genossenschaften in bayern - Genossenschaftsverband Bayern

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genossenschaften in bayern - Genossenschaftsverband Bayern

genossenschaften in bayern

Mit Sicherheit stabil

GVB Jahresbericht 2008


genossenschaften in bayern

Mit Sicherheit stabil

GVB Jahresbericht 2008


Inhalt

Mit Sicherheit stabil 5

Vorwort

genossenschaften in bayern

Vorbild Genossenschaften 8

Klare Grundsätze, einfache Strukturen und in der Region zu Hause

Genossenschaftliche Familie 18

Hohes Ansehen in der bayerischen Gesellschaft

Bekenntnis zu Bayern 36

Für Land, Kultur und Menschen

Bekenntnis zum Mittelstand 50

Genossenschaften als Partner des Mittelstandes

Moderne Unternehmensform 60

Die »neue« Attraktivität der Genossenschaften

Über drei Jahrhunderte erfolgreich 74

Eine historisch begründete Erfolgsgeschichte

GVB als Partner der Genossenschaften 82

Schulter an Schulter seit mehr als 110 Jahren

statistik

Daten und Fakten 96

Bildnachweis 116

Impressum 117


Mit Sicherheit stabil

Vorwort zum GVB-Jahresbericht 2008

Trotz des massiven Vertrauensverlustes der Menschen in das Funktionieren der Finanzmärkte

konnten sich die bayerischen Genossenschaften im Jahr 2008 als Anker der Stabilität

und Sicherheit behaupten. Stabilität und Sicherheit – auf diese Werte vertrauen die Kunden

der bayerischen Genossenschaften.

Genossenschaften bieten betriebswirtschaftlich wie volkswirtschaftlich Stabilität, insbesondere

in Zeiten wirtschaftlicher Veränderungen. Sie bieten die Möglichkeit, globalisierte

Strukturen durch regionale Netzwerke zu ergänzen. Genossenschaften setzen auf regionale

Wertschöpfungsketten und leisten so einen erheblichen Beitrag zur regionalen Versorgungssicherheit.

Genossenschaften sind aber vor allen Dingen Heimatunternehmen. Sie werden von Menschen

in den Regionen gegründet, um dort wirtschaftliche Verbesserungen zu ermöglichen oder

Marktversagen zu beheben. Durch Nähe schaffen sie Vertrauen und Identität. Die Erfolgschancen

der Unternehmensform Genossenschaft ergreifen immer mehr Existenzgründer und

Unternehmen, die Netzwerke und Kooperationen auf ein sicheres Fundament stellen wollen.

Das beweist der Gründungsboom im Jahr 2008 deutlich.

Der Genossenschaftsverband Bayern als gemeinsamer Dienstleistungs- und Prüfungsverband

sichert und stärkt dieses Vertrauen in die bayerischen Genossenschaften durch Prüfung,

Beratung und Interessenvertretung seiner Mitglieder. Der vorliegende Jahresbericht gibt einen

Überblick über die Vielfalt der genossenschaftlichen Welt und zeigt die Erfolgsbilanz der bayerischen

Genossenschaften im Jahr 2008.

Ihr

Dr. h.c. Stephan Götzl

Präsident

Vorstandsvorsitzender des GVB

Ihr

WP / StB Erhard Gschrey

stv. Vorstandsvorsitzender

Unterschriften werden in 600dpi

benötigt - erscheinen im Druck sonst

pixelig


friedrich wilhelm raiffeisen : Genossenschaften sind immer das, was menschliche Einsicht,

geistige Kraft und persönlicher Mut aus ihnen machen.


Vorbild Genossenschaften

Klare Grundsätze, einfache Strukturen und in der Region zu Hause

Rund um die Welt verbindet die Unternehmensform Genossenschaft ein Wertesystem,

das in Deutschland begründet wurde und sich seit mehr als 160 Jahren bewährt hat. Offen für

jedermann, demokratisch aufgebaut, wirtschaftlich und politisch unabhängig – das sind die

einfachen Grundprinzipien, die das Erfolgsmodell Genossenschaft prägen. In der Kooperation

nehmen die Mitglieder der Genossenschaft die Verantwortung für ihren wirtschaftlichen Erfolg

selbst in die Hand und übernehmen damit Verantwortung für ihre Heimat und für die Gesellschaft.

Genossenschaften gibt es auf der ganzen Welt, in allen Bereichen des Wirtschaftslebens,

in jeder Größe.

Die genossenschaftliche Welt in Zahlen

Mitglieder in Genossenschaften weltweit : 800 Mio. Menschen

Genossenschaften bilden die Existenzgrundlage weltweit für : 3 Mrd. Menschen

Genossenschaftliche Arbeitsplätze weltweit (in Mio.) : 100

Genossenschaftsmitglieder in den USA : 25 % der Bevölkerung

Mitglieder von Kreditgenossenschaften in Asien (in Mio.) : 45,3

Genossenschaften in Deutschland

Mitglieder : 17,7 Mio. Menschen

Genossenschaftliche Arbeitsplätze in Deutschland : 750.000

Kreditgenossenschaften : 1.197

Bilanzsumme (in Mrd. EUR) : 668

Raiffeisen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften : 2.994

Gewerbliche Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften : 1.092

8 – 9

Genossenschaften in Bayern

Mitglieder in Bayern : 2,7 Mio. Menschen

(Vergleich : 500.000 Aktionäre in Bayern)

Genossenschaftliche Unternehmen : 1.118

Bilanzsumme der Kreditgenossenschaften (in Mrd. EUR) : 114,3

Umsatz aller Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften (in Mrd. EUR) : 10,6

Investitionen der Genossenschaften (in Mio. EUR) : 311

Kunden von Kreditgenossenschaften (in Mio.) : 7

Beschäftigungverhältnisse im Zusammenhang mit bayerischen Genossenschaften (in Mio.) : 1


Über alle Länder und Branchen hinweg gibt es jedoch gemeinsame Wesensmerkmale einer

Genossenschaft, die die Unternehmensform einmalig, unterscheidbar und identifizierbar machen.

Alle Genossenschaften haben den gesetzlichen Auftrag, ihre Mitglieder wirtschaftlich

zu fördern und sie handeln nach den Prinzipien der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung.

Selbsthilfe

Genossenschaften sind der freiwillige Zusammenschluss von Menschen, die gemeinsam

etwas erreichen, das der Einzelne nur schlecht oder gar nicht zu erreichen vermag. Der Förderauftrag

der Genossenschaften wird durch den Selbsthilfegedanken definiert und ist primärer

Gesellschaftszweck einer Genossenschaft.

Selbstverantwortung

Das Mitglied ist Kunde und Kapitalgeber einer Genossenschaft. Damit stehen die Mitglieder

für den Erfolg der Genossenschaft ein und sind sich und dem gemeinsam definierten Förderauftrag

ausschließlich selbst verantwortlich.

Selbstverwaltung

Der genossenschaftliche Geschäftsbetrieb erfolgt durch Zusammenarbeit von Haupt- und

Ehrenamt auf demokratischer Basis. Alle Gremienmitglieder sind Mitglied der Genossenschaft,

sodass die Unabhängigkeit von anonymen Investoren und von internationalen Börsenkräften

bewahrt bleibt.

10 – 11

Interview : Prinzipien mit Mehrwert

konrad irtel

Über die steigende

Bedeutung der Genossenschaften


Prinzipien mit Mehrwert

Interview mit Konrad Irtel

Konrad Irtel, ehrenamtlicher GVB-Präsident, erklärt im Interview, warum Genossenschaften

und die genossenschaftlichen Prinzipien in der Wirtschaftskrise neue Bedeutung gewinnen.

Er erläutert, dass die Grundwerte der Genossenschaft – Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung

– seit ihrer Gründung die verlässliche Basis der Genossenschaften bilden und

er zeigt auf, warum gerade diese Prinzipien die Wirtschaft stabilisieren. Mit ihren traditionellen

und krisenbewährten Grundsätzen kann die Unternehmensform Genossenschaft als Modell

für Politik und Wirtschaft dienen.

Konrad Irtel

Konrad Irtel ist Vorstandssprecher der VR-Bank Rosenheim-Chiem see eG

mit einer Bilanzsumme von 2,1 Milliarden Euro. Seit 1. Juli 2008 amtiert

Irtel als ehrenamtlicher Verbandspräsident des GVB. Im Vorstand der

VR-Bank Rosenheim-Chiemsee ist der gebürtige Oberbayer seit 1988.

Genossenschaften engagieren sich

Als Ausbilder

Mit rund 4.000 Auszubildenden ist die Genossenschaftsorganisation

einer der bedeutendsten Ausbilder in Bayern.

Als Investor

Mit Investitionen in Höhe von 311 Millionen Euro tragen die genossenschaftlichen

Unternehmen zur Förderung der mittelständischen Wirtschaft

auch in strukturell oftmals benachteiligten Regionen Bayerns bei.

Als Vermögensverwalter

Die bayerischen Bürger haben 90,4 Milliarden Euro, das heißt jeden

sechsten in Bayern gesparten Euro bei einer Volksbank oder Raiffeisenbank

angelegt. Im Jahr der Finanzkrise stiegen die Kundengelder bei

den Volksbanken und Raiffeisenbanken um fünf Prozent.

Für die Gesellschaft

Zusammen mit der Raiffeisen / Schulze-Delitzsch Stiftung Bayerischer

Genossenschaften und dem Gewinnsparverein haben die Volksbanken

und Raiffeisenbanken in Bayern über elf Millionen Euro für karitative,

sportliche, kulturelle und gemeinnützige Zwecke gespendet.

12 – 13

Herr Irtel, worin liegen die

Stärke und die gesellschaftliche

Bedeutung der Volksbanken

und Raiffeisenbanken

in Bayern ?

Wie vermitteln Sie den

Menschen in Ihrer Region

und Ihren Mitgliedern

die genossenschaftlichen

Prinzipien ?

Was kann die Politik von den

Genossenschaften lernen ?

»Die Wirtschaftskrise hat für mich eines deutlich gemacht :

Unsere Stärke liegt darin, dass die Volksbanken und Raiffeisenbanken

die genossenschaftlichen Prinzipien und traditionellen

Werte zu keinem Zeitpunkt über Bord geworfen haben. Hier

meine ich insbesondere unsere Selbstständigkeit, unsere Stabilität

und unsere Sicherheit. Genossenschaften bieten Lebensqualität

durch Nähe. Wir übernehmen Verantwortung für unsere

Gesellschaft und für unsere Heimat. Das dürfen wir auch

ruhig nach außen noch stärker kommunizieren.«

»Zugegeben : Die genossenschaftliche Selbstverwaltung

hat sich durch die steigenden Mitgliederzahlen in den letzten

Jahren stark verändert. Die demokratische und autonome Willensbildung

durch die Organe der Genossenschaft ist aber nach

wie vor ein Eckpfeiler aller genossenschaftlichen Unternehmen.

Wir wollen die Menschen als Mitglieder zu einer Aus ein ander

setzung mit der Rechtsform der Genossenschaft und dem

Gedankengut der Genossenschaftsidee bringen. Sie sollen die

Wertigkeit einer Ortsbank, ihre Regionalität und das Thema

Lebensqualität im Geschäftsgebiet näher erfassen. Und sie

sollen wahrnehmen, dass wir die regionalen Wirtschaftskreisläufe

unterstützen. Wenn das alles durch einen Geschäftsanteil

zum Ausdruck kommt, führt das oft zu einer Verbundenheit

für ein ganzes Leben. Die genossenschaftliche Selbstverantwortung

bedeutet für uns vor allem die Übernahme der Verantwortung

für die Region und für die Menschen dort. So können

wir uns die globalisierte Finanzwelt regional ausgestalten und

zur Stabilisierung besonders in Krisenzeiten beitragen. Diese

Verantwortung zeigt sich auch darin begründet, dass wir den

Menschen in unserer Region einen sicheren Arbeitsplatz bieten

können.«

»Wer Bayern und vor allem Deutschland erfolgreich gestalten

will, sollte sich Genossenschaften zum Vorbild nehmen.

Genossenschaften sind erfolgreich, weil sie für einfache und

unkomplizierte Strukturen stehen. Sie handeln im Sinne ihrer

Mitglieder, setzen auf Freiheit und Unternehmertum und stärken

durch das Engagement der Mitglieder das demokratische

Verständnis. Diese einfachen Prinzipien könnte ein moderner

>


Staat dadurch verwirklichen, dass er mehr Freiraum für Unter

nehmer schafft, statt immer mehr Bürokratie einzuführen.

Genossenschaftliche Mitgliederorientierung sollte die Politik

dadurch verwirklichen, indem sie zuhört und die Menschen

zu mehr bürgerlichem und politischem Engagement ermutigt.

Genossenschaften stehen auch für soziale Verantwortung.

Über tragen auf den Staat bedeutet das : Wir wünschen uns

ein Land, in dem Solidarität mit wirklich Hilfsbedürftigen gelebt

wird, ohne Wohltaten großflächig mit der Gießkanne zu

verteilen. Verwirklicht die Politik diese einfachen Grundsätze,

kann die Genossenschaft zur Blaupause für einen modernen

bürgerorientierten Staat werden.«

14 – 15


Horst Seehofer : 120 Jahre nach dem Tode von Friedrich Wilhelm Raiffeisen sind Genossenschaften

in Deutschland fester und unverzichtbarer Bestandteil der deutschen Wirtschaft.

Mehr als 17 Millionen Mitglieder sind derzeit in etwa 5.500 Genossenschaften organisiert.

Damit ist die Genossenschaft die mitgliederstärkste Wirtschaftsorganisationsform in

unserem Lande.


Genossenschaftliche Familie

Hohes Ansehen in der bayerischen Gesellschaft

Genossenschaften prägen das wirtschaftliche Leben in Bayern

Genossenschaften finden in der bayerischen Bevölkerung hohe Akzeptanz : Die 1.118 bayerischen

Genossenschaften sind in 75 Prozent aller Wirtschaftszweige vertreten. 2,7 Millionen

Bayern sind Mitglied einer oder mehrerer Genossenschaften, das ist ein Viertel der Erwachsenenbevölkerung

des Freistaates. Zusammen bilden die verschiedenen Unternehmen ein dichtes

Netzwerk aus Produzenten, Zulieferern und Dienstleistern. Zentralinstitute und Verbundunternehmen

garantieren für überregionale Vermarktung und ein internationales Angebot.

Ein Überblick zeigt, wo Genossenschaften in Bayern aktiv sind und welche Wirtschaftskraft sie

im Freistaat errreichen.

branchenüberblick

– Gesundheit

– Energie

– Handwerk

– Beratung und Marketing

– Bier und Wein

– Nahversorgung

– Lebensmittel

– Kultur, Bildung und Soziales

– Transport

– Wasser

– Forst- und Holzwirtschaft

18 – 19

– Ländliche Warenversorgung

– Milch

– Fleisch

– Kreditwirtschaft

317

Kreditgenossenschaften

Anteil an bayerischen Genossenschaften (in %) : 30,8

Bilanzsumme (in Mrd. EUR) : 114,3

Mitglieder : 2.387.239

546

Raiffeisen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften

Anteil an bayerischen Genossenschaften (in %) : 53,1

Umsatz (in Mrd. EUR) : 4,313

Mitglieder : 205.758

166

gewerbliche Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften

Anteil an bayerischen Genossenschaften (in %) : 16,1

Umsatz (in Mrd. EUR) : 5,747

Mitglieder : 78.564


gesundheit

In der Gesundheitsbranche erlebt die eG derzeit einen

regelrechten Boom. Zunehmend schließen sich Mediziner in

genossenschaftlichen Netzwerken zusammen, um so die Versorgung

ihrer Patienten zu verbessern, Weiterbildung zu organisieren

oder ihre Abrechnungen zentral zu verwalten. Mehr

als elf Genossenschaften wurden in den letzten fünf Jahren

ge gründet – Tendenz steigend. In der Arzneimittelbranche ist

der Pharmazeutische Großhandel Sanacorp eG tätig. Die Planegger

Handelsgenossenschaft ist mit rund 2.500 Mitarbeitern

und einem Umsatz von 2,68 Milliarden Euro eine der größten

deutschen und die größte gewerbliche Genossenschaft

im Freistaat.

energie

Im Energiesektor liegt die Genossenschaft ebenfalls im

Trend. Die fränkische Gaseinkaufsgenossenschaft enPlus offenbart

die Chancen, die der gemeinschaftliche Einkauf von Energieträgern

bietet. Die Kooperative von neun Stadtwerken bündelt

ein Marktpotenzial von jährlich rund 100 Millionen Euro

und wird ihr Umsatzziel im ersten Geschäftsjahr voraussichtlich

bei weitem (140 – 150 Millionen Euro) übertreffen. Daneben

gibt es 37 traditionelle Elektrizitätsgenossenschaften, die 2008

insgesamt 154 Millionen Euro Umsatz erwirtschafteten. Dazu

kommen vier genossenschaftliche Heizwerke. Zudem gab es

in den letzten Jahren genossenschaftliche Neugründungen bei

alternativen Energieerzeugern. So sind eGs im Bereich Biomassegewinnung,

Photovoltaik und Pelletherstellung aktiv.

Handwerk

Dachdecker, Stahlbauer, Schreiner, Installateure, Friseure,

Schlosser und viele weitere Berufe haben sich in 41 Handwerksgenossenschaften

zusammengeschlossen, um gemeinschaftlich

einzukaufen oder sich zu vernetzen. Die bayerischen Metzger

haben sich in 13 eGs mit 361 Mitarbeitern organisiert. Diese

erzielten 2008 einen Umsatz von rund 120 Millionen Euro. In der

Bekleidungsbranche sind derzeit vier Genossenschaften als

Zulieferer für Schneider und Schuster aktiv. Sie erzielten einen

Umsatz von rund 2,4 Millionen Euro.

20 – 21

Regelrechter Boom

Anzahl : 12

Mitglieder : 4.679

Umsatz 2008*: 9,3 Mio. EUR

*ohne Sanacorp

Voll im Trend

Anzahl : 46

Mitglieder : 10.351

Umsatz 2008 : 165 Mio. EUR

Goldener Boden

Anzahl : 41

Mitglieder : 14.728

Umsatz 2008 : 618 Mio. EUR

Beratung und Marketing

Zunehmend entdecken Freiberufler die Genossenschaft

für sich. Die eG hilft, die Vorteile der beruflichen Unabhängigkeit

mit denen eines starken Netzwerkes zu kombinieren. Die

Datev ist beispielsweise ein genossenschaftliches Netzwerk

von über 39.000 Freiberuflern. Gleichzeitig gehört sie mit über

5.500 Mitarbeitern und 649,7 Millionen Euro Umsatz zu den

größten IT-Dienstleistern Deutschlands. Freiberufliche In geni

eure nutzen die Vernetzungsmöglichkeiten, die ihnen die

Ge nossenschaft bietet. So etwa die Mitglieder der Münchner

mplan eG, die ein Netzwerk von Fachleuten für Flächenrecycling

und Umwelttechnik gegründet haben. Auch Messen können

genossenschaftlich geführt werden, wie die Nürnberger

Spielwarenmesse zeigt.

Bier und Wein

Bier als wichtiger Bestandteil der bayerischen Kultur darf

auch bei den genossenschaftlichen Unternehmen nicht fehlen :

Die neun Brauerei eGs erzielten 2008 mit 104.365 Hektolitern

Bier einen Umsatz von rund 22,4 Millionen Euro (inkl. Hut -

t hur mer Bayerwald Brauerei). Häufig übernehmen Kunden mithilfe

der genossenschaftlichen Unternehmensform die örtliche

Brau erei, um so ein Stück regionale Identität zu erhalten.

Starke Umsätze verzeichnen auch die zwei Hopfenverwertungsgenossenschaften,

die über 34,5 Millionen Euro erwirtschafte

ten. Mehr als jede dritte Flasche Frankenwein stammt aus

einem genossenschaftlichen Winzerkeller. Die neun fränkischen

Winzergenossenschaften erwirtschafteten im letzten

Jahr rund 53,7 Millionen Euro und beschäftigten 240 Mitarbeiter.

Das neu gegründete Fränkische Weinkontor sorgte als

Zentralgenossenschaft für eine Bündelung des Absatzes.

Fleisch

Traditionell ist auch der Vieh- und Fleischmarkt stark vom

Genossenschaftswesen geprägt. Die acht Viehvermarktungsgenossenschaften

machten 2008 einen Gesamtumsatz von

rund 539 Millionen Euro. Sie handeln nicht nur mit Fleisch,

son dern sind auch mit eigenen Schlachtbetrieben am Markt

präsent.

Dienstleistung im Aufwind

Anzahl : 21

Mitglieder : 40.731

Umsatz 2008 : 727,7 Mio. EUR

Für Region und Seele

Anzahl *: 9

Mitglieder *: 3.367

Umsatz 2008 *: 53,7 Mio. EUR

* Winzergenossenschaften

Qualität ist gefragt

Anzahl*: 8

Mitglieder*: 42.514

Umsatz 2008*: 539 Mio. EUR

*Viehvermarktung


Lebensmittel

Die 19 Obst- und Gemüsegenossenschaften beliefern Super

märkte oder arbeiten in der Produktveredlung. Ihr Umsatz

betrug 2008 rund 79,2 Millionen Euro. Auch in der Biobranche

sind verstärkt genossenschaftliche Neugründungen zu beobachten.

So entscheiden sich viele Betreiber von Unternehmen,

die mit Fairtrade- oder Bioprodukten handeln, für die demokratische

Unternehmensform. Insbesondere für Biobauern

sind die Vernetzungs-und Absatzmöglichkeiten, die die eG

bie tet, attraktiv.

Das Bäckergewerbe verfügt mit den vier Bäko-Genossenschaften

und ihrer Zentrale über einen eigenen Großhandel

für Bäcker- und Konditorenbedarf. Allein die Zentrale erwirtschaftete

2008 rund 645 Millionen Euro Umsatz. Auch im Lebensmittelgroßhandel

finden sich diverse Genossenschaften.

So gehört der GES Großeinkaufsring des Süßwaren-und Getränkehandels

mit einem Umsatz von 871 Millionen Euro zu

den Riesen der Branche.

Milch

In der Milchindustrie ist das Genossenschaftswesen ebenfalls

traditionell stark verankert. Bayerns 26 Molkereigenossenschaften

und ihre beiden Zentralen (Bayerische Milch indus trie

eG und Bayernland eG) erwirtschafteten 2008 fast 2,65 Milliarden

Euro. Zudem gibt es 154 Milchpacht- und Milchliefergenossenschaften,

die dafür sorgen, dass die Milch vom Bauernhof

zu den Molkereien gelangt. Insgesamt arbeiteten rund

3.400 Menschen für die Milch eGs.

Kultur, Bildung und Soziales

Immer mehr Menschen nutzen die eG zur Förderung ihrer

sozialen und kulturellen Belange. Das neue Genossenschaftsgesetz

öffnet die Genossenschaft auch für ideelle Zwecke und

bietet damit eine Alternative zum gemeinnützigen Verein. In

Brennberg in der Oberpfalz organisierte eine Genossenschaft

zum Beispiel die Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes,

das jetzt als Ausstellungsraum und Gemeindezentrum

dient. Aber auch in der kommerziellen Erwachsenenbildung

oder als Träger von Privatschulen sind eGs aktiv.

22 – 23

Obst und Gemüse

Anzahl : 19

Mitglieder : 8.472

Umsatz 2008 : 79,2 Mio. EUR

Das weiße Gold

Anzahl : 28

Mitglieder : 15.106

Umsatz 2008 : 2,65 Mrd. EUR

Wasser

In Bayern existieren 39 Wasserleitungsgenossenschaften.

Erfolgreiche Neugründungen in den letzten Jahren zeigen, welche

Potenziale für die Wasserversorgung in der genossenschaftlichen

Unternehmensform stecken. So ermöglicht eine genossenschaftliche

Wasserversorgung in abgelegenen Gegenden

starke Kostenersparnisse, wie das Beispiel der Holzhausener-

Wasser-Abwasser-Genossenschaft (Howag eG) zeigt.

Forst- und Holzwirtschaft

Zunehmend entscheiden sich auch Waldbesitzer für die

eG als Rechtsform. Derzeit zählt der GVB elf Forstgenossenschaften.

Im Vergleich zum eingetragenen Verein bietet die

Genossenschaft eine Reihe von steuerlichen und rechtlichen

Vorteilen. Zwei Holzverarbeitungsgenossenschaften, eine gemeinschaftlich

getragene Waldsäge und eine Einkaufsgenossenschaft

für Forstbedarf sind weitere Beispiele für eGs in der

Branche.

Nahversorgung

Für immer mehr Menschen gewinnt der Einkauf von regionalen

Produkten vor Ort an Bedeutung. Davon profitiert

auch die Unternehmensform Genossenschaft. Im GVB sind

22 genossenschaftliche Dorfläden Mitglieder. Die Tendenz ist

stark steigend. Sie sorgen dafür, dass vor allem ältere Menschen

sich vor Ort mit dem Nötigsten versorgen können. Andere

haben sich auf den Vertrieb von regionalen Lebensmitteln

spezialisiert. So helfen Genossenschaften, die regionale

Wirtschaft zu fördern, Traditionen zu bewahren und Strukturen

im ländlichen Raum zu erhalten.

Transport

Viele Taxler haben sich im Freistaat zu Taxizentralen zusammengeschlossen.

