Das gesunDheitsmagazin - Lukas-Krankenhaus Bünde

lukas.krankenhaus.de

Das gesunDheitsmagazin - Lukas-Krankenhaus Bünde

Das gesunDheitsmagazin

IM GESPRÄCH: Hebamme Erika Nixdorf

dazuGElERnt: Wie neue Mitarbeiter starten

auSGEzEICHnEt: Krankenhaus erhält Klinik Award

№09


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lukaS 09 / novEMbER 2011

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

mit rund 800 Mitarbeitern sind wir einer der größten Arbeitgeber in Bünde.

Auch für Krankenhäuser wird es immer schwerer, Fachkräfte zu finden. Wir

setzen auf Mitarbeiterbefähigung. Denn nur von gut qualifizierten, motivierten

und informierten Mitarbeitenden dürfen wir gute Qualität erwarten. Kommen

neue Mitarbeitende zu uns, erfolgt eine intensive Phase der Einarbeitung, nach

einem umfangreichen Konzept, kompetenter Anleitung und Begleitung

der Stationsleitung. Jeder unserer Mitarbeitenden muss wissen, was uns im Sinne

unserer Patienten bei der täglichen Arbeit wichtig ist. Werfen Sie also einen Blick

über die Schulter einer Pflegekraft, die die ersten Schritte nach ihrer Ausbildung

in unserem Haus geht.

Einen großen Erfolg konnten wir, dank des Engagements und der Einsatz ­

freude unserer Mitarbeitenden, mit unserem LUKASaktiv feiern. Viele tausend

Gäste strömten zu uns, um einen neugierigen Blick in unser Haus zu werfen

und sich intensiv über unsere Leistungen zu informieren und unsere neuen

Patienten­Zimmer zu besichtigen. Wer es an diesem »Tag der offenen Tür« nicht

zu uns schaffte, liest in dieser Ausgabe unseres Gesundheitsmagazins, was genau es bei uns zu entdecken gab.

Dass wir als Lukas­Krankenhaus ein Partner aller Bünder Bürger sind, zeigt sich schon in den ersten

Lebensminuten. Viele Bünder erblicken das Licht der Welt in unserem Haus, unterstützt von unserem Hebammenteam

der Frauenklinik. Wie die Arbeit dieser Geburtshelferinnen aussieht, erfahren Sie in einem Interview.

Unser diakonischer Auftrag ist uns wichtig. Das wird besonders deutlich, wenn es um die Versorgung von

Kindern aus Krisengebieten geht. Auch in den vergangenen Monaten haben wir uns um zwei solcher Kinder

gekümmert. Wie die Behandlung erfolgte und welche Schicksale sich hinter den beiden Mädchen aus Angola

verbergen, lesen Sie auch in dieser LUKAS­Ausgabe.

Außerdem stellen wir Ihnen unsere Unternehmenswerte vor. Als Dienstgemeinschaft machen wir deutlich,

wie wir unsere Unternehmenswerte verstehen und welche Bedeutung sie in unserem alltäglichen Tun haben.

Mit Neugier und Spannung dürfen Sie sich darauf freuen.

Sie sehen also, es gibt viel zu entdecken auf den folgenden Seiten. Dabei wünsche ich Ihnen viel Vergnügen.

Mit freundlichem Gruß

Ihre Renate Letsch

Pflegedirektorin

InHalt

4 bERufSStaRt: Wie neue Mitarbeiter integriert werden

10 IM GESPRÄCH: Erika Nixdorf im Interview

15 RüCkblICk: Tag der offenen Tür

16 naCHbaRSCHaft: Mit dem iPad unterwegs

18 tERMInE: Was, wann und wo im Lukas­Krankenhaus

21 PaRtnERSCHaft I: Die Diakonie ist zertifiziert

22 kunStvoll: Sebastian Fäth stellt aus

24 wEltwEIt: Zwei Gäste aus Angola

26 PaRtnERSCHaft II: Deftiges im Dirndl

28 oPERatIv: Wenn sich die Hüfte meldet

34 voRGESCHaut: Das lesen Sie im Lukas No 10


4 Lukas 09 bERufSStaRt

Lukas 09

5

Der rote Faden

JEdER nEuE MItaRbEItER In dER PflEGE duRCHlÄuft daS EInaRbEItunGSkonzEPt

Katharina Unrau ist wohl das,

was man einen Sonnenschein nennt.

Strahlendes Lachen, sonniges Gemüt.

Vor allem aber:

Begeisterung für ihren Beruf.

Den erlernte sie im Nachbarkreis, ehe ihre

Bewerbung als Krankenschwester auf dem

Schreibtisch von Renate Letsch, Pflegedirektorin

im Lukas­Krankenhaus, landete.

Was folgte ist ein Vorstellungsgespräch,

dann die Zusage. Und hinten dran hängt

sich eine Einarbeitungsphase, die es in sich

hat. Viel Erfahrung und die richtig gestellten

Fragen helfen schon im Vorstellungsgespräch

herauszufinden, »wie es mit den

Kompetenzen des Bewerbers so steht, auf

die wir großen Wert legen«, sagt Renate

Letsch. Die fachliche, soziale, persönliche

und organisatorische Kompetenz müsse

ebenso stimmen wie die Anleitungskompetenz,

dann kann es losgehen. Aber

ganz gleich wie routiniert die Bewerber

sind, wie lange sie zuvor schon in anderen

Kliniken gearbeitet haben: als erstes

bekommen sie ein Einarbeitungskonzept.

Und dieser »Rote Faden« wird sie die

kommenden sechs Monate begleiten. In

ihm finden sie all das, was die Arbeit in der

Pflege im Lukas­Krankenhaus ausmacht.

Und mit ihm arbeiten sie, hier tragen

sie ein, haken ab, lesen nach. Wie ist das

Krankenhaus organisatorisch aufgebaut,

wo finde ich was, wie lautet das Pflegeleitbild,

was sind die Unternehmenswerte? All

das findet sich in der Mappe. Aber eben

auch checklisten, die themenspezifisch

aufgebaut sind. »Es geht dabei eigentlich →


6 lukaS 08

bERufSStaRt

immer um die Fragen: Was weiß ich schon,

was weiß ich noch nicht so genau und was

ist noch offen?«, erklärt Renate Letsch das

Procedere. Eingesetzt werden die neuen

Kräfte wie alle anderen auch. Sie übernehmen

Dienste, sie arbeiten soweit möglich

eigenverantwortlich. Aber es gibt immer

einen Anleiter im Hintergrund, einen

Kollegen oder eine Kollegin, die weiterhelfen,

die offene Fragen beantworten. All das

benötigt natürlich Zeit, »aber die ist gut

investiert. Denn wir haben eine geringe

Fluktuation im Haus – und gut ausgebildete

Mitarbeiter leisten einfach auch gute

Arbeit«, hat die Pflegedirektorin schon seit

Langem erkannt. Wer Katharina Unrau

fragt, ob es nicht ein merkwürdiges Gefühl

sei, gerade das Examen glücklich in der

Tasche zu haben und schon geht es weiter

mit dem Lernen, wird weiter abgefragt

und abgehakt, der bekommt eine entwaffnende

Antwort. »Ganz im Gegenteil. Das

Lernen hilft mir weiter, dadurch erhalte ich

die notwendige Sicherheit, dadurch weiß

ich, dass hier niemand ins kalte Wasser geworfen,

sondern an die Hand genommen

wird«, erzählt sie. Auch der prüfende Blick

der Anleiterin: kein Problem, sondern

herzlich willkommen. »Denn so werde

ich nach meinen Fähigkeiten eingesetzt

und weiß auch, wo ich noch in meinem

Wissen Nachholbedarf habe«. Um Wissen

und Fähigkeiten geht es auch im ersten

von zwei Zwischengesprächen. Da sitzt

dann auch die Stationsleitung, im Fall von

Katharina Unrau ist das Kerstin Schuster,

Lukas 09 7

»Gemeinsame

Gespräche mit der

Pflegedirektorin

und der Stationsleitung

sorgen für

Sicherheit und

Kompetenz.«

mit am Tisch und es wird eine erste Bilanz

gezogen. Dabei liegt die Mappe auf dem

Tisch, wird dokumentiert und abgelesen,

um eine möglichst große Transparenz

zu erhalten. Auch, damit nachvollzogen

werden kann, ob die Entscheidung, diese

neue Mitarbeiterin einzustellen, die richtige

war. Und für die neue Kollegin, um

zu wissen, ob alles im grünen Bereich liegt

und wo es nachzuarbeiten, das Wissen zu

vertiefen gilt. »Als ich hierher gekommen

bin, da hatte ich beides in mir, Vorfreude

und Angst«, erinnert sich Katharina Unrau

heute. Letztere konnte ihr durch diese Gespräche

schnell genommen werden. Als sie

dann noch hörte, dass ihr Einsatzort die

Station 5 ist, eine interdisziplinäre Station,

die eben nicht nur einem Fachbereich →


8 Lukas 09 SElbStHIlfE

Lukas 09

9

zuzuordnen ist, sondern wo operativ und

konservativ behandelt wird, »da hätte ich

gleich die ganze Welt umarmen können«.

Wer Katharina Unrau bei ihrer täglichen

Arbeit begleitet, der merkt schnell,

was genau sie damit meint. Immer freundlich,

immer hilfsbereit geht sie von Bett zu

Bett, von Patient zu Patient. Die Anspannung?

War schon nach wenigen Tagen wie

verflogen. Sie geht mit Ärzten zur Visite,

einzelne Pflegebereiche kann sie jetzt, nach

rund einem Jahr hier im Lukas­Krankenhaus,

verantwortlich übernehmen.

Dabei ist der Beruf der Krankenschwester,

der heute die Berufsbezeichnung

Gesundheits­ und Krankenpflegerin trägt,

einer, der viele Möglichkeiten offen hält.

300 Menschen arbeiten im Bereich der

Pflege im Lukas­Krankenhaus, »und die

verteilen sich natürlich in Vollzeit­ und

Teilzeitkräfte«, rechnet Renate Letsch vor.

Kaum ein Beruf eigne sich besser, um

zwischen ihm und dem Familienleben

eine Balance herzustellen. Halbe­Stelle,

Dreiviertel­Stelle oder eben Vollzeit, all das

kein Problem. Und auch der Nachtdienst

wird gerne belegt, »gerade junge Mütter

übernehmen hier gerne«, weiß Renate Letsch.

