Ausgabe 2/2008 FRÄNZI – FORUM - Franziskanergymnasium Bozen

franziskanergymnasium.it

Ausgabe 2/2008 FRÄNZI – FORUM - Franziskanergymnasium Bozen

Umfrage

Die Lieblingsfächer

unserer

Mittelschüler

Seite 2

Garten

Einige Bilder

des Kloster-

Gartens

Seite 4-5

Erfolg

Gold bei Dance

World Cup in

Vancouver

Seite 6

Noten

Die Matura im

internationalen

Vergleich

Seite 7

Fränzi-Ball

Einladung zum

Fränzi-Ball am

17. Jänner

Seite 8

Impressum

Seite 5

Spedizione in A.P.- 70% DCI BZ - quadrimestrale - in caso di mancato recapito, restituiere al CPO - Bolzano

Eine meiner größten Entdeckungen der letzten

Zeit ist ein Aufsatz von Simone Weil mit

dem Titel „Betrachtungen über den rechten

Gebrauch des Schulunterrichts und des Studiums

in Hinblick auf die Gottesliebe“. Er hat mir

nämlich die Augen geöffnet für eine ganz zentrale

Aufgabe der Schule: die Schüler dazu zu befähigen,

aufmerksam zu sein.

Wie wichtig die Aufmerksamkeit nicht nur im

Gebet (was das zentrale Anliegen von Simone

Weil darstellt), sondern in allen Lebensbereichen

ist, hat die Forschung lange schon

herausgearbeitet: Aufmerksamkeit ist eine elementare

Voraussetzung für intelligentes Verhalten;

wer sie nicht besitzt, nimmt die Wirklichkeit

nur oberflächlich wahr und kann Probleme nicht

durchdenken, weil ihm die Ausdauer fehlt, sich in

etwas zu vertiefen.

Was die Forschung aber nicht sagt, Simone Weil

hingegen deutlich, ist, dass Aufmerksamkeit nicht

einfach da ist, sondern erst erworben werden

muss. Simone Weil schreibt: “Sucht man mit

einer wahrhaften Aufmerksamkeit die Lösung

eines geometrischen Problems und ist man nach

Verlauf einer Stunde nicht weiter als am Anfang,

so ist man dennoch, während jeder Minute dieser

Stunde, in einer anderen, geheimnisvolleren

Dimension vorgeschritten. Ohne dass man es

gewahr wird und ohne dass man es weiß, hat

diese scheinbar vergebliche Anstrengung die

Seele mit hellerem Licht erfüllt.”

Ich bin überzeugt davon, dass genau diese Schulung

der Aufmerksamkeit stets einer der ganz

großen Vorzüge unserer Schule (und unseres

Schultyps) war. Nicht nur Latein und Griechisch,

auch konzentriertes Nachdenken in der

Aufsatzarbeit oder genaue Textlektüre zwingen

die Schüler dazu, sich aufmerksam mit einem

Gegenstand zu beschäftigen.

Eine solche Schulung gilt heute aber in den

Augen vieler als überholt. Eine attraktive Schule

bietet eine weitere Fremdsprache an (aber

nicht zu intensiv), immer wieder Projekte und

Ausflüge und vielleicht sogar einen Schüleraus-

Ausgabe 2/2008

FRÄNZI FORUM

Franziskaner Gymnasium

Die Erziehung zur Aufmerksamkeit

Der rechte Gebrauch des Schulunterrichts

tausch. Die Aufmerksamkeit kann so jedoch

nicht geschult werden, ganz im Gegenteil, alle

diese Aktivitäten lenken ab und fördern eine

Haltung, die sich darauf beschränkt, von einem

Gegenstand zum nächsten zu eilen.

Die gute Schule hingegen zwingt dazu, sich

beharrlich auch mit schwierigen Sachverhalten

auseinander zu setzen, bis eine Lösung gefunden

ist. Simone Weil schreibt: “Die vergeblichen

Anstrengungen, denen sich der hl. Pfarrer von

Ars während langer und schmerzlicher Jahre

unterzogen hatte, um das Latein zu erlernen,

trugen all ihre Früchte in der wunderbaren

Gabe der Unterscheidung, mit der er die Seele

derer, die zu ihm zur Beichte kamen, hinter

ihren Worten und sogar hinter ihrem Schweigen

bis auf den Grund erkannte.”

