KUNST für das iPad - KUNST Magazin

kunst.magazin.de

KUNST für das iPad - KUNST Magazin

Kunstauktion

Anknüpfend an den Erfolg

im vergangenen Jahr, wird es

auch in diesem Spätherbst eine

Kunstauktion zugunsten der Stiftung

Telefonseelsorge Berlin geben.

ONLINEKATALOG

Die Werke werden auf der Internetseite der

Telefonseelsorge und des KUNST

Magazins ab Anfang November präsentiert.

Informationen unter

www.telefonseelsorge-berlin.de und

www.kunstmagazin.de

SCHIRMHERRSCHAFTEN

Renate Künast

Deutscher Bundestag

AUKTION

15. November 2011

14-19h: Vorbesichtigung

19h: Beginn der Auktion

Auktionator: Fares Al-Hassan, M. A.

www.fly-auctions.com

Berlinische Galerie

Landesmuseum für Moderne Kunst,

Fotografie und Architektur

Alte Jakobstr. 124-128

10969 Berlin-Kreuzberg

www.berlinischegalerie.de

VORBESICHTIGUNG

mianki. Gallery

Kalckreuthstr. 15

10777 Berlin-Schöneberg

Vernissage: 3.11., 19-24h

Ausstellung: 4.11.-12.11.2011

Di-Fr 15-19h, Sa 11-16h

www.mianki.com

PRINTKATALOG

Der Auktionskatalog liegt Anfang November vor.

Gern schicken wir Ihnen den Katalog zu.

Bitte kontaktieren Sie uns:

Stiftung Telefonseelsorge Berlin,

Nansenstr. 27, 12047 Berlin.

Tel. 030 / 613 50 23

mail@telefonseelsorge-berlin.de

Dr. Thomas Köhler

Berlinische Galerie

Jennifer Becker

KUNST Magazin

Harald Pignatelli

rbb

Dr. Rüdiger Sachau

Evangelische Akademie

Philip Grözinger: ohne Titel, Linolschnittdruck, 70 x 50 cm, 2010, 360 €, Ed. 6/10.Courtesy Galerie Christian Ehrentraut, Berlin, Foto Adrian Sauer.

Editorial

Text: Julika Nehb Translation: Brian Poole

Eben noch feierte das KUNST Magazin mit der

Ausstellung „Backstage Riders“ und einer wundervollen

Party sein 5-jähriges Bestehen, wofür sich auch die

zahlreichen Gäste ins Zeug legten – davon kann man

sich im Fotospecial auf unserer Homepage überzeugen.

Und schon sind die Alltagsfluchten wieder vorbei und

wir befinden uns mitten in der Oktoberausgabe, in der

sich alles um „Das Buch“ dreht.

Wir entdeckten Kunstwerke, die Bücher ganz konkret

thematisieren. Évasion – zu deutsch „Flucht“ – nennt

Guillaume Lachapelle seine Miniatur, die unser Titelbild

ziert. Ob von seinem waschanlagenartigen Bücherregal nun

Gefahr oder doch Verführung ausgeht, liegt, wie so oft, im

Auge des Betrachters. Ausgerechnet Marshall McLuhan,

der die Revolution des Internets prophezeite und damit

gleichzeitig die Zukunft des Buches infrage stellte, meinte:

„Art is anything you can get away with.“

Natürlich gibt es noch Bücher. Und viele davon werden

sogar gelesen. Wir stellen diesmal auf gleich drei Seiten

die interessantesten Neuerscheinungen vor.

„The future of the book is the blurb“, so McLuhan.

Inwiefern sich die Möglichkeit, Buchdruck und

Buchgestaltung vollständig digital abzuwickeln, auf die

Zukunft des Verlagswesens auswirkt, überlegt Margrit

Manz und stellt unter anderem den Onlineverlag

„blurb“ vor.

Geschichte, Funktion und Konzept des „Künstlerbuches“

untersucht Dr. Viola Hildebrand-Schat und zeigt auf,

wie sich die Gattung zwischen herkömmlichem Buch

und Kunstwerk einordnen lässt.

Die Galeristinnen Barbara Wien und Wilma Lukatsch

zeigen aktuell eine Ausstellung, die von stillschweigender

Unwissenheit kündet – dabei sind sie in der Galerie und

Buchhandlung Wien Lukatsch doch von Büchern en

masse umgeben. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie

im Galerieprofil.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen,

Ihre KUNST Redaktion

Titelbild: Guillaume Lachapelle: Évasion, 2010, Nylon, 30 x 15 x 8 cm

Foto: David Brandt © Künstlerhaus Bethanien

Die Abbildung stammt aus der Ausstellung „entre-temps“ des Künstlers

im Künstlerhaus Bethanien, die vom 29.7.–21.8.2011 zu sehen war

KUNST Magazin just recently celebrated its fifth

anniversary at the exhibition “Backstage Riders” and at

our party, where our numerous guests had a smashing

time—as you can see for yourself in our photo special

on our homepage. But the escape from our workaday

world has passed, and now we’re caught up in the

throes of our October issue. And it’s all about books.

We’ve discovered artworks that deal explicitly

with books. Évasion is the escapist title Guillaume

Lachapelle has given to the miniature adoring our

cover page. Whether his washing-machine-like

bookshelf bodes danger or seduction is, as so much

else, in the eye of the beholder. It was none other

than Marshall McLuhan who predicted the internet

revolution that has placed the future of the book in

jeopardy. “Art,” he postulated, “is anything you can

get away with.”

Of course books are still around. And many of

them are even still being read. In this issue we offer

a three-page overview of the most interesting new

publications.

“The future of the book is the blurb,” says McLuhan.

Margrit Manz reflects upon how the ability to

digitally format and print books may affect the future

of the publishing industry, and she introduces us to

the online publisher “blurb”.

Dr. Viola Hildebrand-Schat investigates the history,

function and concept of the “artist’s book” and she

shows us how the genre can be positioned somewhere

between the conventional book and the work of art.

The gallerists Barbara Wien and Wilma Lukatsch are

currently offering an exhibition that bespeaks silent

illiteracy, and yet at their gallery and bookshop Wien

Lukatsch they are surrounded en masse by books.

More on that subject in this issue’s Gallery Profile.

We wish you all a pleasant read,

Your KUNST Magazin Team


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Tickets einfach selber drucken: www.wintergarten-berlin.de · Karten-Telefon: 030 - 588 433



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Potsdamer Str. 96

10785 Berlin

So

haBen Sie

RockmuSik

noch nie

gesehen!

Inhalt

Content

Das Künstlerbuch als eigenständige Kunstform

The Artist’s Book as an Independent Art Form

Dr. Viola Hildebrand-Schat

“Make your own book online“

“Make your own book online“

Margrit Manz

Bibliophile Schatzkammer

Das Studienzentrum für Künstlerpublikationen in der Weserburg

A Bibliophile’s Treasure Trove

The Research Centre for Artists’ Publications in Weserburg

Dr. Thurmann-Jajes/Christina Haas

Galerieprofil Wien Lukatsch

„In einem Buch ist viel mehr Platz als auf einer Leinwand”

Gallery Profile Wien Lukatsch

„There is far more space in a book than on canvas”

Julika Nehb

Buchvorstellungen

Book reviews

KUNST Kinderseite

Children’s Pages

Ausstellungshinweise

Gallery Announcements

Ankündigung: Internationales Sammlergespräch mit Antoine de Galbert

Announcement: International Collector’s Talk with Antoine de Galbert

Impressum

Imprint

Bildnachweis

VG Bild-Kunst 2011:

Joachim Brohm, Thomas Demand, Ursula Döbereiner, Andreas

Eriksson, Christel Fetzer, Auguste Herbin, Brigitte Kowanz, Dirk

Krecker, Natacha Lesueur, Joan Miró, Michael Müller, Edvard Munch,

Werner Reichel, Rita Rohlfing, Julian Rosefeldt, Nora Schattauer,

Thomas Scheibitz, Einar Schleef, Sepe (Berthie Postma-Sepels), Nic

Tenwiggenhorn

6

12

16

20

24

28

30

50

50


Das Künstlerbuch als eigenständige Kunstform

The Artist’s Book as an Independent Art Form

Text: Viola Hildebrand-Schat Translation: Brian Poole

Ein Buch unter der Kategorie der Kunst zu verhandeln,

war im Verlauf der Kunstgeschichtsschreibung bis ins

20. Jahrhundert hinein kein Thema. Doch mit den

1960er-Jahren entdeckten einige Künstler das Buch

als Vertriebsschiene ihrer Kunst. Diese Auffassung

geht einher mit dem Aufkommen sogenannter

Konzeptkunst, die weniger die materielle

Produktion eines Werkes in den Vordergrund stellt

als vielmehr dessen gehaltlichen Wert, die Idee oder

– wie es der Begriff suggeriert – das Konzept. Eine

solche Kunst macht sich von den herkömmlichen

Orten des Ausstellens und Verkaufens unabhängig.

Um wahrgenommen zu werden, muss diese Art

von Kunst nicht mehr im Museum oder in der

Galerie gezeigt werden. Im Gegenteil ist von Seiten

der Künstler ihre möglichst weite Verbreitung

beabsichtigt. Um diese realisierbar zu machen,

muss das Werk relativ preisgünstig und relativ leicht

zugänglich sein. Dem Übertreten der Schwelle ins

Museum wird der Vertrieb über den Buchhandel

entgegengesetzt, der Einzigartigkeit eine Auflage von

mehreren Hundert Stück, die bisweilen sogar in die

Tausende gehen kann. Diese neue Auffassung von

Kunst führt dazu, dass das Buch innerhalb der Kunst

einen besonderen Stellenwert erhält. Die nicht mehr

auf Materialisierung angewiesene Kunst hält Einzug

ins Buch, was gleichzeitig als die Geburtsstunde des

Künstlerbuches bezeichnet werden kann.

In writings on art history, right up to the 20th century

it was considered unacceptable to place books in the

category of art. But in the 1960s artists discovered

the book as a means to market their art. This

approach coincided with so-called concept art, which

accentuates less the material production of a work

and more the value of its content, its idea, or—as the

term itself suggests—its concept. Such art manages to

achieve independence from the traditional confines

of exhibitions and sales. In order to be perceived, this

type of art no longer needs to be shown at a gallery.

On the contrary, the artists have in mind here the

largest possible dissemination of their works. And

in order to achieve this goal, the work has to be

relatively affordable and relatively easily accessible.

Crossing the threshold of a museum is juxtaposed

to the propagation through bookstores, the unique

work contrasted to an edition of several hundred or

even several thousand copies. In this approach to art,

the book acquires a special status within the field of

art. Art that is not dependent upon its materialisation

finds its way into a book, which could simultaneously

be referred to as the origin of the “artist’s book”.

And yet despite all appearances, this doesn’t mean

that the artist’s book actually had its origin here.

Rather, with the rise of the artist’s book in the 1960s

Corinna Krebber: Tagebuch, Serie von 12 Buchobjekten; 2009/2010, Bücher

© Corinna Krebber

Das heißt aber nicht, dass – wie es zunächst den

Anschein hat – das Künstlerbuch hier tatsächlich

seinen Ursprung hat. Vielmehr wird mit dem

Aufkommen des Künstlerbuches in den 1960er-

Jahren deutlich, dass es diese Kunstform schon lange

gibt, dass aber die entsprechenden Begrifflichkeiten

unterschiedlich und in ihren einzelnen Nuancen

nicht eindeutig sind. So existieren nebeneinander

die Bezeichnungen „livre d’artistes“, „Malerbuch“,

„Künstlerbuch“, „artists’ book“ und „artist’s

book“. Jeder dieser Begriffe hat seinen eigenen

Entstehungszusammenhang und damit verbunden

eine eigene Gewichtung, die in Nuancen auf

unterschiedliche Buchformen verweist. Hinzu

kommen Objektbuch, Buchobjekt und ihre jeweils

englischen Äquivalente sowie book as artwork, die

von manchen Autoren ergänzend zum Künstlerbuch

gebraucht werden oder sogar auch mit gleicher

Konnotation. „Book as artwork“ wird dabei als eine

noch treffendere Bezeichnung erachtet, weil durch

sie deutlich wird, dass das Werk eigens konzipiert

wurde, um „Buch“ zu sein. So sind auch nicht

die einzelnen in ihm enthaltenen Elemente nach

ihrer Originalität zu hinterfragen, sondern ihr

Zusammenwirken und damit das Buch als Ganzes.

Obwohl es inzwischen eine Fülle von Literatur zum

Thema „Künstlerbuch“, zu seinen Begrifflichkeiten

it became clear that this art form had existed for some

time, but the corresponding terminology varied and

was not unambiguous in its range of nuances. Thus, the

terms “livre d’artistes,” “Malerbuch,” “Künstlerbuch,”

“artist’s book,” and “artists’ book,” coexist with each

other. Each of these terms has its own historical origin,

each with its own particular evaluative connotations

referring to various book forms. Moreover, there

are the terms “object book” or “book object” with

their corresponding German equivalents, as well as

the “book as artwork,” which some authors use in

addition to the “artist’s book” or even as a synonym.

The “book as artwork” is considered an even more

appropriate term because it clarifies that the work

has been specifically designed to be a “book”. In this

type of work it is less a question of the originality of

the individual works contained within it, and more

a question of their overall combined impression—of

the book as a whole.

Although there is now a considerable amount of

literature on the topic of the artist’s book, there is

still no ultimate definition of its terminology and no

conclusive answer to the question of what it may

encompass. But authors seem to agree on one point:

the books referred to with their specific terms are to

be distinguished from more conventional books. This

THEMA THEMA


wie auch zu der Frage, was darunter zu verstehen

ist, gibt, liegt immer noch keine endgültige und

abschließende Definition vor. In einem Punkt jedoch

sind sich alle Autoren einig – nämlich dass die unter

den spezifischen Begriffen erfassten Bücher sich von

herkömmlichen Büchern unterscheiden. Das betrifft

nicht nur Form und Erscheinungsweise, sondern v. a.

den an sie von Autor wie Benutzer herangetragenen

Anspruch.

Wesentliches Charakteristikum des Buches

scheint einerseits die Selbstreflexion der eigenen

Möglichkeiten zu sein, andererseits der Dialog oder

gar die Interaktion mit seinem Rezipienten. Das

Buch soll den in ihn gelegten Gedanken, das Prinzip

seines Funktionierens – kurz sein Konzept – dem

Benutzer möglichst unmissverständlich mitteilen.

Dazu bedarf es nicht zwangsläufig eines erklärenden

oder überhaupt eines Textes, auch eine Bebilderung

im herkömmlichen Sinne muss nicht Inhalt des

Buches sein. Die in das Buch gebundene Idee kann

sich ebenso in einer bis aufs Äußerste zugespitzten

minimalistischen Weise mitteilen und sogar über

leere Seiten erfolgen.

Wie ein Buch zur Kunst wird und dennoch als Buch

funktioniert, wird in den Arbeiten der in Frankfurt

applies not only to their form and their manner of

appearance, but particularly to the demands both the

author and the user place upon the work.

An essential characteristic of the artist’s book seems

to be, on the one hand, the self-reflexion upon its own

possibilities; on the other hand, the work engages in

a dialogue or even interaction with its ‘reader’. The

book is supposed to communicate to the user as

unequivocally as possible the thought expressed in

it, its functional principle: in short, its concept. And

yet it does not necessarily require an explanatory

text, or any text at all; nor does the book have to

contain conventional illustrations. The idea bound

within the book can also be communicated in an

extremely minimalistic manner—even using empty

pages to do it.

How a book can become art and yet still function

as a book can be seen in the works of the Frankfurt-

Main based artist Corinna Krebber. This artist takes

her point of departure from the conventional art

book. Already in the materials she chooses to use

she is engaging in the conceptual play between art

book and artist’s book. Ultimately, and contrary to

conventional opinion, an art book is not an artist’s

book and should not be confused with it in any way.

am Main lebenden Künstlerin Corinna Krebber

deutlich. Ausgangspunkt ist für die Künstlerin ein

herkömmliches Kunstbuch. Schon mit der Wahl

ihres Materials lässt sie sich auf ein Spiel ein,

das sich zwischen Kunstbuch und Künstlerbuch

vollzieht. Schließlich ist das Kunstbuch entgegen

der weitläufigen Auffassung kein Künstlerbuch

und mit diesem in keiner Weise zu verwechseln.

Während das Kunstbuch sich einem Themenbereich

der Kunst zuwendet wie ein literarisches Werk

sich einem aus dem Alltag oder der Geschichte

gegriffenen Gegenstand und dabei nicht der

Gegenstand als solcher, sondern lediglich der Text,

der ihn darstellt, zur Literatur wird, bedarf auch das

Künstlerbuch einer zusätzlichen Bearbeitung seines

Gegenstandes. Im Falle von Krebber ist dieser nicht

die im Buch dargestellte Kunst, sondern das Buch

als solches. Diesem wendet sie sich zu, indem sie

sämtliche Textteile entfernt. Dazu schneidet sie

sorgfältig Zeile für Zeile aus, lässt dabei aber die

unbedruckten Abstände stehen. So entsteht eine

Gitterstruktur, die zunächst die einzelne Seite, im

Weiteren den Buchkörper durchlässig werden lässt.

Die Seiten interagieren miteinander, es entstehen

neue Beziehungen, die sich nicht nur in der

spürbaren Abfolge, sondern auch über die sich aus

den Schnitten ergebenden grafischen Strukturen,

Corinna Krebber: Tagebuch, Serie von 12 Buchobjekten;

2009/2010, Bücher © Corinna Krebber

While an art book appeals to the field of a subject or

theme, much as a literary work can address a subject

taken from day-to-day life or from history—and here,

not the subject itself but the text portraying that

subject is what finally becomes literature—the artist’s

book requires an additional treatment of its thematic

content. In Krebber’s case, this subject is not the art

presented within the book, but the “book itself”. By

removing all the texts within it, this is precisely what

she is alluding to. She carefully cuts out line after

line, leaving the remaining unprinted spaces between

them. Thus a grid-like structure arises that makes the

individual pages, and finally the book’s entire corpus,

appear permeable. The pages interact with each

other; new relationships are created not only in the

tactile sequence, but also within the layered graphic

structures in the paper resulting from the incisions into

the book’s body. Thus not only the following pages

can be seen through each individual page preceding

it; entire sequences of pages can be captured at a

glimpse. Even the book block can be experienced as

a pliable unit. And the result of this is that the twodimensionality

otherwise perceived when looking at

or reading a page yields to the consciousness of the

three-dimensionality of the book’s shape. Reading is

displaced by viewing, a page of the book opens and

structures, in the interplay with other pages, a space

THEMA THEMA


die förmlich in den Buchkörper geschnittene

Stufung der Papiere erschließen. So machen sich

über die einzelne Seite nicht nur die nachfolgenden

bemerkbar und können ganze Seitenfolgen auf einen

Blick erfasst werden – auch der Buchblock wird als

gestaltbare Einheit erfahren. Das hat zur Folge,

dass auch die sonst beim Betrachten und Lesen

einer Seite wahrgenommene Zweidimensionalität

dem Bewusstsein um die Dreidimensionalität

des Buchkörpers weicht. An die Stelle des Lesens

tritt ein Betrachten, die Buchseite öffnet sich und

gestaltet sich im Zusammenspiel mit den übrigen

zu einem Raum, der auf vielschichtige Weise

erfahren werden kann. Beim Durchmessen dieses

Raumes wird förmlich spürbar, dass Texterfassung

und v. a. Texterfahrung eine räumliche wie zeitliche

Dimension besitzen. Der Umgang mit Text ist nicht

nur geistiger Natur, sondern hat eine ganz konkrete

materielle Seite, die sich bei Krebber im Schneiden

manifestiert.