Die 17 Taxigenossenschaften beschäftigen

rund 200 Mitarbeiter und machten 2008 einen Umsatz

von rund elf Millionen Euro.

Wasser marsch !

Anzahl : 39

Mitglieder 3.857

Umsatz 2008 1 Mio. EUR

Gut Holz !

Anzahl : 11

Mitglieder : 2.010

Umsatz 2008 : 2,9 Mio. EUR

Direkt vor Ort

Anzahl : 22

Mitglieder : 2.124

Umsatz 2008 : 3,8 Mio. EUR

Auf geht’s !

Anzahl : 17

Mitglieder : 2.927

Umsatz 2008 : 11 Mio. EUR


Ländliche Warenversorgung

Die meisten Mitglieder und den größten Bekanntheitsgrad

haben in Bayern zwei Genossenschaftsgruppen, die allein

64 Prozent aller Mitglieder unter ihrem Dach vereinen : Die

Raiffeisen Warengenossenschaften und die Volksbanken und

Raiffeisenbanken.

Im Landhandel und in der Landwirtschaft sind die Raiffeisen

Warengenossenschaften eine der wichtigsten Stützen des

ländlichen Raums. Als Bezugs- oder Absatzgenossenschaften

bündeln sie die Nachfrage ihrer Mitglieder, um bei Ein- oder

Ver kauf bessere Preise zu erhalten. Insgesamt sind 88 Kreditgenossenschaften

mit einem Lagerhaus im Warengeschäft

tä tig. Dazu kommen 22 weitere Genossenschaften und 32 sonstige

Gesellschaften im Landhandel. Zusammen erwirt schaf teten

sie 2008 einen Umsatz von rund 686 Millionen Euro. Die

Mit glieder der Raiffeisengenossenschaften und der ländlichen

Warengenossenschaften profitieren in hohem Maß von gewach

senen Netzwerken. Seit 1923 steht die BayWa AG in allen

Sparten des Agrarhandels als Warenzentrale und Handelspartner

zur Verfügung.

kreditwirtschaft

Im genossenschaftlichen Finanzverbund vernetzen die

Volks banken und Raiffeisenbanken und die Verbundunternehmen

den lokalen Heimatmarkt mit dem Allfinanzangebot der

internationalen Finanzmärkte. Ob Girokonto, Sparbuch, Hypo

thekendarlehen, Leasing, Bausparen oder Fondsgeschäft :

Durch die Zusammenarbeit im Finanzverbund garantieren die

bayerischen Kreditgenossenschaften die Versorgung der Bevölkerung

mit Finanzdienstleistungen jeder Art. Als Partner

des Mittelstandes betreuen bayernweit 317 Volksbanken und

Raiffeisenbanken mit einer Bilanzsumme von 114,3 Milliarden

Euro und rund 35.000 Mitarbeitern in 3.189 Bankstellen rund

sieben Millionen Kunden. Mit ihrer Vielzahl an Filialen stellen

sie das dichteste Geschäftsstellennetz aller Bankengruppen

in Bayern. Jede Ortsbank ist Teil des gesamten genossenschaftlichen

Finanzverbundes und bleibt dennoch selbstständige

Bank. Das heißt, sie kann eigenständig über die von ihr

angebotenen Produkte und Finanzierungen entscheiden. Diese

Entscheidungsfreiheit, die dezentralen Strukturen und die

Fokussierung auf das Geschäft im Heimatmarkt machen die

Volksbanken und Raiffeisenbanken stabil und sicher.

24 – 25

Aus Tradition gut !

Anzahl*: 54

Mitglieder*: 15.315

Umsatz 2008*: 686 Mio. EUR

*Bezugs- und Absatzgeschäft

Sicher im Plus !

Anzahl: 317

Mitglieder : 2,4 Mio.

Umsatz 2008 : 114,3 Mrd. EUR

Interview : Milchmarkt mit Zukunft

DR. h.c. STEPHAN GÖTZL

Über Veränderungen und Chancen

der bayerischen Milcherzeugerbranche


Milchmarkt mit Zukunft

Interview mit Dr. h.c. Stephan Götzl

Die bayerische Milchwirtschaft steht vor großen Herausforderungen : So steigt weltweit

zwar die Nachfrage nach Milch und Milchprodukten stärker als das Angebot. Doch die deutlich

schwankenden Preise auf dem freien Weltmarkt sorgen bei den Milcherzeugern für Verunsicherung.

Im Interview erklärt GVB-Präsident Dr. h.c. Stephan Götzl, inwiefern die bayerische

Milcherzeugerbranche umdenken und sich neuen Strukturen annähern muss, um an den

Wachstumsmärkten teilnehmen zu können.

Herr Dr. Götzl, hat es noch Sinn,

für die Milchquote zu kämpfen ?

Wie wahrscheinlich ist ein

»Zurück« zur Milchquote ?

Dr. h.c. Stephan Götzl

Dr. h.c. Stephan Götzl ist seit 2005 Verbandspräsident und Vor standsvorsitzender

des Genossenschaftsverbands Bayern. Nach einer kauf män -

ni schen Stammhauslehre bei Siemens und dem Abschluss als Diplom-

Kaufmann an der Friedrich-Alexander-Universität in Nürn berg begann

Stephan Götzl als Organisationsleiter der Siemens Zweigniederlassung

in Berlin seine berufliche Laufbahn. Nach Stationen als Berater bei

Kienbaum, als Staatssekretär für Umwelt und Gesundheit in Rheinland-

Pfalz sowie bei der Pfleiderer AG wurde Götzl 1999 zum Hauptgeschäftsführer

und im Jahr 2002 zum Präsidialmitglied der Vereinigung der

Bayerischen Wirtschaft ernannt.

»Politische Mehrheiten werden sich mit Forderungen nach

umfassenden Mengen- und Preissteuerungsmodellen in Euro

pa und Deutschland wohl nicht mehr organisieren lassen.

Auch das Bundeskartellamt hat sich zu Monopol- und Kartellmodellen

in der Milchwirtschaft eindeutig geäußert. Anfang

November hat der Agrarministerrat der Europäischen Union

den Fahrplan für die Jahre bis zum definitiven Auslaufen der

europäischen Milchquote festgelegt. Die Milchquote wird in

den Quotenjahren 2009 / 2010 bis 2013 / 2014 um jeweils ein

Prozent aufgestockt. Und auch die Beschlüsse auf nationaler

Ebene zeigen : Der Weg in eine zunehmende Liberalisierung

des Milchmarktes und damit das Auslaufen der staatlichen

Men gensteuerung ist beschlossene Sache. Alle sollten das nun

akzeptieren und die notwendigen Schlüsse daraus ziehen. Es

ist schon viel Zeit verloren gegangen, leider !«

28 26 – 28 27

Wie soll es jetzt weitergehen ?

Auf dem Weltmarkt zu

beste hen, wird in Zukunft

deutlich schwieriger sein.

Werden die Milchbauern

jetzt ausschließlich für den

Binnenmarkt produzieren ?

Die Umstellung wird einige

Milchbauern hart treffen.

Auf welche Veränderungen

müssen sie sich einstellen ?

Die bayerische Milchwirtschaft

darf also die Augen

nicht länger vor der Realität

verschließen ?

»Die Politik, die Verbände und auch die Bauern selbst stehen

jetzt in der Verantwortung, den Übergang in einen liberalisierten

Markt zu organisieren. Das Leitbild ist für mich dabei

das der Sozialen Marktwirtschaft. Die staatliche Ebene kommt

nicht umhin, klare und verlässliche Rahmenbedingungen zu

setzen. Verbände, Molkereien und Milchbauern stehen deshalb

in der Verantwortung, die notwendigen unternehmerischen

Entscheidungen vorzubereiten.

Sich gänzlich vom Exportmarkt abzukoppeln mag für den einen

oder anderen Nischenproduzenten durchaus kein Problem

sein. Jedoch produzieren heute viele Erzeuger für einen liberalisier

ten globalen Markt. Auch diese Erzeuger möchten das

in Zukunft zu Konditionen tun, die es ihnen erlauben, ihre Produktionskosten

zu decken und Unternehmergewinne zu erzielen.

Eine Marktbeschränkung zulasten anderer ist dabei nicht

fair oder gerecht. Zudem verstoßen die bisherigen vorgelegten

Men gen- und Preissteuerungsmodelle und -instrumentarien

gegen internationales Handelsrecht.«

»Zu einem ehrlichen Umgang mit Milcherzeugern wie auch

Verarbeitern gehört die klare und zweifelsfreie Feststellung,

dass große Kosten- und Leistungsunterschiede zwischen den

einzelnen Betrieben und Unternehmen existieren. Dies wird –

wie in der Vergangenheit auch – zukünftig dazu führen, dass

es weiterhin einen strukturellen Anpassungsprozess gibt. Die

zukunftsgerichtete wettbewerbsfähige Weiterentwicklung von

Landwirten und Verarbeitungsbetrieben basiert darauf, dass

solche Betriebe aus dem Markt ausscheiden, die ihre Wettbewerbsfähigkeit

verloren haben.«

»Nur wer Veränderungen und deren Chancen frühzeitig

an geht, der kann die letztendlich unumgänglichen Anpassungsprozesse

aktiv steuern. Nur wer Veränderungen offen gegenübersteht,

kann den marktwirtschaftlichen Übergang für die

betroffenen Milcherzeuger und Molkereiunternehmen vermögenserhaltend

und sozial verträglich meistern. Wer die Zukunft

des Milchstandortes Bayern sichern will, darf sich den

Realitäten nicht verweigern. Der Genossenschaftsverband

Ba yern stellt sich diesen Realitäten im Interesse der Milcherzeuger

wie der Molkereiwirtschaft.«


28 30 – 29

30


finanzverbund – Vielfältig und dezentral

Mit dem Finanzverbund und weiteren Kooperationspartnern bieten die Volksbanken und

Raiffeisenbanken ihren Kunden ein umfassendes, aufeinander abgestimmtes Dienstleistungs-

und Produktangebot. Hier die wichtigsten Partner im Überblick :

Der genossenschaftliche Finanzverbund und die Kooperationspartner

der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken

DZ Bank AG und WGZ Bank AG : Zentralbanken

Bausparkasse Schwäbisch Hall AG : Baufinanzierer

Münchener Hypothekenbank eG, DG Hyp AG,

WL BANK AG Westfälische Landschaft Bodenkreditbank : Hypothekenbanken

R+V Versicherung AG, Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG,

Versicherungskammer Bayern, SDK Süddeutsche Lebensversicherung a. G. : Lebensversicherung

R+V Versicherung AG, Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG, Sachversicherung

Versicherungskammer Bayern :

R+V Versicherung AG, Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG,

Versicherungskammer Bayern, SDK Süddeutsche Krankenversicherung a. G. : Krankenversicherung

Union Investment Gruppe : Fondsgesellschaft

VR Leasing Gruppe : Leasinggesellschaft

Team Bank AG : Konsumentenkredit

DZ Bank International (Luxemburg), DZ Privatbank AG : Auslandstöchter

Pensionskasse der Genossenschaftsorganisation VVaG : Altersversorgung

dienstleister im genossenschaftlichen Verbund in Bayern

Fiducia IT AG : IT Dienstleister

Deutscher Genossenschafts-Verlag eG : Verlag und Medien

VR-Marketing GmbH, Center-Werbung GmbH : Marketingservices

Raiffeisen- und Volksbanken Touristik GmbH : Touristik

GGB Beratungsgruppe GmbH : Beratung

VR Gewinnsparverein Bayern e.V. : Gewinnsparen

30 – 31

finanzverbund – einlagengeschäft 31. 12. 2008 136,5 Mrd. EUR

66,2 %

Betreutes

Kundenanlagevolumen

90,4 Mrd. EUR

finanzverbund – kreditgeschäft 31. 12. 2008 75,1 Mrd. EUR

86,2 %

Betreutes

Kundenkreditvolumen

64,7 Mrd. EUR

Die Verbundbilanz stellt die Betreuungs- und Vermittlungsleistung der bayerischen Volksbanken

und Raiffeisenbanken im Zusammenhang dar. Sie umfasst sowohl das bilanzielle Anlage-

und Kreditvolumen als auch die Vermittlungsleistung an die Verbundunternehmen.

* 1 Bausparkasse Schwäbisch Hall

33,8 %

Außerbilanzielles

Kundenanlagevolumen

46,1 Mrd. EUR

13,8 %

Außerbilanzielles

Kundenkreditvolumen

10,4 Mrd. EUR

8,1 % Union Investment

5,2 % BSH* 1

7,4 % Versicherungen

0,3 % Sonstige

12,8 % Depot B

1,5 % Versicherungen

4,0 % BSH* 1

1,2 % Team Bank / VR Leasing

7,1 % Hypothekenbanken


Mitsprache durch Beteiligung

In dezentralen Strukturen muss sichergestellt sein, dass Basis und Verbundunternehmen

auch mit einer Stimme sprechen und an einem Strang ziehen. Um aus der dezentralen Vielfalt

eine schlagkräftige und konkurrenzfähige Einheit zu formen, wurde daher ein engmaschiges

Beteiligungsnetz gesponnen, das Einfluss und Mitsprache garantiert. Darüber hinaus sichern

die Beteiligungen aber auch einen Anteil am Wertzuwachs der Verbundunternehmen.

Die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-Aktiengesellschaft (BRB) und die Beteiligungs-

Aktiengesellschaft der bayerischen Volksbanken (BVB) bündeln als Holdings die Beteiligungen

der bayerischen Kreditgenossenschaften. Die strategisch und geschäftspolitisch wichtigste Beteiligung

der Holdings ist der Aktienanteil in Höhe von 10,5 Prozent an der DZ Bank AG. Zudem

besitzen beide Holdings Anteile an der R+V Versicherung AG, der DZ International, der DG Hyp

und der Münchener Hypothekenbank. Die Raiffeisen-Beteiligungsgesellschaft bündelt darüber

hinaus 34,7 Prozent der Aktien an der BayWa AG. Mit den direkten Beteiligungen der Primärstufe

gehört das Agrarinstitut insgesamt zu 41,6 Prozent den bayerischen Raiffeisenbanken.

GVB Beteiligungen

Der GVB selbst hält Beteiligungen an Unternehmen, die für die bayerische Genossenschaftsorganisation

bedeutsam sind, ohne selbst ein Teil des genossenschaftlichen Verbundes zu sein.

Dazu zählt unter anderem die Bayern-Versicherung AG.

Persönliches Engagement

Neben dem hohen finanziellen Einsatz der Genossenschaften vor Ort steht als zweiter

Erfolgsfaktor der genossenschaftlichen Einheit auch das Engagement der Menschen in den

Gremien und Beiräten des Verbundes. 678 Mandate in Bayern, Deutschland und Europa werden

von den bayerischen Vorständen der Genossenschaften wahrgenommen, um die Interessen

der bayerischen Genossenschaften vernehmbar zu vertreten.

32 – 33

Fazit

Gemeinsam sichern die bayerischen Genossenschaften mit ihrem Einsatz das Vertrauen

ihrer Kunden und den wirtschaftlichen Erfolg in der bayerischen Heimat. Sie praktizieren ein

nachhaltiges und verlässliches Geschäftsmodell, das genügend Kapital für nötige Investitionen

der Wirtschaft und Bevölkerung bereitstellt. Damit prägen sie den Wirtschaftsstandort Bayern

durch nachhaltige Unternehmensziele, langfristige Planung und Förderung des wirtschaftlichen

Erfolgs der Menschen in Bayern.


Konrad Irtel : Genossenschaften sind Wertegemeinschaften, nicht nur Wirtschaftsbetriebe.

Erlebbare Partnerschaft und Mitverantwortung für die Menschen und Wirtschaft

unserer Region sind unsere Handlungsmaxime.


Bekenntnis zu Bayern

Für Land, Kultur und Menschen

Bayern ist Genossenschaftsland

Kein anderes Bundesland in Deutschland weist so viele Genossenschaften pro Einwohner

auf wie der Freistaat. Überwiegend in ländlichen Gebieten angesiedelt, setzen sie mit ihrer

Arbeit die Prinzipien Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung in die Praxis um.

Ihre nachhaltige Geschäftsstrategie basiert darauf, die Kunden und deren Heimatregion in

den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu stellen. Sie sind in gut drei Viertel aller Wirtschaftszweige in

Bayern vertreten und zeichnen sich besonders durch Stabilität, Verantwortung und langfristiges

Handeln aus. Das macht sie nicht nur zu einem verlässlichen Tragpfeiler der Gesellschaft,

sondern auch zu einem prägenden Bestandteil der bayerischen Wirtschaft.

Genossenschaften bringen Leben in den ländlichen Raum

Rund 80 Prozent der Fläche des bayerischen Freistaats weisen eine ländliche Struktur auf.

Dass in diesen Gebieten über sieben Millionen Menschen – und damit mehr als in den bayerischen

Städten und Ballungszentren – leben, spricht für eine lebendige Wirtschaftsgrundlage

auf dem Land. Wo andernorts durch die zunehmende Landflucht nach und nach ganze Regionen

aussterben, sorgt in Bayern eine vielfältige und tief verankerte Mittelstandskultur für attrak tive

Lebensbedingungen in weiten Teilen des ländlichen Raums. Die Genossenschaften sind Teil

dieses Mittelstandes. Sie haben als sichere Arbeitgeber und Investoren eine wichtige Rolle in

Bayern inne. Im Freistaat stehen an die 66.000 Menschen in den Diensten eines genossenschaftlichen

Unternehmens. Rund 35.000 davon arbeiten bei einer Volksbank oder Raiffeisenbank

oder im dazugehörigen Warengeschäft, 31.000 Mitarbeiter setzen sich beruflich für den

wirtschaftlichen Erfolg der Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften ein. In Bayern sichert

das Genossenschaftswesen direkt und indirekt jedem sechsten Erwerbstätigen den Arbeitsplatz.

Mit 4.000 Auszubildenden gehören die Genossenschaften zum bedeutendsten Ausbilder

im Freistaat. Durch ihre Verwurzelung in den ländlichen Regionen verschaffen die bayerischen

Genossenschaften den Menschen da einen Arbeitsplatz, wo diese le ben und zu Hause sind.

Eng verwoben mit ihrer Heimat, tragen sie so dazu bei, das soziale Ge füge, die Lebendigkeit und

die wirtschaftliche Attraktivität der ländlichen Gebiete zu erhalten.

Die Wirtschaftskraft der Genossenschaften stärkt Bayerns Wirtschaft : Von den ungefähr

1,2 Milliarden Euro, die den Beschäftigten bayerischer Genossenschaften jedes Jahr an Nettoeinkom

men zur Verfügung stehen, fließt ein großer Teil in die regionale Infrastruktur. Der lokale

Einzelhandel floriert dadurch und die ländlichen Versorgungsstrukturen bleiben erhalten.

Durch Aufträge an mittelständische Unternehmen in der Region und durch zuverlässige Investitionen

in Projekte vor Ort tragen die bayerischen Genossenschaften ihren Teil dazu bei, dass

die regionalen Wirtschaftskreisläufe in Schwung bleiben.

36 – 37

66.000

Menschen stehen im Dienst eines genossenschaft -

lichen Unternehmens in Bayern. Mit 4.000 Auszubildenden

gehören die Genossenschaften zu den bedeutendsten

Ausbildern im Freistaat.

35.000

Menschen arbeiten bei einer Volksbank oder

Raiffeisenbank oder im dazugehörigen Waren

geschäft

KREDITGENOSSENSCHAFTEN: MOTOR FÜR DEN LÄNDLICHEN RAUM

31.000

Menschen arbeiten bei Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften

Nettoeinkommen aller Beschäftigten bei Kreditgenossenschaften (in Mio. EUR) : 800

Mitglieder bei Kreditgenossenschaften (Anteil an der Bevölkerung in %) 19

Gremienmitglieder im Ehrenamt bei Kreditgenossenschaften 2.334

Von Kreditgenossenschaften ausgegebenes Kreditvolumen (in Mrd. EUR) : 61,9

Bestand an Wohnungsbaukrediten (in Mrd. EUR) : 31,5


Den demokratischen Geist fördern und stärken

Genossenschaften bereichern nicht nur die bayerische Wirtschaft – sie prägen auch die

Gesellschaft. Rund 2,7 Millionen Bürger, also jeder vierte Erwachsene in Bayern, sind Mitglied

einer Genossenschaft. Alle Mitglieder verfügen über eine Stimme, die in den Gremien der

Genossenschaften gleich viel zählt. Als Eigentümer und Mitglieder der General- oder Vertreterversammlung

entscheiden sie über die Strategie ihres Unternehmens. Über 5.600 Mitglieder

von Genossenschaften engagieren sich als Aufsichtsräte oder ehrenamtliche Vorstandsmitglieder

in ihren Unternehmen. Diese zutiefst demokratischen Strukturen bilden von jeher die

Basis des Genossenschaftswesens. Das unmittelbare Einbeziehen der Menschen vor Ort in die

Geschicke ihrer eG bringt die starke Verbundenheit mit der Region zum Ausdruck. Genossenschaften

entwickeln, stärken und fördern damit bereits im Kleinen den demokratischen Geist,

der zu den Grundfesten des Freistaats Bayern gehört.

Ganz nach demokratischen Prinzipien handeln auch die Volksbanken und Raiffeisenbanken

in Bayern. Im ländlichen Raum haben sie sich eine besonders starke Stellung erhalten. Von

Beginn des Genossenschaftswesens an versorgen sie hier die Menschen und Unternehmen

mit Krediten und Bankdienstleistungen. Für viele Kunden ist es gelebte Tradition, einer Volksbank

oder Raiffeisenbank ihr Vertrauen zu schenken. Die Präsenz vor Ort ist grundlegend für

das Geschäftsmodell der Genossenschaftsbanken. Im Gegensatz zu den Privatinstituten bauten

die bayerischen Kreditgenossenschaften ihre Geschäftsstellen im Laufe der Zeit zum dichtesten

Filialnetz aller Bankengruppen aus. Aktuell stehen Privat- und Firmenkunden in ganz

Bayern 3.189 Geschäftsstellen genossenschaftlicher Banken zur Verfügung.

Investieren und finanzieren – in und für die Region

Als größte Gruppe innerhalb der bayerischen Genossenschaftsorganisation und als bedeutendster

Geldgeber für Privatkunden und gewerbliche Mittelstandskunden sichern die Kre ditgenossenschaften

mit ihren Investitionen den Wirtschaftsfluss und die Weiterentwick lung der

Regionen in allen Teilen Bayerns. Im Jahr 2008 lag das Volumen der von bayerischen Volksbanken

und Raiffeisenbanken ausgegebenen Kredite bei 61,9 Milliarden Euro. Davon waren 27,8 Milliarden

Euro Firmenkundenkredite und 32,8 Milliarden Euro Privatkundenkredite. 4,1 Milliarden

Euro des Gesamtkreditvolumens liegen im Land- und Forstwirtschaftsbereich.

Auch bei der Immobilienfinanzierung spielen die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken

eine bedeutende Rolle. Im Jahr 2008 verbuchten sie einen Bestand an Wohnungsbaukrediten

in Höhe von 31,6 Milliarden Euro. Der Anteil an Privatkundenkrediten betrug hierbei

24,6 Milliarden Euro. Eine große Mehrheit der bayerischen Bevölkerung sieht im eigenen

Haus oder der eigenen Wohnung immer noch die beste Geldanlage und sicherste Altersvorsorge.

Davon entscheidet sich mehr als ein Fünftel für eine Baufinanzierung mit einer Volksbank

und Raiffeisenbank.

38 – 39

3.189 Geschäftsstellen

genossenschaftlicher

Banken in Bayern


Genossenschaftlich versorgt

enPlus – die neu gegründete Erdgas-Einkaufsgenossenschaft

Unabhängig und der Region verpflichtet

Um ihren Kunden auch künftig stabile Energiepreise bieten

zu können, riefen neun fränkische Versorgungsunternehmen

zum Jahresbeginn 2008 die Erdgas-Einkaufsgenossenschaft

»enPlus« ins Leben. 100 Millionen Euro Umsatz sollten im ersten

Geschäftsjahr erwirtschaftet werden. Diese Vorgabe hat

der Gasverbund nicht nur erreicht, sondern wird sie wahrscheinlich

noch übertreffen. Die Umsatz-Prognose für das erste

vollständige Geschäftsjahr beläuft sich auf 140 bis 150 Millionen

Euro.

40 – 41

enPlus in Zahlen

Gegründet : 2008

Mitglieder : 10 Energieversorger

Umsatz (geplant) : 140 Mio. EUR

Die Idee hinter enPlus ist einfach : Die Genossenschaft bündelt die Gasbeschaffung der

Mitglieder und senkt dadurch den Lieferpreis. »Dabei war die Gesellschaftsform einer Genossenschaft

die beste Wahl«, sagt Norbert Menke, Geschäftsführer der Würzburger Versorgungs-

und Verkehrs-GmbH und Vorstand des Energieverbundes enPlus. »Die Rechtsform

der eG bietet neben den steuerlichen Vorteilen ein hohes Maß an Transparenz für die Mitgliedsunternehmen

und schafft leichte Einstiegsmöglichkeiten für neue Partner«, so Menke.

Denn enPlus strebe die künftige Partnerschaft mit weiteren, vor allem kommunalen Energieversorgern

und anderen großen Gasverbrauchern an.