Wir können wenig dafür tun, dass aus unseren

Schülern Heilige werden, aber viel, um ihre Aufmerksamkeit

zu schulen.

Dir. Wolfgang Malsiner

Fränzi - Forum 1


Wir haben am Ende

des letzten Schuljahres

wieder ein mal

eine kleine Um frage

gemacht, d.h. streng

genommen un sere Kol -

legen von der Mittelschulzeitung„Discipuli“,

denen wir an dieser

Stelle herzlichen

für die Bereitstellung

der Ergebnisse danken.

Ge fragt wurde nach

den Lieblingsfächern

in den Klassen eins

bis drei. Dabei wiesen

alle Mittelschüler den

einzelnen Unterrichtsfächern

eine Pla tz ierung

von eins (Lieblings -

fach) bis zwölf (un angenehmstes

Fach) zu.

Das Ergebnis entsprach

im Großen und Ganzen

den Erwartun gen,

barg aber auch die eine

oder andere kleine

Überraschung.

Fränzi - Forum 2

Sport, Werken und Geschichte

Die Lieblingsfächer unserer Mittelschüler

Umfragen zum Thema „Lieblingsfach“ sind immer

etwas problematisch: Es besteht nämlich die

Gefahr, dass nicht das Fach, sondern der Unterricht

oder die Lehrkraft bewertetet werden.

Bei unserer Umfrage zu den Lieblingsfächern

wurden die Schüler deshalb ausdrücklich darum

gebeten, von der Person der Lehrkraft und deren

Methoden abzusehen. Und sie scheinen sich

daran gehalten zu haben: In allen Klassen ergab

sich nämlich ein ähnliches Ergebnis, v.a. aber wurden

Fächer, die ein und dieselbe Lehrkraft unterrichtet,

ganz unterschiedlich bewertet.

Erwartungsgemäß am besten schnitten Fächer

ab, die einen großen praktischen und nur einen

kleinen theoretischen Teil haben: Sport und Werken

wurden von den meisten Schülern als ihre

Lieblingsfächer genannt. Sie gelten als willkommene

Abwechslung im Schulalltag und verlangen

nicht, dass von Woche zu Woche neue Inhalte

erarbeitet und gelernt werden müssen. An der

dritten Stelle landete Geschichte, während Erd-

Francesca und Barbara (3A - 2007/08)

Barbara (3A): „Mein Lieblingsfach ist Englisch,

weil mir generell Sprachen zu erlernen viel Spaß

macht. Zusätzlich glaube ich, dass es wichtig ist,

die Weltsprache Englisch gut zu lernen.“

Francesca (3A): „Mir gefällt Mathematik sehr gut,

weil ich mich gerne der Herausforderung eines

mathematischen Problems, für das es eine einzige

und eindeutige Lösung gibt, stelle.“

Maximilian (1A): „Mein Lieblingsfach ist Turnen,

weil man sich dort austoben und körperlich

betätigen kann. Es ist auch eine angenehme

Abwechslung.“

kunde, das in jeder Klasse von der selben Lehrkraft

wie Geschichte unterrichtet wird und diesem

Fach auf den ersten Blick sehr ähnlich zu

sein scheint, weit abgeschlagen auf den hinteren

Rängen landete. Überraschend schlecht schnitten

die Sprachen ab: Deutsch, Italienisch und Englisch

stehen bei den meisten Schülern nicht besonders

hoch im Kurs und zählen nur für ganz wenige zu

den Lieblingsfächern.

Unerwartet gut hingegen die Platzierung von

Mathematik angeblich das „Horrorfach“ für

viele Schüler (und deren Eltern): Es wurde bei

der Umfrage auf den fünften Platz gereiht. Bei

keinem anderen Fach gehen die Bewertungen

aber so weit auseinander wie hier: Während

es nämlich ein größerer Teil (wohl diejenigen,

die ihre liebe Not damit haben) unter die am

wenigsten attraktiven Fächer reihte, wählten es

andere (vermutlich Schüler, die eine besondere

Begabung dafür haben), zum Lieblingsfach.