Fünf bis sechs Nachtschichten sollten

es dann aber doch schon pro Monat sein,

damit die Routine bleibt, die Handgriffe

sitzen. Vor allem aber auch, damit die

Flut an Informationen für die Kollegen

nicht ins Leere laufen. »Heute ist auch bei

uns vieles schnelllebiger geworden«, sagt

Renate Letsch. Wenn Patienten im Durchschnitt

nur noch 6,7 Tage im Krankenhaus

bleiben, dann drängt sich alles noch enger

zusammen, wechseln Daten und Informationen

in immer schnellerem Rhythmus,

ehe sie von Neuigkeiten überholt werden.

Ein typischer Frauenberuf also? »Ganz

sicher«, antwortet Renate Letsch und

erkennt doch, wenn auch noch zögerlich,

eine kleine Änderung für die Zukunft.

Gerade hat ein neuer Ausbildungskurs in

der eigenen Ausbildungsstätte begonnen,

»und da sind die Geschlechter tatsächlich

ausge glichen aufgeteilt«.

Katharina Unrau dagegen ist auf ihrer

Station meist mit Kolleginnen unterwegs.

Für die zählte sie von Anfang an, ab dem

ersten Tag zum Team. »Es ist mir hier sehr

einfach gemacht worden«, lobt sie auch

jetzt noch das Empfangen mit offenen

Armen. Längst hat sie auch das zweite

Zwischengespräch erfolgreich hinter

sich gebracht, hat im Abschlussgespräch

erfahren, dass der auf ein Jahr befristete

Arbeitsvertrag schon jetzt, nach sechs Monaten,

in einen unbefristeten umgewandelt

wurde. »Das war die erste Mitarbeiterin,

die mich vor Freude umarmt hat«, erinnert

sich Renate Letsch mit einem Lachen im

Gesicht. Freude pur also bei einer jungen

Kollegin, für die »hier schon ein Traum

wahr geworden ist«.


Vom Schlag getroffen

SCHlaGanfall-SElbStHIlfEGRuPPE bündE StEllt SICH voR

es ist nur ein kurzer moment, der das

ganze Leben verändern kann. Das eigene

und das seiner angehörigen. nichts ist

mehr, wie es vorher war. Ein Schlaganfall,

also ein geplatztes oder verstopftes Blutgefäß

im Gehirn, bringt natürlich vor allem

die Sorgen um die eigene Gesundheit mit

sich. Doch es gibt noch weitere Probleme

und Fragen, die nach der Erstbehandlung

auf Patienten und Angehörige gleichermaßen

zukommen. Was ist zu bedenken,

welche Reha­Maßnahmen sind die

richtigen und was ist von Krankenkassen

und Versicherungen zu erwarten? Häufig

hinterlässt der Schlaganfall bleibende

Schäden und Behinderungen, die eine

intensive Auseinandersetzung mit der

Krankheit weit über den Krankenhausbesuch

hinaus erfordern. Zurück ins Leben

finden und wieder selbstständig werden,

das sind die größten Anliegen nach einem

Schlaganfall. Damit Betroffene und Angehörige

in dieser schweren Situation nicht

allein dastehen, rief Reinhard Spanier im

Jahr 2005 eine Schlaganfall­Selbsthilfegruppe

ins Leben. Jeden 3. Donnerstag im

Monat von 17 bis 19 Uhr treffen sich heute

Betroffene, Angehörige und Interessierte,

um sich auszutauschen, Fachvorträgen zuzuhören

und gemeinsam kleine Gymnastikübungen

durchzuführen. Fachärztliche

Begleitung und Unterstützung erhält die

Gruppe durch den Regionalbeauftragten

der Stiftung Deutscher Schlaganfallhilfe

und chefarzt des Lukas­Krankenhauses,

Dr. Meinhard Blattgerste. Er berät und

informiert die Mitglieder ganz persönlich

und steht der Gruppe als medizinisch

kompetenter Partner zur Seite. Die Treffen

der Selbsthilfe­Gruppe sind natürlich

kostenlos und offen für alle, die sich näher

mit dem Thema Schlaganfall befassen

möchten. Sie finden in der Tagespflegeeinrichtung

AWO Service GmbH an der Wittekindstr.

34 in Bünde statt. Eine Voranmeldung

ist hierbei nicht erforderlich.


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untER tEl.: 05223 - 6 14 34


10 Lukas 09 IM GESPRÄCH

Lukas 09

11

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→ Frau Nixdorf, wie lange

sind Sie schon als Hebamme im

Lukas-Krankenhaus tätig?

← Erika Nixdorf: Ich bin nach meiner

Ausbildung in Wiesbaden 1991 direkt

nach Bünde gekommen. Es war schon

schwer, überhaupt einen Ausbildungsplatz

als Hebamme zu bekommen. Damals

wohnte ich mit meinem Mann in Wiesbaden

und hatte großes Glück, dort auch

die Ausbildung beginnen zu können. Aber

ich komme aus Melle und war froh, als ich

zurück in die Heimat ziehen und gleich

im Lukas­Krankenhaus anfangen konnte.

→ Ist es heute immer noch schwer,

diesen Beruf zu erlernen?

← Erika Nixdorf: Ich glaube ja. Das ist

einfach eine sehr begehrte Tätigkeit – und

gleichzeitig gibt es nicht sehr viele Schulen.

→ Und der Beruf als solcher? Ist es etwas

Besonderes, als Hebamme zu arbeiten?

← Erika Nixdorf: Ja, ganz bestimmt. Wer

kann schon das Leben von seinem allerersten

Schritt an begleiten, neues Leben in

Empfang nehmen? In diesem Beruf wird

einem nie langweilig, jede Geburt, jedes

Paar ist anders. Und wir betreuen ja nicht

nur die Geburt, sondern auch die Schwangerschaft

und das Wochenbett. Abwechslungsreicher

geht es eigentlich nicht.

→ Können Sie ungefähr überblicken, wie

viele Geburten Sie schon begleitet haben?

← Erika Nixdorf: Anfangs habe ich noch

akribisch Buch geführt. Aber mit der Zeit

vergisst man es dann doch, dann schleicht

sich die Gewohnheit ein. Aber es werden

wohl mehr als 1.000 Kinder gewesen sein,

denen ich bei der Geburt geholfen habe.

→ Wie groß ist denn eigentlich

die Verantwortung, die man in

diesem Beruf übernimmt?

← Erika Nixdorf: Ich habe hier im

Krankenhaus z.Zt. eine Ein­Viertel­

Stelle und werde im Januar auf eine

halbe Stelle aufstocken. Den Rest arbeite

ich als freiberufliche Hebamme. Wenn

man dann einige Tage nicht im Dienst

war und wieder her kommt, merkt man,

welch eine Verantwortung man eigentlich

übernimmt, wenn man hier ganz alleine

eine Schicht antritt. Gleichzeitig weiß ich

aber auch, dass im Hintergrund immer

ein Arzt bereit steht. Und natürlich hilft

die Erfahrung, muss ich mir über die

einzelnen Schritte, über das, was ich

machen muss, keine Gedanken mehr

machen. Und auch auf Notfälle ist man

durch ständige Fortbildungen immer gut

vorbereitet. In diesem Beruf lernt man

einfach, dass sich das Blatt in wenigen

Augenblicken sehr schnell wenden kann.

→ Sie sind selber Mutter. Wie bringt

man da seine Kinder zu Welt?

← Erika Nixdorf: Ja, ich habe zwei Jungs,

15 und zehn Jahre alt. Ich habe mich damals

ganz bewusst dazu entschieden, nicht

in diesem Haus, nicht bei meinen Kolleginnen

zu entbinden. Ich wollte einfach

als ganz normale Mutter gesehen werden,

habe keinem verraten, dass ich Hebamme

bin. Und wissen Sie was? Das ist eine

richtig gute Erfahrung. Denn plötzlich

konnte ich verstehen, dass es eben nicht

so einfach ist, ins Wochenbett zu klettern.

Und habe mich selber erwischt, dass ich es

bei all dem Stillen und um das Kind kümmern

bis mittags nicht geschafft habe, aus

dem Schlafanzug zu schlüpfen. Da sieht

man vieles plötzlich mit ganz anderen

Augen und hat noch viel mehr Verständnis

für die Wochenbettbetreuung. Das

war mit Abstand die beste Fortbildung!

→ Hätte denn für Sie nicht auch eine

Hausgeburt in Frage kommen können?

← Erika Nixdorf: Dem stehe ich eher

skeptisch gegenüber. Wenn man so viele

Geburten miterlebt hat, dann weiß man

einfach, dass sich nichts planen lässt. Was

eben noch nach einer ganz normalen,

problem­ und risikolosen Geburt aussah,

kann in Sekunden zu einem heiklen

Fall werden. Wenn so etwas eintritt, →


12 Lukas 09 IM GESPRÄCH

Lukas 09

13

dann müsste ich mit der Schwangeren

ins Krankenhaus fahren. Das wäre mir

viel zu riskant und gefährlich. Wenn

man schon nicht lange im Krankenhaus

bleiben möchte, dann bleibt als Alternative

immer noch die ambulante Geburt.

Dann entbindet die werdende Mutter hier

im Kreissaal. Ganz in Ruhe, mit all der

Sicherheit, die wir bieten können. Und

wenn alles glatt geht, dann können Mutter

und Kind vier Stunden nach der Geburt

wieder nach Hause gehen. Das sollte doch

auch reichen. Und ist so viel sicherer.

→ Wenn Sie hier alleine den Dienst

leisten, wie muss man sich das genau

vorstellen? Also wenn sehr wenig,

oder eben sehr viel zu tun ist.

← Erika Nixdorf: Wenn wirklich einmal

keine Mutter hier ist, dann ist auch mal

Zeit, Bestellungen zu machen, unsere

Geräte zu warten und den Kreißsaal

für den nächsten Ansturm aufzufüllen.

Wenn wir dann tatsächlich mal Zeit

haben, gehen wir schon mal rüber auf die

Entbindungsstation und schauen, ob wir

da unterstützen können. Aber in diesem

Beruf weiß man, dass es jederzeit von Null

auf Hundert, jederzeit wieder losgehen

kann. Da kommt keine Langeweile auf!

Wenn richtig viel zu tun ist, dann kommt

man schon ins Schwitzen. Da hilft dann

die Erfahrung. Und der begleitende Arzt.

Sollte ganz große Not sein, dann haben

wir auch die Möglichkeit, die Kollegin,

die für den darauf folgenden Dienst

eingeteilt ist, zu bitten, früher herzukommen.

Aber das ist wirklich sehr selten.

→ Gibt es denn auch diese Notfälle, in

denen es sehr schnell gehen muss, in denen

das Kind quasi im Aufzug geboren wird.

← Erika Nixdorf: Auch die gibt es, natürlich.

