Jahresbericht 2004 - Klinik Wysshölzli

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Jahresbericht 2004 - Klinik Wysshölzli

Jahresbericht 2004

KLINIK WYSSHÖLZLI

Marie Sollberger-Stiftung


Fachklinik für Frauen mit Abhängigkeitserkrankungen und Essstörungen

Waldrandweg 19, 3360 Herzogenbuchsee, Telefon 062 956 23 56, Fax 062 956 23 59, PC 49–141–1

E-Mail: info@wysshoelzli.ch, Homepage: www.wysshoelzli.ch


Stiftungsrat

Präsidentin Bettina Steinlin-Plattner, Fürsprecherin, Bern

Vizepräsident Robert Sutter, Architekt, Grossrat, Niederbipp

Dr. med. Jürg Müller, Arzt, Herzogenbuchsee

Toni Schweizer, Buchhalter, Lommiswil

Anna-Barbara Sterchi, dipl. Ernährungsberaterin SVDE, Ittigen

Rechnungsrevisoren

Klinikleitung

Renato Cattin, dipl. Buchhalter/Controller, Bettlach

Hanspeter Kocher, dipl. Buchhalter/Controller, Bellach, (bis 2004)

Werner Erzer, Buchhalter mit Fachausweis, Biberist, (ab 2005)

Elisabeth Schmidt, Gesamtleitung

Dr. med. Martina Scheibel, Leitende Ärztin

Anita Rütti, Leitung Hauswirtschaft/Hotellerie

Manfred Ziegler, Verwaltungsleitung

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Behandlung Dr. med. Martina Scheibel, Leitende Ärztin

Psychiatrie/ Dr. med. Andrea Hügli

Psychotherapie Dr. med. Martina Scheibel

Hausärztlicher Dienst Dr. med. Markus Frey

Dr. med. Karl Kraut

Psychologie/ Christine Frauchiger (ab 15. November 2004)

Psychotherapie/ Emma Graf

Psychodiagnostik Denise Heimberg

Marcela Jegerlehner

Karin Kronenberg

Esther Perrenoud

Dorothee Piek

Karin Wüthrich

Claudine Züllig, PG Psychologin

Sozialarbeit Daniela Estermann

Franziska Gerhard

Verena Weber

Seraina Oertig, in Ausbildung

Magdalena Zeindler, in Ausbildung

Pflegedienst Nicole Blanc

Marlise Egloff (ab 15. Februar 2005)

Monika Fuhrer

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Monika Glutz (ab 1. April 2005)

Beatrice Greber (ab 1. Mai 2005)

Sabine Gygax (bis 31. März 2005)

Daniela Jäggi (ab 15. März 2005)

Renate Kläy

Gabriele Momoh

Marianne Pulfer (ab 1. Juli 2004)

Christiane Simon (bis 31. Januar 2005)

Christine Schneider (ab 1. April 2005)

Jacqueline Tracia

Monika Weber

Ergotherapie Claudia Zeller (bis 31. Dezember 2004)

Kunsttherapie Nicole Blanc (ab 1. Juli 2004)

Christine Steiner

Musiktherapie Therese Adam

Entspannungstherapie Astrid Geisselhardt

Maltherapie Nicole Blanc

Schwimmen Monika Berger

Isabelle Salamoni

Gymnastik/ Christa Breitenberger

Sporttherapie Christine Hirter (ab 15. Mai 2005)

Hotellerie Anita Rütti, Leitung Hauswirtschaft/Hotellerie

Hauswirtschaft Silvia Kellerhals

Christine Kneubühler

Sandra Hänni, in Ausbildung

Küche Monika Zuber, Leitung

Elisabeth Bürki

Monika Müller

Cäcilia Schori

Marianne Siegenthaler (ab 1. Februar 2005)

Garten Gerhard Burkhalter, Leitung

Ursula Burkhalter

Karin Weyermann

Hauswart Gerhard Burkhalter

Verwaltung Manfred Ziegler, Verwaltungsleitung

Verwaltung/Buchhaltung Manfred Ziegler

Sekretariat Katharina Herzig

Rita Schärer

Beata Ruckstuhl (ab 15. September 2004)

Fallsupervision Elisa Gathof Reinhardt, Bern

Total Stellen: 27,35


Bericht der Trägerschaft

Im Berichtsjahr ist der Stiftungsrat lediglich

zu drei Sitzungen zusammengetreten.

Daraus darf aber nicht geschlossen werden,

die Klinik Wysshölzli habe sich in einen

Dornröschenschlaf zurückgezogen! Drei

herausragende Ereignisse kennzeichnen das

letzte Jahr: Die Klinik erhielt die ISO / Qua-

TheDA-Zertifizierung, die Stiftung erwarb in

der Nachbarschaft das Haldenhaus, womit

zusätzlicher Raum für Patientinnen mit Essstörungen

geschaffen werden konnte und mit

dem Verband des Personals öffentlicher

Dienste wurde ein neuer Gesamtarbeitsvertrag

abgeschlossen.

