Download - Karneval in Aachen

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Magazin Karneval:Layout 1 23.10.12 09:27 Seite 1

UNSER

BRAUCHTUM

KARNEVAL

Handreichung für den Unterricht

Klassen 4 - 7

karnevalinaachen.de in Kooperation mit dem FestAusschuss Aachener Karneval


Magazin Karneval:Layout 1 23.10.12 09:27 Seite 2

2

Impressum

Autoren:

Jennifer Deerberg Dipl.-Biol.

Julia Koch StRʼ

Helmut Koch Dipl.-Ing./Dipl.-Päd.

Grafiken

Marcel Philipp

Anika Maul Einhard-Gymnasium, Aachen

Stella Damoser Einhard-Gymnasium, Aachen

Anne Bernhardt Kreisgymnasium, Heinsberg

Grußwort des

Oberbürgermeisters

Liebe Schülerinnen und Schüler,

liebe Lehrerinnen und Lehrer,

in den meisten Karnevalshochburgen beginnt die Karnevalszeit

am 11. November um 11:11 Uhr eines jeden Jahres; die tatsächlichen

Feierlichkeiten starten aber erst im Februar des Folgejahres in den Wochen vor

der österlichen Fastenzeit. Karneval ist damit ein typisches Beispiel für die

Verschmelzung alter germanischer Bräuche mit christlichen Feiertagen.

Mit der Gründung der ersten Karnevalsgesellschaften, in Aachen geschah dies

1829 mit der Florresei, dem heutigen Ausschuss Aachener Karneval, entstand

der organisierte rheinische Karneval in seiner heutigen Ausprägung.

Der Karneval in unserer Region ist ein Stück Kultur, närrisches Brauchtum und

zugeleich der Ausdruck eines Lebensgefühls. Er ist gekennzeichnet durch die

großen Umzüge, den Straßenkarneval, viele Saalveranstaltungen, wo geschunkelt,

getanzt aber auch über Büttenreden herzlich gelacht wird; er ist schließlich

auch Teil privater Feiern in Familien, Vereinen, Gartenanlagen und Pfarreien.

Dieses Gemeinschaftserlebnis gilt es weiter zu pflegen und zu kultivieren.

Mit freundlichen Grüßen

(Marcel Philipp)

Fotos:

Helmut Koch

Gestaltung:

Guido Scheen

Druck:

Druckerei Mainz, Aachen

Das Projekt wurde

realisiert mit

freundlicher

Unterstüzung

der Sparkasse Aachen


Magazin Karneval:Layout 1 23.10.12 13:57 Seite 3

Inhalt

• Grußwort des Oberbürgermeisters 2

• Impressum 2

• Inhalt 3

• Grußwort des Präsidenten 4

• Vorwort 5

• Interview mit Wolfgang Oelsner 6 - 7

Aachener Kinder feiern mit... 8

• Kann meine Klasse am

Kinderzug teilnehmen 9

• Struktur der Unterrichtseinheit „Karneval“ 10

• Unterrichtsverlaufsplan Stunde 1 10

• Beispiel für eine Mind-Map 11

• Mögliche Kategorisierung der Mind-Map 11

• Unterrichtsverlaufsplan Stunde 2 + 3 11

• M4 Uroma und Jan über Karneval 12 - 13

• M5 Geschichte und Bedeutung

des Karneval 14

Karneval in Kirche und Politik 15

• Bedeutung der Uniformen und

der Orden im Karneval 16

• Figuren im Karneval 17 - 18

• Mögliches Tafelbild mit den

wichtigsten Informationen zum Karneval 19

• Unterrichtsverlaufsplan Stunde 4 20

• Traditionsvereine 21 - 22

• Gardisten zum Ausmalen 23 - 24

• Unterrichtsverlaufsplan Stunde 5 25

• Arbeitsblatt Stunde Maske 26

• Unterrichtsverlaufsplan Stunde 6 27

• Maskenbasteln 28

• Wortsuchspiel 29

• Abschlussquiz 29

• Ich bastele einen Hampelmann 30 - 31

Die hier abgebildeten Malereien sind von Schülerinnen des

Einhard-Gymnasiums Aachen und des Kreisgymnasiums

Heinsberg erstellt worden (siehe Impressum)

3


Magazin Karneval:Layout 1 23.10.12 09:28 Seite 4

4

Wilm Lürken

Grußwort

des Präsidenten

Liebe Lehrerinnen und Lehrer,

die vorliegende Unterrichtsmappe soll Leserinnen und Lesern als Gebrauchsanleitung

für die „Droge“ Karneval dienen, deren Dosierung über Erfolg oder Misserfolg dieses

Festes entscheidet.

Früher als in Köln oder Düsseldorf gehen Ursprung und Entwicklung unseres herrlichen

Brauchtums in Aachen urkundlich bewiesen bis in das Jahr 1133 zurück, als erstmals

begleitet von zahlreichen singenden und fröhlichen Menschen ein über Land

gezogenes Schiff auf Rädern auf seinem Weg von St. Truiden nach Maastricht Halt in

Aachen machte. Noch heute erinnert an den Karnevalstagen der Besuch der „Blauen

Schuijt“, des Narrenschiffes der niederländischen Karnevalsgesellschaft „De Winkbülle“

aus Heerlen, in Aachen an dieses Ereignis.

Viele weitere Hinweise belegen, dass in allen Jahrzehnten und allen Epochen nach

diesem wohl ersten Rosenmontagszug in Aachen Karneval gefeiert worden ist. Nachdem

es sich zunächst um Feste und Umzüge im Freien, also dem Vorläufer des Straßenkarnevals

gehandelt hat, kamen unter anderem mit Maskenbällen später die

Saalveranstaltungen hinzu.

Nachdem zu Beginn des 18. Jahrhunderts der närrische Schlachtruf „Oche Alaaf“ seine

erste handschriftliche Erwähnung fand, dauerte es noch bis 1829, dass mit der Florresei

das 1. Karnevalskomitee in Aachen gegründet wurde, welches 1830 den ersten

offiziellen Rosenmontagszug organisierte. Immer wieder durch wirtschaftliche und politische

Geschehnisse beeinflusst, konnte dieses Komitee in den folgenden Jahren

dennoch seine erfolgreiche Arbeit fortsetzen und den Karneval in Aachen entwickeln.

Nach mehreren Namensänderungen vollzog man nach dem 2. Weltkrieg die Gründung

des heutigen Dachverbandes des Aachener Karnevals zum heutigen FestAusschuss

Aachener Karneval.

Karneval in Aachen hat über viele Jahrzehnte eine hervorragende Entwicklung genommen.

Mittlerweile sind 52 uns angeschlossene Vereine für den organisierten Karneval

zuständig und haben einen wesentlichen Anteil an unserem vielfältigen und

volkstümlichen Öcher Fastelovvend mit Herz, der am Rosenmontag in einem bunten

Umzug seinen Höhepunkt findet. Sie werden jetzt sagen, wo liegt denn der Unterschied

zu anderen Karnevalshochburgen?

Hier gibt es nur eine Antwort. Zum einen ist der Karneval in Aachen ein Fest für alle in

unserer Stadt lebenden Menschen. So zeigt z.B. ein Vergleich der an unserem Rosenmontagszug

teilnehmenden Vereine und Privatgruppen mit den in anderen Hochburgen

für den Zug zugelassenen Gesellschaften, dass gerade unsere

Karnevalsvereine Menschen eine Heimat bieten, die aus den unterschiedlichsten sozialen

Schichten und verschiedensten Kulturen, aus allen Altersstufen kommen. In unseren

Mitgliedsvereinen wird Sozialverhalten und der Zusammenhalt von

Generationen gelernt und gelebt. Zum anderen aber ist dies insbesondere der in

Deutschland einzigartige Kinderkarneval. Seit fast 60 Jahren feiern vor allem Aachener

Kinder mit ihrem Märchenprinz, wie der Kinderprinz in Aachen genannt wird, einen

fröhlichen, bunten und kindgerechten Karneval. In Kindergärten, Schulen, Vereinen

und zahlreichen privaten und öffentlichen Organisationen wird diese Zeit mit ihrem Höhepunkt,

dem Kinderzug durch die Stadt Aachen am Karnevalssonntag, in vielen Stunden

vorbereitet.

Viele Jahre haben wir nach Wegen gesucht gerade dieses Kleinod, diesen Juwel zu

erhalten und zu fördern. Ich bin froh und dem Initiator Helmut Koch sehr dankbar, dass

er gemeinsam mit den karnevalserprobten Autorinnen Jennifer Deerberg und Julia

Koch diesen Leitfaden erarbeitet hat, um dort, wo das zarte Pflänzchen Öcher Fastelovvend

gesät werden muss, nämlich in Kindergärten und Schulen, die Pracht dieses

herrlichen Kulturguts zeigen zu können.

Ihr Wilm Lürken


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Vorwort

Karneval, ein „Fest der verkehrten Welt“, gehört zu den regionalen, Identität stiftenden Brauchtumsfesten.

Wenn alljährlich vor dem Beginn der christlichen Fastenzeit, der Karneval den Menschen die Gelegenheit

gibt, kontrolliert aus den Zwängen des Alltags auszubrechen und in eine andere Rolle zu schlüpfen, beginnt

im Rheinland die fünfte Jahreszeit. Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung feiern dieses, die sozialen

Unterschiede überbrückende, Fest mit fröhlicher Ausgelassenheit. Das Leben zu genießen und dabei tradierte

Grenzen zu überschreiten, gehört zu Karneval wie Maske und Pappnase.

Wie jedes Fest hat auch der Karneval seine Regeln. In seiner elf Punkte umfassenden Ethik-Charta legt der

Bund Deutscher Karneval seine Positionen zum Fest dar. Danach gehören zum Karneval Frohsinn und Lachen,

Gemeinschaft und Mitmenschlichkeit, Heimat und Weltoffenheit genauso wie der Respekt vor Werten

und Grenzen.

„Drenk doch ene met!“ lautet eine Aufforderung in einem Kölner Karnevalslied. Die Aufforderungen, „Mach

mit!“ oder „Sei dabei!“, sind Ausdruck des Wunsches nach Gemeinsamkeit und Bereitschaft zur Integration.