Bei mir selber war die Geburt

meiner Kinder auch eine sehr schnelle

Sache. Beim ersten Kind hat es genau

sieben, beim zweiten zehn Minuten

gedauert. Da weiß man, dass sich nichts

steuern lässt, dass man einfach reagieren

muss. So war das auch bei meiner Schwägerin,

bei einer der wenigen Hausgeburten,

die ich erlebt habe. Eigentlich wollte ich

da nur meine Nichte abholen, während

meine Schwägerin zur Entbindung ins

Krankenhaus fahren wollte. Als ich da

ankam, hörte sich meine Schwägerin

schon sehr verdächtig an. Da wusste ich,

dass sie es bis in den Kreißsaal nicht mehr

schaffen würde und habe dann bei ihr zu

Hause das Kind mit zur Welt gebracht.

→ Und wie sieht es mit dem Vorurteil

aus, dass die werdenden Väter dazu

neigen, in Ohnmacht zu fallen?

← Erika Nixdorf: Ach wissen Sie, das passiert

lange nicht so oft, wie es erzählt wird.

Ich selber habe das nur einmal in 20 Jahren

erlebt. Und das liegt auch nicht an dem

Erlebnis als solchem, sondern daran, dass

die Männer in ihrer Aufregung das Essen,

das Trinken vergessen. Und lange stehen

und aufgeregt sind. Da kann der Kreislauf

schon einmal zusammenklappen. Das ist

auch der Grund, warum wir immer für

den Mann einen Stuhl bereit halten und

Kaffee sowie andere Getränke anbieten.

Für den Fall der Fälle quasi. Auch wenn

der eben nur ganz, ganz selten eintritt.

→ Und wenn Sie sehr junge Mütter

begleiten, wie ist das?

← Erika Nixdorf: Da muss man schon

sehr behutsam vorgehen, muss schauen,

dass das Erlebnis, die Schmerzen

der Geburt nicht zu einem späteren

Trauma führen. Dabei verlaufen die

Geburten bei jungen Müttern meist sehr

gut. Wenn die sich dann noch in speziellen

Vorbereitungskursen für junge

Mütter dem intensiv widmen, was auf

sie zukommt, dann klappt das schon.

→ Wie sieht es mit Adoptionen

aus, was empfindet man da, wenn

man als Hebamme beteiligt ist?

← Erika Nixdorf: Das ist schon ein

merkwürdiges Gefühl. Wir hatten hier

z.B. im letzten Jahr eine offene Adoption.

Also den Fall, dass die Mutter ihr

Kind noch besucht hat, sie also auch

Kontakt zu den Adoptiveltern hatte. Das

ist schon eine besondere Situation.

Den schlimmsten Fall erlebte ich, als ein

Paar im Ehevertrag festgelegt hatte, nur

ein Kind zu bekommen, aber die Ehefrau

dann mit Zwillingen schwanger wurde.

Das Erstgeborene haben sie mit offenen

Armen empfangen, das zweite sofort

weggeben, ohne es zu sehen. Das war für

mich unvorstellbar, unfassbar. Das hat

mich erschüttert, das ist auch heute noch,

nach so langer Zeit, nicht nachvollziehbar.

→ Dabei wird es doch, wenn auch

selten und sicher nicht vergleichbar,

auch weitere dramatische Situationen

in Ihrem Berufsleben geben.

← Erika Nixdorf: Ja, Totgeburten, Missbildung,

all das kommt vor. Aber wissen Sie

was? Viele werdende Mütter versuchen ja,

durch immer mehr Untersuchungen vor

der Geburt alle Risiken zu minimieren.

Aber viele Untersuchungen, das bedeutet

auch: viele Diagnosen. Ich habe es so

häufig erlebt, dass die Prognosen schlecht

waren und ganz gesunde Kinder geboren

wurden. Es gibt im Leben große und

kleine, dicke und dünne Kinder. Das ist

bei den ungeborenen Kindern doch nicht

anders. Und viele übersehen dabei, dass

so manche Untersuchung auch ein Risiko

birgt. Schwangerschaft? Das sollte doch

eigentlich bedeuten, dass man guter Hoffnung

ist. Dass man sich freut, dass man die

Natur die Natur sein lassen sollte. Einige

Untersuchungen sind sicherlich sinnvoll,

aber ich denke, ohne Grund sollte man

nicht alles, was möglich ist, machen lassen.

→ Lässt sich das auch auf den immer

häufiger auftretenden Wunsch der Entbindung

per Kaiserschnitt übertragen?

← Erika Nixdorf: Ja, die Tendenz ist sicher

da. Wenn man dann aber in Ruhe mit den

werdenden Müttern spricht, wenn man

ihnen klar macht, dass die Geburt ein

Erlebnis ist, das wichtig ist, auf das man

sich vorbereiten kann, dann lassen sich

einige noch umstimmen. Und wichtig

zu wissen ist auch, dass ein Kaiserschnitt

eine Operation mit all den damit verbundenen

Risiken ist. Manchmal denke

ich, dass die Mütter heute einfach viel zu

sehr unter Druck stehen. Eine Geburt?

Das ist doch das natürlichste und eigentlich

schönste, was es gibt auf der Welt.


14 Lukas 09 MuSIzIERt

RüCkblICk

Lukas 09

15

Alle Jahre wieder

daS lukaS-wEIHnaCHtS-QuaRtEtt

Was bringt zwei Krankenschwestern, eine Menüassistentin

und einen Küchenleiter jedes Jahr kurz

vor Weihnachten zusammen? Nichts medizinisches

und auch keine kulinarischen Gründe vereinen

die vier Lukas­Mitarbeiter Jahr für Jahr wieder

zur gleichen Zeit.

es ist die Liebe zur musik, die die vier

verbindet. als aktive mitglieder in verschiedenen

Chören haben sie sich kennen-

und schätzen gelernt, ehe sie seit 2003

jedes Jahr als Lukas-Quartett noch ein

bisschen mehr glanz in die Weihnachtsfeier

des Lukas-Krankenhauses bringen.

Mit zwei ausgewählten weihnachtlichen

Stücken begeistern sie die Kollegen jedes

Jahr aufs Neue. Aber nicht das übliche

»Oh du fröhliche...« wird angestimmt,

sondern besondere Weihnachtshits, die

nicht unbedingt in jeder Kirche zu hören

sind. Ob Boney M. oder John Lennon, das

Repertoire des Quartetts ist breit gefächert.

Auch in diesem Jahr verzaubern die vier mit

ihren Alt­, Sopran­ und Basstimmen wieder

die Krankenhausbelegschaft bei der Weih­

nachtsfeier am 14. Dezember. Ob Marianne

Schlesing, Stefanie Linnemann, Anke und

Harry Wojciak auch bei der Arbeit singen?

Das kommt eher selten vor. »Höchstens

mal ein Geburtstagsständchen für die Patienten«

erzählt Marianne Schlesing, die als

Krankenschwester im Lukas­Krankenhaus

arbeitet. »Ich pfeife ab und an mal vor

mich hin, aber singen für mich allein im

Büro, das lohnt ja nicht«, so Harry Wojciak

schmunzelnd, der neben der Gesangseinlage

auch an den weiteren Vorbereitungen

der Weihnachtsfeier beteiligt ist. Und als

kleinen Vorgeschmack hat er schon mal

verraten, dass in diesem Jahr ein »Impro­

Theater« geplant ist. Natürlich nicht von

irgendeiner Theatergruppe, sondern von

den eigenen Mitarbeitern. Alles hausgemacht

also. •

PublIkuMSMaGnEt

lukaS aktIv zIEHt unzÄHlIGE bESuCHER an

es fängt ganz langsam an. Overall überstreifen,

handschuhe anziehen. Dann

aber wird es schwer, ungemütlich. Wer

sich zutraut, mit dem age-explorer

in wenigen minuten um Jahrzehnte

zu altern, der erlebte bei LuKasaktiv,

dem tag der offenen tür des Lukas-

Krankenhauses, das eintauchen in eine

andere Welt. »Ich kann mich kaum noch

bewegen und sehe viel zu wenig«, erzählte

eine Freiwillige. Doch nicht nur der

Lebensabend konnte bei den zahlreichen

Stationen, die überall im Haus verteilt

lagen, erlebt werden. Angefangen bei der

Geburtstklinik gingen die Besucher auf

eine Entdeckungsreise durch das gesamte

Leben. Unterhielten sich mit denen, die

sonst meist im OP anzutreffen sind. Versuchten

selber, mit minimal­invasivem

OP­Besteck auf Gummibärchensuche im

künstlichen Bauch zu gehen. Alle chefärzte

standen Rede und Antwort, Jungen und

Mädchen gingen bei der Kinderrallye auf

Punktejagd und natürlich stellten sich auch

die Partner des Lukas­Krankenhauses mit

Ständen und Aktionen vor. Viele Besucher

nutzten die chance, einen ersten Eindruck

von den neuen Patientenzimmern zu gewinnen.

Zwei Zimmer wurden hierfür extra

komplett umgebaut und zeigen so, was nach

dem groß angelegten Umbau an räumlicher

Freundlichkeit und komfortabler Unterbringung

auf höchstem Niveau zu erwarten ist.

Hier übernahmen Krankenhaus­Vorstand

Wolfgang Rediker und der Vorsitzende des

Aufsichtsrats Helmut Diekmann selber die

Führungen, zeigten den Neugierigen, wie

Farbwahl, technisches Equipment und die

Auswahl bequemer und moderner Möbel zu

einem gelungenen Gesamtbild geformt werden.

Weiter ging es für die vielen Besucher

von einer Station zur nächsten. Der neue

Notfallausweis lag zum Mitnehmen bereit,

Blutdruck und Blutzuckerspiegel konnten

gemessen werden, Selbsthilfegruppen

stellten sich vor, die Diakonie­Stationen

informierten über ihre Leistungen, der

OP­Trakt öffnete seine sonst für die Öffentlichkeit

verschlossenen Türen. Und überall

galt: Fragen sind herzlich willkommen.

So entstand ein Dialog zwischen Bürger

und Mitarbeiter, gewannen die Besucher

ein intensives Bild von der Arbeit, die im

Lukas­Krankenhaus täglich geboten wird.

Und wer wollte, konnte auch selber aktiv

werden. Und wie beim Age­Explorer in

eine ganz andere Lebensphase schlüpfen.

