Monatsbrief Juli - Freie Waldorfschule Wolfratshausen

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Monatsbrief Juli - Freie Waldorfschule Wolfratshausen

Monatsbrief

59. Ausgabe / Juli 2010


August

Endlich sind für die Kinder und Familien die ersehnten

Sommerferien gekommen und damit die Zeit, für

alle durchzuatmen, Schul- und Freizeittermine endlich

pausieren zu lassen.

Noch immer genießen wir die langen Sommernächte,

auch wenn mit jedem Tag spürbar wird, dass das äußere

Sonnenlicht von Tag zu Tag kürzer wird. Früchte wie

Himbeeren, Blaubeeren oder Holunderbeeren können

gepflückt und zu schmackhaften Marmeladen, Gelees

oder Säften eingekocht werden. Die Felder schmücken

sich mit reifem Korn: die Ernte der Bauern hat begonnen.

Für die Kinder bedeuten die Ferien vor allem eines: fern

von Uhrzeit oder Terminhast ausschließlich für den Augenblick

leben zu dürfen. Dieses Innehalten ist wichtig

für ihre Entwicklung, viel zu selten haben sie in der

hektischen Betriebsamkeit unserer Zeit Gelegenheit

dazu (nicht umsonst wachsen Kinder vor allem während

der großen Sommerferien!). Hüten wir uns also

davor, auch die Ferien mit Aktivitäten voll zu packen.

Vielleicht gelingt es uns Erwachsenen sogar, diese Wochen

ebenfalls zum Innehalten zu nutzen. Und sei es

nur, für den ein oder anderen Moment: beispielsweise

während einem stillen Spaziergang nach Sonnenuntergang,

um den nächtlichen Sternenhimmel auf uns wirken

zu lassen. Wer findet die Venus? Wer den großen

Wagen? Wo ist die Milchstrasse? Wie sieht die Kassiopeia

aus?

Zu empfehlende Lektüre: Erika Dühnfort „Vom größten

Bilderbuch der Welt“ (für Kinder ab 7 Jahren) sowie

Walter Kraul: „Erscheinungen am Sternenhimmel“ (für

Kinder ab 12 Jahren), beides Verlag Freies Geistesleben.

Den Jahreszeitentisch schmückt noch immer ein gelbes

Tuch mit einem Strauss Sommerblumen. Aus einem

blauen Tuch kann ein See mit Steinen oder Muscheln

darauf geformt werden, worauf selbst gebastelte

Schiffchen ihre Segel blähen.

Tatjana Seel

1

Der Sonne Licht durchflutet

des Raumes Weiten,

Der Vögel Singen durchhallet

der Luft Gefilde,

Der Pflanzen Segen entkeimet

dem Erdenwesen,

Und Menschenseelen erheben

in Dankgefühlen

sich zu den Geistern der Welt.

Ansgar Pudenz

Rudolf Steiner


Rückblick

Großer Beifall auf der Monatsfeier am 26. Juni

Samstag, ein heißer Sommertag. Im kühlen Untergeschoss

der Mehrzweckhalle Farchet versammeln sich

über 100 Eltern und Freunde der Schule, um die dritte

und letzte Monatsfeier in diesem Schuljahr zu bestaunen.

Grund zum Staunen gab es genug.

Selbstbewusst und konzentriert bezauberten die Erstklässler

mit drei Flötenliedern das Publikum. Mit dem

englischen Stück „Five little ducks“ zogen sie als nächstes

um einen Hügel in der Mitte.

Die zweite Klasse zeigte, wie Einser- bis Zehnerreihen

im Rechnen zusammenhängen und löste das Problem

mit dem „th“ in Englisch spielerisch leicht. In Eurythmie

erschafften sie einen Zirkus mit Bärentanz, Jongleur,

Clownsfamilie und wildem Löwentier. Mit Begeisterung

ließ sich das Publikum von den scharfen Zähnen des

Löwen erschrecken.

Die dritte Klasse baute passend zur Bauepoche im

Hauptunterricht auch in Eurythmie ein Haus und zog

gleich mit allen möglichen Handwerkern ein. Wie auch

im Eurythmiestück der fünften Klasse zeigte sich, wie

lebendig die Schüler das Fach Eurythmie aufnehmen.

Herzlichen Dank an dieser Stelle auch an die Klavierbeleitung

von Frau Zunke! Die Fünftklässler bewiesen

in der „Fünf-Sterne-Verwandlung“, die eine recht komplizierte

Schrittfolge beinhaltete, Rhythmusgefühl und

Konzentration.

Die vierte Klasse demonstrierte mit den „Dialogs in the

city“ nicht nur ihre Englischkenntnisse sondern auch

schauspielerisches Talent – entsprechend berichtete

die Journalistin vom Isar-Loisach-Boten in der Montagsausgabe.

Die Schüler bekommen durch die Monatsfeiern Sicherheit

und Ausdrucksfähigkeit. Gleichzeitig bieten diese,

unterstützt durch die vielen Beiträge der örtlichen Presse

eine wunderbare Möglichkeit für Außenstehende, die

Waldorfpädagogik kennen zu lernen und zu erleben.

Den Abschluss bildeten die vierte und fünfte Klasse gemeinsam

mit dem irischen Tanz „Fröhlicher Kreis“. Die

vierte Klasse tanzte, das Klassenorchester der fünften

Klasse begleitete sie bravourös und kraftvoll. So gelang

die musikalische Überleitung zum anschließenden Johannifeuer

auf der traumhaften Wiese in Dorfen ...

Vielen Dank allen Beteiligten an der Monatsfeier!

Johannifeuer am 26.Juni

Tine Sprandel

Voller Vorfreude zog eine Autokolonne nach unserer

Monatsfeier den Berg hinauf nach Dorfen.

Auf einer hochgelegenen Wiese mit Blick in die Alpen

erwarteten uns ein reich gedecktes Büffet, einladende

Tische und schöne Spielideen.

Die Kinder hatten viel Freude am Fladen backen, Kränze

binden und Bogenschiessen; es wurden Feuerbälle

gebaut und so mancher probierte sich als Zirkuskünstler.

