23.01.2013 Aufrufe

Beteiligungsbericht 2008 - Universitätsstadt Freiberg

Beteiligungsbericht 2008 - Universitätsstadt Freiberg

Beteiligungsbericht 2008 - Universitätsstadt Freiberg

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Erfolgreiche ePaper selbst erstellen

Machen Sie aus Ihren PDF Publikationen ein blätterbares Flipbook mit unserer einzigartigen Google optimierten e-Paper Software.

<strong>Beteiligungsbericht</strong> <strong>2008</strong>


Vorwort<br />

Zahlreiche kommunale Aufgaben erfüllt die Stadt <strong>Freiberg</strong> außerhalb<br />

der klassischen Kernverwaltung. Mit der Erstellung des <strong>Beteiligungsbericht</strong>es<br />

kommt die Kommune ihrer Verpflichtung nach, die Erledigung<br />

der ausgegliederten Aufgaben transparent zu gestalten.<br />

Im zwölften <strong>Beteiligungsbericht</strong> wird die wirtschaftliche Entwicklung<br />

der Eigenbetriebe sowie privatrechtlichen Unternehmen dargestellt,<br />

an denen die Stadt <strong>Freiberg</strong> <strong>2008</strong> unmittelbar oder mittelbar beteiligt<br />

war. Zudem sind Informationen zu den Zweckverbänden enthalten, in<br />

denen die Stadt <strong>Freiberg</strong> im Berichtsjahr Mitglied gewesen ist.<br />

Zweck des <strong>Beteiligungsbericht</strong>es ist es, den Entscheidungsträgern in<br />

Stadtrat und Verwaltung - aber auch der interessierten Öffentlichkeit<br />

- wesentliche Informationen an die Hand zu geben.<br />

Neben der Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen soll mit diesem<br />

Bericht lückenlos die Entwicklung der Tochterunternehmen, Eigenbetriebe<br />

und Zweckverbände nachvollziehbar bleiben.<br />

In diesem Zusammenhang bedanke ich mich bei allen Beschäftigten<br />

der Unternehmen für ihre bereitwillige Unterstützung im Rahmen der<br />

rückwirkenden Berichterstellung.<br />

<strong>Freiberg</strong>, 23.06.2010<br />

Bernd-Erwin Schramm<br />

Oberbürgermeister


Impressum<br />

Herausgeber: Stadtverwaltung <strong>Freiberg</strong><br />

Obermarkt 24<br />

09599 <strong>Freiberg</strong><br />

Tel.: 03731/ 2 73 - 0<br />

E-Mail: Betriebswirtschaft_Recht@<strong>Freiberg</strong>.de<br />

Redaktion,<br />

Satz, Gestaltung: Amt für Betriebswirtschaft und Recht<br />

Sachgebiet Betriebswirtschaft<br />

Redaktions-<br />

Schluss: Juni 2010<br />

Druck: Zech-Druck GmbH<br />

Fischerstr. 6a<br />

09599 <strong>Freiberg</strong>


I<br />

Inhaltsverzeichnis<br />

Inhaltsverzeichnis Seite<br />

Abkürzungsverzeichnis III<br />

Organigramm der Beteiligungen und des Eigenbetriebes V<br />

Organigramm der Zweckverbände VI<br />

Teil A - Allgemeines<br />

I. Zweck und Inhalt des <strong>Beteiligungsbericht</strong>es 1<br />

II. Rechtliche Rahmenbedingungen 1<br />

III. Ausgewählte Fachbegriffe aus der kaufmännischen Buchführung 4<br />

IV. Bilanz- und Leistungskennzahlen 9<br />

Teil B - Beteiligungen und Eigenbetriebe<br />

I. Übersicht der Beteiligungen und Eigenbetriebe der Stadt <strong>Freiberg</strong> zum<br />

31.12.<strong>2008</strong> 11<br />

II. Darstellung der Finanzbeziehungen zwischen der Stadt <strong>Freiberg</strong>, den<br />

Beteiligungen und dem Eigenbetrieb <strong>2008</strong> 18<br />

III. Gesamtlagebericht 19<br />

IV. Einzeldarstellung der unmittelbaren Beteiligungen<br />

1. <strong>Freiberg</strong>er Bäderbetriebsgesellschaft mbH 23<br />

2. Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH 32<br />

3. Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH 38<br />

4. Städtische Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH 47<br />

5. Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG 59<br />

6. SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH 66<br />

7. Mittelsächsische Theater und Philharmonie gGmbH 75<br />

8. Gründer- und Innovationszentrum <strong>Freiberg</strong>/Brand-Erbisdorf GmbH 84<br />

9. Gesellschaft für Strukturentwicklung und Qualifizierung <strong>Freiberg</strong> mbH 93


Inhaltsverzeichnis<br />

V. Einzeldarstellung der mittelbaren Beteiligungen<br />

1. Servicegesellschaft Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> mbH 100<br />

2. Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH 108<br />

3. BVD <strong>Freiberg</strong> GmbH 116<br />

4. <strong>Freiberg</strong>er Stromversorgung GmbH 119<br />

5. <strong>Freiberg</strong>er Erdgas GmbH 127<br />

6. Deutsches Brennstoffinstitut Vermögensverwaltungs-GmbH 136<br />

VI. Einzeldarstellung der Eigenbetriebe<br />

1. FREIBERGER ABWASSERBESEITIGUNG 143<br />

Teil C - Zweckverbände<br />

I. Rechtliche Rahmenbedingungen 153<br />

II. Ausgewählte Fachbegriffe aus der kameralistischen Buchführung 154<br />

III. Übersicht der Zweckverbände, in denen die Stadt <strong>Freiberg</strong> zum 31.12.<strong>2008</strong><br />

Mitglied ist 156<br />

IV. Darstellung der Finanzbeziehungen zwischen der Stadt <strong>Freiberg</strong> und den<br />

Zweckverbänden <strong>2008</strong> 159<br />

V. Bericht über die Zweckverbände 160<br />

VI. <strong>Beteiligungsbericht</strong> des Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />

II


Abkürzungsverzeichnis<br />

a. G. auf Gegenseitigkeit<br />

AAS Allgemeine Abwassersatzung der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

ABM Arbeitsbeschaffungsmaßnahme<br />

Abs. Absatz<br />

AfA Abschreibungen für Abnutzung<br />

AFG Arbeitsfördergesetz<br />

AfL Arbeit für Langzeitarbeitslose<br />

AG Aktiengesellschaft<br />

AHG Altschuldenhilfegesetz<br />

AktG Aktiengesetz<br />

AN Arbeitnehmer<br />

Art. Artikel<br />

AV Anlagevermögen<br />

AW Abwasser<br />

Azubi Auszubildende<br />

BA Bauabschnitt<br />

BAT-O Arbeits- und Tarifrecht der Angestellten in den neuen Bundesländern<br />

BauGB Baugesetzbuch<br />

BGB Bürgerliches Gesetzbuch<br />

BIB Bühne in der Borngasse<br />

BSHG Bundessozialhilfegesetz<br />

bzw. beziehungsweise<br />

ca. zirka<br />

ct/kWh Cent pro Kilowattstunde<br />

d Gradtage<br />

d. h. das heißt<br />

DMBiLG Gesetz über die Eröffnungsbilanz in Deutscher Mark und die<br />

Kapitalneufestsetzung (D-Markbilanzgesetz)<br />

e. G. eingetragene Genossenschaft<br />

e. V. eingetragener Verein<br />

EDV Elektronische Datenverarbeitung<br />

EEG Erneuerbare-Energien-Gesetz<br />

EG Entsorgungsgebiet<br />

etc. et cetera<br />

EU Europäische Union<br />

Ev.-Luth. Evangelisch-Lutherisch<br />

FördG Fördergebietsgesetz<br />

FuE Forschung und Entwicklung<br />

GE Geschäftseinheit<br />

gem. gemäß<br />

gez. gezeichnet<br />

GG Grundgesetz<br />

gGmbH gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung<br />

Gj. Geschäftsjahr<br />

GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung<br />

GWh Gigawattstunde<br />

h/a Stunden pro Jahr<br />

HGB Handelsgesetzbuch<br />

HGrG Haushaltsgrundsätzegesetz<br />

HRB Handelsregister, Abteilung B<br />

HuK Haushaltkunden<br />

HZ Heizung<br />

i. S. im Sinne<br />

i. Vj. im Vorjahr<br />

IHK Industrie- und Handelskammer<br />

incl. inklusive<br />

JRH Johanna-Rau-Heim<br />

JuSoPro Jugendsofortprogramm zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit<br />

III<br />

Abkürzungsverzeichnis


Abkürzungsverzeichnis<br />

KG Kommanditgesellschaft<br />

KGaA Kommanditgesellschaft auf Aktien<br />

km Kilometer<br />

KomHVO Kommunale Haushaltsverordnung<br />

KonTraG Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich<br />

kV Kilovolt<br />

kWh Kilowattstunde<br />

KWK Kraft-Wärme-Kopplung<br />

KWK-Anlage Kraft-Wärmekopplungs-Anlage<br />

KWK-G Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz<br />

langfr. langfristig<br />

lt. laut<br />

m² Quadratmeter<br />

m³ Kubikmeter<br />

mbH mit beschränkter Haftung<br />

Mio. € Millionen Euro<br />

mittelfr. mittelfristig<br />

MW Megawatt<br />

MW-Kanalisation Mischwasserkanalisation<br />

Nr. Nummer<br />

OT Ortsteil<br />

p. a. pro anno<br />

PBV Pflegebuchführungsverordnung<br />

QAS Qualifizierung und Arbeit für Sozialhilfeempfänger<br />

RA Rechtsanwalt<br />

rd. rund<br />

RW-Kanalisation Regenwasserkanalisation<br />

SächsEigBG Gesetz über kommunale Eigenbetriebe im Freistaat Sachsen<br />

(Sächsisches Eigenbetriebsgesetz)<br />

SächsEigBVO Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums des Inneren über die<br />

Wirtschaftsführung und das Rechnungswesen der kommunalen Eigenbetriebe<br />

(Sächsische Eigenbetriebsverordnung)<br />

SächsGemO Gemeindeordnung für den Freistaat Sachsen<br />

SächsKAG Sächsisches Kommunalabgabengesetz<br />

SächsKomZG Sächsisches Gesetz über kommunale Zusammenarbeit<br />

SächsVerf Verfassung des Freistaates Sachsen<br />

SächsWG Sächsisches Wassergesetz<br />

SAM Strukturanpassungsmaßnahme<br />

SIDAF Sächsisches Informations- und Demonstrationszentrum<br />

„Abfallbehandlungstechnologien“, <strong>Freiberg</strong><br />

StA Stadtanteil<br />

StromStG Stromsteuergesetz<br />

SW Schmutzwasser<br />

T€ Tausend Euro<br />

TDM Tausend Deutsche Mark<br />

Tm 2 Tausend Quadratmeter<br />

Tm 3 Tausend Kubikmeter<br />

TW Trinkwasser<br />

u. und<br />

u. a. unter anderem<br />

u. Ä. und Ähnliche<br />

u. v. m. und vieles mehr<br />

VE Verwaltungseinheit<br />

Vj. Vorjahr<br />

VK Vollkräfte<br />

VZÄ Vollzeitäquivalent<br />

WE Wohneinheit<br />

WW Warmwasser<br />

z. B. zum Beispiel<br />

z. T. zum Teil<br />

ZV Zweckverband<br />

IV


Organigramm der Beteiligungen und des Eigenbetriebes<br />

_________________________________________________________________________________________________________________________________________________<br />

Beteiligungen - unmittelbar<br />

<strong>Freiberg</strong>er Bäderbetriebsgesellschaft mbH<br />

(FBB)<br />

100%<br />

25 T€<br />

Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

100% 50 T€<br />

Städtische Wohnungsgesellschaft<br />

<strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH (SWG)<br />

51% 16.080 T€<br />

51% 5.500 T€<br />

Gründer- und Innovationszentrum<br />

<strong>Freiberg</strong>-/Brand-Erbisdorf GmbH (GIZeF)<br />

27,0%<br />

28 T€<br />

envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM)<br />

Eigenbetrieb<br />

Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH<br />

75% 26 T€<br />

Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG (SWF AG)<br />

SAXONIA Standortentwicklungs- und<br />

-verwaltungsgesellschaft mbH<br />

50% 250 T€<br />

Mittelsächsische Theater und Philharmonie<br />

gGmbH<br />

33,3%<br />

46 T€<br />

Gesellschaft für Strukturentwicklung und<br />

Qualifizierung <strong>Freiberg</strong> mbH (GSQ)<br />

10% 30 T€<br />

0,035% 635.187 T€<br />

<strong>Freiberg</strong>er Abwasserbeseitigung<br />

mittelbar<br />

Servicegesellschaft Seniorenheime<br />

<strong>Freiberg</strong> mbH<br />

100% 25 T€<br />

Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

100% 400 T€<br />

BIL Leasing & Co Objekte<br />

<strong>Freiberg</strong> KG<br />

94% der Kommanditeinlage 26 T€<br />

BVD <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

50% 25 T€<br />

<strong>Freiberg</strong>er Stromversorgung GmbH<br />

(FSG)<br />

70% 3.100 T€<br />

<strong>Freiberg</strong>er Erdgas GmbH (FEG)<br />

59,5% 4.451 T€<br />

Deutsches Brennstoffinstitut<br />

Vermögensverwaltungs-GmbH<br />

100% 1.300 T€<br />

Dargestellt wird der prozentuale Anteil der Stadt <strong>Freiberg</strong> am Stammkapital der Unternehmen.<br />

V


Organigramm der Zweckverbände<br />

_________________________________________________________________________________________________________________________________________________<br />

Zweckverbände<br />

Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />

Betriebszweig Wasserversorgung<br />

Stimmrecht Wasserversorgung 38,22%<br />

Zweckverband Fernwasser<br />

Südsachsen Chemnitz<br />

Stimmrecht 12,12%<br />

Südsachsen Wasser GmbH Chemnitz<br />

5,28% 5.113 T€<br />

Gewerbezweckverband "<strong>Freiberg</strong>-<br />

Halsbrücke/Schwarze Kiefern"<br />

Stimmrecht 50%<br />

Zweckverband Gewerbe- und<br />

Industriegebiet <strong>Freiberg</strong> Ost an der B 173<br />

Stimmrecht 40%<br />

Abwasserzweckverband "Muldental"<br />

(<strong>Freiberg</strong>er Mulde)<br />

Stimmrecht 8,7%<br />

Abwasserzweckverband "Muldental"<br />

(<strong>Freiberg</strong>er Mulde)<br />

Stimmrecht 8,7%<br />

Zweckverband "Gasversorgung in<br />

Südsachsen"<br />

Stimmrecht ~ 0,246%<br />

(Angabe ohne Unterbeteiligung)<br />

Erdgas Südsachsen GmbH, Chemnitz<br />

51% 52.000 T€<br />

Dargestellt wird neben dem Stimmrecht der Stadt <strong>Freiberg</strong> in den Zweckverbänden der<br />

prozentuale Anteil der Zweckverbände am Stammkapital des jeweiligen Unternehmens.<br />

VI


Teil A - Allgemeines<br />

I. Zweck und Inhalt des <strong>Beteiligungsbericht</strong>es<br />

Teil A - Allgemeines<br />

In dem <strong>Beteiligungsbericht</strong> als zusammenfassendes Informationsinstrument sind neben den<br />

Unternehmen in Privatrechtsform auch die Eigenbetriebe sowie Zweckverbände, deren Mitglied<br />

die Gemeinde ist, einzubeziehen. Im <strong>Beteiligungsbericht</strong> sollen sowohl die unmittelbaren<br />

als auch die mittelbaren Beteiligungen der Gemeinde erfasst werden. Minderheitsbeteiligungen<br />

ohne unternehmerische Zielsetzung sind hiervon jedoch ausgenommen.<br />

Im Bericht enthalten sind alle Unternehmen, mit denen im Jahr <strong>2008</strong> ein Beteiligungsverhältnis<br />

bestand. Im Regelfall wurden die Daten der geprüften Abschlüsse per 31.12.<strong>2008</strong> verwendet.<br />

Im Teil B ist neben allgemeinen Ausführungen eine Bestandsübersicht über die<br />

städtischen Beteiligungen und Eigenbetriebe zum 31.12.<strong>2008</strong> enthalten. Die Finanzbeziehungen<br />

zwischen Stadt und Unternehmen sind in einer Übersicht dargestellt. Des Weiteren<br />

werden die unmittelbaren sowie mittelbaren Beteiligungen und Eigenbetriebe einzeln vorgestellt.<br />

Der Teil C enthält Informationen zu den Zweckverbänden.<br />

II. Rechtliche Rahmenbedingungen<br />

„Den Gemeinden muss das Recht gewährleistet sein, alle Angelegenheiten der örtlichen<br />

Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung zu regeln.“ (Art. 28 Abs. 2<br />

Grundgesetz). Die kommunale Selbstverwaltung ist wesentlicher Bestandteil der Gesellschaftsordnung<br />

und ermöglicht der Gemeinde, ihre Aufgaben selbst und in eigener Regie zu<br />

erledigen. Ein Ausfluss der kommunalen Selbstverwaltung der Gemeinden ist das Recht, zur<br />

Erfüllung ihrer vielfältigen Aufgaben Unternehmen zu gründen oder sich daran zu beteiligen.<br />

Die Rechtsform dieser kommunalen Unternehmen kann sehr unterschiedlich sein. Einzelheiten<br />

dazu regelt die Sächsische Gemeindeordnung (SächsGemO) im Abschnitt 3. Im Folgenden<br />

werden einzelne Regelungen der SächsGemO auszugsweise angeführt:<br />

§ 95 Unternehmen der Gemeinde<br />

(1) Unternehmen der Gemeinde können geführt werden:<br />

1. nach den Vorschriften dieses Gesetzes über die Haushaltswirtschaft,<br />

2. als Eigenbetriebe,<br />

3. in einer Rechtsform des privaten Rechts. (…)<br />

Unternehmen, die nach den Vorschriften der Haushaltswirtschaft geführt werden, sind die<br />

Regiebetriebe und deren Sonderform, die kostenrechnenden Einrichtungen (Bruttobetriebe).<br />

Regiebetriebe sind weder rechtlich noch wirtschaftlich selbstständig. Sie werden mit allen<br />

Einnahmen und Ausgaben im Haushaltsplan der Gemeinde geführt.<br />

Auch der Eigenbetrieb ist ein Unternehmen der Gemeinde ohne eigene Rechtspersönlichkeit.<br />

Im Unterschied zum Regiebetrieb ist der Eigenbetrieb allerdings organisatorisch und<br />

wirtschaftlich vom Haushalt der Gemeinde getrennt. Er ist Sondervermögen der Gemeinde<br />

und damit auch gesondert zu verwalten und nachzuweisen.<br />

Unter Beachtung der §§ 96 ff. SächsGemO darf einer Gemeinde ein privatrechtliches Unternehmen<br />

gehören bzw. kann sie daran beteiligt sein.<br />

1


Teil A - Allgemeines<br />

§ 96 Unternehmen in Privatrechtsform<br />

(1) Die Gemeinde darf zur Erfüllung ihrer Aufgaben ein Unternehmen in einer<br />

Rechtsform des privaten Rechts nur errichten, übernehmen, unterhalten, wesentlich<br />

verändern oder sich daran unmittelbar oder mittelbar beteiligen, wenn<br />

1. durch die Ausgestaltung des Gesellschaftsvertrages oder der Satzung die Erfüllung<br />

der Aufgaben der Gemeinde sichergestellt ist,<br />

2. die Gemeinde einen angemessenen Einfluss, insbesondere im Aufsichtsrat<br />

oder in einem entsprechenden Überwachungsorgan des Unternehmens erhält<br />

und<br />

3. die Haftung der Gemeinde auf einen ihrer Leistungsfähigkeit angemessenen<br />

Betrag begrenzt wird. (…)<br />

Auf Grund der geforderten Haftungsbegrenzung kommen bei der Auswahl der Rechtsform<br />

nur die Aktiengesellschaft (AG), die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), die<br />

Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), die Genossenschaft mit beschränkter Haftung<br />

und der Versicherungsverein a. G. in Betracht. Die gängigste Form ist sicher die GmbH, da<br />

sich der Einfluss auf die Geschäftspolitik am besten gestalten lässt. Die Beteiligung der Gemeinde<br />

an einer AG ist auf Grund der gesetzlichen Einschränkungen eher selten.<br />

Man unterscheidet zudem zwischen Eigen- und Beteiligungsgesellschaften. Bei der Eigengesellschaft<br />

gehören alle Anteile der Gemeinde. Ist die Gemeinde nicht alleinige Gesellschafterin,<br />

so liegt je nach Höhe der Anteile eine Mehrheits- oder Minderheitsbeteiligung vor.<br />

Mitgesellschafter des Beteiligungsunternehmens können andere juristische Personen des<br />

öffentlichen Rechts aber auch juristische und natürliche Personen des Privatrechts sein.<br />

Die gesetzlichen Anforderungen gelten für unmittelbare sowie für mittelbare Beteiligungen<br />

der Gemeinde. Eine unmittelbare Beteiligung i. S. des kommunalen Wirtschaftsrechts liegt<br />

vor, wenn von der Gemeinde Anteile an einem rechtlich selbstständigen Unternehmen zum<br />

Zweck der dauernden Einflussnahme auf die Betriebsführung und Geschäftspolitik erworben<br />

werden. Von einer mittelbaren Beteiligung spricht man, wenn das Unternehmen, an dem die<br />

Gemeinde beteiligt ist, seinerseits an einem oder mehreren Unternehmen beteiligt ist.<br />

Die Gründung von Zweckverbänden stellt ebenfalls eine Möglichkeit dar, im Rahmen der<br />

kommunalen Zusammenarbeit Aufgaben effektiv zu erfüllen. Als gesetzliche Grundlage gilt<br />

insbesondere das Sächsische Gesetz über die kommunale Zusammenarbeit. Wie der Eigenbetrieb<br />

gehört der Zweckverband zu den öffentlich-rechtlichen Unternehmen, die Stadt ist<br />

hier jedoch Mitglied und nicht Träger.<br />

Die Sächsische Gemeindeordnung unterteilt die Unternehmen der Gemeinde in wirtschaftliche<br />

und nichtwirtschaftliche Unternehmen. Die §§ 95 und 96 SächsGemO gelten grundsätzlich,<br />

§ 97 SächsGemO legt dagegen die Voraussetzungen für die Betätigung der Gemeinde<br />

in wirtschaftlichen Unternehmen fest und gilt unabhängig von der Rechtsform für<br />

jegliche wirtschaftliche Betätigung.<br />

§ 97 Wirtschaftliche Unternehmen<br />

(1) Die Gemeinde darf zur Erfüllung ihrer Aufgaben ein wirtschaftliches Unternehmen<br />

ungeachtet der Rechtsform nur errichten, übernehmen, unterhalten, wesentlich<br />

verändern oder sich daran unmittelbar oder mittelbar beteiligen, wenn<br />

1. der öffentliche Zweck dies rechtfertigt,<br />

2


Teil A - Allgemeines<br />

2. das Unternehmen nach Art und Umfang in einem angemessenen Verhältnis zur<br />

Leistungsfähigkeit der Gemeinde und zum voraussichtlichen Bedarf steht und<br />

3. der Zweck nicht besser und wirtschaftlicher durch einen privaten Dritten erfüllt<br />

wird oder erfüllt werden kann. (…)<br />

Wirtschaftliche Unternehmen sind insbesondere Versorgungsunternehmen, Verkehrsbetriebe<br />

sowie z. B. Stadthallen, Messegesellschaften und Kurbetriebe. Anlagen und Einrichtungen,<br />

zu deren Betrieb die Kommune gesetzlich verpflichtet sowie so genannte Hilfsbetriebe,<br />

die ausschließlich der Deckung des Eigenbedarfs der Gemeinde dienen, sind demnach davon<br />

ausgenommen. Im Gegensatz zu Privatunternehmen ist bei wirtschaftlichen Unternehmen<br />

der Gemeinde nicht die Gewinnmaximierung, sondern die Erfüllung des öffentlichen<br />

Zwecks vorrangig. Es sollte ein Ertrag für den Gemeindehaushalt erwirtschaftet werden, soweit<br />

die Erfüllung des öffentlichen Zwecks dadurch nicht beeinträchtigt wird.<br />

Mit der Novellierung der Sächsischen Gemeindeordnung 2003 hat der Gesetzgeber zahlreiche<br />

Neuerungen eingeführt, die insbesondere auf eine verbesserte Steuerung und Kontrolle<br />

kommunaler Unternehmen und Beteiligungen sowie einen stärkeren Einfluss des Gemeinderats<br />

auf die Unternehmensentwicklung zielen. Hervorgehoben seien an dieser Stelle die wesentlichsten<br />

Punkte:<br />

1. Der Gemeinderat hat über vollständige/teilweise Veräußerung kommunaler Unternehmen<br />

und deren Beteiligungen zu entscheiden.<br />

2. Der Gemeinderat ist vor Errichtung, Übernahme und wesentlicher Veränderung eines<br />

Unternehmens in Privatrechtsform sowie der unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligung<br />

umfassend über Chancen und Risiken, Auswirkungen auf die private Wirtschaft<br />

sowie Vor-/ Nachteile der gewählten Rechtsform umfassend zu informieren.<br />

3. Im Gesellschaftsvertrag/Satzung sind umfangreiche Steuerungs- und Kontrollrechte<br />

zu verankern, sofern kommunale Gesellschafter die satzungsändernde Mehrheit haben<br />

(75% Kapitalanteile).<br />

4. Der ständige Vertreter des Bürgermeisters und weitere vom Gemeinderat zu bestellende<br />

Vertreter der Gemeinde in der Gesellschafterversammlung eines Unternehmens<br />

sowie die vom Gemeinderat zu bestellenden Aufsichtsräte sollen über betriebswirtschaftliche<br />

Erfahrung und Sachkunde verfügen. In wesentlichen, dem Gemeinderat<br />

vorbehaltenen Angelegenheiten üben die Vertreter der Gemeinde ihre Befugnisse<br />

aufgrund von Beschlüssen des Gemeinderats aus. In anderen Angelegenheiten<br />

kann der Gemeinderat ihnen Weisungen erteilen. Die Vertreter der Gemeinde<br />

in der Gesellschafterversammlung und die entsandten Aufsichtsräte haben den Gemeinderat<br />

und den Bürgermeister frühzeitig über alle Angelegenheiten des Unternehmens<br />

von besonderer Bedeutung zu unterrichten<br />

5. Die Gemeinde hat jährlich zum 31.12. einen <strong>Beteiligungsbericht</strong> über Eigenbetriebe,<br />

unmittelbare und mittelbare Beteiligungen an Unternehmen in Privatrechtsform zu<br />

erstellen und dem Gemeinderat vorzulegen.<br />

6. Die Rechtsform der Aktiengesellschaft ist künftig nachrangig zu wählen.<br />

7. Gesetzliche Zulässigkeitsvoraussetzungen sind auf mittelbare Beteiligungen der Gemeinde<br />

ausgedehnt worden.<br />

8. Die Genehmigungs- und Anzeigepflichten gegenüber der Rechtsaufsichtsbehörde<br />

wurden ausgedehnt.<br />

9. Für die überörtliche Prüfung zuständig ist der Sächsische Rechnungshof. Er prüft<br />

nunmehr auch die unmittelbaren Beteiligungen der Gemeinde.<br />

Die Gemeinde ist verpflichtet, bestehende Unternehmen und Beteiligungen an die neuen<br />

Vorschriften der SächsGemO bis 31.12.2004 anzupassen. Zudem hat sie darauf hinzuwirken,<br />

dass die wirtschaftliche Betätigung im Bereich der sozialen Wohnraumversorgung bis<br />

zum Jahr 2015 auch den Anforderungen des § 97 Abs. 1 SächsGemO entspricht.<br />

3


Teil A - Allgemeines<br />

III. Ausgewählte Fachbegriffe aus der kaufmännischen<br />

Buchführung<br />

Anhang<br />

Der Anhang ist Teil des Jahresabschlusses von Kapitalgesellschaften. Er dient der Erläuterung<br />

der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung. Erst durch die Angaben im Anhang<br />

wird die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-,<br />

Finanz- und Ertragslage der Kapitalgesellschaft vollends möglich.<br />

Es gibt nach handelsrechtlichen Vorschriften Wahlpflichtangaben (z. B. Disagio – Angabe im<br />

Anhang oder in der Bilanz) und Pflichtangaben (z. B. angewandte Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden)<br />

sowie größenabhängige Erleichterungen für kleine und mittelgroße Kapitalgesellschaften.<br />

Anlagevermögen<br />

Das Anlagevermögen umfasst nur die Vermögensgegenstände, die dazu bestimmt sind,<br />

dauerhaft und längerfristig dem Geschäftsbetrieb eines Unternehmens zu dienen (z. B.<br />

Grundstücke und Gebäude, Maschinen und Anlagen, Beteiligungen).<br />

In der Regel haben produzierende Unternehmen größeres Anlagevermögen als Handels-<br />

und Dienstleistungsbetriebe.<br />

Bilanz<br />

Die buchhalterische Bilanz ist eine kurzgefasste Gegenüberstellung von Vermögen und Kapital.<br />

Sie enthält auf der linken Seite (Aktiva) die Vermögensteile nach ihrer Zusammensetzung<br />

und auf der rechten Seite (Passiva) deren Finanzierung durch Eigen- und Fremdkapital.<br />

Beide Seiten der Bilanz müssen stets zum Ausgleich kommen. Die Bilanz muss klar und<br />

übersichtlich nach den handelsrechtlichen Vorschriften gegliedert sein. Bei der Bilanz handelt<br />

es sich um eine stichtagsbezogene Aussage.<br />

Bilanzgewinn/-verlust<br />

Die Bilanz darf unter Berücksichtigung der vollständigen oder teilweisen Verwendung des<br />

Jahresergebnisses aufgestellt werden. Wird die Bilanz unter der Berücksichtigung der teilweisen<br />

Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt, so tritt an die Stelle der Posten Gewinn-<br />

bzw. Verlustvortrag und Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag die Position Bilanzgewinn<br />

bzw. -verlust. Ein vorhandener Gewinn- oder Verlustvortrag ist in den Posten Bilanzgewinn<br />

bzw. -verlust einzubeziehen und in der Bilanz oder im Anhang gesondert anzugeben.<br />

Disagio<br />

Das Disagio ist im Zusammenhang mit einer Darlehensgewährung als ein prozentualer Abzug<br />

von der vereinbarten Darlehenssumme zu verstehen. Der Rückzahlungsbetrag der Verbindlichkeit<br />

ist größer als der Ausgabebetrag. Nach den handelsrechtlichen Vorschriften haben<br />

große und mittelgroße Kapitalgesellschaften das Disagio in der Bilanz gesondert auszuweisen<br />

(im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten) oder im Anhang anzugeben.<br />

Im Rahmen der Bilanzaufbereitung wurde für die Kennzahlenberechnung im <strong>Beteiligungsbericht</strong><br />

in den gegebenen Fällen das Disagio vom Eigenkapital abgezogen und als Zinsaufwand<br />

in der Gewinn- und Verlustrechnung hinzugerechnet.<br />

Eigenkapital<br />

Das Eigenkapital umfasst die von ihren Eigentümern ohne zeitliche Begrenzung zur Verfügung<br />

gestellten Mittel, die dem Unternehmen durch Zuführung von außen oder durch Verzicht<br />

auf Gewinnausschüttung von innen zufließen. Die Darstellung des Eigenkapitals in der<br />

Bilanz hängt von der Rechtsform des Unternehmens ab.<br />

4


Teil A - Allgemeines<br />

Nach den Vorschriften des HGB werden die Posten des Eigenkapitals einer Kapitalgesellschaft<br />

in einer besonderen Abschlussgruppe zusammengefasst. Daneben gibt es aber noch<br />

eine Reihe von Sonder- und Abschlussposten, die Einfluss auf die Höhe des Eigenkapitals<br />

haben und an anderer Stelle in der Bilanz ausgewiesen werden. Diese Komponenten sind<br />

bei der Analyse des Eigenkapitals zu beachten.<br />

Zum Zweck der Analyse wurde für die Kennzahlenberechnung im <strong>Beteiligungsbericht</strong> das<br />

Eigenkapital wie folgt ermittelt:<br />

Gezeichnetes Kapital<br />

- ausstehende Einlagen<br />

+ Kapitalrücklage<br />

+ Gewinnrücklage<br />

(Sonderrücklage gem. § 17 Abs. 4 DMBilG abzüglich Sonderverlustkonto aus<br />

Rückstellungsbildung gem. § 17 Abs. 4 DMBilG)<br />

+ Gewinnvortrag/ -Verlustvortrag<br />

+ Jahresüberschuss/ -Jahresfehlbetrag<br />

- Gewinnausschüttungen an Gesellschafter<br />

+ Eigenkapitalanteil der Sonderposten<br />

+ Eigenkapitalanteil der empfangenen Ertragszuschüsse<br />

- aktiviertes Disagio<br />

__________________________________________________________________<br />

= bilanzielles Eigenkapital<br />

Forderungen<br />

Eine Forderung ist das Recht, von einem anderen auf Grund eines Schuldverhältnisses (das<br />

gesetzlich oder vertraglich entstanden ist) eine Leistung zu fordern. Handelsrechtlich müssen<br />

Forderungen auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesen werden, eingeteilt in Forderungen<br />

des Umlaufvermögens und Forderungen des Anlagevermögens.<br />

Fremdkapital<br />

Zum Fremdkapital gehören alle Kapitalmittel, die einem Unternehmen auf Grund von<br />

Schuldverpflichtungen für begrenzte Zeit überlassen werden. Im Bericht wurde das Fremdkapital<br />

für die Kennzahlenermittlung in lang-, mittel und kurzfristiges Fremdkapital unterteilt.<br />

Zusammengefasst wurde als:<br />

langfristiges Fremdkapital<br />

• Pensionsrückstellungen<br />

• Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit > 5 Jahre,<br />

• Fremdkapitalanteil der Sonderposten und der empfangenen Ertragszuschüsse<br />

als mittelfristiges Fremdkapital:<br />

• Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit > 1 Jahr und ≤ 5 Jahre<br />

als kurzfristiges Fremdkapital:<br />

• sonstige Rückstellungen<br />

• Steuerrückstellungen<br />

• Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit ≤ 1 Jahr<br />

• passive Rechnungsabgrenzungsposten<br />

• Gewinnausschüttungen an Gesellschafter.<br />

Gesamtkapital<br />

Das Gesamtkapital eines Unternehmens setzt sich aus Eigen- und Fremdkapital zusammen.<br />

Durch die Verrechnung des Sonderverlustkontos aus Rückstellungsbildung gemäß § 17 Abs.<br />

4 DMBilG mit der Sonderrücklage gemäß § 17 Abs. 4 DMBilG stimmt das zur Kennzahlenberechnung<br />

herangezogene Gesamtkapital in den gegebenen Fällen nicht mit der Bilanzsumme<br />

überein.<br />

5


Teil A - Allgemeines<br />

Gewinn- und Verlustrechnung<br />

In der Gewinn- und Verlustrechnung werden Aufwendungen und Erträge zusammengestellt<br />

und damit der erwirtschaftete Gewinn oder Verlust des Geschäftsjahres ausgewiesen. Die<br />

Gewinn- und Verlustrechnung ist zeitraumbezogen.<br />

Investitionen<br />

Eine einheitliche Auslegung des Begriffs Investitionen existiert in der Betriebswirtschaftslehre<br />

nicht.<br />

Unter Investitionen können Zugänge zum Anlagevermögen (immaterielle Vermögensgegenstände,<br />

Sach- und Finanzanlagen) verstanden werden, die dazu bestimmt sind, dem Geschäftsbetrieb<br />

des Unternehmens längerfristig zu dienen. Es handelt sich also um langfristige<br />

Kapitalbindungen zur Erwirtschaftung künftiger Erträge.<br />

Jahresabschluss<br />

Der Jahresabschluss einer Kapitalgesellschaft besteht nach Handelsrecht aus Bilanz, Gewinn-<br />

und Verlustrechnung sowie einem Anhang. Er soll unter Beachtung der Grundsätze<br />

ordnungsgemäßer Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der<br />

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermitteln.<br />

In der Satzung bzw. im Gesellschaftsvertrag von Unternehmen, die ausschließlich oder<br />

mehrheitlich einer Gemeinde gehören, ist nach SächsGemO festzulegen, dass diese Unternehmen<br />

ihren Jahresabschluss nach den handelsrechtlichen Vorschriften für große Kapitalgesellschaften<br />

aufstellen.<br />

Lagebericht<br />

Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften i. S. des § 267 Abs. 2 und 3 HGB müssen neben<br />

dem Jahresabschluss noch einen Lagebericht aufstellen, in dem zumindest der Geschäftsverlauf<br />

und die Lage der Gesellschaft darzustellen sowie auf Risiken der zukünftigen<br />

Entwicklung einzugehen ist.<br />

Zusätzlich sollte im Lagebericht eingegangen werden auf Vorgänge von besonderer Bedeutung,<br />

die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, die voraussichtliche Entwicklung<br />

der Gesellschaft, den Bereich Forschung und Entwicklung sowie auf bestehende<br />

Zweigniederlassungen.<br />

Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag<br />

Übersteigen die erwirtschafteten Verluste das Eigenkapital einer Kapitalgesellschaft, dann<br />

kann sich ein Überschuss der Passiva über die Aktiva in der Bilanz ergeben. Der Differenzbetrag<br />

ist am Schluss der Aktivaseite als „Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag“<br />

auszuweisen. Es handelt sich dabei um eine buchmäßige Überschuldung, die allerdings<br />

noch nicht mit einer Überschuldung i. S. des Insolvenzrechtes gleichzusetzen ist, wenn das<br />

Unternehmen noch über ausreichend stille Reserven verfügt.<br />

Stille Reserven entstehen in der Regel durch zulässige Unterbewertung bzw. Nichtaktivierung<br />

von Vermögensgegenständen und Überbewertung von Rückstellungen. Sie beeinträchtigen<br />

die Aussagefähigkeit der Bilanz, erschweren die Vergleichbarkeit von Jahresabschlüssen<br />

und die exakte Darstellung der tatsächlichen Vermögenslage des Unternehmens.<br />

Die Bildung stiller Reserven ist durch gesetzliche Bewertungsvorschriften allerdings<br />

stark eingeengt.<br />

6


Rechnungsabgrenzungsposten<br />

Teil A - Allgemeines<br />

Zweck der Rechnungsabgrenzungsposten ist die periodengerechte Erfolgsermittlung. Aufwendungen<br />

und Erträge werden dem Wirtschaftsjahr zugerechnet, durch das sie verursacht<br />

sind. Es wird zwischen aktiven und passiven Rechnungsabgrenzungsposten unterschieden.<br />

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Aufwendungen, die bereits im abzuschließenden<br />

Geschäftsjahr im Voraus bezahlt wurden, aber ganz oder zum Teil wirtschaftlich dem neuen<br />

Geschäftsjahr zuzurechnen sind (z. B. geleistete Vorauszahlungen für Versicherungen, Miete<br />

u. Ä.).<br />

Passive Rechnungsabgrenzungsposten sind Erträge, die im abzuschließenden Geschäftsjahr<br />

bereits gebucht wurden, aber ganz oder teilweise dem folgenden Geschäftsjahr zuzuordnen<br />

sind (z. B. erhaltene Miete, Zinsen). Für die Bilanzanalyse werden im Bericht die aktiven<br />

Rechnungsabgrenzungsposten (abzüglich aktiviertes Disagio) dem monetären Umlaufvermögen<br />

zugerechnet und die passiven Rechnungsabgrenzungsposten unter das kurzfristige<br />

Fremdkapital subsumiert.<br />

Rücklagen<br />

Rücklagen einer Kapitalgesellschaft sind die über das Haftungskapital hinausgehenden zusätzlichen<br />

Eigenkapitalanteile. Sie werden entweder im Rahmen der Innenfinanzierung über<br />

nicht ausgeschüttete Gewinne (Gewinnrücklage) oder durch Außenfinanzierung, z. B. durch<br />

Zuzahlungen der Gesellschafter (Kapitalrücklage) gebildet.<br />

Rückstellungen<br />

Rückstellungen sind ungewisse Verbindlichkeiten, drohende Verluste oder noch nicht getätigte<br />

Aufwendungen, die am Bilanzstichtag zwar ihrem Grunde nach feststehen, aber nicht in<br />

ihrer Höhe und Fälligkeit. Sie dienen der periodengerechten Ermittlung des Jahresergebnisses.<br />

Ihre Höhe soll nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung geschätzt werden.<br />

Sonderposten<br />

In der Handelsbilanz werden hier steuerrechtlich zulässige Passivposten ausgewiesen. Es<br />

handelt sich hierbei um Mischposten aus Eigen- und Fremdmitteln, weil sie teils den Rücklagen<br />

und teils den Rückstellungen zugehören. Da sich diese Sonderposten nur schwierig genau<br />

in den Rücklageanteil (Eigenkapital) und die gestundete Steuerschuld (Fremdkapital)<br />

aufteilen lassen, werden sie üblicherweise je zur Hälfte den Eigen- und den Fremdmitteln<br />

zugeordnet.<br />

Bei kommunalen Unternehmen sind dies häufig die für Investitionen erhaltenen Fördermittel<br />

oder Zuschüsse, wenn das entsprechende Anlagegut mit den ungekürzten Herstellungs-<br />

bzw. Anschaffungskosten aktiviert wird. Der Fördermittelanteil stellt dann für das Unternehmen<br />

eine noch unversteuerte stille Reserve dar und wird daher im Sonderposten passiviert.<br />

Dieser Sonderposten wird dann über den Nutzungszeitraum des Anlagegutes parallel zur<br />

Abschreibung anteilig in Höhe der Förderquote ertragswirksam aufgelöst.<br />

Neben der Möglichkeit der direkten Absetzung von der Aktivseite können steuerliche Sonderabschreibungen<br />

(z. B. nach § 4 FördG) auch indirekt vorgenommen werden. Bei der indirekten<br />

Methode wird der Unterschiedsbetrag zwischen handelsrechtlich gebotener und steuerlich<br />

zulässiger Abschreibung als Wertberichtigung in den Sonderposten eingestellt.<br />

7


Teil A - Allgemeines<br />

Sonderverlustkonto<br />

Das Sonderverlustkonto ist eine Bilanzierungshilfe gemäß § 17 Abs. 4 DMBilG im Zusammenhang<br />

mit der Bilanzerstellung in den neuen Bundesländern nach der Währungsumstellung.<br />

Werden Rückstellungen wegen der erstmaligen Anwendung des § 249 Abs. 1 Satz 1<br />

HGB in der Eröffnungsbilanz ausgewiesen, so ist im Gegenzug ein Sonderverlustkonto auf<br />

der Aktivseite zu bilden. Der aktivierte Betrag ist in den Folgejahren jeweils in Höhe der Aufwendungen,<br />

die zur Erfüllung der zurückgestellten Verpflichtungen entstehen, abzuschreiben.<br />

Um keine falschen Schlussfolgerungen über das eigentliche Eigenkapital zu ziehen, ist das<br />

Sonderverlustkonto bei der Bilanzanalyse durch Abzug vom Eigenkapital zu berücksichtigen.<br />

Umlaufvermögen<br />

Zum Umlaufvermögen gehören die Vermögensgegenstände, die nicht dazu bestimmt sind,<br />

dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen. Es handelt sich um Gegenstände, die relativ<br />

kurzfristig verbraucht oder umgesetzt werden (z. B. Vorräte, Forderungen, Bankguthaben).<br />

Das monetäre Umlaufvermögen stellt dabei den Betrag am Bilanzstichtag dar, der sich kurzfristig<br />

in Form von Barliquidität umschlagen lässt. Zum Zwecke der Kennzahlenberechnung<br />

wurde der aktive Rechnungsabgrenzungsposten dem monetären Umlaufvermögen zugerechnet.<br />

Das monetäre Umlaufvermögen setzt sich zusammen aus:<br />

• kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände<br />

• Wertpapiere des Umlaufvermögens<br />

• Kassenmittel, Bankguthaben<br />

• aktive Rechnungsabgrenzungsposten ohne Disagio.<br />

Verbindlichkeiten<br />

Verbindlichkeiten sind Leistungsverpflichtungen eines Unternehmens, die nach Handelsrecht<br />

stets zu ihrem Rückzahlungsbetrag zu bilanzieren sind.<br />

8


IV. Bilanz- und Leistungskennzahlen<br />

⇒ zur Vermögenssituation<br />

Teil A - Allgemeines<br />

Kennzahl Berechnung Bemerkungen<br />

Investitionen<br />

Investitionsdeckung<br />

Anlagenintensität<br />

Deckungsgrad A<br />

Deckungsgrad B<br />

⇒ zur Kapitalstruktur<br />

direkte Entnahme aus dem Jahresabschluss<br />

des Unternehmens<br />

Abschreibungen auf Anlagevermögen x 100 %<br />

Neuinvestitionen<br />

Anlagevermögen x 100%<br />

Bilanzsumme<br />

Eigenkapital x 100 %<br />

Anlagevermögen<br />

Eigenkapital + langfr. Fremdkapital x 100 %<br />

Anlagevermögen<br />

Zum Teil ist das Eigenkapital<br />

bereinigt um das Sonderverlustkonto<br />

oder die erfolgte Gewinnausschüttung.<br />

Des Weiteren wurden beim<br />

Eigenkapital die Ertragszuschüsse<br />

und der Sonderposten<br />

berücksichtigt.<br />

Zum Teil ist das Eigenkapital<br />

bereinigt um das Sonderverlustkonto<br />

oder die erfolgte Gewinnausschüttung.<br />

Des Weiteren wurden beim<br />

Eigenkapital die Ertragszuschüsse<br />

und der Sonderposten<br />

berücksichtigt.<br />

Kennzahl Berechnung Bemerkung<br />

Eigenkapitalquote<br />

Nettoverschuldung<br />

Eigenkapital x 100 %<br />

Gesamtkapital<br />

Verbindlichkeiten<br />

- Forderungen und sonstige<br />

Vermögensgegenstände<br />

- flüssige Mittel<br />

= Nettoverschuldung<br />

Zum Teil ist das Eigenkapital<br />

bereinigt um das Sonderverlustkonto<br />

oder die erfolgte Gewinnausschüttung.<br />

Des Weiteren wurden beim<br />

Eigenkapital die Ertragszuschüsse<br />

und der Sonderposten<br />

berücksichtigt.<br />

9


Teil A - Allgemeines<br />

⇒ zur Liquidität<br />

Kennzahl Berechnung Bemerkung<br />

Barliquidität<br />

(Liquiditätsgrad I)<br />

kurzfristige<br />

Liquidität<br />

(Liquiditätsgrad II)<br />

einfacher operativer<br />

cash-flow<br />

Innenfinanzierungsgrad <br />

Schuldentilgungsdauer<br />

⇒ zur Rentabilität<br />

flüssige Mittel x 100 %<br />

kurzfristiges Fremdkapital<br />

flüssige Mittel + Forderungen und sonst.<br />

Vermögensgegenstände x 100 %<br />

kurzfristiges Fremdkapital<br />

Jahresergebnis<br />

+ Abschreibungen<br />

= Brutto-cash-flow<br />

einfacher operativer cash-flow x 100 %<br />

Neuinvestitionen<br />

Verbindlichkeiten<br />

einfacher operativer cash-flow<br />

Das kurzfristige Fremdkapital<br />

beinhaltet auch die kurzfristigen<br />

Rückstellungen.<br />

Das kurzfristige Fremdkapital<br />

beinhaltet auch die kurzfristigen<br />

Rückstellungen.<br />

Kennzahl Berechnung Bemerkung<br />

Gesamtkapital-<br />

Rentabilität<br />

Personalintensität<br />

Jahresergebnis + Zinsaufwand x 100%<br />

Gesamtkapital<br />

Personalaufwand x 100%<br />

betriebsgewöhnliche Erträge<br />

10


Teil B - Beteiligungen und Eigenbetriebe<br />

Teil B – Beteiligungen und Eigenbetriebe<br />

I. Übersicht der Beteiligungen und Eigenbetriebe der Stadt <strong>Freiberg</strong> zum 31.12.<strong>2008</strong><br />

Unternehmens-<br />

bezeichnung<br />

<strong>Freiberg</strong>er Bäderbetriebsgesellschaft<br />

mbH<br />

Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong><br />

GmbH<br />

Rechtsform Unternehmensgegenstand Unternehmenszweck<br />

GmbH Betrieb von Bädern in der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

(§ 2 Gesellschaftsvertrag)<br />

Zweck der Gesellschaft ist die Bereitstellung<br />

eines Sport- und Erholungsangebotes für die<br />

Bevölkerung in Form eines sportlich orientierten<br />

Freizeitbades mit Schwimmhalle, Freibadbereich,<br />

Sauna und Gastronomie.<br />

GmbH Koordination, Durchführung und Umsetzung von Die Tätigkeit der Gesellschaft dient auf koope-<br />

Aktivitäten/Maßnahmen des Stadtmarketings, rativer Grundlage der Entwicklung <strong>Freiberg</strong>s mit<br />

insbesondere durch Umsetzung und ständige dem Ziel der Aufwertung der Stadt und ihrer<br />

Weiterentwicklung des Stadtmarketingkonzeptes Leistungen. Dies geschieht u. a. durch eine<br />

in Abstimmung mit allen Beteiligten, insbesondere engagierte Kommunikation und langfristige<br />

der Stadtverwaltung <strong>Freiberg</strong> als generellem Ver- Partnerschaft zwischen allen Partnern, die an<br />

antwortungsträger, insbesondere durch ständige der Gestaltung des Lebensraumes unserer<br />

Kontakte und Absprachen mit auf diesem Gebiet Stadt mitwirken sowie durch die gemeinsame<br />

arbeitenden Vereinen und Verbänden, halbjährlich Entwicklung und Umsetzung konkreter Projekte<br />

öffentliche Informationsveranstaltungen und Her- auf der Grundlage von partnerschaftlich erarbeiausgabe<br />

von Informationsmaterial; Entwicklung teten Konzeptionen.<br />

und Realisierung von marketingorientierten Aufgabenprogrammen<br />

und Einzelprojekten unter koordinierender<br />

Einbeziehung aller in diesen Punkten<br />

tätigen professionellen und ehrenamtlichen<br />

Institutionen der Stadt, insbesondere durch ständige<br />

Analyse der marketingrelevanten Daten, Produktentwicklung<br />

in Abstimmung mit einer entsprechenden<br />

Umsetzung, nachfragegerechtes Verhalten<br />

bei der Eventvorbereitung und -durchführung,<br />

fünfjährige Vorrausplanung mit dem Ziel der Erfassung<br />

regionalspezifischer Höhepunkte und<br />

deren Vermarktung, Koordination der Veranstaltungstätigkeit<br />

aller Genres, um ein durchgehend<br />

Stamm-/<br />

Grundkapital<br />

(T€)<br />

Anteil<br />

Stadt<br />

%<br />

25 100<br />

50 100<br />

11


Unternehmens-<br />

bezeichnung<br />

Rechtsform Unternehmensgegenstand Unternehmenszweck<br />

hohes Angebot zu erreichen, Zusammenarbeit mit<br />

angrenzenden Regionen und Nutzung der entsprechenden<br />

Ressourcen; Organisation und Ausbau<br />

des Tourismus in Zusammenarbeit mit den<br />

auf diesem Gebiet tätigen örtlichen Institutionen<br />

und Vereinen sowie Betreibung einer Tourismusstelle<br />

(Tourist-Information), insbesondere durch<br />

Nachweistätigkeit für Unterkünfte und Herausgabe<br />

von Gastgeberverzeichnissen, Vermittlungstätigkeit<br />

für Unterkünfte, Unterkunftsverkauf im eigenen<br />

Namen, Produktentwicklung und Verkauf<br />

(incoming Service, Pauschalen, Packages), Vermarktung<br />

an Wiederverkäufer, Merchandising,<br />

Ticketservice; Aufbau und Profilierung eines aktiven<br />

City-Managements unter Berücksichtigung<br />

nachfolgender Punkte: Analyse des bestehenden<br />

City-Managements unter Einbeziehung aller relevanter<br />

Personen, Vereine und Betriebe, Aufbau<br />

eines City-Management-Programms und Vorstellung<br />

desselben in der Öffentlichkeit, Erarbeitung<br />

der daraus resultierenden Handlungsschwerpunkte<br />

einschließlich der Erwirtschaftung notwendiger<br />

finanzieller Mittel, Umsetzung des verabschiedeten<br />

Managementprogramms, Kontrolle der Umsetzung,<br />

ständige Aktualisierung und Weiterentwicklung<br />

des City-Managements, Analyse der Auslastung<br />

der Übernachtungskapazität; eigenständige<br />

Betreibung und Bewirtschaftung von Flächen und<br />

Einrichtungen zum Zwecke des Stadtmarketings,<br />

Übernahme der ganzjährigen Bewirtschaftung des<br />

Obermarktes in <strong>Freiberg</strong> zur Durchführung der<br />

Märkte und Stadtfeste sowie von Eventveranstaltungen,<br />

ganzjährige Bewirtschaftung der Konzert-<br />

und Tagungshalle Nikolaikirche, insbesondere<br />

durch Gestaltung eigener Veranstaltungen sowie<br />

Teil B - Beteiligungen und Eigenbetriebe<br />

Stamm-/<br />

Grundkapital<br />

(T€)<br />

Anteil<br />

Stadt<br />

%<br />

12


Teil B - Beteiligungen und Eigenbetriebe<br />

Unternehmens-<br />

bezeichnung<br />

Seniorenheime <strong>Freiberg</strong><br />

gGmbH<br />

⇒ ServicegesellschaftSeniorenheime<br />

<strong>Freiberg</strong><br />

mbH<br />

Tochtergesellschaft<br />

Städtische Wohnungsgesellschaft<br />

<strong>Freiberg</strong>/Sa.<br />

mbH (SWG)<br />

Rechtsform Unternehmensgegenstand Unternehmenszweck<br />

Vermietung des Hauses, Bewirtschaftung des<br />

Messeplatzes als Parkplatz für eigene Veranstaltungen<br />

sowie zur Durchführung entsprechender<br />

Maßnahmen (Baumesse, Zirkus, Präsentationen),<br />

Bewirtschaftung der <strong>Freiberg</strong>-Information sowie<br />

weitere Informationsstellen innerhalb der Altstadt,<br />

Gestaltung von öffentlichen sportlichen und kulturellen<br />

Veranstaltungen mit hoher Publikumsresonanz<br />

sowie Bewirtschaftung der von der Stadt<br />

<strong>Freiberg</strong> übernommenen öffentl. Toiletten<br />

gGmbH Betätigung im Bereich der Altenhilfe durch Über- Die Gesellschaft verfolgt mit ihren Heimen den<br />

nahme und Betrieb von Einrichtungen und Heimen Zweck, stationäre und teilstationäre Pflege- und<br />

im Gebiet der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Betreuungsmöglichkeiten für alte und pflegebe-<br />

(§ 2 Gesellschaftsvertrag)<br />

dürftige Menschen im Einzugsgebiet der Stadt<br />

<strong>Freiberg</strong> anzubieten.<br />

GmbH Erbringung von Dienst- und Serviceleistungen Zweck der Gesellschaft ist die Erbringung von<br />

(Verpflegung, Hauswirtschaft, Liegenschaftsunter- Leistungen, die nicht zum Kerngeschäft der<br />

haltung, Hausmeisterdienste) im Wesentlichen für Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH gehören.<br />

die Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH<br />

Durch die umsatzsteuerliche Organschaft zwi-<br />

(§ 2 Gesellschaftsvertrag)<br />

schen Organträger und –tochter sowie die damit<br />

einhergehende Transparenz ist eine gezielte<br />

Einflussnahme des Organträgers möglich,<br />

um effektiv Einsparpotentiale zu erschließen.<br />

GmbH Errichtung, Betreuung, Bewirtschaftung und Ver- Zweck der Gesellschaft ist im Rahmen der<br />

waltung von Bauten in allen Rechts- und Nut- kommunalen Aufgabenstellung vorrangig eine<br />

zungsformen, Übernahme aller im Bereich der sozial verantwortbare Wohnungsversorgung für<br />

Wohnungswirtschaft, des Städtebaus und der breite Schichten der Bevölkerung sicherzustel-<br />

Infrastruktur anfallenden Aufgaben, Erwerb, Belaslen, die kommunale Siedlungspolitik und Maßtung<br />

und Veräußerung von Grundstücken sowie nahmen der Infrastruktur zu unterstützen und<br />

Ausgabe von Erbbaurechten, sie kann Anlagen städtebauliche Entwicklungs- und Sanierungs-<br />

und Bauten, soziale, wirtschaftliche und kulturelle maßnahmen durchzuführen.<br />

Einrichtungen sowie Dienstleistungen bereitstellen<br />

und für Dritte Bauten errichten, betreuen, bewirtschaften<br />

und verwalten (§ 2 Gesellschaftsvertrag)<br />

Stamm-/<br />

Grundkapital<br />

(T€)<br />

Anteil<br />

Stadt<br />

%<br />

26 75<br />

25 75<br />

16.080 51<br />

13


Unternehmens-<br />

bezeichnung<br />

⇒ Stadtbau <strong>Freiberg</strong><br />

GmbH<br />

Tochtergesellschaft<br />

⇒ BIL Leasing<br />

GmbH & Co Objekte<br />

<strong>Freiberg</strong> KG<br />

Tochtergesellschaft<br />

⇒ BVD <strong>Freiberg</strong><br />

GmbH<br />

Tochtergesellschaft<br />

Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG<br />

(SWF AG)<br />

⇒ <strong>Freiberg</strong>er Stromversorgung<br />

GmbH (FSG)<br />

Tochtergesellschaft<br />

Rechtsform Unternehmensgegenstand Unternehmenszweck<br />

Teil B - Beteiligungen und Eigenbetriebe<br />

GmbH Errichtung, Betreuung, Bewirtschaftung und Ver- Zweck der Gesellschaft ist hauptsächlich die<br />

waltung von Bauten in allen Rechts- und Nut- Sanierungsträgerschaft nach dem BauGB und<br />

zungsformen, darunter Eigenheime und Eigen- die Erschließungsträgerschaft für die Stadt<br />

tumswohnungen, Übernahme aller im Bereich der <strong>Freiberg</strong> sowie die Vermietung von zwei Park-<br />

Wohnungswirtschaft, des Städtebaus und der häusern.<br />

Infrastruktur anfallenden Aufgaben<br />

(§ 2 Gesellschaftsvertrag)<br />

GmbH &<br />

Co. KG<br />

Erwerb, Vermietung, Veräußerung, Verwertung Gründung des Sanierungsfonds mit dem<br />

und Verwaltung von Grundstücken, Gebäuden Zweck, durch steuerliche Möglichkeiten sowie<br />

und grundstücksgleichen Rechten samt Bestand- Hereinnahme von Kapitalanlegern Finanzieteilen<br />

sowie Errichtung, Sanierung und Verwaltung rungsvorteile gegenüber einer klassischen Dar-<br />

von Baulichkeiten aller Art in <strong>Freiberg</strong><br />

(§ 2 Gesellschaftsvertrag)<br />

lehensfinanzierung zu realisieren.<br />

GmbH Der Unternehmensgegenstand der Gesellschaft ist Übernahme der persönlichen Haftung für die<br />

die gesetzliche Vertretung und die Verwaltung der BVD Immobilien GmbH & Co. <strong>Freiberg</strong> KG /<br />

BVD Immobilien GmbH & Co. <strong>Freiberg</strong> KG (die Haftungsbegrenzung<br />

„Kommanditgesellschaft“) und die Beschäftigung<br />

mit anderen damit in Zusammenhang stehenden<br />

Angelegenheiten. Die Aufnahme einer anderen<br />

Geschäftstätigkeit ist ausgeschlossen.<br />

AG Versorgung der Bevölkerung mit Gas, Wasser, Die Gesellschaft sichert durch ihre Tochterun-<br />

Elektrizität und Wärme, die Entsorgung und die ternehmen die Versorgung mit Strom, Erdgas<br />

Durchführung des öffentlichen Personennahver- und Fernwärme im Gebiet der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

kehrs (§ 2 Satzung)<br />

ab.<br />

GmbH Errichten und Betreiben aller Einrichtungen zur Der Zweck der Gesellschaft ist der Bezug von<br />

Versorgung mit Elektrizität und alle damit zusam- Strom und Weiterverkauf an private und gemenhängende<br />

Geschäfte<br />

werbliche Kunden in der Stadt <strong>Freiberg</strong>.<br />

(§ 3 Gesellschaftsvertrag)<br />

Stamm-/<br />

Grundkapital<br />

(T€)<br />

Anteil<br />

Stadt<br />

%<br />

400 51<br />

Kommanditeinlage<br />

26<br />

94<br />

25 25,5<br />

5.500 51<br />

3.100 35,7<br />

14


Teil B - Beteiligungen und Eigenbetriebe<br />

Unternehmens-<br />

bezeichnung<br />

⇒ <strong>Freiberg</strong>er Erdgas<br />

GmbH (FEG)<br />

Tochtergesellschaft<br />

SAXONIA Standortentwicklungs-<br />

und<br />

-verwaltungsgesellschaft<br />

mbH<br />

⇒ Deutsches<br />

Brennstoffinstitut<br />

Vermögensverwaltungs-GmbHTochtergesellschaft<br />

Mittelsächsische Theater<br />

und Philharmonie gGmbH<br />

Gründer- und Innovationszentrum<br />

<strong>Freiberg</strong>/<br />

Brand-Erbisdorf GmbH<br />

(GIZeF)<br />

Rechtsform Unternehmensgegenstand Unternehmenszweck<br />

GmbH Bau und Betrieb von Versorgungsanlagen und die Die Gesellschaft bezieht Erdgas und verkauft<br />

Versorgung mit Gas und Wärme sowie alle damit es an private Haushalte und gewerbliche Kun-<br />

zusammenhängenden Geschäfte<br />

den im Versorgungsgebiet <strong>Freiberg</strong> weiter.<br />

(§ 3 Gesellschaftsvertrag)<br />

Zudem stellt die Gesellschaft eine wirtschaftlich-ökologische<br />

Fernwärmeversorgung für die<br />

großen Wohngebiete der Stadt bereit.<br />

GmbH Sanierung eigener und fremder Flächen, Verwal- Hauptzweck der Gesellschaft ist die Sanierung<br />

tung von Sachanlagen, Entwicklung und Verwer- von ehemaligen Bergbaustandorten, Flächentung<br />

von technischen Verfahren insbesondere auf recycling und Erschließung als neue Industrie-<br />

dem Gebiet der Altlastenbeseitigung<br />

standorte verbunden mit der Ansiedlung von<br />

(§ 2 Gesellschaftsvertrag)<br />

Gewerbe in der Region um <strong>Freiberg</strong>.<br />

GmbH Verwaltung von Sachanlagen, insbesondere die Mit dem Erwerb der Gesellschaft wurde eine<br />

Vermietung, Verpachtung, Verwertung, Vermark- Kooperation mit dem räumlich angrenzenden<br />

tung, Sanierung, Erschließung, Entwicklung und Gewerbegebiet „Schwarze Kiefern“ angestrebt.<br />

Betreiben eigener oder fremder Immobilien, Bezweckt werden Synergieeffekte für beide<br />

Standorte und Anlagen einschließlich der damit Institutionen im Rahmen der Wirtschaftsförde-<br />

zusammenhängenden Dienstleistungen, Finanz- rung.<br />

und Vermittlungsgeschäften. (§ 2 Abs. 1 Gesellschaftsvertrag)<br />

gGmbH Betrieb eines Theaters und Orchesters für den<br />

Kulturraum Mittelsachsen<br />

(§ 2 Gesellschaftsvertrag)<br />

Zweck der Gesellschaft ist die Versorgung der<br />

Bevölkerung mit anspruchsvollen Theateraufführungen,<br />

Konzerten und anderen kulturellen<br />

Veranstaltungen in den Spielstätten <strong>Freiberg</strong><br />

und Döbeln sowie im mittelsächsischen Kulturraum.<br />

GmbH Errichtung und Betrieb eines Gründer- und Innova- Durch Bereitstellung günstiger Rahmenbedintionszentrums<br />

mit dem Ziel, Unternehmensgrüngungen in den zur Vermietung bereitstehenden<br />

dungen und junge Unternehmen in interessanten Objekten und durch Beratungsleistungen sollen<br />

technologischen Bereichen zu fördern<br />

Existenzgründungen erleichtert, dadurch neue<br />

Arbeitsplätze - vorrangig in Unternehmen, die<br />

sich auf die Anwendung neuer Technologien<br />

orientieren - geschaffen und das wirtschaftliche<br />

Potential der Region gestärkt werden.<br />

Stamm-/<br />

Grundkapital<br />

(T€)<br />

Anteil<br />

Stadt<br />

%<br />

4.451 30,3<br />

250 50<br />

1.300 50<br />

46 33,3<br />

28 27,3<br />

15


Unternehmens-<br />

bezeichnung<br />

Gesellschaft für Strukturentwicklung<br />

und<br />

Qualifizierung mbH<br />

(GSQ)<br />

envia Mitteldeutsche<br />

Energie AG (enviaM)<br />

Rechtsform Unternehmensgegenstand Unternehmenszweck<br />

Teil B - Beteiligungen und Eigenbetriebe<br />

GmbH Gegenstand des Unternehmens sind die Organi- Mit Arbeitslosen sollen befristete Beschäftisation<br />

und Durchführung von Beschäftigungsprogungsverhältnisse (insbesondere Arbeitsbegrammen<br />

für Arbeitslose und die Schaffung von schaffungsmaßnahmen nach SGB III und Maß-<br />

Arbeitsplätzen auf dem 1. Arbeitsmarkt.<br />

nahmen zur Eingliederung in Arbeit nach SGB<br />

II) eingegangen und Maßnahmen aufgelegt<br />

werden, die die Aussichten von Arbeitslosen auf<br />

Integration in den Arbeitsmarkt verbessern. Im<br />

Rahmen von Projekten sowie der Akquisition<br />

von Auftraggebern wird ein Maßnahme- und<br />

Beschäftigungsverbund aufgebaut, der neue<br />

berufliche Perspektiven eröffnet. In eigener<br />

Regie und in Kooperation mit Bildungsträgern<br />

werden Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt.<br />

Es ist Ziel des Unternehmens, Dauerarbeitsplätze<br />

durch allgemeine Dienstleistungen,<br />

Entwicklung und Vertrieb von Erzeugnissen<br />

sowie durch Unterstützung bei Ausgründungen<br />

sowie durch spezielle Dienstleistungen im Gewerk<br />

Straßenbau zu schaffen.<br />

AG Gegenstand des Unternehmens ist<br />

enviaM ist als Multi-Utility-Anbieter mit den<br />

- jede Art der Beschaffung und der gewerbli- Kerngeschäften Wärme, Strom, Waschen<br />

