Elite, eine Provokation? Klage abgewiesen Elite ... - Kartellverband

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Elite, eine Provokation? Klage abgewiesen Elite ... - Kartellverband

J U L I / A U G . 2 0 0 7

AMZeitschrift des Kartellverbandes

katholischer deutscher Studentenvereine

KV • 119. Jahrgang • Nr. 6

AKADEMISCHE

MONATSBLÄTTER

Elite, eine Provokation?

TITELTHEMA Seite 148

Unser Mann auf dem Mars KV-ER AKTIVSeite 154

Klage abgewiesen

AUS DEM KV Seite 162


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KV-Liederbuch - Neue Ausgabe 2005 (gebunden) 7,50 €

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KV-Klavierausgabe 2005 (Ringbuch) 25,00 €

Satzung, Geschäfts- und Gerichtsordnung des KV 1,50 €

Johannes Henry 3,00 €

KV-Sonderdrucke 1-9 8,00 €

KV-Sonderdruck 10: "Elite - Dienst aus Verantwortung" 1,50 €

KV-Sonderdruck 11: "Georg von Herting" 1,50 €

KV-Sonderdruck 12: "10 Jahre danach" * 1,50 €

KV-Sonderdruck 13: "Was im KV gedacht, getan und gelitten wurde" 8,50 €

KV-Sonderdruck 14: "Islam - Bedrohung und Herausforderung" 5,50 €

KV-Sonderdruck 15: "Juden - Unsere Älteren Brüder im Glauben" 5,50 €

KV-Sonderdruck 16: "Hochschulpolitik für die Welt von morgen" 5,50 €

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Das deutsche Studententum 35,00 €

Das Prinzip "Religion" kath. Studenten und Akademikerverbände 5,50 €

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Politischer Katholizismus und Katholisches Verbandswesen 26,50 €

Biographisches Lexikon des KV, Teil 1 15,50 €

Biographisches Lexikon des KV, Teil 2 15,50 €

Biographisches Lexikon des KV, Teil 3 15,50 €

Biographisches Lexikon des KV, Teil 4 15,50 €

Biographisches Lexikon des KV, Teil 5 15,50 €

Biographisches Lexikon des KV, Teil 6 15,50 €

Rückbesinnung und Ausblick - 150 Jahre KV

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mit aufgedrucktem

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Die Warnungen, sich nicht auf das Internet zu verlassen,

sind so alt wie das neue Medium selbst.

Als ich mich mit der Ausgabe 3 unserer Akademischen

Monatsblätter befasste, schrieb ich einen Bericht über

Mannheim, wo unsere Vertreterversammlung abgehalten

werden sollte. Ich ahnte nicht, dass sogar Angaben

zur Geschichte der dortigen Universität, die ich in Wikipedia

fand, falsch sein könnten. Nach Erscheinen der

AM machte mich Kb Rudolf Czermak (Eck) darauf aufmerksam.

Es ist also darzutun, dass im Wintersemester 1946/47 in Mannheim

eine Staatliche Wirtschaftshochschule die Vorlesungen aufnahm und dass die frühere

Hochschule schon 1929 das Promotionsrecht erhalten hatte. Ein anderer

achtsamer Leser, Kb Sylvester Held (Al), wies mich daraufhin, dass der Beitrag

„Marketing im KV?“ in der Ausgabe 4 nicht gezeichnet war. Sein Autor, Kb Peter

Querling (Lt, Sv), war lediglich im Editorial genannt worden, sodass der Eindruck

entstehen konnte, die dort vorgetragenen Thesen seien Meinung der Redaktion.

Das ist nicht der Fall. Peter Querlings Beitrag hat im Übrigen das von mir erwartete

Echo ausgelöst. Eine Reihe von Zuschriften sind bei der Redaktion eingegangen.

Einen Leserbrief zum Thema Marketing drucken wir in dieser Ausgabe bereits

ab. Eine weitere ausführliche Stellungnahme unseres Kartellbruders Norbert Nolde

(Sv) wird folgen. In dieser Nummer veröffentlichen wir außerdem einen Leserbrief,

der sich mit der Glosse von Kb Klemens Weilandt (Frs+Ebg, Rp) befasst. Die

Glossen stoßen auf reges Interesse nicht nur in unserem Verband, wie eine uns zugegangene

Zuschrift beweist. Wie genau unsere Verbandszeitschrift auch von Außenstehenden

beachtet wird, wurde der Redaktion bewusst, als die Zeitschrift der

Deutschen Sängerschaft den Aufsatz aus der Feder von Kb Klaus Mertes (Flg) über

die Einführung des Fachs Ethik in den Berliner Schulen (AM 10/2006) abdruckte.

Da die AM im Netz stehen und von Google ausgewertet werden, hat die Zahl unser

Leserinnen und Leser erkennbar zugenommen.

Diese Ausgabe hat als Leitthema die Frage, ob wir uns Elite nennen dürfen. 1981

hat unser leider so früh verstorbener Kartellbruder Bischof Klaus Hemmerle (Bv,

E d Arm) dieses Thema schon einmal aufgegriffen und bemerkt, dass „dort, wo die

Gleichheit zum Idol wird und alles, was an Elite erinnert, eingeebnet wird,“ nicht

selten „Ideologien um sich griffen, die im Namen der Gleichheit mehr an drükkendem

‚elitärem’ Denken an sich“ hätten „als alle verpönten Elite-Ideale.“ Er definierte

Elite als „Dienst aus Verantwortung“. Zu einem solchen Ergebnis kommt

jetzt auch Kb Dieter Schulz (Car-F, Un).

Das Titelbild verweist auf Kb Jan Osburg (Rh-N) und seine simulierte Reise auf

den Mars. Im letzten Editorial habe ich kurz das Ergebnis einer Klage vor dem Kartellgericht

erwähnt. Den Urteilsspruch, bei dem es auch um das Farbentragen ging,

haben wir in diesen AM fast vollständig abgedruckt.

Schließlich sei noch die dringende Bitte der Boiotro in Passau hervorgehoben

(S. 170). Hier bietet sich eine einmalige Chance für Aktive, dort unter besonders

günstigen Bedingungen zu studieren.

Bleibt mir gewogen

Euer

IMPRESSUM

Liebe Kartellbrüder,

liebe Leserinnen und Leser,

EDITORIAL

AUS DEM INHALT

TITELTHEMA

Elite - eine Provokation

im demokratischen Staat? 148

KVer AKTIV

Unser Mann auf dem Mars 154

GEISTLICHES WORT

Unwissende lehren 157

DAS INTERVIEW

Claude Ozankom 158

Joseph George Alesseril 164

KV-AKADEMIE

Hauptstadtseminar Berlin 160

Rhetorik-Training Münster 166

Souverän im Alltag 167

ZUR PERSON

Alois Rummel 161

Was Krüge erzählen können 173

AUS DEM KV

Klage abgewiesen 162

Vordenker und Bannbrecher

Verleihung der Georg-von-

Hertling-Medaille 169

OZ „Kämmerlein“ Düsseldorf 171

Der erwachende Drache

„Die VV in Mannheim“ 172

ÜBER DEN KV HINAUS

100 Jahrgänge „Academia“ 165

EX LIBRIS

Papst Clemens II. 168

FORUM

Richard Völkl 170

Otto Brieske

Akademische Monatsblätter

Herausgeber: Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine (KV).

V.i.S.d.P: Dr. Wolfgang Löhr, c/o KV-Sekretariat.

Kommissionsvertrag: Verband alter KVer e.V., KV-Sekretariat, Postfach 20 01 31, 45757 Marl, Hülsstr. 23, 45772 Marl, Telefon (02365) 5729020, Telefax (02365) 5729051,

am@kartellverband.de.

Anzeigenverwaltung: KV-Sekretariat, Anschrift wie oben. Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 18.

Druck: Bonifatius GmbH, Druck Buch Verlag, Paderborn.

Die AM werden im Rahmen der Verbandszugehörigkeit allen Kartellangehörigen ohne besondere Bezugsgebühr geliefert.

Redaktion: Dr. Wolfgang Löhr (v.i.S.d.P), Timo Hirte, Siegfried Koß, Michael Kotulla, Klaus Gierse, Hans-Joachim Leciejewski, Reinhard Nixdorf, Harald Stollmeier.

Koordination: KV-Sekretariat.

Die Akademischen Monatsblätter erscheinen zehnmal im Jahr. Es wird gebeten Manuskripte an die oben genannte E-Mail-Adresse zu senden. Die Redaktion setzt das Einverständnis

zu etwaigen Kürzungen und redaktionellen Änderungen voraus. Die mit Namen versehenen Beiträge geben die Meinung des Verfassers und nicht unbedingt die der Redaktion wieder.

Die Beiträge sind grundsätzlich in ehrenamtlicher Mitarbeit geschrieben. Der Abdruck ist nur mit Zustimmung der Redaktion gestattet. Hinweis nach § 4 Abs. 3 PD-SVD.

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ISSN 0002-3000

Internet-Adresse: www.kartellverband.de / am@kartellverband.de / Ausgabe: 07/2007: Auslieferung: 14. September 2007

147 AM


AM 148

TITELTHEMA

Elite - eine Provokation

Dieter Schütz

Ein Diskussionsbeitrag

„Wer sich im Rahmen der Demokratietheorie mit dem Eliteproblem beschäftigt,

fasst ein heißes Eisen an. Begriffe wie ‚Elite‘ oder ‚Führer‘ erinnern

an autoritäre oder totalitäre Herrschaftssysteme, in den Zusammenhang

von Demokratie scheinen sie nicht zu passen. Diese Politisierung des

Problems wird dadurch erleichtert, dass das Wort ‚Elite‘ in der Alltagssprache

gewöhnlich im Sinne von ‚elitär’ zur Diffamierung des politischen Gegners

verwendet wird, der damit als ‚undemokratisch‘ abqualifiziert werden

soll.“ So weit der Philosoph und Theologe Helmut Köster 1975.

Warum also befassen wir uns mit diesem Thema? Weil wir als Akademiker

Elite sind! Dabei sind wir wie jede Elite zahlenmäßig deutlich in der Minderheit.

Eine

unerträgliche

Gleichmacherei

Die Aktiven werden und die Alten Herren sind geworden:

Führungskräfte, Manager, leitende Beamte, Unternehmer, in

der Regel Besserverdienende. Wir sind also eine herausgehobene

und privilegierte Schicht mit der Möglichkeit zu formen,

zu prägen, Einfluss zu nehmen. Für solche Personengruppen

benutzt man seit eh und je den Begriff „Elite“.

Aktuelle Verwendung

Wo taucht der Begriff im Alltag auf? In den letzten Jahren

liest man ihn deutlich weniger.

Der milliardenschwere Schraubenhändler und Kunstmäzen

Reinhold Würth kritisierte 1999 für Deutschland eine „unerträgliche

Gleichmacherei“. Eliten würden bei uns nicht gefördert,

sondern aus dem Land getrieben. Er beklagt die

Abwanderung von Intelligenz, Vermögen und Unternehmern.

Wir klopfen das ab. Eliten – man beachte die Mehrzahl. Sie verfügen

über Intelligenz und Vermögen.

Die „Weltwoche“ druckte 1999 ein Interview mit dem

Schweizer Philosophen Walther Ch. Zimmerli ab, der damals

Präsident der Privatuniversität Witten/Herdecke geworden war.

Er wird gefragt: „Für jeden Studierenden hier wurden neun

andere abgelehnt – ist das die Elite?“ Und Zimmerli antwortet:

„Ich habe keine Berührungsscheu vor dem Begriff der Elite,

so lange man sich klar macht, dass es zwei Elitebegriffe gibt.

Der eine Elitebegriff orientiert sich an absurden, etwa rassischen

Kriterien oder an einem Privilegienschutz für bereits Privilegierte

– dagegen opponieren wir gerade in Witten

Quelle: Fotoliia (c) ewok 2000

demok

Elite zu sein, darf nicht übermütig mac


n im

kratischen Staat?

machen.

TITELTHEMA

149 AM


TITELTHEMA

sehr deutlich. Der andere meint eine Leistungs- oder Verantwortungselite.

Wenn sich Elite auf die Fähigkeit und Bereitschaft,

Verantwortung zu übernehmen, bezieht, da kann

ich sagen: Ja, wir wollen die Elite.“

Heute sprechen wir sehr gerne von Elite-Universitäten,

wie etwa bei der Hochschule St. Gallen oder der European

Business School in Östrich-Winkel.

Konrad Seitz, pensionierter Spitzenbeamter des deutschen

Auswärtigen Dienstes, äußerte sich über das gestörte

Verhältnis der Deutschen zur Elite. Er benutzte den Begriff

mehrfach und offensichtlich unterschiedlich: Wir hätten

„nicht begriffen, daß unsere Zukunft abhängt von einer

hochbegabten, jungen Elite, die das Land geistig und technologisch

nach vorn bringt“. Wir behandelten, so Seitz weiter,

unsere Spitze zukunftsgefährdend. Das liege „an

unserem gestörten Verhältnis zu Eliten. Wir halten sie nach

unseren schlechten historischen Erfahrungen für undemokratisch.

Dabei übersehen wir, daß eine Demokratie gegenüber

Monarchien und Diktaturen ein großes Privileg

hat: Sie kann sich ihre Eliten nach Leistung auswählen.“

Hier setzt Seitz den Begriff der Elite durch Verdienst

gegen den der Geburt. Damit wird die Unschärfe der Sprache,

die ihr grundsätzlich zu Eigen ist, besonders evident.

Politische Elite ist heute grenzüberschreitend.

Gruppenfoto der Finanzausschüsse

der Parlamente der EU-Mitgliedstaaten,

des Europäischen Parlaments und der Beitrittskandidaten

vor dem Brandenburger

Tor.

AM 150

(Quelle: Fotolia (c) Mila Korab

Seinen Ursprung hat unser Wort im Lateinischen: eligere =

auslesen, aussondern, ausjäten, aber auch positiv besetzt:

auswählen.

Auslesen, wörtlich, hat nichts mit der Tätigkeit der

Augen zu tun, wie zum Beispiel ein Buch auslesen. Es bedeutet

etwa, aus Getreide und Früchten besonders gute

oder besonders schlechte Exemplare aus-lesen, selektieren

also. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen.

Nähern wir uns der „Elite“ von der Soziologie her. Erste

ernsthafte soziologische Betrachtungen stellt erstmals Vilfredo

Pareto (1848-1923) an. Mit ihm und auch anderen

gewinnt der Begriff der Elite den Charakter einer deskriptiven,

an und für sich wertfreien soziologischen Kategorie.

Damit eröffnet er die Möglichkeit, sich dem Phänomen unbefangen

zu nähern.

(c) Deutscher Bundestag/Lichtblick/Achim Melde

Ursprung des Wortes

Elite als soziologische Kategorie

Danach gehören zu einer Elite diejenigen

Inhaber der Spitzenpositionen in einer Gruppe,

Organisation oder Institution, die in diese Position

gelangt sind auf Grund einer sich wesentlich

am Leistungswillen orientierenden

Auslese.

Anders liest es sich noch in „Meyers Lexikon“

von 1925:

„Im Heerwesen bezeichnet man mit Elite-Truppen,

die infolge ausgesuchten Ersatzes, besse-

In „Meyers Lexikon“ von 1925 wird

Elite nur auf das Militär bezogen.


er Bewaffnung, Ausbildung, Kriegserfahrung usw. eine vor

den übrigen Truppen bevorzugte Stellung einnehmen, z. B.

die Prätorianer, ebenso Mameluken, Janitscharen, Strelitzen

und andre Garden.“ Das Stichwort „Elite“ bezieht sich

dort ausschließlich auf das Militär.

Das neue „ZEIT-Lexikon“ von 2005 unterscheidet mehrere

Eliten:

Machteliten: Sie gründen auf politischer, ökonomischer

oder militärischer Vorherrschaft.

Geburtseliten: Sie rekrutieren sich aus einer Standes-

Adelszugehörigkeit.

Werteliten: Ihre Basis sind Vermögen, Bildung oder andere

anerkannte Qualitäten.

Funktionseliten: Sie sind „Führungsgruppen ..., die sich

auf Grund ihrer beruflich-fachlichen Fähigkeiten und

ihrer Leistungen qualifizieren.“

In welche dieser Gruppen gehören wir? Oder finden wir uns

in mehreren wieder?

Es gibt sie, die Eliten! Sind aber ihr Eigenbild und das

Fremdbild, also das der anderen, identisch? Werden die,

die sich als Elite verstehen, auch von der öffentlichen Meinung

so akzeptiert?