Corinna Krebbers Umgang mit dem Buch ist von

einer grundlegenden Faszination am Gegenstand

„Buch“ getragen. Alles, was mit Büchern zu tun hat

– Buchsammlungen, wie sie sich in Buchhandlungen

und Bibliotheken finden –, wirkt auf sie stimulierend.

So scheint es nur konsequent, dass sie sich dem

Buch nicht nur lesend, sondern auch gestaltend

zuwendet. Ihre bildkünstlerische Vorgehensweise

wird zur sinnlichen Erschließung des Buches in

seiner Gesamtheit. Das Buch als Wissensspeicher

wird als Objekt erfahren, und die herkömmlich mit

dem Buch verbundenen, funktionalen Einheiten

werden infrage gestellt. Text dient nicht mehr

der Vermittlung von Inhalten, sondern wird zur

gestaltbaren Fläche, die Fläche wiederum wird zum

Raum hin geöffnet.

Die räumliche Erfahrung verbindet sich mit der

körperlichen des Schneidens, das die Künstlerin

im Gegenzug zum textlichen Erfassen auch

als Entschleunigung erlebt. Gleichzeitig ist das

Schneiden ein endgültiger Prozess. Ein einmal

ausgeführter Schnitt kann nicht wieder rückgängig

gemacht werden. Doch das bedingt auch, dass

Ausdrucksabsicht und Ausführung viel stärker

miteinander verbunden sind als beim Schreiben.

Krebbers Umgang mit dem Buch ist nur ein Beispiel

unter vielen für die Entstehung eines Künstlerbuches.

Exemplarisch zeigt sich, dass der Buchkünstler

formale Ansätze zu inhaltlichen macht. Indem er

die Gestalt des Buchkörpers bearbeitet, trifft er

inhaltliche Aussagen. Ebenso kann er den Inhalt

durch gestalterische Eingriffe verändern oder doch

für neue Rezeption sorgen.

0

THEMA

that can be experienced in a many-layered manner.

And as we take measure of this space, we can actually

sense that textual comprehension and particularly

textual experience also have a spatial and a temporal

dimension. The interaction with text is not only of

an intellectual nature; it also has an entirely concrete

material side to it that Krebber has rendered manifest

through her cutting.

Corinna Krebber’s handling of books is inspired by

a fundamental fascination for the book as object.

Everything that has to do with books—book

collections like those we find at bookstores or in

libraries—has a stimulating affect upon her. And

thus it seems only natural that she should approach a

book not only by reading it, but also by restructuring

it. The method of her book artistry has become a

manner of sensually discovering a book in its totality.

The book as a storage receptacle for knowledge is

also experienced as an object, and the functional

usages conventionally associated with the book are

called into question. The text no longer serves to

communicate content, but has rather become a

mutable surface, and the surface has in turn been

opened up to the space surrounding it.

Spatial experience combines with the corporeal

experience of cutting, which the artist also senses as

a deceleration in contrast to textual comprehension.

At the same time, cutting is a process of some finality.

Once an incision is made it cannot be reversed. But

that also connects expressive intension with execution

more emphatically than in writing.

Krebber’s work with books is only one of many

examples of the creation of an artist’s book. It shows

in an exemplary fashion that book artists turn their

formal techniques into content. By restructuring

the book’s body, these artists give expression to

content. And they may also change the content by

manipulating the form, which in turn calls for ever

newer interpretations.

Dr Viola Hildebrand-Schat is lecturer in the Institute for

Art History at the Goethe-University in Frankfurt am Main

and Academic Assistant in the research project “The ‘Artist’s

Book’ as Aesthetic Experiment: History and Poetics of a

Hybrid Genre,” which is funded by the DFG and conducted

at the Bergische Universität Wuppertal.

PD Dr. Viola Hildebrand-Schat ist Dozentin am Kunstgeschichtlichen

Institut der Goethe-Universität, Frankfurt am

Main, und wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt

„Das Künstlerbuch als ästhetisches Experiment. Geschichte

und Poetik einer hybriden Gattung“, Bergische Universität

Wuppertal.

KUNST MAGAZIN BERLIN Version 03

6. kulturradio

Galerienwanderung

Zeitgenössische Kunst sehen und hören.

Samstag, 12. November 2011

Galerienviertel rund um die Auguststraße

Startpunkt: me Collectors Room

Anmeldung ist erforderlich:

galerienwanderung@kulturradio.de

oder telefonisch 7.–11. November,

10–18 Uhr: (030) 25 93 9016

Mehr Infos: www.kulturradio.de

Neue

Sachlich–

keit in

Dresden i

Malerei

der Zwanziger

Jahre

von Dix bis

Querner

Hauptförderer Mit freundlicher Unterstützung

01. 10. 2011

– 08. 01. 2012

Kunsthalle

im Lipsiusbau

www.skd.museum

Otto Dix, An die Schönheit, 1922 (Ausschnitt), Von der Heydt-Museum Wuppertal © VG BILD-KUNST, Bonn 2011


„Make your own book online“

“Make your own book online”

Text: Margrit Manz Translation: Brian Poole

Verfolgt man die Entwicklungen in der

Verlagslandschaft, so stößt der aufmerksame

Beobachter der Szene unweigerlich auf jene Fragen,

die generell als Folge der gegenwärtigen Trends im

Raum stehen: Wird es Verlage und Buchhandlungen

in Zukunft noch geben? Oder baut sich eine gut

funktionierende Parallelwelt als Konkurrenz im

Netz auf, in der alles möglich ist? Stichworte wie

„E-Book“ und „Versandmailing“ oder Angebote

wie beispielsweise Full-Service-Pakete, die eine

professionelle Herstellung in Eigenregie versprechen,

sorgen für Alternativen und damit in jedem Fall für

Bewegung in der Szene. Neben der traditionellen

Produktion und dem Vertrieb von Büchern erweitern

zudem book launches, Lesungen, Konferenzen,

Ausstellungen und Kunstbuchmessen den Kontext,

in welchem sich das Medium „Buch“ bisher bewegte

– hier kann man sich treffen, Meinungen hören,

Gespräche führen.

Kaum gedruckt, scheinen Bücher überholt. Ob sich

der Einstieg in eine „papierlose“ Zukunft bewährt

oder nur als Übergangsphase dient, um das gängige

PR- und Vertriebssystem aufzurüsten, wird sich

zeigen. Klar ist jedoch, dass sowohl traditionelle

Verlage und Buchhandlungen als auch die digitalen

„Selbstversorger“ ein möglichst breitgefächertes

Angebot bieten müssen, um auf dem enger werdenden

Markt konkurrenzfähig zu bleiben. Vor diesem

Hintergrund ist es interessant, von Buchhändlern

und Verlegern zu erfahren, ob Unverwechselbarkeit,

Profil und Qualität überhaupt noch oberstes Gebot

Those who’ve been attentively following the

developments in the field of publishing cannot fail to

note the precarious questions plaguing the industry in

the wake of current trends: will there still be publishing

houses and bookstores in the future? Or is a wellfunctioning

parallel world currently being developed

in the web, a form of competition where everything is

possible? Both the e-book and mail-order companies, as

well as offers featuring full service packages promising

professionally made-to-order products, are among the

alternatives that have added considerable movement

to the field. In addition to the conventional production

and sales distribution of books, book launching events,

public readings, conferences, exhibitions and art book

fairs have expanded the range of activities within

which the “book” has traditionally moved. Here you

can now meet others, hear opinions, and engage in

conversation.

As soon as books appear in print, they already seem to

be outdated. It remains to be seen, however, whether

the move to a paper-free future will succeed or merely

serve as a transitional phase during which the current

PR and marketing systems retool for something

else. In any case it is clear that both the traditional

publishing houses and the bookstores as well as the

digital ‘self-service’ market will have to offer as wide

a range of products as possible if they want to remain

competitive in the increasingly shrinking market. In

view of this, it is interesting to ask book dealers and

publishers whether a unique image, a strong profile

and a corresponding quality are still the top priority.

Buchhandlung Pro qm in Berlin-Mitte, „Ein Buch ist nur der Anfang eines Diskurses“, © Pro qm

sind, mit welchen kreativen Ideen sie den neuen

Markt erobern und ob das Buch als Printversion noch

zeitgemäß ist.

Die Buchhandlung „König“, 1969 in Köln gegründet,

ist eine der besten Adressen u. a. für Publikationen

zu bildender Kunst, Architektur, Design, Fotografie,

Kunstwissenschaft und Philosophie. Der Berliner

Geschäftsführer Christian Posthofen ist sich sicher,

dass es auch zukünftig Verlage und Buchhandlungen

geben wird, wenn auch unter veränderten

Bedingungen. Bemerkenswert sei die Kurzlebigkeit

kleinerer Buchhandlungen oder der Trend, kurzfristig

den Standort zu wechseln oder das Outfit. Bei

Institutionen, die alles von der Galerie bis zum Café

sein wollen, winkt er ab – für ihn zählen nur die

Bücher. Und für Künstler zählt immer noch der gute

Ruf des Verlages, in dem ihre Bücher erscheinen.

„Passion meets expertise“ ist das Motto des Kerber

Verlages in Bielefeld, der seit 1985 ein breites Spektrum

an hochwertigen Kunst- und Fotografiebildbänden

publiziert. Die Reihe „edition young art“ dient

insbesondere jungen Künstlern als Sprungbrett in

die internationale Karriere. Individuelle Wünsche

nach dem eigenen Kunstbuch werden nach eigenen

Aussagen mit einem professionellen Full-Service-

Paket erfüllt, das von der Angebotserstellung und

redaktionellen Betreuung über die gestalterische

Konzeption und die drucktechnische Umsetzung bis

hin zum fertigen Buch reicht, ein strenges Lektorat

inbegriffen. Auch hier ist man sich sicher, dass der

Haptik, dem Farbdruck sowie dem genussvoll

What creative ideas do they plan to use to gain a share

in the market? And is the book as print medium still

in line with the times?

Founded in Cologne in 1969, the “König” Bookstore is

one of the best addresses for books and publications on

fine arts, architecture, design, photography, art history,

and philosophy. The manager Christian Posthofen in

Berlin is certain there will be publishing houses and

bookstores in the future, although under different

circumstances. It’s remarkable, finds Posthofen, how

ephemeral the smaller bookstores are; and equally

remarkable is the current habit of changing one’s

location or image at the drop of a hat. Posthofen is

rather dismissive, however, of others in the field who

strive to be everything from a gallery to a café. For

Posthofen, only the books matter. And for artists, the

reputation of the publishing houses where their books

appear still means something to them.

“Passion meets expertise” is the motto of the Kerber

publishing house in Bielefeld. Since 1985 it has

been publishing a wide spectrum of quality art and

photography volumes. The series “edition young

art” helps particularly young artists to launch their

international careers. A professional full-service

package reportedly helps in fulfilling individual wishes

for one’s own art book, and the package includes

everything from a cost estimate and editorial support

to a graphic concept and the printing process, right

up to the final product of the book, including even a

thorough proof-reading. Here again you can be sure


entspannten Betrachten eines Kunstbandes weiterhin

die Zukunft gehören wird.

Die 1999 eröffnete Buchhandlung Pro qm in

Berlin-Mitte ist eine „thematische Buchhandlung

zu Stadt, Politik, Pop, Ökonomiekritik, Architektur,

Design, Kunst & Theorie.“ Hier geht es um mehr,

als gute Bücher zu verkaufen. „Natürlich sind wir

eine Buchhandlung, aber eben auch ein Raum

mit Möglichkeitspotenzial, z. B. an bestimmten

Diskussionen aktiv teilzunehmen und Einfluss auf

den kulturellen Diskurs zu haben.“ Die Gründer

von Pro qm, die Architekten und Künstler Katja

Reichard, Axel John Wieder und Jesko Fezer, setzen

auf Begegnung und Kommunikation. „Wir sind

Veranstaltungsort, aber auch Rechercheraum. Ein

Buch ist häufig nur Anfang oder Teil eines Diskurses:

Ein Film wird Vorführung wird Ausstellung wird

Buch wird Demo und wieder zurück.“

„Make your book“ fordert „blurb“ mit Firmensitz

in San Francisco all jene auf, die auf schnellstem

Wege zu ihrem eigenen Buch kommen wollen. Die

Kommunikation funktioniert per Mausklick. Mithilfe

eines sogenannten „tool path“ erfolgen Angebote und

Anweisungen für die Buchgestaltung. Interessant

für Künstler, die den Sprung in einen renommierten

Verlag bisher nicht geschafft haben oder die auf

unkomplizierte Weise ihr bildnerisches Werk in

Buchform präsentieren möchten. Ab 2.75 $ beginnt

der Einstieg in die self-made-production.

GHOST PRESS hat seit 2011 seinen Hauptsitz

in Köln und betreibt „Social Publishing“. Der

Verlagsgründer Peyman Azhari hat ein ausgefallenes

Unternehmenskonzept entwickelt, welches das

traditionelle Verlagswesen mit der Integration in

soziale Netzwerke paart und auf der persönlichen

Verflechtung des Künstlers mit seiner Anhängerschaft

basiert. „Virales Marketing“ lautet die Zauberformel,

die Netzwerke wie Facebook, Twitter, LinkedIn oder

Xing als Multiplikatoren nutzt, um das aktuelle

Buchprojekt vorzustellen. Interessenten müssen

mit ca. 50 € in Vorkasse gehen – das Buch geht erst

in Druck, wenn sich 200 Käufer oder Subscriber

gefunden haben. Diese können dann auch an

exklusiven Veranstaltungen, Ausstellungen und

Signierstunden mit dem Künstler teilnehmen.

Der Frage, ob das E-Book die Zukunft des Publizierens

und Lesens ist, wird die Konferenz „Tools of Change

for Publishing“ (TOC) während der Frankfurter

Buchmesse 2011 nachgehen. 500 Professionals aus

über 30 Ländern sind eingeladen, die Zukunft des

Verlagswesens zu diskutieren: „Gibt es ein optimales

Preismodell bei E-Books? Wie profitieren klassische

Verlage vom Mobile-Publishing-Boom? Wie nutzt

man Social Media effektiv für die Kundenbindung?

Und wo bleibt das Geschäft angesichts der Umsonst-

Kultur im Internet?“ Bis zum 12. Oktober werden

u. a. Mike Shatzkin, Gründer und CEO der Idea

Logical Company und der Konferenzserie „Publishers

that the feel, the quality colour printing and the shier

relaxation of leafing through an art volume still have a

long life ahead of them.

The bookstore Pro qm in Berlin-Mitte opened in

1999, and it’s a theme shop dedicated to books on

“the city, on politics, pop culture, economic criticism,

architecture, design, art, and theory”. Here there is

more to it than merely selling good books. “Of course

we are a book store, but also a location with the

potential to participate actively in discussions and to

influence cultural discourse, among other things.” The

founders of Pro qm, the architects and artists Katja

Reichard, Axel John Wieder and Jesko Fezer, have

placed their bets on interaction and communication.

“We are an event location, but also a research space.

A book is often only the beginning or a part of the

discourse: A film becomes a screening, which becomes

a book, and then a demo, and then back again.”

“Make your book” is the rallying call addressed by

“blurb” (a San Francisco based company) to all those

who would like to swiftly obtain a copy of their very

own book. The communication is mouse-click driven.

With the aid of a so-called tool path, options and

directions for structuring your book appear on the

screen. This is of great interest for artists who have not

yet managed to join a renowned publishing house or

who would simply like to present their pictorial work

in book form without undue complications. Prices for

these self-made books begin at just $ 2.75.

GHOST PRESS has had its head office in Cologne

since 2011. And they are active in “social publishing”.

The founder of the publishing house Peyman Azhari

has developed a rather unique business concept that

integrates the traditional publishing house into social

networks based upon the personal networking of the

artist with his fan community. “Viral marketing” is

the magic formula that uses networks like Facebook,

Twitter, LinkedIn or Xing as multipliers in order to

present a current book project. Those interested must

first front about 50 Euros apiece, and the book only

goes into print when 200 buyers or subscribers have

been found. The buyers or subscribers then have

the opportunity to participate in exclusive events,

exhibitions, and book-signing tours with the artists.

Whether the e-book holds the future for publishing

and reading is the question being addressed at a

conference entitled “Tools of Change for Publishing”

(TOC) hosted during the 2011 Book Fair in Frankfurt.

500 professionals from over 30 countries have been

invited to discuss the future of the publishing industry:

“Is there an optimal price model for e-books? How do

the classical publishing houses profit from the mobile

book boom? How do we use social media effectively

to attract customers? And what’s left of our profit

margins in the face of internet’s cost-free culture?”

Running to the 12th of November, Mike Shatzkin

(founder and CEO of the Idea Logical Company

and initiator of the conference series “Publishers’

Launch“, Marco Ferrario, Gründer von BookRepublic,

und Huw Alexander, Rights & Digital Sales Manager

bei Sage Publications, ihre Thesen dazu auf www.

book-fair.com/everythink veröffentlichen. „Jeder

kann im EveryThink-Blog mitlesen und mitreden

– Kommentare sind ausdrücklich erwünscht“, teilt

Manager Holger Volland mit.

Um es auf den Punkt zu bringen: Verlage und

Buchhandlungen wird es auch weiterhin geben,

das Buch als Printversion ist ungeschlagen. Ob bei

den klassischen Institutionen oder den Anbietern

im Netz – letzten Endes kommt immer ein

gedrucktes Buch heraus. Für Künstler ist es nach

wie vor wichtig, durch die Publikation in einem

renommierten Verlag „geadelt“ zu werden, die

Bedeutung für die Reputation und als Türöffner für

Ausstellungen, Messen und in der Kunstszene ist

ungebrochen. Während die traditionellen Verlage

ihren Internetauftritt wie auch das Marketing

stärken, kommen die Neugründungen temporär und

lokal flexibel mit einem Multitasking-Programm im

Angebot daher. Bleibt für den Endnutzer eigentlich

nur die rare Ressource Aufmerksamkeit. Und die

Bereitschaft, wie viel davon man dem Erlebnis Buch

zumessen möchte.

Margrit Manz, seit 2011 freie Journalistin, Berlin, Zürich,

Beijing, 2008–2010 Projektmanagerin „Foodscape”,

2000–2008 Intendantin Literaturhaus Basel, 1991–1999

Programmleiterin literaturWERKstatt berlin.

Verleger Peyman Azhari von GHOST PRESS

„Um die Bildauswahl kümmert sich der Verleger“

© GHOST PRESS

Launch”), Marco Ferrario (founder of BookRepublic),

and Huw Alexander (Rights & Digital Sales Manager

at Sage Publications) will be publishing their theories

online at: www.book-fair.com/everythink. “Everyone

is invited to read and participate. We welcome your

comments,” says Holger Volland, who manages the

project.