In eine, in der wie bei allen anderen auch

das Lukas­Krankenhaus wenn notwendig

helfend zur Seite steht. •


16 Lukas 09 naCHbaRSCHaft

Lukas 09

17

Das iPad erobert die Pflege

IPad untERStützt MEdIzInISCHE dokuMEntatIon IM kRankEnHauS EnGER

Die medizinische Dokumentation hat

durch die gesetzlichen Qualitätssicherungsmaßnahmen

und für die abrechnung

stationärer Fälle mittels Diagnosis-

Related-groups (DRg) einen deutlich

höheren stellenwert im gesundheitswesen

eingenommen. Ein großer Teil dieser

Dokumentation wird im Ev. Krankenhaus

Enger EDV gestützt in der Geriatriespezifischen

Kliniksoftware Gerismart

erfasst. Die Einführung einer Vergütung

der hochaufwendigen Pflege (PKMSE) im

Krankenhaus führte nochmals zu einer

Verdichtung der Dokumentation. Die

Eingabe erfolgte in der Vergangenheit über

feste EDV Arbeitsplätze im Stationsbereich.

Das Ev. Krankenhaus in Enger hat

zwei Stationen mit je 30 Betten. Auf jeder

Station sind zwei fest installierte EDV

Arbeitsplätze vorhanden. Im Frühdienst ist

ein Arbeitsplatz kontinuierlich durch die

Stationsassistentin besetzt. Somit stehen

nicht für alle Pflegekräfte ausreichend

computerarbeitsplätze zur Verfügung.

Eine zeitnahe EDV gestützte Dokumentation

war somit nicht möglich. Um die

EDV effektiv zu nutzen wurde der weitere

Bedarf von drei Arbeitsplätzen für je zwei

Stationen ermittelt.

Als grundlegende Ausstattung musste

zuerst ein gesichertes Wireless­LAN installiert

werden um die erforderliche Mobilität

zu erreichen. Bei der Ausstattung der mobilen

Arbeitsplätze wurden die derzeit im

Gesundheitswesen genutzten Systeme wie

Laptops oder Pflegearbeitswagen mit computerausstattung

in Erwägung gezogen.

Ein zentrales Problem war die

Stromversorgung und der Platzbedarf der

etablierten Lösungen.

Mit Pflegearbeitswagen muss über eine

Lagerungsmöglichkeit mit gleichzeitiger

Stromversorgung nachgedacht werden.

Die Alternative mittels Laptops wurde

aufgrund der schlechten Handhabung und

der für unsere Ansprüche nicht ausreichenden

Batterieleistung ebenfalls verworfen.

Beide Varianten waren mit hohen

Kosten verbunden.

alS löSunG fand Man daS IPad.

Die gesamte EDV Anlage im Ev. Krankenhaus

Enger arbeitet über eine sogenannte

Remote Desktop Verbindung. Das heißt,

dass alle Programme auf einem zentralen

Server liegen und auf den Pc´s nur

dargestellt werden. Diese Technik machten

wir uns jetzt auf Basis des iPad´s zu nutze.

Somit ist es möglich alle Anwendungen im

System zu nutzen.

Die Kosten liegen dabei beim Anschaffungspreis

um 75% unterhalb der von

Pflegearbeitswagen.

Das iPad verfügt über eine realistische

Batterieleistung von zehn Stunden im Arbeitsbetrieb.

Die Handhabung ist einfach

und auch Pflegekräfte mit geringer Erfahrung

im Umgang mit mobilen EDV Geräten,

können das iPad effizient einsetzen.

Die Pflegekräfte sind somit in der Lage

auf der gesamten Station ihre dokumentarischen

Arbeiten zu erledigen. Schon zur

Aufnahme neuer Patienten kann das iPad

am Patientenbett genutzt werden.


18 Lukas 09 tERMInE

Lukas 09

19

lukaS aktuEll

föRdERvEREIn dES lukaS-kRankEnHauSES MIt nEuEM voRStand

Ein gutes halbes Jahr agierte der bestehende Vorstand des

Fördervereins des Lukas­Krankenhauses kommissarisch, ehe

jetzt ein neues Sextett gefunden werden konnte, das ab sofort

den Vorstand des gemeinnützigen Vereins bildet. Auf der Mitgliederversammlung

wurden Achim Mailänder (Vorsitzender),

Holger Käding (2. Vorsitzender), Wilfried Bockhorst (Schriftführer),

Torsten Werner (Kassenwart) und Stefan Bretschnei­

Ein wichtiger Weg wird fortgesetzt: Mit Tobias Heyer (erweiterter Vorstand),

Achim Mailänder (1. Vorsitzender), Holger Käding (2. Vorsitzender), Torsten

Werner (Schatzmeister), Wilfried Bockhorst (Schriftführer) und Stefan

Bretschneider (erweiterter Vorstand) (Foto v. links) übernehmen sechs Neue

die Führung des Fördervereins des Lukas-Krankenhauses vom scheidenden

Vorsitzenden Prof. Dr. Dieter Brunswig (3. v. l.) und seinen Vorstandskollegen.

kRItIk füR dEn bauCH

der und Tobias Heyer als erweitere Vorstände einstimmig

gewählt. »Uns ist es wichtig, dass die Bevölkerung sich über die

Bedeutung des Lukas­Krankenhauses als Partner an ihrer Seite

bewusst ist. Das Haus wurde vor rund 125 Jahren von Bürgern

für Bürger gegründet – und diese Verhältnis bildet auch heute

noch die wichtige Basis des Krankenhauses. Das gilt es zu

pflegen und mit den finanziellen Mitteln auszustatten, die eine

möglichst optimale pflegerische wie medizinische Versorgung

aller ermöglicht«, so Achim Mailänder. Zukünftig will der

Vorstand durch unterschiedliche Spendenaktionen und gezielte

Mitgliederwerbung die Einnahmenseite des Vereins deutlich

verbessern. Dabei gehe es in der Spendenarbeit darum, die

Arbeit im Lukas­Krankenhaus auf breiter Basis zu unterstützen.

Ob Palliativstation, die medizinische Versorgung von Kindern

aus Krisengebiete oder die Anschaffung von technischem Gerät,

das nicht über den normalen Kostenplan abgedeckt werden

kann – immer dann, wenn finanzielle Mittel notwendig sind,

um die Effizienz des Krankenhauses und die Umsetzung des

diakonischen Gedankens steigern zu können, will der Förderverein

helfend eingreifen. •

SPEndEnkontEn

Konto: 204 435 796, BLZ 494 501 20 Sparkasse Herford,

Konto: 426 826 600, BLZ 494 900 70, Volksbank Bad Oeynhausen

Der rote Rahmen hängt direkt vor dem Kreißsaal. Und in ihm

der Gipsabdruck eines Bauches einer Schwangeren. Doch

dieses bunte Etwas dient nicht nur dazu, Kunstliebhaber zu

erfreuen. Sondern erfüllt auch einen ganz anderen Zweck. Lob,

Kritik und Anerkennung können schriftlich abgefasst und

in einen »Bauchschlitz« geworfen werden. Der Gipsabdruck

fungiert also als die Stätte, in der Patienten und Angehögrige

ihre Kritik, ihre Verbesserungsvorschläge loswerden können.

Das ganze bleibt am Ende dann kein »Bauchgefühl«, sondern

findet Ausdruck im Qualitätsmanagement.


buCHtIPP

MICHaEl klEEbERG:

daS aMERIkanISCHE HoSPItal

Im renommierten amerikanischen Hospital von Paris trifft die Französin

Hélène, die sich dort einer künstlichen Befruchtung unterzieht, auf den

amerikanischen Offizier David cote, der durch seine schrecklichen Erlebnisse

im ersten Golfkrieg traumatisiert wurde.

Auf ihre Bitten hin vertraut er ihr, einer überzeugten Pazifistin, im zeitlichen

Rhythmus ihrer durch die medizinischen Untersuchungen vorgegebenen

Begegnungen im Hospital, nach und nach seine Kriegserlebnisse an.

Sie belasten ihn psychisch nach wie vor so sehr, dass ein längerer Krankenhausaufenthalt

notwendig ist. So entsteht zwischen den beiden Personen

ein Beziehungsgeflecht, in dem es in tiefgehenden Dialogduellen um Krieg

und Vernichtung, Sterben und Geborenwerden, Krankheit und Heilung

geht. Die quälendste Frage für David cote ist die nach seiner persönlichen

Verantwortung für den Tod vieler Unschuldiger. Auf der anderen

Seite lösen bei Hélène die wiederholten, jedoch stets vergeblichen Versuche

auf technischem Wege ein Kind zu bekommen, furchtbare Qualen

aus. Aber durch ihre Begegnungen und Gespräche im Hospital schöpfen

beide mehr und mehr Kraft, um ihre Ängste allmählich abzubauen.

Der Roman liefert viele beeindruckende sprachliche Bilder, insbesondere

von der Landschaft im Irak, soweit sie noch nicht vom Kriegsgeschehen

berührt wurde.

Für diesen Roman wurde der Autor mit dem evangelischen Buchpreis

2011 ausgezeichnet und ist somit laut Jury »ein Buch, das anregt, über

uns selbst, unser Miteinander und unser Leben mit Gott nachzudenken«.

Text von Friedhelm Tiemann


unSERE öffnunGSzEItEn:

Montag: 16–17 Uhr

Mittwoch und Freitag: 9.30 –11.30 Uhr

Montags zwischen 14 und 16 Uhr kommt der

Bücherwagen auf alle Stationen.

Sie haben dann die Möglichkeit, vom Bett aus

Bücher auszuleihen. Die Rückgabe ist auch auf

den Stationen beim Pflegepersonal möglich.

RESERvIERt füR dEn naCHwuCHS

Manchmal muss es ganz schnell gehen. Vor allem, wenn es um die Geburt

eines neuen Lebens geht, ist Schnelligkeit und Sicherheit gleichermaßen

gefragt. Damit diese Fahrt aber auch für die bequem und vor allem sicher

durchgeführt werden kann, die nicht von Angehörigen oder Bekannten

zur Entbindung gebracht werden können, bietet das Lukas­Krankenhaus

jetzt das Storchen­Taxi an. Durchgeführt wird dieser Service von unserem

Partner »MediTrans«, der seine modernen Fahrzeuge in direkten Nähe des

Krankenhauses stationiert hat und Tag und Nacht erreichbar ist. Versiertes

Fachpersonal hilft beim Einsteigen, versorgt die Schwangeren während

der Fahrt und garantiert so für eine sichere Fahrt in Richtung Lukas­Krankenhaus.

Auch wenn die Angehörigen die bald Gebärende zu uns bringen

können, bieten wir einen besonderen Service. Direkt an der Einfahrt zur

Notaufnahme steht der Storchenparkplatz für all diejenigen bereit, die kurz

vor der Geburt stehen. •


20 Lukas 09 PaRtnERSCHaft I

Lukas 09

21

Alles für Ihre Gesundheit…

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HDZ_BL_Anz-LUKASMag_RZ.indd 1 14.11.11 13:27

auSGEzEICHnEt

dIakonIEStatIonEn ERHaltEn naCH ISo 9001:2008 zERtIfIzIERunG

ein gutes Jahr lang arbeiteten die Verantwortlichen

der Diakoniestationen im

Kirchenkreis herford an einer Vereinheitlichung

ihrer Prozesse, am schaffen

gleicher abläufe im Pflegedienst.