Wunderschöne Seifenblasen verzauberten die Atmosphäre.

Es wurde viel geratscht, gelacht, gesungen,

getanzt, gegrillt und unsere zwei Musiker bereicherten

die schöne Stimmung.

Später kamen auch die sechste Klasse aus der Schwabinger

Waldorfschule mit ihrem Klassenlehrer Herr

Salzmann angeradelt. Schnell hatten sie sich integriert

und hoffentlich sehr wohl gefühlt.

Ausgelassen, rege und fröhlich haben Kinder und Erwachsene

das Fest bei viel Sonnenschein genossen.

Nur die vielen Mücken haben sicher jedem ein kleines

Andenken mitgegeben.

Endlich wurde das ersehnte Feuer von der 4. Klasse

entzündet. Frau Einhäuser las dazu folgenden Spruch:

„ Dem Feuer ist das Leben verwandt, die Erkenntnis ist

das Licht und die Liebe dessen Wärme. Das Feuer opfert

den Brennstoff, wir opfern die Lebenskraft. Feuer

und Asche gehören zusammen wie Glück und bitterer

Schmerz. Wo wohltätige Wirkungen keimen, bergen

beide die Fülle. Dem Feuer ist das Leben verwandt.

Zündet es an!“

2


Bis weit nach Sonnenuntergang sass so mancher am

wärmenden Feuer und noch muntere Kinder haschten

verborgene Glühwürmchen.

Ein rundum fröhliches und stimmungsvolles Fest!

Vielen Dank an alle Helfer, die beiden Musiker und an

das wunderschöne Feuer!

Von Wolfratshausen in die Welt

Alle Klassen haben sich am Donnerstag, den 08. Juli an

der Aktion des Wolfratshauser Vereins Admacum beteiligt,

der eine „Banderole für den Weltfrieden“ rund

um die Erdkugel schicken will. 40 000 Kilometer soll

das Banner lang werden, 150 Millionen Unterschriften

und Friedensbotschaften von Unternehmen und Privatleuten

haben darauf Platz. Sehr zur Freude von Admacum-Vorsitzender

Helene Walterskirchen trugen jetzt

auch unsere Kinder ihren Teil zu dem einzigartigen

Dokument bei. Sie machten mit Zeichnungen von Friedenstauben,

Herzen, Weltkugeln deutlich, dass sie sich

eine friedliche Zukunft in der ganzen Welt wünschen.

3

Festkreis, Anne Lange

Vera Conrad

Mir san mit dem Radl....

34 °C! Der erste Tag der Hitzewelle war für Freitag,

den 2. Juli angesagt – und die Radltour der 4. Klasse.

Geht das überhaupt? Von den Kollegen hörte ich noch

mitfühlende Worte, der Anhänger wurde mit Zelten,

Isomatten, Schlafsäcken, Biergarnituren beladen und

17 Viertklässler starteten aufgeregt und fröhlich mit

Helm, Rucksack und Fahrrad und drei Elternbegleitern

um 9 Uhr Richtung Königsdorf. Die Kinder hatten einen

Monat vorher ihre Radfahrprüfung auf dem Verkehrsübungsplatz

mit der Polizei absolviert und nun ging es

zum ersten Mal im Pulk in den „Realverkehr“ (ein Ausdruck

der Polizei). Zuerst wurden allerdings die Räder

geschoben bis zur Loisach wegen der extrem gefährlichen

Verengung im Untermarkt.

Dann – endlich: In Gruppen aufgeteilt mit einem Betreuer

fuhren wir an der Loisach entlang gen Süden.

Am nächsten Brückenübergang konnte schon die letzte

Gruppe nicht mehr aufschließen. Wo waren sie abgeblieben?

Es war nur eine Schraube locker – an einem

Fahrrad. Dies sollte bis auf etwas wenig Luft am Etappenziel

Bibisee in Lynns Rad, das schnell wieder aufgepumpt

war, die einzige Panne bleiben.

Die Kinder verhielten sich vorbildlich, so dass man

einer Bubengruppe sogar erlauben konnte mit Speed

vorauszufahren. Sie warteten dann immer an der

nächsten Abzweigung. Mit einer Pause nach einem

Berganstieg kamen wir kurz vor 11 Uhr am Bibisee an

und konnten bis nachmittags das erfrischende Baden

mit Rutsche, Floß, Kopfsprüngen, Wasserball, Pommes

und Eis genießen. Herrlich!

Die letzte Etappe zur Jugendsiedlung schafften wir

dann nach einem Stop mit kühlen Getränken im Garten

der Familie Svejkovsky in einer Stunde. Glücklich

wurden die Zelte aufgebaut und danach ein köstliches

Essen aufgetischt: Salate, Würstchen vom Grill, Stockbrot.

Dank an die Eltern der 4. Klasse!

Die Kinder spielten Fußball (Tore waren dort vorhanden),

schnitzten Stöcke, erforschten das weitläufige

Gelände und ich erlebte sie in einer wunderbaren Gemeinschaft.


Spät am Abend machten wir im Gänsemarsch nur mit

einer! Taschenlampe für den Anführer eine kleine

Nachtwanderung in den stockdunklen Wald und ließen

uns von den Glühwürmchen bezaubern.

Bevor die Kinder am nächsten

Morgen abgeholt wurden, brachten

uns Familie Schumacher und

Herr Pfisterer ein leckeres Frühstück.

Etwas übermüdet, aber mit

freudigen Gesichtern und glänzenden

Augen konnten die Eltern

ihre Kinder wieder mit nach Hause

nehmen.

Die Radltour ging – und wie!

Einfach nur super schön!

Sylvia Einhäuser

Mit der 5. Klasse zur Vorderkaiserfeldenhütte

Am Montag Morgen sind wir, die 5. Klasse, Herr Kemme,

Frau Seel und ich bei schönem Wetter mit dem Zug nach

Kufstein gefahren, jeder mit seinem Rucksack, mehr

oder weniger schwer.