Elite vs. Masse

Die Dichotomie „breite Öffentlichkeit – besondere Gruppe“

wird augenfällig.

Elite“ zähle ich zu den Begriffen vergleichender Qualität.

So wie „schön“ nicht ohne „hässlich“ definiert werden

kann, „gut“ ohne den Gegensatz „böse“ nicht denkbar ist,

so ist „Elite“ ohne „Masse“ nicht existent. Das ist ein häufig

spannungsgeladenes Begriffspaar. Die einen, die Elite,

erheischen Anerkennung und Macht, die anderen, die

Masse, unterwerfen sich dieser Macht nicht ohne Widerstreben.

Wir reden hier also von oben und unten.

Allerdings scheint der Gegensatz Masse – Elite heute

weniger klar und eindeutig umrissen zu sein als früher.

Gesellschaftliche Programme

Mit dem Begriff „Elite“ werden nicht nur gesellschaftliche

Verhältnisse beschrieben, sondern auch gesellschaftliche

Programme formuliert. Begriffe von Macht und Ungleichheit

schwingen mit.

Dass Eliten per definitionem aus der Gesellschaft herausgehoben,

von ihr abgesondert sind und damit eine gewisse

Macht haben, macht ihre Existenz in einer

demokratischen Gesellschaft – im Wortsinne - diskussionswürdig.

Das deutsche Grundgesetz postuliert ein

Gleichheitsgebot. Nach Artikel 3 sind die Menschen „vor

dem Gesetz“ gleich. Damit endet die Gleichheit. Weder

TITELTHEMA

Schönheit noch künstlerische Begabung oder Geist sind

gleich verteilt. Es gibt halt Dumme und Gescheite. Das

kann auch die beste Verfassung nicht ändern.

Der wesentliche Grund für das Spannungsfeld Eliten –

Demokratie bilden aber nicht nur ideologische Vorbehalte,

sondern auch andere mit dem Phänomen Elite verbundene

Strukturen.

Moderne Strukturen

Moderne Naturwissenschaften und Technik zum Beispiel

beeinflussen das Leben jedes Einzelnen in einem nicht

mehr zu überschauenden und vor allem nicht zu kontrollierenden

Umfang. Aktuell ist die Debatte über Gentechnik,

besonders in der Landwirtschaft. Auch die Politik ist

weitgehend hilflos. Nimmt es nicht Wunder, dass nicht nur

die Erkenntnisse, sondern vor allem die Wissenschaftler

selbst mit Misstrauen betrachtet werden, dass hier Spannungen

entstehen? Dies ist nur ein Bereich. Es gibt zahlreiche

andere Felder. Unsere Gesellschaft wird

gekennzeichnet von Expertenrunden, sodass man auch

von einer Expertokratie spricht.

Mit dem Begriff des Experten ist aber auch die Vorstellung

verbunden, dass es für jedes, auch für jedes gesellschaftliche

Problem einen Fachmann gibt, der es lösen

kann. Das Wissen des Fachmanns, so wird behauptet, sei

Sachwissen und somit voraussetzungs- und wertfrei. Das

ist kaum der Fall. Solange der Fachmann die Voraussetzungen

der Problemlösung als gegeben hinnimmt, sie also

nicht kritisch hinterfragt, ist er nicht frei von Ideologie.

Somit ist auch bei Experteneliten immer eine gewisse

Ideologienähe gegeben.

Sachwissen lässt sich von Orientierungswissen nicht

trennen, das ein Wissen um Ziele, Zwecke, Absichten und

Beurteilungen ist. In diesem Sinne sind also Elite und der

Begriff der Elite niemals ideologiefrei zu halten.

Das eigentliche Problem scheint mir aber nicht darin zu

liegen, Eliten zu haben und ihnen in Demokratietheorien

Rechnung zu tragen. Das eigentliche Problem liegt darin,

sie heranzubilden – zumindest diejenigen, die für die Entwicklung

und den Erhalt unserer Gesellschaft notwendig

sind.

Aber machen wir kurz einen Schritt zurück. Wie erfasst

man denn, wer als Elite, als Meinungsführer von der Gemeinschaft

anerkannt wird? Hier helfen Meinungsumfragen.

Kompetenz wird zum Beispiel Ärzten zuerkannt und

Wissenschaftlern. Wenig Kompetenz haben in den Augen

der breiten Öffentlichkeit hingegen Journalisten und Politiker.

Und genau die bestimmen unser Schicksal doch so wesentlich.

Dann gibt es Gruppen, denen Teile der Öffentlichkeit

besonders zugetan sind. Dazu zählen der Hochadel, Teile

des Showbusiness, Fernsehstars und in diesem Jahr mehr

als sonst Fußballer. Deren Privatleben interessiert ungemein,

viele Zeitschriften der Yellow Press leben davon,

doch kämen auch die begeisterten Adelsverehrer nie-

151 AM


Quelle: Raiffeisen Informatik GmbH Wien

AM 152

TITELTHEMA

Die Geschichte lehrt uns: Fehlende Verantwortung im Handeln etablierter Eliten kann zu schweren Fehlentwicklungen

führen.

mals auf die Idee, die Meinung von Fürstin Gloria von Thurn

und Taxis z. B. zur Abschaltung von Kernkraftwerken oder

zur Lösung der Rentenproblematik für relevant zu halten.

Selbst Franz Beckenbauer hält hier seinen Mund. Ein Wunder.

Dennoch haben viele Angehörige dieser Gruppe genug

Ansehen, um als Zugpferde und Meinungsmacher in gesellschaftlich-sozialen

Fragen zu dienen. Eine Fürstin oder Politikergattin

als Schirmherrin einer Wohltätigkeitsververanstaltung

macht halt mehr her als eine Frau Ilse

Schulze. Wenn Frau Schulze zu Spenden aufruft, findet dies

weit weniger Widerhall, als wenn Fürstin Gloria dies tut.

Man spricht hier auch weniger von Elite als von Prominenz.

Irgendwann habe ich die Frage gestellt: Brauchen wir

Eliten? Unentwegt beantworte ich diese Frage positiv. Ich

will es nun ein wenig systematischer tun.

Notwendigkeit von Eliten

Unsere moderne Gesellschaft ist komplex. Eine Binsenweisheit.

Sie ist nur zu steuern durch Sachverstand, durch

spezifisches wissenschaftliches, technisches und Verwaltungswissen.

Wir brauchen Juristen, wir benötigen Mediziner

und Pharmazeuten, Techniker, Physiker, gute Handwerker

usw. Das hochentwickelte Wissen setzt sich in der

Entwicklung an die Spitze, ja ist die Entwicklung selbst.

Diese die Gegenwart wie Zukunft beeinflussenden Menschengruppen

sind Eliten.

Für Stabilität fehlt in diesen technisch-naturwissenschaftlichen

Eliten das nötige gesellschaftliche Umfeld. Das

bedeutet wiederum, dass dem gesellschaftlichen Wandel

auch die Eliten unterliegen.

Eliten leben oft auch nebeneinander und beeinflussen

sich kaum. Es gibt auch heute noch genug Geisteswissenschaftler,

die stolz darauf sind, auch nicht Ansätze von Kernphysik

zu verstehen, auf der anderen Seite brüskiert sind,

wenn Eduard Mörike für jemanden kein selbstverständlicher

Name ist. Auf der anderen Seite kümmern sich Ökonomen,

Techniker und Naturwissenschaftler oft nur um das Machbare,

ohne die Auswirkungen ihres Tuns auf Gesellschaft

und Menschen hinreichend zu beachten.

Dass es Ethikvorlesungen in betriebswirtschaftlichen Fakultäten

und ein eigenes Feld Wissenschaftsethik bei den

Naturwissenschaften gibt, halte ich für ein Armutszeugnis.

Hinter dem Elitebegriff hochspezialisierter Industriegesellschaften

steht daher auch weder das Gespenst des Herrenmenschen

noch die Sehnsucht nach der Rückkehr in eine

ständisch-hierarchisch gegliederte Gesellschaft.

Im Sinne der soziologischen Theorie sind moderne Eliten

vielmehr Funktionseliten. Sie definieren sich über die Zugehörigkeit

zu bestimmten funktionalen Gruppen. Das sind

etwa Berufsgruppen. In einer Demokratie handelt es sich


Offene Funktionseliten

dabei um offene Eliten. Deren Bestand beruht auf individueller

Leistung. Ihre Dauer ist begrenzt durch den gesellschaftlichen

Wandel und gesellschaftliche Konkurrenz. Man

spricht dabei vom Kreislauf der Eliten.

Die soziologische Theorie ist allerdings etwas idealistisch,

Theorie halt. Die faktischen Rekrutierungsmechanismen

einer Elite sind problematisch. In der Praxis spielen

nämlich nicht nur Begabung und Ausbildung eine Rolle. Eher

wichtiger sind Herkunft, informelle Beziehungen und Protektion.

Das spricht aber nicht gegen die Idee selbst, sondern

nur dagegen, wie sie gesellschaftlich realisiert wird.

Zu den Mängeln gehört auch, dass einmal etablierte Eliten

dazu neigen, sich abzuschließen und sich aus sich selbst

zu rekrutieren. Sie sind damit auf dem Weg zur Kaste. Sie

bleiben auf dem Stand der Gesellschaft, dem sie ihre Existenz

verdanken.

Das Selbstbewusstsein, Elite zu sein, kann fortdauern,

auch wenn die Funktion entfallen ist. Denken wir etwa an

das Offizierskorps. Eliten haben die Tendenz, sich auf Dauer

zu etablieren. Das widerspricht dem mit dem Begriff Funktionselite

verbundenen Kreislaufmodell.

Verantwortung und Lohn

Eliten haben in der Regel als herausgehobene Gruppe

eine bevorzugte Stellung in der Gesellschaft. Diese drückt

sich aus in Macht – oft genug Meinungsmacht. Sie nehmen

Einfluss auf vielerlei Gebieten, und ihr Einkommen liegt in

der Regel über dem Durchschnitt. Sie ziehen einen Mehrwert

aus der Gesellschaft.

Daraus folgt: Wer einen Mehrwert aus der Gesellschaft

zieht, muss der Gesellschaft auch einen Mehrwert liefern. Er

muss eine qualitativ hochwertige Leistung liefern, er muss

in der Gesellschaft eine besondere Verantwortung übernehmen.

Er hat der Gesellschaft in „Demut und Bescheidenheit“

zu dienen, wie der verstorbene Pharmaunternehmer

Hubertus Liebrecht aus Ingelheim das einmal formulierte.

Die Geschichte lehrt uns: Fehlende Verantwortung im

Handeln etablierter Eliten kann zu schweren Fehlentwicklungen

führen. Ich erinnere an die Stellung großer Teile der

medizinisch-wissenschaftlichen Elite in der Hitler-Zeit.

Sachwissen und Orientierungswissen in ein positives und

zugleich rationales Verhältnis zu stellen, ist eine weitere

Forderung, die wir an Eliten stellen müssen. Sachkompetenz

und geistige Orientierung zugleich!

Stehen diese nicht in einem rechten Verhältnis zu einander,

dann kommt es eben dazu, dass der Kernphysiker

sich wundert, wenn Militärs sich seiner Kenntnisse bemächtigen

und ihn als Atombombenkonstrukteur missbrau-

TITELTHEMA

chen, womit er sich vor der Geschichte schuldig macht.

Dann führt das dazu, dass Philosophen einem Hitler den

geistigen Weg bereiten und andere einem Ulbricht oder Honecker

Rechtfertigung verschaffen.

Unsere akademische Ausbildung befähigt uns jedoch nur,

im Beruf Führungskräfte zu sein. Nicht woanders. Ist Führungskraft

zu sein etwas, das sich gar nicht auf den Beruf

beschränken lässt, oder auf den Beruf beschränken sollte?

Ist dies nicht eine mit der ganzen Person verwobene Funktion,

um nicht zu sagen, Eigenschaft? Wie dem auch sei:

Wir heben uns aus der Gesellschaft privilegiert heraus.

Dann müssen wir auch, wenn wir uns den modernen Elitebegriff

zu Eigen machen, unsere Pflicht tun.

Wir müssen Verantwortung übernehmen an der Universität,

in der Forschung, in der Arbeitswelt, in der Öffentlichkeit

und in der Politik. Wir müssen Arbeit leisten für

diejenigen, die es nicht können. Und wir müssen auch

transparent machen, welche Arbeit wir getan haben.

Vor diesem Hintergrund – und nur vor diesem – haben

wir das Recht, uns als Elite zu betrachten, und einzufordern,

als solche angesehen zu werden.

Kb Dieter Schütz M.A. (Car-F, Un) ist Journalist und Philistersenior

der Carolingia-Fribourg und lebt in Stuttgart.

Quelle: Fotolia (c) by Matt Theilen

Wer Elite ist, sollte nicht im Dunkeln wandeln.

153 AM


AM 154

KVer AKTIV

Unser Mann auf dem M

Kb Dr. Jan Osburg (Rh-N)

Zwei Wochen auf dem (simulierten) Mars

Kb Jan Osburg auf dem simulierten Mars unterwegs.

Der erste bemannte Flug zum Mars wird nicht nur eine technologische

Herausforderung sein, sondern auch aufgrund der Missionsdauer (jeweils

sechs Monate für Hin- und Rückflug, plus circa 500 Tage auf der

Marsoberfläche) enorme Anforderungen an die Besatzung stellen. Dem

Entwurf des Arbeits- und Wohnmoduls für die Marsoberfläche kommt

daher besondere Bedeutung zu. Neben der Wasser- und Luftversorgung,

Kommunikation und anderen technischen Funktionen ist vor allem eine

auf die Bedürfnisse der Besatzung optimierte Stationsarchitektur von

Bedeutung, die den Astronauten genügend Raum für ihre tägliche Forschungsarbeit

als auch Privatsphäre bietet.

Bisher hat noch keine Weltraumorganisation

praktische Erfahrung mit

solchen planetaren Stationen und

ihrem langfristigen Betrieb – die Mondlandungen

dauerten jeweils nur wenige

Tage, und die dauernd bemannte

Internationale Raumstation befindet

sich im freien Weltraum und bietet

daher keine Gelegenheit für Oberflächenaktivitäten.

Die internationale

„Mars Society“ betreibt daher seit einigen

Jahren eine simulierte Mars-Basis

in einer Wüstenregion des US-Bundesstaates

Utah.

Diese „Mars Desert Research Station“

(Mars-Wüstenforschungsstation,

MDRS) bietet eine einmalige Gelegenheit,

Erfahrungen und Ideen zum Entwurf

und Betrieb der ersten Mars-

Habitate zu entwickeln und zu testen.

Als Forscher am Georgia Institute of

Technology in Atlanta hatte ich nun

schon zum zweiten Mal die Gelegenheit,

eine zweiwöchige simulierte

Marsmission auf dieser Station zu leiten.

Die Mars Desert

Research Station

MDRS befindet sich inmitten einer

marsähnlichen Felswüste, fernab jeder

Zivilisation. Hauptelement ist das

zweistöckige, zylindrische Wohn- und

Arbeitsmodul, das von einem Gewächshaus

und einem Observatorium

flankiert wird. Zum Transport von

Astronauten auf „Außenbordaktivitäten“

stehen mehrere allradgetriebene

Vierradfahrzeuge zur Verfügung. Die

Stromversorgung der Station wird

durch einen Dieselgenerator sichergestellt.

Zur Verbindung mit der Außenwelt

besitzt die Station eine Satelliten-Internetverbindung.

Im unteren Geschoss der Station

befinden sich Luftschleusen, ein Laborbereich

sowie Bad und WC. Das Obergeschoss

wird von einem großen Gemeinschaftsbereich

geprägt. Entlang

der Wand sind Computer und Funkgeräte

aufgebaut, ferner gibt es einen

Küchenbereich. Jedes der sechs Besatzungsmitglieder

hat eine eigene Kajüte.

Die MDRS-Raumanzugsimulatoren

wurden speziell für die Anforderungen

dieser Station entwickelt. Während sie

aus Kostengründen natürlich nicht für

den Einsatz im Weltraum geeignet

sind, simulieren sie dennoch wichtige

Funktionen und Einschränkungen eines

echten Raumanzugs: klobige Handschuhe,

Helm mit eingeschränktem

Gesichtsfeld, Tornister mit Luftversorgung,

etc. Die Besatzungsmitglieder

dürfen während der zweiwöchigen Simulation

die Station nur durch die

Luftschleusen und nur in den Raumanzügen

verlassen, um so die Auswirkungen

der Isolation auf die Astronauten

möglichst realistisch untersuchen

zu können.

