eschborn 17,1 53,3

Flörsheim am Main 18,6 51,6

Frankfurt am Main 18,4 46,2

Friedrichsdorf 17,6 47,1

Glashütten 17,9 42,9

Grävenwiesbach 19,0 48,8

Hattersheim am Main 17,2 49,7

Hofheim am Taunus 18,3 49,2

Kelkheim (Taunus) 16,8 50,0

Königstein im Taunus 15,8 41,2

Kriftel 18,3 50,5

Kronberg im Taunus 16,8 47,5

Liederbach am Taunus 16,0 49,6

Neu-Anspach 18,2 47,3

Oberursel (Taunus) 17,8 50,0

Schmitten 16,8 46,3

Schwalbach am Taunus 19,0 47,9

Steinbach (Taunus) 19,6 47,6

Sulzbach (Taunus) 16,8 56,4

Usingen 19,0 44,5

Wehrheim 18,2 46,3

Weilrod 17,4 47,9

dem Hintergrund des signifikanten Fachkräftemangels

an das Unternehmen zu binden.

Es zeigt sich, dass die betriebliche Unterstützung

der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie

sich signifikant positiv auf die Motivation

und Arbeitszufriedenheit sowie die Identifikation

mit dem Unternehmen auswirkt.

Die Flexibilität des regionalen Arbeitsmarktes

lässt sich nicht direkt statistisch ermitteln.

Einen Hinweis darauf, inwieweit Möglichkeiten

zur Vereinbarkeit von Beruf und Fami-


lie vorhanden sind, geben jedoch sowohl die

Beschäftigungsquote von Frauen als auch die

Teilzeitquote von Männern und Frauen. Bei

der Interpretation der Daten ist aber auch

hier Vorsicht geboten. So kann eine niedrige

Beschäftigungsquote von Frauen auf

eine geringe regionale Arbeitskräftenachfrage

der Unternehmen hindeuten, aber auch

dem Wunsch entsprechen, überhaupt nicht

dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen

und sich ausschließlich der Kindererziehung

zu widmen. Letzteres dürfte zum Beispiel für

viele Frauen in Königstein gelten. Hier liegt

der Anteil der sozialversicherungspflichtig

Beschäftigten Frauen zwischen 15 und

65 Jahren an allen Frauen der gleichen Alterskohorte

mit 41,2 Prozent ausgesprochen

niedrig. Ähnliches gilt auch für die Gemeinde

Glashütten, wo die Frauenbeschäftigtenquote

bei lediglich 42,9 Prozent liegt.

Insgesamt zeigt sich, dass die Frauenbeschäftigtenquote

im IHK-Bezirk deutlich über dem

hessischen Niveau von 45 Prozent liegt. Dies

gilt in besonderem Maße für den Main-Taunus-Kreis.

Hier beträgt der Anteil insgesamt

über 50 Prozent. Die mit Abstand höchste

Frauenbeschäftigtenquote weist Sulzbach

(Taunus) mit 56,4 Prozent auf, gefolgt von

Eschborn mit 53,3 Prozent.

Viele internationale Untersuchungen dokumentieren,

dass ein hoher Beschäftigtenanteil

von Frauen und eine hohe Geburtenrate

miteinander vereinbar sind. Dies konnte

im Familienatlas 2006 für den IHK-Bezirk

Frankfurt am Main nicht belegt werden; in

dieser Untersuchung hat sich das inzwischen

jedoch verändert. In Kelkheim zum Beispiel

liegt die Frauenbeschäftigtenquote bei über

50 Prozent, gleichzeitig liegt aber auch der

Fertilitätsindex 14 Prozent über dem Durchschnitt

der Region FrankfurtRheinMain. Auch

der Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung

ist hier überdurchschnittlich

und mit 18,5 Prozent auf einem Niveau

mit Königstein.

Nach wie vor sind es vornehmlich Frauen, die

einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen, allerdings

ist in den letzten Jahren eine zunehmende

Bereitschaft auch von Männern erkennbar,

in Teilzeit zu arbeiten. Gegenüber

der letzen Untersuchung ist der Anteil der

Teilzeitbeschäftigten in allen Gemeinden gestiegen.

Dies verdeutlicht zum einen den gestiegenen

Wunsch der Menschen, Beruf und

Familie besser vereinbaren zu können wie

auch das höhere Angebot an entsprechenden

Arbeitsplätzen durch die Unternehmen. Die

regionalen Unterschiede innerhalb des IHK-

Bezirks hinsichtlich des Anteils an Teilzeitbeschäftigten

sind gering. Dies lässt darauf

schließen, dass sich flexible Arbeitszeitmodelle

längst nicht mehr nur überwiegend in

den Dienstleistungszentren Frankfurt oder

Eschborn finden, sondern flächendeckend

angeboten werden.

Für die Zukunft ist davon auszugehen, dass

die Erwerbsquote der Frauen - die im internationalen

Vergleich im Mittelfeld liegt –

steigen wird. Gleichzeitig dürfte die Teilzeitquote

weiter zunehmen, auch oder vielmehr

insbesondere, bei den Männern.

- 9 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Themenfeld „Betreuung“

- 10 -

Kinder von 0 - 15

Jahren in

Kindertagesstätten

Stand: 15.03.2008

Kita-Plätze für unter

3-Jährige

Stand: 01.01.2009

Tagespflegeplätze

für unter 3-Jährige

Stand: 01.01.2009

Versorgungsquote

für unter 3-Jährige

- in Prozent -

Stand: 01.01.2009

Bad Homburg v.d. Höhe 2.267 318 81 27,4

Bad Soden am Taunus 752 76 29 16,0

Eppstein 625 58 38 22,9

Eschborn 1.383 212 82 47,1

Flörsheim am Main 804 30 33 11,9

Frankfurt am Main 32.012 3.558 469 20,3

Friedrichsdorf 900 75 41 18,9

Glashütten 202 24 0 14,3

Grävenwiesbach 198 20 0 13,2

Hattersheim am Main 926 36 79 16,5

Hofheim am Taunus 1.496 109 142 22,3

Kelkheim (Taunus) 1.063 104 65 20,2

Königstein im Taunus 568 127 13 32,1

Kriftel 474 27 22 20,1

Kronberg im Taunus 810 118 40 31,8

Liederbach am Taunus 401 39 23 21,9

Neu-Anspach 678 57 14 21,4

Oberursel (Taunus) 2.123 131 110 19,5

Schmitten 337 6 13 8,1

Schwalbach am Taunus 784 74 21 24,6

Steinbach (Taunus) 376 12 28 13,6

Sulzbach (Taunus) 378 33 31 27,9

Usingen 449 47 36 27,4

Wehrheim 393 40 25 26,5

Weilrod 201 29 10 25,3

Eine ausreichende Versorgung mit Betreuungsplätzen

ist eine weitere wichtige Voraussetzung

für die Vereinbarkeit von Beruf

und Familie

Eine zentrale Bedeutung für die Vereinbarkeit

von Beruf und Familie und damit auch der

langfristigen Erhöhung der Frauenerwerbsquote

bei gleichzeitig insgesamt schrumpfendem

Erwerbspersonenpotenzial kommt

den Betreuungseinrichtungen im Rahmen

der Kindertagesstätten und der Kindertagespflege

zu. Der Blick auf Nachbarländer zeigt,

dass diese Einrichtungen nicht nur eine wesentliche

Voraussetzung für eine verbesserte

Ausschöpfung der Humanressourcen in

einem Land sind, sondern sich letztlich auch

positiv auf die Geburtenrate auswirken.

Im IHK-Familienatlas 2006 wurde konstatiert,

dass nur wenige Städte und Gemeinden

im IHK-Bezirk Frankfurt am Main beim Betreuungsangebot

im „grünen Bereich“ sind.

Dies galt für Eschborn, Kronberg, Frankfurt

und Bad Homburg. Hingegen gab es zahlreiche

Gemeinden, in denen speziell das Be-


treuungsangebot der unter 3-Jährigen deutlich

verbesserungsfähig war.

Die Kommunen im IHK-Bezirk haben in den

letzten Jahren viel investiert

In den letzten Jahren hat sich sehr viel getan.

In fast allen Städten und Gemeinden wurde

und wird die Zahl der Krippenplätze erheblich

aufgestockt. Hinzu kommt in „Tageseltern-Programmen“

die Vermittlung von

Tagepflegeplätzen. Nach Angaben der Kommunen

standen im IHK-Bezirk Frankfurt am

Main zum 1. Januar 2009 insgesamt 5.360

Betreuungsplätze für unter 3-Jährige in Kindertagesstätten

zur Verfügung. Hinzu kamen

1.445 Plätze bei Tagesmüttern bzw. –vätern.

Gemessen an der Zahl aller unter 3-Jährigen

im IHK-Bezirk Frankfurt am Main haben somit

21,3 Prozent einen Betreuungsplatz. Gegenüber

2006 ist eine wesentliche Verbesserung

der Betreuungssituation eingetreten.

Allerdings ist man noch deutlich vom erklärten

politischen Ziel der Bundesregierung entfernt,

bis zum Jahr 2013 für jedes dritte Kind

unter drei Jahren einen Betreuungsplatz zur

Verfügung zu stellen. Dabei soll jeder dritte

Platz in der Kindertagespflege entstehen.

Ab 2013 wird zudem jedes Kind mit Vollendung

des ersten Lebensjahres einen Rechtsanspruch

auf Förderung in einer Tageseinrichtung

oder in der Tagespflege erhalten.

Mit diesem Ziel sind im Herbst 2008 das Kinderförderungsgesetz

und das Investitionsprogramm

„Kinderbetreuungsfinanzierung“

beschlossen worden.

Im Koalitionsvertrag der neuen hessischen

Landesregierung aus CDU und FDP wird dem

Thema „Familie und Kinder“ breite Aufmerksamkeit

geschenkt. Es ist in der nächsten Legislaturperiode

unter anderem vorgesehen,

ein Hessisches Kinderförderungsgesetz vorzulegen,

das alle Maßnahmen und Förder-

möglichkeiten für Kinder in Tagesstätten und

in der Tagespflege bündelt. Im Bereich der

unter 3-Jährigen soll in einem Modellprojekt

zur Stärkung der Wahlfreiheit von Eltern die

Einführung von Betreuungsgutscheinen erprobt

werden. Dabei ist es das Ziel, die institutionelle

Ausgestaltung von Kinderbetreuungsangeboten

auf eine breitere Basis

zu stellen und das bisherige trägerbezogene

Fördersystem auf eine Subjektförderung des

einzelnen Kindes umzustellen. In der Koalitionsvereinbarung

hat sich die neue Landesregierung

verpflichtet, das Betreuungsangebot

für Kinder unter drei Jahren zügig auszubauen,

mit dem Ziel, den vom Bund für 2013

vorgeschriebenen Versorgungsgrad vorzeitig

zu erreichen. Und schließlich soll die Qualität

in der Kinderbetreuung verbessert und

die frühkindliche Bildung erweitert werden.

Für die meisten Kommunen im IHK-Bezirk

Frankfurt am Main besteht vor diesem Hintergrund

noch weiterer Handlungsbedarf,

speziell bei der Erweiterung der Kapazitäten

in Kindertagesstätten. Der bestehende Fachkräftemangel

für Erzieherinnen und Erzieher

sowie die Umsetzung der Mindestverordnung

zum 1. September 2009 stellen die

Kommunen dabei vor erhebliche Herausforderungen.

Auf der anderen Seite gibt es aber

auch Kommunen, in denen bereits für jedes

dritte Kind ein Betreuungsplatz vorhanden

ist. Dies gilt zum 31. Dezember 2008 für

Eschborn, Königstein und Kronberg.

Der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz

ab Vollendung des dritten Lebensjahres

ist in den Kommunen des IHK-Bezirks

erreicht. Insgesamt befinden sich derzeit

über 33.000 Kinder zwischen dem dritten

und siebten Lebensjahr in Kindertagesstätten.

Außerdem werden knapp 13.000 Kinder

bis zum 14. Lebensjahr in Horten betreut. Die

Betreuungsangebote in den Schulen wurden

erheblich erweitert und werden sukzessive

- 11 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

weiter ausgebaut. In einigen Gemeinden des

IHK-Bezirks werden inzwischen über 50 Prozent

der Grundschüler nachmittags betreut.

Im Folgenden werden bei den Angaben zur

Bereitstellung von Krippenplätzen sowie den

- 12 -

angebotenen Tagespflegeplätze die Angaben

der Kommunen herangezogen. Die Gesamtzahl

dieser Plätze in Relation zu der Zahl der

unter 3-Jährigen ergibt die Versorgungsquote.

Darüber hinaus werden bei der Zahl der

Kinder in Kindergärten und Horten die Daten

des Hessischen Statistischen Landesamtes

verwendet.

Im Rahmen des IHK-Familien- und Demographieatlasses

2009 wird eine quantitative

Betrachtung der Versorgungssituation vorgenommen.

Einzelne Aspekte sind im Rahmen

von Interviews vor Ort zwar behandelt

worden, qualitative Punkte bleiben im Detail

aber unberücksichtigt. Die tatsächliche

Betreuungssituation vor Ort lässt sich somit

nur unvollständig abbilden. Wie derIHK-Kita-Check

2009“ gezeigt hat, ist in den letzten

Jahren nicht nur in den quantitativen

Ausbau der Einrichtungen, sondern auch in

die Qualität investiert worden. Dies beginnt

mit insgesamt arbeitnehmer-freundlicheren

Öffnungszeiten - speziell bei der Ausdehnung

der Nachmittagsöffnungszeiten - bis

hin zur spezifischen Förderung der Kinder

etwa, durch bilinguale, naturwissenschaftliche

oder musische Angebote in Krippen und

Kindergärten.


Themenfeld „Demographie“

Die demographische Herausforderung

Die demographische Entwicklung ist eine

der zentralen Herausforderungen, vor der

wir heute stehen. Bis zum Jahr 2050 wird

nach Prognosen der Hessenagentur die Bevölkerung

in Hessen von derzeit knapp 6,1

Millionen auf 5,5 Millionen sinken. Gleichzeitig

verdreifacht sich der Anteil der Hochbetagten

über 80 Jahren von derzeit 5 auf

dann 15 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Ein leichter Anstieg der Geburtenrate, der

sich seit zwei Jahren abzeichnet, kann diese

Entwicklung zwar etwas abmildern – eine

grundsätzliche Trendwende ist aber nicht in

Sicht.

Der demographische Wandel trifft auch den

IHK-Bezirk Frankfurt. Allerdings wird sich

die Bevölkerungsentwicklung deutlich besser

als im hessischen Durchschnitt gestalten.

Sicherlich wird die zukünftige Situation

in den Gemeinden sehr unterschiedlich sein

- bereits in der Vergangenheit vollzog sich

die demographische Entwicklung sehr heterogen.

Die Entwicklungen der Vergangenheit

geben zum einen Aufschluss über die Attraktivität

einer Stadt bzw. Gemeinde als Wohn-

oder Arbeitsstandort. Sie können aber auch

erste Erkenntnisse über den Erfolg einer familienfreundlichen

Politik in der Vergangenheit

liefern.

Im Folgenden werden als Kriterien der demographischen

Entwicklung das Bevölkerungswachstum

insgesamt, der Binnenwanderungssaldo

der Familienwanderer und

Senioren, der Anteil der Kinder und Jugendlichen,

das Durchschnittsalter und die Gebur-

tenhäufigkeit herangezogen. Diese Indikatoren

sind in der Lage, den demographischen

Status quo einer Gemeinde zu charakterisieren.

So zeigt der Binnenwanderungssaldo

der Familienwanderer die spezifischen Wanderungsgewinne

und –verluste der unter

18-Jährigen und der Elterngeneration der 30

bis 50-Jährigen. Daraus lassen sich Erkenntnisse

über die Attraktivität einer Gemeinde

für Familien ableiten. Eine hohe Familiendichte

führt in der Regel dazu, dass weitere

Familien hinzuziehen. Der Anteil der Kinder

und Jugendlichen und die Geburtenrate geben

Aufschluss, in welchen Städten und Gemeinden

in Zukunft junge Menschen hauptsächlich

leben werden und wo dies weniger

ausgeprägt der Fall ist. Das Bevölkerungswachstum

2001 bis 2007 ist nicht nur ein

Indikator für die Attraktivität der Stadt oder

Gemeinde für Familien sondern für alle Bevölkerungssteile.

Der Altersdurchschnitt lässt

sich schließlich als Maßzahl für die vorhandene

Altersstruktur auffassen.

Die Bevölkerungsentwicklung in den Jahren

2001 bis 2007 verlief im IHK-Bezirk insgesamt

positiv. In der Stadt Frankfurt stieg in diesem

Zeitraum die Bevölkerung um über 12.000

Personen. Das entspricht einem Wachstum

von 1,9 Prozent. Ein prozentual noch weitaus

stärkeres Wachstum hatten u. a. Eschborn

(+5,8 Prozent), Liederbach (+5,5 Prozent),

Flörsheim (+4,5 Prozent), Wehrheim

(+3,8 Prozent) und Schmitten (+3,5 Prozent).

Gleichwohl gab es aber auch in einzelnen

Gemeinden deutliche Bevölkerungsverluste.

Dies gilt vor allem für Weilrod (-3,2 Prozent),

Kriftel (-2,2 Prozent), Steinbach (-2,1) und

Bad Homburg (-1,9 Prozent).

- 13 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Gemeinden

Betrachtet man die Familienwanderung,

so zeigt sich, dass in den letzten Jahren im

Hochtaunus- und im Main-Taunus-Kreis ein

hoher positiver Wanderungssaldo zu verzeichnen

war. Im Hochtaunuskreis betrug

im Zeitraum 2004 bis 2007 der positive Saldo

an Personen bis 18 Jahre und zwischen

30 und 50 Jahren 1.477 Personen, im Main-

Taunus-Kreis waren es 1.213 Personen. Doch

während in Oberursel, Königstein, Kelkheim

und Eschborn ebenfalls sehr hohe Zuwächse

zu verzeichnen waren, verließen insbesondere

Kronberg, Neu-Anspach, Steinbach, Kriftel

- 14 -

Bevölkerungswachstum der Gemeinden im IHK-Bezirk Frankfurt am Main zwischen 2000 und 2007

- in Prozent -

-3,2

-2,1

-2,2

-1,9

Schwalbach am Taunus

-1,6

Liederbach am Taunus

Flörsheim am Main

Bad Soden am Taunus

Hattersheim am Main

Oberursel (Taunus)

Frankfurt am Main

Hofheim am Taunus

Kelkheim (Taunus)

Sulzbach (Taunus)

Königstein im Taunus

-1,2

Wehrheim

Schmitten

Grävenwiesbach

Neu-Anspach

Friedrichsdorf

-0,8

Eschborn

-0,2

0,2

Glashütten

Kronberg im Taunus

Usingen

Eppstein

Bad Homburg v.d. Höhe

Steinbach (Taunus)

Kriftel

Weilrod

-4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5 6

in Prozent

1,3

1,8

1,8

1,7

1,9

1,9

1,9

2,2

2,6

2,9

3,5

3,5

3,8

und Flörsheim im starken Maße auch Familien.

Besonders stark war der Verlust in der

Stadt Frankfurt am Main. Der negative Familienwanderungssaldo

2004 bis 2007 beträgt

hier 8.344 Personen. Dabei ist in der Stadt

Frankfurt der Anteil der Kinder- und Jugendlichen

stark unterdurchschnittlich. Liegt der

Anteil der unter 18-Jährigen in Hessen bei

17,4 Prozent, so sind es in Frankfurt lediglich

15,3 Prozent. Dies ist der niedrigste Wert

im IHK-Bezirk Frankfurt. Auch Bad Homburg,

Friedrichsdorf, Bad Soden und Kriftel weisen

einen unterdurchschnittlichen Kinder-

4,5

5,5

5,8


und Jugendanteil auf. Mit Anteilswerten von

über 20 Prozent sind hingegen Glashütten,

Grävenwiesbach, Neu-Anspach und Wehrheim

besonders „jugendlich“. Dies zeigt sich

auch am Durchschnittsalter der Kommunen:

Der durchschnittliche Neu-Anspacher

ist gerade einmal 40,6 Jahre alt, während der

durchschnittliche Kronberger 46,8 Jahre alt

ist. Mit einem Durchschnittsalter von 41,9

Jahren ist auch die Stadt Frankfurt eine „junge

Stadt“. Trotz des geringen Kinder- und Jugendanteils

ist dies Ursache der hohen Attraktivität

der Stadt für 18 bis 30-Jährige.

Doch Frankfurt ist auch eine geburtenfreudige

Stadt. Immerhin liegt hier der Anteil der

Lebendgeborenen an den Frauen zwischen

16,9

23,0

Bad Homburg v.d. Höhe

16,5

24,1

Bad Soden a. Taunus

Eppstein

Eschborn

Flörsheim am Main

Jugend- und Altersanteil im IHK-Bezirk Frankfurt am Main

- in Prozent -

20,9

21,3 21,3

21,1

20,8

20,8

20,1 20,2

19,8

20,0

19,7

19,8

19,3

19,6

19,2

19,2 19,5

18,7 18,3

18,3

18,8

18,9

18,3

18,5

18,6

18,2

17,8

18,0 18,0

18,1 18,2

17,6 17,8

17,8 17,7

17,3

17,2

16,9

17,2

17,3

16,8

17,0

16,5

15,3

Frankfurt am Main

Friedrichsdorf

Glashütten

Grävenwiesbach

Hattersheim am Main

Hofheim am Taunus

Kelkheim (Taunus)

Anteil der unter 18-Jährigen

Königstein im Taunus

Kriftel

Gemeinden

dem 15. und 49. Lebensjahr um 9,9 Prozent

über dem Niveau des Region FrankfurtRhein-

Main. Im Vergleich besonders hoch ist die

Fertilität auch in Kronberg, Eppstein, Kelkheim,

Liederbach und Schwalbach, während

Neu-Anspach, Sulzbach und Glashütten besonders

niedrige Werte aufweisen. Doch keiner

Gemeinde wird es angesichts der Geburtenzahlen

gelingen, von sich heraus – also

ohne Zuwanderung – die Einwohnerzahl konstant

zu halten. Daher kommt einer aktiven

Standortpolitik, welche die Attraktivität des

Standortes als Wohn- und Arbeitsstandort

verbessert und dies auch nach außen kommuniziert,

in allen Gemeinden eine besonders

hohe Bedeutung zu.

Kronberg im Taunus

Liederbach am Taunus

Neu-Anspach

14,6

Oberursel (Taunus)

Schmitten

24,6

Schwalbach am Taunus

Steinbach (Taunus)

Anteil der über 65-Jährigen

Sulzbach (Taunus)

Usingen

Wehrheim

Weilrod

Stand: 01.01.2008

- 15 - Familienatlas 2009

20

15

10

5

0

Bad Ho


Familienatlas 2009

- 16 -


Themenfeld „Zukunft“

Verschuldung schränkt Handlungsspielraum

ein

Der Bau und die Aufrechterhaltung von Kinderbetreuungseinrichtungen

sowie der Kinder-

und Jugendinfrastruktur, wie Spiel- und

Bolzplätze oder Jugendhäuser, benötigen erhebliche

finanzielle Mittel. Ebenso wie die

Vielzahl unterschiedlicher Investitionen –

von Maßnahmen der Stadtentwicklung bis

hin zur Sanierung von Schwimmbädern – die

die Attraktivität einer Kommune als Wohnstandort

bestimmen. Daher ist für die Zukunftsfähigkeit

einer Kommune der finan-

Gemeinden

Frankfurt am Main

Königstein im Taunus

Schwalbach am Taunus

Grävenwiesbach

Kriftel

Schmitten

Kronberg im Taunus

Steinbach (Taunus)

Bad Soden am Taunus

Eppstein

Weilrod

Kelkheim (Taunus)

Oberursel (Taunus)

Usingen

Flörsheim am Main

Neu-Anspach

Hattersheim am Main

Friedrichsdorf

Hofheim am Taunus

Liederbach am Taunus

Glashütten

Sulzbach (Taunus)

Wehrheim

Bad Homburg v.d. Höhe

Eschborn

Verschuldung pro Kopf im IHK-Bezirk Frankfurt am Main

- in Euro -

0

106

61

124

176

243

550

660

zielle Handlungsspielraum entscheidend.