Nach einer kurzen Busfahrt ging es über die Sparchenstiege

ins Kaisertal. Es ist eine Bilderbuchlandschaft

mit idyllischen Bergwiesen, eindrucksvoll beherrscht

vom Wilden Kaiser mit seinem grimmigen Felsgesicht.

Ein Blick zurück nach Kufstein und ins Inntal entschädigte

für die Mühen des teilweise sehr steilen Aufstieges.

Eine schöne Hütte erwartete uns auf 1388 m Höhe. Das

gute Abendessen schmeckte allen, während sich draußen

die Wolken verdichteten und es immer wieder regnete.

Da kam das gemütliche Matratzenlager unterm

Dach, das wir für uns alleine hatten, gerade recht und

bot verschiedene Möglichkeiten des kurzweiligen Zeitvertreibs.

Nach einer erfreulich ruhigen Nacht machten

wir uns nach dem Frühstück auf einen Rundweg, der

auch eine Bademöglichkeit beinhalten sollte. Der Hüttenwirt

machte uns gute Hoffnung, dass die Wolken bald

aufreißen würden.

Die fünfte Klasse vor der Vorderkaiserfelden Hütte im Kaisertal

mit Frau Stein und Herrn Kemme

Der Weg führte anfangs durch den Wald, wurde immer

steiler und steiniger. Dabei wurde es immer dunkler.

Es fing schließlich an zu regnen und Herr Kemme entschied,

umzukehren. Dann ging es erst richtig los mit

dem Wetter, von der Ferne war auch Donner zu hören.

Die Badegelegenheit brauchten wir jetzt nicht mehr,

denn alle wurden – trotz Regenschutz – nass bis auf

die Haut. Der Weg verwandelte sich teilweise in ein

Bachbett und alle konnten die Gewalten der Natur unmittelbar

erleben. Entsprechend waren wir froh, als die

sichere Hütte vor unseren Augen auftauchte.

Der Hüttenwirt heizte seinen Kachelofen kräftig ein

und dank Frau Seel war am nächsten Tag alles wieder

weitgehend trocken.

Die Schüler waren trotz dieser Widrigkeiten die ganze

Zeit frohen Mutes und hinterließen allerorts einen guten

Eindruck.

Am dritten Tag wanderten wir – diesmal bei Sonnenschein

– ins Tal zurück und fuhren mit dem Zug, der

schon in Kufstein mit einer ganzen Stunde Verspätung

ankam, wieder nach Hause.

4


Es hat viel Spaß gemacht und war ein schönes Gemeinschaftserlebnis

in beeidruckender Bergkulisse.

Ein Jahr mit Udo Kemme

Bauepoche der 3. Klasse

In der Bauepoche der 3. Klasse von Frau Böhm wurde

dieses Jahr ein Schafstall auf dem Schulgelände errichtet.

Am Fuße des Bergwaldes werden einige Schafe

ihr Zuhause finden, die auch auf Nachbars` Hangwiese

unter Obstbäumen grasen dürfen.

Von fachkundigen Eltern

geplant, entstand unter

fleißiger Mithilfe von

Hand und Herz der Kinder

in der Hangschräge

zuerst eine Plattform, die

auf tief ins Erdreich gegründeten

Baumstämmen ihr Fundament hat. Darauf

wurde eine leichte Holzkonstruktion gesetzt. Zwei Reihen

stehender Pfosten wurden mit langen Balken verbunden,

darauf wurden quer die Dachsparren aus Hand

geschlagenen Rundhölzern gelegt. Das sich ergebende

Pultdach wurde dann mit Dachziegeln eingedeckt.

Innen wird ausreichend Platz für zirka vier Schafe sein,

mit Heuraufe und Wassertrog. Außen herum bietet in

drei Himmelsrichtungen ein überdachter Balkon gute

Aussicht. Der nach Süden zum Schulgelände gerichtete

Eingang kann auch auf ganzer Breite geöffnet werden,

so dass der Stall als gedeckte Bühne für Theateraufführungen

und Schulfeste genutzt werden kann.

Der Bau begann nach den Pfingstferien und ist mit viel

Begeisterung von allen Kindern und elterlichen Gehilfen,

die sich auch während der Schulzeit engagieren

konnten, schnell so weit gewachsen, dass am Samstag,

24. Juli mit Flötenspiel und „Würschtlgrillen“ das Abschluss/Richtfest

gefeiert werden konnte. Dabei haben

die Kinder in der Ausstellung im Klassenzimmer auch

ihre wunderschönen und fantasievollen Modellhäuser

präsentieren können, die sie bereits in den Pfingstferien

angefangen, mühsam und teilweise sehr aufwendig

zusammen gewerkelt hatten. Und wie sie alle stolz sind

auf ihre „Traumhäuser“!

5

Beate Stein

Herr Kemme kann gut unterrichten, sehr gut erzählen

und ist lustig. Ich höre ihm gerne zu und merke mir,

was er sagt.

Wir Menschen vereinen ganz unterschiedliche Eigenschaften

der Tiere in uns. So hatte ich darüber

noch nicht nachgedacht. Nach der Tierkunde-Epoche

haben wir eine Probe geschrieben. Mir hat gefallen,

dass wir zeigen konnten, was wir alles gelernt haben

und ich Bescheid darüber bekam, was ich konnte.

In Erdkunde haben wir Norddeutschland besprochen.

Die große Sturmflut in Hamburg war schrecklich,

weil dort viele Menschen und Tiere umgekommen

sind.

Mathias Neumann

Herr Kemme kommt aus Bremen, wo auch meine Großeltern

wohnen und mit Containerschiffen kannte ich

mich deshalb ein bisschen aus. Herr Kemme hat dazu

ein tolles Bild an die Tafel gemalt und uns erklärt, was

im Hafen passiert.

Freihand Geometrie gefiel mir überhaupt nicht.

Wozu muss ich Kreise mit dem Buntstift malen, wenn

es doch Zirkel gibt. Herr Kemme findet Freihandzeichnen

auch schwierig und hat mir gezeigt, wie ich das

üben konnte.