Moritz (3A): „Mein Lieblingsfach ist Werken,

weil es eine willkommene Abwechslung zum

Schulalltag ist. Zudem gefällt mir, dass es sich um

ein praktisches Fach handelt und man geschickt

sein muss.“

Sebastian (2B): „Mir gefällt Geschichte sehr gut,

weil der Unterricht sehr abwechslungsreich ist

und weil es mich besonders interessiert.“

Sebastian (2B - 2007/08)


Im Herbst noch kräftig ausgemistet?

Zur Wiedereinführung der Nachprüfungen

Die Nachprüfungen sind also wieder da (vgl.

dazu Fränzi-Forum Nr. 2/2007) und damit auch

die Diskussionen darüber, ob das gut sei oder

nicht. Als im Sommer 2007 der damalige Unterrichtsminister

Giuseppe Fioroni ankündigte, zum

System der Nachprüfungen zurückkehren zu

wollen, gab es in der Schulwelt sofort heftige

Auseinandersetzungen darüber, ob diese Maßnahme

dazu diene, die Qualität der Schule zu

heben was die Absicht des Ministers war

oder ein Rückschritt sei in die überwunden

geglaubte Zeit der autoritären Schule.

Wie Nachprüfungen funktionieren, denke ich,

wissen alle: Ein Schüler, der ein Schuljahr mit

einer negativen Leistung in einem, zwei oder

höchstens drei Fächern abschließt, muss unmittelbar

vor Beginn des nächsten Schuljahres

beweisen, seine Lücken geschlossen zu haben.

Gelingt ihm das, darf er aufsteigen, andernfalls

muss er das Jahr wiederholen „'l passar più

oltre ci è negato…“. So war es an den Oberschulen

bis 1994.

In den 13 darauf folgenden Jahren wurde jeder

Schüler bereits mit Unterrichtsende im Juni

definitiv versetzt oder zurückgewiesen, Herbstprüfungen

gab es keine. Dem Klassenrat fiel

dabei die schwere Aufgabe zu abzuschätzen, ob

Schülern, die nicht in allen Fächern das Schuljahr

mit einer positiven Leistung abgeschlossen

hatten, zugetraut werden konnte, den Sommer

über ihre Lücken zu schließen. Überprüft werden

durfte das nämlich erst im Laufe des darauf

folgenden Schuljahres nachdem die Schüler

bereits in der nächsten Klasse waren.

An unserer Schule wurden diejenigen, die bei

dieser Überprüfung durchfielen und im selben

Fach am Ende des Jahres wieder negativ

waren, konsequent zurückgewiesen. Offensichtlich

wurde das aber an vielen Schulen so nicht

gehandhabt, weshalb der Minister sich genötigt

sah, die Schulen zu mehr Strenge zu zwingen

(„una scuola piú severa“).

Ich bin überzeugt davon: Dort, wo immer schon

streng darauf geachtet wurde, dass Lernrückstände

aufgeholt werden, hat sich mit der Wiedereinführung

der Herbstprüfungen nicht viel geändert.

Das lässt sich zumindest für uns anhand von

Zahlen belegen. Heuer bestanden bei uns elf von

15 Schülern die Herbstprüfung, vier fielen durch.

Exakt die gleiche Anzahl von Schülern wäre aber

nach der Regelung der letzten 13 Jahre schon im

Juni zurückgewiesen worden. Mit anderen Worten:

Rein zahlenmäßig gibt es bei der Durchfall-

quote keinen Unterschied zwischen den beiden

Systemen. Wenn deshalb in der Presse zu lesen

war, dass heuer „im Herbst noch kräftig ausgemistet“

worden sei, so stimmt das nicht.

Ein wichtiges Detail geht aber aus den Zahlen

nicht hervor: Im Juni wären nicht die selben vier

Schüler zurückgewiesen worden wie im September:

Zwei davon nutzten nämlich ihre Chance

und zeigten sich im Herbst so gut vorbereitet,

dass sie aufsteigen durften, während zwei andere,

die nach der alten Regelung im Juni versetzt

worden wären, sich offensichtlich zu wenig vorbereitet

hatten und bei der Herbstprüfung eine

ungenügende Leistung erbrachten.