Ursprünglich waren die Versorgungsunternehmen der Städte Bamberg, Ebermannstadt,

Erlangen, Forchheim, Fürth, Herzogenaurach, Hof, Neustadt bei Coburg und Würzburg am

Erdgasverbund beteiligt. Durch den Beitritt der Bayreuther Energie- und Wasserversorgungs-

GmbH hat sich die Anzahl der Mitglieder mittlerweile auf zehn erhöht. Für weitere Mitglieder

ist man offen. Das Interesse nationaler und internationaler Unternehmen, mit der fränkischen

Versorgungsgenossenschaft ins Geschäft zu kommen, ist groß. Firmenvertreter von Warengenossenschaften

und Dienstleistungsgenossenschaften aus England, Frankreich, Italien und

sogar aus den USA geben ihre Angebote ab. »Denn mit einer Erdgasgesamtmenge von insgesamt

sieben Milliarden Kilowattstunden sind wir jetzt auch für Großanbieter attraktiv«, sagt Menke.

Die enPlus unterscheidet sich sowohl durch ihre wirtschaftliche Bedeutung für die Region

als auch durch ihren Beitrag zum Klimaschutz von den großen Energiekonzernen in Deutschland

: Die regionale Einbindung und Unabhängigkeit des Unternehmens sichern ein Höchstmaß

an Wertschöpfung im ganzen Umkreis. »Durch Arbeitsplätze, steuerliche Abgaben und Investitionen

profitieren die unterschiedlichsten Wirtschaftsbereiche der Region«, so Menke. Das

Unternehmen habe sich zudem vorgenommen, durch moderne umweltgerechte Anlagen die

Klimaschutzziele der Bundesregierung in der Region schnell umzusetzen. Und das nicht nur

beim Gas : Künftig soll auch die Strombeschaffung durch die Hände der Genossenschaft gebündelt

werden.

Sozial, nachhaltig und solidarisch wirtschaften

Beachtliche Dimensionen erreichen die bayerischen Genos

senschaften mit ihrem gesellschaftlichen Engagement. Neben

dem Erreichen ihrer wirtschaftlichen Ziele zum Wohle ihrer

Mitglieder steht für sie auch die soziale und kulturelle Entwicklung

ihrer Heimat im Mittelpunkt. Gemäß ihrer genossenschaftlichen

Ausrichtung, in der Region für die Region zu wirtschaften,

schaffen sie durch Investitionen und die Bereitstellung von

Arbeitsplätzen Sicherheit und Stabilität.

Darüber hinaus übernehmen sie mit ihrem breit gestreuten

Engagement für karitative, gemeinnützige und sportliche Zwecke

gesellschaftliche Verantwortung. So stellten insbesondere

die Genossenschaftsbanken, die Raiffeisen / Schulze-Delitzsch-

Stiftung und der Gewinnsparverein, die Lotterie der bayerischen

Volksbanken und Raiffeisenbanken, seit dem Jahr 2000

rund 55 Millionen Euro für gesellschaftliche Zwecke zur Verfügung.

Zahlreiche weitere Stiftungen von Genossenschaften

und genossenschaftlichen Unternehmen fördern zudem Menschen

und Ideen im Freistaat. Für Bayern ist die Spendenleistung

insbesondere der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken

sozial elementar. Für die Kreditgenossenschaften

bedeutet das gelebte Verantwortung und Erfolg weit über den

ökonomischen Nutzen hinaus.

Mit vereinten Kräften

Auch im landwirtschaftlichen Sektor sorgen die Genossenschaften

in Bayern für Sicherheit und Stabilität. Denn Bayern

ist trotz rasanter Entwicklungen im Dienstleistungs- und Hightech-Bereich

immer noch stark landwirtschaftlich geprägt.

Durch seine Entstehungsgeschichte ist das Genossenschaftswesen

hier fest verwurzelt. Insbesondere in Zeiten des staatlichen

Subventionsabbaus und der Globalisierung der Märkte

profitieren Landwirte durch die Mitgliedschaft in oder die Zusammenarbeit

mit Genossenschaften. Die Bündelung ihrer

Kräfte verhilft ihnen zu größeren wirtschaftlichen Erfolgen und

zu einer schlagkräftigeren Marktkraft. Am Beispiel der Milchwirtschaft

wird dieser Effekt besonders deutlich. Im vergangenen

Jahr war es wegen der nachteiligen Entwicklung auf dem

Milchmarkt für gut die Hälfte der bayerischen Milchbauern

besonders wertvoll, in der genossenschaftlichen Milchverarbeitung

organisiert zu sein. Um dauerhaft gute Preise zu erzielen,

steht der bayerischen Milchbranche ein tief greifender

Genossen machen mobil

Seit 2007 machen die bayerischen

Volksbanken und Raiffeisenbanken

mobil. Bis heute haben sie über

350 VR-Mobile der Marke VW Fox

an soziale, gemeinnützige und

kari tative Einrichtungen im Frei -

staat gespendet. Dem VR-Mobil

wurde 2008 ein großer Bruder zur

Seite gestellt : das VR-Mobil XXL.

In einer gemeinsamen Aktion mit

dem Bayerischen Rundfunk stif -

teten die bayerischen Volksbanken

und Raiffeisenbanken im November

2008 insgesamt sieben VW-

Transporter. Die Gewinner ermittelte

Bayern 1 im Sendeformat

»Bayerns beste Bayern« aus über

1.600 Bewerben.


Strukturwandel bevor. Mit starken Verbänden wie dem GVB und dem Deutschen Raiffeisenverband

(DRV) im Rücken haben die genossenschaftlichen Molkereiunternehmen jedoch die

besten Voraussetzungen, diese neue Marktverantwortung gemeinsam mit den Erzeugern

wahrzunehmen und erfolgreich neue Chancen zu ergreifen.

Gut versorgt im gesamten Freistaat

Die bayerischen Kreditgenossenschaften versorgen den Freistaat flächendeckend mit Finanzmitteln

und Bankdienstleistungen. Regionale Vermarktungsgenossenschaften sichern die

Wertschöpfungskette vor Ort, indem sie die Produktion, Verarbeitung und den Konsum von

Lebensmitteln innerhalb einer Region fördern. Und immer mehr Beispiele in Bayern zeigen, dass

auch Aufgaben der öffentlichen Hand erfolgreich von genossenschaftlichen Trägern übernommen

werden können. Denn Unternehmen mit ausschließlich gewinnorientierter Ausrichtung

zeigen meist wenig Interesse an Investitionen in ländlichen Gebieten.

Genossenschaftliche Unternehmen dagegen eignen sich aufgrund ihrer demokratischen

und mitgliederorientierten – in diesem Falle bürgerorientierten – Ausrichtung bestens, um öf -

fentliche Bereiche im Sinne der Bevölkerung zu versorgen. Das zeigt beispielsweise die wachsende

Anzahl an Energie- und Wassergenossenschaften. Dort, wo in ländlichen Gebieten die

örtliche Nahversorgung wegzubrechen droht, weil großen Supermarktketten hier der Betrieb

kleiner Filialen zu wenig Gewinn verspricht, gründen immer mehr Bürger Dorfladengenossenschaften.

Die Rettung des örtlichen Schwimmbades oder das gemeinschaftliche Betreiben

eines Kindergartens könnten weitere Beispiele für praktische Selbsthilfe durch Genossenschaften

sein. Mit der eG lässt sich so nicht nur die Versorgung sichern, sondern auch die Zukunft.

42 – 43

Interview : Gegen Luftblasen und Scheingewinne

Erhard Gschrey

Über die Verbesserungen des

Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes

(BilMoG)


Gegen Luftblasen und Scheingewinne

Der GVB begrüßt die Verbesserungen des BilMoG zugunsten des Mittelstandes

Der Entwurf des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) sieht die umfassendste

Reform der handelsrechtlichen Rechnungslegung in Deutschland seit dem Bilanzrichtliniengesetz

aus dem Jahre 1985 vor. Zentraler Punkt der Reformbestrebungen ist die Stärkung der

Informationsfunktion des Jahresabschlusses. Durch die Abschaffung einer Vielzahl von Wahlrechten

und durch die Annäherung einzelner Vorschriften an internationale Standards sollte

das deutsche Bilanzrecht im internationalen Vergleich gestärkt werden. Der GVB hat im Laufe

des Gesetzgebungsverfahrens immer wieder vor der unkritischen Übernahme der Fair-Value

Bilanzierung in das deutsche Bilanzrecht gewarnt. Die Auswirkungen der Finanzkrise haben

die Schwachpunkte offengelegt, sodass die langjährige Kritik des GVB nicht ungehört verhallte

und bedeutende Verbesserungen zugunsten des Mittelstandes erreicht werden konnten.

Herr Gschrey, warum hat sich

in den Beratungen zum BilMoG

das Blatt zugunsten des

Mittelstandes gewendet ?

Erhard Gschrey

WP / StB Erhard Gschrey wurde Anfang 1994 in den Vorstand des Genossen -

schaftsverbands Bayern berufen, 2008 ernannte ihn der Verbandsrat zum

stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden. Gschrey trat 1970 als Prüfungsdienstanwärter

in den GVB ein, 1984 erfolgte die Bestellung zum Wirt -

schaftsprüfer. Erhard Gschrey ist Lehrbeauftragter für Rechnungswesen

der Banken an der Universität Bayreuth und Dozent beim MBA Studiengang

der Universität Augsburg »Corporate Finance and Rating«. Seit 2001

leitet er als Bundesvorsitzender den DGRV-Fachausschuss für Rechnungs -

legung und Prüfung. Beim Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland

(IdW) ist Gschrey Mitglied des Verwaltungsrates, 2005 wurde er ins Fach -

gremium MaRisk bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

(BaFin) berufen.

»Die Finanzkrise und vor allem die Ausweitung der Folgen

auf die Realwirtschaft in den letzten Monaten hat den Beteiligten

am Gesetzgebungsverfahren erst so richtig vor Augen

ge führt, welche verheerenden Folgen die Einführung der Fair-

Value-Bewertung für die deutschen Unternehmen gehabt hätte.

Diese Bewertungsmethode hat sich als Brandbeschleuniger

bei der Finanzmarktkrise erwiesen. Eine Bewertung der Wertpapiere

und Finanzanlagen zu Zeitwerten ist untauglich, denn

es werden Kursgewinne ausgewiesen, die noch nicht entstanden

sind oder vielleicht überhaupt nicht entstehen. Geld, das

noch nicht verdient wurde, kann auch nicht verteilt werden.

Daher waren wir immer der Meinung, dass es bei der Bilanzierung

bei den verlässlichen Grundsätzen des Handelsgesetzbuches

nach dem Vorsichtsprinzip bleiben soll.«

46 44 – 46 45

Modernisierung und Kostenentlastung durch neues Bilanzrecht

Was BilMoG bedeutet :

Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) reformiert das deutsche

Handelsgesetzbuch und modernisiert bestehende Bilanzierungsvorschriften.

Mit der tief greifenden Reform wird die Bilanzierungspraxis deutscher

Unternehmen maßgeblich verändert werden. Es soll ab 2010 gelten. Ziele

des BilMoG sind, das HGB-Bilanzrecht zu einer dauerhaften und im Ver hält -

nis zu den internationalen Rechnungslegungsstandards vollwertigen, aber

kostengünstigeren und einfacheren Alternative weiterzuentwickeln. Darüber

hinaus sollen die Unternehmen von unnötigen Kosten entlastet werden.

Wie die Ziele des BilMoG erreicht werden sollen :

1. Durch Deregulierung der handelsrechtlichen Buchführungs- und

Bilanzierungspflichten für Einzelkaufleute und Personengesellschaften.

2. Durch Anhebung der Schwellenwerte zur Größenklassifizierung

von Kapitalgesellschaften, um diesen Unternehmen die Anwendung

größenabhängiger Erleichterungen und Befreiungen zu ermöglichen.

3. Durch Stärkung der Informationsfunktion des handelsrechtlichen

Jahres- und Konzernabschlusses im Zuge der Modernisierung der

Rechnungslegungsvorschriften.

Der Mittelstand bleibt also

von der Einführung der Fair­

Value­Bewertung verschont.

Wie sieht es in der Finanzbranche

aus ?

Was der GVB dazu sagt :

Der GVB unterstützt die Ziele einer

Deregulierung und Modernisierung

der handelsrechtlichen Rechnungslegung,

insbesondere den Ansatz,

das HGB im Wettbewerb mit den

IAS / IFRS zu stärken und somit von

den Unternehmen den Druck zur

Anwendung der hoch komplexen

und kostenintensiven IAS / IFRS

zu nehmen.

»Ich bin froh, dass diese Vorschrift dem Mittelstand erspart

bleibt. Für Kreditinstitute ist das Zeitwertprinzip allerdings

nach wie vor im Gesetzesentwurf enthalten. Es muss

aber sichergestellt werden, dass Investmentbanken nicht wieder

›Riesenräder‹ drehen, Scheingewinne prognostizieren und

Schecks auf die Zukunft ausstellen können. Sachgemäß wäre

eine Bewertung nach Zeitwertprinizp mit einer konsequenten

Ausschüttungssperre für noch nicht verdiente Gewinne. Ein

bisher vorgenommener Risikoabschlag nach Value at Risk hat

sich als untauglich erwiesen und ist für die Risikosituation

nicht angemessen. Der Gesetzgeber hat deshalb einen weiteren

Risikopuffer beschlossen. In einem Sonderposten sind jähr-

>


Sie haben schon lange bevor

die Finanzkrise vielen

Verantwortlichen die Augen

geöffnet hat, davor gewarnt,

Fair­Value­Bewertung für

den Mittelstand einzuführen.

lich zehn Prozent der Handelsgewinne einzustellen, solange

bis 50 Prozent des Durchschnitts der letzten fünf Jahre erreicht

sind. Für die Zukunft sind seriöse Rechnungslegungsvorschriften

erforderlich. Fair-Value-Vorschriften sind nicht vertrauensbildend,

sie sind in ves torgetrieben und die nen nicht

der Substanzerhaltung der Unternehmen.«

»Das ist richtig. Denn das Vorsichtsprinzip hat sich über

viele Jahrzehnte bewährt, weil es auf Substanzerhaltung ausgerichtet

ist. Schon vor 125 Jahren hat man sich in Deutschland

gegen die ›Zeitwertbewertung‹ im Handelsgesetzbuch

ent schie den, nachdem man sie immerhin 23 Jahre lang wenig

er folg reich angewandt hatte. Hier kann man Lehren aus der

Ver gangenheit ziehen. Die Bilanzierungspraxis mit den Anschaff

ungs- oder Herstellungskosten als Bewertungsobergrenze

hat sich dagegen als stabilisierend erwiesen. Prozyklische

und krisenverschärfende Elemente der Bewertung wer den damit

entschärft. Im Gegensatz dazu stehen die Luftblasen, die

durch die exorbitante Überbewertung entstanden sind und

jetzt in der Finanzmarktkrise platzen. Meine Überzeugung ist,

dass eine von Vorsicht getragene Bilanzierung der Substanzerhaltung

unseren mittelständischen Unternehmen dient und

damit auch die bayerischen Kreditgenossenschaften und ihre

Kunden stärkt.«

46 – 47

Genossenschaften stabilisieren die bayerische Wirtschaft

Nicht zuletzt aufgrund ihrer mittelständischen und genossenschaftlich geprägten Struktur

sind die bayerische Wirtschaft und Gesellschaft auch angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise

relativ sicher und stabil. Genossenschaften leben Eigenverantwortlichkeit. Dieses genossenschaftliche

Prinzip sichert wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand. Das zeigt die Genossenschaftsidee

seit über 150 Jahren. Die bayerischen Genossenschaften stehen als Garant für Nähe

und Sicherheit. Sie sind deshalb verlässliche Partner für Bayern.


Erhard Gschrey : Meine Überzeugung ist, dass eine von Vorsicht getragene Bilanzierung der Substanzerhaltung

unseren mittelständischen Unternehmen dient und damit auch die bayerischen

Kreditgenossenschaften und ihre Kunden stärkt.


Bekenntnis zum Mittelstand

Genossenschaften als Partner des Mittelstandes

Der Mittelstand ist das Kernstück der bayerischen Wirtschaft

In 50 Jahren von der kleinen Schreinerei zur modernen Fensterfabrik. Das ist die Erfolgsgeschichte

des niederbayerischen Familienbetriebs W. Niederhofer in Kurzfassung. Was Wolfgang

Niederhofer 1982 als kleinen Schreinerbetrieb von seinem Vater übernahm, wuchs innerhalb

von 26 Jahren zu einem erfolgreichen mittelständischen Unternehmen mit derzeit 80 Arbeitsplätzen.

Trotz anhaltender Krisen in der Baubranche steigerte das Unternehmen seinen

Umsatz von 5,4 Millionen Euro im Jahr 2002 auf knapp 10 Millionen Euro im Jahr 2008. Von

Anfang an erfuhr das Unternehmerpaar Niederhofer dabei große Unterstützung durch seine

genossenschaftliche Hausbank. Der Firmenkundenberater stand dem Ehepaar über viele Jahre

mit Rat und Tat zur Seite. Inzwischen haben die Niederhofers Vorkehrungen zur Unternehmensübergabe

an ihre drei Kinder getroffen. Die Übergangsphase planten sie selbstverständlich mit

ihrer Genossenschaftsbank.

Es sind Beispiele wie diese, die die enge Beziehung des Genossenschaftswesens zum Mittelstand

am besten auf den Punkt bringen. Ob in Gestalt der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken

oder durch die Vorzüge der Unternehmensform selbst – die Genossenschaft begleitet

den Mittelstand von der ersten Stunde an als verlässlicher Partner.

»Kreditgenossenschaften sind

gelebte Selbsthilfe des Mittelstandes.

Daran hat sich bis heute

nichts geändert. Volksbanken

und Raiffeisenbanken praktizieren

Mittelstandsförderung nicht zur

Profitmaximierung, sondern als

Unternehmenszweck. Denn dafür

wurden sie gegründet.«

Dr. h.c. Stephan Götzl

Präsident GVB

Den Mittelstand stärken und fördern

Auf die Frage, wo genau der Mittelstand beginnt und wo er

aufhört, gibt es keine trennscharfe Antwort. Der freie Journalist

gehört ebenso dazu wie der Handwerksbetrieb oder das

Familienunternehmen mit mehreren tausend Mitarbeitern. Sowohl

Einzelpersonen und kleine Firmen mit bis zu neun Mit arbeitern

und einem Jahresumsatz von bis zu einer Million Euro

als auch mittlere Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern und

einem jährlichen Umsatz von bis zu 50 Millionen Euro wer den

dem Mittelstand zugeordnet. Die große Zahl von ei gen tü mergeführten

Familienunternehmen wird ohne Größen limit dem

Mittelstand angerechnet. Nahezu 650.000 mittel stän di sche

Unternehmen gibt es demnach in Bayern. Zusammen er wirtschaften

sie über 41 Prozent des Gesamtumsatzes und sor gen

für über 50 Prozent aller Investitionen im Freistaat. 75 Pro zent

der Arbeitnehmer und 83 Prozent der Auszubildenden sind bei

kleinen und mittelständischen Firmen beschäftigt. Mittelständische

Unternehmen sind in zahlreichen Branchen tätig, besetz

en Marktnischen und zeichnen sich durch eine ausgeprägte

Innovationsstärke aus. Flexibel und vielseitig können sie sich

50 – 51

650.000

mittelständische Unternehmen gibt es in Bayern.

Als Mittelstand werden Unternehmen mit bis zu 499 Mitar-

beitern und einem Jahresumsatz von 50 Mio. Euro bezeichnet.

Ihr Anteil in Bayern* beträgt :

41 %

des Bruttoinlandsproduktes

50 %

aller Investitionen

Kreditgenossenschaften engagieren sich für den Mittelstand

83 %

der Auszubildenden

Vergebene Kredite (in Mrd. EUR) : 27,8

Marktanteil (in %) : 12,8

Anteil am LfA-Förderkreditgeschäft (Anzahl in %) : 49,0

Kreditvolumen Fördergeschäft (LfA) (in Mio. EUR) : 435

Marktanteil Kredite in Land- und Forstwirtschaft (in %) : 60,0

* Quelle : Bayerische Staatskanzlei (www.bayern.de)


neuen Entwicklungen am Markt rasch anpassen und Zukunftschancen effizient nutzen. Der

Mittelstand bildet damit das Kernstück der bayerischen Wirtschaft.

Ihn zu stärken und zu fördern, ist traditionell das Ziel des Genossenschaftswesens und gerade

heute wichtiger denn je. Denn die wirtschaftlichen Bedingungen für Unternehmen sind

alles andere als einfach : Der zunehmend härter werdende Wettbewerb durch die Globalisierung,

die Öffnung der Märkte und nicht zuletzt die Folgen der internationalen Finanzkrise stellen

insbesondere kleine und mittlere Unternehmen vor neue Herausforderungen, die sie allein

oft nur schwer bewältigen können.

Engagiert im Förderkreditgeschäft

Die bayerischen Volksbanken und

Raiffeisenbanken vermitteln seit

2003 ununterbrochen die meisten

LfA-Darlehenszusagen im Freistaat.

Damit sind sie Marktführer.

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken

kümmern sich dabei besonders

um die Bedürfnisse kleiner

und mittlerer Unternehmen und

vermitteln entsprechend viele Einzelkredite

mit geringem Volumen.

Enge Verbindung zum Mittelstand

In den bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken hat

der Mittelstand in Bayern seine stärksten Partner. Sie gelten

selbst als durchweg mittelständische Unternehmen und haben

dort ihre Wurzeln. Deshalb stehen die bayerischen Kreditgenossenschaften

auf der Seite des Mittelstandes. Als Teil der

Mit telstandskultur verfügen sie über die entsprechende Kompetenz

und das nötige Verständnis für ihre Kunden. Die Zahlen

bestätigen die enge Verbindung : Mehr als ein Drittel aller mittelständischen

Unternehmen nennen die süddeutschen Volksbanken

und Raiffeisenbanken ihre Hausbank. Im Bereich der

Finanzierung arbeiten sogar 50 Prozent und im Zahlungsverkehr

53 Prozent aller Mittelständler mit süddeutschen Genossenschaftsbanken

zusammen.

Besonders stark engagieren sich die bayerischen Volksbanken

und Raiffeisenbanken im Förderkreditgeschäft. Im Jahr

2008 wurden 49 Prozent aller Förderkredite der LfA Förderbank

Bayern von den Genossenschaftsbanken vermittelt. Sie

konnten damit ihre Position als Marktführer behaupten. Insge

samt vermittelten sie 3.866 Kredite mit einem Kreditvolumen

von 435 Millionen Euro. Sie erreichten so einen Anteil von

39 Prozent am Gesamtvolumen aller Förderkredite der LfA. Als

verlässliche Garanten für die flächendeckende Mittelstandsversorgung

mit LfA-Förderkrediten beleben die bayerischen

Volksbanken und Raiffeisenbanken damit die Wirtschaft im

Frei staat und setzen positive Impulse auf dem Ar beitsmarkt –

mit Darlehen für Existenzgründer, für Umwelt schutz inves ti tionen

oder Programmen für mittelständische Betriebe, Re gional

krediten zur Unternehmenserweiterung und Tech nolo gie-

krediten für die Entwicklung neuer Anwendungen.

52 – 53

Jeder zweite Mittelständler finanziert seine Investitionen mit

den bayerischen Kreditgenossenschaften

Die Kreditvergabe an bayerische Mittelständler war und ist schon immer Sache der Volksbanken

und Raiffeisenbanken. Wo Großbanken sich dem Mittelstand gegenüber zurückhaltend

zeigen, sehen die bayerischen Kreditgenossenschaften es als Teil ihrer volkswirtschaftlichen

und gesellschaftlichen Verantwortung an, kleinen und mittelständischen Unternehmen Finanzierungsmöglichkeiten

zu erschließen. Und sie nehmen ihren Auftrag ernst : Im Jahr 2008 erhöhten

sie ihr Kreditengagement im bayerischen Mittelstand um zirka eine Milliarde Euro.

Dabei stieg besonders die Anzahl der für Mittelständler so wichtigen langfristigen Kredite.

Jeder zweite Mittelständler in Bayern finanziert seine Investitionsvorhaben mit einer Genossenschaftsbank

an seiner Seite. Ende 2008 hatten die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken

Kredite in Höhe von 27,8 Milliarden Euro an Firmenkunden ausgeliehen. Das bedeu tet

einen Marktanteil von 12,8 Prozent.

Regionale Verankerung schafft Vertrauen

Ausschlaggebend für ihre überwiegend mittelständische Kundenstruktur ist das dezentrale

und lokal verankerte Geschäftsmodell der Kreditgenossenschaften. Die Banken kennen

ihre Kunden durch die meist über Jahre bestehenden Kundenbeziehungen. Sie wissen, was die

Mittelständler vor Ort bewegt und welche Bedürfnisse diese haben. Zudem leben die Bankberater

oft selbst in dem Geschäftsgebiet ihrer Bank und können durch ihre eigene Vernetzung

in der Region die Perspektiven lokaler Unternehmen gut einschätzen. Vom unmittelbaren Kontakt

und der Nähe profitieren Kunden wie Banken : Wenn Veränderungen, Optimierungen und

Investitionen anstehen oder auch Krisen drohen, bietet die vertrauensvolle Geschäftsbeziehung

eine stabile Basis, um gemeinsam rasch zu handeln.

