Standby Februar 2010 - KARRIEREPASS.ch

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die schreinerzeitung nuMMer 5 4. Februar 2010 19

Ausbildung. Silvan Aemmer gehört zu den fünf einzigen Jugendlichen in der Schweiz, die

derzeit Skibauer lernen. Beim Besuch in seinem Lehrbetrieb zeigt er die Ähnlichkeiten

und Unterschiede zum Schreinerberuf auf.

Exot unter den Schreinern

Während der slowenische Rennfahrer An-

drej Jerman mit seinen Skis von Stöckli um

Weltcup-Punkte kämpft, werden in der ein-

zigen Schweizer Skifabrik in der Luzerner

Gemeinde Malters schon die Modelle für

die Wintersaison 2010/2011 hergestellt. Bereits

voll in diesen Produktionsprozess involviert

ist Silvan Aemmer. Er ist 19 Jahre

alt und im dritten Lehrjahr als Skibauer.

Dieser Beruf geniesst in unserem Land

einen Exotenstatus. Denn Stöckli ist das

einzige Unternehmen in der Schweiz, das

diese Lehre anbietet. Pro Jahr beginnen

hier ein bis zwei Lernende ihre Ausbildung.

Vielseitige Talente

Skibauer sind in ihrem Fach – ähnlich wie

die Bootsbauer – wahre Alleskönner. Sie

kennen sich in allen Werkstoffen aus, die

in der modernen Skiproduktion verwendet

werden. Dazu gehören Holz, Kunststoff,

Metall – insbesondere auch Aluminium –

und Fiberglas. Sie bereiten die Materialien

vor und erledigen alle Arbeitsgänge der Pro-

Silvan Aemmer kennt

sich mit jeder Schicht

eines Skis bestens aus.

duktion mit Hilfe zahlreicher Werkzeuge

und Maschinen. Skibauer haben zudem

Kenntnisse im Fräsen und Schleifen von

Kanten, in Lackierarbeiten inkl. Siebdruck,

in der Oberflächenbehandlung, dem Skiservice

sowie Bindungsmontagearbeiten.

Mit Schreinern in der Berufsschule

Da es keine separate Klasse für Skibauer

gibt, besucht Silvan Aemmer die Berufsschule

in Willisau zusammen mit den

Schreinern aus seiner Region. Zu Beginn

der Ausbildung gab es für ihn keine grossen

Unterschiede zu seinen Berufsschulkollegen:

«Im ersten Lehrjahr merkte man kaum,

dass ich nicht Schreiner war, nachher änderte

sich das aber.» So konzentrieren sich

die Skibauer zum Beispiel auf vier bis fünf

Holzarten, vertiefen dafür ihr Wissen über

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andere wichtige Materialien. Sein Lehrer

bemüht sich sehr, den angehenden Skibau-

ern separate Aufgaben zu geben und die

Lernenden individuell zu fördern. Einmal

arbeitete er sogar während einer ganzen

Woche in der Skifabrik Stöckli, damit er die

einzelnen Arbeitsschritte im Detail kennen-

lernen konnte.

Querschnitte von Skimodellen

Dennoch gibt es an der Berufsschule verein-

zelt auch Situationen, wo das Zusammen-

spiel zwischen Schreinern und Skibauern

nicht ganz einfach ist, erklärt Silvan Aem-

mer: «Einmal hätten wir auf Blättern die

Produktinformationen unserer Skis zusam-

menstellen sollen. Also von den Massen

über die Materialien bis hin zum Aufbau.

Doch das hat für uns keinen Sinn gemacht,

weil das in den Verkaufsunterlagen unserer

Firma alles schon existiert. So haben wir

nach Rücksprache mit dem Lehrer als Alter-

native per CAD Querschnitte von Skimodel-

len gezeichnet.» Klar im Vorteil ist der Lu-

zerner dagegen, wenn es um die Theorie

geht. Die vermittelt ihm nämlich der Pro-

duktionsleiter höchst persönlich.

Experiment mit Bambus

Als Teil der Schreinerklasse dürfen die Ski-

bauer auch am Lehrlingswettbewerb der

Luzerner Schreiner teilnehmen. Silvan

Aemmer hat sich für diesen Wettstreit ein

besonderes Experiment vorgenommen: «In

unserer Fabrik haben schon mal Versuche

mit Bambus stattgefunden. Ich will das nun

selber ausprobieren und meinen Ski mit

einem solchen Kern ausstatten.» Der Bam-

bus soll für eine weiche Fahrweise sorgen.

