UNVERZICHTBAR! - Nordharzer Städtebundtheater

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UNVERZICHTBAR! - Nordharzer Städtebundtheater

Wie wird die Zukunft des Theaters aussehen?

Ich persönlich bin fest davon überzeugt, dass – allen Einflüssen und

Veränderungen zum Trotz – das Theater auch im Zeitalter moderner

Medienkommunikation ein kultureller Mittelpunkt des städtischen Gemeinwesens

bleibt. Es ist Teil seiner Stadt und ihrer Geschichte und

prägt das geistige und kulturelle Klima und damit die Lebensqualität

seiner Region maßgeblich.

Die Stadt Halberstadt kann auf eine lange und erfolgreiche Theatertradition

zurückblicken. Aufführungen sind bis ins Mittelalter nachzuweisen.

Mit der beginnenden Nationaltheaterbewegung im 18. Jahrhundert

etablierte sich auch in Halberstadt ein dauerhafter Spielbetrieb auswärtiger

Bühnen. Bereits 1812 wurde ein erstes regelmäßig bespieltes Haus

gegründet.

Anlässlich des Jubiläums „200 Jahre Theater in Halberstadt“ gratuliere

ich im Namen der Landesregierung sehr herzlich.

Ich wünsche dem Theater und seinen Gästen, sich in dieser Spielzeit

ganz besonders „anrühren“ zu lassen von der Tradition des Hauses,

von den eigenen, persönlichen Erinnerungen, von den Begegnungen

mit Menschen und Geschichten um das Theater und vor allem natürlich

von der Erinnerung an bewegende Aufführungen, an Erlebnisse, wie sie

nur die Kunst zu schaffen vermag.

Nach der politischen Wende fanden bekanntlich das Schauspiel Quedlinburg

und das Musiktheater Halberstadt im neu gegründeten Städtebundtheater

wieder zu einem Dreispartentheater zusammen. Das Publikum

zeigte unverändert regionales Selbstbewusstsein, war stolz auf

seine Künstler und die Kommunalpolitiker offenbar nicht weniger – sie

bauten dem Schauspiel in Quedlinburg eine fast neue Spielstätte. Als

das Theater Anfang 2003 in „schweres Wasser“ geriet, gründeten sich

zahlreiche Bürgerinitiativen, um für seinen Fortbestand zu streiten – erfolgreich

wie sich heute zeigt.

Somit waren 20 Jahre Nordharzer Städtebundtheater eine äußerst spannende

Zeit - sowohl für das Ensemble, als auch für das Publikum und

die verantwortlichen Politiker.

Um erfolgreiche Traditionen bewahren zu können, muss man bereit

sein, sie zu verändern und weiterzuentwickeln. Die Menschen dieser

Region erlebe ich nicht nur traditions- und kulturbewusst, sondern zugleich

zukunftsoffen und kreativ, sie wissen um den kulturellen Reichtum

und bewahren ihn. Das Theater gehört als ein besonders exponierter

Kulturträger zweifellos dazu und die Rechtsträger haben sich in

wirtschaftlich schwieriger Zeit abermals zu Ihrer Bühne bekannt.

Damit das auch zukünftig möglich bleibt, bedarf es – wie bisher – der

geschätzten und fürsorglichen Aufmerksamkeit durch die Kommunalund

Landespolitik, aber auch des selbstlosen bürgerschaftlichen Engagements,

wovon gerade die Halberstädter Theatergeschichte mit schönen

Beispielen zu künden weiß. Aber vor allem bedarf es stets eines

aufgeschlossenen und interessierten Publikums, das sich von der Kunst

immer wieder aufs Neue anregen, unterhalten und verzaubern lassen

möchte.

Die Jubiläumsspielzeit 2011/2012 bietet ein hochinteressantes Programm

für Jung und Alt, zu dem ich Sie herzlich einlade. Dem Intendanten

wünsche ich ein glückliches Händchen, und allen Künstlerinnen

und Künstlern viel Erfolg und gutes Gelingen.

Stephan Dorgerloh

Kultusminister

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