Bereits heute beträgt die Pro-Kopf-Verschuldung

jedes Frankfurter Bürgers und jeder

Frankfurter Bürgerin, vom Säugling bis zum

Hochbetagten, immerhin 1.920 Euro. Doch

auch Königstein, Schwalbach und Grävenwiesbach

weisen eine Pro-Kopf-Verschuldung

von über 1.400 Euro aus. Hingegen

sind nach den Angaben der amtlichen Statistik

die Eschborner Bürger „schuldenfrei“ und

auch in Bad Homburg beträgt die Pro-Kopf-

Verschuldung lediglich 61 Euro. Dies lässt

Spielraum für Investitionen in die Zukunft,

auch in schwierigen Zeiten.

767

727

868

863

904

949

1.107

1.092

1.064

1.037

1.024

1.284

1.145

1.441

1.405

1.583

1.920

Stand: 01.01.2008

- 17 - Familienatlas 2009


SGB II-Empfängerquote

der unter 15-Jährigen

Jugendarbeitslosenquote

Gemeinden

Familienatlas 2009

Hattersheim am Main

Schwalbach am Taunus

Starke regionale Unterschiede in der Sozialstruktur

Bad Homburg v.d. Höhe

Die Zukunft junger Menschen wird aller-

Oberursel (Taunus)

dings nicht nur von der Bereitstellung öf-

Friedrichsdorf

fentlicher Mittel, sondern vor allem auch

durch Flörsheim den am Zugang Main an Bildung, die Verfügbarkeit

Neu-Anspach materieller Mindeststandards und

Beschäftigungsmöglichkeiten Hofheim am Taunus

bestimmt. Die

spezifische Kriftel Jugendarbeitslosigkeit (Anteil

Liederbach der unter am Taunus 25-jährigen Arbeitslosen an der

Summe der sozialversicherungspflichtig Be-

Schmitten

schäftigten und Arbeitslosen unter 25 Jah-

Bad Soden am Taunus

ren) sowie die Kinder- und Jugendarmut, ge-

Eppstein

messen am Anteil der SGB II-Bezieher unter

15 Sulzbach Jahren, (Taunus) geben Aufschluss über die Chancen

Kelkheim der Kinder (Taunus) und Jugendlichen in den jeweiligen

Kommunen. Weilrod Dabei deuten hohe Arbeitslosen-

Kronberg im Taunus bzw. SGB II-Bezieher-Quoten

in einzelnen Wehrheim Kommunen auf hohe Anforderungen

in der Sozial- und Integrationspoli-

Königstein im Taunus

tik hin. Dies gilt insbesondere für die Stadt

Glashütten

Frankfurt. Hier liegt die spezifische Jugendarbeitslosenquote

bei 14,4 Prozent. Nahezu

- 18 -

Frankfurt am Main

Steinbach (Taunus)

Gemeinden

Grävenwiesbach

Usingen

Eschborn

Frankfurt am Main

Steinbach (Taunus)

Grävenwiesbach

Hattersheim am Main

Schwalbach am Taunus

Bad Homburg v.d. Höhe

Usingen

Eschborn

Oberursel (Taunus)

Friedrichsdorf

Flörsheim am Main

Neu-Anspach

Hofheim am Taunus

Kriftel

Liederbach am Taunus

Schmitten

Bad Soden am Taunus

Eppstein

Sulzbach (Taunus)

Kelkheim (Taunus)

Weilrod

Kronberg im Taunus

Wehrheim

Königstein im Taunus

Glashütten

Jugendarbeitslosenquote und SGB II-Empfänger (unter 15 Jahren)

jeder vierte unter 15 Jahren (23,5 Prozent)

empfängt Hilfsleistungen nach SGB II. Diese

Werte sind in einer wohlhabenden und prosperierenden

Region alarmierend. Deutlich

positiver sieht die Situation im Hochtaunusund

im Main-Taunus-Kreis aus. Allerdings

zeigen sich hier zwischen den Kommunen er-

Jugendarbeitslosenquote

hebliche Unterschiede, was Aufschluss über

die unterschiedliche Sozialstruktur gibt. Im

SGB II-Empfängerquote der unter 15-Jährigen

Main-Taunus-Kreis weist Hattersheim den

höchsten Anteil von SGB II-Hilfsbedürftigen

unter 15 Jahren aus (14,4 Prozent), gefolgt

von Schwalbach (11,4 Prozent), im Hochtaunuskreis

sind es Steinbach (18,3 Prozent)

und Grävenwiesbach (17,5 Prozent).

Weniger als 4 Prozent beträgt der Anteil in

Kronberg, Königstein, Wehrheim und Weilrod.

Die spezifische Jugendarbeitslosenquote

ist in Hattersheim (10,9 Prozent), Bad Homburg

(10,3 Prozent) und Steinbach (10,1 Prozent)

weit überdurchschnittlich, während

die Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen

in Glashütten besonders niedrig ist (3,0 Prozent).

0 5 10 15 20

Jugendarbeitslosenquote und SGB II-Empfänger (unter 15 Jahren)

4,8

4,7

4,5

4,4

4,3

5,2

4,0

3,8

3,8

4,2

3,7

5,5

2,7

5,0

2,5

3,0

7,0

6,6

6,1

5,9

7,2

6,7

6,3

6,6

7,3

8,6

7,9

7,9

7,8

7,6

7,1

7,5

6,8

6,9

7,2

7,8

10,1

10,9

9,2

11,4

10,1

10,3

9,8

8,9

9,1

14,4

14,4

18,3

17,5

SGB II-Empfängerquote

der unter 15-Jährigen

Jugendarbeitslosenquote

23,5

Stand: 01.01.2009


Situation in den Kommunen

- 19 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 20 -

Bad Homburg v.d. Höhe

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 47,9

Teilzeitquote in Prozent 17,0

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 2.267

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 318

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 81

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 27,4

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 -1,9

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 216

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 -153

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 16,9

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 23,0

Durchschnittsalter 44,6

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

2,6

Schuldenstand je Einwohner in Euro 61

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 10,3

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 10,1


In den fünf Stadtteilen der Kurstadt Bad

Homburg leben knapp 52.000 Menschen,

von denen 23 Prozent bereits das gesetzliche

Renteneintrittsalter von 65 Jahren überschritten

haben. Der Anteil der Kinder und

Jugendlichen ist mit 16,9 Prozent im interregionalen

Vergleich unterdurchschnittlich. So

verwundert es nicht, dass mit einem Durchschnittsalter

von 44,6 Jahren die Bevölkerung

in Bad Homburg nach Kronberg und

Bad Soden zur ältesten im gesamten IHK-

Bezirk Frankfurt am Main zählt.

Qualitativ gut ausgestattete Kitas

Doch seit Jahren hat das Thema „Familienfreundlichkeit“

in Bad Homburg einen hohen

Stellenwert. Die Kindertagesstätten in Bad

Homburg sind qualitativ gut ausgestattet,

was nicht zuletzt auch der IHK-Kita-Check

aufgezeigt hat. Gleichzeitig gehören die Kindergartengebühren

zu den niedrigsten im

IHK-Bezirk. Jede Kindertagesstätte verfügt

über ein eigenes Leitbild; neben musischen

und bewegungsorientierten Schwerpunkten

in einzelnen Einrichtungen spielt der naturwissenschaftliche

Unterricht eine besonders

wichtige Rolle. In Zusammenarbeit mit

der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ wird

der spielerische Umgang der 3- bis 6-jährigen

Kinder mit naturwissenschaftlichen

oder technischen Themen gefördert. Darüber

hinaus übernehmen Naturwissenschaftler

in den Kitas „Unterrichtsstunden“ für

Kinder und schulen darüber hinaus die Erzieherinnen

und Erzieher. Angesichts des sich in

Zukunft verschärfenden Fachkräftemangels

speziell in den so genannten MINT-Berufen

(Mathematik - Informatik - Naturwissenschaften

- Technik) ist dies eine vorbildliche

Maßnahme.

Weiterer Ausbau der Kinderbetreuung in

2009

In den letzten Jahren ist viel in den Ausbau

der Versorgung der unter 3-Jährigen investiert

worden. Die Versorgungsquote liegt

mit 27,4 Prozent deutlich über dem Durchschnitt

des Hochtaunuskreises. Für 2009 ist

ein weiterer Ausbau in Einrichtungen um 60

Plätze und in der Tagespflege um 20 Plätze

vorgesehen. Außerdem ist eine Kindertagesstätte

eines privaten Trägers in Zusammenarbeit

mit ortsansässigen Unternehmen geplant.

Dies ist ein wichtiger Bestandteil der

Wirtschaftsförderung in Bad Homburg. Bereits

zum Jahresende 2009 dürfte für jedes

dritte Kind unter drei Jahren ein Betreuungsplatz

zur Verfügung stehen.

Auch an den Grundschulen wird das Angebot

in so genannten Betreuungszentren ausgebaut.

Grundsätzlich ist es ein politisches

Ziel, in allen Bad Homburger Grundschulen

ein Betreuungsangebot zu unterhalten, dem

stehen teilweise jedoch die räumlichen Voraussetzungen

entgegen. Desweiteren besteht

in Bad Homburg ein überdurchschnittliches

Angebot an Hortplätzen.

Großes Kulturangebot

Neben einem guten Angebot an Betreuungseinrichtungen

und einer vielfältigen Schullandschaft

bietet Bad Homburg Kindern und

Jugendlichen ein umfassendes Spiel- und

Freizeitangebot. Unter anderem stehen rund

40 insgesamt überdurchschnittlich ausgestattete

Spielplätze sowie weitere Bolzplätze

zur Verfügung. Darüber hinaus ist das kulturelle

Angebot besonders vielfältig; so finden

beispielsweise regelmäßig Konzerte für Kinder

im Gotischen Haus statt, die „kleine Oper

Bad Homburg“ besteht seit nunmehr 20 Jahren

und im E-Werk finden Kindertheater-

- 21 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Aufführungen statt. Auch eine Kooperation

mit dem Kinder- und Jugendtheaterfestival

„Starke Stücke“ ist vorgesehen. In Kooperation

mit der Stadtbibliothek gibt es vielfältige

Vorlese-Aktivitäten in Kindertagesstätten,

die auch die unterschiedliche nationale

Herkunft der Kinder berücksichtigen.

Insgesamt stehen den Jugendlichen in Bad

Homburg drei Jugendhäuser zur Verfügung.

Außerdem werden zwei Spiel- und Lernstuben

unterhalten, die sich speziell an Kinder

aus bildungsfernen Haushalten oder mit Migrationshintergrund

richten und beispielsweise

gezielte Hausaufgaben-Betreuungen

anbieten.

Bad Homburg gilt als „Gesundheitsstandort“.

Zu diesem Image tragen nicht nur die

vielen Unternehmen der Gesundheitswirtschaft

mit Sitz in Bad Homburg bei, sondern

auch die über die Region hinaus bekannten

Freizeiteinrichtungen wie das Seedammbad

oder die Taunus-Therme. Diese Freizeiteinrichtungen

werten die Qualität des Familienstandorts

Bad Homburg auf. Um dem Thema

Gesundheit für Kinder und Jugendliche

besonders Rechnung zu tragen, legen die politisch

Verantwortlichen in Bad Homburg besonderen

Wert darauf, dass in allen Kindertagesstätten

so genannte Bewegungsräume

vorhanden sind. Außerdem findet in diesem

Jahr die Aktion „Bad Homburg bewegt sich“

statt, die sich gezielt auch an Kinder und Jugendliche

richtet.

Zuzug von Familien

Die hohe Standortattraktivität für Familien

hat dazu geführt, dass in den letzten Jahren

vor allem ein Zuzug von so genannten Familienwanderern

nach Bad Homburg erfolgte.

Dazu trug wesentlich auch die Attraktivität

Bad Homburgs als Wirtschaftsstandort

- 22 -

bei. Diese aktuelle Zuwanderung ist wichtig,

gehörte doch Bad Homburg in der Vergangenheit

zu den „demographischen Verlierern“,

mit einem Bevölkerungsrückgang

von 1,9 Prozent seit dem Jahr 2000. Daher

ist es richtig, dass die politisch Verantwortlichen

das Thema „Demographie“ in den letzten

Jahren zunehmend in den Blickpunkt gerückt

haben, was zahlreiche Veranstaltungen

zu diesem Thema belegen. Zudem werden

neue Wohnbaugebiete in Ober-Erlenbach

und Gonzenheim entwickelt, die speziell junge

Familien anziehen sollen.

Allerdings ist die Altersstruktur nur die eine

Seite der Medaille, die andere Seite ist die

Veränderung der Sozialstruktur. Hier zeichnen

sich in Bad Homburg Probleme ab, die

sich in Zukunft noch verschärfen könnten.

Die spezifische Jugendarbeitslosenquote

liegt mit 10,3 Prozent vergleichsweise hoch,

und immerhin jeder zehnte Bad Homburger

unter 15 Jahren ist auf Hilfsleistungen

nach SGB II angewiesen. Hier werden in Zukunft

sicherlich verstärkt Mittel zur Integration

junger Menschen aufgewendet werden

müssen. Die politisch Verantwortlichen sind

sich dieser Problematik bewusst. Eine wichtige

Funktion kommt beim Thema „Integration“

dem Ausländerbeirat zu; außerdem

gibt es vielfältige Beratungsangebote seitens

der Stadt. Zudem sind in Bad Homburg zwei

Street-Worker angestellt, die sich um die Belange

Jugendlicher kümmern.

Solide Haushaltspolitik

Für die Bewältigung der Zukunftsthemen ist

Bad Homburg auf Grund der soliden Haushaltspolitik

der Vergangenheit und der hiermit

verbundenen niedrigen Pro-Kopf-Verschuldung

gut gerüstet. Dies gilt auch für die

Bewältigung der demographischen Herausforderung

auf Grund der zunehmenden Al-


terung der Gesellschaft. Der Pflegebereich

in Bad Homburg ist gut ausgebaut. Angesichts

des Bedürfnisses vieler älterer Menschen,

möglichst lange in der eigenen Wohnung

zu bleiben, wird der ambulanten Pflege

in Bad Homburg besondere Aufmerksamkeit

geschenkt. Vielfältige Freizeitaktivitäten

werden für Senioren angeboten – seitens der

Stadt, der örtlichen Vereine oder den Kir-

chen. Als Besonderheit ist in Bad Homburg

ein „Altenpass“ erhältlich, der Senioren zahlreiche

Vergünstigungen bei Angeboten zum

Beispiel der örtlichen Vereine, von Kino- und

Theaterbesuchen, beim Schwimmbadeintritt

etc. ermöglicht. Als generationenübergreifendes

Projekt und Begegnungsstätte von Alt

und Jung ist zurzeit ein „öffentliches Wohnzimmer“

im Ortsteil Gartenfeld in Planung.

- 23 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

- 24 -

Bad Soden am Taunus

Beruf & Familie

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 49,6

Teilzeitquote in Prozent 14,2

Betreuung

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 752

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 76

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 29

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 16,0

Demographie

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 3,5

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 -85

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 224

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 16,5

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 24,1

Durchschnittsalter 44,9

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

21,7

Zukunft

Schuldenstand je Einwohner in Euro 1.064

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 6,9

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 4,5


Die am Südhang des Taunus gelegene Stadt

Bad Soden mit den Stadtteilen Neuenhain

und Altenhain hat rund 21.000 Einwohner.

Dabei ist Bad Soden gemeinsam mit Schwalbach

die Stadt mit dem höchsten Anteil

der über 65-Jährigen im gesamten IHK-Bezirk.

Nahezu jeder vierte Einwohner hat inzwischen

das gesetzliche Renteneintrittsalter

überschritten. Gleichzeitig ist der Anteil

der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren

mit 16,5 Prozent vergleichsweise gering.

Daran dürfte sich in den nächsten Jahren

wenig ändern, obwohl die Geburtenrate zuletzt

um 21 Prozent über dem Durchschnitt

der Region FrankfurtRheinMain lag und damit

die höchste im IHK-Bezirk Frankfurt war.

Die Ursache hierfür ist in der verstärkten Abwanderung

von Personen unter 18 Jahren

und zwischen 30 und 50 Jahren zu sehen.

Andererseits übt Bad Soden nach wie vor

eine hohe Anziehungskraft auf ältere Menschen

aus. Der Nettowanderungsgewinn bei

den über 65-Jährigen lag im Zeitraum 2004

bis 2007 immerhin bei 224 Personen. Das

hohe Bevölkerungswachstum von 3,5 Prozent

seit der Jahrtausendwende ist vor allem

auf den Zuzug älterer Menschen aber auch

von kinderlosen Berufstätigen zurückzuführen.

Die Erwerbsquote der Bevölkerung ist

hoch, wobei der Anteil der Vollzeiterwerbstätigen

überdurchschnittlich ist. Hier übt die

zentrale Lage von Bad Soden mit der unmittelbaren

Nähe zur Mainmetropole Frankfurt

eine starke Anziehungskraft auf berufstätige

Menschen aus.

Sehr gute Infrastruktur für Senioren

Der hohe Anteil von Senioren in Bad Soden

ist nicht nur auf die besondere Attraktivität

des Standortes durch die große Ärztedichte,

den Kurpark, die Nähe zum Taunus

und ein vielfältiges Kultur- und Freizeitangebot

– von organisierten Fahrten bis hin zu

Kurkonzerten – zurückzuführen. In den örtlichen

Pflegeheimen stehen allein über 800

Plätze zur Verfügung. Dies entspricht knapp

vier Prozent der Gesamtbevölkerung von Bad

Soden. Insofern ist der hohe Anteil von Senioren

auf Grund dieses guten Angebotes nicht

verwunderlich.

Höchste Geburtenrate im IHK-Bezirk

Wie die für deutsche Verhältnisse sehr hohe

Geburtenrate zeigt, haben viele der in den

letzten Jahren zugezogenen Erwerbstätigen

inzwischen eine Familie gegründet. Allerdings

besteht für viele junge Familien das

Problem, dass zwar in Bad Soden grundsätzlich

ein sehr attraktives Angebot an familiengerechten

Wohnungen existiert, zugleich

aber auch das Preisniveau überdurchschnittlich

hoch ist. Dies mag einer der wesentlichen

Gründe für den negativen Wanderungssaldo

bei Familien sein.

Gut ausgebaute Spiel- und Freizeitmöglichkeiten

Dabei finden Familien mit Kindern in Bad

Soden ein vielfältiges Angebot. Allein in der

Kernstadt befinden sich sieben frei zugängliche

Spielplätze mit einer Gesamtfläche von

über 18.000 qm (sechs weitere Spielplätze

gibt es in Neuenhain und Altenhain sowie

zwei Bolzplätze). Die Stadt Bad Soden

fördert zudem das Jugendcafé der Evangelischen

Kirchengemeinde in Bad Soden sowie

den Jugendkeller im evangelischen Pfarrhaus

im Stadtteil Neuenhain. Außerdem veranstaltet

die Stadt alljährlich die „Ferienspiele“

mit vielfältigen Besichtigungsprogrammen

für Schulkinder bis 13 Jahre. Die hohe Bedeutung

der Jugendarbeit zeigt sich auch

daran, dass 2009 erstmals ein „Tag der Ju-

- 25 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

gend“ von der Stadt, von örtlichen Institutionen

und Vereinen organisiert wird.

Angebot für unter 3-Jährige wird weiter

ausgebaut

Das Kinderbetreuungsangebot für unter

3-Jährige ist jedoch noch ausbaufähig. Die

Versorgungsquote mit Plätzen für unter

3-Jährige liegt mit 14,2 Prozent unter dem

Durchschnitt des Main-Taunus-Kreises. An

dieser statistischen Bewertung hat selbstverständlich

die hohe Geburtenrate in Bad Soden

einen erheblichen Anteil. Der Notwendigkeit

zum weiteren Ausbau von Betreuungseinrichtungen

sind sich die politisch Verantwortlichen

in Bad Soden bewusst. Nachdem

jüngst nach Bezug des Neubaus der Evangelischen

Kindertagesstätte „Unterm Regenbogen“

eine Gruppe mit 13 Plätzen eingerichtet

wurde, werden voraussichtlich im August

- 26 -

2009 zwei weitere Gruppen für unter 3-Jährige

mit 26 Plätzen in der privaten Kinderresidenz

nach Abschluss der erforderlichen

Umbaumaßnahmen hinzukommen. Im Jahr

2010 wird mit Bezug des Neubaus der Katholischen

Kindertagesstätte „Max Baginski“

ebenfalls eine weitere Betreuungsgruppe

entstehen.

In den letzten beiden Jahren wurden zudem

vielfältige Investitionen in den Ausbau des

Hortangebotes getätigt. Die Zahl der Hortplätze

von 50 im Jahr 2007 wird voraussichtlich

im Jahr 2009 auf 150 Plätze steigen.

Hinzu kommen zusätzliche Betreuungsmöglichkeiten

an Schulen etwa in Form einer

„pädagogischen Mittagsbetreuung“. Insofern

wird in Bad Soden der zunehmenden

Erwerbstätigkeit von Frauen und den sich

daraus ergebenden Anforderungen an Betreuungsmöglichkeiten

Rechnung getragen.


Eppstein

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 48,1

Teilzeitquote in Prozent 19,5

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 625

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 58

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 38

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 22,9

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 -1,6

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 -45

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 -53

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 18,7

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 17,6

Durchschnittsalter 41,9

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

11,5

Schuldenstand je Einwohner in Euro 1.037

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 7,2

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 4,4

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 27 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Eppstein hat in den letzten Jahren viel in den

Ausbau der Kinderbetreuung investiert. 625

Kinder werden in Eppsteiner Kindertagesstätten

versorgt, darunter 60 unter 3-Jährige.

Zudem stehen knapp 100 Plätze bei Tageseltern

zur Verfügung. Ergänzt wird das

Betreuungsangebot auch durch ehrenamtliche

Initiativen wie den Kulturkreis e.V. Ein

Tagespflege-Büro ist seitens der Gemeinde

eingerichtet. Mit einer Versorgungsquote

von 22,9 Prozent liegt Eppstein innerhalb

des IHK-Bezirks auf einem überdurchschnittlichen

Niveau. An den beiden Grundschulen

stehen zudem 200 Plätze zur Tagesbetreuung

zur Verfügung, an der weiterführenden

Schule (bis 10. Klasse) wird eine pädagogische

Mittagsbetreuung angeboten. Für die

nächsten Jahre ist eine weitere Ausweitung

des Betreuungsangebotes für unter 3-Jährige

vorgesehen. So soll etwa die Kita „Zwergenburg“

um 13 weitere Plätze ergänzt werden.

Auch im Montessori-Kindergarten sollen zukünftig

Angebote für Kinder ab zwei Jahren

unterbreitet werden.

Hoher Freizeitwert als wichtiger Standortvorteil

Die Verfügbarkeit von Betreuungsplätzen verbessert

die Möglichkeiten zur Vereinbarung

von Familie und Beruf. Daher ist die Frauenerwerbstätigkeit

und speziell die Teilzeitbeschäftigung

in Eppstein überdurchschnittlich

hoch. Allerdings hat Eppstein in den

letzten Jahren einen Bevölkerungsrückgang

zu verzeichnen. Es entstanden Nettowanderungsverluste

in allen Bevölkerungsteilen,

insbesondere aber bei den Menschen über

65 Jahren. Wenn dieser Trend nicht gestoppt

wird, wird Eppstein in den nächsten Jahren

zu den Verlierern des demographischen Wandels

gehören, zumal die Ausweisung größerer

neuer Baugebiete in Zukunft nicht zu erwarten

ist. Ein Mittel ist sicherlich in der Steige-

- 28 -

rung des Bekanntheitsgrades der Vorzüge der

Gemeinde Eppstein speziell auch für junge

Familien zu sehen. Das gute Betreuungsangebot

ist sicherlich einer dieser Standortvorteile.