Auf dieses Miteinander zählen Bankkunden aus Handwerk, Handel und Gewerbe sowie

die überdurchschnittlich vielen Freiberufler im Freistaat. Auch die Land- und Forstwirtschaft

baut traditionell auf das Konzept der Kreditgenossenschaften. Der Marktanteil der bayerischen

Volksbanken und Raiffeisenbanken bei ausgegebenen Krediten erreicht in diesem Bereich

60 Prozent. Gerade der Innovationsreichtum mittelständischer Unternehmen führt dazu,

dass die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken verstärkt Kredite in zukunftsträchtigen

Bereichen wie beispielsweise der Energie- und Wasserwirtschaft vergeben. Seit dem Jahr 2000

verdreifachten sich hier ihre Kreditmarktanteile.


Engagement für bessere Rahmenbedingungen

Um den bayerischen Mittelstand gesund und leistungsstark zu halten, braucht er günstige

Bedingungen. Zahlreiche Versäumnisse und Missentwicklungen in der Politik führten in den

ver gangenen Jahren dazu, dass sich die Mittelständler einer zunehmenden Chancenungleichheit

ausgesetzt sehen. Hindernisse durch Bürokratie, Bildungsdefizite und ein nachteiliges Steuer

recht machen kleinen und mittleren Unternehmen das Leben schwer. Vor diesem Hintergrund

ist es unverzichtbar, den Anliegen bayerischer Mittelständler Gehör zu verschaffen, sie

wirkungsvoll zu vertreten und ihre Interessen erfolgreich durchzusetzen.

»Für die Zukunft sollten seriöse

Rechungslegungsvorschriften ver-

abschiedet werden. Fair-Value-

Vorschriften sind nicht vertrauens-

bildend, sie sind investorgetrieben

und dienen nicht der Substanzerhaltung

der Unternehmen.«

Erhard Gschrey

stv. Vorstandsvorsitzender GVB

Als ein Interessenvertreter mittelständischer Unternehmen

weist der GVB deutlich auf die Hürden hin, die den kleinen

und mittelständischen Betrieben in den Weg gestellt werden :

Während Großunternehmen im Durchschnitt zwei Prozent

ihres Umsatzes für Bürokratiekosten aufwenden, sind es bei

kleinen und mittleren Unternehmen oft bis zu zehn Prozent.

Ein Wettbewerbsnachteil, den der GVB nicht nur für seine Mitglieder,

sondern auch für seine mittelständischen Kunden und

Partner immer wieder offen legt. Ein gutes Beispiel dafür, wie

sich der GVB für den Mittelstand stark macht, ist die Reform

des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG). Die geplante

Neuerung dieses Gesetzes sorgte beim Mittelstand für

eine tiefe Verunsicherung. In ihrer ursprünglichen Fassung

hätte die Bilanzreform die Auswirkungen der internationalen

Finanzkrise auf mittelständische Unternehmen drastisch verstärkt.

Die deutliche Kritik des Genossenschaftsverbands

Bayern, vertreten durch den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden

des GVB, Erhard Gschrey, zeigte Wirkung : Für den

Mittelstand und die Substanzerhaltung bei Unternehmen

konn ten bedeutende Verbesserungen erreicht werden.

54 – 55

eG als Chance für den Mittelstand

Dass mittelständische Betriebe sich auch unter harten

Wettbewerbsbedingungen zu helfen wissen, belegt der nicht

abreißende Strom an Gründungen neuer kleiner und mittelständischer

Unternehmen. Sie entstehen beispielsweise in der

Hightech-Branche, den neuen Medien, im Umweltschutz und

im Gesundheitssektor, kurz : überall dort, wo sich neue Nischen

erfolgreich erobern lassen. Bayern steht damit an der Spitze

der Gründerstatistik. Anliegen des GVB ist es dabei, die Genossenschaft

als attraktive Rechtsform für mittelständische

Unternehmen wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken. Für

die einen bietet die eG als Unternehmensform dank des 2006

reformierten Genossenschaftsgesetzes die ideale Lösung, um

die Risiken der Selbstständigkeit abzufedern. Denn die Neuerung

ermöglicht es, mit nur drei Mitgliedern eine Genossenschaft

gründen zu können. Andere nutzen die Vorteile der eG,

um beispielsweise als Mitglied einer der zahlreichen Einkaufsgenossenschaften

die Kräfte einer Branche zu bündeln, ohne

dabei als Unternehmen selbst genossenschaftlich organisiert

zu sein.

Auch bei Unternehmensnachfolgen bietet das Genossenschaftswesen

Hilfestellung, um mittelständische Betriebe

fort zuführen und zukunftsorientiert auszurichten. Laut einer

Untersuchung des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM)

stehen in Bayern in den nächsten fünf Jahren rund 63.000

kleine und mittlere Familienunternehmen vor der Frage, wer

ihren Betrieb in Zukunft weiterführen wird. Findet sich kein

Nachfolger oder Hauptkapitalgeber zum Kauf eines Unternehmens,

müssen viele Betriebe für immer schließen. Als fachkundige

Partner stehen an dieser Stelle auch die bayerischen

Volksbanken und Raiffeisenbanken unterstützend bereit : Sie

können hier nicht nur ihre fundierten Kenntnisse mittelständischer

Bedürfnisse anwenden, sondern als Gründungsberater

auch ihre eigene Erfahrung mit der Unternehmensform der

Genossenschaft weitergeben.

Starthilfe

Um Unternehmensgründern die

Rechtsform der eG als Option bei

Gründungsvorhaben anzubieten,

ist der GVB auf verschiedenen

Existenzgründerportalen vertreten.

Gründungswillige können sich im

Internet unter www.gv-bayern.de

sowie auf den Portalen der

Bayerischen Staatsregierung

www.startup-in-bayern.de und

der Notarkammer Bayern

www.gruenderagentur-bayern.de,

der Internetseite der IHK München

www.muenchen.ihk.de sowie auf

der Gründerseite des Deutschen

Genossenschafts- und Raiffeisenverbands

(DGRV) unter www.neuegenossenschaften.de

über die

Vorzüge und die Gründungsmoda -

li täten einer eG informieren.


Standpunkt zur Finanzkrise

Kreditgenossenschaften zeigen jetzt ihre Stärke

Im Jahr 2007 fing alles an

Was mit einer Hypothekenkrise in den USA begann, wuchs sich zur internationalen Finanzkrise

aus. Längst haben die Schäden ungeahnte Ausmaße angenommen. Nach Berechnungen

der Bank von England beliefen sich die echten Verluste Ende vergangenen Jahres

weltweit auf 2,2 Billionen Euro. Inzwischen dürfte sich diese Summe erhöht haben. So groß

der Schaden durch die Krise ist, so deutlich zeigt sich aber auch, dass das dreigliedrige Bankensystem

dem Finanzwesen in Deutschland Stabilität und Leistungsfähigkeit verleiht. Genossenschaftsbanken,

Sparkassen und private Geschäftsbanken verfolgen jeweils unterschiedliche

Geschäftsstrategien und agieren unabhängig voneinander. Das wissen auch immer mehr

bayerische Bürger zu schätzen, wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag des GVB ergab.

Ganze 52 Prozent der Befragten beurteilten demnach das dreigliedrige Bankensystem als eindeutig

vorteilhaft. Im Vorjahr dagegen zeigten nur wenige Menschen im Freistaat überhaupt

Interesse an den Strukturen des deutschen Finanzmarktes. Die Krise schuf damit ein neues

Bewusstsein in der Bevölkerung. Und vor allem lenkte sie die Aufmerksamkeit auf Sicherheitsaspekte

im Bankgeschäft.

Kreditgenossenschaftliches Geschäftsmodell ist krisensicher

Private Geschäftsbanken, öffentlich­rechtliche Institute sowie Volksbanken und Raiffeisenbanken

arbeiten mit verschiedenen Geschäftsmodellen und dadurch auch mit unterschiedlichem

Risiko. Infolge der Finanzkrise musste der Staat bisher sowohl im öffentlich­rechtlichen

Sektor als auch im Bereich der privaten Geschäftsbanken mit Hilfs­ und Beteiligungsmaßnahmen

rettend einspringen. Ein undenkbarer Schritt für die bayerischen Kreditgenossenschaften.

Durch die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

verfügen sie über das größte Sicherungssystem im deutschen Kreditgewerbe.

Die Einlagensicherung der Volksbanken und Raiffeisenbanken geht dabei weit über den gesetzlichen

Einlagenschutz hinaus, sodass tatsächlich noch kein einziger Kunde sein Geld durch die

Insolvenz einer Genossenschaftsbank verloren hat.

Diese Sicherheit findet Anerkennung bei den Kunden. Denn Umfragen zeigen, dass die

Volksbanken und Raiffeisenbanken die zufriedensten Kunden aller Bankengruppen in Bayern

haben. 53 Prozent ihrer Stammkunden bewerten die Sicherheit der Anlagen bei ihrer Hausbank

mit ausgezeichnet oder sehr gut. Dieser Meinung sind seit Herbst 2008 wohl auch zahlreiche

schockierte Sparer anderer Institute, die ihre Gelder bei den bayerischen Volksbanken

und Raiffeisenbanken in Sicherheit brachten. Die Kundeneinlagen der bayerischen Kreditgenossenschaften

stiegen allein im Oktober 2008 um 3,1 Milliarden Euro.

56 – 57

Aus der Region – für die Region

Früher gerne als ländlich und kleinteilig belächelt, können

die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken in Krisenzeiten

stolzer denn je auf ihr Erfolgsmodell blicken : Von jeher

bauen sie auf Regionalität und auf eine dezentrale, risiko streuende

Organisation. Die bayerischen Genossenschafts banken

sind dort verwurzelt, wo sie ihre Geschäfte machen : direkt

vor Ort.

In beinahe jeder Ortschaft versichert der vertraute Anblick des Volksbanken­ und Raiffeisenbanken­Logos

die Präsenz der genossenschaftlichen Bankengruppe. Während vor allem die

großen Geschäftsbanken in den vergangenen Jahren ihre Filialnetze drastisch reduzierten,

blieben die Volksbanken und Raiffeisenbanken ihrer Philosophie »Keine Bank ist näher« treu

und verschaffen sich so entscheidende Wettbewerbsvorteile. Allein durch das dichteste Filialnetz

im Freistaat machen die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken deutlich, dass

sie nicht allein auf Gewinnmaximierung um jeden Preis ausgerichtet sind.

Ihre krisenfeste Struktur verdanken die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken

außerdem ihrem Kundenprofil. Die Einlagen der Privatkunden, der mittelständischen Firmenkunden

und der zahlreichen Freiberufler verhelfen den Genossenschaftsbanken zu einer hohen

und stabilen Liquidität ohne Refinanzierungsprobleme. Sie pflegen einen persönlichen und

vertrauensvollen Kontakt zu ihren Kunden, den sie durch ihr seriöses und zuverlässiges Geschäftsmodell

immer wieder bestärken. Kredite finanzieren die bayerischen Volksbanken und

Raiffeisenbanken in erster Linie über Einlagen aus ihren lokalen Marktgebieten, nicht über

hochriskante Anlagegeschäfte im Ausland. Dazu müssen sie ihre Kunden wie ihre Märkte

nicht nur gut kennen. Sie arbeiten mit dem Geld aus ihrer Region auch sorgsam, nachhaltig

und deshalb sicher.

Unabhängig, nachhaltig und zukunftsorientiert

Die Finanzkrise hat auf schonungslose Weise offen gelegt, wohin kurzfristiges Gewinnstreben

unter dem Diktat der Kapitalmärkte führen kann. Für die bayerischen Volksbanken

und Raiffeisenbanken steht jedoch das nachhaltige und zukunftsorientierte Wirtschaften zugunsten

ihrer Heimat klar im Vordergrund. Sie machen sich deshalb weder von Finanzinvestoren

und Börsenanalysten abhängig, noch unterliegen sie dem Einfluss von Partei­ oder Kommunalpolitik.

Die genossenschaftliche Bankengruppe ist damit die einzig wirklich unabhängige

Bankensäule im deutschen Drei­Säulensystem. Das macht die Volksbanken und Raiffeisenbanken

beweglich und flexibel, um sich den fortwährenden Veränderungen der Märkte anzupassen.

So, wie sie es in nunmehr drei Jahrhunderten erfolgreich bewiesen haben.


Dr. h.c. Stephan Götzl : Genossenschaften verkörpern wirtschaftlichen Fortschritt, unternehmerischen

Erfolg und regionale Verbundenheit. Genossenschaften sind die Unternehmensform

der Menschen.


Moderne Unternehmensform

Die »neue« Attraktivität der Genossenschaften

Genossenschaften liegen im Trend

In den letzten zehn Jahren hat die Genossenschaft einen grundlegenden Imagewandel

geschafft : Lange wurde sie als Relikt aus der Vergangenheit und als Auslaufmodell unter den

Rechtsformen betrachtet. Eine Organisationsform für wirtschaftliche Nischen, in landwirtschaftlichen

Strukturen verhaftet und verstaatlicht – diese Vorurteile wurden oft mit der Unter nehmensform

Genossenschaft verknüpft. Derzeit erlebt der Genossenschaftsgedanke jedoch

gerade in den Branchen, die als besonders innovativ und zukunftsträchtig gelten, eine Renaissance

: Netzwerke von Freiberuflern, Kooperationen in der IT-Branche, Unternehmen im Energie

bereich und bei der Verwertung nachwachsender Rohstoffe werden vermehrt unter dem

Dach der genossenschaftlichen Rechtsform gegründet.

Die neue Attraktivität der Genossenschaften basiert auf einem Wandel im Selbstverständnis

der Gesellschaft : Selbstverantwortung, Selbsthilfe und Selbstverwaltung werden als

treibende Kräfte und als Erfolgsfaktoren wieder stärker angenommen. Ehemals verstaubte

Begriffe wie Heimat, Identität, Sicherheit und Nachhaltigkeit werden zudem wieder aktuell :

Das gibt auch der Genossenschaft neuen Schub. Denn von jeher gehören diese Begriffe zu

ihrem Geschäftsmodell. Genossenschaften setzen auf organisches Wachstum aus eigener

Kraft und in der eigenen Region. Möglich ist das, weil genossenschaftliche Unternehmen nicht

börsengetrieben agieren müssen, sondern durch ihre Mitglieder aus der Region getragen werden.

Es droht ihnen keine Übernahme durch internationale Investoren bei fallenden Kursen.

Anders als viele Großunternehmen unterliegen Genossenschaften nicht den ungezügelten Interessen

der Kapitalmärkte und sind nicht dem Rhythmus der Quartalsberichte unterworfen.

Das ermöglicht Kontinuität in der Geschäftsstrategie. Genossenschaften denken und arbeiten

langfristig im Sinn ihrer Heimat und ihrer Region.

60 – 61

Genossenschaftliche Neugrüngungen

2008 wurden in Bayern 29 neue Genossenschatften gegründet :

7 Dienstleistungsgenossenschaften (24,0 %)

9 im Bereich Energie, Umwelt, Wasser (31,0 %)

3 im Gesundheitswesen (10,5 %)

7 im Bereich Handel (24,0 %)

3 in der Landwirtschaft (10,5 %)

Genossenschaftliche Neugrüngungen im zeitlichen überblick

30

25

20

15

10

5

0

1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008

12 3 9 9 7 9 16 5 11 12 29


Gute Gründe für den Erfolg

Der entscheidende Erfolgsfaktor der Genossenschaft liegt in der Mitgliederförderung . Durch

dieses Prinzip ist sie allein ihren Eigentümern verpflichtet. Durch Mitbestimmung und Mitgestaltung

der Mitglieder bleibt die Genossenschaft lebendig. Denn die Mitglieder stellen das

Kapital der Gesellschaft bereit und agieren gleichzeitig als Geschäftspartner und Entscheidungsträger.

Damit liegen die Weichenstellungen für die kurz- und langfristigen Ziele des Unter

nehmens in einer Hand.

Fünf Argumente für die Gründung

einer Genossenschaft

1. kein Mindestkapital

Bei der Gründung einer eG

schreibt das Genossenschafts-

gesetz kein festes Mindest-

kapital vor.

2. Einfache Gründung

Im Gegensatz zur Gründung

einer AG oder GmbH fallen bei

der Genossenschaftsgründung

keine Kosten für die notarielle

Beurkundung an. Auch der Ein-

und Austritt von Mitglie dern

ist ohne notarielle Mitwirkung

oder Unternehmensbewertung

möglich.

3. Demokratische Rechtsform

Jedes Mitglied hat unabhängig

von der Höhe seiner Kapital-

beteiligung eine Stimme. Eigen-

ständigkeit und die Interessen

der Mitglieder werden somit

geschützt.

4. Mitgliederorientierung

Abweichend von Kapitalgesellschaften

werden bei einer eG

Vorstand und Aufsichtsrat

aus dem Kreis der Mitglieder

besetzt. Damit werden die

Förderinteressen der Mitglieder

dauerhaft in den Mittelpunkt

der Geschäftspolitik gestellt.

5. Flexibiltät

Für kleine Genossenschaften

bis 20 Mitglieder gelten verein-

fachte Bestimmungen zur

Jahresabschlussprüfung und

zum Aufsichtsrat.

Abweichend von Kapitalgesellschaften werden bei einer

eG Vorstand und Aufsichtsrat aus dem Kreis der Mitglieder

besetzt. Damit werden die Förderinteressen der Mitglieder

dauerhaft in den Mittelpunkt der Geschäftspolitik gestellt.

Transparenz, Verantwortung und gegenseitiges Vertrauen bilden

die tragenden Säulen dafür, erfolgreich die Wirtschaft der

Mitglieder durch den gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb

zu fördern. Darüber hinaus stärken Genossenschaften ihre

Mitglieder auch durch den Beitrag, den sie mit ihrer Verantwortung

für die regionale Wirtschaft zu einem lebenswerten

heimatlichen Umfeld leisten.

Die weiteren Vorteile der Genossenschaft sind ganz praktischer

Natur : Sie ist einfach zu gründen, denn im Gegensatz

zur Gründung einer AG oder GmbH fallen bei der Genossenschaftsgründung

keine Kosten für die notarielle Beurkundung

an. Ein Vorzug für Gründer mit einer guten Geschäftsidee, aber

wenig Eigenkapital ist, dass das Genossenschaftsgesetz bei

der Gründung einer eG kein festes Mindestkapital vorschreibt.

Und jedes Mitglied hat unabhängig von der Höhe seiner Kapital

beteiligung eine Stimme. Im demokratischen Prinzip »Ein

Mitglied – eine Stimme« verankert die Genossen schaft den

Be teiligungswillen der Mitglieder und schließt eine Einflussnahme

reiner Kapitalgeber aus. Der Ein- und Austritt von Mitglie

dern ist durch Kündigung geregelt und zieht keine komplizierte

Ver mögensauseinandersetzung nach sich. Die rechtliche

Selbst ständigkeit der Genossenschaft in Verbindung mit der

rechtlichen Selbstständigkeit der Mitglieder macht die Rechtsform

sowohl für Freiberufler als auch für Handwerker und

Land wirte besonders attraktiv. Ebenfalls zu den Vorteilen der

eG zählen neben den flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten der

Satzung auch die steuerlichen Aspekte. So ist zum Beispiel die

genossen schaftliche Rückvergütung keine Gewinnverwen dung,

son dern eine Betriebsausgabe, die die Steuerlast mindert.

62 – 63

Demokratischer Aufbau der Genossenschaften

a : General- bzw. Vertreterversammlung b : Aufsichtsrat (mindestens 3 Mitglieder)

c : Vorstand (mindestens 2 Mitglieder)

General- bzw. Vertreterversammlung

Sie ist oberstes Mitgliederorgan

jeder Genossenschaft. Grundsätzlich

hat jedes Mitglied eine Stimme.

Entscheidun gen werden – je nach

Bedeutung – mit einfacher oder

qualifizierter Mehrheit getroffen.

Damit sind Genossenschaften

»Schulen der Demokratie«.

a

Aufsichtsrat

Er ist das Kontrollorgan des Vorstandes.

Er muss aus mindestens

drei Personen bestehen. Auch der

Aufsichtsrat darf nur aus Mitglie-

dern der Genossenschaft gebildet

werden und wird von der General- /

Vertreterversammlung gewählt.

Vorstand

Er muss aus mindestens zwei Mitgliedern

bestehen. Der Vorstand

leitet die Genossenschaft in eige -

ner Verantwortung und hat vor der

General- / Vertreterversammlung

regelmäßig und umfassend Rechenschaft

abzulegen.

Weitere Informationen zur Rechtsform der eG enthält die Informa -

tionsbroschüre »Genossenschaft – Die moderne Kooperationsform für

Wirtschaft und Gesellschaft«.

soft

link

GVB00081

www.gv-bayern.de

b

c


Neue Genossenschaften in Bayern

Clevere Geschäftsleute entscheiden sich für die eG

Alles auf Zucker – die Landwirtschaftliche Maschinengemeinschaft

Ochsenfurt eG

Die Genossenschaft organisiert die gemeinschaftliche B ereitstellung

von Reinigungs- und Ladegeräten für Zuckerrüben

und den Transport der Früchte. In Zusammenarbeit mit der

Südzucker AG trägt die Genossenschaft außerdem dazu bei,

die Kräfte ihrer Mitglieder zu bündeln und sie im internationalen

Wettbewerb zu stärken.

64 – 65

LMG in Zahlen

Gegründet : 2008

Mitglieder : 340

Lange Zeit hatten die Zuckerrübenanbauer im Ochsenfurter Raum wenig zu klagen. Der

fruchtbare Boden bescherte ihnen stets reiche Ernten. Zudem schützte die sogenannte EU-

Zuckermarktordnung die Bauern vor billigen Importen aus dem Ausland. Doch seit einigen

Jahren baut die Europäische Kommission den Zollschutz Schritt für Schritt ab. »Diese Entwicklung

geht uns Zuckerproduzenten wie den Landwirten gleichermaßen an die Substanz«,

sagt Ernst Merz, Leiter der Rübenabteilung bei Südzucker im unterfränkischen Ochsenfurt.

Ein enormer Kostenblock bei der Zuckergewinnung sei der Transport der Rüben vom Feld in

die Fabrik. Um die verschärften Wettbewerbsbedingungen abzufedern, unterstützt Südzucker

Gründungen landwirtschaftlicher Transportgemeinschaften in der Rechtsform der eG wie die

der LMG Ochsenfurt.

»Die Genossenschaft ist für die Landwirte besonders interessant, die ihre Rüben weiterhin

in Eigenregie in die Zuckerfabrik der Südzucker AG liefern wollen«, so Otmar Emhart, Aufsichtsratsmitglied

der Zuckerrübengenossenschaft Ochsenfurt. Die Mitglieder identifizierten

sich in hohem Maße mit der eG. »Jeder für sich sieht die Zuckerrübengenossenschaft als ›sein

Unternehmen‹«, sagt der Aufsichtsrat. Für die genossenschaftliche Unternehmensform habe

man sich entschieden, weil sie den Mitgliedern einen leichten Ein- sowie Austritt ermöglicht.

Gemeinsam kreativ – Die Designcooperative Nittenau

Die kleine Stadt Nittenau im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf

ist stolz auf ihr eigenes Anzeigenblatt. Seit über 25 Jahren

erscheint der »Regental-Anzeiger« alle 14 Tage mit einer Auflage

von 11.000 Stück und informiert die Bürger über amtliche

Nachrichten der Stadt und der umliegenden Gemeinden. Bis

vor kurzem war er in Familienbesitz. Jetzt ist der Regental-

An zeiger in genossenschaftliche Hände übergegangen. Der

bis herige Herausgeber hat das Blatt aus Altersgründen an drei

ortsansässige Diplom-Designer übergegeben, die sich zur

»Designcooperative Nittenau« zusammengeschlossen hatten.

Designcooperative in Zahlen

Gegründet : 2008

Mitglieder : 3

»Ein eigenes Anzeigenblatt herauszugeben und einen Verlag zu gründen, fanden wir eine

spannende Sache«, sagt Cordula Körber, Gründungsmitglied und Vorstand der Genossenschaft.

»Wir wollten eine zeitgemäße und kostenlose Zeitung veröffentlichen, die neben amtlichen

Bekanntmachungen auch redaktionelle Beiträge zu Veranstaltungen und Ereignissen in

der Region, Leserbriefe, Kritiken und Serviceartikel beinhaltet, kurz : ein Medium, das lebt«,

sagt Körber. Das Layout wurde überarbeitet, das Erscheinungsbild ist jetzt moderner. Das

gefällt neben den Lesern auch dem größten Teil der Anzeigenkunden, die im Regental-Anzeiger

werben.

Der Kontakt zu den Anzeigenkunden ist das zweite Standbein der Genossenschaft. Denn

die Designcooperative Nittenau ist auch eine Full-Service-Werbeagentur. Sie erhofft sich von

den Unternehmen der Region, die im Blatt Anzeigen schalten, Folgeaufträge in den Bereichen

Fotografie, Werbung, Grafik-, Web- und Industriedesign. Auch Kalender, Postkarten und Bücher

sollen künftig im Portfolio der eG zu finden sein. »Durch die Bündelung unserer Kompetenzen

können wir unsere Position in Nittenau stärken«, sagt Körber. Die drei Freiberufler

kennen sich aus gemeinsamen früheren Projekten. Bevor sie sich gegenseitig Konkurrenz machen,

hätten sie sich entschieden, zusammenzuarbeiten. »Die Idee, eine Genossenschaft zu

sein, ohne das Freiberuflertum aufgeben zu müssen, hat uns sehr imponiert«, sagt Körber.