Damit der Ski jedoch nicht seine ganze

Spannung verliert, wird der junge Tüftler

auf ein aggressiveres Fiberglas setzen. Von

dieser Kombination verspricht er sich ein

neues Fahrgefühl. Bei all dieser Pröbelei ist

dem Skifreak wichtig, dass am Schluss ein

taugliches Produkt entsteht, denn er will

den Ski auch selber fahren können. Wäh-

rend der Wintermonate steht Silvan Aem-

mer so oft wie möglich auf Skis. Früher ist

er für die JO des Skiklubs Escholzmatt Ren-

nen gefahren. Später vor allem Grasski.

Doch dann brach er seine Rennkarriere als

Nachwuchsfahrer ab, weil ihm der Preis dafür

zu hoch wurde: «Ich hätte alles andere

aufgeben müssen. Das war es mir schliesslich

nicht wert.»

Nach seiner Lehre würde er dennoch gerne

wieder Rennluft schnuppern. Nicht mit

einer umgehängten Startnummer, sondern

als Testfahrer oder in einer anderen Funk-

tion im Hintergrund. Mit seiner vielfältigen

Ausbildung und seiner ausgeprägten Vorlie-

be für den Skisport bringt er bestimmt zwei

gute Voraussetzungen dafür mit. ARE

p www.stoeckli.ch

Das Herzstück: Silvan

Aemmer verbindet die

hölzigen Kernelemente

eines neuen Skis vor.


die schreinerzeitung nuMMer 5 4. Februar 2010 21

Aus dem Leben von ...

AlessAndrA: Sargfabrik

Kürzlich machten wir eine

Besichtigung bei der Rudolf

Egli AG in Beromünster, einer

der grössten Sargproduzenten

der Schweiz (siehe Bild oben).

Dabei haben wir die ganze

Firma unter die Lupe genommen,

was sich als sehr spannend

herausstellte. Bald laufen

die Vorbereitungen für die IPA

an. Ich habe mir schon einige

Skizzen gemacht und meine

Ideen zusammengestellt. Vor

allem freue ich mich im

Moment aber über meine

bestandene Autoprüfung. Nun

kann ich an der Arbeit meine

Aufträge von A bis Z selber

ausführen, was für das selbständige

Arbeiten sehr von

Vorteil ist.

sebAstiAn: Studio

Mitte Monat werde ich mit

meiner Band ins Studio gehen,

um eine CD aufzunehmen. In

letzter Zeit haben wir sehr

intensiv geprobt und an den

Liedern gefeilt. Damit wir

mehr Zeit hatten, hielten wir

uns extra die Wochenenden

frei von Auftritten. Neben dem

Üben steht auch eine Menge

Administratives an: der Termin

für die Plattentaufe, Booklet

gestalten und vieles mehr. Ich

freue mich sehr auf die Zeit im

Studio, denn es wird sicherlich

eine neue Erfahrung und ein

spannendes Erlebnis. Ich bin

auch sehr auf das Endergebnis

gespannt. Doch bis es soweit

ist, wartet noch eine Menge

Arbeit auf uns.

AnjA: Büroschrank

Momentan plane ich meine

IPA. Es soll ein Schiebeschrank

werden, der aus Massivholz

und furnierten Flächen besteht.

Am schwierigsten finde

ich die Einteilung der Zeit, da

ich dies sehr schlecht einschätzen

kann. Zudem arbeite ich

auch noch an meiner SVA.

Momentan muss ich im Betrieb

eine Büroschrankwand

herstellen. Darin enthalten ist

auch ein Auszug, den ich

vorher noch nie montiert habe.

Fragen? Sende eine SMS mit

der Frage und dem Namen

des oder der Lernenden an

079 222 69 44. Wir leiten sie

weiter.

kleidet. In meiner Freizeit engagiere

ich mich im Waldverein

Wuppenau. Wir pflegen jeweils

samstags zusammen mit einem

Förster den Wald am Nollen. Ich

bin gerne draussen an der frischen

Luft und in der Natur.

ich ebenfalls Schreiner werden

wollte. Besonders freut mich, dass

ich in meinem Lehrbetrieb verantwortlich

bin für eine Kleinserie

von Aktenschränken für Banken.

Ich habe bereits ein halbes

Dutzend davon feuerfest einge-

Aufgabe war happig und die Zeit

dafür sehr kurz. Ich bin gespannt,

wie es mir in der Schreinernati

laufen wird. Da ich bereits als

kleiner Bub viel Zeit in der Schreinerei

meines Göttis verbrachte,

war für mich schon früh klar, dass

Ich wurde von meinem Chef für

die Berufsmeisterschaft motiviert.

An der Sektionsmeisterschaft in

Weinfelden wurde ich Fünfter und

an der Schreiner-Meisterschaft in

Basel holte ich zu meiner Überraschung

den zweiten Rang. Die

Daniel Lenz Schreiner 3. Lehrjahr


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WettbeWerb. Die Borm-Gruppe führt für ihre CAD-Software PointLine einen Wettbewerb durch. Mitma-

chen können alle angehenden Schreinerinnen und Schreiner. Kombiniert wird der CAD-Contest mit

einem eintägigen Workshop und einem Online-Wettkampf.