Daten wurden dafür gesichtet, Ablauf­

und Projektpläne erstellt. Ein Qualitätsmanagement­Handbuch

musste erarbeitet,

Dokumente mussten eingeordnet werden,

ehe all die Vorgaben erfüllt waren, die

jetzt den Diakoniestationen eine besondere

Auszeichnung möglich macht. Nach

DIN EN ISO sind die neun Stationen

nun zertifiziert, nachdem erst auch das

interne Audit, dann das Zertifizierungs­

Audit im Juni zur vollsten Zufriedenheit

des Zertifizierers »ZertSozial« verlaufen

war. Dabei ging es hier nicht allein darum,

die Vorgaben zu erfüllen. »Durch diese

Fortentwicklung weiß nun jeder unserer

Kunden, dass er in all unseren Stationen,

bei all unseren Mitarbeitenden gleich gut

versorgt wird. Unabhängig davon, von

welcher unserer neun Stationen er versorgt

wird«, so Geschäftsführer Wolfgang

Rediker. Transparenz werde so geschaffen,

die auch zukünftig immer wieder nach objektiven

Maßstäben überprüft wird. Bereits

im kommenden Jahr steht das Re­Audit an,

ehe ein Jahr später beim Überwachungs­

Audit geschaut wird, ob die Vorgaben auch

weiterhin erfüllt werden. So wurde die jetzt

überreichte Zertifizierungsurkunde mit einer

Geltungsdauer bis 2014 ausgestellt, ehe

dann wieder das Prozedere von Neuem

beginnt. »Auch wenn diese Zertifizierung

viel Arbeit für alle Beteiligten bedeutet hat,

ist das Ergebnis eines, das uns weiterhin

qualitativ von unseren Mitbewerbern

absetzt und unseren Kunden zeigt, dass sie

bei uns besonders gut aufgehoben sind«,

unterstreicht Gerd Meyer. Denn nach DIN

EN ISO ist im gesamten Kreisgebiet neben

den Diakoniestationen im Kirchenkreis

Herford kein ambulanter Pflegedienst

zertifiziert. Doch diese orientierten sich

bei den vorbereitenden Maßnahmen zur

Zertifizierung nicht nur an den Vorgaben

von »ZertSozial«. »Parallel haben wir auch

darauf geachtet, dass wir bei all unseren

Strukturen und der Bewältigung der alltäglichen

Aufgaben auch die Kriterien des

Medizinischen Dienstes der Krankenkassen

erfüllen«, erklärte Wolfgang Rediker

nach Überreichung der Zertifizierungs­

Urkunde Mitte November. So erhalte der

Kunde gemeinsam mit dem Angehörigen

jetzt nicht nur das Gefühl des Maximums

an Sicherheit und Professionalität bei der

Pflege. Jetzt sei dies auch nach objektiven

Kriterien belegt. Und gleichzeitig weiß er

auch, dass sich die Diakoniestationen auch

zukünftig um die Qualität ihrer Arbeit

sorgen. »charakteristisch für die Zertifizierung

ist ja, dass wir uns in einem ständigen

Prozess der Weiterentwicklung befinden«,

so Wolfgang Rediker. Es gehe darum, dass

Wissen, Prozesse, Produkte und Dienstleistungen

auf Basis der Prüfungsergebnissen

weiterentwickelt werden. So dokumentierten

die Audits immer den aktuellen

Stand der eigenen Qualitätsentwicklung.

Damit ist die jetzt erzielte Zertifizierung

der Beginn des Schaffens und Weiterentwickelns

eines qualitativen Standards in

der häuslichen Pflege, der im gesamten

Kreisgebiet seinesgleichen sucht.


22 Lukas 09 kunStvoll

Lukas 09

23

Inspiration? Finde ich überall.

SEbaStIan fÄtH StEllt IM GalERIEGanG auS

bERlInS tIEfER oStEn. oStbaHnHof, wEItER MIt dER S-baHn zuM

oStkREuz und dann duRCH EnGE GaSSEn GElaufEn, bREItE StRaSSEn

übERQuERt und IRGEndwann StEHt Man voR EInEM GEMüSEHÄndlER.

da REInGESCHlüPft, dIE tREPPE naCH untEn GEnoMMEn, voRbEI an GE-

StaPEltEM und aufbEwaHRtEM, an PaPPkaRtonS und auSRanGIERtEM.

und PlötzlICH StEHt dER bESuCHER IM atElIER von SEbaStIan fÄtH.

ein kleiner Raum, vollgepackt mit CDs

und Leinwänden, mit Farbtuben und

Pinseln. an der Wand gerade das neuste

Werk, Frau und Pferd, irgendwie an die

heimat des Künstlers erinnernd. seine

heimat? Liegt immer noch in Ostwestfalen,

immer noch in Ostkilver. Da, wo

er aufgewachsen ist, wo er die Liebe zur

Malerei entdeckte. Und wo der gelernte

Grafik­Designer auch heute noch einige

seiner Motive findet. »Ich mag alte, kaputte

Fotos, die fast schon auseinander fallen«,

erzählt Sebastian Fäth, während sein Blick

über seine Werke gleitet. Es sind Motive,

Bilder, Augenblicke, über die er stolpert.

Die plötzlich auftauchen und die er dann

festhält. Um sie in seinem Atelier dann in

ein Kunstwerk zu verwandeln. Wichtig sei

dabei, dass es ordentlich, technisch perfekt

ausschaut. Immer wieder tritt er also einen

Schritt zurück von der Wand, schaut genau

hin, schätzt ab, bessert nach. Ein Perfektionist

an der Leinwand, die eigentlich

falsch herum aufgezogen ist. Die nicht

die strahlend weiße, sondern die flächig

braune Oberfläche nutzt. Auch das habe

sich einfach so ergeben, er sei halt der Typ

Künstler, der sich die Sachen von beiden,

von allen Seiten aus anschaue. Das Auge

des Betrachters aber darf keine Ecken, keine

Kanten in der Visualisierung entdecken.

Besonderes Augenmerk legt Sebastian Fäth

dabei auf die korrekte Perspektive, auf

eine möglichst naturgetreue Wiedergabe.

So entstehen Bilder von Abluftanlagen,

»Meist sind es die

kleinen Dinge des

Alltags, aus denen

große Kunstwerke

werden.«

einige Meter hoch und dann zart und fast

zerbrechlich daher kommend. Hier unten,

im Souterrain, kann er die Zeit vergessen.

»Mal bin ich nur ein paar Augenblicke hier,

dann vergehen zehn, zwölf Stunden, ehe

ich das Tageslicht wieder sehe«, stellt Fäth

manchmal selbst erstaunt fest. Je mehr Zeit

er im Atelier verbringt, desto geschärfter

sind seine Antennen. Die, die ihn aufmerksam

machen auf Alltagsgegenstände,

die dann eben doch nicht alltäglich sind.

Die es wert sind, aufgenommen, abgemalt

zu werden. Dazu nutzt er nicht nur eine

außergewöhnliche Leinwandoberfläche,

sondern auch eine Farbe, die es eigentlich

gar nicht geben darf. »Ich male mit einer

auf Wasser basierenden Ölfarbe. Wie das

geht? Keine Ahnung. Aber es geht«, erzählt

Sebastian Fäth beim Besuch in seinem Berliner

Atelier. Trotz der gut 300 Kilometer

zwischen neuer und alter Heimat, obwohl

er schon früh Rödinghausen verließ, um

Grafik­Design zu studieren und sich der

Malerei zu widmen, ist die Bindung nach

Ostwestfalen immer noch eine starke. Hier

geht er spazieren, hier entdeckt er Motive,

die später zu Bildern werden. Überlegt, ob

er sich ganz auf die Malerei, das Künstlerleben

konzentrieren wolle, hat er schon

manches Mal. Allerdings mit dem immer

gleichen Ergebnis. »Es ist eine Wahnsinnsvorstellung,

von der Malerei zu leben. Weil

es wahnsinnig viel Spaß machen würde.

Und es finanziell der Wahnsinn wäre«, so

Sebastian Fäth.

Ab dem 11.12.2011 sind die Fotos des

in Berlin lebenden Künstlers im Galeriegang

des Lukas­Krankenhauses zu sehen.

Welche Werke er genau mitbringen wird,

ist jetzt, im Spätsommer bei unserem

Besuch noch nicht endgültig geklärt. Die

Ausstellung wird wohl von zwei Ebenen

dominiert werden. Einer, die ganz neue

Werke zeigt, und einer korrespondieren,

die auf dem Archiv von Sebastian Fäth

gründet. Der Galeriegang? Sei vor allem

eins: »Eine große Herausforderung, wenn

ich da meine ganz großen und ganz kleinen

Werke zur Geltung kommen lassen

will«, erzählt Sebastian Fäth. Und stellt

sich der Herausforderung sehr gerne. Geht

es doch darum, hier auch alte Freunde und

Bekannte wiederzutreffen. Eine Ausstellung

also, die zum Heimspiel wird. Auch

wenn sich das hier, in der Hauptstadt, in

diesem kellerartigen Atelier, eigentlich

ganz anders anfühlt. •


24 Lukas 09 wEltwEIt

Lukas 09

25

Zurück in die Heimat

MEdIzInISCHE vERSoRGunG füR zwEI MÄdCHEn auS anGola

MuaMza und vIRMa SInd SEHR lEbHaftE kIndER.

tanzEn SInGEnd übER dEn fluR dER StatIon 4b,

tobEn duRCH IHR zIMMER, tuRnEn, balanCIEREn.

Dass sie vor wenigen monaten ins

Lukas-Krankenhaus kamen und zu diesem

zeit punkt gar nicht feststand, ob sie

überhaupt wieder schmerz- und beschwerdefrei

laufen könnten, lässt sich jetzt im

herbst nicht mal mehr erahnen. Dabei sah

ihre Prognose alles andere als gut aus. »Eine

Knochenentzündung, die diese beiden Mädchen

aus Angola am Ober­ beziehungsweise

Unterschenkel besaßen, sieht man heute

in Europa gar nicht mehr. Und doch ist sie

sehr gefährlich, kann sie zu Versteifungen,

zum Verlust der Gliedmaße und auch,

wenn sie unbehandelt bleibt, zum Tode

führen«, sagt Dr. Hagen Pannenborg, Stationsarzt

in dieser unfallchirurgischen Abteilung.