Einzelhandel auf dem Vormarsch – Stadtmarketing Dachau eG

Josefa Westermann ist Geschäftsfrau durch und durch. Gemeinsam mit ihrer Schwester betreibt

sie in Dachau in dritter Generation ein kleines Möbelhaus. Schon seit langem ärgert sie

sich über die großen Einkaufsmärkte in den Gewerbegebieten, die den Einzelhändlern in der

Stadt das Leben schwer machen. Um die Interessen der Einzelhändler in der 40.000 Einwohner

Stadt besser zu vertreten, schloss sich Westermann 1996 mit anderen Dachauer Geschäftsleuten

zusammen und gründete den Verein »Dachau Aktiv«.

Anfang 2005 aber war die Zeit gekommen, das ehrenamtliche Engagement zu beenden.

»Wir wollten mehr – und unsere Arbeit auf professionelle Füße stellen«, sagt Westermann. Ihre

Idee war es, einen Citymanager einzustellen, der sich hauptberuflich um die Belange der Einzelhändler

kümmert. Nach langer Überzeugungsarbeit gründete Westermann zusammen mit den

bestehenden Interessengemeinschaften und der örtlichen Volksbank sowie der Sparkasse

schließ lich die Stadtmarketing Dachau eG. Ein Anwalt, der sich auf Stadtmarketing spezialisiert

hat, hatte Westermann auf die Rechtsform aufmerksam gemacht. »Eigentlich bin ich schon

seit langer Zeit Mitglied einer Genossenschaft«, sagt Westermann, »aber ich dachte nicht,

dass die eG auch für unser Vorhaben die passende Rechtsform ist.« Vor allem in Haftungs-

und Steuer fragen habe die Unternehmensform überzeugt. Nach der Eintragung im Genossenschaftsregister

Anfang 2008 ging alles sehr schnell : Bereits im Mai nahm eine hauptberufliche

Citymanagerin ihre Arbeit auf und kümmert sich darum, die Wirtschaft der Innenstadt durch

Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zu stärken und als Ansprechpartner für die Stadt da zu

sein. Zwei Jahre sichern die Gründungsmitglieder die Finanzierung der Teilzeitstelle. Danach

muss die Genossenschaft die Kosten selbst aufbringen können.


Die eG in der Gesundheitsbranche

Ärzte schließen sich immer öfter zusammen

Erschwerte Rahmenbedingungen

Das Klima für den Gesundheitssektor in Deutschland wird immer rauer : Kosteneinsparungen

bei gleich bleibendem medizinischem Versorgungsniveau für die Bevölkerung, so lautet

das Credo der Bundesregierung und der Krankenkassen. Diese staatliche Vorgaben und Budgetierungen

zwingen viele Ärzte dazu, ihre Praxisstrukturen neu auszurichten. Von den tief

greifenden Veränderungen in der medizinischen Versorgungslandschaft sind sowohl niedergelassene

Ärzte als auch Kliniken betroffen. Für beide Bereiche wird es immer schwerer, dem

Kostendruck standzuhalten, ihre Autonomie zu wahren und trotzdem qualitativ hochwertige

Gesundheitsleistungen zu erbringen. Einen Ausweg sehen viele Mediziner in der Bündelung

ihrer Kräfte. Sie schließen sich zusammen, um fachbereichsübergreifend Gesundheitsdienstleistungen

kostengünstig erbringen zu können und die regionale Versorgung zu sichern. Nicht

zuletzt stärkt die Kooperation auch die Verhandlungsposition gegenüber den Krankenkassen.

Die Frage nach einer geeigneten Rechtsform, die das Wesen und die Merkmale der Ärzteschaft

am besten vertritt, wird in den letzten Jahren verstärkt mit der eingetragenen Genossenschaft

beantwortet. Die eG bietet Medizinern den Vorteil, dass sie sich hier ein Höchstmaß an

Eigenständigkeit erhalten können. Zudem verkörpert die Unternehmensform mit ihren Grundprinzipien

Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung Werte, die Freiberuflern aus

ihrer täglichen Arbeit wohl vertraut sind.

Bundesweit schon mehr als 50 Genossenschaften

Die eG ermöglicht den Medizinern, sich zu vernetzen, administrative Tätigkeiten zu zentralisieren

und Kräfte zu bündeln. Seit dem Jahr 2000 hat die genossenschaftliche Organisationsform

im Gesundheitswesen immer mehr Ärzte überzeugt. Inzwischen sind bundesweit über

15.000 Ärzte und Zahnärzte in mehr als 50 Genossenschaften zusammengeschlossen. Allein

in Bayern gibt es neun Ärztegenossenschaften mit etwa 5.000 Mitgliedern.

Das flexible Geschäftsmodell der Genossenschaften bewährt sich damit auch im Gesundheitswesen

: Das Spektrum ärztlicher Kooperationen reicht von losen Zusammenkünften über

Praxis- und Apparategemeinschaften bis hin zu Berufsausübungsgemeinschaften oder einer

Zusammenarbeit mit Krankenhäusern. Die Genossenschaft kann die betriebswirtschaftliche

Beratung für ihre Mitglieder übernehmen, Weiterbildungen anbieten, die Buchhaltung für die

Mitglieder abwickeln oder den Materialhandel organisieren. Mit diesen Dienstleistungen unterstützt

zum Beispiel die Abrechungs- und Beratungsgesellschaft für Zahnärzte eG (ABZ) über

50 Prozent der bayerischen Zahnärzte bereits seit 17 Jahren. Ärztenetzwerke erzielen günstigere

Konditionen, indem sie den Einkauf des Praxis- und Krankenhausbedarfs für ihre Mitglieder

bündeln wie zum Beispiel die Private Einkaufs- und Betriebsgenossenschaft P.E.G. in München.

Unter dem Dach einer eG können mehrere Ärzte auf ein gemeinsames Labor oder einen

66 – 67

gemeinsamen Gerätepool zurückgreifen, der in der Region liegt und schnell zu erreichen ist.

Das Institut für 3-D-Diagnostik der ABZ Bamberg eG arbeitet auf diese Weise für eine bessere

medizinische Versorgung. Genossenschaften können zudem Vergütungsverhandlungen mit

Kran kenhäusern übernehmen, politische Interessenvertretung oder Marketing für ihre Mitglieder

betreiben, wie es beispielsweise die Ärztegenossenschaft Mittelfranken eG (ÄGM) praktiziert.

Bereitschaftspraxen werden in genossenschaftlicher Form betrieben, um die medizinische

Versorgung der Region auch außerhalb der Praxisöffnungszeiten sicherzustellen. Die

Är ztegenossenschaft Hersbruck bietet diesen Gesundheitsservice seit 2008 an und plant für

die Zukunft, ein regionales Ärztenetz aufzubauen.

Die eG bietet Ärzten viele Vorteile

Das neue Genossenschaftsgesetz verstärkt seit dem Jahr 2006 den Trend, sich dem Strukturwandel

im Gesundheitsbereich mit der Gründung einer Genossenschaft anzupassen. Bereits

drei Gründungsmitglieder genügen, um eine Genossenschaft ins Leben zu rufen. Dazu

kommt, dass Teile der Praxiseinrichtung wie technische Geräte oder Teile einer Laborausstattung

als Geschäftsanteil der Genossenschaft gehalten werden können. Auch der Gründungsprozess

einer Genossenschaft macht die Unternehmensform im Vergleich mit der GmbH für

Mediziner attraktiv. Weder ist eine notarielle Beurkundung notwendig, noch muss ein bestimmtes

Stamm- oder Mindestkapital nachgewiesen werden. Das Eigenkapital muss lediglich dazu

ausreichen, um den eigentlichen Unternehmenszweck verfolgen zu können.

Die Frage nach einer guten und finanzierbaren Gesundheitsversorgung wird in Zukunft die

Politiker, Krankenkassen und die Ärzteschaft immer stärker bewegen. Klare Strukturen und

Prozesse, wie sie die eingetragene Genossenschaft bietet, sind in diesem Zusammenhang von

entscheidendem Vorteil. Sie garantiert dem Freiberufler größtmögliche Selbstständigkeit,

schafft Kostenvorteile bei der Abwicklung der Administration und verbessert die Stellung ihrer

Mitglieder auf dem Gesundheitsmarkt. Als flexibles Instrument in einem sich wandelnden

Gesundheitsmarkt leistet die eG so einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der ärztlichen

Versorgung in den Regionen. Sie ist das Modell der Zukunft.


höchststand bei neugründungen

In Bayern steigt die Zahl der Neugründungen in den letzten Jahren kontinuierlich an. Zehn

Genossenschaften wurden durchschnittlich in den Jahren 2003 bis 2007 bei den Registergerichten

eingetragen. Im Jahr 2008 waren es sogar 29 Genossenschaften, die eingetragen wurden.

Damit ist ein neuer Höchststand erreicht. Die Analyse der Neugründungen zeigt, dass

grundsätzlich im Dienstleistungsbereich Potenzial für Genossenschaftsgründungen steckt und

dass in der Landwirtschaft die Möglichkeiten der Rechtsform noch nicht ausgeschöpft sind.

Aktuelle Neugründungen belegen, dass die Gründungsfelder Energiewirtschaft, Gesundheitswesen

und Landwirtschaft im Trend liegen.

Energiesektor

Neun Neugründungen im letzten Jahr zeigen die Bandbreite möglicher Zusammenschlüsse

im Bereich Energie : Zum einen organisieren Stadtwerke über die neue Genossenschaft enPlus

den gemeinsamen Gaseinkauf, um die mittelständischen Energieversorger zu stärken. Im Trend

liegt zum anderen auch die Gründung von vielen kleineren Energiegewinnungsgenossenschaften,

die sich auf regenerative Energien wie Biomasse, Solarenergie und Biogas spezialisieren.

Ärztegenossenschaften

Bereits über 5.000 Ärzte und Mitarbeiter im Gesundheitswesen haben sich in Bayern in elf

Genossenschaften zusammengeschlossen : Im letzten Jahr wurde die ABZ Aschaffenburg als

Abrechungsgenossenschaft gegründet und in Bamberg investieren Radiologen gemeinsam in

ein radiologisches Diagnostikzentrum.

Landwirtschaft

Der Landwirtschaft steht durch die radikalen Veränderungen auf dem Weltmarkt ein tief

greifender Strukturwandel bevor. Milch, Getreide, Fleisch – alle Bereiche müssen sich der Globalisierung

stellen. Landwirte in Bayern reagieren mit neuen Genossenschaften, um Kosten zu

senken und Kräfte zu bündeln : Eine im Vorjahr gegründete fränkische Transportgenossenschaft

trägt so beispielsweise zur Strukturverbesserung bei.

68 – 69

Genossenschaftliche Neugründungen

Überblick 2008

dienstleistungsgenossenschaften

REGIOS eG

Dienstleistungen zur Initiierung und Unterstützung

von Prozessen der Regionalentwicklung.

Mitgliederzahl : 24

Stadtmarketing Dachau eG

Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, um die

Wirtschaftskraft der Region zu fördern.

Mitgliederzahl : 11 Unternehmen und

Gewerbetreibende aus Dachau

Designcooperative Nittenau eG

Gemeinsamer Betrieb eines Verlages, einer

Werbeagentur und eines Design- und Fotostudios.

Mitgliederzahl : 3 Designer

intelligent ! leben eG

Vermittlung oder Erbringung von Beratungs- und

Serviceleistungen zur Verbesserung der persönlichen

Lebensqualität der Mitglieder.

Mitgliederzahl : 4 Unternehmer als Leistungsanbieter

KunstWohnWerke eG

Gemeinsame Bereitstellung von Immobilien.

Mitgliederzahl : 6 Architekten und Künstler

Urbanes Wohnen eG

Verbesserung des Wohnens unter sozialen,

ökologischen und räumlich-gestalterischen Aspekten.

Mitgliederzahl : 6 Architekten und Ingenieure

Fidelis Trust eG

Erwerb, Verwaltung und Veräußerung von Immobilien

und Beteiligungen.

Mitgliederzahl : 326

Energie, Umwelt, Wasser

Stromerzeugungsgenossenschaft Eufnach eG

Be- und Verarbeitung land- und forstwirtschaftlicher

Erzeugnisse, vor allem die Erzeugung von Strom,

Wärme und Energie aus Biogas.

Mitgliederzahl : 5 Landwirte

NaWaRo-Liefergenossenschaft eG

Verwertung von nachwachsenden Rohstoffen,

vor allem zur Erzeugung von Biogas.

Mitgliederzahl : 5 Landwirte

Biogasgenossenschaft Eufnach eG

Verarbeitung land- und forstwirtschaftlicher

Erzeugnissen, vor allem die Erzeugung von Biogas.

Mitgliederzahl : 5 Landwirte

enPlus eG

Gemeinsame Beschaffung von Energie,

insbesondere der Ein- und Verkauf von Gas zur

Versorgung der Mitglieder.

Mitgliederzahl : 8 Stadtwerke

Diesel-Tankstelle Rohr eG

Betreiben einer Tankstelle, Handel mit Mineralölen

und Errichtung eines öffentlichen Waschplatzes.

Mitgliederzahl : 45 Landwirte und 1 Spediteur

Biomassehof Allgäu eG

Ein- und Verkauf naturbelassener Energieholzarten

aller Art.

Mitgliederzahl : 122

Friedrich-Wilhelm Raiffeisen Energie eG

Produktion und Vertrieb von erneuerbaren Energien.

Mitgliederzahl : 16 Bürger

Bürgersolar Heilsbronn eG

Errichtung und Unterhaltung von Anlagen zur

Erzeugung regenerativer Energien.

Mitgliederzahl : 27 Bürger

Wasserversorgungsgenossenschaft Erisried eG

Wasserversorgung im Geschäftsgebiet der

Genossenschaft.

Mitgliederzahl : 6 Bürger und Gemeinde


Gesundheitswesen

ABZ Qualitäts- und Servicenetz der Zahnärzteschaft

des Zahnärztlichen Förderkreises

Aschaffenburg (ZÄF) eG

Wirtschaftliche Förderung und Betreuung

der Mitglieder.

Mitgliederzahl : 20 Zahnärzte

ÄGM Ärztegenossenschaft Mittelfranken eG

Verhandlungsführung für die Mitglieder mit

Körperschaften, Behörden, Unternehmen,

Verbänden und Trägern im Gesundheitswesen.

Mitgliederzahl : 14 Ärzte

Eingetragene Genossenschaft für Kinder-

und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und

Psychotherapie-Kinderpsyche

Sicherstellung, Verbesserung und Förderung

der vertrags- und privatärztlichen kinder- und

jugend psychiatrischen, -psychosomatischen

und -psychotherapeutischen Versorgung.

Mitgliederzahl : 37 Ärzte

Landwirtschaft

LMG Ochsenfurt eG

Durchführung des landwirtschaftlichen Nutzungs-

und Dienstleistungsgeschäftes, insbesondere

die Bereitstellung von Lade- und Reinigungsgeräten

für Zuckerrüben.

Mitgliederzahl : 340 Landwirte

Alpwegegenossenschaft Gaisalpe eG

Erstellung und Unterhaltung des Wirtschaftsweges

Gaisalpe.

Mitgliederzahl : 30 Almanlieger

Naturkäserei Tegernseerland eG

Herstellung und Vermarktung von Lebensmitteln

aus rein landwirtschaftlichen Produkten sowie

Gründung und Bau einer Natur- und Schaukäserei.

Mitgliederzahl : 10 Landwirte

70 – 71

handel

Fränkisches Weinkontor eG

Die gemeinsame Vermarktung der Eigen-Erzeugnisse

und Zukauf-Erzeugnisse in den Marktsegmenten

Discount und Preiseinstieg.

Mitgliederzahl : 3 Winzergenossenschaften

Dorfladen Lauterbach eG

Betrieb und Unterhalt eines Verkaufsladens.

Mitgliederzahl : 111 Dorfbewohner

Weltladen Nördlingen eG

Verkauf von Produkten aus fairem Handel und

aus regionaler, ökologischer und sozialer Produktion.

Mitgliederzahl : 31 Bewohner

Vermarktungsgenossenschaft Region aktiv eG

Vermarktung regionaler Produkte.

Mitgliederzahl : 22 Verbraucher

Dorfladen Schöngeising eG

Gemeinschaftlicher Einkauf von Bedarfsgütern

aller Art.

Mitgliederzahl : 166 Dorfbewohner

Dorfladen Altstädten eG

Betrieb und Unterhalt eines Verkaufsladens.

Mitgliederzahl : 151 Dorfbewohner

Dorfladen Gelting eG

Betrieb und Unterhalt eines Verkaufsladens.

Mitgliederzahl : 111 Dorfbewohner

Genossenschaften – eine Rechtsform mit Zukunft

Historisch gewachsen und regional verwurzelt bleiben Genossenschaften mit innovativen

Ideen erfolgreich. Im Mittelpunkt steht dabei die Verantwortung für die Menschen und die

Wirtschaft in der eigenen Region, die auch in Zukunft den Geschäftserfolg der Genossenschaften

gestalten wird. Die Nähe zum Menschen durch flächendeckende Versorgung, demokratische

Strukturen und die hohe soziale Verantwortung haben sich in drei Jahrhunderten als Alleinstellungsmerkmal

der Unternehmensform bewährt.

Und dass die Menschen in Bayern Genossenschaften den Aktiengesellschaften vorziehen,

beweist der Zahlenvergleich : Zirka 500.000 Bayern sind Aktionäre, dagegen vertrauen 2,7 Millionen

Menschen in Bayern einer Genossenschaft und investieren in einen Mitgliedsanteil, der

von Talfahrten der Börsen unberührt bleibt.


Manfred Nüssel : Die Genossenschaftsorganisation wird seit Generationen von Menschen für Menschen

geprägt. Dabei werden die Grundsätze von Friedrich Wilhelm Raiffeisen wie menschliche

Einsicht, geistige Kraft und persönlicher Mut gelebt.


Über drei Jahrhunderte erfolgreich

Eine historisch begründete Erfolgsgeschichte

Kredit-, Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften prägen heute Bayerns mittelständische

Wirtschaft. Das ist die Folge eines historischen Entwicklungsprozesses, der bereits im

19. Jahrhundert begann.

Das 19. Jahrhundert – die Zeit der grossen Veränderungen

Das 19. Jahrhundert war die Zeit eines fundamentalen geistigen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen

und politischen Umbruchs : Große Teile des Mittelstandes – Handwerker und

Gewerbetreibende, Bauern und Landwirte – wurden durch die Einführung der Gewerbefreiheit

und die Folgen der Bauernbefreiung zu freien Unternehmern, selbstverantwortlichen Produzenten

und Mitkonkurrenten auf einem freien Markt. Der Ausbau der nationalen und internationalen

Verkehrswege sowie die Senkung der Einfuhrzölle brachte zunehmend Produkte zu

billigen Preisen auf den bayerischen Markt. Gleichzeitig führten Industrialisierung und die Bedingungen

des Weltmarktes zu einem Preisverfall bei heimischen handwerklichen und landwirtschaftlichen

Erzeugnissen.

Um konkurrenzfähig zu werden und zu bleiben, mussten Gewerbe und Landwirtschaft

mehr und billiger produzieren und sich gleichzeitig mit qualitativ hochwertigen Produkten am

Markt behaupten. Dazu war eine angemessene Finanzierung der Betriebe zu günstigen Konditionen

erforderlich. Ansonsten drohten Insolvenz und »Vergantung« (Zwangsversteigerung),

die zum Ende der handwerklichen beziehungsweise bäuerlichen Existenz führten. Hermann

Schulze-Delitzsch zog aus dieser Entwicklung den Schluss : »Anstatt sich über die Einflüsse

der Fabrik und des Handels, über die Übermacht des Kapitals zu beklagen, sollte man sich

lieber selbst der Vorteile der Fabrikeinrichtungen, des kaufmännischen Betriebs bemächtigen

und sich das Kapital dienstbar machen.« Dies taten Schulze-Delitzsch ab 1850 und Friedrich

Wilhelm Raiffeisen ab 1862 durch die Gründung von Kredit-, Warenbezugs- und Absatzgenossenschaften

auf der Basis der bis heute gültigen Grundsätze der Selbsthilfe, der Selbstverantwortung

und der Selbstverwaltung.

Genossenschaften sichern die Existenz des Mittelstandes

im 19. Jahrhundert

Die modernen Genossenschaften, die in der Folgezeit in ganz Deutschland – ab 1862 auch

in Bayern – entstanden, waren zu diesem Zeitpunkt eine Innovation. Sie trugen durch Beschaffung

von Personalkrediten, speziell Investitions- und Betriebskrediten, sowie durch Wareneinkauf

und -absatz wesentlich zur Existenzsicherung ihrer Mitglieder bei und eröffneten ihnen

die Vorteile des Großhandels und eines eigenen, auf ihre Bedürfnisse »maß geschneiderten«

Finanzdienstleistungssystems. Mittelständische Betriebe wurden so vom mobilen Kredit unabhängig.

74 – 75

Eine gute Idee spricht sich herum

Für die Verbreitung des Genossenschaftsgedankens sorgten zahlreiche Persönlichkeiten

vor Ort. Handwerker und Gewerbetreibende kannten sich untereinander, Bauern und Landwirte,

Ökonomen, Pfarrer beider Konfessionen, Landadelige, Fabrikanten, Bürgermeister, Lehrer,

Beamte und Angestellte ebenso. Durch Mundpropaganda wurden die genossenschaftlichen

Prinzipien vielfach bekannt gemacht. Auch die Handwerkerorganisationen und die Landwirtschaftlichen

Vereine traten bei ihren Versammlungen auf Landes- wie Bezirks- und Ortsebene

für Genossenschaftsgründungen ein. Der »Bayerische Landesverband landwirtschaftlicher

Dar lehenskassenvereine« (ein Vorläufer des heutigen GVB) setzte sich satzungsgemäß die

Grün dung von Genossenschaften zum Ziel. Im Geschäftsbericht von 1894 ist nachzulesen : »Der

stellvertretende Landesverbands-Direktor, Herr Pfarrer Kaiser, Herr Geistlicher Rath Kaeufel,

Herr Inspektor Sturm, die Herren Kgl. Pfarrer Staudinger, Baist und Müller, Herr Dr. Heim und

mehrere andere Herren haben durch zahlreiche Vorträge in den verschiedenen Landesteilen

zu Vereinsgründungen mit Erfolg aufgefordert.« Sie hielten Versammlungen ab und erklärten

in allgemein verständlichen Worten dem interessierten Publikum die Funktionsweise der verschiedenen

Genossenschaftssparten.

In zahlreichen Broschüren und Schriften wurden die Genossenschaftsprinzipien

verbreitet und Anleitungen zur Gründung

von Genossenschaften und deren Geschäftsführung mit Muster

formularen und Geschäftsinstruktionen gegeben. Hanns

Konrad Schauer, Schriftsteller in Herrsching, verfasste »Dorf-

Plaudereien«, die bei Versammlungen in Gasthäusern szenisch

aufgeführt wurden. Mitten im Saal befand sich ein runder

Tisch mit drei oder vier Stühlen für die Akteure. In bay e ri schem

Dialekt, in Dialogform und in allgemein verständlicher Rede

und Gegenrede sowie mit unübersehbarer Gebärdensprache

erklärten sie den ringsum Platz genommenen Versammlungsteilnehmern

Wesen und Funktion der Genossenschaft. Die

Sprecher des etwa viertelstündigen Theaterstücks waren in

der jeweils ortsüblichen Tracht gekleidet und forderten die

An wesenden unmissverständlich auf, den Worten auch Taten

folgen zu lassen. Volkstümliche Lieder mit genossenschaftlichem

Inhalt hoben die Stimmung.

Um die Verbreitung des Genossenschaftsgedankens machte

sich wie zahlreiche seiner Amtskollegen der Bad Aiblinger

Pfarrer Caspar Willibald Kaiser verdient – durch Wort und

Schrift. In seinem populären »Raiffeisen-Kalender« schärfte

Kaiser dem »Rechner« (= Geschäftsführer) wiederholt ein :

»Gehe nie zu Bette, ohne die täglichen Einnahmen und Ausgaben

im Journal gebucht zu haben.« Die Genossenschaftsmitglieder

ermahnte er : »Komme gewissenhaft zur Generalversamm

lung.« Und am Jahresschluss folgte als guter Vor satz für

das neue Jahr : »Nimm immer regen Anteil am Vereinsleben !«

Der Raiffeisen-Kalender von 1898

enthält für jeden Monat des Jahres

praktische Anweisungen und

Rat schläge zur Führung einer Dar-

lehenskasse – gegliedert nach

Vorstand, Aufsichtsrat und Rechner.

Des Weiteren wurden Musterbaupläne

für ein genossenschaftliches

Lagerhaus vorgestellt und der

Rechenschaftsbericht der Zentral-

kasse veröffentlicht.


Die Genossenschaftsbewegung in Bayern nahm infolge dieser und vergleichbarer Maßnahmen

und Werbeaktionen »einen frischen ungeahnten Aufschwung«, so Pfarrer Kaiser, und

der Genossenschaftsgedanke zog »immer weitere Kreise«.

Die Zeit der Expansion – die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts

Durch ihren hohen Verbreitungsgrad begannen die bayerischen Kredit-, Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften

seit dem späten 19. und verstärkt im beginnenden 20. Jahrhundert

erfolgreich, die breite Finanzmarkt- und Dienstleistungslücke zu schließen. Die Zahl der Neugründungen

in Stadt und Land stieg enorm. Handwerker und Gewerbetreibende organisierten

sich genossenschaftlich in fast allen damals aktuellen Sparten. Dies gilt auch für die landwirtschaftliche

Genossenschaftsbewegung. Sie erfasste zunächst den milchwirtschaftlichen Bereich.