Die Besatzung

Am Georgia Tech gibt es eine sehr

aktive Studentengruppe der Mars Society,

aus der die acht Mannschaftskandidaten

ausgewählt wurden. In

wöchentlichen Treffen während des

Wintersemesters 2005/2006 planten

wir Forschungsprojekte und Logistik

und trainierten den Umgang mit Funkund

Navigationsgeräten. Zwei Wanderungen,

eine davon über Nacht, gaben

mir die Gelegenheit, die Teilnehmer

unter Belastung zu beobachten, was

die im Februar 2006 stattfindende Einteilung

der Kandidaten in Stationsbesatzung

(fünf Studenten) und

Reservebesatzung (drei Studenten) erleichterte.


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Die Mannschaftsmitglieder nahmen

auch an einem „Erste Hilfe Extrem“ -

Kurs teil und erwarben Amateurfunklizenzen.

Kommandant: Dr. Jan Osburg

Ich wurde von der

Mars Society aufgrundvorhergehender

Erfahrung mit

solchen Simulationen

mit der Leitung

der diesjährigen

Mission betraut: Im

April 2002 war ich

stellvertretender Leiter der ersten

MDRS-Vollsimulations-Mission, und im

Juli 2003 hatte ich an der ersten vierwöchigen

Simulation an Bord einer

ähnlichen Station nahe des Nordpols

teilgenommen. Dazu hatte ich bereits

im März 2005 die erste Georgia-Tech-

Mission zur MDRS geleitet. Am Georgia

Tech beschäftige ich mich mit dem Entwurf

von Luft- und Raumfahrtsystemen

sowie mit der Weiterentwicklung

von damit verbundenen Entwurfsmethoden.

Stationsingenieurin: Anne Campeau

Anne war zum Zeitpunkt

der Mission im

zweiten Semester als

Studentin der Polymerund

Fasertechnik. Sie

ist außerdem in einer

Verbindung aktiv (ja,

Verbindungen gibt es

hier in Amerika auch, allerdings mit

griechischen statt lateinischen Namen

– ihre heißt Alpha Chi Omega).

Stellvertretende Kommandantin,

Computerspezialistin: Emily Colvin

Emily studiert Nukleartechnik,

ist nebenbei

noch im Studentenorchester

engagiert und

leitet unsere Studentengruppe

der Mars Society.

Sie ist auch aktiv

in der Ingenieursabteilung

des nationalen Mars-Society Missionskontrollzentrums

und kennt sich

daher mit allen Systemen an Bord der

Station bestens aus.

Biologin, Sanitäts- und Sicherheitsoffizier:

Meryl Mims

Meryl studiert Biologie.

Seit einem Ausflug zum

Kennedy-Weltraumzentrum

ist sie an der bemannten

Raumfahrt

interessiert. Ihre Freizeit

verbringt sie mit

Wandern, Campen und

Klettern, was während unserer Trainingswanderungen

sehr nützlich war.

Astronomin, Logistikerin: Jenny

Rome

Jenny studiert Luft- und

Raumfahrttechnik und

arbeitet nebenbei als

Werksstudentin bei

Gulfstream, dem bekannten

Hersteller von

Geschäftsflugzeugen.

Strahlenschutz-Spezialist, Pressesprecher:

Jason Sherwin

Jason hat einen Abschluß

als Astrophysiker

von der Universität

Chicago und studiert

jetzt am Georgia Tech

Luft- und Raumfahrttechnik.

Nebenbei spielt

er professionell Klavier.

Er arbeitet in meiner Forschungsgruppe

an Abwehrsystemen gegen Bedrohungen

der Erde durch Meteoriten.

Leiterin des Bodenkontrollzentrums:

Elizabeth Tang

Elizabeth kommt ursprünglich

aus China

und studiert jetzt Luftund

Raumfahrttechnik

am Georgia Tech.

Neben ihrem Einsatz für

die MDRS-Mission leitet

sie die Studentengruppe

der nationalen Luft- und Raumfahrtorganisation

AIAA.

Bodenkontrolle: Gregory Lantoine

Gregory ist ein französischer

Austauschstudent

am Georgia Tech, der

hier Luft- und Raumfahrttechnik

studiert. In

Frankreich geht er auf

KVer AKTIV

die „Ecole Centrale de Lyon“ , eine der

französischen Eliteuniversitäten.

Bodenkontrolle: Jonathan Sharma

Auch Jonathan studiert

Luft- und Raumfahrttechnik

am Georgia

Tech. Als Austauschstudent

war er bereits in

Deutschland und kennt

sich daher hervorragend

mit deutschen

Biersorten aus.

Forschungsprogramm

Hier nun einige Highlights unseres Forschungsprojekte.

Astronauten müssen während ihrer

Außenbordaktivitäten ständig mit dem

Kontrollzentrum in Verbindung stehen

– dies gilt aus Sicherheitsgründen natürlich

auch für simulierte Missionen

wie die unsere. Daher statteten wir

sämtliche Raumanzüge mit sendestarken

Amateurfunkgeräten aus, deren

Reichweite über zwei Relaisstationen

vergrößert wurde – eine bodengebunden,

und eine von einem grossen Fesselballon

auf 100 m Höhe getragen.

Sowohl Sprechverkehr als auch

GPS-Positionsdaten wurden über dieses

System übertragen und in Echtzeit

ins Internet gestellt, wo die Bodenkontrolle

und andere Interessierte unsere

Positionen während der Außenbordaktivitäten

live verfolgen konnten.

Ferner zeichneten wir mittels GPS

unsere Außenbordaktivitäten auf und

konnten so täglich aktualisierte Karten

unserer Erkundungsfahrten erstellen.

Diese Daten stehen mittlerweile

auch im Internet zur Verfügung (siehe

http://www.asdl.gatech.edu/people/ja

nosburg/mdrs2006.htm).

Human Factors

Wie die Erfahrung z.B. mit Überwinterungen

in der Antarktis zeigt,

hängt der Erfolg von Langzeitmissionen

sowohl von der psychologischen

Verfassung der Mannschaftsmitglieder

als auch von der Organisationsstruktur

und typischen Abläufen der Mission

ab. Um einen Einblick in die Ent-

155 AM


KVer AKTIV

Kb Jan Osburg unterwegs auf dem simulierten Mars.

wicklung der mentalen Leistungsfähigkeit

der Crew zu erhalten, führten wir

in Zusammenarbeit mit NASA-Weltraumraumpsychologen

ein computerge-

stütztes Messprogramm durch,

bei dem Erinnerungsvermögen, visuelle

Abstraktion, arithmetische Fähigkeiten

und Konzentration getestet

wurde.

Strahlungsmessung

und Abschirmung

Ein weiteres Problem stellt die zu

erwartende hohe Strahlungsbelastung

der Marsastronauten dar. Strahlenmessung

und Strahlenschutz werden

AM 156

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bei den ersten Expeditionen zu unserem

Nachbarplaneten eine wichtige

Rolle spielen. Wir vermaßen daher

während einiger Außenbordeinsätze

mit einem tragbaren Geigerzähler das

Strahlungsfeld in der Umgebung der

Station. Durch gleichzeitige Positionsvermessung

mit GPS konnten wir danach

die Strahlungsbelastung geodätisch

darstellen.

Instandhaltung der

Station

Als gestandene Ingenieure durfte

für unsere Besatzung natürlich auch

die „Bastelei“ nicht zu kurz kommen.

Obwohl wir die Station in recht gutem

Zustand übernahmen, fanden wir dennoch

Gelegenheit zu Reparaturen und

Verbesserungen wie zum Beispiel dem

Verlegen von Netzwerkverbindungen,

der Überholung des Dieselgenerators

oder auch der Reparatur der Abwasserpumpe

(im Vollschutzanzug...).

Medienarbeit

Neben den Forschungsprojekten

war die Öffentlichkeitsarbeit ein weiterer

Missionsschwerpunkt. Etliche Reporter

fanden sich auf der Station ein.

Sogar der landesweit zu empfangende

„Country Music Television“-Sender

brachte einen ausführlichen Bericht.

Natürlich werden die ersten „echten“

Astronauten auf dem Mars nicht von

Reportern belagert werden, aber wahrscheinlich

wird zumindest ein Besatzungsmitglied

journalistisch qualifiziert

sein, um den Erdlingen aus erster

Hand von den Abenteuern der ersten

Menschen auf dem Mars zu berichten.

Weitere Infos

Auf meiner Webseite www.

janosburg.net und bei der Mars Society

unter: http://www.marssociety.org/mdrs

gibt es viele weitere Bilder

und Berichte. Und ich stehe

natürlich unter jan.osburg@gmx.net

für Fragen jederzeit bereit.

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DAS INTERVIEW

Kb Prof. Dr. Dr. Claude Ozankom

Brückenbauer zwischen Afrika und Europa

Kb Claude Ozankom

Geboren am 1958 in Iniofa/Kongo

Studium der Philosophie, Katholischen Theologie und

Religionswissenschaft

1989 Priesterweihe und Einsatz in der

Seelsorge

1992 Dr. theol.; München

1995 Dr. phil.; München

1999 Habilitation für Fundamentaltheologie,

ökumenische Theologie und

Religionswissenschaft; München

ab SS 1999 Privatdozent, München und Gastdozentur

im Kongo

ab 1. März 2003 Professor für Theologie Interkulturell

und Studium der Religionen,

Universität Salzburg

ab 1.Oktober Professor für Fundamentaltheolo-

2006 gie, Religionsphilosophie und

Theologie der Religionen,

Universität Bonn

AM: Lieber Kartellbruder, Du bist in Indiofa

im Kongo geboren. Wie kamst Du

zur Ottonia und damit zum KV?

Claude Ozankom: Das geschah

auf die doch so übliche Weise. Ein

Freund hat mich öfter zur Ottonia mitgenommen.

Ich habe die Bundesbrüder

dort kennen- und schätzengelernt

AM 158

und mich dann zum Eintritt in die Ottonia

entschlossen.

AM: Du hast Deine schulische Ausbildung

und Dein Philosophie-Studium in

Deiner Heimat hinter Dich gebracht.

Gehörtest Du damit zu den Ausnahmen

bei der Wahl eines akademischen

Studiums?

Claude Ozankom: Ich weiss nicht,

ob ich zu den Ausnahmen zähle. Sicher

gehörte ich aber zu denen, die die

Chance bekamen, eine gute Schulausbildung

zu genießen und denen man es

zugetraut hat, eine akademische Laufbahnen

einzuschlagen.

AM: Ist es richtig, dass Deutschland

nicht auf Platz 1 Deiner Wunschliste

stand, als es darum ging, die Ausbildung

im Ausland fortzusetzen?

Claude Ozankom: Diese Entwicklung

ist nicht aus meiner Sicht zu bewerten.

Deutschland stand vom Kongo

aus gesehen nicht auf Platz 1 für ein

Auslandsstudium. Das waren damals

Belgien, Frankreich, die Schweiz und

natürlich Rom. Mir hat man jedoch zugetraut,

den „nicht normalen“ Weg

zugehen; so kam ich nach Deutschland.

AM: Inzwischen hast Du die deutsche

Staatsangehörigkeit angenommen und

bist z.Zt. Professor für Fundamentaltheologie

in Bonn. Was sind die

Schwerpunkte Deiner wissenschaftlichen

Arbeit?

Claude Ozankom: Die Kirche von

heute bewegt sich im Zusammenspiel

von Universal- und Ortskirche. Sie ist

stark universal geworden und damit

stellt sich die Frage der interkulturellen

Begegnungen. Es gibt religiöse

Transformationsprozesse, z.B. in Mitteleuropa

Pluralisierung, Fragmentierung

und Relativierung; dazu im

religiösen Bereich eine Tendenz zur Individualisierung

und Privatisierung des

Religiösen. Wie können die Menschen

in diesem Umfeld religiös werden? Es

gibt ein vielfaches Angebot an religiösen

Möglichkeiten. Dabei ist die Orien-

tierung und das Zeugnis, das wir

geben, sehr wichtig.

In Afrika und Südamerika sehen wir

eine Zunahme an religiösen Bewegungen.

In Afrika schießen die Freikirchen

wie Pilze aus dem Boden und es besteht

die Gefahr, dass darunter auch

Scharlatane sind. Wir müssen das

Evangelium verkünden, damit die Menschen

ihren Raum in der Kirche haben.

AM: Deine Vita weist viele Facetten interkultureller

Begegnungen auf.

Kannst Du uns darüber etwas genaueres

sagen?

Claude Ozankom: Ich selbst bin

interkulturell geprägt. Ich stamme aus

der afrikanischen Kultur und bin mit

der Kultur hier in Europa in Berührung

gekommen. Ich versuche, einen Brükkenschlag

herzustellen, weil beide Seiten

ihre Stärken haben. Nur so können

wir eine humane Welt gestalten.

Descartes hat gesagt „Ich denke, also

bin ich“. In Afrika sagt man „Wir sind,

also bin ich“ . Ich stelle hier in Europa

das „Wir“ und in Afrika das „Ich“ in

den Mittelpunkt meiner Lehre. Wir

können in der Kirche nur gemeinsam

etwas erreichen; dazu ist es wichtig

voneinander zu lernen.

AM: Beziehst Du die Theologie der Befreiung

hier mit ein?

Claude Ozankom: Das tue ich aus

folgendem Grund: Diese Theologie

wirkt mit an der Veränderung ungerechter

Verhältnisse und stellt damit

folgende Lehre der Kirche in den Vordergrund:

Wer die Welt mit den Augen

Christi sieht, sieht immer zuerst den

Armen.

AM: Man sagt Dir nach, dass sich Dein

Wissen nicht nur auf Studien der Theorie

begründet, sondern dass viele Herausforderungen

des ganz praktischen

Dialogs der Kulturen wesentlicher Bestandteil

Deiner eigenen Geschichte

sei. Kannst Du dafür Beispiele geben?

Claude Ozankom: Ich will es versuchen:

ich sitze in einem Zug und ein

Kontrollbeamter kommt in das Abteil.


Er geht zuerst auf den schwarzen

Mann zu; die Menschen sind so geschult.

Ich jedoch frage mich, ob ich

etwas verbrochen habe. Oder wenn ich

mit einem Polizisten spreche und ihm

dabei nicht in die Augen schaue; schon

mache ich mich verdächtig. Nur muss

man wissen: In Afrika ist es unüblich,

einer sog. „Autorität“ in die Augen zusehen.

Ich helfe daran mit, dass solche

Vorurteile abgebaut werden.

AM: Du sagst selbst, Deine Verbindung

in die afrikanische Heimat nie abgebrochen

zu haben. Wörtlich: „Ich

habe sie immer gepflegt und sehe

mich als Brückenbauer zwischen den

Kulturen.“ Wie ist dies ganz praktisch

zu verstehen?

Claude Ozankom: Ich will es so

sagen: Was man mir in der Heimat

mitgegeben hat, hat mir geholfen,

zum Beispiel in meiner Verbindung

Fuss zu fassen. Andererseits will ich

das, was ich hier mitbekomme, in meiner

Heimat einbringen.

In den 80er Jahren habe ich mit Kartell-

und Bundesbrüdern zusammen

die Aktion „Spes viva e.V.“ ins Leben

gerufen. Wir haben inzwischen zwei

Krankenhäuser im Kongo gebaut und

nach und nach ausgestattet. Dies ist

konkrete Solidarität. Hier am Lehrstuhl

in Bonn kann ich Studenten aus Afrika

betreuen, aber auch umgekehrt deutsche

Studenten nach Afrika vermitteln.

Ich beziehe also hier afrikanisches Gedankengut

mit ein, bin also global

tätig.

AM: Dialog bedeutet, dass jeder, der

ein solches Gespräch führt, zu etwas

steht. Also: Keine Gleichmacherei oder,

wie Du einmal formuliert hast, „Friede,

Freude, Eierkuchen sind kein Dialog.“

Wie sollten wir KVer, die in der Mehrzahl

nicht religiös-wissenschaftlich arbeiten,

diesen Dialog der Religionen

führen?

Claude Ozankom: Wir KVer sind

religiös vernarbt. Für mich ist wichtig,

dass die Religion mich prägt. Wie verhalten

wir uns zu uns, zu den Menschen

und zu der Welt. Wenn ich als

Wissenschaftler merke, dass das, was

Kollegen von mir erwarten, mit meinem

Glauben in Konflikt steht, muss

ich das sagen klar, aber nicht arrogant.

Die Selbstverständlichkeit, mit der

Muslime ihren Glauben erklären und

leben wünsche ich mir auch für uns.

DAS INTERVIEW

Universität Bonn (Ostflügel). Hier lehrt Kb Ozankom.