Ähnlich sähe es wohl bei den Schülern aus, die

in den Jahren 1995 bis 2007 an unserer Schule

nicht oder mit dem ominösen „Sternchen-Sechser“,

d.h. auf Klassenratsbeschluss trotz einer

oder zwei negativer Fächer, versetzt wurden. 64

Schüler wurden in diesen 13 Jahren an unserer

Oberschule zurückgewiesen, rund ein Drittel

davon die genaue Anzahl im Rückblick zu

ermitteln ist unmöglich hätte zu einer Wiederholungsprüfung

antreten dürfen und einige sie

wohl auch bestanden.

Umgekehrt wurden 167 Schüler mit einem und

108 mit zwei negativen Fächern versetzt: Vermutlich

hätten von diesen nicht alle im Herbst

den Nachweis erbringen können, ihre Lücken

geschlossen zu haben.

Unter dem Strich, glaube ich, wäre rein zahlenmäßig

kaum ein anderes Resultat herausgekommen,

wenn es in den letzten 13 Jahren die

Nachprüfungen gegeben hätte genauso wenig,

wie es heuer etwas ausgemacht hat. Ich finde

die Nachprüfung allerdings gerechter, weil jeder

Schüler mit negativen Fächern die Chance hat zu

beweisen, dass er imstande ist, seine Rückstände

aufzuholen eine Chance, die ihm anderenfalls

häufig nicht gewährt werden konnte.

Wir dürfen sie zwar

nicht Nachprüfungen

nennen (hat das Unterrichtsministerium

in

Rom gesagt), denn

die „esami di riparazione“

seien 1995

endgültig abgeschafft

worden und niemand

denke daran, sie wieder

einzuführen. Neu

sei lediglich, dass die

Schulen jetzt strenger

als in den vergangenen

13 Jahren kontrollieren

müssen, ob die Schüler

ihre Lernrückstände

aus dem Vorjahr aufgeholt

haben.

Tatsächlich ist aber

kein Unterschied zu

den Nachprüfungen

von früher zu erkennen:

Die Überprüfung,

ob die Lernrückstände

aufgeholt wurden,

erfolgt wieder vor

Unterrichtsbeginn, und

wer das, was er bis

zum Juni nicht gelernt

hat, immer noch nicht

kann, muss das Jahr

wie der holen…

Fränzi - Forum 3


Auf dieser Seite unten

zwei historische Aufnahmen

des Klostergartens

vom Beginn

des 20. Jahrhunderts;

sie zeigen zwar nicht

den Zustand unmittelbar

vor dem Umbau

(mit den Gewächshäusern,

dem ehemaligen

Schweinestall und den

überdachten Autoabstellplätzen

war er

wenig ansehnlich!), wohl

aber den vor knapp

hundert Jahren: Abgebildet

ist der Bereich

vor dem Gymnasium,

der heute gepflastert

ist und z.T. als Schulhof

dient. Links der Blick

auf den 1911 errichteten

Zubau des Gymnasiums,

in dem heute

der Heimsaal, die Professorenbibliothek

und

das Naturhistorische

Kabinett untergebracht

sind; rechts der

Blick auf das Refektorium

und die darüber

liegende Terrasse (die

Aufbauten wurden aus

statischen Gründen in

den 1950er-Jahren entfernt).

Darüber und auf der

gegenüberliegenden

Seite einige Eindrücke

vom heutigen Aussehen

des Klostergartens:

Auf Seite vier

oben ein Blick über die

Rosenzucht der Gärtnerei

Toni Psenner hin

zum Olivenhain über

der Turnhalle, auf Seite

fünf einige verborgene

Winkel im Garten.

Fränzi - Forum 4

Rosen und Oliven

Der Klostergarten nach dem Umbau der Schule

Nicht ohne Stolz dürfen wir sagen, dass kaum

eine andere Schule im Lande einen so wundervollen

Ausblick gewährt wie die unsere. Wer von

den Klassenzimmern nach Süden blickt, hat ein

einzigartiges gotisches Ensemble vor sich. Zeitgleich

mit dem Schulumbau wurden nämlich

auch der Hochchor der Klosterkirche und der

Kirchturm (übrigens zum ersten Mal nach über

600 Jahren!) renoviert. Dabei bekam der Platz

um den Hochchor herum (der Teil des Klostergartens

zwischen Kirche und Schule) ein neues

Gesicht: Die gemauerten Gewächshäuser und

die überdachten Autoabstellplätze wurden entfernt,

sodass die herrliche gotische Außenmauer

der Klosterkirche mit den wieder hergestellten

Kreuzblumen (die Jahrhunderte hatten sie

vollkommen verwittern lassen) jetzt wunderschön

zur Geltung kommt. Doch was ist aus

dem großen Teil des Klostergartens hinter der

Kirche geworden? Obwohl dort mittlerweile

die (unterirdische) Turnhalle des Schule untergebracht

ist, konnte alles Grün bewahrt werden:

