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Druckdaten Handbuch Suizidprävention inkl ... - TelefonSeelsorge

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gebunden ist“

gebunden ist“ (DÖRNER/PLOG 1985, S. 331), kann es zum Suizid kommen: „Im Schmerz über den Verlust macht er die verlorene Person zu einem Stück von sich selbst […]. Der Hass wird zum Selbsthass.“ (Ebd.) 2.2 | Basisfragen 12/2009

2.3 Erklärungsansätze suizidaler Krisen Ringel fasst das „präsuizidale Syndrom“ folgendermaßen zusammen (vgl. RINGEL, 1969): Einengung: Der suizidale Mensch erlebt sich auf den verschiedensten Ebenen seines Erlebens und Wahrnehmens und seiner sozialen Existenz eingeengt, wie in einem Trichter. • Situative Einengung: Die suizidgefährdete Person weiß nicht mehr ein noch aus, viele der bisherigen Lebensmöglichkeiten (Beziehungen, Arbeit etc.) scheinen nicht mehr lebbar; sie hat das Gefühl, das Leben und die Situation nicht mehr beeinfl ussen zu können. • Dynamische Einengung: Die Gefühle gehen nur noch in eine bestimmte Richtung (Angst, Verzweifl ung, Minderwertigkeit, Hoff nungslosigkeit), sie werden immer weniger variabel und fi nden keine Gegenregulation mehr. • Zwischenmenschliche Einengung: Isolierung, Vereinsamung, Rückzug aus bestehenden Kontakten, oft verbunden mit der Abwertung bestehender Beziehungen (etwa: „Die können mir ja auch nicht helfen!“). • Einengung der Wertewelt: Immer mehr Lebensgebiete werden uninteressant, es gibt nichts mehr, für dass es sich einzusetzen lohnt, einschließlich der eigenen Existenz; die Person fühlt sich von niemandem mehr verstanden. Aggressionsumkehr: Aggressionen sind zunehmend gehemmt und/oder gegen die eigene Person gerichtet. Das vorhandene starke Aggressions- und Hasspotenzial staut sich auf, kann nicht mehr nach außen gewendet werden, entlädt sich jetzt nur noch gegen sich selbst. Erklärungsansätze suizidaler Krisen 2.3 Zwingende Suizidfantasien: Aus dem Wunsch, einmal „Pause“ zu haben von den quälenden Situationen, einmal schlafen und alles vergessen zu können, wird der Wunsch, tot zu sein. Die ersten Vorstellungen werden entwickelt, wie der Suizid passieren könnte; und diese Vorstellungen werden schließlich zwingend, können nicht mehr abgestellt werden. Je stärker diese drei Merkmale bei einem Menschen ausgeprägt sind, desto höher ist seine Suizidgefährdung einzuschätzen. Henseler charakterisiert die Entwicklung zur Suizidhandlung vor allem als narzisstische Kränkung (vgl. HENSELER, 1974): 1. Suizidanten sind im Selbstwertgefühl stark verunsicherte Menschen. Sie sind labil, fühlen sich leicht bedroht und haben schnell das Gefühl, verlassen, hilfl os und ohnmächtig zu sein. Dem entspricht auf der anderen Seite ein hohes Ich-Ideal, ein hoher Anspruch an sich selbst. Sie schwanken also zwischen Größenfantasien und Machtansprüchen einerseits und starken Minderwertigkeitsgefühlen andererseits. Diese Spannung ist so groß, dass sie in schwierigen Situationen nicht mehr auszuhalten ist: Dann kommt es zur Flucht, zum Rückzug, eben auch zur Flucht in die Droge, in Medikamente oder Alkohol. Kränkungen werden besonders stark wahrgenommen. 2. Suizidanten versuchen in dieser Phase, ihr Selbstgefühl durch Realitätsverleugnung aufrechtzuerhalten. Das gelingt zunächst, indem sie entweder sich selbst oder die Umwelt idealisieren („nur ich meine es wirklich gut“ oder „nur die anderen können alles perfekt“). Basisfragen | 2.3

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