Wir müssen die Chance wahrnehmen,

uns zu informieren. Was glauben die

Anderen und wo sind Punkte, die man

hinterfragen oder sogar ablehnen

muss. Der Islam ist nicht gleichzusetzen

mit den Islamisten. Wir müssen

uns die Frische erhalten, auch den eigenen

Glauben neu zu lernen.

AM: Du verlangst von den Religionen

eine „soziale Globalisierung“. Wie ist

das zu verstehen und wie sollten sich

die Religionen hier praktisch einbringen?

Claude Ozankom: Das Christentum

muss als „Stachel im Fleisch“ humanisierend

auf die Globalisierung

wirken und dies nicht allein der Wirtschaft

und der Politik überlassen. Ganz

praktisch heisst das: Unsere Religion

darf nicht nur kritisieren, sondern sie

muss mit dafür sorgen, dass es den

Menschen gut geht. Wo Ausbeutung

ist, muss die Kirche das anprangern;

sie muss sich einmischen. Das hat Benedikt

XVI. auch auf seiner Brasilienreise

nochmals sehr deutlich gemacht.

AM: Vor einigen Semestern hast Du in

Salzburg eine Vorlesung unter dem

Thema „Jesus Christus im Plural der

Kulturen“ gehalten. Unser Kartellbruder

Joseph Ratzinger, unser jetziger

Papst, hat soeben ein Buch herausgegeben,

das den Titel „Jesus von Nazareth“

trägt. Kannst Du uns auf der

Grundlage Deines eigenen Christus-

Bildes eine erste Einschätzung zu dem

Werk unseres Papstes geben?

Quelle: Universität Bonn

Claude Ozankom: Hier in Bonn

bin ich der vierte Nachfolger von Joseph

Ratzinger auf dem Lehrstuhl. Das

Erbe seiner Lehre hier empfinde ich als

Aufgabe, dies meinen Studenten weiterzugeben.

Es gibt jedoch noch zwei weitere Verbindungslinien:

Ratzinger war am

Georgianum, ich auch. Bei einem Ehemaligentreffen

dort habe ich ihn kennengelernt.

Und: Ratzinger hat bei

Gottlieb Söhngen promoviert und sich

habilitiert; ich bei dessen Enkel Heinrich

Döring.

AM: Hast Du bei Deiner hohen Belastung

noch Zeit für Kontakte zum KV

und was bedeutet er Dir?

Claude Ozankom: Wenn ich in

München bin, suche ich nach Möglichkeit

den Kontakt zur Ottonia. So

nehme ich an den traditionellen Veranstaltungen

teil und folge auch gerne

den Einladungen der Aktivitas. Die Ottonia

hat mir geholfen, mich hier wohlzufühlen;

dafür möchte ich danken und

etwas zurückgeben.

Kb Michael Kotulla, der das Interview

führte: Ich möchte mich sehr herzlich

für dieses offene Gespräch bedanken

und wünsche Dir für Deine wissenschaftliche

Tätigkeit, aber auch ganz

persönlich Gottes Segen und bin fest

davon überzeugt, dass der KV mit Dir

rechnen kann, wenn er Dich als Kartellbruder

und Theologen ruft.

159 AM


AM 160

KV-AKADEMIE

Hauptstadtseminar

Hauptstadtseminar

ZUM THEMA:

Zu den Zentralen der Macht in Deutschland führt dieses Seminar, mit Besichtigungen

und vielen politischen Gesprächen. Dabei wird selbst- verständlich

auch der Hauptstadt Berlin besondere Aufmerksamkeit

geschenkt: wie sie sich baulich präsentiert mit Reichtagsgebäude, Bundesrat,

Bundeskanzleramt, Ministerien und Landesvertretungen, aber

auch, wie sie sich verändert hat.

Nur noch wenige

Plätze frei!


Nonkonformist mit Charakter

Kb Alois Rummel zum 85. Geburtstag

Am 6. Juni 2007 vollendete Kb Dr. Alois Rummel (Al, E d Arm) sein 85.

Lebensjahr. Er gehört zu den großen Gestalten der deutschen Publizistik.

Sein Satz: „Wer keinen Gedanken hat und ihn dennoch niederschreibt,

ist ein Journalist“, gehört zwar zu den geflügelten Worten

unter Publizisten, trifft aber auf ihn ganz und gar nicht zu.

Alois Rummel hat nicht nur Gedanken,

er kann sie auch treffsicher formulieren.

Er stammt aus Württemberg,

was man ihm kaum noch anhört

und wuchs als fünftes von sechs

Kindern eines Postbeamten in Stuttgart

auf. Nach einer kaufmännischen

Lehre wurde er Soldat und kam mit

einer schweren Verwundung aus dem

Zweiten Weltkrieg zurück. In einem

Sonderkurs holte er das Abitur nach,

um in Tübingen mit einem breitgefächerten

Studium von Germanistik, Geschichte,

Kunstgeschichte, Philosophie

und Theologie beginnen zu können. Er

gehörte in der altehrwürdigen Universitätsstadt

am Neckar zu den jungen

Männern, welche in der Nachkriegszeit

der Alamannnia hohes Renommé verschafft

haben. Nach seinem Seniorat

im Sommersemester 1950 wurde ihm

das von seinen Bundesbrüdern ausdrücklich

bescheinigt. Sie schrieben,

ihm sei es zum großen Teil zu verdanken,

dass ihr Studentenverein sich „zu

einer bedeutenden und hervorragenden

Stellung innerhalb aller Tübinger

Korporationen emporgearbeitet“ habe.

Glänzender Senior

Ihm wurde obendrein bestätigt, ein

„glänzender Senior“ gewesen zu sein.

Besonderes Lob fand die Tatsache,

dass es ihm gelungen war, „die geistige

Linie“ der Alamannia zu bestimmen.

Ende 1951 schloss er seine

Studien in Tübingen mit einer Promotion

in Germanistik ab. In seiner Dissertation

verglich er zwei „manieristische“

Dichter aus verschiedenen

Jahrhunderten miteinander. Der eine,

Frauenlob (Heinrich von Meißen), lebte

im 13. und der andere, Rainer Maria

Rilke, im 19./20. Jahrhundert.

Anschließend entschied sich Alois

Rummel für den Beruf des Journalisten

und machte ein Volontariat beim

„Schwäbischen Tagblatt“ in Tübingen.

Dann wechselte er zum Südwestfunk

nach Stuttgart und wurde 1962 Politischer

Korrespondent seines Senders in

Bonn. Hier hat er 15 Jahre lang unvoreingenommen

das politische Leben in

der Bundeshauptstadt begleitet und

kommentiert. Hier wurde er zu einem

intimen Kenner der „politischen Landschaft“

der Bundesrepublik Deutschland.

1977 berief ihn der Südwestfunk

zum Hörfunkdirektor nach Baden-

Baden. Dann wechselte Alois Rummel

1981 noch einmal zu einer Zeitung

und übernahm die Chefredaktion des

„Rheinischen Merkurs“ in Bonn. Mit Erreichen

der Altersgrenze 1987 schied

er aus dieser Funktion aus, setzte sich

aber nicht zur Ruhe: Er gründete die

Europäische Föderalismusakademie in

Bonn, deren Ehrenvorsitzender er bis

heute ist, und war von 1990 bis 1994

ehrenamtlicher Vorsitzender des Katholischen

Pressebundes. Er hat eine

Fülle von Büchern geschrieben, von

denen hier nur die Publikationen über

die Große Koalition (1969), das Amt

des Bundestagspräsidenten (9. Aufl.

1987) und die Medienwelt (1987) erwähnt

seien. Hans Maier (EM d Arm)

hat einmal über ihn geschrieben, Alois

Rummel sei ein Nonkonformist mit

Charakter. Er habe „sich in fast allen

Rollen, die ein Journalist spielen“

könne, „höchstköniglich bewährt: als

Reporter, Redakteur, Studioleiter, Chefkorresspondent,

dazu noch als Lehrbeauftragter

an der Fachhochschule für

das Bibliothekswesen in Bonn.“ Hans

Maier bestätigte ihm „die Bonhomie

eines Bären und den Biss eines Bibers“.

Nie habe er sich angepasst, sei

kein „Luftsegler“ gewesen, sondern ein

„süddeutscher Roland.“

Als Journalist in vielen Rollen

Besser kann man es kaum sagen.

Noch nachzutragen bleibt, dass er für

den KV immer ansprechbar war, manche

Festrede gehalten und viele gute

ZUR PERSON

Ratschläge gegeben hat, ohne sich jemals

aufzudrängen. In den Krisenzeiten,

die den KV bewegten, blieb er

gelassen und ließ sich nicht vor irgendeinen

Karren spannen.

Bis heute kann man ihn Jahr für

Jahr bei den Salzburger Hochschulwochen

erleben, interessiert und auf dem

neuesten Stand der Diskussion im

deutschen Katholizismus. Zu Recht

stellte der „Rheinische Merkur“ zu seinem

jetzigen Geburtstag fest, dass er

an „geistiger Lebendigkeit“ nichts verloren

habe.

Wir wünschen ihm noch viele glückliche

Jahre im Kreise seiner Familie.

W.L.

Kb Alois Rummel (Al, E d Arm)

161 AM


AM 162

AUS DEM KV

Klage abgewiesen

KV Gericht bestätigt Zahlungen während der Suspendierung wegen Farbentragens

Der CC des Klägers hatte das Tragen

eines Bandes erlaubt. Nachdem

der KV-Rat von diesem Beschluss

Kenntnis erlangt hatte, stellte er - nach

Anhörung des Klägers -„einen eindeutigen

Verstoß gegen die KV-Satzung

wegen Farbentragens“ fest und beschloss

die Suspendierung von Aktivitas

und Altherrenverein des Klägers,

was laut schriftlicher Mitteilung bedeute:

„Alle Eure Rechte im Verband,

insbesondere das Stimm- und Antragsrecht

auf der VV, dem Aktiventag,

dem Altherrentag und ggf. im Haupt-

§

§

Abgesehen von alledem sei der

In einem grundlegenden Urteil hat das KV-Gericht unter Vorsitz von Kb Dr. jur. Heinz-August Zimmermann

(Rh-Mv, Arm) am 30. April 2007 eine Klage eines Kartellvereins abgewiesen, der die Rückzahlung desjenigen

Teils des KV-Beitrags verlangt hatte, den er während der Zeit seiner Suspendierung gezahlt hatte. Wie

war es zu der Suspendierung gekommen? In dem Urteil, das wir hier leicht gekürzt abdrucken, heißt es dazu:

Quelle: Fotolia (c) Stefan Germer

Die Justitia mit Augenbinde und Waage.

ausschuss ruhen. Eure Pflichten bleiben

unberührt.“

Der Kläger ist der Auffassung, das

Ruhen von Rechten, nicht aber auch in

gleichem Maße von Pflichten eines Kartellvereins

verstoße gegen § 15 Satz 1

der Satzung des KV (KVS).

Diese Vorschrift lautet: „Wenn das

Wohl des Kartellverbandes es erfordert,

kann der KV-Rat anordnen, dass

die Rechte und Pflichten eines Kartellvereins

oder einer Gliederung im Sinne

von § 8 Abs.1 ganz oder teilweise

ruhen.“ (§ 8 Abs.1 KVS benennt als

Gliederungen eines Kartellvereins die

Aktivitas und den Altherrenverein.)

Der Kläger meint, unmissverständlich

regele die Satzung, dass im Falle

der Suspendierung Rechte und Pflichten

(teilweise) ruhen; nicht, dass

Rechte ruhen, Pflichten aber nicht. Ein

solches Ergebnis wäre nicht vertretbar,

denn wenn keine Rechte mehr bestünden,

sei auch nicht ersichtlich, warum

für diesen Zustand Beiträge gezahlt

werden sollten. Der Suspendierungsbeschluss

sei demgemäß unwirksam.

Der für die Zeit der Suspendierung

rechtsgrundlos geleistete Beitrag müsse

erstattet werden.

Suspendierungsbeschluss schon deshalb

unwirksam, weil kein Satzungsverstoß

vorliege. „Farbentragen“ bedeute

das Tragen von Band und Mütze.

Das Tragen eines Bandes in Vereinsfarben

sei kein Farbentragen im Sinne

der KV-Satzung.

Der Kläger beantragt, festzustellen,

dass der Beklagte verpflichtet ist, den

auf den Zeitraum der Suspendierung

des Klägers entfallenden Teil des von

ihm gezahlten KV-Beitrags zu erstatten.

Der Beklagte beantragt, die Klage

abzuweisen. Der Suspendierungsbeschluss

des KV-Rates sei nicht zu be-

anstanden. § 15 S.1 KVS könne nur so

verstanden werden, dass die Rechte

ganz oder teilweise eingeschränkt werden

können und auch die Pflichten

ganz oder teilweise eingeschränkt werden

können, und zwar in der Weise,

dass Rechte und Pflichten unabhängig

voneinander eingeschränkt werden

können und nicht in gleichem Maße

eingeschränkt werden müssen.

Folge man der Auffassung des Klägers,

dass der Beschluss des KV-Rats nicht

satzungskonform war, dann sei er

nichtig und damit die Suspendierung

unwirksam. Die Rechte des Klägers

seien dann nie beschnitten gewesen.

Auch die Pflichten des Klägers (z.B. zur

Beitragszahlung) seien dann nie berührt

worden. Die Klage sei folglich

auch dann abzuweisen.

Das Gericht hielt die Klage für zulässig,

aber nicht für begründet. Dazu heißt

es:

1.

Der Suspendierungsbeschluss des KV-

Rats stimmt insoweit mit der KV-Satzung

überein, als er das Tragen eines

Bandes in Vereinsfarben als Satzungsverstoß

ansieht, der Sanktionen gemäß

§ 15 S.1 KVS auslösen kann.

Es kommt hierzu nicht auf die Auffassung

des Klägers an, das Tragen eines

solchen Bandes sei kein Farbentragen

im Sinne von § 1 Abs.2 KVS. (Die Bestimmung

lautet: „Der Kartellverband

ist ein nichtfarbentragender Verband“.)

Maßgebend ist vielmehr die

Auslegung des Begriffs „Farbentragen“,

wie sie aus Beschlüssen der

höchsten beschließenden Organe des

Verbandes, der Vertreterversammlung

und des Aktiventages, hervorgeht, (da

eine Kartellgerichtsentscheidung hierzu

nicht ergangen ist und eine solche

jetzt auch durch die Meinungsäußerung

des Klägers nicht veranlasst ist.

Für eine entsprechende Inzidentfeststellungsklage

fehlt es an einer nach

§ 7 Abs.3 KVGerO erforderlichen Be-


gründung.)

Legt nämlich die Mitgliederversammlung

eines Vereins - dieser entsprechen

Vertreterversammlung und

Aktiventag - bestimmte Vorschriften

der Satzung mit Rechtsgeltungswillen

aus, so sind hieran der Verein, seine

Organe und seine Mitglieder gebunden

(Vgl. Reichert, Handbuch des Vereinsund

Verbandsrechts, 10. Aufl. 2005,

Randnummer (Rn) 402)

Die Vertreterversammlung 1992 in

Erlangen hat sowohl im Aktiventag als

auch im Altherrentag den Antrag: „Der

KV ist nichtfarbentragend. Als Farbentragen

wird verstanden das Führen von

Bändern und Kopfbedeckungen (Mütze,

Tönnchen).“ abgelehnt (Akademische

Monatsblätter - AM - Juli, Aug.,

Sept. 1992, Heft 5/6, „Schwarzes

Brett“ S.IV mittlere Spalte unten).

Damit war klargestellt, dass auch das

Tragen nur eines Bandes Farbentragen

ist. Der Aktiventag 2000 in Dresden

hat sich „feststellend gegen das Farbentragen

ausgesprochen und in seinem

Beschluss die bisherige

Definitionsfrage im Hinblick auf das

‘nur Band anlegen’, dieses als Farbentragen

qualifiziert. Im Falle der Zuwiderhandlung

wurde der KV-Rat

aufgefordert, ihm zur Verfügung stehende

Sanktionen zu verhängen.“

(Bericht des Vorortspräsidenten Jan -

Christoph Bärje in AM Juni 2000, Heft

5, S.3)

§

Diese Auslegungsbeschlüsse stehen

in der Tradition des Kartellverbandes

seit Gründungszeiten, in denen ganz

bewusst im Interesse eines eigenen

Profils vom Farbentragen abgesehen

wurde. Diese Intention schloss naturgemäß

auch das Tragen (nur) eines

Bandes aus. (Siehe hierzu näher: Wolfgang

Löhr, AM August/Sept. 1999, Heft

5 S.23; derselbe AM Mai 2002, Heft 4,

S.8; Karl Kautzsch, AM April 2006, Heft

3, S.19.)