Das Brauchtumsfest Karneval polarisiert auch. Während die einen dem Karneval entgegenfiebern und sich

schon Wochen vorher auf das große Fest vorbereiten, schauen andere verständnislos dem scheinbar unsinnigen

Treiben zu. Wie so oft, fehlt es an den nötigen Informationen, um den „Sinn im Unsinn“ zu erkennen.

Goethe schrieb im Jahr 1825 zum Kölner Karneval:

Löblich wird ein tolles Streben

wenn es kurz ist und mit Sinn;

Heiterkeit zum Erdeleben

sei dem flüchtigen Rausch Gewinn.

Der Kölner Pädagoge und Jugendpsychotherapeut Wolfgang Oelsner postuliert, dass Menschen den Karneval

brauchen: „Durch das Rollenspiel im Karneval entdecken wir andere Facetten unseres Menschseins.

Das macht uns in gewissem Sinne menschlicher. Im Karneval hat man die Chance, den anderen rascher zu

erkennen und mit ihm in Kontakt zu treten!“ (siehe Interview Seite 6)

Im Karneval geht es lustig und locker zu. Jung und Alt feiern ausgelassen und fröhlich den Karneval. Fröhlichkeit

und Ausgelassenheit werden leider allzu häufig im Zusammenhang mit Alkoholkonsum gesehen. Leider

ist nicht nur im Karneval der Alkoholmissbrauch auch bei Jugendlichen zu beobachten. In den letzten

Jahren haben sich Pädagogen, Ordnungskräfte und auch die Karnevalisten bemüht, dieses Phänomen einzudämmen.

Frohsinn geht auch ohne Alkohol, wer sich „zudröhnt“, kann das Fest nicht genießen.

Mit der vorliegenden Information möchten die Verfasser und der FestAusschuss Aachener Karneval einen

Beitrag dazu liefern, das Thema Karneval Kindern und Jugendlichen verständlich zu machen und ihnen

grundlegende Einblicke in das traditionelle Brauchtumsfest zu geben.

Wir hoffen darauf, in Kooperation mit Schulen treten zu können, damit auch in Zukunft Karneval als wichtiger

Aspekt unserer regionalen Brauchtumskultur im Bewusstsein der kommenden Generationen nicht verloren

geht.

Jennifer Deerberg Julia Koch Helmut Koch

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Magazin Karneval:Layout 1 23.10.12 09:29 Seite 6

6

Interview

Warum Menschen Karneval brauchen

darüber sprach "karnevalinaachen.de" mit Wolfgang Oelsner

Wolfgang Oelsner, Jahrgang 1949, ist Pädagoge und Jugendpsychotherapeut. In Köln

leitet er die Schule in der Klinik für Kinder – und Jugendpsychiatrie der Universität

Köln. Neben zahlreichen Fachpublikationen hat Wolfgang Oelsner Bücher zum Thema

Karneval geschrieben, darunter die Bücher „Goethe und die Narren“, „Karneval ohne

Maske“, „Fest der Sehnsüchte“ oder auch den Karnevalsführer für Kinder „Karneval

– wie geht das?“.

Karneval ist eine „Spielwiese“ für Erwachsene, hier können sie noch einmal spielen

wie die Kinder und so tun, „als ob“. Karneval bietet aber auch eine „Spielwiese“, um

unsere Rolle, die wir haben, zu optimieren.“ sagt Wolfgang Oelsner. Im Jahr 2008 ehrte

der Bund Deutscher Karneval im Rahmen seiner Jahrestagung in Aachen Wolfgang

Oelsner mit dem „Kulturpreis der deutschen Fastnacht“

Wolfgang Oelnser Herr Oelsner, Sie schreiben in Ihrem Buch „Menschen haben nur ein Leben und dennoch

die Sehnsucht nach einem zweiten, einem anderen Leben!“ Der Narr schlüpft in die Verkleidung und hinter die

Maske, sie erlauben ihm das zweite, das andere Leben. Ist dieses närrische Verhalten Ausdruck des gespalten seins oder

ist der Narr noch normal?

Das zweite, das zwölfte, das zwanzigste Leben führen zu wollen, ist allzu normal. Der, der diese anderen Facetten dauernd in sich

unterdrücken muss, dem könnte es eher passieren, dass eines Tages aus dem Innersten heraus etwas rumort und endlich einmal

ans Tageslicht drängt. Dann hat er aber keinen Einfluss mehr darauf und wir würden von einer Psychose sprechen, wenn einer

wirklich glaubt, er sei Napoleon. Das Schöne am Menschlichen ist, dass wir in einem Spiel so ritualisieren können, dass es überhaupt

nichts Verrücktes haben muss. Ein Schauspieler kann jeden Abend anders heißen, eine andere Rolle spielen, er kein einmal

schreiten wie ein König und danach kriechen wie ein Bettler, er kann brüllen, rennen humpeln, er kann immer andere Rollen annehmen.

Wir, die wir im normalen Leben am Bankschalter stehen, können das nicht. Aber wo werden wir diese Sehnsucht los,

wenn wir uns ab und zu fragen: „wie wäre es denn, wenn …?“ Da bietet das Maskenspiel eine wunderbare Gelegenheit es zu

einer Zeit zu tun, wo es ohne Scham geschehen kann und wir unsere Reputation in der realen Welt nicht verlieren. Das Spiel, welches

sich Karneval oder Fastnacht nennt, auch die Spielregeln liefert. Die wichtigste Regel ist: „Es muss auch mal Schluss sein!“

„Löblich ist ein tolles Streben, wenn es kurz ist und mit Sinn!“ sagt Goethe. Bezieht man dies auf den Karneval, könnte

man zu jeder Zeit im Jahr närrisch feiern: Woher kommt die zeitliche Festlegung des Karnevals, wie wir sie als Karnevalisten

kennen?

Die zeitliche Begrenzung des Karnevals wird ausgehend vom Osterfest berechnet. Vierzig Fastentage vor dem Osterfest liegt die

Fastnacht, die Nacht, bevor die Fastenzeit beginnt. Ohne Akzeptanz des Aschermittwochs, die Nacht, in der „alles vorbei“ ist, gibt

es auch keine Fastnacht. Es stellt sich die Frage, wie fastet der moderne Mensch. Es geht heute nicht mehr so sehr um den

Verzicht auf Fleisch oder Eierspeisen, sondern um das Bewusstsein der Umkehr. Karneval ist ein Wendefest, ein Fest, dass uns

wie ein Mikrokosmos den großen Lebensentwurf schon einmal auf „Probe“ erleben lässt. Wir erfahren, dass nach einem Höhepunkt

auch wieder ein Abstieg kommt und wir den nächsten Höhepunkt wieder erstreben möchten. Wir sehen, dass das Leben ein Wellenbad

ist und auch schon mal eine Achterbahn sein kann und auch, dass es mit dem Tod endet. Ein solches Fest kann uns die

Akzeptanz des Abschiednehmens lehren. Das Wechselspiel ist das Abbild des Lebens und Freude und Melancholie gehören zusammen.

„Fest der Sehnsüchte“ titeln Sie Ihr Buch. „Ach wär` ich nur ein einzig Mal ein schmucker Prinz im Karneval!“ Ist Bedeutsamkeit

und Anerkennung und das Streben danach zutiefst menschlich? Entschädigt der Karneval für entgangene Lebenschancen?“

Ja, in der Tat kann der Karneval, wie die Psychologen sagen, kompensatorische Hilfen anbieten. Wir können das, was im echten

Leben nicht so richtig gelangt hat, auf der Spielwiese des Karnevals nacherleben. Karneval ist eine „Spielwiese“ für Erwachsene,

hier können sie noch einmal spielen wie die Kinder und so tun, „als ob“.

Karneval bietet aber auch eine „Spielwiese“, um unsere Rolle, die wir haben, zu optimieren. Es geht nicht nur darum, den Blaumann,

den wir am Arbeitsplatz tragen, zu tauschen gegen Strass und Fasanenfeder. In einer demokratischen Gesellschaft ist es auch

schwierig, seinen Reichtum und seinen Stand zu zelebrieren, ohne dass es anstößig wirkt, Neid hervorruft und peinlich wird. Nur

zu protzen macht unsympathisch, aber in der Rolle des Gönners, Schokolade werfend durch die Massen zu fahren und damit zu

zeigen “Schaut her, ich kann es, und ich lass euch auch teilhaben!“, ist auch ein schönes Gefühl. Man kann die Rolle, die man im

realen Leben spielt, im Karneval optimieren. Es ist das Schöne an dem Fest, dass man nicht Gefahr läuft, darin kleben zu bleiben.

Dafür sorgt der Hofnarr und sorgen auch die anderen Jecken. Wer meint, er sei wirklich der Prinz, den holt die Gemeinschaft

wieder zurück auf den Teppich. Es stärkt, wenn man erlebt, dass man wieder auf den Boden der Tatsachen zurück kommt. Karneval

ist eine wunderbare Charakterschulung.

Ist der Karnevalist am Aschermittwoch ein anderer, ein neuer oder der gleiche Mensch?

Der Karnevalist ist zunächst der gleiche Mensch, so wie der Schauspieler geschminkt und ungeschminkt der gleiche Mensch ist.

Wer im närrischen Spiel erlebt, „ich bin auch wer!“, der hat ein neues Selbstbewusstsein, er kann aus diesem Spiel des Karnevals


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etwas mitnehmen. Die Tür öffnen zu neuen Seiten seiner selbst, kann das Karnevalsfest. Karneval ist ein Fest, dass die Alltagsregeln

teilweise außer Kraft setzt. Der Gehemmte hat es leichter, etwas mehr aus sich heraus zu gehen. Es kann aber

ebenso passieren, dass die Enthemmung Maß vergessen lässt und auch die Extreme vorkommen können. Aus dem Flirt

kann Anmache, aus dem Schwips kann Suff werden. Die Triebkräfte der Seele können sich Raum verschaffen. Haltekräfte,

die uns binden, sind im Fest enthalten, es sind die Regeln des Brauchtums. Es gibt ein schönes Beispiel für eine solche

Regel. Der Eid der Roten Funken, der Kölner Stadtsoldaten, enthält die Passage: „… ich verspreche, ich will suffe, ich will

suffe, so viel wie der Magen ohne Biesterei kann jood vedrare!“ „ … So viel der Magen ohne Probleme vertragen kann…

!“, ist die eingebaute Bremse. Ich gehe bis an die Grenze, ohne sie zu überschreiten und sollte es mir einmal nicht ganz gelingen,

habe ich meine Freunde, die mich unterstützen, diese Grenzen einzuhalten.