In short, there are still going to be publishers and

bookstores in the future. The book in print form remains

undefeated. Whether obtained at classic institutions or

through internet sales agents, in the end you still wind

up with a printed book. For artists it is still important

to achieve the status afforded by being published at

a renowned publishing house: it opens the way to

further exhibitions and trade fair appearances, and it

still has an unbroken influence upon one’s reputation

in the arts scene. Whereas traditional publishing

houses are increasing their internet presence and their

marketing, more recently founded publishers appear

more temporary, and more local and flexible, offering

a multitasking programme. It remains up to the endusers

to budget the rare resource of their attention

and to decide how much of that attention they are

prepared to dedicate to the book experience.

Margrit Manz has worked as a freelance journalist in

Berlin, Zurich, and Beijing since 2011. From 2008-2010

she was Project Manager at “Foodscape”. From 2000–2008

she served as artistic director at the Literaturhaus Basel,

and from 1991–1999 she was Programme Director at

literaturWERKstatt Berlin.


Bibliophile Schatzkammer

Das Studienzentrum für Künstlerpublikationen in der Weserburg

A Bibliophile’s Treasure Trove

The Research Centre for Artists’ Publications in Weserburg

Text: Dr. Thurmann-Jajes/Christina Haas Translation: Brian Poole

Es sind kleine Kostbarkeiten, die selten in musealen

Ausstellungen zu finden sind und oft im Verborgenen

Humor und unbändige Kreativität versprühen. Wer im

Besitz einer Künstlerpublikation ist, hat den Künstler

gekannt oder sie auf verschlungenen Wegen ergattert.

Das Studienzentrum für Künstlerpublikationen

sammelt diese im großen Stil – und macht sie für die

Besucher zugänglich.

Aktuell umfasst das Studienzentrum über 30

verschiedene Archive, Nachlässe, Fonds und

Sammlungen mit insgesamt über 100.000

publizierten Kunstwerken aus der ganzen Welt.

Der einzigartige Bestand setzt sich aus ca. 25

verschiedenen Gattungen von Künstlerpublikationen

zusammen. Der Begriff „Künstlerpublikation“

schließt dabei sämtliche Formen publizierter

Kunstwerke ein wie z. B. Künstlerbücher, Multiples,

Buchobjekte, Künstlerzeitungen und -zeitschriften,

Ephemera wie von Künstlern gestaltete Plakate

und Einladungskarten, Foto-Editionen, Postkarten,

Briefmarken, Aufkleber, Grafiken, grafische Arbeiten,

Künstlerschallplatten, -kassetten und andere

Tonträger, Multimedia-Editionen auf CD-ROM und

DVD sowie Künstlervideos und -filme etc.

These are rather precious objects that rarely find

their way into museum exhibitions; often they exude

their humour and unbridled creativity far from the

public eye. Those who own an artist’s publication

probably knew the artist or came to possess it

through labyrinthine channels. The Research Centre

for Artists’ Publications collects these works from far

and wide, and they give their visitors access to them.

Currently the Research Centre for Artists’

Publications has amassed over 30 archives, artists’

remains, holdings and collections with over 100,000

published art works from all over the world. This

unique assortment comprises some 25 different genres

of artists’ publications. The term “artist’s publication”

covers all forms of published art works, thus artists’

books, so-called multiples, book objects, artists’

newspapers and journals, and ephemera such as the

posters and invitation cards made by artists as well

as their photo-editions, postcards, stamps, stickers,

graphics, drawings, artists’ records and cassettes and

other audio media, multimedia publications in CD-

ROM or DVD format, and finally artists’ videos and

films.

Blick in die Sammlung des Studienzentrums

Foto: Bettina Brach

Mit der ersten autonomen und öffentlich zugänglichen

Abteilung für Künstlerbücher in einem Museum

für zeitgenössische Kunst schuf das Neue Museum

Weserburg Bremen (heute Weserburg │Museum

für Moderne Kunst) 1991 den Ausgangspunkt für

das Studienzentrum. 1999 folgte mit dem Ankauf

des Archive for Small Press & Communication

(ASPC) die Gründung des Studienzentrums für

Künstlerpublikationen. Unter der Leitung von Dr.

Anne Thurmann-Jajes und in enger Zusammenarbeit

mit der Universität Bremen hat sich das

Studienzentrum seitdem zu einem der international

bedeutendsten Standorte für Künstlerpublikationen

entwickelt.

Vergleichbar einem „Museum in einem Museum“

bildet das Studienzentrum eine eigenständige

Abteilung in der Weserburg und wird von der

Universität Bremen und dem Museum gemeinsam

getragen. Im Studienzentrum sind Werke von ca.

3.000 internationalen Künstlerinnen und Künstlern

aus allen künstlerischen Strömungen seit den 1950er-

Jahren vereinigt. So sind neben Werken von PopArt-

Künstlern wie Andy Warhol und Ed Kienholz auch

With the first autonomous and publically displayed

section for artists’ books at a museum for

contemporary art, the New Museum Weserburg

Bremen (now called the Weserburg │Museum for

Modern Art) created in 1991 the initial basis for

the Research Centre. In 1999 the Archive for Small

Press & Communication (ASPC) was acquired,

laying the foundation for the Research Centre for

Artists’ Publications. Under the directorship of Dr.

Anne Thurmann-Jajes, and in close cooperation with

the University of Bremen, the Research Centre has

since become one of the most significant locations for

artists’ publications worldwide.

Much like a museum within a museum, the Research

Centre for Artists’ Publications is an independent

department at Weserburg, operated by both the

University of Bremen and the museum. At the

Research Centre, works by some 3000 international

artists representing artistic movements and trends

since the 1950s can be found. Thus, in addition

to works by pop artists like Andy Warhol and Ed

Kienholz, there are also publications from the


Publikationen aus dem Bereich der Minimal Art

und Concept Art, zum Beispiel von Sol LeWitt

oder Daniel Buren, vertreten. Stark präsent sind

auch die Visuelle und Konkrete Poesie mit Werken

von Gerhard Rühm, Franz Mon oder Henri Chopin.

Vollständige Werkkomplexe von Christian Boltanski

oder Ben Vautier zählen ebenso zum Bestand des

Studienzentrums wie die zahlreichen publizierten

Kunstwerke aus Lateinamerika und Polen.

Künstlerbücher bilden in der Sammlungstätigkeit

des Studienzentrums für Künstlerpublikationen

einen besonderen Schwerpunkt. Das Künstlerbuch

ist als eigenständiges bildnerisches Medium ein

wichtiger Bereich der Gegenwartskunst, in dem

sich die Kunstgeschichte wie in einem Mikrokosmos

spiegelt. Das Sammeln von Künstlerbüchern bietet

die Möglichkeit, einen Bestand an Kunstwerken

aufzubauen, in welchem alle wichtigen

Künstlernamen, Stile und Richtungen zeitgenössischer

Kunst vertreten sind und der zugleich die Vielfalt

künstlerischen Wirkens außerhalb traditioneller

Institutionen widerspiegelt. Seit den 1960er-Jahren

wählten Künstler das Buch, weil das Medium ihrer

Intention der Bild- und Sprachbenutzung sowie

internationaler künstlerischer Kommunikation

entsprach. Bereits mehrfach stand das Künstlerbuch

im Zentrum von Ausstellungen des Studienzentrums,

beispielsweise 2001/2002 bei der Überblicksschau

„Malerbücher - Künstlerbücher“.

Die Forschungsaktivitäten des Studienzentrums

sind eingebunden in den Forschungsverbund

Künstlerpublikationen. Neben Grundlagenforschung

auf dem Gebiet der publizierten Kunst ist das erklärte

Ziel, diese Kunstform als neues wissenschaftliches

Arbeitsfeld zu etablieren, die Forschungsergebnisse

in der „Schriftenreihe für Künstlerpublikationen“

zu veröffentlichen und sich besonders um eine

Vermittlung in der breiten Öffentlichkeit zu bemühen.

Mehrere Ausstellungen pro Jahr zu einzelnen

Künstlern oder bestimmten Themenkomplexen

sowie zahlreiche Publikationen und Veranstaltungen

gewähren dem Publikum Einblicke in den

umfangreichen und mannigfaltigen Bestand des

Studienzentrums und dessen wissenschaftliche

Erschließung. Daneben steht den Besuchern ein

Studienraum mit einer ständigen Präsentation aus

den Sammlungen und Archiven zur Verfügung.

Ergänzend erfüllt das Studienzentrum außerdem die

Aufgaben einer Spezialbibliothek, Mediathek und

Dokumentationsstelle, in der neben Sekundärliteratur

auch Zeitdokumente zu finden sind.

Studienzentrum für Künstlerpublikationen

-Research Centre for Artists’ Publications-

Weserburg | Museum für moderne Kunst

Teerhof 20, 28199 Bremen

www.weserburg.de

field of minimal art and concept art by Sol LeWitt

and Daniel Buren, among others. There is a broad

selection of visual or concrete poetry with works

by Gerhard Rühm, Franz Mon and Henri Chopin.

Complete series of works by Christian Boltanski and

Ben Vautier are also represented in the collection at

the Research Centre, as are the numerous published

artworks from Latin America and Poland.

Artists’ books are a special focus in the collecting

activities at the Research Centre for Artists’

Publications. As an independent creative medium, the

Artist’s book is an important field of contemporary

art in which art history itself is mirrored as in a

microcosm. Collecting artists’ books offers the

opportunity to develop the inventory of artworks

in which all the important artist names, styles, and

currents within contemporary art are represented,

while simultaneously reflecting the diversity of

artistic influences outside and beyond traditional

institutions. Since the 1960s artists have chosen the

book genre because this medium suits their intentions

regarding the use of images and language as well as

their manner of international artistic communication.

On numerous occasions the artist’s book has been the

focal point for exhibitions at the Research Centre:

for example, in 2001-2002 at a survey exhibit of

“Painters’ Books—Artists’ Books”.

Research activities at the Research Centre are

coordinated with the Research Association for Artists’

Publications. In addition to basic studies in the field

of published art, their explicit goal is to establish

this art form as a new field for academic research,

to publish the results of this research in their annals

of Studies on Artists’ Publications (Schriftenreihe

für Künstlerpublikationen), and particularly to try

to communicate these interests to the larger public.

Several exhibitions on individual artists or particular

thematic areas take place annually, and numerous

publications and events offer the public insight into

the vast and various materials at the Research Centre

and into its systematic study. In addition, guests at

the Centre may visit the Research Room with its ongoing

presentation of materials from the collections

and archives. The Research Centre also fulfils the

function of a special library with a broad range of

media and documentation, where both secondary

literature and original artefacts may be found.

Besondere

Pigmente für

Besondere

KunstwerKe

www.kremer-pigmente.de


Galerieprofil Wien Lukatsch

„In einem Buch ist viel mehr Platz als auf einer Leinwand“

Gallery Profile Wien Lukatsch

“There is far more space in a book than on canvas”

Text: Julika Nehb Translation: Brian Poole

Die Galerie und Buchhandlung Wien Lukatsch hat eine

neue Adresse – Schöneberger Ufer 65, gegenüber der

neuen Nationalgalerie. Nach 13 Jahren in Mitte haben

die Galeristinnen beschlossen, ihre Räume wesentlich

zu vergrößern, um damit sowohl den Büchern als auch

der Kunst mehr Raum zu geben. Der Umzug war nicht

strategisch, sondern vor allem pragmatisch motiviert,

und das Durchschreiten der Räume macht dies schnell

nachvollziehbar: jede Menge Platz. Drei große, hohe,

lichtdurchflutete Räume werden für Ausstellungen

genutzt, ein schmaler geschwungener Flur führt zur

Buchhandlung und zu einem Raum für Multiples und

Editionen.

Die Besonderheit des Unternehmens Wien Lukatsch

besteht in der Kombination aus Galerie- und

Messearbeit und einer Buchhandlung, die seit über

23 Jahren Künstlerbücher anbietet und verlegt. Die

Sammlung der Bücher und Kataloge umfasst unter

anderem Themen wie Fluxus, Art Brut, Konzeptkunst

der 1970er-Jahre und Texte von Künstlern. Sie hat

einen inzwischen internationalen Ruf und ist weltweit

mit Bibliotheken und Buchsammlern vernetzt.

Der inhaltliche Schwerpunkt der Galerie liegt auf

der Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern

mehrerer Generationen wie Haegue Yang, Jimmie

Durham, Hans-Peter Feldmann, Nina Canell

oder dem 2006 verstorbenen Tomas Schmit. Mit

Letzterem führte Lukatsch einige Interviews, die 2008

0

The gallery and bookshop Wien Lukatsch has a new

address in Berlin’s Schöneberger Ufer 65, just across

the street from the National Gallery. After 13 years

in Berlin-Mitte, the gallerists decided to move to a

larger location so that they would have more space

for books and art. Yet moving there was not so much

strategically as pragmatically motivated, and just by

walking through the rooms you can easily understand

why. There’s lots of space. Three large, bright rooms

with high ceilings are to be used for the exhibitions,

and a smaller curving hallway leads to the bookshop

and a room for prints and editions.

What’s special about the Wien Lukatsch gallery is

the combination of gallery and art fair work with a

bookstore that has been publishing and selling artists’

books for 23 years. The collection of books and

catalogues includes subjects such as Fluxus, Art Brut,

the concept art of the 1970s, and texts by artists; it

has long since acquired an international reputation

and it is well connected with libraries and other

book collectors worldwide. The focus of the gallery

is upon the work with international artists of several

generations such as Haegue Yang, Jimmie Durham,

Hans-Peter Feldmann, Nina Canell and Tomas

Schmit. Lukatsch conducted interviews with Tomas

Schmit, who died in 2006, and they were published

in 2008. The Tomas Schmit archive was founded that

Blick in die Buchhandlung am Schöneberger Ufer.

Foto: Barbara Wien, Courtesy: Galerie Wien Lukatsch, Berlin

erschienen sind. Im gleichen Jahr wurde das Tomas-

Schmit-Archiv gegründet, das im selben Gebäude

untergebraucht ist wie die Galerie und sich vor allem

der Nachlassverwaltung und der Erstellung eines

Werkverzeichnisses widmet.

Das Thema „Künstlerbuch“ ist in der Galerie Wien

Lukatsch überall präsent. Viele der vertretenen

Künstler machen auch Bücher und nutzen die

Buchhandlung als Plattform für ihre Publikationen.

Tatsächlich hat sich das Buch als Medium für

Künstler in den letzten Jahrzehnten rasant entwickelt

– wahrscheinlich gab es noch nie so viele aufwendig

gestaltete Künstlerpublikationen wie heute.

An Bücher werden vergleichbare Erwartungen

herangetragen wie an Kunstwerke: Wir suchen

im Mitgeteilten oder im Dargestellten neben der

individuellen künstlerischen Handschrift auch

Identifikationspunkte; eine Mischung aus Vertrautem

und Unbekanntem. Im Zeitalter des World Wide

Web und der flackernden Bildschirme wird über

diesen Erlebnischarakter hinaus gerade die haptische

Wahrnehmung eines Buches immer wichtiger.

Ein Künstlerbuch kann dieses sinnliche Erlebnis,

das über die rein kognitive Rezeption des Textes

hinausgeht, noch verstärken. Barbara Wien definiert

ein Künstlerbuch ganz schlicht als ein Buch, das von

einem Künstler gefertigt wurde.

Barbara Wiens Interesse galt schon früh den

Mariana Castillo Deball: “Uncomfortable Objects”

Installationsansicht in den Räumen der Galerie. Foto: Barbara

Wien, Courtesy: Galerie Wien Lukatsch, Berlin

same year; it is housed in the same building as the

gallery, and it is dedicated to managing the artist’s

remains and creating an index of their contents.

The theme of the “artist’s book” is omniscient at

the Galerie Wien Lukatsch. Many of the artists

represented also create books and use the bookstore

as a platform for their publications. Indeed, the book

as a medium for artists has swiftly developed in recent

decades. There have probably never been as many

extravagantly manufactured artists’ publications as

there are today.

Books face about the same expectations as art works: in

what is communicated or depicted we look for points

of identification in addition to an individual artistic

style—a mixture of the familiar and the unknown. In

the digital age of the World Wide Web and flickering

computer screens, the haptic perception of a book,

beyond the experiential character, has become ever

more important.

An artist’s book can potentiate this sensual

experience, which goes well beyond the purely

cognitive reception of a text. Barbara Wien defines

an artist’s book simply as a book manufactured by

an artist.

Very early on Barbara Wien grew interested in the

art movements of the 1960s: in happenings, Fluxus,

GALERIEPROFIL GALERIEPROFIL


Mariana Castillo Deball: “Uncomfortable Objects”, Installationsansicht und Wandzeichnung in den Räumen der Galerie Wien Lukatsch

Foto: Barbara Wien, Courtesy: Galerie Wien Lukatsch, Berlin

Kunstbewegungen der 1960er-Jahre: Happening,

Fluxus, Konzeptkunst und den demokratisch

geleiteten Gedanken, die damit verbunden sind. Kunst

sollte verfügbarer werden, die Gültigkeit eines elitärhermetischen

Selbstverständnisses des Kunstfeldes

wurde hinterfragt und demontiert. Das Künstlerbuch

als Produkt dieser Zeit zeichnet sich bis heute – mit

Ausnahmen – durch seine relative Erschwinglichkeit

aus. Für Lukatsch liegt ein Vorteil der Kombination

Buchhandlung/Galerie in der Tatsache, dass die

Berührungsangst, die oft von Kunstwerken ausgeht,

wegfällt: Künstlerbücher kann man anfassen. Und das

darf auch jeder.

Das Programm überrascht nicht, wenn man sich

Wiens Einstieg in die Buchwelt vor Augen führt:

Dieser entwickelte sich aus einer engen Freundschaft

mit Dieter Roth (1930–1998), in dessen Verlag sie

drei Jahre lang arbeitete. Im Anschluss gründete sie

1988 ihre eigene Buchhandlung, in der sie schon früh

zeitgenössische Künstler ausstellte.

Kontinuierlich baute Wien ihre Künstler auf und nahm

sie zu den großen Messen mit. Neben Frieze, Armory

Show und Art Basel war sie auch am art forum berlin

von Anfang an beteiligt. Zum Ende der Messe will sie

jedoch nicht Stellung nehmen. Beide Galeristinnen,

die seit 2004 zusammenarbeiten, betonen den Blick

in die Zukunft, in der neue Konzepte entwickelt

werden müssen. Sie setzen dabei auch auf das Gallery

concept art and the democratically charged ideas

connected with them. Art was supposed to become

more accessible. The presumed validity of the

elitist and hermetically closed interpretation of the

artistic field was called into question and dismantled.

The artist’s book as a product of this period is still

known today—with a few exceptions—as a relatively

affordable affair. For Lukatsch, one advantage of the

combination of bookshop and gallery lies in the fact

that the fear artworks generate of actually touching

them declines. You can actually touch artists’ books.

And everyone’s allowed to.

In view of how Wien got involved in the world of

books, the programme she’s developed is not at

all surprising. It arose out of her close friendship

with Dieter Roth (1930-1998). She worked for

his publishing house for three years. Thereafter

she founded her own bookstore in 1988, and she

soon exhibited contemporary artists there. Wien

continued to attract artists and to represent them

at art fairs. In addition to the Frieze, the Armory

Show, and Art Basel, she has also been involved in

art forum berlin from the outset. She declines to

comment, however, on the demise of this art fair.