Das genossenschaftliche Lagerhaussystem wiederum beruhte auf der »Belehnung«. Der

Landwirt ließ dort seine Ernte bis zum endgültigen Verkauf »belehnen« (beleihen). Die zweite

Entwicklungsstufe der Lagerhausbewegung umfasste Ankauf, Veredelung und Vermark tung

landwirtschaftlicher Produkte. Die dritte Stufe führte zur zentralen Verwaltung von Lager häusern

durch die Zentralgenossenschaften.

Flexibilität und Anpassungsfähigkeit kennzeichneten die bayerischen Genossenschaften

von Anfang an. Selbst in schwierigsten Zeiten wie dem Ersten (1914 – 1918) und dem Zweiten

Welt krieg (1939 – 1945) vermochten die Genossenschaften ihre Arbeit trotz staatlicher Zwangsbewirtschaftung,

Personal- und Warenmangels fortzusetzen. Im letzten Kriegsjahr 1918 wurden

in Bayern sogar 47 Genossenschaften neu gegründet, davon 24 Kredit-, drei Molkerei-, fünf

Elektrizitäts- und 15 sonstige Genossenschaften, darunter Lagerhaus-, Pacht-, Dresch-, Motorpflug-,

Wasserversorgungs-, Saatbau- und Krautverwertungsgenossenschaften.

Der Erste Weltkrieg und seine Folgen bedeuteten auch für die Genossenschaften eine Zäsur.

Je länger der unerwartete Stellungskrieg andauerte, desto mehr hemmten Zwangsbewirtschaftung,

Arbeitskräftemangel und Ernährungsprobleme die freie Entfaltung der genossenschaftlichen

Aktivitäten. Während des Krieges begann die Teuerung in Deutschland, danach

kam die schleichende, dann die galoppierende und schließlich die Hyperinflation. Im Zusammenhang

mit der Währungsreform vom 15. November 1923 wurde eine Billion Papiermark in

eine Rentenmark umgerechnet. Die Kreditgenossenschaften verloren weitgehend ihre finanziellen

Grundlagen. Man stand nach den Worten des Oberpfälzer Bezirkspräsidenten Max Freiherrn

von Pfetten-Ramspau »eigentlich vor dem Nichts«.

76 – 77

Genossenschaften meistern viele Bewährungsproben

Mit der allmählichen wirtschaftlichen Konsolidierung Deutschlands ab 1924 konnten die

Kreditgenossenschaften wieder festen Fuß fassen. Auch die Mitglieder von Molkerei-, Elektrizitäts-,

Dresch-, Lagerhaus-, Obstbau-, Weide-, Brennerei- und sonstigen Genossenschaften

der damaligen Zeit gewannen ihr Vertrauen in die genossenschaftliche Arbeit bald wieder zurück.

So war der Jahresbericht für 1924 nach den Worten des Freiherrn von Pfetten-Ramspau

»der beste«, den er seit langem gesehen hatte.

Im Jahr 1936 war der zahlenmäßige Höhepunkt der Genossenschaftsbewegung in Bayern

erreicht. Damals gab es 350 gewerbliche Genossenschaften, davon 144 Schulze-Delitzsch-

Kreditgenossenschaften. Ferner gab es, und zwar infolge wesentlich kleinerer Geschäftsbezirke,

insgesamt 6.856 Raiffeisen-Genossenschaften, davon 4.260 Darlehenskassenvereine.

An manchen Orten gab es sogar mehrere Genossenschaften derselben Sparte. Das war der Beginn

der Fusionsbewegung, die bis heute fortdauert. Gleiche Prinzipien, gleiche Ziele, gleiche

Mittel, gleiche Klientel machten und machen Kooperation, Koordination und Zusammengehen

erforderlich.

Die bayerischen Kreditgenossenschaften überstanden die Bankenkrise von 1931 relativ

unbeschadet, da sie nicht wie Groß- und Privatbanken ausländisches, insbesondere amerikanisches,

auf kurze Frist geliehenes Kapital selbst wiederum langfristig an ihre Kreditnehmer

ausgereicht hatten. Als 1931 amerikanische Geldgeber die Fristen für ihre überwiegend in

Fremd währung gewährten Ausleihungen gleichsam von einem Tag auf den anderen nicht mehr

verlängerten und in großem Umfang zurückforderten, kam es infolge von Fristentransformations-

und Wechselkursrisiken zu Schieflagen und Zusammenbrüchen verschiedener deutscher

Groß- und Privatbanken, nicht aber der Kreditgenossenschaften. Die Bankenkrise von 1931

war eine Folge der Weltwirtschaftskrise von 1929. Heute ist es umgekehrt. Die globale Wirtschaftskrise

folgt der internationalen Bankenkrise auf dem Fuß.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg – Garant für Stabilität und Sicherheit

Die Genossenschaften waren nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs (8. Mai 1945) eine

der wenigen einigermaßen noch funktionierenden Institutionen der bayerischen Wirtschaft.

Die amerikanische Militärregierung gestattete die Fortführung der Tätigkeit der Primärgenossenschaften,

um die Versorgung der hungernden Bevölkerung zu verbessern, und ernannte am

31. Oktober 1945 den Agrarexperten Michael Horlacher zum »Staatskommissar für das landwirtschaftliche

Genossenschaftswesen« in Bayern, um die Re-Demokratisierung von Ver band,

Verbund und Primärgenossenschaften durchzuführen. Knapp ein Jahr später, am 23. November

1946, erhielten der nunmehrige Raiffeisenverband, die Raiffeisen-Zentralkasse und die

BayWa die Genehmigung zur Fortführung ihrer Geschäftstätigkeit, und zwar »in der Erwägung,

dass durch das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen in Bayern Hilfe und Fortschritt für

die Landwirtschaft zum Wohle unseres ganzen Volkes in besonders hohem Maße gewährleistet

wird.« Kontinuität kennzeichnete auch den gewerblichen Genossenschaftssektor. Karl Dietzel

leitete den damaligen »Bayerischen Genossenschaftsverband (Schulze-Delitzsch)« von 1938

bis 1968 ohne Unterbrechung.


Artikel 153 der demokratischen Verfassung des Freistaates Bayern vom 1. Dezember 1946

hob ausdrücklich die Bedeutung des bayerischen Genossenschaftswesens für Wirtschaft und

Gesellschaft hervor : »Die selbstständigen Kleinbetriebe und Mittelstandsbetriebe in Landwirtschaft,

Handwerk, Handel, Gewerbe und Industrie sind in der Gesetzgebung und Verwaltung

zu fördern und gegen Überlastung und Aussaugung zu schützen. Sie sind in ihren Bestrebungen,

ihre wirtschaftliche Freiheit und Unabhängigkeit sowie ihre Entwicklung durch genossenschaftliche

Selbsthilfe zu sichern, vom Staat zu fördern.«

Die Währungsreform vom 20. / 21. Juni 1948 stellte insbesondere die Kreditgenossenschaften

wieder vor Existenzprobleme. Die Gesamtbilanzsumme aller bayerischen Raiffeisenkassen

betrug am 20. Juni 1948 rund 3,84 Milliarden Reichsmark. Einen Tag später, am 21. Juni 1948,

schmolz diese Summe auf rund 264 Millionen Deutsche Mark zusammen. Die Durchschnittsbilanzsumme

der bayerischen Raiffeisenkassen betrug nur noch rund 67.000 Deutsche Mark

pro Kreditgenossenschaft. Dies war der schwierige Ausgangspunkt für einen – wiederum – erfolgreichen

Neuanfang.

Professor Ludwig Erhard als Gast -

redner beim Verbandstag des

Bayerischen Genossenschaftsverbands

im Jahr 1968.

Genossenschaften –

eine treibende Kraft des Wirtschaftswunders

Der sukzessive Aufbau der Sozialen Marktwirtschaft im

Sinn von Ludwig Erhard ermöglichte seit 1948 die freie Entfaltung

der wirtschaftlichen Kräfte, sodass es in der Folgezeit zu

einem zunächst allmählichen, dann rasanten und bis dahin

nicht gekannten Wirtschaftsaufschwung und Strukturwandel

kam, an dem die mittelständischen Genossenschaften einen

wesentlichen Anteil hatten. Moderne Techniken traten ihren

Siegeszug an und die Größenverhältnisse änderten sich unübersehbar.

Die traditionsreichen Prinzipien der Selbsthilfe,

Selbstverantwortung und Selbstverwaltung bewährten sich,

an gepasst an die sich verändernden Zeitverhältnisse, aufs

Neue. Der Genossenschaftsgedanke ergriff nach und nach sogar

noch weitere Sparten und Branchen. Neue genossenschaftliche

Arbeitsfelder wurden erschlossen. Durch die Gründung

von Spezialgenossenschaften (zum Beispiel der SANACORP,

deren Vorgänger weit zurückreichen, oder der DATEV eG) organisierten

sich beispielsweise Apotheker und Angehörige

des steuerberatenden Berufes genossenschaftlich. Angehörige

anderer Berufe wie Ärzte oder Spezialisten im IT-Bereich entdeckten

und entdecken ebenfalls die Vorteile der Rechtsform

der eingetragenen Genossenschaft für ihre Tätigkeitsfelder.

78 – 79

Die Fusionsbewegung setzte sich verstärkt fort. Aus vielen kleinen Gründungen des endenden

19. und beginnenden 20. Jahrhunderts entwickelten sich im Verlauf der zweiten Hälfte

des 20. Jahrhunderts kompakte leistungsfähige Bankinstitute sowie Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften.

Die Erkenntnis, sich aus betriebswirtschaftlichen Gründen zu konkurrenzfähigen

Instituten zusammenzuschließen, führte zu einer Neugestaltung der genossenschaftlichen

Landkarte Bayerns.

Erfolgreich im 21. Jahrhundert –

Genossenschaftliche Werte stehen hoch im Kurs

Gesellschaftliche und wirtschaftliche Umbrüche und Krisen stellen überkommene Strukturen

in Frage, eröffnen aber zugleich Chancen und Perspektiven für Fortschritt und zukunftweisende

Entwicklungsprozesse. Dies war im 19. und 20. Jahrhundert der Fall und ist heute

nicht anders. Die Globalisierung eröffnet seit Ende des 20. Jahrhunderts neue Märkte und

führt zugleich zu größerer Konkurrenz. Die technische Entwicklung lässt veraltete Wirtschaftssektoren

absterben. Die Umbrüche folgen im Vergleich zu früheren Epochen zeitlich wesentlich

rascher aufeinander.

Die Genossenschaften haben trotz der gegenwärtigen globalen Finanz- und Wirtschaftskrise

den Vorteil ihrer Orts- und Regionalverbundenheit bewahrt und können ihr Know-how

den Menschen vor Ort aktuell weitergeben, um sich – wie Raiffeisen es treffend formulierte –

»durch eigene Kraft eine bessere Lebensstellung erarbeiten«.


hermann schulze-delitzsch : Freiheit und Verantwortlichkeit – auf ihnen beruht unsere ganze genossenschaftliche

Organisation. Dadurch unterscheiden wir uns von anderen Bewegungen, welche die

Verantwortlichkeit von sich weisen, welche die Garantie nicht selbst übernehmen,

sondern sie dem Staat und der Gesellschaft aufwälzen wollen. So gehen die Dinge nicht.

Wer die Verantwortlichkeit von sich weist, weist auch die Freiheit von sich.


GVB als Partner der Genossenschaften

Schulter an Schulter seit mehr als 110 Jahren

GVB – Vorteil Netzwerk

Gestalter, Dienstleister, Prüfer und Sprachrohr für 1.118 genossenschaftliche Unternehmen

in Bayern – diese Aufgaben erfüllt der Genossenschaftsverband Bayern mit 664 Mitarbeitern

für seine Mitglieder seit 116 Jahren. Als Regionalverband und gesetzlicher Prüfer aller bayerischen

Genossenschaften bietet er den Mitgliedern Zugriff auf Fachwissen und Produkte, die

Einzelunternehmen und vor allem kleine Genossenschaften nicht allein vorhalten können. Jedes

Mitglied erhält Zugang zu wirtschaftlicher und fachlicher Beratung in allen Branchen sowie

Informationen beim Dienstleister GVB.

Als Interessenvertreter verschafft der Verband selbst der kleinsten Kredit-, Dienstleistungs-

oder Warengenossenschaft Gehör in der Politik – in Bayern, im Bund und in Europa. Die Weiterbildungszentren

und Akademien in Grainau und Beilngries bieten Seminare für jeden Bedarf :

Fachliche Fortbildung oder Persönlichkeitsentwicklung für alle Tätigkeitsbereiche und Branchen

stehen auf dem Programm der Akademie Bayerischer Genossenschaften. Im Jahr 2008, das

durch die Turbulenzen auf den Finanzmärkten gekennzeichnet war, standen für den GVB vor

allem Stabilität und Sicherheit im Mittelpunkt der Beratungs- und Betreuungsleistungen für

die bayerischen Genossenschaften.

82 – 83

664

Mitarbeiter sind im GVB beschäftigt und setzen sich für die Belange

der Mitgliedsgenossenschaften ein.

38.011

Arbeitstage wurden im Jahr 2008 von 227 Prüfern im Außendienst

für die gesetzliche Prüfung der bayerischen Genossenschaften geleistet.

Dazu kommen weitere 4.300 Prüfungs- und Beratungstage.

29.797

Prüfung : 260 Mitarbeiter

Beratung : 210 Mitarbeiter

Bildung : 53 Mitarbeiter

Hotel- und Akademiebetrieb : 141 Mitarbeiter

Teilnehmer besuchten insgesamt 1.674 Seminare der ABG Gruppe.

Mit 100.000 Teilnehmertagen unterstützt die Bildungseinrichtung der

bayerischen Genossenschaften die GVB-Mitglieder bei der Personalentwicklung

und der Qualifizierung der Mitarbeiter und Führungskräfte.


Prüfen

Als gesetzlicher Prüfer aller Mitgliedergruppen und Branchen trug der GVB auch 2008

zum Mitglieder- und Gläubigerschutz bei den bayerischen Genossenschaften bei und stand

seinen Mitgliedern als verlässlicher Partner in allen Prüfungsfragen zur Seite. Die Durchführung

der Prüfungen mit hoher Qualität bei niedrigen Prüfungskosten führte zu deutlichen Einsparungen

für die 317 bayerischen Kreditgenossenschaften. Vor allem trugen dazu die Pauscha

lierung der Prüfungsgebühren und die konsequente Verwertung der Ergebnisse von

Son der prüfungen bei. Die Unterstützung des Aufsichtsrates bei seiner Überwachungstätigkeit

war auch 2008 ein wichtiges Ziel der genossenschaftlichen Prüfung. Jeder Aufsichtsrat

erhielt zu Beginn der Prüfungssaison eine Mitteilung über den Prüfungsleiter, um den Dialog

zwischen Prüfer und Aufsichtsrat zu garantieren.

Bei den 714 Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften wurden 394 genossenschaftliche

Pflichtprüfungen durchgeführt. Seit der Novellierung des Genossenschaftsgesetzes ist bei

kleinen Genossenschaften die Jahresabschlussprüfung nicht mehr Bestandteil der Prüfung.

Diese kleinen Genossenschaften unter einer Million Euro Bilanzsumme konnten auch im vergangenen

Jahr aus dem Angebot des GVB individuelle Dienstleistungen abrufen, bis hin zur

Vollprüfung. 163 Genossenschaften haben 2008 davon Gebrauch gemacht.

Beraten

In der Mitgliederbetreuung des GVB wurden im Jahr 2008 vor allem Angebote zur Stärkung

und Stabilisierung der bayerischen Genossenschaften weiter ausgebaut. Dabei standen

die Stärkung des Vertriebs, die Prozessoptimierung und die umfassende Beratung der Mitglieder

zu aktuellen Themen im Vordergrund.

Auf der Grundlage von VR-Process und des VR-BusinessPlans wurde für die bayerischen

Kreditgenossenschaften ein Instrumentarium zur strategischen Planung der Gesamtbank und

der Geschäftsfelder entwickelt. Sie erhielten damit ein umfassendes Betreuungsangebot zur

Ertragsoptimierung im Kundengeschäft, das der GVB in der operativen Umsetzung der Projekte

bei den Banken begleitete. Neben der Optimierung der Prozesse unterstützte der GVB auch

die Kreditgenossenschaften bei der Steigerung des Vertriebserfolges : Vertriebswettbewerbe,

ein Preis für innovatives Marketing und neue Produkte stärkten den Vertrieb. Der erweiterte

VR-Baukasten gab den Kreditgenossenschaften die Möglichkeit, lokale Kampagnen auszubauen

und individuell zu gestalten. Vertriebliche Themen wie Zielgruppen- und Lebensphasenkonzepte

ergänzten das Angebot des Baukastens, um damit optimale Kundenansprache zu

garantieren.

Die aktuellen Fragen der Mitglieder rund um die Entwicklungen auf den Finanzmärkten,

dem Milchmarkt und zur aktuellen Gesetzgebung beantworteten die Rechts- und Steuerberatung

im vergangenen Jahr. Im Rahmen des Milchlieferstopps begleitete der GVB die Milchliefer-

und Molkereigenossenschaften bei der Analyse der Rechtslage durch Informationsschreiben

und einer Hotline während der Blockadezeit. Bei den laufenden Geschäften erhielten die

bayerischen Molkereiunternehmen betriebswirtschaftliche Beratung und Unterstützung, um

an staatlichen Förderprogrammen teilzunehmen. In der steuerlichen Beratung war die Einfüh-

84 – 85

rung der Abgeltungsteuer ein Schwerpunkt der Mitgliederberatung.

Dazu wurden zahlreiche Informationsveranstaltungen

und Inhouse-Schulungen angeboten.

Umfassende Unterstützung erhielten die Mitglieder auch

im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation : Besonders

stark wurden die Veröffentlichungen des GVB zu den

Auswirkungen der Finanzkrise nachgefragt. Rede- und Textbausteine,

die im Mitgliederbereich der GVB-Website zum

Download verfügbar waren, erläuterten aktuelle verbund- und

verbandspolitische Themen wie Forderungsverkauf, Einlagensicherung

und Finanzkrise. Im Radiobaukasten wurden relevante

Themen für Volksbanken und Raiffeisenbanken aufbereitet.

Banken konnten die Audio-Beiträge herunterladen und

auf ihrem Internetauftritt als Informationsquelle einstellen.

Aus- und weiterbilden

Das Bildungsangebot für die bayerischen Genossenschaften

vernetzte im vergangenen Jahr die Dienstleistungsangebote

des GVB mit Qualifizierungsmaßnahmen für die Mitarbeiter

von Genossenschaften. In Zusammenarbeit mit den

GVB-Bereichen Prüfung, Bankwirtschaft und Versicherungen

sowie Marketing und Vertrieb bot die ABG Gruppe zu allen

aktuellen Themen Schulungs- und Vertiefungsveranstaltungen

an. 2008 nahmen insgesamt 30.000 Mitarbeiter der bayerischen

Genossenschaften an Seminaren der ABG Gruppe

teil. Mehr als 800 Aufsichtsräte von Kreditgenossenschaften,

aber auch von Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften

haben sich in Fachtagungen weitergebildet und vor allem aufsichtsrechtliches

Wissen vertieft.

www.gv-bayern.de

Das bayerische Genossenschaftsportal

bietet seinen Mitgliedern

und der Öffentlichkeit einen schnel-

len Zugriff auf Informationen rund

um den Verband sowie Fachartikel

und Rundschreiben aus allen

Bereichen und Abteilungen. Mehr

als 1.000 Abonnenten nutzen den

wöchentlichen Newsletter, um

umfassend und aktuell über alle

Belange des Verbandes informiert

zu werden.


Bilanzpressekonferenzen

Auf den Bilanzpressekonferenzen

der bayerischen Volksbanken

und Raiffeisenbanken sowie der

bayerischen Waren- und Dienst -

leistungsgenossenschaften konnte

GVB-Präsident Dr. h.c. Stephan

Götzl erfreuliche Zahlen präsentieren.

Vor über 30 Journalisten

aus Print, Funk und Fernsehen

machte er deutlich, dass die bayerischen

Kreditgenossenschaften

in Zeiten von Bankenkrise und

Globalisierung ein Fels in der Brandung

sind. Die bayerischen Waren-

und Dienstleistungsgenossenschaften

bestärkten den Freistaat

Bayern mit ihrem Umsatzplus auch

weiterhin als Land der Genossenschaften.

soft

link

GVB00082

www.gv-bayern.de

Interessen vertreten

Aktives Zugehen auf Medien und politische Entscheidungsträger

prägten im Jahr 2008 die Interessenvertretung des GVB.

Unter großer Aufmerksamkeit der Medien platzierte der GVB

in drei Bilanzpressekonferenzen erfolgreich seine Themen. Es

wurde verdeutlicht, dass die bayerischen Kreditgenossenschaften

von der internationalen Finanzkrise unberührt sind, dass

für die Volksbanken und Raiffeisenbanken der Verkauf von

Kre diten kein Thema ist und sie ihren Anlegern 100-prozentigen

Schutz der Einlagen bieten. Im Mittelpunkt der Bilanzpressekonferenz

Ware standen das deutliche Umsatzplus, das

die Genossenschaften erwirtschafteten, die aktuelle Lage auf

dem Milchmarkt sowie die GVB-Kritik an den geplanten Bilanzierungsregeln.

In einer Vielzahl von Hintergrundgesprächen mit Zeitungs-,

Hörfunk- und Fernsehjournalisten sensibilisierte der GVB die

Öffentlichkeit und die Politik für die Anliegen der Genossenschaften

in Bayern. Genossenschaftliche Themen wurden medienspezifisch

für Fachpresse, Anzeigenblätter sowie Radio

aufbereitet. Genossenschaftsporträts im privaten Lokalradio

sowie gemeinsame Aktionen mit dem Bayerischen Rundfunk

brachten Genossenschaften ins Gespräch und steigerten die

Präsenz der Mitgliedsbanken mit aktuellen bank- und finanzpolitischen

Beiträgen im regionalen Hörfunk. Die mediale

Wahr nehmung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in den

Regionen wurde damit systematisch gestärkt.

Die Interessen der bayerischen Genossenschaften in die

Öffentlichkeit zu tragen war auch das Ziel der beiden genossenschaftlichen

Großveranstaltungen im Jahr 2008 : Der Verbandstag

als zentrale Mitgliederversammlung und der Wirtschaftstag

als Event für die Firmenkunden der bayerischen

Volks banken und Raiffeisenbanken.

Der 109. Verbandstag stand unter dem Motto : »Genossenschaften

übernehmen Verantwortung für Wirtschaft und

Gesellschaft in Bayern«. 1.450 Vorstände bayerischer Genossen

schaften und prominente Gäste aus Politik und Wissenschaft

diskutierten darüber, wie man sich für die Gemeinschaft

engagieren kann und was getan werden muss, um die Wirtschaft

in Deutschland voranzubringen. Als Gastredner sprachen

der bayerische Staatsminister Markus Söder und der

Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion Guido Westerwelle.

86 – 87

Interview : Anmerkungen zur Finanzkrise

DR. h.c. STEPHAN GÖTZL

Was den Erfolg der bayerischen

Volksbanken und Raiffeisenbanken

in der Krise ausmacht


Anmerkungen zur Finanzkrise

Interview mit Dr. h.c. Stephan Götzl

Mit weltweiten Verlusten von mehreren Billionen Euro belastet die internationale Finanzkrise

die Weltwirtschaft. Im Interview erklärt der Präsident des Genossenschaftsverbands

Bayern, Dr. h.c. Stephan Götzl, warum die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken

weitgehend unbeschädigt davon das Vertrauen der Kunden behalten haben und was ihren

Erfolg in der Krise ausmacht. Er warnt darüber hinaus vor den Gefahren, die für die stabile Bankengruppe

von wettbewerbsverzerrenden staatlichen Maßnahmen ausgehen und erläutert,

was künftig getan werden muss, um den Finanzmarkt wieder zu stabilisieren.

Die Finanzkrise hat Deutschland

und seine Finanzwirtschaft

voll erfasst. Wie erleben

die bayerischen Volksbanken

und Raiffeisenbanken die

derzeitige Marktsituation ?

Die internationale Finanzkrise

gilt als eine Verkettung verfehl ­

ter Geschäftsstrategien und

politischer Fehleinschätzungen.

Was bedeutet das Eingreifen

des Staates für das Gleichgewicht

am deutschen Ban kenmarkt

?

»Für die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken

zahlt sich jetzt aus, dass sie in der Vergangenheit solide

gewirt schaftet haben. Während so manche Geschäfts- und

Lan des bank wankt, trägt unser genossenschaftliches Geschäfts

mo dell auch in der Krise. Wer sich allerdings mit der

genos senschaftlichen Geschichte befasst hat, den kann das

gleichwohl nicht verwundern. Unsere Organisation ist ein Kind

der wirtschaftlichen Situation des 19. Jahrhunderts. Wir haben

alle Krisen des 20. Jahrhunderts überstanden und wir gehen

auch gestärkt aus dieser Finanzkrise hervor. Entscheidend ist

am Ende, wer das Vertrauen der Kunden behält. Wir haben

treue Stammkunden und auch viele Neukunden brachten ihr

Geld 2008 zu den Genossenschaftsbanken. Der Anstieg der

Kundeneinlagen bei den bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken

im Jahr 2008 spricht da eine deutliche Sprache.