Karneval stammt aus der Religion. Ohne Ostern keine Fastnacht, ohne Fastnacht kein Karneval. Karneval ist ohne Religion

nicht denkbar. Wie bereits erwähnt, ist Karneval ein Wendefest. Die Menschen brauchen so etwas. Im Mittelalter wurde

Narrheit demonstriert, um sie zu überwinden, der Mensch konnte in den „Spiegel“ schauen und erkennen, welche Fliehkräfte

in ihm stecken.

Karneval, ein „Wendefest“ vom nüchternen Alltag in den ausgelassenen Karneval und am Aschermittwoch wieder

zurück in die Realität, zurück zur Besinnlichkeit und dem Bewusstsein der Vergänglichkeit. Muss man Christ sein,

um diese Wende von der Ausgelassenheit zur Besinnlichkeit zu erleben?

Der Wechsel von einem Zustand in einen anderen Zustand als ein ganz privates Wendefest, kann auch von Menschen anderer

Kulturen und Religionen erfahren werden. Man denke an die Wende vom Fasten zum Zuckerfest im Islam, wo Glanz

und Essen angesagt ist, aber rekrutierend aus dem Bewusstsein der anderen, der kargen Zeit. Dieses Grundphänomen

kann in der christlichen Religion, aber auch in der jüdischen oder muslimischen Religion erlebt werden.

Wird der Mensch durch den Karneval menschlicher? Ist der Mensch seinem Nächsten im Karneval näher als im

alltäglichen Leben?

Durch das Rollenspiel im Karneval entdecken wir andere Facetten unseres Menschseins. Das macht uns in gewissem Sinne

menschlicher. Im Karneval hat man die Chance, den anderen rascher zu erkennen und mit ihm in Kontakt zu treten. Je

mehr man aber zugedröhnt wird, sei es mit Alkohol, oder auch akustisch, um so geringer ist die Chance, den anderen

kennen zu lernen. Ein gemeinsames Lied zu singen, ist kaum noch möglich. Ich höre meinen Tischnachbarn nicht, ich höre

nur die Musik aus dem Lautsprecher.

Das Gebot der Stunde ist heute nicht die Forcierung und Beschleunigung oder die Optimierung des Karnevals, heute ist die

Entschleunigung des Karnevals das Gebot der Stunde. Es kommt nicht auf übertriebene Pracht und Perfektion an. Es muss

auch nicht sein, dass eine gute Sitzung nur dann gut war, wenn ich mindestens einen Prominenten aus Film oder Fernsehen

gesehen habe. Ein Vortrag im Pfarrkarneval zu einem Thema aus der Pfarre ist näher an den Menschen dran, als ein geschliffener

Vortag eines herumreisenden Vortragskünstlers.

Muss man im Karneval auch auf den „Putz hauen“? Ist es wichtig für den Menschen,

dass er auch mal die „Sau jagt“?

Es kann für einen im Alltag stets diszipliniert lebenden Menschen wichtig sein, auch einmal über die Stränge zu springen.

Dies ist aber eigentlich nicht das Wesentliche im Karneval. Die Kraft des Karnevals

liegt nicht im Lauten und im Verkleiden, obwohl dies dazu gehört, es ist

eher der Bereich zwischen den lauten und den leisen Tönen und die Sehnsucht

nach der Gemeinschaft, neben dem Anarchischen auch das Bewahrende.

Karneval ist ein Kunstwerk für einen Tag. Auf diesen Tag wird fast ein ganzen

Jahr lang hingearbeitet. Die Eruption am Rosenmontag hat eine Vorbereitungszeit

und nur der, der diese Zeit mitmacht, spürt die Bremse die bewirkt, dass

man kein Chaos und keinen Stress verbreitet.

Karneval hat auch die Funktion gehabt, die Obrigkeit auf den Arm zu nehmen.

Was wird aus dem Karneval, wenn die Obrigkeit sich selbst ad absurdum

führt und die Kirche nicht mehr die Bedeutung für Leben, Tod

und den Lieben Gott hat. Haben wir dann nur noch Party statt Karneval?

Die Gefahr besteht. Der Karneval steht schon seit geraumer Zeit am Scheideweg

und ich glaube, man wird noch eine Zeit lang Parallelentwicklungen erleben,

Party dort und das, was andere den richtigen, den brauchspezifischen

Karneval nennen mögen auf der anderen Seite. Die Politiker durch den Kakao

ziehen, greift heute nicht mehr, das kann Kabarett oder Comedy viel aktueller,

spitzer, schärfer und manchmal auch witziger.

Helmut Koch

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Aachener Kinder

feiern mit…

Karneval ist ein Brauchtumsfest für große und kleine Jecken.

Auch im Aachener Karneval sind die Kinder an den tollen Tagen mit dabei.

Der FestAusschuss Aachener Karneval hat eigens für die Organisation des

Kinderkarnevals einen Arbeitsausschuss gegründet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1950, rief Jacques Königstein die

Aachener Kinder auf, sich am Karnevalssonntag zu kostümieren und zu

einem gemeinsamen Umzug zu versammeln. Der Karnevals-Sonntag

sollte fortan den Kindern gehören, was auch bis zum heutigen Tage in

Aachen so geblieben ist. Da aber jedes Fest gründlich organisiert sein

will, gründete sich nach den Erfahrungen des ersten Umzuges der

Arbeitsausschuss Aachener Kinderkarneval (AKiKa) als Unterausschuss

des Fest Ausschuss Aachener Karneval.

Der Kinderkarneval hat wie der Karneval für die Erwachsenen

einen närrischen Repräsentanten, den „Märchenprinz“, der über

die kleine Narrenschar der Stadt Aachen während der

Karnevalssession herrscht. Wie der große Prinz, so wird auch

der Märchenprinz von einem Hofstaat und einer Garde bei

seinen zahlreichen Auftritten begleitet. Bei einer feierlichen

Proklamation im Aachener Eurogress wird der Märchenprinz

proklamiert. Neben den zahlreichen Auftritten bei Vereinen

oder in Altersheimen, gibt es für die Kinder der Stadt auch

noch das große Kinderfest im Eurogress.

Märchenprinz 2012: Tobias Pauels

Höhepunkt für die Kinder ist der festliche Umzug

durch die Straßen der Stadt am Karnevalssonntag.

Wie der große Prinz, wirft auch der Märchenprinz

Kamelle und Kleinspielzeug unter die ausgelassene

Narrenschar. Nach dem Karnevalszug findet im

Saal des alten Kurhaus an der Komphausbadstraße

eine Kindersitzung mit dem Titel

„Kaffee, Kids und Kokolores“ statt.

Diese Veranstaltung organisiert seit Jahren der

Aachener Karnevalsverein 1959 e.V. Während

die Eltern bei Kaffee und Kuchen sich von den

Strapazen des Kinderzuges ausruhen

können, haben die Kinder Gelegenheit, den

Darbietungen von Clowns, Kindergarden sowie dem Märchenprinzen und seinem

Gefolge zu folgen oder auch selbst durch den Saal zu springen.

Über 60 Märchenprinzen, unzählige Hofstaatkinder, Gardistinnen, Tambourmajore,

Fahnenträgerinnen, Tanzpaare und Pagen krönen die bisherige Arbeit des

ausschließlich ehrenamtlichen Teams des Arbeitsausschuss Aachener Kinderkarneval.

Der FestAusschuss Aachener Karneval und der AKiKa sind Garant

dafür, dass seit 1956 den jeweiligen soziokulturellen Bedingungen angepasst,

ein unbeschwerter kindgerechter Karneval im Sinne der Brauchtumspflege in

Aachen existiert.


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Kann meine Klasse

am Kinderzug teilnehmen?

Kann jeder am Kinderzug teilnehmen?

Ja, Kinder dürfen in Begleitung Erwachsener teilnehmen!

Bis wann muss man sich anmelden?

Kann man dem Anmeldeformular auf der Homepage des Märchenprinzen entnehmen (siehe unten)!

Brauche ich ein Anmeldeformular?

Das Anmeldeformular findet man auf der Homepage des Märchenprinzen!

Ist ein Motto vorgegeben, oder darf man das Motto selbst wählen?

Jeder darf ein eigenes Motto wählen!

Ist die Teilnahme am Kinderzug mit Kosten verbunden?

Für die Teilnahme am Kinderzug sind keine Gebühren zu entrichten!

Wie sind die Teilnehmer am Kinderzug versichert?

Die Teilnehmer am Kinderzug sind über den FestAusschuss Aachener Karneval (AAK) versichert!

Wo kann ich mich informieren?

Im Internet findet man die erforderlichen Anmeldeformulare und weitere Informationen unter:

http://www.kinderkarnevalinaachen.de/zugleitung.htm

9


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10

Struktur der Unterrichtseinheit „Karneval

Die komplette Unterrichtseinheit umfasst sieben Unterrichtsstunden.

Die Inhalte sind für Schüler und Schülerinnen der Klassen 4 bis 7 geeignet.

Die Stunden können je nach Anspruch und Bedürfnissen verändert oder auch

einzeln verwendet werden.

Stunde Unterrichtsinhalt Material

1

2 und 3

4

5

6

7

M1 Unterrichtsverlaufsplan: Stunde 1 "Was verbindet ihr mit Karneval?"

Phase/Sozialform Inhalt Medien

Einstieg

Sozialform:

Unterrichtsgespräch

Erarbeitungsphase 1

Sozialform:

Kleingruppenarbeit

Ergebnissicherung

Sozialform:

Unterrichtsgespräch

Übergangsphase

Sozialform:

Lehrerimpuls

Erarbeitungsphase 2

Sicherung

Sozialform:

Plenum

Einstieg: Was verbindet ihr mit Karneval?