Nutzung von Energie und Energieanlaser/Abwasser, Telekommunikation und energen,<br />

insbesondere der Versorgung mit elektrigienahe Dienstleistungen insbesondere in<br />

scher Energie, Gas und Wärme sowie von Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und in<br />

Wasser, insbesondere die Versorgung mit<br />

Wasser einschließlich das Sammeln, Fortleiten<br />

und Aufbereiten von Abwasser,<br />

Teilen von Thüringen tätig.<br />

- die Errichtung, Erwerb, Betrieb und die sonstige<br />

Nutzung von Beschaffungs- und Transportsystemen<br />

für Energie, Wasser und Abwasser,<br />

von Telekommunikationsanlagen sowie von<br />

sonstigen Transportsystemen,<br />

Stamm-/<br />

Grundkapital<br />

(T€)<br />

Anteil<br />

Stadt<br />

%<br />

30 10<br />

635.187 0,035<br />

16


Teil B - Beteiligungen und Eigenbetriebe<br />

Unternehmens-<br />

bezeichnung<br />

FREIBERGER ABWAS-<br />

SERBESEITIGUNG<br />

(FAB)<br />

Rechtsform Unternehmensgegenstand Unternehmenszweck<br />

- die Erbringung von Leistungen und Diensten<br />

auf den Gebieten der Energie- und Wasserversorgung,<br />

der Abwasserbeseitigung und der<br />

Telekommunikation.<br />

Eigenbetrieb Der Gegenstand des Eigenbetriebes ist die Abwasserbeseitigung<br />

(§ 1 Eigenbetriebssatzung).<br />

Der Hauptzweck des Eigenbetriebes besteht in<br />

der Beseitigung von Schmutz- und Regenwasser<br />

im Entsorgungsgebiet des Eigenbetriebes<br />

gemäß Präambel der AAS.<br />

Stamm-/<br />

Grundkapital<br />

(T€)<br />

Anteil<br />

Stadt<br />

%<br />

- 100<br />

17


Teil B – Beteiligungen und Eigenbetriebe<br />

II. Darstellung der Finanzbeziehungen zwischen der Stadt<br />

<strong>Freiberg</strong>, den Beteiligungen und dem Eigenbetrieb <strong>2008</strong><br />

Verlustabdeckungen<br />

Zuführungen<br />

Investitionszuschüsse<br />

Sonstige gewährte<br />

Vergünstigungen und<br />

Zuschüsse<br />

Erwerb von<br />

Beteiligungen und<br />

Kapitaleinlagen<br />

Rückflüsse<br />

Gewinnabführungen<br />

Bestand Darlehen zum<br />

31.12.<br />

Bestand Bürgschaften,<br />

Gewährleistungen zum<br />

31.12.<br />

unmittelbare Beteiligungen T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€<br />

<strong>Freiberg</strong>er Bäderbetriebsgesellschaft<br />

mbH<br />

1.463 5.926<br />

Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH 394 846<br />

Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH 223<br />

Städtische Wohnungsgesellschaft<br />

<strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH<br />

3.000<br />

Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG<br />

SAXONIA Standortentwicklungsund<br />

-verwaltungsgesellschaft mbH<br />

996 623<br />

Mittelsächsische Theater und<br />

Philharmonie gGmbH<br />

1.176 259<br />

Gründer- und Innovationszentrum<br />

<strong>Freiberg</strong>/Brand-Erbisdorf GmbH<br />

Gesellschaft für Strukturentwicklung<br />

und Qualifizierung mbH<br />

818<br />

envia Mitteldeutsche Energie AG 28<br />

Gesamt 3.033 0 1.328 0 1.024 3.623 6.744<br />

mittelbare Beteiligungen<br />

Servicegesellschaft Seniorenheime<br />

<strong>Freiberg</strong> mbH<br />

Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

Deutsches Brennstoffinstitut<br />

Vermögensverwaltungs-GmbH<br />

<strong>Freiberg</strong>er Stromversorgung GmbH<br />

<strong>Freiberg</strong>er Erdgas GmbH<br />

BVD <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

BIL Leasing GmbH & Co Objekte<br />

<strong>Freiberg</strong> KG<br />

Gesamt 0 0 0 0 0 0 0<br />

Eigenbetrieb<br />

FREIBERGER<br />

ABWASSERBESEITIGUNG<br />

18


Teil B – Beteiligungen und Eigenbetriebe<br />

III. Gesamtlagebericht<br />

Zum 31.12.<strong>2008</strong> war die Stadt <strong>Freiberg</strong> an zehn privatrechtlich organisierten Unternehmen<br />

mit rund 11.473 T€ am Grund- bzw. Stammkapital unmittelbar beteiligt. Davon waren zwei<br />

Unternehmen Eigengesellschaften. Von den zehn Kapitalgesellschaften werden sechs in der<br />

Rechtsform GmbH, zwei als gGmbH und zwei als AG geführt.<br />

Mittelbare Beteiligungen im Sinne der SächsGemO lagen zum 31.12.<strong>2008</strong> bei sieben privatrechtlich<br />

organisierten Unternehmen vor. Davon werden sechs Unternehmen in der Rechtsform<br />

GmbH betrieben. Am siebenten Unternehmen, einer Kommanditgesellschaft, hält die<br />

unmittelbare Beteiligungsgesellschaft eine Kommanditeinlage.<br />

Die Pflichtaufgabe der Abwasserbeseitigung übernahm auch <strong>2008</strong> ein rechtlich unselbständiger<br />

und wirtschaftlich als Sondervermögen geführter Eigenbetrieb der Stadt <strong>Freiberg</strong>.<br />

Das Beteiligungsportfolio der Stadt <strong>Freiberg</strong> hat sich somit im Jahr <strong>2008</strong> nicht verändert. Die<br />

bereits im Jahr 2007 gegründete Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH nahm im Berichtsjahr vollständig<br />

ihren Geschäftsbetrieb auf.<br />

Die Stadt <strong>Freiberg</strong> deckt somit mit ihren städtischen Unternehmen ein breites Spektrum der<br />

öffentlichen Daseinsvorsorge ab.<br />

Sektor städtische Tochterunternehmen und<br />

Eigenbetrieb<br />

Wohnungsbau- und Verwaltung - Städtische Wohnungsgesellschaft<br />

<strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH<br />

Ver- und Entsorgung - Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG<br />

Wirtschaftsförderung und<br />

Stadtentwicklung<br />

- envia Mitteldeutsche Energie AG<br />

- Eigenbetrieb <strong>Freiberg</strong>er Abwasserbeseitigung<br />

- Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

- SAXONIA Standortentwicklungs- und<br />

-verwaltungsgesellschaft mbH<br />

- Gründer- und Innovationszentrum<br />

<strong>Freiberg</strong>/Brand-Erbisdorf GmbH<br />

Soziales und Bildung - Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH<br />

- Gesellschaft für Strukturentwicklung<br />

und Qualifizierung <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

Kultur und Sport - <strong>Freiberg</strong>er Bäderbetriebsgesellschaft mbH<br />

- Mittelsächsische Theater und Philharmonie<br />

gGmbH<br />

19


Teil B - Beteiligungen und Eigenbetrieb<br />

Die folgenden Übersichten zu verschiedenen Unternehmenskennzahlen dokumentieren zusammenfassend<br />

und überschaubar die Lage der städtischen Tochterunternehmen und<br />

zugleich auch die wachsende Bedeutung der städtischen Unternehmen in der Gesamtbetrachtung<br />

der Stadt <strong>Freiberg</strong>:<br />

In den städtischen Tochterunternehmen und dem Eigenbetrieb war zum 31.12.<strong>2008</strong> ein wirtschaftliches<br />

Eigenkapital von 177 Mio. € gebunden. Die Verbindlichkeiten beliefen sich zum<br />

selben Zeitpunkt auf 124 Mio. € und waren damit um ca. 5,7 Mio. € geringer als zum Vorjahreszeitpunkt.<br />

Die Entschuldung wurde im Wesentlichen bei der Städtischen Wohnungsgesellschaft<br />

<strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH vorangetrieben.<br />

Die Gesamterträge der städtischen Tochterunternehmen und des Eigenbetriebes beliefen<br />

sich im Jahr <strong>2008</strong> auf 70,5 Mio. € und fielen somit um ca. 5 Mio. € höher aus als in 2007.<br />

Hingegen fielen die Investitionen aller städtischen Töchter und des Eigenbetriebes mit rund<br />

7 Mio. € um ca. 3 Mio. € geringer aus als im Vorjahr. Der wesentlichste Teil der Investitionen<br />

wird durch den Eigenbetrieb <strong>Freiberg</strong>er Abwasserbeseitigung erbracht.<br />

Die städtischen Unternehmen stellen mit ihren ca. 1.500 Beschäftigten einen wesentlichen<br />

Teil der hiesigen Arbeitsplätze.<br />

Bilanzkennzahlen<br />

Eigengesellschaften<br />

<strong>Freiberg</strong>er Bäderbetriebsgesellschaft mbH<br />

(FBB GmbH)<br />

Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH (STAMA)<br />

unmittelbare Beteiligungen<br />

2007 <strong>2008</strong> 2007 <strong>2008</strong><br />

4.484 4.406 6.840 6.325<br />

50 38 0 306<br />

Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH<br />

Städtische Wohnungsgesellschaft<br />

13.873 13.871 4.151 2.899<br />

<strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH (SWG)<br />

64.281 59.147 103.976 99.369<br />

Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG (SWF AG)<br />

SAXONIA Standortentwicklungs- und -<br />

16.321 16.532 2.173 4.050<br />

verwaltungsgesellschaft mbH<br />

Mittelsächsische Theater und Philharmonie<br />

11.120 11.173 132 104<br />

gGmbH<br />

Gründer- und Innovationszentrum<br />

796 931 238 242<br />

<strong>Freiberg</strong>/Brand-Erbisdorf GmbH (GIZeF)<br />

GSQ Gesellschaft für Strukturentwicklung und<br />

1 38 2.131 1.902<br />

Qualifizierung <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

944 1.078 228 281<br />

Eigenbetriebe<br />

<strong>Freiberg</strong>er Abwasserbeseitigung (FAB)<br />

* inkl. Sonderposten und Ertragszuschüsse<br />

** ohne Rückstellungen<br />

Eigenkapital* in T€ Verbindlichkeiten** in T€<br />

67.864 70.083 9.993 8.700<br />

20


Teil B – Beteiligungen und Eigenbetriebe<br />

Gewinn- und Verlustrechnung<br />

Eigengesellschaften<br />

g<br />

Bäderbetriebsgesellschaft mbH<br />

(FBB GmbH)<br />

Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

(STAMA)<br />

unmittelbare Beteiligungen<br />

2007 <strong>2008</strong> 2007 <strong>2008</strong> 2007 <strong>2008</strong><br />

2.134 2.254 920 973 -3 -1.541<br />

1 1.204 1 955 0 -248<br />

Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH<br />

Städtische Wohnungsgesellschaft<br />

9.768 10.252 10.132 10.318 240 123<br />

<strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH (SWG)<br />

23.196 30.150 25.031 29.784 -3.044 -4.660<br />

Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG (SWF AG)<br />

SAXONIA Standortentwicklungs-<br />

3.144 3.181 3.825 4.000 2.682 2.686<br />

und -verwaltungsgesellschaft mbH<br />

Mittelsächsische Theater und<br />

2.703 2.364 2.940 2.099 480 53<br />

Philharmonie gGmbH<br />

Gründer- und Innovationszentrum<br />

<strong>Freiberg</strong>/Brand-Erbisdorf GmbH<br />

9.454 9.567 6.872 7.160 -95 141<br />

(GIZeF)<br />

GSQ Gesellschaft für<br />

Strukturentwicklung und<br />

1.885 1.476 2.425 1.599 439 37<br />

Qualifizierung <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

3.594 3.916 3.777 4.086 121 134<br />

Eigenbetriebe<br />

<strong>Freiberg</strong>er Abwasserbeseitigung<br />

(FAB)<br />

Aufwand in T€ Erträge in T€<br />

Jahresergebnis<br />

7.864 7.565 9.762 9.505 1.827 1.896<br />

21


Investititionen<br />

Eigengesellschaften<br />

<strong>Freiberg</strong>er Bäderbetriebsgesellschaft mbH<br />

(FBB GmbH)<br />

Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH (STAMA)<br />

unmittelbare Beteiligungen<br />

Teil B - Beteiligungen und Eigenbetrieb<br />

2007 <strong>2008</strong><br />

13,0 30,0<br />

0,0 45,0<br />

Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH<br />

Städtische Wohnungsgesellschaft<br />

308,0 253,0<br />

<strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH (SWG)<br />

538,1 754,6<br />

Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG (SWF AG)<br />

SAXONIA Standortentwicklungs- und -<br />

220,0 123,0<br />

verwaltungsgesellschaft mbH<br />

Mittelsächsische Theater und Philharmonie<br />

3.559,0 410,0<br />

gGmbH<br />

Gründer- und Innovationszentrum<br />

652,4 728,6<br />

<strong>Freiberg</strong>/Brand-Erbisdorf GmbH (GIZeF)<br />

GSQ Gesellschaft für Strukturentwicklung und<br />

45,0 15,0<br />

Qualifizierung <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

146,6 124,5<br />

Eigenbetriebe<br />

<strong>Freiberg</strong>er Abwasserbeseitigung (FAB)<br />

5.114,2 4.942,8<br />

22


IV. Einzeldarstellung der unmittelbaren Beteiligungen<br />

1. <strong>Freiberg</strong>er Bäderbetriebsgesellschaft mbH (FBB GmbH)<br />

Adresse Johann-Sebastian-Bach-Straße 1A, 09599 <strong>Freiberg</strong><br />

Telefon / Fax (0 37 31) 200-20 / 20 02-29<br />

Ansprechpartner Frau Clausnitzer<br />

E-Mail info@jo-bad.de<br />

Internet http://www.jo-bad.de<br />

Gründung Gesellschaftsvertrag vom 22.09.2000<br />

Handelsregister 31.01.2001<br />

Amtsgericht Chemnitz, HRB 18541<br />

Gesellschaftsvertrag gültig in der Neufassung vom 17.10.2006<br />

Rechtsform GmbH<br />

Stammkapital 25.000,00 €<br />

Gesellschafter Stadt <strong>Freiberg</strong> 100%<br />

Aufsichtsrat<br />

Vorsitzender: Herr Volker Meutzner<br />

Stadtrat der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Stellvertreter: Herr Dr. Bernd Johnigk<br />

Stadtrat der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Mitglieder: Herr Holger Reuter<br />

Dezernent für Stadtentwicklung der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Frau Anette Licht<br />

Stadträtin der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Herr Bernd Lehmann<br />

Stadtrat der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Herr Dr. Klaus Stürzebecher<br />

Stadtrat der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Herr Horst Gottschalk<br />

Stadtrat der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Geschäftsführung Frau Dipl.-Ing. oec. Ulrike Tzscharschuch (01.01.-31.08.<strong>2008</strong>)<br />

Herr Sylvio Dienel (01.09.-31.12.<strong>2008</strong>)<br />

Mitarbeiter Im Jahresdurchschnitt waren 29 Arbeitnehmer fest angestellt.<br />

Zusätzlich wurden im Freibad 34 Saisonkräfte beschäftigt.<br />

Abschlussprüfer Moog & Partner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Darmstadt<br />

Herr Dr. Hans-Peter Hüttl, vereidigter Buchprüfer<br />

Herr Dr. Rüdiger Moog, Wirtschaftsprüfer<br />

23


Bilanz<br />

<strong>Freiberg</strong>er Bäderbetriebsgesellschaft mbH (FBB GmbH)<br />

31.12.2006 31.12.2007 31.12.<strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

Aktiva T€ % T€ % T€ % T€ %<br />

Anlagevermögen 11.085 93,0 10.467 91,3 9.872 90,8 -595 -5,7<br />

Immaterielle Vermögensgegenstände<br />

0 0 0<br />

Sachanlagen 11.085 10.467 9.872<br />

Umlaufvermögen 821 6,9 980 8,5 977 9,0 -3 -0,3<br />

Vorräte 7 9 8<br />

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände<br />

146 90 113<br />

Kassenbestände, Guthaben bei<br />

Kreditinstituten 668 881 856<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 18 0,2 17 0,1 18 0,2 1 5,9<br />

Bilanzsumme 11.924 100 11.464 100 10.867 100 -597 -5,2<br />

Passiva<br />

Eigenkapital 4.312 36,2 4.484 39,1 4.406 40,5 -78 -1,7<br />

Gezeichnetes Kapital 25 25 25<br />

Kapitalrücklagen 6.022 4.462 5.922<br />

Verlustvortrag -1.583 0 0<br />

Jahresfehlbetrag -152 -3 -1.541<br />

Rückstellungen 161 1,4 139 1,2 135 1,2 -4 -2,9<br />

Langfristige Rückstellungen 0 0 0<br />

Kurzfristige Rückstellungen 161 139 135<br />

Verbindlichkeiten 7.449 62,5 6.840 59,7 6.325 58,2 -515 -7,5<br />

Langfristige Verbindlichkeiten 4.529 4.064 3.598<br />

Mittelfristige Verbindlichkeiten 1.862 1.862 1.862<br />

Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.058 914 865<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 2 0,0 1 0,0 1 0,0 0 -30,0<br />

Bilanzsumme 11.924 100 11.464 100 10.867 100 -597 -5,2<br />

24


<strong>Freiberg</strong>er Bäderbetriebsgesellschaft mbH (FBB GmbH)<br />

Gewinn- und Verlustrechnung<br />

2006 2007 <strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

T€ T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 902 897 957 60 6,7<br />

sonstige betriebliche Erträge 73 23 16 -7 -30,4<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 975 920 973 53 5,8<br />

Materialaufwand 467 457 573 116 25,4<br />

Personalaufwand 803 827 783 -44 -5,3<br />

Abschreibungen 654 631 619 -12 -1,9<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 353 219 279 60 27,4<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 2.277 2.134 2.254 120 5,6<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 11 28 35 7 25,0<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 419 317 295 -22 -6,9<br />

Finanzergebnis -408 -289 -260 29 -10,0<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -1.710 -1.503 -1.541 -38 2,5<br />

außerordentliche Erträge 58 0 0 0 -<br />

außerordentliche Aufwendungen 0 0 0 0 -<br />

außerordentliches Ergebnis 58 0 0 0 -<br />

sonstige Steuern 0 0 0 0 -<br />

Erträge aus Verlustausgleich 1.500 1.500 0<br />

Jahresergebnis * -152 -3 -1.541<br />

Nachrichtlich<br />

Verwendung des Jahresergebnisses<br />

Entnahme aus der Kapitalrücklage 1.541<br />

Vortrag auf neue Rechnung -152 -3 0<br />

* Die Zahlungen des Gesellschafters wurden in den Jahren 2006 und 2007 ertragswirksam ausgewiesen. Mit Abschluss der<br />

Betriebsprüfung durch das Finanzamt <strong>2008</strong> sind die Zahlungen des Gesellschafters nunmehr als sonstige Zuzahlungen in das<br />

Eigenkapital zu behandeln. Der Verlust <strong>2008</strong> (1.541 T€) wird durch Entnahme aus der Kapitalrücklage ausgeglichen; seitens<br />

des Gesellschafters wurden als Verlustausgleich für <strong>2008</strong> 1.463,6 T€ in die Kapitalrücklage eingezahlt.<br />

Personalentwicklung (Jahresdurchschnittswerte)<br />

Ist Ist Plan Ist<br />

2006 2007 <strong>2008</strong> <strong>2008</strong><br />

Anzahl der Vollbeschäftigten 17 17 17 17<br />

Anzahl der Teilzeitbeschäftigten 13 13 13 13<br />

Auszubildende keine Angabe 2 0 2<br />

Anzahl geringfügig Beschäftigte 41 34 keine Angabe 34<br />

Beschäftigtenzahl<br />

(ohne Auszubildende)<br />

Vollzeitäquivalent<br />

(ohne Auszubildende)<br />

29 29 30 30<br />

31,59 30,78 26 32,5<br />

* die geringfügig Beschäftigten sind in der Beschäftigtenzahl im Jahresdurchschnitt nicht enthalten<br />

25


Plan-Ist-Vergleich<br />

<strong>Freiberg</strong>er Bäderbetriebsgesellschaft mbH (FBB GmbH)<br />

Plan <strong>2008</strong> Ist <strong>2008</strong><br />

Abweichung zum<br />

Planansatz<br />

T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 889 957 68 7,7<br />

sonstige betriebliche Erträge 3 16 13 416,1<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 892 973 81 9,1<br />

Materialaufwand 493 573 80 16,2<br />

Personalaufwand 836 783 -53 -6,3<br />

Abschreibungen 618 619 1 0,2<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 229 279 50 21,8<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 2.176 2.254 78 3,6<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0 35 35 -<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 289 295 6 1,9<br />

Finanzergebnis -289 -260 29 -10,2<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit<br />

-1.573 -1.541 32 -2,1<br />

außerordentliche Erträge 0 0 0 -<br />

außerordentliche Aufwendungen 0 0 0 -<br />

außerordentliches Ergebnis 0 0 0 -<br />

sonstige Steuern 0 0 0 -<br />

Erträge aus Verlustausgleich 0 0 0 -<br />

Jahresergebnis -1.573 -1.541 32 -2,1<br />

Nachrichtlich<br />

Verwendung des Jahresergebnisses 0 0<br />

Entnahme aus der Kapitalrücklage 1.500 1.541 1.541<br />

Vortrag auf neue Rechnung -73 0 1.541<br />

26


<strong>Freiberg</strong>er Bäderbetriebsgesellschaft mbH (FBB GmbH)<br />

Leistungsdaten<br />

Besucherstatistik Johannisbad <strong>2008</strong><br />

Monat Besucher Freibad Hallenbad Sauna Vereine Schulen<br />

<strong>2008</strong> Erwachsene Ermäßigte gesamt Erwachsene Ermäßigte gesamt Erwachsene Ermäßigte gesamt<br />

Januar 23.985 0 0 0 6.573 4.701 11.274 4.195 589 4.784 3.502 4.425<br />

Februar 22.172 0 0 0 7.190 6.617 13.807 3.626 573 4.199 2.072 2.094<br />

März 23.059 0 0 0 6.867 6.034 12.901 3.893 706 4.599 2.507 3.052<br />

April 22.479 0 0 0 6.043 4.462 10.505 3.287 427 3.714 3.770 4.490<br />

Mai 20.081 763 1.979 2.742 4.472 4.311 8.783 1.682 249 1.931 3.116 3.509<br />

Juni 20.050 1.982 2.971 4.953 3.290 2.855 6.145 1.212 193 1.405 3.066 4.481<br />

Juli 15.555 2.696 4.086 6.782 2.500 2.679 5.179 611 96 707 1.128 1.759<br />

August 16.946 1.292 1.768 3.060 5.072 5.170 10.242 1.426 257 1.683 1.152 809<br />

September 17.585 270 101 371 4.434 3.406 7.840 2.303 374 2.677 2.921 3.776<br />

Oktober 21.590 0 0 0 6.438 6.507 12.945 3.267 517 3.784 2.559 2.302<br />

November 20.609 0 0 0 5.396 4.393 9.789 3.705 533 4.238 3.346 3.236<br />

Dezember 18.134 0 0 0 5.064 4.140 9.204 3.606 527 4.133 2.370 2.427<br />

Summe 242.245 7.003 10.905 17.908 63.339 55.275 118.614 32.813 5.041 37.854 31.509 36.360<br />

Besucherstatistik Waldbad <strong>2008</strong><br />

Monat Besucher<br />

<strong>2008</strong><br />

Erwachsene Ermäßigte<br />

Januar 0 0 0<br />

Februar 0 0 0<br />

März 0 0 0<br />

April 0 0 0<br />

Mai 2.373 795 1.578<br />

Juni 5.401 1.687 3.714<br />

Juli 9.021 4.211 4.810<br />

August 3.385 1.391 1.994<br />

September 721 239 482<br />

Oktober 0 0 0<br />

November 0 0 0<br />

Dezember 0 0 0<br />

Summe 20.901 8.323 12.578<br />

27


Bilanz- und Leistungskennzahlen<br />

<strong>Freiberg</strong>er Bäderbetriebsgesellschaft mbH (FBB GmbH)<br />

Kennzahl Ist 2006 Ist 2007 Ist <strong>2008</strong><br />

Vermögenssituation<br />

Investitionen (T€) 10,0 13,0 30,0<br />

Investitionsdeckung (%) 6.540,0 4.853,8 2.063,3<br />

Anlagenintensität (%) 93,0 91,3 90,8<br />

Deckungsgrad A (%) 38,9 42,8 44,6<br />

Deckungsgrad B (%) 79,8 81,7 81,1<br />

Kapitalstruktur<br />

Eigenkapitalquote (%) 36,2 39,1 40,5<br />

Nettoverschuldung (T€) 6.635,0 5.869,0 5.356,0<br />

Liquidität<br />

Barliquidität - Liquiditätsgrad I (%) 54,8 83,7 85,6<br />

kurzfristige Liqudität - Liquiditätsgrad II (%) 66,8 92,2 96,9<br />

einfacher operativer cash-flow (T€) 1)<br />

Innenfinanzierungsgrad (%) 1)<br />

Schuldentilgungsdauer (Jahre) 1)<br />

Sonstiges<br />

Gesamtkapitalrentabilität (%) 1)<br />

502 628 619<br />

5.020,0 4.830,8 2.063,3<br />

14,8 10,9 10,2<br />

2,2 2,7 2,7<br />

Personalaufwand je VZÄ (T€) 25 27 24<br />

1) nach städtischem Verlustausgleich<br />

Beurteilung der Daten durch das Beteiligungsmanagement<br />

Die Vermögenssituation war auch im sechsten Jahr nach Eröffnung des Johannisbades von<br />

geringer Investitionstätigkeit (30 T€) geprägt. Der wesentliche Anteil davon entfiel auf die<br />

Attraktivitätssteigerung des Saunabereiches. Nach wie vor ist das Unternehmen naturgemäß<br />

von hoher Anlageintensität geprägt. Die Anlagendeckung durch langfristiges Kapital zeigt<br />

gegenüber dem Vorjahr keine nennenswerten Änderungen. Mit 81,1 % ist für das Anlagevermögen<br />

keine vollständige Deckung durch langfristiges Kapital gegeben.<br />

Die planmäßige Tilgung der Kreditverbindlichkeiten wirkte sich positiv auf die Kapitalstruktur<br />

des Unternehmens aus. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich geringfügig von 39,1 % auf 40,5<br />

%. Ebenso verringerte sich die Nettoverschuldung gegenüber dem Vorjahr um<br />

ca. 500 T€.<br />

Die leicht positive Entwicklung der Liquiditätskennzahlen hat sich <strong>2008</strong> fortgesetzt. So erhöhte<br />

sich sowohl die Barliquidität als auch die kurzfristige (einzugsbedingte) Liquidität leicht.<br />

Dem entsprechend konnte die Gesellschaft ihren finanziellen Verpflichtungen jederzeit termingerecht<br />

nachkommen. Die Zahlungsfähigkeit ist allerdings von den regelmäßigen monatlichen<br />

Zuschusszahlungen des Gesellschafters abhängig. Als dauerhaft defizitär wirtschaftendes<br />

Unternehmen bleibt die FBB GmbH auch weiterhin auf die Zuschüsse des Gesellschafters<br />

angewiesen.<br />

Der vereinfachte operative cash-flow, der die Innenfinanzierungskraft aus dem operativen<br />

Geschäft abbildet, verharrt mit 619 T€ nahezu auf dem Vorjahresniveau. Hier ist allerdings<br />

zu beachten, dass darin bereits die städtischen Zuschusszahlungen enthalten sind. Da die<br />

Gesellschaft nahezu keine Investitionen tätigte, ist der Innenfinanzierungsgrad weiterhin sehr<br />

hoch. Würde die <strong>Freiberg</strong>er Bäderbetriebsgesellschaft mbH den cash-flow-Trend fortsetzen,<br />

28


<strong>Freiberg</strong>er Bäderbetriebsgesellschaft mbH (FBB GmbH)<br />

wäre sie in der Lage ihren derzeitigen Schuldenstand in ca. 10 Jahren daraus vollständig<br />

abzubauen.<br />

Die Ertragslage war beeinflusst von steigenden Umsatzerlösen (+60,0 T€), die auf einen<br />

Besucherzuwachs zurückzuführen sind. Allerdings wurde der Anstieg der betrieblichen Leistung<br />

durch entsprechende Kostensteigerungen nahezu kompensiert. Deutliche Mehraufwendungen<br />

entstanden durch höhere Energiepreise sowie gestiegene Reparatur-<br />

/Instandhaltungs- bzw. Umbaukosten, welche auch durch sinkende Personalkosten und Abschreibungen<br />

nicht aufgefangen werden konnten. Trotz eines verbesserten Finanzergebnisses<br />

fiel das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in <strong>2008</strong> um ca. 38 T€ schlechter<br />

aus als im Vorjahr. Da die angesprochenen Kostensteigerungen aber im Rahmen der Wirtschaftsplanung<br />

<strong>2008</strong> antizipiert wurden, fiel das Rechenergebnis <strong>2008</strong> um ca. 32 T€ besser<br />

aus als geplant.<br />

Wesentliche Sachverhalte aus dem Lagebericht der Geschäftsführung<br />

Das Jahr <strong>2008</strong> war das bis dato umsatzstärkste Betriebsjahr seit Aufnahme der Betriebstätigkeit<br />

der FBB GmbH. Somit erfolgte eine weiterführende Stabilisierung der wirtschaftlichen<br />

Lage. Basis der gestiegenen Umsatzerlöse ist eine wiederum gestiegene Besucherzahl. In<br />

Summe haben 242.245 Badegäste lt. Besucherstatistik das Johannisbad besucht. Dies entspricht<br />

einer Steigerung um 2,9% gegenüber dem Vorjahr. Der Monat April <strong>2008</strong> sticht hierbei<br />

mit einer Erhöhung der Besucherzahlen in besonderem Maße hervor. 5.470 Gäste mehr<br />

konnten im betreffenden Monat verzeichnet werden. Allerdings war maßgeblich die Wettersituation<br />

an dieser Entwicklung beteiligt. So lag der Monat April z.B. in der Durchschnittstemperatur<br />

ca. 4,5°C unter dem Temperaturdurchschnitt des Jahres 2007.<br />

Die Freibadsaison <strong>2008</strong> war wieder durch einen mäßigen Sommer, welcher ähnliche Temperaturdurchschnittswerte<br />

wie der des Jahres 2007 aufwies, bestimmt. Es konnte nicht an Besucherzahlen<br />

vergangener Jahre angeknüpft werden. Immerhin ist trotzdem ein Zuwachs in<br />

Höhe von 1.480 Freibadbesuchern gegenüber 2007 zu verzeichnen gewesen.<br />

An 127 Tagen war das Waldbad geöffnet, wobei gerade einmal an 30 Tagen, verteilt über<br />

die gesamte Badesaison, Temperaturen über 25°C gemessen wurden. 3.250 Badegäste<br />

mehr fanden trotz alledem den Weg in das Waldbad. Unterhalts- und Pflegearbeiten an den<br />

Gebäuden und am Grundstück verursachten wiederum hohe Aufwendungen mit entsprechendem<br />

Personaleinsatz.<br />

Entwicklung der Besucherzahlen 2005 bis <strong>2008</strong><br />

Jahr<br />

Tagesbesucher<br />

Vereine Schulen<br />

Johannisbad Waldbad<br />

Schwimmhalle<br />

Freibad Sauna<br />

Tagesbesucher<br />

2005 214.303 23.578 27.917 103.023 20.199 39.586 18.143<br />

2006 228.867 29.680 33.208 105.179 25.122 35.678 27.281<br />

2007 235.228 29.827 38.022 113.697 16.428 37.254 17.651<br />

<strong>2008</strong> 242.245 31.509 36.360 118.614 17.908 37.854 20.901<br />

Vergleich<br />

2007/<strong>2008</strong> +7.017 +1.682 -1.662 +4.917 +1.480 +600 +3.250<br />

Umsatzentwicklung<br />

Der Gesamtumsatz für das Jahr <strong>2008</strong> in Höhe von 956.625 € wurde gegenüber dem Vorjahr<br />

um ca. 6,7% gesteigert. Der erzielte Gesamtumsatz in <strong>2008</strong> ist damit der Höchste seit Beginn<br />

der Aufnahme der Betriebstätigkeit der FBB GmbH. Im Jahr 2006 wurde erstmalig die<br />

Grenze von 900.000 € Umsatzerlösen überschritten.<br />

29


<strong>Freiberg</strong>er Bäderbetriebsgesellschaft mbH (FBB GmbH)<br />

In Gesamtheit ist eine weiterhin positive Entwicklung in den Gastronomieumsätzen mit einer<br />

Steigerung um ca.14,8% festzustellen. Einzelbereiche, z.B. Saunabar mit +24,5%, tragen<br />

hier wesentlich bei. Auch der Verkauf von Produkten in Getränke-, Eis- und Snackautomaten<br />

hat sich wesentlich erhöht.<br />

Das Ziel, durch Erweiterungen in Kursangeboten, Mehreinnahmen zu erzielen, konnte umgesetzt<br />

werden. Die Mehreinnahmen betragen 1.960 €.<br />

Wareneinkauf<br />

Knapp 60% der Einnahmen wurde für Wareneinkäufe ausgegeben. Gestiegene Preise für<br />

die Beschaffung von Reinigungsmitteln, stark steigende Energiebezugskosten für Fernwärme<br />

und Elektroenergie tragen im besonderen Maße zur Erhöhung um 24,7% in dieser Kostengruppe<br />

bei. Der prozentuale Anteil für finanzielle Ausgaben im Bereich Anschlussmedien,<br />

wie Wasser, Elektroenergie und Fernwärme, ist mit 82,5% an den Gesamtausgaben in der<br />

Sparte Wareneinkäufe festzustellen. Erhöhungen im Verbrauch der Medien sind auf gestiegene<br />

Besucherzahlen zurückzuführen.<br />

Personalkosten<br />

In der FBB GmbH sind gemäß Stellenplan 29 Personen (25 VZÄ) beschäftigt und hauptsächlich<br />

in den Bereichen Badeaufsicht/Badewart, Sauna und Kasse eingesetzt. Seit 2005 bildeten<br />

wir einen Umschüler aus. Durch Kündigung einer Mitarbeiterin aus persönlichen Gründen<br />

wurde dieser übernommen und im Saunabereich eingesetzt. Die Ausbildung der Fachangestellten<br />

für Bäderbetriebe wurde in den Bereichen Bädertechnik, Rettungslehre und Sportausbildung<br />

(speziell Sprungausbildung) intensiviert, um sie entsprechend gut auf die nahenden<br />

Abschlussprüfungen vorbereiten zu können. Im Dezember <strong>2008</strong> schloss der Praktikant<br />

seine Praktikantentätigkeit in der Wasseraufsicht mit dem Erlangen des Berufsabschlusses<br />

„Fachangestellter für Bäderbetriebe“ ab. Kostenträger für diese Maßnahme war die Deutsche<br />

Rentenversicherung. Erfreulich zeigt sich die Darstellung bei den Personalkosten. Hier konnte<br />

eine Einsparung in Höhe von 5,3% erzielt werden. Bedingt durch den Einsatz von Umschüler<br />

und Praktikant konnte somit auf zusätzliche Wasseraufsichtskräfte, in Form von<br />

Pauschalkräften, verzichtet werden, was sich in den günstigeren Kostenaufwendungen zum<br />

Vorjahr widerspiegelt.<br />

Investitionstätigkeit<br />

Die Investitionstätigkeit <strong>2008</strong> belief sich auf eine Gesamtausgabe in Höhe von 30,6 T€. Der<br />

wesentliche Anteil mit 15,1 T€ entfällt auf die Attraktivitätssteigerung des Saunabereiches.<br />

Die Anschaffungskosten für den Server der Gebäudeleittechnik beliefen sich auf 10,7 T€.<br />

Weiterhin wurden für Optimierungen von Arbeitsabläufen Kleingeräte wie z.B. Hubwagen<br />

oder Hochdruckreiniger angeschafft.<br />

Risiken und Prognosen<br />

Die unverändert anspruchsvollen Rahmenbedingungen und Ziele erfordern auch im neuen<br />

Geschäftsjahr volle Aufmerksamkeit und weiterhin konsequentes Handeln. Da der Betrieb<br />

des Johannis- und Waldbades dauerhaft defizitär sein wird und nur durch zugesagte städtische<br />

Zuschüsse aufrechterhalten werden kann, gilt es, die Betriebskosten durch Kostenoptimierung<br />

und -kontrolle weiterhin gering zu halten. Um auch zukünftig auf mögliche Risiken<br />

im Rahmen der Geschäftstätigkeit angemessen reagieren zu können, betreibt die Bädergesellschaft<br />

ein aktives Risikomanagement.<br />

Für das Geschäftsjahr 2009 wird eine Fortsetzung der positiven Geschäftsentwicklung und<br />

damit verbunden eine Fortführung der erfolgreichen Anstrengungen angestrebt. Die FBB<br />

GmbH wird sich auf Veränderungen unter besonderer Berücksichtigung der lokalen, wirtschaftlichen<br />

Entwicklung einstellen müssen, um die Herausforderungen des Marktes zukunftsorientiert<br />

bewältigen zu können. Trends wie Gesundheit, Prävention und Wellness stehen<br />

noch oben an in der aktiven Freizeitgestaltung.<br />

30


<strong>Freiberg</strong>er Bäderbetriebsgesellschaft mbH (FBB GmbH)<br />

Die FBB GmbH muss weiter zukunftsorientiert nach einer dauerhaften Lösung zur Verbesserung<br />

des Schwimm- und Nutzungsangebotes für den öffentlichen Besucherverkehr suchen,<br />

um gleichzeitig auch der sehr guten Vereins- und Kursarbeit genügend Raum für Training<br />

und Bewegung bereitstellen zu können. Weitergehend ist die Erstellung eines Konzeptes für<br />

den schrittweisen Ausbau der Saunalandschaft sowohl im Gebäudeinneren als auch im Außenbereich<br />

anstrebenswert. Die regionalen Saunalandschaften anderer Freizeitbäder sind<br />

bereits maßgeblich erweitert worden, um der Vielzahl und dem gewachsenen Anspruch<br />

erholungs- und entspannungssuchender Gäste gerechter zu werden. Saunakunden, die sich<br />

regional in anderen Saunaeinrichtungen bewegen, könnten somit langfristig wieder an die<br />

Einrichtung des Johannisbades gebunden werden.<br />

31


Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH (STAMA)<br />

2. Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH (STAMA)<br />

Adresse Schlossplatz 6<br />

09599 <strong>Freiberg</strong><br />

Telefon / Fax Tel: 03731-41951-0<br />

Fax: 03731-41951-19<br />

Ansprechpartner Herr Przybyla<br />

E-Mail g.przybyla@freiberg-service.de<br />

Internet http://www.freiberg-service.de<br />

Gründung 07.12.2007<br />

Handelsregister 28.01.2007<br />

Amtsgericht Chemnitz, HRB 23980<br />

Gesellschaftsvertrag gültig in der Fassung vom 07.12.2007<br />

Rechtsform GmbH<br />

Stammkapital 50.000,00 €<br />

Gesellschafter Stadt <strong>Freiberg</strong> 100 %<br />

Aufsichtsrat<br />

Vorsitzender: Herr Matthias Girbig<br />

Bürgermeister für Organisation und Verwaltung<br />

der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Stellv. Vorsitzender Herr Ralf Kreller<br />

Stadtrat der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Mitglieder: Frau Dr. Jana Pinka<br />

Stadträtin der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Frau Margit Luther<br />

Stadträtin der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Herr Dr. Reiner Hofmann<br />

Stadtrat der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Herr Hans-Christian Franke<br />

Geschäftsführer Franke & Moritz GmbH<br />

Herr Prof. Dr. Christoph Breitkreuz<br />

Professor an der TU Bergakademie <strong>Freiberg</strong><br />

Geschäftsführer Frau Kathrin Hillig (bis 08.01.<strong>2008</strong>)<br />

Herr Gerd Przybyla (seit 09.01.<strong>2008</strong>)<br />

Mitarbeiter Im Jahresdurchschnitt waren 7 Mitarbeiter beschäftigt,<br />

darüber hinaus 1 Geschäftsführer<br />

Abschlussprüfer BDO Deutsche Warentreuhand Aktiengesellschaft<br />

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft<br />

Herr Möller, Herr Dr. Przyborowski (Wirtschaftsprüfer)<br />

32


Bilanz<br />

Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH (STAMA)<br />

31.12.2007* 31.12.<strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

Aktiva T€ % T€ % T€ %<br />

Anlagevermögen 0 0 38 4,8 38 -<br />

Immaterielle Vermögensgegenstände 0 2<br />

Sachanlagen 0 36<br />

Umlaufvermögen 458 100 580 73,1 122 26,6<br />

Vorräte<br />

Forderungen und sonstige Vermögens-<br />

0 14<br />

gegenstände 1 71<br />

Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten 457 495<br />

nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0 0 175 22,1<br />

Bilanzsumme 458 100 793 100 335 73,1<br />

Passiva<br />

Eigenkapital 50 6,3 0 0,0 -50 -100,0<br />

Gezeichnetes Kapital 50 50<br />

Kapitalrücklage 0 23<br />

Verlustvortrag 0 0<br />

Jahresfehlbetrag 0 248<br />

nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0 175<br />

Sonderposten für Investitionszuschüsse 0 0 38 4,8 38 -<br />

Rückstellungen 1 0,1 55 6,9 54 5.400,0<br />

Langfristige Rückstellungen 0 0<br />

Kurzfristige Rückstellungen 1 55<br />

Verbindlichkeiten 0 0 306 38,6 306 -<br />

Langfristige Verbindlichkeiten 0 0<br />

Mittelfristige Verbindlichkeiten 0 0<br />

Kurzfristige Verbindlichkeiten 0 306<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 407 51,3 394 49,7 -13 -3,2<br />

Bilanzsumme<br />

* Geschäftsjahr vom 07.12. bis 31.12.2007<br />

458 100 793 100 335 73,1<br />

33


Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH (STAMA)<br />

Gewinn- und Verlustrechnung<br />

2007* <strong>2008</strong><br />

Veränderung zum<br />

Vorjahr<br />

T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 1 583 582 -<br />

sonstige betriebliche Erträge 1) 0 372 372 -<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 1 955 954 -<br />

Materialaufwand 0 456 456 -<br />

Personalaufwand 0 375 375 -<br />

Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände<br />

des Anlagevermögens und Sachanlagen<br />

0 7 0 -<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 1 366 365 -<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 1 1.204 1.203 -<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0 5 5 -<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0 0 0 -<br />

Finanzergebnis 0 5 5 -<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 0 -244 -244 -<br />

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 0 0 -<br />

sonstige Steuern 0 4 4 -<br />

Jahresergebnis 0 -248 -248 -<br />

Nachrichtlich<br />

Erhöhung des Gesellschafterzuschusses zum<br />

nachträglichen Verlustausgleich<br />

gemäß Stadtratsbeschluss vom 7. Mai 2009 um<br />

gemäß Stadtratsbeschluss vom 1. Oktober 2009<br />

181<br />

um<br />

1) darin enthalten 360 T€ Gesellschafterzuschuss<br />

* Geschäftsjahr vom 07.12.bis 31.12.2007<br />

67<br />

Personalentwicklung (Jahresdurchschnittswerte)<br />

Gesamtbeschäftigte<br />

(ohne Auszubildende)<br />

Plan-Ist-Vergleich<br />

Ist Plan Ist<br />

2007 <strong>2008</strong> <strong>2008</strong><br />

- k. A. 8<br />

Aufgrund der Anlaufphase des Unternehmens ist ein Plan-Ist-Vergleich nicht aussagefähig.<br />

34


Bilanz- und Leistungskennzahlen<br />

Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH (STAMA)<br />

Kennzahl Ist 2007* Ist <strong>2008</strong><br />

Vermögenssituation<br />

Investitionen (T€) 0,0 45,0<br />

Investitionsdeckung (%) - 15,6<br />

Anlagenintensität (%) 0,0 4,8<br />

Deckungsgrad A (%) - 100,0<br />

Deckungsgrad B (%) - 100,0<br />

Kapitalstruktur<br />

Eigenkapitalquote (%) - 4,8<br />

Nettoverschuldung (T€) -458,0 -260,0<br />

Liquidität<br />

Barliquidität - Liquiditätsgrad I (%) 45.700,0 137,1<br />

kurzfristige Liquidität - Liquiditätsgrad II (%) 45.800,0 156,8<br />

einfacher operativer cash-flow (T€) 0 -241<br />

Innenfinanzierungsgrad (%) - -536,2<br />

Schuldentilgungsdauer (Jahre) - -1,3<br />

Rentabilität/Geschäftserfolg<br />

Gesamtkapitalrentabilität (%) 0,0 -31,3<br />

Personalaufwand je MA (T€) 0,0 0,4<br />

* Geschäftsjahr vom 07.12. bis 31.12.2007<br />

Beurteilung der Daten durch das Beteiligungsmanagement<br />

Die Gründung der Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH erfolgte am 7. Dezember 2007, folglich ist<br />

das Wirtschaftsjahr <strong>2008</strong> das erste vollständige Geschäftsjahr der Gesellschaft. In der Beurteilung<br />

der Daten kann demnach ein Vergleich zwischen den Jahren 2007 und <strong>2008</strong> nicht<br />

erfolgen.<br />

Der Geschäftsgegenstand der STAMA ist die Entwicklung und Umsetzung einer einheitlichen<br />

und zukunftsorientierten Vermarktung und Profilierung der Stadt <strong>Freiberg</strong> durch geeignete<br />

Strategien und Maßnahmen in den Bereichen Stadt- und Tourismusmarketing sowie Kultur-<br />

und Eventmanagement.<br />

Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr <strong>2008</strong> Umsatzerlöse i.H.v. 583 T€, dabei ist der<br />

umsatzstärkste Bereich die Veranstaltungen (Bergstadtfest, Christmarkt, Schlossfestspiele)<br />

mit 65 % Umsatzanteil. Die Bereiche Tourismus sowie Märkte, Toiletten- und Messplatzverpachtung<br />

erwirtschafteten je 21 % bzw. 14 % des Umsatzes.<br />

Im ersten vollständigen Geschäftsjahr der STAMA erfolgten Investitionen i.H.v. 45 T€ insbesondere<br />

in die Büro- und Geschäftsausstattung sowie in Software. Allerdings sind diese nur<br />

zu 15,6 % durch Abschreibungen gedeckt. Die Anlageintensität i.H.v. 4,8 % ist als branchenüblich<br />

einzuschätzen.<br />

Die Liquiditätskennzahlen fallen aufgrund der Stichtagsbezogenheit sehr hoch aus, da der<br />

Zuschuss für 2009 bereits in 2088 vereinnahmt wurde. Die Gesellschaft weist in <strong>2008</strong> einen<br />

negativen cash-flow aus dem operativen Geschäft auf. Dies ist hauptsächlich dem negativen<br />

Jahresergebnis geschuldet, welches einen Verlust von 248 T€ verzeichnet.<br />

35


Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH (STAMA)<br />

Maßgeblich resultiert der Verlust aus den im Geschäftsjahr entstandenen Personalkosten<br />

(375 T€) und Materialaufwendungen (456 T€, Aufwendungen für bezogene Leistungen für<br />

Veranstaltungen), die nicht durch Umsatzerlöse gedeckt werden konnten. Zu beachten ist,<br />

dass die sonstigen betrieblichen Erträge einen städtischen Gesellschafterzuschuss in Höhe<br />

von 360 T€ enthalten<br />

Wesentliche Sachverhalte aus dem Lagebericht der Geschäftsführung<br />

Darstellung des Geschäftsverlaufs<br />

Die Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH wurde am 07.12.2007 gegründet. Die Gesellschaft ist<br />

konzipiert als ein städtisches Wirtschaftsunternehmen (Profit-Center) mit einem großen Anteil<br />

von Gemeinschaftsaufgaben (Non-Profit-Bereich). Sie soll durch geeignete Strategien<br />

und Maßnahmen in den Bereichen Stadt- und Tourismusmarketing sowie Kultur- und Eventmanagement<br />

zur Entwicklung und Umsetzung einer einheitlichen und zukunftsorientierten<br />

Vermarktung und Profilierung der Stadt <strong>Freiberg</strong> in einem globalen, hart umkämpften<br />

Markt beitragen. Für die im Gesellschaftsvertrag festgeschriebenen Aufgaben der GmbH<br />

wurden im Jahr <strong>2008</strong> größtenteils die notwendigen Strukturen und damit die Voraussetzungen<br />

zur erfolgreichen Arbeit der Gesellschaft geschaffen. Seit dem 08.01.2009 obliegt die<br />

Geschäftsführung Herrn Gerd Przybyla. Die Gesellschaft hat sich die Bündelung und Optimierung<br />

der Zusammenarbeit aller relevanten Akteure und Institutionen sowie marktorientierte<br />

Strategien und Maßnahmen für ein erfolgreiches Marketing der Stadt <strong>Freiberg</strong> zum Ziel<br />

gesetzt.<br />

Wichtige Vorgänge des Geschäftsjahres<br />

Die Gesellschaft arbeitet auf der Grundlage der im Gesellschaftsvertrag festgeschriebenen<br />

Aufgaben, dem jeweils beschlossenen Finanz- und Wirtschaftsplan sowie Einzelbeschlüssen<br />

des Aufsichtsrates bzw. der Gesellschafterversammlung. Die Aktivitäten bewegen sich in vier<br />

Hauptfeldern (Tourismus/Tourist-Information, Veranstaltungen, Stadtmarketing/City-<br />

Management, Werbung/PR/Neue Medien), die durch Vernetzung zu anderen Bereichen und<br />

Arbeitsgruppen gestützt werden. Das Wirtschaftsjahr <strong>2008</strong> war das erste vollständige für die<br />

GmbH. Daher lassen sich in den Bereich der Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH nur bedingt<br />

Vergleiche zu Vorjahren ziehen. Zu beachten ist auch, dass die Tätigkeiten in Stadtverwaltung<br />

und Verein vor der Gründung der Gesellschaft durch den Verwaltungsapparat der<br />

Kommune und ehrenamtliche Vereinsarbeit gestützt wurden.<br />

Personal<br />

Die Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> beschäftigte <strong>2008</strong> einen Geschäftsführer(ab Januar <strong>2008</strong>), eine<br />

die Aufbauarbeit unterstützende Aushilfskraft im Sekretariat (Februar bis August <strong>2008</strong>), einen<br />

Marktmeister mit Verantwortlichkeit für Messeplatz, öffentliche Toiletten und Veranstaltungstechnik<br />

(ab April <strong>2008</strong>) und eine Assistentin der Geschäftsführung (ab Mai <strong>2008</strong>). Weiterhin<br />

wurde vom Stadtmarketingverein eine Arbeitskraft für das Veranstaltungsmanagement<br />

sowie vier Mitarbeiterinnen der Tourismusabteilung vom Fremdenverkehrsamt der Stadtverwaltung<br />

<strong>Freiberg</strong> übernommen. Unterstützt wurde das Team der Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong><br />

GmbH regelmäßig in Schwerpunktbereichen durch Universitätspraktikanten und Aushilfskräfte.<br />

Für die Konzert- und Tagungshalle Nikolaikirche war ab dem 01.01.<strong>2008</strong> eine freie Mitarbeiterin<br />

in Teilzeit beschäftigt.<br />

Ertragslage<br />

Die Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH konnte Umsatzerlöse in Höhe von 582.802,06 € im ersten<br />

Jahr nach ihrer Gründung erzielen. Die Eigenveranstaltungen Bergstadtfest, Christmarkt<br />

und Schlossfestspiele erwirtschafteten einen Anteil von 60 %, die Tourismusabteilung von 21<br />

% der Umsatzerlöse. Die Märkte, Toiletten- und Messeplatzverpachtung sind mit 14 % am<br />

Umsatz beteiligt. Die Vermarktung der Nikolaikirche brachte ein Umsatzvolumen von lediglich<br />

5 %, wobei die subventionierten Mietpreise beachtet werden müssen. Die Gesamtaufwendungen<br />

der Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH betragen <strong>2008</strong> 1.207.821,15 €. Der Anteil<br />

36


Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH (STAMA)<br />

der Personalaufwendungen beträgt 374.420,34 € bzw. 31 %. Den größten Aufwandspostenbilden<br />

die Aufwendungen für bezogene Leistungen mit 422.108,31 €, die Fremdleistungen<br />

und Fremdpersonal beinhalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit insgesamt<br />

365.863,13 € wurden mit 24 % für Gas/Wasser/Strom, 23 % für Werbe- und Reisekosten, 15<br />

% für Mieten, 9 % für Versicherungen/Beiträge/Abgaben und 7 % für Bürobedarf verwendet.<br />

Voraussichtliche Entwicklung<br />

Ein junges Wirtschaftsunternehmen mit überwiegenden Non-Profit-Bereich, das gerade erst<br />

gegründet wurde und in unkonventioneller Weise einen traditionellen Markt erschließen will,<br />

muss optimistisch in die Zukunft schauen. Natürlich wurden in der kurzen Zeit der Tätigkeit<br />

die Hemmnisse und Schwierigkeiten, die sich ergeben, erkannt. Jedoch auch dem Gegenüber,<br />

dem Leistungsträger am Markt, muss zunächst die Möglichkeit gegeben werden, sich<br />

an die Arbeitsweise des Neulings zu gewöhnen. Sicher ist, dass bei Bündelung der vorhandenen<br />

Marktkräfte ein gutes Produkt – <strong>Freiberg</strong> – wirksam am Markt platziert werden kann.<br />

Flexibilität bei sich ändernden Rahmenbedingungen, aber Treue zum Produkt, müssen bei<br />

allen Beteiligten verankert werden. Vertrauen muss geschaffen und unter Beweis gestellt<br />

werden. Die Akzeptanz der neuen Werbemittel durch den potentiellen Gast wird sich erst im<br />

Geschäftsjahr 2009/2010 abschätzen lassen. Dieses geschieht in erster Linie beim unmittelbaren<br />

Publikumskontakt– Messen – u. ä. – und in zweiter Linie durch die erfolgten Anbuchungen.<br />

In diesem Bereich sind positive Entwicklungen bereits erkennbar. Eine vollständige<br />

Etablierung der Stadt <strong>Freiberg</strong> wird jedoch erst möglich sein, wenn alle Leistungsträger bereit<br />

sind, sich hinter die Stadt zu stellen und keine ausschließliche Eigenvermarktung durchzuführen.<br />

Dieses wird sicherlich noch zwei bis drei Jahre dauern. Bis dahin ist ein stetiges<br />

Weiterarbeiten an den, im Gesellschaftsvertrag vorgegebenen Zielen der Stadtmarketing<br />

<strong>Freiberg</strong> GmbH, notwendig.<br />

Risiken<br />

Die Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH steht einer Vielzahl von Risiken im Markt gegenüber. Inwieweit<br />

das geänderte Konsumverhalten der Verbraucher, die sich ändernde Altersstruktur<br />

und politische Momente wie die EU-Osterweiterung sowie die gegenwärtige Weltwirtschaftskriseeinen<br />

wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung in Tourismus und Wirtschaft haben<br />

werden, kann erst in den nächsten Jahren festgestellt werden. Sicherlich wird in beiden Bereichen<br />

der Konkurrenzkampf erneut härter werden. Für die Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

bedeutet dies, dass sie noch zielstrebiger die Stadt <strong>Freiberg</strong> etablieren muss, um einen Bekanntheitsvorsprung<br />

vor den neu auf den Markt drängenden Produkten zu haben. Nur die<br />

Bündelung der Angebote u. die einheitliche Vermarktung der Stadt kann nach Überzeugung<br />

der Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH die notwendige Durchschlagskraft erzielen, um neue Anteile<br />

an einem sich ständig ändernden Markt zu gewinnen. Qualitätsstandards schaffen und<br />

sichern, sowie neue, aber wiederum unverwechselbare Angebote zu kreieren, wird mehr<br />

denn je die Herausforderung an die Marktteilnehmer sein. Dieses kann nicht die einzelne<br />

Stadtleisten, sondern nur eine Institution, die nach wirtschaftlichen Grundsätzen arbeitet und<br />

die unabhängig von politischen Einflüssen ist. Diese Aufgabe ist im Gesellschaftsvertrag der<br />

Stadtmarketing <strong>Freiberg</strong> GmbH verankert und wird in den kommenden Jahren eine der wichtigsten<br />

Herausforderungen an das Unternehmen sein.<br />

37


3. Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH<br />

Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH<br />

Adresse Chemnitzer Straße 64, 09599 <strong>Freiberg</strong><br />

Telefon / Fax (0 37 31) 79 46 30 / 79 46 50<br />

Ansprechpartner Geschäftsführerin Frau Hein<br />

E-Mail g.hein@seniorenheime-freiberg.de<br />

Internet http://www.seniorenheime-freiberg.de (in Kürze)<br />

Gründung Gesellschaftsvertrag vom 25.01.1993<br />

Handelsregister 09.11.1993<br />

Amtsgericht Chemnitz, HRB 9026<br />

Gesellschaftsvertrag gültig in der Fassung vom 26.09.2006<br />

Rechtsform gemeinnützige GmbH<br />

Stammkapital 26.000,00 €<br />

75%<br />

Gesellschafter Stadt <strong>Freiberg</strong> (19,5 T€)<br />

Verein Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Landeskirche 25%<br />

Sachsens im Kirchenbezirk <strong>Freiberg</strong> e. V. (6,5 T€)<br />

Gesellschaftervertreter Frau Oberbürgermeisterin Dr. Uta Rensch (01.01.-31.07.<strong>2008</strong>)<br />

Herr Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm (01.08.-<br />

31.12.<strong>2008</strong>)<br />

Herr Roland Liebschner<br />

Beteiligungen Servicegesellschaft Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH 100%<br />

Geschäftsführerin<br />

Aufsichtsrat<br />

Mit der Servicegesellschaft Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> mbH besteht<br />

ein umsatzsteuerliches Organschaftsverhältnis.<br />

Frau Dipl.-Ing. oec. Gudrun Hein<br />

Vorsitzende: Frau Daniela Bernhauer<br />

sachkundige Einwohnerin der Stadt <strong>Freiberg</strong> / Rechtsanwältin<br />

Stellvertreter: Herr Frieder Drechsler<br />

Verein Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens<br />

im<br />

Kirchenbezirk <strong>Freiberg</strong> e. V.<br />

Mitglied: Herr Gottfried Breutel<br />

Stadtrat der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Mitglied: Herr Dr. med. Günter Seidler<br />

Stadtrat der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Mitglied: Frau Monika Hageni<br />

Leiterin des Amtes für Sozial- und Wohnungswesen der Stadt<br />

<strong>Freiberg</strong><br />

Mitglied: Frau Irene Tempel<br />

Verein Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens<br />

im Kirchenbezirk <strong>Freiberg</strong> e. V.<br />

Mitarbeiter Im Jahresdurchschnitt waren 228 Mitarbeiter beschäftigt<br />

(156 Vollkräfte).<br />

Abschlussprüfer Warth & Klein GmbH<br />

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Zweigniederlassung Dresden<br />

Wirtschaftsprüfer Herr Prof. Dr. Vogelbusch und Herr Gerlach<br />

38


Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH<br />

Bilanz<br />

31.12.2006 31.12.2007 31.12.<strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum<br />

Vorjahr<br />

Aktiva T€ % T€ % T€ % T€ %<br />

Anlagevermögen<br />

Immaterielle Vermögensgegens-<br />

16.228 88,1 15.629 84,8 14.658 85,5 -971 -6,2<br />

tände 33 22 9<br />

Sachanlagen 16.170 15.582 14.624<br />

Finanzanlagen 25 25 25<br />

Umlaufvermögen 2.193 11,9 2.801 15,2 2.482 14,5 -319 -11,4<br />

Vorräte<br />

Forderungen und sonstige Ver-<br />

32 38 41<br />

mögensgegenstände<br />

Kassenbestände, Guthaben bei<br />

276 200 288<br />

Kreditinstituten 1.885 2.563 2.153<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 7 0,0 7 0,0 2 0,0 -5 -71,4<br />

Bilanzsumme 18.428 100 18.437 100 17.142 100 -1.295 -7,0<br />

Passiva<br />

Eigenkapital 10.800 58,6 11.040 59,9 11.164 65,1 124 1,1<br />

Gezeichnetes Kapital 26 26 26<br />

Kapitalrücklagen 5.642 5.642 5.642<br />

Gewinnrücklagen 4.576 4.535 5.496<br />

Bilanzgewinn 556 837 0<br />

Sonderposten aus öffentlichen<br />

Fördermitteln für Investitionen 2.959 16,1 2.833 15,4 2.707 15,8 -126 -4,4<br />

Rückstellungen 268 1,5 412 2,2 372 2,2 -40 -9,7<br />

Langfristige Rückstellungen 0 0 0<br />

Kurzfristige Rückstellungen 268 412 372<br />

Verbindlichkeiten 4.401 23,9 4.151 22,5 2.899 16,9 -1.252 -30,2<br />

Langfristige Verbindlichkeiten 3.248 3.108 1.527<br />

Mittelfristige Verbindlichkeiten 718 664 910<br />

Kurzfristige Verbindlichkeiten 435 379 462<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 0 0,0 1 0,0 0 0,0 -1 -<br />

Bilanzsumme 18.428 100 18.437 100 17.142 100 -1.295 -7,0<br />

39


Gewinn- und Verlustrechnung<br />

Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH<br />

2006 2007 <strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

T€ T€ T€ T€ %<br />

Erträge aus allgemeinen Pflegeleistungen gem.<br />

PBV 6.140 6.349 6.615 266 4,2<br />

Erträge aus Unterkunft und Verpflegung<br />

Erträge aus Zusatzleistungen und Transportleis-<br />

1.862 1.898 1.931 33 1,7<br />

tungen 2 1 2 1 100,0<br />

Erträge aus gesonderter Berechnung von Investitionskosten<br />

gegenüber Pflegebedürftigen 1.322 1.327 1.364 37 2,8<br />

Zuweisungen und Zuschüsse zu Betriebskosten 149 122 66 -56 -45,9<br />

Sonstige betriebliche Erträge 290 435 340 -95 -21,8<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 9.765 10.132 10.318 186 1,8<br />

Personalaufwand 5.018 5.098 5.461 363 7,1<br />

Materialaufwand 2.425 2.862 3.058 196 6,8<br />

Steuern, Abgaben, Versicherungen 218 194 173 -21 -10,8<br />

Sachaufwendungen für Hilfs- und Nebenbetriebe 45 54 37 -17 -31,5<br />

Mieten, Pacht, Leasing 493 493 489 -4 -0,8<br />

Erträge aus öffentlicher Förderung für Investitionen<br />

Aufwendungen aus der Zuführung zu Sonderpos-<br />

0 0 0 0 -<br />

ten 0 0 0 0 -<br />

Ertrag aus Auflösung Sonderposten 126 126 126 0 0,0<br />

Abschreibungen 1.070 892 945 53 5,9<br />

Aufwendungen für Instandhaltung, Instandsetzung 163 172 174 2 1,2<br />

Sonstige ordentliche Aufwendungen 72 129 41 -88 -68,2<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 9.378 9.768 10.252 484 5,0<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 49 88 117 29 33,0<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 188 206 167 -39 -18,9<br />

Finanzergebnis -139 -118 -50 68 -57,6<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 248 246 16 -230 -93,5<br />

Außerordentliche Erträge 13 9 2 -7 -77,8<br />

Außerordentliche Aufwendungen 9 31 3 -28 -90,3<br />

Weitere Erträge 25 16 108 92 575,0<br />

-<br />

Außerordentliches Ergebnis 29 -6 107 113 1.883,3<br />

Jahresergebnis 277 240 123 -117 -48,8<br />

Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 144 556 837 281 50,5<br />

Entnahme aus den Gewinnrücklagen 135 111 374 263 236,9<br />

Einstellung in andere Gewinnrücklagen 0 70 1.334 1.264 1.805,7<br />

Bilanzgewinn 556 837 0 -837 -100,0<br />

Nachrichtlich: Verwendung des Bilanzgewinns<br />

Vortrag auf neue Rechnung 556 837<br />

zur Tilgung von Darlehen 0 0<br />

40


Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH<br />

Personalentwicklung (Jahresdurchschnittswerte)<br />

Ist Ist Plan Ist<br />

2006 2007 <strong>2008</strong> <strong>2008</strong><br />

Anzahl Vollbeschäftigte 62 48 48 46<br />

Anzahl Teilzeitbeschäftigte 152 159 159 175<br />

Anzahl geringfügig Beschäftigte 1<br />

1<br />

1<br />

1<br />

Auszubildende 9 9 6 6<br />

Beschäftigtenzahl<br />

(ohne Auszubildende)<br />

Vollzeitäquivalent<br />

(ohne Auszubildende)<br />

215 208 208 222<br />

150,51 145,3 144,35 153,65<br />

Plan-Ist-Vergleich<br />

Plan <strong>2008</strong> Ist <strong>2008</strong> Abweichung zum<br />

Planansatz<br />

T€ T€ T€ %<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge<br />

darunter<br />

9.566 10.318 752 7,9<br />

Umsatzerlöse * 9.350 9.912 562 6,0<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen<br />

darunter<br />

9.336 10.252 916 9,8<br />

Materialaufwand 2.837 3.058 221 7,8<br />

Personalaufwand 5.012 5.461 449 9,0<br />

Abschreibungen 810 945 135 16,7<br />

Finanzergebnis -131 -50 81 -61,8<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 62 16 -46 -74,2<br />

Außerordentliches Ergebnis 405 107 -298 -<br />

Jahresergebnis 467 123 -344 -73,7<br />

* Umsatzerlöse = Erträge aus allgemeinen Pflegeleistungen + Erträge aus Unterkunft und Verpflegung und Erträge aus<br />

Zusatzleistungen und Transportleistungen + Erträge aus gesonderter Berechnung von Investitionskosten gegenüber<br />

Pflege bedürftigen<br />

41


Leistungsdaten<br />

Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH<br />

Seniorenpflegeheim Johannishof, voll- Seniorenheim<br />

Johanna Rau stationäre Pflege Haus Elisabeth<br />

2006 2007 <strong>2008</strong> 2006 2007 <strong>2008</strong> 2006 2007 <strong>2008</strong><br />