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken sind sicher. Das wissen

unsere Kunden und das honorieren sie.«

»Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken tragen

mit ihrer Kreditpolitik aktuell einen wesentlichen Teil zur

Stabilisierung des Finanzsystems und damit der Wirtschaft im

Freistaat bei. Bei allen politischen Entscheidungen und Maßnah

men ist es deshalb wichtig, uns nicht in unserer Ge schäftstätigkeit

einzuschränken oder zu behindern. Banken, die solide

wirtschaften und ohne Staatshilfen auskommen, dürfen gegenüber

staatsseitig unterstützten Banken nicht benachteiligt

werden. Deshalb ist es wichtig, dass gestützte Institute dazu

verpflichtet werden, mit marktüblichen Konditionen am Wettbewerb

teilzunehmen. Auf keinen Fall kann akzeptiert werden,

dass jene, die staatliche Hilfe erhalten, das für Dumpingkondi-

90 88 – 89

90

Welche Konsequenzen soll­

ten Staat und Banken Ihrer

Meinung nach aus der

Finanzkrise ziehen ?

tionen im Markt nutzen. Es wäre zudem völlig kontraproduktiv,

wenn der Staat seinen neuen Einfluss dazu missbrauchen

würde, betroffene Banken zu einer staatlich verordneten Konjunktur-

und Kreditpolitik zu drängen. Eine erneute Anhäufung

schlechter Risiken erhöht die Wahrscheinlichkeit zukünftiger

Verwerfungen bei diesen Banken. Und das kann niemand ernsthaft

wollen.«

»Wir brauchen auf allen Seiten neue Denkansätze und Verhaltensweisen,

um die globale Finanzarchitektur wieder dauerhaft

zu stabilisieren. Vor allem aufseiten der Geschäfts- und

Landesbanken ist eine klare Rückbesinnung auf die Tugenden

eines seriösen und nachhaltig arbeitenden Bankiers unverzichtbar.

Kurzfristige Gewinnorientierung muss durch nachhaltiges

Bankgeschäft ersetzt werden. Aufseiten des Staats benötigen

wir endlich feste und klare Regeln in Verbindung mit einer

strengen Bankenaufsicht. Das, was wir heute haben, wird diesem

Anspruch nur bedingt gerecht. Nicht nur die USA haben

sich zu lange gegen eine abgestimmte Bankenregulierung gewehrt.

Auch in Europa wurde deren Notwendigkeit nicht rechtzeitig

erkannt. Doch die internationalen Verflechtungen im Kapitalwesen

machen eine einheitliche Bankenaufsicht und ein

einheitliches Aufsichtsniveau sehr wohl notwendig. Dafür müssen

wir aber auch in Deutschland unsere Hausaufgaben machen.

Beispielsweise hat sich das Nebeneinander von BaFin

und Bundesbank nicht bewährt. Eine alleinige Zuständigkeit

der Deutschen Bundesbank wäre wesentlich zielführender.«


90 – 91

Zum Wirtschaftstag waren rund 1.000 Gäste eingeladen.

Ludwig Stiegler, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundes

tagsfraktion, und Focus-Chefredakteur Helmut Markwort

begeisterten die Zuhörer. Bankvorstände bayerischer Kreditgenossenschaften

diskutierten mit mittelständischen Unternehmern

aus Straubing die Frage : Was macht den bayerischen

Mittelstand so erfolgreich ?

»Profil – das bayerische Genossenschaftsblatt« erreichte

mo natlich im Jahr 2008 40.000 Leser aus den Bereichen

Ge nos senschaftswesen, Politik, Medien und Wirtschaft. In

Schwer punktthemen wurden aktuelle wirtschaftspolitische

Entwicklungen aufbereitet und aus verschiedenen Blickwinkeln

beleuchtet. Zahlreiche Praxisartikel berichteten über

Trends und Entwicklungen aus dem Arbeitsalltag bayerischer

Genossenschaften. Sonderbeilagen wie das Prüfungslexikon

»Aufsichtsrat und Prüfung« oder die Zitatensammlung »Es

gilt das historische Wort« vertieften Themen von »Profil«

und schlugen einen Bogen zur Bankpraxis.

Durch die Präsenz bei Parteitagen und durch regelmäßige

Informationen über »Profil« oder den politischen Newsletter

wurden Themen der politischen Agenda gesetzt. Mit Positionspapieren

zur Internationalen Rechnungslegung und zum

Thema EU-Bürokratie konnten die Interessen der kleinen und

mittleren Unternehmen in Bayern gestärkt werden. In den turbulenten

Wochen der Finanzkrise ist es durch intensive Gespräche

mit politischen Entscheidungsträgern gelungen, die

Notwendigkeit staatlicher Maßnahmen zur Stabilisierung der

Finanzmärkte zu verdeutlichen und die Finanzpolitiker zum

Handeln zu bewegen.

Monatlich aktuell

»Profil – das bayerische Genossenschaftsblatt«

erreicht bei einer Auf-

lage von 6.500 Exemplaren monat -

lich mehr als 40.000 Leser. Im Jahr

2008 reichten die Schwerpunktthemen

des Magazins vom Erfolgs -

rezept für Gewinnerbanken über

die Unternehmensnachfolge als

Chance für die eG bis hin zu den

Themen Milch, Vorsorge und gesellschaftlichem

Engagement.

Unter folgendem Softlink können

die Inhaltsverzeichnisse aller Aus -

gaben des vergangenen Jahres im

Profil-Archiv nachgelesen werden.

soft

link

GVB00083

www.gv-bayern.de


Dazulernen ist alles

Das Bildungsengagement der bayerischen Genossenschaften

Die Förderung und Weiterbildung von Mitgliedern und Mitarbeitern ist von jeher ein grundlegender

Bestandteil des Genossenschaftsgedankens. Die Wurzeln genossenschaftlicher Bildungsbemühungen

lassen sich bis zu Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-

Delitzsch zurückverfolgen. Bereits die beiden Gründerväter riefen erste »Rechner- und

In formationskurse« für die ländliche Bevölkerung ins Leben und legten so den Grundstein für

ein Bildungsengagement, das sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem markanten Merkmal der

Genossenschaftsorganisation entwickelte.

Die beiden genossenschaftlichen Fortbildungszentren Beilngries und Grainau sind heute

jedem ein Begriff, der im bayerischen Genossenschaftswesen arbeitet. Unter dem Markennamen

ABG Gruppe ist dort der Bildungsbereich des GVB als dienstleistungsorientierter Schulungsanbieter

angesiedelt. Über verschiedene Module, unter anderem auch per eLearning,

kön nen die Mitarbeiter der Verbandsmitglieder das nötige Fachwissen zu genau den Themen

erwerben und vertiefen, die der Markt aufwirft. 2008 erreichten die Angebote der ABG Gruppe

rund 30.000 Teilnehmer in zirka 100.000 Seminartagen.

In Zusammenarbeit mit der ABG Gruppe und dem GVB bieten die bayerischen Volksbanken

und Raiffeisenbanken ihren Zukunftsträgern ein breit gefächertes Angebot an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Mit dem Verbundstudium der ABG Gruppe erhalten junge Menschen

die Möglichkeit, ihre Berufsausbildung zum Banker mit einem betriebswirtschaftlichen

Studium an einer bayerischen Fachhochschule zu kombinieren. Am Ende der zirka viereinhalbjährigen

Ausbildungszeit stehen mit der IHK-Prüfung als Bankkaufmann / -frau und dem Bachelor

gleich zwei fundierte Abschlüsse.

Mit der Eröffnung des VR-Banken-Hörsaales an der Hochschule Deggendorf im Jahr 2008

untermauerten die niederbayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken eine bewährte Tra dition

: Seit Jahren setzen die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken auf Kooperationen

mit verschiedenen bayerischen Hochschulen. Von der Zusammenarbeit sollen alle Beteiligten

gleichermaßen profitieren: Die Hochschulen gewinnen durch den direkten Wis sens transfer

aus den Kreditinstituten; für die Banken ergeben sich gute Chancen, talentierte Nachwuchskräfte

noch während ihres Studiums auf die Volksbanken und Raiffeisenbanken als Arbeitgeber

aufmerksam zu machen. Gleichzeitig haben auch die Mitarbeiter der Kreditgenossenschaften

die Gelegenheit, sich weiterzuqualifizieren und für die Anforderungen der Zukunft fit zu machen.

92 – 93

»Mehrere kleine Kräfte vereint bilden eine große Kraft und das, was man allein

nicht durchsetzen kann, dazu soll man sich mit anderen verbinden.«

Diese Worte von Hermann Schulze-Delitzsch aus dem Jahr 1858 legten den Grundstein

für das heutige genossenschaftliche Netzwerk, das sich als eines der erfolgreichsten Wirtschaftsnetzwerke

in Europa etabliert hat. In vielen Krisen hat es sich als tragfähig und reißfest

erwiesen. In Bayern steht der Genossenschaftsverband als erster Dienstleister und Berater

seiner Mitglieder für die Bündelung der Kräfte, um gemeinsam die Interessen der bayerischen

Genossenschaften durchzusetzen. In 116 Jahren hat sich der GVB als verlässlicher Partner seiner

Mitglieder positioniert. Er stabilisiert das genossenschaftliche Netzwerk in Bayern und macht

seinen Einfluss in Bayern, Deutschland und in Europa immer dann geltend, wenn die Interessen

der Genossenschaften tangiert werden.


statistik


Daten und Fakten

Übersicht

Gremien im Überblick

Verbandsrat 2008 S. 97

Fachausschüsse (Stand : 31. 12. 2008) :

Fachausschuss Kreditgenossenschaften S. 98

Fachausschuss Marketing und Vertrieb S. 98

Fachausschuss Bildungswesen S. 99

Fachausschuss Raiffeisen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften S. 100

Fachausschuss Genossenschaftliche Milchwirtschaft S. 100

Fachausschuss Gewerbliche Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften S. 101

GVB in Zahlen

Erträge S. 102

Aufwendungen S. 102

GVB-Mitarbeiter / innen gesamt S. 102

Personalstand S. 103

Prüfungsdienstleistungen (berechnete Arbeitstage) S. 103

Entwicklungsübersicht der bayerischen Genossenschaften

Mitgliederentwicklung S. 104

Waren- und Dienstleistungsumsatz der Genossenschaften S. 104

Mitarbeiter der Genossenschaften S. 105

Entwicklung Warengeschäft S. 105

Entwicklung Kreditgenossenschaften / Bilanzsumme S. 105

Größenstruktur der Kreditgenossenschaften S. 106

Verbundbilanz der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Bayern S. 106 / 107

Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken zum 31. 12. 2008 S. 108

Die bayerischen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften S. 114 / 115

96 – 97

Gremien im Überblick

Verbandsrat 2008

Konrad Irtel

Vorsitzender und ehrenamtlicher Verbandspräsident

(ab 01. 07. 2008),

Bezirkspräsident, Vorstandssprecher der VR Bank

Rosenheim-Chiemsee eG

Leonhard Dunstheimer

Vorsitzender und ehrenamtlicher Verbandspräsident

(bis 30. 06. 2008),

Bezirkspräsident, Vorstandsvorsitzender der

Raiffeisen-Volksbank Ries eG

Manfred Nüssel

stv. Verbandsratsvorsitzender, Bezirkspräsident,

Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes e.V.

Helmut Haun

stv. Verbandsratsvorsitzender (ab 01. 07. 2008),

Bezirkspräsident, Vorstandsvorsitzender der

Raiffeisenbank Aschaffenburg eG

Günter Dreher

Bezirkspräsident (ab 01. 07. 2008),

Vorstandsmitglied der Augusta-Bank eG

Wolfgang Eckert

Bezirkspräsident, Vorstandsvorsitzender

der VR-Bank eG, Regen

Michael Haas

Vorstandsvorsitzender der Volksbank Raiffeisenbank

Dachau eG

Hans Höglauer

Vorstandsmitglied der VR Bank Rosenheim-

Chiemsee eG

Prof. Dieter Kempf

Vorstandsvorsitzender der Datev eG

Dr. Karl Kunz

Geschäftsführer der Milchwerke Ingolstadt-

Thalmässing eG

Klaus Josef Lutz

(ab 01. 07. 2008)

Vorstandsvorsitzender der BayWa AG

Wolfgang Deml

(bis 30. 06. 2008)

Vorstandsvorsitzender der BayWa AG

Randolf Menna

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen-Volksbank

Bad Staffelstein eG

Oskar-Georg Noppenberger

Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender

der DIVINO Nordheim eG

Hans Paulus

Geschäftsführer, Bereich Ware der Raiffeisenbank

im Stiftland eG

Dr. Sigurd Schacht

Bezirkspräsident, Rechtsanwalt, Gunzenhausen

Rainer Schaidnagel

Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Kempten eG

Heinrich Traublinger, MdL

Präsident der Handwerkskammer für München und

Oberbayern

Albert Wankerl

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank

Deggendorf-Plattling eG

Maximilian Zepf

Bezirkspräsident, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank

Schwandorf-Nittenau eG

Die aktuelle Gremienliste finden Sie unter

www.gv-bayern.de/verbandsgremien


Fachausschüsse (Stand : 31. 12. 2008)

Fachausschuss Kreditgenossenschaften

Albert Wankerl

Vorsitzender

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank

Deggendorf-Plattling eG

Rainer Wiederer

stv. Vorsitzender

Vorstandssprecher der Volksbank Raiffeisenbank

Würzburg eG

Wolfhard Binder

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen-Volksbank

Ebersberg eG

Manfred Geyer

Vorstandsvorsitzender der RaiffeisenVolksbank eG

Gewerbebank, Ansbach

Norbert Kahlmeyer

Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank

Parsberg-Velburg eG

Hubert Kamml

Vorstandsvorsitzender der Volksbank Raiffeisenbank

Mangfalltal-Rosenheim eG

Karlheinz Kipke

Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Coburg eG

Roland Köppel

Vorstandsmitglied der VR Bank Kitzingen eG

Gerhard Ludwig

Vorstandssprecher der Volksbank Nordoberpfalz eG

Georg Peiß

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Tölzer

Land eG

Friedrich Reiser

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen-Volksbank

Isen-Sempt eG

98 – 99

Claudius Seidl

Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Rottal-Inn eG

Dr. Hermann Starnecker

Vorstandsmitglied der VR Bank Kaufbeuren-

Ostallgäu eG

Wolfgang Woitzik

Vorstandssprecher der Handels- und Gewerbebank

Augsburg eG

Fachausschuss Marketing und Vertrieb

Hans Höglauer

Vorsitzender

Vorstandsmitglied der VR Bank Rosenheim-

Chiemsee eG

Franz Inkmann

stv. Vorsitzender

Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Uffenheim-

Neustadt eG

Emil Baderschneider

Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Rhön-

Grabfeld eG

Günter Braun

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank

Geiselhöring-Pfaffenberg eG

Wolfgang Breu

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank

Griesstätt-Halfing eG

Alois Döbler

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank

Salzweg-Thyrnau eG

Herbert Eder

Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank

Cham-Roding-Furth im Wald eG

Alfred Eirich

Vorstandsvorsitzender der Volksbank Raiffeisenbank

Starnberg-Herrsching-Landsberg eG

Albrecht Hack

Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank

Kitzinger Land eG

Karlheinz Löbl

Vorstandsmitglied der Volksbank-Raiffeisenbank

Bayreuth eG

Franz Maisterl

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank

Weil und Umgebung eG

Manfred Mehrl

Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank

Schwandorf-Nittenau eG

Joachim Schluchter

Vorstandsmitglied der Augusta-Bank eG

Raiffeisen-Volksbank

Otto Wengenmayer

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank

Krumbach / Schwaben eG

Fachausschuss Bildungswesen

Randolf Menna

Vorsitzender

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen-Volksbank

Bad Staffelstein eG

Josef Pölt

stv. Vorsitzender

stv. Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank

südöstl. Starnberger See eG

Wolfgang Braun

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank

Bachgau eG

Erwin Grassl

Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank

Roth-Schwabach eG

Georg Gschwendtner

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank

Mittenwald eG

Georg Hennrich

Vorstandssprecher der VR-Bank Burghausen-

Mühldorf eG

Michael Hösle

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank

Ichenhausen eG

Rudolf Koller

Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank

Altdorf-Ergolding eG

Helmut Kraft

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank

Karlstadt-Gemünden eG

Johann Pernpaintner

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank

Oberpfalz Süd eG

Manfred Schmid

Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Passau eG

Jürgen Schnappauf

Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Floß eG

Mathias Schneider

Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Kempten eG

Johann Wegmann

Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Taufkirchen-

Dorfen eG


Fachausschuss Raiffeisen Waren-

und Dienstleistungsgenossenschaften

Hans Paulus

Vorsitzender

Geschäftsführer, Bereich Ware der Raiffeisenbank

im Stiftland eG

Franz Breiteneicher

stv. Vorsitzender

Geschäftsführer der Raiffeisen-Waren GmbH

Erdinger Land

Gerhard Böhm

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank

Frankenwinheim und Umgebung eG

Rudolf Büttner

Geschäftsführer der Raiffeisen-Waren GmbH

Weißenburg-Gunzenhausen

Josef Dietl

Geschäftsführer der Raiffeisen-Handels GmbH Rottal

Friedrich Hertle

Vorstandsmitglied der Raiffeisen-Volksbank

Donauwörth eG

Franz-Xaver Hilmer

Direktor der Raiffeisen Straubing – Agrar und

Baustoffhandel eG

Edwin Hofstetter

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank

Ehekirchen-Oberaudorf eG

Hermann Kerler

Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank

Pfaffenhausen eG

Josef Königbauer

Geschäftsführer der Südstärke Kartoffelliefergenossenschaft

eG

100 – 101

Martin Linseisen

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank

Hallertau eG

Roland Mörtl

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank

Gefrees eG

Josef Süß

Geschäftsführer der Viehvermarktungsgenossenschaft

Niederbayern eG

Fachausschuss Genossenschaftliche

Milchwirtschaft

Dr. Karl Kunz

Vorsitzender

Geschäftsführer der Milchwerke Ingolstadt-

Thalmässing eG

Hubert Dennenmoser

stv. Vorsitzender

Geschäftsführer Allgäuer Emmentalerwerk

Kimratshofen eG

Dr. Norbert Bauer

Direktor der Domspitzmilch eG

Dieter Doose

Geschäftsführender Vorstand Milchwerk

Crailsheim-Dinkelsbühl eG

Claus Gütling

Geschäftsführer der Milchwerke Mainfranken eG

Peter Hartmann

Geschäftsführer der Goldsteig Käsereien

Bayerwald GmbH

Dieter Krayl

Geschäftsführer der Allgäuland-Käsereien GmbH

Gerhard Meier

Hauptgeschäftsführer der Bayernland eG

Siegfried Neuner

Geschäftsführer der Käserei Bayreuth eG

Dr. Wolfgang Nuber

Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft

Neuburger Milchwerke eG

Helmut Pointner

Geschäftsführer der Milchwerke Berchtesgadener

Land-Chiemgau eG

Prof. Dr. Jakob Stöckl

Geschäftsführender Vorstand

Bayerische Milchindustrie eG

Peter Tenschert

Geschäftsführender Vorstand der

Rottaler Milchwerk eG

Ludwig Weiß

Direktor der Milchwerke Oberfranken West eG

Fachausschuss Gewerbliche Waren-

und Dienstleistungsgenossenschaften

Heinrich Traublinger, MdL

Vorsitzender

Vorstandsvorsitzender der Bäko Bäcker-

und Konditoren Einkauf München eG Oberbayern,

Niederbayern, Oberpfalz

Präsident der Handwerkskammer für München

und Oberbayern

Prof. Dieter Kempf

stv. Vorsitzender

Vorstandsvorsitzender der Datev eG

Alfred Aigner

Vorstandsmitglied der Bäko

Bäcker- und Konditoren Einkauf München eG

Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz

Reinhard Dachauer

Vorstandsmitglied der TEA Gesellschaft für

Technologie Entwicklung Anwendung eG

Peter Fehrer

Vorstandsvorsitzender der Fleischer-

Genossenschaft eG

Ernst Kick

Vorstandsvorsitzender der Spielwarenmesse eG

Maximilian Leitenstern

Vorstandsvorsitzender der Schuro München

Schuh-Rohstoff-Einkaufsgemeinschaft eG

Dr. Thomas Märtz

Vorstandsvorsitzender der Vedes Vereinigung der

Spielwaren-Fachgeschäfte eG

Hans Meißner

Vorstandsvorsitzender der Taxi München eG

Genossenschaft der Münchner Taxiunternehmen

Manfred Renner

Vorstandsvorsitzender der Sanacorp eG

Pharmazeutische Großhandlung

Dr. Bruno Weber

Vorstandsvorsitzender der ABZ Abrechnungs-

und Beratungsgesellschaft für Zahnärzte eG


GVB in Zahlen

Erträge (in Mio. EUR)

Beiträge : 11

Honorare Prüfungsdienst,

Beratung und Akademien : 39

Umsatzerlöse : 8

sonstige Erträge : 17

gesamt : 75

Aufwendungen (in Mio. EUR)

Personalaufwand : 50

Abschreibungen : 4

Beiträge Bundesverbände : 2

Sachaufwand : 16

sonstiger Aufwand : 3

gesamt : 75

gVB-Mitarbeiter / innen gesamt 2007 2008

Wirtschaftsprüfung : 256 260

Fachabteilungen : 208 210

Akademie-Dozenten / Verwaltung : 49 53

Akademie-Servicebereich : 150 141

gesamt : 663 664

102 – 103

Personalstand 2007 2008

Personalstand / Prüfung (zum 31. 12. 2008)

Vorstand : 2 2

(davon Wirtschaftsprüfer) : (1) (1)

Bereichs-, Abteilungsleiter : 6 6

Verbandsprüfer : 208 202

Prüfungsassistenten : 8 13

Mitarbeiter Referat Rechnungslegung : 3 2

Mitarbeiter IT : 4 4

Mitarbeiter GTB : 7 7

gesamt : 238 236

davon

Wirtschaftsprüfer (WP) / Steuerberater (StB) / Rechtsanwalt (RA) : 1 1

WP / StB : 19 19

WP / StB / CPA (Certified public accountant) : 1 1

CPA / RA : 1 1

vereidigter Buchprüfer (vBP) / StB : 5 5

StB / RA : 1 2

StB : 31 28

RA : 7 6

davon im Außendienst

am 31. 12. 2008 : 225 224

im Jahresdurchschnitt : 233 227

Veränderungen

Zugänge : 4 11

Abgänge : 19 13

Prüfungsdienstleistungen (berechnete Arbeitstage) 2007 2008

gesetzliche Prüfungen inkl. WpHG- / Depotprüfungen : 37.344 38.011

GV-Besuche, Beratungen, Sonstiges : 2.090 1.831

Einsatz für GTB : 2.978 2.402

gesamt : 42.412 42.244


Entwicklungsübersicht

der bayerischen Genossenschaften

Mitgliederentwicklung (in Tausend)

Genossenschaftsgruppen 1980 1990 2000 2007 2008

Kreditgenossenschaften : 1.468 1.965 2.503 2.403 2.387

Molkereigenossenschaften : 174 122 72 60 59

Raiffeisen Waren- und

Dienstleistungsgenossenschaften : 198 180 169 148 147

Gewerbliche Waren- und

Dienstleistungsgenossenschaften : 65 79 74 78 79

gesamt : 1.905 2.346 2.818 2.689 2.672

Waren- und Dienstleistungsumsatz der Genossenschaften (in Mio. EUR)

Genossenschaftsgruppen 1980 1990 2000 2007 2008

Kreditgenossenschaften : 1.210 1.077 602 471 565

Molkereigenossenschaften : 2.049 1.866 1.502 2.915 * 2.646 *

Raiffeisen Waren- und

Dienstleistungsgenossenschaften : 615 1.081 1.369 1.564 ** 1.667 **

Gewerbliche Waren- und

Dienstleistungsgenossenschaften : 2.245 4.302 5.305 5.631 5.747

Gesamtumsatz : 6.119 8.345 8.779 10.581 10.625

* einschließlich Bayernland eG und Bayerische Milchindustrie eG

** einschließlich Erzeugergemeinschaft Südostbayern eG (Viehzentrale)

104 – 105

mitarbeiter der genossenschaften

Genossenschaftsgruppen 2000 2007 2008

Kreditgenossenschaften : 37.700 35.554 34.990

davon Warengeschäft : 1.745 1.097 1.050

Molkereigenossenschaften : 2.659 3.467 3.392

Raiffeisen Waren- und

Dienstleistungsgenossenschaften : 3.070 3.173 3.295

Gewerbliche Waren- und

Dienstleistungsgenossenschaften : 10.504 10.716 10.800

Weitere Zentralgenossenschaften : 14.349 14.844 13.257

gesamt : 68.262 67.754 65.734

Entwicklung Warengeschäft (Bezug landwirt. Betriebsmittel sowie Absatz von Agrarerzeugnissen)