Entstehung und Hintergründe des karnevalistischen

Brauchtums.

Aachener Traditionsvereine

Warum verkleiden wir uns Karneval?

Basteln einer eigenen Maske

Abschlussquiz, Wortsuchrätsel und Bastelvorlage

Die Einstiegsfrage „Was verbindet ihr mit Karneval?“

wird in die Mitte der Tafel geschrieben.

Die SuS schreiben ihre Ideen auf farbige

Kartonkarten und heften sie an die Tafel.

Die SuS versuchen die gesammelten Begriffe zu kategorisieren

und erstellen passende Überschriften.

Ein bis zwei Kleingruppen stellen ihre Ergebnisse vor.

Die weiteren SuS ergänzen und diskutieren die Ergebnisse

(es werden verschiedene Variationen zustande

kommen), es gibt nicht nur eine Lösung !

Fragestellung: Was möchtet ihr über das Brauchtum

Karneval gerne lernen?

Sammlung der Fragen an der Tafel.

Sortierung der Fragen nach inhaltlicher Nähe.

-> Erstellung eines "Fahrplans" für die nächsten

Unterrichtsstunden. (Dokumentation auf Folie)

Unterrichtsverlaufplan M1

(Beispiel Mind Map) M2

Unterrichtsverlaufplan M3

(Arbeitsblatt) M4

(Infotexte) M5

(Beispiel Tafelbild) M6

Unterrichtsverlaufplan M7

(Infotexte) M8

Unterrichtsverlaufplan M9

(Arbeitsblatt) M10

Unterrichtsverlaufplan M11

(Arbeitsblatt) M12

(Maskenvorlage) M13

(Arbeitsblätter) M14, M15, M16

Tafel

Farbige Kartonkarten, Klebeband

M2

Heft, Stifte

Tafel

M2

Tafel

OHP, Folie

Strukturplan


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M2 Beispiel für eine Mind-Map nach der Einstiegsfrage

Spaß haben

Tanzgarde

Verkleidung

Karnevalssitzung

Karnevalsverein

Konfetti

Was verbindet ihr mit Karneval?

Karnevalsprinz

Tanzmariechen lustig

Kinderprinz Fettdonnerstag

M2 Mögliche Kategorisierung der Mind-Map

Was verbindet ihr mit Karneval?

Perücke

Luftschlangen

Karnevalszug

Kostümparty

Süßigkeiten

Vereinskarneval Straßenkarneval

Tanzgarde

Tanzmariechen

Präsident

Karnevalssitzung

Verkleidung

Kostümparty

Spaß haben

Perücke

Luftschlangen

Phase/Sozialform Inhalt

Einstieg

Sozialform:

Unterrichtsgespräch

Erarbeitungsphase 1

Sozialform:

Gruppenarbeit

Sicherung

Sozialform:

Schülervortrag

L begrüßt SuS und liest* den Dialog zwischen Jan

und seiner Uroma vor. Die SuS formulieren das

Problem der Stunde, etwa: Wer hat denn nun Recht

mit den Angaben, Uroma oder Jan?

Die SuS werden in Gruppen von jeweils 4 SuS

eingeteilt. Der AA auf dem Blatt dient den SuS als

Aufgabe zur Stunde.

Die SuS stellen ihre Dialoge vor und es wird gemeinsam

die Frage geklärt, wer denn nun Recht hat.

Hierbei kann ein Tafelbild mit den wichtigsten

Fakten erstellt werden.

Rosenmontagszug

Kinderzug

Prinz Karneval

Kinderprinz

Fettdonnerstag

Süßigkeiten

Konfetti

M3 Unterrichtsverlaufsplan: Stunde 2 + 3 „Hintergrundinformationen zu Karneval,

einigen besonderen Aspekten und typischen Figuren des Karnevals“

* Alternativ kann der Dialog auch von zwei SchülerInnen vorgelesen werden

Medien

Textblatt Dialog

Uroma und Jan M4

AB M5

Textkopien der Infotexte

Blätter, Stifte

Mögliches Tafelbild M6

11


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12

M4 Uroma und Jan über Karneval

Variante Internetrecherche

Jan kommt nach einer Karnevalsparty aus der Schule.

Uroma: Hallo Jan! Wie war es denn heute in der Schule?

Jan: Oh super, Oma! Mein Kostüm hat den dritten Platz belegt!

Uroma: Was denn für ein Kostüm? Du bist doch einfach nur bunt angezogen…

Jan: Ich bin doch nicht bunt angezogen. Ich bin ein Hippie! Das sieht man doch!

Die Karnevalsparty war total cool.

Uroma: Karneval? Das habe ich auch früher schon gefeiert. Aber da hat doch der

Hippie nix zu suchen. An Karneval übt man doch Kritik an der politischen

Führung und nicht an der Mode!

Jan: Politik! So`n Quatsch. Karneval heißt feiern und Spaß haben!

Uroma: Nein Jan, da hast du wohl was falsch verstanden!

Jan: Nein Oma, du hast was falsch verstanden! Das werde ich dir beweisen!

Jetzt seid ihr gefragt! Wer hat denn Recht? Helft Jan und seiner Uroma die

Wahrheit heraus zu finden.

Bildet vierer Gruppen und recherchiert gemeinsam im Internet über

die Geschichte und die Hintergründe des Karnevals.

Dabei können euch folgende Leitfragen helfen:

• Bedeutung des Wortes „Karneval“, „Fastnacht“ oder „Fasching“

• Seit wann gibt es den Karneval?

Karneval und Politik

Karneval und Kirche

• Geschichtlicher Hintergrund der Karnevalsuniform

• Seit wann gibt es den Karneval in Aachen und Umgebung?

• Welche Bedeutung haben Karnevalsorden?

• Welche Bedeutung haben typische Karnevalsfiguren wie z. B. Karnevalsprinz,

Gardesoldat, Tanzmarie/Marketenderin und Narr/Clown?

• Welchen ursprünglichen Zweck erfüllte der Karneval früher?

• Welchen Zweck erfüllt der Karneval heute?

Wenn ihr mit euren Recherchen fertig seid, schreibt den Dialog zwischen Jan

und seiner Uroma weiter und klärt dabei die Frage, wer von beiden denn jetzt Recht hat!

Folgende Internetquellen können euch bei eurer Recherche behilflich sein:

• http://www.brauchtum.karneval-info.de/

2-2-fastnacht-karneval-in-deutschland-anfaenge-und-entwicklung/index.html

• http://www.brauchtum.karneval-info.de/2-3-karnevalisierung-der-fastnacht/index.html

• http://de.wikipedia.org/wiki/Karneval,_Fastnacht_und_Fasching

• http://de.wikipedia.org/wiki/Aachener_Karneval

• www.heimwerker.de/.../karneval.../geschichte-des-karneval.html

• http://www.textlog.de/38837.html

• http://www.e-politik.de/lesen/artikel/2012/politischer-karneval-gibt-es-das/

• http://www.katholisch.de/18931.html

• http://www.koelnerkarneval.de/136.html

• http://www.koelnerkarneval.de/232.html


Magazin Karneval:Layout 1 23.10.12 13:57 Seite 13

M4 Uroma und Jan über Karneval

Variante Textrecherche

Jan kommt nach einer Karnevalsparty aus der Schule.

Uroma: Hallo Jan! Wie war es denn heute in der Schule?

Jan: Oh super, Oma! Mein Kostüm hat den dritten Platz belegt!

Uroma: Was denn für ein Kostüm? Du bist doch einfach nur bunt angezogen…

Jan: Ich bin doch nicht bunt angezogen. Ich bin ein Hippie! Das sieht man doch!

Die Karnevalsparty war total cool.

Uroma: Karneval? Das habe ich auch früher schon gefeiert. Aber da hat doch der

Hippie nix zu suchen. An Karneval übt man doch Kritik an der politischen

Führung und nicht an der Mode!

Jan: Politik! So`n Quatsch. Karneval heißt feiern und Spaß haben!

Uroma: Nein Jan, da hast du wohl was falsch verstanden!

Jan: Nein Oma, du hast was falsch verstanden! Das werde ich dir beweisen!

Jetzt seid ihr gefragt! Wer hat denn Recht? Helft Jan und seiner Uroma die

Wahrheit heraus zu finden.

Bildet vierer Gruppen und teilt die vier Infotexte unter einander auf.

Lest euch die Texte sorgfältig durch und markiert Textstellen, die Antwort auf

die untenstehenden Leitfragen geben.

• Bedeutung des Wortes „Karneval“, „Fastnacht“ oder „Fasching“

• Seit wann gibt es den Karneval?

Karneval und Politik

Karneval und Kirche

• Geschichtlicher Hintergrund der Karnevalsuniform

• Seit wann gibt es den Karneval in Aachen und Umgebung?

• Welche Bedeutung haben Karnevalsorden?

• Welche Bedeutung haben typische Karnevalsfiguren wie z. B. Karnevalsprinz,

Gardesoldat, Tanzmarie/Marketenderin und Narr/Clown?

• Welchen ursprünglichen Zweck

erfüllte der Karneval früher?

• Welchen Zweck erfüllt der

Karneval heute?

Wenn ihr fertig seid, stellt euch eure

Ergebnisse gegenseitig vor

und schreibt den Dialog zwischen Jan

und seiner Uroma weiter.

Klärt dabei die Frage, wer von beiden denn

jetzt Recht hat!

13


Magazin Karneval:Layout 1 23.10.12 09:33 Seite 14

14

M5 Informationstext:

Geschichte und Bedeutung des Karnevals

Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Brauchtum Karneval genau, und wie ist es

entstanden? Wisst ihr, warum man es manchmal auch Fastnacht, Fasnacht, Fasching

oder fünfte Jahreszeit nennt?