Unsere Klassenfahrt war ein tolles Erlebnis, aber

darüber schreibt jemand anderes. Zum Abschluss des

Schuljahres studieren wir ein Theaterstück ein. Das

macht viel Spaß und ich finde grandios, dass Herr

Kemme mit uns probt.

Wenn er geht, bin ich sehr traurig und ich werde Herrn

Kemme vermissen.

Alles Gute Ihr Friedo

Anmerk. d. Red.: Friedrich Günther ist Schüler der 5.

Klasse. Alle Eltern und Kinder schließen sich dem an

und danken Herrn Kemme für sein Engagement sowie

seinen stets positiven Blick auf die Kinder.


Abschied von Sinja Müller

Frau Müller war mir sofort sympathisch, gleich beim

ersten Mal, als ich sie sah. Während der ersten Eurythmiestunde

war ich dann total begeistert. Früher hatte

ich nie einen solchen Spaß an der Eurythmie, sie war

immer mein gehasstes Fach. Doch seit Frau Müller kam,

ist es mein Lieblingsfach geworden. Was Frau Müller so

besonders macht, ist zum einen ihre tolle Ausstrahlung

und zum anderen ihr Humor. Auch wenn die Klasse mal

laut und unruhig ist, kann sie lachen, was bei vielen

Lehrern nicht der Fall ist.

In Musik suchte sie immer schöne Stücke aus und kümmerte

sich auch gut um die Kinder, die noch nicht so gut

Flöte spielen konnten.

Außerdem stellte sie ein tolles Klassenorchester auf, das

hatte bis jetzt auch noch niemand geschafft. Ich finde

es sehr schade, dass Frau Müller nächstes Jahr nicht

mehr bei uns ist.

Ella Kern, 5. Klasse

Anmerkung der Redaktion: alle Eltern und Schüler

schließen sich auch hier an und wünschen Frau Müller

ein wunderschönes Hochzeitsfest und viel Glück in

Norddeutschland.

Aktuelles

Generalversammlung der „Freien Schule

Wolfratshausen, gemeinnützige eG“

Alle Jahre im Juni lädt der Vorstand der Genossenschaft

zur Generalversammlung ein. Die „Freie Schule

Wolfratshausen, gemeinnützige eG“ betreibt als Träger

die Schule, ist also der rechtliche Ansprechpartner. Alle

Eltern und Lehrer sind „Genossen“, und laut Gesetz ist

die Generalversammlung das Organ, das alle wichtigen

Entscheidungen fällt und die Schule in ihrer Gesamtheit

„trägt“. Das Protokoll zur Generalversammlung berichtet

detailliert über alle Entscheidungen. Hier sollen die

wichtigsten zusammengefasst werden:

Vorstand und Aufsichtsrat wurden einstimmig für

das vergangene Geschäftsjahr 2009 entlastet (Die Genossenschaft

arbeitet nicht nach Schuljahren sondern

nach Kalenderjahren). Für die großartige Arbeit hier

noch mal ein herzliches Dankeschön!

Nachdem Frau Deyle im letzten Jahr die Schule verließ

und Frau Böhm ab sofort nicht mehr für den Vorstand

zur Verfügung steht, war es nötig, neue „Lehrervorstände“

zu wählen. Der Vorstand der Genossenschaft soll

möglichst paritätisch aus Lehrern und Eltern bestehen.

Da unser Lehrerkollegium noch sehr klein ist, wurden in

diesem Jahr nur zwei Lehrervorstände gewählt, die drei

Elternvorstände sind aus dem letzten Jahr noch im Amt.

Die neuen Lehrervorstände sind: Frau Einhäuser und

Herr Kuhnt.

Günter Seel verlässt (leider) den Aufsichtsrat, für ihn

wurde Holger Reithinger in den Aufsichtsrat gewählt.

Vielen Dank allen für ihre Bereitschaft, diese Ämter zu

übernehmen!

Ein weiterer wichtiger Bericht in der Generalversammlung

betraf die finanzielle Situation der Genossenschaft.

In dem Geschäftsjahr 2009 wurde erstmals

eine „schwarze Null“, also ein leichter Überschuss ausgewiesen.

Der Finanzkreis wies allerdings darauf hin, dass dies

für die langfristige Finanzplanung wichtig und fortzusetzen

ist, da nun die „mageren Jahre“ beginnen. Die

staatliche Förderung sieht für die Klassen der Mittel-

und Oberstufe nur eine verschwindend geringe Summe

vor, bis die ersten zwei Abiturjahrgänge erfolgreich

abgeschlossen haben.

Die Generalversammlung beschloss einstimmig die

Verwendung des Jahresüberschusses als Ausgleich für

die Verluste der vergangenen Jahre und als Vortrag auf

die kommenden Jahre und bestätigte den Haushaltsplan

2010.

Gleichzeitig schlug der Finanzkreis im Hinblick auf die

schwierigere Situation in den kommenden Jahren eine

Schulgelderhöhung vor. Schon bei der Schulgründung

war im Finanzplan eine jährliche Erhöhung des Schulgeldes

um 5% vorgesehen. In diesem Jahr beträgt sie

mit 10 € nur ca. 3 % (295 € monatlich statt bisher 285 €,

entsprechendes gilt für die Geschwisterreduzierung).

Mit knapper Mehrheit wurde die Schuldgelderhöhung

beschlossen.

Die Generalversammlung ist ebenso entscheidend,

wenn es um Änderungen in der Satzung oder in der

Geschäftsordnung der Schule geht.

Während die Satzung die rechtliche Grundlage der Arbeit

der Genossenschaft darstellt, geht die Geschäftsordnung

noch detaillierter auf die Arbeitsabläufe und

Vorgehensweisen der Entscheidungsfindung ein.

Die Änderungen in der Satzung und der Geschäftsordnung

werden vom Strukturkreis erarbeitet, rechtlich

durch Herrn Rotter begleitet und im Vorfeld im Schulkreis

diskutiert und vorab abgestimmt, um die Entscheidung

in der Generalversammlung zu erleichtern. In

dieser Generalversammlung wurden fast alle Änderungen

der Satzung beschlossen. Die Änderungen in der

Geschäftsordnung konnten nicht beschlossen werden,

da sie nicht auf der Einladung zur Generalversammlung

angekündigt waren. Über die Gründe dafür kam es zu

einer heftigen Diskussion. Gleichzeitig brachen viele

„Genossen“, da es spät geworden war, vorzeitig auf.