CAD-Contest für Lernende

Das CAD-Zeichnen in der Schreinerausbildung

hat sich in den letzten Jahren stark

verändert. Einerseits haben die Lernenden

in der Schule meistens Kontakt mit einem

CAD-Programm, anderseits haben sie im

Betrieb oder zu Hause kaum die Gelegenheit,

damit zu arbeiten. Praktisches Training

ist jedoch das A und O, wenn es darum

geht, etwas effizient anzupacken. Mit sieben

CAD-Contests bietet die Borm-Gruppe

wettbewerb traumjob Schreiner

Wer PointLine gut

beherrscht, kann

Projekte schneller

planen.

nun eine tolle Möglichkeit, Nützliches mit

Spass zu verbinden. In Workshops lernen

die jungen Anwender das CAD von Point-

Line kennen.

Sie arbeiten an einem Tag unter fachkundiger

Leitung – mit dabei auch Vizeweltmeister

René Bless – direkt in der Schmiede des

Programmes, bevor sie sich in einem spannenden

Wettbewerb für den Final des CAD-

Contests qualifizieren können. Mit der Stu-

Mit einer frischen Internetseite informiert der VSSM junge Leute ab sofort noch besser

über den Traumjob als Schreinerin beziehungsweise Schreiner. Was dabei allerdings

noch fehlt, sind Namen für die beiden Figuren, die durch den spannenden

Internetauftritt führen. Hast du eine gute Idee? Gib ihnen einen Namen und gewinne

mit etwas Glück eine iTunes-Karte im Wert von 100, 50 oder 30 Franken. Alle

weiteren Informationen findest du auf der neuen Plattform. Unbedingt weitersagen!

p www.traumjob-schreiner.ch

dentenversion von PointLine, die die Teilnehmenden

am Workshop erhalten, können

sie nun auch zu Hause trainieren. Sie

werden dadurch effizientere CAD-Benutzer

für ihre Lehrbetriebe und gewinnen Erfahrung

und Spass am Zeichnen.

Wer sich in der ersten Runde nicht qualifiziert,

kriegt am CAD-Online-Contest vom

27. November 2010 nochmals eine Chance.

Denn die fünf schnellsten Lernenden des

Online-Wettbewerbs können zusammen

mit den Siegern der sieben vorhergehenden

CAD-Contests am 11. Dezember 2010

gegeneinander antreten. Dabei kämpfen

sie um den Hauptpreis von 1000 Franken in

bar.

Die eintägigen Workshops kosten 200 Franken

(inkl. Mittagessen und Studentenversion

PointLine). Wer bereits eine Lizenz der

Software besitzt, bezahlt nur 100 Franken.

Der erste CAD-Contest findet am 20. Februar

2010 in Schwyz statt. Alle Details zum

Wettbewerb gibt es auf der Internetseite

der Borm-Gruppe:

p www.borm.ch

Schreiner-nachwuchSStar 2010

Im Oktober findet die grösste Branchenmesse

für Schreiner statt: die Holz

2010 in Basel. Ein Höhepunkt wird wiederum

die Wahl des Schreiner-Nachwuchsstars

bilden. 90 ausgewählte

Möbelkreationen junger Schreinerinnen

und Schreiner aus der ganzen

Schweiz werden an der Messe prominent

ausgestellt und vom Publikum bewertet.

Doch welche Idee gewinnt am

meisten Stimmen? Du kannst mit deinem

Werk ebenfalls mit dabei sein,

wenn du an einem Lehrlingswettbewerb

in deiner Region gut abschneidest.

Wie das genau geht, findest du in

deiner Berufsschule oder bei deiner

regionalen Sektion des VSSM heraus.

p www.holz.ch


die schreinerzeitung nuMMer 5 4. Februar 2010

Die ersten drei Natiplätze vergeben

Innerhalb von nur vierzehn Stunden muss-

ten die 32 jungen Schreiner an der Swiss-

bau in Basel ein vordefiniertes Werkstück

herstellen. Trotz der harten Vorgaben stu-

dierten die jungen Fachleute ihre Aufgabe

ruhig und legten ihre Arbeitsschritte fest.

Erst gegen Ende machte sich beim einen

oder anderen der hohe Zeitdruck bemerk-

bar. Die Herausforderungen am besten ge-

meistert hat Ignaz Metzger aus Hörhausen.