Das närrische Fest ist die Zeit vor dem Aschermittwoch, in der ausgelassen gefeiert

wird und hat eine lange Tradition. Ob nun vor 5000 Jahren in Mesopotamien 1 oder

im antiken Rom zu Ehren des Gottes Saturn (Saturnalien): all diese vorchristlichen,

öffentlichen Feste haben mit dem heutigen Karneval etwas gemeinsam! Es waren

die Feste, in denen jedermann, egal ob Sklave oder Herr, ob Mächtiger oder Untertan,

mitfeiern und sich ohne Einschränkungen und Folgen zu Wort melden konnte:

Die gesellschaftliche Ordnung wurde außer Kraft gesetzt. Auch heute noch "erstürmen"

die Narren, die mit Hilfe von Kostümen und Verkleidungen in „ eine andere

Haut schlüpfen“, die Rathäuser und regieren, statt des Bürgermeisters, bis Aschermittwoch

die Karnevalshochburgen.

Aber woher kommt der Karneval denn jetzt?

Über den Ursprung gibt es verschiedene Theorien. Die einen sagen, dass die heidnischen

2 Bräuche der Kelten 3 , Römer und Griechen der Ursprung des närrischen

Brauchtums sind, andere meinen, es seien die christlichen Feier der Fastnacht, also

die Nacht vor der Fastenzeit. Wer hat nun recht?

Vermutlich wurden heidnische Bräuche und Sitten in den christlichen Kontext übernommen

und integriert. So lassen sich z. B. auch die Kostüme und Masken im Karneval erklären: Die Kelten verkleideten

und maskierten sich nämlich im Frühjahr, um die Winterdämonen 4 zu vertreiben.

Im deutschen Raum ist das Feiern des Karnevals seit dem 14. bzw. 15. Jahrhundert in Urkunden belegt. Vor Beginn der

entbehrungsreichen Fastenzeit feierten die Menschen beim Karneval die sinnliche "Zeit des Fleisches". Daher leiten

Brauchtumsforscher den Namen auch vom lateinischen "carne vale" ab, was einfach übersetzt "Fleisch, lebe wohl" bedeutet.

Dieser Ausdruck ist ein Hinweis darauf, dass nach Karnevalsdienstag mit dem Aschermittwoch die 40-tägige

Fastenzeit beginnt, die Menschen früher mit dem Verzicht auf Fleisch, Eier und Milchprodukte begingen.

Die Reformation im 16. Jahrhundert schaffte die Fastenzeit ab. Deswegen verlor die Fastnacht und deren Bräuche bei

den protestantischen Gläubigen ihre Bedeutung und "überlebte" fast nur in den katholisch geprägten Gebieten.

Die Entwicklung zum Straßenkarneval ist den Handwerkszünften in den Städten des 18. Jahrhunderts zu verdanken.

Sie verkleideten sich und veranstalten Aufführungen, insbesondere vor den Häusern reicher Bürger, um auf witzige und

ironische 5 Art und Weise an den Hierarchien 6 zu rütteln.

Ende des 18. Jahrhunderts bis Anfang 19. Jahrhunderts stand das gesamte Rheinland unter französischer Besatzung.

Die Aachener zeigten ihre Abneigung über die militärische

Besetzung damit, dass sie vor den Kasernen der Franzosen in Lumpenkostümen, die den französischen Uniformen

nachempfunden waren, singend auf und ab marschierten und dabei den militärischen Gruß absichtlich falsch ausführten.

Der Narrengruß hat heute noch Tradition im Karneval! In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts übernahm das Bürgertum

die Festveranstaltung. Es entwickelte sich die organisierte Fastnacht.

Den Anfang, das Fastnachtstreiben in geordnete Bahnen zu lenken, machte die Stadt Köln, heute die Karnevalshochburg

in Deutschland schlechthin. 1823 wurde ein Karnevalskomitee 7 gegründet. Seit dem Jahre 1829 wird auch in Aachen

organisierter Karneval gefeiert.

_____________________

1 historische Landschaft im Irak

2 religionslos, glaubenslos

3 Volksgruppe der Eisenzeit in Europa

4 böser Geist

5 mit feinem Spott

6 Rangfolge

7 leitender Ausschuss, der mit einer bestimmten Aufgabe betraut ist

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Karneval,_Fastnacht_und_Fasching

www.heimwerker.de/.../karneval.../geschichte-des-karneval.html


Magazin Karneval:Layout 1 23.10.12 09:34 Seite 15

M5 Informationstext:

Karneval in Kirche und Politik

Karneval ist eng mit der Fastenzeit verknüpft. Die Fastenzeit ist die 40ig-tägige

Vorbereitungszeit auf Ostern. Daher leiten Brauchtumsforscher den Namen auch

vom lateinischen "carne vale" ab, was einfach übersetzt "Fleisch, lebe wohl" bedeutet.

Auch der Begriff "Fastnacht" weist auf den Abend und den Tag vor der

vorösterlichen Fastenzeit hin. Das in Süddeutschland gebräuchliche Wort "Fasching"

leitet sich von "vaschang" oder auch "vastschang" ab, was als "Ausschenken

des Fastentrunks" gedeutet wird. Am Abend vor Beginn der

entbehrungsreichen Fastenzeit feierten die Menschen nochmals ausgiebig mit

reichlich Essen und Getränken, sowie Musik und Tanz. Karneval war damit die

Zeit des Spiels, in der die Menschen nochmals sündigen durften.

Eigentlich beginnt die Karnevalszeit aber schon im November. Seit dem 19. Jahrhundert

fällt in den rheinländischen Karnevalshochburgen der Startschuss der

Karnevalssession am 11.11., genau um 11:11 Uhr. Die Elf ist die Narrenzahl

schlechthin. Wisst ihr warum?

Man sagt, dass die Zahl Elf bereits seit dem Mittelalter für Jux und Narretei 1 steht.

Daher gibt es am 11. November einen kleinen Vorgeschmack auf die Karnevalstage

im Februar.

Am 6. Januar, am Tag der Heiligen Drei Könige, beginnt der Karneval dann richtig. Früher wurde am Vorabend des 6.

Januars das Bohnenfest gefeiert. Wer an diesem Abend in seinem Kuchenstück eine Bohne fand, wurde zum Bohnenkönig

ernannt und war der Gastgeber des nächsten Maskenballs.

Im 19. Jahrhundert wurde das christliche Fest zunehmend politischer. Unter französischer Besatzung wurde das Karnevalsfest

Ende des 18. Jahrhunderts von Napoleon verboten. Nach dieser Verbotsphase startete der Karneval allerdings

erst richtig durch. Ab 1823 wurden erste Karnevalsvereine gegründet, die mit ihren nachgemachten militärischen Uniformen

die ehemaligen Besatzer aus Frankreich und die aktuelle preußische Führung parodierten 2 und karnevalistisch verspotteten.

Die Politik war nun ein wichtiger Bestandteil des Karnevals. Viele Gegner der politischen Führung sammelten sich in

den Karnevalsvereinen, da diese eine Plattform für politischen Protest bot. Hinter einer Kostümierung versteckt, fällt es

schließlich viel einfacher Kritik zu äußern und politische Forderungen zu stellen!

Mit der Reichsgründung 1871 verschwanden die revolutionären Gedanken und der politische Schwerpunkt im Karneval

lies nach. Von nun an mussten Rede-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit in Deutschland nicht mehr erstritten werden

und Kritik an der Politik konnte jedermann äußern, ohne dass man sich hinter einer Maske verstecken musste. In Büttenreden,

Karnevalsliedern und auf den Motivwagen der Rosenmontagszüge wird den Politiker allerdings auch heute

noch gezeigt, was das Volk gerade von ihnen hält.

Heutzutage ist der Karneval ein Teil der Unterhaltungsindustrie geworden und dient vor allem wieder der Belustigung

und beschränkt sich bei politischen Meinungsäußerungen auf harmlosen Schabernack 3 .

_______________________

1 Albernheit, Scherz, Spiel

2 spöttisch nachmachen

3 Spaß, Unsinn

Quellen:

Christina Frohn (1999). Karneval in Köln, Düsseldorf und Aachen 1823-1914. Dissertation,

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn

http://www.katholisch.de/18931.html

http://www.e-politik.de/lesen/artikel/2012/politischer-karneval-gibt-es-das/

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Magazin Karneval:Layout 1 23.10.12 13:58 Seite 16

16

M5 Informationstext:

Bedeutung der Uniformen und der Orden im Karneval

Die Uniform

Der Rheinische Karneval stellt seit jeher eine Persiflage 1 der französischen Militärherrschaft

dar. Zur Zeit Napoleons war Deutschland bzw. das Rheinland von den Franzosen

besetzt. Die französischen Soldaten trugen ihre typische Uniformen, die man heute in

karnevalistisch verfremdeter Art im Karneval wiederfinden kann. Kennzeichen der Uniform

waren die Hose mit den Stiefeln, das Jackett und natürlich der Dreispitz.

Einige Karnevalsgruppen sehen sich auch als Persiflage auf die Stadtwachen der alten

Zeit, diese haben damals die Zölle eingetrieben, Papiere überprüft, und bewachten die

Stadttore. Man erkannte sie an ihrer Uniform, die oftmals in leuchtenden Farben gehalten

war, damit man die Stadtwache auch im Dunkeln sehen konnte. Deswegen

nannte man sie in Köln auch Funken, weil ihre Uniform funkelte.

Sicherlich habt ihr auch schon einmal von der Prinzengarde gehört. Die Prinzengarde

ist die Karnevalsgruppe, die den Karnevalsprinz bei seinen Auftritten in der Öffentlichkeit

begleitet, bewacht und beschützt. Sie geht im Karnevalszug immer vor dem Prinzen

und auch bei Einzügen in die Festsäle geht sie dem Prinzen voran.

Auch in den alten Zeiten gab es königliche Garden, die die Aufgabe hatten, den König

und seine Familie zu beschützen und zu bewachen. Man erkannte diese Garden ebenfalls an ihrer speziellen Uniform,

die sonst niemand tragen durfte, der nicht zur Garde des Königs gehörte.

Wer wünschte sich also nicht, zur Garde oder zur Stadtwache zu gehören? Fast jeder Karnevalist wäre auch gerne Gardist,

mit schmucker Uniform und immer in der Nähe des Prinzen. Weil das nicht möglich war und schon gar nicht unter

einer Besatzung, schufen sich die Menschen ihre ganz persönlichen Garden und Stadtwachen, und zeigten auf diese

Weise auch den echten Soldaten eine lange Nase und verspotteten sie, indem sie die Uniformen etwas anders gestalteten

oder sich anders grüßten als die echten Soldaten.