Auf dem Turnhallendach wächst ein Olivenhain,

der auf die Ursprünge des Ordens in Assisi verweist,

in dem sich nach Westen anschließenden

Teil betreibt die Gärtnerei Toni Psenner ihre

Rosenzucht.


Impressum: Fränzi - Forum

Eigentümer und Herausgeber: Wolfgang Malsiner,

Franziskanergymnasium Bozen

Eintragung beim Landesgericht Bozen: Nr. 2/2003

R.ST. am 20/3/2003

Verantwortlicher Schriftleiter: Dr. Walther Werth

Redaktion: Wolfgang Malsiner, Im Yu Ri, Greta

Unterlechner, Toni Widmann, Maximilian Sanoner

Gestaltung: Thomas Tschager

Druck: Ferrari Auer Bozen

Besonders bei Maturajubiläen

fragen uns ehemalige

Schüler immer

wieder, was aus dem

Klostergarten geworden

sei: Sie hätten

gehört, mit dem Umbau

der Schule und der

Errichtung der neuen

Turnhalle, sei „alles

anders geworden“ und

es gebe den Klostergarten

nicht mehr. Aus

ihren Worten klingt die

Besorgnis, im Herzen

der Stadt sei wieder

ein Stück Grün verschwunden.

Dass dies

nicht passiert, war

trotz aller notwendigen

Umgestaltung stets ein

großes Anliegen der

Planer. Im Klostergarten

ist zwar wirklich

vieles „anders geworden“,

doch das Grün ist

erhalten geblieben und

sogar um einige Attraktionen

bereichert worden:

einen Olivenhain

und eine Rosenzucht.

Fränzi - Forum 5


Schulleben

Fränzi - Forum 6

Wenn einer eine Reise tut…

Schüler stellen ihre Romfahrt vor

Jedes Jahr begeben sich mehrere Klassen auf

große Fahrt, nur die allerwenigsten aber lassen

auch Eltern und „daheim gebliebene“ Lehrpersonen

daran teilhaben. Eine löbliche Ausnahme

bildet die fünfte Klasse des Vorjahres: Sie präsentierte

kurz vor Schulschluss ihre Fahrt nach

Rom. Begleitet von den Musikern der Klasse am

Klavier, mit Querflöte und Klarinette, zeigten die

Schüler Bilder der Sehenswürdigkeiten, die sie

besucht hatten, aber auch jede Menge Schnappschüsse.

Auf diese Weise konnten auch Eltern und Lehrkräfte,

die nicht mitgefahren waren, zumindest

im Geiste das Forum Romanum oder das Pantheon

besuchen und auf geliehenen Fahrrädern

die via Appia antica entlangradeln (diese

Exkursion hatte heuer erstmals wer sollte es

anders sein? Sportprofessor Michael Mair in

das Programm einer Romfahrt unserer Schule

aufgenommen). Für die größte Aufmerksamkeit

sorgten aber die Bilder von jungen Herren, die

sich, gemäß der Kleiderordnung des römischen

Parlaments, das sie sich anschickten zu besuchen,

im Jackett (vereinzelt auch mit Hut und Sonnenbrille)

präsentierten sie stellten sogar die

ebenfalls situationsgerecht gekleideten Damen in

den Schatten.

Am Ende gab es lauten Applaus für die gelungene

Vorstellung (die hoffentlich auch andere

Klassen nachahmen werden!), ganz besonders

aber für die „Reisebegleiter“ Klassenvorstand

Prof. Mezzalira, Prof. Eder und Prof.

Mair, denen die Elternvertreter mit einem

kleinen Geschenk für ihren Einsatz dankten.

Einige der Bilder der Romfahrt können auf der

Homepage der Schule (www.franziskanergymnasium.it)

angeschaut werden.