Schon angesichts dieser Quellen wird

deutlich, dass eine abweichende Kartellgerichtsentscheidung

mit der bloßen

Meinungsäußerung, Bandtragen

sei kein Farbentragen, im Hinblick auf

das Begründungserfordernis nach § 7

Abs.3 KVGerO nicht herbeigeführt werden

kann.

2.

Zum Hauptstreitpunkt, welche Art von

Rechtsfolgen § 15 S.1 KVS zulässt, erscheint

es geboten, zunächst klarzustellen,

dass es vereinsrechtlich

§AUS DEM KV

durchaus zulässig ist, bei einem Satzungsverstoß

einem Mitglied alle Vereinsrechte

zu entziehen, alle seine

Pflichten aber bestehen zu lassen -

eine entsprechende Satzungsbestimmung

natürlich vorausgesetzt.

Solche Reaktionen auf Satzungsverstöße

(Ruhenlassen aller Rechte,

Fortbestand aller Pflichten) sind Ordnungs-

oder Disziplinarmaßnahmen,

die einmal Sanktionscharakter haben,

zum anderen aber auch zu künftigem

satzungsgemäßen Verhalten veranlassen

sollen. Sie halten der rechtlichen

Inhaltskontrolle stand, wenn der

Grundsatz der Gleichbehandlung der

Vereinsmitglieder und der Grundsatz

der Verhältnismäßigkeit nicht verletzt

sind. Letzterer Grundsatz ist auch

dann nicht ohne weiteres verletzt,

wenn alle Rechte ruhen, aber dennoch

Beiträge gezahlt werden sollen. In

einer solchen Regelung kommt gerade

ihr Sanktions- und Repressionscharakter

zum Ausdruck. (Vgl. zum Ganzen

Reichert, a.a.O. , Rn 1081 ff.; Bayerisches

Oberstes Landesgericht, Entscheidungen

in Zivilsachen 1979,

351/357 = Rechtspfleger 1980, 15/16

unter aa; Sauter/Schweyer, Der eingetragene

Verein, 17. Aufl. 2006, Rn

352; Reichsgericht, Juristische Wochenschrift

1929, 847/848 rechte

Spalte unten.)

3.

Zur Frage, wie die nach § 15 S.1 KVS

möglichen Rechtsfolgen zu verstehen

sind, kann es für die Entscheidung

über die Klage dahinstehen,

3.1 ob § 15 S.1 KVS die vom Beklagten

vorgenommene Auslegung (Rechte

ganz suspendiert, Pflichten nicht) zulässt

oder

3.2 ob § 15 S.1 KVS nur eine gänzliche

Suspendierung von Rechten und

zugleich Pflichten oder eine teilweise

Suspendierung von Rechten und zugleich

Pflichten zulässt - wie der Kläger

meint.

Im Fall 3.1 wäre die Klage abzuweisen,

weil die Suspendierung, so wie sie

ausgesprochen worden ist, wirksam

wäre.

Im Fall 3.2 wäre die Klage abzuweisen,

weil der Suspendierungsbeschluss

gegen die Satzung verstieße.

Ein solcher Verstoß hat entgegen

der Meinung des Klägers nicht zur

Folge, dass an seine Stelle automatisch

oder kraft Gerichtsentscheidung eine

Suspendierung träte, bei der entsprechend

der völligen Suspendierung der

Rechte eine völlige Suspendierung der

Pflichten stattfindet. Die Folge einer

satzungswidrigen Sanktion ist nicht die

automatische oder gerichtliche Umwandlung

in eine satzungsgemäße.

Eine solche sogenannte geltungserhaltende

Reduktion (Zurückführung auf

ein zulässiges, angemessenes Maß) ist

unserem Gesetzessystem grundsätzlich

unbekannt. Eine Ausnahme sieht

§ 343 BGB vor: Ist eine vereinbarte

verwirkte Vertragsstrafe unverhältnismäßig

hoch, kann sie auf Antrag durch

Urteil auf einen angemessenen Betrag

herabgesetzt werden. Auf Vereinsstrafen

kann diese Regelung nicht übertragen

werden. Diese sind Ausfluss der in

der Satzung begründeten Ordnungsgewalt

des Vereins und keine Vertragsstrafen,

sondern ein eigenständiges

verbandsrechtliches Institut (Palandt/Grüneberg,

BGB, 65. Aufl. 2006,

§ 343 Anm. 2, Vorbemerkung 7 vor

§ 339; Palandt/Heinrichs, a.a.O., § 25

Anm. 12)

Folge eines satzungswidrigen Suspendierungsbeschlusses

wäre vielmehr

die absolute Unwirksamkeit. Ein solcher

Beschluss hätte nämlich keine

Rechtswirkung. Stöber (Handbuch des

Vereinsrechts, 9. Aufl. 2004, Rn 580)

bezeichnet Beschlüsse, die unter Verstoß

gegen zwingende Satzungsbestimmungen

gefasst werden - so

versteht diese der Kläger - ,als nichtig.

Das entspricht dem, was unter absoluter

Unwirksamkeit verstanden wird.

Die Nichtigkeit, so Stöber weiter, sei

kraft Gesetzes gegeben; sie müsse

nicht erst durch Anfechtung und Anfechtungsurteil

geltend gemacht und

festgestellt werden (Rn 582). Ob ein

nicht satzungskonformer, daher fehlerhafter

Beschluss unwirksam oder nichtig

wäre und ob Unwirksamkeit oder

Nichtigkeit nur auf Rüge bzw. Anfechtung

zu prüfen sind, kann dahinstehen.

In der Klage liegt jedenfalls eine Rüge

oder Anfechtung des Suspendierungsbeschlusses

mit der Folge der Ungültigkeit.

(Vgl. hierzu Sauter/Schweyer/Waldner,

Der eingetragene Verein,

18. Aufl. 2006, Rn 212 – 215a.)

Jedenfalls - unwirksam oder nichtig -

hätte der Kläger keine Rechte verloren

und wäre nach wie vor beitragspflichtig.

Die Redaktion der AM hofft, mit dem

Abdruck des Urteils zur Rechtssicherheit

beigetragen zu haben.

163 AM


AM 164

DAS INTERVIEW

Überwältigende Nachricht:

Studium in Rom dank KV-Stipendiums

von KNA-Mitarbeiterin Antonia Gemein

Kb Joseph Alesseril (Gm)

Junger Inder erhielt ein Theologiestipendium

in Rom

Joseph Alesseril stammt aus Indien,

einem Land, in dem rund 3 Prozent

Christen unter 92 Prozent Hindus

leben. Seine Familie jedoch ist strenggläubig

katholisch - das prägte den 25-

Jährigen, der nun an der Urbania

Universität in Rom Theologie studiert.

Indirekt verdankt er das dem Papst.

Denn als der katholische Studentenverband

KV hörte, das eines seiner

Mitglieder - kein geringerer als Kardinal

Joseph Ratzinger - zum Papst gewählt

wurde, stiftete der KV ein Stipendium,

um armen Katholiken ein Auslandsstudium

zu ermöglichen.

Seinen Glauben fand Alesseril in

seiner Familie. „Meine Großeltern nahmen

mich an die Hand und gingen mit

mir in die Kirche“, erläutert der angehende

Priester. Seine Kindheit prägte

ein starker Familienzusammenhalt.

Das war der Grundstein für sein christliches

Leben.

Alesserils Bischof schickte den jungen

Mann schließlich an das Päpstliche Seminar

der Jesuiten nach Nordindien

zum Philosophiestudium. Dort arbeitete

er auch mit Straßenkindern und

Armen - beides eine wichtige Erfahrung

für den 25-Jährigen.

Derselbe Bischof gab Alesserils

Namen an den Vatikan weiter, als der

KV nach Kandidaten für das Stipendium

fragte. Der junge Mann war überwältigt,

als ihm sein Mentor schließlich

mitteilen konnte, dass er ausgewählt

worden war. Nun sollte er die kirchliche

Lehre von ihrem Ursprung aus kennen

lernen.

„Die Philosophie gibt viele Antworten

auf wichtige Fragen“, beschreibt

Alesseril sein erstes Studium. Und

doch blieben Fragen und Probleme

offen. „Und erst jetzt in Rom durch die

Beschäftigung mit der Theologie verstehe

ich die Zusammenhänge. Das

eröffnet mir manche neue Sichtweise.“

Für eine klare Sichtweise sorgt jedenfalls

ein streng festgelegter Tagesablauf:

Gebete, Messen, Studium und

Gemeindedienst stehen auf dem Stundenplan.

Dazu gibt es noch Sprachkurse.

Freizeit für seine Hobbys bleibt

da eher selten. „Aber ich spiele noch

Basketball und gerne Gitarre“, lacht

Alesseril. „Ich mag Musik; viel Zeit

verbringe ich auch mit den Sprachkursen,

denn die machen mir auch

Spaß“, ergänzt er.

Papst ist ein „außergewöhnlicher

Lehrer“

Dabei befindet sich der junge Inder

immer in direkter Nähe zu Benedikt

XVI., den er für einen brillanten Theologen

hält. „Er kann viel zum dem Dialog

zwischen Katholiken und

Protestanten beitragen“, ist Alesseril

überzeugt. „Er weiß zu vermitteln,

was hinter dem Katholizismus steht.

Viele wissen das gar nicht mehr“, so

der angehende Priester. Deshalb ist er

von seinem Papst begeistert, denn er

sei „ein außergewöhnlicher Lehrer“.

Und die Atmosphäre am Geburtstag

des Kirchenoberhauptes hat Alesseril

besonders genossen. „Überall auf den

Plätzen, an der Uni und in der Gemeinde

haben wir Benedikt XVI. gefeiert,

gebetet und über ihn und seine

Persönlichkeit diskutiert“, schildert der

junge Inder.

Nach seinem Studium würde er

gerne zurück in seine Heimat und dort

dem Vorbild seines Gemeindepfarrers

folgen. Bis es so weit ist, unterstützt

ihn der KV und will ihm auch Deutschland

ans Herz legen. Im Juli und August

wird Alesseril nach Deutschland

kommen, um den Verband, seine Mitglieder

und verschiedene Universitätsstädte

kennen zu lernen. Auch ein

Deutschkurs an der Universität Tübingen

ist geplant. Dem berühmtesten

KV-Mitglied wird der angehende Priester

jedoch eher in Rom begegnen.

Kb Joseph Alesseril erhält die

ersten Weihen in Rom


100 Jahrgänge „Academia“

In einem Grußwort erklärte der nordrheinwestfälische

Ministerpräsident,

Dr. Jürgen Rüttgers, selbst CVer, er bewundere

die Qualität der Zeitschrift,

die er lese und nicht bloß umblättere.

Er achte ihren Mut,

einen eigenen sicheren

Standpunkt zu

vertreten. Sie sei

eine Orientierungshilfe

in einer Zeit, in

der es ihm so erscheine,

als ob in

Deutschland „zu

viele Menschen Toleranz

mit Beliebigkeit

und Gleichgültigkeit“

gleichsetzten. Eine

Rückbesinnung auf

die christlichen Wer-

te sei geboten, wenn

Toleranz und Liberalität

in ihr Gegenteil

umschlügen. Mit

Schmunzeln erwähnte

er, dass er früher als junger

Mann um jede Zeile in der „Academia“

habe kämpfen müssen. Jetzt jedoch

als Politiker, so fügte er hinzu, „werde

ich schon einmal gefragt, ob ich einen

Artikel schreibe.“ Anschließend analysierte

fundiert der ehemalige Intendant

des Bayerischen Rundfunks, Prof.

Dr. Albert Scharf, Alter Herr einer

ÜBER DEN KV HINAUS

„Fliege Blatt, fliege in jegliches Haus“

Am 9. Juni 2007 feierte unser Schwesterverband CV in einem denkwürdigen

Festakt in Münster das Erscheinen des hundertsten Jahrgangs der

Verbandszeitschrift „Academia“. Sie ist zwar wie unsere „Akademischen

Monatsblätter“ 1888 ins Leben gerufen worden, erschien aber wie diese

von Ende 1935 bis Anfang 1954 nicht mehr, sodass jetzt Gelegenheit

war, einen hundertsten Geburtstag zu begehen.

Münchner CV-Verbindung und selbst

einmal verantwortlicher Schriftleiter

der „Academia“, in einem Festvortrag

den geistigen Gehalt des Verbandsorgans.

Es war 1888 von dem Geistlichen

Dr. Hermann

Joseph Wurm ins

Leben gerufen worden.

In der ersten

Ausgabe der „Academia“

vom 20. Mai

1888 hatte man ein

Gedicht abgedruckt,

aus dem eine Zeile

als Überschrift zu

diesem Bericht gewählt

worden ist.

Aber ganz so fröhlich,

wie man vermuten

könnte, verlief

die Geburt der Zeitschrift

nicht, worauf

der derzeitige Chefredakteur,

Dr. Johannes

Leclerque, aufmerksam machte:

Es dauerte bis 1896, ehe die „Academia“

zum offiziellen Organ „legalisiert“

worden war. Prof. Scharf machte deutlich,

wie sich in der Zeitschrift der herrschende

Zeitgeist gespiegelt hat. Doch

habe sie sich immer zu einer durch das

Religio-Prinzip begründeten Wertordnung

bekannt und stets eine große

Breite der Themen und Meinungen zugelassen.

In der Wilhelminischen Zeit

sei sie trotz der österreichischen Mitglieder

eher kleindeutsch gewesen,

habe 1914 die herrschende Kriegsbegeisterung

geteilt und das Menetekel

an der Wand nicht erkannt. Das Bekenntnis

zur Weimarer Republik fand

der Redner in der Zeitschrift eher selten,

dafür das Herausstellen einer problematischen

Gestalt, wie sie der CVer

Albert Schlageter gewesen ist. Die

Warnungen des Verbandsseelsorgers P.

Erhard Schlund OFM wurden, wie die

Untersuchung ergab, überhört und

schließlich sei zur Mitarbeit im „Neuen

Reich“ aufgerufen worden. So etwas

wie Opposition zur NS-Ideologie fand

Prof. Scharf höchstens in den Buchbesprechungen

zwischen den Zeilen.

Aus Fehlern gelernt

Mit Zufriedenheit konnte er feststellen,

dass man aus diesen Fehlern nach dem

Zweiten Weltkrieg gelernt hatte. Anschließend

nannte der scheidende CV-

Ratsvorsitzende, Dr. Karlheinz Götz,

die „Academia“ ein Aushängeschild des

Verbands und sicherte ihr weiterhin

journalistische Unabhängigkeit sowie

ausreichende Finanzierung zu. Die Veranstaltung

wurde umrahmt durch die

Darbietung des Kaiser-Quartetts von

Joseph Haydn, gespielt vom Mendelssohn-Streichquartett

aus Münster.

Zum Abschluss erklang die deutsche

Nationalhymne.

W. L.

EKV Tage Straßburg vom 14.- 18. November 2007

Der Europäische Kartellverband christlicher Studentenverbände hat die EKV Tage Straßburg 2007 vorbereitet

und freut sich über eine rege Annahme seines Angebotes. Besuch des Straßburger Sitzes des

Europäischen Parlaments und anderer Institutionen, Führung durch die historische Innenstadt mit dem

berühmten Münster, studentische Traditionen (Kneipe) mit einer unvergleichlichen internationalen

Gruppe von Mitreisenden.

Anmeldung bitte per E-mail an: praesident@ekv.info oder cassandra@ekv.info bis spätestens 30.September 2007 -

unter Angabe von Vor- und Zunahme, Verbindung, Verband, Erreichbarkeit (mindestens E-mail und Telefon).

Teilnahmegebühr: Studierende: 120 €, Philister: 180 €, Studierende Gäste (bis max. 28 J.): 140 €, Sonstige Gäste:

180 €. In der Teilnahmegebühr enthalten sind: 4 Übernachtungen mit Frühstück, Eintrittsgelder, Führungen, Gemeinsames

Abendessen am Mittwoch.

165 AM


AM 166

KV-AKADEMIE

Rhetorik-Training

Rhetorik-Training

ZUM THEMA:

Die gekonnte Selbstdarstellung gehört zu den wichtigsten Dingen im beruflichen

wie im privaten Alltag, doch Übungsmöglichkeiten bieten sich

selten. Das Training wendet sich an Studierende sowie Akademikerinnen

und Akademiker und gibt auf unterhaltsame und humorvolle Art Impulse,

das eigene Vortragsverhalten zu verbessern. Du erprobst und erweiterst

das Potential Deines persönlichen Auftritts.

Noch Plätze frei!