Both gallerists emphasize the focus on the future

where new concepts will have to be developed. They

are also counting on the Gallery Weekend, which

Haegue Yang: “Lackbilder/Lacquer Paintings”, 2011

Foto: Nick Ash, Courtesy: Galerie Wien Lukatsch, Berlin

Weekend, das sie von Beginn an unterstützt haben,

ebenso wie die art berlin contemporary. Die von

Wien Lukatsch vertretene Koreanerin Haegue Yang

zeigte dort Bilder, deren Oberfläche an Karamell

erinnern: auf Spanplatten aufgebrachte Schichten von

Möbellack, in die Blätter eingefügt wurden. In der

Regel arbeitet Yang installativ und macht zusätzlich

– natürlich – auch Künstlerbücher.

In der aktuellen Ausstellung „We are silently illiterate“

der mexikanischen Künstlerin Mariana Castillo Deball,

mit der die Galerie am 4. September ihre neuen

Räume eröffnete, wird unsere Erinnerungskultur von

einem philosophisch-anthropologischen Standpunkt

aus untersucht: Wenn jene Gegenstände, die ein

Menschenleben überdauern, sprechen könnten – was

würden sie erzählen? So berichtet in einer Videoarbeit

ein mehrere hundert Jahre altes aztekisches Buch von

seiner Geschichte. Eine vordergründige Beschwingtheit

umgibt die sogenannten „Uncomfortable Objects“,

die, aus blauem, rotem oder gelbem Pappmaschee

hergestellt, der Form eines mexikanischen Epiphyten,

nachempfunden sind. Ihre Leichtigkeit steht im

Kontrast zu den historischen Dimensionen, die sich

durch die Fotografien auftun, welche die Künstlerin

auf einer Brasilienreise gesammelt und in die Objekte

geklebt hat; sie zeigen vor allem kulturelle Artefakte

und Volkskunst.

they have supported since it was founded, and on

the art berlin contemporary. Here the Korean born

artist Haegue Yang, whom Wien Lukatsch represent,

exhibited her pictures, their surfaces reminiscent of

caramel—layers of furniture paint on pressboards,

on which she has placed leaves. Whereas she usually

works with installations, of course she also makes

artists’ books.

In the current exhibition of Mariana Castillo Deball’s

“We are silently illiterate” that opened the new gallery

location on the 4th of September of this year, the

culture of memory is investigated from a philosophical

and anthropological standpoint. If all the artefacts that

outlast the life of the individual could speak, what

would they say? In one video work an Aztec book

that’s several hundred years old tells us of its history.

A superficial exhilaration surrounds the so-called

“Uncomfortable Objects” made of blue, red and yellow

papier-mâché in the shape Mexican epiphytes. Their

lightness stands in contrast to the historical dimensions

evoked by the photos that the artist collected during

her trip to Brazil and glued to these objects. They show

cultural artefacts and folk art.

Parallel to the exhibition, a book by the artist will be

published: Mariana Castillo Deball & Roy Wagner: Coyote

Anthropology – A Conversation in Words and Drawings

/ Kojotenanthropologie. Ein Gespräch in Worten und

Zeichnungen. No. 24 der Reihe 100 Notes – 100 Thoughts

/ 100 Notizen – 100 Gedanken. Hrsg. v. documenta (13),

dt./eng., 24. S., Stuttgart 2011. 6 €.

Mariana Castillo Deball: “We are silently illiterate”, until 4.11.

Galerie Wien Lukatsch

Schöneberger Ufer 65 , 3rd floor, 10785 Berlin-Tiergarten

Tues–Fri 1–6pm, Sat 12-6pm

info@barbarawien.de, www.wienlukatsch.de

Parallel zur Ausstellung erscheint ein Buch der Künstlerin:

Mariana Castillo Deball & Roy Wagner: Coyote

Anthropology – A Conversation in Words and Drawings

/ Kojotenanthropologie. Ein Gespräch in Worten und

Zeichnungen. No. 24 der Reihe 100 Notes – 100 Thoughts

/ 100 Notizen – 100 Gedanken. Hrsg. v. documenta (13),

dt./eng., 24. S., Stuttgart 2011. 6 €.

Mariana Castillo Deball: “We are silently illiterate”

bis 4.11.

Galerie Wien Lukatsch

Schöneberger Ufer 65, 10785 Berlin-Tiergarten

Di–Fr 13–18h, Sa 12–18h

www.wienlukatsch.de, info@barbarawien.de

GALERIEPROFIL GALERIEPROFIL


Kunst aus Büchern

Zeitgenössische Künstler und Gestalter rücken Bücher als Material

und Inspiration zunehmend in ihren kreativen Fokus. Book Art stellt

herausragende aktuelle Arbeiten aus den Bereichen Kunst und Gestaltung

vor. Die in der Publikation versammelten Beispiele belegen, wie trotz und

gerade wegen der steigenden Bedeutung digitaler Medien Bücher ihren

Status und Stellenwert als kommunikative Träger von Ideen nicht nur

behalten, sondern erweitern und ausbauen.

Wir verlosen drei Exemplare von Book Art! Erklären Sie uns, warum Sie

das Buch besitzen wollen. E-Mails bitte an verlosung@kunstmagazin.de.

Einsendeschluss ist der 15. Oktober.

Paul Sloman (Hg.): Book Art. Iconic Sculptures and Installations made from Books. Gestalten

Verlag, Berlin 2011. Engl., 208 S., Hardcover, 29,90 €. ISBN: 978-3-89955-366-6

Schriftbilder der Weltkulturen

Dass Schreiben als Königsdisziplin der Künste gilt, zeigt die

Gegenüberstellung von Exponaten der künstlerischen Avantgarde aus

China, der arabischen Welt und Europa. Mithilfe des umfangreichen Text-

und Bildmaterials wird die intensive künstlerische Auseinandersetzung

mit dem Medium der Schrift illustriert. Die 84 Künstler werden jeweils

mit Kurzporträt und Biografie vorgestellt. Einführende Texte geben dem

Katalog analytische Tiefe und ermöglichen auch über die Ausstellung

hinaus eine komplexe Rezeption der Thematik.

Heinz Kroehl (Hg.): The Art of Writing – Bilder werden geschrieben. Gegenwartskunst

aus drei Weltkulturen. Kehrer Verlag, Heidelberg 2011. Dt./engl., 320

S., 190 Abb., Hardcover, 48 €. ISBN: 978-3-86828-212-2

Istanbul für Künstler

Robert Kraiss ist nicht Schriftsteller, sondern bildender Künstler. Bei

„The stinking and the perfumed elephant“ handelt es sich um sein erstes

Prosawerk – ein Bericht über seine Eindrücke und Erlebnisse während

eines Stipendienaufenthaltes in Istanbul. Dass es dem Künstler nicht um

einen klassischen Reisebericht geht, wird v. a. anhand der Alltagssprache

deutlich, mit der er seine Erlebnisse beschreibt. Das Geschilderte beinhaltet

banale Alltagsrituale, die der Reisende in knappen Stichpunkten einfängt.

Der Reisebericht dient weniger der Selbstdarstellung, sondern wird zum

Plädoyer des universell interessierten und agierenden Künstlertypus.

Robert Kraiss: The Stinking and the perfumed elephant – Ein Reisebericht.

Avatar Magazin Publikationen, Köln 2011. Deutsch, 104 S., Softcover, 12 €.

ISBN: 978-3-00-034759-7

12. bis 23. Oktober 2011

Kurfürstendamm, Berlin














Unveröffentlichte Manuskripte von Giorgio de Chirico

Giorgio de Chirico ist einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts.

Als einer der wichtigsten Vertreter der metaphysischen Malerei und

somit ein Vorläufer des Surrealismus verfasste er auch Abhandlungen

zum Thema Kunst, die für die Kunstgeschichte von großer Bedeutung

sind. Die Publikation enthält zwei bisher unveröffentlichte Manuskripte

aus seiner Zeit in Paris vor dem 1. Weltkrieg: Neben den metaphysischen

Stadtansichten umfassen sie lyrische Stenogramme, Gedichte, Prosastücke

und Skizzen, in denen de Chirico über sein Leben, seine Arbeit und die

Kunst reflektiert.

Giorgio de Chirico: Das Geheimnis der Arkade. Erinnerungen und Reflexionen.

Schirmer/Mosel, München 2011. Dt., 384 S., 33 Abb., Hardcover, 39,80 €.

ISBN: 978-3-8296-0535-9

Von mythologischen Gestalten und neu entdeckter Kunst

„Was wir jeweils defizitär haben, spielt der andere ein“, so Neo Rauch

über die erste Ausstellung mit seiner Frau, der Malerin Rosa Loy. Das

gemeinsame Schaffen des Künstlerpaares blieb lange Zeit im Verborgenen.

Der Katalog zur Ausstellung stellt das Werk der beiden Künstler einander

gegenüber, um es in der Motivwahl wieder zu vereinen. Die vielschichtigen

Bilder erzählen Geschichten von surrealen Gestalten und mythologischen

Figuren, welche erst durch einen Blick hinter die Gärten der Nachbarschaft

sichtbar werden.

Karlheinz Essl, Tilo Baumgärtel, Günther Oberhollenzer, Berhart Schwenk (Hg.):

Neo Rauch & Rosa Loy. Hinter den Gärten. Prestel Verlag, München 2011. Dt./

engl., 260 S., 94 Abb., Hardcover, 39,95 €. ISBN: 978-3-7913-5142-1

Stadt und Künstler

Für Künstler stellen Großstädte seit jeher eine wichtige Inspirationsquelle

dar, denn dort treten soziale und kulturelle Veränderungen gebündelt auf

– Aspekte, die in der jeweils eigenen Sicht und Umsetzung des Künstlers

zum Ausdruck kommen. Im Zentrum der vorliegenden Publikation steht

die Auseinandersetzung mit den Städten Berlin und New York. Anhand

der Metropolenbilder von Künstlern wie Dan Graham, Rirkrit Tiravanija,

Matthew Barney oder Anri Sala, aber auch mithilfe der Beschreibung

der Entwicklungen in der Galerienszene legt die Autorin dar, wie eine

Großstadt den Künstler und seine Arbeit individuell beeinflusst.

Christine Nippe: Kunst baut Stadt. Künstler und ihre Metropolenbilder in Berlin

und New York. Transcript Verlag, Bielefeld 2011. Dt., 377 S., zahlr. farb. und S/W-

Abb., Softcover, 32,80 €. ISBN: 978-3-8376-1683-5







1


Fragile Erinnerungen

Die Fotografin Thekla Ehling widmet ihr drittes Buch ihrem Lehrer,

dem Berliner Fotografen Arno Fischer, auf dessen Publikation „Der

Garten“ sie sich bezieht. Ehling ergänzt die selbstverfassten und kunstvoll

geschriebenen Texte mit Fotografien: Sie mischt einfache Gedanken wie

beispielsweise über einen Baum in ihrem Garten oder ein Mittagessen mit

philosophischen Fragen. Diese kleinen Botschaften eröffnen eine kindliche

und gefühlsreiche Sichtweise und illustrieren die Vergänglichkeit und

Einmaligkeit einer Erinnerung.

Thekla Ehling: Vergiszmeinnicht. Kehrer Verlag, Heidelberg 2011. Dt./engl.,

ca. 96 S., ca. 100 farb. Abb., Hardcover, 40 €. ISBN: 978-3-86828-250-4

Die kleine Welt

Dieses 4. Tagebuch in Bildern aus dem Jahr 2010 erzählt wieder voller Witz

und Ironie Alltagsgeschichten mit Titeln wie „Einfach mal die Position

prüfen, die Instrumente und die innere Befindlichkeit“, „Manchmal

brauchst Du die überirdische Schwingung“ und „Da geht einer wie kein

Zweiter“. Faksimile-Reproduktion der Originale wie in den Büchern I–III.

Ausstellung aller Originale vom 19.10. bis zum 11.11. in der Galerie Horst

Dietrich, Giesebrechtstr. 19, 10629 Berlin-Charlottenburg.

Galerie Horst Dietrich (Hg.): Alexandra Huber: Von der Kraft der inneren Stärke,

„Die kleine Welt“ in 15 x 15. Berlin 2011. 72 S., mit 68 Bildern und Umschlag mit

Klappe, ganzseitig in Farbe; 15 x 15 cm, signiert 25 €. ISBN: 978-3-926166-45-6

Ich schreibe, also bin ich

Mit bunten Zeichnungen und Collagen auf Originaltapete ergänzt die

Künstlerin Sascha Koneva Kurzgeschichten aus ihrer Kindheit und Jugend

in der UdSSR. Das Tagebuch ist als Wendebuch konzipiert und gibt

persönliche Erinnerungen aus dem Alltag der ehemaligen Sowjetunion zur

Zeit der Breschnew-Ära preis. Die prägenden Themen wie Kommunismus,

atomare Gefahr oder Sportveranstaltungen sind mit Erläuterungen

versehen.

Aleksandra Koneva (Hg.): Tagebuch einer Konformistin. Kerber Verlag, Bielefeld 2010.

Dt./russisch, 96 S., 32 Abb., Hardcover, 28,90 €. ISBN: 978-3-86678-474-1

Are you organised ?

www.artbutler.de

Galerieorganisation — Sammlungsverwaltung – Werkdokumentation > artbutler. Die Softwarelösung für den Kunstmarkt

„In Bed With Art“ ist ein Reisehandbuch,

das Appetit auf eine andere, eine besonders

abenteuerliche Art des Reisens macht. Lernen

Sie Ihre Gastgeber persönlich kennen. Genießen

Sie Begegnungen mit Künstlern, Sammlern

und Galeristen. Freuen Sie sich auf individuelle

Quartiere. Wählen Sie zwischen einfachem

Gästezimmer, geräumigen Ferienwohnungen und

luxuriösen Hotelsuiten.

„In Bed With Art“ ist ein Handbuch, das zu

kunstvollem Reisen verführt. Die Gastgeber stellen

ihre Angebote selber vor, berichten von ihrer

Faszination für Kunst und Design und sparen nicht

mit Insider-Tipps.

„In Bed With Art“ stellt 100 kunst-volle Unterkünfte

vor, davon 51 in Deutschland, 36 in Europa und 13

weltweit. Das Angebot reicht von Australien über

Kanada, Georgien, Indien und Kambodscha bis

Benin, Südafrika und USA.

„In Bed With Art“ ermöglicht Ihnen ein

unvergessliches Reiseexperiment: Tauchen Sie

entspannt und zwanglos in die Welt der Kunst ein.

www.in-bed-with-art.com

B A S S E N G E

V. Vasarely – M. Butor. Octal. 1972.

Buchauktionen 19.–22. Oktober 2011

Wertvolle Bücher . Inkunabeln . Autographen

Moderne Literatur . Architektur . Design

Vorbesichtigung 13.–18. Oktober 2011

(Sonntag geschlossen)

GA l Er i E BA S SENGE . Er dENEr S t r. 5A . 14193 BEr l i N

telefon: 030 -893 80 29- 0 . books@bassenge.com . www.bassenge.com

PAOLO BARLASCINI

SOME I MURDER – SOME I LET GO

Der Architektur-Background Barlascinis mischt sich mit seiner Leidenschaft für

Theater- und Film-Kulissen, in denen er seine Akteure agieren lässt, seien sie Musikanten,

Soldaten, Liebhaber, gigantische Dinosaurier, ausserirdische Taucher

oder verfremdete Architekturen. Der Besucher ist somit eingeladen, eine Reise zu

unternehmen, die Neugierde und Erforschungslust erfordert.

Denn Barlascini bietet in seinen Arbeiten, in dem harmonischen Chaos der Landschaften,

zwar an, sich zu verlieren, jedoch bewusst zu unterscheiden, was man

daraus „mitnehmen“ will und was man hinter sich lassen möchte.

7. Oktober bis 26. Oktober 2011

FRED FARGO

GALLERY

Jägerstrasse 34 • 10117 Berlin-Mitte

Telefon +49 . 30 . 30 34 00 54 • www.fredfargo.com


Einmal Autor sein

In dem Workshop kannst du dir eine Geschichte ausdenken und sie

mit selbst gemalten Bildern versehen.

Foto: Heidi Janetzky

Jeder kann sich eigene Geschichten ausdenken,

denn in jedem Kopf schwirren Tausende von

Fantasien und Gedanken, die nur darauf warten,

zu einer eigenen Erzählung zusammengesetzt zu

werden – sicherlich auch in deinem! Es ist nicht

wichtig, ob es ein romantisches Märchen oder eine

Abenteuergeschichte ist, die du erzählen willst: In

dem Workshop „Mein erstes selbstverfasstes Buch“

ist jeder willkommen, der Lust hat, seine Kreativität

auszuleben, und der schon immer ein eigenes Buch

zusammenstellen wollte. Um ein Autor zu sein,

musst du eigentlich nicht einmal schreiben können –

die Geschichten der jüngeren Teilnehmer werden für

sie aufgeschrieben. An den beiden Workshoptagen

kannst du dir eine Erzählung ausdenken und sie sogar

selbst illustrieren oder mit Fotos gestalten. Am Ende

bekommst du entweder eine CD oder ein gebundenes

Buch, damit du noch lange Freude an deinem ersten

selbst erdachten Buch hast.

Der Workshop „Mein erstes selbstverfasstes Buch“ richtet

sich an Kinder von 5 bis 7 Jahren. Er findet am 7.10. von

14 bis 17h und am 8.10. von 10 bis 13h im Verein Integrale

Medizin e.V. statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 150 € (erm.

110 €) für den Workshop mit Buch und 100 € (erm. 65 €)

für den Workshop mit Audio-CD. Anmeldung und weitere

Informationen unter www.kreativitaet-und-lachen.de.

Integrale Medizin e.V.

Jonasstr. 25, 12053 Berlin-Neukölln

www.integralemedizin-ev.de

Sprache in Bildern –

Kalligrafie leicht gemacht

Kalligrafie: Chinesisches Schriftzeichen für „Fisch“

© Hanako C. Hahne

Wusstest du, dass das chinesische Schriftzeichen

für „Kind“ aussieht wie ein Baby mit ausgebreiteten

Armen? Das „Alphabet“ aus Fernost zeigt manchmal

eine verblüffende Ähnlichkeit zu dem, was wir

vom Sehen her kennen. Die Kalligrafie (dt.: „Kunst

des Schreibens“) verwendet aber auch Zeichen,

die miteinander kombiniert einen ganz neuen Sinn

erhalten. So stellt das chinesische Wort für „sitzen“

zwei Menschen dar, die auf der Erde sitzen und

sich unterhalten. Ob gemalt oder kombiniert – die

Zeichen aus China oder Japan verraten eine Menge

über das alltägliche Leben dort.

Haben dich die Geheimnisse der 4000 Jahre alten

Schrift neugierig gemacht? Dann bist du beim

Workshop „Kalligrafie für Kinder“ genau richtig! Hier

erfährst du nicht nur, woher die Schrift kommt und

wie man sie verwendet. Du hast sogar die Möglichkeit,

selbst den Pinsel in die Hand zu nehmen und die

Kalligrafie zu erproben. Erkunde die Maltechnik,

finde die richtige Sitz- und Pinselhaltung und dabei

auch gleich dein ganz persönliches Lieblingszeichen!