Aber nicht nur aus diesem Grund verkleideten sich die Menschen als Soldaten, sie wollten auch ihrem Ärger über die

Fremdbesatzung und über den Militärzwang Luft machen. Einen Ausweg fanden sie, indem sie sich als Soldaten verkleideten,

aber alles falsch machten, was für echte Soldaten wichtig war. Also bekamen ihre Uniformen falschen Details,

andere Knöpfe oder an Stelle eines echten Gewehrs trugen sie ein Holzgewehr mit sich herum und steckten eine Blume

in den Gewehrlauf. Vor den Kasernen der Soldaten marschierten sie auf und ab und sangen dabei Schmählieder und

grüßten absichtlich falsch.

Die Orden

Die Orden wurden in früheren Zeiten als Auszeichnung verliehen. Um besonders tapfere und

mutige Soldaten zu ehren, erhielten sie Orden. Diese Orden wurden an die Uniformen geheftet

und stolz zur Schau gestellt, denn schließlich gaben sie Auskunft über vollbrachte Leistungen

und Heldentaten.

Wie bei Karnevalisten nicht anders zu erwarten, dürfen auch im Karneval die Orden nicht fehlen.

Zeigten die militärischen Orden das Konterfei 2 des Königs oder anderer wichtiger politischer Persönlichkeiten,

so sind auf Karnevalsorden viele unterschiedliche Motive zu sehen. Zum Beispiel

kann man Motive aus der Vereinsgeschichte, aus der Stadtgeschichte, aus der Gegenwart oder

auch wichtige Personen des Karnevals auf den Orden sehen. Karnevalsorden können also auch

als Geringschätzung und als Verspottung der militärischen Gepflogenheiten gesehen werden.

Bei manchen Vereinen oder Sitzungen wird die Verleihung der Orden so zelebriert wie früher die

Verleihung durch den König. Hier verschwindet natürlich der Charakter der Verspottung und der Orden wird zu einem

begehrten Objekt. Der „Orden wider des tierischen Ernst“, den der Aachener Karnevalsverein 1859 e.V. (AKV) alljährlich

an eine Person verleiht, die Humor und Menschlichkeit im Amt bewiesen hat, ist daher sehr selten und kostbar. Viele

Orden anderer Vereine werden in großer Zahl an Menschen verliehen, die dem Verein nahe stehen, ohne besondere

Leistungen erbracht zu haben. Man folgt halt nur der Tradition und zeigt Verbundenheit mit dem Verein.

Für manche Menschen sind Karnevalsorden auch Objekte der Sammelleidenschaft geworden.

In Karnevalsmuseen werden die Ordens-Schätze der Vereine stolz in Vitrinen zur Schau gestellt.

Auch in Aachen, im Zentralarchiv des Festausschuss Aachener Karneval, gibt es eine umfangreiche

Ordenssammlung. Das Archiv kann man besuchen.

Die Öffnungszeiten findet man im Internet unter: http://karnevalsarchiv.aachen-markt.de

Quellen: http://www.oecher-karnevalsmagazin.de/hefte/km_5.pdf (Seite 14 u.15),

http://karnevalsarchiv.aachen-markt.de/orden.htm,

http://www.karnevalinaachen.de/lexikon/orden.htm,

http://www.koelnerkarneval.de/232.html,

http://www.koelnerkarneval.de/136.html

_____________________________

1 Verspottung 2 Abbild


Magazin Karneval:Layout 1 23.10.12 09:34 Seite 17

M5 Informationstext:

Figuren im Karneval

Im Karneval gibt es typische Figuren, die man sich aus dem

Karneval gar nicht mehr wegdenken könnte. So gibt es jedes

Jahr einen Karnevalsprinz, die mit schmucken Uniformen bekleideten

Gardesoldaten, die Tanzmariechen und Marketenderinnen

der Karnevalsvereine, sowie der karnevalistische Narr,

auch vielleicht bekannt als Till. Was haben diese unterschiedlichen

Figuren denn nun mit Karneval zu tun und welche Bedeutung

haben sie?

Der Karnevalsprinz

Das Brauchtum Karneval ist seit jeher eine ausgelassene Feier,

in der die "normale" Welt für eine gewisse Zeit auf den Kopf gestellt

werden durfte. Bürgerliche Hierarchien 1 wurden aufgehoben

und der Sklave feierte mit dem Herrn gleichermaßen. Auch

heute noch erobern kostümierte Narren die Rathäuser der rheinischen

Karnevalshochburgen und übernehmen, anstelle des

Bürgermeisters, bis Aschermittwoch die Herrschaft über die

Stadt. Für die Einrichtung eines solchen Narrenreiches

brauchte man natürlich auch einen Narrenherrscher!

Welche Figur könnte das besser verkörpern, als der "Prinz Karneval"?

Der Karnevalsprinz ist allerdings eine relativ junge Erscheinung.

Mit Beginn des organisierten Karnevals 1823 in Köln trat er erstmals,

als sogenannter "Held Karneval" auf. Auch wenn man den Narrenherrscher

zu dieser Zeit noch anders nannte, glich sein Äußeres schon damals dem eines

Herrschers mit Krone und Pfauenschweif, goldener Kette und edlem Gewand.

Bis heute trägt der Karnevalsprinz ein edles Ornat 2 , verziert mit goldenen oder silbernen

Bändern und Strasssteinen. Sein Aussehen gleicht einem königlichen Herrscher

früherer Zeiten und die Karnevalisten bewundern und feiern ihren

Narrenherrscher. Einen Prinzenorden verliehen zubekommen, ist somit eine besondere

Ehre und erfüllt viele mit Stolz.

Der Gardesoldat

Ende des 18. Jahrhunderts bis Anfang 19. Jahrhunderts stand das gesamte

Rheinland unter französischer Besatzung. Die Aachener zeigten ihre Abneigung

über die militärische

Besatzung damit, dass sie vor den Kasernen der Franzosen in Lumpenkostümen,

die den französischen Uniformen nachempfunden waren, singend auf und ab marschierten

und dabei den militärischen Gruß absichtlich falsch ausführten. Die Persiflage

3 auf die militärische Herrschaft ist bis heute ein Teil des rheinischen

Karnevals. Die typischen Uniformen der Franzosen kann man heute in etwas karnevalistischer

Art im Karneval wiederfinden. Die Gardisten der verschiedenen Vereine

tragen sie in verschiedenen Farben und etwas abgewandelten Formen und

repräsentieren stolz ihren Karnevalsverein.

_______________________________

1 Rangfolge

2 Amtskleidung, Robe

3 Verspottung

17


Magazin Karneval:Layout 1 23.10.12 09:35 Seite 18

18

M5 Informationstext:

Figuren im Karneval

Die Tanzmarie und die Marketenderin

Der Stolz eines jeden Vereins sind die Tanzmariechen und Marketenderinnen. Sie

treten alleine oder als Paar mit einem Tanzoffizier auf und wirbeln auf traditionellen

oder modernen Musiken über die Bühnen.

Die Tanzmarie ist eine traditionelle Figur im rheinischen Karneval, die auf die früheren

Marketenderinnen zurückgeht. In manchen Regionen wird die Tanzmarie

auch Funkenmariechen oder Regimentstochter genannt. In den Traditionsgarden

ist die Kleidung der Tanzmarie, wie die Uniform der Gardesoldaten, an die militärischen

Uniformen des 18. Jahrhunderts angelehnt. Neben der Uniformjacke gehört

der typische Dreispitz, sowie ein kurzes Faltenröckchen, Strumpfhose und

das weiße Spitzenhöschen dazu. In moderneren Vereinen sind die Kostüme der

Tanzmariechen mit vielen funkelnden Strasssteinen verziert.

Wusstest du eigentlich, dass bis zur Herrschaft der Nationalsozialisten die Tanzmariechen

immer von Männern dargestellt wurden? Verrückt, oder? Erst später

wurde die Rolle von Tänzerinnen übernommen.

Die Marketenderin ist ein weiblicher Marketender. Marketender waren sogenannte

Händler, die die militärischen Truppen im Mittelalter begleiteten, um die Soldaten

mit Lebensmitteln, Schnaps und Arzneimitteln zu versorgen.

Nach und nach zogen immer mehr Marketenderinnen mit den Soldaten durch die

Lande und boten diesen auch weitere Dienste an. Mit zunehmender organisierter

Truppenversorgung nahm die Bedeutung der zivilen Versorger einschließlich der

Marketenderinnen immer mehr ab.

Heutzutage wird der Begriff Marketenderin noch für Frauen verwendet, die Marschoder

Blaskapellen begleiten und die Musiker mit Getränken versorgen. Im rheinischen

Karneval wird in machen Traditionscorps die Tanzmarie auch Marketenderin

genannt.

Der Narr/Till

Der karnevalistische Narr, oft auch als Till dargestellt, verkörpert im heutigen Karneval

eine witzige und lustige Figur. Hast du dich schon einmal gefragt, woher

diese Figur mit seinem bunten Kostüm und der Narrenkappe mit Hörnern und unzähligen

Glöckchen stammt?

Die Fastnachtsfigur des Narren entstand im 16. Jahrhundert und hatte damals

eine viel größere Bedeutung, als die des heutigen Spaßmachers. In der Fastnacht,

am Abend vor Beginn der Fastenzeit, durften die Menschen nochmals ausgiebig

feiern, essen, trinken und sündigen. Aus kirchlicher Sicht war dies der Tag einer

unheilvollen, verkehrten und gottlosen Welt, an denen die Menschen dem Teufel

näher waren als Gott. In der darauf folgenden Fastenzeit wussten sie das Leben

mit Gott dann mehr zu schätzen.

In dieser Zeit verband man mit der Figur des Narren Dummheit, Bösartigkeit und

Gottlosigkeit. Er hatte also ursprünglich nur wenig mit der heutigen, lustigen und

fröhlichen Figur des Karnevalsnarren zu tun.