Großer Erfolg in Vancouver

Franziskanerschülerinnen ertanzen Goldmedaillen

Wir haben ganz erfolgreiche Tänzerinnen an

unserer Schule! Im Juli 2008 nahmen Greta Dellavaja

aus der 3.B und Arianna Scremin aus der

1.B mit der Ballettschule „Renate Kokot“ aus

Neumarkt am Dance World Cup in Vancouver

teil. Die weite Reise nach Kanada war zwar

anstrengend (v.a. die Zeitverschiebung machte

den Elevinnen zu schaffen!), hat sich aber gelohnt:

Mit zwei Goldmedaillen, einer Silber- und einer

Bronzemedaille kehrten sie nach Hause zurück!

Greta Dellavaja berichtet:

„Nach der erfolgreichen Qualifikation in März in

München, stand uns ein großes Abenteuer bevor:

die Teilnahme am Dance World Cup in Vancouver!

Von München aus ging’s über Frankfurt an

die kanadische Westküste, eine Reise in eine

für mich unbekannte Welt. Nicht nur die Zeitverschiebung

brachte mich aus dem Rhythmus,

aufregend war schon allein das Drumherum in

Greta Dellavaja (rechts) als "Wiener Waschfrau

Vancouver: Die Straßen, die Häuser, die Autos,

… alles war viel größer als bei uns. Mich hat das

alles sehr beeindruckt. Einzig das Essen war alles

andere als beeindruckend: ständig Fast Food!

Wir schauten uns in Vancouver alles ganz genau

an, den Stanley Park z.B., den größten Stadtpark

Kanadas und einen der größten ganz Nordamerikas.

Und dann tanzten wir natürlich auch (deshalb

waren wir schließlich hierher gekommen!).

Am 30. Juni standen die ersten Wettbewerbe auf

dem Programm. Wir alle waren sehr aufgeregt

und schließlich auch sehr erfolgreich: In der

Kategorie „Gruppentanz“ eroberten wir mit der

„Kleinen Chopiniana“ unsere erste Goldmedaille!

Arianna und ich wirkten dabei mit.

Unterbrochen von einigen Ausflügen (wir fuhren

z.B. am kanadischen Nationalfeiertag, an

dem keine Wettbewerbe abgehalten wurden, mit

einem Motorschlauchboot auf eine vorgelagerte

Insel in den Pazifik hinaus und trafen dabei auf

Killerwale!) eroberten wir weitere drei Medaillen.

Der Jubel war riesig und ebenso unser Stolz, da

wir uns gegen große Konkurrenz es nahmen

insgesamt 1.200 Tänzerinnen und Tänzer aus

der ganzen Welt: aus Kanada, den USA, Mexiko,

Japan, Deutschland, Russland und vielen anderen

Staaten am Wettbewerb teil behaupten konnten.“


Zu wenig Hunderter?

Die Maturanoten im Vergleich

Die Vorwürfe sind alt: Die deutsche Schule Südtirols

sei zu streng, sie bewerte jedenfalls tiefer

als die italienische und die in Deutschland und

Österreich und benachteilige damit die eigenen

Abgänger, weil viele Universitäten eine Mindestpunktezahl

für bestimmte Studien verlangen.

Die Schulbehörde nahm deshalb die Abschlussbewertungen

an den Oberschulen genauer unter

die Lupe und verglich sie mit denen der italienischen,

österreichischen und bundesdeutschen

Schule.

Ein erstes, für viele überraschendes Ergebnis

der Untersuchung ist, „dass die Durchschnitte

an den Südtiroler Schulen sich so stark gleichen.

Die Annahme, dass in der einen Schule großzügiger

bewertet wird, als in der anderen, hat sich

nicht bestätigt. Wenn man schon einen Unterschied

sehen will, müsste man sagen, dass in der

italienischen Schule durchschnittlich niedriger

bewertet wird als in der deutschen“ (Zitat aus

dem Ergebnisbericht). Der Schnitt an den deutschen

Schulen in Südtirol beträgt nämlich 76,58

Punkte, während der der italienischen genau

einen Punkt tiefer liegt einzig die Anzahl der

Höchstbewertungen ist bei den Italienern größer

als bei den Deutschen.