Plan – Betten/<br />

Plätze<br />

148 148 148 90 90 90 133 133 133<br />

Pflegetage 53.733 53.854 54.078 32.724 33.252 34.263 44.620 46.583 47.740<br />

Nutzungsgrad 99,42 99,69 99,83 99,62 101,22 104,02 91,91 95,96 98,07<br />

Belegte Betten/Plätze<br />

147,14 147,55 147,75 89,65 91,10 93,61 122,25 127,62 130,44<br />

Johannishof Haus Elisabeth 1<br />

Tagespflege Kurzzeitpflege<br />

2006 2007 <strong>2008</strong> 2006 2007 <strong>2008</strong><br />

Plan – Betten/<br />

Plätze<br />

10 10 10 11 11 11<br />

Pflegetage 1.348 711 540 2.046 2.057 1.952<br />

Nutzungsgrad 53,92 28,44 21,60 50,96 51,23 48,48<br />

Belegte Betten/Plätze<br />

5,39 2,84 2,16 5,61 5,64 5,33<br />

42


Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH<br />

Bilanz- und Leistungskennzahlen<br />

Vermögenssituation<br />

Kennzahl Ist 2006 Ist 2007 Ist <strong>2008</strong><br />

Investitionen (T€) 385 308 253<br />

Investitionsdeckung (%) 1) 202,3 259,7 310,7<br />

Anlageintensität (%) 88,1 84,8 85,5<br />

Deckungsgrad A (%) 84,8 88,8 94,6<br />

Deckungsgrad B (%) 104,8 108,7 105,0<br />

Kapitalstruktur<br />

Eigenkapitalquote (%) 74,7 75,2 80,9<br />

Nettoverschuldung (T€) 2.240,0 1.388,0 458,0<br />

Liquidität<br />

Barliquidität - Liquiditätsgrad I (%) 268,1 324,0 258,2<br />

kurzfristige Liquidität - Liquiditätsgrad II (%) 307,4 349,3 292,7<br />

einfacher operativer cash-flow (T€) 1.347,0 1.132,0 1.068,0<br />

Innenfinanzierungsgrad (%) 349,9 367,5 422,1<br />

Schuldentilgungsdauer 3,3 3,7 2,7<br />

Rentabilität/Geschäftserfolg<br />

Gesamtkapitalrentabilität (%) 2,5 2,4 1,7<br />

Personalaufwand je VZÄ (T€) 33,4 32,9 34,9<br />

1) ohne Beücksichtigung der apl. Abschreibungen<br />

Bewertung der Daten durch das Beteiligungsmanagement<br />

Die Vermögenssituation des Unternehmens zeigt im Vorjahresvergleich keine wesentlichen<br />

Änderungen. Nach wie vor ist die Investitionsdeckung sehr gut, nachdem 2005 die größten<br />

Investitionen weitestgehend abgeschlossen waren. Die getätigten Investitionen wurden ausschließlich<br />

aus Eigenmitteln finanziert. Die Gesellschaft weist einen soliden Anlagendeckungsgrad<br />

auf. So ist das Anlagevermögen zu 105 % durch langfristiges Kapital gedeckt,<br />

welches das Eigenkapital, den Sonderposten und das langfristige Fremdkapital beinhaltet.<br />

Die Eigenkapitalquote ist mit 80,9 % im Vergleich zu 2007 erneut gestiegen und damit weiterhin<br />

sehr hoch. Dabei ist der Anstieg im Wesentlichen auf den überdurchschnittlichen Abbau<br />

von Fremdkapital zurückzuführen. So verbesserte sich die Nettoverschuldung infolge<br />

einer außerplanmäßigen Darlehenstilgung in Höhe von 1.100 T€. Es ist allerdings zu beachten,<br />

dass die Eigenkapitalquote auch den Sonderposten aus öffentlichen Fördermitteln mit<br />

berücksichtigt. Die Vermögens- und Finanzverhältnisse der Gesellschaft können für den Berichtszeitraum<br />

als stabil eingeschätzt werden.<br />

Die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens war ganzjährig gesichert. Allerdings führte die<br />

Sondertilgung zu einem Liquiditätsabbau. Stichtagsbezogen zeigt sich jedoch noch immer<br />

eine deutliche Überdeckung der kurzfristigen Liquidität (292,7 %). Der vereinfachte operative<br />

cash-flow fiel im Geschäftsjahr aufgrund des gesunkenen Jahresergebnisses niedriger aus<br />

als im Vorjahr. Die <strong>2008</strong> erwirtschafteten Zahlungsmittel reichten jedoch aus, um die getätigten<br />

Investitionen zu finanzieren. Die angesprochene Sondertilgung führte allerdings in der<br />

Gesamtbetrachtung zu einem Abbau der finanziellen Mittel. Somit reduzierte sich der Bestand<br />

an liquiden Mitteln von 2.563 T€ im Vorjahr auf 2.156 T€ zum 31.12.<strong>2008</strong>.<br />

43


Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH<br />

Das Jahresergebnis und somit auch die Gesamtrentabilität fielen trotz höherer betrieblicher<br />

Gesamtleistung niedriger aus als im Vorjahr. Ursächlich dafür waren insbesondere aufgrund<br />

gesetzlicher Änderungen verminderte Betriebskostenzuschüsse, erhöhte Personalaufwendungen<br />

infolge eines gestiegenen Mitarbeiterbestandes sowie durch Tarifänderungen und<br />

Aufwendungen für Mehrarbeit. Des Weiteren beeinflussten außerplanmäßige Abschreibungen<br />

das Ergebnis negativ. Dies ist auch die Ursache für die hohe Plan/Ist-Ergebnisabweichung<br />

für <strong>2008</strong>.<br />

Wesentliche Sachverhalte aus dem Lagebericht der Geschäftsführung<br />

Gesamtübersicht<br />

Die Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gemeinnützige GmbH erfüllte als Sozialunternehmen mit ihren<br />

drei zugehörigen Einrichtungen und Bereichen sowie der Servicegesellschaft Seniorenheime<br />

<strong>Freiberg</strong> mbH<br />

- den ihr übertragenen Versorgungsauftrag als Sozialunternehmen in der voll- und teilstationären<br />

Pflege und Betreuung<br />

- die gesellschafts- und einrichtungsbezogenen Ziele und<br />

- die Aufgaben laut Wirtschaftsplan <strong>2008</strong> planmäßig und mit verbessertem Ergebnis.<br />

Die Gesellschaft verfügte im Berichtsjahr über eine Gesamtkapazität von 371 modernen<br />

vollstationären Plätzen und 21 teilstationären Plätzen (11 Kurzzeitpflege, 10 Tagespflege).<br />

Die gute Inanspruchnahme unserer Einrichtungen ist mit einer Auslastung von 100 % im<br />

vollstationären Bereich (95,5 % anwesende Bewohner) positiv hervorzuheben. Diese stabile<br />

Belegungssicherheit ist somit für die gestiegene Ertragslage kennzeichnend, sowohl gegenüber<br />

dem Vorjahr, als auch dem Plan <strong>2008</strong>.<br />

138.573 Pflegetagen entspricht vorgenannte gute Auslastung im vollstationären Bereich.<br />

Hingegen haben die Kurzzeitpflege und Tagespflege die Planauslastung nicht erreicht. Die<br />

Ursachen sind bekannt. Deshalb wurden konkrete Vorschläge/Konzeptionen zur Verbesserung,<br />

sowohl von der Gesellschafterversammlung und dem Aufsichtsrat, als auch der Einrichtungsleitung<br />

für diese wichtige Portalfunktion unterbreitet und in 2009 realisiert.<br />

561 Senioren wurden in <strong>2008</strong> in unseren Einrichtungen gepflegt und betreut.<br />

Die Veränderung des Bewohnerprofils setzt sich im Trend der Vorjahre fort, das durch zunehmende<br />

Hochaltrigkeit und bestehende Multimorbidität gekennzeichnet ist.<br />

Diese Entwicklung spiegelt sich in der Pflegestufenverteilung einrichtungs- und jahresbezogen<br />

wider.<br />

Bereits bei einem viertel der betreuten Bewohner liegt Schwerstpflegebedürftigkeit vor.<br />

Entwicklung Gesamtumsatz und Bilanzergebnis<br />

Der Gesamtumsatz konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr <strong>2008</strong> im vollstationären Bereich<br />

um 3,5 % gesteigert werden. Dies ist infolge der sehr guten Auslastung erreicht worden. Eine<br />

Erlössteigerung wurde im Zeitraum Oktober <strong>2008</strong> bis Dezember <strong>2008</strong> in Höhe von<br />

60.790,00 € wirksam.<br />

Die Entgelte für unsere Leistungen, sowohl das pflegebedingte Entgelt, Unterkunft und Verpflegung<br />

sowie Investitionskosten sind für alle Einrichtungen und Bereiche in <strong>2008</strong> konstant<br />

geblieben. Von den in unseren Einrichtungen betreuten Bewohnern und Gästen waren 86 %<br />

Selbstzahler und 14 % Sozialhilfeempfänger.<br />

Für die Einrichtung Haus Johannishof ist für das 2. Halbjahr 2009 der Abschluss einer neuen<br />

Pflegesatzvereinbarung geplant.<br />

Ergebnissituation<br />

44


Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH<br />

Die Entwicklung der Ergebnissituation im Vergleich zum Vorjahr wird in folgender Übersicht<br />

dargestellt:<br />

Bezeichnung Berichtsjahr 2007 Veränderungen<br />

um auf<br />

Gesamterträge 10.672.558 € 10.371.279 € 301.279 € 102,9 %<br />

Gesamtkosten 10.549.207 € 10.131.216 € 417.991 € 104,1 %<br />

Ergebnis 123.351 € 240.063 € -116.712 € 51,4 %<br />

Das Ergebnis vermittelt, dass die Steigerung der Ertragssituation mit der Steigerung der Kostensituation<br />

im Wesentlichen korrespondieren. Auf die wesentlichen Besonderheiten, soll wie<br />

folgt verwiesen werden:<br />

- Rückläufige Erträge traten infolge Wegfall von Zuweisungen und Zuschüssen für Auszubildende,<br />

Zivildienstleistende und Altersteilzeit ein.<br />

- Die notwendig gewordene außerplanmäßige Abschreibung der Forderungen an den Käufer<br />

„Sachsenstern Holzhau“ wurde in Höhe von 156.868,00 € infolge Insolvenz erforderlich.<br />

- Der Insolvenzverwalter hat zwischenzeitlich entschieden, dass es keine Rückabwicklung<br />

des Kaufvertrages geben wird, sondern die fehlende Differenz zum vereinbarten Kaufpreis<br />

durch Weiterverkauf des Objektes „Sachsenstern Holzhau“ in 2009 realisiert werden<br />

soll.<br />

Die Personalkostensteigerungen von 7,1 % resultieren aus:<br />

- der Einmalzahlung nach AVR in 12/<strong>2008</strong>,<br />

- Ost-West Angleichung um 1,25 % ab 07/<strong>2008</strong>,<br />

- Ausbezahlung von Mehrarbeitszeit in größerem Umfang,<br />

- Auszahlung für zusätzliche Betreuungsleistungen entsprechend § 87 b SGB XI Pflegeweiterentwicklungsgesetz.<br />

Darstellung der Vermögenslage der Gesellschaft<br />

Die Reduzierung des Fremdkapitals wurde durch eine außerplanmäßige Tilgung des Darlehens<br />

Haus Elisabeth in Höhe von 1,1 Mio. erreicht.<br />

Die getätigten Investitionen in Höhe von 253.384,00 € wurden ausschließlich aus Eigenmitteln<br />

finanziert.<br />

Die Einhaltung der Goldenen Bilanzregel verdeutlicht, dass das Anlagevermögen in Höhe<br />

von 14.658.341,00 € zu 94,62 % durch Eigenkapital und 19,01 % durch langfristiges Fremdkapital<br />

gedeckt ist. Somit ergibt sich eine Anlagendeckung von 112,5 %. Das Anlagevermögen<br />

der Gesellschaft ist vollständig und langfristig finanziert. Die Eigenkapitalquote wurde<br />

auf stolze 81 % verbessert. Der Sonderposten wird verdient. Die Gesellschaft hat die positive<br />

Entwicklung der Vorjahre, die Vermögenslage betreffend, durch gesunde Bilanzstrukturen<br />

weiter stabilisiert und verbessert.<br />

Darstellung der Finanzlage<br />

Die Veränderungen der einzelnen Positionen und Finanzlage des Berichtsjahres zum Vorjahr<br />

ist im Wesentlichen in der Umschuldung der Darlehen, in Verbindung mit der außerordentlichen<br />

Tilgung Haus Elisabeth begründet. So reduziert sich die Gesamtliquidität in Tagen<br />

entsprechend. Jedoch ist die vorgegebene Liquiditätsreserve zur erweiterten Risikoabsicherung<br />

der Gesellschaft weiterhin sichergestellt. Dies trifft ebenso für die Liquidität für Investitionen<br />

zu.<br />

Voraussichtliche Entwicklung, Chancen und Risiken<br />

Sowohl eine zeitgemäße, sichere als auch kurz- und langfristig strategische Profilierung und<br />

wirtschaftliche Führung der Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gemeinnützige GmbH wird durch die<br />

konsequente und durchgängig konstruktive Zusammenarbeit der Entscheidungsträger er-<br />

45


Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH<br />

reicht und dafür Sorge getragen. Mit der gesellschafts- und einrichtungsbezogenen jährlichen<br />

Ziel- und Wirtschaftsplanung werden diese konsequent realisiert und abgerechnet.<br />

Neben der wichtig fachlich wirtschaftlichen Ausrichtung wird die Unternehmensphilosophie<br />

mit diakonischem Auftrag bewusst gelebt/Einfluss genommen. Die jährlich und langfristig<br />

fachliche Profilierung, wirtschaftliche Investitionsplanung sicherten eine kontinuierliche Entwicklung<br />

der Gesellschaft. Mit der bestehenden Organisation und Management, Aufgaben<br />

und Kompetenzen sind nicht nur der laufende Geschäftsbetrieb der Seniorenheime <strong>Freiberg</strong><br />

gGmbH gewährleistet, sondern die erweiterten Anforderungen entsprechend SächsGemO<br />

erfüllt.<br />

Die erweiterte Prüfung nach § 53 Haushaltsgrundsätzegesetz und erweiterter Prüfungsvorschrift<br />

der Diakonie bestätigt mit dem Jahresabschluss <strong>2008</strong>, dass keine besonderen Vorkommnisse<br />

und Risiken im Ergebnis der Prüfung und in der voraussichtlichen Entwicklung<br />

der Gesellschaft bestehen.<br />

Als wichtige Investitionsentscheidung ist der Ankauf Haus Elisabeth II, für Ende 2009<br />

(15.12.09) zu benennen, einschließlich der notwendige Umbau/Erweiterungsbau im Haus<br />

Elisabeth als Einrichtungsverbund. Durch den Weiterverkauf des Objektes „Sachsenstern“<br />

infolge Insolvenzverfahrens der Claremont Hotel GmbH, ist der vertraglich vereinbarte Kaufpreis<br />

plus Kostenerstattung zu erreichen möglich.<br />

Die gesellschaftsbezogenen bestehenden Risiken sind in den vorsorglich gebildeten Rückstellungen<br />

berücksichtigt. Als Risiko der künftigen Belegungssicherheit wird die Eröffnung<br />

einer vollstationären Einrichtung mit 112 Plätzen in der „Bahnhofsvorstadt <strong>Freiberg</strong>“ eingeschätzt.<br />

Bestehende Überkapazitäten im vollstationären Bereich führen nicht nur zur Belebung<br />

des Wettbewerbes, sondern bedingen das Risiko von frei stehenden Kapazitäten/Plätzen.<br />

Nachteilig wirkt sich für die Gesellschaft aus, dass die geplante Erweiterung des<br />

Leistungsspektrums „Ambulante Pflege“ in 2009 durch den Kauf eines ambulanten Pflegedienstes<br />

nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Deshalb ist eine zeitnahe Neuorientierung<br />

zu entscheiden, wie diese Zielstellung durch alternative Lösungen in 2009 zu verwirklichen<br />

ist. Unsere Einrichtungen und Bereiche, voran die Leistungsträger der Gesellschaft,<br />

stellen sich entsprechend auf die benannten avisierten Entwicklungen, Entscheidungen<br />

und Risiken sowie die verstärkte Wettbewerbssituation konkret agierend ein.<br />

46


Städtische Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH (SWG)<br />

4. Städtische Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH (SWG)<br />

Adresse Beuststraße 1, 09599 <strong>Freiberg</strong><br />

Telefon / Fax (0 37 31) 36 8 - 0 / 2 38 24<br />

Ansprechpartner Herr Pollenske<br />

E-Mail freiberg@wohnungsgesellschaft.de<br />

Internet http://www.wohnungsgesellschaft.de<br />

Gründung Umwandlungserklärung vom 22.06.1992<br />

Handelsregister 25.08.1992<br />

Amtsgericht Chemnitz, HRB 6251<br />

Gesellschaftsvertrag zuletzt geändert am 30.03.2007<br />

Rechtsform GmbH<br />

Stammkapital 16.080.000,00 €<br />

Gesellschafter Stadt <strong>Freiberg</strong> 51 % (8.200,8 T€)<br />

bauverein, Darmstadt 49 % (7.897,2 T€)<br />

Beteiligungen Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH, <strong>Freiberg</strong><br />

SWG 100% (400 T€)<br />

BVD Immobilien GmbH & Co. <strong>Freiberg</strong> KG<br />

Die SWG ist als atypisch stille Gesellschafterin an<br />

dieser Gesellschaft beteiligt (1.500 T€)<br />

BVD <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

SWG 50 % (12,5 T€)<br />

bauverein AG, Darmstadt 50 % (12,5 T€)<br />

BIL Leasing GmbH & Co Objekte <strong>Freiberg</strong> KG<br />

Die SWG ist als Kommanditistin in Höhe von 94 %<br />

beteiligt (24 T€)<br />

Aufsichtsrat<br />

Vorsitzender: Herr Mattias Girbig<br />

1. Beigeordneter, Bürgermeister für Organisation<br />

und Verwaltung<br />

Stellvertreter: Herr Dr.-Ing. Hans-Jürgen Braun<br />

Vorstandsvorsitzender der bauverein AG, Darmstadt<br />

Mitglieder: Herr Peter Benz<br />

Oberbürgermeister a. D., Darmstadt<br />

Herr Bernd Ellwanger<br />

Ministerialrat, Darmstadt<br />

Herr Marcus Gunkel<br />

Prokurist der bauverein AG, Darmstadt<br />

Herr Bernd Lehmann<br />

Stadtrat der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Frau Annette Licht<br />

Stadträtin der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Herr Volker Meutzner<br />

Stadtrat der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Herr Dr. Rüdiger Schwarze<br />

Stadtrat der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Herr Günter Schmitzer<br />

Darmstadt<br />

47


Städtische Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH (SWG)<br />

Beirat<br />

Vorsitzender: Herr Ludwig Burkardt<br />

Herr Marcus Gunkel<br />

Herr Michael Stroh<br />

Geschäftsführung Herr Marcel Sonntag, Rechtsanwalt<br />

Mitarbeiter Im Jahresdurchschnitt waren 53 Arbeitnehmer beschäftigt,<br />

davon 2 Arbeiter, 3 Auszubildende, 48 Angestellte.<br />

Abschlussprüfer DOMUS Aktiengesellschaft<br />

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Steuerberatungsgesellschaft,<br />

Berlin<br />

Herr Dr. Hillebrand, Wirtschaftsprüfer<br />

Herr Gerber, Wirtschaftsprüfer<br />

48


Bilanz<br />

Städtische Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH (SWG)<br />

31.12.2006 31.12.2007 31.12.<strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

Aktiva T€ % T€ % T€ % T€ %<br />

Anlagevermögen<br />

Immaterielle Vermögensgegens-<br />

164.092 89,3 160.410 93,3 154.760 93,1 -5.650 -3,5<br />

tände 45 39 78<br />

Sachanlagen 164.023 157.688 151.933<br />

Finanzanlagen 24 2.683 2.749<br />

Umlaufvermögen 18.705 10,2 10.526 6,1 10.717 6,4 191 1,8<br />

Zum Verkauf bestimmte<br />

Grundstücke u. andere Vorräte 7.510 5.642 6.069<br />

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände<br />

2.904 813 635<br />

Kassenbestände, Guthaben bei<br />

Kreditinstituten 8.291 4.071 4.013<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 961 0,5 912 0,5 765 0,5 -147 -16,1<br />

darunter Geldbeschaffungskosten 960 909 763<br />

Bilanzsumme 183.758 100 171.848 100 166.242 100 -5.606 -3,3<br />

Passiva<br />

Eigenkapital 17.686 9,6 14.642 8,5 9.982 6,0 -4.660 -31,8<br />

Gezeichnetes Kapital 63.915 16.080 16.080<br />

Gewinnrücklagen 10.000 1.606 1.606<br />

Bilanzverlust 56.229 0 3.044<br />

Jahresfehlbetrag 0 3.044 4.660<br />

Sonderposten mit Rücklageanteil<br />

48.687 26,5 49.639 28,9 49.165 29,6 -474 -1,0<br />

Rückstellungen 4.240 2,3 3.571 2,1 7.708 4,6 4.137 115,8<br />

Langfristige Rückstellungen 89 92 4.620<br />

Kurzfristige Rückstellungen 4.151 3.479 3.088<br />

Verbindlichkeiten 113.123 61,6 103.976 60,5 99.369 59,8 -4.607 -4,4<br />

Langfristige Verbindlichkeiten 64.468 82.085 76.718<br />

Mittelfristige Verbindlichkeiten 28.284 11.923 12.727<br />

Kurzfristige Verbindlichkeiten 20.371 9.968 9.924<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 22 0,0 20 0,0 18 0,0 -2 -10,0<br />

Bilanzsumme 183.758 100 171.848 100 166.242 100 -5.606 -3,3<br />

49


Städtische Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH (SWG)<br />

Gewinn- und Verlustrechnung<br />

2006 2007 <strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

T€ T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse<br />

Erhöhung/Verminderung des Bestandes an zum<br />

Verkauf bestimmten Grundstücken mit fertigen<br />

und unfertigen Bauten sowie unfertigen Leistun-<br />

25.263 22.558 21.356 -1.202 -5,3<br />

gen 308 -1.870 430 2.300 -123,0<br />

andere aktivierte Eigenleistungen 0 0 0 0 -<br />

sonstige betriebliche Erträge 2.147 4.343 7.998 3.655 84,2<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge<br />

Aufwendungen für bezogene Lieferungen/ Leis-<br />

27.718 25.031 29.784 4.753 19,0<br />

tungen 15.137 11.328 11.642 314 2,8<br />

Personalaufwand 2.048 2.434 2.631 197 8,1<br />

Abschreibungen 5.754 5.971 9.329 3.358 56,2<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 5.309 3.463 6.548 3.085 89,1<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 28.248 23.196 30.150 6.954 30,0<br />

Erträge aus Beteiligungen 0 0 300 300 -<br />

Beteiligungsergebnis 0 0 300 300 -<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 285 241 166 -75 -31,1<br />

Abschreibungen auf Finanzanlagen 0 0 0 0 -<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 4.848 5.119 4.762 -357 -7,0<br />

Finanzergebnis -4.563 -4.878 -4.596 282 -5,8<br />

Aufwendungen aus Verlustübernahme 0 0 0 0 -<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -5.093 -3.043 -4.662 -1.619 53,2<br />

außerordentliche Aufwendungen 0 0 0 0 -<br />

außerordentliches Ergebnis 0 0 0 0 -<br />

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 0 0 0 -<br />

sonstige Steuern 4 1 -2 -3 -<br />

Jahresergebnis -5.097 -3.044 -4.660 -1.616 53,1<br />

Personalentwicklung (Jahresdurchschnittswerte)<br />

Ist Ist Plan Ist<br />

31.01.2006 31.12.2007 <strong>2008</strong> 31.12.<strong>2008</strong><br />

Anzahl Vollbeschäftigte 38,7 39 39 44<br />

Anzahl Teilzeitbeschäftigte 0 0 0 0<br />

Auszubildende 4 3 3 3<br />

Beschäftigtenzahl<br />

(ohne Auszubildende)<br />

38,7 39,0 39,0 50,0<br />

Vollzeitäquivalent<br />

(ohne Auszubildende)<br />

38,7 39,0 39,0 50,0<br />

Nicht enthalten ist der Personenkreis, der Hauswarttätigkeiten und Mieterleistungen ausführt.<br />

50


Plan-Ist-Vergleich<br />

Städtische Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH (SWG)<br />

Plan <strong>2008</strong> Ist <strong>2008</strong><br />

Abweichung zum<br />

Planansatz<br />

T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 22.471 21.356 -1.115 -5,0<br />

Erhöhung/Verminderung des Bestandes an zum<br />

Verkauf bestimmten Grundstücken mit fertigen<br />

und unfertigen Bauten sowie unfertigen Leistungen<br />

-225 430 655 -<br />

sonstige betriebliche Erträge 2.763 7.998 5.235 -<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge<br />

Aufwendungen f. bezogene Lieferun-<br />

25.009 29.784 4.775 19,1<br />

gen/Leistungen 12.367 11.642 -725 -5,9<br />

Personalaufwand 2.103 2.631 528 25,1<br />

Abschreibungen 5.860 9.329 3.469 59,2<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 1.791 6.548 4.757 -<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 22.121 30.150 8.029 36,3<br />

Erträge aus Beteiligungen 0 300 300 -<br />

Beteiligungsergebnis 0 300 300 -<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 105 166 61 58,1<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 4.788 4.762 -26 -0,5<br />

Finanzergebnis -4.683 -4.596 87 -1,9<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -1.796 -4.662 -2.866 -<br />

außerordentliche Erträge 0 0 0 -<br />

außerordentliche Aufwendungen 0 0 0 -<br />

außerordentliches Ergebnis 0 0 0 -<br />

sonstige Steuern 1 -2 -3 -<br />

Jahresergebnis -1.796 -4.660 -2.864 -<br />

51


Städtische Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH (SWG)<br />

Leistungszahlen<br />

Wohnungs- und Gewerbebestände 31.12.2006 31.12.2007 31.12.<strong>2008</strong><br />

eigener Bestand:<br />

Wohnungseinheiten (Anzahl) 5.275 5.009 4.634<br />

Gewerbeeinheiten (Anzahl) 67 66 62<br />

Gesamt 5.342 5.075 4.696<br />

Wohnfläche (Tm²) 287,33 271,70 254,20<br />

Gewerbefläche (Tm²) 9,79 9,70 9,30<br />

Gesamt 297,12 281,40 263,50<br />

Wohnungs- und Gewerbeleerstand (Anzahl), davon 877 877 673<br />

vermietbar 58 63 95<br />

im Ausbau 64 5 20<br />

baufällig 755 809 522<br />

Leerstandsquote (%) 16,4 17,3 12,2<br />

Garagen, Stellplätze u. sonstige Einheiten (Anzahl) 1.427 1.456 805<br />

angemieteter Bestand:<br />

Wohnungseinheiten (Anzahl) 1.419 489 490<br />

Gewerbeeinheiten (Anzahl) 42 42 41<br />

Gesamt 1.461 531 531<br />

Wohnfläche (Tm²) 83,39 32,00 32,00<br />

Gewerbefläche (Tm²) 3,72 3,70 3,70<br />

Gesamt 87,11 35,70 35,70<br />

Wohnungs- und Gewerbeleerstand (Anzahl) 37 17 22<br />

Leerstandsquote (%) 2,5 3,2 4,1<br />

Garagen, Stellplätze u. sonstige Einheiten (Anzahl) 374 102 94<br />

Summe eigener und angemieteter Bestand:<br />

Wohnungseinheiten (Anzahl) 6.694 5.498 5.124<br />

Gewerbeeinheiten (Anzahl) 109 108 103<br />

Gesamt 6.803 5.606 5.227<br />

Wohnfläche (Tm²) 370,72 303,70 286,20<br />

Gewerbefläche (Tm²) 13,51 13,40 13,00<br />

Gesamt 384,23 317,10 299,20<br />

Wohnungs- und Gewerbeleerstand (Anzahl) 914 894 695<br />

Leerstandsquote (%) 13,4 15,9 13,3<br />

verwalteter Bestand:<br />

Wohnungseinheiten (Anzahl) 228 1.156 1.147<br />

Gewerbeeinheiten (Anzahl) 1 0 0<br />

Gesamt 229 1.156 1.147<br />

Wohn- und Gewerbefläche (Tm²) 14,55 65,69 65,70<br />

52


Bilanz- und Leistungskennzahlen<br />

Vermögenssituation<br />

Städtische Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH (SWG)<br />

Kennzahl Ist 2006 Ist 2007 Ist <strong>2008</strong><br />

Investitionen (T€) 230 538,1 754,6<br />

Investitionsdeckung (%) 2.501,7 1.109,6 1.236,3<br />

Anlageintensität (%) 89,3 93,3 93,1<br />

Deckungsgrad A (%) 40,4 40,1 38,2<br />

Deckungsgrad B (%) 79,8 91,3 90,8<br />

Kapitalstruktur<br />

Eigenkapitalquote (%) 36,1 37,4 35,6<br />

Nettoverschuldung (T€) 101.928,0 99.092,0 94.721,0<br />

Liquidität<br />

Barliquidität - Liquiditätsgrad I (%) 33,8 30,3 30,8<br />

kurzfristige Liquidität - Liquiditätsgrad II (%) 45,7 36,3 35,7<br />

einfacher operativer cash-flow (T€) 657,0 2.927,0 4.669,0<br />

Innenfinanzierungsgrad (%) 285,7 544,0 618,7<br />

Schuldentilgungsdauer 172,2 35,5 21,3<br />

Sonstiges<br />

Gesamtkapitalrentabilität (%) -0,1 1,2 0,1<br />

Personalaufwand je VZÄ (T€) 53,0 62,4 52,6<br />

Beurteilung der Daten durch das Beteiligungsmanagement<br />

Die Vermögenssituation der Gesellschaft ist geprägt von einer leicht steigenden Investitionstätigkeit<br />

im Berichtszeitraum (rund 754 T€). Hierbei lag der Schwerpunkt auf der weiteren<br />

Optimierung der Regelinstandsetzung sowie auf der zielgerichteten Modernisierung und Instandhaltung<br />

von Gebäuden in erweiterter innerstädtischer Lage. Besonderes Augenmerk<br />

galt dabei der energetischen Optimierung der Objekte.<br />

Die Kapitalstruktur der Gesellschaft zeigt zum Vorjahr geringfügige Veränderungen auf. Aufgrund<br />

des Jahresfehlbetrages von 4.660 T€ sank die Eigenkapitalquote von 37,4 % auf<br />

35,6 %. Allerdings ist dieser Wert branchenüblich. Das Ziel der Entschuldung der Gesellschaft<br />

wurde auch im Berichtszeitraum weiter verfolgt. Durch Regel- und Sondertilgungen<br />

aus laufender Liquidität sowie die zusätzliche Gewährung von Altschuldenentlastung konnten<br />

die langfristigen Verbindlichkeiten im Berichtsjahr um 5.367 T€ von 82.085 T€ auf<br />

76.718 T€ zurückgeführt werden.<br />

Die Bilanzstruktur ist unverändert durch ein branchentypisch hohes Immobilienvermögen des<br />

Wohnungsunternehmens gekennzeichnet. So beträgt der Anteil des Anlagevermögens an<br />

der Bilanzsumme unverändert 96,5 % (Vj. 96,4 %). Die Deckung des Anlagevermögens<br />

durch Eigenkapital ist mit 38,2 % nach wie vor gering, jedoch ebenfalls charakteristisch für<br />

die Branche.<br />

Der vereinfachte operative cash-flow, der die Innenfinanzierungskraft aus dem operativen<br />

Geschäft abbildet, lag im Berichtszeitraum bei 4.669 T€ (Vj. 2.927 T€). Würde die SWG den<br />

cash-flow-Trend fortsetzen, wäre sie in der Lage ihren derzeitigen Schuldenstand in ca.<br />

21 Jahren daraus vollständig abzubauen. Die Liquiditätskennzahlen haben sich gegenüber<br />

dem Vorjahr nicht wesentlich verändert. Die einzugsbedingte Liquidität (Liquiditätsgrad II)<br />

53


Städtische Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH (SWG)<br />

weist ein mit 35,7 % geringes – jedoch branchentypisches – Niveau auf. Insgesamt war die<br />

Zahlungsfähigkeit des Unternehmens zu jedem Zeitpunkt gesichert.<br />

Die Ertragslage war beeinflusst von sinkenden Umsatzerlösen (-1.202 T€), die auf die bisherige<br />

Leerstandsentwicklung, der im Rahmen des Stadtumbauprozesses notwendigen Bestandsreduzierung<br />

zurückzuführen sind. Des Weiteren wurde das Ergebnis durch einige<br />

Sondereffekte negativ beeinflusst. Besonders hervorzuheben sind diesbezüglich hohe Rückstellungsdotierungen.<br />

So wurden in <strong>2008</strong> im Zusammenhang mit der Bewirtschaftung der<br />

gemieteten Wohnungen von zwei Immobilienfonds erstmals Rückstellungen für drohende<br />

Verluste aus schwebenden Geschäften (2.445,9 T€) und Instandhaltungsrückstellungen<br />

(2.076,9 T€) gebildet. Dies ist der Situation geschuldet, dass die Gesellschaft in Vorjahren<br />

Objekte an zwei Immobileinfonds veräußert und vertraglich bis 2015 bzw. 2019 zurückgemietet<br />

hat, sich allerdings aus der laufenden Bewirtschaftung der Objekte unter Berücksichtigung<br />

der Mietzahlungen künftige Bewirtschaftungsfehlbeträge abzeichnen. Zudem antizipieren<br />

die Drohverlustrückstellungen das Risiko aus dem bestehenden Andienungsrecht. Diese<br />

Sondereffekte erklären im Wesentlichen die hohe Plan-Ist-Abweichung.<br />

Wesentliche Sachverhalte aus dem Lagebericht der Geschäftsführung<br />

Das Unternehmen<br />

Die Städtische Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH ist das größte kommunale Wohnungsunternehmen<br />

im Landkreis Mittelsachsen. In <strong>Freiberg</strong> ist die Gesellschaft mit 6.000<br />

eigenen, angemieteten und für Dritte verwalteten Wohnungen und Gewerbeeinheiten (VE)<br />

nicht nur die größte Anbieterin an Wohnraum, sondern auch Marktführerin. Diese Position zu<br />

sichern und weiter auszubauen ist Ziel eines seit Jahren laufenden Prozesses zur Optimierung<br />

der Abläufe und der Strukturen sowie der Verstetigung der Dienstleistungsorientierung.<br />

Dieser permanente Prozess, der jährlich von externen Wirtschaftsprüfern durch eine Interne<br />

Revision verprobt und begleitet wird, ist die Voraussetzung dafür, dass sich die Gesellschaft<br />

so aufstellen konnte, dass der von ihr praktizierte hohe Standard auch anderen Gesellschaften<br />

als Dienstleistung zur Verfügung gestellt werden kann. Beispielsweise wird für die Crimmitschauer<br />

Wohnungsgesellschaft mbH die komplette Geschäftsbesorgung und Betriebsführung<br />

erbracht. Insgesamt ergibt sich damit ein Bestand von ca. 10.000 VE.<br />

Anfang des Berichtsjahres hat sich der Bestand an Mitarbeitern aufgrund der Übernahme der<br />

Geschäftsbesorgung und Betriebsführung für die Crimmitschauer Wohnungsgesellschaft<br />

mbH um 12 Mitarbeiter erhöht. Unterjährig ist es gelungen, mit 10 Mitarbeitern eine einvernehmliche<br />

und sozial verträgliche Lösung zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses herbeizuführen,<br />

so dass jetzt insgesamt am Standort <strong>Freiberg</strong> 35 Mitarbeiter einschließlich der Geschäftsleitung<br />

zuzüglich 4 Mitarbeiter in einem Regiebetrieb und 3 Auszubildende sowie<br />

3 Mitarbeiter in Crimmitschau beschäftigt sind. Hiermit ist die Gesellschaft sehr effizient aufgestellt.<br />

Insgesamt gewährleisten die geschaffenen Strukturen, dass auch weitere Geschäftsbesorgungen<br />

übernommen und das hierfür benötigte Personal kurzfristig in die Prozessabläufe<br />

des Unternehmens integriert werden könnte.<br />

54


Geschäftstätigkeit der Gesellschaft<br />

Städtische Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH (SWG)<br />

a) Kerngeschäftsfeld Hausbewirtschaftung<br />

Das Kerngeschäftsfeld der Gesellschaft ist die Bewirtschaftung der eigenen und angemieteten<br />

Bestände in <strong>Freiberg</strong>.<br />

SWG<br />

Anzahl<br />

angemietet<br />

Anzahl<br />

gesamt<br />

SWG<br />

Fläche<br />

angemietet<br />

Fläche<br />

gesamt<br />

Stück Stück Stück Tm² Tm² Tm²<br />

Wohnungen 4.634 490 5.124 254,2 32,0 286,2<br />

Gewerbe 62 41 103 9,3 3,7 13,0<br />

Gesamt 4.696 531 5.227 263,5 35,7 299,2<br />

Der Kernbestand der eigenen, überwiegend sanierten, 4.696 bewirtschafteten Verwaltungseinheiten<br />

befindet sich in den bevorzugten Wohngebieten Wasserberg und Seilerberg.<br />

Planmäßig hat sich der Bestand gegenüber dem vorjährigen Bilanzstichtag – im Wesentlichen<br />

durch den Stadtumbau bedingt – um 379 VE beziehungsweise 16,9 Tm² verringert.<br />

Diesem Rückgang um 6,8 % der vermietbaren Fläche stehen rückläufige Netto-Mieterträge<br />

von 120 T€ beziehungsweise 0,8 % im Vergleich zum Vorjahresstichtag gegenüber. Dies<br />

zeigt, dass es gelungen ist, den Vermietungsstand im Kernbestand bei steigenden Mieterlösen<br />

stabil zu halten. Sowohl infolge guter Neuvermietung als auch der Umsetzung planmäßiger,<br />

moderater Mietanpassungen konnte, trotz des Freihaltens von Wohnraum für vom<br />

Stadtumbau betroffene Mieter, ebenfalls der Leerstand auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres<br />

gehalten werden. Während im Vorjahr 90 VE des vermietbaren Bestandes im Jahresmittel<br />

leer standen, so waren es in <strong>2008</strong> lediglich 2 VE mehr. Insgesamt betrug der Leerstand<br />

im vermietbaren Bereich zum Bilanzstichtag 1,82 % gegenüber 1,43 % im Vorjahr. An<br />

der Mietentwicklung der vermieteten VE im Vergleich der Bilanzstichtage Dezember 2007<br />

und <strong>2008</strong> wird erkennbar, dass der geringe Leerstand nicht zu Lasten der Miethöhe ging.<br />

Während die Miete der vermieteten VE pro € und m² im Dezember 2007 bei 4,51 €/m² lag,<br />

liegt diese nunmehr im Dezember <strong>2008</strong> bei 4,60 €/m².<br />

Des Weiteren bewirtschaftet die Städtische Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH noch<br />

angemietete Bestände. Es handelt sich im Rahmen von zwei Leasing-Fonds um 531 Verwaltungseinheiten,<br />

überwiegend in der <strong>Freiberg</strong>er Altstadt und Bahnhofsvorstadt gelegen. Die<br />

Grundaussagen zum Leerstand und zur Miethöhe gelten auch für diese Bestände. Dabei<br />

liegen die hier erzielten Mieten noch über denen des SWG-Kernbestandes.<br />

Die Gesellschaft betreibt ein offensives Portfoliomanagement zur Optimierung des Bestandes.<br />

So wurden im Berichtsjahr 4 Objekte mit 23 VE, 4 Eigentumswohnungen sowie<br />

6 Grundstücke mit einer Fläche von ca. 8.981 m² veräußert. Demgegenüber erwarb die<br />

SWG 5 Grundstücke mit 1.906 m² Fläche.<br />

b) Investitionen, Instandhaltung und Modernisierung<br />

Aufgrund großflächiger komplexer Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen bis Ende<br />

der 90-er Jahre ist der überwiegende Bestand der Gesellschaft in einem marktfähigen Zustand,<br />

so dass größere Modernisierungsmaßnahmen hier derzeit nicht geplant und aufgrund<br />

des Bauzustandes auch nicht notwendig sind. Der Schwerpunkt liegt daher auf der weiteren<br />

wirtschaftlichen und technischen Optimierung der Regelinstandhaltung sowie auf der zielgerichteten<br />

Modernisierung und Instandhaltung von einzelnen Objekten in erweiterten innerstädtischen<br />

Lagen.<br />

c) Dienstleistungen für Wohnungsunternehmen<br />

Das Geschäftsfeld Dienstleistungen für Wohnungsunternehmen (DIWO ® ) hat in den letzten<br />

Jahren für die Gesellschaft weiter an Bedeutung gewonnen. Eine wachsende Nachfrage wird<br />

55


Städtische Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH (SWG)<br />

wegen der Struktur der Wohnungswirtschaft erwartet. Für die Tochtergesellschaft, die Stadtbau<br />

<strong>Freiberg</strong> GmbH, wird bereits seit Januar 2002 die komplette kaufmännische und technische<br />

Geschäftsbesorgung erbracht. Seit dem 01.01.2007 erbringt die SWG ebenso für die<br />

BVD Immobilien GmbH & Co. <strong>Freiberg</strong> KG mit 930 Wohneinheiten die komplette Geschäftsbesorgung.<br />

Seit 01.06.2005 hat die Gesellschaft die kaufmännische Geschäftsbesorgung für<br />

die Hainichener Wohnungsgesellschaft mbH übernommen. Die HWG besitzt rund 1.100<br />

Wohneinheiten. Seit dem 01.01.<strong>2008</strong> erbringt die Städtische Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa.<br />

mbH die Geschäftsbesorgung und Betriebsführung für die Crimmitschauer Wohnungsgesellschaft<br />

mbH, die kommunale Wohnungsgesellschaft der Stadt Crimmitschau.<br />

Mit weiteren Interessenten befinden wir uns derzeit im Gespräch. Dabei ist vorgesehen, auch<br />

weitere, über die kaufmännische Geschäftsbesorgung hinausgehende Dienstleistungen, modulartig<br />

oder als Gesamtpaket anzubieten. Hierzu zählen insbesondere die technischen Leistungen,<br />

Leistungen des Bereichs Wärmeservice und der Verwaltung bis hin zur kompletten<br />

Übernahme der Betriebsführung.<br />

Vermögens- und Finanzlage<br />

Die Bilanzstruktur ist unverändert durch ein branchentypisches hohes Immobilienvermögen<br />

geprägt und bildet den branchentypischen Charakter eines anlagenintensiven Wohnungsunternehmens<br />

in den neuen Bundesländern ab. So beträgt der Anteil des Anlagevermögens an<br />

der Bilanzsumme 93,1 % gegenüber 93,3 % im Vorjahr. Das Ziel der Entschuldung der Gesellschaft<br />

wurde auch im Berichtsjahr zielstrebig weiter verfolgt. Durch Regel- und Sondertilgungen<br />

aus laufender Liquidität sowie die zusätzliche Gewährung von Altschuldenentlastung<br />

konnten die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Berichtsjahr von<br />

84.416 € auf 80.107 € zurückgeführt werden, dies entspricht einem Rückgang um 5,1 %.<br />

Im Geschäftsjahr <strong>2008</strong> konnten wir – wie auch in den Vorjahren – unseren Zahlungsverpflichtungen<br />

jederzeit fristgemäß nachkommen. Auch in den Folgejahren werden wir entsprechend<br />

unserer langfristigen Unternehmensplanung über einen ausreichenden Finanzmittelbestand<br />

verfügen. Die Gesellschaft verfügt nach wie vor über eine ausgeglichene Finanz-<br />

und Vermögensstruktur.<br />

Beteiligungen<br />

� Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

Die Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Städtischen<br />

Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH. Im Auftrag der Stadt <strong>Freiberg</strong> war die Gesellschaft<br />

in ihrem Kerngeschäft im Berichtsjahr für die Sanierungsgebiete <strong>Freiberg</strong>er Altstadt sowie<br />

die Wohngebiete Friedeburg und Wasserberg und auch noch für die im Berichtsjahr ausgelaufenen<br />

Förderprogramme EFRE und LOS tätig. Die Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH verwaltete<br />

dabei die bereitgestellten Fördermittel, berät in diesem Zusammenhang Grundstückseigentümer<br />

und die Stadt <strong>Freiberg</strong>. (Auf die gesonderte Darstellung des Unternehmens im <strong>Beteiligungsbericht</strong><br />

wird verwiesen.)<br />

� BVD Immobilien GmbH & Co. <strong>Freiberg</strong> KG<br />

Die BVD Immobilien GmbH & Co. <strong>Freiberg</strong> KG ist Eigentümerin von 930 Wohnungen im<br />

Stadtteil <strong>Freiberg</strong>-Friedeburg. Die Städtische Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH ist als<br />

atypisch stille Gesellschafterin an dieser Gesellschaft beteiligt.<br />

� BVD <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

An der BVD <strong>Freiberg</strong> GmbH, als persönlich haftende Komplementärin der BVD Immobilien<br />

GmbH & Co. <strong>Freiberg</strong> KG, ist die Städtische Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH zu<br />

50 % beteiligt. Alleiniger Geschäftszweck dieser Gesellschaft ist die Geschäftsführung der<br />

BVD Immobilien GmbH & Co. <strong>Freiberg</strong> KG. Dementsprechend liegt der voraussichtliche Jahresüberschuss<br />

von 3 T€ für das Jahr <strong>2008</strong> auf dem Niveau des Vorjahres.<br />

56


Städtische Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH (SWG)<br />

� BIL Leasing GmbH & Co. Objekte <strong>Freiberg</strong> KG<br />

An der BIL Leasing GmbH & Co. Objekte <strong>Freiberg</strong> KG ist die SWG als Kommanditistin in<br />

Höhe von 94 % beteiligt. Diese Beteiligung ist mit einem Buchwert in Höhe von 24 T€ von<br />

untergeordneter Bedeutung.<br />

Risiko- und Prognosebericht<br />

Seit dem 01.01.2007 ist die bauverein AG, Darmstadt, mit 49 % an der Städtischen Wohnungsgesellschaft<br />

<strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH beteiligt. Auf Basis dieser Beteiligung und der zugrunde<br />

liegenden Prognoserechnung bis zum Jahr 2025 wird die Gesellschaft ihre positive Weiterentwicklung<br />

unverändert fortsetzen. Das Hauptaugenmerk im Unternehmen liegt auf der<br />

Qualitätssicherung sowie der Stabilisierung der Arbeitsqualität und der Portfoliooptimierung.<br />

Schwerpunkte sind dabei künftig:<br />

� Die weitere Optimierung der Arbeitsprozesse<br />

� Stete Qualifizierung der Mitarbeiter i<br />

� Anwendung von DocuWare als Dokumentenmanagementsystem<br />

� Fortschreibung des aktiven ertrags- und zukunftsorientierten Portfoliomanagements<br />

� Konsequente Fortführung der Instandsetzungs- und energetischen Modernisierungsmaßnahmen<br />

im Bestand<br />

� Weiterer Ausbau des bestehenden Dienstleistungskonzeptes (DIWO) f<br />

� Konsequente Umsetzung der Maßnahmen des Stadtumbaus mit dem Rückbau des<br />

Restvolumens von 300 der 1.000 bewilligten Wohneinheiten bis zum Jahre 2010 sowie<br />

einer Nachnutzung mit Verwertung der freiwerdenden Flächen<br />

Risiken der künftigen Entwicklung<br />

Die Auswirkungen der Finanzmarktkrise können noch nicht abschließend beurteilt werden.<br />

Für die Immobilienwirtschaft insgesamt als anlagenintensiver und kreditintensiver Wirtschaftsbereich<br />

wird es allerdings von Bedeutung sein, wie sich künftig die Vergabe von Krediten,<br />

insbesondere hinsichtlich der Margengestaltung entwickeln wird. Hier wird die Frage<br />

des Beleihungsauslaufes sowie der Eigenkapitalanteil künftig eine noch größere Bedeutung<br />

gewinnen. Mögliche Kredit- oder Finanzierungsrisiken erscheinen jedoch für die Städtische<br />

Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH aus heutiger Sicht gut beherrschbar.<br />

Bei Anhalten der Wirtschaftskrise ist damit zu rechnen, dass eine verstärkte Fluktuation in<br />

den eigenen Beständen zu verzeichnen sein wird. Eine solche Entwicklung könnte zu einem<br />

erhöhten Aufwand zur Wiederherstellung der Vermietbarkeit von Wohnraum führen. Allerdings<br />

ermöglicht die Fluktuation auch, außerplanmäßige Mieterhöhungen im Rahmen der<br />

Neuvermietung durchzusetzen.<br />

Risiken, die sich aus dem Wirksamwerden der Andienungsrechte (geschlossene Immobilienfonds)<br />

bezüglich der angemieteten Wohnungs- und Gewerberaumbestände in den Jahren<br />

2015 und 2019 ergeben, sind aus heutiger Sicht nicht abschließend zu beurteilen. Es ist<br />

nicht sicher, ob die Leasinggeber von ihrem Andienungsrecht Gebrauch machen, also die<br />

Verpflichtung zum Rückkauf der Bestände durch die Gesellschaft überhaupt eintritt. Andererseits<br />

geht die sich abzeichnende Entwicklung tendenziell in Richtung einer Stärkung von<br />

Nachfrage und Funktion der Innenstadtbereiche der Stadt <strong>Freiberg</strong>. So wird den Altbaubeständen<br />

der SWG in Zukunft verstärkt die Funktion als Kernbestand zuwachsen.<br />

Vor diesem Hintergrund hat die Geschäftsführung der SWG in <strong>2008</strong> gemeinsam mit einem<br />

Beratungsunternehmen die bilanziellen und planerischen Auswirkungen beziehungsweise<br />

Folgen der Übernahme der Fondsobjekte in den Bestand der SWG als mögliche Alternative<br />

zum bisher geplanten Komplettverkauf im Falle einer Andienung geprüft. Im Ergebnis der<br />

plausibilisierten Untersuchungen hat sich diese Möglichkeit als eine wirtschaftlich sinnvolle<br />

57


Städtische Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH (SWG)<br />

und auch durchführbare Handlungsoption dargestellt, die bereits in den Planungen der SWG<br />

und den diesbezüglichen Rückstellungen in der Bilanz <strong>2008</strong> Berücksichtigung findet.<br />

Chancen der künftigen Entwicklung<br />

Aufgrund des infolge der Finanzmarktkrise niedrigen Zinsniveaus können durchaus auch<br />

Chancen in der weiteren frühzeitigen Prolongation von in ihrer Zinsbindung auslaufenden<br />

Darlehen liegen.<br />

Auch ist zu verzeichnen, dass in einem bisher noch schmalen, aber doch wachsenden<br />

Marktsegment die Nachfrage nach individualisiertem Wohnraum stetig zunimmt.<br />

Chancen ergeben sich auch aus den energetischen Anforderungen, für die das Unternehmen<br />

gut gerüstet ist. Mit Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung zum 01.07.<strong>2008</strong> liegen<br />

für alle eigenen Wohnungen beziehungsweise Wohngebäude die Energieausweise vor.<br />

Neben dem hohen energetischen Standard des Bestandes sind weitere Verbesserungen<br />

durch Modernisierungsmaßnahmen und im Rahmen von Pilotprojekten für regenerative Energien<br />

in 2009 und den Folgejahren vorgesehen.<br />

Die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft wird auch wesentlich davon abhängen, ob es gelingt,<br />

qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Arbeitsprozess zu gewinnen. Wegen der<br />

demografischen Entwicklung und des sich schon jetzt abzeichnenden Mangels an Fachkräften<br />

bildet unser Unternehmen dafür konsequent eigenen Nachwuchs aus und qualifiziert die<br />

Mitarbeiter permanent weiter.<br />

58


Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG (SWF AG)<br />

5. Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG (SWF AG)<br />

Adresse Poststraße 5, 09599 <strong>Freiberg</strong><br />

Telefon / Fax (0 37 31) 30 94-0 / 30 94 190<br />

Ansprechpartner Herr Lindner (Controlling)<br />

E-Mail info@stadtwerke-freiberg.de<br />

f.lindner@stadtwerke-freiberg.de<br />

Internet http://www.stadtwerke-freiberg.de<br />

Gründung Satzung vom 14.05.1991<br />

Handelsregister 30.11.1991<br />

Amtsgericht Chemnitz, HRB 3756<br />

Satzung gültig in der Fassung vom 04.09.2001<br />

Rechtsform Aktiengesellschaft<br />

Grundkapital 5.500.000,00 €<br />

Aktionäre Stadt <strong>Freiberg</strong> 51% (2.805 T€)<br />

HEAG Südhessische Energie AG (HSE), Darmstadt 49% (2.695 T€)<br />

Beteiligungen <strong>Freiberg</strong>er Stromversorgung GmbH (FSG)<br />

Stammkapital 3.100 T€<br />

Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG 70%<br />

envia Mitteldeutsche Energie AG, Chemnitz 30%<br />

<strong>Freiberg</strong>er Erdgas GmbH (FEG)<br />

Stammkapital 4.451 T€<br />

Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG 59,5%<br />

Thüga AG, München 40,5%<br />

Mit der FSG und der FEG bestehen umsatzsteuerliche Organschaftsverhältnisse.<br />

Vorstand<br />

Vorsitzender: Herr Dipl.-Ing. Dieter Kurzbuch (01.01.-24.03.<strong>2008</strong>)<br />

Herr Ing. Axel Schneegans (25.03.-31.12.<strong>2008</strong>)<br />

Herr Ing. Axel Schneegans (01.12.2007.-31.12.<strong>2008</strong>)<br />

Mitglied:<br />

Frau Dipl.-Ing. oec. Dagmar Berek (01.01.-31.12.<strong>2008</strong>)<br />

Aufsichtsrat<br />

Vorsitzender: Herr Dr.-Ing. Arnd Böttcher<br />

Bürgermeister für Finanzen, Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Stellvertreter: Herr Albert Filbert<br />

Vorstand HEAG Südhessische Energie AG (HSE), Darmstadt<br />

Mitglied: Herr Wolfgang Heinemann<br />

Stadtrat der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Mitarbeiter Im Jahresdurchschnitt waren 49 Mitarbeiter beschäftigt (inkl. Vorstände,<br />

Auszubildende und kurz- bzw. geringfügig Beschäftigte).<br />

Abschlussprüfer Ernst & Young AG<br />

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft<br />

Steuerberatungsgesellschaft, Dresden<br />

Wirtschaftsprüfer Herr Fleischer und Herr Uhlig<br />

59


Bilanz<br />

31.12.2006 31.12.2007 31.12.<strong>2008</strong><br />

Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG (SWF AG)<br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

Aktiva T€ % T€ % T€ % T€ %<br />

Anlagevermögen 16.543 80,1 16.600 78,9 16.550 71,4 -50 -0,3<br />

Immaterielle<br />

Vermögensgegenstände 306 255 256<br />

Sachanlagen 991 1.099 1.048<br />

Finanzanlagen 15.246 15.246 15.246<br />

Umlaufvermögen 4.119 19,9 4.431 21,1 6.633 28,6 2.202 49,7<br />

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände<br />

2.700 2.622 2.068<br />

Kassenbestände, Guthaben bei<br />

Kreditinstituten 1.419 1.809 4.565<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 1 0,0 6 0,0 1 0 -5 -83,3<br />

Bilanzsumme 20.663 100 21.037 100 23.184 100 2.147 10,2<br />

Passiva<br />

Eigenkapital 16.114 78,0 16.321 77,6 16.532 71,3 211 1,3<br />

Gezeichnetes Kapital 5.500 5.500 5.500<br />

Kapitalrücklagen 4.225 4.225 4.225<br />

Gewinnrücklagen 3.637 3.637 3.637<br />

Bilanzgewinn 2.752 2.959 3.170<br />

Rückstellungen 2.397 11,6 2.543 12,1 2.602 11,2 59 2,3<br />

Langfristige Rückstellungen 1.060 1.105 1.162<br />

Kurzfristige Rückstellungen 1.337 1.438 1.440<br />

Verbindlichkeiten 2.152 10,4 2.173 10,3 4.050 17,5 1.877 86,4<br />

Langfristige Verbindlichkeiten 674 587 206<br />

Mittelfristige Verbindlichkeiten 344 345 83<br />

Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.134 1.241 3.761<br />

Bilanzsumme 20.663 100 21.037 100 23.184 100 2.147 10,2<br />

60


Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG (SWF AG)<br />

Gewinn- und Verlustrechnung<br />

2006 2007 <strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

T€ T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 3.667 3.726 3.868 142 3,8<br />

sonstige betriebliche Erträge 130 99 132 33 33,3<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 3.797 3.825 4.000 175 4,6<br />

Aufwendungen für bezogene Leistungen 171 154 138 -16 -10,4<br />

Personalaufwand 2.201 2.306 2.415 109 4,7<br />

Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände<br />

des Anlagevermögens und Sachanlagen<br />

164 163 164 1 0,6<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 1.105 521 464 -57 -10,9<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 3.641 3.144 3.181 37 1,2<br />

Erträge aus Beteiligungen 2.489 2.359 2.090 -269 -11,4<br />

Beteiligungsergebnis 2.489 2.359 2.090 -269 -11,4<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 35 69 112 43 62,3<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 52 54 50 -4 -7,4<br />

Finanzergebnis -17 15 62 47 313,3<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 2.628 3.055 2.971 -84 -2,7<br />

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 84 369 281 -88 -23,8<br />

sonstige Steuern 4 4 4 0 0,0<br />

Jahresergebnis 2.540 2.682 2.686 4 0,1<br />

Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 212 277 484 207 74,7<br />

Einstellung in andere Gewinnrücklagen 0 0 0 0 -<br />

Bilanzgewinn 2.752 2.959 3.170 211 7,1<br />

Nachrichtlich: Verwendung des Bilanzgewinns<br />

Einstellung in Rücklagen 0 0 0<br />

Ausschüttung an Gesellschafter 2.475 2.475 2.475<br />

Vortrag auf neue Rechnung 277 484 695<br />

61


Personalentwicklung (Jahresdurchschnittswerte)<br />

Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG (SWF AG)<br />

Ist Ist Plan Ist<br />

2006 2007 <strong>2008</strong> <strong>2008</strong><br />

Anzahl Vollbeschäftigte (ohne Vorstand) 30 32 32 32<br />

Anzahl Teilzeitbeschäftigte 5 5 5 5<br />

gewerbliche Arbeitnehmer 8 8 8 8<br />

Anzahl geringfügig/kurzfristig Beschäftigte 0 0 0<br />

Auszubildende 2 2 2 2<br />

Gesamtbeschäftigtenzahl<br />

(ohne Vorstand/Auszubildende)<br />

Vollzeitäquivalent<br />

(ohne Vorstand/Auszubildende/gering Beschäftigte)<br />

Plan-Ist-Vergleich<br />

43 45 45 45<br />

41,25 43,25 43,5 43,5<br />

Plan <strong>2008</strong> Ist <strong>2008</strong><br />

Abweichung zum<br />

Planansatz<br />

T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 3.823 3.868 45 1,2<br />

sonstige betriebliche Erträge 100 132 32 32,0<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 3.923 4.000 77 2,0<br />

Aufwendungen für bezogene Leistungen 285 138 -147 -<br />

Personalaufwand 2.612 2.415 -197 -7,5<br />

Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände<br />

des Anlagevermögens und Sachanlagen<br />

186 164 -22 -11,8<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 450 464 14 3,1<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 3.533 3.181 -352 -10,0<br />

Erträge aus Beteiligungen 2.359 2.090 -269 -11,4<br />

Beteiligungsergebnis 2.359 2.090 -269 -11,4<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 50 112 62 124,0<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 35 50 15 42,9<br />

Finanzergebnis 15 62 47 -<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 2.764 2.971 207 7,5<br />

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 177 281 104 58,8<br />

sonstige Steuern 4 4 0 0,0<br />

Jahresergebnis 2.583 2.686 103 4,0<br />

Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 271 484 213 78,6<br />

Einstellung in andere Gewinnrücklagen 0 0 0 -<br />

Bilanzgewinn 2.854 3.170 316 11,1<br />

62


Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG (SWF AG)<br />

Bilanz- und Leistungskennzahlen<br />

Vermögenssituation<br />

Kennzahl Ist 2006 Ist 2007 Ist <strong>2008</strong><br />

Investitionen (T€) 122 220 123<br />

Investitionsdeckung (%) 134,4 74,1 133,3<br />

Anlageintensität (%) 80,1 78,9 71,4<br />

Deckungsgrad A (%)* 82,4 83,4 84,9<br />

Deckungsgrad B (%) * 92,9 93,6 93,2<br />

Kapitalstruktur<br />

Eigenkapitalquote (%)* 66,0 65,8 60,6<br />

Nettoverschuldung (T€) -1.967,0 -2.258,0 -2.583,0<br />

Liquidität<br />

Barliquidität - Liquiditätsgrad I (%)* 28,7 67,5 59,5<br />

kurzfristige Liquidität - Liquiditätsgrad II (%)* 83,3 86,0 86,4<br />

einfacher operativer cash-flow (T€) 2.704,0 2.845,0 2.850,0<br />

Innenfinanzierungsgrad (%) 2.216,4 1.293,2 2.317,1<br />

Schuldentilgungsdauer 0,8 0,8 1,4<br />

Sonstiges<br />

Gesamtkapitalrentabilität (%) 12,5 13,0 11,8<br />

Personalaufwand je VZÄ (T€) 53,4 53,3 55,5<br />

* unter Berücksichtigung der Gewinnausschüttung i.H.v. 2.475 T€ für das jeweilige Geschäftsjahr, welche im nächstem Geschäftsjahr<br />

zahlungswirksam wird<br />

Bewertung der Bilanz- und Leistungskennzahlen<br />

Die Vermögenssituation der Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG hat sich im Berichtszeitraum nur unwesentlich<br />

geändert. Die Veränderungen des Anlagevermögens ergeben sich aus Zugängen in<br />

Höhe von 123 T€ und aus Abschreibungen in Höhe von 164 T€. Die Investitionen – vorrangig<br />

in Geschäfts- und Betriebsausstattung sowie Software – waren vollständig durch Abschreibungen<br />

finanziert. Das Anlagevermögen ist nach wie vor nicht vollständig durch langfristiges<br />

Kapital gedeckt (93,2 %). Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass bei der Quotenermittlung<br />

das Eigenkapital bereits um die Gewinnausschüttung i.H.v. 2.475 T€ gekürzt<br />

wurde, die jedoch erst im Jahr 2009 wirksam wurde. Insofern kann eine solide Unternehmensfinanzierung<br />

festgestellt werden.<br />

Mit 60,6 % ist die Eigenkapitalquote der Gesellschaft – unter Berücksichtigung der Gewinnausschüttung<br />

– angemessen.<br />

Auch wenn die kurzfristige Liquidität zum Bilanzstichtag erneut eine Unterdeckung aufweist,<br />

war die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens auch im Geschäftsjahr <strong>2008</strong> zu jeder Zeit gegeben.<br />

Der operative cash-flow reichte aus, die Gewinnausschüttung, die Schuldentilgung<br />

sowie die Investitionen zu finanzieren.<br />

Die Ertragslage war u. a. von gestiegenen Umsätzen sowie Personalaufwendungen geprägt.<br />

Die Umsatzerlöse betreffen im Wesentlichen die Betriebsführungsentgelte der kaufmännischen/technischen<br />

Betriebsführung für die Tochtergesellschaften. Die Höhe der Umsätze ist<br />

von der Entwicklung der Grundvergütung gemäß Tarifvertrag abhängig und korrespondiert<br />

demzufolge mit dem Personalaufwand. Der im Vergleich zum Vorjahr höhere Personalauf-<br />

63


Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG (SWF AG)<br />

wand hat seine Ursache in Tariferhöhungen sowie der Erhöhung des Personalbestandes um<br />

durchschnittlich einen Mitarbeiter. Insbesondere durch niedrigere Rechts- und Beratungskosten<br />

sowie geringere Rückstellungszuführungen sanken die sonstigen betrieblichen Aufwendungen.<br />

Das Jahresergebnis wurde wesentlich von den Beteiligungserträgen geprägt. Im<br />

Geschäftsjahr fielen diese niedriger aus (-269 T€). Kompensiert werden konnte dies u. a.<br />

durch Erträge aus Rückstellungsauflösung, höhere Zinserträge und eine niedrigere Ertragssteuerbelastung,<br />

so dass der Jahresüberschuss geringfügig über dem Vorjahreswert lag.<br />

Wesentliche Inhalte aus dem Lagebericht des Vorstandes<br />

Rahmenbedingungen<br />

Das Geschäftsjahr <strong>2008</strong> der Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG (SWF AG) und ihrer Tochterunternehmen<br />

<strong>Freiberg</strong>er Erdgas GmbH (FEG) und <strong>Freiberg</strong>er Stromversorgung GmbH (FSG) war wie<br />

in den vergangenen Jahren von weiteren Veränderungen der energierechtlichen Rahmenbedingungen<br />

in Deutschland beeinflusst.<br />

So war am 6. November 2007 die Verordnung über die Anreizregulierung der Energieversorgungsnetze<br />

(ARegV) in Kraft getreten, deren Ausgestaltung weitere Eingriffe in die Erlösstruktur<br />

der Unternehmen ab dem Geschäftsjahr 2009 zur Folge hat. Bis 15. Dezember 2007<br />

konnten sich danach kleine und mittlere Energieversorgungsunternehmen (Kundenanzahl<br />

Strom bis 30.000) zur Teilnahme am vereinfachten Verfahren zur Anreizregulierung ab 2009<br />

entscheiden. Die Geschäftsführung der FSG hatte sich unter zu Grundlegung der bis dahin<br />

bekannten Effizienzkriterien, deren detaillierte Ausgestaltung erst im Verlauf des Geschäftsjahres<br />

<strong>2008</strong> durch die Bundesnetzagentur erfolgte, für das normale Verfahren entschieden.<br />

Die Geschäftsführung der FEG hatte dem vereinfachte Verfahren den Vorzug gegeben.<br />

Zum 30. Juni 2007 hatte die FSG gem. § 23 a Abs. 1 EnWG erneut einen Antrag auf Genehmigung<br />

von Netzentgelten für die Stromsparte ab 1. Januar <strong>2008</strong> an die Sächsische Regulierungsbehörde<br />

eingereicht, der am 21. Februar <strong>2008</strong> mit geringfügigen Kürzungen im<br />

Vergleich zu den bis dahin geltenden Entgelten genehmigt wurde. Der Antrag der FEG auf<br />

Genehmigung der Netzentgelte ab 1. April <strong>2008</strong> wurde termingerecht gestellt. Im Zusammenhang<br />

mit der Anreizregulierung wurde von einer sächsischen Sonderregelung Gebrauch<br />

gemacht und dieser Entgeltantrag zurückgezogen. Gleichzeitig wurde die Fortgeltung der<br />

bisher genehmigten Entgelte beantragt. Dem wurde durch die Behörde inzwischen statt gegeben.<br />

Brandschaden<br />

Wesentlich geprägt war das Geschäftsjahr <strong>2008</strong> von den Folgen des Brandschadens im<br />