Eine rundum gut vorbereitete und sachlich mit positiven

Themen und guter Stimmung aufgeladene Generalversammlung

ging leider etwas hakend zu Ende.

Zurück sollte trotzdem der Ausblick in das neue

Schuljahr bleiben: es konnten hervorragende Lehrer

gewonnen werden, die fünfte und sechste Klasse wird

in die Landwirtschaftschule einziehen und der Prozess

der Aufnahme in die LAG (Landesarbeitsgemeinschaft

der bayerischen Waldorfschulen) entwickelt sich positiv.

Tine Sprandel

6


7

Klassenspiel der 5. Klasse

Der Weg der Prüfungen – Klassenspiel der fünften

Klasse

Die fünfte Klasse unserer Schule kann auf ein sehr bewegtes,

spannendes und abwechslungsreiches Schuljahr

zurückblicken. Der Geschichtsstoff dieses Jahres

sah die Auseinandersetzung mit den alten Hochkulturen

vor: Indien und die Entstehung des Kastenwesens,

das alte Persien, dann zu den Griechen und ihrer Götterwelt,

zuletzt in das alte Ägypten. Nachdem sich Eltern

und Schüler zum Schuljahresende ein Klassenspiel

gewünscht hatten, entschied sich Herr Kemme für den

„Weg der Prüfungen“: Georg Meier hatte dieses für die

Rudolf Steiner Schule Wien geschrieben.

Mit unglaublichem Einsatz Edda von der Deckens, die

die Inszenierung leitete, begannen die ersten Proben

nach den Pfingstferien. Die Kinder lernten ihre Texte

– und erfuhren schon bald hautnah, was es heißt,

zusammen an einem großen Stück zu arbeiten. Wie

bewegt sich ein Arbeiter, der schwere Steine schleppt

(das Stück spielt etwa 2000 Jahre vor Christus während

dem Bau der Pyramiden)? Wie schreitet ein eingeweihter

Priester, was machen die Arme (sie schlenkern eben

nicht), wie sieht eine aufrechte Körperhaltung aus? Wer

hätte gedacht, dass er dafür erst einmal „gehen lernen

muss“?

Je näher der große Tag der Aufführung rückte, umso

mehr wurde jedem einzelnen klar, dass eigentlich erst

ein Anfang geschaffen war, man immer weiter an der

Ausarbeitung feilen könnte. Allein – die Zeit des Übens

war sehr begrenzt, schließlich hatte Herr Kemme bis

fast kurz vor Schluss nur die Übstunden für`s Proben

vorgesehen.

Am vergangenen Donnerstag war der große Tag gekommen:

nachdem die Klasse schon die ganze Woche

in der Landwirtschaftsschule proben durfte (vielen

Dank an die Landwirtschaftsschule!), fleißige Eltern

Kostüme genäht und Requisiten beschafft hatten (eindrucksvoll

die Hieroglyphen-Wand von Schulvater und

Maler Michael Dillmann), Augen unter Protest einiger

Buben bemalt wurden, war die Stunde der wahren

Probe gekommen. Um zehn Uhr gab es die erste Aufführung

für Schüler und Lehrer der anderen Klassen,

um 20.00 Uhr abends saßen schließlich die Eltern, Geschwister,

Omas, Opas oder Freunde erwartungsvoll

im umgebauten Speisesaal. Nach einer Ansprache Udo

Kemmes (hinter dem Vorhang war es tatsächlich einmal

mucksmäuschenstill) war der große Moment für

uns Eltern gekommen.


Um es vorweg zu nehmen: es hat uns umgehauen. Die

Kinder schritten, sie sangen im Chor, rezitierten mit klarer

Stimme, waren Architekten, Baumeister, beschworen

die heiligen Formeln, riefen die Götter Thot, Horus, Re

und Osiris an. Arme, Beine, Schultern und Oberkörper

formten Arbeiter, Priester, den Pharao Chnum Chufu

(Cheops) oder die Göttin Isis. Sie hatten tatsächlich geschafft,

was noch einige Tage vorher in Zweifel stand:

eins zu werden mit den Figuren, die sie darstellten.

Die Handlung: Der Sohn des Pyramidenbau-Aufsehers

Pa-jus wird durch einen Schakal verletzt und deshalb

in den heiligen Tempel gebracht. Während seiner Genesung

bemerken die Priester, dass er die Hieroglyphen an

den Tempelwänden verstehen kann. Ein weiser Priester,

der den Jungen schon länger beobachtet, verhindert,

dass dieser als Sklave geopfert wird. Nach verschiedenen

Prüfungen, die er zu bestehen hat, bekommt er eine

Ausbildung zum Tempel- und Ratspriester.

Am End wird die Spitze der noch unvollendeten Cheopspyramide

im heiligen Kreis zusammen mit dem

Pharao geweiht.

Nachdem der Vorhang gefallen war, gab es großen

Applaus. Wir Eltern waren stolz auf unsere Kinder, die

mehr als eindrucksvoll bewiesen hatten, zu welcher

Leistung sie fähig sind, selbst wenn im Vorfeld die Proben

nicht immer zur Zufriedenheit aller liefen.

Wir danken Edda von der Decken für ihre wunderbare,

kreative Arbeit, Udo Kemme, dass er in diesem Jahr

den Weg dafür bereitet hat, den Elternsprechern Claudia

Meister und Andrea von Coburg für ihre viele Arbeit

und wünschen den Kindern schöne Ferien, die sie

sich nun wirklich verdient haben.

Tatjana Seel

8


Zum Vortrag von Thomas Jachmann

Über die Selbstreflexion bei Eltern und Lehrern

im Umgang mit Aggression

Fast immer sind die Vorträge für die Organisierenden

im Vorfeld mit Spannung belegt. Spannung,

im doppelten Sinn: einmal natürlich, rein inhaltlich

gesehen. Was wird der Vortragende genau berichten?