Hinzu kommen ein hoher Freizeitwert

durch die landschaftlich reizvolle Lage sowie

ein für die Verhältnisse der Rhein-Main-Region

relativ günstiger Wohnraum.

Hohe Investitionen in Spielflächen

In den letzten Jahren ist vergleichsweise

viel in den Ausbau und Erhalt der Spiel- und

Bolzplätze investiert worden. Skater-Anlagen

stehen ebenso zur Verfügung wie Basketballplätze.

Eine besondere Attraktion ist die

Multifunktions-Sportanlage, die mit Unterstützung

der Bürgerstiftung Eppstein gebaut

wurde. In Eppstein gibt es je zwei Jugendcafés

und selbstverwaltete Jugendeinrichtungen.

Ferienspiele und Freizeiten werden

u. a. durch die Gemeinde organisiert. Auch

die örtlichen Vereine und Kirchen bieten

vielfältige Sport- und Freizeitangebote an.

Bei der musikalischen Früherziehung nimmt

die örtliche Musikschule eine wichtige Funktion

ein, unter anderem auch in Zusammenarbeit

mit den Kindertagesstätten.

Viele Häuser in Eppstein sind in Hanglage

gebaut. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich,

dass Menschen, die in den Siebzigern

und Achtzigern auf Grund des vorhandenen

Arbeitsplatzangebotes nach Eppstein

bzw. die Region FrankfurtRheinMain kamen,

im Alter verstärkt ihre Häuser aufgeben und

in ihre Heimatorte oder aber in den Vordertaunus

ziehen. Altersgerechte Wohnungen

sind in Eppstein bislang eingeschränkt vorhanden.

Es besteht aber das politische Ziel,

in integrierter und ebenerdiger Lage ein qualitativ

hochwertiges Angebot zusätzlich zu

schaffen, um gerade denjenigen, die ihre

Häuser altersbedingt aufgeben möchten, ei-


nen geeigneten Wohnraum innerhalb Eppsteins

zur Verfügung zu stellen.

Seniorengerechte Verkehrsinfrastruktur

Ein Standortvorteil für Senioren ebenso wie

für Berufspendler und Jugendliche ist die

Verkehrsanbindung Eppsteins durch die S-

Bahn an Frankfurt und durch die Buslinie an

Wiesbaden. Speziell auch an ältere Menschen

richtet sich der „Bürgerbus“ (Anrufsammeltaxi),

der bei Bedarf 110 verschiedene Punkte

innerhalb der Gemeinde Eppstein anfährt. Im

Senioren-Büro der Gemeinde Eppstein finden

ältere Menschen eine feste Ansprechpartnerin.

Veranstaltungen und Seniorenfahrten

werden organisiert. Über 70 Vereine

in Eppstein halten ein reichhaltiges Freizeitangebot

speziell auch für Senioren bereit.

Trotz der zwar landschaftlich sehr attraktiven,

vielerorts jedoch nicht unbedingt alters-

bzw. behindertengerechten Topogra-

phie, ist Eppstein bemüht, die Barrierefreiheit

zu erhöhen. Bei Straßenerneuerungen werden

– sofern möglich – die Bordsteine abgesenkt

und der Eppsteiner Bahnhof wird im

Rahmen des Umbaus auf Grund der Bahngleisverlegung

mit Fahrstühlen versehen

werden.

Die politisch Verantwortlichen sind sich bewusst,

dass sich auf Grund der Topographie

Eppsteins eine positive Bevölkerungsentwicklung

durch einen dauerhaften Zuzugs älterer

Menschen nicht erreicht werden kann. Vor

diesem Hintergrund werden die Bestandspflege

der bestehenden Unternehmen sowie

die Ansiedlung neuer Unternehmen und damit

die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen

als wichtige Ansatzpunkte der Bevölkerungs-

Entwicklung gesehen. Gemeinsam mit der

Familienpolitik kommt der Wirtschaftsförderung

damit eine zentrale Stellung für das zukünftige

Wachstum der Gemeinde Eppstein

zu.

- 29 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 30 -

Eschborn

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 53,3

Teilzeitquote in Prozent 17,1

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 1.383

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 212

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 82

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 47,1

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 5,8

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 338

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 -217

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 18,3

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 18,2

Durchschnittsalter 41,9

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

-1,6

Schuldenstand je Einwohner in Euro 0

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 6,6

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 8,6


In Eschborn leben rund 21.000 Menschen.

Gleichzeitig sind hier 27.500 Personen am

Arbeitsort sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Eschborn ist jedoch nicht nur einer

der am stärksten prosperierenden Wirtschaftsstandorte

innerhalb der Region

FrankfurtRheinMain. Auch hinsichtlich der

Einwohnerzahl ist Eschborn in den letzten

Jahren weit überproportional gewachsen;

seit dem Jahr 2000 um 5,8 Prozent. Dabei

ist Eschborn in erster Linie für Familien

attraktiv. Hier waren in den letzten Jahren

starke Zuwanderungsgewinne zu verzeichnen,

während verstärkt ältere Menschen die

Stadt verließen. Insgesamt ist die Bevölkerungsstruktur

in Eschborn sehr ausgewogen.

Jeweils rund 18 Prozent der Bevölkerung sind

unter 18 beziehungsweise über 65 Jahre alt.

Höchste Versorgungsquote im IHK-Bezirk

Die hohe Einnahmekraft der Gemeinde hat

Eschborn zielgerichtet nicht nur für die Wirtschaftsförderung

und den Ausbau der Infrastruktur

verwendet, sondern auch für Kinderbetreuungseinrichtungen.

Dabei werden von

den politisch Verantwortlichen die Kinderbetreuung

und damit die Vereinbarkeit von

Beruf und Familie als sehr wichtiger Standortfaktor

gesehen. Die Versorgungsquote

mit Plätzen in Kindertageseinrichtungen für

unter 3-Jährige ist die höchste im gesamten

IHK-Bezirk. Insbesondere seit 2008 sind

– auch unter Beteiligung ortsansässiger Unternehmen

– zahlreiche neue Plätze entstanden

und auch für 2009 und 2010 ist ein weiterer

Ausbau geplant. Viele Unternehmen in

Eschborn haben inzwischen Belegplätze für

ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in

Kindertagesstätten in Eschborn erworben.

Dies ist angesichts des wachsenden Fachkräftemangels

ein geeignetes Instrument zur

Bindung der Arbeitskräfte an das Unternehmen.

Dieser Tatbestand muss allerdings auch

bei der Interpretation der Versorgungsquote,

welche die Zahl der Betreuungsplätze in Verhältnis

zur Zahl der Kinder am Wohnort ausdrückt,

berücksichtigt werden.

Überdurchschnittliche Zahl an Tageseltern

Bei der Kleinkinderbetreuung ist das Eschborner

Netzwerk für Tagesmütter NET e.V.

zu erwähnen, das Teil des Regionalen Bündnisses

für Familie ist und unter anderem den

Eltern eine kostenlose und zügige Vermittlung

von Tagespflegefamilien bietet sowie

die Organisation und Finanzierung der Qualifizierung

von Tagesmüttern und Tagesvätern

übernimmt. In Eschborn steht eine weit

überdurchschnittliche Zahl von Tageseltern

zur Verfügung.

Eschborn bietet eine große Vielfalt an Angeboten

von Kindertagesstätten, ein Kindergarten

nach den Grundprinzipien der Montessori-Pädagogik

ist ebenso vorhanden wie eine

Naturgruppe (Waldkindergarten). An der Kindertagesstätte

„Bremer Straße“ steht die Förderung

des interkulturellen Zusammenlebens

im Vordergrund. Erwähnenswert ist auch,

dass in allen Kindertagesstätten grundsätzlich

eine Betreuung von Kindern mit besonderem

Förderbedarf möglich ist.

Sehr gutes Hortangebot

Auch die Betreuungssituation für Kinder im

Schulalter ist in Eschborn weit überdurchschnittlich.

Keine Kommune im Main-Taunus-

Kreis stellt so viele Hortplätze zur Verfügung

wie Eschborn. Hinzu kommen zwei Schulkinderhäuser

und eine betreute Grundschule. Das

zeitliche Betreuungsangebot erstreckt sich

von 7.00 bzw. 7.30 Uhr bis 17.00 Uhr. Inzwischen

beträgt die Betreuungsquote bei den

Kindern im Grundschulalter fast 70 Prozent.

- 31 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Das insgesamt gute Betreuungsangebot und

die hohe Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen

am Standort führen zu einer hohen

Erwerbsquote bei den Frauen in Eschborn.

Das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche

ist für eine Gemeinde dieser Größenordnung

weit überdurchschnittlich. Bei Ferienspielen,

Freizeiten, Kinderkino, oder

sonstigen Veranstaltungen wird den Kindern-

und Jugendlichen einiges geboten.

19 Spielplätze und 10 Bolzplätze stehen zur

Verfügung. Über die Lage der Spielplätze

und sonstige Freizeit- und Veranstaltungsorte

informiert der sehr ansprechend gestaltete

Stadtplan der Stadt Eschborn inklusive

CD-Rom. Besondere Highlights sind ein pädagogisch

betreuter Abenteuerspielplatz mit

Ziegengehege und eine Multisportanlage. So

genannte Traktorspielplätze sind ebenso vorhanden

wie eine Skater-Anlage. Eine besondere

Attraktion für Familien ist zudem das

örtliche Hallen- und Freibad. Im kulturellen

Bereich ist das Kinderkulturprogramm hervorzuheben,

in dem in Zusammenarbeit mit

dem Frankfurter Opernhaus, dem Theater

„Grüne Soße“ und dem jungen Theater des

Wiesbadener Staatstheaters Theaterbesuche

von Kindern und Jugendlichen von drei Jahren

bis zum Oberstufenalter von der Stadt

Eschborn unterstützt werden. Von Juni bis

September veranstaltet die Stadt zehn Summertime-Konzerte.

Zum Programm gehören

dabei auch Freilicht-Theateraufführungen

für Kinder.

Die Kinder- und Jugendarbeit nimmt in Eschborn

breiten Raum ein. Besonders aktiv sind

die örtlichen Vereine und die vier Kirchengemeinden.

Es gibt zudem ein Jugendzentrum

sowie das Jugendcafé Perplex. Im Internatio-

- 32 -

nalen Sommercamp steht der europäische Gedanke

im Vordergrund: Jugendliche zwischen

15 und 17 Jahren aus Eschborn, Montgeron

(Frankreich), Povoá de Varzim (Portugal) und

Zabbar (Malta) haben die Gelegenheit, jährlich

abwechselnd in einer der Städte an diesem

Camp teilzunehmen.

Auf Grund des sehr guten Betreuungsangebotes

und der vielfältigen Freizeitangebote

für Familien mit Kindern dürfte Eschborn

auch in den nächsten Jahren als Wohnstandort

bei Familien beliebt bleiben. Auf Grund

der beschränkten Möglichkeit zur Ausweisung

neuer Baugebiete wird das Bevölkerungswachstum

aber nicht mehr so hoch

sein wie in den letzten Jahren.

Umfassende Seniorenangebote

Eschborn ist nicht nur für Familien mit Kindern

attraktiv, auch für Senioren wird viel

geboten. Hierüber informiert der Eschborner

Wegweiser für Senioren bzw. das Internet.

Zur Förderung der Mobilität älterer bzw.

gehbehinderter Menschen gibt es in Eschborn

Fahrgutscheine für Taxis. Der S-Bahnhof

Süd wurde barrierefrei umgebaut, beim

S-Bahnhof Mitte stehen die Umbauarbeiten

kurz bevor. Der altersgerechte Umbau der eigenen

vier Wände wird für Senioren von der

Stadt Eschborn besonders gefördert. Seniorengerechte

Wohneinrichtungen sind in

Eschborn vorhanden und ein weiterer Ausbau

ist für die Zukunft vorgesehen. Besonderes

Augenmerk wird bei der Betreuung auf

die wachsende Zahl von Demenzkranken gelegt.

Dies kommt auch an der Beteiligung an

dem Programm „Leben mit Demenz in der

Kommune“ zum Ausdruck.


Flörsheim am Main

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 51,6

Teilzeitquote in Prozent 18,6

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 804

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 30

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 33

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 11,9

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 4,5

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 -98

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 10

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 18,3

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 17,8

Durchschnittsalter 41,7

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

-1,4

Schuldenstand je Einwohner in Euro 863

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 8,9

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 7,8

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 33 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Hohes Bevölkerungswachstum

In Flörsheim mit den Stadtteilen Keramag,

Weilbach, Bad Weilbach und Wicker leben

rund 20.000 Menschen. Die Stadt liegt sehr

verkehrsgünstig inmitten der Metropolregion

FrankfurtRheinMain. Flörsheim ist ein beliebter

Wohnort bei jungen Singles und jungen

Familien. Das Bevölkerungswachstum

seit dem Jahr 2000 betrug 4,5 Prozent. Dazu

haben im Wesentlichen die Ausweisung neuer

Baugebiete und das für die Rhein-Main-

Region preisgünstige Wohnungsangebot

beigetragen.

Allerdings sind seit 2004 deutliche Wanderungsverluste

bei den unter 18-Jährigen und

der Bevölkerungsgruppe zwischen 30 und 50

Jahren zu verzeichnen. Hingegen ist Flörsheim

nach wie vor bei den Menschen zwischen

18 bis 30 Jahren außerordentlich beliebt.

Sehr gutes Hortangebot

Die Erwerbsbeteiligung der Frauen in Flörsheim

ist weit überdurchschnittlich. Um die

Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu sichern,

kommt dem Betreuungsangebot vor

Ort eine hohe Bedeutung zu. Speziell beim

Betreuungsangebot für schulpflichtige Kinder

in Horten ist das Angebot in Flörsheim

überdurchschnittlich. An jede Grundschule

ist ein Hort angeschlossen. Bei der Versorgung

der unter 3-Jährigen besteht allerdings

noch Nachholbedarf, zumal die Nachfrage

nach Betreuungsplätzen für unter 3-Jährige

in den letzten Jahren gewachsen ist. In der

Vergangenheit hatte man sich einem geringeren

Betreuungsbedarf gegenüber gesehen.

Die politisch Verantwortlichen in Flörsheim

reagieren auf diesen Wandel, zusätzliche

Betreuungsplätze werden in den nächsten

Jahren entstehen. Die entsprechenden Pla-

- 34 -

nungen sind derzeit im politischen Abstimmungsprozess.

Allerdings werden die hierfür

notwendigen Investitionen die ohnehin angespannte

Haushaltslage in der Stadt Flörsheim

zusätzlich verschärfen.

Die vorhandene Infrastruktur für Kinder und

Jugendliche ist gut. In den letzten Jahren erfolgte

eine kontinuierliche Aufwertung der

örtlichen Spielplätze, in Keramag wurde ein

neuer Jugendtreff eingerichtet – weitere Jugendeinrichtungen

finden sich in den anderen

Ortsteilen. Darüber hinaus bieten die

zahlreichen Vereine am Ort ein reichhaltiges

Freizeit- und Sportangebot an.

Qualitatives Wachstum geplant

Das starke Bevölkerungswachstum der letzten

Jahre dürfte angesichts fehlender großer

neuer Bauflächen in Flörsheim der Vergangenheit

angehören. Stattdessen setzen

die politisch Verantwortlichen auf ein qualitatives

Wachstum. Hierzu trägt unter anderem

das Stadtsanierungs-Programm und die

Entwicklung der Innenstadt mit einem neuen

Einkaufszentrum mit 10.000 qm Verkaufsfläche

in integrierter Lage bei, das Mitte 2010

fertiggestellt sein soll. Inmitten der aufgewerteten

Innenstadt werden zudem seniorengerechte

Wohnungen entstehen und ein

Pflegeheim ist in der Planung. Es ist erklärtes

Ziel, den Standort Flörsheim vor allem auch

für ältere Menschen attraktiver zu machen.

Hiermit stellt man sich der demographischen

Herausforderung. Bereits heute finden ältere

Menschen in Flörsheim ein vielfältiges Kultur-

und Freizeitangebot, ob nun bei speziellen

Seniorenveranstaltungen – über die unter

anderem auch die kostenlose Zeitschrift

„Kontakt“ – informiert, bis hin zu Konzerten

und Aufführungen in der Stadthalle. Zur Unterstützung

älterer Menschen ist zudem die

Einrichtung einer kommunalen Beratungs-


stelle beabsichtigt, die unter anderem über

Pflege und altersgerechtes Wohnen informiert.

Förderung des Tagestourismus

Mit der Förderung des Tagestourismus wird

beabsichtigt, den Bekanntheitsgrad von

Flörsheim zu erhöhen und für Flörsheim

ein Image als attraktiven Lebensstandort in

schöner Natur, mit vielfältigem Gastronomieangebot

und kulturellen Highlights wie

dem Kulturforum Mainturm zu prägen. Auch

dies könnte langfristig dazu beitragen, Familien

und Senioren verstärkt an Flörsheim zu

binden.

- 35 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 36 -

Frankfurt am Main

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 46,2

Teilzeitquote in Prozent 18,4

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 32.012

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 3.558

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 469

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 20,3

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 1,9

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 -8.344

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 -5.250

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 15,3

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 17,3

Durchschnittsalter 41,9

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

9,9

Schuldenstand je Einwohner in Euro 1.920

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 14,4

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 23,5


Die Stadt Frankfurt hat seit dem Jahr 2000

deutliche Bevölkerungszuwächse zu verzeichnen.

Die Zahl der Einwohner wuchs um

1,9 Prozent. Das überdurchschnittliche Bevölkerungswachstum

ist jedoch ausschließlich

auf einen starken Zuwachs in der Bevölkerungsgruppe

der 18- bis 30-Jährigen

zurückzuführen, bei denen in den Jahren

2004 bis 2007 ein Nettowanderungsgewinn

von 26.270 Personen zu verzeichnen war.

Hingegen sank die Zahl aller anderen Altersgruppen

deutlich, insbesondere auch der Familien.

Nach wie vor hält der Trend junger

Familien an, ins Umland und speziell in die

Taunusgemeinden zu ziehen – trotz der Ausweisung

großer familiengerechter Wohngebiete,

wie etwa am Riedberg. Nirgendwo

sonst im IHK-Bezirk ist der Anteil der Kinder

und Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung

niedriger. Er beträgt lediglich 15,3 Prozent.

Sehr vielfältiges Angebot für Kinder und

Jugendliche

Dabei hat die Stadt Frankfurt für Kinder und

Jugendliche viel zu bieten. Die städtischen

Spielplätze sind in den letzten Jahren sukzessive

aufgewertet worden, in den Frankfurter

Stadtteilen gibt es rund 130 Kinderhäuser,

Teenieclubs und Jugendhäuser.

Hinzu kommen zahlreiche Ferienangebote,

u.a. auch der Frankfurter Museen sowie ein

vielfältiges Kulturangebot für Kinder und Jugendliche.

Das zweimal im Jahr erscheinende

Kinder-Kultur-Programm Frankfurter Flöhe

informiert über das abwechslungsreiche Kulturprogramm

für Kinder- und Jugendliche.

Spezielle Bildungsinitiativen

Auch die speziellen Bildungsinitiativen für

Kinder und Jugendliche sind erwähnenswert,

ob nun die umfangreiche zentrale Kinder-

und Jugendbibliothek KiBi, die junge VHS

oder die „Kinder-Uni“. Die Kampagne „Vorbilder

ist sicherlich angesichts der spezifischen

sozialen Probleme in Frankfurt von

besonderer Bedeutung. Der Anteil der Kinder

und Jugendlichen aus bildungsfernen

Schichten oder mit Migrationshintergrund

ist in Frankfurt überdurchschnittlich. Nahezu

jeder Vierte unter 15 Jahren erhält Unterstützungsleistungen

nach SGB II. Und

die spezifische Arbeitslosenquote der unter

25-Jährigen ist ebenfalls hoch. Hier sind

Maßnahmen zur frühkindlichen Förderung,

Bildungsinitiativen und insbesondere auch

Integrationsmaßnahmen von hoher Bedeutung.

Starker Ausbau der Krippenplätze

Die Zahl der Krippenplätze wurde in den

letzten Jahren erheblich erweitert. Zusammen

mit dem Angebot an Tagespflegeplätzen

beträgt die Versorgungsquote inzwischen

20 Prozent. Allerdings ist am Standort Frankfurt

auf Grund des hohen Anteils erwerbstätiger

Frauen und Alleinerziehender auch

die Nachfrage nach diesen Plätzen erheblich.

Lobenswert ist die Vielzahl an Horteinrichtungen.

Über 9.500 Kinder und Jugendliche

von 6 bis 14 Jahren werden zurzeit in derartigen

Kindertageseinrichtungen betreut.

Trotz des massiven Ausbaus an Kinderbetreuungseinrichtungen

in den letzten Jahren

ist man in der Stadt Frankfurt in Bezug

auf die unter 3-Jährigen noch weit von einer

Bedarfsdeckung entfernt. Die politische Vorgabe,

die Versorgungsquote für unter 3-Jährige

auf 35 Prozent zu erhöhen, entspricht

nahezu einer Verdoppelung des Angebots in

knapp fünf Jahren. Bereits im Jahr 2009 werden

daher 1.100 neue Betreuungsplätze entstehen,

weitere 1.100 sind für 2.010 vorgesehen.

Legt man diesen Trend zugrunde, dann

- 37 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

werden die politischen Zielvorgaben bereits

im Laufe des Jahres 2011 erreicht werden.

Fachkräftemangel bereitet Sorge

Dieser Ausbau der Kinderbetreuung erfordert

nicht nur hohe finanzielle Ressourcen, sondern

auch entsprechendes Fachpersonal in

den Kinderbetreuungseinrichtungen sowie

gut geschulte Tageseltern. Hier besteht bereits

heute ein Fachkräftemangel, der sich in

den nächsten Jahren noch verschärfen wird

und gerade die Träger von Betreuungseinrichtungen

in der Stadt Frankfurt mit einem

quantitativ sehr umfassenden Angebot vor

besondere Herausforderungen stellt.

Hohe Attraktivität für Senioren

Eine weitere Herausforderung für die Stadt

Frankfurt ergibt sich aus der zunehmenden

Alterung der Gesellschaft, auch wenn Frankfurt

in den nächsten Jahren im bundesweiten

- 38 -

Vergleich sicherlich eine „junge Stadt“ bleiben

wird. Doch nicht nur die höhere Lebenserwartung

und die zu geringe Geburtenrate

werden zum Alterungsprozess beitragen,

sondern langfristig auch eine zunehmende

Tendenz, im Alter wieder die Vorteile der

Stadt, etwa die gute Nahversorgung und

das vielfältige Kulturangebot, zu nutzen. Zur

steigenden Attraktivität Frankfurts auch für

ältere Menschen tragen unter anderem auch

die in letzter Zeit entstandenen Seniorenresidenzen

bei.

Die Stadt Frankfurt bietet ein vielfältiges

Angebot speziell für Seniorinnen und Senioren.

Eine Aufzählung sämtlicher Aktivitäten

– vom Bingonachmittag bis zur Frankfurter

Liedertafel – würde den Rahmen des IHK-Familien-

und Demographieatlasses sprengen.

Das Sozialdezernat der Stadt Frankfurt hat

unter anderem einen Wegweiser „Älter werden

in Frankfurt“ über Beratungs-, Freizeit-

und Betreuungsmöglichkeiten herausgegeben.

Außerdem erscheint regelmäßig eine

kostenlose Senioren-Zeitschrift.


Friedrichsdorf

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 47,1

Teilzeitquote in Prozent 17,6

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 900

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 75

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 41

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 18,9

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 0,2

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 56

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 -24

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 16,8

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 19,4

Durchschnittsalter 43,6

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

-3,6

Schuldenstand je Einwohner in Euro 660

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 6,7

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 7,9

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 39 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Die Bevölkerungsentwicklung in Friedrichsdorf

verlief in den letzten Jahren im Vergleich

zur gesamten Region FrankfurtRheinMain

unterdurchschnittlich. Seit dem Jahr 2000

wuchs die Bevölkerung leicht um 0,2 Prozent.