_________________________

Quellen:

http://www.brauchtum.karneval-info.de/2-2-fastnacht-karneval-in-deutschland-anfaenge-und-entwicklung/index.html

http://www.brauchtum.karneval-info.de/5-0-karnevalsprinz-prinzenpaar-dreigestirn/index.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Tanzmariechen


Magazin Karneval:Layout 1 23.10.12 09:35 Seite 19

M 6

Mögliches Tafelbild mit den wichtigsten

Informationen zum Thema Karneval

Heute gibt es

Worte Karneval

unterschiedliche

Karneval Ursprung und Bedeutung

vom

Vereine, die auf

Persiflage auf die Militärherrschaft

Lateinischen

unterschiedliche

der Franzosen im Rheinland

carne vale =

Gruppen zurück-

Verspottung der Bräuche und Personen

Fleisch lebe wohl

zuführen sind

→ falscher Gruß und falsche

→leitet Beginn der

→ Stadtsoldaten

Uniformen

Fastenzeit ein.

/ Funken

Lärm und Masken sollten zusätzlich

Ein letztes Mal

→ Tanzmarie

die Wintergeister vertreiben

feiern, bevor die

Karnevalsprinz

→ Ähnlich dem heutigen Fasching in

Zeit der

→ Narr / Clown

Süddeutschland

Entbehrung

beginnt.

19


Magazin Karneval:Layout 1 23.10.12 09:36 Seite 20

20

M7 Unterrichtsverlaufsplan: Stunde 4 Aachener Traditionsvereine

Phase/Sozialform Inhalt Medien

Einstieg

Sozialform:

Lehrerimpuls

Unterrichtsgespräch

Erarbeitungsphase 1

Sozialform:

Gruppenarbeit

(Expertengruppen)

Erarbeitungsphase 2

Sozialform:

Gruppenarbeit

(Stammgruppen)

Sicherung

Sozialform:

Unterrichtsgespräch

LP hält Kartonkarten oder Blätter in verschiedenen

Farben hoch und fragt, wer einen Aachener

Traditionsverein kennt und aus welchen dieser

Farben die Uniform ist?

Vorwissen der SuS wird gesammelt

Die SuS erarbeiten in der Lernform "Gruppenpuzzel"

die Geschichte und das Aussehen der Aachener

Traditionsvereine.

Die SuS erhalten in den Expertengruppen ein

Arbeitsblatt mit dem AA: Lies dir das AB zunächst

alleine durch und tausche dich anschließend mit den

anderen Experten über euren Traditionsverein aus.

Nach dem Austausch erstellt jeder einen Steckbrief

über den Verein.

(Zusätzlich kann die Malvorlage in den richtigen

Farben des Vereins ausgemalt werden)

Die SuS präsentieren sich gegenseitig in den Stammgruppen

ihre Steckbriefe zu den unterschiedlichen

Aachener Traditionsvereinen

LP zeigt verschiedene Bilder der einzelnen Vereinsfiguren

oder Farbkarten hoch und die SuS benennen,

anhand der Bilder bzw. der Farbkartenkombination,

den Traditionsverein und dessen Besonderheiten

Farbige Kartonkarten

AB M8

Heft, Stifte

Bilder

Farbige Kartonkarten


Magazin Karneval:Layout 1 23.10.12 09:37 Seite 21

M8 Traditionsvereine

Stadtgarde „Oecher Penn“ von 1857 e.V.

Die Stadtgarde "Oecher Penn" gehört zu den ältesten Aachener Vereinen. Historische Quellen geben als Datum für die

offizielle Gründung den 3. März 1857 an. Sehr schnell gelang es der Oecher Penn, den Aachener Karneval mit närrischem

Treiben zu bereichern, denn bereits ein Jahr nach der Gründung konnte der junge Verein 130 Mitglieder zählen. Mit

ihrem Motto „Mit Freude Wohltun üben!“ trat die Stadtgarde "Oecher Penn" nicht nur im Karneval in die Öffentlichkeit,

sondern engagiert sich auch sozial in Aachen. Schon damals spendete die Penn von ihren Mitgliedsbeiträgen an bedürftige

Mitbürger. Alte Quellen berichten von 300 Scheffel Kohlen und 607 Broten, die an die Armen der Stadt Aachen

verteilt wurden.

Im karnevalistischen Sinne verstand sich die Stadtgarde Oecher Penn, die hervorgegangen ist aus Teilen des Gesangsvereins

„Concordia“ und der „Florresei“, als Persiflage 1 auf die bewaffneten Aachener Stadtsoldaten des späten 18. und

frühen 19. Jahrhunderts. Ihre blau-roten Uniformröcke, die Dreispitze, sowie die Holzgewehre erinnern noch heute daran.

Der Ursprung des Namens „Penn“ geht auf die Stadtsoldaten zurück, die ihren

Wehrsold (=Gehalt) mit Schnitzen von dünnen

Holzstiften, mundartlich Pinn oder

Penn genannt, aufbesserten.

Die Pinn (Penn) wurden von den Schumacher

in der damaligen Zeit beim Besohlen

von Schuhen verwendet. Damit war für die

Soldaten der Stadtgarde der Spitzname

„Penn-Soldat“ gefunden.

Heute blickt die Penn auf ihre 150-jährige

Geschichte zurück und hat mehr als 500

Mitglieder.

_____________________________

1 Verspottung

Prinzengarde der Stadt Aachen A.R.V. 1910 e.V.

Die Prinzengarde der Stadt Aachen ist ursprünglich aus einem Reitverein, der sich 1910 gründete, hervorgegangen.

Diese Gruppe beschloss, die Aachener Karnevalsprinzen zukünftig als berittene Leibgarde im Rosenmontagszug zu begleiten.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Stadtwache Oecher Penn diese Aufgabe übernommen. Schon bald war die

Prinzengarde aus dem Aachener Karneval nicht mehr wegzudenken.

Ferdi Franchi, 1930 Kommandant der Prinzengarde, führte die Garde zu freundschaftlichen Besuchen über die Stadtgrenzen

hinaus und legte damit den Grundstein für das heutige Ansehen und den guten Ruf der Traditionsgarde.

Ganz in der Tradition der karnevalistischen

Verspottung militärischer Traditionen,

tanzte bei der Prinzengarde

anfänglich eine männliche „Tanzmarie“.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten

wehte auch im Karneval ein anderer

Wind. Männer in Frauenkleidung, während

karnevalistischer Auftritte, galten als "undeutsch"

und wurden verboten. In den Folgejahren

tanzte für die Garde Karin Kurth

als erste weibliche „Tanzmarie“ und bis

heute wird die „Tanzmarie“ von Frauen

verkörpert.

Mit Kriegsbeginn, im Jahr 1939, wurden

alle karnevalistischen Veranstaltungen

verboten. Bis heute ist die Prinzengarde

der Stadt Aachen im Aachener Karneval

sehr aktiv und begleitet mit ihren schmucken

Uniformen in blau-rot mit goldener

Litze die Karnevalsprinzen bei seinen

zahlreichen närrischen Auftritten.

21


Magazin Karneval:Layout 1 23.10.12 09:37 Seite 22

22

M8

Traditionsvereine

Die Stadtwache Oecher Börjerwehr

Die Stadtwache Oecher Börjerwehr ist begründet auf eine weit zurückliegende,

tief verwurzelte historische Stadtgeschichte. Bereits 1172 wurde eine Stadtwache

in Aachen erwähnt. Aus dem Carnevalsclub "Oecher Blomme" gründete

sich 1922 die heutige Stadtwache Oecher Börjerwehr. Mit ihren schwarz-gelben

Uniformen entwickelte sich die Börjerwehr über Jahrzehnte hinweg zu

einem immer jungen, aber auch der Tradition verpflichteten Karnevalsverein.

In den letzten Jahren waren vor allem die schon fast legendären Sitzungen

am Karnevalsfreitag im Eurogress jeweils ein Highlight im Oecher Fastelovend.

Mit jährlich wechselnden Mottoshows ist die Boerjerwehr in jeder Session vor

vielen tausenden närrischen Zuschauern nicht nur auf der Aachner Bühne,

sondern im ganzen Rheinland erfolgreich.

Die Rathausgarde Öcher Duemjroefe 1953 e.V.

Die Rathausgarde Öcher Duemjroefe wurde erst nach dem zweiten Weltkrieg von karnevalsbegeisterten Aachenern, im

Jahr 1953 ins Leben gerufen.

Die Duemjroefe machten sich in ihren edlen blau-gelb und dunkelroten musketier-ähnlichen Uniformen schnell einen

Namen im Aachener Karneval. Von Jahr zu Jahr stiegen die Besucherzahlen der Sitzungen und Veranstaltungen, wie

auch die Anzahl der Mitglieder.

Heute verfügt die Karnevalsgesellschaft über mehr als 160 Mitglieder, davon über 30 aktive Uniformierte und dem traditionell

weiblichen Tanzpagen.

Doch nicht nur im Aachener Karneval ist die Rathausgarde Öcher Duemjroefe aktiv.

Bei der Gründung trug der Verein noch den Namen KG Öcher Duemjroefe. Angesichts des eigenen historischen Hintergrundes

haben sich die Duemjroefe seit dem

Jahr 2002, neben der Pflege des Öcher

Brauchtums auch der Verpflichtung zum Erhalt

des Aachener Rathauses verschrieben.

Als Mitglied des Rathausverein Aachen e.V.

wollen die Duemjroefe nach ihren Möglichkeiten

zum Erhalt dieses bedeutendsten weltlichen

Bauwerks der Stadt Aachen beitragen.

Seit 2003 tragen die Öcher Duemjroefe den

Namenszusatz: „Offizielle Rathausgarde des

Rathausverein Aachen e.V. “ und sind entsprechend

aktiv bei der Präsentation des Aachener

Rathauses beteiligt. Seit 2009 trägt

der Karnevalsverein nun auch den Zusatz im

Vereinsnamen: "Rathausgarde Öcher Duemjroefe

1953 e.V."