KV-AKADEMIE

Souverän in Beruf und Alltag

Rhetorik-Training der KV-Akademie in den neuen Räumen in Marl

Rhetorik - war das nicht das, wo irgend ein alter Römer vor einer Runde betagter Senatoren in völlig unmodischen

Tuniken eine langwierige Rede darüber hielt, dass „carthaginem esse delendam“? Vielleicht war es

das einmal - heute jedoch ist Rhetorik aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken: Ob Werbung, Wirtschaft,

Wissenschaft oder die berühmten Plauderkontakte („Smalltalk“), man findet Rhetorisches überall. Denn wenn

man diesen Begriff in einem weiten, unserer heutigen Welt angepassten Sinn versteht, dann fällt darunter

ganz allgemein die Kunst der Präsentation und Aufbereitung von Informationen sowie die Kunst der Gesprächsführung.

Es geht um einen souveränen Umgang mit Situationen, wie sie uns sowohl in unserem Beruf

wie auch in unserem Alltag jeden Tag begegnen.

Um etwas konketer zu werden: Wie

trete ich auf? Wie stelle ich mich vor?

Wie führe ich ein Gespräch? Wie bewahre

ich die Aufmerksamkeit und das

Interesse meines Gesprächpartners

und wie reagiere ich selbst auf ihn?

Welche Möglichkeiten bietet mir meine

Körpersprache? Und schließlich: Wie

beende ich ein Gespräch? Wie behalte

ich den Kontakt bei?

Dies alles sind Fragen, die im Rahmen

des Rhetorikseminars der KV-

Akademie Anfang März in den

Mittelpunkt gerückt wurden. Dabei

konnten die Seminarteilnehmer (Aktive,

junge Alte Herren und ein Gast)

sowie der Kommunikations-Trainer Kb

Dipl. Päd. Michael Kramer (Lu, Albi),

auf die gerade fertiggestellten Räume

des KV-Sekretariats in Marl zurückgreifen,

die so ihrerseits vor der offiziellen

Einweihung eingeweiht wurden.

Zuerst schienen die Teilnehmer eine

völlige heterogene Gruppe zu bilden,

und das ist ja in der Weiterbildung

heutzutage ohnehin der Normalfall.

Manche hatten nur eine sehr vage

Idee, was Rhetorik ungefähr bedeuten

könnte, andere entpuppten sich gleich

als erfahrene Rhetorik-Profis, die nur

noch den letzten Schliff zu erhalten

hofften und eine Sparringsgruppe

suchten. Doch Bedenken diesbezüglich

zerstreuten sich schnell: Unter der

kompetenten Leitung des selbstständigen

Kommunikations-Trainers Michael

Kramer wurden alle Seminarteilnehmer

zu Vortragserfolgen geführt. Er

achtete auf Details in den einzelnen

Auftritten und sorgte für eine angenehme

und freundliche Atmosphäre.

Davon konnten alle profitieren, sowohl

die Erfahrenen als auch die Präsentationsnovizen.

Kartellbrüdern, die bisher noch

nicht an einem solchen Seminar teilgenommen

haben, sei geraten, dies bei

der nächsten Gelegenheit nachzuholen.

So wichtig Fachwissen auch sein

mag, es kommt ebenso auf die „weichen

Fähigkeiten“ wie das praxisorientierte

Vortragen an. Und das ist zu

vielschichtig, als dass man sich das

einfach selbst aneignen könnte. Und

das Seminarerlebnis ist eine faszinierende

Erfahrung, die sich Aktive und

auch Studentinnen nicht entgehen lassen

sollten.

Martin Brazell (Rbg)

Die Teilnehmer des Rhetorikseminars vom 2.-4. März 2007 in Marl.

ZIMMER FREI IN GÖTTINGEN!

Zum Sommersemester 2007 vermieten wir drei Zimmer zwischen 16 und 25 m 2 auf dem

Winfriedenhaus in Göttingen. In Uni-Nähe gelegen, mit DSL- und Telefon-Flatrate.

Anfragen über Kartellbrüder werden bevorzugt behandelt.

Kontakt: K.St.V. Winfridia, Otto-Wallach-Weg 9, 37075 Göttingen, Tel.: 0551 / 41 918

167 AM


EX LIBRIS

Georg Gresser, Clemens II.

Der erste deutsche Reformpapst,

Schöningh Paderborn 2007, 248 S.,

15 Abb.; 29,90 €.

ISBN 10: 3-506-76329-6978; ISBN 13:

9783506763297

AM 168

Clemens II. II.

Der erste deutsche Reformpapst

Nur ein Papstgrab gibt es nördlich der Alpen: das des Papstes Clemens

II., der im Peters-Chor des Bamberger Domes um 1047/48 beigesetzt

worden ist. Ihm, dem ersten deutschen Reformpapst, widmet Kb Georg

Gresser (Nbg, Bor), Privatdozent und Oberassistent am Lehrstuhl für

Kirchengeschichte und Patrologie in Bamberg, eine sorgfältige Studie.

Es ist die erste wissenschaftliche Monografie, die über diesen Papst erschienen

ist.

Clemens wurde ca. 1005 geboren.

Er war Sachse und stammte aus der

Gegend um Magdeburg. Ursprünglich

hieß er Suidger. Seine geistliche Karriere

begann er als Domherr zu Halberstadt.

1035 wurde er in die

Hofkapelle König Konrad II. aufgenommen

und 1040 der zweite Bischof des

jungen Bistums Bamberg. 1046 nahm

er an dem Romzug Königs Heinrichs

III. teil und erlebte die Absetzung der

Päpste Silvester III., Gregor VI. und

Benedikt IX., der „Räuber“ auf dem

Papstthron. Auf der Synode zu Rom

wurde Suidger, obwohl er nicht von

vornherein der Kandidat des Königs

gewesen war, am 24. Dezember 1046

zum Papst gewählt. Am folgenden Tag

weihte er Heinrich III. zum Kaiser. Sein

geliebtes Bamberger Bischofsamt gab

Clemens jedoch nicht auf. Er wollte

„nicht mehr in erster Linie Bischof von

Rom sein, sondern Repräsentant der

ganzen Christenheit in ihren Teilkirchen,

von denen jeweils eine den Papst

stellte“ (S. 74). So deutet der Verfasser

diese problematische Ausnahmesituation.

Könnte dahinter nicht auch

eine Absicherung für den Fall aller Fälle

stecken oder die Idee einer späteren

Heimkehr, wenn er in Rom sein Reformwerk

vollendet hatte? In Rom war

Clemens II. von reformunwilligen Kräften

umgeben. Mit Schärfe ging er dennoch

gegen Ämterkauf und unkeuschen

Lebenswandel des Klerus vor.

Seine Urkunden versah er mit „drastischen

Strafandrohungen an die

Adresse derer, die sich den neuen Bestimmungen

in den Weg stellten. Und

er sparte dabei nicht mit höllischen

Schreckensbildern….“ (S. 153). Seine

Reformfreudigkeit zeigte er ebenfalls

dadurch, dass eine seiner ersten Amts-

handlungen die Unterstützung des Reformklosters

Cluny war. Dem in Rom

weilenden Abt Odilo von Cluny gab er

einen Brief an alle Bischöfe und Fürsten

in Frankreich und Aquitanien mit,

in dem er den päpstliche Schutz für

das Kloster bekräftigte. In die Urkundensprache

führte er die Begriffe dominatio

für den Leitungsanspruch des

Papsttums und papatus „für die Bezeichnung

der Würde des römischen

Bischofs“ ein (S. 153). Ob Clemens II.

vergiftet worden ist, wie es literarische

Quellen behaupten, ist nicht mehr zu

klären. Der Verfasser beantwortet die

Frage mit einem „entschiedenen Vielleicht“

(S. 114), womit er sagen will,

dass es nicht auszuschließen ist. Der

Leichnam des am 9. Oktober 1047

Verstorbenen wurde nach Bamberg

überführt.

Clemens „gehört nicht zu den großen

Helden der Geschichte, nicht zu

den großen Politikern und Gestaltern,

nicht zu den bedeutendsten Denkern,

Philosophen und Theologen“ (S. 145).

Deshalb ist es nicht verwunderlich,

dass er kaum über die Grenzen Bambergs

bekannt geworden ist. Die Publikation,

die mit einigen für das

Verständnis hilfreichen Abbildungen

bestückt ist, schließt mit einem umfangreichen

Anhang, in dem die wichtigsten

Quellenzeugnisse in lateinischer

Sprache und teilweise in deutscher

sowie in zwei Fällen auch in italienischer

Übersetzung beigegeben

worden sind. Die Arbeit liest sich gut

und ist auch für Nicht-Mediävisten verständlich

geschrieben.

W. L.


In einer würdigen Feier im Festsaal

des historischen Rathauses der Stadt

Münster stellte der Warschauer Sozialethiker

und Oratorianer Prof. Dr. Helmut

Juros den Lubliner Oberhirten

(Jahrgang 1948) in hervorragendem

Deutsch als „einen der profiliertesten

Intellektuellen im polnischen Episkopat“

vor. Seit zehn Jahren leitet Józef

Źyciński nicht nur seine Diözese, sondern

ist auch Großkanzler der Katholischen

Universität Lublin (KUL) und

gehört ihr als Professor an der Philosophischen

Fakultät an. Er hat zahlreiche

Bücher und Aufsätze in Deutsch, Englisch,

Französisch, Italienisch, Spanisch,

Russisch, Slowakisch und

Ungarisch veröffentlicht. Einem breiten

polnischen Publikum ist er nicht nur als

„brillanter Redner, sondern vor allem

als Publizist und Essayist bekannt.“ Er

gilt als meisterhafter Mittler zwischen

Kirche, Religion und Gesellschaft. Sein

diplomatisches Geschick wird gerühmt.

Unverdrossen kämpft er für die Religionsfreiheit

in der Öffentlichkeit und

fordert außerdem von den polnischen

Christen mehr Mündigkeit und Selbst-

verantwortung. Seine Texte böten

eine Flut von Gedanken“, so der Laudator.

Sie seien „eine Quelle der Kraft

und Stütze für viele geistig Haltlose,

die auf der Sandbank der Zeit nach festem

Halt“ suchten. „Sein Lebenswerk“,

fuhr Prof. Juros fort, „bietet ein

Panorama aller großen gesellschaftlichen,

akademischen und kirchenpolitischen

Fragen, die in den dunklen

Zeiten der kommunistischen Diktatur

in Mittel- und Osteuropa für uns wichtig

waren und die paradoxerweise weiterhin

mutatis mutandis im Aufbauprozess

des demokratischen Rechtsstaates

und im europäischen Integrationsprozess

relevant sind.“ Der Redner

wies ferner daraufhin, dass wir als

Christen aufgefordert seien wie der

Erzbischof, „Vordenker und Bannbrecher

und nicht Skeptiker und Bremser

auf dem Gebiet der Verständigung zu

sein.“ Die begonnene Aussöhnung zwischen

dem polnischen und deutschen

Volk muss nach seiner Überzeugung

eine Aufgabe bleiben. Die katholische

Kirche habe dabei bisher eine wichtige

Rolle gespielt. Jetzt solle sie dafür arbeiten,

„dass der Weg

zu einem mit sich versöhntem

Europa unumkehrbar’“

werde. Prof. Juros

wandte sich abschließend

an Erzbischof

Źyciński persönlich

und meinte mit einem

Schmunzeln:

“Gut, dass es Sie gibt!“

Er möge noch lange als

christlicher Zeuge der

kulturellen Umbrüche

und Aufbrüche in der

Welt der Kirche erscheinen.

Der Erzbischof

bedankte sich

sehr herzlich für die

Auszeichnung und

rief dazu auf, nicht

AUS DEM KV

Vordenker und Bannbrecher

Georg-von-Hertling-Medaille an Lubliner Erzbischof Źyciński

Am 5. Mai 2007 zeichnete der KV den Lubliner Erzbischof Józef Mirosław

Źyciński mit der Georg-von-Hertling-Medaille aus. Die Markomannia-

Münster verlieh ihm bei dieser Gelegenheit die Ehrenmitgliedschaft.

Schon seit Jahren pflegt Markomannia Kontakte nach Polen. 2005

wurde sie nach einer von ihr ausgerichteten Festakademie mit dem

Thema „Das Evangelium als Seele des erweiterten Europas“ vom Lubliner

Erzbischof eingeladen, ihn in seiner Bischofsstadt zu besuchen.

Erzbischof Źyciński, der Philistersenior der Markomannia

Dr. B. Egen und der KV-Ratsvorsitzende K. Kautzsch

(v.l.n.r) bei der Übergabe der Ehrenurkunden.

pessimistisch in die Zukunft zu blicken.

Gegen alle Prognosen seien sowohl das

NS-Regime wie der Kommunismus untergegangen.

Eine konsequente Haltung

der Christen habe dazu

beigetragen. Wir müssten zurückfinden

zum christlichen Fundament und

einer christlichen Anthropologie. Die

Säkularisierung möge in Frieden

ruhen, fügte er lächelnd hinzu. Die

musikalische Gestaltung der Veranstaltung,

die unter dem Motto „Brücken

zur deutsch-polnischen Freundschaft.

Partnerschaft als Baustein der Einheit“

stand, hatten die Professoren Ulrich

Grosser und Philipp Langshaw übernommen.

Die „Westfälischen Nachrichten“

(Ein Brückenbauer für die

Freundschaft) und die „Münstersche

Zeitung“ (Nachfolger des Papstes) berichteten

in ihren Ausgaben vom 7. Mai

über den Festakt. Die „Westfälischen

Nachrichten“ stellten heraus, dass

auch der heutige Papst und der frühere

Verfassungsrichter Paul Kirchhof die

Hertling-Medaille erhalten hätten. Der

Kontakt zwischen der Stadt Münster

und Lublin besteht seit 1991. Somit

fügt sich die Verleihung auch in diese

Städtepartnerschaft ein. Deshalb war

es kein Zufall, dass der Stadtpräsident

von Lublin bei der Verleihung anwesend

war und neben der Vertreterin

des Oberbürgermeisters, Frau Bürgermeisterin

Karin Reismann, das Wort

ergriff. Die Verleihung der Hertling-Medaille

nahm der KV-Ratsvorsitzende

Karl Kautzsch vor. Der Senior der Markomannia,

Holger Ungruhe, begrüßte

den Erzbischof, dem der Philistersenior

Dr. Bernhard Egen die Ehrenurkunde

ausgehändigt hatte, als neues Ehrenmitglied

seiner Korporation. Die Veranstaltung

besuchten insgesamt über

130 Personen, darunter viele KVer. Sie

könnte Anlass sein, dass sich der Verband

und einzelne Vereine

ebenfalls bemühen, Kontakte zu unserem

östlichen Nachbarn zu pflegen und

zur gegenseitigen Verständigung beizutragen.

Der KStV Markomannia plant

für 2008 in Verbindung mit der Konrad-Adenauer-Stiftung,

in Polen ein

Seminar abzuhalten.

B. E./L.

169 AM


AM 170

FORUM

Leserbrief “Der Krieg der Fälle“

AM 4, Mai 2007

Kb Weilandt hat mir, wie sicherlich

vielen anderen, mit erfrischender Ironie

aus der Seele gesprochen. Doch

scheint ihm im Eifer des Gefechts, bei

einigen Angriffen der Überblick verloren

gegangen zu sein. Sprache entwickelt

sich halt, wie uns (Dativ oder

Akkusativ?) jede Neuausgabe des

Dudens lehrt. Gemäß der (Dativ?)

23. Auflage von 2004 kann „lehren“

mit dem Akkusativ – wie ich es gelernt

habe – aber auch mit dem Dativ

verbunden werden. Gleiches gilt für

das Verb „kosten“. Beides ist möglich:

„es kostet ihn oder ihm Stimmen.“

Dabei möchte ich es bewenden

lassen, um nicht allzu besserwisserisch

zu sein, ist doch die zunehmende

Schlamperei im Umgang mit

der deutschen Sprache mehr als beklagenswert.

Deshalb in summa ein

großes Lob der Glosse des Kb Weilandt.

Otto Brieske (Bor)

Chancen in Passau

Die Boiotro in Passau steckt in Schwierigkeiten

und sucht Kartellbrüder, die

sich zu einem Studium in Passau entschließen

und dem dortigen Studentenverein

wieder auf die Beine helfen.

Ein Wechsel in die niederbayerische

Universitätsstadt ist durchaus lohnend.

Es gibt keine überfüllten Hörsäle, stattdessen

gut ausgestattete Bibliotheken.