Doch in den letzten Jahren hat sich der

Trend zur Abwanderung verstärkt. Vor allem

junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren

aber auch die über 65-Jährigen verlassen

verstärkt die Stadt. Bei den Familien waren

hingegen in den letzten Jahren leichte Zugewinne

zu verzeichnen. Dennoch bleibt der

Anteil der unter 18-Jährigen mit 16,8 Prozent

im interregionalen Vergleich des IHK-

Bezirks unterdurchschnittlich.

Umfassendes Hortangebot

Friedrichsdorf verfügt über ein umfassendes

Angebot an Hortplätzen. Rund 200 Kinder

zwischen 6 und 15 werden in entsprechenden

Einrichtungen betreut. Ein weiterer

Ausbau der nachmittäglichen Betreuung für

schulpflichtige Kinder ist für die nächste Zukunft

geplant, entweder mit einem Ganztagesschulangebot

für ca. 300 Kinder in der

Hardtwaldschule oder durch 120 zusätzliche

Hortplätze. Auch das Betreuungsangebot

für unter 3-Jährige wird weiter ausgebaut,

30 Plätze entstehen zusätzlich, ergänzt

um weitere 25 Plätze für über 3-Jährige bei

einem privaten Bildungsträger. Dort ist eine

bilinguale Betreuung (Deutsch/Englisch) vorgesehen.

Dies entspricht dem Ansatz der politisch

Verantwortlichen in Friedrichsdorf, ein

möglichst breites Spektrum von Angeboten

zu bieten, die entsprechend mit unterschiedlichen

Kosten verbunden sind. Hervorzuheben

ist ferner, dass in zwei Kindergärten

abends Öffnungszeiten bis 18.00 Uhr gelten.

In der Vergangenheit gab es Testphasen mit

Öffnungszeiten bis 19.00 Uhr in den Kindergärten

in sämtlichen Ortsteilen. Hier hat sich

aber gezeigt, dass das Angebot nicht im er-

- 40 -

warteten Ausmaß angenommen wurde und

der Bedarf (der Nutzen) nicht im Verhältnis

zu den anfallenden Kosten stand.

Doch nicht nur beim Betreuungsangebot

wird derzeit in Friedrichsdorf viel investiert,

sondern beispielsweise auch bei der Spielplatzsanierung.

Das Spielplatzsanierungsprogramm

wird 2009 abgeschlossen. Zudem

wird die bei den Friedrichsdorfer Jugendlichen

überaus beliebte Skateboard-Anlage

erneuert.

Die Jugendfreizeiten der Gemeinde erfreuen

sich einer regen Nachfrage, das Angebot in

den drei Jugendzentren findet jedoch bislang

nicht die erhoffte Resonanz. Dies mag auch

an dem attraktiven Angebot für Jugendliche

in den örtlichen Vereinen und der Tatsache

liegen, dass vielfältige Freizeitaktivitäten in

landschaftlich reizvoller Umgebung in unmittelbarer

Nähe zur Verfügung stehen.

Ausbau altersgerechter Infrastruktur

Die Tatsache, dass man in Friedrichsdorf in

nur zehn Fußminuten in der Natur ist, ist sicherlich

auch ein positiver Standortfaktor

für ältere Menschen. Immerhin ist inzwischen

nahezu jeder fünfte Friedrichsdorfer

im Rentenalter. Die Schaffung einer seniorengerechten

Infrastruktur ist für die politisch

Verantwortlichen von hoher Bedeutung.

Inzwischen gibt es ein ausreichendes

Angebot an Pflegeheimen, am Houiller Platz

ist eine Seniorenresidenz mit Eigentumswohnungen

entstanden; eine weitere mietbasierte

Residenz soll zusätzlich entstehen.

Darüber hinaus gibt es vielfältige Veranstaltungen

in Friedrichsdorf speziell für Senioren.

Sehr großer Beliebtheit erfreuen sich

die von der Stadtverwaltung organisierten

Seniorenfahrten. In der örtlichen „Seniorenwerkstatt“

werden vielfältige Angebote unterbreitet,

zum Beispiel im Bereich der Ma-


lerei und Schreinerei. Schließlich steht auch

die Schaffung einer barrierefreien Infrastruktur

bei der Erstellung eines „Altenplans“ gemeinsam

mit dem Seniorenbeirat auf dem

Programm; niedrige Bordsteinkanten oder

altersgerechte öffentliche Einrichtungen

steigern bereits das Wohlbefinden der Senioren

erheblich.

Innenstadtentwicklung bietet große Chancen

Für die Zukunft Friedrichsdorfs wird viel von

der weiteren Entwicklung des Ortes als Wirtschaftsstandort

und dem Fortgang der Innenstadtentwicklung

abhängen. Hier hat

Friedrichsdorf große Chancen an Attraktivität

zu gewinnen. Das Vorhaben, das Einzelhandelsangebot

auf dem ehemaligen Milupa-Gelände

im Zentrum zu konzentrieren,

lässt sich als zukunftsorientierter Ansatz angesichts

der demographischen Entwicklung

sehen. In einer alternden Gesellschaft wird

die gute (möglichst auch fußläufige) Erreichbarkeit

von Einkaufsmöglichkeiten wieder an

Bedeutung gewinnen.

Wenn man die sich bietenden Chancen in der

Stadtentwicklung nutzt, könnte Friedrichsdorf

in den nächsten Jahren zu den demographischen

Gewinnern in der Region zählen.

- 41 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 42 -

Glashütten

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 42,9

Teilzeitquote in Prozent 17,9

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 202

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 24

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 0

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 14,3

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 -0,2

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 94

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 -32

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 20,1

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 20,9

Durchschnittsalter 43,1

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

-13,7

Schuldenstand je Einwohner in Euro 176

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 3,0

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 2,5


Glashütten ist bevölkerungsmäßig eine der

kleinsten Gemeinden des IHK-Bezirks. Hier

leben 5.300 Einwohner auf einer Fläche von

6,63 qkm. Die unmittelbare Nähe zur Natur

ist sicherlich einer der wesentlichen Standortvorteile

von Glashütten für Familien.

Niedrige Frauenbeschäftigungsquote

Viel Wert wird auch auf die Verbesserung

der Nachmittagsbetreuung der Kinder gelegt.

Sämtliche Kindertagesstätten verfügen

über ein derartiges Angebot, zudem wurden

hortähnliche Einrichtungen ausgebaut. Die

Schloßborner Grundschule verfügt ebenfalls

über eine Nachmittagsbetreuung. Angesichts

der positiven Wanderungssalden speziell in

Schloßborn in der jüngsten Vergangenheit

scheint sich gerade dieser Sachverhalt positiv

auf die Standortwahl von Familien auszuwirken.

Die Versorgung mit Betreuungsplätzen

für unter 3-Jährige ist jedoch noch

ausbaufähig. Mit 14,3 Prozent liegt die Versorgungsquote

deutlich unter dem Durchschnitt

des Hochtaunuskreises. Allerdings ist

dabei zu berücksichtigen, dass die Frauenbeschäftigtenquote

die zweitniedrigste im IHK-

Bezirk Frankfurt am Main ist und zudem ein

Teil der Kinder am Arbeitsort der Eltern außerhalb

der Gemeinde Glashütten betreut

werden.

Niedrige Verschuldung

Trotz der Investitionen in die Kinderbetreuung

in den letzten Jahren gehört Glashütten

zu den am niedrigsten verschuldeten Gemeinde

im gesamten IHK-Bezirk. Und auch

in anderen Bereichen ist Glashütten gut aufgestellt.

Die spezifische Jugendarbeitslosenquote

ist mit 3,0 Prozent die niedrigste

im IHK-Bezirk. Der Anteil der Bezieher von

Leistungen nach SGB II unter 15 Jahren ist

mit 2,5 Prozent nirgendwo in der Region so

niedrig wie in Glashütten.

Sehr aktives Vereinsleben

Glashütten hält für eine Gemeinde dieser

Größenordnung ein vielfältiges, qualitativ

hochwertiges Freizeitangebot für Kinder und

Jugendliche bereit. Einen wesentlichen Anteil

haben hieran die kirchlichen Einrichtungen

und nahezu 50 Vereine, die finanziell von der

Gemeinde Glashütten unterstützt werden.

In allen Ortsteilen gibt es Jugendräume und

ein hauptamtlicher Jugendpfleger kümmert

sich um die Belange der Jugendlichen. Hinzu

kommen vielfältige Ferienangebote.

Glashütten ist eine ausgeprägte Wohngemeinde

und Familien schätzen das gute Betreuungs-

und Freizeitangebot sowie die für

die Rhein-Main-Region relativ günstigen

Baulandpreise, wie die deutlichen Zuwanderungsgewinne

bei Familien in den letzten Jahren

zeigen. Allerdings stagniert die Gesamtbevölkerung.

Seit 2000 war sogar ein leichter

Rückgang der Einwohner zu verzeichnen. Vor

allem Personen der Altersgruppe zwischen

18 und 30 Jahren verlassen Glashütten, aber

auch älterer Menschen über 65 Jahren. Dennoch

ist der Anteil der Personen im Rentenalter

überdurchschnittlich hoch. Vor dem

Hintergrund der alternden Gesellschaft wird

es in Zukunft verstärkter Anstrengungen bedürfen,

um den Ort auch altersgerecht zu

gestalten. Die ärztliche Grundversorgung ist

in Glashütten jedoch gegeben, auch die Lebensmittelversorgung

durch die Zentren an

der B8, die durch die Buslinien des öffentlichen

Nahverkehrs angebunden sind. Ein

Fahrdienst sorgt für eine Anbindung der

Menschen im betreuten Wohnen an das Einkaufszentrum.

Die im Stundentakt verkehrende

Linie 223 hat die Verkehrsanbindung

Glashüttens insgesamt deutlich verbessert.

- 43 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Generationenübergreifende Projekte

Ein erklärtes politisches Ziel ist es, die verschiedenen

Generationen zusammenzubringen.

Ein Kinder- und Familienverein, der

- 44 -

besonderen Wert auf die Einbindung der

Kenntnisse und Erfahrungen älterer Menschen

legt, befindet sich in Gründung. Auch

wird ein generationenübergreifendes Wohnprojekt

grundsätzlich angestrebt.


Grävenwiesbach

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 48,8

Teilzeitquote in Prozent 19,0

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 198

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 20

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 0

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 13,2

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 1,7

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 18

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 -17

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 20,2

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 17,2

Durchschnittsalter 41,1

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

3,5

Schuldenstand je Einwohner in Euro 1.405

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 7,3

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 17,5

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 45 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Im nördlichen Teil des Hochtaunuskreises

liegt die Flächengemeinde Grävenwiesbach.

In sechs Ortsteilen leben auf einer Gesamtfläche

von 43,16 qkm 5.232 Menschen.

Ende 2009 steigt Versorgungsquote auf

30 Prozent

Grävenwiesbach ist ein ausgeprägter Standort

für junge Familien. Der Anteil der unter

18-Jährigen macht 20,2 Prozent der Gesamtbevölkerung

aus. Das Durchschnittsalter

ist mit 41,1 Jahren niedrig. Seit der Jahrtausendwende

ist die Bevölkerungszahl in Grävenwiesbach

auf Grund von Nettozuwanderungsgewinnen

bei Familien gewachsen.

Allerdings sind bei den 18 bis 30-Jährigen

– wie auch in den umliegenden Gemeinden

– deutliche Abwanderungstendenzen

erkennbar. Dabei ist zur Finanzierung und

Aufrechterhaltung der örtlichen Infrastruktur

gerade in flächenmäßig großen Gemeinden

mit geringer Bevölkerungszahl zumindest

eine stabile Bevölkerungsentwicklung

wichtig. Es ist erklärtes politisches Ziel in

Grävenwiesbach, auch in den nächsten Jahren

bevölkerungsmäßig zu wachsen. Hierzu

ist eine familienfreundliche Politik ein ganz

wesentlicher Baustein, der unter anderem

auch die finanzielle Förderung von Familien

bei der Ausweisung neuer Baugebiete über

differenzierte Baulandpreise umfasst. Auch

der weitere Ausbau der Versorgung mit Kindertagesstätten

erfolgt derzeit. Bislang war

die Versorgung speziell bei den Kindern unter

drei Jahren im Vergleich zum IHK-Bezirk

insgesamt unterdurchschnittlich. Mit der Errichtung

von zwei zusätzlichen Gruppen wird

sich das aber in Kürze ändern und die Versorgungsquote

zum Ende des Jahres 2009 voraussichtlich

auf knapp 30 Prozent steigen.

Wesentlicher Bestandteil des Betreuungsangebotes

ist zudem die nachmittägliche Betreuung

der Kinder in Kindergärten und der

- 46 -

Grundschule. Besonders hervorzuheben sind

zudem vielfältige Elterninitiativen auf ehrenamtlicher

Basis.

Reichhaltiges Freizeitangebot

Neben der Lage direkt im Naturpark Hochtaunus

gibt es in Grävenwiesbach ein relativ

reichhaltiges Angebot für Kinder und Jugendliche.

In allen Ortsteilen existieren offene Jugendzentren.

Die Errichtung eines Jugendhauses

in der Ortsmitte von Grävenwiesbach

ist vorgesehen. Zudem ist neben den üblichen

Spielplatzangeboten ein Skaterplatz

vorhanden und es ist eine BMX-Anlage geplant.

Darüber hinaus sind Einrichtungen der

örtlichen Jugendherberge auch für die Grävenwiesbacher

Jugendlichen nutzbar – etwa

ein Hochseilgarten oder ein Bogenschießstand.

Hinzu kommt ein vielfältiges Kinder-

und Jugendangebot in den Vereinen, das finanziell

von der Gemeinde Grävenwiesbach

gefördert wird.

Beim ersten Blick auf die Statistik der Bezieher

von SGB II-Leistungen scheint es in Grävenwiesbach

nicht unerhebliche soziale Probleme

zu geben. Bei genauerer Betrachtung

ist dies aber zu relativieren, da im Ort ein

„Heim für Flüchtlinge“ mit knapp 100 Plätzen

existiert und sich dieser Sachverhalt auf

Grund der geringen Bevölkerungszahl insgesamt

entsprechend stark in den statistischen

Kennziffern niederschlägt. Dennoch wird die

Wichtigkeit des Themas „Integration“ erkannt

und es werden entsprechende Präventivmaßnahmen

ergriffen. So kümmert sich in

Grävenwiesbach ein Jugendpfleger um die

Belange Jugendlicher. Darüber hinaus übernehmen

die örtlichen Vereine eine wichtige

Funktion innerhalb der örtlichen Integrationspolitik.


Taunus-Bahn wichtiger Standortfaktor

Ein wichtiger Standortvorteil für Grävenwiesbach

ist der Anschluss an die Taunus-

Bahn, nicht nur für Schülerinnen und Schüler

und Berufspendler, sondern auch für die ältere

Generation, für die sich dadurch die Mobilität

spürbar erhöht hat. Zur Förderung der

Mobilität speziell älterer Menschen ist auch

ein Anrufsammeltaxi eingerichtet. Ein Verein

für Alten- und Seniorenförderung bietet

zudem auf ehrenamtlicher Basis Fahrdienste

zu Ärzten, Apotheken und Einkaufsgelegenheiten

an. Auf Vereinsebene wird zudem ein

reichhaltiges inhaltliches Angebot für ältere

Menschen zur Verfügung gestellt. Als

Reaktion auf die sich abzeichnende demographische

Entwicklung und zunehmende

Alterung der Bevölkerung auch in Grävenwiesbach

ist eine Wohnanlage für altersgerechtes

bzw. betreutes Wohnen geplant.

Als bevölkerungsmäßig kleine Flächengemeinde

ist der finanzielle Handlungsspiel-

raum der Gemeinde begrenzt. Schon heute

weist Grävenwiesbach mit einer Pro-Kopf-

Verschuldung von 1.405 Euro eine überdurchschnittliche

Schuldenlast aus. Daher

wird von den politisch Verantwortlichen neben

dem Ausbau der Attraktivität als Wohnstandort

eine aktive Wirtschaftsförderung als

besonders wichtig für die Zukunft angesehen.

Ausreichende Gewerbeflächenreserven

stehen am Ort zur Verfügung und bekannte

Technologieunternehmen und erfolgreiche

Dienstleistungsunternehmen haben sich in

Grävenwiesbach angesiedelt. Zweifellos bietet

der nördliche Hochtaunuskreis unter dem

Motto „Wohnen und Arbeiten im Grünen“

vielfältige Standortvorteile. Um langfristig

aber die Prosperität der Region zu sichern,

ist nach wie vor die Verbesserung der Verkehrsanbindung

durch den Ausbau der B 456

(Saalburgchaussee) unverzichtbar.

- 47 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 48 -

Hattersheim am Main

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 49,7

Teilzeitquote in Prozent 17,2

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 926

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 36

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 79

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 16,5

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 2,9

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 159

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 -126

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 17,0

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 18,0

Durchschnittsalter 42,4

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

4,3

Schuldenstand je Einwohner in Euro 727

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 10,9

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 14,4


Hattersheim weist mit einem Anteil von

17 Prozent bislang einen vergleichsweisen

geringen Anteil von Kinder- und Jugendlichen

aus. In den letzten Jahren vollzog sich

jedoch auf Grund neu ausgewiesener, familienfreundlicher

Wohnbaugebiete ein stetiges

Bevölkerungswachstum. Vor allem Familien

zog es zunehmend nach Hattersheim.

Sehr gutes Angebot für schulpflichtige

Kinder

Die Erwerbsquote der Frauen liegt mit

49,7 Prozent auf dem hohen Niveau des gesamten

Main-Taunus-Kreises. Für Kinder ab

dem dritten Lebensjahr steht in Hattersheim

ein sehr breites Bildungs- und Betreuungsangebot

zur Verfügung. In der Vergangenheit

ist viel in die Modernisierung und

in neue Bauvorhaben investiert worden. Mit

den Schulkinderhäusern und den Horten verfügt

Hattersheim über ein sehr gutes Betreuungsangebot

für schulpflichtige Kinder. Positiv

ist, dass eine zentrale Anmeldung für

die Plätze in Kindertagesstätten über die

Stadtverwaltung erfolgt und somit der Anmeldeaufwand

für die Eltern reduziert wird.

Eine möglichst hohe Flexibilität wird durch

ein Bausteinmodell für Gebühren gewährleistet.

Alle Eltern, die berufstätig sind oder

sich in Ausbildung befinden, haben die Möglichkeit,

einen Platz für ihr Kind flexibel von

7.00 bis 17.00 Uhr zu buchen. Bis auf die Zeit

zwischen Weihnachten bis Silvester gibt es

ganzjährige Öffnungszeiten.

Sprachförderung spielt besondere Rolle

In den Kindergärten wird Wert auf eine naturwissenschaftliche

und musische Förderung

sowie die Sprachförderung gelegt. Letzteres

kommt auch darin zum Ausdruck, dass

der Bürgermeister selbst regelmäßig in Kin-

dertagesstätten vorliest. Zur inhaltlichen Unterstützung

der Arbeit in den Betreuungseinrichtungen

sind zwei Fachberaterinnen tätig,

die einzelne Einrichtungen in ihrer Arbeit begleiten

und beraten.

Das Betreuungsangebot für unter 3-Jährige

ist jedoch noch ausbaufähig. In der Vergangenheit

beschränkte sich das kommunale

Kinderbetreuungsangebot für die unter

3-Jährigen auf die Vermittlung von Tageseltern

im Rahmen des Tagespflegeprojektes

TAPP. Krippenplätze sind erst zum Jahresende

2008 in einer Kindertagesstätte entstanden.

Die Versorgungsquote für unter 3-Jährige

liegt in Hattersheim noch deutlich unter

dem Durchschnitt des Main-Taunus-Kreises.

Dieser Handlungsbedarf wird auch von den

politisch Verantwortlichen in Hattersheim

gesehen und der Ausbau von Krippenplätzen

vorangetrieben. Probleme dürfte allerdings

der zunehmende Fachkräftemangel bei Erzieherinnen

und Erziehern bereiten.

Aktive Jugendarbeit

In Hattersheim ist die Jugendarbeitslosigkeit

vergleichsweise hoch. Zudem bezieht jeder

siebte Jugendliche unter 15 Jahren Hilfsleistungen

nach SGB II. Nicht zuletzt aus diesem

Grund wird der aktiven Jugendarbeit

ein hoher Stellenwert eingeräumt. Dies gilt

unter anderem für Integrationsmaßnahmen

und die Sprachförderung für Kinder (und Eltern)

mit Migrationshintergrund. Jugendlichen

mit Drogenproblemen hilft die „Aufsuchende

Drogenhilfe“, die vollständig über

die Stadt Hattersheim finanziert wird.

Es existiert ein Jugendzentrum in der Kernstadt

und ein Jugendtreff in Eddersheim.

Hier können sich Jugendliche ebenso sportlich

wie handwerklich betätigen, Hausaufgabenbetreuungen

werden angeboten, ein In-

- 49 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

ternetangebot ist vorhanden etc. Darüber

hinaus gibt es einen eigens für geschlechtsspezifische

Angebote eingerichteten Mädchentreff.

Das städtische Angebot wird ergänzt

durch die Kirchengemeinden.

Familienfreundliches Zentrum

Hattersheim hält über 20 öffentliche Spielplätze

mit den vielfältigsten Angeboten für

die jeweiligen Altersgruppen vor. Besonders

auch die Stadtmitte zeichnet sich durch

den verkehrsfreien Marktplatz mit Geschäften

und Gastronomie als besonders familienfreundlich

aus. Hier ist gefahrloses Spielen

für Kinder weitgehend möglich. In unmittelbarer

Nähe der Fußgängerzone bietet eine

Weiheranlage Treffpunkte und Spielflächen

im Grünen.

Im kulturellen Bereich sind für Kinder und

Jugendliche besonders die „Jugend-Kunst-

Wochen“ erwähnenswert, die zwei Wochen

lang während der Sommerferien stattfinden.

Die örtliche Musikschule fördert zudem das

Musizieren der Kinder und die örtliche Stadtbücherei

hält ein reichhaltiges Angebot an

Kinder- und Jugendbelletristik vor. Vorlesestunden

sollen die Lesebereitschaft von Kindern

fördern. Im Stadtteil Okriftel bietet das

mit 54 Plätzen zweitkleinste Kino Deutschlands

unter anderem auch ein Jugendprogramm

an.

Generationenübergreifende Projekte

In generationenübergreifenden Projekten finden

seit über 15 Jahren in der Altmünster-

- 50 -

mühle regelmäßig Aktionen zwischen Kindern

sowie Seniorinnen und Senioren statt,

etwa in der Schreinerei der Seniorengruppe

„Holzwürmer“.

Senioren finden in Hattersheim ein reichhaltiges

kulturelles Angebot, ob im Theaterring,

dem Posthofkeller oder den vielfältigen

Aktivitäten der örtlichen Vereine oder

der Stadt Hattersheim. Vorträge, Informationstage,

Projekte und Seminare, Tages- und

Mehrtagesreisen, Theater- und Konzertbesuche,

Kreativ- und Hobbymärkte, Ausstellungen

und Lesungen, Feste und Jubiläen –

das Angebot ist mehr als vielfältig.

Der zunehmende Bedarf altersgerechter

Wohnformen ist in Hattersheim erkannt

worden. Im nächsten Jahr entsteht beispielsweise

am Hessendamm ein zusätzliches Pflegeheim.

Außerdem werden neue seniorengerechte

Wohnanlagen gebaut. Es ist das

erklärte Ziel, den Hattersheimern auch im

Alter ein ausreichendes Wohnungsangebot

zur Verfügung zu stellen. Vor diesem Hintergrund

wird bei der Entwicklung neuer Baugebiete

dem Ausbau altersgerechter Wohnformen

besondere Beachtung geschenkt.

Hinzu kommt die Sicherstellung der Mobilität

älterer Menschen. Die Stadt Hattersheim

hat in den letzten Jahren bereits einiges in

den Abbau von Barrieren für ältere oder behinderte

Menschen investiert, zum Beispiel

mit der Einrichtung von Ampelanlagen für

Sehbehinderte oder Hilfspersonal am Hattersheimer

Bahnhof. Zudem wurde seitens

der Stadt ein mobiles Bürgerbüro eingerichtet.