Größer als der Unterschied zwischen der deutschen

und der italienischen Schule ist der zwischen

den einzelnen deutschen Schultypen: Hier

schneiden die Gymnasien mit durchschnittlich

78,75 Punkten deutlich besser ab als die Fachoberschulen

(75,18 Punkte) und die Lehranstalten

(74,27 Punkte).

Und wo ist das Franziskanergymnasium einzuordnen?

Die 210 Schüler, die seit 1999 (seitdem

die Bewertung in Hundertstel ausgedrückt

wird) an unserer Schule ihren Abschluss gemacht

haben, erreichten eine durchschnittliche Punktezahl

von gut 80 (80,15), sie liegen also rund

viereinhalb Punkte über dem Landesschnitt und

fast eineinhalb Punkte über dem Durchschnitt

der deutschen Gymnasien der Provinz Bozen:

Interessant ist der Vergleich mit dem deutschsprachigen

Ausland: In Bayern und Baden-Württemberg

z.B. liegt die Durchschnittsnote mit (auf

unser Bewertungssystem umgerechneten) 80,98

bzw. 81,63 Punkten höher als am Franziskanergymnasium.

Ähnlich schaut es in Österreich aus, obwohl der

Vergleich mit den Schulen dort etwas schwieriger

ist, da die Teilergebnisse bei der Prüfung

in ein verbales Gesamturteil münden. Allerdings

bedeutet das nicht automatisch, dass Schulabgänger

in Deutschland und Österreich leichter

einen Studienplatz, für den es einen guten Schulabschluss

braucht, bekommen als unsere Schüler,

wie wir gleich sehen werden.

Ausschlaggebend dafür ist nämlich die Verteilung

der Noten und nicht die Durchschnittsnote:

Wenn viele hohe und tiefe und nur wenige

„durchschnittliche“ Noten vergeben werden,

ist die Konkurrenz unter den Abgängern mit

herausragenden Ergebnissen viel größer als bei

der sog. Normalverteilung, bei der die höchsten

und die tiefsten Bewertungen die seltensten sind

und die „in der Mitte“ am häufigsten vorkommen.

In Deutschland und Österreich treffen wir

auf die Normalverteilung, bei uns hingegen sind

die Extreme (am Franziskanergymnasium v.a. bei

den Höchstnoten) stärker vertreten.

Was bedeutet das nun, wenn jemand ein Studium

anstrebt, für das eine hohe Maturapunktezahl

verlangt wird? Nehmen wir (wie die Vergleichsstudie

der Südtiroler Schulbehörde) als Musterfall

das Medizinstudium an der Universität München

her. Um das beginnen zu dürfen, braucht

es eine Abiturnote von 1,5, die in Österreich

einem „ausgezeichnetem Abschluss“ und bei uns

zumindest 93 Punkten entspricht: Aus Baden-

Württemberg schafft das einer von 15 Abiturienten,

von den deutschen Schulen in Südtirol

einer von 10, von den italienischen Schulen einer

von acht (weil dort mehr „Hunderter“ vergeben

werden), aus Salzburg einer von fünf und vom

Franziskanergymnasium fast jeder vierte. Ähnlich

schaut es aus bei Studien, für die zumindest 80

oder 70 Punkte verlangt werden.

Die Zahlen belegen also, dass an unseren Schulen

die Bewertung nicht strenger ist als anderswo

und wenn es nur von den Punkten abhängt,

gerade die Schüler des Franziskanergymnasiums

exzellente Voraussetzungen haben, auch

anspruchsvolle Studien ins Auge zu fassen!

Eine Untersuchung

der Evalutionsstellen

des deutschen, italienischen

und ladinischen

Schulamtes ging dem

alten Vorwurf nach,

die deutsche Schule in

Südtirol bewerte tiefer

als die italienische,

österreichische oder

bundesdeutsche. Dabei

wurden zunächst die

verschiedenen Schultypen

der deutschen

Schule Südtirols miteinander

verglichen,

dann die deutsche mit

der italienischen und

ladinischen Schule im

Lande und zuletzt mit

dem restlichen Staatsgebiet

sowie einigen

österreichischen und

deutschen Bundesländern.