Umspannwerk „Hütte“ vom 6. Mai <strong>2008</strong>, der zu ungeplanten Abriss-, Demontage- und Wiedererrichtungskosten<br />

in Verbindung mit Neu- und Ersatzinvestitionen sowie zu erheblichen<br />

zeitlichen und finanziellen Verschiebungen im Bauplan der FSG führte.<br />

Tochterunternehmen<br />

Aufgrund der Unternehmensgröße können die Tochterunternehmen FEG und FSG auf das<br />

legal unbundling verzichten. Eine gesetzeskonforme Umsetzung des buchhalterischen, informationellen<br />

sowie organisatorischen Unbundlings wurde durch entsprechende Vertragsund<br />

Strukturanpassungen realisiert. Die Bundesnetzagentur hatte mit Beschluss (BK06-06-<br />

09) einheitliche Geschäftsprozesse und Datenformate zur Abwicklung der Belieferung von<br />

Kunden mit Elektrizität (GPKE) festgelegt. Die SWF AG hatte im Zusammenhang mit dem<br />

informationellen Unbundling von einer Ausnahmeregelung im Verhältnis Netz / verbundener<br />

Vertrieb Gebrauch gemacht, die per 1. Oktober 2009 ausläuft. Zur gesetzeskonformen Umsetzung<br />

der Prozesse hat die SWF AG im Geschäftsjahr alle erforderlichen Voraussetzungen<br />

zur softwareseitigen Einführung eines Zwei - Mandanten - Modells geschaffen.<br />

64


Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG (SWF AG)<br />

Risiken und Prognose<br />

Die Analyse der Geschäftsrisiken des Unternehmens wurde wie im Vorjahr im Konzernbereich<br />

der Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> weiter aktualisiert. Die festgestellten Risiken (Rückgang der<br />

Beteiligungserträge, Drohverluste und Prozessrisiken) wurden bei der kurz- und mittelfristigen<br />

Erfolgsplanung der Gesellschaften berücksichtigt. Mögliche Rückgänge der Beteiligungserträge<br />

resultieren aus den bei den Tochterunternehmen bestehenden Risiken aufgrund<br />

der hohen Volatilität der Bezugs- und Absatzpreise, dem stetigen Margendruck durch<br />

immer stärker werdenden Wettbewerb, der Bonität der Kunden, der rückläufigen Einwohnerentwicklung<br />

und nicht zuletzt den unberechenbaren Auswirkungen der weltweiten Finanzund<br />

Wirtschaftkrise. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von existenzgefährdenden Risiken (Verlust<br />

aus Beteiligungen) wurde als sehr gering eingeschätzt.<br />

Der Vorstand hatte dem Aufsichtsrat im Herbst <strong>2008</strong> die Wirtschaftsplanung für das Geschäftsjahr<br />

2009 sowie die aktualisierte mittelfristige Entwicklung der Geschäftszahlen bis<br />

zum Geschäftsjahr 2013 vorgelegt und genehmigt bekommen. Aus dem Erfolgsplan 2009<br />

geht hervor, dass der Vorstand mit steigenden Beteiligungserträgen bis auf das Niveau von<br />

2007 rechnet. Voraussetzung hierfür ist, dass sich die SWF AG und ihre Tochterunternehmen<br />

auch im Geschäftsjahr 2009 trotz ständig wachsender Anforderungen erfolgreich im<br />

Energiemarkt behaupten können. Die geplanten Investitionen in die Betriebs- und Geschäftsausstattung<br />

des Unternehmens dienen hauptsächlich der Erneuerung und Modernisierung<br />

der betriebsnotwendigen Hard- und Software sowie weitere bautechnische Investitionen<br />

in das Betriebsgebäude der Gesellschaft.<br />

Unter der Annahme, dass sich die Geschäftszahlen – insbesondere auch die der Tochterunternehmen<br />

– wie geplant entwickeln, können die Aktionäre im Geschäftsjahr 2009 wiederum<br />

mit einem positiven Bilanzgewinn der Gesellschaft rechnen. Für die Geschäftsjahre 2009<br />

und 2010 hat der Vorstand die Erwirtschaftung von Jahresüberschüssen zwischen 2,5 und<br />

2,6 Mio. € geplant.<br />

65


SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH<br />

6. SAXONIA<br />

Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH<br />

Adresse Halsbrücker Straße 34, 09599 <strong>Freiberg</strong><br />

Telefon / Fax (0 37 31) 39 50 10 / 39 50 13<br />

Ansprechpartner Frau Buhl – 39 50 46 (Finanzen)<br />

E-Mail saxonia@saxonia-freiberg.de<br />

claudia.buhl@saxonia-freiberg.de<br />

Internet http://www.saxonia-freiberg.de<br />

Gründung Neufassung Gesellschaftsvertrag vom 23.04.1997<br />

Handelsregister Fortsetzung der Gesellschaft ab 01.05.1997<br />

Amtsgericht Chemnitz, HRB 11849<br />

Gesellschaftsvertrag zuletzt geändert am 29.01.2007<br />

Rechtsform GmbH<br />

Stammkapital 250.000,00 €<br />

Gesellschafter Stadt <strong>Freiberg</strong> 50% (125 T€)<br />

Landkreis Mittelsachsen 50% (125 T€)<br />

Beteiligungen Mit Vertrag über Kauf und Abtretung von Geschäftsanteilen vom<br />

19.12.2006 hat die Gesellschaft mit Wirkung zum 01.01.2007<br />

100% der Geschäftsanteile an der Deutsches Brennstoffinstitut<br />

Vermögensverwaltungs-GmbH, <strong>Freiberg</strong> von den bisherigen Gesellschaftern<br />

gekauft und übernommen.<br />

Mit der Deutsches Brennstoffinstitut Vermögensverwaltungs-<br />

GmbH besteht ein umsatzsteuerliches Organschaftsverhältnis.<br />

Geschäftsführer Herr Dipl.-Verwaltungswirt (FH) Erich Fritz<br />

Aufsichtsrat<br />

Vorsitzender: Herr Volker Uhlig<br />

Landrat des Landkreises Mittelsachsen<br />

Stellvertreter: Frau Dr. Uta Rensch<br />

Oberbürgermeisterin der Stadt <strong>Freiberg</strong> (bis 30.09.<strong>2008</strong>)<br />

Herr Bernd-Erwin Schramm<br />

Oberbürgermeister der Stadt <strong>Freiberg</strong> (ab 1.10.<strong>2008</strong>)<br />

Mitglieder: Herr Dr.-Ing. Arnd Böttcher<br />

Bürgermeister für Finanzen der Stadt <strong>Freiberg</strong> (bis 30.09.<strong>2008</strong>)<br />

Herr Dieter Brautzsch<br />

Stadtrat der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Frau Dr. Jana Pinka<br />

Stadträtin der Stadt <strong>Freiberg</strong> (ab 01.10.<strong>2008</strong>)<br />

Frau Christine Putzler<br />

1. Kreisbeigeordnete des Landkreises <strong>Freiberg</strong> (bis 30.09.<strong>2008</strong>)<br />

Herr Dr. Heinrich Douffet<br />

Mitglied des Kreistages Mittelsachsen (ab 1.10.<strong>2008</strong>)<br />

Herr Jörg Kiehne<br />

Bürgermeister der Gemeinde Halsbrücke<br />

Mitarbeiter Im Jahresdurchschnitt waren 17 Mitarbeiter beschäftigt.<br />

66


SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH<br />

Abschlussprüfer KPMG AG<br />

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft<br />

Wirtschaftsprüfer Herr Nieweg und Herr Schober<br />

67


Bilanz<br />

SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH<br />

31.12.2006 31.12.2007 31.12.<strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

Aktiva T€ % T€ % T€ % T€ %<br />

Anlagevermögen 1.307 8,3 4.556 27,7 4.874 30,5 318 7,0<br />

Immaterielle Vermögensgegenstände<br />

20 28 20<br />

Sachanlagen 1.269 1.127 1.243<br />

Finanzanlagen 18 3.401 3.611<br />

Umlaufvermögen 10.706 68,37 8.320 50,65 8.034 50,3 -286 -3,4<br />

Vorräte 0 0 0<br />

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände<br />

385 423 444<br />

Wertpapiere 1.954 0 0<br />

Kassenbestände, Guthaben bei<br />

Kreditinstituten 8.367 7.897 7.590<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 0 0,00 8 0,05 7 0,04 -1 -12,5<br />

Sonderverlustkonto gemäß § 17<br />

Abs. 4 DMBilG 3.645 23,3 3.542 21,6 3.050 19,1 -492 -13,9<br />

Bilanzsumme 15.658 100 16.426 100 15.965 100 -461 -2,8<br />

Passiva<br />

Eigenkapital 10.640 68,0 11.120 67,7 11.173 70,0 53 0,5<br />

Gezeichnetes Kapital 250 250 250<br />

Gewinnrücklagen<br />

Sonderrücklage gemäß § 27 Abs.<br />

2 DMBilG 6.622 6.622 6.622<br />

Sonderrücklage gemäߧ 17 Abs.<br />

4 DMBilG 3.645 3.645 3.645<br />

Gewinnvortrag 76 123 603<br />

Jahresüberschuss 47 480 53<br />

Rückstellungen 4.912 31,4 5.174 31,5 4.688 29,4 -486 -9,4<br />

Langfristige Rückstellungen 4.801 5.088 4.623<br />

Kurzfristige Rückstellungen 111 86 65<br />

Verbindlichkeiten 106 0,7 132 0,8 104 0,7 -28 -21,2<br />

Langfristige Verbindlichkeiten 0 0 0<br />

Mittelfristige Verbindlichkeiten 0 0 0<br />

Kurzfristige Verbindlichkeiten 106 132 104<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 0 0,0 0 0,0 0 0,0 0 -<br />

Bilanzsumme 15.658 100 16.426 100 15.965 100 -461 -2,8<br />

68


SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH<br />

Gewinn- und Verlustrechnung<br />

2006 2007 <strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

T€ T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 813 988 894 -94 -9,5<br />

sonstige betriebliche Erträge 519 1.952 1.205 -747 -38,3<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 1.332 2.940 2.099 -841 -28,6<br />

Materialaufwand 208 192 162 -30 -15,6<br />

Personalaufwand 611 635 660 25 3,9<br />

Abschreibungen 84 178 581 403 226,4<br />

davon auf immaterielle Vermögensgegenstände<br />

des Anlagevermögens und Sachanlagen 47 75 89 14 18,7<br />

davon auf das Sonderverlustkonto aus Rückstellungsbildung<br />

gemäß §17 Abs. 4 DMBiLG 36 103 492 389 377,7<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 605 1.698 961 -737 -43,4<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 1.508 2.703 2.364 -339 -12,5<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 230 247 324 77 31,2<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0 0 0 0 -<br />

Finanzergebnis 230 247 324 77 31,2<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 54 484 59 -425 -87,8<br />

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 0 0 0 -<br />

sonstige Steuern 7 4 6 2 50,0<br />

Jahresergebnis 47 480 53 -427 -89,0<br />

Nachrichtlich<br />

Behandlung des Jahresergebnisses<br />

Zu tilgen aus den Rücklagen 0 0 0<br />

Vortrag auf neue Rechnung 47 480 53<br />

69


Personalentwicklung (Jahresdurchschnittswerte)<br />

SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH<br />

Ist Ist Plan Ist<br />

2006 2007 <strong>2008</strong> <strong>2008</strong><br />

Anzahl Vollbeschäftigte 12 13 k. A. 13<br />

Anzahl Teilzeitbeschäftigte 1 4 k. A. 3<br />

Anzahl geringfügig Beschäftigte 4 3 k. A. 1<br />

Auszubildende 2 0 k. A. 0<br />

Beschäftigtenzahl<br />

(ohne Auszubildende)<br />

Vollzeitäquivalent<br />

(ohne Auszubildende)<br />

Plan-Ist-Vergleich<br />

17 20 k. A. 17<br />

13 16 15 15<br />

Plan <strong>2008</strong> Ist <strong>2008</strong><br />

Abweichung zum<br />

Planansatz<br />

T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 893 894 1 0,1<br />

sonstige betriebliche Erträge 1.004 1.205 201 20,0<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 1.897 2.099 202 10,6<br />

Materialaufwand 110 162 52 47,3<br />

Personalaufwand 683 660 -23 -3,4<br />

Abschreibungen 161 581 420 -<br />

davon auf immaterielle Vermögensgegenstände<br />

des Anlagevermögens und Sachanlagen<br />

92 89 -3 -3,3<br />

davon auf das Sonderverlustkonto aus<br />

Rückstellungsbildung gemäß §17 Abs. 4<br />

DMBiLG 69 492 423 -<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 1.166 961 -205 -17,6<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 2.120 2.364 244 11,5<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 230 324 94 40,9<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0 0 0 -<br />

Finanzergebnis 230 324 94 40,9<br />

Ergebnis der gewöhnlichen<br />

Geschäftstätigkeit 7 59 52 -<br />

außerordentliche Erträge 0 0 0 -<br />

außerordentliche Aufwendungen 0 0 0 -<br />

außerordentliches Ergebnis 0 0 0 -<br />

sonstige Steuern 5 6 1 20,0<br />

Erträge aus Verlustausgleich 0 0 0 -<br />

Jahresergebnis 2 53 51 -<br />

70


SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH<br />

Bilanz- und Leistungskennzahlen<br />

Kennzahl Ist 2006 Ist 2007 Ist <strong>2008</strong><br />

Vermögenssituation<br />

Investitionen in (T€) 269,0 3.559,0 410,0<br />

Investitionen in Sachanlagevermögen (T€) 252,0 176,0 200,0<br />

Investitionsdeckung (%) 18,7 42,6 44,5<br />

Anlagenintensität (%) 8,3 27,7 30,5<br />

Deckungsgrad A (%) 535,2 166,3 166,7<br />

Deckungsgrad B (%) 902,5 278,0 261,5<br />

Kapitalstruktur<br />

Eigenkapitalquote (%) 58,2 58,8 62,9<br />

Nettoverschuldung (T€) -8.646,0 -8.188,0 -7.930,0<br />

Liquidität<br />

Barliquidität - Liquiditätsgrad I (%) 3.855,8 3.622,5 4.491,1<br />

kurzfristige Liquidität - Liquiditätsgrad II (%) 4.033,2 3.816,5 4.753,8<br />

einfacher operativer cash-flow (T€) 94 555 142<br />

Innenfinanzierungsgrad (%) 34,9 15,6 34,6<br />

Schuldentilgungsdauer (Jahre) 1,1 0,2 0,7<br />

Rentabilität/Geschäftserfolg<br />

Gesamtkapitalrentabilität (%) 0,3 2,9 0,3<br />

Personalintensität (%) 45,9 21,6 31,4<br />

Bewertung der Daten durch das Beteiligungsmanagement<br />

Die Investitionen des Unternehmens umfassten im Berichtszeitraum als größte Positionen<br />

den Erwerb von Grundstücken für die geplante Erdstoffannahmestelle „Davidschacht/Hammerberg“<br />

(37 T€), Vorarbeiten für die geplante Erdstoffannahmestelle „Alte Ziegelei“<br />

(127 T€) sowie die Ausreichung eines Gesellschafterdarlehen an das in 2007 übernommene<br />

Tochterunternehmen Deutsches Brennstoffinstitut Vermögensverwaltungs-GmbH,<br />

<strong>Freiberg</strong> (210 T€). Hauptsächlich führten diese Maßnahmen zur Erhöhung des Anlagevermögens<br />

der SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH im Vergleich<br />

zu 2007 um 318 T€ auf 4.874 T€.<br />

Die Kapitalstruktur der Gesellschaft weist zum Vorjahr kaum Veränderungen auf. Das Eigenkapital<br />

erhöhte sich um den einbehaltenen Jahresüberschuss von 53 T€ auf 11.173 T€. Die<br />

um das Sonderverlustkonto gem. § 17 Abs. 4 DMBilG bereinigte Eigenkapitalquote liegt damit<br />

bei 62,9 % (Vj. 58,8 %).<br />

Die liquiden Mittel nahmen aufgrund der Investitionstätigkeit um 305 T€ ab. Die Liquidität<br />

ersten und zweiten Grades ist in Hinsicht auf die erhebliche Mittelbindung im Rahmen der<br />

bestehenden Rückstellungen zu relativieren.<br />

Der im Vergleich zum Berichtsjahr um 427 T€ höhere Jahresüberschuss in 2007 beruhte auf<br />

einmaligen Erträgen aus der Veräußerung von Sachanlagevermögen sowie Wertpapieren.<br />

Die Gesellschaft weist gegenüber dem Vorjahr geringere Umsätze aus. Dies ist im Wesentlichen<br />

auf geringere Erdstoffanlieferungen zurückzuführen. Die Abnahme der sonstigen betrieblichen<br />

Erträge resultiert zum einen aus dem oben beschriebenen einmaligen Veräußerungserträgen<br />

im Geschäftsjahr 2007 sowie zum anderen auf den im reduzierten Umfang<br />

71


SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH<br />

durchgeführten eigenen Maßnahmen innerhalb des Altlastenprojektes. Den Erträgen im<br />

Rahmen des Altlastenprojektes stehen in gleicher Höhe sonstige betriebliche Aufwendungen<br />

entgegen, die somit ebenfalls geringer als im Vorjahr ausfallen. Des Weiteren konnten im<br />

Berichtsjahr geringere Zuführungen zu den Rückstellungen vorgenommen werden und es<br />

bestand auch ein verminderter Wertberichtigungsbedarf, so dass die sonstigen betrieblichen<br />

Aufwendungen in <strong>2008</strong> insgesamt reduziert werden konnten.<br />

Wesentliche Sachverhalte aus dem Lagebericht der Geschäftsführung<br />

Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Jahr 2007 lag die Arbeit der Geschäftsführung<br />

hauptsächlich in der kontinuierlichen Fortsetzung des Begonnenen. Zu Beginn des Jahres<br />

war die sich im Laufe des Geschäftsjahres abzeichnende Finanz- und Wirtschaftskrise nicht<br />

erkennbar. Direkte Auswirkungen auf das Unternehmen haben sich nur bedingt auf das Geschäftsfeld<br />

„Erdstoffannahme“ ergeben.<br />

Gesellschafterdarlehen<br />

Die Gesellschaft hat mit Darlehensvertrag vom 31. Juli <strong>2008</strong> dem Tochterunternehmen<br />

Deutsches Brennstoffinstitut Vermögensverwaltungs-GmbH ein Gesellschafterdarlehen in<br />

Höhe von TEUR 210 mit einem Zinssatz von 5 % zum Erwerb der Geschäftsanteile zu<br />

100 % an der DBI-EWI GmbH ausgereicht.<br />

Aktivitäten im Immobilienbereich<br />

Die Aktivitäten im Immobilienbereich wurden weitergeführt. Das SAXONIA-Areal ist bis auf<br />

wenige kleine Teilflächen vermarktet. Im Jahr <strong>2008</strong> hat die Gesellschaft Verträge über<br />

Grundstücksverkäufe bzw. Grundstückstausch mit einer Grundstücksfläche von insgesamt<br />

ca. 9.600 qm abgeschlossen, die zum Teil erst im Wirtschaftsjahr 2009 bilanziell wirksam<br />

werden. Ferner wurden Verträge über Grundstückskäufe mit einer Grundstücksfläche von<br />

insgesamt ca. 161.000 qm abgeschlossen, die ebenfalls zum Teil erst im Wirtschaftsjahr<br />

2009 bilanziell wirksam werden. Außerdem wurden insgesamt vier Löschungen von Rückauflassungen<br />

durchgeführt. Mit der Stadt Großschirma wurde eine Vergleichs- und Aufhebungsvereinbarung<br />

mit Datum vom 12. August <strong>2008</strong> im Zusammenhang mit der Vermarktung<br />

des „Gewerbe- und Industriegebietes an der B 101“ abgeschlossen, in dessen Ergebnis<br />

die SAXONIA einen Vergleichsbetrag von TEUR 30 einschließlich Mehrwertsteuer für den<br />

noch offenen Rechnungsbetrag erhielt.<br />

Errichtung und Einführung einer Energieagentur<br />

Die <strong>Universitätsstadt</strong> <strong>Freiberg</strong> hat die SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft<br />

mbH mittels Geschäftsbesorgungsvertrag vom 13. Oktober <strong>2008</strong> beauftragt, die<br />

vorbereitenden Maßnahmen zur Errichtung und Einführung einer Energieagentur durchzuführen.<br />

Mit dieser Agentur sollen die Themen „Energieeffizienz“ und „Klimaschutz“ in den<br />

Vordergrund gerückt werden.<br />

Wesentliche Kerngeschäfte<br />

Eines der wesentlichsten Kerngeschäfte ist nach wie vor die Erdstoffannahme und das dazugehörende<br />

Erdstoffmanagement. Die Umsatzerlöse aus der Erdstoffannahme betrugen im<br />

Jahr <strong>2008</strong> insgesamt TEUR 465 (i. Vj. TEUR 661), was einem Rückgang von 29,7 % entspricht.<br />

Ein Grund für den Rückgang ist darin zu sehen, dass eine große Menge von Erdstoffen<br />

auf anderen Baustellen zur Geländeprofilierung eingebaut worden ist, die ansonsten<br />

größtenteils wegen der für <strong>Freiberg</strong> typischen Schwermetallgehalte auf die Ablagerungsflächen<br />

der SAXONIA verbracht worden wäre. Die Erdstoffannahme erfolgt seit dem Geschäftsjahr<br />

2007 auf dem Gelände der Alten Zinnhütte.<br />

Das andere Kerngeschäft ist das vom Freistaat Sachsen geförderte Altlastenprojekt SAXO-<br />

NIA. Im Jahr <strong>2008</strong> wurden die Arbeiten im Altlastenprojekt hauptsächlich durch die Maßnahme<br />

der Sanierung von Hüttenhof und Zwischenproduktfreilager mit einem Volumen von<br />

72


SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH<br />

TEUR 504 bestimmt. Die Aufwendungen für das Altlastenprojekt betrugen im Geschäftsjahr<br />

<strong>2008</strong> insgesamt TEUR 520 (i. Vj. TEUR 926). Nach den vertraglichen Bestimmungen ist das<br />

Projekt zum Ende des Geschäftsjahres <strong>2008</strong> ausgelaufen. Zwischen dem Freistaat Sachsen,<br />

vertreten durch die Landesdirektion Chemnitz, und der SAXONIA Standortentwicklungs- und<br />

-verwaltungsgesellschaft mbH ist mit Datum vom 4. Dezember/9. Dezember <strong>2008</strong> ein öffentlich<br />

– rechtlicher Vertrag zur Verlängerung des Sanierungs- und Projektsteuerungsvertrages<br />

vom 23. Oktober/ 30. Oktober 1998, geändert am 9. April./28. Mai 1999, abgeschlossen<br />

worden. Damit wird gewährleistet, dass noch nicht abgeschlossene Maßnahmen im Rahmen<br />

des Vertrages finanziert werden. Die Gemeinde Hartmannsdorf hat die SAXONIA mit Schreiben<br />

vom 23. September/25. September <strong>2008</strong> mit der Erstellung eines Brachflächenkonzeptes<br />

beauftragt.<br />

Aktivitäten im Rahmen der Wirtschaftsförderung<br />

� Fortsetzung des Schlüsselprojektes „Montanregion Erzgebirge/UNESCO-Weltkulturerbe“<br />

im Rahmen eines Vertrages mit dem Regionalmanagement Erzgebirge<br />

� Durchführung von Veranstaltungen und Kolloquien u. a. Kreislaufwirtschaftstag, <strong>Freiberg</strong>er<br />

Wirtschaftstag, Abfallkolloquium, Zukunftskonferenz CHANCE<br />

� Abschluss des EU-Projektes CHANCE (ESF = Europäischer Sozialfonds). Damit wurden<br />

Umsätze in Höhe von TEUR 115 erzielt. Die endgültige Abrechnung erfolgt im Jahr 2009.<br />

� Weiterführung des Brachflächenmanagements in Zusammenarbeit mit der Landesdirektion<br />

Chemnitz<br />

� Fortsetzung des Projektes „Arbeitsmarktkoordinator“ in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen<br />

Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit.<br />

Prognosen und Perspektiven<br />

Vorrangiges Ziel der Geschäftsleitung ist, die Stellung des Unternehmens SAXONIA Standortentwicklungs-<br />

und -verwaltungsgesellschaft als Dienstleister auszubauen. Dafür werden<br />

künftig folgende strategische Ziele verfolgt:<br />

� Erweiterung und Ausbau neuer Geschäftsfelder, insbesondere im Bereich des Consulting<br />

(Standortentwicklung)<br />

� Erhöhung der regionalen, nationalen und internationalen Akzeptanz vor allem auf dem<br />

Gebiet des Flächen- und Infrastrukturmanagements unter Einbeziehung besonderer Geoinformationslösungen<br />

� Entwicklung und Bearbeitung von Problemlösungen als Dienstleister vor allem für den öffentlichen<br />

Bereich, kleine und mittelständische Unternehmen sowie Industriebetriebe.<br />

Schwerpunkte der Gesellschaft bilden 2009:<br />

� Weiterführung des Altlastenprojektes SAXONIA entsprechend des abzustimmenden Maßnahmen-<br />

und Finanzierungsplanes mit der Projektgruppe<br />

� Akquisition und Organisation der Erdstoffannahme auf der „Alten Zinnhütte“ und der „Alten<br />

Ziegelei“<br />

� Projektbearbeitung „Davidschacht und Hammerberg“<br />

� Ingenieurleistungen im Zusammenhang mit dem Know-how der Altlastenbearbeitung<br />

� Projektentwicklung von Industriebrachen vor allem im Landkreis Mittelsachsen<br />

� Weiterbearbeitung des Förderantrages zur Einrichtung einer Energieagentur entsprechend<br />

der abgeschlossenen Vereinbarung<br />

� Akquisition von Unternehmen zur Ansiedlung in der Wirtschaftsregion Mittelsachsen in<br />

Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsfördereinrichtungen des Landkreises Mittelsachsen,<br />

den Städten und Gemeinden sowie deren Betreuung während der Ansiedlungsphase<br />

� Initiierung und Durchführung von Förderprojekten (u. a. als nachhaltige Projekte aus<br />

CHANCE) gemeinsam mit den Partnern Landkreis Mittelsachsen und der <strong>Universitätsstadt</strong><br />

<strong>Freiberg</strong> sowie anderen Projektträgern<br />

� Projektmanagement im Rahmen des Regionalmanagements Erzgebirge für das UNESCO<br />

– Weltkulturerbe-Projekt<br />

73


SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH<br />

� Fortsetzung der Tätigkeiten der Arbeitsmarktkoordinatorin<br />

� Geschäftsbesorgungsvertrag „Förderverein Himmelfahrt Fundgrube e. V.“<br />

� Organisation des „<strong>Freiberg</strong>er Forschungsforums“ (ehem. Berg- und Hüttenmännischer<br />

Tag).<br />

Die Perspektiven für das kommende Jahr fallen bei den Analysten gemischt aus. Sorgen um<br />

eine tiefe Rezession in den Industrieländern sowie Unsicherheiten über den Fortgang und<br />

die Dauer der Finanzkrise dürften auch im Jahr 2009 Wegbegleiter sein. Dennoch erhofft<br />

sich das Unternehmen SAXONIA durch das Konjunkturpaket II der Bundesregierung vor allem<br />

hinsichtlich der Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen eine Umsatzsteigerung im<br />

Geschäftsfeld „Erdstoffe“.<br />

74


Mittelsächsische Theater und Philharmonie gGmbH<br />

7. Mittelsächsische Theater und Philharmonie gGmbH<br />

Adresse Borngasse 1, 09599 <strong>Freiberg</strong><br />

Telefon / Fax (0 37 31) 35 82 – 0 / 23 406<br />

Ansprechpartner Frau Hose<br />

E-Mail info@mittelsaechsisches-theater.de<br />

hose@mittelsaechsisches-theater.de<br />

Internet http://www.mittelsaechsisches-theater.de<br />

Gründung zuletzt geändert am 31.07.2007<br />

Handelsregister 21.11.1996<br />

Amtsgericht Chemnitz, HRB 13637<br />

Gesellschaftsvertrag vom 14.07.1993, zuletzt geändert am 31.07.<strong>2008</strong><br />

Rechtsform gemeinnützige GmbH<br />

Stammkapital 46.050,00 €<br />

Geschäftsjahr Das Geschäftsjahr beginnt laut Gesellschaftsvertrag am<br />

01.08. und läuft bis zum 31.07. des Folgejahres.<br />

Landkreis <strong>Freiberg</strong><br />

33,4% (15,35 T€)<br />

Gesellschafter<br />

(ab 01.08.<strong>2008</strong> Landkreis Mittelsachsen)<br />

Stadt <strong>Freiberg</strong> 33,3% (15,35 T€)<br />

Stadt Döbeln 33,3% (15,35 T€)<br />

Aufsichtsrat<br />

Vorsitzender: Herr Stefan Zinkler<br />

2. Kreisbeigeordneter des Landkreises <strong>Freiberg</strong><br />

(ab 01.08.<strong>2008</strong> Landkreis Mittelsachsen)<br />

Stellvertreter: Herr Hans-Joachim Egerer<br />

1. Beigeordneter der Stadt Döbeln<br />

Mitglieder: Herr Dr. Heinrich Douffet<br />

Stadtrat der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Herr Dipl.-Ing. Andreas Schwinger<br />

Leiter des Amtes für Bildung, Kultur und Sport<br />

der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Herr Kurt Ulbricht<br />

Kreisrat des Landkreises <strong>Freiberg</strong><br />

(ab 01.08.<strong>2008</strong> Landkreis Mittelsachsen)<br />

Frau Monika Groß<br />

Stadträtin der Stadt Döbeln<br />

Frau Christine Zülch<br />

Betriebsratsvorsitzende<br />

Geschäftsführerin Frau Dr. Christine Klecker<br />

Intendant Herr Manuel Schöbel<br />

Mitarbeiter Im Jahresdurchschnitt waren 171 Mitarbeiter beschäftigt.<br />

Abschlussprüfer Rödl & Partner GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft<br />

Darmstadt, Zweigniederlassung Dresden<br />

Wirtschaftsprüfer Herr Wambach und Herr Vogel<br />

75


Bilanz<br />

Mittelsächsische Theater und Philharmonie gGmbH<br />

31.07.2006 31.07.2007 31.07.<strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

Aktiva T€ % T€ % T€ % T€ %<br />

Anlagevermögen<br />

Immaterielle Vermögensgegens-<br />

548 25,4 523 23,9 619 31,4 96 18,4<br />

tände 19 14 42<br />

Sachanlagen 529 509 577<br />

Umlaufvermögen 1.570 72,8 1.639 74,8 1.322 67,1 -317 -19,3<br />

Vorräte<br />

Forderungen und sonstige Ver-<br />

3 0 3<br />

mögensgegenstände 53 61 73<br />

Wertpapiere<br />

Kassenbestände, Guthaben bei<br />

0 350 160<br />

Kreditinstituten 1.514 1.228 1.086<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 38 1,8 29 1,3 28 1,4 -1 -3,4<br />

Bilanzsumme 2.156 100 2.191 100 1.969 100 -222 -10,1<br />

Passiva<br />

Eigenkapital 616 28,6 521 23,8 662 33,6 141 27,1<br />

Gezeichnetes Kapital 46 46 46<br />

Kapitalrücklage 10 10 10<br />

Gewinnrücklagen 560 465 606<br />

Sonderposten aus Zuschüssen<br />

Dritter 309 14,3 275 12,6 269 13,7 -6 -2,2<br />

Rückstellungen 575 26,7 689 31,4 745 37,8 56 8,1<br />

Langfristige Rückstellungen 0 0 0<br />

Kurzfristige Rückstellungen 575 689 745<br />

Verbindlichkeiten 209 9,7 238 10,9 242 12,3 4 1,7<br />

Langfristige Verbindlichkeiten 0 0 0<br />

Mittelfristige Verbindlichkeiten 0 0 60<br />

Kurzfristige Verbindlichkeiten 209 238 182<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 447 20,7 468 21,4 51 2,6 -417 -89,1<br />

Bilanzsumme 2.156 100 2.191 100 1.969 100 -222 -10,1<br />

76


Mittelsächsische Theater und Philharmonie gGmbH<br />

Gewinn- und Verlustrechnung<br />

2005/06 2006/07 2007/08<br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

T€ T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 565 641 790 149 23,2<br />

Andere aktivierte Eigenleistungen 545 562 610 48 8,5<br />

sonstige betriebliche Erträge 5.640 5.669 5.760 91 1,6<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 6.750 6.872 7.160 288 4,2<br />

Sachaufwendungen für den Spielbetrieb 689 772 803 31 4,0<br />

Personalaufwand 6.699 6.714 6.838 124 1,8<br />

Abschreibungen 650 702 645 -57 -8,1<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 1.251 1.266 1.281 15 1,2<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 9.289 9.454 9.567 113 1,2<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 27 39 45 6 15,4<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0 0 1 1 -<br />

Finanzergebnis 27 39 44 5 12,8<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -2.512 -2.543 -2.363 180 -7,1<br />

Außerordentliche Erträge 0 0 0 0 -<br />

Außerordentliche Aufwendungen 0 0 0 0 -<br />

Außerordentliches Ergebnis 0 0 0 0 -<br />

sonstige Steuern 1 1 1 0 0,0<br />

Erträge aus Defizitausgleich 2.449 2.449 2.505 56 2,3<br />

Jahresüberschuss/-fehlbetrag -64 -95 141 236 -248,4<br />

Einstellung in Rücklage nach § 58 AO 0 0 141 141 -<br />

Entnahme aus Rücklage nach § 58 AO 64 95 0 -95 -100,0<br />

Bilanzgewinn/-verlust 0 0 0<br />

Personalentwicklung (Jahresdurchschnittswerte)<br />

Ist Ist Plan Ist<br />

2005/2006 2006/2007 2007/<strong>2008</strong> 2007/<strong>2008</strong><br />

Anzahl Vollbeschäftigte 159 157 155 156<br />

Anzahl Teilzeitbeschäftigte 16 16 17 15<br />

Anzahl geringfügig Beschäftigte 44 48 55<br />

Auszubildende 0 0 0 0<br />

Beschäftigtenzahl<br />

(ohne Auszubildende)<br />

219 221 172 226<br />

Vollzeitäquivalent<br />

(ohne Auszubildende)<br />

172,75 172,75 169,5 172<br />

77


Plan-Ist-Vergleich<br />

Mittelsächsische Theater und Philharmonie gGmbH<br />

Plan<br />

2007/08<br />

Ist<br />

2007/08<br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 727 790 63 8,7<br />

Andere aktivierte Eigenleistungen 560 610 50 8,9<br />

sonstige betriebliche Erträge 5.630 5.760 130 2,3<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 6.917 7.160 243 3,5<br />

Sachaufwendungen für den Spielbetrieb 858 803 -55 -6,4<br />

Personalaufwand 7.094 6.838 -256 -3,6<br />

Abschreibungen 721 645 -76 -10,5<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 508 1.281 773 -<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 9.181 9.567 386 4,2<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 25 45 20 80,0<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0 1 1 -<br />

Finanzergebnis 25 44 19 77,4<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -2.239 -2.363 -124 5,5<br />

Außerordentliche Erträge 0 0 0 -<br />

Außerordentliche Aufwendungen 0 0 0 -<br />

Außerordentliches Ergebnis 0 0 0 -<br />

sonstige Steuern 1 1 0 11,1<br />

Erträge aus Defizitausgleich 2.505 2.505 0 0,0<br />

Jahresüberschuss/-fehlbetrag 265 141 -124 -46,7<br />

78


Mittelsächsische Theater und Philharmonie gGmbH<br />

Leistungsdaten<br />

Spielstätte Anzahl der Vorstellungen Durchschnittliche Einnahme<br />

je Vorstellung in €<br />

2005/06 2006/07 2007/08 2005/06 2006/07 2007/08<br />

Hauptbühne/Nikolaikirche 173 164 157 2.007,96 1.889,05 1.627,01<br />

Bühne in der Borngasse/Foyer<br />

(kleine Spielstätten)<br />

82 144 122 263,57 252,46 261,14<br />

Theater <strong>Freiberg</strong> 255 308 279 1.447,02 1.123,89 1.029,75<br />

Hauptbühne/Volkshaus/St.-<br />

Nicolai-Kirche<br />

29 40 78 1.131,83 1.194,58 1.366,92<br />

Theater hinterm Vorhang/Foyer<br />

(kleine Spielstätten)<br />

36 78 73 191,03 179,05 176,88<br />

Theater Döbeln 65 118 151 610,77 502,05 791,61<br />

Landkreis Döbeln 1 keine Angabe 19 9 keine Angabe keine Angabe keine Angabe<br />

Landkreis <strong>Freiberg</strong> 1 keine Angabe 42 32 keine Angabe keine Angabe keine Angabe<br />

Landkreis Mittweida 1 keine Angabe 24 25 keine Angabe keine Angabe keine Angabe<br />

Landkreise gesamt 131 85 66 150,45 452,74 1.473,47<br />

außerhalb des Kulturraums 13 21 12 803,35 1.368,33 1.141,67<br />

Fremdveranstaltungen 2 92 83 87 767,17 1.166,36 1.225,59<br />

Summe Gastspiele /<br />

Vermietungen<br />

236 189 165 426,83 867,86 1.302,44<br />

Gesamt 556 615 595 916,23 925,90 1.049,42<br />

Spielstätte Anzahl der Besucher Erlös je Besucher in €<br />

2005/06 2006/07 2007/08 2005/06 2006/2007 2007/08<br />

Hauptbühne/Nikolaikirche 36.902 33.762 32.149 9,41 9,18 7,95<br />

Bühne in der Borngasse/Foyer<br />

(kleine Spielstätten)<br />

3.879 7.018 5.833 5,57 5,18 5,46<br />

Theater <strong>Freiberg</strong> 40.781 40.780 37.982 9,05 8,49 7,56<br />

Hauptbühne/Volkshaus/St.-<br />

Nicolai-Kirche<br />

5.470 7.244 14.808 6,00 6,60 7,20<br />

Theater hinterm Vorhang/Foyer<br />

(kleine Spielstätten)<br />

1.411 2.484 2.978 4,87 4,61 4,34<br />

Theater Döbeln 6.881 9.728 17.786 5,77 6,09 6,72<br />

Landkreis Döbeln 1 keine Angabe 4.761 3.590 keine Angabe keine Angabe<br />

keine<br />

Angabe<br />

Landkreis <strong>Freiberg</strong> 1 keine Angabe 3.813 1.527 keine Angabe keine Angabe<br />

keine<br />

Angabe<br />

Landkreis Mittweida 1 keine Angabe 7.770 12.257 keine Angabe keine Angabe<br />

keine<br />

Angabe<br />

Landkreise gesamt 15.536 16.344 17.374 keine Angabe keine Angabe<br />

keine<br />

Angabe<br />

keine<br />

Angabe<br />

keine<br />

Angabe<br />

außerhalb des Kulturraums 2.842 4.672 2.110 keine Angabe keine Angabe<br />

Fremdveranstaltungen 2 12.841 12.548 13.582 keine Angabe keine Angabe<br />

Summe Gastspiele /<br />

Vermietungen<br />

31.219 33.564 33.066 keine Angabe keine Angabe keine<br />

Angabe<br />

1<br />

Diese Aufführungen werden als Aufführungen im Kulturraum erfasst, das Theater erhält dafür ein<br />

Honorar.<br />

79


Mittelsächsische Theater und Philharmonie gGmbH<br />

2 Die Kartenpreise legt der Fremdveranstalter fest.<br />

Die Ergebnisse der <strong>Freiberg</strong>er Hauptbühne sind zurück gegangen, da Kapazitäten auf<br />

die Seebühne Kriebstein und das Schloss in <strong>Freiberg</strong> verlagert wurden.<br />

Bilanz- und Leistungskennzahlen<br />

Kennzahl<br />

Vermögenssituation<br />

Ist 2005/2006 Ist 2006/2007 Ist 2007/<strong>2008</strong><br />

Investitionen (T€) 602,3 652,4 728,6<br />

Investitionsdeckung (%) 103,3 103,3 81,0<br />

Anlagenintensität (%) 25,4 23,9 31,4<br />

Deckungsgrad A (%) 168,8 152,2 150,4<br />

Deckungsgrad B (%)<br />

Kapitalstruktur<br />

168,8 152,2 150,4<br />

Eigenkapitalquote (%) 42,9 36,3 47,3<br />

Nettoverschuldung (T€)<br />

Liquidität<br />

-1.358,0 -1.051,0 -917,0<br />

Barliquidität - Liquiditätsgrad I (%) 123,0 88,0 111,0<br />

kurzfristige Liqudität - Liquiditätsgrad II (%) 127,3 92,4 118,5<br />

einfacher operativer cash-flow (T€)* 586 607 786<br />

Innenfinanzierungsgrad (%)* 97,3 93,0 107,9<br />

Schuldentilgungsdauer (Jahre)<br />

Rentabilität/Geschäftserfolg<br />

0,4 0,4 0,3<br />

Gesamtkapitalrentabilität (%)* -3,0 -4,3 7,2<br />

Personalaufwand je VZÄ (T€) 39 39 40<br />

*nach Defizitausgleich durch Gesellschafter<br />

Bewertung der Bilanz- und Leistungskennzahlen<br />

Die Investitionen des Berichtsjahres in immaterielle Vermögensgegenstände (Noten, Texte,<br />

Software), Betriebs- und Geschäftsausstattung, Inszenierungsausstattung sowie Bühnenbilder<br />

lagen über denen des Vorjahres und waren nicht vollständig durch Abschreibungen gedeckt.<br />

Das Anlagevermögen ist nach wie vor vollständig durch Eigenkapital finanziert. Allerdings<br />

wird in dieser Betrachtung der Sonderposten aus Zuschüssen Dritter dem Eigenkapital<br />

zugerechnet.<br />

Auch wenn die Eigenkapitalquote (einschließlich Sonderposten) mit 47,3 % im Allgemeinen<br />

als gut bewertet werden kann, sollte daraus keinesfalls die finanzielle Stabilität der Gesellschaft<br />

abgeleitet werden. Das Theater ist auf den jährlichen Verlustausgleich der Gesellschafter<br />

angewiesen. Zudem sind rund 51 % der betriebsgewöhnlichen Aufwendungen von<br />

Mitteln des Kulturraumes Mittelsachsen gedeckt.<br />

Um die Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten, erfolgte auch im Berichtsjahr die Auszahlung der<br />

Mittel des Kulturraumes sowie der Gesellschafter auf Grundlage eines Liquiditätsplanes. Die<br />

Aussagekraft der Liquiditätskennzahlen ist aufgrund der Abhängigkeit des Unternehmens<br />

von Drittmitteln eingeschränkt. Bei den Angaben zum vereinfachten cash-flow bzw. zum Innenfinanzierungsgrad<br />

ist zu beachten, dass diese unter Hinzuziehung aller laufenden Zuschüsse<br />

ermittelt wurden.<br />

80


Mittelsächsische Theater und Philharmonie gGmbH<br />

Einfluss auf die Ertragslage hatte im Berichtszeitraum die Steigerung der Umsatzerlöse, insbesondere<br />

infolge erfolgreicher Sommerbespielung der Seebühne Kriebstein. Die sonstigen<br />

betrieblichen Erträge fielen durch gestiegene Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens<br />

sowie aus Rückstellungsauflösung höher aus als im Vorjahr. Die geringfügig erhöhten Sachaufwendungen<br />

für den Spielbetrieb haben ihre Ursache v. a. in gestiegenen Energiekosten<br />

sowie Aufwendungen für Inszenierungen, denen aber auch Einsparungen für Wachschutz/Reinigung<br />

sowie technische Unterhaltung gegenüberstehen. Die Personalkosten lagen<br />

tarifbedingt sowie aufgrund erhöhter Honorarkosten über dem Vorjahr. Die Zuschüsse<br />

sowohl des Kulturraumes als auch der Gesellschafter waren <strong>2008</strong> geringfügig höher. Der<br />

Jahresüberschuss (im Vj. Jahresfehlbetrag) wurde in die Rücklage nach § 58 AO eingestellt.<br />

Die künftige Entwicklung der Gesellschaft sowie die Gewährleistung der Zahlungsfähigkeit<br />

werden auch weiterhin entscheidend von den Zuschüssen Dritter sowie von der Höhe des<br />

Personalaufwandes bestimmt. Nach dem Ausstieg aus den bis 31.07.<strong>2008</strong> geltenden Haustarifverträgen<br />

ist mit tarifbedingt höheren Personalaufwendungen im kommenden Geschäftsjahr<br />

zu rechnen.<br />

Wesentliche Sachverhalte aus dem Lagebericht der Geschäftsführung<br />

Gesamtwirtschaftliche Situation der Gesellschaft<br />

Im Geschäftsjahr 2007/<strong>2008</strong> wurden 508 eigene Theateraufführungen in den Sparten Schauspiel,<br />

Oper, Operette/Musical und Konzerte und 87 Gastspiele von dritten Veranstaltern<br />

durchgeführt. Dazu kamen noch 47 Führungen in beiden Spielstätten.<br />

Die Auslastung der Hauptbühne lag in <strong>Freiberg</strong> bei 68,4 % (Vj.: 68,5 %) und in der BiB bei<br />

81,3 % (Vj.: 90,6 %). In Döbeln wird ein Vergleich erst im nächsten Jahr realistisch gelingen,<br />

da die vorletzte Spielzeit noch von Bauarbeiten gekennzeichnet war. Die Hauptbühne verzeichnete<br />

eine Auslastung von 70,4 % (Vj.: 72,4 %) und die kleinen Vorstellungen hatten<br />

eine Auslastung von 72,4 % (Vj.: 78,4 %). Im Vergleich zu den prozentualen Ergebnissen der<br />

Besucherauslastung in Sachsen und bundesweit liegen wir im Bereich der Musical, Operette<br />

und der Kinder- und Jugendaufführungen über dem Durchschnitt. Bei der Auslastung der<br />

Konzerte haben wir im bundesweiten Vergleich in <strong>Freiberg</strong> den Durchschnitt von 64,4 % geschafft.<br />

Arbeitsschwerpunkte<br />

Der Gesellschaft standen in Döbeln und in <strong>Freiberg</strong> die Theatergebäude zur Verfügung.<br />

Erstmals konnten wir die Seebühne auf der Talsperre Kriebstein mit Zuschauertraversen<br />

nutzen. Besondere Schwerpunkte der Arbeit bildeten wieder die Kinder-, Jugend- und Studentenprojekte<br />

in den unterschiedlichsten Formen. Das Angebot von Jugendabos wurde<br />

weitergeführt. In Zusammenarbeit mit der Kontakt-Kultur gGmbH Kreis <strong>Freiberg</strong> fanden die<br />

11. Kinder- und Jugendtheatertage statt. Mit dem Studentenwerk bzw. der TU Bergakademie<br />

<strong>Freiberg</strong> gab es regelmäßige Konzerte bzw. Vorstellungen zum „Studium Theater“. Die<br />

Nacht der Wissenschaften der TU Bergakademie wurde im Theater anlässlich des Bergstadtfestes<br />

organisiert und mit der Kunst verbunden. Die Vernetzung mit den verschiedensten<br />

Partnern und Kunstsparten sei ausdrücklich benannt, weil diese auch weiterhin den<br />

Schwerpunkt unserer regionalen Kulturarbeit bilden werden. Sowohl mit dem Mittelsächsischen<br />

Kultursommer, dem Kunstverein <strong>Freiberg</strong>, der AG Wort, dem Centro Arte Monte (Furlan),<br />

dem Treibhaus e.V. Döbeln, dem Stadtchor <strong>Freiberg</strong> und dem Stadtsingechor Döbeln,<br />

dem A-Capella-Kammerchor <strong>Freiberg</strong>, den Kantoreien der verschiedensten Kirchen, der<br />

Stadt Frankenberg, dem Klein-Erzgebirge Oederan, der Pferdebahn Döbeln etc. wird die<br />

intensive Zusammenarbeit fortgesetzt.<br />

Im Rahmen der Euroregion Erzgebirge wurde erstmals das sächsisch-böhmische Theaterfestival<br />

dem Festival Mitte Europa eingegliedert. Die Kontakte mit dem Theater Most vertieften<br />

sich, indem unser Regieassistent ein Stück für ein Klassenzimmer für das Theater Most<br />

81


Mittelsächsische Theater und Philharmonie gGmbH<br />

inszenierte und für die Produktion von Gulliver für die Seebühne das Puppentheater Most<br />

gewonnen werden konnte. Auch mit den tschechischen Partnern soll die Arbeit kontinuierlich<br />

fortgesetzt werden.<br />

Hervorzuheben ist die große Unterstützung durch unsere Fördervereine, die inzwischen auf<br />

drei angewachsen sind: der Förderverein des Theaters in <strong>Freiberg</strong>, der Verein der Freunde<br />

des Döbelner Theaters e.V. und der Förderverein für die Seebühne. Am 26.4.<strong>2008</strong> wurde die<br />

Stiftung Mittelsächsisches Theater gegründet, die herausragende Projekte des Theaters fördern<br />

will und besonders junge Künstler unterstützen wird.<br />

Umsatz- und Auftragsentwicklung/Finanzierung<br />

Die Gesellschaft finanziert sich neben Umsatzerlösen aus dem Spielbetrieb und damit zusammenhängenden<br />

Tätigkeiten (Garderobengebühren, Programmverkauf etc.) vor allem aus<br />

Zuschüssen der Gesellschafter und des Kulturraumes Mittelsachsen.<br />

Die im Plan vorgesehenen Umsatzerlöse konnten bereits im Juni <strong>2008</strong> erfüllt werden. Sie<br />

betrugen im 15. Geschäftsjahr TEUR 790,2 und lagen damit um TEUR 62,9 höher als geplant.<br />

Dies lag vor allem an der Sommerbespielung der Seebühne, die unabhängig vom Wetter<br />

ein voller Erfolg wurde. Die sonstigen betrieblichen Erträge konnten von geplanten TEUR<br />

155,0 auf TEUR 183,6 gesteigert werden, was vor allem den höheren Zinsen, erfolgreichen<br />

Anzeigenaufträgen und sonstigen Zuschüssen zu verdanken ist.<br />

Die Gesellschaft finanzierte sich neben Umsatzerlösen und sonstigen betrieblichen Erträgen<br />

aus Zuschüssen der Gesellschafter (TEUR 2.504,8) und Zuwendungen des Kulturraumes<br />

Mittelsachsen (TEUR 4.880,4).<br />

Entwicklung im Personal- und Sozialbereich<br />

Die Personalaufwendungen waren um TEUR 246,2 geringer als geplant, obwohl die Honoraraufwendungen<br />

gegenüber dem Plan um TEUR 73,2 stiegen. Diese höheren Aufwendungen<br />

im Honorarbereich sind auf Krankheitsvertretung (Ausstattung) bzw. Elternzeitvertretung<br />

(Orchester) und erhöhte Aufwendungen für Sondergastspiele im Haus, die aber auch zu<br />

Mehreinnahmen führten, zurückzuführen. Die Minderausgaben im Personalbereich (TEUR -<br />

319,4) resultierten insbesondere aus den ausbleibenden Tariferhöhungen im TVK.<br />

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage<br />

Die Vermögensstruktur zeigt, dass der Bestand an kurzfristigen liquiden Mitteln weiterhin<br />

gegeben ist. Die Kapitalausstattung der Gesellschaft kann als ausreichend angesehen werden,<br />

insbesondere bestehen keine Hinweise auf kurzfristige Verschuldung. Das 15. Geschäftsjahr<br />

der Gesellschaft verlief erfolgreich. Der Jahresüberschuss beträgt<br />

EUR 140.0643,92. Er wird der allgemeinen Rücklage gemäß § 58 AO zugeführt.<br />

Wichtige Vorgänge des Geschäftsjahres<br />

Der wichtigste Vorgang war die Inbetriebnahme der Seebühne Kriebstein, ohne zusätzliche<br />

Bereitstellung von finanziellen Mitteln und die Gründung der Stiftung Mittelsächsisches Theater.<br />

Beide Maßnahmen dienen der Zukunftssicherung des Theaters. Sie sollen langfristig zu<br />

Mehreinnahmen für das Theater führen.<br />

Hinweise auf wesentliche Risiken der künftigen Entwicklung<br />

Die künftige Entwicklung wird insbesondere von den Zuschüssen der Gesellschafter und den<br />

Zuwendungen des Kulturraumes abhängen. Damit verbunden ist die Entwicklung der Zahlungsfähigkeit<br />

der Gesellschaft. Der Gesellschafter Landkreis <strong>Freiberg</strong> wird ab dem 1.8.<strong>2008</strong><br />

durch das Kreisgebietsneugliederungsgesetz zum Landkreis Mittelsachsen (ehemalige<br />

Landkreise <strong>Freiberg</strong>, Döbeln und Mittweida), der Kulturraum Mittelsachsen durch Änderung<br />

per Gesetz zum Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen.<br />

Langfristige Vermögensverluste sind bei Beibehaltung der geplanten Umsatz- und Zuschussentwicklung<br />

nicht zu erwarten.<br />

Hinweise auf drohende Zahlungsunfähigkeit bestehen auf kurzfristige Sicht nicht.<br />

82


Mittelsächsische Theater und Philharmonie gGmbH<br />

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres<br />

Wie bereits oben beschrieben, kommen mit dem Kreisgebietsneugliederungsgesetz neue<br />

Herausforderungen auf das Mittelsächsische Theater zu. Im Kulturraum gibt es als zweites<br />

Theater das Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg, welches als alleinigen Gesellschafter<br />

den Kulturraum Erzgebirge (ab 1.8.<strong>2008</strong> Erzgebirge-Mittelsachsen) hat. Damit wird der<br />

neue Landkreis Mittelsachsen per Gesetz Mitgesellschafter eines 2. Theaters.<br />

Das Kulturraumgesetz des Freistaates Sachsen wurde mittlerweile entfristet und mit einem<br />

Etat in Höhe von Mio. EUR 86,6 um Mio. EUR 10 erhöht. Ob der Kulturraum Erzgebirge-<br />

Mittelsachsen und damit das Mittelsächsische Theater von den Mehrzuwendungen profitiert,<br />

bleibt abzuwarten.<br />

Die Tarifentwicklung ist im Bereich des TVöD und damit auch im NV-Bühne höher gewesen<br />

als geplant und diese Entwicklung setzt sich auch 2009 fort. Neben der geplanten Ost-West-<br />

Anpassung in allen Bereichen (lediglich der TVK fehlt noch) ist mit der Erhöhung von 3,1 %<br />

seit April <strong>2008</strong> und einer nochmaligen Erhöhung von 2,8 % ab Januar 2009 sowie einer Einmalzahlung<br />

von EUR 225 die Steigerung höher als geplant. Entsprechend den Beschlüssen<br />

von Aufsichtsrat und Gesellschaftern wurde der Ausstieg aus den bis 31.7.<strong>2008</strong> geltenden<br />

Haustarifverträgen vollzogen. Dies bedeutet für das 16. Geschäftsjahr <strong>2008</strong>/2009 die Zahlung<br />

von Zuwendungen im TVK und NV-Bühne sowie eine Erhöhung der Entgelte im Bereich<br />

des TVöD um 7,5 % bei gleichzeitiger Erhöhung der Arbeitszeit für alle Beschäftigten auf<br />

100 % (40-Stunden-Arbeitswoche). Deshalb ist es erforderlich, neben der Auflösung des aus<br />

den Haustarifen vereinbarten Fonds, sowohl die Umsatzerlöse zu erhöhen, als auch höhere<br />

Zuschüsse und Zuwendungen für die Gesellschaft in entsprechender Höhe zu beantragen.<br />

Parallel dazu erfolgte, wie in den Gesellschafterbeschlüssen festgelegt, die Aufforderung an<br />

den Deutschen Bühnenverein, die Eingruppierung des Orchesters zu ändern. Die Änderung<br />

der Arbeitsverträge der TVöD -Beschäftigten mit der Festschreibung der Entgelte zum Zeitpunkt<br />

der beschlossenen Tarife aus dem aktuellen Stand sind noch nicht abgeschlossen.<br />

Voraussichtliche Entwicklung<br />

Zur voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft im 16. Geschäftsjahr wird ausgeführt,<br />

dass höhere Zuschüsse der Gesellschafter bzw. des Kulturraumes erforderlich sind. Gleichzeitig<br />

ist für die weitere Entwicklung die neue Eingruppierung des Orchesters durch die Tarifparteien<br />

dringend erforderlich. Weitere Tariferhöhungen ab 2010 sind derzeit aus dem<br />

Haushalt der Gesellschaft nicht abzusichern und erfordern ständig höhere Zuschüsse oder<br />

eine Festschreibung der Entgelte der Beschäftigten.<br />

83


Gründer- und Innovationszentrum <strong>Freiberg</strong>/Brand-Erbisdorf GmbH (GIZeF)<br />

8. Gründer- und Innovationszentrum <strong>Freiberg</strong>/Brand-Erbisdorf<br />

GmbH (GIZeF)<br />

Adresse Am St.-Niclas-Schacht 13, 09599 <strong>Freiberg</strong> (Haus GIZeF II)<br />

Chemnitzer Straße 40, 09599 <strong>Freiberg</strong> (Haus GIZeF I)<br />

Telefon / Fax (0 37 31) 781-0 / 781 143 GIZeF II<br />

(0 37 31) 797-0 / 797 221 GIZeF I<br />

Ansprechpartner Frau Dienel<br />

E-Mail dienel@gizef.de<br />

Internet http://www.gizef.de<br />

Gründung Gesellschaftsvertrag vom 09.09.1991<br />

Handelsregister 06.04.1992<br />

Amtsgericht Chemnitz, HRB 5021<br />

Gesellschaftsvertrag gültig in der Fassung vom 08.05.2000<br />

Rechtsform GmbH<br />

Stammkapital 55.000,00 DM (28.121,05 €)<br />

Das Stammkapital wurde bisher nicht auf Euro umgestellt.<br />

Gesellschafter Stadt <strong>Freiberg</strong> 27,3% (15,0 TDM)<br />

Stadt Brand-Erbisdorf 27,3% (15,0 TDM)<br />

Landkreis Mittelsachsen 27,3% (15,0 TDM)<br />

Aufsichtsrat<br />

IHK Südwest-Sachsen Chemnitz-<br />

Plauen-Zwickau<br />

18,1% (10,0 TDM)<br />

Vorsitzender: Herr Dr. Martin Antonow<br />

Oberbürgermeister der Stadt Brand-Erbisdorf<br />

Mitglieder: Herr Bernd-Erwin Schramm<br />

Oberbürgermeister der Stadt <strong>Freiberg</strong> (ab Sept. <strong>2008</strong>)<br />

Frau Dr. Uta Rensch<br />

ehem. Bürgermeisterin der Stadt <strong>Freiberg</strong> (bis Sept. <strong>2008</strong>)<br />

Herr Volker Uhlig<br />

Landrat des Landkreises <strong>Freiberg</strong><br />

Herr Jörg Kiehne<br />

Bürgermeister der Stadt Halsbrücke<br />

Herr Dr.-Ing. Wolfgang Hopf<br />

Stadtrat der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Herr Michael Felber<br />

Stadtrat der Stadt Brand-Erbisdorf<br />

Herr Dr. Manfred Goedecke<br />

Geschäftsführer der IHK Südwestsachsen<br />

Geschäftsführer Herr Dr. Thomas Lindner<br />

Mitarbeiter Im Jahresdurchschnitt waren 13 Mitarbeiter beschäftigt,<br />

darüber hinaus 1 Geschäftsführer<br />

Abschlussprüfer A.V.A.T.I.S.<br />

Revisionsgesellschaft mbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft<br />

Wirtschaftsprüfer Herr Werner<br />

84


Bilanz<br />

Gründer- und Innovationszentrum <strong>Freiberg</strong>/Brand-Erbisdorf GmbH (GIZeF)<br />

31.12.2006 31.12.2007 31.12.<strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

Aktiva T€ % T€ % T€ % T€ %<br />

Anlagevermögen 1.370 55,06 1.328 60,47 1.237 62,1 -91 -6,9<br />

Immaterielle Vermögensgegenstände<br />

2 1 0<br />

Sachanlagen 1.368 1.327 1.237<br />

Finanzanlagen 0 0 0<br />

Umlaufvermögen 677 27,2 865 39,4 753 37,8 -112 -12,9<br />

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände<br />

117 249 70<br />

Wertpapiere 470 420 435<br />

Kassenbestände, Guthaben bei<br />

Kreditinstituten 90 196 248<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 2 0,1 3 0,1 2 0,1 -1 -33,3<br />

Nicht durch Eigenkapital gedeckter<br />

Fehlbetrag 439 17,6 0 0,0 0 0,0 0 -<br />

Bilanzsumme 2.488 100 2.196 100 1.992 100 -204 -9,3<br />

Passiva<br />

Eigenkapital 0 0 1 0 38 1,9 37 3.700,0<br />

Gezeichnetes Kapital 28 28 28<br />

Kapitalrücklage 946 946 946<br />

(durch Eigenkapital gedeckter)<br />

Verlustvortrag 974 1.412 973<br />

Jahresüberschuss 0 439 37<br />

Rückstellungen 228 9,2 63 2,9 19 1,0 -44 -69,8<br />

Langfristige Rückstellungen 0 0 0<br />

Kurzfristige Rückstellungen 228 63 19<br />

Verbindlichkeiten 2.259 90,8 2.131 97,0 1.902 95,5 -229 -10,7<br />

Langfristige Verbindlichkeiten 1.367 1.236 1.096<br />

Mittelfristige Verbindlichkeiten 629 638 543<br />

Kurzfristige Verbindlichkeiten 263 257 263<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 1 0,0 1 0,0 33 1,7 32 3.200,0<br />

Bilanzsumme 2.488 100 2.196 100 1.992 100 -204 -9,3<br />

85


Gründer- und Innovationszentrum <strong>Freiberg</strong>/Brand-Erbisdorf GmbH (GIZeF)<br />

Gewinn- und Verlustrechnung<br />

2006 2007 <strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

T€ T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 1.220 1.268 1.279 11 0,9<br />

sonstige betriebliche Erträge 467 1.157 320 -837 -72,3<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 1.687 2.425 1.599 -826 -34,1<br />

Personalaufwand 537 684 454 -230 -33,6<br />

Abschreibungen 76 87 105 18 20,7<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 959 1.114 917 -197 -17,7<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 1.572 1.885 1.476 -409 -21,7<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 7 21 28 7 33,3<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 111 108 95 -13 -12,0<br />

Finanzergebnis -104 -87 -67 20 -23,0<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 11 453 56 -397 -87,6<br />

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 3 8 5 0,0<br />

sonstige Steuern 11 11 11 0 0,0<br />

Jahresergebnis 0 439 37 -402 -<br />

Nachrichtlich<br />

Verwendung des Jahresergebnisses<br />

Vortrag auf neue Rechnung 0 439 37<br />

Personalentwicklung (Jahresdurchschnittswerte)<br />

Ist Ist Plan Ist<br />

2006 2007 <strong>2008</strong> <strong>2008</strong><br />

Stammpersonal 14,1 15,8 11 14,6<br />

Projektpersonal 5,6 4,9 2,7 0<br />

Auszubildende 1 1 1 1<br />

Beschäftigtenzahl<br />

(ohne Auszubildende)<br />

Vollzeitäquivalente<br />

(ohne Auszubildende)<br />

19,7 21,8 13,7 13<br />

16,9 19,3 12,0 13,5<br />

86


Plan-Ist-Vergleich<br />

Gründer- und Innovationszentrum <strong>Freiberg</strong>/Brand-Erbisdorf GmbH (GIZeF)<br />

Plan <strong>2008</strong> Ist <strong>2008</strong><br />

Abweichung zum<br />

Planansatz<br />

T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 1.360 1.279 -81 -6,0<br />

sonstige betriebliche Erträge 216 320 104 48,1<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 1.576 1.599 23 1,5<br />

Personalaufwand 482 454 -28 -5,8<br />

Abschreibungen 78 105 27 34,6<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 855 917 62 7,3<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 1.415 1.476 61 4,3<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 3 28 25 -<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 101 95 -6 -5,9<br />

Finanzergebnis -98 -67 31 -31,6<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 63 56 -7 -11,1<br />

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 12 8 -4 -33,3<br />

sonstige Steuern 0 11 11 -<br />

Jahresergebnis 51 37 -14 -27,5<br />

87


Gründer- und Innovationszentrum <strong>Freiberg</strong>/Brand-Erbisdorf GmbH (GIZeF)<br />

Bilanz- und Leistungskennzahlen<br />

Kennzahl Ist 2006 Ist 2007 Ist <strong>2008</strong><br />

Vermögenssituation<br />

Investitionen (T€) 13,0 45,0 15,0<br />

Investitionsdeckung (%) 584,6 193,3 700,0<br />

Anlagenintensität (%) 55,1 60,5 62,1<br />

Deckungsgrad A (%) 0,0 0,1 3,1<br />

Deckungsgrad B (%) 99,8 93,1 91,7<br />

Kapitalstruktur<br />

Eigenkapitalquote (%) 0,0 0,0 1,9<br />

Nettoverschuldung (T€) 2.052,0 1.686,0 1.584,0<br />

Liquidität<br />

Barliquidität - Liquiditätsgrad I (%) 114,1 192,5 242,2<br />

kurzfristige Liqudität - Liquiditätsgrad II (%) 137,9 270,3 267,0<br />

einfacher operativer cash-flow (T€) 76 526 142<br />

Innenfinanzierungsgrad (%) 584,6 1.168,9 946,7<br />

Schuldentilgungsdauer (Jahre) 29,7 4,1 13,4<br />

Rentabilität/Geschäftserfolg<br />

Gesamtkapitalrentabilität (%) 4,5 24,9 6,6<br />

Personalaufwand je VZÄ (T€) 32 35 34<br />

Beurteilung der Daten durch das Beteiligungsmanagement<br />

Die Vermögensstruktur der Gesellschaft zeigt sich im Wesentlichen unverändert gegenüber<br />

dem Vorjahr. Die Anlagenintensität in Höhe von 62,1 % ist als branchenüblich einzuschätzen.<br />

Da in <strong>2008</strong> lediglich Investitionen i. H. v. 15 T€ vorgenommen wurden, verringerte sich<br />

das Anlagevermögen abschreibungsbedingt gegenüber dem Vorjahr um ca. 90 T€.<br />

Die Gesellschaft hat mit der Erwirtschaftung der Jahresüberschüsse der Jahre 2007 (439<br />