Hofheim am Taunus

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 49,2

Teilzeitquote in Prozent 18,3

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 1.496

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 109

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 142

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 22,3

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 1,9

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 312

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 -74

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 18,3

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 19,6

Durchschnittsalter 42,9

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

6,7

Schuldenstand je Einwohner in Euro 550

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 7,5

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 6,1

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 51 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Sehr gut ausgebaute Kinder und Jugendinfrastruktur

Die Kreisstadt Hofheim besitzt eine hohe Anziehungskraft

für Familien mit Kindern. In

den Jahren 2004 bis 2007 betrug die Nettozuwanderung

von Personen unter 18 Jahren

sowie zwischen 30 und 50 Jahren 312

Personen. Hofheim versteht sich als kinderfreundliche

Stadt, was sich unter anderem in

einer sehr gut ausgebauten Kinder- und Jugendinfrastruktur

zeigt. Vorbildlich ist z. B.

dass im Bürgerbüro der Stadt ein liebevoll

gestalteter Kinderstadtplan für 1 Euro erhältlich

ist, in dem die Anlaufpunkte für Kinder

und Jugendliche eingetragen sind. Dieser

Plan ist als Beteiligungsprojekt mit Kindern

entstanden, wie überhaupt in Hofheim sehr

viel Wert auf die Beteiligung von Kindern

und Jugendlichen gelegt wird. So gibt es drei

Kinder- und ein Schülerparlament. Unter anderem

sind die Kinder beteiligt, wenn es um

bauliche Maßnahmen auf den Spielplätzen

geht. Entsprechend überdurchschnittlich

ausgestattet sind die Spielplätze in den einzelnen

Ortsteilen von Hofheim. Darüber hinaus

gibt es in allen Ortsteilen eine offene

Jugendarbeit. Jugendpfleger kümmern sich

um die Belange Jugendlicher und im „Haus

der Jugend“ werden Hausaufgabenbetreuungen

ebenso vorgenommen wie individuelle

Gesprächs- und Beratungsangebote zum

Beispiel bei Schulden und Drogenproblemen.

Zudem wird im „Haus der Jugend“ ein Tonstudio

sowie ein Kraftraum eingerichtet. Ein

weiteres Angebot für Kinder ist das Spielmobil,

sowie vielfältige kulturelle Aktivitäten

wie zum Beispiel Kindertheater. In den

Schulferien findet ein reichhaltiges Freizeitprogramm

statt – in diesem Jahr steht unter

anderem die „Kinderstadt“ auf dem Programm.

Hinzu kommen zahlreiche Angebote

für Kinder und Jugendliche durch die örtlichen

Vereine und Kirchen.

- 52 -

Die Erwerbsbeteiligung der Hofheimer Frauen

liegt über dem Durchschnitt. Das insgesamt

gute Angebot an Kindertagesstätten, Tagespflegepersonen

und Horten unterstützt die

Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Hofheim

zeichnet sich durch eine ausgesprochen

starke Trägervielfalt bei Kindertagesstätten

aus, wodurch den unterschiedlichsten Anforderungen

in Bezug auf Bildungsschwerpunkte

und Öffnungszeiten Rechnung getragen

wird. Die Versorgungsquote für

Kinder unter drei Jahren liegt mit 22,3 Prozent

im guten Durchschnitt des Main-Taunus-Kreises.

Für 2009 und 2010 ist ein weiterer

spürbarer Ausbau der Betreuungsplätze

um mindestens 80 Plätze vorgesehen. Hoher

Wert wird auf gut qualifiziertes Betreuungspersonal

gelegt, wozu unter anderem Fortbildungsangebote

und der Austausch zwischen

den Kitas beitragen sollen. Seit vergangenem

Jahr findet jährlich ein „Tag der offenen Tür“

statt, an dem sich Interessierte über die Kinderbetreuungseinrichtungen

vor Ort informieren

können.

Ausbau des Betreuungsangebotes

Auch das Angebot an Betreuungsmöglichkeiten

für schulpflichtige Kinder wird weiter

ausgebaut. In Hofheim bestehen zurzeit drei

Horteinrichtungen. Zudem gibt es Nachmittagsbetreuungen

an den örtlichen Grundschulen.

Im Ortsteil Langenhain entsteht

ein Familienzentrum, in dem künftig ein Bildungs-

und Betreuungsangebot von unter

3-Jährigen bis zur 4. Klasse vorhanden sein

wird. Zusätzlich werden dort Beratungsangebote

wie z. B. Erziehungshilfen unterbreitet.

Ganz im Sinne des Verständnisses von

Familienpolitik als generationsübergreifendes

Thema wird es dort zusätzlich auch Angebote

für Senioren geben.


Innovative Projekte für Senioren

Der Anteil an Menschen über 65 Jahren ist

in Hofheim überdurchschnittlich, auch wenn

in den letzten Jahren Nettowanderungsverluste

in dieser Altersgruppe zu verzeichnen

waren. In Hofheim ist man sich der sich verändernden

Bedürfnisse einer alternden Gesellschaft

bewusst. Dabei wird die Auffassung

vertreten, dass nicht in allen Belangen

die Kommune die besten Angebote unterhalten

kann. Renten- oder Wohngeldberatungen

finden sich zwar in der städtischen

Seniorenberatungsstelle, die Organisation

zum Beispiel von Seniorenfahrten oder den

unterschiedlichsten Kursangeboten erfolgt

jedoch im Rahmen der Seniorennachbarschaftshilfe,

die von der Stadt Hofheim finanziell

unterstützt wird. Das ehrenamtliche

Engagement in der Seniorenbetreuung wird

unter anderem auch durch Qualifizierungsangebote

für Ehrenamtliche gefördert. Der

Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt

Hofheim kümmern sich um die Belange der

älteren Menschen bzw. der Menschen mit

Handicap. Dabei ist der Abbau von Barrieren

etwa auf Bahnhöfen oder Gehsteigen ein

wichtiges Thema. Darüber hinaus ist aktuell

ein Senioreneinkaufsführer entstanden, der

über örtliche Lieferservices oder spezifische

Angebote für Senioren informiert.

- 53 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 54 -

Kelkheim (Taunus)

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 50,0

Teilzeitquote in Prozent 16,8

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 1.063

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 104

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 65

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 20,2

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 1,9

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 421

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 -133

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 18,5

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 21,3

Durchschnittsalter 43,3

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

14,1

Schuldenstand je Einwohner in Euro 949

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 6,3

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 4,0


Starker Ausbau von Betreuungseinrichtungen

Kelkheim gehört wie Hofheim zu den bevorzugten

Lagen von Familien im IHK-Bezirk.

Der Nettozuwanderungsgewinn bei den

so genannten Familienwanderern ist mit

421 Personen in den Jahren 2004 bis 2007

weit überdurchschnittlich. Außerdem liegt

in Kelkheim die Geburtenrate um 14 Prozent

über dem Durchschnitt der Region FrankfurtRheinMain.

Diese vergleichsweise hohe

Geburtenrate geht einher mit einer überdurchschnittlichen

Erwerbsbeteiligung der

Kelkheimer Frauen. Eine Voraussetzung hierfür

sind sicherlich u.a. auch die im interregionalen

Vergleich guten Betreuungsmöglichkeiten

für Kinder. In den letzten Jahren

wurde viel in den Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten

speziell auch der Kinder unter

drei Jahren investiert. Die Versorgungsquote

liegt mit knapp 22 Prozent auf dem Durchschnittsniveau

des Main-Taunus-Kreises.

Auch bei der Nachmittagsbetreuung der

Schulkinder hat sich die Situation wesentlich

verbessert. Inzwischen stehen 467 Betreuungsplätze

an den örtlichen Grundschulen

zur Verfügung.

Die hohe Erwerbsbeteiligung der Frauen

führt zudem dazu, dass der Anteil der unter

15-Jährigen, die auf eine Unterstützung

durch SGB II angewiesen sind, mit 4 Prozent

in Kelkheim niedrig ist.

Familiengerechtes Wohnumfeld

Die politisch Verantwortlichen in Kelkheim

sind bestrebt, ein möglichst familiengerechtes

Umfeld zu schaffen. Dies beginnt

schon bei der Ausweisung neuer Baugebiete,

zum Beispiel bei der Entwicklung des ehemaligen

Festplatzes „Stückes“ und der Errichtung

von Einfamilienhäusern auf insgesamt

45 Grundstücken. Die Vergabe der Grundstücke

erfolgte nach den Kriterien, dass die

Familie mindestens zwei Kinder hat, ein Elternteil

unter 40 Jahren ist und bisher kein

Wohneigentum bestand. Zudem wurde den

Familien ein kommunales Baukindergeld als

weiterer Anreiz für die Ansiedlung in Kelkheim

gewährt. Vergleichbare Projekte soll es

auch in Zukunft geben.

Hochwertige Freizeitanlagen

Darüber hinaus verfügt Kelkheim über eine

Reihe qualitativ hochwertiger Freizeiteinrichtungen,

die zum Teil über die Grenzen

Kelkheims bekannt sind, zum Beispiel eine

neue Skater-Anlage, eine BMX-Strecke, den

einzigen Indoor- Abenteuerspielplatz im

Main-Taunus-Kreis, einen Waldseil- und einen

Hochseilgarten, eine Driving-Range, Reitanlagen,

vier Kunstrasenplätze, ein Modelflugplatz

und einiges mehr. Hinzu kommen

drei Jugendhäuser in Kelkheim-Mitte, Fischbach

und Ruppertshain, eine mobile Jugendarbeit

sowie eine abwechslungsreiche Ferienbetreuung

von Kindern- und Jugendlichen

zum Beispiel in Form von Ferienspielen. Insgesamt

verfügt Kelkheim über 15 Spielplätze

und 7 Bolzplätze und ist damit überdurchschnittlich

gut mit Spielgelegenheiten

versorgt.

In den letzten Jahren wurden zusätzliche

Investitionen beim Ausbau und der Beschilderung

des Radwege-Netzes unternommen,

zum Beispiel nach Liederbach

und nach Hofheim. Außerdem besteht ein

Umweltwanderweg (Sindlinger Wiesen) mit

speziellem Erlebnispfad für Kinder. Darüber

hinaus erfolgte der Neubau der Stadtbibliothek

verbunden mit einer Verdoppelung

der Bibliotheksfläche und einem sehr

umfassenden Angebot an Kinder- und Jugendliteratur.

Ein komplettes Stockwerk

- 55 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

ist ausschließlich Kinder- und Jugendbüchern

vorbehalten.

141 Vereine und 22.988 Mitglieder

Eine wesentliche Funktion in der Kinder- und

Jugendarbeit kommt neben den Kirchen den

141 Vereinen in Kelkheim zu. Von den insgesamt

22.988 Vereinsmitgliedern sind 5.336

unter 18 Jahre alt. Vor diesem Hintergrund

hat die Stadt Kelkheim in den letzten Jahren

die Förderung der Jugendarbeit durch Vereine

ausgebaut. Außerdem wurde ein Förderpreis

für Jugendarbeit ausgelobt. Bei der

Unterstützung des Vereins- und Schulsport

ist zudem die Kooperation mit der Stadt Hofheim

bei der Nutzung der Rhein-Main-Therme

erwähnenswert.

Neuer Kulminationspunkt „Markplatz“

In Zukunft wird nicht nur das Thema Betreuung

von Kindern und Jugendlichen und

die Schaffung einer familiengerechten Infrastruktur

in Kelkheim einen hohen Stellenwert

einnehmen. Mit einem Anteil von

- 56 -

21,3 Prozent sind die über 65-Jährigen bereits

heute überdurchschnittlich stark in

Kelkheim vertreten, so dass die Bereitstellung

von seniorengerechter Infrastruktur auf

Grund der demographischen Entwicklung in

Zukunft zusätzlich an Bedeutung gewinnen

wird. Dabei wird es in Kelkheim als besonders

wichtig angesehen, Einrichtungen wie Pflegeheime

und Wohnanlagen nicht am Stadt-

oder Waldrand anzusiedeln, sondern in integrierter

Lage in der Ortsmitte. In jüngster Zeit

ist in der Ortsmitte ein Pflegeheim mit über

165 Pflegeplätzen sowie eine Einrichtung für

Betreutes Wohnen mit 40 Wohneinheiten

entstanden – in unmittelbarer Nähe von Einkaufsmöglichkeiten,

gastronomischen Einrichtungen,

ärztlichen Dienstleistungen und

der Stadtbibliothek. Das neue Zentrum in der

Innenstadt, das städtebaulich die Funktion

des Marktplatzes als „neuer Kulminationspunkt“

einnimmt, soll insbesondere auch der

generationenübergreifenden Begegnung dienen.

Den intergenerativen Austausch zu fördern,

ist ein Anliegen der politisch Verantwortlichen.

Vor diesem Hintergrund soll es

zudem auch verstärkt generationsübergreifende

Projekte geben, wie sie etwa schon bei

Vorlese-Aktionen von Senioren bestehen.


Königstein im Taunus

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 41,2

Teilzeitquote in Prozent 15,8

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 568

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 127

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 13

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 32,1

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 1,8

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 303

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 -116

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 18,8

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 21,3

Durchschnittsalter 43,3

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

-1,9

Schuldenstand je Einwohner in Euro 1.583

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 5,0

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 2,7

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 57 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Königstein genießt als Standort für Familien

eine hohe und weiter wachsende Popularität.

In den letzten Jahren waren es vor allem

die Personen unter 18 Jahren und zwischen

30 und 50 Jahren, die verstärkt nach Königstein

gezogen sind und für ein Bevölkerungswachstum

gesorgt haben. Dies ist unter

anderem darauf zurückzuführen, dass in

Königstein in landschaftlich attraktiver Lage

in hohem Maße familiengerechte Grundstücke

verfügbar waren. Allerdings zu hohen

Preisen, auch wenn es einkommensabhängig

teilweise vergünstigtes Bauland für Familien

mit Kindern gab. Bei den älteren Menschen

über 65 Jahre war in den letzten Jahren hingegen

ein Nettowanderungsverlust zu verzeichnen.

Breites Angebot für Familien

Königstein hat Familien sicherlich einiges zu

bieten. Kinder und Jugendliche finden neben

viel Natur zum Spielen in der näheren Umgebung

offene Jugendangebote im Jugendhaus

Königstein, Veranstaltungen und Konzerte

sowie Ferienspiele und Freizeiten. Ein

wesentlicher Standortvorteil für Kinder und

Jugendliche ist die Burg. Hier finden vielfältige

Veranstaltungen statt, von „Rock auf

der Burg“ über Open-Air-Kino bis hin zu den

Ritterspielen. Die unmittelbare Nähe zum

Opel-Zoo ist ein weiterer Vorteil von Königstein.

Hinzu kommen das Freibad und auch

das Kurbad, das nicht nur von Senioren sondern

auch von Eltern mit Kindern gern genutzt

wird. In den letzten Jahren ist viel in

Kinderspielplätze investiert worden. Die politisch

Verantwortlichen in Königstein möchten

die Tatsache, dass ein großer Spielplatz

direkt vor dem Rathaus (mit direktem Blick

vom Büro des Bürgermeisters aus) gebaut

wurde, auch symbolisch verstanden wissen.

Königstein sieht sich als besonders familien-

und kinderfreundlich. Dazu soll auch die Ein-

- 58 -

richtung eines Jugendparlaments beitragen.

Neue Freizeit-Anlagen entstehen zurzeit,

so etwa das Minispielfeld mit Kunstrasen in

Schneidhain oder eine Skater-Anlage. Außerdem

wird das „Haus der Begegnung“ umgestaltet,

in dem u. a. auch Theaterveranstaltungen

oder ein kommunales Kino mit

Jugendprogramm angeboten werden sollen.

Im kulturellen Bereich ist insbesondere die

Kinderkunstschule zu erwähnen. Die Stadtbibliothek

unterhält ein reichhaltiges Angebot

an Kinder- und Jugendbuchliteratur. Zudem

besteht eine Kooperation mit den örtlichen

Kindertagesstätten und Grundschulen.

Höchste Versorgungsquote im Hochtaunuskreis

Beim Angebot an Krippenplätzen hat Königstein

in den letzten Jahren viel investiert.

Zum 31. Dezember 2008 war die Versorgungsquote

mit 32,1 Prozent die höchste im

gesamten Hochtaunuskreis. Für 2009 ist ein

weiterer Ausbau um acht Plätze vorgesehen,

so dass dann die Vorgaben für das Jahr 2013

bereits erfüllt werden.

Angesichts der stark international ausgerichteten

Bevölkerungsklientel (mit insgesamt

überdurchschnittlichem Einkommen) wird

unter anderem das bilinguale Bildungs- und

Betreuungsangebot als besonders wichtig

angesehen. Bilinguale Kindergärten bestehen

bereits in Königstein, eine neue bilinguale

Grundschule befindet sich im Bau.

Bedeutender Schulstandort

Königstein ist ein bedeutender Schulstandort.

Neben den Grundschulen gibt es vier weiterführende

Schulen mit insgesamt drei gymnasialen

Zweigen, zwei Realschulzweigen und

einer Hauptschule. Nachmittägliche Betreu-


ungsangebote an den Schulen stehen ebenso

zur Verfügung wie ein Hortangebot. Insgesamt

kann das Betreuungsangebot in Königstein

als bedarfsdeckend angesehen werden.

Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass

viele Frauen in Königstein keiner Berufstätigkeit

nachgehen. Die Beschäftigtenquote

der Frauen liegt mit 41,2 Prozent auf dem

niedrigsten Stand des IHK-Bezirks. Die traditionelle

Einverdienerfamilie ist in Königstein

noch stark vertreten. Es ist sicherlich nicht

überraschend, dass in Königstein der Anteil

der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren,

die Leistungen nach SGB II erhalten, mit

2,7 Prozent ebenso wie die Jugendarbeitslosenquote

von 5,0 Prozent sehr niedrig ist. Für

die Zukunft der jungen Menschen wird aber

auch der finanzielle Handlungsspielraum der

Gemeinde ausschlaggebend sein. Hier ist

eine überdurchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung

von 1.583 Euro kritisch zu sehen.

Zukunftsinvestitionen sind auch angesichts

des größer werdenden Anteils älterer Menschen

notwendig. Dieser Tatsache ist man

sich in Königstein bewusst, etwa beim Abbau

vorhandener Barrieren an Fußgängerwegen,

öffentlichen Gebäuden oder im Nahverkehr.

Altersgerechte Wohnanlagen sind in Königstein

mit unterschiedlichen Angeboten und

Ausstattungsniveaus vorhanden. Seit 1992

gibt es einen Seniorenbeauftragten, der

sich um die Belange älterer Menschen kümmert.

Eine hohe Bedeutung kommt dem ehrenamtlichen

Engagement zu, etwa bei der

Nachbarschaftshilfe „Bürger helfen Bürgern“

sowie in zahlreichen weiteren seniorengerechten

Angeboten in den rund 100 Vereinen

in Königstein.

- 59 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 60 -

Kriftel

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 50,5

Teilzeitquote in Prozent 18,3

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 474

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 27

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 22

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 20,1

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 -2,2

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 -108

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 -41

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 16,9

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 18,0

Durchschnittsalter 42,9

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

-8,7

Schuldenstand je Einwohner in Euro 1.284

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 6,6

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 5,9


Kriftel gehört zu den Gemeinden des IHK-

Bezirks, die in den letzten Jahren von einem

Bevölkerungsrückgang betroffen waren. Immerhin

sank die Zahl der Einwohner in den

Jahren 2000 bis 2007 um 2,2 Prozent. Kriftel

hat in allen Bevölkerungsteilen an Einwohnern

verloren, besonders stark jedoch

bei Familien mit Kindern. Durch die Ausweisung

neuer Baugebiete wird sich dieser

Trend aber wieder umkehren. Der Anteil der

unter 18-Jährigen ist mit 16,9 Prozent vergleichsweise

gering. Der Anteil von Frauen

und Männern ohne Kinder ist in Kriftel hingegen

überdurchschnittlich hoch. Hier spielt

sicherlich auch die hohe Attraktivität Kriftels

als Wohnstandort für Erwerbstätige in unmittelbarer

Nähe der wirtschaftlichen Zentren

Frankfurt, Wiesbaden und Mainz eine

wichtige Rolle.

Herausragende Bedeutung der Familienpolitik

Familienpolitik wird bei den politisch Verantwortlichen

als Thema von herausragender

Bedeutung gesehen. Dabei wird betont, dass

Maßnahmen sowohl Familien mit Kindern

als auch Senioren betreffen.

Zur Steigerung der Attraktivität als Familienstandort

tragen Förderprogramme für

Familien in Form von Zinszuschüssen im

Wohnungsbau bei. Hinzu kommt ein sehr

umfangreiches, qualitativ hochwertiges

Freizeitangebot. So bieten etwa der Regional-

und der Freizeitpark vielfältige Möglichkeiten.

Das Schwimmbad wird derzeit

umfassend saniert. Über 200 ehrenamtliche

Kräfte sind im Einsatz, um Ferienspielprogramme

zu organisieren, und sechs Mal im

Jahr finden die „Spiele im Park“ statt. Hinzu

kommt ein reichhaltiges Sport- und Freizeitangebot

in den örtlichen Vereinen. Besonders

hervorzuheben ist die politische Partizipati-

on der Kinder in den Grundschulen im vorhandenen

Kinderbeirat. Hier werden die Kinder

zum Beispiel bei den Anforderungen an

die Spielplatz-Investitionen mit einbezogen.

In Zusammenarbeit mit örtlichen Gewerbetreibenden

gibt es zudem das Präventionsprojekt

„Hier wird mir geholfen“ mit Anlaufstellen

in den sich beteiligenden Geschäften.

Eine offene Jugendarbeit mit einem Streetworker

ergänzt das Präventionsangebot. Zur

Förderung ausländischer Kinder gibt es eine

Lernstube mit Hausaufgabenbetreuung.

Überdurchschnittliches Hortangebot

Die Versorgungsquote mit Kita- und Tagespflegeplätzen

für unter 3-Jährige liegt über

20 Prozent und damit im Durchschnitt des

Main-Taunus-Kreises. Neben dem weiteren

Ausbau an Plätzen werden in den nächsten

Jahren vor allem auch Investitionen in

die Gebäudesanierung der Kindertagesstätten

als wichtig erachtet. Die Fertigstellung

des Neubaus der Kita Linsenberg ist für Ende

2010 vorgesehen. Darüber hinaus verfügt

Kriftel über ein überdurchschnittliches Angebot

an Hortplätzen.

Pflegeeinrichtung geplant

Eine weitere Herausforderung für Kriftel

ist die zunehmende Alterung der Bevölkerung.

Die Notwendigkeit einer verstärkt seniorengerechten

Infrastruktur hat man erkannt;

so wurde etwa beim Umbau des

Bahnhofs ebenso auf Barrierefreiheit geachtet

wie beim Umbau der Schwarzbachhallen

und der Sanierung des Freibades. Sukzessive

werden in jährlichen Bauprogrammen

Absenkungen von Bordsteinen straßenabschnittsweise

vorgenommen. Eine Seniorenwohnanlage

besteht bereits, eine Pflegeeinrichtung

am Freizeitpark ist in der Planung.

- 61 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 62 -

Kronberg im Taunus

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 47,5

Teilzeitquote in Prozent 16,8

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 810

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 118

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 40

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 31,8

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 -0,8

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 -57

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 368

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 17,2

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 19,7

Durchschnittsalter 46,8

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

22,1

Schuldenstand je Einwohner in Euro 1.107

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 4,2

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 3,8


Kronberg ist mit Abstand die Kommune mit

dem höchsten Altersdurchschnitt im IHK-

Bezirk Frankfurt. Er beträgt immerhin 46,8

Jahre. Im Vergleich hierzu: In der jüngsten

Gemeinde – Neu-Anspach – beträgt das

Durchschnittsalter 40,6 Jahre.