Das Friedensdorf Oberhausen las

diese Kinder in Angola auf, stellte schnell

fest, dass die beiden wichtigsten Kriterien

für eine Verbringung nach Deutschland

erfüllt waren. Beide Mädchen konnten

aufgrund der medizinischen Entwicklung

in ihrem Heimatland nicht behandelt

werden. Und ihre Familien sind so arm,

dass sie selber einen Flug in ein anderes

Land, hin zu einer medizinisch adäquaten

Versorgung nicht finanzieren konnten.

Also wurde Prof. Dr. Hartmuth Kiefer,

chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie

und Orthopädie vorab über die beiden

Mädchen und ihr Krankheitsbild informiert

und konnte nach der eingehenden

Analyse der Unterlagen grünes Licht für

die Behandlung geben. Zuvor musste

natürlich auch die finanzielle Seite dieser

Hilfsmaßnahme abgeklärt werden. Öffentliche

Mittel gibt es für solche Einsätze

nicht. Und doch setzt sich die Verwaltung

des Lukas­Krankenhauses dafür ein, dass

solche medizinischen Versorgungen von

Kindern aus Krisengebieten möglich sind.

Mit der Hilfe des Fördervereins werden

die Kosten geschultert, die hier entstehen.

Und die sind nicht unerheblich. Denn eine

Knochenentzündung ist eine Erkrankung,

die meist ein mehrfaches Operieren und

eine intensive Antibiotika­Therapie notwendig

macht. Im Falle von Muamza und

Virma waren gleich vier bzw. acht Operationen

nötig, ehe die Entzündung abgeklungen

war. Sehr langwierig und aufwändig

ist diese Therapieform, so dass die beiden

insgesamt länger als fünf Monate im

Lukas­Krankenhaus verbrachten. Damit

dieser Aufenthalt nicht zu eintönig wurde,

opferten einige Pflegekräfte einen Teil ihrer

Freizeit – und das freiwillig und sehr gerne.

Es ging raus zum Eisessen, später, als die

Beschwerden schon deutlich geringer

waren, auch auf den Spielplatz und in den

Zoo. »Uns ist es wichtig, dass die Kinder,

die durch ihre Erkrankung schon bestraft

genug sind, hier eine schöne Zeit verbringen«,

so Bianka Nimzik, Stationsleiterin

auf der Station 4B. Bei dieser Freizeitgestaltung

fiel die Verständigung nicht leicht,

erlernten die beiden doch nur sehr wenige

deutsche Wörter. »Wenn wir ein einzelnes

Kind haben, dann geht das ganz schnell

und die Verständigung auf Deutsch klappt

schnell reibungslos«, weiß Bianka Nimzik.

Doch Muamza und Virma unterhielten

sich lieber weiter auf Portugiesisch, lernten

nur das, was man braucht. »Sie können

um eine warme Milch bitten, fragen, ob

sie duschen dürfen – meist aber haben

wir uns mit Hilfe eines Dolmetschers und

mit Händen und Füßen unterhalten«, sagt

Bianka Nimzik. Eine Bünder Familie half

bei den Übersetzungen weiter. Verstehen

aber, dass die Rückreise bald ansteht,

konnten die beiden Mädchen aus Angola

auch so. »Wir teilen das den Kindern

immer erst möglichst spät mit, damit sie

nicht enttäuscht sind, wenn es doch einmal

Verschiebungen gibt«, erklärt die Krankenschwester.

Doch Muamza und Virma

gingen mit einem lachenden und einem

weinenden Auge. Natürlich freuten sie sich

auf die Rückkehr in ihre Heimat. Aber ehe

der Flieger vom Düsseldorfer Flughafen

abhob, ging es erst einmal ins Friedensdorf

in Oberhausen, »und da wussten sie gar

nicht, was sie dort erwartete«, erklärt sich

Bianka Nimzik die Wehmut der beiden.

Die stehen aber schon rund vier Wochen

später wieder vor der Tür des Lukas­Krankenhauses.

»Uns ist es immer wichtig, dass

wir die Kinder noch einmal zur Abschlussuntersuchung

zu Gesicht bekommen

und untersuchen können«, so Dr. Hagen

Pannenborg. Also wurden noch einmal

Röntgenbilder studiert und die Narben

betrachtet, ehe es endgültig Abschiednehmen

hieß. »Meist bekommen wir noch ein

Foto zugeschickt, das am Heimatflughafen

geschossen wird. Dann aber hören wir

nie wieder etwas. Und fragen uns dann

doch manchmal, wie es wohl den jungen

Patienten geht, die wir hier über Monate

beherbergt und versorgt haben«, sagt Bianka

Nimzik. Wie es mit Muamza und Virma

also weitergeht in dem afrikanischen Staat,

der nicht zur Ruhe zu kommen scheint,

ist ungewiss. Durch die medizinische

Versorgung im Lukas­Krankenhaus haben

sie aber beste Voraussetzungen, um auch

in ihrer Heimat singend und tanzend ihrer

Lebensfreude Ausdruck zu verleihen. •


26 Lukas 09 PaRtnERSCHaft II

Lukas 09

27

wIES’n flaIR

MItaRbEItER dER lukRa SERvICE SERvIEREn dEftIGES IM dIRndl

Eigentlich war es eher eine spontane

Idee. Geworden ist es dann eine, die

viele Mitarbeiter im Lukas­Krankenhaus

begeisterte.

Passend zur Oktoberfestwoche auf dem speiseplan zogen sich

die beiden Lukra-service mitarbeiterinnen heike Luchtmeier

und annerose horschig ihre beiden Dirndls über. »Die haben

wir schon seit Jahren im Schrank, tragen sie immer, wenn wir

aufs Löhner Oktoberfest fahren. Da lag es nahe, dass wir auch so

gekleidet hier in der Mitarbeiter­Kantine die Bayrischen Spezialitäten

ausgeben«, erzählen die beiden Damen. Eine Woche lang

wurde in der Küche der Lukra­Service das gekocht und gebrutzelt,

was sonst eher auf dem Münchner Oktoberfest serviert wird. Brezeln,

Dampfnudel, Schweinshaxe mit Kraut und Klößen, Kässpätzle,

bayrischer Fleischpflanzerl und Spanferkelrollbraten begeisterten

nicht nur die, die eh ein Faible für die deftige bayrische

Küche haben. »Wir haben sehr viel Zuspruch erhalten – und das

nicht nur wegen unserer passenden Kleidung, sondern vor allem

wegen des Essens, das sonst nur selten den Weg auf unseren ohnehin

abwechslungsreichen Speiseplan findet«, so die beiden Lukra­

Service Mitarbeiterinnen. Fast 1.000 Gerichte werden täglich in

den großen Pfannen und Töpfen der Lukra­Service zubereitet.

Denn nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Patienten in

Bünde, im Evangelischen Krankenhaus Enger und in weiteren

Einrichtungen freuen sich täglich darauf, durch die Lukra­Service

verköstigt zu werden. Abwechslung und gleichzeitig das Achten

auf eine möglichst gesunde und ausgewogene Ernährung charakterisiert

die Vorgehensweise in der Küche, die sich immer wieder

Themenwochen ausdenkt, die dann mit verschiedenen Gerichten

inhaltlich gefüllt werden. Verkleiden tun sich Heike Luchtmeier

und Annerose Horschig dabei aber nur einmal im Jahr. »Als Nikolaus

werden wir in der Vorweihnachtszeit hier wohl nicht stehen«,

erzählen die beiden schmunzelnd, nachdem ihre Kostümpremiere

zum Schluss der Oktoberfestwoche zu Ende geht. Gefallen hat es

aber auch ihnen, gelacht haben sie, als immer wieder nach der

zum Essen passenden Maß Bier gefragt wurde, »und wir leider

immer verneinen mussten«, so die beiden Lukra­Service Mitarbeiterinnen

mit einem Augenzwinkern. Nächstes Jahr soll es

im Oktober eine kulinarische Wiederholung geben. »Und wenn

es nach uns geht, dann ziehen wir dann auch gerne wieder das

Dirndl an«, sind sich die beiden schon jetzt sicher. •


28 Lukas 09 oPERatIv

Lukas 09

29

Viel Lärm im Nichts

dIE REvISIonS-oP HIlft REGInE SolIbakkE

ES tRat Ganz PlötzlICH auf. EInE büCkEndE bEwEGunG – und da waR ES.

und GInG nICHt wIEdER wEG. SondERn blIEb, kEHRtE IMMER wIEdER.

gemeint ist ein sogenanntes Bewegungsgeräusch,

kein Knacken, kein dumpfes

Klopfen, »sondern etwas viel unangenehmeres«,

erzählt Regine solibakke.

Sie hatte vor ihrer auswärtigen Operation

lange überlegen müssen, ob sie sich eine

künstliche Hüfte operativ einsetzen lassen

sollte. »Eigentlich war ich mit meinen 54

Jahren ja gar nicht der klassische Patient

für eine solche Operation«, sagt die Frau

aus Essen. Aber die Schmerzen wurden

immer schlimmer, die Arthrose schritt

weiter voran – und auch ihrer Leidenschaft,

dem Tanzsport, konnte sie nicht

mehr nachgehen. Dabei handelte es sich

hier nicht um den Gesellschaftstanz, nicht

um ein unregelmäßiges Ausgehen mit anschließendem

Tanz, »sondern um echten

Leistungssport. Training drei Mal in der

Woche, Turniere am Wochenende«, sagt

Regine Solibakke, und wer genau hinhört,

der erfährt zwischen den Zeilen, dass es

nicht nur eine schwungvolle, sondern auch

erfolgreiche Freizeitbeschäftigung gewesen

sein muss. Doch die gehörte der Vergangenheit

an, zu stark der Schmerz, zu belastend

die drehenden, die das Hüftgelenk

stark belastenden Bewegungen. Ein Grund

mehr also, sich für eine solche Operation

zu entscheiden. »Ich habe mich lange

damit beschäftigt, mich intensiv informiert

und dann die Entscheidung dazu getroffen«,

so die Tanzbegeisterte. Doch bereits

im OP­Saal gab es erste Komplikationen.