2000 2002 2006 2007 2008

Unternehmen (gesamt) : 228 186 145 136 124

davon Kreditgen. mit Warenverkehr : 192 149 111 99 88

Warengesellschaften : 30 32 29 32 31

Bezugs- und Absatzgen. : 6 5 5 5 5

Warenumsatz (in Mio. EUR) : 943 899 952 926 1.153

Lagerstellen : 607 561 440 459 463

Beschäftigte : 2.614 2.500 2.186 2.183 2.245

Entwicklung kreditgenossenschaften / bilanzsumme

2004 2005 2006 2007 2008

Zahl : 364 354 336 328 317

Bilanzsumme (in Mio. EUR) : 100.620 101.526 103.761 108.360 114.280

Ø-Bilanzsumme (in Mio. EUR) : 276 287 309 330 361

Kundenforderungen (in Mio. EUR) : 59.252 59.448 60.166 60.896 61.863

Kundengelder (in Mio. EUR) : 80.215 80.891 82.571 86.094 90.425

haftendes Eigenkapitel (in Mio. EUR) : 7.846 8.065 8.397 9.011 9.275


grössenstruktur der kreditgenossenschaften

1998 2003 2005 2006 2007 2008

bis 50 Mio. EUR Zahl : 130 53 39 36 31 24

% : 22,1 13,7 11,0 10,7 9,5 7,6

50–100 Mio. EUR Zahl : 154 62 53 48 46 45

% : 26,2 16,1 15,0 14,3 14,0 14,2

100–250 Mio. EUR Zahl : 189 129 118 108 105 94

% : 32,1 33,4 33,3 32,1 32,0 29,6

250–500 Mio. EUR Zahl : 92 92 95 85 83 86

% : 15,7 23,8 26,8 25,3 25,3 27,1

500 Mio. Zahl : 21 41 36 44 46 49

bis 1 Mrd. EUR

% : 3,6 10,6 10,2 13,1 14,0 15,5

über 1 Mrd. EUR Zahl : 2 9 13 15 17 19

% : 0,3 2,4 3,7 4,5 5,2 6,0

verbundbilanz der volksbanken und raiffeisenbanken in bayern

2007 2008 Veränderung Veränderung

(in Mio. EUR) (in Mio. EUR) (in Mio. EUR) (in %)

Bilanzielles

Kundenkreditvolumen : 64.738 63.242 1.496 2,4

Außerbilanzielles

Kundenkreditvolumen : 10.388 10.270 118 1,2

Vermittelte Kredite an Verbundunternehmen

(Hypotheken-Banken, Bausparkasse,

Lebensversicherungen)

Betreutes

Kundenkreditvolumen : 75.126 73.512 1.614 2,2

(Differenzen sind auf Rundungen zurückzuführen)

106 – 107

verbundbilanz der volksbanken und raiffeisenbanken in bayern

2007 2008 Veränderung Veränderung

(in Mio. EUR) (in Mio. EUR) (in Mio. EUR) (in %)

Bilanzielles

Kundeneinlagevolumen : 90.425 86.094 4.331 5,0

Außerbilanzielles

Kundenanlagevolumen : 46.106 52.041 –5.935 –11,4

Anlagen in Wertpapierdepots

und Fonds

(Anlagekonten Union Investment) : 28.533 34.314 –5.781 –16,8

Anlagen bei anderen Verbundunternehmen

(Bausparkasse, Lebensversicherung) : 17.573 17.727 –154 –0,9

Betreutes

Kundenanlagevolumen : 136.530 138.135 –1.604 –1,2

Nachrichtlich : 2008 Veränderung

Nettozu- bzw. -abflüsse im Verbund (in Mio. EUR) (in %)

Summe Depot B und Investmentfonds : 2.614 –26,5

Anlagen bei anderen Verbundinstituten

(Bausparkasse und Lebensversicherung) : 2.643 –10,6

Nettozuflüsse gesamt : 5.257 –19,3


Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken zum 31. 12. 2008

(nach Bilanzsummen absteigend, Beträge in Tausend Euro lt. BISTA)

Nr. Name Bilanzsumme Nr. Name Bilanzsumme Nr. Name Bilanzsumme Nr. Name Bilanzsumme

1 LIGA Bank eG, Regensburg 3.997.031

2 Münchner Bank eG 2.625.828

3 VR Bank Rosenheim-Chiemsee eG 2.116.274

4 VB RB Starnberg-Herrsching- 1.633.651

Landsberg eG

5 R-VB in den Landkreisen 1.486.356

Altötting-Mühldorf eG

6 VB RB Oberbayern Südost eG, 1.484.096

Bad Reichenhall

7 VR-Bank Rottal-Inn eG 1.367.095

8 VB RB Dachau eG 1.366.710

9 Genossenschaftsbank eG, 1.337.231

München

10 RB Ingolstadt-Pfaffenhofen- 1.252.584

Eichstätt eG

11 VR Bank München Land eG 1.239.434

12 VB RB Würzburg eG 1.230.117

13 Augusta-Bank eG R-VB, Augsburg 1.227.102

14 Hausbank München eG 1.188.755

Bank für Haus- und Grundbesitz

15 VB RB Mangfalltal-Rosenheim eG 1.162.063

16 VB RB Fürstenfeldbruck eG 1.123.709

17 R-VB Donauwörth eG 1.041.423

18 Hallertauer VB eG 1.030.765

19 VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu eG 1.014.982

20 VB RB Nürnberg eG 989.562

21 VR Bank Hof eG 981.289

22 VR-Bank Coburg eG 930.169

23 VR-Bank Lech-Zusam eG 925.130

24 VB Straubing eG 922.078

25 RB Aschaffenburg eG 890.369

26 VB RB Eichstätt eG 887.582

27 R-VB Erlangen-Höchstadt eG 853.577

28 VR Bank Bamberg eG R-VB 839.158

29 VB-RB Bayreuth eG 831.225

108 – 109

30 RB Weißenburg-Gunzenhausen eG 827.811

31 RVB eG Gewerbebank, Ansbach 826.611

32 RB Cham-Roding-Furth im Wald eG 820.423

33 VR-Bank Memmingen eG 775.065

34 VR-Bank Passau eG 771.195

35 RB im Allgäuer Land eG, Altusried 768.218

36 R-VB Miltenberg eG 753.691

37 R-VB Ries eG, Nördlingen 739.210

38 RB Oberallgäu-Süd eG, Sonthofen 729.003

39 VB Forchheim eG 727.264

40 Genossenschaftsbank 721.753

Unterallgäu eG

41 VR-Bank Neu-Ulm / Weißenhorn eG 701.329

42 RB Oberpfalz Süd eG, Donaustauf 691.967

43 VR-Bank Uffenheim- 691.478

Neustadt eG R-VB

44 RB Neumarkt i. d. Opf. eG 689.231

45 R-VB Neuburg / Donau eG 671.788

46 Freisinger Bank eG VB-RB 665.701

47 RB Roth-Schwabach eG 653.972

48 VR-Bank Landau eG 645.116

49 R-VB Ebersberg eG 619.086

50 VB Regensburg eG 617.104

51 GenoBank DonauWald eG, 613.964

Viechtach

52 VR Bank Dinkelsbühl eG 611.758

53 RB Iller-Roth-Günz eG 606.827

54 VB Nordoberpfalz eG 592.873

55 Rottaler VB-RB eG, Eggenfelden 590.128

56 Kulmbacher Bank eG R-VB 588.958

57 RB Kissing-Mering eG 585.653

58 RB Weiden eG 581.756

59 RB Trostberg-Traunreut eG 580.569

60 VR Bank Kitzingen eG 575.498

61 VB-RB Amberg eG 571.115

62 VB RB Bad Kissingen- 563.830

Bad Brückenau eG

63 Ver. RB Gräfenberg-Forchheim- 562.271

Eschenau-Heroldsberg eG

64 RB im Naabtal eG 556.357

65 RB München-Nord eG 541.850

66 RB München-Süd eG 537.649

67 Landsberg-Ammersee Bank eG 519.403

Volks- und RB

68 RB Straubing eG 506.082

69 VB RB Ismaning eG 496.973

70 RB Obermain Nord eG, 494.377

Altenkunstadt

71 VR-Bank Taufkirchen- 493.794

Dorfen eG

72 RB Deggendorf-Plattling eG 490.721

73 VR-Bank eG, Regen 487.559

74 VR-Bank, V-RB im Lkrs. 472.625

Garmisch-Partenkirchen eG

75 RB im Oberland eG, 471.667

Miesbach

76 RB Bad Abbach-Saal eG 471.380

77 Rottaler RB eG, Pocking 470.040

78 RB im Stiftland eG, Waldsassen 469.451

79 RB Kempten eG 460.501

80 RB Augsburger Land West eG, 454.270

Zusmarshausen

81 VB Neu-Ulm eG 449.084

82 VR-Bank Rothenburg o. d. Tbr. eG 444.273

83 RB Pfaffenwinkel eG, Peiting 443.853

84 Handels- und Gewerbebank 441.101

Augsburg eG

85 RB Regensburg-Wenzenbach eG 433.391

86 VB Günzburg eG 432.357

87 R-VB Isen-Sempt eG 423.848

88 Genobank Rhön-Grabfeld eG, 420.037

Mellrichstadt

89 RB Isar-Loisachtal eG, 419.919

Wolfratshausen

90 VR-Bank Vilsbiburg eG 419.413

91 RB Hersbruck eG 415.778

92 VR-Bank eG Schweinfurt Land 413.391

93 VR-Bank Rhön-Grabfeld eG, 409.971

Bad Neustadt

94 VR-Bank Landshut eG 395.777

95 RB Schwandorf-Nittenau eG 395.433

96 R-VB Kronach-Ludwigsstadt eG 392.368

97 RB Lohr am Main eG 392.123

98 RB Zorneding eG 388.014

99 RB Weilheim eG 383.401

100 RAIFFEISEN Spar + Kreditbank eG, 376.390

Lauf a. d. Pegnitz

101 Allgäuer VB eG Kempten-Sonthofen 376.022

102 VR-Bank Fichtelgebirge eG, 374.573

Marktredwitz

103 RB Erding eG 372.577

104 R-VB Dillingen eG 371.103

105 RB Karlstadt-Gemünden eG 369.747

106 R-VB Haßberge eG 366.359

107 RB Bad Gögging eG 360.067

108 RB Obernburg eG 355.950

109 VR-Bank Burghausen- 351.172

Mühldorf eG

110 RB Gaimersheim-Buxheim eG 349.067

111 VR-Bank Feuchtwangen-Limes eG 345.303

112 RB Bachgau eG 343.397

113 VR-Bank Erding eG 337.890

114 RB Bad Windsheim eG 335.743

115 RB Krumbach / Schwaben eG 332.841

116 RB Altdorf-Ergolding eG 331.918


Nr. Name Bilanzsumme

117 RB Am Goldenen Steig eG 329.441

118 R-VB Lichtenfels-Itzgrund eG 326.103

119 RB Burgau eG 326.058

120 RB i. Lkrs. Passau-Nord eG 323.902

121 VB-RB Dingolfing eG 320.428

122 RB Tölzer Land eG 319.863

123 RB Hemau-Kallmünz eG 313.989

124 RB Altdorf-Feucht eG 313.342

125 RB Sulzbach-Rosenberg eG 310.777

126 RB Bobingen eG 310.327

127 VB-RB Glauchau eG 309.554

128 RB Füssen-Pfronten- 308.674

Nesselwang eG

129 RB i. Südl. Bayerischen Wald eG 307.552

130 RB Höchberg eG 304.574

131 R-VB Fürth eG 300.389

132 RB Neustadt-Vohenstrauß eG 299.183

133 RB Marktheidenfeld eG 299.056

134 RB Vilshofener Land eG 298.745

135 RV-Bank eG, Alzenau 297.700

136 RB Schweinfurt eG 291.026

137 RB Donaumooser Land eG 285.166

138 RB Essenbach eG 284.083

139 RB Ochsenfurt eG 283.547

140 RB Volkach-Wiesentheid eG 280.617

141 R-VB Ebern eG 276.607

142 RB Riedenburg-Lobsing eG 271.989

143 RB Rupertiwinkel eG, 267.841

Teisendorf

144 RB Berching-Freystadt- 267.016

Mühlhausen eG

145 VB Vilshofen eG 265.872

146 RB Parsberg-Velburg eG 264.279

147 RB Haag-Gars-Maitenbeth eG 262.436

110 – 111

Nr. Name Bilanzsumme

148 RB Rain am Lech eG 259.581

149 RB Waldaschaff-Heigen- 257.976

brücken eG

150 RB Höhenkirchen 254.149

und Umgebung eG

151 RB Hammelburg eG 254.138

152 RB Westallgäu eG 253.056

153 VB Lindenberg eG 252.977

154 RB Westkreis Fürstenfeldbruck eG 251.047

155 RB Bütthard-Gaukönigshofen eG 249.714

156 RB Kemnather Land-Steinwald eG 247.797

157 VR-Bank Gerolzhofen eG 247.701

158 VR Bank Burglengenfeld eG 247.209

159 RB Estenfeld-Bergtheim eG 246.752

160 RB Salzweg-Thyrnau eG 245.088

161 RB Hallertau eG 239.157

162 RB Kirchweihtal eG 235.313

163 RB Holzkirchen-Otterfing eG 233.668

164 RB Heilsbronn-Windsbach eG 233.472

165 VB-RB Penzberg eG 232.478

166 RB Schwabmünchen eG 232.285

167 RB Mengkofen-Loiching eG 231.133

168 RB Geisenhausen eG 229.787

169 RB Hengersberg-Schöllnach eG 229.225

170 RB am Rothsee eG, Allersberg 228.361

171 RB Südliches Ostallgäu eG, Seeg 227.896

172 RB Greding-Thalmässing eG 223.528

173 RB Hallbergmoos-Neufahrn eG 221.486

174 RB Ichenhausen eG 221.242

175 R-VB Wemding eG 217.262

176 RB südöstl. Starnberger See eG, 214.407

Seeshaupt

177 RB Pfaffenhausen eG 214.291

178 RB Burgebrach eG 213.019

Nr. Name Bilanzsumme

179 RB Falkenstein-Wörth eG 212.086

180 RB Pfeffenhausen-Rottenburg eG 211.590

181 RB Seebachgrund eG 211.346

182 RB Reischach-Wurmannsquick- 208.740

Zeilarn eG

183 Bayerische Bodenseebank- 204.868

Raiffeisen-eG, Lindau

184 RB Berg-Bad Steben eG 202.769

185 RB Lech-Ammersee eG 200.335

186 RB Auerbach-Freihung eG 197.827

187 EVENORD-BANK eG-KG, Nürnberg 197.795

188 RB RSA eG, Rechtmehring 196.368

189 R-VB Bad Staffelstein eG 195.762

190 RB Arnstorf eG 194.101

191 RB Chiemgau-Nord-Obing eG 191.278

192 RB Aindling eG 189.508

193 RB Stauden eG 188.196

194 RB Haibach-Obernau eG 187.303

195 RB Gilching eG 184.183

196 RB Steingaden eG 182.417

197 RB Regenstauf eG 179.088

198 RB Schrobenhausener Land eG 174.771

199 RB Schrobenhausen eG 173.401

200 RB Rattiszell-Konzell eG 172.867

201 RB Thannhausen eG 171.509

202 RB Ehekirchen-Oberhausen eG 167.357

203 RB Geiselhöring-Pfaffenberg eG 167.070

204 RB Aschberg eG 165.016

205 RB Oberschleißheim eG 164.969

206 RB Buch-Eching eG 156.825

207 RB Neumarkt-St. Veit- 153.877

Niederbergkirchen eG

208 RB Rehling eG 153.302

209 RB Aschau-Samerberg eG 149.890

Nr. Name Bilanzsumme

210 RB St. Wolfgang-Schwindkirchen eG 149.446

211 RB Zirndorf eG 148.972

212 RB Frankenwald Ost-Oberkotzau eG 147.886

213 VB Aschaffenburg eG 147.646

214 RB Schöllkrippen und Umgebung eG 147.316

215 VB Zwickau eG 147.105

216 RB Sonnenwald eG 147.093

217 RB Nordkreis Landsberg eG 145.971

218 RB Bad Kötzting eG 144.797

219 RB Unteres Vilstal eG 141.305

220 RB Eschlkam-Lam-Lohberg- 140.828

Neukirchen b. Hl. Blut eG

221 RB Griesstätt-Halfing eG 137.925

222 RB Küps-Mitwitz-Stockheim eG 136.249

223 RB Ortenburg eG 126.777

224 RB Kitzinger Land eG 125.726

225 RB Oberferrieden-Burgthann eG 125.432

226 RB Maßbach eG 125.060

227 RB Hirschau eG 124.772

228 R-VB Tüßling-Unterneukirchen eG 123.273

229 RB Ebrachgrund eG 121.990

230 RB Singoldtal eG 121.798

231 RB Türkheim eG 121.787

232 RB Fuchstal-Denklingen eG 120.456

233 RB Beuerberg-Eurasburg eG 120.188

234 RB Pfaffenhofen a. d. Glonn eG 119.593

235 RB Parkstetten eG 118.495

236 RB Aresing-Hörzhausen- 118.232

Schiltberg eG

237 RB Hollfeld-Waischenfeld- 116.028

Aufseß eG

238 RB Elsavatal eG 115.993

239 RB Taufkirchen-Oberneukirchen eG 115.431

240 RB Unteres Inntal eG 111.669


Nr. Name Bilanzsumme

241 RB Uehlfeld-Dachsbach eG 110.808

242 RB Beilngries eG 110.084

243 RB Knoblauchsland eG 109.834

244 RB Stegaurach eG 108.922

245 RB Gefrees eG 108.648

246 RB Grafenwöhr- 108.510

Kirchenthumbach eG

247 VB Schrobenhausen eG 107.720

248 RB Oberaudorf eG 105.542

249 RB Herzogenaurach eG 98.911

250 RB Gerolsbach eG 97.792

251 RB Jettingen-Scheppach eG 96.823

252 RB Sparneck-Stammbach-Zell eG 96.346

253 RB Kirchberg vorm Wald eG 96.082

254 RB Adelzhausen-Sielenbach eG 94.107

255 RB Großhabersdorf-Roßtal eG 93.975

256 RB am Dreisessel eG, Neureichenau 93.157

257 RB Mittenwald eG 88.959

258 RB Unteres Zusamtal eG 84.855

259 RB Obereßfeld-Römhild eG 83.039

260 RB Gmund am Tegernsee eG 82.070

261 RB Holzheim eG 80.679

262 RB Baisweil-Eggenthal- 80.514

Friesenried eG

263 R-VB Hermsdorfer Kreuz eG 79.942

264 RB Fränkisches Weinland eG 76.503

Escherndorf-Sommerach-Nordheim

265 RB Thurnauer Land eG 74.105

266 RB Bissingen eG 73.498

267 RB am Kulm eG 73.350

268 CB Credit-Bank GmbH, Straubing 71.672

269 RB Oberland eG 71.497

270 RB Sinzing eG 70.389

271 RB Nüdlingen eG 69.910

112 – 113

Nr. Name Bilanzsumme Nr. Name Bilanzsumme Nr. Name Bilanzsumme

272 RB Tattenhausen- 67.630

Großkarolinenfeld eG

273 RB Grainet eG 67.215

274 RB Eichenbühl und Umgebung eG 66.545

275 RB Wegscheid eG 66.270

276 RB Floß eG 64.794

277 RB Heiligenstadt i. Ofr. eG 64.434

278 RB Wittislingen eG 64.110

279 RB Dietersheim und Umgebung eG 62.230

280 RB Haldenwang eG 59.519

281 RB Inkofen-Eggmühl eG 58.246

282 RB Hohenau-Mauth eG 57.977

283 RB Leiblfing eG 54.501

284 RB Dietenhofen eG 53.824

285 RB Anger eG 53.465

286 RB Neunkirchen am Brand eG 52.924

287 VB Immenstadt eG 52.576

288 RB Thalheim eG 52.008

289 RB Roggenburg-Breitenthal eG 51.698

290 RB Plankstetten eG 51.314

291 RB Bibertal eG 51.250

292 RB Offingen eG 50.661

293 RB Alteglofsheim-Hagelstadt eG 50.313

294 RB Bechhofen eG 49.945

295 RB Aiglsbach eG 48.780

296 RB Frankenwinheim 48.514

und Umgebung eG

297 TEBA Kreditbank GmbH & Co. KG, 45.375

Landau / Isar

298 RB Hiltenfingen eG 42.923

299 RB Bidingen eG 42.904

300 RB Hofkirchen-Bayerbach eG 40.793

301 RB Kahl am Main eG 40.457

302 RB Wildenberg eG 40.350

303 RB Emtmannsberg eG 37.716

304 RB Aitrang-Ruderatshofen eG 37.374

305 RB Weil und Umgebung eG 37.363

306 RB Wallgau-Krün eG 36.547

307 RB Raisting eG 34.339

308 RB Obergermaringen eG 33.759

309 RB Heroldsbach eG 33.373

310 RB Wald-Görisried eG 33.335

311 RB Töpen eG 33.153

312 RB Wüstenselbitz eG 33.011

313 RB Thüngersheim eG 29.118

314 RB Kötz eG 28.612

315 RB Altertheim eG 25.349

316 RB Bruck eG 21.864

317 RB Alxing-Bruck eG 17.129


die bayerischen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften

Die zehn umsatzstärksten Unternehmen im Raiffeisen-Warengeschäft

Rang Name Warenumsatz 2008 (in Mio. EUR)

1 Raiffeisen-Handels-GmbH Rottal 72,2

2 Raiffeisen-Waren GmbH Erdinger Land 68,8

3 Raiffeisenbank im Stiftland eG 52,6

4 EVG – Ein- und Verkaufsgenossenschaft eG Erkheim 34,5

5 Raiffeisen Waren GmbH Oberbayern Südost 30,5

6 Raiffeisenbank Straubing eG 29,7

7 Raiffeisen-Waren GmbH Iller-Roth-Günz 26,1

8 AGRO Donau-Ries GmbH – Raiffeisen – 25,9

9 Raiffeisen-Waren-GmbH Lobsing-Siegenburg-Abensberg-Rohr 25,7

10 Raiffeisen-Waren GmbH Gäuboden-Mitte / Isar 25,0

114 – 115

Die größten gewerblichen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften 2008

Rang Name Umsatz (in TEUR)

1 Sanacorp eG Pharmazeutische Großhandlung 2.678.312

2 GES Großeinkaufsring des Süßwaren- und Getränkehandels eG 871.000

3 DATEV eG 649.695

4 P.E.G. Einkaufs- und Betriebsgenossenschaft eG 440.237

5 VEDES Vereinigung der Spielwaren-Fachgeschäfte eG 259.508

6 Dachdecker-Einkauf-Süd eG 205.686

7 BÄKO Bäcker- und Konditoren Einkauf München eG Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz 129.663

8 BÄKO Franken Bäcker- und Konditorengenossenschaft eG 93.269

9 EVENORD eG 59.473

10 PAVIS-Verrechnungs-, Informations- und Serviceorganisation 53.424

der Patentanwälte in Deutschland eG

11 BABY-PLUS, Ein- und Verkaufsgenossenschaft eG 45.748

12 Schokoring Getränke und Süßwaren eG 39.388

13 FD-Fleischerdienst Allgäu-Schwaben eG 23.348

14 Spielwarenmesse eG 18.715

15 GTEG Großküchentechnik-Einkaufsgesellschaft eG 17.654

16 STUKK-ABE, Einkaufsgenossenschaft für das Stuckgewerbe eG 11.412

17 evgedem Ein- und Verkaufsgenossenschaft der Metzgermeister eG 9.264

18 EGESIE Rohstoffe eG 8.925

19 BÄKO Oberbayern-Nord Bäcker- und Konditoreneinkauf eG 8.519

20 ABZ Abrechnungs- und Beratungsgesellschaft für Zahnärzte eG 8.454


Impressum

GVB Jahresbericht 2008

Alle Angaben dieser Publikation beziehen sich grundsätzlich

sowohl auf die weibliche als auch auf die männliche Form.

Zur besseren Lesbarkeit wurde meist auf die zusätzliche Bezeichnung

in weiblicher Form verzichtet.

Genossenschaftsverband Bayern e.V.

Türkenstraße 22–24

80333 München

www.gv-bayern.de

V. i. S. d. P.

Dr. Jürgen Gros

Vorstandsstab und Kommunikation

Telefon : 089 / 28 68-34 02

Telefax : 089 / 28 68-34 05

jgros@gv-bayern.de

Redaktionelle Leitung

Regina Wenninger

Vorstandsstab und Kommunikation

Telefon : 089 / 28 68-31 70

Telefax : 089 / 28 68-34 05

rwenninger@gv-bayern.de

Bildnachweis

GVB – S. 12, 26, 44: Rainer Hofmann; S. 41, 57, 75, 78: GVB Archiv.

Corbis – S. 73: Crush Premium, Nice One Productions.

F1 Online – S. 35: Digital Vision.

Getty Images – S. 07, 49: Look, Jan Greune; S. 15: The Image Bank,

Jorg Greuel; S. 17: First Light, Jim Craigmyle; S. 29: Panoramic Images;

S. 59: Altrendo, Altrendo Images.

Konzeption und Gestaltung

gr_consult gmbh, München

www.gr-consult.net

Das aktuelle GVB-Adressverzeichnis

können Sie bestellen unter:

Vorstandsstab und Kommunikation

Telefon : 089 / 28 68-34 12

Telefax : 089 / 28 68-34 05

vuk@gv-bayern.de

© GVB – Genossenschaftsverband Bayern, Mai 2009


120 – 120

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