Höchster Altersdurchschnitt

Am hohen Besatz mit alten Menschen in

Kronberg wird sich in den nächsten Jahren

auch nichts ändern, im Gegenteil. Während

bei Familien Nettowanderungsverluste

zu verzeichnen sind, ziehen verstärkt Menschen

im Rentenalter nach Kronberg. Inzwischen

ist jeder fünfte Kronberger über 65

Jahre alt - Tendenz weiter steigend. Bei der

Interpretation dieser Daten muss allerdings

die hohe Zahl von Senioren- und Pflegeplätzen

in Kronberg berücksichtigt werden, die

eine Ausstrahlungsfunktion weit über die

Stadt hinaus haben.

Dabei hat Kronberg Familien mit Kindern einiges

zu bieten. Sicherlich führen die hohen

Preise für Wohnraum dazu, dass es sich

nur ein begrenzter Teil von Menschen leisten

kann, nach Kronberg zu ziehen. Die vergleichsweise

gute wirtschaftliche Situation

der Kronberger drückt sich neben der hohen

Kaufkraft, die neben der Region Starnberg

zu den höchsten in Deutschland zählt, auch

in dem niedrigen Anteil von Beziehern von

SGB II-Leistungen aus. Lediglich 3,8 Prozent

der Kinder und Jugendlichen sind auf SGB II-

Leistungen angewiesen. Die Jugendarbeitslosenquote

beträgt 4,2 Prozent.

Spitzenplatz bei Versorgung von unter

3-Jährigen

Bei der Versorgung mit Krippenplätzen gehört

Kronberg mit einer Versorgungsquote

von 31,8 Prozent im IHK-Bezirk zu den Spitzenreitern.

Auch das Angebot an nachmittäglicher

Betreuung von Schulkindern ist in

Kronberg überdurchschnittlich und wird derzeit

weiterentwickelt. Ein weiterer Ausbau

der Kinderbetreuungsplätze für unter 3-Jährige

um 47 Plätze ist geplant; unter anderem

in Kooperation mit privaten Trägern und

ortsansässigen Unternehmen. Bei Realisierung

dieser Maßnahmen wird die Versorgungsquote

mit 41,2 Prozent nach Eschborn

die höchste im gesamten IHK-Bezirk sein. Die

Vorgabe des Bundes und des Landes Hessen

wird somit schon frühzeitig erfüllt werden.

Strategische Ausbauplanung

Für die nächsten Jahre ist eine Modernisierung

der städtischen Einrichtungen vorgesehen.

Die einzelnen Schritte sind seitens der

Stadt Kronberg in einem Strategiepapier bis

zum Jahr 2011 dargelegt. Besonderer Wert

wird unter anderem auf die Erweiterung der

bereits vorhandenen Hauswirtschafts- und

Küchenbereiche gelegt. Ein wesentliches Ziel

ist es neben flexiblen Betreuungszeiten und

guten Bildungsstandards den Kindern auch

eine besonders gesunde Ernährung zu bieten.

Die Tagespflege von Kindern wird seit über

20 Jahren in Kronberg gefördert. Über die

bisher üblichen Qualitätsstandards ist eine

160-Stunden-Qualifizierung und Zertifizierung

für Tageseltern vorgesehen. Um eine

kostenmäßige Gleichbehandlung der Eltern

bei der Wahl zwischen Krabbelgruppe und

Tagespflege zu gewährleisten, ist zudem eine

Bezuschussung der Tagespflege geplant.

- 63 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Breites Jugendangebot

Neben einem guten Betreuungsangebot kann

auch das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche

überzeugen. 16 Spielplätze und

weitere Bolzplätze sind vorhanden, der Bau

eines Skaterparcours ist in der Planung. Das

Waldschwimmbad bietet stark ermäßigte

Preise für Jugendliche (und Senioren). In den

Schulferien gibt es ein umfassendes Spielangebot.

Zudem werden Jugendfahrten (bspw.

zu den Partnerstädten Kronbergs) finanziell

unterstützt. Zwei betreute Jugendhäuser

stehen zur Verfügung. Und schließlich bieten

Vereine und Kirchen ein vielfältiges Angebot

für Kinder und Jugendliche. Zum hohen

Freizeitwert von Kronberg trägt ganz

sicher auch der Opel-Zoo bei. Eine besondere

musische und künstlerische Förderung

von Kindern und Jugendlichen bieten u.a. das

Feuermann-Konservatorium und die örtliche

Kunstschule. Zudem bestehen Programme

zur Leseförderung von Grundschülern mit

der Stadtbibliothek.

- 64 -

Seniorenbeirat wurde eingerichtet

Auf Grund der vorhandenen Bevölkerungsstruktur

wird Kronberg in besonderem Maße

von einer zunehmenden Alterung der Gesellschaft

betroffen sein. Mit den umfassenden

Wohn- und Pflegeangeboten für ältere Menschen

ist Kronberg gut gerüstet. Darüber hinaus

gibt es vielfältige Aktivitäten für Senioren,

etwa durch die Initiative „Silberdisteln“

mit Lesungen und Ausstellungen. In Kronberg

werden Seniorenfahrten u.a. zu den Partnerstädten

organisiert. Kirchen und Vereine bieten

weitere Angebote für Senioren. Für die

Verbesserung der Interessenvertretung älterer

Menschen wurde ein Seniorenbeirat

eingerichtet. Außerdem wird dem Thema

„Barrierefreiheit“ besondere Aufmerksamkeit

gewidmet, so etwa bei der Einrichtung des

Bürgerbüros am Berliner Platz oder der alters-

und behindertengerechten Ausgestaltung

der Bushaltestellen.


Liederbach am Taunus

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 49,6

Teilzeitquote in Prozent 16,0

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 401

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 39

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 23

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 21,9

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 5,5

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 -48

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 -33

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 19,8

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 16,5

Durchschnittsalter 41,2

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

12,3

Schuldenstand je Einwohner in Euro 243

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 9,1

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 4,8

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 65 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Gute Haushaltslage erleichtert Ausbau der

Betreuungseinrichtungen

Liederbach gehört zu den am geringsten verschuldeten

Gemeinden im IHK-Bezirk – gemessen

an der Verschuldung je Einwohner.

Diese vergleichsweise günstige finanzielle

Situation hat es Liederbach in den letzten

Jahren sicherlich erleichtert, das Betreuungsangebot

für die unter 3-Jährigen erheblich

auszubauen. Es wird sich noch verbessern,

wenn die mit Baubeginn 2009 vorgesehene

Erweiterung der derzeit 39 Plätze in Kindertagesstätten

für unter 3-Jährige um weitere

30 Betreuungsplätze erfolgt. Zuzüglich

der in Liederbach angebotenen Tagespflegeplätze

wäre dann schon das Versorgungsziel

der Bundesregierung für das Jahr 2013 weitgehend

erreicht. Allerdings stellt das bislang

unzureichende Angebot von Betreuerinnen

und Betreuern auf dem Arbeitsmarkt ein Problem

dar. Schon heute ist in Liederbach ein

Fachkräftemangel bei der Kindergartenbetreuung

zu beklagen.

Das Angebot an Kindergarten- und Hortplätzen

entspricht dem Durchschnitt im Main-

Taunus-Kreis. Dabei bestehen auf Grund der

starken Nachfrage nach nachmittäglicher

Betreuung von Schulkindern beim Hortangebot

Engpässe. Angesichts der überdurchschnittlichen

Erwerbsbeteiligung der Liederbacher

Bürgerinnen und Bürger ist dies nicht

verwunderlich. Eine Ausweitung der außerschulischen

Betreuung zumindest bis 15.30

Uhr ist jedoch vorgesehen. Die Notwendigkeit

zum Ausbau an Hortplätzen würde sich langfristig

dann erübrigen, wenn in der Liederbacher

Grundschule eine Ganztagesbetreuung

möglich wäre, was bislang nicht der Fall ist.

Bereits eine pädagogische Mittagsbetreuung

brächte Entlastung und erleichterte die Vereinbarkeit

von Beruf und Familie.

- 66 -

Starkes Bevölkerungswachstum

Eine gute Infrastruktur für Familien ist für

die Zukunft von Liederbach von hoher Bedeutung.

Die Gemeinde ist bevölkerungsmäßig

seit dem Jahr 2000 um 5,5 Prozent

gewachsen, was in erster Linie auf die Ausweisung

neuer Baugebiete und der damit

verbundenen Schaffung von attraktivem, familiengerechtem

Wohnraum zurückzuführen

ist. Zuletzt verzeichnete die Gemeinde

jedoch leichte Nettowanderungsverluste,

sowohl bei den älteren Menschen als auch

bei den jüngeren. Diesem Bevölkerungsverlust

wirkt eine überdurchschnittliche Geburtenrate

entgegen, die 12 Prozent über dem

Niveau der Region FrankfurtRheinMain liegt.

Neben der Zuwanderung von Familien in der

Vergangenheit führt die überdurchschnittliche

Geburtenrate dazu, dass die Bevölkerung

in Liederbach zu den jüngsten im IHK-

Bezirk Frankfurt am Main zählt.

Qualitativ hochwertiges Gesamtpaket für

Familien

Die politisch Verantwortlichen haben die

Wichtigkeit der Familienpolitik als Standortfaktor

erkannt. Dabei geht es in Liederbach

vor allem darum, ein umfassendes, qualitativ

hochwertiges Gesamtpaket für Familien

anzubieten und nicht darum, im Wettbewerb

mit anderen Kommunen die niedrigsten Kindergartengebühren.

Zu diesem Paket zählen

nicht nur Spiel- und Sportanlagen, sondern

zum Beispiel auch die für eine Gemeinde

dieser Größenordnung sehr gut ausgestattete

Bibliothek mit einem umfassenden Angebot

an Kinder- und Jugendbüchern. Im

Rahmen der frühkindlichen Bildung kooperiert

die Bibliothek mit den Kindergärten

und der örtlichen Grundschule und organisiert

beispielsweise Vorlesestunden. Neben

dem reichhaltigen Angebot für Kinder und


Jugendliche in den örtlichen Vereinen gibt

es zudem einen Jugendtreff, in dem vielfältige

Aktivitäten wie zum Beispiel Spieleabende,

Discobesuche, Breakdance-Unterricht

oder Filmvorführungen angeboten werden.

Das gesamte Angebot ist in der von den Jugendlichen

selbst erstellten Homepage unter

www.jugendtreff-liederbach.de abrufbar.

Niedriger Seniorenanteil

Auch wenn in Liederbach der Anteil der Menschen

im Rentenalter bislang mit 16,5 Prozent

vergleichsweise niedrig ist, so sind

sich die politisch Verantwortlichen den zukünftigen

Herausforderungen des demographischen

Wandels bewusst. Daher wird auf

die Schaffung einer seniorengerechten Infrastruktur

Wert gelegt. In Liederbach gibt

es bereits ein Pflegeheim, in dem auch junge

Erwachsene mit Handicap betreut werden.

Im Rahmen des geplanten Neubaugebiets

„Nördliche Weingärten“ mit 25 Häusern

soll zudem eine Einrichtung mit „betreutem

Wohnen“ entstehen. Hervorzuheben ist, dass

bei den Planungen der Gemeinde Wert besonders

darauf gelegt wird, dass sich die Betreuungseinrichtungen

für Senioren in integrierter

Lage befinden und wichtige Ziele der

Nahversorgung fußläufig erreichbar sind –

wie etwa auch das jüngst gebaute Gesundheitszentrum,

das zur qualitativen Aufwertung

des Standortes Liederbach als Wohnort

beiträgt.

- 67 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 68 -

Neu-Anspach

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 47,3

Teilzeitquote in Prozent 18,2

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 678

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 57

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 14

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 21,4

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 1,3

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 -91

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 86

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 21,1

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 14,6

Durchschnittsalter 40,6

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

-25,6

Schuldenstand je Einwohner in Euro 767

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 7,1

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 7,6


Neu-Anspach ist mit Abstand die jüngste

Gemeinde im IHK-Bezirk. Das Durchschnittsalter

beträgt gerade einmal 40,6 Jahre.

21,1 Prozent der Gesamtbevölkerung sind

unter 18 Jahren alt.

Senioren zieht es zunehmend nach Neu-

Anspach

Hingegen sind lediglich 14,6 Prozent der

Neu-Anspacher über 65 Jahre alt. Zu dieser

Bevölkerungsstruktur hat der massive Zuzug

speziell junger Familien in den 1980er

und 1990er Jahren beigetragen. Inzwischen

hat sich das Bevölkerungswachstum jedoch

spürbar verlangsamt. Nicht nur die 18- bis

30-Jährigen verlassen verstärkt Neu-Anspach,

sondern gerade auch bei Familien

sind in den letzten Jahren Wanderungsverluste

entstanden. Hingegen gewinnt Neu-

Anspach bei den Menschen im Rentenalter

an Bedeutung. Hier übersteigt die Zahl der

Zuwanderer deutlich die Zahl der Abwanderer.

Aus diesem Grundund angesichts einer

unterdurchschnittlichen Geburtenrate – wird

somit der Anteil der Älteren in der Gemeinde

in den nächsten Jahren spürbar steigen und

damit auch das Durchschnittsalter. Die politisch

Verantwortlichen sind sich sehr frühzeitig

der abzeichnenden Alterung der Neu-

Anspacher bewusst geworden. Sie widmen

dem Thema „seniorengerechte Infrastruktur“

besondere Aufmerksamkeit zum Beispiel mit

der Initiierung eines Seniorenbeirats oder der

Durchführung einer Seniorenbedarfs-Analyse

in Bezug auf die Bereitstellung öffentlicher

Verkehrsmittel.

Bündnis für Familie

Zudem wird in Neu-Anspach dem Thema

Familienpolitik“ besondere Bedeutung beigemessen.

Die Themen „Familienfreundlich-

keit“ und „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“

sind in den letzten Jahren verstärkt

politisch besetzt worden. Hierzu gehört beispielsweise

auch das Engagement im „Bündnis

für Familie“, in dem eine enge Vernetzung

von engagierten Eltern und der örtlichen

Verwaltung gegeben ist. In den letzten Jahren

wurden beträchtliche Anstrengungen

zur Verbesserung der Versorgung mit Krippenplätzen

unternommen. Die Betreuungsquote

in Einrichtungen liegt inzwischen bei

über 17 Prozent, und im Jahr 2009 werden

38 weitere Plätze geschaffen. Hinzu kommt

das Angebot an Tagespflegeplätzen. Die Kindertagespflege

„Ganz e.V.“ bietet Qualifizierungs-

und Weiterbildungsprogramme für

Tagesmütter und –väter in Neu-Anspach an.

Nach Auskunft der Stadtverwaltung kann

2009 der Betreuungsbedarf für Kinder unter

drei Jahren gedeckt werden, in einem begrenzten

Rahmen ist man sogar in der Lage,

Kinder aus Nachbargemeinden mit aufzunehmen.

Dabei setzt Neu-Anspach bewusst

nicht nur auf den quantitativen Ausbau, sondern

zukünftig auch auf ein verstärktes Qualitätsmanagement

und die systematische

Fortbildung der Betreuerinnen und Betreuer

sowie der Tageseltern. Hervorzuheben ist

ferner, dass in Neu-Anspach ein vergleichsweise

gutes Angebot an Hortplätzen besteht,

das beste im „Usinger Land“. Ergänzend entsteht

an der örtlichen Grundschule ein Betreuungszentrum.

Sehr gutes Freizeitangebot

Neu-Anspach ist eine Gemeinde mit einem

sehr hohen Kinder- und Jugendanteil. Um

dieser Tatsache gerecht zu werden, wird

viel Wert auf die Aufrechterhaltung eines

kind- und jugendgerechten Freizeitangebots

gelegt. Sicherlich bietet die attraktive

Landschaft des Naturparks Hochtaunus, die

Lochmühle oder auch der Hessenpark viel-

- 69 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

fältige Möglichkeiten für Familien, die Freizeit

aktiv zu gestalten. Darüber hinaus gibt

es in Neu-Anspach ein Jugendhaus und drei

selbstverwaltete Jugendzentren, 21 Spielplätze

und fünf Bolzplätze. Ein besonders

familienfreundliches Angebot ist im Sommer

das „Schwimmbad-Taxi“, mit dem für

50 Cent pro Person ein Transfer zum örtlichen

Schwimmbad möglich ist.

In Neu-Anspach finden regelmäßig Theaterveranstaltungen

für Kinder statt. Eher selten

für eine Gemeinde dieser Größenordnung ist

zudem die Existenz eines Kinos, in dem unter

anderem auch ein vielfältiges Programmangebot

für Kinder bis 14 Jahre besteht. Nicht

zu vergessen ist das überaus vielfältige Vereinsleben

in über 100 Vereinen, das Kindern

und Jugendlichen die unterschiedlichsten

Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung bietet.

- 70 -

Zwar hat Neu-Anspach keine überdurchschnittlichen

sozialen Probleme bei Kindern

und Jugendlichen, die Jugendarbeitslosigkeit

und auch der Anteil der Empfänger von SGB

II-Leistungen unter 15 Jahren befinden sich

auf einem mittleren Niveau; dennoch ist es

wichtig, dass sich die Verwaltung auch den

sozialen Problemen der Jugendlichen vor

Ort annimmt, zum Beispiel durch das Engagement

eines Streetworkers. Der Plan zur

Schaffung eines Jugendparlaments ist allerdings

bislang am fehlenden Interesse der Jugendlichen

gescheitert. Gewalt- und Drogenprävention

sowie eine stärkere politische

Partizipation der Jugendlichen setzen jedoch

nicht nur die Initiative der Stadtverwaltung

voraus, sondern auch ein entsprechendes

Bewusstsein der Eltern und die Beteiligung

der Schulen – speziell der weiterführenden

Schule – vor Ort.


Oberursel (Taunus)

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 50,0

Teilzeitquote in Prozent 17,8

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 2.123

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 131

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 110

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 19,5

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 2,2

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 654

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 -71

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 17,8

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 20,8

Durchschnittsalter 43,4

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

-3,0

Schuldenstand je Einwohner in Euro 904

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 7,2

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 7,9

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 71 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Bedeutender Schulstandort

Die Attraktivität Oberursels als Wirtschafts-

und Wohnstandort hat in den letzten Jahren

zu einem deutlichen Bevölkerungszuwachs

geführt. Seit dem Jahr 2000 stieg die Zahl

der Einwohner um 2,2 Prozent. Dabei waren

es in erster Linie Menschen zwischen dem

30. und 50. Lebensjahr sowie unter 18 Jahren,

die es verstärkt nach Oberursel zog. Im

interregionalen Vergleich hatte Oberursel in

den letzten Jahren einen der stärksten Nettowanderungsgewinne

bei den so genannten

Familienwanderern. Neben der zentralen

Lage mit sehr guter Verkehrsanbindung an

Frankfurt am Main, einem qualitativ hochwertigen

Angebot an familienfreundlichem

Wohnraum, sowie einem guten Arbeitsplatzangebot

in Oberursel selbst trägt sicherlich

auch die Attraktivität Oberursels als Schulstandort

zu dieser Entwicklung bei. Die Stadt

verfügt über ein ausgesprochen breit gefächertes

Schulangebot aller Schulformen,

das unter anderem auch eine Internationale

Schule umfasst, deren Anziehungswirkung

weit über Oberursel hinausgeht. Zur nachmittäglichen

Betreuung der Schülerinnen

und Schüler verfügt Oberursel zudem über

ein vergleichsweise gutes Angebot an Hortplätzen.

Neue Betreuungseinrichtungen entstehen

an den örtlichen Schulen. Mit einer

großzügigen Mensa und entsprechenden

Aufenthaltsmöglichkeiten werden am neuen

Gymnasium auch die langfristigen Voraussetzungen

für eine Ganztagsschule entstehen.

Versuche mit einem Ganztags-Schulangebot

in Oberursel sind bereits erfolgt und

erklärtes Ziel der politisch Verantwortlichen

ist es, in Zukunft Ganztagsschul-Angebote in

den einzelnen Stadtteilen Oberursels vorzuhalten.

- 72 -

Bis Ende 2009 steigt Versorgungsquote auf

30 Prozent

Auch beim Ausbau der Betreuungseinrichtungen

für unter 3-Jährige ist speziell in den

letzten beiden Jahren viel investiert worden

und wird weiter investiert. Zum 31.12.2008

betrug die Versorgungsquote einschließlich

der Plätze bei Tagesmüttern knapp 20 Prozent,

durch den geplanten Ausbau an Kita-Plätzen

und Tagespflegepersonen um

voraussichtlich 122 Plätze wird die Versorgungsquote

bis Ende 2009 auf 30 Prozent

steigen. Angesichts des starken Zuzugs speziell

von Familien und der höchsten Frauenbeschäftigungsquote

im Hochtaunuskreis

deckt dies aber noch nicht den vorhandenen

Bedarf.

Sehr gutes Freizeitangebot

Neben den Betreuungseinrichtungen bestimmt

ganz wesentlich der Freizeitwert einer

Kommune ihre Attraktivität als Wohnstandort

für Familien. Hier ist Oberursel

zweifellos gut aufgestellt: Es gibt unter anderem

42 Spielplätze, von denen drei durch

die Aktion „Kinderparadies“ betreut werden,

unter anderem auch mit Angeboten für unter

3-Jährige. Darüber hinaus hat Oberursel

eine Vielzahl von Anlagen für Outdoor-Aktivitäten

für Jugendliche zu bieten: Fußball,

Rollhockey, Basketball, Skating u.s.w. Zudem

wurden umfangreiche Investitionen in

das örtliche Schwimmbad getätigt. Hinzu

kommt das vielfältige Sportangebot der örtlichen

Vereine. Und schließlich kann auch die

Initiative „Laufen bringt´s“ in Kooperation

mit örtlichen Gewerbetreibenden mit speziell

gekennzeichneten Wegen für Kinder nicht

nur unter dem Aspekt „Verkehrssicherheit“,

sondern auch vor dem Hintergrund der Förderung

sportlicher Betätigung als Best-Practice-Beispiel

gelten.


Auch im kulturellen Bereich wird für Kinder

und Jugendliche viel getan, etwa in der örtlichen

Musikschule, bei der Sommerkulturnacht

oder den Angeboten im Jugend- und

Kulturzentrum „Portstraße“ mit Theater, Kabarett

oder Literatur-Lesungen.

Eigenes Kinderbüro

Dem Bereich „Kinder und Jugendliche“ wird

in der Oberurseler Verwaltung besondere

Aufmerksamkeit gewidmet, was sich auch in

der Tatsache eines eigenen „Kinderbüros“ mit

zwei Stellen ausdrückt. Gegenwärtig wird

der Freizeitbereich im Rahmen des Projektes

„Oberursel unter der Lupe“ evaluiert. Besonders

stolz ist man auf die vielfältigen Beteiligungsprojekte

mit Kindern und Jugendlichen,

so etwa auch das preisgekrönte Projekt zur

Stadtentwicklung im Camp King.

Man ist sich in Oberursel aber bewusst, dass

speziell im Jugendbereich bislang nicht alle

Bedürfnisse abgedeckt werden. So konnte

zwar eine Tanzstunde gewonnen werden,

eine Disco ist bislang jedoch nicht vorhanden.

Allerdings besteht hier seitens der

politisch Verantwortlichen zumindest der

Wunsch, eine derartige Einrichtung in Oberursel

zu etablieren.

Familienpolitik wird in Oberursel als prioritär

angesehen. Angesichts der Tatsache,

dass mehr als jeder fünfte Einwohner inzwischen

das 65. Lebensjahr überschritten hat,

wird dabei auch den Belangen der Senioren

besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Eine

Seniorenbeauftragte kümmert sich speziell

um die Anliegen älterer Menschen. In Zukunft

wird das Thema „Barrierefreiheit“ in

der Stadtentwicklung an Bedeutung gewinnen.

Gegenwärtig steht im Rahmen des allgemeinen

Investitionsprogramms die altengerechte

Gestaltung des Bahnhofs und der

Haltestellen im Vordergrund.