Leserbrief “Marketing für den KV?“ AM 4, Mai 2007

Falsche Rezepte

In der Mai-Nummer der AM

(S. 100 ff.) hat sich Kb Peter Querling

(Lt, Sv) unter dem Titel „Marketing für

den KV?“ sehr ausführlich geäußert.

Nun ist ihm sicher zuzustimmen, wenn

er fordert, dass sich unser Kartellverband

mit der Situation auseinandersetzen

müsste, wonach heute das

Verhältnis der männlichen Studierenden

zu den weiblichen Studierenden

etwa 50:50 beträgt. Und daher ist

nichts einzuwenden, wenn junge

Frauen an den Hochschulen und Universitäten

sich zu Gemeinschaften und

Korporationen zusammenschließen

wollen. Es ist dies auch eine Folge der

Emanzipation in unserer Zeit. Ist dann

einmal eine entsprechende Struktur

geschaffen, dann können die jeweiligen

Verbandsspitzen problemlos zusammenarbeiten.

Eine „gemischte“

Verbindung zu postulieren, ist jedoch

fernab jeglicher Lebenserfahrung. Dies

zeigt auch die Entwicklung in den vergangenen

Jahrzehnten in Deutschland

(KDSE = Katholische Deutsche Studenteneinigung,

Katholische Hochschulgemeinden,

Christophorus, usw.).

Solche Projekte haben keine Zukunft.

Nach meiner Kenntnis sind auch die

Studentenzimmer in unseren Verbindungshäusern

überhaupt nicht für eine

„gemischte“ Belegung konzipiert. Solche

Gruppierungen überleben höchstens

noch die Zeit des aktiven

Studiums. Im späteren Berufs- und Familienleben

sind diese Organisationen

bald am Ende. In diesem Zusammenhang

ergeben sich noch weitere Fragen:

Wie geht es weiter, wenn solche

Gemeinschaften im Vergleich mit den

männlichen Mitgliedern eine Überzahl

der weiblichen Mitglieder aufweisen?

Wie setzt sich die Vorstandschaft zusammen?

Kommt es dann zur „Frauenquote?“

Wie gestaltet sich das

Chargieren in der Öffentlichkeit? Dann

Bundesweit zählt die Universität insbesondere

in den Fachbereichen Rechtsund

Wirtschaftswissenschaften zu

einer der besten in Deutschland. Die

Lebenshaltungskosten sind in der Barockstadt

Passau gering. Sie bietet alle

Möglichkeiten zu einem richtigen Studentenleben.

Der Altherrenverein ist

bereit, zum Semesterbeginn eine

Wohngemeinschaft für fünf bis sechs

Personen anzumieten und an KVer zu

der weitere Vorschlag: Was soll mit

einer „ökumenischen Öffnung“ erreicht

werden? Eine Forderung, die übrigens

seit Jahrzehnten im KV immer wieder

laut wird. Was soll einen bewusst

evangelischen Studenten überhaupt

veranlassen, sich einer katholischen

Verbindung anzuschließen? Soll dann

der offizielle Gottesdienst einer Verbindung

nur noch als „Ökumenischer

Wortgottesdienst“ gefeiert werden? Bei

einer Eucharistiefeier dürfte das evangelische

Mitglied nicht zur hl. Kommunion

gehen. Und im Übrigen würde die

Zahl der konfessionsverschiedenen

Ehen sicher nicht abnehmen.

Dem Autor ist zuzustimmen, wenn

er schreibt, dass für „Fremde“ die Begriffe

Kartell, Alte Herren usw. heute

jungen Leuten kaum mehr vermittelbar

sind. Ich weiß auch, dass sich ein

KV-Vater oft schwer tut, seinen Söhnen

klar zu machen, dass Prinzipien

(oder sollte man in Sinne des Autors

sagen) „Werte“ wie Religio, Scientia,

Amicitia im späteren Leben von Bedeutung

sein können. Allerdings hat

Kartellbruder Querling keinen einzigen

Ersatzvorschlag für andere Namen gemacht!

Wenn es nicht gelingt, junge katholische

männliche Studierende für unsere

„Werte“ und Ziele zu gewinnen,

dann können wir in einem Jahrzehnt

„den Laden dicht machen“. Die gut gemeinten

Vorschläge in den AM würden

das Siechtum vielleicht verlängern, am

Ende wäre der Patient doch nicht zu

retten.

Wenn es nicht gelingt, die deutschen

katholischen Hochschulpfarrer

(es dürften etwa 100 sein!) für den

Gedanken der katholischen Verbindungen

zu gewinnen, dann werden all unsere

Bemühungen auf Dauer vergebens

sein.

Msgr. Richard Völkl (Ott), Regensburg

sehr moderaten Preisen weiterzuvermieten.

Zu Rückfragen stehen Thomas

Schneider (x@boiotro.de, Tel.: 0176/

61023472), Johann Tillmann

(fm@boiotro.de, Tel.: 1179/7511132)

und Markus J. Huber (xxx@boiotro.de,

Tel.: 0171/8260043) bereit. Wer sich

über die Studienmöglichkeiten in Passau

informieren will, kann dies unter:

uni-passau.de/studienangebot.html

tun.


Einladung an alle KVer

Türkei

Mittelanatolien - Kappadokien - Ankara

zwischen Morgenland und Moderne

Naturwunder, architektonische Meisterwerke, Schmelztiegel der Kulturen

Eine Reise der OZOZ „Kämmerlein“ Düsseldorf, „Bundestag“ Frankfurt

und „Maingau“ Höchst vom 17. Oktober bis 28. Oktober 2007.

- Flug ab allen deutschen Flughäfen

mit Lufthansa,

- Reiseleitung Kb Michael J. Kumor

(Mk, E. d. Rh-N)

Sie fliegen am 17. Oktober von verschiedenen

Flughäfen über München

nach Izmir. Anschließend Fahrt nach

Pamukkale und Aphrodisias, der

schönsten aller antiken Stätten der

Türkei.

Am 18. Oktober wird das weltberühmte

Naturwunder Pamukkale

(Kalksinterterassen) und die antike

Stadt Hierapolis besichtigt. In Denizli

empfängt Sie der Direktor einer Textilfabrik.

Ihre Fahrt führt am 19. Oktober weiter

nach Konya, der Heimat des Ordens

der tanzenden Derwische. Hier besuchen

Sie das bekannte Mevlana Kloster.

Am 20. Oktober wird die größte und älteste

seldschukische Moschee in

Konya, Alaeddin Camii, besichtigt. Am

Nachmittag ist ein Besuch der Selcuk

Universität, die 975 als umfassendste

Hochschule Zentralanatoliens gegründet

wurde, geplant. Ev. Empfang durch

den Rektor.

Am 21. Oktober geht die Fahrt durch

typisch anatolische Dörfer nach Kappadokien.

Unterwegs Besuch der Sultanhani

Karawanserei, der größten

Kawaranserie der Türkei, und der unterirdischen

Stadt Kaymakli (UNESCO-

Weltkulturerbe). Ziel ist Uçhisar.

Am 22. Oktober unternehmen Sie eine

leichte Wanderung im Göreme-Tal und

besuchen eine türkische Bauernfamilie

in ihrem Zuhause, einer Tuffsteinhöhle.

Das Töpferdorf Avanos und das Weingut

Turasan stehen am 23. Oktober auf

dem Programm, ebenso eine kleine

Wanderung zu den Feenkaminen von

Alibağ.

Am 24. Oktober Treffen mit deutschstämmigen

Einwohnern, die in Kappadokien

leben. Anschließend Fahrt nach

Kayseri.

Am 25. Oktober Besichtigung der Altstadt

von Kayseri mit ihren engen

winkligen Gassen und altertümlichen

Häusern.

Am 26. Oktober Fahrt durch das weite

Steppenland der zentralanatolischen

Hochebene. In Boğazkale Spaziergang

durch die hethitische Ausgrabungsstätte

von Hattusas (UNESCO-Weltkulturerbe),

der Hauptstadt des Hethiterreiches

und Residenz einer der bedeutendsten

Hochkulturen Kleinasiens.

Weiterfahrt nach Ankara.

Am 27. Oktober wird Ankara besichtigt,

eine Stadt mit einer bewegten

Vergangenheit: Kulturen der Phryger,

Römer, Perser, Araber und Seldschuken

haben ihre Spuren hinterlassen.

Am 28. Oktober besuchen Sie Grabstätte

Attatürks – „Kathedrale der Nation“.

Danach empfängt der ehemalige

Kultusminister Fikri Saglar die KVer

und spricht zum Thema: „Türkei, das

einzige laizistische Land im Osten”.

Rückflug.

Höhepunkte:

- Führung durch eine bewohnte Tusteinhöhle

und Treffen mit der Bauernfamilie

- Besuch Turasan Weingut und Verkostung

- Treffen Deutschstämmiger in Kappadokien

und Diskussion

- Treffen mit dem ehemaligen Kultusministers

- Wohnen in exklusiven „Höhlen“ -

Zimmern eines 5*-Hotels, die der

Region Kappadokiens nachempfunden

sind

Leistungen:

- Linienflüge mit Lufthansa, Economy

Class, München – Izmir / Ankara –

München

- Anschlussflüge mit Lufthansa, Economy

Class, von allen deutschen

Flughäfen

- 11 Ü/F Hotels, 5*-Kategorie

- 11 Abendessen im Hotel oder Restaurant,

9 Mittagessen

- Fahrten im komfortablen Reisebus

- Eintrittsgelder lt. Reiseprogramm

- Örtliche, Deutsch sprechende Reiseleitung

Reisepreis pro Person:

im Doppelzimmer: 1.760,00 €

Einzelzimmerzuschlag: 440,00 €

Mindestteilnehmerzahl:25 Personen

AUS DEM KV

Verlängerung Istanbul:

Im Anschluss an die Rundreise kann

eine Verlängerung in Istanbul optional

gebucht werden.

Ein ausführliches Reiseprogramm erhalten

Sie beim Veranstalter ARTE

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Kb Michael J. Kumor

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Änderungen vorbehalten / Stand: 21.06.2007

171 AM


AUS DEM KV

„Der erwachende Drache“

Die VV in Mannheim

Vom 17. bis zum 20. Mai fand in Mannheim die Vertreterversammlung

statt. Das darüber erstellte Protokoll wird nach Erscheinen im Internet

abrufbar sein. Im Folgenden werden daher nur in Umrissen der Verlauf

und die Ergebnisse dargestellt.

Wahlen

Als Tagungspräsident wurde wie

schon in den Vorjahren Kb Gregor

Mühe (Sv) gewählt. Ein Dringlichkeitsantrag

der Erwinia, der vorsah, sich

mit dem Einsatz der EDV im KV-Sekretariat

zu befassen, wurde zurückgezogen.

Die Berichte, die laut Satzung die

KV-Gremien vorlegen müssen, wurden

genehmigt. Als Vorsitzender des KV-

Rats wurde Kb Karl Kautzsch (Cher, Bf,

AR) wiedergewählt. Die weiteren Wahlen

möge man aus dem Protokoll ersehen.

Auf dem Aktiventag wurde Kb Christian

Knapp (Nf) zum Vorortspräsidenten

und Kb Matthias Bruns (Gth) zum

Vertreter der Aktiven im KV-Rat gewählt.

Die Alten Herren wählten als

ihren Vertreter im KV-Rat Kb Michael

Kotulla (Gm, Gm-Ho, Bor, E.d.Un, E.d.

Sv) wieder. Als Vorsitzender des Altherrenbunds

wurde Kb Harald Stollmeier

(Gm, Nf, Sbg, Blt)

wiedergewählt. In den Altherrenbundsvorstand

gewählt wurden die

Kartellbrüder Klaus Georg Niedermaier

(Al, Gm, Agg) (Stellvertretender Vorsitzender),

Ansgar Delbeck (Arm),

AM 172

Bernhard Otto Rudolf Glaser (Alb), August

Peter Gräff (Li, Lu), Sylvester

Held (Al) und Dietmar Mrogenda (Albi,

Ost, AR).

Anträge, Beschlüsse

Von den an die VV gerichteten Anträgen

wurde der Antrag der Rheno-

Palatia, den KV-Beitrag für diejenigen

Kartellbrüder zu reduzieren, welche die

Akademischen Monatsblätter nur noch

im Internet lesen wollten, abgelehnt.

Gleiches geschah mit den Anträgen,

Gespräche mit anderen Verbänden mit

dem langfristigen Ziel einer Fusion zu

führen. Der Antrag, der Akademischen

Damenverbindung Laetitia zu Aachen

den Status einer befreundeten Korporation

zu verleihen, wurde zurückgezogen.

Der Antrag, das En-Bloc-Verfahren

bei den Beiträgen für alle Altherrenvereine

grundsätzlich verbindlich zu

machen bei Wegfall des Beitragsrabattes

für En-Bloc-Zahler ab 2010, fand

auf dem Altherrentag keine Mehrheit.

Der Aktiventag stimmte dem Antrag

zu, dass der Vorort den Übergabekommers

nicht mehr zu Beginn, sondern zu

Ende seiner Amtsperiode ausrichten

muss. Den Haushalt für das Jahr 2008

nahm die VV nach Vorlage

des KV-Rats an. Kb Niedermaier

stellte ein Werbekonzept

vor.

„Herausforderung Asien“

Als Schwerpunktthema

wurde auf einer Podiumsdiskussion

unter Leitung

von Kb Prof. Dr. Gerhard

Vigener (Rbg) die

„Herausforderung Asien“

erörtert. Auf dem Podium

saßen Dr. Manuel Vermeer

vom Ostasieninstitut der

Fachhochschule Ludwigshafen,

der ein ausgezeichnetes

Einleitungsreferat hielt,

Kb Jörg Greipel (Bf), der be-

rufliche Erfahrungen in China machte,

und der Vorortspräsident Gunther

Jentsch (Eck), der demnächst nach

Japan geht. Im Mittelpunkt stand auch

in den Beiträgen aus dem Publikum vor

allem China, der „erwachende Drache“.

Deutlich wurde, dass China „anders

gepolt ist“ als die westliche Welt und

inzwischen aus der Phase eines

„Schwellenlandes“ heraustritt. Es besitzt

den höchsten Bestand an ausländischer

Währung und hat damit Japan

überholt. Mit Blick auf Indien und

China stellt sich die Frage, ob in naher

Zukunft eine Verlagerung der Produktion

von Europa in diese Staaten zu erwarten

ist und hier die Dienstleistungen

übrig bleiben.

„Der erwachende Drache“

Mit China befasste sich ebenfalls Dr.

Jörg-Meinhard Rudolph, Sinologe am

Ludwigshafener Ostasieninstitut und

Gründungspräsident der Deutschen

Handelskammer in Peking, der auf

dem Festkommers sprach. Er ist Verfasser

des Buchs „Wenn China über die

Welt kommt“. Er wies daraufhin, dass

die selbstherrliche neunköpfige Führung

der Kommunistischen Partei Chinas

das Land wie eine Mafia fest im

Griff habe. China kenne keine Demokratie.

Es habe nie eine Aufklärung gegeben

und der Begriff einer Zivilgesellschaft

existiere nicht. An allen Problemen

seien die anderen schuld.

Ort der Begegnung

Alle Veranstaltungen außer den

Messen fanden in der Turnhalle des

TuS 1887 in Mannheim-Sandhofen

statt. Dort gab es auch auf dem Kurpfälzerabend

am 18. Mai 2007 eine Begegnung

zwischen den Teilnehmern

der VV und den Kartellbrüdern aus

Ludwigshafen, Mannheim und den Aktiven

von Eckart-Mannheim. Wegen

der Konzentration auf einen entlegenen

Versammlungsort konnten viele

anregende Gespräche am Rande der

VV geführt werden.

L.

Hintergrundbild: Quelle: Fotolia; (c) by Anne Ebert


ZUR PERSON

Was Krüge erzählen können

Kb Franz Goetz (Ma, Bf), der

langjährige Philistersenior der Bamberger

Mainfranken und heute ehrenamtlicher

Kreisvorsitzender des

Bayerischen Roten Kreuzes in seiner

Heimatstadt, hat in seinem Haus eine

ansehnliche Sammlung von Bierkrügen

aus dem studentischen Milieu zusammengetragen.

Allein 45 Krüge stammen

aus dem KV. Das älteste Stück,

das ihm sein Leibbursch, Dr. h. c. Lothar

Braun (Ma, Sx, Rh-E), geschenkt

hat, stammt aus dem Jahr 1892 und

ist ein Porzellankrug eines Würzburger

Normannen. Das sieht ein Kenner sofort

daran, dass der Krug das Wappen

der Normannia mit der Inschrift „DEO

ET AMICO“ trägt. Darüber ist noch

schwach lesbar: “Normannia sei’s Panier“.