Kommt dies bei den Eltern an? Zum anderen bleibt

dann noch stets der Überraschungseffekt, was die Anzahl

der Besucher betrifft. Kommen acht (auch das kam

schon vor)? Oder achtzig (hatten wir ebenfalls schon)?

Diesmal standen die Umstände nicht besonders günstig.

Freitag Abend, gefühlte Außentemperatur 28 Grad

– würden wir am Ende zu fünft dastehen?

Gott sei Dank nicht. Immerhin hatten es etwa 25

Eltern und drei unserer Lehrer in die Schule geschafft.

Herr Jachmann, der seit 1974 an Waldorfschulen als

Klassen- und Fachlehrer arbeitet, bemüht sich seit

Jahren um eine Erweiterung der Waldorfpädagogik und

fordert dazu auf, sich den Bedürfnissen der heutigen

Kinder pädagogisch spirituell anzupassen. Was meint

er genau damit?

Gleich anfangs formuliert er einen wesentlichen

Gedanken dieser Pädagogik aus. Eine Waldorfschule,

so Jachmann, sei in erster Linie eine Methodenschule.

Sie richte sich also nach der Entwicklung des einzelnen

Kindes. Das wesentliche Problem der heutigen

Zeit sei, dass Kinder sich nicht mehr frei und ohne den

Erwartungsdruck von außen entwickeln dürften. Dabei

sei das Wertvollste, was ein Mensch habe, die Freiheit.

Nur die Erziehung zur Freiheit führe zur Sozialfähigkeit.

Heute, so Jachmann, manipuliere man auch als

Eltern die Kinder, weil man als Erwachsener (aus Sorge)

das spätere Lebensglück an den beruflichen Chancen

festmache. Anstatt Freiheit entstehe Druck, anstatt

freiheitlicher Entwicklung Anpassung. Dieser Zwang

zur Anpassung schlage bei Kindern zunehmend um in

Aggression nach außen (also gegen andere) oder eben

nach innen (gegen sich selbst).

Was kann man also als Pädagoge tun? Was hat es

mit der zunehmenden Aggression (die immer ein „auf

die Welt zugehen“ ist) auf sich? Aggression/Verzweiflung

beim Kind käme immer dann auf, so Jachmann,

wenn es sich nicht verstanden fühlte.

Zahlreiche Beispiele aus Jachmanns Schulalltag berührten

an diesem Abend vermutlich alle Zuhörer. Da

gab es Paul, der notorisch in seiner Klasse zu spät kam

und es regelmäßig schaffte, kaum hatte Jachmann

die Klasse ruhig am Ruder, alles mit seinem Auftreten

durcheinander zu wirbeln.

Nun könnte man, so Jachmann, als Lehrer (oder

bezogen auf eine andere Situation) als Eltern mit Wut,

Angst, Trauer usw. reagieren. Letztlich seien es jedoch

immer die eigenen Gefühle, die einem selbst Probleme

bereiteten und die man dann auf das Kind projiziere.

Deswegen lautet seine Botschaft: „Erziehung zur

Selbsterziehung“. Im Einzelnen lohnt es sich daher,

stets genau hinzusehen, was einem das Kind eigentlich

sagen möchte. Manchmal, so Jachmann, ist es

eine einzige Bewegung (er nennt ein Beispiel, wie sich

ein Kind bei einem Ausflug im Schwimmbad auf einen

Sprungturm hinaufbewegt), manchmal eine versteckte

Botschaft in einem scheinbar nur so dahin gesprochenen

Satz. „Wissen Sie“, sagte Paul denn dann auch eines

Tages, „ich fühle schon auf dem Schulweg genau,

wie sie an diesem Tag drauf sind!“ Paul hatte also Thomas

Jachmann jeden Tag erneut auf die Probe gestellt.

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Es sollte das letzte Mal sein.

Wie also sieht Jachmanns Vorschlag aus? Wie komme

ich als Eltern oder als Lehrer dahin, eine verehrungswürdige

Autorität zu sein? Folgende konkrete

Punkte führt Jachmann auf:

1. Sich als Erwachsener stets darauf zu besinnen, mit

dem Kind in einem achtungswürdigen Ton zu sprechen.

2. Immer auf Augenhöhe (wörtlich zu nehmen) zu gehen.

3. Schließlich sich stets bewusst sein, dass das Kind

„kein leeres Blatt, sondern ein voll geschriebenes Buch“

sei.

Für Thomas Jachmann ist es somit immer die umarmende

Bewegung anstelle der ausgrenzenden. Ein

Kind vor die Tür zu schicken, hieße, es auszustoßen –

eine Erziehungsmaßnahme, die langfristig nur scheitern

kann. Kinder, die sich beispielsweise weigerten,

am Unterricht teil zu nehmen, hätten immer einen

Grund. Und den, so Jachmann, gelte es, herauszufinden.

Neuerungen, wie das bewegte Klassenzimmer,

kommen seinen Ansätzen sehr entgegen. „So kann

man“, sagt Jachmann, „solch ein Kind einfach im hinteren

Teil des Klassenzimmers spielen lassen. Ich habe

die Erfahrung gemacht, dass dann der Tag ganz automatisch

kommt, an dem dieses Kind nach vorne geht

und scheinbar selbstverständlich in den Bänken seinen

Platz einnimmt“. Und wenn genau dieses einem Lehrer

gelänge, so seine weitere Erfahrung, profitiere die gesamte

Klasse davon!

Und wie bleibt man als Erzieher ruhig? Wie gelingt

es uns allen, bei uns selbst zu bleiben? Jachmann übt

täglich das gezielte Aussteigen. Er nennt es „Stop-

Übung“. Zu festgesetzten Tageszeiten, wann immer

möglich, hält er inne. Dabei hilft ihm die Ruhemeditation

von Rudolf Steiner:

Ich trage Ruhe in mir

Ich trage in mir selbst

Die Kräfte, die mich stärken.