In Oberursel finden sich zudem vielfältige

Betreuungseinrichtungen für Senioren, von

kleinen Wohneinheiten mit Betreuungsangeboten

bis hin zu Pflegeheimen. Hervorzuheben

sind auch das „Demenz-Netzwerk“

und die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe

„Interaktiv“. Wesentliche Bedeutung wird

seitens der Verwaltung angesichts der demographischen

Entwicklung auch dem Thema

Nahversorgung beigemessen; dies gilt nicht

nur für den Kauf von Gütern des täglichen

Bedarfs, sondern auch bei der Gesundheitsversorgung.

So entsteht am Bahnhof Oberursel

ein Ärztezentrum.

- 73 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 74 -

Schmitten

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 46,3

Teilzeitquote in Prozent 16,8

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 337

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 6

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 13

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 8,1

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 3,5

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 109

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 -46

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 19,2

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 17,8

Durchschnittsalter 42,3

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

-7,0

Schuldenstand je Einwohner in Euro 1.145

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 6,8

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 4,7


Schmitten gehörte in den letzten Jahren zu

den demographischen Gewinnern. Seit der

Jahrtausendwende wuchs die Bevölkerung

um 3,5 Prozent. Speziell Familien zog es dabei

in die aus neun Ortsteilen bestehende

Flächengemeinde Schmitten, deren bevölkerungsmäßig

kleinster Ortsteil 183 Einwohner

und deren größter Ortsteil Oberreifenberg

1922 Einwohner zählt. Nahezu jeder fünfte

Einwohner ist unter 18 Jahren alt. Mit einem

Durchschnittsalter von 42,3 Jahren gehört

Schmitten zu den jugendlichsten Gemeinden

des IHK-Bezirks.

Zuzug von Familien dauert an

Der Zuzug von Familien hält ununterbrochen

an. Dabei ist eine der landschaftlich

schönsten Lagen innerhalb des IHK-Bezirks

Frankfurt ganz sicher ein besonderer Standortvorteil.

Hinzu kommt das für die Metropolregion

FrankfurtRheinMain vergleichsweise

sehr preisgünstige Baulandangebot und die

Nähe zu den Arbeitsplätzen in Frankfurt am

Main. Die positive Bevölkerungsentwicklung

dürfte kurzfristig anhalten, zumal derzeit ein

Neubaugebiet mit über 50 Wohneinheiten

entwickelt wird. In längerfristiger Perspektive

fehlt es der Gemeinde aber an bebaubaren

Flächen, so dass das Bevölkerungswachstum

zum Stillstand kommen wird.

Umso wichtiger wird für die Zukunft der Gemeinde

ein qualitatives Wachstum sein. Allerdings

sind die finanziellen Möglichkeiten

einer Gemeinde auf einer Gesamtfläche von

3550 ha, mit neun Ortsteilen und insgesamt

weniger als 9.000 Einwohnern stark eingeschränkt.

Einerseits sind die Möglichkeiten

zur Erzielung von Einnahmen in der „Wohnortgemeinde“

begrenzt, andererseits entstehen

aus der Gemeindestruktur hohe Kosten.

Bereits heute beträgt die Pro-Kopf-Verschuldung

in Schmitten 1.145 Euro.

Bevölkerungswachstum erschwert Betreuungsplan

Dabei werden in den nächsten Jahren erhebliche

Investitionen in den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen

notwendig werden,

wenn man die gesetzliche Zielvorgabe

einer Versorgungsquote von 35 Prozent für

unter 3-Jährige bis zum Jahr 2013 erreichen

möchte. Derzeit ist die Versorgungsquote mit

8,1 Prozent die niedrigste im IHK-Bezirk. Bis

zum Jahr 2010 ist allerdings ein Ausbau der

Kleinkinderbetreuung vorgesehen. In Brombach

soll zum Jahresanfang eine zusätzliche

U3-Gruppe mit mindestens 12 Plätzen

zur Verfügung stehen. In den letzten Jahren

stand angesichts der knappen Finanzmittel

und des starken Zuzugs von Familien

mit Kindern die Erfüllung des Rechtsanspruchs

für über 3-Jährige im Mittelpunkt

des politischen Handelns. In Bezug auf die

Versorgung mit Kinderbetreuungseinrichtungen

muss zudem beachtet werden, dass

vielfach Kinder am Arbeitsort der Eltern außerhalb

Schmittens in Kindertagesstätten

oder bei Tageseltern untergebracht werden.

In den Grundschulen am Ort ist eine Nachmittagsbetreuung

grundsätzlich gegeben, in

der Jürgen-Schumann-Schule bis 15.00 Uhr,

und für die Schülerinnen und Schülern der

Grundschule Reifenberg wird eine Hortbetreuung

durch eine pädagogische Fachkraft

bis 15.30 Uhr angeboten.

Für eine bevölkerungsarme Flächengemeinde

wie Schmitten ist die interkommunale

Zusammenarbeit von wesentlicher Bedeutung,

um die bestmögliche Versorgung der

Bevölkerung zu gewährleisten. Hier böten

sich auch Ansatzpunkte der Zusammenarbeit

mit Nachbargemeinden in Bezug auf die Angebote

in Kindertagesstätten. Bereits heute

unterstützt die Gemeinde Schmitten den

Usinger Verein „Lichtblick“ im Bereich der

Tagespflege.

- 75 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Jugendarbeit wird ausgebaut

Das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche

in Schmitten ist für eine Gemeinde dieser

Größenordnung durchschnittlich. Sicherlich

bietet allein die unmittelbare Lage im

Naturpark Hochtaunus vielfältigste Möglichkeiten

der Freizeitgestaltung. Darüber

hinaus unterbreiten die örtlichen Vereine

und Kirchen diverse Aktivitäten in sportlicher

und kultureller Hinsicht. Der Burgverein

Reifenberg veranstaltet u.a. Kinderfeste

und „Gruselnächte“. Ferner finden sich Angebote

zum Drachenfliegen. Regelmäßig finden

in Schmitten auch Rockkonzerte statt. Und

selbstverständlich gibt es ein vielfältiges Ferienspielangebot

und Ausflugsfahrten durch

die Gemeinde Schmitten. Zudem verfügt

Schmitten über ein (behindertengerechtes)

Freibad.

Die Familienpolitik wird von den politisch

Verantwortlichen in Schmitten als besonders

wichtiges Thema angesehen. Dazu gehört

auch die Jugendarbeit. Eine Jugendbetreuerin

hat seit April 2009 die Arbeit im

Rathaus aufgenommen. Demnächst soll der

- 76 -

Jugendraum nach Renovierung wieder eröffnet

werden und den Jugendlichen in den

verschiedenen Ortsteilen Schmittens einen

Treffpunkt bieten.

Bedarfsanalyse für Seniorengerechtes

Wohnen geplant

Auch in Bezug auf die Seniorenarbeit verstärkt

Schmitten seine Aktivitäten. Zwar ist

in den letzten Jahren ein Nettowanderungsverlust

bei den über 65-Jährigen zu verzeichnen,

gleichwohl wird auch in Schmitten

der Anteil älterer Menschen in den nächsten

Jahren deutlich steigen. Es ist das politische

Ziel, mit dem neu gewählten Seniorenbeirat

Bedarfsanalysen zu erstellen. Dies gilt zum

Beispiel für das Thema „seniorengerechte

Wohnformen“ sowie für die Entwicklung

von individuellen Transportlösungen für ältere

Menschen. Die Gemeinde Schmitten organisiert

u. a. regelmäßige Seniorenfahrten.

Hinzu kommt ein vielfältiges Angebot speziell

für ältere Menschen durch die örtlichen

Vereine und Kirchen.


Schwalbach am Taunus

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 47,9

Teilzeitquote in Prozent 19,0

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 784

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 74

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 21

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 24,6

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 2,6

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 424

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 -41

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 17,7

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 24,6

Durchschnittsalter 44,6

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

12,0

Schuldenstand je Einwohner in Euro 1.441

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 9,2

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 11,4

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 77 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

In Schwalbach hat inzwischen jeder vierte

Einwohner das gesetzliche Renteneintrittsalter

erreicht. Insofern stellt das Thema

„seniorengerechte Infrastruktur“ eine der

zentralen Herausforderungen für die Verantwortlichen

in Schwalbach dar. Angesichts

der vorhandenen Altersstruktur ist es aber

auch wichtig, die Attraktivität Schwalbachs

für junge Menschen zu erhöhen. Hier konnten

in den letzten Jahren bereits Erfolge erzielt

werden. Schwalbach hat gerade bei den

Familien deutliche Zuwanderungsgewinne

zu verzeichnen. Insgesamt stieg die Bevölkerungszahl

seit dem Jahr 2000 um 2,6 Prozent.

Überdurchschnittliches Betreuungsangebot

Zur Steigerung der Attraktivität Schwalbachs

als Familienstandort ist in den letzten Jahren

viel investiert worden – speziell auch in

die Betreuungsmöglichkeiten für Kinder unter

3 Jahren, in denen bei hoher Trägervielfalt

unterschiedliche Angebote bereit gehalten

werden - und dies, obwohl Schwalbach

mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1.441

Euro die am höchsten verschuldete Kommune

im Main-Taunus-Kreis ist. Inzwischen gehört

die Versorgungsquote mit Kita-Plätzen

zu den höchsten im IHK-Bezirk. Spätestens

bis Anfang 2010 werden weitere 40 Plätze

für Kinder unter drei Jahren hinzukommen.

Ebenfalls überdurchschnittlich ist das Angebot

an Betreuungsmöglichkeiten für Schulkinder.

Im „Schulkinderhaus“ steht beispielsweise

an den örtlichen Grundschulen ein

Betreuungsangebot außerhalb der Schulzeiten

morgens ab 7.00 Uhr und nachmittags

bis 17.30 Uhr zur Verfügung. Die Möglichkeiten

zur Vereinbarkeit von Beruf und

Familie sind angesichts der inzwischen vorhandenen

Betreuungsmöglichkeiten in

Schwalbach als „gut“ zu bezeichnen.

- 78 -

Der Jugendarbeit wird in Schwalbach ein hoher

Stellenwert beigemessen. So gibt es ein

Jugendzentrum und ein Street-Worker kümmert

sich um die Belange Jugendlicher. Dabei

kommt der Integrationsarbeit eine wichtige

Rolle zu. In Schwalbach bezieht immerhin jedes

neunte Kind unter 15 Jahren Leistungen

aus SGB II. Ebenfalls wichtige Integrationsarbeit

wird in den örtlichen Vereinen und

Kirchen geleistet.

In Schwalbach sind vielfältige Freizeitmöglichkeiten

für Kinder und Jugendliche vorhanden.

Standortvorteile für Familien mit

Kindern sind unter anderem die zahlreichen

Grünflächen in Schwalbach sowie der Stadtwald.

Seitens der Kommune werden Ferienspiele

angeboten und ein Spielmobil steht

den Kindern zur Verfügung. Kindertheater-Veranstaltungen

finden ebenso statt

wie regelmäßige Vorlesestunden in der örtlichen

Stadtbücherei. Den Kindern und Jugendlichen

in den Vereinen stehen zum Teil

sehr gut ausgestattete Sportstätten zur Verfügung,

unter anderem verfügt Schwalbach

auch über hochwertige Kunstrasenplätze.

Hohe Bedeutung von Beteiligungsprojekten

Beteiligungsprojekten mit Kindern und Jugendlichen

wird in Schwalbach eine hohe

Bedeutung beigemessen, so wurde jüngst

die Stadtbibliothek künstlerisch von Jugendlichen

umgestaltet. Um die verschiedenen

Generationen zusammen zu bringen, ist zudem

die künstlerische Gestaltung einer Unterführung

im Zentrum von Jung und Alt geplant.

Auch ist ein „Generationenspielplatz“

in der Umsetzung, in dem gemeinsame Freizeitaktivitäten

möglich sind.


Starkes ehrenamtliches Engagement von

Senioren

Die Tatsache, dass jeder Vierte in Schwalbach

inzwischen das gesetzliche Rentenalter erreicht

hat, wird von den politischen Verantwortlichen

nicht als Nachteil, sondern sogar

als besonderer Vorteil Schwalbachs gesehen.

Schließlich tragen die Senioren auch wesentlich

zu den vielfältigen ehrenamtlichen

Aktivitäten am Ort bei. Insgesamt finden un-

terschiedliche Veranstaltungen für Senioren

statt, organisiert von den örtlichen Vereinen,

den Kirchen oder der Stadtverwaltung. Ein

städtischer Sozialarbeiter kümmert sich um

die Belange älterer Menschen. Auch wenn in

der Vergangenheit bei Baumaßnahmen des

öffentlichen Nahverkehrs, der Verkehrsinfrastruktur

sowie öffentlichen Gebäuden auf

„Barrierefreiheit“ geachtet wurde, besteht

hier weiterhin Handlungsbedarf.

- 79 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 80 -

Steinbach (Taunus)

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 47,6

Teilzeitquote in Prozent 19,6

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 376

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 12

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 28

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 13,6

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 -2,1

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 -166

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 -116

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 18,9

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 20,8

Durchschnittsalter 42,9

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

-0,5

Schuldenstand je Einwohner in Euro 1.092

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 10,1

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 18,3


Steinbach hat seit der Jahrtausendwende

– gegen den Trend in der Region FrankfurtRheinMain

– an Bevölkerung verloren.

Die Zahl der Einwohner sank um 2,1 Prozent.

Dabei waren es in erster Linie Personen

unter 18 Jahren sowie zwischen 30 und 50

Jahren, die verstärkt Steinbach verlassen haben.

Doch auch bei den über 65-Jährigen

sind Nettowanderungsverluste zu verzeichnen.

Lediglich in der Altersklasse zwischen

18 und 30 Jahren erfolgten Wanderungsgewinne.

Hier spielt sicherlich die Nähe zu den

Arbeitsplätzen in der Mainmetropole Frankfurt

oder etwa Eschborn eine wichtige Rolle.

Integration hat hohe Bedeutung

In Steinbach ist die Zahl junger Arbeitsloser

sowie Bezieher von SGB II-Leistungen hoch.

Die spezifische Arbeitslosenquote der unter

25-Jährigen liegt über 10 Prozent, und mehr

als jeder sechste unter 15 Jahren ist auf Unterstützungsleistungen

nach SGB II angewiesen.

Steinbach steht vor besonderen sozialen

Herausforderungen. Speziell auch das Thema

„Integration“ wird zunehmend an Bedeutung

gewinnen. Hier kann gerade ein breites

Angebot frühkindlicher Förderung langfristig

integrationsfördernd wirken und insgesamt

die Chancen junger Menschen aus bildungsfernen

Haushalten oder mit Migrationshintergrund

verbessern.

Bislang war die Versorgung mit Krippenplätzen

im Vergleich zu den Nachbargemeinden

unterdurchschnittlich. In der Vergangenheit

durchgeführte Bedarfsabfragen haben aber

nach Angaben der Gemeindeverwaltung

auch gezeigt, dass die tatsächliche Nachfrage

nicht in dem Maße wie in anderen Kommunen

vorhanden war. Dies mag unter anderem

an der besonderen Siedlungsstruktur in

Steinbach mit einem vergleichsweise hohen

Ausländeranteil und geringerer Erwerbstä-

tigkeit von Frauen liegen. Inzwischen werden

Kinderbetreuungsplätze für unter 3-Jährige

jedoch verstärkt nachgefragt. Nicht zuletzt

vor dem Hintergrund der bundes- und landespolitischen

Zielvorgaben ist ein Ausbau

an Krippenplätzen vorgesehen. Ergänzt wird

das Angebot durch die Vermittlung von Tagespflegeplätzen.

Gutes Hortangebot

Steinbach verfügt über ein vergleichsweise

gutes Angebot an Hortplätzen und Betreuungsmöglichkeiten

an den Schulen. Mit dem

vorgesehenen Schulneubau soll zugleich ein

Betreuungszentrum mit 150 Plätzen entstehen.

Als Schulstandort erfährt Steinbach

auch durch die in Kürze erfolgende Errichtung

einer privaten Schule mit einem bilingualen

Angebot von der Grundschule bis zum

Abitur eine Aufwertung. Es ist davon auszugehen,

dass sich eine derartige Institution

positiv auf das Image der Gemeinde Steinbach

auswirken wird.

Die vorhandene Kinder- und Jugendinfrastruktur

kann im Vergleich zu anderen

Gemeinden dieser Größenordnung als

durchschnittlich angesehen werden. Ein Jugendhaus

ist ebenso vorhanden wie eine

ausreichende Zahl an Spielplätzen. In den

örtlichen Vereinen finden Kinder und Jugendliche

ein reichhaltiges Sport- und Freizeitangebot.

Pflegeeinrichtung geplant

Mehr als jeder fünfte Steinbacher ist inzwischen

über 65 Jahre alt. Vor diesem Hintergrund

ist es richtig, dass sich die politisch

Verantwortlichen in Steinbach auch dem

Thema „Seniorenbetreuung“ annehmen. Eine

Seniorenwohnanlage mit 25 Wohnungen ist

- 81 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

am Ort vorhanden, „betreutes Wohnen“ und

ein Pflegeheim mit mindestens 80 Pflegebetten

sind in integrierter Lage im Ortszentrum

geplant.

Die Gemeinde Steinbach zeichnet sich durch

die Nähe zur Mainmetropole Frankfurt, viel

Grün in der Stadt und die unmittelbare Nähe

zum Taunus aus. Hinzu kommt ein für die

- 82 -

Zentralität der Lage preisgünstiges Wohnungsangebot.

Angesichts der Tatsache, dass

neue Wohngebiete geplant und altersgerechte

Wohnangebote ausgebaut sind sowie

die Attraktivität Steinbachs als Schulstandort

wächst, dürfte sich in den nächsten Jahren

die Bevölkerungsentwicklung positiver

entwickeln als zuletzt.


Sulzbach (Taunus)

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 56,4

Teilzeitquote in Prozent 16,8

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 378

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 33

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 31

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 27,9

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 1,8

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 42

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 -51

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 17,3

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 18,6

Durchschnittsalter 42,5

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

-13,5

Schuldenstand je Einwohner in Euro 124

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 5,2

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 4,3

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 83 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Sehr hohe Erwerbsbeteiligung von Frauen

Nirgendwo sonst im IHK-Bezirk Frankfurt am

Main ist die Erwerbsbeteiligung der Frauen

so hoch wie in Sulzbach. Die Beschäftigtenquote

der Frauen zwischen 15 und 65 Jahren

liegt bei 56,4 Prozent. Dies ist in erster Linie

auf die Attraktivität Sulzbachs als Wirtschaftsstandort

und seine zentralen Lage

zwischen Frankfurt und Wiesbaden zurückzuführen.

Allerdings ist auch der Anteil der

kinderlosen Frauen in Sulzbach überdurchschnittlich.

Die Geburtenrate ist in Sulzbach

ausgesprochen niedrig und liegt mit 14 Prozent

unter dem Durchschnittsniveau der Region

FrankfurtRheinMain.

Sulzbach weist mit 17,3 Prozent einen unterdurchschnittlichen

Anteil von Kindern

und Jugendlichen aus. Insgesamt ist aber die

Sulzbacher Altersstruktur sehr ausgewogen,

was unter anderem auch an der hohen Attraktivität

des Ortes bei Menschen zwischen

18 und 30 Jahren liegt. Hier waren in den

letzten Jahren deutliche Wanderungszugewinne

zu verzeichnen, ebenso wie bei Personen

unter 18 Jahren und zwischen 30 und

50 Jahren. Hingegen verliert Sulzbach Einwohner

vor allem bei Menschen im 2. Lebensabschnitt

(50 bis 65 Jahre) und im Rentenalter.

Das Bevölkerungswachstum seit

dem Jahr 2000 liegt bei 1,8 Prozent und damit

leicht oberhalb des Durchschnittsniveaus

der Region FrankfurtRheinMain.

Ausgewogene Altersstruktur

Sulzbach zeichnet sich nicht nur durch eine

ausgewogene Altersstruktur der Bevölkerung,

sondern auch durch eine intakte Sozialstruktur

aus. Die spezifische Jugendarbeitslosenquote

ist ebenso niedrig wie der

Anteil der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren.

Hinzu kommt, dass Sulzbach mit 124 Euro

- 84 -

pro Einwohner eine niedrige Pro-Kopf-Verschuldung

aufweist und damit seine Investitionsmöglichkeiten

in der Zukunft gewahrt

hat.

Die Ausstattung mit Krippenplätzen ist ebenso

wie das Angebot an Hortplätzen in Sulzbach

durchschnittlich. Auf Grund der relativ

großen Zahl von Tagespflegeplätzen liegt die

Versorgungsquote für die unter 3-Jährigen

aber bei über 27 Prozent und damit im interregionalen

Vergleich auf sehr gutem Niveau.

Dabei ist positiv zu bewerten, dass im

Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit

die Vermittlung von Tageseltern mit der

Nachbargemeinde Bad Soden besser vernetzt

werden soll.

Weiterer Ausbau der Betreuung

Zudem ist zu berücksichtigen, dass in Sulzbach

in Kürze der Ausbau der Kinderbetreuung

für unter 3-Jährige um weitere 20 Plätze

vorgesehen ist. Darüber hinaus ist im Laufe

des Jahres 2009 beabsichtigt, die Kindergarten-Betreuung

zwischen 8.30 bis 12.30

Uhr finanziell freizustellen und ergänzend

ein kostenpflichtiges Modulsystem anzubieten,

das im hohen Maße zeitliche Flexibilität

gewährleistet. Auch eine Erweiterung

des zurzeit nicht den Bedarf deckenden Angebots

an Hortplätzen ist vorgesehen. Derartige

Maßnahmen sind wichtig, wenn man

die Attraktivität Sulzbachs als Standort für

junge Familien sowie die Geburtenrate in der

Gemeinde erhöhen möchte.

Familiengerechtes Wohnangebot

Als Standort für junge Familien hat Sulzbach

darüber hinaus einiges zu bieten: Auf

Grund der vorhandenen Siedlungsstruktur

besteht in Sulzbach ein vergleichsweises ho-


hes Angebot an familiengerechten Ein- und

Zweifamilienhäusern, die Kinder- und Jugendinfrastruktur

ist intakt. So gibt es ein

Jugendhaus-Angebot, 12 Spielplätze und

vier Bolzplätze, über 50 Vereine, die Sportanlage

im Eichwald, drei Sporthallen und vieles

mehr. Schüler im Alter von 6 bis 10 Jahren

finden in der „Lern- und Spielstube“ nachmittags

ein kostenloses, attraktives Angebot.

In den Ferien werden zudem unter anderem

Busausflüge organisiert.

In Sulzbach ist man jedoch nicht nur darum

bemüht, ein attraktives Umfeld für Familien

zu schaffen. Nicht zuletzt auch vor dem Hin-

tergrund der demographischen Entwicklung

steht die Gestaltung eines seniorengerechten

Umfeldes im besonderen Blickpunkt. Dabei

geht es nicht nur um die Frage der Schaffung

von Betreuungseinrichtungen, sondern

auch um die Erhaltung eines attraktiven Lebensumfeldes.

So entstand beispielsweise als

Teil des öffentlichen Parks in Sulzbach ein

spezieller „Sport- und Fitnesspark für Senioren“.

Freitags findet im Rathaus ein „Seniorenfrühstück“

mit dem Bürgermeister statt.

Zudem werden von der kommunalen Verwaltung

unter anderem Seniorentagesausflüge

und Seniorenurlaube organisiert.

- 85 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 86 -

Usingen

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 44,5

Teilzeitquote in Prozent 19,0

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 449

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 47

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 36

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 27,4

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 -1,2

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 165

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 -5

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 19,2

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 18,1

Durchschnittsalter 42,3

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

-7,0

Schuldenstand je Einwohner in Euro 868

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 7,0

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 9,8


In Usingen ist seit dem Jahr 2000 die Bevölkerung

– entgegen dem Trend in der Region

FrankfurtRheinMain – um 1,2 Prozent leicht

gesunken. Dazu hat beigetragen, dass im Betrachtungszeitraum

keine größeren Baugebiete

bebaut wurden. Dies wird sich aber mit

der Entwicklung von Schleichenbach II ändern,

das aber das vorerst letzte große Baugebiet

sein wird. Die politisch Verantwortlichen

in Usingen sehen in den nächsten

Jahren vor allem das qualitative Wachstum

als vordringlich an.