T€) und <strong>2008</strong> (37 T€) die in den Vorjahren bestehende bilanzielle Überschuldung überwunden<br />

und weist somit zum 31.12.<strong>2008</strong> ein positives Eigenkapital i. H. v. 38 T€ aus. Zudem<br />

reduzierten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten durch planmäßige Tilgungen<br />

sowie die Rückstellungen aufgrund der Auflösung einer im Vorjahr gebildeten Rückstellung<br />

für drohende Verluste aus der Vermietung des Objektes Kunsthandwerkerhof.<br />

Die Liquidität der Gesellschaft war im Geschäftsjahr <strong>2008</strong> zu jeder Zeit gewährleistet. Die<br />

Liquiditätskennzahlen stellen sich weiterhin sehr positiv dar. So stieg in <strong>2008</strong> die Barliquidität<br />

von 192,5 % in 2007 auf 242,2 %. Dagegen sank die einzugsbedingte Liquidität (Liquiditätsgrad<br />

II) geringfügig von 270,3 % im Vorjahr auf 267,0 % in <strong>2008</strong>. Die Gesellschaft konnte<br />

auch in <strong>2008</strong> einen positiven cash-flow aus dem operativen Geschäft generieren. Dieser<br />

sank zwar aufgrund der schlechteren Ertragslage gegenüber dem Vorjahr, überstieg jedoch<br />

noch Investitions- und Tilgungszahlungen des laufenden Jahres. Infolgedessen stieg der<br />

Finanzmittelbestand von 626 T€ im Jahre 2007 auf 682 T€ im Jahre <strong>2008</strong> an.<br />

Das Unternehmen erzielte im Berichtszeitraum einen Jahresüberschuss i. H. v. 37 T€. Ursächlich<br />

für den Rückgang gegenüber dem Jahr 2007 (439 T€) waren insbesondere die gesunken<br />

Erlöse aus Projektfördermitteln sowie geringerer Erträge aus der Erstattung von Sanierungsaufwendungen<br />

zum Objekt GIZeF I, die ab <strong>2008</strong> gänzlich entfielen und nicht durch<br />

reduzierte Pachtaufwendungen kompensiert werden konnten.<br />

88


Gründer- und Innovationszentrum <strong>Freiberg</strong>/Brand-Erbisdorf GmbH (GIZeF)<br />

Wesentliche Sachverhalte aus dem Lagebericht der Geschäftsführung:<br />

Branche und Gesamtwirtschaft<br />

Bedingt durch die Krise an den internationalen Finanzmärkten, die auch die Wirtschaft erreicht<br />

hat, ist es kaum möglich, in dieser konjunkturell schwierigen Situation potentielle<br />

Gründer zu motivieren bzw. Gründungen zu initiieren. Gleichwohl werden tendenziell Chancen<br />

gesehen, mit innovativen Produkten und Verfahren für bestehende Unternehmen neue<br />

Gründungsimpulse auszulösen, die die Wettbewerbsfähigkeit bestehender Unternehmen<br />

verbessern helfen.<br />

Von den derzeit 20 Technologiezentren im Freistaat Sachsen hat das Technologiezentrum in<br />

<strong>Freiberg</strong> mit seinem wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Umfeld relativ gute<br />

Voraussetzungen für eine weitere wirtschaftliche Entwicklung der Region. Neben größeren<br />

Impulsen aus der Halbleiterindustrie sind wirtschaftliche Ansatzpunkte vor allem im Bereich<br />

Geoconsulting, Aufbereitung, Recycling und der Umwelttechnik, neuer Werkstoffe, Materialien<br />

und Verfahren sowie vor allem im Bereich alternativer Energien und Energieeffizienz<br />

gegeben.<br />

Schwerpunkte des Geschäftsjahres <strong>2008</strong><br />

Als Hauptschwerpunkte des Geschäftsjahres <strong>2008</strong> sind herauszustellen:<br />

� Realisierung und Abschluss von zwei regionalen EU-Entwicklungs- und Transferprojekten<br />

mit internationalen Partnern zu Fragen der Wirtschaftsperspektiven im Rahmen der<br />

Globalisierung (CHANCE – Österreich, Finnland) und zu Fragen des grenzüberschreitenden<br />

Technologietransfers in ausgewählten Technologiekompetenzen der Region<br />

(VUTECH – Tschechien)<br />

� Profilierung des InnoRegio Vereins als regionales Netzwerk<br />

� Profilierung der Standorte des Technologiezentrums:<br />

→ GIZeF II: Innovationszentrum für Halbleiterforschung. Zum Bilanzstichtag sind<br />

1.768 m² Fläche (= 36 % der vermieteten Fläche) durch die Halbleiterbranche belegt.<br />

Davon stellt die Solarworld Innovation zeitweilig bis 2010 einen Anteil v. 50 %<br />

→ GIZeF I: Innovationszentrum für Geologie, Aufbereitung, Recycling und Umwelt<br />

und perspektivisch für regenerative Energien und Energiespeicherung<br />

→ GIZeF III – Kunsthandwerkerhof –: längerfristige Entwicklung zu einem Kunst- und<br />

Kulturzentrum. Gegenwärtig entsprechen ca. 350 m² (= 45 %) diesem Ansatz<br />

Als Probleme sind drei wesentliche Sachverhalte herauszustellen:<br />

� Die dringende Realisierung notwendiger Sanierungsmaßnahmen am Objekt GIZeF I entsprechend<br />

Pachtvertrag (geschätzter Aufwand: 4 Mio. €).<br />

� Objekt Kunsthandwerkerhof: Unter Vollkostenbetrachtung (also inkl. Berücksichtigung<br />

der Zinsen für bestehende Fremdfinanzierungen) ist mit Verlusten aus der Vermietung<br />

des Objektes zu rechnen. Die Stabilisierung durch Umfeldaufwertung (Abschluss der<br />

Rekonstruktion von Schloss Freudenstein und weitere Baumaßnahmen) wird erst in späteren<br />

Jahren erfolgen.<br />

� Als generelles und nicht nur <strong>Freiberg</strong> typisches Problem stellt sich das rückläufige Gründungsgeschehen<br />

dar. Eine in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft erarbeitete Konzeption<br />

geht von ca. 19 innovativen und wissensbasierten Existenzgründungen für den<br />

Landkreis im Jahr <strong>2008</strong> aus (Vorjahr 28).<br />

Geschäftsergebnis<br />

Das Geschäftsjahr <strong>2008</strong> wurde mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Der Jahresüberschuss<br />

beträgt 37 T€ (Vorjahr: 439 T€). Es ist insbesondere zu bemerken, dass die Ertragslage<br />

durch eine Verminderung des Betriebsergebnisses um 206 T€ (= 60,2%) sowie ein<br />

gegenüber dem Vorjahr deutlich vermindertes neutrales Ergebnis von -12 T€ (Vorjahr: 194<br />

T€) geprägt ist. Hierbei wirkten insbesondere drei Faktoren negativ auf die Ertragslage des<br />

Jahres <strong>2008</strong>:<br />

89


Gründer- und Innovationszentrum <strong>Freiberg</strong>/Brand-Erbisdorf GmbH (GIZeF)<br />

� Gegenüber dem Vorjahr wesentlich reduziert haben sich die Erlöse aus der Projektarbeit<br />

und die eingeworbenen Projektzuschüsse.<br />

� Gegenüber dem Vorjahr ergaben sich geringere Erträge aus der Erstattung von Sanierungsaufwendungen<br />

zum Objekt GIZeF I.<br />

� Gestiegene Energiekosten haben das Ergebnis <strong>2008</strong> im Vorjahresvergleich mit 23 T€<br />

belastet.<br />

Weitere Kennzahlen stellen sich wie folgt dar:<br />

durchschnittliche Verweildauer von Firmen im Technologiezentrum:<br />

Jahre GIZeF I GIZeF II Kunsthandwerkerhof<br />

Summe<br />

Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl %<br />

bis 5 13 41 14 52 4 57 31 47<br />

5 bis 8 8 25 2 7 1 14 11 17<br />

21 66 16 59 5 71 42 64<br />

über 8 11 34 11 41 2 29 24 36<br />

32 100 27 100 7 100 66 100<br />

Die durchschnittliche Verweildauer betrug 7 Jahre. Insgesamt wurden im Jahr <strong>2008</strong> Gründer-<br />

und Jungunternehmen durch günstige Staffelmieten im Vergleich zu ortsüblichen<br />

Marktmieten in Höhe von ca. 100 T€ unterstützt. Mehrheitlich entsprechen 42 Firmen (ca. 64<br />

%) hinsichtlich der Einmietungsdauer den Fördervoraussetzungen von ≤ 8 Jahren. Die Einmietungsdauer<br />

von 8 Jahren haben 24 Firmen überschritten (= 36 %). Entsprechend der<br />

Förderrichtlinien bedarf es der Zustimmung der Gesellschafter, dass Firmen mit mehr als 8<br />

Jahren Verweildauer sich weiterhin im Technologiezentrum einmieten können. Voraussetzung<br />

für diese Zustimmung sind jährlich kündbare Mietverträge, um für mögliche Gründerund<br />

Jungunternehmen entsprechende Raumkapazitäten bereitstellen zu können. Die über 8<br />

Jahre hinausgehenden Mietverträge werden jährlich nach Zustimmung des Gesellschaftergremiums<br />

den Erfordernissen angepasst. Eine Betrachtung nach Flächen ergibt ein anderes<br />

Bild, da im Regelfall länger am Markt agierende Firmen auch einen höheren Flächenbedarf<br />

haben. Erkennbar ist, dass sich mit einer hohen Verweildauer von ≥ 5 Jahren neben einer<br />

guten Auslastung auch bessere wirtschaftliche Resultate erzielen lassen, weil im Regelfall<br />

die Staffelmiete der ersten 5 Jahre nicht mehr zum tragen kommt. Im Umkehrschluss bedeutet<br />

dies, dass die überwiegende Vermietung an Gründer – gemeint sind hier Unternehmer<br />

mit einer Einmietzeit von bis zu 5 Jahren – zu wirtschaftlichen Belastungen der Zentren aufgrund<br />

des in diesem Zeitraum geringen Mietniveaus führt. Im Umkehrschluss ist eine Verweildauer<br />

unter 5 Jahren mit reduzierten Mieteinnahmen verbunden, die damit die Wirtschaftlichkeit<br />

der Zentren negativ beeinflussen.<br />

Entwicklung von Firmen (Mieter) und Mitarbeitern (der Mieter) der Objekte GIZeF I<br />

und GIZeF II:<br />

<strong>2008</strong> 2007 2006 2005 2004<br />

Firmen gesamt Anzahl 59 62 70 72 68<br />

- davon technologieorientierte Firmen Anzahl 33 34 38 38 34<br />

Mitarbeiter gesamt Anzahl 354 338 362 362 340<br />

- davon Mitarbeiter technologieorientierter<br />

Firmen Anzahl 222 210 217 220 210<br />

Der Anteil technologieorientierter Unternehmen über die belegten Flächen (ohne eingemietete<br />

Behörden) beträgt zum Bilanzstichtag 81,6 %.<br />

90


Firmenein- und -auszüge:<br />

Firmen<br />

Gründer- und Innovationszentrum <strong>Freiberg</strong>/Brand-Erbisdorf GmbH (GIZeF)<br />

GIZeF I GIZeF II Zwischensumme<br />

Kunsthandwerkerhof<br />

Summe<br />

Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl<br />

Bestand Vorjahr 32 30 62 8 70<br />

+ Einzüge 3 1 4 2 6<br />

- Auszüge 3 4 7 3 10<br />

Bestand Berichtsjahr 32 27 59 7 66<br />

Saldo Veränderung 0 -3 -3 -1 -4<br />

Mitarbeiter der Firmen<br />

GIZeF I GIZeF II Zwischensumme<br />

Kunsthandwerkerhof<br />

Summe<br />

Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl<br />

Bestand Vorjahr 182 156 338 16 354<br />

+ Einzüge 11 5 16 3 19<br />

+ Entwicklung -5 36 31 2 33<br />

- Auszüge -3 -28 -31 -7 -38<br />

Bestand Berichtsjahr 185 169 354 14 368<br />

Insolvenzen waren in <strong>2008</strong> keine zu verzeichnen. Insgesamt hat sich der Firmenbestand um<br />

vier Firmen gegenüber dem Vorjahr reduziert. Der Bestand von Mitarbeitern konnte um 14<br />

erhöht werden.<br />

Vermietungsgrad zum Stichtag 31. Dezember <strong>2008</strong>:<br />

GIZeF I GIZeF II Zwischensumme<br />

Kunsthandwerkerhof<br />

Summe<br />

vermietbare Fläche qm 9.575 5.185 14.760 811 15.571<br />

vermietete Fläche qm 8.588 4.893 13.481 772 14.253<br />

davon:<br />

Technologiezentrum qm 5.869 4.893 10.762<br />

Behörden qm 2.359 2.359<br />

Wohnungen qm 360 360<br />

Vermietungsgrad % 89,7 94,4 91,3 95,2 91,5<br />

Der Anteil der eigengenutzten Flächen durch die Gesellschaft beträgt 354 qm (=2,5 %).<br />

Die gesamte Auslastung durch gewerbliche Unternehmen im Technologiezentrum (Objekte I<br />

und II) beträgt mit ca. 9.780 qm ca. 73 %. Der Rest von 3.700 qm ist historisch und entsprechend<br />

den Erfordernissen der Wirtschaftlichkeit mit Behörden (2.359 qm), Vereinen, Verbänden<br />

und durch gemeinnützige Einrichtungen (980 qm) sowie mit Wohnungen (360 qm)<br />

belegt.<br />

Pachtvertrag GIZeF I<br />

Im Rahmen des in 2007 für <strong>2008</strong> – 2020 abgeschlossenen neuen Pachtvertrages wurden<br />

die Verpflichtungen des Pächters vollumfänglich erfüllt. Problematisch gestaltete sich die<br />

Erfüllung der Vertragspflichten des Verpächters. Entsprechend § 10 Absatz 2 des Vertrages<br />

sind planbare Leistungen, welche über den geplanten Sockelbetrag des Pächters von 10 T€<br />

hinausgehen, durch den Verpächter zu tragen und erstmals ab <strong>2008</strong> auf Basis eines fünfjährigen<br />

Investitionskonzeptes jeweils bis zum 28. April eines Jahres im Haushaltsplan einzuarbeiten.<br />

Davon betroffen sind insbesondere auch kurzfristige dringende Maßnahmen des<br />

vorbeugenden Brandschutzes. Diese Aufgaben wurden <strong>2008</strong> nicht in dem Umfang erfüllt.<br />

91


Gründer- und Innovationszentrum <strong>Freiberg</strong>/Brand-Erbisdorf GmbH (GIZeF)<br />

Nach wie vor bestimmen operative, zögerliche und verspätete Mittelbereitstellungen das Geschehen.<br />

So wurden im Jahr <strong>2008</strong> erst ab September Mittel zur Verfügung gestellt, von denen<br />

nur 80 T€ per Jahresende realisiert werden konnten. Der vereinbarte Sanierungsplan<br />

liegt bis zum heutigen Tage nicht vor. Dringend notwendige Maßnahmen des Brandschutzes<br />

wurden dabei – wie auch in den Vorjahren – nicht erfüllt, wodurch große Sicherheitsrisiken<br />

für die Mieter entstehen.<br />

Wirtschaftsberatung und Projektarbeit<br />

Insgesamt sind im Berichtsjahr 101 Beratungen (Vorjahr 148) erfolgt. In Erkenntnis dieser<br />

Lage wurde von der Gesellschaft in einer umfassenden Studie das Gründungsgeschehen<br />

<strong>2008</strong> analysiert und Vorschläge zur Verbesserung des innovativen Gründungsgeschehens<br />

entwickelt. Auf annähernd gleich bleibendem Niveau ist die laufende Unterstützung bestehender<br />

Firmen, insbesondere der Firmen im GIZeF selbst. Schwerpunkte sind hierbei vor<br />

allem Fragen zur Sicherung und Erweiterung des laufenden Geschäftsbetriebes durch Auftragsvermittlung,<br />

Einbeziehung in die Projektarbeit, Personalfragen und spezifische Fördermöglichkeiten.<br />

Erschwerend für die Gesellschaft wirkt sich die veränderte Technologiezentrums-Förderung<br />

seit <strong>2008</strong> aus. Seit dieser Zeit bis zum heutigen Tag, sind notwendige gründungsunterstützende<br />

Aktivitäten durch Technologiezentren nicht mehr finanzierbar. Im<br />

Rahmen der Projektarbeit eingeworbene Fördermittel in <strong>2008</strong> resultieren aus regionalen<br />

Entwicklungs- und Transferprojekten des Vorjahres (CHANCE und VUTECH) ohne explizierten<br />

Bezug zu Einzelfirmen oder Gründungsunterstützung. Als weitere Maßnahme sind Aktivitäten<br />

der Studienorientierung für Gymnasien (Scholl- und Cotta-Gymnasium) die inhaltliche<br />

und finanzielle Unterstützung des InnoRegio <strong>Freiberg</strong> e.V., die Mitgliedschaft in 4 verschiedenen<br />

weiteren Vereinen, die Durchführung von 9 Veranstaltungen und Schulungen sowie<br />

Offerten für eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit (6) zu nennen.<br />

Künftige Entwicklung der Gesellschaft und Ausblick<br />

Die weitere Entwicklung der Gesellschaft ist in Schwerpunkten insbesondere abhängig von:<br />

� der vertraglichen Ausgestaltung zur Nutzung (Einmietung) bzw. späteren Erwerb des Objektes<br />

„GIZeF II“ durch die Deutsche Solar AG – Technologiezentrum Halbleitermaterialien,<br />

� der künftigen Entwicklung des Vermietungsrades – insbesondere auch vor dem Hintergrund<br />

der möglichen Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise auf die<br />

Mieter, des Mietzinsniveaus, der Mieterstruktur sowie des Instandhaltungsbedarfes, die<br />

auch die Höhe möglicher stiller Reserven beeinflussen,<br />

� der Möglichkeit zur weiteren Akquisition von Projektfördermitteln für die Initiierung des<br />

technologischen Gründungsgeschehenes, des Technologietransfers und der internationalen<br />

Zusammenarbeit sowie<br />

� der Entwicklung von Alternativen zum und für das Objekt Kunsthandwerkerhof.<br />

Insgesamt geht die Gesellschaft davon aus, sich abzeichnende unterschiedliche Szenarien<br />

strategisch zu beherrschen und die nachhaltige wirtschaftliche Tragfähigkeit der Gesellschaft<br />

für die Zukunft zu sichern. Dabei sollte zukünftig die Rolle des Technologiezentrums<br />

im Gesamtkomplex der regionalen Wirtschaftsförderung gesehen werden. So wäre es erforderlich,<br />

eine Änderung der regionalen Wirtschaftsförderung durch Bündelung und klare<br />

Strukturierung anzugehen. Darüber hinaus ist eine Wiederbelebung, Neustrukturierung und<br />

Aufbau einer angewandten Forschungsinfrastruktur entsprechend des regionalen Technologiepotentials<br />

zu empfehlen, die als Bindeglied zwischen Grundlagenforschung und regionaler<br />

Wirtschaft fungieren könnte.<br />

92


GSQ Gesellschaft für Strukturentwicklung und Qualifizierung <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

9. GSQ Gesellschaft für Strukturentwicklung und Qualifizierung<br />

<strong>Freiberg</strong> mbH<br />

Adresse<br />

Halsbrücker Straße 34, 09599 <strong>Freiberg</strong><br />

Telefon / Fax (0 37 31) 7980-0 / 798 01 99<br />

Ansprechpartner Herr Markgraf<br />

Frau Bach<br />

E-Mail Sekretariat@GSQ-<strong>Freiberg</strong>.de<br />

Finanzen@GSQ-<strong>Freiberg</strong>.de<br />

Internet http://www.GSQ-<strong>Freiberg</strong>.de<br />

Gründung Gesellschaftsvertrag vom 06.04.1993<br />

Handelsregister 09.07.1993<br />

Amtsgericht Chemnitz, HRB 8291<br />

Gesellschaftsvertrag gültig in der Fassung vom 20.12.2005 mit<br />

Nachtrag vom 22.06.2006<br />

Rechtsform GmbH<br />

Stammkapital 30.000,00 €<br />

Gesellschafter Landkreis Mittelsachsen 66% (19,8 T€)<br />

Kreissparkasse <strong>Freiberg</strong> 20% (6,0 T€)<br />

Stadt <strong>Freiberg</strong> 10% (3,0 T€)<br />

Gemeinde Halsbrücke 4% (1,2 T€)<br />

Geschäftsführer<br />

Laut Gesellschaftsvertrag hat jeder Gesellschafter unabhängig<br />

von seiner Einlage eine Stimme.<br />

Herr Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Markgraf<br />

Mitarbeiter Im Jahresdurchschnitt waren 907 Mitarbeiter beschäftigt.<br />

Abschlussprüfer Moog & Partner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft<br />

Wirtschaftsprüfer Herr Dr. Moog und<br />

vereidigter Buchprüfer Herr Dr. Hüttl, Darmstadt<br />

93


GSQ Gesellschaft für Strukturentwicklung und Qualifizierung <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

Bilanz<br />

31.12.2006 31.12.2007 31.12.<strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

Aktiva T€ % T€ % T€ % T€ %<br />

Anlagevermögen 472 27,6 497 28,96 502 25,7 5 1,0<br />

Immaterielle Vermögensgegenstände<br />

9 6 2<br />

Sachanlagen 463 491 500<br />

Umlaufvermögen 1.223 71,5 1.209 70,5 1.431 73,4 222 18,4<br />

Vorräte - - 3<br />

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände<br />

187 147 138<br />

Kassenbestände, Guthaben bei<br />

Kreditinstituten 1.036 1.062 1.290<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 15 0,9 10 0,6 17 0,9 7 70,0<br />

Bilanzsumme 1.710 100 1.716 100 1.950 100 234 13,6<br />

Passiva<br />

Eigenkapital 823 48,1 944 55,0 1.078 55,3 134 14,2<br />

Gezeichnetes Kapital 30 30 30<br />

Kapitalrücklagen 161 161 161<br />

Gewinnvortrag 501 632 753<br />

Jahresüberschuss 131 121 134<br />

Rückstellungen 631 36,9 544 31,7 591 30,3 47 8,6<br />

Langfristige Rückstellungen 0 0 0<br />

Kurzfristige Rückstellungen 631 544 591<br />

Verbindlichkeiten 256 15,0 228 13,3 281 14,4 53 23,2<br />

Langfristige Verbindlichkeiten 0 0 0<br />

Mittelfristige Verbindlichkeiten 42 33 16<br />

Kurzfristige Verbindlichkeiten 214 195 265<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 0 0,0 0 0,0 0 0,0 0 0,0<br />

Bilanzsumme 1.710 100 1.716 100 1.950 100 234 13,6<br />

94


Gewinn- und Verlustrechnung<br />

GSQ Gesellschaft für Strukturentwicklung und Qualifizierung <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

2006 2007 <strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

T€ T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 420 382 407 25 6,5<br />

Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen<br />

Erzeugnissen 0 0 3 3 -<br />

sonstige betriebliche Erträge 3.915 3.395 3.676 281 8,3<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 4.335 3.777 4.086 309 8,2<br />

Materialaufwand 361 341 400 59 17,3<br />

Personalaufwand 3.427 2.932 3.188 256 8,7<br />

Abschreibungen 111 117 119 2 1,7<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 251 204 209 5 2,5<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 4.150 3.594 3.916 322 9,0<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 19 19 24 5 26,3<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1 0 0 0 -<br />

Finanzergebnis 18 19 24 5 26,3<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 203 202 194 -8 -4,0<br />

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 66 75 54 -21 -28,0<br />

sonstige Steuern 6 6 6 0 0,0<br />

Jahresergebnis 131 121 134 13 10,7<br />

Nachrichtlich<br />

Behandlung von Bilanzgewinn/Jahresergebnis<br />

Vortrag auf neue Rechnung 131 121 134<br />

Personalentwicklung (Jahresdurchschnittswerte)<br />

Gesamtbeschäftigte<br />

(ohne Auszubildende)<br />

Ist 2006 Ist 2007 Plan <strong>2008</strong> *) Ist <strong>2008</strong><br />

698 666 - 907<br />

*) Auf Grund der Abhängigkeit der GSQ von staatlichen Zuweisungen können keine Planzahlen erarbeitet werden.<br />

95


GSQ Gesellschaft für Strukturentwicklung und Qualifizierung <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

Plan-Ist-Vergleich<br />

Plan <strong>2008</strong> Ist <strong>2008</strong><br />

Abweichung zum<br />

Planansatz<br />

T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 390 407 17 4,4<br />

Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen<br />

Erzeugnissen 0 3 3 -<br />

sonstige betriebliche Erträge 2.960 3.676 716 24,2<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 3.350 4.086 736 22,0<br />

Materialaufwand 300 400 100 33,3<br />

Personalaufwand 2.750 3.188 438 15,9<br />

Abschreibungen 92 119 27 29,3<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 200 209 9 4,5<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 3.342 3.916 574 17,2<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 10 24 14 -<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1 0 -1 -100,0<br />

Finanzergebnis 9 24 15 -<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 17 194 177 -<br />

außerordentliche Erträge 0 0 0 -<br />

außerordentliche Aufwendungen 0 0 0 -<br />

außerordentliches Ergebnis 0 0 0 -<br />

Steuern von Einkommen und Ertrag 6 54 48 -<br />

sonstige Steuern 6 6 0 0,0<br />

Jahresergebnis 5 134 129 -<br />

96


Bilanz- und Leistungskennzahlen<br />

GSQ Gesellschaft für Strukturentwicklung und Qualifizierung <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

Kennzahl Ist 2006 Ist 2007 Ist <strong>2008</strong><br />

Vermögenssituation<br />

Investitionen (T€) 109,9 146,6 124,5<br />

Investitionsdeckung (%) 101,0 79,8 95,6<br />

Anlagenintensität (%) 27,6 29,0 25,7<br />

Deckungsgrad A (%) 174,4 189,9 214,7<br />

Deckungsgrad B (%) 174,4 189,9 214,7<br />

Kapitalstruktur<br />

Eigenkapitalquote (%) 48,1 55,0 55,3<br />

Nettoverschuldung (T€) - - -<br />

Liquidität<br />

Barliquidität - Liquiditätsgrad I (%) 122,6 143,7 150,7<br />

kurzfristige Liquidität - Liquiditätsgrad II (%) 144,7 163,6 166,8<br />

einfacher operativer cash-flow (T€) 242 238 253<br />

Innenfinanzierungsgrad (%) 220,2 162,3 203,2<br />

Schuldentilgungsdauer (Jahre) 1,1 1,0 1,1<br />

Sonstiges<br />

Gesamtkapitalrentabilität (%) 7,7 7,1 6,9<br />

Personalaufwand je VZÄ (T€) - - -<br />

Bewertung der Daten durch das Beteiligungsmanagement<br />

Die Investitionen des Unternehmens im Jahr <strong>2008</strong>, insbesondere in den Bereichen technische<br />

Anlagen, Fuhrpark sowie Büro- und Geschäftsausstattung waren höher als geplant,<br />

sind jedoch fast vollständig durch Abschreibungen gedeckt. Die Vermögensstruktur zeigt<br />

sich im Vorjahresvergleich ohne große Veränderungen, vermögensseitig ist ein Zuwachs der<br />

liquiden Mittel zu verzeichnen. Durch einen erneuten Zuwachs an Eigenkapital verbesserte<br />

sich die Anlagendeckung durch Eigen-/langfristiges Kapital auf 214,7 %. Die Vermögensverhältnisse<br />

der Gesellschaft sind geordnet. Dies bestätigt zudem eine Eigenkapitalquote von<br />

55,3 %.<br />

Die Liquidität des Unternehmens war im Geschäftsjahr stets gegeben. Das kurzfristige<br />

Fremdkapital ist zum Bilanzstichtag ausreichend durch liquide Mittel gedeckt. Zudem bestehen<br />

keinerlei Darlehensverpflichtungen. Der im Berichtsjahr erwirtschaftete Mittelüberschuss<br />

reichte aus, um die Investitionen zu finanzieren. Im Unternehmensvergleich ist allerdings zu<br />

berücksichtigen, dass die GSQ ihrem Zweck entsprechend vorrangig Beschäftigungsprogramme<br />

für Arbeitslose durchführt und dafür zahlreiche öffentliche Zuschüsse erhält (rund<br />

90 % der betrieblichen Erträge).<br />

Das Jahresergebnis liegt geringfügig über dem des Vorjahres. Die Umsatzerlöse insbesondere<br />

aus der sonstigen Geschäftstätigkeit lagen über denen des Vorjahres. Die Steigerung<br />

der sonstigen betrieblichen Erträge resultiert aus dem Zuwachs der Zahl der geförderten<br />

Personen auf 907 im Jahresdurchschnitt (Vj. 666). Dem stehen korrespondierend höhere<br />

Personal- und Materialkosten gegenüber. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit<br />

entspricht in etwa dem von 2007.<br />

97


GSQ Gesellschaft für Strukturentwicklung und Qualifizierung <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

Kennzahlen zum Geschäftserfolg werden nicht betrachtet, da ihnen keine realistische Aussagekraft<br />

zukommt. Hauptfinanzierungsquellen der Gesellschaft sind bestimmungsgemäß<br />

nicht Umsatzerlöse aus eigenen Geschäftsfeldern, sondern die in sonstigen betrieblichen<br />

Erträgen ausgewiesenen Mittel öffentlicher Zuschussgeber (Personal- und Sachkostenzuschüsse).<br />

Nicht für alle geförderten Personengruppen können Umsätze erzielt werden. Die<br />

meisten der erzielten Umsätze haben keinen marktwirtschaftlichen Rahmen. Zudem ist der<br />

Personaleinsatz saisonal schwankend und maßnahmebezogen sehr unterschiedlich.<br />

Wesentliche Sachverhalte aus dem Lagebericht des Geschäftsführers<br />

Schwerpunkte<br />

Im Geschäftsjahr <strong>2008</strong> wurden umfangreiche Dienstleistungen erbracht. Diese betrafen u. a.<br />

insbesondere:<br />

- Organisation und Durchführung von Beschäftigungsprogrammen für Arbeitslose<br />

Findung, Vorbereitung und Umsetzung von Konzepten<br />

Akquisition von Auftraggebern und Einsatzstellen<br />

weiterer Ausbau eines Maßnahme- und Beschäftigungsverbundes<br />

Durchführung spezieller Programme für ältere Arbeitslose<br />

- Realisierung von Qualifizierungsmaßnahmen<br />

Kooperation mit Bildungsträgern<br />

Durchführung von Weiterbildungsmaßnahmen in eigener Regie (projektbezogen)<br />

- Umsetzung von Maßnahmen, die Arbeitslose unmittelbar in ein Dauerbeschäftigungsverhältnis<br />

gebracht haben<br />

Maßnahmen, die vom Europäischen Sozialfonds und dem Freistaat Sachsen gefördert<br />

wurden<br />

Maßnahmen, die von der Bundesagentur für Arbeit bzw. der ARGE SGB II <strong>Freiberg</strong><br />

gefördert wurden<br />

- Schaffung von Arbeitsplätzen durch allgemeine Dienstleistungen<br />

Geschäftsfeld Ökologischer Landschaftsbau/Sanierung<br />

Geschäftsfeld IT-Dienste<br />

Leistungen durch Arbeitsverhältnisse mit geringfügigen Anstellungen bzw. befristeten<br />

Einstellungen (u. a. in den Bereichen Personal, Projektleitung, Technik, Näherei,<br />

Geschäftsfelder)<br />

Leistungen durch Arbeitsverhältnisse mit durch die ARGE SGB II und Bundesagentur<br />

für Arbeit getätigtem Beschäftigungszuschuss (sozialversicherungspflichtige geförderte<br />

Arbeitsverhältnisse)<br />

- Mitwirkung Kooperation Schule - Wirtschaft<br />

Durchführung Berufsinformationstag<br />

Projektkoordinator Schule - Wirtschaft im Arbeitskreis der Region Flöha<br />

Beschäftigte<br />

Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl betrug im Geschäftsjahr <strong>2008</strong> 907 Mitarbeiter. In<br />

140 Maßnahmen mit über 225 Partnern, in 325 Einzelprojekten wurden die gemeinnützig<br />

Beschäftigten in kommunalen Einrichtungen, Gesellschaften, Verbänden, Vereinen etc. tätig.<br />

Maßnahmen/Projekte<br />

Die GSQ <strong>Freiberg</strong> mbH realisierte im Geschäftsjahr <strong>2008</strong> vorwiegend staatliche Fördermaßnahmen<br />

auf der Basis der Sozialgesetzbücher (SGB II und SGB III). Im Geschäftsjahr betraf<br />

das hauptsächlich Maßnahmearten wie:<br />

- Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM)<br />

- Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM - Behindertenprojekt)<br />

98


GSQ Gesellschaft für Strukturentwicklung und Qualifizierung <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

- Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung<br />

- Zusatzjobs<br />

- Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung<br />

- Entgeltvarianten<br />

- Maßnahmen für über 58-Jährige (Ü 58)<br />

- Sozialpädagogisch begleitete Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte<br />

„Jugendberufshilfe“<br />

- Projektkoordinator - Partner und Bindeglied für die Kooperation von Schule<br />

und Wirtschaft (finanziert vom Europäischen Sozialfonds, der Europäischen<br />

Union und dem Freistaat Sachsen)<br />

- Maßnahmen mit schwerstvermittelbaren Teilnehmern<br />

- Ganzheitliche Integrationsleistung nach § 16 (1) SGB II i.V.m. § 37 und § 48<br />

SGB III (GANZIL)<br />

Als besonders erfreulich darf vermerkt werden, dass im Geschäftsjahr <strong>2008</strong> aus geförderten<br />

Maßnahmen 93 Beschäftigte eine Anstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt erhalten und 12<br />

jugendliche Beschäftigte eine Ausbildung beginnen konnten.<br />

Risiken und Prognose<br />

Das sich im Unternehmen überwiegend darstellende Risiko bestimmt sich aus dem hauptsächlichen<br />

Firmeninhalt – der vorrangigen Realisierung von Arbeitsmarktprojekten. Jedoch<br />

lässt aufgrund der langfristigen konzeptionellen Arbeit, der Flexibilität, der Vielfalt der Maßnahmeformen,<br />

der laufenden Förderprojekte, der erheblichen materiell-technischen Basis<br />

sowie der soliden Finanz- und Vermögenslage der Firma die Entwicklung der Firma eine positive<br />

Prognose zu.<br />

An dieser Stelle möchte sich die Geschäftsleitung der GSQ <strong>Freiberg</strong> mbH bei den Gesellschaftern<br />

der GSQ <strong>Freiberg</strong> mbH für die weitreichende Unterstützung und das hohe persönliche<br />

Engagement sehr herzlich bedanken.<br />

Vermögenssituation<br />

Die Vermögenslage hat sich im Geschäftsjahr kontinuierlich weiterentwickelt. Das buchmäßige<br />

Anlagevermögen hat sich im Geschäftsjahr leicht erhöht. Dem Zugang durch Investitionen<br />

von 124,5 T€ stehen lineare Abschreibungen in Höhe von 119,4 T€ im Rahmen der<br />

steuerlichen Höchstsätze gegenüber. Das Verhältnis Anlagevermögen zum Gesamtkapital<br />

beträgt 25,7 %. Das Umlaufvermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr um 222,8 T€ erhöht.<br />

So hat sich zum einen der Stichtagsbestand an flüssigen Mitteln um 228,2 T€ erhöht, zum<br />

anderen haben sich die Forderungen um 8,7 T€ verringert. Unfertige Leistungen des Geschäftsfeldes<br />

Ökologischer Landschaftsbau/Sanierung wurden in Höhe von 3,3 T€ eingebucht.<br />

Die Vermögens- und Bilanzstruktur der Gesellschaft ist stabil und ausgewogen.<br />

Kapitalstruktur<br />

Die Eigenkapitalquote beträgt 55,3 % und hat sich gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die Entwicklung<br />

der Eigenkapitalquote resultiert aus der positiven Ertragslage. Das Anlagevermögen<br />

wird voll durch das Eigenkapital gedeckt.<br />

Liquidität/Rentabilität<br />

Die Liquidität war im Berichtszeitraum stets gesichert und konnte aufgrund der guten Ertragslage<br />

gegenüber dem Vorjahr wesentlich verbessert werden. Vorhandene freie Mittel<br />

sind bei der Kreissparkasse <strong>Freiberg</strong> als festverzinsliche Mittel sicher angelegt. Im Geschäftsjahr<br />

<strong>2008</strong> wurde rentabel gearbeitet und mit einem Jahresüberschuss abgeschlossen.<br />

Die Aussagekraft vor allem der Liquiditäts- und Rentabilitätskennziffern ist aufgrund der<br />

vorrangigen Aufgabenstellung der Gesellschaft als Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft<br />

stark eingeschränkt und z. B. für externe Betriebsvergleiche nicht geeignet.<br />

99


Servicegesellschaft Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

V. Einzeldarstellung der mittelbaren Beteiligungen<br />

1. Servicegesellschaft Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

Adresse Chemnitzer Straße 64, 09599 <strong>Freiberg</strong><br />

Telefon / Fax über Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH:<br />

(0 37 31) 79 46 31<br />

Ansprechpartner Geschäftsführerin Frau Hein<br />

E-Mail g.hein@seniorenheime-freiberg.de<br />

Internet http://www.seniorenheime-freiberg.de (in Kürze)<br />

Gründung Gesellschaftsvertrag vom 26.04.2006<br />

Die Gesellschaft wurde 2006 errichtet und nahm am 01.08.2006<br />

ihre Geschäftstätigkeit auf. Das erste Geschäftsjahr war ein<br />

Rumpfgeschäftsjahr und dauerte vom 01.08.-31.12.2006.<br />

Handelsregister 31.07.2006<br />

Amtsgericht Chemnitz, HRB 22943<br />

Gesellschaftsvertrag gültig in der Fassung 26.09.2006<br />

Rechtsform GmbH<br />

Stammkapital 25.000,00 €<br />

Gesellschafter Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH 100%<br />

Mit der Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH besteht ein<br />

umsatzsteuerliches Organschaftsverhältnis.<br />

Geschäftsführerin Frau Dipl.-Ing. oec. Gudrun Hein<br />

Aufsichtsrat<br />

Vorsitzender: Herr Frieder Drechsler<br />

Verein Diakonisches Werk der Ev.-Luth.-Landeskirche Sachsens im<br />

Kirchenbezirk <strong>Freiberg</strong><br />

Stellvertreter: Herr Dr. Arnd Böttcher<br />

Bürgermeister für Finanzen der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Mitglied: Herr Dr. Günter Seidler<br />

Stadtrat der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Mitarbeiter Im Jahresdurchschnitt waren 61 Mitarbeiter beschäftigt<br />

(42 Vollkräfte).<br />

Abschlussprüfer Warth & Klein GmbH<br />

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Zweigniederlassung Dresden<br />

Wirtschaftsprüfer Herr Prof. Dr. Vogelbusch und Herr Gerlach<br />

100


Bilanz<br />

Servicegesellschaft Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

31.12.2006 * 31.12.2007 31.12.<strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

Aktiva T€ % T€ % T€ % T€ %<br />

Anlagevermögen 7 5,2 5 2,6 2 1,0 -3 -60,0<br />

Sachanlagen 7 5 2<br />

Umlaufvermögen 128 94,8 187 97,4 198 99,0 11 5,9<br />

Vorräte 32 37 25<br />

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände<br />

53 29 61<br />

Kassenbestände, Guthaben bei<br />

Kreditinstituten 43 121 112<br />

Bilanzsumme 135 100 192 100 200 100 8 4,2<br />

Passiva<br />

Eigenkapital 34 25,2 60 31,3 75 37,5 15 25,0<br />

Gezeichnetes Kapital 25 25 25<br />

Gewinnvortrag 0 10 35<br />

Jahresüberschuss 9 25 15<br />

Rückstellungen 16 11,9 34 17,7 32 16,0 -2 -5,9<br />

Langfristige Rückstellungen 0 0 0<br />

Kurzfristige Rückstellungen 16 34 32<br />

Verbindlichkeiten 85 63,0 98 51,0 93 46,5 -5 -5,1<br />

Langfristige Verbindlichkeiten 0 0 0<br />

Mittelfristige Verbindlichkeiten 0 0 0<br />

Kurzfristige Verbindlichkeiten 85 98 93<br />

Bilanzsumme 135 100 192 100 200 100 8 4,2<br />

* 2006 war Rumpfgeschäftsjahr vom 01.08.-31.12.2006<br />

101


Servicegesellschaft Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

Gewinn- und Verlustrechnung<br />

2006 * 2007 <strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

T€ T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 602 1.777 1.901 124 7,0<br />

Sonstige betriebliche Erträge 0 3 5 2 75,6<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 602 1.780 1.906 126 7,1<br />

Materialaufwand 204 499 605 106 21,2<br />

Personalaufwand 254 882 888 6 0,7<br />

Abschreibungen 4 2 2 0 15,2<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 122 363 392 29 8,1<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 584 1.746 1.888 142 8,1<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1 3 4 1 25,2<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0 0 0 0 -<br />

Finanzergebnis 1 3 4 1 25,2<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 19 37 22 -15 -40,6<br />

Steuern vom Einkommen und Ertrag 10 12 7 -5 -45,1<br />

Jahresergebnis 9 25 15 -10 -38,5<br />

Nachrichtlich: Verwendung des Jahresergebnisses<br />

Vortrag auf neue Rechnung 9 25 15<br />

2006 war Rumpfgeschäftsjahr vom 01.08.-31.12.2006<br />

Personalentwicklung (Jahresdurchschnittswerte)<br />

Ist Ist Plan Ist<br />

2006 2007 <strong>2008</strong> <strong>2008</strong><br />

Anzahl Vollbeschäftigte 3 6 6 4<br />

Anzahl Teilzeitbeschäftigte 36 42 45 50<br />

Anzahl geringfügig Beschäftigte 5<br />

7<br />

7<br />

7<br />

Auszubildende 0 1 1 1<br />

Beschäftigtenzahl<br />

(ohne Auszubildende)<br />

Vollzeitäquivalent<br />

(ohne Auszubildende)<br />

44 56 58 61<br />

30,82 39,8 44,85 42<br />

102


Plan-Ist-Vergleich<br />

Servicegesellschaft Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

Plan <strong>2008</strong> Ist <strong>2008</strong><br />

Abweichung zum<br />

Planansatz<br />

T€ T€ T€ %<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 1.847 1.906 59 3,2<br />

darunter<br />

Umsatzerlöse 1.847 1.901 54 2,9<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 1.833 1.888 55 3,0<br />

darunter<br />

Materialaufwand 873 605 -268 -30,7<br />

Personalaufwand 929 888 -41 -4,4<br />

Abschreibungen 13 2 -11 -82,3<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 18 392 374 -<br />

Finanzergebnis 2 4 2 87,8<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 13 22 9 69,0<br />

Steuern vom Einkommen und Ertrag 5 7 2 -<br />

Jahresergebnis 7 15 8 -<br />

103


Servicegesellschaft Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

Bilanz- und Leistungskennzahlen<br />

Kennzahl Ist 2006 Ist 2007 Ist <strong>2008</strong><br />

Vermögenssituation<br />

Investitionen (T€) 0 0 0<br />

Anlageintensität (%) 2,6 2,6 1,0<br />

Deckungsgrad A (%) 485,7 1.200,0 3.750,0<br />

Deckungsgrad B (%) 485,7 1.200,0 3.750,0<br />

Kapitalstruktur<br />

Eigenkapitalquote (%) 25,2 31,3 37,5<br />

Nettoverschuldung (T€) -89,0 -52,0 -80,0<br />

Liquidität<br />

Barliquidität - Liquiditätsgrad I (%) 42,6 91,7 89,6<br />

kurzfristige Liquidität - Liquiditätsgrad II (%) 95,0 113,6 138,4<br />

einfacher operativer cash-flow (T€) 13,0 27,0 17,7<br />

Schuldentilgungsdauer 6,5 3,6 5,3<br />

Rentabilität/Geschäftserfolg<br />

Gesamtkapitalrentabilität (%) 6,7 13,0 7,7<br />

Personalaufwand je VZÄ (T€) - 22,2 21,1<br />

Bewertung der Daten durch das Beteiligungsmanagement<br />

Das Jahr <strong>2008</strong> war das zweite volle Geschäftsjahr der Servicegesellschaft Seniorenheime<br />

<strong>Freiberg</strong> mbH. Die Vermögenssituation des Unternehmens ist als reine Dienstleistungsgesellschaft<br />

von sehr geringer Anlagenintensität geprägt. Im Berichtsjahr wurden keine nennenswerten<br />

Investitionen durchgeführt. Das Anlagevermögen ist somit vollständig durch Eigenkapital<br />

gedeckt.<br />

Die Eigenkapitalausstattung hat sich wiederholt geringfügig verbessert und ist mit 37,5 %<br />

akzeptabel. Zur Sicherung der finanziellen Stabilität des Unternehmens ist es jedoch notwendig,<br />

dass sich der Eigenkapitalanteil im Verhältnis zum Fremdkapital, auch aufgrund<br />

dessen Kurzfristigkeit, noch erhöht.<br />

Eine sukzessive Verbesserung ist auch bei den Liquiditätskennzahlen festzustellen. Zur Sicherung<br />

der Zahlungsfähigkeit werden infolge der hohen Sachkosten gegenüber der Muttergesellschaft<br />

Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gGmbH Abschlagszahlungen in Rechnung gestellt.<br />

Das Jahresergebnis <strong>2008</strong> konnte gegenüber dem Plan verbessert werden, liegt jedoch mit<br />

15 T€ ca. 10 T€ unter dem des Vorjahres. Insgesamt ist die Ertragslage jedoch von höheren<br />

Umsatzerlösen gekennzeichnet. Diese resultieren aus gestiegenen Beköstigungstagen im<br />

Cateringbereich sowie aus einer Erhöhung der Monatspauschale für Hauswirtschafts- und<br />

Wäschereileistungen. Ursache für den vermehrten Materialaufwand ist insbesondere die<br />

Fremdvergabe von Wäschereileistungen. Im Übrigen erhöhte sich der Materialaufwand korrespondierend<br />

zu den Umsatzerlösen.<br />

104


Servicegesellschaft Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

Wesentliche Sachverhalte aus dem Lagebericht der Geschäftsführung<br />

Gesamtübersicht<br />

Die Servicegesellschaft Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> mbH war in <strong>2008</strong> volljährig tätig und hat<br />

weitere Herausforderungen gemeistert.<br />

Als Gesamteinschätzung ist für das Geschäftsjahr <strong>2008</strong> zu resümieren:<br />

- Die Servicegesellschaft Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> mbH (Tochter) erfüllte ihre Aufgaben auf<br />

Basis Werkverträge gegenüber der Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gemeinnützige GmbH (Mutter)<br />

volljährig, jedoch in einem Bereich, der Reinigung, nicht vertragskonform.<br />

- Ein konkreter Maßnahmeplan sowie die Schadenregulierung verbessern die Situation,<br />

sodass eine sach- und qualitätsgerechte Leistungserfüllung wieder realisiert wird.<br />

- Gleichermaßen erfolgte eine personelle Neubesetzung der Bereichsleitung Hauswirtschaft<br />

sowie eine Neustrukturierung dieses Bereiches, um die kontinuierliche Leistungserfüllung,<br />

Qualitätssicherung und Verbesserung der Flexibilität zu gewährleisten.<br />

Das erreichte Jahresergebnis <strong>2008</strong> bestätigt, sowohl die plankonforme Erfüllung, als auch<br />

zunehmende Stabilität, Entwicklung der Wirtschaftlichkeit, der Servicegesellschaft Seniorenheime<br />

<strong>Freiberg</strong> mbH. Damit verbesserte sich die Qualität und Rentabilität für die Seniorenheime<br />

<strong>Freiberg</strong> gemeinnützige GmbH.<br />

Umsatzentwicklung und Bilanzergebnis<br />

Bezeichnung Berichtsjahr 2007 Veränderungen<br />

um auf<br />

Bilanzsumme 199.893 € 191.610 € 8.282 € 104,3 %<br />

Umsatz 1.900.634 € 1.777.473 € 123.161 € 106,9 %<br />

Die Umsatzsteigerung ist infolge der höheren Belegungssituation bei der Seniorenheime<br />

<strong>Freiberg</strong> gemeinnützige GmbH entstanden (Erträge Verpflegungsleistungen und Wäscherei).<br />

Die Veränderung der Bilanzsumme ist unwesentlich und die Ursachen in den einzelnen<br />

Positionen bekannt/folgerichtig (siehe Anlage 4 – finanzwirtschaftliche Bilanzgliederung).<br />

Ergebnissituation<br />

Die Entwicklung der Ergebnissituation ist nicht nur im Vergleich zum Plan, sondern erstmals<br />

im Vergleich zum vollen Geschäftsjahr 2007 möglich.<br />

Bezeichnung Berichtsjahr 2007 Veränderungen<br />

um auf<br />

Gesamterträge<br />

davon:<br />

1.909.657 € 1.783.985 € 125.672 € 107,0 %<br />

Erträge Catering 1.295.011 € 1201.302 € 93.709 € 107,8 %<br />

Erträge Unterhaltsreinigung 253.873 € 253.015 € 857 € 100,3 %<br />

Erträge Wäscherei 219.089 € 132.662 € 86.427 € 165,1 %<br />

Erträge Technik 132.662 € 132.662 €<br />

Auflösung SoPo 0 € 0 € 0 € 0,0 %<br />

Gesamtkosten<br />

davon:<br />

1.894.300 € 1.758.597 € 135.703 € 107,7 %<br />

Personalkosten 888.136 € 881.762 € 6.374 € 100,7 %<br />

Materialkosten/ kostenbezo- 604.964 € 499.426 € 105.538 € 121,1 %<br />

gene Leistungen<br />

Abschreibungen 2.303 € 2.321 € -18 € 99,2 %<br />

Sonstige Kosten 392.282 € 362.693 € 29.588 € 108,2 %<br />

Ergebnis 15.358 € 25.388 € -10.031 € 60,5 %<br />

105


Servicegesellschaft Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

Die Ertragssteigerung in Höhe von 7,0 % resultiert aus der höheren Belegungssituation der<br />

Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gemeinnützige GmbH, im Bereich Verpflegungsleistungen und Wäscherei.<br />

Die Gesamtkostensteigerung von 7,7 % korrespondiert mit der Ertragssituation.<br />

Die Steigerung der Materialkosten/kostenbezogene Leistungen von 21,1 % ist durch die volljährige<br />

Auslagerung der Bewohnerwäscherei mit Beistellung unseres Personals entstanden<br />

(Personalkosten: bisherige Personalkosten – Teil Sachkosten).<br />

Die Servicegesellschaft Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> mbH beschäftigte im Geschäftsjahr <strong>2008</strong><br />

42 Vk. (Vorjahr 40 Vk). Die Personalkosten stiegen um 7 % und lagen bei 888.136 €. Die<br />

Personalkostensteigerung ist durch Tariferhöhungen für den Gebäudereinigertarif mitarbeiterwirksam<br />

geworden. Zusätzlich wurden eine Einmalzahlung und Sonderzahlungen leistungsorientiert<br />

gewährt. Die Durchschnittspersonalkosten je Vollkraft betragen zurzeit<br />

21.150,00 €<br />

Darstellung der Vermögenslage der Gesellschaft<br />

Das Eigenkapital wurde um 26 % auf 75.215 € im Geschäftsjahr <strong>2008</strong> verbessert. Das<br />

Fremdkapital konnte um 5 % reduziert werden, sodass die Fremdkapitalquote im Geschäftsjahr<br />

rund 62 % beträgt.<br />

Die Servicegesellschaft Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> mbH ist seit August 2006 tätig und verfügt<br />

über eine geringe Ausstattung an Eigenkapital. Sie hat im Verlauf der 3 Geschäftsjahre die<br />

geplanten und verbesserten Ergebnisse erreicht. Die Eigenkapitalausstattung wächst jährlich.<br />

Darstellung der Finanzlage<br />

Die Liquiditätskennziffern vermitteln folgende Entwicklung:<br />

Bezeichnung Berichtsjahr 2007 Veränderungen<br />

um auf<br />

Flüssige Mittel 111.691 € 120.457 € -8.766 € 92,7 %<br />

Kurzfristige Schulden 124.678 € 131.753 € -7.075 € 94,6 %<br />

Liquidität auf kurze Sicht 1,39 1,14 0,25 121,8 %<br />

Liquidität in Tagen 22 25 -3 86,1 %<br />

Liquidität für HHP Folgejahr 111.225 € 120.075 € -8.850 € 92,6 %<br />

Liquidität für Investition. Folgejahr<br />

466 € 382 € 84 € 122 %<br />

Die Liquidität auf kurze Sicht verbesserte sich. Die Liquiditätsreserve von 22 Tagen sichert<br />

noch nicht die stabile Liquidität. Deshalb werden auch Abschlagszahlungen infolge der hohen<br />

Sachkosten als Vorleistungen an die Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> gemeinnützige GmbH in<br />

Rechnung gestellt<br />

Voraussichtliche Entwicklung, Chancen und Risiken<br />

Zur weiteren positiven Entwicklung der Servicegesellschaft Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> mbH hat<br />

die volljährige Leistungskontinuität in der Einheit der Qualitätssicherung in den Leistungsbereichen<br />

höchste Priorität. Insbesondere gilt es, die Konsolidierung zur weiteren Sicherung<br />

und Entwicklung der Wirtschaftlichkeit der Servicegesellschaft Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

zu erreichen.<br />

Analog zur „Mutter“ sollen die Schwerpunkte<br />

- Ziele zur Existenzsicherung und Entwicklung der Gesellschaft,<br />

- Maßnahmen der Qualitätssicherung und<br />

- Zusatzangebote/Leistungen<br />

verpflichtend beachtet und umgesetzt werden.<br />

106


Servicegesellschaft Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> mbH<br />

Aufgrund des bestehenden Leistungsaustausches zwischen Mutter und Tochter werden die<br />

Chancen und Risiken in Analogie zur Mutter eingeschätzt.<br />

Die erweiterte Prüfung nach § 53 Haushaltsgrundsätzegesetz im Geschäftsjahr bestätigt,<br />

dass nur benanntes Vorkommnis (Reinigung) und keine Risiken im Ergebnis der Prüfung<br />

zum Jahresabschluss sowie für die voraussichtliche Entwicklung der Servicegesellschaft<br />

Seniorenheime <strong>Freiberg</strong> mbH bestehen.<br />

107


Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

2. Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

Adresse<br />

Beuststraße 1, 09599 <strong>Freiberg</strong><br />

Telefon / Fax<br />

(0 37 31) 39 600 / 39 60 26<br />

Ansprechpartner Herr Pollenske<br />

E-Mail info@stadtbau.net<br />

pollenske@wohnungsgesellschaft.de<br />

Internet http://www.stadtbau.net<br />

Gründung Gesellschaftsvertrag vom 11.12.1990<br />

Handelsregister 10.09.1992<br />

Amtsgericht Chemnitz, HRB 6393<br />

Gesellschaftsvertrag zuletzt geändert am 18.02.2003<br />

Rechtsform GmbH<br />

Stammkapital 400.341,54 €<br />

Gesellschafter Städtische Wohnungsgesellschaft<br />

<strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH (SWG)<br />

100%<br />

Die Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH gilt gemäß § 271 Abs. 2 HGB als verbundenes<br />

Unternehmen der alleinigen Muttergesellschaft SWG. Der am<br />

15.08.2002 notariell beurkundete Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag<br />

wurde am 03.12.2002 in das Handelsregister eingetragen.<br />

Aufsichtsrat<br />

Vorsitzender: Herr Marcel Sonntag<br />

Geschäftsführer der SWG<br />

Stellvertreter: Herr Matthias Girbig<br />

Bürgermeister für Organisation und Verwaltung<br />

der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Herr Dr.-Ing. Hans-Jürgen Braun<br />

Vorstandsvorsitzender der bauverein AG, Darmstadt<br />

beratendes Mitglied: Herr Holger Reuter<br />

Dezernent für Stadtentwicklung der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Geschäftsführer Herr Frank-Peter Pollenske<br />

Mitarbeiter Im Jahresdurchschnitt waren 5 Mitarbeiter beschäftigt.<br />

Abschlussprüfer Domus Revision AG, Dresden<br />

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft<br />

Wirtschaftsprüfer Herr Dr. Hillebrand und Herr Gerber<br />

108


Bilanz<br />

31.12.2006 31.12.2007 31.12.<strong>2008</strong><br />

Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

Aktiva T€ % T€ % T€ % T€ %<br />

Anlagevermögen 1.380 60,8 1.253 63,2 1.173 59,0 -80 -6,4<br />

Immaterielle Vermögensgegenstände<br />

0 0 0<br />

Sachanlagen 1.380 1.253 1.173<br />

Umlaufvermögen 877 38,6 715 36,1 800 40,3 85 11,9<br />

Unfertige Leistungen 5 0 0<br />

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände<br />

74 42 28<br />

Kassenbestände, Guthaben bei<br />

Kreditinstituten 798 673 772<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 14 0,6 14 0,7 14 0,7 0 0,0<br />

Bilanzsumme 2.271 100 1.982 100 1.987 100 5 0,3<br />

Passiva<br />

Eigenkapital 60 2,6 125 6,3 190 9,6 65 52,0<br />

Gezeichnetes Kapital 400 400 400<br />

Verlustvortrag 400 340 275<br />

Jahresüberschuss 60 65 65<br />

Rückstellungen 768 33,8 764 38,5 786 39,6 22 2,9<br />

Langfristige Rückstellungen 0 0 50<br />

Kurzfristige Rückstellungen 768 764 736<br />

Verbindlichkeiten 1.443 63,5 1.093 55,1 1.011 50,9 -82 -7,5<br />

Langfristige Verbindlichkeiten 855 799 740<br />

Mittelfristige Verbindlichkeiten 203 203 215<br />

Kurzfristige Verbindlichkeiten 385 91 56<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 0 0,0 0 0,0 0 0,0 0 0,0<br />

Bilanzsumme 2.271 100 1.982 100 1.987 100 5 0,3<br />

109


Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

Gewinn- und Verlustrechnung<br />

2006 2007 <strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

T€ T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 628 604 554 -50 -8,3<br />

Verminderung des Bestandes an zum Verkauf<br />

bestimmten Grundstücken mit fertigen und unfertigen<br />

Bauten sowie unfertigen Leistungen -3 -5 0 5 -100,0<br />

sonstige betriebliche Erträge 44 49 52 3 6,1<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 669 648 606 -42 -6,5<br />

Aufwendungen für bezogene Lieferungen und<br />

Leistungen 163 89 98 9 10,1<br />

Personalaufwand 178 197 166 -31 -15,7<br />

Abschreibungen 94 95 81 -14 -14,7<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 96 151 171 20 13,2<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 531 532 516 -16 -3,0<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 25 18 32 14 77,8<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 106 70 65 -5 -7,1<br />

Finanzergebnis -81 -52 -33 19 -36,5<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 57 64 57 -7 -10,9<br />

sonstige Steuern -3 -1 -8 -7 700,0<br />

Erträge aus der Verlustübernahme 0 0 0 0 -<br />

Jahresgewinn 60 65 65 0 0,0<br />

Nachrichtlich<br />

Verwendung des Jahresgewinns<br />

Ausgleich Verlustvortrag 60 65 65<br />

Personalentwicklung (Jahresdurchschnittswerte)<br />

Ist Ist Plan Ist<br />

31.01.2006 31.12.2007 <strong>2008</strong> 31.12.<strong>2008</strong><br />

Anzahl Vollbeschäftigte 4 4 3 3<br />

Anzahl Teilzeitbeschäftigte 2 2 2 2<br />

Auszubildende 0 0<br />

Beschäftigtenzahl<br />

(ohne Auszubildende)<br />

Vollzeitäquivalent<br />

(ohne Auszubildende)<br />

6,0 6,0 5,0 5,0<br />

5,1 5,1 4,1 4,1<br />

110


Plan-Ist-Vergleich<br />

Plan <strong>2008</strong> Ist <strong>2008</strong><br />

Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

Abweichung zum<br />

Planansatz<br />

T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 591 554 -37 -6,3<br />

Erhöhung/Verminderung des Bestandes an zum<br />

Verkauf bestimmten Grundstücken mit fertigen<br />

und unfertigen Bauten sowie unfertigen Leistungen<br />

0 0 0 -<br />

sonstige betriebliche Erträge 0 52 52 -<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 591 606 15 2,5<br />

Aufwendungen f. bezogene Lieferungen/Leistungen<br />

128 98 -30 -23,4<br />

Personalaufwand 180 166 -14 -7,8<br />

Abschreibungen 80 81 1 1,3<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 83 171 88 -<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 471 516 45 9,6<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2 32 30<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 65 65 0 0,0<br />

Finanzergebnis -63 -33 30 -47,6<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 57 57 0 0,0<br />

sonstige Steuern 0 -8 -8 -<br />

Jahresergebnis 57 65 8 14,0<br />

111


Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

Bilanz- und Leistungskennzahlen<br />

Vermögenssituation<br />

Kennzahl Ist 2006 Ist 2007 Ist <strong>2008</strong><br />

Investitionen (T€) 0 5 6<br />

Investitionsdeckung (%) - 1.900,0 1.350,0<br />

Anlageintensität (%) 60,8 63,2 59,0<br />

Deckungsgrad A (%) 4,3 10,0 16,2<br />

Deckungsgrad B (%) 66,3 73,7 83,5<br />

Kapitalstruktur<br />

Eigenkapitalquote (%) 2,6 6,3 9,6<br />

Nettoverschuldung (T€) 571,0 378,0 211,0<br />

Liquidität<br />

Barliquidität - Liquiditätsgrad I (%) 69,2 78,7 97,5<br />

kurzfristige Liquidität - Liquiditätsgrad II (%) 75,6 83,6 101,0<br />

einfacher operativer cash-flow (T€) 154,0 160,0 146,0<br />

Innenfinanzierungsgrad (%) - 3.200,0 2.433,3<br />

Schuldentilgungsdauer 9,4 6,8 6,9<br />

Rentabilität/Geschäftserfolg<br />

Gesamtkapitalrentabilität (%) 7,3 6,8 6,5<br />

Personalaufwand je VZÄ (T€) 34,6 38,3 40,1<br />

Bewertung der Daten durch das Beteiligungsmanagement<br />

Kerngeschäft der Gesellschaft ist die Sanierungsträgertätigkeit überwiegend im Auftrag der<br />

Stadt <strong>Freiberg</strong> für ausgewiesene Sanierungsgebiete und einzelne Förderprogramme. Der im<br />

Jahr 2001 begonnene Restrukturierungs- und Konsolidierungsprozess des Unternehmens<br />

mit dem Ziel, die Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH auf das Hauptgeschäft zu konzentrieren, fand im<br />

Berichtsjahr seine Fortsetzung. Dementsprechend war die Investitionstätigkeit in <strong>2008</strong> naturgemäß<br />

erneut sehr gering. Sukzessive verbessert werden konnte die Anlagendeckung<br />

durch langfristiges Kapital, wobei der Deckungsgrad B mit 83,5 % noch immer relativ niedrig<br />

ist.<br />

Die Kennzahlen zur Kapitalstruktur zeigen eine geringfügige Verbesserung zum Vorjahr.<br />

Das dritte Jahr in Folge konnte ein Jahresüberschuss erzielt werden; das Eigenkapital erhöhte<br />

sich aufgrund der Gewinnthesaurierung von 125 T€ auf 190 T€ (Eigenkapitalquote:<br />

9,6 %). Dennoch kann von einer finanziellen Stabilität der Gesellschaft nur aufgrund des mit<br />

dem Mutterunternehmen SWG abgeschlossenen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrages<br />

ausgegangen werden.<br />

Ihren Zahlungsverpflichtungen kam die Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH im Geschäftsjahr ordnungsgemäß<br />

nach, ebenso wurden Bankdarlehen planmäßig getilgt. Die Liquiditätskennzahlen<br />

haben sich leicht verbessert. Der vereinfachte operative cash-flow betrug in <strong>2008</strong> ca. 146<br />

T€ und überstieg damit die Zahlungsmittelabflüsse für Investitionen und Finanzierung. Der<br />

Zahlungsmittelbestand erhöhte sich im Geschäftsjahr <strong>2008</strong> um 157 T€.<br />

Der Jahresüberschuss entsprach dem des Vorjahres und wurde mit dem bestehenden Verlustvortrag<br />

verrechnet. Das Ergebnis <strong>2008</strong> war wiederholt von Sondereinflüssen geprägt. So<br />

wurden für rechtliche Auseinandersetzungen im Rahmen von ehemaligen Bauträgermaßnahmen<br />

sowie für eine mögliche Rückforderung von Fördermitteln im Zusammenhang mit<br />

112


Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

der Verletzung von Verfahrensvorschriften bei der Durchführung von Sanierungsmaßnahmen<br />

die Rückstellungen erhöht. Für die beiden Parkhäuser wurde erstmals eine Rückstellung<br />

für Bauinstandhaltung gebildet. Dennoch konnte im Bereich Vermietung der Parkhäuser<br />

ein Überschuss erzielt werden, welcher den Rückgang der Erlöse aus der Sanierungsträgertätigkeit<br />

aufgrund des Auslaufens von Förderprogrammen kompensierte. Die Zinsbelastung<br />

hat sich aufgrund vorjähriger Sondertilgungen von Kreditverbindlichkeiten verringert.<br />

Wesentliche Sachverhalte aus dem Lagebericht des Geschäftsführers<br />

Ertragslage<br />

Das Geschäftsjahr <strong>2008</strong> schloss mit einem Jahresüberschuss von 64.610,75 € ab. Folgende<br />

Sondereinflussfaktoren beeinflussten das Ergebnis im Besonderen:<br />

Für die rechtlichen Auseinandersetzungen mit dem für die Bauüberwachung beauftragten<br />

Architekten bei der ehemaligen Bauträgermaßnahme Brückenstraße sowie für eine mögliche<br />

Inanspruchnahme und damit verbundenen rechtlichen Auseinandersetzungen in Sachen<br />

Petri- und Jakobikirche wurden den Rückstellungen insgesamt 40 T€ zugeführt.<br />

Für die beiden Parkhäuser wurde erstmals eine Rückstellung für Bauinstandhaltung gemäß<br />

§ 249 Abs. 2 HGB von zusammen 50 T€ gebildet.<br />

Die Umsatzerlöse aus der Hausbewirtschaftung, aus der Vermietung der Parkhäuser sind<br />

infolge der abgeschlossenen Verträge stabil geblieben. Im Kerngeschäft der Sanierungsträgertätigkeit<br />

sind im Gegensatz zu den Vorjahren die abrechenbaren Stunden zurückgegangen.<br />

Der Rückgang resultiert zum einen daraus, dass die Förderprogramme EFRE und LOS<br />

im Berichtsjahr ausliefen und zum anderen, dass infolge dessen der Personalbestand betriebsbedingt<br />

um eine Arbeitskraft verringert wurde. Dieses Geschäftsfeld schloss mit einem<br />