Der Oberschenkel zerbrach beim Einschlagen

der Schaft­Prothese, musste mit einem

Ring zusammen gehalten werden, »was

die Zeit, bis ich wieder richtig fit war, dann

doch verlängert hat.« Doch die eigentlichen

Probleme begannen erst fünf, sechs

Monate später. »Erst wusste ich gar nicht,

wie ich diese Geräusche einordnen sollte,

dann aber wurden sie immer störender,

traten immer häufiger auf«. Anfangs

klang es wie das Ächzen eines rostigen

Scharniers. Doch dieser Klang veränderte

sich. »Es hört sich irgendwann an wie ein,

nun, Pupsen. Können Sie sich vorstellen,

wie peinlich so etwas sein kann?« fragt

Regine Solibakke und mag sich weder an

die Geräusche noch an die Zeit, als diese

auftraten, zurück erinnern. Das Schnürsenkelzubinden

war bald schon nicht mehr

geräuschlos möglich, auch andere Alltagsbewegungen

riefen die Töne hervor. Ein

Besuch beim Operateur brachte nur Ernüchterung,

so etwas könne vorkommen,

»sei ihm allerdings noch nie vorgekommen,

ließe sich aber gleichzeitig einfach nicht

vermeiden«, so die ernüchternde Antwort.

Doch zufrieden geben wollte sich Regine

Solibakke mit diesen Antworten nicht. Sie

suchte im Internet weiter und stieß dort

auf Professor Dr. Michael Morlock, Biomechaniker

aus Hamburg, der sich genau

mit dieser Problematik beschäftigt. Schnell

war die Verbindung aufgebaut, ebenso flott

erfuhr die Patientin, dass Schwingungen

in ihrem Knochen, hervorgerufen von der

Prothese, verantwortlich für die Geräusche

sind. »Diesem Phänomen sollte man unbedingt

nachgehen. Denn das Geräusch wird

primär von einem Reiben durch eine nicht

mehr glatte Oberfläche hervorgerufen.

Und das bedeutet Stress für das Material,

für den es nicht gebaut ist«, so der Materialforscher.

Auch erfuhr sie hier – ebenso

wie beim Prothesenhersteller Aesculap,

dass Abhilfe im ostwestfälischen Bünde zu

finden sei. »Beide Befragten rieten mir unabhängig

voneinander dazu, mich an Prof.

Dr. Hartmuth Kiefer am Bünder Lukas­

Krankenhaus zu wenden«, so Regine Solibakke.

Der Orthopäde und Unfallchirurg

ist mit dem Problem vertraut, weiß, dass

es vorkommen kann, dass der künstliche

Hüftkopf aus verschiedenen möglichen

Gründen nicht zentral in der mit Keramik

ausgekleideten Hüftpfanne sitzt, sondern

an den Übergang zum Metall stößt. »Bei

»Anfangs klang

das Geräusch

aus meiner Hüfte

wie das Ächzen

eines rostigen

Scharniers.«

solch einer Reibung wird die Kopfoberfläche

rau, schafft es der Körper nicht, eine

ausreichende Schmierschicht aufzubauen,

die für den im wahrsten Sinne des Wortes

reibungslosen Ablauf der Bewegung

sorgt«, so der erfahrene Mediziner, der

von vielerorts Patienten mit ähnlichen

Problemen zugewiesen bekommt. Erst mit

einer Revisions­OP kann dieses Problem

gelöst werden. »Natürlich war ich am

Anfang skeptisch, wollte ich wirklich noch

eine Operation, noch ein weiteres Risiko

eingehen?«, fragte sich Regine Solibakke.

Und entschied sich nach dem anfänglichen

Zögern dann doch dazu. Nach der Operation

dann eine erste vorsichtige Bewegung,

dann die Physiotherapie und schnell die

gewonnene Erkenntnis, dass alles still ist,

wenn sie sich bewegt, wenn sie das Bein

vorsichtig streckt oder beugt.

»Die Wahrscheinlichkeit ist zwar sehr

gering, aber es kann vorkommen, dass

es zu solch einer Verschiebung zwischen

Hüftkopf und Hüftpfanne kommt«, erklärt

Pr. Dr. Hartmuth Kiefer das Phänomen der

Nebengeräusche. Denn es bleibe während →


30 Lukas 09 zERtIfIzIERt

Lukas 09

31

der OP im Hüftbereich nur wenig Platz,

um den perfekten Überblick zu erzielen

und gleichzeitig auf den Millimeter genau

arbeiten zu können. Ein Grund mehr für

den versierten Unfallchirurgen und Orthopäden,

auf das navigierte Operationsverfahren

zu vertrauen. Bei dem werden

an Werkzeugen wie an Körperpartien des

Patienten kleine Kugeln angebracht, die

wie zwei optische Augen abtasten. So erhält

der computer einen bildlichen Eindruck

und errechnet genau, wie die Instrumente

eingesetzt, welche Winkel berücksichtigt

werden müssen, damit später die

unterschiedlichen Achsen im Hüft­ und

Beinbereich perfekt zueinander stehen.

»Wer Auto fährt, der verlässt sich heute

fast automatisch auf ein Navigationssystem.

Wenn das bei Kilometern schon alltäglich

ist, ist es dann nicht viel wichtiger, wenn

man solch eine Technik einsetzt, wenn es

um Millimeter geht?«, fragt sich Prof. Dr.

Kiefer eigentlich schon lange nicht mehr.

Bei jeder Prothesen­OP im Hüft­ und

Kniebereich wird im Lukas­Krankenhaus

heute diese Technik eingesetzt. Und sorgte

jetzt auch bei Regine Solibakke dafür, dass

nun die Achsen sowie Prothesenkopf

und Prothesenpfanne perfekt zueinander

stehen.

Schon nach wenigen Tage spürte die Patientin,

dass sie sich schnell von der Operation

erholen, dass sie schnell wieder auf die

Beine kommen würde. »In der Reha­Klinik

hatte ich mir anfangs gewünscht, nach

drei Wochen nicht mehr auf den Einsatz

von Gehhilfen angewiesen zu sein – und

hatte mein Ziel schon nach zwei Wochen

erreicht«, berichtet Regine Solibakke heute

nicht ohne Stolz.

Froh ist sie heute, dass sie selber im

Internet auf die Suche nach der Lösung

ihres Problems ging. Dass sie mit Professor

Dr. Morlock einen Fachmann fand, der

objektiv die Sachlage beurteilte und ihr

den wichtigen Tipp mit dem Bünder Spezialisten

geben konnte. Und dass sie nun

in den Genuss der navigierten Operationsform

kam, die an manchen Kliniken zum

Standard gehört und die anderswo nicht

zum Einsatz kommt.

Zwölf Wochen nach der Operation

sitzt die Frau aus Essen wieder im Büro

von Prof. Dr. Kiefer. Schaut sich mit ihm

aktuelle Röntgenaufnahmen an und

vergleicht sie mit den Aufnahmen, die

zwischen erster und zweiter Operation

entstanden sind. »Hier sieht man deutlich

»Wer Auto fährt,

der verlässt sich

heute ganz

automatisch auf

sein Navi. Im OP

sollte das nicht

anders sein.«

die Unterschiede im Stand der beiden

Achsen zueinander«, so die Meinung der

beiden Betrachter.

Froh ist Regine Solibakke, wie schnell

sie die Operation vergessen konnte, wie

wenig ihre künstliche Hüfte sie einschränkt.

Vor allem aber: dass sie sich nun

bewegen kann, ganz ohne dabei Geräusche

zu produzieren. Für das Tanzen reicht es

aber immer noch nicht. Denn nicht nur

die rechte Hüfte machte vor der ersten

Operation Probleme, sorgte für Schmerzen

und Schwierigkeiten in der Beweglichkeit.

»Mit der linken Hüfte sieht es nicht

wirklich besser aus«, weiß die Presse­

Referentin. Nach ihrer OP­Odyssee will sie

nicht sofort auch die andere Hüfte gegen

ein künstliches Gelenk austauschen lassen,

»aber natürlich beschäftige ich mich schon

jetzt mit diesem Gedanken«, so Regine

Solibakke. Ist sie noch unentschieden,

ob und wann sie sich für diesen Eingriff

entscheidet, so steht schon jetzt fest, wo

sie sich operieren lassen wird. »Dann wird

mein Weg wieder nach Bünde führen – damit

meine beiden künstlichen Hüften dann

sehr gut funktionieren, und das geräuschlos«,

sagt die Frau, die wieder von der

Aufnahme des Tanzhobbys träumt. •

bEStnotEn von dEn PatIEntEn

tECHnIkER kRankEnkaSSE übERREICHt »klInIkuS« an kRankEnHauS-voRStand

eine objektivere Kritik der Patienten

kann es nicht geben. Vier Wochen nach

ihrem mindestens dreitägigen aufenthalt

im Lukas-Krankenhaus wurden sie

von ihrem Versicherer, der techniker

Krankenkasse befragt, wie ihnen der

aufenthalt gefallen hat, wie sie den

Behandlungserfolg, die medizinischpflegerische

Versorgung, die information

und die Kommunikation beurteilen.

»Das Ergebnis dieser Befragung hat gezeigt,

dass hier im Vergleich zum Bundesdurchschnitt

überdurchschnittliches geleistet

wird«, sagt Beate Hanak von der Techniker

Krankenkasse, die aufgrund dieses Ergebnisses

den sogenannten Krankenhaus­

Award »Klinikus« mitbringen konnte.

»Für uns ist dieses Ergebnis natürlich sehr

erfreulich, haben in Herford und Bielefeld

nur vier Kliniken die Voraussetzungen

für diesen Award erfüllen können«, so

Vorstand Wolfgang Rediker. »Wir wissen,

dass gerade dann, wenn ein gewisser

Zeitraum verstrichen ist, die Eindrücke,

die in unserem Haus gesammelt wurden,

kritisch bewertet werden«, unterstreicht

dann auch Kollege Dr. Stefan Kerst. Umso

erfreulicher sei es, dass das Ergebnis der

100 befragten Patienten so positiv ausfiel.

»Die Befragung, die bei uns im zweijährigen

Rhythmus stattfindet, zeigt einfach,

dass der Patient heute nicht nur Wert auf

eine technisch hervorragende Ausstattung

legt. Sondern ihm vor allem wichtig ist,

dass er sich gut aufgehoben und betreut

fühlt«, sagt Beate Hanak. Beides scheint im

Lukas­Krankenhaus der Fall zu sein, die

Zahlen sprechen da eine deutliche Sprache.

»Dieser Award ist damit vor allem für

unsere Mitarbeitenden eine echte Anerkennung«,

lobt dann auch Pflegedirektorin

Renate Letsch. Gerade der enge Kontakt

zwischen Ärzteschaft und Pflegenden, die

Kommunikation gegenüber dem Patienten

sei in der vergangenen Zeit verbessert worden.

