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Druckdaten Handbuch Suizidprävention inkl ... - TelefonSeelsorge

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2 Basisfragen Heidrun

2 Basisfragen Heidrun Wiese, Christopher Linden 2.1 Zur Epidemiologie von Suizidalität Epidemiologie ist die Wissenschaft von der Entstehung und Verbreitung von Krankheiten. Das bedeutet für den Bereich Suizidalität, dass es im Folgenden um statistische Angaben zur Todesursache Suizid geht. Suizid an sich ist ja keine Krankheit, sondern eine menschliche Erlebens- und Verhaltensweise, die es überall auf der Welt gibt und schon immer gab. Gleichwohl kann Suizidalität als Symptom oder Folge einer Erkrankung auftreten. Unter Suizid versteht man eine Handlung gegen sich selbst mit Todesfolge, die mit bewusster Absicht durchgeführt wird. Als „vorsätzliche Selbstvergiftung“ oder „vorsätzliche Selbstbeschädigung“ wird sie in der Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes geführt. Jeder Suizid wird hier, wie jeder andere Todesfall auch, statistisch erfasst. Datengrundlage ist die Todesbescheinigung, die zwingend nach jedem Todesfall von einem Arzt, der die Leichenschau durchgeführt hat, ausgefüllt werden muss. Von den Kommunen (Standesamt, Gesundheitsamt) werden Teile der Todesbescheinigung an die Sta- 2.1.1 Zur Häufi gkeit von Suizid Den folgenden Ausführungen liegen die statistischen Angaben für das Jahr 2007 zugrunde. In diesem Jahr verstarben in Deutschland insgesamt 827.155 Menschen (391.139 Männer und 436.016 Frauen), davon insgesamt 9.402 Sterbefälle durch Suizid (7.009 Männer und 2.393 Frauen). Das heißt, bei 1,1 Prozent aller in Deutschland im Jahr 2007 gestorbenen Menschen war Suizid die Todesursache (1,8 Prozent der Sterbefälle Zur Epidemiologie von Suizidalität 2.1 tistischen Landesämter weitergeleitet, wo die Angaben der Ärzte entsprechend der „Internationalen statistischen Klassifi kation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ (ICD 10) ausgewertet und an das Statistische Bundesamt übermittelt werden. Festgehalten werden auch objektive Daten wie Geschlecht, Alter, Wohnort und Sterbemonat. Die Auswertung erfolgt jährlich. Bei aller Datenfülle ist es nicht möglich, Informationen zur Suizidursache abzuleiten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass für 65 bis 95 Prozent aller Suizide Depressionen die Ursache sind. Auch in anderen Ländern werden Todesursachenstatistiken geführt, die der Weltgesundheitsorganisation gemeldet werden. Dadurch sind auch internationale Vergleiche möglich. Für Suizidversuche gibt es keine statistisch abgesicherten Daten. Das liegt vor allem daran, dass Suizidversuche nicht meldepfl ichtig sind. der Männer und 0,5 Prozent der Sterbefälle der Frauen.) Jeder 56. männliche Tote und jede 182. weibliche Tote hat sich das Leben genommen. 75 Prozent der durch Suizid Verstorbenen waren Männer, 25 Prozent Frauen. Das Verhältnis Männer zu Frauen ist exakt drei zu eins. Mit Sicherheit ist davon auszugehen, dass die Zahl der durch Suizid gestorbenen Menschen deutlich höher ist. Es gibt die Kategorien „sonstiger Tod Basisfragen | 2.1

2.1 | Basisfragen insgesamt Männer Frauen Bevölkerung 9.402 7.009 2.393 unbekannter Ursache“, „Tod ohne Anwesenheit anderer Personen“ und „Tod unklarer Ursache“, die in der Todesursachenstatistik nicht als Suizide zählen, wo aber ein Suizid nicht ausgeschlossen ist. Bei der Leichenschau wird das Grundleiden als monokausale Todesursache erfasst, wodurch möglicherweise auch etwaige Suizide von den Ärzten nicht als Todesursache angesehen und angegeben werden. Es lässt sich auch oft nicht feststellen, ob ein Fenstersturz, eine Karambolage im Straßenverkehr etc. ein tödlicher Unfall oder ein Suizid war. Und bei alten Menschen kann sich bei einem Tod aus vermeintlicher „Altersschwäche“ durchaus ein Suizid verbergen, ein „stiller“ Suizid (siehe bei Alter). Die Dunkelziff er ist hoch. Tabelle 2.1 gibt einen guten Überblick über die absoluten Suizidzahlen und die Suizidraten im Jahr 2007, wobei die Zahlen für Männer und Frauen sowie für über 60-Jährige gesondert dargestellt werden. Männer haben ein dreifach höheres Risiko als Frauen, durch Suizid zu sterben. Mit zunehmendem Lebensalter (60+) steigt das Risiko noch zusätzlich deutlich an (siehe dazu auch 2.1.2, Zum Alter von durch Suizid Verstorbenen). Bei den Suizidversuchen wird davon ausgegangen, dass die Zahl um das 10- bis 15-fache höher absolute Zahlen Suizidrate (Suizide pro 100.000 Einwohner) davon 60+ Jährige 3.993 = 42,4% 2.790 = 39,8% 1.203 = 50,3% Bevölkerung Tabelle 2.1: Suizidtote und Suizidrate in Deutschland 2007 (Quelle: Statistisches Bundesamt, siehe Suizidprophylaxe, Jg. 35, 2008, Heft 135, S. 205) 11,4 17,4 5,7 liegt als die der vollzogenen Suizide. Mehr als 60 Prozent der Suizidversuche werden von Frauen verübt, die Häufi gkeit ist in jüngeren Lebensjahren höher. Das Widerholungsrisiko innerhalb der ersten zwei Jahre liegt bei 15 bis 35 Prozent. Die Suizidzahlen in Deutschland sind seit Jahren rückläufi g. Das zeigt sich deutlich in Abbildung: 2.1. Erläuterungen 60+ Jährige 19,3 31,1 10,3 Seit Ende der 1970er-Jahre hat sich die Zahl der Suizidtoten in Deutschland halbiert, seit Anfang der 1980er-Jahre gibt es einen relativ kontinuierlichen Rückgang der Sterblichkeit durch Suizid. Im Jahr 2006 lag die Zahl der Suizidenten erstmals unter 10.000. Im Vergleich zum Jahr 1981 (18.825 Suizidtote) hat sich die Zahl im Jahr 2007 halbiert (9.402 Suizidtote). Dafür gibt es viele Erklärungsmöglichkeiten. Mit Sicherheit haben medizinische Fortschritte zu dem Rückgang beigetragen. Zum einen haben sich die intensivmedizinischen Möglichkeiten deutlich verbessert, wodurch Menschen mit eingeleiteten Suiziden gerettet werden können. Den größeren Einfl uss haben aber die besseren Behandlungsmöglichkeiten von psychischen/psychiatrischen 12/2009

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