Überschuss ab.<br />

Der Bereich Vermietung der Parkhäuser in <strong>Freiberg</strong> führte zu einem Überschuss von 21 T€.<br />

Im sonstigen Bereich werden die Geschäftsvorfälle zusammengefasst, die keiner Sparte zugeordnet<br />

werden können und künftig durch die Sanierungsträgertätigkeit mit erwirtschaftet<br />

werden müssen. Mit enthalten ist aber auch der Bereich der Gewährleistung aus dem ehemaligen<br />

Bauträgergeschäft sowie die Sondereinflussfaktoren, wie sie zuvor schon genannt<br />

wurden. Dieser Bereich schließt mit einem Verlust von 29 T€ ab. Unter Herausrechnung der<br />

vorgenannten Sondereinflussfaktoren wäre dieses Ergebnis positiv.<br />

Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung<br />

Das Gesetz zur Kontrolle der Transparenz im Unternehmensbereich stellt hohe Anforderungen<br />

an das Risikomanagement. Die Gesellschafterin hat in 2002 ein eigenes Risikomanagement<br />

für die Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH entwickelt. Für die weitere Entwicklung des Unternehmens<br />

wurden in 2004 die Risikofelder, die zur Entwicklungsbeeinträchtigung führen können,<br />

herausgearbeitet und wie in den Vorjahren auch im Jahr <strong>2008</strong> fortgeschrieben.<br />

Risiken sind vor allem erkennbar:<br />

1. Geschäftsfeld: Sanierungsträger<br />

Die Abhängigkeit von der Bewilligung von Fördermitteln.<br />

2. Geschäftsfeld: Parkraumbewirtschaftung<br />

Zum einen ist dieses Geschäftsfeld davon abhängig, wie sich der Wohnstandort Friedeburg<br />

weiter entwickelt und zum anderen, wie sich das langfristige Instandhaltungsrisiko,<br />

das aus den Parkhäusern aus fördertechnischen Gründen nicht erwirtschaftet werden<br />

kann, sich entwickeln und die Gesellschaft belasten wird.<br />

Es erfolgt eine laufende Beobachtung dieser Risiken, um sicherzustellen, dass negative<br />

Auswirkungen frühzeitig erkannt und beeinflusst werden können.<br />

113


Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

Für eine im Jahr 2004 durchgeführte Sanierung der Petri- und Jakobikirche (1. Bauabschnitt)<br />

in <strong>Freiberg</strong> wurde eine ursprünglich zugesagte Förderung nach dem Bund-<br />

/Länderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ mit Schreiben des Fördermittelgebers<br />

vom 4. November 2004 versagt, weil vor Maßnahmenbeginn nach Auffassung des Fördermittelgebers<br />

nicht die notwendige Zustimmung bei diesem eingeholt worden ist. Bezüglich<br />

dieses Sachverhaltes bestehen auf Seiten der Stadt <strong>Freiberg</strong> und der Stadtbau <strong>Freiberg</strong><br />

GmbH zum einen und des Fördermittelgebers zum anderen unterschiedliche Auffassungen.<br />

Deswegen hat die Stadt <strong>Freiberg</strong> Widerspruch eingelegt. Für das Jahr 2009 wird mit einer<br />

Widerspruchsentscheidung gerechnet. Es ist jedoch zusammen mit dem Fördermittelgeber<br />

gelungen, die Voraussetzungen zu schaffen, den 2. und 3. Bauabschnitt Jakobikirche förderrechtlich<br />

zu ermöglichen, so dass sich das Gesamtrisiko nur noch auf den 1. Bauabschnitt<br />

Jakobikirche sowie Petrikirche bezieht. Da die Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH damit rechnen<br />

muss, dass sie für diesen Vorfall aus dem Jahr 2004 in Anspruch genommen wird, wurde<br />

vorsorglich in 2006 eine Rückstellung gebildet, der im Berichtsjahr noch einmal 20 T€ für<br />

eine mögliche rechtliche Auseinandersetzung in dieser Angelegenheit zugeführt wurden, so<br />

dass diese insgesamt zum Bilanzstichtag mit 675 T€ dotiert.<br />

Durch die Beteiligung der bauverein AG, Darmstadt an der Städtischen Wohnungsgesellschaft<br />

<strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH ab 1. Januar 2007 kann die Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH nicht mehr<br />

durch die Stadt <strong>Freiberg</strong> ohne vorherige Durchführung eines Vergabeverfahrens mit der Sanierungsträgertätigkeit<br />

für neue Förderprogramme beauftragt werden. Die Gesellschaft wird<br />

sich dementsprechend im Rahmen von Ausschreibungsverfahren dem Wettbewerb stellen.<br />

Aktuell bewirbt sich die Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH um einen entsprechenden Auftrag durch<br />

die Stadt <strong>Freiberg</strong> für die Programme Stadtumbau Ost (SUO), Aktive Stadt- und Ortsteilzentren<br />

(SOP) sowie Energetische Modernisierung von Schulen, Bildungseinrichtungen, Kindergärten<br />

und Turnhallen (Investitionspakt).<br />

Der Restrukturierungsprozess der Gesellschaft ist weitgehend abgeschlossen. Die Ausrichtung<br />

des Unternehmens bleibt auf die gewinnbringenden Geschäftsfelder fokussiert. Infolge<br />

dessen kann sich die Gesellschaft ganz auf ihr Kerngeschäftsfeld konzentrieren. Aufgrund<br />

der wirtschaftlich guten Entwicklung in der Stadt <strong>Freiberg</strong> und den auch noch in den nächsten<br />

Jahren auf der Basis laufender Förderprogramme auszureichenden Fördermittel von<br />

Bund, Land und Kommune sind die Voraussetzungen gut, dass auch in den nächsten Jahren<br />

die Fördermittelverwaltung das Volumen der vergangenen Jahre und somit die Stadtbau<br />

<strong>Freiberg</strong> GmbH auch eine entsprechende Auslastung im Kerngeschäft erreicht.<br />

Mittelfristig soll die Stadtbau <strong>Freiberg</strong> GmbH noch stärker als der kompetente Sanierungsträger<br />

im Raum <strong>Freiberg</strong> mit der Zielstellung etabliert werden, auch diese Leistungen im regionalen<br />

Umfeld mit zu erbringen. Insbesondere der Zusammenschluss der Kreise <strong>Freiberg</strong>,<br />

Mittweida und Döbeln zum neuen Landkreis Mittelsachsen ab 1. August <strong>2008</strong> bietet hier<br />

neue Perspektiven.<br />

114


3. BVD <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

BVD <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

Adresse Siemensstraße 20, 64289 Darmstadt<br />

erreichbar über: SWG, Beuststraße 1, 09599 <strong>Freiberg</strong><br />

Telefon / Fax<br />

(0 37 31) 36 80 / 2 38 24<br />

Ansprechpartner Herr Pollenske<br />

E-Mail freiberg@wohnungsgesellschaft.de<br />

pollenske@wohnungsgesellschaft.de<br />

Internet<br />

http://www.wohnungsgesellschaft.de<br />

Gründung Gesellschaftsvertrag vom 03.02.2006<br />

Handelsregister 01.03.2006<br />

Amtsgericht Darmstadt, HRB 85031<br />

Gesellschaftsvertrag Neufassung vom 17.03.2006<br />

Rechtsform GmbH<br />

Stammkapital 25.000,00 €<br />

Gesellschafter Städtische Wohnungsgesellschaft<br />

<strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH (SWG)<br />

50% (12,5 T€)<br />

BAUVEREIN AG, Darmstadt 50% (12,5 T€)<br />

Aufsichtsrat Die Gesellschaft hat keinen Aufsichtsrat. Sie ist in das Beteiligungscontrolling<br />

der BAUVEREIN AG, Darmstadt eingebunden.<br />

Geschäftsführer Herr Marcel Sonntag, <strong>Freiberg</strong><br />

Herr German Nogueira, Pfungstadt (bis 10.04.<strong>2008</strong>)<br />

Herr Marcus Gunkel, Ober-Ramstadt (ab 10.04.<strong>2008</strong>)<br />

Mitarbeiter Die Gesellschaft beschäftigt keine Mitarbeiter.<br />

Abschlussprüfer Domizil-Revisions AG, Frankfurt a. M.<br />

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft<br />

Wirtschaftsprüfer Herr Storz und Frau Eichin<br />

115


BVD <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

Bilanz<br />

31.12.2006 31.12.2007 31.12.<strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

Aktiva T€ % T€ % T€ % T€ %<br />

Umlaufvermögen 29 100,0 32 100,0 38 100,0 3 10,3<br />

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände<br />

7 0 3<br />

Flüssige Mittel 22 32 35<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 0 0,0 0 0,0 0,0 0,0 0 -<br />

Bilanzsumme 29 100 32 100 38 100 3 10,3<br />

Passiva<br />

Eigenkapital 24 82,8 26 81,3 29 76,3 2 8,3<br />

Gezeichnetes Kapital 25 25 25<br />

Verlustvortrag 0 -1 0<br />

Jahresüberschuss/-fehlbetrag(-) -1 2 4<br />

Rückstellungen 2 6,9 3 9,4 6 15,8 1 50,0<br />

Langfristige Rückstellungen 0 0 2<br />

Kurzfristige Rückstellungen 2 3 4<br />

Verbindlichkeiten 0 0,0 1 3,1 0 0,0 1 -<br />

Langfristige Verbindlichkeiten 0 0 0<br />

Mittelfristige Verbindlichkeiten 0 0 0<br />

Kurzfristige Verbindlichkeiten 0 1 0<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 3 10,3 2 6,3 3 7,9 -1 -33,3<br />

Bilanzsumme 29 100 32 100 38 100 3 10,3<br />

116


Gewinn- und Verlustrechnung<br />

2006 2007 <strong>2008</strong><br />

BVD <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

T€ T€ T€ T€ %<br />

Sonstige betriebliche Erträge 2 5 13 8 160,0<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 3 3 7 4 133,3<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0 0 0 0 -<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -1 2 6 4<br />

Steuern vom Einkommen und Ertrag 0 0 3 3 -<br />

Jahresüberschuss/-fehlbetrag (-) -1 2 3 1 50,0<br />

Nachrichtlich<br />

Verwendung Jahresüberschuss/-fehlbetrag (-)<br />

Ausgleich Verlustvortrag 1<br />

Vortrag auf neue Rechnung -1 1 3<br />

Plan-Ist-Vergleich<br />

Plan <strong>2008</strong> Ist <strong>2008</strong><br />

Abweichung zum<br />

Planansatz<br />

T€ T€ T€ %<br />

sonstige betriebliche Erträge 5 13 8 -<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 3 7 4 -<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1 0 -1 -100,0<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 3 6 3 100,0<br />

Steuern vom Einkommen und Ertrag 1 3 3 -<br />

Jahresergebnis 2 3 1 20,0<br />

117


BVD <strong>Freiberg</strong> GmbH<br />

Beurteilung der Daten durch das Beteiligungsmanagement/Wesentliche Sachverhalte<br />

aus dem Jahresabschluss<br />

Die BVD <strong>Freiberg</strong> GmbH wurde im Rahmen einer Vergleichsvereinbarung zwischen den Gesellschaftern,<br />

der Städtischen Wohnungsgesellschaft <strong>Freiberg</strong>/Sa. mbH (SWG) und der<br />

BAUVEREIN AG, Darmstadt im Jahr 2006 gegründet. Die SWG ist mit Wirkung zum<br />

01.01.2007 zu 50 % am Stammkapital der BVD <strong>Freiberg</strong> GmbH beteiligt.<br />

Gegenstand der Gesellschaft ist die Übernahme der persönlichen Haftung, die Geschäftsführung<br />

und Verwaltung der BVD Immobilien GmbH & Co. <strong>Freiberg</strong> KG und die Beschäftigung<br />

von anderen damit in Zusammenhang stehenden Angelegenheiten. Die Aufnahme einer<br />

anderen Geschäftstätigkeit ist ausgeschlossen. Die Geschäftsführungstätigkeit beschränkte<br />

sich auf die rechtliche Vertretung der KG.<br />

Das Unternehmen besitzt kein Anlagevermögen, daher sind kaum Aussagen zur Vermögenssituation<br />

möglich. Investitionen wurden ebenfalls nicht getätigt. Die Zahlungsfähigkeit<br />

war im Berichtszeitraum gewährleistet. Aussagen zur Geschäftsrentabilität können auf<br />

Grund der beschränkten Geschäftstätigkeit nicht getroffen werden.<br />

Das Geschäftsergebnis weist ein Jahresergebnis von 3,4 T€ aus (Vj. 2,0 T€). Die sonstigen<br />

betrieblichen Erträge betreffen die Haftungsvergütung von der BVD Immobilien GmbH & Co.<br />

<strong>Freiberg</strong> KG bzw. Vergütung für die Übernahme der Geschäftsführung sowie die vertragsgemäße<br />

Erstattung im Zusammenhang mit den der Geschäftsführung entstandenen Kosten<br />

einschließlich der Kosten der Jahresabschlussprüfung.<br />

Für die kommenden beiden Geschäftsjahre wird mit einem ausgeglichenen Ergebnis gerechnet.<br />

Die Gesellschaft geht davon aus, dass die Risiken derzeit mit dem vorhandenen<br />

Gesellschaftskapital finanziert und weitere Risiken in folgenden Jahren nicht absehbar sind.<br />

Durch die begrenzte Geschäftstätigkeit sind künftig allerdings auch kaum Ertragssteigerungen<br />

denkbar.<br />

Der Geschäftserfolg des Unternehmens ist nicht ermittelbar, da kein eigenes Personal beschäftigt<br />

wird.<br />

118


4. <strong>Freiberg</strong>er Stromversorgung GmbH (FSG)<br />

<strong>Freiberg</strong>er Stromversorgung GmbH (FSG)<br />

Adresse Poststraße 5, 09599 <strong>Freiberg</strong><br />

Telefon / Fax (0 37 31) 30 94 – 0 / 30 94 190<br />

Ansprechpartner Herr Lindner (Controlling SWF)<br />

E-Mail info@stadtwerke-freiberg.de<br />

f.lindner@stadtwerke-freiberg.de<br />

Internet http://www.stadtwerke-freiberg.de<br />

Gründung Gesellschaftsvertrag vom 06.06.1994<br />

Handelsregister Amtsgericht Chemnitz<br />

HRB 10959<br />

Gesellschaftsvertrag gültig in der Fassung vom 12.09.2006<br />

Rechtsform GmbH<br />

Stammkapital 3.100.000,00 €<br />

Gesellschafter Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG 70% (2.170 T€)<br />

envia Mitteldeutsche Energie AG, Chemnitz 30% (930 T€)<br />

Mit der Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG besteht ein umsatzsteuerliches<br />

Organschaftsverhältnis.<br />

Aufsichtsrat<br />

Vorsitzende/r: Frau Dr. Uta Rensch (01.01.-17.10.<strong>2008</strong>)<br />

Oberbürgermeisterin der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Herr Bernd-Erwin Schramm (18.10.-31.12.<strong>2008</strong>)<br />

Oberbürgermeister der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Stellvertreter: Herr Ralf Hiltenkamp<br />

Vorstand envia Mitteldeutsche Energie AG, Chemnitz<br />

Mitglieder: Herr Klaus Henker<br />

Stadtrat der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Herr Dr. Klaus Stürzebecher<br />

Stadtrat der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Herr Dieter Kurzbuch (01.01.-31.03.<strong>2008</strong>)<br />

Vorstand Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG<br />

Herr Axel Schneegans (01.04.-31.12.<strong>2008</strong>)<br />

Vorstand Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG<br />

Herr Matthias Kunath<br />

Prokurist, envia Mitteldeutsche Energie AG<br />

Herr Dipl.-Jurist Hans Schulze<br />

Bereichsleiter Recht der envia Mitteldeutsche Energie AG<br />

Herr Albert Filbert<br />

Vorstand HEAG Südhessische Energie AG (HSE), Darmstadt<br />

Herr Karl-Heinz Koch<br />

Geschäftsführer ENTEGA Vertrieb GmbH & Co. KG, Darmstadt<br />

Geschäftsführung Frau Dipl.-Ing. oec. Dagmar Berek<br />

Herr Dipl.-Ing. (FH) Frank Irmscher<br />

Mitarbeiter Die Gesellschaft beschäftigte kein eigenes Personal,<br />

ausgenommen vier Auszubildende.<br />

Abschlussprüfer Ernst & Young AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,<br />

Niederlassung Dresden<br />

Wirtschaftsprüfer Herr Fleischer und Herr Uhlig<br />

119


<strong>Freiberg</strong>er Stromversorgung GmbH (FSG)<br />

Bilanz<br />

31.12.2006 31.12.2007 31.12.<strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

Aktiva T€ % T€ % T€ % T€ %<br />

Anlagevermögen 7.006 39,51 7.238 41,36 9.120 50,2 1.882 26,0<br />

Immaterielle Vermögensgegenstände<br />

485 1.072 1.904<br />

Sachanlagen 6.521 6.166 7.216<br />

Umlaufvermögen 10.722 60,47 10.257 58,61 9.017 49,7 -1.240 -12,1<br />

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände<br />

6.596 7.677 7.193<br />

Kassenbestände, Guthaben bei<br />

Kreditinstituten 4.126 2.580 1.824<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 2 0,0 4 0,0 18 0,1 14 0,0<br />

Bilanzsumme 17.730 100 17.499 100 18.155 100 656 3,7<br />

Passiva<br />

Eigenkapital 6.511 36,7 6.152 35,2 7.458 41,1 1.306 21,2<br />

Gezeichnetes Kapital 3.100 3.100 3.100<br />

Kapitalrücklage 1.419 1.419 1.419<br />

Gewinnrücklagen 331 331 331<br />

Gewinnvortrag 280 161 102<br />

Jahresüberschuss 1.381 1.141 2.506<br />

Empfangene Ertragszuschüsse 2.308 13,0 2.098 12,0 1.887 10,4 -211 -10,1<br />

Sonderposten für Investitionszuschüsse<br />

695 3,9 726 4,1 1.365 7,5 639 88,0<br />

Rückstellungen 3.441 19,4 3.039 17,4 3.020 16,6 -19 -0,6<br />

Langfristige Rückstellungen 14 22 22<br />

Kurzfristige Rückstellungen 3.427 3.017 2.998<br />

Verbindlichkeiten 4.775 26,9 5.484 31,3 4.405 24,3 -1.079 -19,7<br />

Langfristige Verbindlichkeiten 0 0 0<br />

Mittelfristige Verbindlichkeiten 0 0 0<br />

Kurzfristige Verbindlichkeiten 4.775 5.484 4.405<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 0 0,0 0 0,0 20 0,1 20 -<br />

Bilanzsumme 17.730 100 17.499 100 18.155 100 656 3,7<br />

120


Gewinn- und Verlustrechnung<br />

<strong>Freiberg</strong>er Stromversorgung GmbH (FSG)<br />

2006 2007 <strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

T€ T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 25.531 29.393 21.962 -7.431 -25,3<br />

Stromsteuer -3.227 -3.464 -1.872 1.592 -46,0<br />

sonstige betriebliche Erträge 1.248 1.567 2.031 464 29,6<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 23.552 27.496 22.121 -5.375 -19,5<br />

Materialaufwand 17.292 22.378 15.228 -7.150 -31,9<br />

Personalaufwand 35 34 35 1 1,8<br />

Abschreibungen 646 632 657 25 3,9<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 3.055 2.598 2.655 57 2,2<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 21.028 25.643 18.575 -7.068 -27,6<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 58 84 49 -35 -41,7<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0 0 15 15 -<br />

Finanzergebnis 58 84 34 -50 -59,5<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 2.582 1.937 3.580 1.643 84,8<br />

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.201 796 1.074 278 35,0<br />

sonstige Steuern 0 0 0 0 -<br />

Jahresergebnis 1.381 1.141 2.506 1.364 119,6<br />

Nachrichtlich<br />

Verwendung des Bilanzgewinns 1.661 1.302 2.608<br />

(Jahresüberschuss und Gewinnvortrag)<br />

Einstellung in Rücklagen 0 0 0<br />

Ausschüttung an Gesellschafter 1.500 1.200 1.600<br />

Vortrag auf neue Rechnung 161 102 1.008<br />

Personalentwicklung<br />

Die Gesellschaft verfügt über kein eigenes Personal. Die kaufmännische Betriebsführung<br />

erfolgt durch die Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG. Die technische Betriebsführung wird von der enviaM<br />

AG, Chemnitz durchgeführt. Die Gesellschaft hat im Jahresdurchschnitt vier Auszubildende<br />

beschäftigt.<br />

121


<strong>Freiberg</strong>er Stromversorgung GmbH (FSG)<br />

Plan-Ist-Vergleich<br />

Plan <strong>2008</strong> Ist <strong>2008</strong><br />

Abweichung zum<br />

Planansatz<br />

T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 21.754 21.962 208 1,0<br />

Stromsteuer -1.839 -1.872 -33 1,8<br />

sonstige betriebliche Erträge 1.790 2.031 241 13,5<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 21.705 22.121 416 1,9<br />

Marerialaufwand 16.289 15.228 -1.061 -6,5<br />

Personalaufwand 35 35 0 0,0<br />

Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände<br />

des Anlagevermögens und Sachanlagen<br />

665 657 -8 -1,2<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 2.749 2.655 -94 -3,4<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 19.738 18.575 -1.163 -5,9<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 48 49 1 2,1<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 28 15 -13 -46,4<br />

Finanzergebnis 20 34 14 70,0<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1.987 3.580 1.593 80,2<br />

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 717 1.074 357 49,8<br />

sonstige Steuern 0 0 0 -<br />

Jahresergebnis 1.270 2.506 1.236 97,3<br />

Leistungsdaten<br />

Strom 2006 2007 <strong>2008</strong><br />

Gesamtnetzlänge (km)* 341 342 379<br />

Anzahl der Kunden gesamt 27.104 27.169 25.314<br />

davon Tarifkunden 27.005 27.073 25.236<br />

Sondervertragskunden 99 96 78<br />

Strombezug (GWh) 221 251 107<br />

Stromverkauf gesamt (GWh) 218 245 105<br />

davon Tarifkunden 67 64 60<br />

Sondervertragskunden 151 181 45<br />

Bruttomischpreis (ct/kWh)** 12,98 13,82 20,19<br />

Angaben inkl. Netznutzung, Stromsteuer, KWK, EEG + 19% MwSt., da Bruttomischpreis<br />

* Anstieg der Angaben zu Netzlänge ist nicht auf Neuinvestitionen zurückzuführen. Im Zuge einer Inventur wurde<br />

festgestellt, dass der Bestand im Netz der FSG ca. 40 km länger ist.<br />

** Der Anstieg des Bruttomischpreises ist damit begründet, dass mit Beginn des Jahres <strong>2008</strong> die größten Sondervertragskunden<br />

mit den niedrigsten spezifischen Absatzpreisen aus der Belieferung herausgefallen sind und<br />

somit das Mischverhältnis sich in Richtung hochpreisiger Kundengruppen verschiebt.<br />

122


Bilanz- und Leistungskennzahlen<br />

<strong>Freiberg</strong>er Stromversorgung GmbH (FSG)<br />

Kennzahl Ist 2006 Ist 2007 Ist <strong>2008</strong><br />

Vermögenssituation<br />

Investitionen (T€) 778 876 2.577,0<br />

Investitionsdeckung (%) 83,0 72,2 25,5<br />

Anlageintensität (%) 39,5 41,4 50,2<br />

Deckungsgrad A (%)* 113,0 101,9 99,9<br />

Deckungsgrad B (%) * 113,2 102,2 100,1<br />

Kapitalstruktur<br />

Eigenkapitalquote (%)* 44,6 42,2 50,2<br />

Nettoverschuldung (T€) 26,9 -4.773,0 -4.612,0<br />

Liquidität<br />

Barliquidität - Liquiditätsgrad I (%)* 42,1 25,5 20,3<br />

kurzfristige Liquidität - Liquiditätsgrad II (%)* 109,4 101,5 100,2<br />

einfacher operativer cash-flow (T€) 2.027,0 1.773,5 3.162,7<br />

Innenfinanzierungsgrad (%) 260,5 202,5 122,7<br />

Schuldentilgungsdauer 2,4 3,1 1,4<br />

Sonstiges<br />

Gesamtkapitalrentabilität (%) 7,8 6,5 13,9<br />

* unter Berücksichtigung der Gewinnausschüttung i.H.v.1.600 T€ für das jeweilige Geschäftsjahr, welche im nächstem<br />

Geschäftsjahr zahlungswirksam wird sowie Sonderpositionen für Zuschüsse<br />

Bewertung der Daten durch das Beteiligungsmanagement<br />

Prägend für die Vermögenssituation des Unternehmens im Geschäftsjahr waren die hohen<br />

Investitionen im Anlagevermögen. Die Investitionen waren doppelt so hoch als geplant und<br />

waren insbesondere durch die notwendig gewordenen Ersatzinvestitionen im Umspannwerk<br />

Hütte zur Beseitigung der Folgen des Brandschadens sowie zusätzliche Baukostenzuschüsse<br />

zur Erweiterung der Netzanschlusskapazität verursacht. Die Erhöhung des Anlagevermögens<br />

spiegelt sich in der veränderten Vermögensstruktur wieder und hatte auch Auswirkungen<br />

auf die Anlagendeckung durch Eigenkapital. Das langfristige Vermögen ist allerdings<br />

noch ausreichend durch langfristiges Kapital finanziert (100,1 %).<br />

Im Gegenzug verringerte sich das Umlaufvermögen. Die höheren Forderungen gegen verbundene<br />

Unternehmen aufgrund veränderter Abschlagszahlungen wurden kompensiert<br />

durch den deutlichen Rückgang von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Zudem<br />

haben sich die Forderungen gegen Monatskunden aufgrund des Wegfalls von Großkunden<br />

verringert. Aufgrund der hohen Investitionen im Berichtszeitraum nahm der Finanzmittelbestand<br />

ab.<br />

Die Kapitalstruktur hat sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Durch das positivere Jahresergebnis<br />

erhöhte sich die Eigenkapitalquote auf 50,2 % (Vj. 42,2 %). Der Fremdkapitalanteil<br />

sank aufgrund des stichtagsbedingten Rückgangs der Verbindlichkeiten.<br />

Die Liquidität der Gesellschaft war im Geschäftsjahr gewährleistet. Der einfache cash-flow<br />

hat sich im Vergleich zu 2007 spürbar erhöht, bedingt durch das gestiegene Jahresergebnis.<br />

Die erwirtschafteten Mittel reichten allerdings nicht aus, um neben der Gewinnausschüttung<br />

die getätigten Investitionen zu finanzieren. Neben Eigenmitteln und Investitionszuschüssen<br />

erfolgte die Finanzierung der Investitionen zum Teil über die Aufnahme eines Bankdarlehens,<br />

welches aber im Laufe des Jahres bereits vollständig zurückgeführt wurde.<br />

123


<strong>Freiberg</strong>er Stromversorgung GmbH (FSG)<br />

Das Jahresergebnis wirkte sich spürbar auf die Rentabilitätskennzahlen aus. Die Aufwendungen,<br />

insbesondere der Materialaufwand, sind stärker gesunken als die Erträge. Trotz<br />

einem verschlechterten Finanzergebnis und gesteigerter Ertragssteuerbelastung wurde ein<br />

um 1.364 T€ höherer Jahresüberschuss erzielt.<br />

Die erhaltenen Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Brandschaden haben<br />

zu einem deutlichen Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge geführt. Die Entwicklung<br />

der Umsatzerlöse war im Berichtszeitraum vom Wechsel absatzstarker Großkunden zu anderen<br />

Stromanbietern gekennzeichnet. Dies führte im Bereich der Monatskunden zu einem<br />

deutlichen Mengen- und Erlösrückgang. Bei den Jahreskunden ist es trotz eines leichten<br />

Rückgangs der Absatzmenge zu einem Erlösanstieg gekommen, verursacht durch Preisbzw.<br />

Tariferhöhungen. Korrespondierend zu den Umsatzerlösen verringerte sich der Materialaufwand.<br />

Die Einsatzquote für den Strombezug ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken.<br />

Einerseits ist dies bedingt durch den Großkundenwechsel, mit denen zwar hohe<br />

Umsätze, aber nur geringe Margen erzielt wurden, zum anderen wirkt sich die Preiserhöhung<br />

im Jahreskundenbereich positiv aus.<br />

Das Finanzergebnis ist beeinflusst von rückläufigen Zinserträgen aufgrund des gesunkenen<br />

Bestandes an flüssigen Mitteln. Zudem entstanden Zinsaufwendungen für den kurzfristig in<br />

Anspruch genommenen Kredit zur Investitionsfinanzierung.<br />

Wesentliche Sachverhalte aus dem Lagebericht der Geschäftsführung<br />

Rahmenbedingungen<br />

Das Geschäftsjahr <strong>2008</strong> der <strong>Freiberg</strong>er Stromversorgung GmbH (FSG) war wie die Vorjahre<br />

von weiteren Veränderungen der energierechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland<br />

beeinflusst. So war am 6. November 2007 die Verordnung über die Anreizregulierung der<br />

Energieversorgungsnetze (ARegV) in Kraft getreten, deren Ausgestaltung weitere Eingriffe<br />

in die Erlösstruktur der Unternehmen ab dem Geschäftsjahr 2009 zur Folge hat. Bis 15. Dezember<br />

2007 konnten sich danach kleine und mittlere Energieversorgungsunternehmen<br />

(Kundenanzahl Strom bis 30.000) zur Teilnahme am vereinfachten Verfahren zur Anreizregulierung<br />

ab 2009 entscheiden. Die Geschäftsführung der FSG hatte sich unter zu Grundlegung<br />

der bis dahin bekannten Effizienzkriterien, deren detaillierte Ausgestaltung erst im Verlauf<br />

des Geschäftsjahres <strong>2008</strong> durch die Bundesnetzagentur erfolgte, für das normale Verfahren<br />

entschieden. Wesentlich geprägt war das Geschäftsjahr <strong>2008</strong> außerdem von den<br />

Folgen des Brandschadens im Umspannwerk „Hütte“ vom 6. Mai <strong>2008</strong>. Ungeplante Abriss-,<br />

Demontage- und Wiedererrichtungskosten in Verbindung mit Neu- und Ersatzinvestitionen<br />

führten zu erheblichen zeitlichen und finanziellen Verschiebungen im Bauplan der Gesellschaft.<br />

Ergebnis<br />

Aus der Entwicklung der Geschäftszahlen <strong>2008</strong> geht hervor, dass die Gesellschaft im Vergleich<br />

zum Vorjahr ein um knapp 1,4 Mio. € höheres Jahresergebnis erreicht hat. Im Einzelnen<br />

hat die Gesellschaft bis zum Ende des Geschäftsjahres <strong>2008</strong> einen Absatz an Stromlieferkunden<br />

von 106 GWh sowie an Netzkunden von 307 GWh erzielt Die Netzabsatzsteigerung<br />

von 14 Prozent im Vorjahresvergleich resultierte aus der produktionsbedingten Steigerung<br />

der Stromabnahme von einzelnen Groß- und Sonderkunden. Die Umsatzerlöse aus<br />

Energielieferungen und Netzentgelterlösen abzüglich Stromsteuer sanken mengen- und<br />

preisabhängig um ca. 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei gingen die darin enthaltenen<br />

Netzerlöse auf Basis der von der sächsischen Regulierungsbehörde per 1. Januar <strong>2008</strong><br />

genehmigten Netzentgelte spezifisch um weitere 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück.<br />

Die Erhöhung der sonstigen betrieblichen Erträge um mehr als 29 Prozent gegenüber dem<br />

Vorjahr resultiert wesentlich aus den Zahlungen von Versicherungsleistungen der Feuerversicherung,<br />

die im Rahmen der Schadensbeseitigung und Wiedererrichtung des Umspannwerkes<br />

„Hütte“ nach dem Brandfall vom Mai <strong>2008</strong> fällig wurden.<br />

124


<strong>Freiberg</strong>er Stromversorgung GmbH (FSG)<br />

Der Strombezug erfolgte wie in den Vorjahren auf der Grundlage des Stromliefervertrages<br />

zwischen der FSG und der envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM). Die bezogene<br />

Strommenge sank aufgrund des Wechsels von absatzstarken Industriekunden zu anderen<br />

Stromhändlern im Vergleich zum Vorjahr um ca. 58 Prozent, korrespondierend sanken die<br />

Bezugskosten mengenbedingt. Die spezifische Bezugspreisentwicklung resultiert im Wesentlichen<br />

aus den steigenden öffentlichen Abgaben sowie der Preisentwicklung an der<br />

Strombörse für Base- und Peakprodukte. Auch hier stehen stärker gestiegenen Strombezugsaufwendungen<br />

spezifisch niedrigere Netzkosten gegenüber.<br />

Unter den Fremdleistungen werden neben den Instandhaltungsaufwendungen auch die Betriebsführungsentgelte<br />

ausgewiesen, die entsprechend den vertraglich vereinbarten Dynamisierungsregeln<br />

und Aufgabenerweiterungen planmäßig gestiegen sind. Knapp 70 Prozent<br />

der Instandhaltungskosten sind für die Beseitigung der Brandschäden am Umspannwerk<br />

Hütte angefallen.<br />

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen stiegen in<br />

Abhängigkeit der Investitionstätigkeit der Gesellschaft geringfügig um knapp 4 Prozent über<br />

das Vorjahresniveau.<br />

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Vergleich zum Vorjahr weiter gestiegene<br />

Aufwendungen für EEG-Einspeisungen sowie einen mengenbedingten Anstieg der<br />

Konzessionsabgabe an die Stadt <strong>Freiberg</strong>. Im Gegensatz dazu hat die Gesellschaft weniger<br />

Aufwendungen für Werbung und Inserate, für Rechts- und Beratungskosten u. ä. Kostenpositionen<br />

verbucht, so dass das Vorjahresniveau nur geringfügig überschritten wurde.<br />

Für das Geschäftsjahr <strong>2008</strong> waren Investitionen mit einem Gesamtwertumfang von 1.823 T€<br />

und Instandhaltungsmaßnahmen von 536 T€ geplant. Der über der ursprünglichen Planung<br />

realisierte Investitionsaufwand wurde bestimmt durch die Finanzierung des Baukostenzuschusses<br />

für die weiterhin benötigte Erhöhung der Netzanschlusskapazität des FSG-Netzes.<br />

Die Erhöhung der Netzanschlusskapazität ist durch den weiter gestiegenen Leistungsbedarf<br />

einzelner Industriekunden bedingt. Außerdem mussten zur Wiederherstellung der beim<br />

Brandereignis vom Mai <strong>2008</strong> zerstörten Schaltanlage des Umspannwerks „Hütte“ erhebliche<br />

ungeplante Mittel aufgewandt werden. Die Finanzierung der Investitionen erfolgte z. T. über<br />

die Aufnahme eines Bankdarlehens.<br />

Die Gesellschaft verfügt über kein eigenes Personal. Technische und kaufmännische<br />

Dienstleistungen werden über Betriebsführungsverträge erbracht. Im Geschäftsjahr <strong>2008</strong> hat<br />

die Gesellschaft 4 Ausbildungsplätze finanziert. Neben der Ausbildung zum Elektroniker für<br />

Betriebstechnik unterstützt die Gesellschaft einen Studienplatz zur Ausbildung einer Diplom-<br />

Betriebswirtin (BA).<br />

Risiken<br />

Die Forderung nach Einrichtung eines Risikomanagements durch das Gesetz zur Kontrolle<br />

und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) wurde auch bei der FSG umgesetzt.<br />

Im Konzernbereich der Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG wurde die bereits in Vorjahren durchgeführte<br />

Risikoanalyse aktualisiert. Im Ergebnis dessen wurden die Risiken der Gesellschaft erfasst,<br />

bewertet und in einem Risikohandbuch aktuell dokumentiert. Die Risiken bestehen<br />

nach wie vor in der hohen Volatilität der Bezugs- und Absatzpreise, dem stetigen Margendruck<br />

durch immer stärker werdenden Wettbewerb, der Bonität der Kunden, der rückläufigen<br />

Einwohnerentwicklung und nicht zuletzt in den unberechenbaren Auswirkungen der weltweiten<br />

Finanz- und Wirtschaftkrise. Bestandsgefährdende Risiken wurden nicht identifiziert.<br />

Zusätzlich zu den bisher erfassten Risiken hat die Gesellschaft drohende Verluste und Prozessrisiken<br />

bewertet und durch entsprechende Rückstellungen im Jahresabschluss berücksichtigt.<br />

125


<strong>Freiberg</strong>er Stromversorgung GmbH (FSG)<br />

Ausblick<br />

Die Geschäftsführung hatte dem Aufsichtsrat im Herbst <strong>2008</strong> die Wirtschaftsplanung für das<br />

Geschäftsjahr 2009 sowie eine Aktualisierung der mittelfristigen Erfolgsentwicklung bis 2013<br />

vorgelegt und genehmigt bekommen. Aus dem mittelfristigen Erfolgsplan 2009 – 2013 geht<br />

hervor, dass die Geschäftsführung durch Konzentration auf das Kerngeschäft, der Verbesserung<br />

der Deckungsbeiträge und Kostenstrukturen, die im Rahmen der Anreizregulierung<br />

um insgesamt ca. 100 T€ sinkenden Netzerlöse kompensieren kann. Für die Geschäftsjahre<br />

2009 und 2010 hat die Geschäftsführung die Erwirtschaftung von Jahresüberschüssen zwischen<br />

1,3 und 1,6 Mio. € geplant. Die Bau- und Investitionsplanung wird auch in den Folgejahren<br />

hauptsächlich durch den weiter steigenden Leistungsbedarf der Industriekunden sowie<br />

die Ersatzinvestitionen in die technischen Anlagen beeinflusst. Zur Finanzierung der<br />

Baumaßnahmen wird die Gesellschaft auch künftig Fremdkapital einsetzen.<br />

126


<strong>Freiberg</strong>er Erdgas GmbH (FEG)<br />

5. <strong>Freiberg</strong>er Erdgas GmbH (FEG)<br />

Adresse Poststraße 5, 09599 <strong>Freiberg</strong><br />

Telefon / Fax (0 37 31) 30 94 – 0 / 30 94 190<br />

Ansprechpartner Herr Lindner (Controlling SWF)<br />

E-Mail info@stadtwerke-freiberg.de<br />

f.lindner@stadtwerke-freiberg.de<br />

Internet http://www.stadtwerke-freiberg.de<br />

Gründung Gesellschaftsvertrag vom 21.10.1991<br />

Handelsregister 03.03.1992<br />

Amtsgericht Chemnitz, HRB 4511<br />

Gesellschaftsvertrag gültig in der Fassung vom 07.07.2004<br />

Rechtsform GmbH<br />

Stammkapital 4.451.000,00 €<br />

Gesellschafter Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG 59,5% (2.648 T€)<br />

Thüga AG, München 40,5% (1.803 T€)<br />

Mit der Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG besteht ein umsatzsteuerliches<br />

Organschaftsverhältnis.<br />

Beteiligungen SYNECO GmbH & Co. KG, München<br />

Die FEG ist Kommanditistin mit einer Einlage von 159 T€.<br />

Aufsichtsrat<br />

Vorsitzende/r: Frau Dr. Uta Rensch (01.01.-17.10.<strong>2008</strong>)<br />

Oberbürgermeisterin der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Herr Bernd-Erwin Schramm (18.10.-31.12.<strong>2008</strong>)<br />

Oberbürgermeister der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Stellvertreter: Herr Bernd Rudolph<br />

Vorstand Thüga AG, München<br />

Mitglieder: Herr Uwe Fankhänel<br />

Stadtrat der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Herr Wolfgang Heinemann<br />

Stadtrat der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

Herr Thomas Hellbach<br />

Abteilungsleiter Thüga AG, München<br />

Herr Dr. Ulrich Wawrzik<br />

Vorstand HEAG Südhessische Energie AG (HSE), Darmstadt<br />

Geschäftsführung Herr Dipl.-Ing. Dieter Kurzbuch (01.01.-30.04.<strong>2008</strong>)<br />

Herr Ing. Axel Schneegans(01.01.-31.12.<strong>2008</strong>)<br />

Mitarbeiter Die Gesellschaft beschäftigte <strong>2008</strong> kein eigenes Personal, ausgenommen<br />

2 Auszubildende.<br />

Abschlussprüfer Ernst & Young AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,<br />

Niederlassung Dresden<br />

Wirtschaftsprüfer Herr Fleischer und Herr Uhlig<br />

127


<strong>Freiberg</strong>er Erdgas GmbH (FEG)<br />

Bilanz<br />

31.12.2006 31.12.2007 31.12.<strong>2008</strong> Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

Aktiva T€ % T€ % T€ % T€ %<br />

Anlagevermögen 11.349 49,3 10.386 45,7 10.442 42,3 57 0,5<br />

Immaterielle Vermögensgegenstände<br />

32 19 10<br />

Sachanlagen 11.285 10.208 10.273<br />

Finanzanlagen 32 159 159<br />

Umlaufvermögen 11.654 50,7 12.324 54,3 14.181 57,5 1.856 15,1<br />

Vorräte 0 43 6<br />

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände<br />

7.931 8.386 10.907<br />

Guthaben bei Kreditinstituten 3.723 3.895 3.268<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 2 0,0 3 0,0 44 0,2 41 1.366,7<br />

Bilanzsumme 23.005 100 22.713 100 24.667 100 1.954 8,6<br />

Passiva<br />

Eigenkapital 11.775 51,2 11.607 51,1 12.596 51,1 989 8,5<br />

Gezeichnetes Kapital 4.451 4.451 4.451<br />

Kapitalrücklage 1.250 1.250 1.250<br />

Andere Gewinnrücklagen 3.150 3.150 3.150<br />

Sonderrücklage gemäß § 27 Abs.<br />

2 DMBilG 477 477 477<br />

Sonderrücklage gemäß § 17 Abs.<br />

4 DMBilG 51 51 51<br />

Gewinnvortrag 51 196 128<br />

Jahresüberschuss 2.345 2.032 3.089<br />

Empfangene Ertragszuschüsse 753 3,3 669 2,9 586 2,4 -83 -12,4<br />

Sonderposten für Investitionszuschüsse<br />

275 1,2 277 1,2 335 1,4 58 20,9<br />

Sonderposten für Sonderabschreibungen<br />

73 0,3 69 0,3 66 0,3 -3 -4,3<br />

Rückstellungen 2.184 9,5 2.867 12,6 4.685 19,0 1.818 63,4<br />

Langfristige Rückstellungen 204 195 195<br />

Kurzfristige Rückstellungen 1.980 2.672 4.490<br />

Verbindlichkeiten 7.902 34,3 7.195 31,7 6.384 25,9 -811 -11,3<br />

Langfristige Verbindlichkeiten 0 10 0<br />

Mittelfristige Verbindlichkeiten 1.188 246 178<br />

Kurzfristige Verbindlichkeiten 6.714 6.939 6.206<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 43 0,2 29 0,1 15 0,1 -14 -48,3<br />

Bilanzsumme 23.005 100 22.713 100 24.667 100 1.954 8,6<br />

128


<strong>Freiberg</strong>er Erdgas GmbH (FEG)<br />

Gewinn- und Verlustrechnung<br />

2006 2007 <strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

T€ T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 31.556 29.814 36.893 7.079 23,7<br />

Energiesteuer -995 -2.747 -2.909 -162 5,9<br />

sonstige betriebliche Erträge 377 235 599 364 154,9<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 30.938 27.302 34.583 7.281 26,7<br />

Materialaufwand 24.371 20.278 26.429 6.151 30,3<br />

Personalaufwand 0 0 0 0 -<br />

Abschreibungen 1.159 1.653 1.179 -474 -28,7<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 1.324 1.281 2.114 833 65,0<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 26.854 23.212 29.722 6.510 28,0<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 30 82 65 -17 -20,7<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 96 69 42 -27 -39,1<br />

Finanzergebnis -66 13 23 10 76,9<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 4.018 4.103 4.884 781 19,0<br />

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.665 1.971 1.699 -272 -13,8<br />

sonstige Steuern 8 100 95 -5 -5,0<br />

Jahresergebnis 2.345 2.032 3.090 1.058 52,1<br />

Nachrichtlich<br />

Verwendung des Bilanzgewinns 2.396 2.228 3.218<br />

(Jahresergebnis und Gewinnvortrag)<br />

Einstellung in Rücklagen 0 0 0<br />

Ausschüttung an Gesellschafter 2.200 2.100 2.500<br />

Vortrag auf neue Rechnung 196 128 718<br />

Personalentwicklung<br />

Die Gesellschaft verfügt über kein eigenes Personal. Die kaufmännische Betriebsführung<br />

sowie die technische Betriebsführung für den Bereich Fernwärme erfolgen durch die Stadtwerke<br />

<strong>Freiberg</strong> AG. Die technische Betriebsführung für den Bereich Gas und Nahwärme<br />

wird durch die Erdgas Südsachsen GmbH, Chemnitz durchgeführt.<br />

129


Plan-Ist-Vergleich<br />

Plan <strong>2008</strong> Ist <strong>2008</strong><br />

<strong>Freiberg</strong>er Erdgas GmbH (FEG)<br />

Abweichung zum<br />

Planansatz<br />

T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 31.042 36.893 5.851 18,8<br />

Energiesteuer -2.823 -2.909 -86 3,0<br />

sonstige betriebliche Erträge 128 599 471 -<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 28.347 34.583 6.236 22,0<br />

Materialaufwand 22.941 26.429 3.488 15,2<br />

Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände<br />

des Anlagevermögens und Sachanlagen<br />

1.168 1.179 11 0,9<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 880 2.114 1.234 -<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 24.989 29.722 4.733 18,9<br />

Finanzergebnis 9 23 14 -<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 3.367 4.884 1.517 45,1<br />

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.035 1.699 664 64,2<br />

sonstige Steuern 4 95 91 -<br />

Jahresergebnis 2.328 3.090 762 32,7<br />

130


<strong>Freiberg</strong>er Erdgas GmbH (FEG)<br />

Leistungsdaten<br />

Gas 2006 2007 <strong>2008</strong><br />

Gesamtnetzlänge (km) 191 189 189<br />

Anzahl der Kunden gesamt 6.196 6.027 6.235<br />

davon Tarifkunden 2.790 3.210 2.117<br />

Vollversorgungskunden (HZ, WW, Nahwärme) 3.300 2.705 4.008<br />

Großkunden 106 112 110<br />

Gasbezug (MWh) 579.888 548.818 578.411<br />

Gasverkauf gesamt (MWh) 579.962 549.192 575.832<br />

davon Kleinkunden * 18.167 25.666<br />

Vollversorgungskunden (HZ, WW, Nahwärme) 157.268 174.306 200.493<br />

Großkunden 404.527 349.220 375.339<br />

Mischpreis (ct/kWh)<br />

Vollversorgungskunden (HZ, WW) ** 5,04 5,49 6,11<br />

Wärme 2006 2007 <strong>2008</strong><br />

Gesamtnetzlänge (km) 26,8 26,5 26,7<br />

Anzahl Fernwärmekunden 66 66 66<br />

Anzahl der Kundenanschlüsse<br />

Fernwärme 324 322 314<br />

Nahwärme 681 675 661<br />

Anschlusswert (MW)<br />

Fernwärme 69,5 69,5 62,2<br />

Nahwärme 7,7 7,5 7,5<br />

Erzeugung / Bezug (MWh)<br />

Fernwärme 110,6 105,0 107,0<br />

Wärmeverkauf (MWh)<br />

Fernwärme 92,3 86,7 89,8<br />

Nahwärme 9,7 9,0 9,3<br />

Gradtagszahlen (eigene Messung) 3.519 3.406 3.506<br />

* eine Trennung des Absatzes in Kleinkunden und Vollversorgern ist nur mit hohen Aufwand beibringbar und wird nicht<br />

mehr geführt.<br />

** spezifischer Absatzpreis Standardlastprofilkunden netto incl. Energiesteuer Gas, Netznutzung und Konzessionsabgabe<br />

131


Bilanz- und Leistungskennzahlen<br />

<strong>Freiberg</strong>er Erdgas GmbH (FEG)<br />

Kennzahl Ist 2006 Ist 2007 Ist <strong>2008</strong><br />

Vermögenssituation<br />

Investitionen (T€) 631 725 835<br />

Investitionsdeckung (%) 183,7 228,0 141,2<br />

Anlageintensität (%) 49,3 45,7 42,3<br />

Deckungsgrad A (%)* 91,4 97,5 106,1<br />

Deckungsgrad B (%) * 93,2 99,4 108,0<br />

Kapitalstruktur<br />

Eigenkapitalquote (%)* 45,1 44,6 44,9<br />

Nettoverschuldung (T€) -3.752,0 -5.086,0 -7.791,0<br />

Liquidität<br />

Barliquidität - Liquiditätsgrad I (%)* 33,3 32,2 24,8<br />

kurzfristige Liquidität - Liquiditätsgrad II (%)* 104,1 101,4 107,4<br />

einfacher operativer cash-flow (T€) 3.504,0 3.685,0 4.269,0<br />

Innenfinanzierungsgrad (%) 555,3 508,3 511,3<br />

Schuldentilgungsdauer 2,3 2,0 1,5<br />

Sonstiges<br />

Gesamtkapitalrentabilität (%) 10,6 9,3 12,7<br />

* unter Berücksichtigung der Gewinnausschüttung i.H.v. 2.500 T€ für das jeweilige Geschäftsjahr, welche im nächstem<br />

Geschäftsjahr zahlungswirksam wird sowie die Sonderposten für Investitionszuschüsse und für Sonderabschreibungen<br />

Bewertung der Kennzahlen durch das Beteiligungsmanagement<br />

Die Vermögenssituation war im Berichtszeitraum von einem erhöhten Umlaufvermögen geprägt,<br />

insbesondere bedingt durch den preisbedingten Anstieg der Forderungen aus Lieferungen<br />

und Leistungen. Die höheren Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben<br />

ihre Ursache im Einzug der Abschlagszahlungen der Jahreskunden durch die SWF für den<br />

Monat Dezember vor dem Bilanzstichtag. Auf die Höhe des Anlagevermögens insgesamt<br />

hatten die Zugänge aus Investitionen, die planmäßigen Abschreibungen sowie Zuschreibungen<br />

des Geschäftsjahres keine nennenswerten Auswirkungen. Der Investitionsumfang wurde<br />

nahezu wie geplant realisiert. Im Wesentlichen wurde in Hoch- und Mitteldruckleitungen<br />

sowie Fernwärmetrassen investiert. Das Anlagevermögen ist erstmalig seit Verschmelzung<br />

der <strong>Freiberg</strong>er Wärmeversorgung GmbH auf die FEG im Jahr 2004 vollständig durch Eigenkapital<br />

gedeckt (106,1 %). Die Vermögenslage des Unternehmens hat sich sukzessive verbessert.<br />

Die Eigenkapitalausstattung des Unternehmens ist mit 44,9 % nach wie vor angemessen.<br />

Die Kapitalstruktur veränderte sich geringfügig zugunsten des Fremdkapitalanteils. Ursächlich<br />

dafür sind insbesondere die gestiegenen Rückstellungen für Mehrerlösabschöpfung und<br />

Rückzahlungsrisiken nach § 315 BGB sowie die vermehrten Steuerrückstellungen. Die durch<br />

planmäßige Darlehenstilgungen gesunkenen Verbindlichkeiten konnten dies nicht kompensieren.<br />

Die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens war gegeben. Der Wert des vereinfachten cashflow<br />

hat sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des gestiegenen Jahresergebnisses verbessert.<br />

Das um 1.058 T€ höhere Jahresergebnis beeinflusste die Entwicklung der Rentabilitätskennzahlen.<br />

Sowohl im Bereich Wärmeversorgung als auch in der Gasversorgung haben<br />

sich die Verkaufsmengen witterungsbedingt erhöht. Darüber hinaus wurden die Absatzpreise<br />

132


<strong>Freiberg</strong>er Erdgas GmbH (FEG)<br />

angehoben, was zu einem überproportionalen Anstieg der Umsatzerlöse geführt hat. Zudem<br />

wurden mengenbedingt höhere Erlöse aus der Netznutzung erzielt. Im Gegenzug dazu erhöhte<br />

sich der Materialaufwand spürbar durch den Anstieg der Bezugspreise.<br />

Die hohen Abschreibungen im Vorjahr entstanden durch eine außerplanmäßige Wertberichtigung<br />

von Gegenständen des Sachanlagevermögens, die in <strong>2008</strong> durch eine Zuschreibung<br />

wieder rückgängig gemacht wurde. Ursache dafür war seinerzeit eine vorliegende Vertragskündigung<br />

eines Großkunden in der Fernwärmeversorgung zum 31.12.<strong>2008</strong>, so dass die<br />

Gesellschaft von einer Wertminderung der entsprechenden Anlagen ausgegangen ist. Da<br />

mittlerweile ein neuer Liefervertrag mit diesem Großkunden zustande gekommen ist, liegen<br />

keine Gründe für eine Wertminderung mehr vor.<br />

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich durch umfangreiche Rückstellungszuführungen.<br />

Die Ertragssteuern sind trotz des gestiegenen Ergebnisses vor Steuern<br />

gesunken, was im Wesentlichen durch die geringeren Ertragssteuersätze ab <strong>2008</strong> begründet<br />

ist.<br />

Wesentliche Sachverhalte aus dem Lagebericht der Geschäftsführung<br />

Sparten Gas und Wärme<br />

Die <strong>Freiberg</strong>er Erdgas GmbH war auch im Jahr <strong>2008</strong> ausschließlich in den Sparten Gas und<br />

Wärme unternehmerisch tätig. Die Gassparte wird buchhalterisch getrennt in den Tätigkeitsbereichen<br />

Vertrieb und Netz geführt. Zur Wärmesparte gehören neben dem Fernwärmeverkauf<br />

vor allem auch die Contractingsparte mit ca. 120 betreuten Anlagen sowie der Betrieb<br />

des Heizkraftwerkes und des Fernwärmenetzes zu den wesentlichen Aufgaben.<br />

Die in der Kurz- und Mittelfristplanung angestrebten Spartenergebnisse wurden im Wesentlichen<br />

erreicht. Konsequentes Kostenmanagement, witterungsbedingter Absatzzuwachs, aber<br />

auch Absatzzugewinne im Gewerbe- und Industriebereich waren im Jahr <strong>2008</strong> Basis der<br />

positiven Ergebnisentwicklung. Die Zahl der versorgten Kunden im Haushalt-, sowie im Gewerbe-<br />

und Industriebereich blieb mit ca. 6.500 im Vergleich zum Vorjahr weitestgehend<br />

konstant. Trotz des Hinzutretens weiterer Wettbewerber, auch im Haushaltkundenmarkt,<br />

konnten Kundenverluste erneut verhindert werden.<br />

Die Umsatzerlöse sind in beiden Sparten mengen- und preisabhängig deutlich gestiegen. Im<br />

Vergleich zum Vorjahr stiegen die Umsatzerlöse der Sparte Gas in Summe um 25 Prozent,<br />

in der Sparte Wärme betrug die Erhöhung insgesamt 21 Prozent. Der Erdgasabsatz, inklusive<br />

des für die Wärmeerzeugung notwendigen Eigenverbrauches, erreichte <strong>2008</strong> ein Volumen<br />

von 576 GWh, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 5 Prozent. Die Arbeitspreise<br />

der Grundversorgungstarife sowie der Sonderpreisregelungen für die Haushalt- und Gewerbekunden<br />

Gas unterlagen im Verlauf des Geschäftsjahres <strong>2008</strong> ölpreisabhängig einem<br />

starken Preisauftrieb. So mussten die Arbeitspreise aufgrund der Bezugskostenentwicklung<br />

bereits zum 1. Dezember 2007 um 0,30 ct/kWh netto und per 1. September <strong>2008</strong> deutlich<br />

um 1,18 ct/kWh netto erhöht werden. Die Preise der formelgebundenen Kunden stiegen<br />

aufgrund der preisindizierenden Entwicklung der Referenzwerte ebenfalls deutlich.<br />

Die Bezugskonditionen für Gas- und Wärmelieferung unterlagen mengen- und preismäßig<br />

einer vergleichbaren Preisentwicklung. So stiegen die absoluten Bezugskosten für Erdgas<br />

um 30 Prozent und Wärme inklusive der Einsatzkosten für den internen Bezug von Gas um<br />

mehr als 40 Prozent. Die Materialeinsatzquote stieg entsprechend weiter an.<br />

Der Antrag auf Genehmigung der ab 1. April <strong>2008</strong> gültigen Netzentgelte wurde termingerecht<br />

gestellt. Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Anreizregulierung wurde von einer<br />

sächsischen Sonderregelung Gebrauch gemacht und dieser Entgeltantrag zurückgezogen.<br />

Gleichzeitig wurde die Fortgeltung der bisher genehmigten Entgelte und die Teilnahme<br />

am vereinfachten Verfahren beantragt. Dem wurde durch die Behörde stattgegeben. Mit der<br />

133


<strong>Freiberg</strong>er Erdgas GmbH (FEG)<br />

Anreizregulierung 2009 beginnend soll auf die im Rahmen des Unbundling entkoppelten<br />

Kosten und Erlöse im regulierten Unternehmensbereich Netz Einfluss genommen werden.<br />

Dies wird zu Kostenanpassungen führen und den Druck auf alle Unternehmensbereiche in<br />

den Folgejahren erhöhen. Die informatorische Entflechtung des Netzbetriebes von den anderen<br />

Aktivitäten wurde durch den kaufmännischen Betriebsführer Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> AG<br />

gesetzeskonform umgesetzt. Für 2009 ist die Einführung des Zwei-Mandanten-Modells geplant.<br />

Investitionen<br />

Für die vorgesehenen Investitionsmaßnahmen in die Netzbereiche Gas und Wärme wurden<br />

92 Prozent (TEUR 835) des geplanten Wertumfangs in Anspruch genommen. Planunterschreitungen<br />

gab es in der Wärmesparte bei der Zurückstellung der geplanten Erweiterung<br />

der Nahwärmeversorgung und der Verzögerung beim Trassenbau in der Claußallee und<br />

Überhänge im Bereich der Winklerstraße. Die geplanten Investitionen in das Gasnetz wurden<br />

im Hochdruckleitungsnetz und der Ortsnetzerweiterung vollumfänglich getätigt. Zeitliche<br />

Verschiebungen von geplanten Maßnahmen im Mitteldrucknetz in das Geschäftsjahr 2009<br />

sind in Abhängigkeit von kommunalen Straßenbaumaßnahmen die Folge. Die geplanten<br />

Maßnahmen zur Instandhaltung des Fernwärmenetzes konnten unter Berücksichtigung einer<br />

dotierten Rückstellung für den Fernwärmetrassenrückbau im Bereich Winkler-/ Agricolastraße<br />

(TEUR 91) ausgabenseitig im Geschäftsjahr <strong>2008</strong> gebucht werden.<br />

Unter den Fremdleistungen werden neben den Instandhaltungsaufwendungen auch die Betriebsführungsentgelte<br />

ausgewiesen, die entsprechend den vertraglich vereinbarten Dynamisierungsregeln<br />

und Aufgabenerweiterungen planmäßig gestiegen sind.<br />

Personal<br />

Die Gesellschaft verfügt über kein eigenes Personal. Technische und kaufmännische<br />

Dienstleistungen werden über Betriebsführungsverträge erbracht. Im Geschäftsjahr <strong>2008</strong> hat<br />

die Gesellschaft unverändert zwei Ausbildungsplätze für Anlagenmechaniker in der Spezialisierungsrichtung<br />

Versorgungstechnik finanziert.<br />

Ergebnis<br />

Das energiesteuer- und um neutrale Einflüsse bereinigte Betriebsergebnis <strong>2008</strong> fällt auf<br />

Grund verschiedener Sondereinflüsse etwa 14 Prozent höher als das Vorjahresergebnis<br />

aus. Die Ergebnisverbesserung ist wesentlich durch die gestiegene Energieverkaufsmenge<br />

sowie steuerlich bedingt durch verringerte planmäßige Abschreibungen verursacht. Der Jahresüberschuss<br />

erhöht sich ferner durch den Einmaleffekt der Reduzierung der Ertragsteuersätze<br />

<strong>2008</strong>.<br />

Risiken<br />

Die Forderung nach Einrichtung eines Risikomanagements durch das Gesetz zur Kontrolle<br />

und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) wurde auch bei der FEG umgesetzt.<br />

Im Konzernbereich der Stadtwerke <strong>Freiberg</strong> wurde die bereits in Vorjahren durchgeführte<br />

Risikoanalyse aktualisiert. Im Ergebnis dessen wurden die Risiken der Gesellschaft erfasst,<br />

bewertet und in einem Risikohandbuch aktuell dokumentiert. Die Risiken bestehen nach wie<br />

vor in der hohen Volatilität der Bezugs- und Absatzpreise, dem stetigen Margendruck durch<br />

immer stärker werdenden Wettbewerb, der Bonität der Kunden, der rückläufigen Einwohnerentwicklung<br />

und nicht zuletzt in den unberechenbaren Auswirkungen der weltweiten Finanz-<br />

und Wirtschaftkrise. Bestandsgefährdende Risiken im Sinne des KonTraG wurden<br />

nicht identifiziert. Zusätzlich zu den bisher erfassten Risiken hat die Gesellschaft drohende<br />

Verluste und Prozessrisiken insbesondere für die Sparte Gas bewertet und durch entsprechende<br />

Rückstellungen im Jahresabschluss berücksichtigt. Diese wirken sinkend auf das<br />

neutrale Ergebnis der Gesellschaft.<br />

134


<strong>Freiberg</strong>er Erdgas GmbH (FEG)<br />

Prognose/Ausblick<br />

Für die Geschäftsjahre 2009 und 2010 wird ein ähnlicher Geschäftsverlauf wie im Jahr <strong>2008</strong><br />

prognostiziert, wobei die Geschäftsführung wettbewerbsbedingt mit Margenrückgängen<br />

rechnet. Für die Geschäftsjahre 2009 und 2010 hat die Geschäftsführung die Erwirtschaftung<br />

von Jahresüberschüssen in Höhe von EUR 3,0 bzw. 2,7 Mio. geplant. Es ist jedoch<br />

nicht auszuschließen, dass Forderungsausfälle im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise<br />

das Ergebnis belasten könnten. Ferner ist zu befürchten, dass die angespannte wirtschaftliche<br />

Umsatzsituation einiger Industriekunden auf die Absatzmengenentwicklung wirkt. Derartige<br />

Entwicklungen werden im Rahmen der monatlichen Berichterstattung der Fachbereiche<br />

bei der Geschäftsführung regelmäßig controllt.<br />

Für das Jahr 2009 erwartet die Geschäftsführung eine deutliche Verstärkung des Wettbewerbes,<br />

auch um die Haushalt- und Gewerbekunden.<br />

Die Förderprogramme zur Umstellung von Heizungsanlagen auf Erdgas sowie zur Förderung<br />

des Einsatzes von Erdgas als Kraftstoff für Fahrzeuge werden auch im Geschäftsjahr<br />

2009 fortgeführt.<br />

Die Entwicklung der Gasbezugskosten lässt für das Geschäftsjahr 2009 weitere Preisanpassungen<br />

erwarten.<br />

Für die Erneuerung des Gas-Ortsnetzes sowie der Fernwärmetrassen sind für das Geschäftsjahr<br />

2009 Finanzierungsmittel einschließlich Überhänge aus dem Vorjahr in Höhe von<br />

TEUR 887 bedarfsorientiert in den Investitionsplan eingestellt worden.<br />

Im Ausbildungsjahr <strong>2008</strong>/2009 stellt die Gesellschaft wiederum finanzielle Mittel für zwei<br />

Ausbildungsplätze zur Verfügung.<br />

135


Deutsches Brennstoffinstitut Vermögensverwaltungs-GmbH<br />

6. Deutsches Brennstoffinstitut<br />

Vermögensverwaltungs-GmbH<br />

Adresse Halsbrücker Straße 34, 09599 <strong>Freiberg</strong><br />

Telefon / Fax (0 37 31) 365 530 / 365 400<br />

E-Mail dbi@dbi-freiberg.de<br />

Internet http://www.saxonia-freiberg.de<br />

Gründung Die Gesellschaft wurde mit dem Vertrag vom 29.06.1990 gegründet;<br />

sie ist durch Umwandlung des Brennstoffinstitutes <strong>Freiberg</strong><br />

entstanden.<br />

Handelsregister Amtsgericht Chemnitz, HRB 1488<br />

Gesellschaftsvertrag gültig in der Fassung vom 20.12.2007<br />

Rechtsform GmbH<br />

Stammkapital 1.300.000,00 €<br />

Gesellschafter SAXONIA Standortentwicklungs- und 100 %<br />

-verwaltungsgesellschaft mbH<br />

Mit der SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft<br />

mbH besteht ein umsatzsteuerliches Organschaftsverhältnis.<br />

Beteiligungen Mit Vertrag über Kauf und Abtretung von Geschäftsanteilen vom<br />

18.07.<strong>2008</strong> hat die Gesellschaft mit Wirkung zum 01.01.<strong>2008</strong><br />

100% der Geschäftsanteile an der DBI-EWI GmbH, <strong>Freiberg</strong> erworben.<br />

Geschäftsführer Herr Dipl.-Verwaltungswirt (FH) Erich Fritz<br />

Aufsichtsrat Die Gesellschaft besitzt keinen Aufsichtsrat. Die Pflichten eines<br />

Aufsichtsrates werden von dem Aufsichtsrat der Muttergesellschaft<br />

übernommen.<br />

Mitarbeiter Im Jahresdurchschnitt waren 6 Mitarbeiter beschäftigt.<br />

Abschlussprüfer KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Berlin<br />

Zweigniederlassung Dresden<br />

Wirtschaftsprüfer Herr Nieweg und Herr Schober<br />

136


Bilanz<br />

Deutsches Brennstoffinstitut Vermögensverwaltungs-GmbH<br />

31.12.2006 31.12.2007 31.12.<strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

Aktiva T€ % T€ % T€ % T€ %<br />

Anlagevermögen 4.138 92,7 3.226 88,8 3.546 89,7 320 9,9<br />

Immaterielle Vermögensgegenstände<br />

0 11 7<br />

Sachanlagen 4.138 3.215 3.333<br />

Finanzanlagen - - 206<br />

Umlaufvermögen 309 6,9 387 10,7 387 9,8 0 0,0<br />

Vorräte 38 38 0<br />

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände<br />

105 72 97<br />

Kassenbestände, Guthaben bei<br />

Kreditinstituten 166 277 290<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 18 0,4 18 0,5 20 0,5 2 11,1<br />