Das Ergebnis

der Untersuchung

wurde schließlich im

vergangenen Herbst

vorgelegt. Davon ausgehend,

haben wir die

Abschlussbewertungen

an unserem Gymnasium

damit verglichen,

um die Ergebnisse

unserer Abgänger in

einen größeren Kontext

einordnen zu

können (vgl. dazu auch

Artikel im Fränzi-Forum

2/2006).

Fränzi - Forum 7


Wir gratulieren:

zum Studienabschluss:

Franz Kosta, Architektur,

Wien

Lidiana Marchetto,

Bauwesen und Architektur,

Trient

Klemens Seyr, Eventmanagement,

Kufstein

Andrea Radivo, Telekommunikation,Trient

zur Hochzeit:

Andreas von Guggenberg

und Maria Gantioler

Alexander Ringler

und Anna Lucia Nardi

Heike Larcher und

Markus Geets

Sara Kronbichler und

Johannes Misterek

Josef Mamming und

Caroline Maria Dorothea

Mayrhofer

zur Geburt:

Prof. Karin Amort und

Michael Klotzner zur

Geburt ihres Sohnes

Lukas

Peter Karl Plattner

und Monika Pörnbacher

zur Geburt ihrer

Tochter Eva Marie

Stefan Nardin und

Sandra Maria Krassnigg

zur Geburt der

Zwillinge Greta und

Luis

Maria von Lutterotti

und Florian Klauder

zur Geburt ihrer

Tochter Pia

Wolfgang Malsiner

und Marlene Albarello

zur Geburt ihrer

Tochter Franziska

Fränzi - Forum 8

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Balleröffnung mit der traditionellen Polonaise

um 21.30 Uhr

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MTL Music Transfer Live - Kursaal

Time Square - Pavillon des Fleurs

Tire Bouchen - Lentnersaal

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Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder

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Senatorin Dr. Helga Thaler Ausserhofer

Dr. Michael Ebner

Bürgermeister Dr. Günther Januth

LR. Dr. Kaslatter Mur

LR. Dr. Florian Mussner

Dr. Elmar Pichler Rolle

Bürgermeister Dr. Luigi Spagnolli

LR. Dr. Thomas Widmann

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Optik Wassermann

Lauben 72/B

Tel. 0471 978 222

13. und 14. Januar

15.00 - 19.00 Uhr

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Nachmittags ab 7. Januar

Tel. 339 604 64 00 (Giorgia)

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20.00 Uhr ab Bozen (Hotel Alpi -

Ötzi Museum - Grieser Stiftskirche)

3.00 Uhr ab Meran

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Ab dem 21. Lebensjahr 37 Euro mit Aperitif

Mit Studentenausweis 20 Euro mit Aperitif

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Ein Dank den Wohltätern!

Eine Privatschule hat v.a. mit einem großen Problem zu kämpfen: der

Finanzierung (vgl. dazu Fränzi-Forum 1/2006). Das Schulgeld allein reicht

nämlich bei weitem nicht aus, die laufenden Kosten zu decken. Deshalb

möchten wir uns einmal bei den vielen Eltern bedanken, die uns mit

dem freiwilligen Solidarbeitrag helfen, finanzielle Ausfälle aufzufangen.

Explizit (und nicht nur durch Abdrucken des Logos) danken wollen

wir aber auch der Stiftung Südtiroler Sparkasse, deren Präsident

Dr. Gerhard Brandstätter und deren Direktor Dr. Andreas Überbacher

immer ein offenes Ohr für unsere Anlieben haben. Sie zeigen sich nicht

nur bei großen Vorhaben aufgeschlossen (wie dem Umbau der Schule),

wo ein Beitrag leicht sichtbar gemacht werden kann durch Anbringung

einer Tafel, sondern auch bei Ansuchen um „verborgene“ Hilfe, etwa bei

der Unterstützung von Schülern aus finanziell schwächeren Familien.

Die wichtigste finanzielle Stütze ist aber die Südtiroler Landesregierung,

im Speziellen LH Dr. Luis Durnwalder und der scheidende LR Dr.

Otto Saurer, den wir in besonders guter Erinnerung behalten werden.

Sie haben erkannt, dass das Überleben der Privatschule im Lande nur

durch ein neues Finanzierungsmodell gerettet werden kann und sich für

dessen Verwirklichung eingesetzt.

Allen Wohltätern ein aufrichtiges Vergelt’s Gott und ein gesegnetes

Weihnachtsfest!

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