Der Workshop findet am 23.10. um 11h statt und richtet sich

an Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren. Anmeldung bei der

Künstlerin Hanako C. Hahne unter 0461 - 85 29 56.

Museumsberg Flensburg

Museumsberg 1, 24937 Flensburg

www.museumsberg.flensburg.de

Geschichten zeichnen

Manga-Workshop im Museum Kunstpalast, Düsseldorf

Foto: Monika Demler

Bestimmt hast du schon mal von den japanischen

Comics, den „Mangas“, gehört. Die sind heute sehr

beliebt und das nicht nur in Japan, sondern auch hier

bei uns. Obwohl Comics uns so modern vorkommen,

haben sie sich aber doch aus der alten japanischen

Tradition der Farbholzschnitte entwickelt, wie du in

der Ausstellung „Samurai, Bühnenstars und schöne

Frauen. Japanische Farbholzschnitte von Kunisada

und Kuniyoshi“ erfahren kannst. Wenn du aber nicht

nur Kunst anschauen willst, sondern auch selbst gerne

zeichnest und Geschichten erzählst, dann komm in

den „Manga-Workshop“. Mit der Unterstützung der

japanischen Künstlerin Etsuko Watanabe und der

deutschen Künstlerin Birgit Huebner kannst du dort

deine eigenen Bildergeschichten rund um das Thema

„Helden und Heldinnen unserer Zeit“ zeichnen. Für

deine fantasievollen, bunten Werke ist außerdem noch

ein besonderer Auftritt geplant. Denn im nächsten

Jahr sollen sie zu einem Junior-Konzert auf die Bühne

der Düsseldorfer Tonhalle projiziert werden.

Der Workshop im Museum Kunstpalast in Düsseldorf findet

täglich vom 25. bis 28.10., jeweils von 10–14h statt und

richtet sich an Kinder von 10 bis 13 Jahren.

Teilnahmegebühr: 64 €, Rabatt für Geschwister 6 €.

Museum Kunstpalast

Kulturzentrum Ehrenhof, Ehrenhof 4–5, 40479 Düsseldorf

www.smkp.de

Von tapferen Rittern und schönen

Prinzessinnen

Im Rupertinum lernst du, deine eigenen Figuren zu basteln und mit

ihnen eine Geschichte zu erzählen.

Foto: Werner Reichel, MdM Salzburg, 2006

Beim Schattentheater werden mithilfe von Licht

Schattenfiguren erzeugt, mit denen man eine Geschichte

erzählen kann. Die Figuren nehmen dich mit auf eine

Reise durch die Welt der Märchen und Abenteuer:

Feuer speiende Drachen, wunderschöne Prinzessinnen

und mutige Ritter warten auf dich. Um ein Stück

aufzuführen, müssen deine Schablonen aber erst mal

gebastelt werden. Bist du ein Bastelfreund und kennst

vielleicht ein Märchen, das dir besonders gut gefällt? Der

Workshop aus der Reihe „Atelier +6“ im Rupertinum

bietet dir die Möglichkeit, deiner Fantasie freien Lauf

zu lassen. Nachdem du deine eigenen Schattenfiguren

gebastelt hast, darfst du mit anderen Teilnehmern

zusammen eine Geschichte erzählen – entweder eine

selbst ausgedachte oder dein Lieblingsmärchen. Dabei

verwendest du nicht nur Papier und Kleber, sondern

du darfst auch mit spannenden Materialien arbeiten.

Lass dich überraschen, was für wunderbare Dinge beim

Schattentheater entstehen können!

Der Workshop findet am 18.10. um 15h statt und richtet sich

an Kinder zwischen 6 und 9 Jahren. Teilnahmegebühr: 4 €.

Telefonische Anmeldung unter +403 (0) 662 84 22 20 - 351

oder per E-Mail: kunstervermittlung@mdmsalzburg.at.

Museum der Moderne Rupertinum

Wiener-Philharmoniker-Gasse 9, 5020 Salzburg

www.museumdermoderne.at


STROKE.ARTFAIR – Kunst für das 21. Jahrhundert

Sepe: Rettungsschirm, 2011, mixed media auf Leinwand, 80 x 100 cm

Die Kunstmesse für New Contemporary- und

Urban-Art kommt wieder nach Berlin. Keine

andere Kunstmesse repräsentiert derzeit moderne

zeitgenössische Kunstentwicklungen jenseits

akademischer Vorstellungen und historischer

Erklärungsversuche kreativer und spannender als

die STROKE. Nationale und internationale Galerien

und Künstlerkollektive, Sonderausstellungen und

zahlreiche Live-Performances machen die STROKE

zu einem Erlebnis.

In einer Sonderausstellung mit international

renommierten Künstlern stellt UrbanArt.org sein

Konzept „Urban Art Investors“ vor.

0

STROKE.ARTFAIR Berlin

Postbahnhof, Straße der Pariser Kommune 8

10243 Berlin-Friedrichshain

14.–16.10., Fr/Sa 13–23.30h, So bis 18h, Eintritt 8 €

www.stroke-artfair.com, www.UrbanArt.org

Sammlergespräch: 13.10., 20h, mit Christian Utz von

UrbanArt.org und Jan Kage alias Yaneq

Guido de Columna: Hystori wie Troya zerstört ward. Augsburg, 1482

Einar Schleef: Selbstbildnis, 1980, Filzstift

39,5 x 29,5 cm, Foto: Ludwig Rauch

Incunabula

Liebe und Buchdruck im 15. Jahrhundert

Sie sind der Anfang des Buchdrucks, wie wir ihn (noch)

kennen, und jede Bibliothek hütet sie im Herzen der

Schatzkammer: Inkunabeln, Drucke aus der Wiegenzeit

der „schwarzen Kunst“ im 15. Jahrhundert. Etwa die

„Hystori“ von der schönen Helena und von Paris, der

mit seiner Entführung den Trojanischen Krieg entfacht.

Auf den Tag genau datiert der Augsburger Anton Sorg

seinen Druck, den er 1482 beendet und mit kolorierten

Holzschnitten illustriert: die beiden beim Liebesspiel,

das bekannte Pferd und tapfere antike Helden. Nur

sechs Exemplare kennt man von diesem Buch. Eines

davon wird die Auktion neben 50 anderen Inkunabeln

anbieten. Ebenso selten ist die erste, in Rom gedruckte

Ausgabe von Augustinus’ Gottesstaat oder Boccaccios

Götterlehre, die ein Immigrant aus Speyer in Venedig

druckte.

Bassenge Buchauktionen GbR

Erdener Str. 5a, 14193 Berlin-Grunewald

Auktion: 19.–22.10., Vorbesichtigung 13.–18.10.

Mo–Fr 10–18h, Sa 10–14h

www.bassenge.com

Einar Schleef. Ich bin ein anderer in mir

Zum 10. Todestag des Künstlers

Einar Schleef (1949–2001) war ruhelos. Er hat sich die

Orte, an denen er lebte, nie ausgesucht. Er ging dorthin,

wo er für sein Schaffen die besten Möglichkeiten

erhoffte, und er ging wieder, wenn er seine Produktion

beeinträchtigt sah. Als Schriftsteller hat Schleef die

Epoche als eine fortgesetzte Nachkriegsgeschichte

verstanden, sie mit seinem Geburtstort Sangerhausen

verbunden und sein Leben lang als ein Verhängnis zu

überwinden versucht. Der Maler und Zeichner zeigte

v. a. in der Jugend- und Studienzeit eine bestimmte

Ortsgebundenheit in den Motiven von Häusern, Straßen,

Personen. Später hob er sie in szenischen und simultan

angelegten Kompositionen auf. Das Zeitgeschehen

ist hier als Gegenwart der Geschichte aufgefasst, das

Persönliche zum Exemplarischen erweitert.

Die Stiftung Moritzburg zeigt vorrangig Arbeiten

auf Papier, die eine Referenz an die jeweilige

Schaffensphase bedeuten und zugleich in alle

Richtungen des Gesamtwerks weisen.

Stiftung Moritzburg

Friedemann-Bach-Platz 5, 06108 Halle (Saale)

Opening: 22.10., 15h, 23.10.11–15.1.12, Ausstellungshalle

Nordflügel, Di 10–19h, Mi–So 10–18h, 24.12. u. 31.12

geschl., www.kunstmuseum-moritzburg.de

AUSSTELLUNGEN AUSSTELLUNGEN


Anke Beims: Rehe/Sarny, 2010, C-Print, 81 x 60,5 cm

Raumansicht der Sonderausstellung „Heimatkunde. 30 Künstler blicken

auf Deutschland“, © Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe

Julian Rosefeldt: Meine Heimat ist ein düsteres wolkenverhangenes

Land, Filminstallation, 2011 © Julian Rosefeldt

AUSSTELLUNGEN

„Gute Nachbarschaft?“ – Deutsche Motive in

polnischer Gegenwartskunst/Polnische Motive in

deutscher Gegenwartskunst

Die Ausstellung „Gute Nachbarschaft?“ reflektiert die

Auseinandersetzung von 30 zeitgenössischen polnischen

und deutschen Künstlern mit vorherrschenden Stereotypen

über die Deutschen in der polnischen Gesellschaft. Ein

Großteil der gezeigten Arbeiten vermittelt ironische

Kommentare zu geschichtlichen Ereignissen, die sich

vor mehr als 50 Jahren zugetragen haben und dennoch

die wechselseitigen nachbarschaftlichen Beziehungen

beider Länder bis heute prägen. Gängige Symbole werden

dabei neu definiert und in einen mehrdeutigen, oft auch

provokativen Kontext gesetzt. Besondere Highlights

dieser Ausstellung, die aus den Mitteln des Programms

Promesa Polnische Ratspräsidentschaft, Stadt Danzig,

Botschaft der Republik Polen in Berlin, sowie der

Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit

finanziert wird, bieten die Filmvorführung „Mauerhase“

von Filip Konopka mit anschließender Diskussion

am 8.10. um 17 Uhr wie auch die Performance

„Wirklichkeitskonstruktionen“ von Michael Kurzwelly

während der Finissage am 23.10. um 17 Uhr.

Studio I, Kunstraum Kreuzberg/Bethanien

Mariannenplatz 2, 10997 Berlin-Kreuzberg

bis 23.10., Mo–So 11h–19h

www.agitpolska.de, www.ggm.gda.pl

Heimatkunde. 30 Künstler blicken auf Deutschland

Ausstellung zum 10-jährigen Jubiläum des

Jüdischen Museums Berlin

„Heimatkunde“ bezeichnet die Geschichte, Geografie

und Biologie einer engeren Nachbarschaft. „Heimat“

ist ein emotionaler Begriff, der vieles bedeuten kann:

Geburtsort, Herkunftsland, Nation, Sprache, Religion.

Ein bekannter Landstrich, Familie und Freunde, zu

wissen, wo die Bäckerei oder das Lieblingskino sind

das alles trägt zum Gefühl der Zugehörigkeit bei.

Heimatgefühl und Nationalbewusstsein sind nicht

zwangsläufig identisch; für die deutsche Nationenbildung

etwa wird oft die Sehnsucht nach Einigkeit, politischer

Freiheit und kollektivem Heldentum angeführt, die in

zerstörerische Größenfantasien mündete. Wie definiert

diese Gesellschaft nach der Vereinigung der beiden

deutschen Staaten und dem Eingeständnis Deutschlands,

ein Land mit heterogener Bevölkerung zu sein,

kollektive Selbstvergewisserung? Die in der Ausstellung

versammelten Künstler thematisieren zentrale Aspekte

ihrer Wahrnehmungen in und von Deutschland.

Jüdisches Museum Berlin, Lindenstr. 9–14, 10969 Berlin-Mitte

bis 29.1.12, tgl. 10–20h, Mo bis 22h

Eintritt: 4 €, erm. 2€, Kombiticket (Dauerausstellung &

Sonderausstellung): 7 €, erm. 3,50 €

www.jmberlin.de/heimatkunde

Marcel Broodthaers: Pense-Bête, 1964, Buch, Papier, Gips,

Kugel aus Plastik und Holz, 232,2 x 139,5 x 59,5 cm

Thomas Demand: Embassy I, 2007, 168 x 204 cm

Joachim Brohm: Boat #1, from the portfolio “Culatra”, 2008

C-Print © Joachim Brohm, Courtesy: Galerie Kicken Berlin

Atlas. How to carry the world on one’s back?

Der Begriff „Atlas“ steht sowohl für die mythologische

Figur, die den Göttern des Olymp ihre Macht streitig

machte und zur Strafe das Himmelsgewölbe auf ihren

Schultern tragen musste, als auch für die Visualisierung

von Wissen als Sammlung geografischer Karten oder

Bildarchiv. Auf der Suche nach einer Antwort darauf, wie

wir die Welt betrachten können, ohne herkömmlichen

Wissensstandards zu folgen, spannt die interdisziplinäre

Ausstellung einen Bogen vom 20. bis ins 21. Jahrhundert.

Künstlerische Strategien werden untersucht, bei denen

nicht das vollendete Werk, sondern Inspirationsquellen

und Arbeitsweisen im Vordergrund stehen.

Sammlung Falkenberg, Deichtorhallen Hamburg

Wilstorfer Str. 71, 21073 Hamburg-Harburg

1.10.–27.11., Di–So 11−18h, www.deichtorhallen.de

lichtempfindlich

Zeitgenössische Fotografie aus der Sammlung Schaufler

In einem ehemaligen Hochregallager in Sindelfingen sind

im Oktober Fotografien namhafter Künstler zu sehen.

Die ausgestellte Sammlung thematisiert die Faszination

für das Medium. Dabei zitieren die Künstler klassische

Genres wie Porträt, Landschaft oder Industrie, um sie

konzeptionell weiterzuentwickeln. Neben Arbeiten von

Andreas Gursky, Candida Höfer, Elger Esser, Thomas

Ruff und Thomas Struth werden Werke von Thomas

Demand und Wolfgang Tillmans gezeigt. Mit Nobuyoshi

Araki, Bettina Rheims und Vanessa Beecroft sind auch

international anerkannte Fotografen vertreten.

Schauwerk Sindelfingen

Eschenbrünnlestr. 15/1, 71065 Sindelfingen

ab 1.10., So 11–17h

www.schauwerk-sindelfingen.de

Joachim Brohm – Culatra

Der Fotograf Joachim Brohm besuchte zwischen 2008

und 2010 mehrmals die portugiesische Insel Culatra.

Bei diesen Reisen entstand ein fotografisches Portfolio

mit 22 Motiven und weiteren Bildern von der Ilha da

Culatra. In dokumentarischem Stil hat Brohm Sandwege,

provisorische Gebäude, Fahrzeuge, Boote und scheinbar

unbrauchbare Hinterlassenschaften festgehalten. Brohm

nimmt verschiedene Blickwinkel zwischen der für ihn

typischen mittleren Distanz, weiter gefasster diagonaler

Perspektive und frontaler Nähe ein. Als neues Element

im Werk des Fotografen tritt eine verstärkte Farbigkeit

hinzu.

Galerie Kicken Berlin

Linienstr. 161 A, 10115 Berlin-Mitte

bis 17.12., Mi–Sa 14–18h

www.kicken-gallery.com

AUSSTELLUNGEN


Joan Miró: o. T., nach 1934, Collage und Deckweiß auf der Fotografie

Horacio Coppolas von Joan Miró, abgedruckt in Cahiers d’Art,

9e Année, 20,2 x 17,1 cm © Successió Miró

Gundula Schulze Eldowy: aus der Serie „Spinning on my Heels“

New York 2003 © Gundula Schulze Eldowy

Fritz Henle: „Parisienne with her Pet (Paris)“, 1938

© Fritz Henle Estate/Courtesy: Galerie Kicken Berlin

Kilométrage

Jan Brzękowski und seine Künstlerwelten

Jan Brzękowski (1903–1983) war ein polnischer Dichter,

Poesietheoretiker und Schriftsteller und von 1929 bis

1936 Mitglied der Gruppe „a.r.“. Die Künstlergruppe

begann 1929 mit dem Aufbau einer internationalen

Sammlung der Kunst der Moderne in Łódź. Brzękowski

gelang es, zahlreiche Künstler wie Pablo Picasso, Hans

Arp, Max Ernst und Joan Miró für seine eigenen

Projekte zu gewinnen. Die Ausstellung präsentiert sein

umfangreiches Werk mit Büchern aus der Sammlung

Marzona. Der Film „A Woman and Circles“ von Bruce

Chechefski nach einem nie realisierten Drehbuch von

Jan Brzękowski ergänzt die Ausstellung.

Polnisches Institut Berlin, Burgstr. 27, 10178 Berlin-Mitte

bis 10.11., Di–Fr 10–18h

www.polnischekultur.de

Gundula Schulze Eldowy: „Verwandlungen“ und

„Den Letzten beißen die Hunde“

Gundula Schulze Eldowy (*1954) ist eine der

Hauptvertreterinnen der sozialkritischen Fotografie

der DDR. Seit 1989 beschreitet sie konzeptionell neue

Wege: In ihren Konstantinopel-Bildern überarbeitet

sie Aufnahmen byzantinischer Mosaiken mit

Blattgold, in „Spinning on my Heels“ überlagern sich

in Mehrfachbelichtungen New Yorker Straßenszenen

und klassische Gemälde, und in ihren Großaufnahmen

russischer Friedhöfe entstehen Metaphern der

Vergänglichkeit. Parallel wird im Mauer-Mahnmal „Den

Letzten beißen die Hunde“ als „eine Fotoinstallation der

Wendezeit“ gezeigt.

Kunst-Raum und Mauer-Mahnmal im Deutschen Bundestag

Adele-Schreiber-Krieger-Str. 1, 10117 Berlin-Mitte

bis 11.1.2012, Di–So 11–17h

www.kunst-im-bundestag.de, www.mauer-mahnmal.de

Eyes on Paris: Paris im Fotobuch 1890 bis heute

Paris ist die Heimatstadt der Fotografie, hier wurde das

Verfahren 1893 zum ersten Mal präsentiert. Seither ist

Paris eine der meistfotografierten Städte der Welt und

eine wichtige Inspirationsquelle für Künstler wie Andreas

Gursky, Laure Albin Guillot oder Marc Foucault. Ihre

Arbeiten sind einerseits objektive Dokumente, spiegeln

aber auch die subjektive Wahrnehmung des Künstlers

wider. In einer umfassenden Retrospektive zeigen die

Deichtorhallen Schwarz-Weiß- und farbige Fotografien,

epochale Bücher, Portfolios und Mappenwerke. Erstmals

ist damit auch das Fotobuch Gegenstand einer breit

angelegten Ausstellung.

Deichtorhallen/Haus der Fotografie

Deichtorstr. 1–2, 20095 Hamburg

bis 8.1.12, Di–So 11–18h

www.deichtorhallen.de

John Pollak: Kontaktabzug „Mica“

(Ausschnitt), 2011, Original: Silbergelatine-

Abzug auf Barytpapier, 85 x 85 cm

Steve Schapiro:

Barbra Streisand in Bathtub, 1974

Efraim Habermann: Potsdamer Platz, 2001

© Efraim Habermann

Stephanie Kloss: Delta Horizon (Detail), 2010

Foto: Michel Carmantrand

Courtesy: Zweigstelle Berlin

John Pollak – Connections

Der Fotograf John Pollak zeigt Porträts von Menschen, die etwas miteinander

zu tun haben. Formale Strenge und Reduktion erschweren schnelle

Rückschlüsse, trotzdem werden automatisch Verbindungen hergestellt.