Bilanzsumme 4.465 100 3.631 100 3.953 100 322 8,9<br />

Passiva<br />

Eigenkapital 4.093 91,7 3.250 89,5 3.273 82,8 23 0,7<br />

Gezeichnetes Kapital 1.278 1.300 1.300<br />

Kapitalrücklage 2.781 1.950 1.950<br />

Bilanzgewinn 34 0 23<br />

Rückstellungen 185 4,1 205 5,6 266 6,7 61 29,8<br />

Langfristige Rückstellungen 142 137 132<br />

Kurzfristige Rückstellungen 43 68 134<br />

Verbindlichkeiten 164 3,7 153 4,2 381 9,6 228 149,0<br />

Langfristige Verbindlichkeiten 0 21 3<br />

Mittelfristige Verbindlichkeiten 0 0 242<br />

Kurzfristige Verbindlichkeiten * 164 132 136<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 23 0,5 23 0,6 33 0,8 10 43,5<br />

Bilanzsumme 4.465 100 3.631 100 3.953 100 322 8,9<br />

* die Aufteilung der Verbindlichkeiten war 2006 durch fehlende Angaben nicht möglich<br />

137


Deutsches Brennstoffinstitut Vermögensverwaltungs-GmbH<br />

Gewinn- und Verlustrechnung<br />

2006 2007 <strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

T€ T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 1.243 1.232 1.362 130 10,6<br />

Verminderung des Bestands an unfertigen Leistungen<br />

0 0 -38 -38 -<br />

sonstige betriebliche Erträge 474 96 272 176 183,3<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 1.717 1.328 1.596 268 20,2<br />

Materialaufwand 309 304 316 12 3,9<br />

Personalaufwand 377 260 288 28 10,8<br />

Abschreibungen 248 1.176 265 -911 -77,5<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 462 426 667 241 56,6<br />

Erträge aus Beteiligung 134 0 0 0 -<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 1.262 2.166 1.536 -630 -29,1<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 45 11 6 -5 -45,5<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0 0 4 4 -<br />

Finanzergebnis 45 11 2 -9 -81,8<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 500 -827 62 889 -107,5<br />

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 0 0 0 -<br />

sonstige Steuern 39 39 39 0 0,0<br />

Jahresergebnis 461 -866 23 889 -102,7<br />

Gewinnvortrag 1 35 0<br />

Entnahme aus der Kapitalrücklage 0 831 0<br />

Vorabgewinnausschüttung 428 0 0<br />

Bilanzgewinn 34 0 23 23 -<br />

Nachrichtlich<br />

Vortrag auf neue Rechnung 34 23<br />

Personalentwicklung (Jahresdurchschnittswerte)<br />

Ist Ist Plan Ist<br />

31.12.2006 31.12.2007 <strong>2008</strong> 31.12.<strong>2008</strong><br />

Anzahl Vollbeschäftigte 8 7 6 7<br />

Anzahl Teilzeitbeschäftigte 0 0 0 0<br />

Anzahl geringfügig Beschäftigte 1 1 1 5<br />

Auszubildende 0 0 0 0<br />

Beschäftigtenzahl<br />

(ohne Auszubildende)<br />

Vollzeitäquivalent<br />

(ohne Auszubildende)<br />

9 8 7 12<br />

8 7 7 8<br />

138


Plan-Ist-Vergleich<br />

Deutsches Brennstoffinstitut Vermögensverwaltungs-GmbH<br />

Plan <strong>2008</strong> Ist <strong>2008</strong> Abweichung zum<br />

Planansatz<br />

T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 1.295 1.362 67 5,2<br />

Verminderung des Bestands an unfertigen Leistungen<br />

0 -38 -38 -<br />

sonstige betriebliche Erträge 200 272 72 36,0<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 1.495 1.596 101 6,8<br />

Materialaufwand 324 316 -8 -2,5<br />

Personalaufwand 285 288 3 1,1<br />

Abschreibungen 265 265 0 0,0<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 558 667 109 19,5<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 1.432 1.536 104 7,3<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0 6 6 -<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 8 4 -4 -50,0<br />

Finanzergebnis -8 2 10 -<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 55 62 7 12,7<br />

außerordentliche Erträge 0 0 0 -<br />

außerordentliche Aufwendungen 0 0 0 -<br />

außerordentliches Ergebnis 0 0 0 -<br />

sonstige Steuern 38 39 1 2,6<br />

Jahresergebnis 17 23 6 35,3<br />

139


Deutsches Brennstoffinstitut Vermögensverwaltungs-GmbH<br />

Bilanz- und Leistungskennzahlen<br />

Kennzahl Ist 2006 Ist 2007 Ist <strong>2008</strong><br />

Vermögenssituation<br />

Investitionen (T€) 67,0 274,0 606,0<br />

Investitionsdeckung (%) 370,1 429,2 43,7<br />

Anlagenintensität (%) 92,7 88,8 89,7<br />

Deckungsgrad A (%) 98,9 100,7 92,3<br />

Deckungsgrad B (%) 102,3 105,6 96,1<br />

Kapitalstruktur<br />

Eigenkapitalquote (%) 91,7 89,5 82,8<br />

Nettoverschuldung (T€) -107,0 -196,0 -6,0<br />

Liquidität<br />

Barliquidität - Liquiditätsgrad I (%) 80,2 138,5 107,4<br />

kurzfristige Liqudität - Liquiditätsgrad II (%) 130,9 174,5 143,3<br />

einfacher operativer cash-flow (T€) 709 310 288<br />

Innenfinanzierungsgrad (%) 1.058,2 113,1 47,5<br />

Schuldentilgungsdauer (Jahre) 0,2 0,5 1,3<br />

Rentabilität/Geschäftserfolg<br />

Gesamtkapitalrentabilität (%) 10,3 -23,9 0,7<br />

Personalintensität (%) 22,0 19,6 18,0<br />

Bewertung der Daten durch das Beteiligungsmanagement<br />

Die Deutsches Brennstoffinstitut Vermögensverwaltungs-GmbH (DBI) wurde zum<br />

01.01.2007 von der SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH erworben<br />

und das zweite Jahr in Folge geführt. Das Immobilienvermögen der DBI umfasst einen<br />

Grundbesitz mit einer Gesamtfläche von 150.814 m². Das Vorjahresergebnis war von<br />

einer hohen außerplanmäßigen Grundstücksabschreibung auf einen gutachterlich ermittelten<br />

Verkehrswert beeinflusst. Die Vergleichbarkeit der Jahre 2007 und <strong>2008</strong> ist daher eingeschränkt.<br />

Die Investitionen des Geschäftsjahres, die deutlich über dem Planansatz sowie dem Vorjahresniveau<br />

lagen, wirkten sich auf die Investitionsdeckung aus. Den planmäßigen Abschreibungen<br />

des Anlagevermögens stehen Investitionen, die hauptsächlich Modernisierungsmaßnahmen<br />

im Erdgeschoss sowie der dritten bis fünften Etage des Hauptgebäudes der<br />

DBI betreffen, in Höhe von 400 T€ gegenüber. Der Zugang zu den Finanzanlagen betrifft den<br />

Erwerb der Geschäftsanteile an der DBI-EWI GmbH, <strong>Freiberg</strong>. Mit Vertrag über Kauf und<br />

Abtretung von Geschäftsanteilen vom 18.07.<strong>2008</strong> hat die Gesellschaft mit Wirkung vom<br />

01.01.<strong>2008</strong> sämtliche Anteile erworben und übernommen. Die Finanzierung erfolgte über ein<br />

Gesellschafterdarlehen (210 T€). Mit dem Zuwachs des Anlagevermögens bleibt das Unternehmen<br />

von hoher Anlagenintensität geprägt (89,7 %); eine Anlagendeckung durch langfristiges<br />

Kapital ist mit 96,1 % nicht mehr vollständig gegeben.<br />

Auf die Kapitalstruktur sowie die Liquiditätskennzahlen wirkte sich insbesondere die Aufnahme<br />

des Gesellschafterdarlehens aus. Die Eigenkapitalausstattung bleibt unverändert<br />

sehr gut (82,8 %). Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war im gesamten Berichtszeitraum<br />

gewährleistet. Der vereinfachte cash-flow der operativen Tätigkeit entspricht weitgehend<br />

dem des Vorjahres, wobei aber im Geschäftsjahr einem deutlich verbesserten Jahresergebnis<br />

weitaus geringere Abschreibungen gegenüberstehen. Ursache hierfür sind die genannten<br />

140


Deutsches Brennstoffinstitut Vermögensverwaltungs-GmbH<br />

Sondereinflussfaktoren in 2007. Die erwirtschafteten Mittel des Berichtszeitraumes reichten<br />

allerdings für die Finanzierung der Investitionen nicht aus. Neben dem Mittelüberschuss<br />

<strong>2008</strong> wurde das genannte Gesellschafterdarlehen eingesetzt.<br />

Die Ertragslage ist von gestiegenen Umsatzerlösen, insbesondere höheren Kaltmieten aufgrund<br />

der gestiegenen Auslastung des Gebäudes gekennzeichnet. Die höheren sonstigen<br />

betrieblichen Erträge haben ihre Ursache in einem Flurstücksverkauf im Wohnpark „Herders<br />

Ruhe“ sowie in Erträgen aus der Weiterberechnung der Aufwendungen für die Sanierung<br />

und Umverlegung eines Regenwassersammelkanals an die Stadt <strong>Freiberg</strong>. Korrespondierend<br />

hierzu sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen die entsprechenden Instandhaltungsaufwendungen<br />

in gleicher Höhe enthalten. Aufgrund der Einstellung von Reinigungspersonal<br />

fielen die Personalkosten höher aus als in 2007.<br />

Wesentliche Sachverhalte aus dem Lagebericht der Geschäftsführung<br />

Die Deutsches Brennstoffinstitut Vermögensverwaltungs-GmbH hat in <strong>2008</strong> ihre Tätigkeit als<br />

Immobilienverwalter und Liegenschaftsdienstleister fortgeführt. Mit Kaufvertrag vom<br />

14. August <strong>2008</strong> wurde das letzte Wohnbaugrundstück im Wohngebiet „Herders Ruhe“ veräußert.<br />

Ferner wurden im Geschäftsjahr wesentliche Investitionen in das Sachanlagevermögen<br />

sowie in das Finanzanlagevermögen vorgenommen.<br />

Es entstanden Ausgaben in Höhe von TEUR 390 für die Sanierung des Hauptgebäudes. Des<br />

Weiteren erwarb die Gesellschaft 100 % der Anteile an der DBI-EWI GmbH mit notariellem<br />

Geschäftsanteils- und Abtretungsvertrag vom 18. Juli <strong>2008</strong>. Zur Finanzierung stellte die Muttergesellschaft<br />

ein Darlehen über TEUR 210 mittels Darlehensvertrag vom 31. Juli <strong>2008</strong> bereit.<br />

Mit der Stadt <strong>Freiberg</strong> wurde ein Auftrags- und Übernahmevertrag mit Datum vom 16. Mai./<br />

4. Juli <strong>2008</strong> für den bestehenden Regenwassersammelkanal abgeschlossen, der neben dem<br />

Verkauf des Kanals auch die Übernahme der gesamten Baukosten für die Sanierung und<br />

Umverlegung sowie die dauerhafte Unterhaltung durch die Stadt (<strong>Freiberg</strong>er Abwasserbeseitigung<br />

-FAB) beinhaltet.<br />

Für das Geschäftsjahr <strong>2008</strong> lässt sich ein Umsatzzuwachs von T€ 1.232 (2007) auf T€ 1.362<br />

(<strong>2008</strong>) feststellen, der zu einem großen Teil aus der Vermietung der Geschäftsräume an die<br />

Muttergesellschaft sowie aus der Vermietung der sanierten Gewerbeflächen im Hauptgebäude<br />

resultiert. Ferner mussten Preissteigerungen bei den Medienkosten an die Mieter weitergegeben<br />

werden. Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten in Höhe von T€ 159 die<br />

weiterberechneten Kosten für den Regenwassersammelkanal, welche in derselben Höhe in<br />

den Instandhaltungsaufwendungen enthalten sind.<br />

Die Auslastung der Immobilie beträgt 81 %.<br />

Mittels des erzielten Jahresüberschusses von T€ 23 erhöhte sich das Eigenkapital von<br />

T€ 3.250 (2007) auf T€ 3.273 (<strong>2008</strong>). Die Eigenkapitalquote selbst ist geringfügig von 89,5 %<br />

auf 82,8 % durch die Aufnahme des Gesellschafterdarlehens und der damit verbundenen<br />

Erhöhung des Fremdkapitals gesunken. Das Anlagevermögen ist zu 92,3 % durch Eigenkapital<br />

gedeckt, was eine sehr zufrieden stellende Bilanzrelation darstellt. Die Liquidität der<br />

Gesellschaft war während des gesamten Geschäftsjahres zu jeder Zeit gewährleistet. Insgesamt<br />

betrugen die flüssigen Mittel zum Geschäftsjahresende T€ 290. Davon entfallen auf<br />

Mietkautionsguthaben T€ 36.<br />

Nachtragsbericht<br />

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres sind nicht eingetreten.<br />

141


Deutsches Brennstoffinstitut Vermögensverwaltungs-GmbH<br />

Chancen und Risiken aus der künftigen Entwicklung und Ausblick<br />

Der Geschäftsgegenstand der Gesellschaft besteht derzeit ausschließlich in der Vermietung,<br />

Verwaltung und Vermarktung der eigenen Immobilie. Charakteristisch ist die nach wie vor<br />

bestehende weitestgehend kleinteilige Vermietung. Es wird versucht, den vorhandenen Vermietungsstand<br />

mittelfristig zu sichern. Die meisten Mietverträge haben kurzfristige Laufzeiten,<br />

was jedoch dem allgemeinen derzeitigen Markttrend entspricht. In diesem Zusammenhang<br />

ist zu berücksichtigen, dass bislang brachliegende Vermietungsflächen einer grundhaften<br />

Sanierung zu unterziehen sind. Dies bedeutet, dass vor einer Neuvermietung erhebliche<br />

Investitionen (u. a. Brandschutz, energiesparende Maßnahmen) getätigt werden müssen, die<br />

gegebenenfalls durch das bereits von der Gesellschafterversammlung der SAXONIA genehmigte<br />

Gesellschafterdarlehen finanziert werden können.<br />

Der Geschäftsgegenstand wird beibehalten bzw. ausgebaut.<br />

Die Organisationsstruktur entspricht den Erfordernissen der Gesellschaft.<br />

Das Gesamtareal der Gesellschaft, d. h., sowohl die vorhandenen Gebäude, als auch die<br />

Grundstücke, weist ein hohes Entwicklungspotenzial auf, welches unter Berücksichtigung<br />

der Interessen vorhandener und neu zu akquirierender Mieter, aber auch von Eigentümern<br />

der Nachbargrundstücke, aktiv genutzt und gestaltet werden kann. Das Gelände hat zudem<br />

gute Potenziale für die Ansiedlung moderner Technologien. Die Entwicklung zu einem Wissenschafts-<br />

und Gewerbepark steht nach wie vor an vorderster Stelle. Die Voraussetzungen<br />

dazu sind bestens vorhanden.<br />

Für das Geschäftsjahr 2009 wird ein leichter Zuwachs bei den Umsatzerlösen erwartet. Im<br />

Zeitpunkt der Erstellung ist nicht erkennbar, dass es wirtschaftliche oder rechtliche Risiken<br />

gibt, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten.<br />

Für das kommende Geschäftsjahr ist Folgendes vorgesehen:<br />

� Fortsetzung des Liegenschafts- und Immobilienmanagements insbesondere auf dem<br />

Gebiet des Energiecontractings im Zusammenhang mit dem eingerichteten Facility-<br />

Management-Tool<br />

� Ausbau bzw. Modernisierung weiterer Büroräume in Absprache mit den Mietern<br />

� Investitionen in die Neugestaltung des Küchenbereiches und des Gastraumes sowie der<br />

Umbau des leer stehenden großen Speisesaales zu einem attraktiven Tagungs- und<br />

Veranstaltungsraum<br />

� Umverlagerung der Archivräume<br />

� Sukzessive Verbesserung der Appartements im Gästehaus.<br />

Auch 2009 wird es zu weiteren Marketingmaßnahmen kommen, die auf die Attraktivität des<br />

Standortes und seines Umfeldes hinweisen.<br />

142


VI. Einzeldarstellung der Eigenbetriebe<br />

Eigenbetrieb FREIBERGER ABWASSERBESEITIGUNG (FAB)<br />

1. FREIBERGER ABWASSERBESEITIGUNG (FAB)<br />

Adresse Münzbachtal 128, 09599 <strong>Freiberg</strong><br />

Telefon / Fax (0 37 31) 2658-0 / 26 58 26<br />

Ansprechpartner Frau Fleischer<br />

E-Mail info@fab-freiberg.de<br />

Internet http://www.freiberg.de<br />

In-Kraft-Treten der<br />

Eigenbetriebssatzung 01.03.1995<br />

Aktuell gültige 11.10.2002<br />

Eigenbetriebssatzung in Kraft getreten am 31.10.2002<br />

Stammkapital Auf die Festsetzung eines Stammkapitals wurde unter Anwendung<br />

des § 12 Abs. 2 Satz 2 SächsEigBG verzichtet.<br />

Organe Die Verwaltungsorgane des Eigenbetriebes sind gemäß<br />

§ 4 der Betriebssatzung der Stadtrat, der Betriebsausschuss,<br />

der Oberbürgermeister und der Betriebsleiter.<br />

Der nach der Hauptsatzung der Stadt gebildete Ausschuss<br />

für Technik und Umwelt ist zugleich Betriebsausschuss<br />

und führt in dieser Funktion die Bezeichnung<br />

Ausschuss für Abwasserbeseitigung.<br />

Betriebsleiter Herr Dipl.-Ing. Uwe Graner<br />

Mitarbeiter Im Jahresdurchschnitt waren 25 Mitarbeiter beschäftigt, davon 10<br />

Arbeiter, 14 Angestellte und 1 geringfügig Beschäftigter.<br />

Abschlussprüfer KPMG AG<br />

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft<br />

Wirtschaftsprüfer Herr Nieweg und Herr Sonntag<br />

143


Eigenbetrieb FREIBERGER ABWASSERBESEITIGUNG (FAB)<br />

Bilanz<br />

31.12.2006 31.12.2007 31.12.<strong>2008</strong><br />

Veränderung<br />

zum Vorjahr<br />

Aktiva T€ % T€ % T€ % T€ %<br />

Anlagevermögen<br />

Immaterielle Vermögens-<br />

77.035 84,7 78.502 88,8 80.128 90,0 1.626 2,1<br />

gegenstände 720 660 555<br />

Sachanlagen 76.315 77.842 79.573<br />

Umlaufvermögen 13.897 15,3 9.841 11,1 8.881 10,0 -960 -9,8<br />

Vorräte<br />

Forderungen und sonstige Ver-<br />

240 225 206<br />

mögensgegenstände<br />

Kassenbestände, Guthaben bei<br />

5.719 3.185 2.857<br />

Kreditinstituten 7.938 6.431 5.818<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 7 0,0 27 0,0 33 0,0 6 22,2<br />

Bilanzsumme 90.939 100 88.370 100 89.042 100 672 0,8<br />

Passiva<br />

Eigenkapital 15.317 16,8 17.144 19,4 19.040 21,4 1.896 11,1<br />

Rücklagen 11.443 12.415 13.596<br />

Gewinn-/Verlustvortrag 2.082 2.902 3.548<br />

Jahresüberschuss 1.792 1.827 1.896<br />

Empfangene Ertragszuschüsse 18.583 20,4 17.596 19,9 16.465 18,5 -1.131 -6,4<br />

Sonderposten aus Straßenentwässerungsanteilen<br />

6.024 6,6 6.621 7,5 7.551 8,5 930 14,0<br />

Sonderposten aus Investitionszuschüssen<br />

zum AV 27.130 29,8 26.503 30,0 27.027 30,4 524 2,0<br />

Rückstellungen 11.666 12,8 10.513 11,9 10.259 11,5 -254 -2,4<br />

Langfristige Rückstellungen 0 0 0<br />

Kurzfristige Rückstellungen 11.666 10.513 10.259<br />

Verbindlichkeiten 12.219 13,4 9.993 11,3 8.700 9,8 -1.293<br />

Langfristige Verbindlichkeiten 6.175 5.801 5.454<br />

Mittelfristige Verbindlichkeiten 1.659 1.733 1.696<br />

Kurzfristige Verbindlichkeiten 4.385 2.459 1.550<br />

Rechnungsabgrenzungsposten 0 0,0 0 0,0 0 0,0 0 0,0<br />

Bilanzsumme 90.939 100 88.370 100 89.042 100 672 0,8<br />

-<br />

12,9<br />

144


Eigenbetrieb FREIBERGER ABWASSERBESEITIGUNG (FAB)<br />

Gewinn- und Verlustrechnung<br />

2006 2007 <strong>2008</strong><br />

Veränderung zum<br />

Vorjahr<br />

T€ T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 1) 6.738 7.359 7.489 130 1,8<br />

andere aktivierte Eigenleistungen 107 85 90 5 5,9<br />

sonstige betriebliche Erträge 2.128 2.318 1.926 -392 -16,9<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 8.973 9.762 9.505 -257 -2,6<br />

Materialaufwand 2.049 2.458 2.274 -184 -7,5<br />

Personalaufwand 944 948 1.085 137 14,5<br />

Abschreibungen 3.158 3.476 3.288 -188 -5,4<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 975 982 918 -64 -6,5<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 7.126 7.864 7.565 -299 -3,8<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 317 255 266 11 4,3<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 371 325 309 -16 -4,9<br />

Finanzergebnis -54 -70 -43 27 -38,6<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1.793 1.828 1.897 69 3,8<br />

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 0 0 0 -<br />

sonstige Steuern 1 1 1 0 0,0<br />

Jahresergebnis 1.792 1.827 1.896 69 3,8<br />

Nachrichtlich<br />

Verwendung des Jahresüberschusses<br />

Einstellung Zweckgebundene Rücklagen 775 791 938<br />

Einstellung Allgemeine Rücklage 197 390 86<br />

Auf neue Rechnung vorzutragen 820 646 872<br />

Personalentwicklung (Jahresdurchschnittswerte)<br />

Ist Ist Plan Ist<br />

2006 2007 <strong>2008</strong> <strong>2008</strong><br />

Anzahl Vollbeschäftigte 1) 20 21 23 23<br />

Anzahl Teilzeitbeschäftigte 0 0 1 1<br />

Anzahl geringfügig Beschäftigte 2) 1 1 1 1<br />

Auszubildende 1 1 0 2<br />

Beschäftigtenzahl<br />

(ohne Auszubildende)<br />

21 22 25 25<br />

Vollzeitäquivalent<br />

(ohne Auszubildende)<br />

20,2 21,2 23,9 23,9<br />

1) incl. Betriebsleiter<br />

2) Mitarbeiter in Nebenbeschäftigung 31,5 h/Monat<br />

145


Eigenbetrieb FREIBERGER ABWASSERBESEITIGUNG (FAB)<br />

Plan-Ist-Vergleich<br />

Plan <strong>2008</strong> Ist <strong>2008</strong><br />

Veränderung zum<br />

Planansatz<br />

T€ T€ T€ %<br />

Umsatzerlöse 7.577 7.489 -88 -1,2<br />

andere aktivierte Eigenleistungen 100 90 -10 -10,0<br />

sonstige betriebliche Erträge 1.892 1.926 34 1,8<br />

Betriebsgewöhnliche Erträge 9.569 9.505 -64 -0,7<br />

Materialaufwand 2.630 2.274 -356 -13,5<br />

Personalaufwand 1.114 1.085 -29 -2,6<br />

Abschreibungen 3.446 3.288 -158 -4,6<br />

sonstige betriebliche Aufwendungen 783 918 135 17,2<br />

Betriebsgewöhnliche Aufwendungen 7.973 7.565 -408 -5,1<br />

sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 207 266 59 28,5<br />

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 333 309 -24 -7,2<br />

Finanzergebnis -126 -43 83 -65,9<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1.470 1.897 427 29,0<br />

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 0 0 -<br />

sonstige Steuern 2 1 -1 -50,0<br />

Jahresergebnis 1.468 1.896 428 29,2<br />

146


Bilanz- und Leistungskennzahlen<br />

Eigenbetrieb FREIBERGER ABWASSERBESEITIGUNG (FAB)<br />

Kennzahl<br />

Vermögenssituation<br />

Ist 2006 Ist 2007 Ist <strong>2008</strong><br />

Investitionen (T€) 7.826,9 5.114,2 4.942,8<br />

Investitionsdeckung (%) 40,3 68,0 66,5<br />

Anlagenintensität (%) 84,7 88,8 90,0<br />

Deckungsgrad A (%) 87,0 86,4 87,5<br />

Deckungsgrad B (%)<br />

Kapitalstruktur<br />

95,1 93,8 94,3<br />

Eigenkapitalquote (%) 73,7 76,8 78,7<br />

Nettoverschuldung (T€)<br />

Liquidität<br />

-1.438,0 377,0 25,0<br />

Barliquidität - Liquiditätsgrad I (%) 49,5 49,6 49,3<br />

kurzfristige Liqudität - Liquiditätsgrad II (%) 85,1 74,1 73,5<br />

einfacher operativer cash-flow (T€) 4.950 5.303 5.184<br />

Innenfinanzierungsgrad (%) 63,2 103,7 104,9<br />

Schuldentilgungsdauer (Jahre)<br />

Sonstiges<br />

2,5 1,9 1,7<br />

Gesamtkapitalrentabilität (%) 2,4 2,4 2,5<br />

Personalaufwand je VZÄ (T€) 47 45 45<br />

Dem bilanziellen Eigenkapital wurden bei der Kennzahlenberechnung auch die Empfangenen Ertragszuschüsse<br />

und Sonderposten hinzugerechnet.<br />

Beurteilung der Daten durch das Beteiligungsmanagement<br />

Die Vermögenssituation des Eigenbetriebes war im Berichtsjahr erneut von einem Anstieg<br />

des Anlagevermögens gezeichnet, der insbesondere aus Investitionen i.H.v. 4.942,8 T€ resultiert.<br />

Die Investitionen, die im Wesentlichen den Bereich der Abwassersammlung und -<br />

behandlung betrafen, waren dabei zu 66,5 % durch Abschreibungen gedeckt (Vj. 68,0 %).<br />

Der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtkapital ist mit 90,0 % branchenüblich hoch. Die<br />

Anlagendeckung durch Eigen- bzw. langfristiges Kapital verbesserte sich zum Vorjahr nur<br />

leicht. Die Investitionen des Wirtschaftsjahres wurden vollständig aus Eigen- und Fördermitteln<br />

sowie Straßenentwässerungskostenanteilen finanziert.<br />

Das Eigenkapital erhöhte sich um den Jahresüberschuss des Wirtschaftsjahres (1.896 T€).<br />

Die Eigenkapitalquote, die sich unter Hinzurechnung der empfangenen Ertragszuschüsse<br />

und Sonderposten ergibt, ist mit 78,7 % nach wie vor hoch. Verbessert hat sich auch das<br />

Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital. Die Rückstellungen verringerten sich aufgrund<br />

der Abnahme der Rückstellung für Kostenüberdeckung sowie der Abnahme der Rückstellung<br />

für Altlastensanierung. Der Rückgang der Verbindlichkeiten erfolgte im Rahmen der weiteren<br />

planmäßigen Tilgung sowie der Rückzahlung eines im Berichtsjahr fälligen Darlehens.<br />

Die stichtagsbezogenen Liquiditätskennzahlen haben sich im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert.<br />

Dies ist insbesondere auf die Abnahme der flüssigen Mittel (um 613 T€) infolge<br />

der Investitionstätigkeit zurückzuführen. Die Zahlungsfähigkeit war jedoch stets gewährleistet.<br />

Der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 412 T€ resultiert im<br />

Wesentlichen aus dem Rückgang der Forderungen gegen industrielle Einleiter aufgrund<br />

zeitnaher Abrechnung.<br />

147


Eigenbetrieb FREIBERGER ABWASSERBESEITIGUNG (FAB)<br />

Leicht verbessert hat sich der Innenfinanzierungsgrad auf 104,9 % (Vj. 103,7 %), wobei zu<br />

beachten ist, dass der Investitionsumfang niedriger war als in 2007. Die Finanzierung der<br />

Investitionen sowie die planmäßigen Darlehenstilgungen, die hier noch unberücksichtigt blieben,<br />

erfolgen jedoch nicht nur aus Eigenmitteln des Eigenbetriebes. Zuschüsse (Fördermittel<br />

und Straßenentwässerungskostenanteile), die in die Finanzierung des Anlagevermögens<br />

einfließen, werden als Sonderposten passiviert und stellen ein wesentliches Finanzierungsinstrument<br />

der jährlichen Investitionen dar.<br />

Die im Vergleich zu 2007 leicht negativ entwickelte Ertragslage des Eigenbetriebes war im<br />

Berichtsjahr durch gesunkene sonstige betriebliche Erträge geprägt, was insbesondere aus<br />

den Rückgängen der Erträge aus Auflösung von Rückstellungen sowie der Erträge aus der<br />

Auflösung von Sonderposten aus Straßenentwässerungskostenanteilen und Investitionszuschüssen<br />

resultiert. Dem stehen gesunkene Materialaufwendungen – aufgrund der geringeren<br />

Aufwendungen für Strom, Flockungs- und Fällungsmittel, Klärschlammentsorgung sowie<br />

für andere Fremdleistungen in der Zentralkläranlage – gegenüber. Deutlich erhöht haben<br />

sich dagegen die Personalkosten (<strong>2008</strong>: 1.085 T€, 2007: 948 T€), was insbesondere der<br />

Neueinstellung von drei Mitarbeitern sowie auf die Tarifsteigerung gemäß TVöD jeweils zum<br />

1. Januar <strong>2008</strong> zurückzuführen ist. In Folge der niedrigeren Zinsbelastung und den höheren<br />

Zinseinnahmen verbesserte sich das Finanzergebnis um 27 T€. Das Jahresergebnis i.H.v.<br />

1.896 T€ überstieg geringfügig das Vorjahresniveau (1.827 T€).<br />

Wesentliche Sachverhalte aus dem Lagebericht der Betriebsleitung<br />

Vorbemerkungen<br />

Im Wirtschaftsjahr <strong>2008</strong> konnte der Eigenbetrieb FREIBERGER ABWASSERBESEITIGUNG<br />

einen Jahresüberschuss von 1.895,7 T€ erzielen. Gegenüber dem Ist im Wirtschaftsjahr<br />

2007 haben sich die Erlöse/Erträge im Wirtschaftsjahr <strong>2008</strong> um 2,5 % verringert, die Kosten/Aufwendungen<br />

sind ebenfalls um 3,8 % gesunken.<br />

Die Bilanzsumme des Eigenbetriebes erhöhte sich von 88.370,1 T€ per 31.12.2007 um<br />

672,4 T€ auf 89.042,5 T€ per 31.12.<strong>2008</strong>. Während sich das Anlagevermögen durch die Investitionstätigkeit<br />

des Eigenbetriebes von 78.501,9 T€ auf 80.128,6 T€ erhöhte, sind die liquiden<br />

Mittel aus dem gleichen Grund von 6.431,2 T€ auf 5.818,5 T€ verringert worden. Die<br />

Investitionen im Wirtschaftsjahr <strong>2008</strong> wurden wie bereits in den Jahren 1999 bis 2006 wiederum<br />

aus Eigenmitteln (Gebühren- und Beitragseinnahmen) sowie aus Fördermitteln und<br />

Straßenentwässerungskostenanteilen finanziert. Der Schuldenstand gegenüber Kreditinstituten<br />

ohne abgegrenzte Zinsen zum 31.12.<strong>2008</strong> beträgt 7.485,7 T€. Die Zahlungsfähigkeit des<br />

Eigenbetriebes war zu jedem Zeitpunkt gegeben.<br />

Das Entsorgungsgebiet des Eigenbetriebes erstreckt sich über eine Fläche von 34.765.976<br />

m², das sind 72,4 % der gesamten Stadtfläche. Mit Stand vom 30.06.<strong>2008</strong> waren im Entsorgungsgebiet<br />

44.149 Einwohner mit Haupt- oder Nebenwohnsitz gemeldet, das entspricht<br />

97,3 % der Gesamteinwohnerzahl <strong>Freiberg</strong>s. Von den im Entsorgungsgebiet gemeldeten<br />

Einwohnern waren zum o. g. Zeitpunkt 98,5 % an die zentrale öffentliche Abwasserbeseitigung<br />

angeschlossen.<br />

Anlagenbestand und -betrieb<br />

Die öffentlichen Anlagen zur Abwassersammlung (Kanalnetz mit Sonderbauwerken) im Entsorgungsgebiet<br />

des Eigenbetriebes werden eingeteilt in die Systeme für Regenwasser (RW),<br />

Schmutzwasser (SW) und Mischwasser (MW). Diese Systeme bestehen aus Sammelkanälen<br />

mit Haltungen und Kontrollschächten sowie aus Anschlusskanälen zu den Grundstücken.<br />

Daneben zählen Sonderbauwerke wie Regenrückhalte- bzw. -überlaufbecken (RRB und<br />

RÜB) sowie Pumpwerke (PW) u. a. zu den öffentlichen Anlagen der Abwassersammlung.<br />

148


Eigenbetrieb FREIBERGER ABWASSERBESEITIGUNG (FAB)<br />

Die gesamten Sammelkanäle im Entsorgungsgebiet des Eigenbetriebes besitzen zum Stand<br />

31.12.<strong>2008</strong> eine Länge von rund 157 km, Mischwasser-Sammelkanäle davon sind ca. 83<br />

km. Ungefähr 95 km aller Sammelkanäle sind jünger als 25 Jahre, davon sind allein rund 87<br />

km im Zeitraum von 1991 bis <strong>2008</strong> hergestellt bzw. erneuert worden. Etwa ein Viertel der<br />

Sammelkanäle sind älter als 75 Jahre. Die Sonderbauwerke sind über das gesamte Entsorgungsgebiet<br />

des Eigenbetriebes verteilt, ihre Zahl steigt stetig (mit Stand 31.12.<strong>2008</strong>: 16 Regenüberlauf-<br />

und Regenrückhaltebauwerke, 6 Abwasserpumpwerke, 5 sonstige Sonderbauwerke<br />

und 41 Einleitungsstellen in Gewässer). Für eine ständige (24 h) Überwachung ihres<br />

Betriebes sowie zur Alarmierung des Bereitschaftsdienstes sind bzw. werden eine Vielzahl<br />

der Sonderbauwerke über eine Fernwirkanbindung mit dem Prozessleitsystem der Zentralkläranlage<br />

gekoppelt.<br />

Für die Instandhaltung der öffentlichen Abwassersammlungsanlagen sind im Wirtschaftsjahr<br />

<strong>2008</strong> Kosten in Höhe von 231,7 T€ angefallen. Die baulichen Instandsetzungen (Reparaturen)<br />

erforderten Ausgaben in Höhe von 178,0 T€. Wesentlichere Beiträge für die dauernde<br />

Erhaltung der Funktionsfähigkeit der öffentlichen Anlagen zur Abwassersammlung werden<br />

jedoch durch die jährlichen Investitionen für die öffentlichen Abwassersammlungsanlagen<br />

geleistet (siehe Abschnitt 1.5).<br />

Im Entsorgungsgebiet des Eigenbetriebes existieren zwei zentrale Abwasserbehandlungsanlagen,<br />

die Zentralkläranlage <strong>Freiberg</strong> (ZKA mit 80.000 Einwohnerwerten [EW]) und die kleine<br />

Kläranlage Rosine (200 EW). Geringe Anteile des in den öffentlichen Abwassersammlungsanlagen<br />

des Eigenbetriebes abgeleiteten Regen-, Schmutz- und Mischwassers werden<br />

der Kläranlage Hohentanne (AZV Muldental) und der Kläranlage St. Michaelis (Eigenbetrieb<br />

Abwasserbeseitigung „Oberes Striegistal“, Stadt Brand-Erbisdorf) zugeführt.<br />

Die insgesamt aus dem Kanalnetz des Eigenbetriebes diesen Behandlungsanlagen (zentrale<br />

Abwasserbeseitigung) zugeleiteten Schmutzwassermengen sind seit 1996 von 1.994,9 Tm³<br />

kontinuierlich auf 3.056,5 Tm³ im Wirtschaftsjahr <strong>2008</strong> angestiegen. Die im Wirtschaftsjahr<br />

<strong>2008</strong> zur ZKA angelieferten Abwasser- und Schlammmengen aus abflusslosen Gruben und<br />

Kleinkläranlagen (dezentrale Abwasserbeseitigung) betrugen 1,4 Tm³.<br />

Investitionen<br />

Die Bautätigkeit des Eigenbetriebes im Wirtschaftsjahr <strong>2008</strong> beruhte auf dem vom Stadtrat<br />

beschlossenen Wirtschaftsplan <strong>2008</strong> (Beschluss-Nr. 4-40/2007 vom 01.11.2007) in Verbindung<br />

mit den jeweiligen Bau- und Vergabebeschlüssen für die einzelnen Vorhaben.<br />

Für planmäßige und unvorhergesehene Investitionsvorhaben der Abwassersammlung waren<br />

Gesamtkosten in Höhe von 4.670,0 T€ im Investitionsplan <strong>2008</strong> eingestellt worden. Insgesamt<br />

wurden im Wirtschaftsjahr <strong>2008</strong> Investitionen in Höhe von 3.484,8 T€ für Erneuerungen<br />

und Herstellung von öffentlichen Anlagen der Abwassersammlung getätigt. Die größten Anteile<br />

entfielen auf die Investitionsvorhaben Erneuerung der MW-Kanalisation in der Olbernhauer<br />

und Brander Straße mit 718,3 T€ (Plan 825,0 T€), die Erneuerung der Regen-,<br />

Schmutz- und Mischwasserkanalisation in der Winklerstraße mit 429,7 T€ (Plan 470,0 T€),<br />

die Erneuerung der Mischwasserkanalisation im Johannes-R.-Becher Weg und in der Zuger<br />

Straße mit 367,0 T€ (Plan 280,0 T€) und die Erneuerung der Mischwasserkanalisation im<br />

Roten Weg, 1. BA mit insgesamt 259,4 T€ (Plan 600,0 T€).<br />

Für planmäßige und unvorhergesehene Investitionsvorhaben der Abwasserbehandlung waren<br />

Gesamtkosten in Höhe von 3.977 T€ im Investitionsplan <strong>2008</strong> eingestellt worden. Tatsächlich<br />

wurden Investitionen in Höhe von 1.389,1 T€ durchgeführt. Die wesentlichsten Vorhaben<br />

waren der Beginn der Erweiterung der Zentralkläranlage mit dem Ausbau der Stickstoffeliminierung<br />

in Höhe von 865,1 T€ und der Aufbau und die Inbetriebnahme einer neuen<br />

BHKW-Anlage mit Investitionskosten in Höhe von 348,3 T€.<br />

149


Eigenbetrieb FREIBERGER ABWASSERBESEITIGUNG (FAB)<br />

Die Finanzierung der Vorhaben erfolgte mit Eigenmitteln, Fördermitteln sowie Straßenentwässerungskostenanteilen.<br />

An die Stadt <strong>Freiberg</strong> wurden Straßenentwässerungskostenanteile<br />

(STEA-Invest) in Höhe von 1.131,8 T€ berechnet. Aus dem Zuwendungsbescheid vom<br />

20. Dezember 2002 und dem 1. Änderungsbescheid vom 27. Juni 2005 des Regierungspräsidiums<br />

Chemnitz für das Vorhaben „Sicherung der Abwasserbeseitigung für das Gewerbegebiet<br />

Süd und weiterer gewerblicher Standorte in <strong>Freiberg</strong>“ hat der Eigenbetrieb im Jahr<br />

<strong>2008</strong> eine Teilzahlung in Höhe von 2.000,0 T€ erhalten.<br />

Eigenkapital<br />

Die allgemeine Rücklage hat sich gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2007 von 3.726,5 T€ auf<br />

4.116,4 T€ erhöht. Neben der aus 1995 stammenden Rücklage von 508,8 T€ und der gestundeten<br />

Kaufpreisforderung aus der Übertragungsbilanz vom Wasserzweckverband zum<br />

31.12.1995 in Höhe von 1.289,0 T€ enthält die allgemeine Rücklage die anteilige Auflösung<br />

der mit der Übertragungsbilanz übergebenen Rückstellung für die Sanierung Altlast Kläranlage<br />

Hornmühlenweg in Höhe von 2.055,8 T€ und die Erträge aus der Vereinnahmung der<br />

Teilbeträge am Liquidationskapital der EWA AG i.L. in Höhe von 262,8T€.<br />

Die zweckgebundene Rücklage mit einem Gesamtbetrag von 9.479,9 T€ enthält die Rückerstattung<br />

der Abwasserabgabe für die Jahre 1991 bis 1996 in Höhe von 3.323,2 T€ sowie die<br />

Auflösungsbeträge für empfangene Ertragszuschüsse-Abwasserbeiträge der Jahre 1997 bis<br />

2007 in Höhe von 6.156,7 T€.<br />

Ergebnis<br />

Erlöse/Erträge wurden im Wirtschaftsjahr <strong>2008</strong> in Höhe von 9.770,9 T€ erzielt. Der Wirtschaftsplan<br />

<strong>2008</strong> sah 9.776,0 T€ vor, dies bedeutet eine Verringerung um 5,1 T€ bzw. 0,1 %.<br />

Die Erlöse/Erträge zum tatsächlichen Ist des Vorjahres 2007 haben sich um 246,0 T€ verringert.<br />

Diese Veränderung ergibt sich aus der Tatsache, dass sich die sonstigen betrieblichen<br />

Erträge um 391,8 T€ verringert haben. Im Gegensatz dazu sind die Umsatzerlöse und die<br />

aktivierten Eigenleistungen um 134,6 T€ gestiegen. Die im Wirtschaftsjahr <strong>2008</strong> erzielten<br />

Gebühreneinnahmen aus der Schmutz- und Niederschlagswasserbeseitigung sowie die<br />

Zinserträge sind relativ konstant geblieben.<br />

Die gesamten Umsatzerlöse des Eigenbetriebes im Wirtschaftsjahr <strong>2008</strong> betragen 7.488,6<br />

T€ (2007: 7.359,2 T€). Der Wirtschaftsplan <strong>2008</strong> sah 7.577,0 T€ vor. Den Hauptanteil daran<br />

bilden mit 4.006,3 T€ die Gebühreneinnahmen für die Schmutzwasserbeseitigung sowie mit<br />

1.996,7 T€ die Gebühreneinnahmen für die Niederschlagswasserbeseitigung von privaten<br />

und öffentlichen Flächen im Entsorgungsgebiet des Eigenbetriebes. Dabei wurde gemäß §<br />

43 der Allgemeinen Abwassersatzung der Stadt <strong>Freiberg</strong> (AAS) für die Schmutzwasserbeseitigung<br />

ein Gebührensatz von 1,34 € je Kubikmeter und für die Niederschlagswasserbeseitigung<br />

ein Gebührsatz von 0,58 € je Quadratmeter versiegelte Grundstücksfläche berechnet.<br />

Für die Behandlung von stark bzw. schwach verschmutztem Schmutzwasser werden Zu-<br />

bzw. Abschläge gemäß § 44 (AAS) erhoben bzw. gewährt. Die durch zentrale Abwasserbeseitigung<br />

aus dem Entsorgungsgebiet entsorgte Schmutzwassermenge hat sich gegenüber<br />

dem Vorjahr um 36,8 Tm³ erhöht und betrug im Wirtschaftsjahr <strong>2008</strong> rund 3.056,5 Tm³<br />

(2007: 3.019,7 Tm³). Die Erlöse aus der Fäkalentsorgung im Entsorgungsgebiet des Eigenbetriebes<br />

(dezentrale Abwasserbeseitigung) betragen insgesamt 25,5 T€ (2007: 21,7 T€).<br />

Des Weiteren wurden Erlöse aus der Erhebung von Entgelten für die Abwasser- und Fäkalentsorgung<br />

aus Fremdgebieten in Höhe von 91,4 T€ erzielt. Die sonstigen Umsatzerlöse<br />

beinhalten die Auflösungssummen empfangener Ertragszuschüsse mit 1.132,3 T€ sowie die<br />

Inanspruchnahme der Rückstellung für Kostenüberdeckung mit 236,5 T€ (davon 222,3 T€<br />

aus Korrekturen für 2006 und 2007).<br />

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 1.925,9 T€ (2007: 2.317,7T€) beinhalten als<br />

wesentlichste Position die Erträge aus der Auflösung von Sonderposten aus Straßenentwässerungskostenanteilen<br />

und Investitionszuschüssen (Fördermittel, Verrechnung AWA) in Hö-<br />

150


Eigenbetrieb FREIBERGER ABWASSERBESEITIGUNG (FAB)<br />

he von 1.677,7 T€. Des Weiteren sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und<br />

Wertberichtigung zu Forderungen in Höhe von 191,4 T€ sowie Verwaltungsgebühren und<br />

Weiterberechnungen enthalten. Weiterhin wurden Erträge in Höhe von 266,2 T€ durch die<br />

Verzinsung von Festgeldanlagen sowie durch die Erhebung von Säumniszuschlägen und<br />

Stundungszinsen erzielt.<br />

Kosten/Aufwendungen sind im Wirtschaftsjahr <strong>2008</strong> für Material, Personal, Abschreibungen,<br />

Zinsen und sonstigen betrieblichen Aufwand in Höhe von 7.875,2 T€ angefallen. Der Wirtschaftsplan<br />

<strong>2008</strong> sah 8.308,0 T€ vor. Gegenüber den Ist-Kosten im Wirtschaftsjahr 2007<br />

ergibt sich eine Senkung um 314,2 T€ bzw. 3,8 %. Diese Verringerung ist im Wesentlichen<br />

auf geringere Kosten für Stromverbrauch, Flockungs- und Fällungsmittel, Klärschlammentsorgung<br />

sowie für andere Fremdleistungen in der Zentralkläranlage zurückzuführen. Einen<br />

Hauptbestandteil der Aufwendungen bilden die Abschreibungen mit 3.287,7 T€ und die Kosten<br />

für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für bezogene Leistungen mit 2.273,9 T€. Aufwendungen<br />

für bezogene Leistungen werden im Wesentlichen im Rahmen von Verträgen<br />

abgerechnet, z. B. ist die Entsorgung des Klärschlammes vertraglich mit TVF Waste Solutions<br />

GmbH Boxberg geregelt. Die im Wirtschaftsjahr <strong>2008</strong> entsorgte Klärschlammmenge betrug<br />

8.313 t. Das entspricht einer Verringerung gegenüber 2007 um 8,3 % (9.064 t). Die<br />

Kosten für die Entsorgung des Klärschlammes in <strong>2008</strong> betrugen 451,0 T€.<br />

Risikoanalyse und Chancen<br />

Für die mittelfristige finanzielle und wasserwirtschaftliche Sicherstellung der öffentlichen Abwasserbeseitigung<br />

im Entsorgungsgebiet des Eigenbetriebes ist zzt. nur die Stickstoffeliminierung<br />

als Risikofaktor von besonderer Bedeutung.<br />

Im Wirtschaftsjahr <strong>2008</strong> wurden die Vorbereitungen für die Baumaßnahmen zum Ausbau der<br />

Stickstoffeliminierung abgeschlossen. Nachdem Anfang <strong>2008</strong> die Prognosen der Industrie,<br />

insbesondere der Deutschen Solar AG, konkretisiert wurden, konnte im Juli der Genehmigungsantrag<br />

für den Ausbau der Stickstoffeliminierung der Landesdirektion Chemnitz übergeben<br />

werden. Mit Erhalt der fachtechnischen Stellungnahme im November bereitete die<br />

FAB den Zuwendungsantrag für die Beantragung von Fördermitteln des Programms Gemeinschaftsaufgabe<br />

„Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ vor und reichte diesen<br />

im Dezember bei der Landesdirektion Chemnitz ein. Im Januar 2009 erfolgte die Genehmigung<br />

des Bauvorhabens und der förderunschädliche Baubeginn für die Baufeldfreimachung.<br />

Mit dem Zuwendungsbescheid vom 18.03.09 wurde der Stadt <strong>Freiberg</strong> eine Zuwendung<br />

in Höhe von 14,6 Mio. € für die förderfähigen Kosten des Ausbaus der Stickstoffeliminierung<br />

und der Herstellungskosten des ZKA-Sammelkanals im Rahmen des Förderprogramms:<br />

Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ vom<br />

Freistaat Sachen bewilligt. Mit dieser Zuwendung ist der Bau der insgesamt 24 Mio. € teuren<br />

Gesamtmaßnahme ohne die Neuerhebung von Beiträgen finanzierbar. Die gemeindewirtschaftliche<br />

Stellungnahme des Landratsamtes Mittelsachsen wurde dazu erteilt. Die Aufnahme<br />

von Krediten in Höhe von 17,5 Mio. € zur Sicherung des 41,4 Mio. € schweren Investitionsprogramms<br />

in den Jahren 2009 bis 2013 (Stand 02/2009) ist unvermeidlich. Die Nutzung<br />

weiterer Fördermittel im Rahmen der im Februar 2009 neu erschienenen Förderrichtlinien<br />

ist für die künftigen Baumaßnahmen zu prüfen.<br />

Die wirtschaftliche Entwicklung der FAB ist wegen dem Anteil von 50 % industrieller/gewerblicher<br />

Schmutzwässer sehr von der Entwicklung der Industrie abhängig. Die demografische<br />

Entwicklung ist anhaltend negativ, sie wurde jedoch in den vergangenen Jahren<br />

durch die Industrie mehr als kompensiert und fiel deshalb nicht ins Gewicht.<br />

Ausblick<br />

Mit dem Investitionsprogramm und den Erweiterungsmaßnahmen in der ZKA wird auch in<br />

den nächsten Jahren der Personalbedarf der FAB weiter steigen. In Abhängigkeit von der<br />

151


Eigenbetrieb FREIBERGER ABWASSERBESEITIGUNG (FAB)<br />

Investitionstätigkeit der Deutsche Solar AG wird die bis Ende 2011 geschaffene Kapazität<br />

von 100.000 Einwohnerwerten ausgelastet. Die aktuellen Prognosen bis 2015 werden in Abhängigkeit<br />

von der Weltmarktsituation der Solarbranche sicher noch mehrfach überarbeitet.<br />

Derzeit geht man von anhaltendem Wachstum aus. In dieser Voraussicht erfolgte die Genehmigung<br />

einer Prozesswasserbehandlung im Rahmen des Ausbaus der Stickstoffeliminierung.<br />

Diese könnte nach 2012 gebaut werden, um ggf. weitere Kapazitäten zur Verfügung zu<br />

stellen. Die weitere Erneuerung des Kanalnetzes erfolgt u. a. in Abhängigkeit von den Fördermöglichkeiten<br />

sowie den Straßenerneuerungen durch das Tiefbauamt. Nach 2013 wird<br />

ein Abbau der bis dahin entstandenen Kreditlast angestrebt und sich damit die Investitionstätigkeit<br />

rückläufig entwickeln.<br />

Mit Beschluss-Nr. 16-52/<strong>2008</strong> vom 6. November <strong>2008</strong> wurde vom Stadtrat der Wirtschaftsplan<br />

2009 des Eigenbetriebes beschlossen. Für das Wirtschaftsjahr 2009 wurde ein Jahresüberschuss<br />

in Höhe von 1.576 T€ sowie ein Investitionsvolumen in das Anlagevermögen von<br />

11.350 T€ bei gleichzeitiger Kreditaufnahme von 5.911 T€ geplant. Schon heute ist für das<br />

Jahr 2009 abzusehen, dass auf Grund der hohen Förderrate im Jahr 2009 in Höhe von 4.386<br />

T€ sowie der günstigen Ausschreibungsergebnisse eine Aufnahme von Krediten erst im Jahr<br />

2010 erforderlich wird.<br />

Vorgänge von besonderer Bedeutung gemäß § 289 Abs. 2 Nr. 1 HGB sind nach dem Bilanzstichtag<br />

nicht eingetreten.<br />

152


Teil C - Zweckverbände<br />

Teil C - Zweckverbände<br />

I. Rechtliche Rahmenbedingungen<br />

Das Recht der Zweckverbände ist im Sächsischen Gesetz über kommunale<br />

Zusammenarbeit (§§ 44 bis 70 SächsKomZG) geregelt. Der Zweckverband ist eine rechtlich<br />

selbstständige Körperschaft des öffentlichen Rechts. Ihm werden bestimmte Aufgaben, zu<br />

deren Erfüllung seine Mitglieder berechtigt oder verpflichtet sind, übertragen. Er erfüllt die<br />

ihm übertragenen Aufgaben in eigener Verantwortung.<br />

Mitglieder von Zweckverbänden können Gemeinden, Verwaltungsverbände, Landkreise und<br />

andere Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts sein. Wenn die<br />

Erfüllung der Verbandsaufgaben gefördert wird, können neben juristischen Personen des<br />

öffentlichen Rechts auch natürliche und juristische Personen des Privatrechts Mitglied in<br />

einem Zweckverband sein.<br />

Zur Gründung des Verbandes vereinbaren die Beteiligten eine Verbandssatzung, die die<br />

Rechtsverhältnisse des Zweckverbandes regelt. Die Organe des Zweckverbandes sind die<br />

Verbandsversammlung als Hauptorgan und der Verbandsvorsitzende. Durch die<br />

Verbandssatzung kann der Verwaltungsrat als ein weiteres Organ bestimmt werden.<br />

Außerdem kann die Verbandssatzung die Bildung von beschließenden und beratenden<br />

Ausschüssen und die Bestellung eines Geschäftsleiters bestimmen.<br />

Die Verbandsversammlung besteht aus mindestens einem Vertreter eines jeden<br />

Verbandsmitgliedes. Durch die Verbandssatzung kann die Entsendung weiterer Vertreter<br />

des jeweiligen Verbandsmitgliedes und das Stimmrecht der Verbandsmitglieder geregelt<br />

werden. Allerdings können die Vertreter des jeweiligen Verbandsmitgliedes ihre Stimmen nur<br />

einheitlich abgeben. Gemeinden werden in der Verbandsversammlung durch die<br />

Bürgermeister, Verwaltungsverbände durch die Verbandsvorsitzenden und Landkreise durch<br />

die Landräte vertreten. Alle weiteren Vertreter in der Verbandsversammlung des<br />

Zweckverbandes werden von den jeweils höchsten Organen des Verbandsmitgliedes -<br />

Gemeinderat, Verbandsversammlung des Verwaltungsverbandes und Kreistag - gewählt.<br />

Für die Wirtschaftsführung des Zweckverbandes gelten die Vorschriften der SächsGemO<br />

und der KomHVO entsprechend (u. a. kameralistische Buchführung). Ist der Gegenstand des<br />

Zweckverbandes der Betrieb eines wirtschaftlichen Unternehmens oder einer Einrichtung,<br />

das bzw. die gemäß § 1 SächsEigBG als Eigenbetrieb geführt werden darf<br />

(Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung), so kann die Verbandssatzung vorschreiben,<br />

dass die Vorschriften des SächsEigBG und der SächsEigBVO zur Anwendung kommen.<br />

Der Zweckverband kann von seinen Mitgliedern eine Umlage erheben, wenn seine sonstigen<br />

Einnahmen nicht zur Deckung seines Finanzbedarfs reichen. Der Maßstab für die Umlage<br />

des Aufwandes sollte äquivalent zum Nutzen, den die einzelnen Mitglieder aus der<br />

Aufgabenerfüllung erzielen, gewählt werden.<br />

Die Höhe der Umlage ist jährlich in der Haushaltssatzung des Zweckverbandes, getrennt<br />

nach Verwaltungs- und Vermögenshaushalt, festzusetzen.<br />

Bei Zweckverbänden, die gemäß ihrer Verbandssatzung die Vorschriften des Sächsischen<br />

Eigenbetriebsrechtes anwenden (u. a. kaufmännische Buchführung nach HGB), ist die<br />

Umlage in den Wirtschaftsplan, getrennt nach Erfolgs- und Vermögensplan, aufzunehmen.<br />

153


Teil C - Zweckverbände<br />

II. Ausgewählte Fachbegriffe aus der kameralistischen Buchführung<br />

Anlagevermögen<br />

Das Anlagevermögen sind die Teile des Vermögens, die dauernd der Aufgabenerfüllung der<br />

Gemeinde dienen (z. B. Immobilien, Beteiligungen).<br />

Haushaltsplan<br />

Grundlage der Haushaltswirtschaft der öffentlichen Haushalte ist der Haushaltsplan. Er ist<br />

die verbindliche Vorausplanung aller Einnahmen, Ausgaben und Verpflichtungsermächtigungen<br />

eines Haushaltsjahres (entspricht dem Kalenderjahr). Der Haushaltsplan der Gemeinden<br />

und Gemeindeverbände muss in einen Vermögenshaushalt und einen Verwaltungshaushalt<br />

unterteilt werden.<br />

Der Vermögenshaushalt umfasst alle vermögenswirksamen Einnahmen und Ausgaben<br />

sowie die Verpflichtungsermächtigungen. Im Verwaltungshaushalt werden dagegen regelmäßig<br />

wiederkehrende Einnahmen (z. B. Gebühren und Steuern) und laufende Ausgaben (z.<br />

B. Personalkosten) veranschlagt. Vermögens- und Verwaltungshaushalt sind durch die Zuführung<br />

vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt bzw. umgekehrt miteinander verbunden.<br />

Beide Haushalte müssen in den Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen sein.<br />

Investitionen<br />

In der Haushaltswirtschaft der öffentlichen Verwaltungen sind unter dem Begriff Investitionen<br />

Ausgaben für die Veränderung des Anlagevermögens zu verstehen.<br />

Jahresrechnung<br />

In der Kameralistik erfolgt die Rechnungslegung nach Ablauf des Haushaltsjahres durch Erstellung<br />

einer Jahresrechnung. Es handelt sich um einen Sollabschluss, der die Ergebnisse<br />

der Haushaltsrechnung auf der Grundlage der fällig gewordenen Einnahmen und Ausgaben<br />

zeigt. Nachzuweisen sind außerdem der Stand des Vermögens und der Schulden zu Beginn<br />

und am Ende des Haushaltsjahres. Die Jahresrechnung ist durch einen Rechenschaftsbericht<br />

zu erläutern.<br />

Rücklagen<br />

Rücklagen sind Geld- oder geldwerte Bestände der Gemeinden, die nach Ausscheidung aus<br />

der Haushaltswirtschaft (durch Zuführung) für künftige Zwecke ertragbringend zurückgelegt<br />

werden. Es gibt zwei Rücklagearten, die allgemeine Rücklage und die Sonderrücklage.<br />

Zur Sicherung der Haushaltswirtschaft und für Zwecke des Vermögenshaushaltes ist die<br />

Bildung einer allgemeinen Rücklage als Pflichtrücklage vorgeschrieben. In dieser Rücklage<br />

muss ein Mindestbetrag zur Sicherung der Kassenliquidität vorhanden sein. Außerdem sollen<br />

in der allgemeinen Rücklage u. a. Mittel zur Deckung des Ausgabenbedarfs im Vermögenshaushalt<br />

für künftige Jahre angesammelt werden.<br />

Sonderrücklagen können nur für besondere Zwecke (strenge Zweckbindung) auf Grundlage<br />

einer Rechtsvorschrift gebildet werden, z. B. für treuhänderisch verwaltetes Stiftungsvermögen<br />

oder für kostenrechnende Einrichtungen zur Ansammlung von Gebührenanteilen für<br />

später entstehende Kosten.<br />

Schulden<br />

Schulden sind Rückzahlungsverpflichtungen aus Kreditaufnahmen und ihnen wirtschaftlich<br />

gleichkommenden Vorgängen sowie aus der Aufnahme von Kassenkrediten.<br />

154


Teil C - Zweckverbände<br />

Umlagen<br />

Umlagen sind Zuweisungen von Gemeinden an Gemeindeverbände und andere Körperschaften.<br />

Allgemeine Umlagen werden zur Deckung des Finanzbedarfs auf Grund eines bestimmten<br />

Schlüssels geleistet.<br />

Umlagen für die Erfüllung bestimmter Aufgaben (z. B. Umlagen an Zweckverbände) sind je<br />

nachdem, ob mit der Umlage laufende Aufwendungen oder Investitionsausgaben gedeckt<br />

werden, in Verwaltungsumlage und Investitionsumlage aufzuspalten.<br />

Beim Empfänger (z. B. Zweckverband) ist die Verwaltungsumlage als Einnahme im Verwaltungshaushalt<br />

und die Investitionsumlage als Einnahme im Vermögenshaushalt zu veranschlagen.<br />

Umschuldung<br />

Eine Umschuldung ist die Ablösung von Krediten durch andere Kredite.<br />

Verpflichtungsermächtigung<br />

Verpflichtungsermächtigungen sind Ermächtigungen des Haushaltsplanes im Haushaltsjahr<br />

Verpflichtungen in Form von Verträgen, Aufträgen, Bestellungen etc. eingehen zu dürfen, die<br />

erst in künftigen Jahren zu Ausgaben führen.<br />

155


III. Übersicht der Zweckverbände, in denen die Stadt <strong>Freiberg</strong> zum 31.12.<strong>2008</strong> Mitglied ist<br />

Alle Zweckverbände sind Körperschaften des öffentlichen Rechts.<br />

Zweckverband Aufgaben des Zweckverbandes Finanzierung des Zweckverbandes<br />

Wasserzweckverband<br />

<strong>Freiberg</strong><br />

Betriebszweig Wasserversorgung<br />

Gewerbezweckverband<br />

„<strong>Freiberg</strong>-Halsbrücke/<br />

Schwarze Kiefern“<br />

Der Verband hat die Aufgabe der Wasserversorgung (§<br />

57 SächsWG) und die Aufgabe der Abwasserbeseitigung<br />

(§ 63 SächsWG) in dem in § 3 Abs. 2 der Satzung benannten<br />

Verbandsgebiet. Die Wasserversorgung umfasst<br />

alle Aufgaben im Sinne des § 57 SächsWG in der jeweiligen<br />

Fassung.<br />

Der Verband hat insbesondere alle Wasserversorgungsund<br />

Sonderanlagen zu planen, zu errichten, zu betreiben,<br />

zu unterhalten, zu erneuern und zu erweitern, die für die<br />

Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Versorgung der<br />

Verbraucher in seinem Verbandsgebiet mit Trinkwasser<br />

einschließlich für dessen Gewinnung, Aufbereitung und<br />

Verteilung in den Ortsnetzen erforderlich sind. Die mögliche<br />

Bereitstellung von Betriebswasser erfolgt ohne<br />

Rechtsanspruch. Der Verband erfüllt seine Aufgaben<br />

nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Er strebt keinen<br />

Gewinn an. Insbesondere sind Kostenüberdeckungen i.<br />

S. v. § 10 Abs. 2 SächsKAG auszugleichen.<br />

Der Gewerbezweckverband hat die Aufgabe, die Gewerbeansiedlung<br />

im gemeinsam ausgewiesenen Gebiet der<br />

Gemarkungen Halsbrücke/Tuttendorf und <strong>Freiberg</strong> voranzutreiben.<br />