Darunter steht die Widmung,

durch die wir über die Geschichte des

Krugs unterrichtet werden. Wenn man

die Kürzel auflöst, so erfahren wir

nämlich, dass „Gustav Schaefer seinem

lieben Leibfuchsen Christoph

Scherer“ diesen Krug „zur freundlichen

Erinnerung“ im „Wintersemester 1892/

93“ geschenkt hat. Wer war der

Schenker? Lothar Braun konnte ermit-

KV Kultur- und Sozialstiftung

teln, dass Schaefer 1890 in die Normannia-Würzburg

eingetreten war und

nach Abschluss seines Studiums und

seiner Ausbildung als Amtsrichter in

Bamberg, Nürnberg und Schweinfurt

fungiert hatte. Sein Leibfuchs Christoph

Scherer stammte aus Schweinfurt,

wo er 1871 geboren worden war.

1892 trat er in die Normannia ein und

wurde 1896 zum Priester geweiht. Er

hatte seine Studien mit dem Dr. theol.

et phil. abgeschlossen und wurde

schließlich als Hochschulprofessor für

Apologetik nach Bamberg berufen. Er

wohnte dort in der Schützen-

straße. Schräg gegenüber

stand das Elternhaus von

Franz Goetz. „In den Krugboden

erhaben eingegossen ist

das Relief eines Burschen, der

seine Liebste umarmt und

küsst, was man aber erst

sieht, wenn man den Krug

ausgetrunken hat“, schreibt

Franz Goetz. Der Schenker

hat sich dadurch wohl einen kleinen

Scherz gegenüber einem angehenden

Priester erlaubt.

Kb Franz Goetz (Ma, Bf)

2004 mit einem Startvermögen von 50.000 Euro ins Leben gerufen, verfügt die KV-Kultur- und Sozialstiftung

inzwischen über ein Stiftungskapital von 53.288 Euro. Mit den Erträgen aus diesem Kapital kann man

keine größeren Projekte fördern. Deshalb muss es ein wesentliches Ziel der Stiftung sein, im KV Zustiftungen

in größerem Umfang als bisher einzuwerben. Dies unterstrich der Stiftungsvorstand auch bei seinem Rechenschaftsbericht

im Rahmen der Vertreterversammlung 2007 in Mannheim. Alle Kartellangehörigen sind

aufgerufen, die Stiftung zu fördern und voranzubringen. Jeder Euro hilft uns weiter und alle Zuwendungen

sind steuerlich absetzbar.

Die Stiftung ist dankbar, dass die

Vertreterversammlung in Mannheim

beschlossen hat, dass der Verbandskassenausschuss

ab sofort auch die

KV-Kultur- und Sozialstiftung prüft, zusätzlich

zu den bisherigen Prüfungsinstanzen

Regierungspräsidium und

Finanzamt. Die folgende nicht vollständige

Aufzählung nennt einige Projekte,

die aus Erträgen der Stiftung, aber

auch aus zweckgebundenen Zuwendungen

gefördert werden konnten:

• KV-Oase beim Weltjugendtag;

• Veranstaltung zum Thema “Braucht

Europa Elite-Universitäten?“ der Arbeitsgemeinschaft

katholischer Studentenverbände

mit dem EU-Bildungskommissar

Jàn Figel und dem bayerischen

Wissenschaftsminister Dr. Tho-

mas Goppel in München;

• Zuschuss zum Diözesanjubiläum

Münster und zur Begegnung der Markomannia

Münster mit dem Lubliner

Erzbischof Józef Mirosław Źyciński;

• Zuschuss Salzburger Hochschulwochen

(eigener kleiner Preis des KV);

• Stipendien für litauische Studentinnen

und Studenten;

• Förderung des KV-Orchesters.

Mit den bisherigen Erträgen und Spenden

können eigentlich notwendige und

sinnvolle weitere Projekte leider noch

nicht gefördert werden. Beispielhaft

könnte an die gezielte Förderung einer

Neugründung von KV-Korporationen

an Hochschulorten gedacht werden, an

denen es bisher keine KV-Korporation

gibt, oder an die Reaktivierung einer

Korporation oder an die in manchen

Härtefällen notwendige Unterstützung

von studierenden oder anderen Kartellangehörigen.

Die Stiftungssatzung ist

sehr weit gefasst und auch so formuliert,

dass die Stiftung keinerlei Eigenleben

losgelöst von den jeweils im Amt

befindlichen gewählten KV-Organen

führen kann.

Eine Möglichkeit, an Geld zu kommen,

haben wir jetzt als Pilotprojekt im Bezirk

des Oberlandesgerichts Nürnberg

begonnen: unsere Stiftung wurde Ende

Mai 2007 in die allen Strafrichtern und

Staatsanwälten des Oberlandesgerichtsbezirks

Nürnberg zur Verfügung

gestellte Liste der gemeinnützigen Einrichtungen

aufgenommen. Wir hoffen

auf Zuweisungen. G. Kinzel

173 AM


Stichwort Ehrenamt

AM 174

NACHRICHTEN

Zurzeit berät der Bundestag einen

Gesetzentwurf zur Steigerung des ehrenamtlichen

Engagements. Er sieht vor,

dass zukünftig jeder, der regelmäßig im

Durchschnitt mindestens 20 Stunden

monatlich im Auftrag einer gemeinnützigen

Organisation unentgeltlich alte,

kranke oder behinderte Menschen betreut,

eine Steuerermäßigung von 300 €

bekommen soll. Damit wird zwar erstmals

ehrenamtliches Engagement staatlicherseits

anerkannt, doch ist der Kreis

derjenigen, die in den Genuss der Steuerminderung

kommen sollen, viel zu

klein. Warum werden nicht die berücksichtigt,

die sich in den Kirchen, in kirchlichen

Vereinen und Verbänden, in den

Bereichen Sport und Naturschutz, bei der

Feuerwehr sowie in Hilfs- und Rettungsdiensten

freiwillig betätigen, ebenfalls

begünstigt? Vermutlich wird es heißen,

das sei nicht zu finanzieren. Warum

schafft man nicht eine hinreichende Freigrenze

für alle Ehrenamtlichen, die dann

nicht mehr aufwendig ihre Ausgaben für

Porti, Telefon, Fahrten etc. nachweisen

müssten? Das wäre ein Stück Bürokratieabbau!

Heidnischer Sonnengott oder erster

christlicher Kaiser?

Trier ist nicht nur wegen unseres Kartellvereins

Egbert immer eine Reise wert.

Doch bis zum 4. November 2007 steht

die Stadt besonders im Blickpunkt durch

eine Ausstellung über Kaiser Konstantin.

In drei Museen werden rund 1.400 Exponate

aus 160 Museen des In- und Auslandes

gezeigt. Sie findet in Trier statt,

weil „keine Stadt in Deutschland so eng

mit Konstantin und dem römischen Kaisertum

verbunden“ ist, wie einer der

Ausstellungsmacher, Prof. Dr. Alexander

Demandt, feststellte. Der Kaiser habe

„hier seinen Siegeszug angetreten“ und

hier „später mehrfach Hof gehalten.“ Die

Ausstellung will darin erinnern, dass in

Trier damals Grundlagen für die Gegenwart

gelegt worden sind. Da Konstantin

den Christen die freie Religionsausübung

gewährt hat, gab er einen wichtigen Impuls

für die europäische Kultur, die ohne

das Christentum nicht denkbar ist. Konstantin

ließ zwar auch andere Religionen

zu und sich als heidnischer Sonnengott

anbeten, doch ist sein schließliches Bekenntnis

zum Christentum, wobei der genaue

Zeitpunkt strittig ist, die entscheidende

Wende für die Ausbreitung der

neuen Religion gewesen. Bei der Eröff-

nung der Ausstellung wies der luxemburgische

Ministerpräsident Jan Claude Junker

mit Recht daraufhin, dass der Kaiser

„eigentlich ein höchst unsympathischer

Kerl“ gewesen ist, der es mit den Zehn

Geboten nicht so ernst genommen habe.

Aber er habe für offene Grenzen, eine

einheitliche Währung und den Abbau von

Handelshemmnissen gesorgt, wodurch er

zum Europäer geworden sei. Die Ausstellung,

die sich über 3.000 m 2 erstreckt,

gilt als Höhepunkt im europäischen Kulturhauptstadtjahr

2007 mit Luxemburg

und seiner Großregion. W. L.

Christliches Deutschland

Aus einer soeben veröffentlichten

Statistik, welche die Evangelische Kirche

in Deutschland vorgelegt hat, geht

hervor, dass sich in Deutschland

noch zwei Drittel der Bevölkerung zum

Christentum bekennen. Ende des Jahres

2005 waren das rund 25,9 Millionen,

die der katholischen und rund

25,5 Millionen, die der evangelischen

Kirche angehörten. Demnach beträgt

der Anteil der Christen 51,4 Millionen.

23.000 Theologinnen und Theologen

tun Dienst in der Evangelischen Kirche.

Ungekünstelt

Herzlich gratulieren wir Kb Weihbischof

Friedrich Ostermann (FrS+Ebg,

Wst, Gm), der im Bistum Münster wirkt

und als überzeugter KVer in Erscheinung

tritt, zu seinem 75. Geburtstag

am 21. Juni 2007. Er ist gern gesehener

Gast auf manchen KV-Veranstaltungen.

Von 2001 bis 2006 war er

Vorsitzender der Publizistischen Kommission

der Deutschen Bischofskonferenz

und hat sich unter den Jour-

nalisten wegen seines ungekünstelten

Umgangs mit der Presse viele Freunde

gemacht.

Verfechter des bürgerlichen

Selbstbewusstseins

Am 24. Mai 2007 wurde Kb Prof. Dr.

Kirchhof (Rh-F, Sx, E d Arm) in Frankfurt

mit dem Heinz-Herbert-Karry-Preis

ausgezeichnet für seine Vorschläge zur

Modernisierung des Staats und für sein

in Deutschland zukunftweisendes Demokratieverständnis.

Der Preis ist im

Andenken an den früheren hessischen

Wirtschaftsminister Heinz Herbert

Karry, der 1981 ermordet wurde, gestiftet

worden. Der Vizepräsident des

Deutschen Bundestages Hermann Otto

Solms nannte unseren Kartellbruder in

der Feierstunde im Kaisersaal des Römers

einen „Verfechter des bürgerlichen

Selbstbewusstseins, der bürgerlichen

Freiheit und der bürgerlichen

Verantwortung“. Der Ausgezeichnete

setze sich für einen Staat ein, der sich

etwa im Steuerrecht auf die wesentlichen

Dinge beschränke. Sein Vorschlag,

einen einheitlichen Steuersatz

von 25% einzuführen, sei so radikal

gewesen, dass er den Ausgang der

Bundestagswahl im Jahr 2005 beeinflusst

habe. Kb Kirchhof sagte in seiner

Dankesrede, er freue sich, in einer

Reihe mit jenen zu stehen, die davon

überzeugt waren, dass die Geschicke

des Einzelnen am besten bei ihm selbst

aufgehoben sind. Er wies daraufhin,

dass „die Kultur des Staates, die des

Maßes“ sei. Daran sei sein Steuermodell

ausgerichtet gewesen. Ferner plädierte

er für ein Kinderwahlrecht, das

bis zum 18. Lebensjahr von den Eltern

wahrgenommen werden könne.



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Heft 2: "Die Blutzeugen des KV" * Michael F. Feldkamp 1,50 €

Heft 3: "Wissenschaft und Ethik" Friedo Ricken 1,50 €

Heft 4: "Korporiert? - Warum?" Franz Ludwig Knemeyer 1,50 €

Heft 5: "Der Komment" *

Heft 6: "Die Universität heute -

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Heft 7: "Unser Einsatz für die Grundwerte" Paul Bocklet 1,50 €

Heft 8: "Christliche Politik im 20. Jahrhundert"

Heft 9: "Verschlungene Pfade -

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Akademische Monatsblätter K 1061 E

Verband alter KVer e.V.

Geschäftsstelle:

KV-Sekretariat, Postfach 20 01 31, 45757 Marl

PVSt, Deutsche Post AG, „Entgelt bezahlt“

§4 Abs. 3 PD-SVD: s. Impressum

KV-TERMINKALENDER

Termin Ort Titel Veranstalter

22.09.-23.09.2007 Kaunas 10. Gründungsfest der Studenten- Kontakt über KV-Kontakstelle Litauen,

korporation TAUTITO an der KTU Kb Werner Sandhaus, Haarmannstr. 22,

Kaunas/Litauen 49090 Osnabrück, Tel.: 0541/122597;

werner.sandhaus@gmx.de

29.09.-03.10.2007 Berlin „Im Brennpunkt deutscher KV-Akademie, c/o KV-Sekretariat,

Geschichte und Politik“ Postfach 200131 Marl,

Plätze frei! Tel.: 02365/5729010, Fax: 02365/5729051

26.10.-28.10.2007 Münster Rhetorik-Training für KV-Akademie, c/o KV-Sekretariat,

Studium und Beruf Postfach 200131 Marl,

Plätze frei! Tel.: 02365/5729010, Fax: 02365/5729051

27.10.2007 Bottrop 100. Stiftungsfest des OZ KV-Ortszirkel Kieckenberg, Hermann-Josef Hake,

Kiekenberg zu Bottrop Hünefeldstr. 50, 46236 Bottrop,

Tel.:02041/7719707,

kieckenberg@onlinehome.de

08.11.-11.11.2007 Dresden 80. Stiftungsfest der K.St.V. K.St.V Abraxas-Rheinpreußen, Münchnerstr. 34,

Abraxas-Rheinpreußen zu

Dresden

01187 Dresden, Tel: 0351/41749966

10.11.2007 Köln 94. Stiftungsfest des K.St.V. K.St.V. Winfridia-Köln, Lindenburger-Allee 7,

Winfridia-Köln 50931 Köln, Tel.: 0221/4002694,

bwe.vierkotten@t-online.de, www.winfridia.de

10.-11.11.2007 Xanten Vorortsübergabe im Rahmen Ortszirkel Xanten „Kanonikus“, Tanko Franz

des Niederrheinkommers Scholten, Am Meerend 35, 46509 Xanten,

Tel.: 02801/70712, www.kanonikus.de

01.12.2007 Heidelberg 55. Heidelberger Karten bis zum 15.11.2007 vorbestellen bei

Schlosskommers Ansgar Böhm, Klein-Breitenbach 69, 69509

Mörlenbach, ansgar.boehm@t-online.de,

Tel: 06209/797825, Fax: 06209/797827

11.01.-13.01.2007 Würzburg Vorankündigung: KV-Akademie, c/o KV-Sekretariat,

38. Würzburger KV-Tage Postfach 200131 Marl,

Tel.: 02365/5729010, Fax: 02365/5729051

Weitere aktuelle Informationen und Termine im Internet: www.kartellverband.de

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Theologischer Preis der Salzburger Hochschulwochen 2007

Zum zweiten Mal vergeben die „Salzburger Hochschulwochen“

den „Theologischen Preis der Salzburger

Hochschulwochen“ für das Lebenswerk

eines bedeutenden Theologen.

Der „Theologische Preis der Salzburger Hochschulwochen“

geht im Jahr 2007 an Prof. Dr. Johann

Baptist Metz. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert

und wurde erstmalig 2006 an Walter Kardinal Kasper

verliehen.

Die Jury 2007 bestand aus Erzbischof Alois Kothgasser,

dem Rektor der Universität Salzburg, Heinrich

Schmidinger, der Vize-Dekanin der

Katholisch-Theologischen Fakultät, Marlis Gielen,

dem Leiter der Katholischen Akademie in Bayern,

Florian Schuller (Lu), sowie dem Obmann der Salz-

burger Hochschulwochen, Gregor Maria Hoff.

Das theologische Gesamtwerk von Johann Baptist

Metz schreibt

eines der wichtigsten Kapitel der Theologie des 20.

Jahrhunderts. Die neue politische Theologie hat

durch ihn ihre entscheidende Grundlegung und eine

unverwechselbare Perspektive erhalten, ohne die

sich Theologie heute nicht denken lässt. Von der

„Theologie der Welt“ bis zu „Glaube in Geschichte

und Gesellschaft“, von der „Zeit der Orden“ bis zur

„Gottespassion“ und weit darüber hinaus markieren

die Bücher von J. B. Metz wichtige Einschnitte

in das theologische Theoriegelände. Viele seiner

Formulierungen finden sich im kollektiven Gedächtnis

unserer Zeit wieder. Seine sprachlichen

Unterbrechungen besitzen nicht nur theologisch

einen einzigartigen Wiedererkennungswert.

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