Er gewinnt die erste der drei Schreiner-

Meisterschaften 2010 vor Daniel Lenz aus

Wuppenau (siehe «Ich» auf Seite 21) und Lucio

Wieland aus Küsnacht (Bild rechts). Zufrie-

den zeigte sich auch Markus Münch, Präsi-

dent des Schreinermeisterverbands Basel-

Stadt: «Es ist eine grosse Freude zu sehen,

wie sich diese jungen Leute ins Zeug legen.

Wer seinen Beruf gerne ausübt und seine

Fähigkeiten so geschickt nutzt, hat auch

in Zukunft gute Perspektiven.» Allerdings

steht den drei Bestplatzierten noch ein

weiter Weg bis zur Qualifikation für die Be-

rufsweltmeisterschaften 2011 in London

bevor.

berufsmeisterschAft. Die beiden Thurgauer Ignaz Metzger und Daniel Lenz sowie der Zürcher Lucio

Wieland haben an der Schreiner-Meisterschaft in Basel brilliert. Sie gehören nun zur Schreiner-

Nationalmannschaft und können im Herbst an der Schweizermeisterschaft in St. Gallen teilnehmen.

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24 die schreinerzeitung nuMMer 5 4. Februar 2010

WettbeWerb. Hast du den Durchblick in der Berufskunde? Dann mach bei unserem Fachwettbewerb

mit und gewinne mit deiner korrekten Antwort und etwas Glück eines von drei Elektrowerkzeugen

von Bosch.

Drei Fragen zum Türband

Wettbewerbsaufgabe

Du hast den Auftrag erhalten, bei einer

Trennwand im Bereich der Durchgangstür

Bänder einzulassen. Die Türbänder sind an

der linken Seite angebracht. Dein Ausbildner

hat dir dazu das oben abgebildete Band

bereitgelegt. Beantworte folgende Fragen:

• Wie lässt sich dieses Band am

einfachsten ohne CNC einfräsen?

• Welcher Teil des Bandes wird an der

Türe und welcher an der Trennwand

angeschraubt?

• Lässt sich das abgebildete Band

überhaupt für links gebandete Türen

anwenden?

Nicht vergessen: Schicke deine Wettbewerbslösung

unter Angabe deiner

Koordinaten (Vorname, Name, Adresse)

bis zum 18. Februar 2010 an die rechts

stehende Adresse.

Dieser Wettbewerb richtet sich ausschliesslich

an Lernende.

A B

Preise

1. Preis: Bosch Akku-

Bohrschrauber GSR

18-2-LI Professional

mit Lithium-Ionen-

Hochleistungszellen,

zweitem Akku, Ladegerät

AL 1820 CV und

L-Boxx plus Zubehör

(77-tlg.) im Wert von

509 Franken

3. Preis: Bosch Akku-

Bohrschrauber GSR

14,4-2-LI Professional

mit Lithium-Ionen-

Hochleistungszellen,

zweitem Akku, Ladegerät

AL 1820 CV im

Basic Systempack im

Wert von 369 Franken

2. Preis: Bosch Akku-

Bohrschrauber GSR

18-2-LI Professional

mit Lithium-Ionen-

Hochleistungszellen,

zweitem Akku, Ladegerät

AL 1820 CV im

Basic Systempack im

Wert von 409 Franken

löSung Fachwettbewerb

• Der Winkel wird am Abnahme-/

Abrichttisch kontrolliert.

• Die minimale Länge des zu bearbeitenden

Werkstücks ist die dreifache

Länge der Hobelmaulöffnung:

3 x 63 mm = 189 mm

• Ist das zu hobelnde Holz kürzer, muss

zum gefahrlosen Abrichten ein

Stossholz benutzt werden.

• Die Schlitze im Maschinentisch

dienen der Lärmminderung.

• Das Werkstück mit flachen Händen

(ohne gespreizte Finger) auf dem

Zuführtisch unter der Hobelschutzvorrichtung

über die Messerwelle

vorschieben. Mit den Händen abwechselnd

über die Verdeckung

gleiten. Sobald das Werkstück auf

dem Abrichttisch ist, Anpressdruck

ausüben und weiter vorschieben.

Die Gewinner

1. Preis: Einen master Akku-Bohrschrauber

BS 18-A compact von Würth gewinnt

Michael von Siebenthal, Boltigen.

2. Preis: Einen master Exzenter-Tellerschleifer

ETS 150-E twin von Würth

gewinnt Elia Gotsch, Bischofszell.

3. Preis: Einen master Akku-Bohrschrauber

BS10-A von Würth gewinnt

Corsin Keiser, Pontresina.

Impressum

standby – Lehrlingsseiten der SchreinerZeitung

standby

Gladbachstrasse 80, Postfach, 8044 Zürich

Fax 044 260 28 30, Mobile 079 222 69 44

standby@schreinerzeitung.ch

www.schreinerzeitung.ch

Redaktion

andreas Renggli (aRe)

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