Ich will mich erfüllen

Mit dieser Kräfte Wärme,

Ich will mich durchdringen

Mit meines Willens Macht,

Und fühlen will ich,

wie Ruhe sich ergießt

Durch all mein Sein,

Wenn ich mich stärke,

Die Ruhe als Kraft

In mir zu finden

Durch meines Strebens Macht.

(aus: Anweisungen für eine Esoterische Schulung, Rudolf

Steiner Verlag)

Und Paul? Nachdem Jachmann Pauls Botschaft verstanden

hatte, war es ihm möglich, sich genau während

diesem Moment, als Paul das nächste Mal kam, inne zu

halten. Rein gedanklich, auf sich selbst konzentriert,

sandte Jachmann die Botschaft aus: „Ich bin jetzt nicht

für dich da – und doch habe ich dich unter meinem

Schirm.“ Damit hatte sich das Thema erledigt. Bei Paul

und der gesamten Klasse war Jachmanns Botschaft angekommen.

Wir danken alle sehr für den wunderbaren Vortrag.

Thomas Jachmann hat angeboten, im nächsten Jahr

gerne für ein gemeinsames Seminar an unserer Schule

zur Verfügung zu stehen.

Tatjana Seel


Vorstellung neuer Lehrer

Die künftige Lehrerin

der ersten Klasse,

Claudia Batke stellt sich

vor.

Ich weiss einen Stern

Gar wundersam,

Darauf man lachen und

weinen kann…

Vor 54 Jahren wurde ich in Trier an der Mosel geboren.

Mit 18 Jahren zog es mich in die Welt hinaus: Ich

studierte Theologie und Geschichte an der Johannes

Gutenberg Universität in Mainz, legte das erste und

zweite Staatsexamen ab und unterrichtete anschliessend

an einem Gymnasium in Wilhelmshaven an der

Nordsee. Hier kam ich über die Beschäftigung mit der

sozialen Dreigliederung zur Waldorfpädagogik.

Nach sechs Jahren zog ich mit meiner kleinen Familie

nach Freiburg im Breisgau und hatte ein grosses Anliegen:

meinen Kindern den Weg in die Waldorfschule

zu bahnen. So arbeitete ich in zwei Schulgründungsinitiativen

mit, die eine arbeitete integrativ. Meine Buben

durften dann die Freie Waldorfschule Merzhausen besuchen.

Ich sammelte währenddessen weitere Erfahrung

in einem heilpädagogischen sowie einem landwirtschaftlichen

Kurs.

Danach war für mich die Zeit reif, einen weiteren

Schritt zu tun – ich besuchte die Hochschule für anthroposophische

Pädagogik (heute AfaP) in Dornach und

wurde Klassenlehrerin an der Rudolf Steiner Schule

Solothurn. Ich zog in die Schweiz. Als Klassenlehrerin

und Fachlehrerin lernte ich alle Klassenstufen kennen.

Ich staunte über die Früchte der Waldorfpädagogik.

Viele meiner Schülerinnen und Schüler, so auch meine

beiden Söhne, haben inzwischen die Schule verlassen

und bewähren sich in den verschiedensten Bereichen.

Einer meiner Söhne studiert Vermessungstechnik, der

Jüngere Wildlife Conservation in Plymouth, England. Er

baut zur Zeit Baumhäuser und –brücken in Ruanda…

Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung, die

Zusammenarbeit mit den Kolleg/innen, den Eltern und

auf die Schüler/innen der Freien Schule Wolfratshausen

– vor allem aber auf die neuen Erstklässler/innen und

deren Eltern und Geschwister.

Ihre Claudia Batke

Er trägt uns, er nährt uns,

Wir haben ihn gern:

E R D E, so heisst unser lieber Stern.

Joseph Guggenmos

Der küftige Lehrer der

sechsten Klasse, Burghard

Rühmann stellt sich

vor.

Geboren 1963 wuchs ich

auf einem Bauernhof in der

Elbmarsch bei Itzehoe auf.

Nach dem Abitur machte ich

zunächst eine pflegerische

Ausbildung, studierte Sozialpädagogik und arbeitete

viele Jahre mit unterschiedlichen sozialen Randgruppen.

Daneben war ich als Kirchenmusiker tätig. Durch

eine Sängerin in meinem Kirchenchor wurde ich auf die

Waldorfpädagogik aufmerksam gemacht. Das künstlerische

Unterrichtskonzept und das anthroposophische

Weltbild begannen mich zu interessieren und ich entschloss

mich, eine Ausbildung als Klassen- und Musiklehrer

in Kiel und später noch in Stuttgart zu absolvieren.

Diesen Entschluss habe ich nicht bereut, denn nach

nunmehr achtjähriger Tätigkeit als Waldorflehrer macht

mir das Unterrichten immer noch sehr viel Freude. Ich

wohne mit meiner Familie in München-Pasing und arbeitete

sechs Jahre lang an der Freien Waldorfschule

Rosenheim. Da der Arbeitsweg sehr beschwerlich war,

freue ich mich, nun in Wolfratshausen einen Wirkungskreis

gefunden zu haben, der nicht mehr ganz so weit

weg und mit der S-Bahn erreichbar ist.

Meine Hobbys: Heimwerken, Schwimmen, Segeln und

natürlich Musik.

Ihr Burghard Rühmann

10


Vorstellung neuer Lehrer

Jürgen Kuhnt,

Eurythmist, Heileurythmist

und Landwirt

stellt sich vor:

Liebe Eltern der Waldorfschule

in Wolfratshausen,

geboren und aufgewachsen

bin ich in Darmstadt.

Dort gab es zwar eine Waldorfschule aber meine Familie

hatte und hat zu dieser Pädagogik und der Anthroposophie

keine Verbindung.

In der 11. Klasse des Gymnasiums begann ich, ohne

von dieser Pädagogik zu wissen, ganz viele Bereiche

aus dem handwerklich-künstlerischen Unterricht der

Waldorfschule selber zu suchen. So kam ich zu einem

großen Garten. Dieser „führte“ mich dann fünf Jahre

in die biologisch- dynamische Landwirtschaft auf vier

Demeterhöfe.