Erfährt der Betrachter Zusammenhang und Bedeutung, ändert sich seine

Wahrnehmung und es eröffnen sich neue Ebenen.

Galerie Förster, Schröderstr. 2, 10115 Berlin-Mitte

bis 22.10., Di–Fr 16–19h, Sa 12–18h

www.galerie-foerster.de

Steve Schapiro

Das umfassende Werk des Fotografen Steve Schapiro zeichnet sich besonders

durch die weltweit bekannte Serie „Heroes“ aus der Ära der 1960er-Jahre

mit Bildern von Muhammad Ali, Ray Charles, Samuel Beckett oder Andy

Warhol aus. Ergänzt wird die Ausstellung durch Schapiros beeindruckende

Fotografien von den Sets der Kultfilme „Der Pate“ und „Taxi Driver“.

CAMERA WORK, Kantstr. 149, 10623 Berlin-Charlottenburg

bis 19.11., Di–Sa 11–18h

www.camerawork.de

Efraim Habermann – Berliner Stillleben. Fotografie

Mit geschärftem Blick auf die ästhetische Komposition von Historismus

und Moderne, Architektur und Mensch hat der Berliner Fotograf Efraim

Habermann (*1933) seine Heimatstadt Berlin porträtiert. Nach mehr als

40 Jahren schauen wir auf ein Panorama von großer formaler Strenge,

Zurückhaltung und Stille von einer „Stadt am Meer“.

Kommunale Galerie Berlin, Hohenzollerndamm 176, 10713 Berlin-Wilmersdorf

Opening: 9.10., 12h, 9.10.–4.12., Di–Fr 10–17h, Mi bis 19h, So 11–17h

Eintritt frei, www.kommunalegalerie-berlin.de

Stephanie Kloss – Delta Horizon

Die Fotografien des Mississippi-Deltas von Stephanie Kloss zeigen eine

beunruhigende Schönheit, deren Stille jedoch trügerisch ist. Bei genauem

Hinsehen sind die Spuren des Wirbelsturms Katrina erkennbar. Wie

Warnzeichen lesen sich auch die Relikte der Inbesitznahme der Natur

durch den Menschen. 2010 wurde dies erneut im Unglück der Bohrinsel

Deepwater Horizon und der folgenden Ölpest bestätigt.

Galerie Semjon Contemporary, Schröderstr. 1, Berlin-Mitte

Opening: 14.10., 19h, 15.10.–12.11., Di–Sa 13–19h

030 - 784 12 91, www.semjoncontemporary.com

Sternklar – 17 malerisch abstrakte Positionen

Ganz das zu immensen Abstraktionsleistungen fähige menschliche

Anschauungsvermögen ansprechend, wird der weiße Nachthimmel der

Galeriewände in der Zweigstelle Berlin als Folie und Raum zur Rückführung

einzelner Bilder in eine Betrachtung von Ganzheiten dienen, wie sie nur

Gemälde aufweisen.

Zweigstelle Berlin, Lehrter Str. 37, 10557 Berlin-Mitte

bis 29.10., Mi–Fr 14–19h, Sa 11–16h

www.zweigstelle-berlin.de

AUSSTELLUNGEN

AUSSTELLUNGEN


AUSSTELLUNGEN

Mona Hatoum: Untitled (stick), 2011

Silikon, Leinenkassette (4 x 91,5 x 24,5 cm),

Höhe: 87 cm, 34 Exemplare + 6 Artist’s Proofs

© Edition Block, Berlin, Foto: Uwe Walter

Christel Fetzer: SUMSUMSERUM, 2011

Holz, Latex, Spiegelfliesen, 210 x 140 x 110 cm

Michael Müller: Weltempfaenger

Foto: Mathias Schormann, Courtesy: Galerie Thomas Schulte, Berlin

Multiplizieren ist menschlich

45 Jahre Edition Block: 1966–2011

In ihrer inzwischen 45-jährigen Geschichte hat die

Edition Block stets neue Wege auf dem Feld der

multiplizierten Kunst beschritten und dabei auch

ein Stück Kunstgeschichte geschrieben. Bisher

wurden 79 Titel in Zusammenarbeit mit mehr als

80 Künstlerinnen und Künstlern herausgegeben –

insgesamt ein weitgespanntes Netzwerk, das sich mit

allen Erfahrungen aus den 60er-, 70er-, 80er- und 90er-

Jahren nun den künstlerischen Entwicklungen des 21.

Jahrhunderts widmet.

Edition Block

Heidestr. 50, 10557 Berlin-Mitte

bis 26.11., Di–Sa 11–18h

www.editionblock.de

Gastauftritt in Berlin-Mitte

Christel Fetzer & Laura d’Ors

Susanne Burmester Galerie vertritt seit 2006 aktuelle

Kunst auf der Ostseeinsel Rügen. Mit dieser Ausstellung

ist sie wieder im Showroom von „into“ in Berlin-Mitte

zu Gast. Dort präsentiert sie neue Objekte von Christel

Fetzer (Berlin) und inszenierte Fotografien von Laura

d’Ors (Pamplona/Rotterdam). Beide Künstlerinnen

arbeiten eng an der Schnittstelle von Kunst und Design

und demontieren Konventionen, um sich Freiraum

für eine neue Sicht auf die Konstanten des Alltags zu

schaffen.

SUSANNE BURMESTER GALERIE

bei intoart&furniture

Ackerstr. 165, 10115 Berlin-Mitte

Finissage: 22.10. ab 18h, bis 22.10., Di–Fr 13–19h, Sa 11–17h

www.susanneburmester.de, www.into-berlin.de

Michael Müller − Das Scheitern der Oberfläche

Der Titel der Ausstellung lässt bereits das Spiel zwischen

Einheit und Fragmentierung erkennen. Gegenstand

dieser Betrachtung ist die menschliche Sprache. In

insgesamt sechs Arbeiten erkundet der Künstler die

sprachliche Struktur und Systematik, um sie anhand von

Unregelmäßigkeiten und Widersprüchen aufzubrechen.

Müller arbeitet mit verschiedenen Gattungen wie Porträt,

Raum- oder Soundinstallation. Er thematisiert nicht nur

Entwicklung und Identität der Sprache, sondern auch

babylonische Verwirrungen oder die Suche nach dem

idealen Ausdruck.

Galerie Thomas Schulte

Charlottenstr. 24, 10117 Berlin-Mitte

bis 5.11., Di−Sa 12−18h

www.galeriethomasschulte.de

Martin Gustavsson: In No Particular Order, 2011

Installation View, Galerie Crone

Courtesy: the artist, Galerie Crone, Maria Stenfors

Foto: Marcus Schneider

Beatriz Milhazes: Gamboa Seasons, 2010, painting in four parts

Courtesy: the artist & Galerie Max Hetzler, Berlin

Thomas Scheibitz: Kino, 2011, Oil, vinyl, pigment marker on

canvas, 190 x 280 cm (unframed), MSPM TSC 17916

© Thomas Scheibitz

Courtesy: the artist and Sprüth Magers Berlin London

Martin Gustavsson – In No Particular Order

Georg Karl Pfahler – Skulpturen

In seiner Installation „In No Particular Order“ nutzt der

schwedische Künstler Martin Gustavsson das Medium

der Malerei, um einheitliche Bedeutungssysteme obsolet

werden zu lassen. 97 Bilder zeigen verschiedene Motive,

die nicht nur genre- und stilübergreifend sind, sondern je

nach Ausstellungsort neu miteinander kombiniert werden.

Zur gleichen Zeit präsentiert die Ausstellung „Skulpturen“

Farbraumobjekte von Georg Karl Pfahler (1926–2002) in

der Tradition der Hard-Edge-Malerei. Pfahler gewichtet

Farbkörper, klappt sie auf oder zieht einzelne Flächen

auseinander. So materialisiert er Malerei im Raum.

Galerie Crone

Rudi-Dutschke-Str. 26, 10969 Berlin-Kreuzberg

bis 22.10., Di–Sa 10–18h

cronegalerie.com

Beatriz Milhazes bei Max Hetzler

Beatriz Milhazes’ Malerei, in der urbane Elemente

mit denen der brasilianischen Fauna und barocker

Formensprache kombiniert werden, ist bunt und

dynamisch, da die Künstlerin ihre Inspiration in ihrem

Heimatland Brasilien findet. Durch diese Arbeitsweise

entstehen Werke, die folkloristische Elemente der

brasilianischen Kultur und zugleich den Einfluss von

Künstlern der Moderne zeigen: Für ihre Mobiles

verwendet sie Kugeln, Ketten und Blumen, die in Rio

die Paradewägen zur Karnevalszeit schmücken, ihre

Collagen bestehen aus Bonbonpapier und wirken wie

Popart-Arbeiten. Im Zentrum der Ausstellung stehen

vier Gemälde, die die vier Jahreszeiten darstellen.

Galerie Max Hetzler

Oudenarder Str. 16–20, 13347 Berlin-Wedding

bis 5.11., Di–Sa 11–18h, www.maxhetzler.com

Thomas Scheibitz – mk/Ultra

mk/Ultra ist der Name eines Projekts des US-

Geheimdienstes: die Entwicklung eines Wahrheitsserums

und einer Gedankenkontrolle. Der Titel bezieht sich

nicht auf das Verdachtsmoment, sondern auf das

Seherlebnis vor dem Werk, das dem Betrachter dessen

eigene Erfahrungen vermittelt. Die Arbeiten kombinieren

Elemente der Malerei, Collage, Skulptur und Fotografie.

Die Bildtitel geben keinen Hinweis auf den Inhalt des

Werkes, vielmehr bilden sie den sprachlichen Aspekt der

Arbeit. Scheibitz’ Kunst setzt sich mit den bildnerischen

Möglichkeiten der Abstraktion und Figürlichkeit

auseinander und scheint zugleich eine unbegreifbare,

versteckte Botschaft zu besitzen.

Sprüth Magers Berlin

Oranienburger Str. 18, 10178 Berlin-Mitte

bis 29.10., Di–Sa 11–18h, www.spruethmagers.com

AUSSTELLUNGEN


Nam June Paik: Techno Boy II, 2000, Antike Radio- und Fernsehgeräte,

antike Kameras, LCD-Monitore, 46 x 63 x 117 cm

Eva Moeller

Ann Besier

Vergessen – Handzeichnungen

Nam June Paik – Drawings and Installations

Mit der kommenden Ausstellung präsentiert die

LEE galerie BERLIN Zeichnungen des koreanischen

Videokünstlers Nam June Paik (1932–2006), die

vorwiegend aus seiner letzten Schaffensperiode von

1996 bis 2006 stammen. Ergänzt wird die Schau

durch exklusive Exponate seiner multimedialen

Installationen. Nam June Paik war einer der

einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts.

Sein facettenreiches Wirkungsspektrum erstreckte

sich vom Komponieren experimenteller Musik

über die vielfältigsten Aktivitäten im Rahmen der

Fluxus-Bewegung Mitte der 1960er-Jahre bis hin

zur „Geburtsstunde“ der Videokunst und darüber

hinaus. Im Zuge seiner Installationen manipulierter

Fernsehbilder galt Paik als einer der Pioniere dieser

neuen Kunstgattung. Auf exemplarische Weise

integrierte er die technischen Errungenschaften seiner

Zeit in seinen schöpferischen Prozess und inszenierte

z. T. komplexe Medieninstallationen, bis er sich

schließlich vollends der bildenden Kunst zuwandte.

LEE galerie BERLIN

Brunnenstr. 172, 10119 Berlin-Mitte

Opening: 30.9., 18h, 1.10.–5.11., Di–Sa 12–18h

www.leegalerieberlin.com

Reinhild Bartunek, Evelyn Bauer, Heide Bergandt, Ann Besier, Christine S.

Bloess, Carola Czempik, Inge Denker, Tamara Ebert, Christel Guhde/Inge

Denker, Doris Hinzen-Röhrig, Elisabeth Leyde, Jenny Löbert, Eva Moeller,

Almud Moog (Gast), Caroline Pinger, Karina Pospiech, Angelika Schneidervon

Maydell, Nham-hee Völkel-Song, Helga Wagner, Constanze Zorn (Gast).

Zur Eröffnung spricht Dr. Anne Meckel

Lesung mit Ulrike Prasse: Sonntag, 6.11., 16h

Das Verborgene Museum, Schlüterstr. 70, 10625 Berlin-Charlottenburg

Opening: 13.10., 19h, 14.10.–13.11., Do/Fr 15–19h, Sa/So 12–16h

030 - 313 36 56, www.dasverborgenemuseum.de

Vergessen – Ausstellung

Heide Bergandt, Ann Besier, Christine S. Bloess, Carola Czempik, Tamara

Ebert, Doris Hinzen-Röhrig, Anneliese Konrat-Stalschus, Betina Kuntzsch,

Jenny Löbert, Almud Moog (Gast), Nur Özalp, Karina Pospiech, Regina

Roskoden, Angelika Schneider-von Maydell, Birgitt ter Steege (Gast),

Nham-hee Völkel-Song, Gisela Weimann, Sabine Wild

Vernissage mit der Performance „membrana“ von Carola Czempik und

Sylvia Hinz

Lesung mit Barbara Kenneweg zur Finissage: Sonntag, 30.10., 17h

Atelierhof Kreuzberg, Schleiermacherstr. 31–37, 10961 Berlin-Kreuzberg

Opening: 21.10., 19h, 22.–30.10., tgl. 14–18h

030 - 61 20 93 07, www.atelierhof-kreuzberg.de

Verantwortlich: GEDOK Berlin, 030 - 441 39 05

info@GEDOK-berlin.de, www.GEDOK-berlin.de

Georg Winter mit Produkten von Ukiyo Camera Systems

© Georg Winter, Foto: Nic Tenwiggenhorn

Fabián Marcaccio: Hero-Paintant, 2009, Pigmentierte Tinte auf

Leinwand, Aluminium, Silikon, Alkydfarbe, 213 x 91 x 71 cm

Courtesy: Galerie Thomas Schulte, Berlin

J. MAYER H.: Rapport 1538 Matrix

© J. MAYER H., Fotograf: Ludger Paffrath, Berlin

Georg Winter – Heftiger Niederschlag, knapp daneben

Der Bildhauer, Medien- und Performancekünstler Georg

Winter überrascht ab Oktober die Besucher des Ernst

Barlach Hauses mit einem unbemannten Flugobjekt

im Innenhof des Museums. Das Szenario erscheint wie

ein unkontrollierter Absturz durch das Glasdach und

damit durch den Schutz der Institution. Mit seinen

ortsbezogenen Kunstwerken hinterfragt Winter immer

wieder die menschliche Wahrnehmung. Kunst wird ins

Leben integriert und geht über die musealen Grenzen

hinaus. So wird Winters Flugobjekt zur Eröffnung von

der Freiwilligen Feuerwehr Nienstedt auf Gefahren hin

untersucht und gesichert.

Ernst Barlach Haus

Stiftung Hermann F. Reemtsma, Jenischpark

Baron-Voght-Str. 50a, 22609 Hamburg

9.10.–8.1.12, Di–So 11–18h, www.barlach-haus.de

Fabián Marcaccio. The Structural Canvas Paintants

Bernhard-Heiliger-Preis für Skulptur 2011

Fabián Marcaccio (*1963, Rosario de Santa Fe,

Argentinien) lebt und arbeitet seit mehr als 20 Jahren in

New York. Seit den frühen 1990er-Jahren beschäftigt er

sich mit der Erweiterung des klassischen Gemäldebegriffs.

In seinen „Paintants“ – eine Wortneuschöpfung aus

den Begriffen „painting“ und „mutant“ – verschmelzen

die Konzepte des Gemäldes, der Skulptur und der

Objektkunst. Die immer stärker werdende plastische

Tendenz seiner Werke verdichtete sich in jüngster Zeit zu

figürlichen Tableaus, den „Structural Canvas Paintants“,

die gesellschaftliche und politische Themen aufnehmen.

Georg-Kolbe-Museum

Sensburger Allee 25, 14055 Berlin-Wilmersdorf

bis 20.11., Di–So 10–18h

www.georg-kolbe-museum.de

J. MAYER H.: Rapport.

Experimentelle Raumstrukturen

Jürgen Mayer H., Begründer des Berliner Architekturbüros

J. MAYER H., wurde mit innovativen Gebäuden,

Objekten und Rauminterventionen im Spannungsfeld

von zweckgebundenem Entwurf und freier dynamischer

Form international bekannt. Für die Berlinische Galerie

hat J. MAYER H. eine begehbare, sich über Wände und

Boden erstreckende Installation aus schwarz-grauem

Datensicherungsmuster entwickelt. Stark vergrößert und

leicht flimmernd breitet sich das Muster ungleichmäßig

über den ganzen Raum aus und verwandelt den

White Cube in ein irritierendes Szenario aus in- und

auseinanderfließenden Formen und Strukturen.

Berlinische Galerie, Alte Jakobstr. 124–128, 10969 Berlin-Mitte

bis 9.4.12., Mi–Mo 10–18h, Eintritt: 8 €, erm. 5 €

www.berlinischegalerie.de

AUSSTELLUNGEN AUSSTELLUNGEN


Edvard Munch: Mädchen und drei Männerköpfe, um 1898

Öl auf Leinwand, 100 x 90 cm, Kunsthalle Bremen –

Der Kunstverein in Bremen, Foto: Karen Blindow

© The Munch Museum / The Munch Ellingsen Group

0 AUSSTELLUNGEN

Silberpfeil (Argyropelecus affinis) Tiefseefisch

© IFM-GEOMAR/Solvin Zankl

Andreas Eriksson: untitled, 2011, Öl auf Leinwand

82 x 64 cm, Courtesy: Sommer & Kohl, Berlin

Edvard Munch – Das Rätsel hinter der Leinwand

Die Kunsthalle Bremen präsentiert Arbeiten des norwegischen

Künstlers Edvard Munch, wobei im Zentrum der

Ausstellung das 2005 neu entdeckte Gemälde „Mädchen

und drei Männerköpfe“ steht. Darüber hinaus zeigt die

Ausstellung wertvolle Drucke, Zeichnungen und Malereien,

die u. a. vom Munch Museum in Oslo und dem

Kunstmuseum Bergen zur Verfügung gestellt wurden.

Die Ausstellung ermöglicht eine Analyse der verwendeten

Symbolik und der Ausdrucksfiguren in Zusammenhang

mit anderen Arbeiten des Künstlers.

Kunsthalle Bremen

Am Wall 207, 28195 Bremen

15.10.11–26.2.12, Di 10–21h, Mi–So bis 18h

www.kunsthalle-bremen.de

Wunder – Kunst, Wissenschaft und Religion

vom 4. Jahrhundert bis zur Gegenwart

„Wunder“ ist eine interdisziplinäre Ausstellung über

die Grenzen abendländischer Rationalität. Werke der

Gegenwartskunst umkreisend, beschäftigt sie sich mit

dem, was in unserer Welt aus dem Rahmen fällt. Die

in Kooperation mit der Siemens-Stiftung getragene

Ausstellung zeigt u. a. Werke von Francis Alÿs, Kader

Attia, Joseph Beuys, Martin Kippenberger & Albert

Oehlen, Katharina Sieverding und James Turell sowie eine

Vielzahl an wissenschaftlichen und kulturhistorischen

Exponaten wie Geisterhände, Seligsprechungsakte,

Zauberstäbe, Wunderstoffe und Goethes Zauberkasten.