Hoher Jugendanteil

Nach Usingen zieht es in erster Linie junge

Familien. Hier waren in den letzten Jahren

deutliche Nettowanderungsgewinne zu

verzeichnen. Der Anteil der unter 18-Jährigen

liegt mit 19,2 Prozent über dem Durchschnitt,

das Durchschnittsalter der Usinger

ist mit 42,2 Jahren vergleichsweise niedrig.

Hingegen gelang es zur Aufrechterhaltung

der Wohnbevölkerungszahl nicht, die Menschen

zwischen 18 und 30 Jahren sowie in

der 2. Lebenshälfte, zwischen 50 und 65 Jahren,

in ausreichendem Maße zu halten. Hier

waren deutliche Wanderungsverluste zu verzeichnen,

die in erster Linie beruflich motiviert

sein dürften.

Starker Ausbau der Versorgung

In den letzten Jahren sind die Möglichkeiten

zur Kinderbetreuung in Usingen deutlich

verbessert worden. Die Versorgungsquote

für unter 3-Jährige lag zum 31.12.2008

bei 27,4 Prozent. Während in den Ortsteilen

von einer weitgehend bedarfsgerechten

Versorgung auszugehen ist, besteht jedoch

in der Usinger Kernstadt weiterhin Ausbaubedarf.

Im Zuge der Erschließung des Neubaugebietes

Schleichenbach II ist der Bau ei-

ner Kindertagesstätte mit Krippenplätzen bis

spätestens zum Jahr 2011 vorgesehen, durch

den dann der Rechtsanspruch auf einen Platz

(ab 2013) erfüllt werden wird.

Eine wesentliche Rolle spielt in Usingen die

Betreuung durch Tagesmütter und –väter. Im

Rahmen eines in Hessen einzigartigen Tagespflege-Programms

erfolgt eine enge Verzahnung

zwischen Kindertagesstätten und

Tageseltern. So kann ein bedarfsgerechtes Angebot

in den örtlichen Kitas auch nach 16.00

oder 17.00 Uhr durch den Einsatz von Tageseltern

bereit gestellt werden. Um zudem die

Kostendiskrepanz zwischen der Betreuung in

einer Kindertagesstätte oder durch Tageseltern

zu senken, gewährt die Stadt Zuschüsse

bei der Inanspruchnahme von Tageseltern.

An den Grundschulen bestehen Betreuungszentren,

in denen sehr flexibel nachmittägliche

Betreuungsleistungen in Anspruch genommen

werden können und in denen auch

in den Schulferien Betreuungsangebote vorgehalten

werden. Besonders hohe Bedeutung

wird in Usingen der Bildungsqualität beigemessen.

Alle Kindertagesstätten sind bilingual

(deutsch/englisch), außerdem ist eine

musische und naturwissenschaftliche Frühförderung

vorgesehen. Besonderer Wert wird

auch auf die Sprachförderung gelegt und

zwar nicht nur für Kinder mit Migrationshintergrund.

In Usingen bestehen zwei Stadtbüchereien

mit einem umfassenden Kinder-

und Jugendbuchangebot und einer engen

Zusammenarbeit mit den örtlichen Grundschulen.

Zurzeit wird ein Fachbibliotheksbereich

aufgebaut, der sich speziell an die pädagogischen

Mitarbeiter am Ort sowie die

Eltern richtet.

Am 19. September 2009 hat die Usinger Bevölkerung

die Gelegenheit, sich auf einer Bildungsmesse

über das Erziehungs- und Bildungsangebot

in Usingen zu informieren.

- 87 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Intakte Infrastruktur für Kinder

Die Infrastruktur für Kinder und Jugendliche

ist in Usingen intakt. Nicht nur auf Grund

der vielfältigen Spielmöglichkeiten in landschaftlich

attraktiver Umgebung und zurzeit

elf Spielplätzen, die zum Teil von einer Elterninitiative

betreut werden. Ein weiterer,

sehr naturnaher Spielplatz ist im Usinger

Schlossgarten geplant. Das Freizeitangebot

wird ebenfalls unter anderem durch attraktive

Ferienangebote, das Jugendcafé Olé und

weiterer Jugendtreffs in den Ortsteilen ergänzt.

Eine Inline-Skater-Anlage ist ebenso

vorhanden wie ein Schwimmbad. In den örtlichen

Vereinen sind die vielfältigsten Sportarten,

von Feldhockey, über Tennis bis zum

Reiten geboten.

Stadt der Generationen

In Usingen wird von den politisch Verantwortlichen

das Thema „Familienpolitik“ als

besonders wichtig angesehen. Man begreift

sich dabei als „Stadt der Generationen“, bezieht

also die Belange älterer Menschen gezielt

in die Familienpolitik mit ein. Besonderer

Wert wird dabei auf den Austausch

zwischen den Generationen gelegt, zum Beispiel

in dem Jugendliche älteren Menschen

die „Geheimnisse“ der Datenverarbeitung erklären

und umgekehrt ältere Menschen die

Gelegenheit haben, ihre Erfahrungen an Jugendliche

weitergeben zu können.

- 88 -

Mobilität älterer Menschen wird verbessert

Zur Verbesserung der Mobilität älterer Menschen

wird an einer seniorengerechten Entwicklung

des öffentlichen Nahverkehrs gearbeitet.

Das seit nun weit über zehn Jahre

bestehende Anrufsammeltaxi-System erfreut

sich großer Nachfrage. Als ein Ergebnis des

Arbeitskreis „Senioren“ der Lokalen Agenda

ist ein Konzept zur Haus-Lieferung von Gütern

des täglichen Bedarfs erarbeitet und mit

örtlichen Händlern umgesetzt worden.

In Usingen stehen zudem vielfältige Einrichtungen

für Senioren zur Verfügung, Seniorenresidenzen

mit der Möglichkeit zum

betreuten Wohnen ebenso wie zwei Pflegeheime.

Die medizinische Versorgung kann

für eine Kommune dieser Größenordnung als

„sehr gut“ bezeichnet werden.

Kirchen und Vereine halten ein vielfältiges

Freizeitangebot für ältere Menschen vor. Von

der Gemeinde wird jährlich eine Seniorenfahrt

organisiert. Ein jährlicher Höhepunkt

(nicht nur für Senioren) ist zudem die Benefizgala

des Vereins „Wir helfen“, bei welcher

die „Stars der Volksmusik“ in die Usinger

Stadthalle kommen.


Wehrheim

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 46,3

Teilzeitquote in Prozent 18,2

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 393

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 40

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 25

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 26,5

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 3,8

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 183

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 7

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 20,0

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 19,5

Durchschnittsalter 42,7

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

8,5

Schuldenstand je Einwohner in Euro 106

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 5,5

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 3,7

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 89 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Positive Bevölkerungsentwicklung wird

sich fortsetzen

Während in den Gemeinden des nördlichen

Hochtaunuskreises seit der Jahrtausendwende

überwiegend Bevölkerungsverluste

zu verzeichnen waren, wuchs die Bevölkerung

in Wehrheim überdurchschnittlich um

3,8 Prozent. Nach wie vor zieht es vor allem

Familien nach Wehrheim, doch auch bei Personen

über 65 Jahren sind Nettowanderungsgewinne

zu verzeichnen. Die positive

Bevölkerungsentwicklung ist auf die Ausweisung

neuer Baugebiete zurückzuführen,

die auf Grund der grünen und trotzdem verkehrsgünstigen

Lage mit dem Anschluss an

die Taunus-Bahn vor allem bei jungen Familien

auf hohe Nachfrage stieß. Bei einzelnen

Bauabschnitten wurde an Familien mit

Kindern einkommensabhängig vergünstigtes

Bauland abgegeben. Angesichts zusätzlicher

Baugebiete dürfte sich die positive Bevölkerungsentwicklung

auch in den nächsten Jahren

fortsetzen.

Wehrheim gehört zu den Gemeinden mit

einem hohen Anteil unter 18-jähriger

(20 Prozent) sowie gleichzeitig einem hohen

Anteil von Menschen, die das gesetzliche

Rentenalter bereits erreicht haben (19,5 Prozent).

Obwohl Wehrheim nicht nur eine reine

Wohnortgemeinde ist, sondern zugleich

auch einige namhafte Unternehmen hier ihren

Sitz haben, sind auch hier hohe Wanderungsverluste

der 18 bis 30-Jährigen zu verzeichnen.

Gute Versorgungssituation

Wehrheim weist eine niedrige Jugendarbeitslosigkeit

und einen geringen Anteil an

SGB II-Beziehern unter 15 Jahren auf. Mit

einer Pro-Kopf-Verschuldung von 106 Euro

gehört Wehrheim zu den am geringsten ver-

- 90 -

schuldeten Gemeinden im IHK-Bezirk. Die

solide Haushaltssituation ermöglicht Investitionsspielräume.

So ist in den letzten Jahren

kräftig in die Verbesserung der Betreuungssituation

– speziell auch der unter 3-Jährigen

investiert worden. Bei der Versorgungsquote

mit Krippenplätzen liegt Wehrheim inzwischen

mit 26,5 Prozent deutlich über dem

Durchschnitt des IHK-Bezirks. Im Jahr 2009

erfolgt ein weiterer erheblicher Ausbau.

Weitere 34 Plätze werden in Einrichtungen

entstehen. Dann wird die Versorgungsquote

voraussichtlich über 40 Prozent liegen und

damit die Vorgaben des Bundes bzw. Landes

bereits frühzeitig erfüllt sein.

Die Kindertagesstätten in Wehrheim verfügen

sämtlich über moderne Ausstattungen.

Von den politisch Verantwortlichen wird die

Trägervielfalt als besonders wichtig hervorgehoben,

die je nach den Bedürfnissen – vom

integrativen bis zum Waldkindergarten - unterschiedliche

Angebote erlauben.

Doch nicht nur in die Betreuungssituation

der Kinder im Vorschuljahr ist in den letzten

Jahren viel investiert worden. So befinden

sich außerdem 175 Kinder in der „Betreuten

Grundschule“ mit einem Betreuungsangebot

bis 16.30 Uhr.

Höchste Spielplatzdichte im IHK-Bezirk

Als besonders wichtig wird in Wehrheim auch

das Sportangebot – speziell auch für Kinder

und Jugendliche - angesehen. Die bestehende

Sportanlage wird neu ausgebaut, insbesondere

auch für die Nutzung als Leichtathletik-Anlage.

Die Leichtathletik spielt in

Wehrheim eine besondere Rolle. Dies gilt

auch für den Fußball, weshalb in allen Ortsteilen

Bolzplätze vorhanden sind. In Obernhain

wird die vorhandene Sportfläche im

Sommer für Hockey und Basketball genutzt,


im Winter steht dann eine Eisfläche zur Verfügung.

Zur Attraktivität Wehrheims trägt

auch das örtliche Schwimmbad mit Kleinkinderbecken

bei, dessen Eintrittspreise in

den letzten zwölf Jahren nicht erhöht wurden.

Gemessen an der Einwohnerzahl weist

Wehrheim mit seinen 30 Spielplätzen wohl

die höchste Spielplatzdichte im IHK-Bezirk

auf. Dies dürfte auch in Bezug auf die vier

öffentlichen Grillplätze gelten.

Wehrheim verfügt wie alle Gemeinden des

nördlichen Hochtaunuskreises über ein sehr

reges Vereinsleben und ein überdurchschnittliches

ehrenamtliches Engagement. Neben

den Angeboten in den örtlichen Vereinen und

Kirchen gibt es in Wehrheim auch Jugendtreffs.

Ein Jugendpfleger kümmert sich um

die Belange junger Menschen. In den Schulferien

gibt es von der Gemeinde Ferienspielangebote

ebenso wie eine „Action-Woche“

für Jugendliche ab 14 Jahren, in der mehrtägige

Fahrten wie in diesem Jahr zum Beispiel

ein Segeltörn organisiert werden. Auch

das kulturelle Angebot kommt für Kinder und

Jugendliche in Wehrheim nicht zu kurz, etwa

bei der Aufführung von Theaterstücken und

Musicals oder im Jugend-Gospelchor.

Besonders unterstützt werden soll in Wehrheim

das Miteinander der Generationen, so

ist ein Mehr-Generationen-Wohnprojekt in

der Entwicklung. Hinzu kommen Projekte in

den Kitas und Grundschulen mit Senioren.

In Bezug auf die demographische Entwicklung

wird im ländlichen Raum das Thema

„Nahversorgung“ eine zunehmende Rolle

einnehmen. Das Bauprojekt „Wehrheimer

Mitte“ wird wesentlich zur Attraktivitätssteigerung

des Standortes beitragen. Hier werden

Einzelhandelsgeschäfte, gastronomische

Betriebe, kulturelle Einrichtungen sowie ein

Arztzentrum verbunden mit einer Tiefgarage

im Ortskern entstehen. Den Anforderungen

an eine altersgerechte Barrierefreiheit wird

dabei Rechnung getragen. Die Beseitigung

von Barrieren für Senioren oder Menschen

mit Behinderung war auch ein wesentlicher

Grund für den gerade erfolgenden Anbau im

Bürgerhaus.

- 91 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Beruf & Familie

Betreuung

Demographie

Zukunft

- 92 -

Weilrod

Frauenbeschäftigungsquote in Prozent 47,9

Teilzeitquote in Prozent 17,4

Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten 201

Kita-Plätze für unter 3-Jährige 29

Tagespflegeplätze für unter 3-Jährige 10

Versorgungsquote für unter 3-Jährige in Prozent 25,3

Bevölkerungswachstum 2001 - 2007 -3,2

Wanderungssaldo Familienwanderer 2004 - 2007 -7

Wanderungssaldo Senioren 2004 - 2007 -43

Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 18,2

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Prozent 19,8

Durchschnittsalter 43,2

Fertilitätsindex (prozentuale Abweichung Geburtenrate Kommune zur

Region FrankfurtRheinMain)

-0,3

Schuldenstand je Einwohner in Euro 1.024

Spezifische Jugendarbeitslosenquote in Prozent 7,8

Quote der SGB II-Bezieher unter 15 Jahren in Prozent 3,8


Breites Angebot an Jugendzentren

Die Flächengemeinde Weilrod im nördlichen

Hochtaunuskreis mit ihren 13 Ortsteilen hat

6.300 Einwohner. Seit dem Jahr 2000 ist

die Bevölkerungszahl um 3,2 Prozent geschrumpft.

Dabei ist jedoch zu berücksichtigen,

dass ein Teil des Bevölkerungsrückgangs

auf die Auflösung eines Aussiedlerheimes zurückzuführen

ist, was sich statistisch in einer

bevölkerungsmäßig so kleinen Gemeinde wie

Weilrod entsprechend niederschlägt. Unabhängig

davon waren jedoch in den letzten

Jahren Nettowanderungsverluste in allen Altersgruppen

zu verzeichnen, besonders stark

bei den 18- bis 30-Jährigen, aber auch bei

Personen in der 2. Lebenshälfte (zwischen 50

und 65 Jahren) und im Rentenalter. Lediglich

bei den Personen unter 18 Jahren und

zwischen 30 und 50 Jahren konnte die Bevölkerungszahl

annähernd konstant gehalten

werden. Dies ist darauf zurückzuführen,

dass Weilrod als Standort für junge Familien

zahlreiche Vorteile aufweist. Dazu gehört

unter anderem ein speziell für die Anforderungen

von Familien qualitativ gutes und im

Vergleich zu anderen Standorten im Hochtaunuskreis

preisgünstiges Wohnungsangebot

sowie eine landschaftlich sehr attraktive

Umgebung, die Kinder und Jugendlichen

zahlreiche Spielmöglichkeiten eröffnen. Hinzu

kommt für eine Gemeinde dieser Größenordnung

ein ausgesprochen vielfältiges

Sport- und Freizeitangebot für Kinder und

Jugendliche, ob nun im Sportverein, der freiwilligen

Feuerwehr oder in einem der neun

Jugendzentren in den Ortsteilen.

Starker Ausbau der Kinderbetreuung

In Weilrod wurde in den letzten Jahren das

Angebot an Betreuungsplätzen – speziell für

unter 3-Jährige - deutlich ausgeweitet. Inzwischen

ist hier die Versorgungssituati-

on besser als im Durchschnitt des Hochtaunuskreises.

Besonders positiv ist auch, dass

sämtliche am Ort befindlichen Schulen, zwei

Grundschulen und eine Haupt- und Realschule,

über ein Ganztages-Betreuungsangebot

verfügen. Insgesamt hat sich somit die

Möglichkeit zur Vereinbarkeit von Beruf und

Familie auf Grund des verbesserten Betreuungsangebotes

in den letzten Jahren spürbar

verbessert. Mit einer Frauenbeschäftigungsquote

von 47,9 Prozent weist Weilrod die

zweithöchste Erwerbsbeteiligung von Frauen

im nördlichen Hochtaunuskreis auf. Der Anteil

von SGB II-Beziehern ist mit 3,8 Prozent

gering, die spezifische Jugendarbeitslosenquote

liegt mit 7,8 Prozent auf einem mittleren

Niveau. Die kommunalen Gestaltungsspielräume

sind jedoch auf Grund der bereits

heute recht hohen Pro-Kopf-Verschuldung

eingeschränkt. Dabei ist nicht die Ausgabendisziplin

das Problem, sondern vielmehr

die eingeschränkten Einnahmemöglichkeiten

einer bevölkerungsmäßig kleinen Flächengemeinde.

Daher ist es das Ziel der politisch

Verantwortlichen in Weilrod, die kommunale

Finanzkraft unter anderem durch die

Ansiedlung von Gewerbe zu erhöhen. Entsprechende

attraktive Flächen sind in Weilrod

vorhanden.

Ein verbessertes Arbeitsplatzangebot am Ort

würde auch der Abwanderungstendenz junger

Erwachsener entgegen wirken. In Weilrod

werden die Themen „demographische Entwicklung“

und „Vereinbarkeit von Beruf und

Familie“ als sehr wichtig angesehen. Vor diesem

Hintergrund ist auch der weitere Ausbau

von Kinderbetreuungsplätzen zu sehen. Voraussichtlich

im August 2009 wird eine weitere

Einrichtung mit 12 Plätzen für Kinder

unter drei Jahren entstehen. Dann wird für

mehr als jedes dritte Kind von einem bis unter

drei Jahren ein Platz in einer Kindertagesstätte

zur Verfügung stehen.

- 93 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

Seniorenheim geplant

Um den wachsenden Anforderungen einer

alternden Gesellschaft gerecht zu werden

und zugleich der Abwanderungsbewegung

älterer Menschen zu begegnen, wird

in Weilrod zudem ein Seniorenheim entstehen,

in dem sowohl „betreutes Wohnen“ als

- 94 -

auch „Pflege“ angeboten wird. Die Schaffung

bzw. Aufrechterhaltung einer guten seniorengerechten

Infrastruktur ist gerade für

eine Flächengemeinde wie Weilrod schwierig.

Mit den bereits vollzogenen und den für

die nächste Zukunft geplanten Schritten ist

man hier aber auf einem guten Weg.


Methodenanhang

Für den IHK-Familien- und Demographieatlas

werden Daten des Hessischen Statistischen

Landesamtes, der Bundesagentur für Arbeit,

der Stadt Frankfurt sowie der Landratsämter

des Hochtaunuskreises und des Main-Taunus-Kreises

verwendet. In den Familien- und

Demographieatlas gehen die jeweils aktuellsten

verfügbaren Zahlen ein, die zu Beginn

der Untersuchung im Januar 2009 vorlagen.

Die für die Analyse der Familienfreundlichkeit

genutzten Indikatoren messen in vier

unterschiedlichen thematischen Feldern jeweils

spezielle Aspekte der Familienfreundlichkeit.

Die untersuchten Variablen werden

hierzu in vier unterschiedlichen inhaltlichen

Themenkategorien „Beruf und Familie“, „Betreuung“,

„Demographie“ sowie „Zukunft“

zusammengefasst.

Die nachstehende Übersicht gibt einen Überblick

über die verwendeten Indikatoren:

Beruf und Familie

• Beschäftigtenquote Frauen - Anteil der

sozialversicherungspflichtigen Frauen an

allen Frauen zwischen 15 und unter 65

Jahren zum 01.01.2008; Quelle HSL und

eigene Berechnungen

• Teilzeitquote - Anteil der in Teilzeit arbeitenden

Männer und Frauen an allen Beschäftigten

zum 01.01.2008; Quelle: HSL

Betreuung

• Kinder von 0 - 15 Jahren in Kindertagesstätten

zum 15.03.2008; Quelle HSL

• Kita-Plätze für unter 3-Jährige zum

01.01.2009; Quelle: Stadt Frankfurt,

Landratsamt Hochtaunuskreis und Landratsamt

Main-Taunus-Kreis

• Plätze in Tagespflege für unter 3-Jährige

zum 01.01.2009; Quelle: Stadt Frankfurt,

Landratsamt Hochtaunuskreis und Landratsamt

Main-Taunus-Kreis

• Versorgungsquote für unter 3-Jährige

zum 01.01.2009; Quelle: Stadt Frankfurt,

Landratsamt Hochtaunuskreis und Landratsamt

Main-Taunus-Kreis

Demographie

• Bevölkerungswachstum – Prozentuales

Wachstum der Bevölkerungszahl zwischen

dem 01.01.2001 und dem 01.01.2008;

Quelle: HSL und eigene Berechnungen

• Binnenwanderungssaldo der Familienwanderer

– Zuzüge und Abwanderungen von

Personen der Altersklassen unter 18 Jahren

und zwischen 30 - 50 Jahren im Zeitraum

01.01.2004 bis 01.01.2008; Quelle:

HSL und eigene Berechnungen

• Binnenwanderungssaldo der Senioren –

Zuzüge und Abwanderungen von Personen

über 65 Jahren im Zeitraum 01.01.2004

bis 01.01.2008; Quelle HSL und eigene

Berechnungen

• Anteil der unter 18-Jährigen und Anteil

der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung

zum 01.01.2008; Quelle: HSL und

eigene Berechnungen

• Durchschnittsalter der Gesamtbevölkerung;

Quelle: HSL und eigene Berechnungen

• Fertilitätsindex – Abweichung der Geburtenrate

zum Durchschnitt des Regierungs-

- 95 - Familienatlas 2009


Familienatlas 2009

- 96 -

bezirks Darmstadt in Prozent im Jahr 2007;

Quelle: HSL und eigene Berechnungen

Zukunft

• Schuldenstand je Einwohner 01.01.2008,

Quelle: HSL

• Spezifische Jugendarbeitslosenquote – Anteil

der arbeitslosen Personen unter 25

Jahren im Verhältnis zu den Beschäftigten

unter 25 Jahren und Arbeitslosen unter 25

Jahren zum 01.01.2009; Quelle: Bundesagentur

für Arbeit, HSL und eigene Berechnungen

• SGB II-Quote der unter 15-Jährigen – Anteil

der Kinder und Jugendlichen unter 15

Jahren, die Hilfsleistungen nach SGB II

beziehen an allen Kindern und Jugendlichen

der gleichen Alterskohorte zum

01.01.2009; Quelle: Bundesagentur für

Arbeit, HSL und eigene Berechnungen

Zur qualitativen Beschreibung der Kommunen

des IHK-Bezirks wurden Gespräche mit

den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern

sowie Vertretern der kommunalen Verwaltungen

in allen Städten und Gemeinden des

Hochtaunus- und des Main-Taunus-Kreises

durchgeführt. Ergänzend wurden Recherchen

vor Ort sowie in den Internetauftritten

der Kommunen vorgenommen.


Die IHK Frankfurt am Main stützt die Aussagen des Familien- und Demographieatlasses auf Quellen und Hochrechnungen.

Die Veröffentlichung erfolgt nach bestem Wissen, ohne jegliche Gewähr und Haftung für die Richtigkeit

aller Angaben.

IHK Frankfurt am Main, 2009


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