Magazin Karneval:Layout 1 23.10.12 09:38 Seite 23

M8

Gardisten zum Ausmalen

Öcher Penn

Prinzengarde

23


Magazin Karneval:Layout 1 23.10.12 09:39 Seite 24

24

M8

Gardisten zum Ausmalen

Rathausgarde

Öcher Duemjroefe

Öcher Börjerwehr


Magazin Karneval:Layout 1 23.10.12 09:39 Seite 25

M9 Unterrichtsverlaufsplan: Stunde 5 „Masken“

Phase/Sozialform Inhalt Medien

Einstieg

Sozialform:

Unterrichtsgespräch

Erarbeitungsphase 1

Sozialform:

Partnerarbeit

Präsentation/Sicherung

Sozialform:

Unterrichtsgespräch

Überleitung

Sozialform:

Lehrerimpuls

Erarbeitungsphase 2

Sozialform:

Einzelarbeit und

Partnerarbeit

Ergebnissicherung

Sozialform:

Schülervortrag

Vertiefungsphase

Sozialform:

Unterrichtsgespräch

Hausaufgabe

Den SuS wird eine Folie mit dem Logo von Batman

und einem Bild von Spiderman gezeigt. (Hierzu

entsprechend Bilder aus dem Internet suchen)

Erste Assoziationen und Gedanken

werden gesammelt.

Zur Vertiefung werden die Namen Bruce Wayne und

Peter Parker genannt.

Überlegt euch in PA warum Peter Parker und Bruce

Wayne nicht so bekannt sind wie ihre Superhelden

Namen!

Die SuS sammeln in zusammengewürfelten Tandems

mögliche Gründe für die Unbekanntheit der realen

Personen.

Einige ausgewählte Tandems stellen ihre Ergebnisse

vor, diese werden von den SuS neben die Bilder der

Einstiegsfolie geschrieben.

Lehrer fragt, wer denn schon einmal zu Karneval

Batman oder Spiderman war?

Welche Bedeutung haben Masken im Karneval?

Die SuS erhalten ein Arbeitsblatt mit dem AA:

Bearbeite das AB zunächst alleine und tausche dich

danach mit deinem Tandempartner aus und

vergleicht eure Antworten miteinander.

Ausgewählte Gruppen stellen ihre Ergebnisse vor.

Diese werden vom Lehrer an der Tafel festgehalten.

Die Ideen der Traum-Masken werden vorgestellt

und es wird besprochen, in der nächsten Stunde

Masken zu basteln.

Bringt für die nächste Stunde alles mit, was man zum

Basteln und Verzieren von Masken brauchen kann.

Federn, Stoffe, Perlen, Glitzer, Wachsmalstifte ...

OHP,

Folie mit Bildern

Heft, Stifte

OHP,

Folie,

Folienstifte

AB M10

Tafel

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26

M10

Arbeitsblatt Stunde Maske

Aufgabe 1: Beende die Sätze!

• Zu Karneval verkleide ich mich, weil

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• Wenn ich verkleidet bin, dann

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• Ohne Kostüm und Verkleidung bin ich

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• Ich wähle jedes Jahr eine neue Verkleidung, weil

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Aufgabe 2:

Stelle dir vor, in deiner Klasse ist ein neuer Mitschüler, der von Karneval und Verkleiden noch nie etwas gehört

hat. Er möchte nun von dir wissen, warum die Kinder so viel Spaß am Verkleiden haben, und warum sich beim

Karneval alle anders verhalten.

Schreibe deine Erklärung hier auf!

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Aufgabe 3:

Zeichne deine Traum-Maske auf die Rückseite des Blattes!


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M11 Unterrichtsverlaufsplan: Stunde 6 „Maskenbasteln“

Phase/Sozialform Inhalt Medien

Einstieg

Sozialform:

Unterrichtsgespräch

Erarbeitung

Sozialform:

Einzelarbeit

Präsentation

Sozialform:

Unterrichtsgespräch

Sicherung/Vertiefung

Sozialform:

Unterrichtsgespräch

L begrüßt SuS und stellt das heutige Vorhaben vor.

Es werden Vorlagen zu den Masken verteilt.

Das mitgebrachte Bastelmaterial wie Farbe, Federn,

Glitzer, Kleber, … wird auf einem separaten

Tisch bereitgestellt.

Die SuS machen sich zunächst Gedanken, was für

eine Art Maske sie basteln möchten. Dazu notieren

sie sich Gedanken zu den Leitfragen:

Wie soll meine Maske wirken?

Was habe ich mir bei der Umsetzung gedacht?

Zu welchem Gesamtkostüm würde diese

Maske passen?

Wie will ich mit dieser Maske/diesem Kostüm wirken?

Was halten andere Menschen wohl von dieser

Maske/Kostüm?

Die SuS beginnen nun damit, ihre Masken zu basteln.

Alle Masken werden ohne Namen ausgelegt und es

erfolgt ein Galeriegang

Einige besondere Masken, die beim Galeriegang aufgefallen

sind, werden herausgenommen und erste

Eindrücke zu diesen Masken werden gesammelt.

Es wird die Frage nach der Wirkung der Maske

auf andere geklärt und die Absicht des

Maskenbastlers überprüft.

Es sollte herausgestellt werden, dass Absicht und

Wirkung nicht immer identisch sind, und man sich

daher doppelt so viele Gedanken über sein

Kostüm machen sollte!

AB M12

Maskenvorlage M13

Bastelmaterial

von L und SuS mitgebracht

AB M 12 mit Fragen/Gedanken

zur Maskengestaltung und

zum fertigen Produkt

Fertige Masken

Fertige Masken

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M12

Maskenbasteln

Bevor du mit dem Basteln beginnst, mach dir Gedanken zu den folgenden Fragen,

und halte deine Antworten in Stichpunkten fest!

• Wie soll meine Maske wirken?

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• Was habe ich mir bei der Umsetzung gedacht?

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• Zu welchem Gesamtkostüm würde diese Maske passen?

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• Wie will ich mit dieser Maske/diesem Kostüm wirken?

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• Was halten andere Menschen wohl von dieser Maske/Kostüm?

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!Arbeite beim Basteln der Maske bitte sorgfältig und räume deinen Arbeitsplatz auf!


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M14

Wortsuchspiel

A C Z F A S T E N Z E I T Q R N

L B X Y N Q E W J E C K S T N J

A S C H E R M I T T W O C H A B

A H D R W B V X O M Ö L P E R U

F G R O S E N M O N T A G Z R K

H W Q V S M N U K A R N E V A L

O C K O S T Ü M V X A L Ü F H J

C H E B Z Ö L M A S B G A R D E

F A S T N A C H T S G A Ä T G Ö

In diesem Buchstabenfeld sind 10 Begriffe aus dem Karneval versteckt. Findest du sie?

M15

Abschlussquiz

1 Was bedeutet das Wort Karneval?

2 Welche Personengruppe war Vorbild für die Garden

und warum nennt man sie in Köln Funken?

3 Von wann bis wann geht die Karnevalszeit?

4 Warum essen die Menschen in der Karnevalszeit

besonders gerne Fettgebäck, wie Berliner, Muzen?

5 Welche Rolle spielt die Prinzengarde?

6 Wann begann der organisierte Karneval mit Karnevalsvereinen?

7 Woher stammt die traditionelle Figur des Tanzmariechens?

8 Welche traditionellen Utensilien gehören zu einer Tanzmariechenuniform?

9 Welche ursprüngliche Bedeutung hatte der Narr?

10 Woher kommt das Brauchtum Karneval?

11 Wofür steht die Narrenzahl Elf?

12 Wie nannte man den "Prinz Karneval" ursprünglich?

13 Wer kümmert sich in Aachen um den Kinderkarneval?

14 Wer begleitet in Aachen den Karnevalsprinz bei seinen Auftritten?

Alaaf Fastenzeit Jeck Narr

Aschermittwoch Rosenmontag Karneval

Kostüm Garde Fastnacht

Antworten:

1 Lat. Carne vale → Fleisch lebe wohl, Beginn der Fastenzeit

2 Die Stadtsoldaten wegen ihrer leuchtenden Uniformen

3 Vom 11.11 bis Aschermittwoch

4 Weil sie in der anschließenden Fastenzeit auf Gehaltvolles verzichten mussten

5 Sie ist die persönliche Leibgarde des Karnevalsprinzen und geht ihm voran und beschützt ihn

6 1823 in Köln

7 Abgeleitet von der Marketenderin. Begleitperson der Militärtruppen im Mittelalter, die sich um die Versorgung

und das Wohl der Soldaten kümmerte

8 Uniformjacke, Faltenrock, Dreispitz, Spitzenhöschen

9 Der Narr steht für Dummheit, man kann ihn nicht ernst nehmen

10 Teilweise aus heidnischen Bräuchen und aus der christlichen Tradition der Fastenzeit. Ausgelassenheit am

Abend vor Beginn der Fastenzeit

11 Die Zahl 11 steht für Spaß und Jux

12 In den Anfängen des Karnevals wählten die Narren einen "Held Karneval" aus ihrer Mitte

13 In Aachen ist der Arbeitsausschuss Aachener Kinderkarneval, ein Unterausschuss des FestAusschuss Aachener

Karneval (AAK), für die Organisation des Kinderkarnevals zuständig

14 Der Karnevalsprinz wird in Aachen von seinem Hofstaat und der Prinzengarde begleitet.

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M16

Ich bastele einen

Hampelmann

Die Vorlagen können vergrößert werden,

müssen sauber ausgeschnitten werden

und einzeln von hinten zusammengeführt

werden.

Dabei solltet ihr euch im Internet

über die Mechanik eines Hampelmanns

informieren.

Ihr benötigt dazu Karton, Gummi oder Kordel,

Leim, Metallösen (im Schreibwarenhandel erhältlich)

Die Löcher stanzt ihr mit einem Locher aus.

Ihr solltet die Einzelteile

vor der Montage bemalen.


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Er kennt fünf Jahreszeiten.

Wir auch.

www.sparkasse-aachen.de

s

Gemeinsames Erleben der „tollen Tage“, wiederkehrende Freude an humorvollen Bräuchen und ausgelassenes Feiern sind für

viele Menschen fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Damit Frohsinn und Gemeinsamkeit ihren festen Platz in den

Herzen und Köpfen behalten, engagiert sich die Sparkasse Aachen jedes Jahr für das bunte Treiben in der fünften Jahreszeit.

Sparkasse. Gut für die Region.

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