Deichtorhallen Hamburg

Deichtorstr. 1–2, 20095 Hamburg

bis 5.2.12, Di–So 11–18h, 1. Do im Monat 11–21h

Eintritt: 9 €, erm. 6 €, bis 18 Jahre frei, www.deichtorhallen.de

Inbetweens – Andreas Eriksson

Der Begriff „Inbetweens“ stammt aus dem Bereich des

Animationsfilms und bezeichnet jene Bilder, die zwischen

die Zeichnungen eingeschoben werden, um die Illusion

von Bewegung zu erzeugen. In Erikssons Werk lässt sich

eine Analogie zu diesen Zwischenstadien erkennen: Seine

Arbeiten zeigen den Alltag des Künstlers, unscheinbare

Banalitäten wie z. B. den Blick in den Rückspiegel seines

Autos, das er zuvor von Schnee und Eis befreien musste.

Für die Ausstellung „Inbetweens“ malte Eriksson mit

Lösungsmittel auf Styroporplatten, um so reliefartige

Schneelandschaften entstehen zu lassen.

Sommer & Kohl

Kurfürstenstr. 13, 10785 Berlin-Schöneberg

bis 29.10., Mi–Sa 11–18h

www.sommerkohl.com

Martin Dammann: Waldbad 1, 2011, Aquarell auf Papier

163 x 238 cm, Courtesy: the artist and Galerie Barbara Thumm

Joan Mitchell: untitled, 1962

Öl auf Leinwand, 113,7 x 146 cm

Claus Brunsmann: Ray´s Light, 2011

91 x 120 cm, Liquitex auf Leinwand

Martin Dammann: gegen über

Kriegsfotografien dienen Martin Dammann als Vorlage

für sanfte Aquarellbilder. Für seine Werke recherchiert

der Künstler in anonymen Archiven nach Aufnahmen aus

den Weltkriegen. Diese reproduziert er und überführt sie

in ein anderes Medium. Von dieser Arbeitsweise weichen

die in der Ausstellung gezeigten Bilder mit Alltagsszenen

ab. Trotzdem wirken die Bilder auf den Betrachter

unbehaglich: die Gesichter der abgebildeten Personen sind

durch abstrakte Farbschleier verstellt. In einem direkten

„gegen über“ von Bild und Betrachter erzeugt der Künstler

eine intime Situation, die den Betrachter mit dem Werk

konfrontiert und ins Zentrum des Geschehens rückt.

Galerie Barbara Thumm

Markgrafenstr. 68, 10969 Berlin-Kreuzberg

bis 29.10., Do–Sa 12–21h, So bis 19h

www.bthumm.de

Amerika – Bluhm, Kline, Mitchell, Motherwell

Europa – Dubuffet, Götz, Tàpies, Thomkins

In der Ausstellung „Amerika – Europa“ werden die

amerikanischen Künstler Norman Bluhm, Franz Kline,

Joan Mitchell und Robert Motherwell mit bedeutenden

Werken der 50er- und frühen 60er-Jahre europäischen

Positionen aus dieser Zeit von Jean Dubuffet, K.O. Götz,

Antoni Tàpies und André Thomkins gegenübergestellt.

Kunsthandel Wolfgang Werner

Fasanenstr. 72, 10719 Berlin-Charlottenburg

bis 12.11., Mo–Fr 11–18h, Sa 11–15h

www.kunsthandel-werner.de

Claus Brunsmann

Wenn Malerei historisch betrachtet ein kulturelles

Werkzeug des Erinnerns ist, treffen sich auf den Gemälden

von Claus Brunsmann die verschiedensten Ebenen dieses

subjektiven Bewusstseins, das wir Wirklichkeit nennen.

In seinen Bildern entsteht ein feines Vibrieren von

Bedeutung, das im physikalischen Sinne dem Licht und

seiner Wirkung entspricht.

Petra Rietz Salon Galerie

Koppenplatz 11a, 10115 Berlin-Mitte

Opening: 14.10., 19.30h, 15.10.–17.12., Mi–Sa 14–18h

and by appt., 0172 - 649 15 99

www.petrarietz.com

AUSSTELLUNGEN


Foto: Nihon no kindaikatsuji, NPO Gesellschaft zur Bewahrung der

Kultur moderner Druckerzeugnisse, 2004, Design: Mitsuo Katsui

Dan Peterman: Plastic Bones, 2011, post-consumer reprocessed

plastic, 76 bags, 40 lbs each,

summer 2011 production, dimensions variable (installation view)

Courtesy: Klosterfelde and the artist. Foto: Nick Ash

Kathrin Sonntag: Mühsam ernährt sich das Einhorn, 2011

Diaserie, mehrteilig, Maße variabel

AUSSTELLUNGEN

Japanisches Buchdesign der Gegenwart

Seitdem die ersten Buchdrucke im 8. Jahrhundert

entstanden, spielt Japan eine wichtige Rolle in der

Gestaltung von Büchern. Der Präsentation neuer und

innovativer japanischer Buchdesigns widmet sich die

Ausstellung, eine Kooperation mit dem Museum für

Druckkunst Leipzig und dem Printing Museum Tokyo.

Gezeigt werden Publikationen jeglicher Themenbereiche.

Die Ausstellung bietet dabei einen Einblick in Typografie,

Illustration und Technik und verdeutlicht, dass sich

trotz der westlichen Einflüsse Japans Buchdruck seiner

Wurzeln bewusst ist und ein eigenständiges Profil

bewahrt hat.

Japanisches Kulturinstitut Köln

Universitätsstr. 98, 50674 Köln

bis 19.11., Mo–Fr 9–13 und 14–17h, Sa 10–17h

www.jki.de

Dan Peterman – La Plage (Plastic Bones)

Dan Peterman hat für die Galerie Klosterfelde

eine ortsspezifische Installation geschaffen, deren

Grundelemente handtellergroße Plastikeinheiten sind, die

einander ähneln, sich jedoch auf subtile Weise in Form und

Farbe voneinander unterscheiden. Die Plastikeinheiten

offenbaren bei näherer Betrachtung die Zufälligkeit, mit

der sie gesammelt, granuliert, geschmolzen, gepresst und

zu neuen Verbundstoffen geformt wurden. Sie finden

sich in der Galerie in verschiedenen Konstellationen

wieder: wie ein Maschenwerk aus Pflastersteinen

überziehen sie den Boden der Galerie oder türmen sich

zu architektonischen Gebilden auf.

Galerie Klosterfelde

Potsdamer Str. 93, 10785 Berlin-Tiergarten

bis 22.10., Di–Sa, 11–18h

www.klosterfelde.de

Kathrin Sonntag – Mühsam ernährt sich das Einhorn

Kathrin Sonntag verarbeitet Alltagsgegenstände zu

Objekten, Fotografien, Collagen, Filmen, Diaserien und

Installationen. In ihren Arbeiten wiederholen sich die

Dinge für gewöhnlich: Ein gedeckter Tisch dient als

Installation und ist zugleich Kulisse für eine Videoarbeit.

Durch das Spiel mit Realität, Fiktion und der Kombination

verschiedener Gegenstände wird dem Betrachter eine

neue Art der Wahrnehmung möglich: Was ihm zunächst

vertraut vorkommt, wird beim zweiten Hinsehen als

fremd erkannt. Dieser Moment ist für die Künstlerin der

Ausgangspunkt ihrer Werke, die natürliche Sehmuster

infrage stellen.

Der Kunstverein, seit 1817

Klosterwall 23, 20095 Hamburg

1.10.–30.12., Di–So 12–18h

www.kunstverein.de

Anna Lea Hucht: untitled (Vase 8), 2009, ceramic

36 x 25 x 25 cm © Anna Lea Hucht, 2011

David Buckingham: NYC Subway Token

2011, geschweißtes, gefundenes Metall

91,4 x 91,4 x 7,6 cm

G.A.S: Keine ZEIT, Grafik

MovingSQuare:

Assoziationsgraph Keine ZEIT

Rita Rohlfing: Die Welle, 2008

Lackfarben auf Edelstahl, 50 x 133 x 60 cm

© Rita Rohlfing

Anna Lea Hucht

Anna Lea Hucht, 2011 Preisträgerin des von der Stiftung Kunstfonds

vergebenen HAP-Grieshaber-Preises der VG Bild-Kunst, gewährt mit ihren

komplex konstruierten und minutiös durchgearbeiteten Zeichnungen

Einblicke in eine Welt, die sich im Spannungsfeld zwischen realistischer

Wahrnehmung und surrealem Empfinden bewegt. Im Projektraum wird

eine Auswahl ihrer „Stillleben“ und keramischen Vasen gezeigt.

Deutscher Künstlerbund – Projektraum, Rosenthaler Str. 11, 10119 Berlin-Mitte

bis 28.10., Di–Fr 14–18h u. n. V.

www.deutscher-kuenstlerbund.de

David Buckingham: Hung Like Elvis

Buckinghams Skulpturen reflektieren Elemente der amerikanischen

Popkultur aus der Nachkriegszeit und des geteilten Deutschlands. Inspiriert

von Geschichten jugendlicher Rebellion bricht er die etablierte Norm des

Geschmacks mit absichtlich vulgären und kitschigen Formen des Ausdrucks.

Buckingham verbindet Ikonen amerikanischer Kultur mit feinsinnigem

Humor, Ironie und Sarkasmus.

Kit Schulte Contemporary Art (ehemalig Cain Schulte)

Winterfeldtstr. 35, 10781 Berlin-Schöneberg

bis 15.10., Mi–Fr 12–19h, www.kitschulte.de

Keine Z e i t. Zeitphänomene. Phänomene der Zeit.

51 Positionen aus Wissenschaft und Kunst kreisen um das Phänomen „Keine

Zeit“. Zwischen Subjektivem und Messbarem, individuell Erlebbarem

und allgemein Gültigem fächert das Spektrum der Ausstellung das

Thema multimedial auf. Das vierte internationale themenspezifische und

spartenübergreifende Ausstellungsprojekt der G.A.S-station.

G.A.S-station, Tempelherrenstr. 22, 10961 Berlin-Kreuzberg

Opening: 7.10., 19h, 8.10.11–4.2.12, Di–Fr 14–19h, Sa 14–17h

Veranstaltungstag: 22.10., www.2gas-station.net

MovingSQuare für Kunst und Kultur

Anlässlich des Ausstellungsprojektes „Keine Zeit“ hat Synoptic-Systems für

die G.A.S-station eine mobile Webapplikation entwickelt. Die 51 Werke

der Ausstellung aus Kunst und Wissenschaft wurden in einem kreativen

Assoziationsgraphen erfasst, um die inhaltlichen Bezüge zueinander

aufzuzeigen. Ein neuer Beitrag zur Kunstvermittlung. Vorgestellt wird das

Projekt am Eröffnungsabend.

G.A.S-station, Tempelherrenstr. 22, 10961 Berlin-Kreuzberg

Opening: 7.10., 19h, Rundgang: 17h, Performance: Udo R. Bruening,

20.30h, Di–Fr 14–19h, Sa 14–17h, www.2gas-station.net

Rita Rohlfing

Die geometrisch minimalistischen Farbräume und Skulpturen von Rita

Rohlfing wirken trotz der konstruktiven Klarheit und objekthaften

Materialität schwebend, immateriell und geheimnisvoll. Die Werke der in

Köln lebenden Künstlerin erwecken in ihrer Kombination aus Aluminium,

Plexiglas und durchscheinenden Farbtönen räumliche und farbliche

Illusionen.

Galerie Funke, Willibald-Alexis-Str. 14, 10965 Berlin-Kreuzberg

Opening: 15.10., 19h, 16.10.–19.11., Mi–Fr 13–18h, Sa 12–15h

www.galeriefunke.de

AUSSTELLUNGEN


Hoda Tawakol: Warrior #1, 2011

synthetisches Haar, Spandex, Metall, Leder, 105 x 65 x 25 cm

Jan Jansen: Disco, 2010, Tusche auf Papier, 30 x 21 cm

Hicham Fahmy: Grupo Luciano 1. Akt (Ausschnitt), 2011

Acryl, Spachtelmasse, Lack auf Kunstgewebe (Monotypie)

Katrin Hosterbach: Blümchen…? I (Ausschnitt), 2011

Aquarell und Acryl auf Papier

AUSSTELLUNGEN

Membrane – Hoda Tawakol

Die Produzentengalerie Hamburg zeigt in Kooperation mit

der Galerie Sfeir-Semler neue Werke von Hoda Tawakol.

In der Ausstellung setzt sich die ägyptische Künstlerin

auf subtile Weise mit spannungsgeladenen Gegensätzen

wie Verschleierung und Enthüllung oder Fragilität und

Brutalität auseinander. Die verwendeten Materialien

vermitteln Polaritäten im Rahmen einer orientalischen

Thematik in Skulpturen und Stoffarbeiten.

Produzentengalerie Hamburg

Admiralitätstr. 71, 20459 Hamburg

bis 21.10., Di–Fr 11–14 und 15–18h, Sa 11–15h

www.produzentengalerie.com

Ateliereinblicke 2011 – Jan Jansen

Der Maler und Zeichner Jan Jansen ist Gast der EnBW-

Ausstellungsserie „Ateliereinblicke 2011“. Jansen

konfrontiert den Betrachter mit Zeichnungen in Bleistift,

Tusche und Filzstift sowie mit starkfarbiger Malerei. Durch

genaue Beobachtung gibt er v. a. in seinen Zeichnungen

mit sparsamen Details Menschen in Alltagssituationen

wieder. Der junge Künstler arbeitet überwiegend in

Serien und setzt sich in Strandbildern, Stadtszenen und

Disco-Impressionen mit Menschen, Körpern, Situationen

und Stimmungen auseinander. Immer wieder scheint

sein hintergründiger Humor hervor, der dem Betrachter

gleichwohl die Deutung des Gesehenen überlässt.

EnBW Showroom Berlin

Schiffbauerdamm 1, 10117 Berlin-Mitte

Opening: 5.10., 19h, 6.10.–31.12., Mo–Fr 11–19h,

Sa 11–16h, Eintritt frei, www.enbw.com

Vögel in Farbe. Farbe im Raum

Hicham Fahmy und Katrin Hosterbach

In dieser Doppelausstellung begegnen wir zwei

Künstlern, die an die positive Wirkung der Farbe und die

Kraft des Humors glauben. Die endlosen Überlagerungen

von zarten, vibrierenden und transparenten Farbnuancen

von Katrin Hosterbach und die Inszenierungen von

Hicham Fahmy mit den aus Erinnerung und Erfindung

entstandenen Vogeltypen entführen uns in eine

Traumwelt – friedlich und fröhlich.

ROOT am Savignyplatz, Galerie für Malerei

Carmerstr. 11, 10623 Berlin-Charlottenburg

Opening: 13.10., 19h, 14.10.–6.11.

Di–Sa 14–19h, So 12–17h, Finissage: 6.11., 12–17h

www.root-galerie.de

Sven Wiebers: Blüten (Detail), 2011

Acryl auf Baumwolle, 80 x 200 cm

Marek Benczewski: im Traum weiß ich, was zu tun ist, 2010

Tusche, Bleistift, Acryl auf Fabriano-Papier, 60 x 80 cm

Felix Mertikat: aus dem Buch „Jakob“, Cross Cult

2010, Bleistift und Aquarell

Courtesy: Galerie IDA ILLUSTER, Repro: Bernd Borchardt

unterwegs – Malerei von Sven Wiebers

Wiebers Gemälde sind Fenster zu einer Bildwelt:

Unser Auge vervollständigt das, was wir in unserem

Erfahrungsschatz bereithalten und erkennen. Es sind

keine chiffrierten Botschaften, die Wiebers virtuos

und minutiös malt, es sind Panoramen, Filmstreifen,

Augenblicke, Ausschnitte. Sven Wiebers’ Impetus

ist es, den Naturalismus des urbanen Lebens und

die Natürlichkeit der Landschaft auf seine Weise zu

interpretieren, aber nicht neu zu erfinden. Anhand

seiner Detailtreue lässt sich die Lust des Vollblutmalers

erkennen, mit der er uns seine und zugleich unsere Welt

näher bringen will.

Galerie ICON Berlin

Veteranenstr. 22, 10119 Berlin-Mitte

Opening: 21.10., 19h, 22.10.–3.12., Mi–Fr 14–19h, Sa 13–18h

www.galerie-icon.de

Marek Benczewski – unbekannt in uns

Die Handzeichnungen von Marek Benczewski leben

von den Bildern der Gegenwart, die, auf das Papier

transformiert, mal in einen poetischen, mal in einen

grotesken Kontext gesetzt, zu gezeichneten Metaphern

des Gesehenen werden. Es ist ein Bildertransfer in eine

Erzählung, die sich selbst illustriert.

Galerie ICON Berlin

Veteranenstr. 22, 10119 Berlin-Mitte

bis 14.10., Mi–Fr 14–19h, Sa 14–18h u. n. V.

www.galerie-icon.de.

Eröffnung der Galerie IDA ILLUSTER

mit „Rabenkind“ von Felix Mertikat

Die Berliner Galerie IDA ILLUSTER eröffnet mit der

Ausstellung „Rabenkind“ mit Original-Zeichnungen

von Felix Mertikat aus dem Buch „Jakob“. Mertikat

(*1983, Esslingen) studierte an der Filmakademie

Baden-Württemberg Animation und spezialisierte sich

auf Storyboarding und Characterdesign. Er folgt seinem

Drang, mit Stift und Papier eigene Welten zu erschaffen

und gezeichnete Figuren lebendig werden zu lassen.

Mertikats Zeichnungen, eine Kombination aus Bleistift und

Aquarell, ermöglichen durch ihre Farbigkeit, Surrealität

und stilistische Vielfältigkeit Szenen großer Intensität.

IDA ILLUSTER, Sophienstr. 32, 10178 Berlin-Mitte

Opening: 29.9., 19h, 30.9.–25.11., Mi/Sa 11–18h, Do/Fr

12–20h u. n. V., Künstlergespräch mit Felix Mertikat: 4.11.,

20h, www.idalilluster.net

AUSSTELLUNGEN


Jay Mark Johnson: El anarquista y el tren (bearbeitetes Detail)

2008, Fotografie, 90 x 459 cm

Natacha Lesueur: o. T., 1998, Farbfotografie, 80 x 80 cm

AUSSTELLUNGEN

Auguste Herbin: Sitzende mit Mandoline, 1930

Öl auf Leinwand, 163 x 114 cm

Jay Mark Johnson – El Anarquista y el Automóvil

Die großformatigen horizontalen Zeitfotografien des

amerikanischen Künstlers Jay Mark Johnson (*1955)

kommen rein fotografisch zustande, schaffen aber

paradoxerweise eine völlig illusorische Bildwelt.