Bis heute ist diese Zeit für mich, nach einer schwierigen

Kindheit, eine wichtige Lebensgrundlage. Die

Eurythmie lernte ich in den Winterkursen auf den Bauernhöfen

kennen. Zuerst etwas belächelnd aber dann

sehr tief berührt, entschied ich mich, die Eurythmie als

künstlerischen Schulungsweg gehen zu wollen. Meine

armen Eltern hatten gerade begonnen, die Landwirtschaft

zu akzeptieren und „jetzt hat der Sohn auch

noch ein Eurythmiekleid an“..... Die Kinder gehen eben

ihre eigenen Wege.

Nach der Ausbildung kam ein „Eurythmiestein“ zu dem

anderen: zirka 5 ½ Jahre Kindergarteneurythmie und

Klasseneurythmie in der Waldorfschule Gröbenzell,

parallel Bühneneurythmie in der Eurythmie-Bühne

München; 6 Jahre Bühneneurythmist am Goetheanum,

parallel Dozent in der Eurythmieausbildung; Heileurythmieausbildung

in Stuttgart und 1 Jahr Heileurythmist

in der Filderklinik bei Stuttgart.

Danach führte mich eine Anfrage für fast 7 Jahre

in die Ukraine, zuerst 2 Jahre Aufbauarbeit in den

Waldorfschulen in Dnjepropetrowsk und Kiew. Darauf

folgten zirka 5 Jahre Leitung der Akademie für Eurythmie

in Kiew. Nach intensiven Jahren, in denen die Eurythmie

im Zentrum meines Lebens stand, lernte ich in

der Ukraine meine Frau kennen. 2009 zogen wir in die

Nähe von Basel, ich arbeitete wieder in der Eurythmieausbildung.

Im September 2009 wurde unsere Maria

Antonia geboren.

Nun freue ich mich sehr auf die Schulgemeinschaft,

besonders Ihre Kinder und hoffe, sie gut in ihrer Entwicklung

begleiten zu können.

11

Herzliche Grüße, Jürgen Kuhnt

Imke Aufderheide,

die küftige Werklehrerin

stellt sich vor:

Liebe Eltern der Freien Schule

Wolfratshausen,

mein Name ist Imke Aufderheide

und ich werde ab dem

kommenden Schuljahr in der fünften und sechsten

Klasse als Werklehrerin tätig sein.

Mein Lebenslauf in Kürze: Geboren wurde ich in

Clausthal, die Schule besuchte ich zunächst in Antwerpen,

dann das Ville-Gymnasium in Erftstadt nahe

Köln. Nach dem Abitur dort und einem „Freiwilligen

Jahr“ in der Denkmalpflege im Sauerland begann ich

die Ausbildung zur Schreinerin an der Berufsfachschule

für Holzbildhauerei und Schreinerei in Berchtesgaden.

Während der Ausbildung begann ich mich für die

Waldorfpädagogik zu interessieren, hospitierte in der

Waldorfschule Voreifel und ging anschließend zum

Studium der Waldorfpädagogik nach Stuttgart.

Mit den Fächern Handwerk und Bildende Kunst habe

ich dort abgeschlossen und freue mich nun, ab September

mit Ihren Kindern zu schnitzen, raspeln, bohren

und hämmern.

Herzliche Grüße, Ihre Imke Aufderheide


j u l i

Impressum:

Freie Schule Wolfratshausen

Gemeinnützige eG

Untermarkt 65-67, 82515 Wolfratshausen

E-Mail: verwaltung@freie-schule-wolfratshausen.de

Internet: http://www.freie-schule-wolfratshausen.de

Kontakt:

Schulbüro von 08.00 – 12.00 Uhr:

Tel.: 08171–38 58 75

Te r m inkalender

wann? wo? wer oder was?

28 mi

10.00

17.00

Musikschule (Schüler und Lehrer)

im Zweitklasszimmer (Eltern der 4. Klasse)

Klassenspiel der 4. Klasse

„Wie Thor seinen Hammer wieder heimholte“

22-25 do-so Lodenfrey Gelände Zirkus Leopoldini

28-29 do

10.00

20.00

(Für Schüler u. Lehrer) Landwirtschaftsschule Wolfratshausen,

(Für Eltern u. Freunde) Bahnhofstrasse 12

Klassenspiel der 5. Klasse

„Der Weg der Prüfungen“

30 fr 11.00 Freie Schule Wolfratshausen letzter Schultag

s e p t e m b e r

S o m m e r f e r i e n 0 2 . 0 8 . - 1 3 . 0 9 . 2 0 1 0

14 di 08.15 Freie Schule Wolfratshausen erster Schultag

24

25

o k t o b e r

fr

sa

16.30-21.00

09.00-20.00

Ipsum-Institut, muenchen@ipsum-institut.de

02 sa 12.00-16.00 Freie Schule Wolfratshausen Handwerkermarkt

08

09

fr

sa

16.30-21.00

09.00-20.00

Ipsum-Institut, muenchen@ipsum-institut.de

„Innerliche und äußere Einstimmung für die Beratung:

Dem Gegenüber vertrauensfördernd begegnen

Gesprächsvorbereitung und Führung / Praktische

Übungen“; Dozentin: Barbara Brunnenkant

„Gewaltfreie Kommunikation mit praktischen

Übungen“; Dozenten: Gabriele Reinwald /

Martin Rausch

Monatsbrief:

Andrea Neumann, Tatjana Seel

E-Mail: monatsbrief@freie-schule-wolfratshausen.de

Fotos dieser Ausgabe:

© by Hartmut Pöstges, E-Mail: foto@poestges.de

Die „Traumhäuser der 3. Klasse


Die Monatsbrief-Redaktion und

der ÖAK (Öffentlichkeitskreis)

wünscht allen Schülern, Lehrern,

Eltern und Freunden der Schule

herrliche, sonnige und sehr entspannte

Sommerferien!

Die nächste Ausgabe erscheint Ende September.

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