Auf diese Weise soll die Weiterentwicklung<br />

der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zum Wohle beider<br />

Kommunen erreicht werden. Unter Einbeziehung bestehender<br />

und geplanter Gewerbeflächen soll ein großflächiges,<br />

leistungsfähiges Gewerbegebiet mit hoch entwickelter<br />

Infrastruktur geschaffen werden.<br />

Der Verband erhebt zur Deckung seines<br />

Finanzbedarfs öffentlich-rechtliche Abgaben<br />

nach Satzungen oder, soweit dies zweckmäßiger<br />

ist, privatrechtliche Entgelte nach Verund<br />

Entsorgungsbedingungen. Er finanziert<br />

sich auch durch sonstige Betriebseinnahmen<br />

sowie Staatszuschüsse und sonstige Zuschüsse.<br />

Soweit diese Einnahmen nicht ausreichen,<br />

werden von den Verbandsmitgliedern Umlagen<br />

erhoben. Maßstab für die Berechnung<br />

der Höhe der Umlagen sind die Beteiligungsquoten.<br />

Die Beteiligungsquote bestimmt<br />

sich im Bereich Wasserversorgung<br />

nach den prozentualen Anteilen der Stimmenzahl<br />

des Verbandsmitgliedes an der<br />

Gesamtstimmenzahl der Verbandsversammlung<br />

im Bereich Wasserversorgung.<br />

Der Gewerbezweckverband soll seinen Finanzbedarf<br />

hauptsächlich durch Einnahmen<br />

aus der Verwertung des Gewerbegebietes<br />

decken. Sollten diese Einnahmen nicht ausreichen,<br />

werden Umlagen von den Mitgliedern<br />

erhoben. Der Anteil der Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

an den Umlagen beträgt 50 %.<br />

Teil C - Zweckverbände<br />

Wirtschaftsführung<br />

nach<br />

SächsKomZG<br />

in Verbindung<br />

mit<br />

SächsEigBG<br />

und Sächs-<br />

EigBVO<br />

(Doppik)<br />

nach<br />

SächsKomZG<br />

in Verbindung<br />

mit Sächs-<br />

GemO und<br />

KomHVO<br />

(Kameralistik)<br />

Stimmrecht<br />

Anzahl %<br />

86 38,22<br />

3 50,00<br />

156


Teil C - Zweckverbände<br />

Zweckverband Aufgaben des Zweckverbandes Finanzierung des Zweckverbandes<br />

Zweckverband<br />

Gewerbe- und Industriegebiet<br />

<strong>Freiberg</strong> Ost an<br />

der B 173<br />

Dem Zweckverband obliegen in seinem Verbandsgebiet<br />

zum Zweck der Gewerbe- und Industrieansiedlung die<br />

öffentlichen Aufgaben der verbindlichen Bauleitplanung<br />

und der Erschließung nach dem BauGB. Er nimmt ferner<br />

die folgenden öffentlichen Aufgaben wahr:<br />

Abschluss von Durchführungsverträgen zu vorhabensbezogenen<br />

Bebauungsplänen, Sicherung der Bauleitplanung<br />

(§§ 14ff. BauGB), Ausübung von gesetzlichen Vorkaufsrechten<br />

(§§ 24ff. BauGB), Erlass von Erschließungsbeitragsbescheiden<br />

(§§ 123ff. BauGB) sowie den<br />

Abschluss von Erschließungs- und Erschließungskostenablösungsverträgen,<br />

den Erwerb der Grundstücke und<br />

deren Erschließung im Verbandsgebiet und darüber hinaus<br />

den Erwerb von Grundstücken, die für die Gewährleistung<br />

oder Erhöhung der Funktionsfähigkeit des Gewerbe-<br />

und Industriegebietes erforderlich sind, Pflege<br />

und Wartung der verbandseigenen Flächen sowie Wartung<br />

der Straßenbeleuchtungsanlage, die Förderung der<br />

Ansiedlung geeigneter Betriebe durch Bodenordnungsmaßnahmen,<br />

Mithilfe bei der Geländebeschaffung und<br />

alle sonstigen geeigneten Maßnahmen zur Vermarktung<br />

der erschlossenen Grundstücke.<br />

Der Zweckverband ist Planungsverband i. S. v. § 205<br />

BauGB für den Erlass von Bebauungsplänen nach §§ 8ff.<br />

BauGB und vorhabenbezogenen Bebauungsplänen nach<br />

§ 12 BauGB durch Satzung.<br />

Durch geeignete Geländebeschaffungs- und Bodenvorratsmaßnahmen,<br />

Grundstücksveräußerungen und<br />

Grundstückstausch der im Eigentum des Verbandes<br />

befindlichen Grundstücke trägt der Verband dazu bei,<br />

dass eine sinnvolle Betriebsansiedlung und wirtschaftliche<br />

Erschließungsweise möglich wird.<br />

Die Aufwendungen des Verbandes werden,<br />

soweit sie nicht durch Staatsbeiträge, Zuschüsse<br />

und Beiträge Dritter, Erträge aus<br />

Vermögen und Darlehen gedeckt werden,<br />

durch Umlagen finanziert. Der Verband erhebt<br />

dazu einen Verwaltungskostenumlage<br />

und eine Vermögensumlage.<br />

An den Umlagen beteiligt sich die Stadt <strong>Freiberg</strong><br />

mit 55%.<br />

Wirtschaftsführung<br />

nach<br />

SächsKomZG<br />

in Verbindung<br />

mit Sächs-<br />

GemO und<br />

KomHVO<br />

(Kameralistik)<br />

Stimmrecht<br />

Anzahl %<br />

4 40,00<br />

157


Zweckverband Aufgaben des Zweckverbandes Finanzierung des Zweckverbandes<br />

Abwasserzweckverband<br />

„Muldental“ (<strong>Freiberg</strong>er<br />

Mulde)<br />

Zweckverband „Gasversorgung<br />

in Südsachsen“<br />

Die Verbandsmitglieder übertragen dem Verband für das<br />

in der Verbandssatzung festgelegte Verbandsgebiet die<br />

Abwasserbeseitigungspflicht, die ihnen gemäß SächsWG<br />

und SAbwAG obliegt. Dazu hat der Verband die Abwasseranlagen,<br />

einschließlich der Ortskanäle sowie Sonderbauten<br />

entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen<br />

und den anerkannten Regeln der Technik zu errichten,<br />

zu unterhalten, zu erweitern und zu betreiben. Der Verband<br />

hat keine Gewinnerzielungsabsicht. Der Verband<br />

übernimmt auch die Aufgabe der Beseitigung des von<br />

den Straßen, Wegen und Plätzen abfließenden Niederschlagswassers.<br />

Er schließt mit Trägern der Straßenbaulast<br />

von Ortsdurchfahrten im Zuge von Bundes-, Staats-,<br />

und Kreisstraßen Vereinbarungen gemäß der Ortsdurchfahrtenrichtlinien<br />

des Bundes bzw. nach SächsStrG ab.<br />

Der Verband hat die Aufgabe, die Belange der Verbandsmitglieder<br />

gegenüber der Erdgas Südsachsen<br />

GmbH auf dem Gebiet der Gasversorgung wahrzunehmen<br />

und zu fördern.<br />

Der Verband erhebt zur Aufgabenfinanzierung<br />

kraft Satzung Gebühren, Beiträge, öffentlich-rechtlichen<br />

Aufwandsersatz und<br />

sonstige Abgaben sowie abgabenrechtliche<br />

Nebenleistungen. Der Verband erhebt, soweit<br />

seine sonstigen Einnahmen zur Deckung<br />

des Finanzbedarfs nicht ausreichen<br />

und keine besonderen Umlagen erhoben<br />

werden, von den Verbandsmitgliedern eine<br />

jährliche Betriebskostenumlage und eine<br />

jährliche Investitionskostenumlage. Der Verband<br />

erhebt von den Mitgliedern besondere<br />

Umlagen für die investiven und betriebskostenseitigen<br />

Straßenentwässerungsanteile.<br />

Investitions- und Betriebskostenumlagen<br />

werden von den Mitgliedern entsprechend<br />

ihrer Zugehörigkeit zu der jeweiligen öffentlichen<br />

Einrichtung erhoben. Grundlage der<br />

Umlage bildet der Stimmenanteil jedes Verbandsmitgliedes.<br />

Der Aufwand des Verbandes ist in erster<br />

Linie aus den dem Verband zufließenden<br />

Gewinnen aus der Beteiligung an der Erdgas<br />

Südsachsen GmbH zu decken. Reichen<br />

diese Beiträge zur Deckung nicht aus, wird<br />

eine Umlage erhoben. Als Maßstab für die<br />

Erhebung der Umlage gilt die Beteiligungsquote.<br />

Die Beteiligungsquote bestimmt sich<br />

nach dem Wert der Anteile der einzelnen<br />

Mitglieder an der gesamthänderischen Beteiligung<br />

an der Erdgas Südsachsen GmbH.<br />

Teil C - Zweckverbände<br />

Wirtschaftsführung<br />

nach<br />

SächsKomZG<br />

in Verbindung<br />

mit Sächs-<br />

GemO und<br />

KomHVO<br />

(Kameralistik)<br />

nach<br />

SächsKomZG<br />

in Verbindung<br />

mit Sächs-<br />

GemO und<br />

KomHVO<br />

(Kameralistik)<br />

Stimmrecht<br />

Anzahl %<br />

2 8,7<br />

64 0,25<br />

158


Teil C - Zweckverbände<br />

IV. Darstellung der Finanzbeziehungen zwischen der<br />

Stadt <strong>Freiberg</strong> und den Zweckverbänden <strong>2008</strong><br />

Verwaltungs- bzw.<br />

Betriebskostenumlagen<br />

Zuführungen<br />

Investitions- bzw.<br />

Kapitalumlagen<br />

Sonstige gewährte<br />

Vergünstigungen und Zuschüsse<br />

Rückflüsse<br />

Gewinnabführungen<br />

Bestand Bürgschaften,<br />

Gewährleistungen zum 31.12.<br />

Zweckverband T€ T€ T€ T€ T€<br />

Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />

Gewerbezweckverband "<strong>Freiberg</strong>-<br />

Halsbrücke/Schwarze Kiefern"<br />

55<br />

Zweckverband Gewerbe- und Industriegebiet<br />

<strong>Freiberg</strong> Ost an der B 173<br />

Abwasserzweckverband "Muldental"<br />

(<strong>Freiberg</strong>er Mulde)<br />

184 7<br />

Zweckverband "Gasversorgung in<br />

Südsachsen"<br />

20<br />

Gesamt 239 7 0 20 0<br />

159


V. Bericht über die Zweckverbände<br />

Per 31.12.<strong>2008</strong> war die Stadt <strong>Freiberg</strong> Mitglied in fünf Zweckverbänden.<br />

Teil C - Zweckverbände<br />

Im Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong> ist die Stadt <strong>Freiberg</strong> nur im Betriebszweig Wasserversorgung<br />

Mitglied. Seit 1999 wird die Wasserversorgung durch den Verband auf der Grundlage<br />

von privatrechtlichen Versorgungsbedingungen durchgeführt.<br />

Das Jahr <strong>2008</strong> weist im Wasserbereich einen Jahresgewinn in Höhe von 176,6 T€ aus. Gegenüber<br />

dem Planansatz von -8,9 T€ kam es zu einer Verbesserung um 185,5 T€. Die Einnahmen,<br />

die maßgeblich durch den Verkauf von Wasser bestimmt werden, entsprachen weitestgehend<br />

den Planvorgaben. Hingegen lag der Betriebsaufwand ca. 100 T€ unter dem<br />

Plan. Dies ist auf niedrigere Personalaufwendung aufgrund der Nichtbesetzung von Planstellen<br />

sowie auf niedrigere sonstige betrieblich Aufwendungen zurückzuführen.<br />

Im Wirtschaftsjahr wurden insgesamt Investitionen von 2.672 € getätigt. Davon entfielen auf<br />

den Betriebszweig Wasserversorgung 2.033 €. Staatliche Zuschüsse flossen im Wasserbereich<br />

in Höhe von 642 €. Zur Finanzierung standen außerdem empfangene Ertragszuschüsse<br />

von insgesamt 248 € zur Verfügung. Schwerpunkt der Investitionstätigkeit im Bereich<br />

Wasser war der Aufbau der Trinkwasserversorgung in Reichenau sowie die Fertigstellung<br />

des Vorhabens „Erstmalige Errichtung der Ortsnetze in Rechenberg-Bienemühle (Ortsteile<br />

Clausnitz und Holzhau), Dorfchemnitz und Neuhausen (Ortsteil Cämmerswalde) zur öffentlichen<br />

Wasserversorgung einschließlich der zugehörigen Bauwerke und Zuleitungen (Ablösung<br />

Hausbrunnen)“ in Holzhau.<br />

Die Zahlungsfähigkeit des Verbandes war zu jeder Zeit gewährleistet. Kassenkredite wurden<br />

nicht in Anspruch genommen. Der WZF beschäftigte zum 31.12.<strong>2008</strong> insgesamt 106 Arbeiter<br />

und Angestellte (103,37 VZÄ) sowie 5 Auszubildende. Davon entfallen auf den Bereich<br />

Trinkwasser 77,47 VZÄ sowie die 5 Azubis.<br />

Die Risiken der künftigen Entwicklung liegen im Bereich Wasser vor allem in der noch ausstehenden<br />

Entscheidung der Finanzbehörden bezüglich der steuerlichen Anerkennung der<br />

Preisüberdeckung. Ein schwerwiegendes Problem wird zudem in der abnehmenden Förderung<br />

von Investitionen gesehen. Chancen für eine positive Entwicklung sieht der Verband in<br />

der Bereitstellung von Betriebswasser an Industriekunden.<br />

Im Gewerbezweckverband „<strong>Freiberg</strong>-Halsbrücke/Schwarze Kiefern“ waren zum Jahresende<br />

<strong>2008</strong> 19 Unternehmen ansässig. Die derzeitig noch zur Verfügung stehende Freifläche<br />

für gewerbliche Ansiedlungen beträgt insgesamt ca. 8.500 m². Die maximal größte noch zu<br />

vermarktende Freifläche beträgt ca. 3.700 m². Die Vermarktung des Sondergebietes für ein<br />

geplantes Kongresshotel mit einer Gesamtgröße des Grundstücks von ca. 16.500 m² und<br />

einer davon bebaubaren Fläche von nur 2.800 m² sowie einer dreigeschossigen Bebauungsmöglichkeit<br />

bleibt aufgrund des komplizierten Flächenzuschnittes und mangelnder<br />

Nachfrage weiterhin schwierig.<br />

Als Baumaßnahme erfolgte im Jahr <strong>2008</strong> die Umverlegung der Zufahrt zum Regenwasserrückhaltebecken.<br />

Die Grünflächenpflege und der Wintersdienst wurden neu vergeben. Der<br />

vom 30.03.2005 bis zum 30.09.<strong>2008</strong> noch laufende zweite Kredit mit einer quartalsweisen<br />

Tilgung in Höhe von 15.000,00 € wurde am 30.09.<strong>2008</strong> abgezahlt. Die Gesamtverschuldung<br />

betrug am 31.12.<strong>2008</strong> insgesamt 196.390,52 €.<br />

Aufgrund der im Gewerbepark ansässigen Unternehmen wurden in <strong>2008</strong> Gewerbe- und<br />

Grundsteuereinnahmen in Höhe von 614.889,34 € erzielt. Sie wurden gemäß Verbandssatzung<br />

zu je 50 % den beiden Mitgliedsgemeinden zugerechnet. Im Vergleich dazu betrug die<br />

Gesamtumlage der Mitgliedsgemeinden für den Verwaltungshaushalt im Jahr <strong>2008</strong> laut<br />

160


Teil C - Zweckverbände<br />

Haushaltssatzung insgesamt 109.880,00 €. Damit liegt die Gesamteinnahme für die Grund-<br />

und Gewerbesteuer bedeutend höher als die durch die Mitgliedsgemeinden an den Gewerbezweckverband<br />

zu zahlende Verwaltungskostenumlage. Der Zweckverband erstellt keinen<br />

<strong>Beteiligungsbericht</strong>.<br />

Die Arbeit des Zweckverbandes Gewerbe- und Industriegebiet <strong>Freiberg</strong> Ost an der B<br />

173 war im Berichtsjahr von der weiteren Erschließung des Gewerbegebietes gekennzeichnet.<br />

Nachdem am 27.08.2007 der 1. Spatenstich zur weiteren Erschließung des Gewerbegebietes<br />

<strong>Freiberg</strong> Ost erfolgt war, wurde die Geländeregulierung zum Baufeld 4 im Jahr<br />

2007 abgeschlossen. Der Abschluss der Geländeregulierung zum Baufeld 10 und die Fertigstellung<br />

des Lärmschutzerdwalles erfolgten im 1. Halbjahr <strong>2008</strong>. Anfang Januar <strong>2008</strong> erfolgte<br />

bereits die Submission zur Geländeregulierung der Baufelder 6 und 7. Die Bauarbeiten<br />

begannen Mitte März <strong>2008</strong> nach Vorlage der Baugenehmigung. Weiterhin erfolgte im 2.<br />

Halbjahr <strong>2008</strong> der Straßenbau zur Verlängerung der Lindenstraße zwecks Anbindung des<br />

Grundstücks eines Großinvestors. Die Planungen zur Brauchwasserversorgung und Abwasserentsorgung<br />

wurden zur Genehmigung eingereicht. Am 07.07.<strong>2008</strong> fand der 1. Spatenstich<br />

der Deutschen Solar AG zur Errichtung der neuen Waferfabrik auf dem Baufeld 10 im<br />

Gewerbegebiet statt. Ein weiterer Investor hatte bereits im Frühjahr <strong>2008</strong> im Baufeld 4 mit<br />

den Bauarbeiten begonnen und bezog im 1. Quartal 2009 das neue Produktionsgebäude.<br />

Aus Grund- und Gewerbesteuer wurden von den im Gewerbegebiet ansässigen Unternehmen<br />

Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 197.925 € erzielt. Davon verbleiben laut Verbandssatzung<br />

anteilig 55 % bei der Stadt <strong>Freiberg</strong>, 30 % bei der Gemeinde Bobritzsch und<br />

15 % bei der Gemeinde Hilbersdorf.<br />

Im Rahmen des Jahresabschlusses <strong>2008</strong> betrugen die Einnahmen und Ausgaben des Verwaltungshaushaltes<br />

je 372.647,77 € und des Vermögenshaushaltes je 3.161.053,37 €. Der<br />

Gesamthaushalt betrug somit 3.533.701,14 €. Die allgemeine Zuführung vom Verwaltungshaushalt<br />

an den Vermögenshaushalt betrug 94.657,12 €. Gleichzeitig erfolgte im Rahmen<br />

des Haushaltsausgleiches eine Zuführung an die allgemeine Rücklage in Höhe von<br />

453.620,17 €. Der Mindestrücklagenstand zum Ende des Haushaltsjahres war gewährleistet.<br />

Die Summe der durch die Mitgliedsgemeinden zu zahlenden Verwaltungskostenumlage betrug<br />

insgesamt 335.000,00 €. Für die Umsetzung von Naturschutzausgleichsmaßnahmen<br />

wurde eine Vermögensumlage in Höhe von 12.527,76 € erhoben. Die Gesamtkredittilgung<br />

betrug entsprechend dem Schuldenabbaukonzept im Haushaltsjahr <strong>2008</strong> 195.000,00 €. Der<br />

Schuldenstand zum Ende des Haushaltsjahres betrug somit 3.540.925,00 €. Die Zinsausgaben<br />

für die laufenden Kredite betrugen insgesamt 148.039,84 €. Eine Kassenkreditinanspruchnahme<br />

war nicht erforderlich.<br />

Der Zweckverband erstellt keinen <strong>Beteiligungsbericht</strong>.<br />

Die Jahresrechnung des Zweckverbandes "Gasversorgung in Südsachsen" schließt das<br />

Haushaltsjahr 2007 mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von insgesamt 8.345,5 T€ (Vj.<br />

8.376,2 T€) ab. Mit 8.165 T€ entfallen rund 98% der Einnahmen und Ausgaben auf den Verwaltungshaushalt.<br />

Die Einnahmen des Verwaltungshaushaltes werden durch die Ausschüttung der Dividende<br />

der Erdgas Südsachsen GmbH und aus Zinseinnahmen erzielt. Die Dividende des Zweckverbandes<br />

betrug <strong>2008</strong> 10.200 T€ und somit 2.040 T€ mehr als im Vorjahr. Davon wurden<br />

11.031,8 T€ an die Mitgliedsstädte und -gemeinden ausgezahlt. Die Zinseinnahmen aus<br />

Festgeldanlagen betrugen 74,7 T€.<br />

Die Zuführung an den Vermögenshaushalt belief sich im Haushaltsjahr auf 45,6 T€ und wurde<br />

in die allgemeine Rücklage eingestellt. Zum 31.12.<strong>2008</strong> war die gesetzliche Mindestrück-<br />

161


Teil C - Zweckverbände<br />

lage vorhanden. Der Zweckverband war auch im Berichtszeitraum schuldenfrei. Nach wie<br />

vor wird kein eigenes Personal beschäftigt.<br />

Aufgrund der geringen Beteiligungsquote der Stadt <strong>Freiberg</strong> am Zweckverband wird auf die<br />

Abbildung des <strong>Beteiligungsbericht</strong>es verzichtet. Er kann beim städtischen Beteiligungsmanagement<br />

eingesehen werden.<br />

Da vom Abwasserzweckverband „Muldental“ noch keine Jahresrechnung <strong>2008</strong> vorliegt,<br />

werden hierzu keine Ausführungen gemacht.<br />

162


Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />

<strong>Beteiligungsbericht</strong> <strong>2008</strong><br />

Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />

<strong>Freiberg</strong>, Juli 2009


Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />

Inhaltsverzeichnis<br />

Seite<br />

1. Allgemeine Angaben zum Zweckverband 3<br />

2. Organe des Unternehmens und deren 4<br />

Zusammensetzung / Geschäftsleitung<br />

3. Stimmenverteilung in den Mitgliedsgemeinden 5<br />

sowie Schuldenstand des WZF<br />

4. Betriebswirtschaftliche Kennziffern des WZF 6<br />

5. Lagebericht WZF 8<br />

6. Beteiligungen und Mitgliedschaften des WZF 28<br />

Seite 2


Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />

1. Allgemeine Angaben zum Zweckverband<br />

Rechtsform<br />

Körperschaft des öffentlichen Rechts seit 19.02.1993<br />

Rechtliche Grundlagen<br />

Verbandssatzung des WZF vom 7. November 2001, die am 30. November 2001 in Kraft trat. Die<br />

Verbandssatzung wurde zuletzt am 27. November 2006 in Form eines Neuerlasses (5. Satzung zur<br />

Änderung) geändert. Die Änderungen traten am 1. Januar 2007 in Kraft.<br />

Unternehmensgegenstand<br />

Für die Sicherung einer ordnungsgemäßen Versorgung der Verbraucher mit Trinkwasser im Verbandsgebiet<br />

sowie der Abwasserentsorgung hat der Verband die Ver- und Entsorgungsanlagen einschließlich der<br />

Anlagen zur Gewinnung, Aufbereitung, Verteilung und der Ortsnetze zu planen, zu errichten, zu betreiben,<br />

zu unterhalten, zu erneuern und zu erweitern. Die Bereitstellung von Betriebswasser erfolgt durch<br />

abgeschlossene Verträge. Die Lieferung von Trinkwasser an Abnehmer außerhalb des Versorgungsgebietes<br />

und an Nichtmitglieder ist möglich.<br />

Unternehmenszweck<br />

Versorgung der angeschlossenen Grundstücke im Verbandsgebiet mit TVO-gerechtem Trinkwasser, sowie<br />

die fachgerechte Abwasserentsorgung.<br />

Der Verband verfolgt keine Gewinnerzielungsabsicht.<br />

Der Verband kann im Rahmen seiner Aufgabenstellung mit der technischen und kaufmännischen<br />

Betriebsführung beauftragt werden.<br />

Stamm- und Grundkapital kein<br />

Prozentualer Anteil der Gemeinde am Verband kein<br />

Summe der Gewinnabführung an den Gemeindehaushalt keine<br />

Summe der Verlustabdeckungen und Zuschüsse aus dem Gemeindehaushalt keine<br />

Summe der Vergünstigungen keine<br />

Summe aller von der Gemeinde übernommenen<br />

Bürgschaften und sonstige Gewährleistungen keine<br />

Anzahl der Mitarbeiter (31.12.<strong>2008</strong>) 111<br />

Seite 3


Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />

2. Organe des Unternehmens und deren Zusammensetzung / Geschäftsleitung<br />

2.1. Verbandsversammlung: Die Verbandsversammlung besteht aus den<br />

gesetzlichen Vertretern der Städte und Gemeinden<br />

des Verbandsgebietes.<br />

2.2. Verbandsvorsitzender:<br />

Verbandsvorsitzende Frau Dr. Uta Rensch<br />

Oberbürgermeisterin <strong>Freiberg</strong> (bis 31.07.<strong>2008</strong>)<br />

amt. Verbandsvorsitzender Herr Dr. Martin Antonow<br />

Oberbürgermeister BED (ab 01.08.<strong>2008</strong><br />

bis 29.09.<strong>2008</strong>)<br />

Verbandsvorsitzender Herr Bernd-Erwin Schramm<br />

Oberbürgermeister <strong>Freiberg</strong> (ab 29.09.<strong>2008</strong>)<br />

1. Stellvertreter des Verbandsvorsitzenden: Herr Bernd Hubricht<br />

Bürgermeister Reinsberg (bis 31.07.<strong>2008</strong><br />

ab 29.09.<strong>2008</strong>)<br />

2. Stellvertreter des Verbandsvorsitzenden: Herr Dr. Martin Antonow<br />

Oberbürgermeister Brand-Erbisdorf (bis 31.07.<strong>2008</strong><br />

ab 29.09.<strong>2008</strong>)<br />

2.3. Verwaltungsratsmitglieder:<br />

Frau Dr. Uta Rensch <strong>Freiberg</strong> Oberbürgermeisterin (bis 31.07.<strong>2008</strong>)<br />

Herr Bernd-Erwin Schramm <strong>Freiberg</strong> Oberbürgermeister (ab 29.09.<strong>2008</strong>)<br />

Herr Bernd Hubricht Reinsberg Bürgermeister (bis 31.07.<strong>2008</strong><br />

ab 29.09.<strong>2008</strong>)<br />

Herr Dr. Martin Antonow Brand-Erbisdorf Oberbürgermeister<br />

Herr Peter Hünig Weißenborn Bürgermeister (bis 30.06.<strong>2008</strong>)<br />

Herr Udo Eckert Weißenborn Bürgermeister (ab 29.09.<strong>2008</strong>)<br />

Herr Werner Schubert Großhartmannsdorf Bürgermeister (bis 31.07.<strong>2008</strong><br />

ab 29.09.<strong>2008</strong>)<br />

Herr Helmut Zönnchen Oberschöna Bürgermeister (bis 31.07.<strong>2008</strong><br />

ab 29.09.<strong>2008</strong>)<br />

Herr Reiner Stiehl Mulda Bürgermeister<br />

Herr Uwe Anke Nossen Bürgermeister<br />

2.4. Geschäftsleitung:<br />

Herr Dipl.-Ing. Christian Neubert - Geschäftsleiter<br />

Frau Dipl.-Ing. Silvia Braune - Leiterin Produktion und Technik<br />

Frau Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Ines Mühlbauer - Leiterin Kaufmännischer Bereich<br />

Seite 4


Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />

3. Stimmenverteilung in den Mitgliedsgemeinden des WZF <strong>2008</strong> sowie Schuldenstand des WZF<br />

Verbindlichkeiten des Wasserzweckverbandes <strong>Freiberg</strong> (einschl. Anteil Zweckverband Fernwasser) zum 31.12.<strong>2008</strong><br />

31.12.<strong>2008</strong><br />

Verbindlichkeiten Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong>, Bereich Trinkwasser: 49.901.353,30<br />

Anteil Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong> an den Verbindlichkeiten des Zweckverbandes Fernwasser: 3.897.000,00<br />

Gesamtverbindlichkeiten Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong>, Bereich Trinkwasser: Summe TW 53.798.353,30<br />

Verbindlichkeiten Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong>, Bereich Abwasser, Entsorgungsgebiet A: 10.015.645,63<br />

Verbindlichkeiten Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong>, Bereich Abwasser, Entsorgungsgebiet B: 4.682.381,20<br />

Summe AW 14.698.026,83<br />

Gesamt 68.496.380,13<br />

Stimmen<br />

anzahl TW<br />

30.06.08<br />

Anteil Gesamtverbind-<br />

lichkeiten<br />

Bereich Trinkwasser<br />

Stimmen<br />

anzahl AW EGA<br />

30.06.08<br />

Anteil Verbindlichkeiten WZF<br />

Bereich Abwasser<br />

Entsorgungsgebiet A<br />

Stimmen<br />

anzahl AW<br />

EGB<br />

30.06.08<br />

Anteil Verbindlichkeiten WZF<br />

Bereich Abwasser<br />

Entsorgungsgebiet B<br />

Summe<br />

Verbindlichkeiten<br />

pro Verbandsmitglied<br />

in % in EURO in % in EURO in % in EURO in EURO<br />

Altenberg AW<br />

(nur der Stadtteil Rehefeld-Zaunhaus)<br />

0 0,00000000 0,00 0 0,00000000 0,00 1 4,6511628 217.785,17 217.785,17<br />

Bobritzsch TW 10 4,44444444 2.391.037,92 0 0,00000000 0,00 0 0,0000000 0,00 2.391.037,92<br />

Brand-Erbisdorf TW 23 10,22222222 5.499.387,23 0 0,00000000 0,00 0 0,0000000 0,00 5.499.387,23<br />

Dorfchemnitz TW + AW 4 1,77777778 956.415,17 4 11,26760563 1.128.523,45 0 0,0000000 0,00 2.084.938,62<br />

Frauenstein TW + AW<br />

(AW ohne Stadtteil Burkersdorf)<br />

7 3,11111111 1.673.726,55 2,5 7,04225352 705.327,16 2,5 11,6279070 544.462,93 2.923.516,64<br />

<strong>Freiberg</strong> TW 86 38,22222222 20.562.926,16 0 0,00000000 0,00 0 0,0000000 0,00 20.562.926,16<br />

Oederan (ST Gahlenz) TW 2 0,88888889 478.207,58 0 0,00000000 0,00 0 0,0000000 0,00 478.207,58<br />

Großhartmannsdorf TW + AW<br />

(ohne Gemeindeteile Ober-, Mittel- und Niedersaida)<br />

4 1,77777778 956.415,17 4 11,26760563 1.128.523,45 0 0,0000000 0,00 2.084.938,62<br />

Großschirma TW 13 5,77777778 3.108.349,30 0 0,00000000 0,00 0 0,0000000 0,00 3.108.349,30<br />

Halsbrücke TW+AW 12 5,33333333 2.869.245,51 0 0,00000000 0,00 5 23,2558140 1.088.925,86 3.958.171,37<br />

Hartmannsdorf-Reichenau AW/TW 3 1,33333333 717.311,38 0 0,00000000 0,00 3 13,9534884 653.355,52 1.370.666,90<br />

Hermsdorf/E. AW 0 0,00000000 0,00 0 0,00000000 0,00 2 9,3023256 435.570,35 435.570,35<br />

Hilbersdorf TW 3 1,33333333 717.311,38 0 0,00000000 0,00 0 0,0000000 0,00 717.311,38<br />

Lichtenberg TW + AW 6 2,66666667 1.434.622,75 6 16,90140845 1.692.785,18 0 0,0000000 0,00 3.127.407,93<br />

Mulda TW + AW 6 2,66666667 1.434.622,75 6 16,90140845 1.692.785,18 0 0,0000000 0,00 3.127.407,93<br />

Neuhausen TW<br />

(nur Gemeindeteil Cämmerswalde)<br />

3 1,33333333 717.311,38 0 0,00000000 0,00 0 0,0000000 0,00 717.311,38<br />

Nossen TW<br />

(ohne Stadtteil Heynitz)<br />

12 5,33333333 2.869.245,51 0 0,00000000 0,00 0 0,0000000 0,00 2.869.245,51<br />

Oberschöna TW 8 3,55555556 1.912.830,34 0 0,00000000 0,00 0 0,0000000 0,00 1.912.830,34<br />

Rechenberg-Bienenmühle<br />

TW + AW<br />

(TW ohne den Gemeindeteil Holzhau)<br />

5 2,22222222 1.195.518,96 5 14,08450704 1.410.654,31 0 0,0000000 0,00 2.606.173,27<br />

Reinsberg TW + AW 7 3,11111111 1.673.726,55 0 0,00000000 0,00 7 32,5581395 1.524.496,20 3.198.222,75<br />

Sayda TW + AW<br />

(AW nur der Stadtteil Friedebach)<br />

5 2,22222222 1.195.518,96 2 5,63380282 564.261,73 0 0,0000000 0,00 1.759.780,69<br />

Schmiedeberg AW<br />

(nur der Gemeindeteil Schönfeld)<br />

0 0,00000000 0,00 0 0,00000000 0,00 1 4,6511628 217.785,17 217.785,17<br />

Weißenborn TW + AW 6 2,66666667 1.434.622,75 6 16,90140845 1.692.785,17 0 0,0000000 0,00 3.127.407,92<br />

Summe 225 100,0000000<br />

0<br />

53.798.353,30 35,5 100,0000000 10.015.645,63 21,5 100,000000 4.682.381,20 68.496.380,13<br />

Kreditstand 31.12.<strong>2008</strong> Einwohner 30.06.2007 Mitglieder im WZF Stimmenverteilung <strong>2008</strong><br />

Seite 5


Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />

4. Betriebswirtschaftliche Kennziffern (Angaben in T€)<br />

1. Anlagenintensität<br />

2006 95,0 %<br />

2007 95,6 %<br />

<strong>2008</strong> 95,5 %<br />

2. Eigenkapitalquote<br />

2006 64,7 %<br />

2007 64,4 %<br />

<strong>2008</strong> 64,5 %<br />

3. Anlagendeckungsgrad<br />

2006 101,2 %<br />

2007 102,9 %<br />

<strong>2008</strong> 103,5 %<br />

4. Verschuldungskoeffizient<br />

2006 364,3 %<br />

2007 377,9 %<br />

<strong>2008</strong> 366,0 %<br />

5. Umsatzrentabilität I<br />

2006 1,4 %<br />

2007 - 7,2 %<br />

<strong>2008</strong> - 0,4 %<br />

6. Umsatzrentabilität II<br />

2006 24,1 %<br />

2007 17,6 %<br />

<strong>2008</strong> 13,2 %<br />

Seite 6


Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />

Liquidität<br />

Liquidität I<br />

Liquidität II<br />

Liquidität III<br />

2006 302 T€<br />

2007 2.835 T€<br />

<strong>2008</strong> 3.029 T€<br />

2006 3.693 T€<br />

2007 5.559 T€<br />

<strong>2008</strong> 6.224 T€<br />

2006 3.798 T€<br />

2007 5.663 T€<br />

<strong>2008</strong> 6.325 T€<br />

Liquiditätsgrad I (Barliquidität)<br />

2006 105,4 %<br />

2007 191,6 %<br />

<strong>2008</strong> 228,2 %<br />

Liquiditätsgrad II (Liquidität auf kurze Sicht)<br />

2006 166,1 %<br />

2007 279,7 %<br />

<strong>2008</strong> 363,4 %<br />

Liquiditätsgrad III (Liquidität auf mittlere Sicht)<br />

2006 168,0 %<br />

2007 283,0 %<br />

<strong>2008</strong> 367,7 %<br />

Seite 7


Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />

5. Lagebericht WZF<br />

5.1. Kernaussagen des Branchenbildes der deutschen Wasserwirtschaft <strong>2008</strong><br />

Die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung sind in Deutschland Kernaufgaben der öffentlichen<br />

Daseinsvorsorge in der Zuständigkeit der Gemeinden. Diese treffen die strategischen Entscheidungen über<br />

Organisationsformen, Beteiligungen und Kooperationen.<br />

Deutschland besitzt eine pluralistische Ver- und Entsorgungsstruktur. Öffentliche und private Unternehmen<br />

sind kein Gegensatz, sie ergänzen sich.<br />

Deutschland besitzt eine komfortable Ressourcensituation. Der langfristige und flächendeckende Schutz der<br />

Gewässer ist eine staatliche Aufgabe, zu dem die Unternehmen einen erheblichen Beitrag leisten.<br />

Der Wassergebrauch ist signifikant gesunken. Er stabilisiert sich auf niedrigem Niveau. Der Verbraucher<br />

geht sorgsam mit dem Trinkwasser um. Aus betrieblicher Sicht sind kaum noch Spielräume nach unten<br />

möglich, da für den Spitzenbedarf entsprechende Kapazitäten zur Verfügung gestellt werden müssen. Eine<br />

politisch geförderte weitere Reduzierung des Wassergebrauchs ist nicht sinnvoll.<br />

Die Auswirkungen des Klimawandels und des demografischen Wandels sind in Deutschland regional sehr<br />

unterschiedlich. Als regional aufgestellte, kommunal verankerte Branche kann die deutsche<br />

Wasserwirtschaft hierauf in ihrer derzeitigen Struktur gut reagieren.<br />

Die Ver- und Entsorgungsstruktur spiegelt die Siedlungssituation wider. Rund 100 Unternehmen liefern die<br />

Hälfte des Trinkwassers in Deutschland.<br />

Preise, Qualität, Umweltauflagen und Wasserentnahmerechte unterliegen strenger staatlicher Kontrolle.<br />

Alle Kosten (Gewinnung, Aufbereitung, Verteilung, Sammlung, Behandlung) sind aufgrund gesetzlicher<br />

Vorgaben durch die Wasser- und Abwasserentgelte gedeckt.<br />

Für die Kunden der deutschen Wasserwirtschaft haben Versorgungssicherheit und Qualität die größte<br />

Bedeutung.<br />

Längere Versorgungsunterbrechungen sind in Deutschland unbekannt. Grund dafür sind hohe technische<br />

Standards bei Aufbereitung und Verteilung sowie der im europäischen Vergleich sehr gute Zustand der<br />

Netze; so haben die deutschen Wasserversorgungsunternehmen mit Abstand die geringsten<br />

Wasserverluste.<br />

Trinkwasser steht den Bürgern stets in hervorragender Qualität und in ausreichender Menge zur Verfügung.<br />

Die gesetzlichen Vorgaben zur Trinkwasserqualität werden flächendeckend eingehalten.<br />

Abwasser wird in Deutschland im Gegensatz zu vielen EU-Staaten fast flächendeckend mit dem höchsten<br />

EU-Reinigungsstandard behandelt.<br />

Mit Gesamtinvestitionen von über 100 Mrd. EUR seit 1990 ist die deutsche Wasserwirtschaft einer der<br />

größten Auftraggeber für die Privatwirtschaft, da Leistungen für Planung, Bau und Betrieb größtenteils an<br />

Fremdfirmen vergeben werden.<br />

Die Trinkwasserpreise und Abwassergebühren sind seit vielen Jahren stabil. Die Steigerungsraten liegen<br />

aktuell unter dem Inflationsindex. Berücksichtigt man den jeweiligen Wassergebrauch und die<br />

Leistungsstandards, so gibt der deutsche Bürger weniger für sein jährliches Trinkwasser aus als z. B. der<br />

französische oder englische Kunde.<br />

Leistungsmerkmale der deutschen Wasserwirtschaft sind langfristige Sicherheit der Ver- und Entsorgung,<br />

hohe Trinkwasserqualität, hohe Abwasserbeseitigungsstandards, hohe Kundenzufriedenheit, nachhaltiger<br />

Umgang mit den Wasserressourcen sowie wirtschaftliche Effizienz.<br />

Die deutsche Wasserwirtschaft befindet sich in einem ständigen Modernisierungsprozess. Es gilt, die hohen<br />

Standards zu erhalten und weiterzuentwickeln und dabei die Preise stabil zu halten.<br />

Freiwilliges Benchmarking wird in hohem Maße branchenweit angewendet. Die Zahl der Projekte und der<br />

teilnehmenden Unternehmen nimmt zu.<br />

Seite 8


Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />

5.2. Rechtliche Grundlagen <strong>2008</strong> und Ausblick auf das Jahr 2009<br />

Rechtliche Grundlagen der Wasserversorgung<br />

Die Wasserversorgung wurde durch den Verband im Jahr <strong>2008</strong> auf der Grundlage von privatrechtlichen<br />

Versorgungsbedingungen durchgeführt. Die rechtlichen Beziehungen zu den Kunden bestimmten sich<br />

diesbezüglich nach der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser<br />

(AVBWasserV) vom 20. Juni 1980, ergänzenden Bestimmungen des WZF vom 22.11.1999 zur<br />

AVBWasserV einschließlich der hierzu ergangenen 1. und 2. Änderung vom 24.11.2003 bzw. 26.11.2007<br />

sowie dem Tarifblatt Wasser des WZF vom 27.11.2006.<br />

Die privatrechtliche Ausgestaltung der öffentlichen Wasserversorgung führte der Verband im Jahr 1999 ein.<br />

Ziel der Rechtsänderung war es, eine Gleichstellung zwischen Kunden und Versorgungsunternehmen ohne<br />

den Beigeschmack des staatlichen Handelns sowie einen kundenfreundlichen und flexiblen<br />

Handlungsrahmen für die Tätigkeiten des Verbandes zu schaffen.<br />

Durch die Anwendung der privatrechtlichen Wasserversorgungsbedingungen im Verbandsgebiet des WZF<br />

konnten klare und für alle Beteiligten überschaubare Grundlagen geschaffen werden, welche seit<br />

Jahrzehnten bundesweite Akzeptanz genießen. Die AVBWasserV vom 20. Juni 1980 ist eine<br />

Rechtsverordnung des Bundes, die seit 1980 nahezu unverändert in Kraft ist und seit dem 03.10.1990 auch<br />

für die neuen Bundesländer mit den im Einigungsvertrag geregelten Modifikationen gilt. Die in den §§ 2 bis<br />

34 AVBWasserV festgelegten Vertragsbestimmungen gelten bundeseinheitlich grundsätzlich zwingend für<br />

jedes Wasserversorgungsverhältnis.<br />

Die Anwendung und Auslegung der einzelnen Bestimmungen der AVBWasserV ist inzwischen durch eine<br />

Vielzahl von Bundesgerichtshof- und Oberlandesgerichtsentscheidungen höchstrichterlich entschieden, so<br />

dass ein hohes Maß an Rechtssicherheit bei der Anwendung der AVBWasserV besteht.<br />

Es wurde sowohl im Berichtsjahr als auch in den vorangegangenen Jahren deutlich, dass die Kunden die<br />

privatrechtliche Ausgestaltung des Versorgungsverhältnisses begrüßen und diesbezüglich den flexiblen<br />

Gestaltungsrahmen mit beidseitigen Vorteilen gern in Anspruch nehmen.<br />

In Bezug auf das Jahr 2009 beschloss die 53. Sitzung der Verbandsversammlung des WZF am 24.11.<strong>2008</strong><br />

die 3. Änderung der Ergänzenden Bestimmungen des WZF zu der AVBWasserV sowie die 2. Änderung des<br />

Tarifblattes Wasser vom 27.11.2006. Beide Rechtsänderungen traten am 01.01.2009 in Kraft. Die<br />

diesbezüglich vorgenommenen Änderungen beziehen sich lediglich auf Präzisierungen hinsichtlich der<br />

Abgrenzung zwischen den öffentlichen und nichtöffentlichen Teil des Hausanschlusses sowie auf<br />

Klarstellungen bezüglich der Kostenerstattungspflichten des Kunden bei Leistungen des WZF an dem<br />

Hausanschluss.<br />

Rechtliche Grundlagen der Abwasserbeseitigung<br />

In dem Bereich Abwasserbeseitigung stellten im Berichtsjahr die Satzung des WZF über die öffentliche<br />

Abwasserbeseitigung und den Anschluss an die öffentlichen Abwasseranlagen (Abwassersatzung) vom<br />

26.11.2007, die Abwasserentsorgungsbedingungen (AEB) des WZF vom 22.11.1999 einschließlich der 1.<br />

Änderung der AEB vom 18.12.2002, der 2. Änderung der AEB vom 24.11.2003, der 3. Änderung der AEB<br />

vom 27.11.2006 und der 4. Änderung der AEB vom 26.11.2007 sowie das Tarifblatt Abwasser vom<br />

15.11.2004 zuzüglich der 1. Änderung des Tarifblattes Abwasser vom 27.11.2006 die örtlichen<br />

Rechtsgrundlagen für die Tätigkeit des Verbandes dar.<br />

Bei den durch den Verband angewandten Abwasserentsorgungsbedingungen handelt es sich um<br />

Allgemeine Geschäftsbedingungen im Sinne des §§ 305 ff. BGB. Sie unterliegen einer individuellen<br />

gerichtlichen Kontrolle im Hinblick auf ihre BGB-Konformität.<br />

Die Abwasserentsorgungsbedingungen des WZF beruhen im Wesentlichen auf einem von der<br />

Hauptgeschäftsstelle des Bundesverbandes des ehemaligen Bundesverbands der deutschen Gas- und<br />

Wasserwirtschaft (BGW) erarbeiteten Arbeitsmuster für Allgemeine Entsorgungsbedingungen. Dieses<br />

Arbeitsmuster wird wohl die Grundlage für die vom Bundeswirtschaftsministerium bereits seit langem<br />

vorgesehene Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Entsorgung von Abwasser (AEB des WZF)<br />

bilden.<br />

Seite 9


Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />

Da sich die von dem WZF angewandten Abwasserentsorgungsbedingungen weitgehend an dem BGW-<br />

Arbeitsmuster orientieren, kann der Verband bereits frühzeitig den voraussichtlich zukünftig in Kraft<br />

tretenden Regelungsgehalt anwenden und sich zudem an einer bundesweit gesicherten Rechtsprechung<br />

orientieren, was sowohl im Berichtsjahr als auch zukünftig zu einer maßgeblichen Erhöhung der<br />

Rechtssicherheit für die Kunden und den Verband führte bzw. führen wird.<br />

Im Rahmen der 53. Sitzung der Verbandsversammlung des WZF erfolgte am 24.11.<strong>2008</strong> die<br />

Beschlussfassung über die 5. Änderung der AEB des WZF in Form eines Neuerlasses der AEB, welche am<br />

01.01.2009 in Kraft getreten ist. Die 5. Änderung der AEB des WZF beinhaltet im Wesentlichen<br />

Anpassungen, die infolge des Inkrafttretens der Kleinkläranlagenverordnung erforderlich sind, Regelungen<br />

zu der Umstellung des Bemessungsmaßstabes für die Erhebung des Niederschlagswasserentgeltes im<br />

Entsorgungsgebiet A, Präzisierungen zu bestehenden Regelungen der AEB sowie die Aufnahme einer<br />

Bestimmung, die den WZF berechtigt, insbesondere bei der Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen die<br />

Abwasserentsorgung einzustellen.<br />

Darüber hinaus beschloss die 53. Sitzung der Verbandsversammlung am 24.11.<strong>2008</strong> auch die Neufassung<br />

des Tarifblattes Abwasser. Diese Neufassung trat ebenfalls am 01.01.2009 in Kraft und beinhaltet<br />

hinsichtlich der dezentralen Abwasserbeseitigung Änderungen der Tariftatbestände/Tarife und setzt zudem<br />

die Veränderung des Bemessungsmaßstabes hinsichtlich des Entgeltes für die Niederschlagswasserentsorgung<br />

in dem Entsorgungsgebiet A um.<br />

5.3. Geschäftsverlauf, Lage - Erfolgsübersicht sowie Zukunftsprognosen<br />

Das Wirtschaftsjahr <strong>2008</strong> schließt mit folgendem Ergebnis ab:<br />

EUR<br />

Betriebszweig Wasserversorgung 176.596,88<br />

Betriebszweig Abwasserbeseitigung<br />

Abwasserbeseitigung (hoheitlich) -233.985,16<br />

Dienstleistungen Abwasser 807,80<br />

-56.580,48<br />

Zur Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wird auch auf den Jahresabschluss, den Anhang,<br />

auf Erläuterungen im Lagebericht sowie auf die nachfolgende Erfolgsübersicht verwiesen.<br />

Seite 10


Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />

Erfolgsübersicht nach Bereichen<br />

Aufwendungen nach Bereichen/<br />

nach Aufwandsarten<br />

Betrag<br />

insgesamt<br />

Versorgungsbereiche<br />

Wasser- Abwasserversorgung<br />

entsorgung<br />

TEUR TEUR TEUR<br />

2 3 4<br />

1. Materialaufwand<br />

a) Bezug von Fremden 4.599,7 3.774,6 825,1<br />

b) Bezug von Betriebszweigen 4,8 4,8<br />

2. Löhne und Gehälter 3.879,3 2.987,7 891,6<br />

3. Soziale Abgaben 730,3 561,6 168,7<br />

4. Aufwendungen für Altersversorgung 139,1 110,8 28,3<br />

5. Abschreibungen 4.971,3 2.884,2 2.087,1<br />

6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 3.171,8 2.486,0 685,8<br />

7. Steuern<br />

8. Sonstige Aufwendungen<br />

22,6 18,6 4,0<br />

von Fremden 1.175,1 755,0 420,1<br />

von Betriebszweigen 25,5<br />

11. Aufwendungen 1. bis 8. 18.627,6 13.604,0 5.023,6<br />

12. Betriebserträge<br />

a) nach GuV-Rechnung 18.413,6 13.634,4 4.779,2<br />

b) aus Lieferungen anderer Betriebszweige 30,3 4,8 25,5<br />

13. Betriebserträge insgesamt 18.443,9 13.639,2 4.804,7<br />

14. Betriebsergebnis<br />

(+ = Überschuss; - = Fehlbetrag) -183,7 35,2 -218,9<br />

15. Finanzerträge 234,3 156,7 77,6<br />

16. Steuern vom Einkommen und Ertrag 15,3 15,3<br />

17. Unternehmensergebnis<br />

(- = Jahresverlust; + = Jahresgewinn) -56,6 176,6 -233,2<br />

Seite 11


Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />

5.3. a. Erläuterungen Bereich Wasserversorgung<br />

Die folgende Übersicht zeigt den Plan/Ist Vergleich <strong>2008</strong> Wasser<br />

Plan Ist Differenz<br />

TEUR TEUR TEUR<br />

1. Umsatzerlöse<br />

1.1. UE aus Hauptleistungen 10.891,1 11.653,5 762,4<br />

1.2. UE aus Nebenleistungen 750,0 697,2 -52,8<br />

Summe 11.641,1 12.350,7 709,6<br />

2. Veränderung Bestand unfertige<br />

Erzeugnisse 0,0 -1,1 -1,1<br />

3. Andere aktivierte Eigenleistungen 150,0 163,4 13,4<br />

4. Sonstige betriebliche Erträge 1.858,0 1.103,4 -754,6<br />

davon SOPO 1.029,0 1.004,7 -24,3<br />

Summe Einnahmen 13.649,1 13.616,4 -32,7<br />

5. Materialaufwand<br />

5.1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2.620,0 2.355,7 264,3<br />

5.2. Bezogene Leistungen 850,0 1.419,0 -569,0<br />

Summe 3.470,0 3.774,7 -304,7<br />

6. Personalaufwand<br />

6.1. Löhne/Gehälter 3.050,0 2.987,7 62,3<br />

6.2. Soziale Abgaben und Altersversorgung 750,0 672,4 77,6<br />

Summe 3.800,0 3.660,1 139,9<br />

7. Abschreibungen 2.892,0 2.884,2 7,8<br />

8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.035,0 780,5 254,5<br />

Summe Betriebsaufwand 11.197,0 11.099,5 97,5<br />

9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 50,0 156,7 106,7<br />

10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.486,0 2.486,0 0,0<br />

Zinsergebnis 2.436,0 2.329,3 106,7<br />

Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäfts-<br />

tätigkeit (vor Erträge aus Beteiligungen) 16,1 187,6 171,5<br />

11. Erträge aus Beteiligungen 0,0 22,9 22,9<br />

12. Steuern vom Einkommen u. Ertrag 0,0 15,3 -15,3<br />

13. Sonstige Steuern 25,0 18,6 6,4<br />

Jahresergebnis -8,9 176,6 185,5<br />

Seite 12


Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />

Das Jahr <strong>2008</strong> weist im Wasserbereich einen Jahresgewinn in Höhe von TEUR 176,6 aus. Gegenüber dem<br />

Planansatz von TEUR -8,9 kam es zu einer Verbesserung um TEUR 185,5.<br />

Im Folgenden werden die wesentlichen Abweichungen des Ist <strong>2008</strong> zum Plan <strong>2008</strong> erläutert.<br />

Umsatzerlöse<br />

Hauptleistungen<br />

Die Umsatzerlöse werden maßgeblich durch den Verkauf von Wasser bestimmt. Die Verkaufszahlen<br />

entsprachen in etwa den Planvorgaben. Die entstandene Abweichung von TEUR 762,4 ist lediglich durch die<br />

Zuordnung der Auflösung eines Fünftels Kostenüberdeckung 2002 bis 2006 in Höhe von TEUR 763,8<br />

geschuldet. Im Plan wird dieser Wert unter den sonstigen Erträgen ausgewiesen. Zum Zeitpunkt der<br />

Bilanzierungsänderung war der Plan <strong>2008</strong> bereits erstellt. Es wurde für <strong>2008</strong> eine Zuführung zur<br />

Kostenüberdeckung in Höhe von TEUR 180 bilanziert.<br />

Nebenleistungen<br />

Es wurden ca. TEUR 200 mehr Umsatzerlöse aus bauwirtschaftlichen Leistungen erzielt. Die Fertigstellung<br />

der Hausanschlüsse in Hartmannsdorf erfolgte nicht planmäßig in 2007, sondern in vielen Fällen erst Anfang<br />

<strong>2008</strong>.<br />

Die Änderung der Bewertungsmethode in 2007 zur Auflösung der empfangenen Ertragszuschüsse<br />

entsprechend tatsächlicher Abschreibung ist noch nicht Bestandteil des Planes. So wurden ca. TEUR 250<br />

weniger ertragswirksam aufgelöst.<br />

Zu den Abweichungen in der Position Sonstige Erträge vergleiche Erläuterung zu den Umsatzerlösen zum<br />

Sachverhalt Auflösung Kostenüberdeckung.<br />

Materialaufwand<br />

Die Einsparung im Bezug von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen ist zum größten Teil dem strikten Sparkurs<br />

des Zweckverbandes Fernwasser geschuldet. Die bezogenen Leistungen sind aufgrund von durchgeführten<br />

Instandhaltungsmaßnahmen an Gebäuden (z. B. Wasserturm <strong>Freiberg</strong>, Hochbehälter Zethau und Nassau),<br />

sowie außerplanmäßig durchgeführten notwendigen Rückbaumaßnahmen höher als planmäßig ausgefallen.<br />

Personalaufwand<br />

Der Plan enthält u. a. unbesetzte Planstellen. Dadurch und durch nicht in Anspruch genommene mögliche<br />

Altersteilzeitregelungen wurden TEUR 140,0 eingespart.<br />

Sonstige Aufwendungen<br />

Die Unterschreitung der Aufwandsposition hat als Ursache die bisher noch nicht stattgefundene<br />

Verhandlung beim Finanzgericht zur Kostenüberdeckung der Jahre 2002 bis 2006.<br />

Seite 13


Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />

Steuern<br />

Diese Position belastet den Aufwand unplanmäßig mit TEUR 15,3. Das betrifft die Nachzahlungen<br />

Körperschaftssteuer (inkl. Solidaritätszuschlag) für die Jahre 2003 bis 2006.<br />

Der Trinkwasserbereich ist perspektivisch darauf ausgerichtet bis 2011 notwendige z. T. auch wertintensive<br />

Instandhaltungen durchzuführen, da in den Jahren bis 2011 jährlich 1/5 Kostenüberdeckung bis 2006 in<br />

Höhe von TEUR 764 ertragswirksam aufgelöst wird. So kann ab 2012 einer zu erwartenden Preiserhöhung<br />

durch Einsparungen bei Instandhaltungsleistungen gegengesteuert werden.<br />

Aus der Sicht des WZF bestehen die steuerlichen Risiken darin, dass das Sächsische Finanzgericht die<br />

steuerliche Nichtanerkennung der gebildeten Rückstellung für Kostenüberdeckung in den Geschäftsjahren<br />

2003 bis 2006 durch das Finanzamt <strong>Freiberg</strong> für rechtsmäßig erklärt. Die Beträge für o. g. Zeitraum wurden<br />

an das Finanzamt <strong>Freiberg</strong> gezahlt, im Jahresabschluss als Forderung gegenüber dem Finanzamt<br />

ausgewiesen und aus Vorsichtsgründen auf 1 EUR einzelwertberichtigt.<br />

Sollte die in Vorjahren gebildete Kostenüberdeckung durch das Sächsische Finanzgericht für Recht erklärt<br />

werden, sind dem WZF Beträge in Höhe von TEUR 850,8 zzgl. gezahlter Körperschaftssteuer für<br />

Gewinnausschüttung der Südsachsen Wasser GmbH in den Jahren 2003, 2004, 2006 und <strong>2008</strong> in Höhe von<br />

TEUR 18,0 zu erstatten.<br />

Im Jahresabschluss <strong>2008</strong> wurde eine Kostenüberdeckung in Höhe von TEUR 180 bilanziert. Der aus Sicht<br />

des Finanzamtes entstandene steuerliche Verlust in Höhe von TEUR 336,5 zum 31.12.2007 führt trotz des<br />

Jahresgewinnes <strong>2008</strong> zu keiner Steuerpflicht für <strong>2008</strong> und Vorauszahlungspflicht für 2009.<br />

5.3. b. Erläuterungen Bereich Abwasserbeseitigung<br />

Der Plan/Ist-Vergleich Abwasser nach Betriebszweigen <strong>2008</strong> ist in der Anlage zum Lagebericht<br />

dargestellt.<br />

Der Abwasserbereich schließt das Jahr <strong>2008</strong> mit einem negativen Ergebnis in Höhe von TEUR 233 ab. Die<br />

Abweichung zur Planzahl beträgt TEUR -238.<br />

Der Vergleich Plan/Ist für die einzelnen Entsorgungsgebiete sowie den Betrieb gewerblicher Art ist in der<br />

Anlage zum Lagebericht dargestellt.<br />

Hoheitliche Abwasserentsorgung im EG A<br />

Das negative Jahresergebnis in Höhe von TEUR 119 ist genau wie in den beiden Vorjahren begründet in<br />

unterschiedlichen Bilanzierungsansätzen zwischen Plan und Ist. Hierzu bedarf es folgender Erläuterung.<br />

Das geplante positive Ergebnis von TEUR 1 im Wirtschaftsplan <strong>2008</strong> enthält unter anderem in dem Posten<br />

sonstige Erträge, verrechenbare Abwasserabgabe bis 2002, eine Auflösung von 184,8 TEUR. Durch das<br />

Einstellen der gesamten bis 2002 verrechenbaren Abwasserabgabe in eine zweckgebundene Rücklage ist<br />

eine ertragswirksame Auflösung in den Jahren 2006 bis <strong>2008</strong>, wie in der Preiskalkulation für diesen Zeitraum<br />

vorgesehen, nicht möglich. Erst durch den Verlustvortrag in das Folgejahr (2009) wird der Verlust relativiert.<br />

Das Eigenkapital bleibt dabei unverändert.<br />

In <strong>2008</strong> wurde die gesamte Abwasserabgabe, unabhängig ob eine Verrechnung möglich sein wird in der<br />

Zukunft, zurückgestellt und aufwandswirksam. So wurden im EG A 56,8 TEUR eingestellt, die aus heutiger<br />

Sicht verrechenbar sind und nach Erhalt des Verrechnungsbescheides ertragswirksam in den Folgejahren<br />

aufgelöst werden.<br />

Hoheitliche Abwasserentsorgung im EG B<br />

Das Jahresergebnis ist mit TEUR -114 um TEUR 119 schlechter als geplant. Die fremden<br />

Instandhaltungsleistungen wurden zu TEUR 61 mehr als planmäßig in Anspruch genommen. Ursachen<br />

waren wertintensive notwendige Instandhaltungsarbeiten auf den Kläranlagen Hetzdorf, Niederschöna und<br />

Dittmannsdorf.<br />

Seite 14


Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />

In <strong>2008</strong> wurde die gesamte Abwasserabgabe, unabhängig ob eine Verrechnung möglich sein wird in der<br />

Zukunft, zurückgestellt und aufwandswirksam. So wurden im EG B 35,1 TEUR zusätzlich eingestellt, die aus<br />

heutiger Sicht verrechenbar sind und nach Erhalt des Verrechnungsbescheides ertragswirksam in den<br />

Folgejahren aufgelöst werden.<br />

Abwasserbetrieb gewerblicher Art<br />

Der Betrieb gewerblicher Art schließt in <strong>2008</strong> planmäßig mit einem Ergebnis von fast ± „0“ ab.<br />

5.3. c. Wichtige Ereignisse im Wirtschaftsjahr<br />

• Im Jahr <strong>2008</strong> erfolgten in den meisten Städten und Gemeinden des Verbandsgebietes<br />

Bürgermeisterwahlen.<br />

• In der Verbandsversammlung des WZF am 29.09.<strong>2008</strong> wurde diesem Umstand mit Neuwahlen für die<br />

Verbandsgremien Rechnung getragen.<br />

• Am 07.02.<strong>2008</strong> erfolgte mit Beschluss 02/08/01 die rückwirkende Preissenkung für 2007. Die<br />

Abrechnung der jährlich abzurechnenden Kunden erfolgte mit der Jahresrechnung 2007 zum neu<br />

beschlossenen Preis und fand im Jahresabschluss 2007 exakte Berücksichtigung. Für alle Kunden,<br />

welche eine Rechnung unterjährig in 2007 erhalten haben, wurde zum 31.12.2007 eine Verbindlichkeit<br />

eingestellt. Diese ca. 1.300 Rechnungen wurden mit einem enorm hohen Arbeitsaufwand in <strong>2008</strong><br />

korrigiert und mit der Verbindlichkeit gegenüber den Kunden ausgeglichen.<br />

• Im kaufmännischen Bereich fand die erste Stufe des elektronischen Archivs Anwendung. So konnten die<br />

Jahresabrechnungen für <strong>2008</strong> erstmals darüber archiviert werden.<br />

• Am 29.09.<strong>2008</strong> beschloss die Verbandsversammlung mit Beschluss 09/08/12 beginnend mit dem<br />

Jahresabschluss <strong>2008</strong> eine andere Prüfgesellschaft zur Prüfung des Jahresabschlusses zu beauftragen.<br />

• Nach Einholen von sechs Angeboten erhielt die Deloitte & Touche GmbH den Zuschlag für das<br />

wirtschaftlichste Angebot.<br />

• Am 24.11.<strong>2008</strong> beschloss die Verbandsversammlung die Abwasserpreiskalkulation für 2009/2010 (vgl.<br />

Lagebericht Punkt 8).<br />

• Die im Plan enthaltenen Aufwendungen und Erträge für die Weiterberechnung von Kleineinleiterabgabe<br />

für <strong>2008</strong> kamen nicht zum Tragen. Es bestand auch <strong>2008</strong> die Möglichkeit der Verrechnung mit<br />

investiven Abwasseraufwendungen. So erhielten auch <strong>2008</strong> die Kunden im EG A und EG B keine<br />

Abgabenbescheide für Kleineinleitungen.<br />

5.4. Investitionen und Anlagevermögen<br />

Im Wirtschaftsjahr wurden insgesamt Investitionen von TEUR 2.672 getätigt. Davon entfallen auf<br />

den Betriebszweig Wasserversorgung: TEUR 2.033 und auf<br />

den Betriebszweig Abwasserbeseitigung: TEUR 639<br />

Staatliche Zuschüsse flossen im Wasserbereich in Höhe von TEUR 642 und im Abwasserbereich in Höhe<br />

von TEUR 274. Zur Finanzierung standen außerdem empfangene Ertragszuschüsse von insgesamt TEUR<br />

248 zur Verfügung.<br />

Seite 15


Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />

Entwicklung Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte<br />

Grundstücke,<br />

grundstücksgleiche Rechte<br />

Grundstücke,<br />

grundstücksgleiche Rechte<br />

Bereich Bestand<br />

01.01.<strong>2008</strong><br />

EUR<br />

Zugang<br />

EUR<br />

Umgliederung<br />

EUR<br />

Bestand<br />

31.12.<strong>2008</strong><br />

EUR<br />

WasserversorgungAbwasser-<br />

2.593.257,41 7.602,75 125,91 2.600.986,07<br />

beseitigung 934.153,20 688,23 0,00 934.841,43<br />

Gesamtsumme WZF 3.527.410,61 8.290,98 125,91 3.535,827,50<br />

5.4. a. Investitionstätigkeit im Bereich Wasserversorgung<br />

Weiterführung von Maßnahmen aus 2007<br />

Der letzte Bauabschnitt des mit EU-Mitteln geförderten Vorhabens „Erstmalige Errichtung der Ortsnetze in<br />

Rechenberg-Bienemühle (Ortsteile Clausnitz und Holzhau), Dorfchemnitz und Neuhausen (Ortsteil<br />

Cämmerswalde) zur öffentlichen Wasserversorgung einschließlich der zugehörigen Bauwerke und<br />

Zuleitungen (Ablösung Hausbrunnen)“ in Holzhau wurde <strong>2008</strong> fertiggestellt und abgerechnet. Im OT<br />

Holzhau können somit weitere 32 Grundstücke Trinkwasser vom WZF beziehen.<br />

Die zwei im Vorjahr begonnenen Bauabschnitte in Reichenau wurden fertiggestellt. Vor Ausführung der<br />

Straßenbauarbeiten erfolgte noch die Verlegung von 14 Grundstücksanschlüssen.<br />

Nichtausgeführte bzw. nichtabgeschlossene Maßnahmen<br />

Die Maßnahme <strong>Freiberg</strong>, Rohrnetzauswechslung (RNA) Schlossplatz kam wegen der noch offenen<br />

Platzgestaltung durch die Stadtverwaltung <strong>Freiberg</strong> nicht zur Ausführung.<br />

Die Ausschreibung zum Hochbehälter (HB) Krummenhennersdorf musste wegen zu hoher Angebote<br />

aufgehoben werden und wird in Verbindung mit der Rohrverlegung zum Ortsnetz im Vermögensplan 2009<br />

aufgenommen.<br />

Die Maßnahmen Halsbrücke, Rohrnetzauswechslung Brücke S 196 und Brand-Erbisdorf,<br />

Rohrnetzauswechslung Gartenweg sind wegen der Ausführung bzw. Übernahme der Leistungen durch<br />

Dritte entfallen.<br />

Restleistungen verbleiben 2009 lediglich bei der Maßnahme <strong>Freiberg</strong>, Rohrnetzauswechslung Roter Weg,<br />

die infolge der Ausführung mit anderen Versorgungsträgern nicht abgeschlossen werden konnte<br />

(Straßenbau).<br />

Planmaßnahmen<br />

<strong>2008</strong> erfolgte die Ausführung des 4. Bauabschnittes der Wasserversorgungsanlage in Reichenau mit dem<br />

Anschluss von weiteren 12 Grundstücken.<br />

Die Maßnahmen der Rohrnetzauswechslungen beanspruchten weniger Ausgaben, weil die vier o. g.<br />

Maßnahmen nicht zur Ausführung kamen bzw. weil Maßnahmen mit geringeren Kosten die Maßnahmen mit<br />

höheren Kosten ausgleichen konnten.<br />

Auf Grund fehlender Abrechnungen von Auftragnehmern bzw. Restleistungen für Bestandspläne werden<br />

finanzielle Überträge in 2009 vorhanden sein.<br />

Seite 16


Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />

Stand der Anlagen im Bau<br />

31.12.<strong>2008</strong><br />

TEUR<br />

Wasserversorgung<br />

Planungsleistungen für Rohrnetzauswechslungen in <strong>Freiberg</strong> 9<br />

Planungsleistungen an Zuleitung und HB Krummenhennersdorf 40<br />

5.4. b. Investitionstätigkeit im Bereich Abwasserbeseitigung<br />

Die wesentlichsten Maßnahmen des WZF waren <strong>2008</strong> die von der Ländlichen Neuordnung der<br />

Landesdirektion Chemnitz geförderten Maßnahmen Großhartmannsdorf, Komplettierung Ortsnetz, Ortsteil<br />

Zehntel und Dittmannsdorf, Ablösung Kläranlage, Nebensammler Bahnhofstraße.<br />

Stand der Anlagen im Bau<br />

31.12.<strong>2008</strong><br />

TEUR<br />

Abwasserbeseitigung<br />

Entsorgungsgebiet A (Planungs- und Bauleistungen) 14<br />

Entsorgungsgebiet B (Planungs- und Bauleistungen) 103<br />

Fahrgestell für Schlammsaugwagen 69<br />

Im Vermögensplan 2009 sind für das EG A der Umbau der Kläranlage Nassau sowie die Kläranlage „Am<br />

Chemnitzbach“ in Dorfchemnitz vorgesehen. Für das EG B sind die Weiterführung der Arbeiten der<br />

Schmutzwasser-Kanalisation, Ortsteil Schönfeld, sowie die Kanalnetze Frauenstein, <strong>Freiberg</strong>er Straße und<br />

Hirschfeld geplant.<br />

5.4. c. Bestand der Anlagen<br />

Anlagenbestand Trinkwasser<br />

Einheit 2007 <strong>2008</strong><br />

Rohrnetz km 886,8 889,9<br />

Hausanschlüsse km 350,9 352,4<br />

Trinkwasseraufbereitungsanlagen Stück 1 1<br />

Pumpwerke/Hydrophoranlagen Stück 40 42<br />

Tief- und Hochbehälter Stück 51 52<br />

Dem WZF steht mit dem Wasserwerk <strong>Freiberg</strong> ein leistungsfähiges Wasserwerk zur Verfügung, mit dem<br />

täglich 15 Tm³ einwandfreies bestes Trinkwasser nach dem Stand der Technik bzw. 22 Tm³ Trinkwasser<br />

täglich unter Einhaltung der Trinkwasserverordnung (TVO) aufbereitet werden können. In <strong>2008</strong> wurden<br />

täglich ∅ 10,79 Tm³ Trinkwasser aufbereitet.<br />

Unter Abzug der Sicherheitsreserve von 10 % ergibt sich eine Auslastung von 79,9 % (Vj. 79,9 %).<br />

49<br />

186<br />

Seite 17


Wasserzweckverband <strong>Freiberg</strong><br />