»Das Resultat daraus sehen wir jetzt

in diesem Befragungsergebnis«, so Renate

Letsch erfreut. So liegt das Lukas­Kranken­

haus in allen fünf abgefragten Kriterien

deutlich über dem Bundesdurchschnitt,

für dessen Ermittlung insgesamt 350.000

Versicherte angeschrieben wurden. »Für

uns ist diese Wertschätzung von außen

sehr wichtig«, unterstreicht Wolfgang Rediker,

dem auch ein weiteres erstaunliches

Ergebnis der Befragung gefällt. »Wir haben

es ganz selten, dass das Krankenhausessen

gelobt wird – hier war das aber häufig und

ausdrücklich der Fall«, so eine erstaunte

Beate Hanak. Drei Gerichte stehen hier

täglich zur Auswahl, im Wahlleistungsbereich

sind es gar sieben. »Wenn dann

noch die Küche im eigenen Haus liegt und

die Verpflegung nicht von einem externen

caterer übernommen wird, dann kommt

ein solch tolles Ergebnis zustande«, erklärt

sich Wolfgang Rediker dieses Lob der

Patienten.

278 Krankenhäuser konnten aufgrund

dieser Befragung in ihrer Leistung

eingeordnet werden. »Dabei geht es uns

nicht darum, eine Rangfolge herzustellen.

Doch wer einen Award von uns bekommt,

der kann darauf stolz sein, der weiß, dass

er überdurchschnittliches leistet«, unterstreicht

Beate Hanak. Aus allen Daten

wurde auch ein Klinikführer der Techniker

Krankenkasse erstellt, der im Internet abrufbar

ist. Über diese Plattform ist es den

Patienten gepaart mit den dort ebenfalls

abgelegten Qualitätsberichten der Häuser

möglich, sich ein objektives und intensives

Bild der einzelnen Kliniken zu machen.

Dieses Bild ist vom Lukas­Krankenhaus

nun durch Award und ausgewertete Patientenfragebögen

ein besonders gutes. •


32 Lukas 09 untERnEHMESwERtE

Lukas 09

33

Wir werten nicht, wir helfen

MEnSCHEnwüRdE ISt EInES dER untERnEHMSwERtE dES lukaS-kRankEnHauSES

daS zIMMER ISt EIn bunt EInGERICHtEtES. SCHwEdISCHE MöbEl

SoRGEn HIER füR woHnlICHkEIt, wER nuR dIESEn RauM SIEHt,

dER kann SICH kauM voRStEllEn, daSS dIESER dIREkt nEbEn dER

IntEnSIvStatIon dES lukaS-kRankEnHauSES lIEGt.

»Das hier, das ist auch eine Art, wie wir

die Menschenwürde wahren. Wie wir

uns um den Menschen an sich kümmern,

ohne seine Leistungsfähigkeit, sein Aussehen,

seinen charakter zu beurteilen«,

sagt Krankenhaus­Seelsorger Hanno Paul.

Gemeinsam mit dem chirurgen Oliver

Fuckert sitzt der auf dem Sofa in diesem

Zimmer, das sonst Raum für ernste, häufig

traurige Momente bildet. »Das Überbringen

schlimmer Nachrichten, von schweren

Erkrankungen oder Verletzungen, gehört

zu unserem Berufsalltag«, sagt Oliver

Fuckert und ist froh, dass er sich in sol­

chen Situationen mit den Angehörigen in

diesen Raum zurückziehen kann.

In den Unternehmeswerten des Krankenhauses

steht die Wahrung der Menschenwürde

ganz oben. Dabei sei es, das

dürfe man ruhig zugeben, nicht immer

MEnSCHEnwüRdE

wir verstehen den Menschen als Geschöpf Gottes.

Seine würde ist von Gott gegeben und unabhängig von seiner

leistungsfähigkeit und seinem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen

nutzen. Ihre achtung ist die Grundlage all unseres Handelns. unseren

Patienten, bewohnern, kunden, Mitarbeitenden und Partnern begegnen

wir mit wertschätzung, Respekt, freundlichkeit, loyalität, offenheit,

Ehrlichkeit und fairness. wir behandeln und versorgen unsere Patienten

ohne ansehen der Person und beziehen, wo erforderlich, ihre

emotionalen, sozialen und spirituellen bedürfnisse mit ein.

nur einfach, dies zu beherzigen. »Manches

Mal ist das auch eine Herausforderung,

das darf man sich als Mitarbeiter ruhig

eingestehen«, erklärt Hanno Paul. Denn

etwa betrunkene, randalierende Patienten

rufen schon Gefühle hervor, die das Helfen

nicht vereinfachen. »Damit muss man

einfach professionell umgehen. Natürlich

hegen auch wir Sympathie und Antipathie,

das ist nur menschlich. Nur darf man uns

das natürlich nicht anmerken«, so Oliver

Fuckert. Viele Momente im Krankenhausalltag

gibt es, die die Menschenwürde

touchieren. Etwa dann, wenn ein Leben

zu Ende geht. »Da ist es für uns immer

wichtig, dass wir den Willen des Patienten

erkunden und ihm folgen. Da zeigt

sich, ob man den Patienten als Mensch

respektiert oder nicht«, sagen die beiden

Mitglieder der Ethik­Komitee. Es seien

immer Einzelfallentscheidungen, die in

diesen Fällen zu treffen seien. Und es gehöre

eben auch zur Menschenwürde, das

würdig gestorben werden kann. »Wenn es

irgendwie geht, dann richten wir sterbenden

Menschen ein Einzelzimmer ein,

holen die Angehörigen hinzu und sorgen

so dafür, dass nach dem Tod auch in Ruhe

Abschied genommen werden kann«, sagt

Hanno Paul. Auch beim werdenden Leben

stehen die Unternehmenswerte im Fokus

des Handelns. »Es gibt bei uns einen

Entschluss, dass wir keine Abtreibung in

unserem Hause durchführen«, so der Seelsorger.

Sterben Föten ab, so werden diese

bestattet. Auch hier findet die Wahrung

der Menschenwürde ihren Ausdruck. Dabei

solle man nicht vergessen, dass diese

Erkenntnis und deren Umsetzung nicht

nur in eine Richtung funktioniere. »Auch

wir als Ärzte und das Pflegepersonal haben

eine Menschenwürde, möchten auch

so behandelt werden«, unterstreicht Oliver

Fuckert. Und erinnert sich lieber nicht an

die Fälle zurück, in denen genau das nicht

der Fall war und Patienten ausfallend oder

gar verletzend wurden. »Dann helfen nur

deeskalierende Maßnahmen«, sagt Hanno

Paul. Auch das sind aber glücklicherweise

Einzelfälle. Da sind die Fälle, in denen es

um die Frage des Patientenwillens geht,

schon viel häufigere. »Aber auch hier hat

sich die Situation etwas entspannt, gibt es

immer mehr Menschen, die eine Patientenverfügung

besitzen und uns so in Extremsituationen

die Arbeit vereinfachen«,

so Oliver Fuckert. Auch hier gilt: Der

Mensch wird hier nicht beurteilt. Sondern

als Individuum, als er selber gesehen. Das

gilt nicht nur für den Patienten, sondern

auch für Angehörige. Die reagieren

natürlich bestürzt, wenn die Nachrichten

schlechte sind. »Aber die Atmosphäre, in

der man solche Nachrichten überbringt,

sollte dann doch eine menschenwürdige,

eine freundliche sein«, sind sich die beiden

Ethik­Komitee Mitglieder sicher.


34

Lukas 09

voRSCHau

lukaS №

10 erscheinungsdatum:

uMbau füR dIE zukunft

In der zweiten Januarwoche ist es soweit. Dann beginnt die erste

Bauphase im Lukas­Krankenhaus. Durch die Renovierung des

Bettenhauses werden alle Patientenzimmer komplett saniert. Was

am Ende dieses großräumigen Umbaus entsteht und mit welchen

Auswirkungen während der Bauzeit zu rechnen ist, erfahren Sie

in der kommenden Ausgabe unseres Gesundheitsmagazins.

IM GESPRÄCH

Ein Krankenhaus mit rund 700 Mitarbeitern und mehr als 35.000 ambulanten

und stationären Patienten zu leiten, ist keine leichte Aufgabe.

Wie diese tagtäglich von den beiden Vorständen Wolfgang Rediker und

Dr. Stefan Kerst gemeistert wird, erzählen sie im Interview. Und geben

daneben einen Ausblick auf die geplante Entwicklung des Hauses.

offIzIEllE bEStÄtIGunG

Seit vielen Jahren ist die Endoprothetik eines der Schwerpunkte im Lukas­

Krankenhaus. Jetzt soll diese Erfahrung, dieses Wissen in einer Zertifizierung

münden. Eine Zertifizierung als Endoprothetikzentrum steht in

diesen Tagen an. Und bestätigt dann auch von neutraler Seite, dass alle

Patienten sprichwörtlich richtig liegen, wenn Sie sich das Lukas­Krankehaus

für das operative Einsetzen eines künstlichen Gelenks entscheiden.

IMPRESSuM

Herausgeber: Lukas-Krankenhaus Bünde

Hindenburgstraße 56

32257 Bünde

V.i.S.d.P.: Dr. Stefan Kerst

konzept, Redaktion, art direction,

fotos und texte: hoch5 GmbH & Co. KG, Bünde, www.hoch5.com

druck: Griebsch & Rochol Druck GmbH & Co. KG, Hamm

25. Februar 2012

Für Anregungen, Kritik und Rückfragen: magazin@lukas-krankenhaus.de

Nachdrucke sind nach ausdrücklicher, schriftlicher Genehmigung sehr willkommen.

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Chefarzt:

Dr. med. Bernd Wejda

Fon: 05223 167-215

med1@lukas-krankenhaus.de

Medizinische klinik II

Chefarzt:

Dr. med. Thomas Wege

Fon: 05223 167-404

med2@lukas-krankenhaus.de

klinik für allgemein-, visceral-

und Minimal-Invasive Chirurgie

– Darmzentrum OWL –

Chefarzt:

Dr. med. Steffen Krummbein

Fon: 05223 167-407

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klinik für unfall- und orthopä-

dische Chirurgie, Hand- und

wiederherstellungschirurgie

– Gelenkzentrum –

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Prof. Dr. med. Hartmuth Kiefer

Fon: 05223 167-216

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Gynäkologie und Geburtshilfe

– Partner des Brustzentrums

Bielefeld-Herford –

Chefarzt:

Dr. Ioannis Tsitlakidis

Fon: 05223 167-217

gyn@lukas-krankenhaus.de

klinik für anästhesiologie

und Intensivmedizin

Chefarzt:

Dr. med. Ulrich Huser

Fon: 05223 167-230

anaesthesie@lukas-krankenhaus.de

Institut für neurologie

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radiologie@lukas-krankenhaus.de

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In notfällen: 05223 167-0

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