Johnsons modifizierte Kamera nimmt über einen

bestimmten Zeitraum immer wieder denselben schmalen

vertikalen Streifen auf und fügt diese Aufnahmen zu

einem lückenlos von links nach rechts fließenden Bild

zusammen. In seiner hybriden Verbindung räumlicher

und zeitlicher Dimensionen treibt Johnson ein inhaltlich

oft humorvolles Spiel mit den resultierenden räumlichen

Illusionen, das von Verzerrungen, Umkehrungen und

Paradoxien geprägt ist.

Galerie Deschler, Auguststr. 61, 10117 Berlin-Mitte

bis 19.11., Di–Fr 11–18h, Sa 12–18h

www.deschler-berlin.de

My Paris – Collection Antoine de Galbert

Antoine de Galbert sammelt seit 1987 zeitgenössische

Kunst mit einer bewussten Entscheidung gegen den

Mainstream. Volkskunst, „art brut“ und religiöse Objekte

ergänzen seine Sammlung zeitgenössischer Werke.

Die Ausstellung zeigt Werke von in Frankreich lebenden

und arbeitenden Künstlern, u. a. von Julien Berthier,

Céleste Boursier-Mougenot, Claire Fontaine, Damien

Deroubaix, Mathieu Pernot und Stéphane Thidet.

me Collectors Room Berlin, Stiftung Olbricht

Auguststr. 68, 10117 Berlin-Mitte

1.10.11–8.1.12, Di–So 12–18h

www.me-berlin.com

Sounds and Silence – Sammlung hackordnung # 3

Dass Musik sich ihren Weg in die Kunst bahnen und

dort auf unterschiedliche Weise zum Ausdruck kommen

kann, beweist die aktuelle Ausstellung im Wilhelm-Hack-

Museum in Ludwigshafen. Neben figürlichen Motiven

eines Max Beckmann oder Auguste Herbin zeigt die

Sammlung abstrakte Werke von Künstlern wie August

Macke oder Piet Mondrian, die Akkorde und Rhythmen

als Stimmung und Empfindung vermitteln. Das Moment

der Stille findet sich in Arbeiten von Günther Uecker und

Piero Dorazio wieder. Happenings, künstlerisch gestaltete

Plattencover und ein musikalisches Begleitprogramm

runden die Sammlungspräsentation ab.

Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen

Berliner Str. 23, 67059 Ludwigshafen

Opening 30.9., 19h, 1.10.–9.9.12, Di–Fr 11–18h,

Do bis 20h, Sa/So 10–18h, www.wilhelmhack.museum

Simon Norfolk: Internetcafé, Herat, 2010–11

Relief des Königs Amanakhareqerema

Sandstein, aus dem Tempel 200, 1. Jh. n. Chr.

Foto: © Naga-Projekt Berlin

Brigitte Kowanz: Dedicated, 2007

Thomas Hillig: o. T., 2011

Lightjet-Print, 100 x 150 cm

Louise Crawford + Stéphan Guéneau:

14 Juillet Bastille Dans Atelier, 2011

© Crawford-Guéneau

Burke und Norfolk: Fotografien aus dem Krieg in Afghanistan

Im Rahmen einer Art „artistic collaboration“ über zwei Jahrhunderte

hinweg reiste der britische Fotograf Simon Norfolk (*1963) 2010/11 nach

Afghanistan, um dort den Motiven von John Burke (~1846–1900), irischer

Pionier der Kriegsfotografie, nachzuspüren. Die Gegenüberstellung von

Burkes Aufnahmen aus dem zweiten Anglo-Afghanischen Krieg (1878–80)

mit denen Norfolks zeigt die bedrückende Kontinuität des Krieges.

Moeller Fine Art, Tempelhofer Ufer 11, 10963 Berlin-Kreuzberg

bis 12.11., Di–Sa 11–18h and by appt.

030 - 25 29 40 83, www.moellerfineart.com

Königsstadt Naga – Grabungen in der Wüste des Sudan

15 Jahre lang hat ein Team des Ägyptischen Museums Berlin in der Wüste

des Sudan gegraben und restauriert. In den Tempelruinen von Naga,

einer 2000 Jahre alten Königsstadt des Reiches von Meroë, fanden die

Archäologen zahlreiche teils monumentale Königs- und Götterstatuen,

Löwen- und Widderskulpturen, Reliefs und Stelen. Rund 130 Leihgaben

der Republik Sudan werden in der Ausstellung gezeigt.

Kunstforum der Berliner Volksbank

Budapester Str. 35, 10787 Berlin-Mitte

bis 18.12., tgl. 10–18h, www.kunstforum-berlinr-volksbank.de

Lichtkunst und Malerei im Museum Ritter

Die Lichtkünstlerin Brigitte Kowanz präsentiert in der Ausstellung „Think

outside the box“ eine Auswahl ihrer aktuellen Werke. Seit vielen Jahren

spürt sie der immateriellen Erscheinung des Lichts nach und verleiht

ihm künstlerisch Gestalt. Parallel dazu gibt die Werkschau „Unterwegs

im Kosmos“ Einblick in das Schaffen der Malerin Rita Ernst. Grundrisse

markanter Gebäude dienen ihr als Inspirationsquelle für ihre Malerei.

Museum Ritter, Sammlung Marli Hoppe-Ritter

Alfred-Ritter-Str. 27, 71111 Waldenbuch

Opening: 8.10., 17h, 9.10.11–15.4.12, Di–So 11–18h, www.museum-ritter.de

Thomas Hillig – Un-geplant

Hillig zeigt eine raumgreifende Klanginstallation und eine Fotoserie von

Baustellen und Häusern im Prozess der Veränderung. Seine Affinität zur

Architektur und seine außergewöhnliche Beobachtungsgabe gewähren

ungewohnte, irritierende und ästhetische Einblicke. Das rein Funktionale

und Temporäre der Orte wird im Innehalten zum Erlebnis, das „Ungeplante“

in seiner Klarheit und Härte als bewusster Moment erfahrbar.

dorisberlin, Nollendorfstr. 15, 10777 Berlin-Schöneberg

Opening: 14.10., 18h, 15.10.–26.11., Di–Fr 15–19h, Sa 11–16h and by appt.

030 - 97 86 83 24, www.dorisberlin.com

Louise Crawford + Stéphan Guéneau: Language For Sale

Die Pariser Künstler verhelfen abgelegten Stadtzeichen und alter

Neonbeleuchtung zu neuer Form. Buchstaben werden im Geiste von Fluxus,

Dada und Konkreter Poesie arrangiert und ihre Bedeutung infrage gestellt.

Es herrscht Sprachverwirrung. Die Installation lässt dem Betrachter im

Sinne der Serendipität Raum für eigene Erinnerungen und Entdeckungen.

A trans Pavilion, Hackesche Höfe III, Rosenthalerstr. 40/41, 10178 Berlin-Mitte

bis 6.11., Fr 14–19h and by appt.

www.atrans.org

AUSSTELLUNGEN


Nora Schattauer: Gepresste Blasen, 2011, Fotografie

36,5 x 27 cm © Nora Schattauer

AUSSTELLUNGEN

Marion Eichmann: Kühlschrank

Roger Gustafsson: Hommage à Christo, Foto: Jussi Tiainen

Nora Schattauer – Optische Mitte

Die Kölner Künstlerin Nora Schattauer (*1952) hat den

Dialog mit dem fotografischen Werk von Alfred Ehrhardt

seit jeher implizit geführt. Dabei gilt ihr Augenmerk dem

Kräftefluss von Naturkonstruktionen, den osmotischen

Bewegungen im Mikrobereich, dem Fließenden.

Schattauers Blindzeichnungen auf Kohlepapier wurden

durch Ehrhardts bekannteste Bildserie „Das Watt“

– abstrakte Aufnahmen von Sandstrukturen – inspiriert.

Gezeigt werden außerdem Fotogramme und Fotografien,

bei denen mit der Pipette aufgetragene Salzlösungen

chemisch miteinander reagieren, sowie eine Auswahl

exklusiver Künstlerbücher.

Alfred Ehrhardt Stiftung, Auguststr. 75, 10117 Berlin-Mitte

Opening: 7.10., 19h, die Künstlerin ist anwesend

8.10.–23.12., Di–So 11–18h, Do bis 21h, Eintritt frei

www.alfred-ehrhardt-stiftung.de

Deutsche Wohnen AG – GEHAG Forum

Marion Eichmann verbindet Malerei und Collage mit

dem Skulpturalen. Alltagsgegenstände wie Milchtüten,

Kühlschrank, Tisch und TV-Apparat werden im Format

1:1 mit Papier nachgebaut.

Christin Lutzes Gemälde und Aquarelle von Landschaft,

Stadt und Interieurs muten surreal verspielt an. Sie nutzt

die Sujets als vorgegebene Anordnung geometrischer

Felder, die mit intensiven Farben gefüllt werden.

Hermann Spörel hat über die Jahre seine Eindrücke von

Berlin im Wandel der Zeit mit großformatigen Gemälden,

Pastellzeichnungen und Lithografien festgehalten.

Deutsche Wohnen AG – GEHAG Forum

Mecklenburgische Str. 57, 14197 Berlin

6.10.–30.11., Mo–Fr 9–19h

www.deutsche-wohnen.com

Hommage à … Muminskulpturen von Roger Gustafsson

Seit 1945 begeistern die Mumin-Bücher der finnischen

Autorin Tove Jansson Kinder in der ganzen Welt. Dies

nahm der Fotograf Roger Gustafsson zum Anlass, um

ihnen die moderne Kunst näherzubringen: In Anlehnung

an Werke von Joseph Beuys, Damien Hirst und anderen

schuf er eine Vielzahl an Muminskulpturen. Diese

eigentlich ungeplante Sammlung ist eine Hommage an

jene Künstler, die die moderne Kunstgeschichte und die

persönliche Geschichte von Roger Gustafsson geprägt

haben. Begleitet wird die Ausstellung von Workshops für

Kinder und Erwachsene.

Finnland Institut Berlin

Georgenstr. 24, 10117 Berlin-Mitte

29.9.–10.11., Mo 10–17h, Di–Do 11–19h, Fr 9–15h

Workshops: 18.10., 10h (Kinder), 18.10., 19h (Erwachsene)

www.finnland-institut.de

Matteo Giuntini: I want a golden 500

2011, mixed media, 123 x 118 cm

Ursula Döbereiner, Dirk Krecker: o.T., 2011

Fine Liner und Marker auf Papier (Detail)

Emel Geris: Stein im Schuh, 2010–11

Acryl auf Leinwand, 185 x 185 cm

Ryu Min Ja: Richness, 2011

Acrylic on canvas © die Künstlerin

Alexander Voitsehovsky: My Never-Ending

Friend, 2004, Ölpastell auf Papier, 37 x 25 cm

Matteo Giuntini – Life goes on

An exhibition expressing joy and color. Matteo Giuntini works with a well

developed technique mixing several different materials such as air brush in

oil and acrylic, a sort of gumming, fluorescent colors and stirring effects for

instance with tape and various canvas material. His first big impact on the

art scene was at Art Basel 6 years ago.

De freo gallery, Auguststr. 85, 10117 Berlin-Mitte

Opening: 28.10., 19h, 29.10.–12.11., Di–Fr 13–18h, Sa 12–17h

030 - 54 81 36 17, www.defreogallery.com

Kettenreaktion

Aus der Sicht zeitgenössischer Künstler untersuchen Ursula Döbereiner,

Dirk Krecker und DAG unter Beteiligung von Hannu Prinz, Katharina

Schmidt und Étienne Cliquet die Möglichkeiten gemeinschaftlichen

Handelns. Aus dem von ihnen entwickelten Netzwerk heraus entstanden

Zeichnungen, die, vielfach bearbeitet und geremixt, eine Grenzoperation

der Autorenschaft sowie der Positionsverhandlung widerspiegeln.

Galerie | Kunsthaus Erfurt, Michaelisstr. 34, 99084 Erfurt

Opening: 14.10., 20h, 18.10.–18.11., Di–Fr 12–18h

www.kunsthaus-erfurt.de

„Herein, Herein“ – Malerei von Emel Geris und Miran Kim

Geris und Kim konfrontieren im kulturellen Dialog Naturanschauung mit

innerer Weltsicht. Kim entwickelt traditionelle Bildmotive mittels neuer

Maltechniken, während Geris allegorische Reisen durch Landschaften

darstellt, die jenseits der gewohnten Sichtweisen liegen und neue

Perspektiven in geistige Welten anregen.

Michaela Helfrich Galerie, Alte Kindl-Brauerei Neukölln

Werbellinstr. 50, 12053 Berlin-Neukölln

Opening: 8.10., 19h, Di–Fr 17–20h, Sa 14–20h, So 15–18h and by appt.

Finissage: 29.10., 14–20h, 0174 - 872 99 45, www.michaelahelfrich-galerie.de

changeexchange – Korea trifft Berlin

Der Künstlerverein Yang Pyeong und der Verein Berliner Künstler

präsentieren gemeinsam unter dem Thema „Teilung und Verbindung“ ihre

Werke. An zwei Orten in Berlin stellen 20 Berliner KünstlerInnen und 17

koreanische KünstlerInnen ihre aktuellen Positionen einander gegenüber.

Galerie VBK, Schöneberger Ufer 57, 10785 Berlin-Tiergarten

bis 9.10., Di–Fr 15–19h, Sa/So 14–18h, www.vbk-art.de

Koreanisches Kulturzentrum, Leipziger Platz 3, 10117 Berlin-Mitte

bis 10.10., Mo–Fr 9–17h, Sa 10–15h, www.kulturkorea.de

Alexander Voitsehovsky – My Never-Ending Friend

Alexander Voitsehovsky (*1964 in Moskau) verdichtet in seinen Bildern

reduzierte, fast skizzenartige Zeichnungen zu Szenen von großer erzählerischer

Expressivität. Seine Arbeiten sind ein Zusammenspiel aus Text und Bild, in

dem sich die einzelnen Elemente zu einem neuen künstlerischen Ausdruck

zusammenschließen. Irgendwo zwischen melancholischer Sehnsucht,

abenteuerlustiger Leidenschaft und verschrobener Fantastik.

Galerie ART CRU Berlin, im Kunsthof, Oranienburger Str. 27, 10117 Berlin-Mitte

Opening: 13.10., 19h, 14.10.–30.11., Di–Sa 12–18h and by appt.

030 - 24 35 73 14, www.art-cru.de

AUSSTELLUNGEN


KUNST Magazin Sammlergespräch

mit Antoine de Galbert

Wir freuen uns, Antoine de Galbert als Gast des

internationalen Sammlergesprächs im me Collectors

Room begrüßen zu dürfen.

Bereits seit seinem 15. Lebensjahr sammelt Antoine

de Galbert Kunst. Der 1955 geborene Erbe des

Einzelhandelsunternehmens Carrefour studierte

Politikwissenschaften und führte für einige Jahre

eine Galerie in Grenoble, bis er schließlich eine

eigene Kunststiftung und im Jahr 2004 in Paris das

dazugehörige Kunstmuseum „maison rouge – Fondation

Antoine de Galbert“ gründete. In der „maison rouge“

werden Werke aus de Galberts umfangreicher

Privatsammlung, v. a. aber aus den Privatsammlungen

anderer Mäzene präsentiert. Da der Schwerpunkt der

Ausstellungen auf zeitgenössischer internationaler

Kunst liegt, hat sich das Museum inzwischen als Portal

für junge Künstler etabliert.

Bei der Auswahl von Werken für seine Sammlung und

bei der Erarbeitung des Ausstellungsprogramms der

„maison rouge“ stellt de Galbert seinen persönlichen

Kunstgeschmack in den Vordergrund. Er zählt zu

jener Riege von Sammlern, die sich nicht an Trends,

finanziellen Aspekten und der Marktentwicklung

orientieren, sondern für die nur subjektive Kriterien

eine Rolle spielen und für die die Freude an der Kunst

das Fundament der Sammelleidenschaft bildet.

Die Bandbreite an Werken in der Sammlung de

Galberts reicht von Skulpturen, Objekten und

Installationen zahlreicher französischer Künstler

Sammlergespräch - Extra -

auf der STROKE.ARTFAIR

Impressum | Imprint

KUNST Magazin / KUNST Verlag, Berlin

Wrangelstr. 21, 10997 Berlin

Tel.: 030 - 61 20 23 24 und 030 - 43 92 58 29

Fax: 030 - 61 20 23 17 und 030 - 43 91 70 59

info@kunstmagazin.de | ISSN 1862 - 7382

Herausgeberin: Jennifer Becker (v. i. S. d. P.)

Chefredakteurin: Katharina Helwig

Chefin vom Dienst: Julika Nehb

Redaktion & Texte: Luise Kuhn, Agathe Power, Eileen

Seifert, Sarah Weckert, Nathalie Weiland, Steffi Weiss,

Claudia Wissel, Anne Zdunek

Gastautoren in dieser Ausgabe:

Dr. Viola Hildebrand-Schat, Margrit Manz,

Dr. Thurmann-Jajes/Christina Haas

Übersetzungen: Brian Poole

Lektorat: Dagmar Tränkle

0

Antoine de Galbert,

mit Wim Delvoye,

ohne Titel (rabbit

slippers) 2005

© Vanessa Chambort

wie Julien Berthier, Olivier Blanckart und Henry

Ughetto bis hin zu Arbeiten internationaler Künstler

wie Tetsumi Kudo, Roman Opalka, Patty Chang und

Jackie Kayser. Volkskunst, Werke aus der Art Brut und

religiöse Objekte ergänzen seine Sammlung.

In Kooperation mit dem KUNST Magazin.

Eintritt frei. Einlass nur mit Voranmeldung. Gespräch in

deutscher Übersetzung aus dem Französischem, moderiert

von Jan Kage alias Yaneq.

Samstag, 1.10., 17h

me Collectors Room Berlin, Stiftung Olbricht

Auguststr. 68, 10117 Berlin-Mitte

Öffnungszeiten: Di–So 12–18h

Um Anmeldung wird gebeten: collectors@kunstmagazin.de

Berlin: 13.10., 20h, mit Christian Utz von UrbanArt.org

und Jan Kage alias Yaneq. Weitere Informationen siehe

Seite 30 und www.stroke-artfair.com

Grafik: Matej Košir

Onlineredaktion: Julia Schmitz

Webdesign: Marius Bruns, www.robinson-cursor.de

Druck: Druckerei Conrad GmbH, www.druckereiconrad.de

Distribution: DHL GoGreen – wir versenden klimaneutral,

Deutsche Post Pressevertrieb

Erscheinungsweise: 40 000 Exemplare, 10-mal im Jahr,

Doppelausgaben: Jul./Aug. und Dez./Jan. Es gelten die

Mediadaten 2012.1

Alle Ausstellungshinweise im KUNST Magazin sind für

Galerien, Museen und Ausstellungshäuser kostenpflichtig.

Eine tagesaktuelle Übersicht zu allen Veranstaltungen im

KUNST Kontext in Deutschland finden Sie im Kalender

auf www.kunstmagazin.de


MeiréundMeiré

Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof

– Museum für Gegenwart – Berlin

invalidenstr. 50–51, 10557 Berlin

Tomás Saraceno

Cloud CitieS

15. September 2011 –

15. Januar 2012

Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof

www.tomassaraceno.org

www.smb.museum

ermöglicht durch

den Verein der Freunde

der Nationalgalerie

gefördert von:

dornbracht installation Projects

www.cultureprojects.com

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