Die Arbeit für die Zertifizierung war für die

Leitung und das Team mit einem ausserordentlich

grossen Arbeitsaufwand verbunden,

welcher neben dem Tagesgeschäft erledigt

werden musste. Umso grösser waren die

Freude und der Stolz, als die Klinik im

August das Zertifikat im Rahmen einer kleinen

Feier entgegen nehmen durfte. Aus diesem

Grund mussten aber andere, nicht so

dringende Geschäfte vorerst zurückgestellt

werden. Das letztes Jahr angekündigte Funktionendiagramm,

welches die Verantwortlichkeiten

zwischen Stiftungsrat und Klinikleitung

klar regeln und schriftlich festhalten soll, ist

Teil des Qualitätsmanagementprozesses und

wird als nächstes in Angriff genommen werden.

Zwischen einer Vertretung des Stiftungsrates

und der Klinikleitung auf der einen und dem

VPOD sowie zwei Personalvertreterinnen auf

der anderen Seite wurde ein neuer Gesamtarbeitsvertrag

ausgehandelt. Die Regelungen

lehnen sich an das neue Personalrecht

des Kantons an; die zwingenden Bestimmun-

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gen des Arbeitsgesetzes bezüglich Nachtund

Wochenendarbeit wurden übernommen

und dem Personal wurde das Recht eingeräumt,

eine Vertreterin mit beratender Stimme

in den Stiftungsrat zu delegieren. Die Verhandlungen

mit dem VPOD verliefen sehr

konstruktiv und der Vertrag konnte auf den

1. Januar 2005 in Kraft treten.

Einiges Kopfzerbrechen bereitete dem Stiftungsrat

die Rückforderung des Bundesamtes

für Sozialversicherung in der Höhe von

Fr. 967 217.– für Bau- und Einrichtungsbeiträge

aus den Jahren 1986 / 1987. Diese

Rückforderung wird damit begründet, dass

nach der neuen Rechtssprechung des Eidgenössischen

Versicherungsgerichtes Sucht an

sich keine Invalidität begründe, womit die

Klinik Wysshölzli rückwirkend keinen

Anspruch mehr auf einen Teil der ausgerichteten

Baubeiträge der Invalidenversicherung

habe. Ein Rekurs gegen diesen Entscheid

wurde abgewiesen. Die Klinik hat nun das

Gesuch gestellt, dass ihr die Rückzahlung

auf Grund einer Härtefallklausel erlassen

wird. Das Verfahren ist zurzeit hängig.

Im Namen des Stiftungsrates möchte ich

auch dieses Jahr der Leitung und den Mitarbeitenden

der Klinik für ihre engagierte

und kompetente Arbeit danken. Mein Dank

geht auch an die Kolleginnen und Kollegen

im Stiftungsrat, die ihre Zeit und ihr Fachwissen

immer wieder für die gemeinsame

Sache zur Verfügung stellen.

Die Präsidentin

Bettina Steinlin-Plattner


Bericht der Leitung

Im Jahr 2004 gab es drei herausragende

Ereignisse: die ISO / QuaThe DA-Zertifizierung,

der Abschluss eines neuen

Gesamtarbeitsvertrages und der Kauf eines

neuen Hauses. Das Berichtsjahr, welches

sich von 2004 bis anfangs Mai 2005

erstreckt, war eine sehr bewegte und arbeitsreiche

Zeit.

Belegung

Die Belegung betrug 97,42%. Davon waren

29,47% Bernerinnen und 70,53% Ausserkantonale.

87 Patientinnen sind eingetreten

und 89 ausgetreten. Von den ausgetretenen

Patientinnen haben 48 die Behandlung regulär

abgeschlossen, 24 haben die Behandlung

vorzeitig abgebrochen, 14 mussten ausgeschlossen

werden, 2 haben in gegensei-

tiger Absprache aus gesundheitlichen Gründen

die Behandlung vorzeitig beendet und

eine musste in eine Psychiatrische Klinik verlegt

werden. Der Hauptgrund bei den Abbrüchen

war die fehlende Therapiemotivation.

Ausschlussgrund war meistens Substanzkonsum

im Haus oder der Konsum von illegalen

harten Drogen.

Auf den ersten Blick scheint es erschreckend,

dass so viele Patientinnen die Behandlung

nicht planmässig beendet haben. In Anbetracht

der komplexen Krankheits- und Störungsbilder

unserer Patientinnen und unserer relativ

niederschwelligen Aufnahmepraxis stufen wir

diese Tatsache jedoch als realistisch ein.

Gesamthaft betrug die durchschnittliche

Behandlungsdauer 123 Tage. Die durch-

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schnittliche Behandlungsdauer der regulär

ausgetretenen Patientinnen betrug 158 Tage.

Wir führten 123 Abklärungsgespräche

durch. Davon sind inzwischen 83 Frauen

eingetreten, 35 haben abgesagt, 2 wurden

von uns abgelehnt, 2 erhielten keine ausserkantonale

Kostengutsprache und eine Frau

ist kurz nach dem Abklärungsgespräch

gestorben.

Wir hatten ständig eine Warteliste. Die

Wartefristen von der Anmeldung bis zum Eintritt

waren unterschiedlich lang und variierten

zwischen 1 und 13 Wochen.

Behandlung

Projekt Haldenhaus

Patientinnen mit Essstörungen haben oft eine

Behandlungszeit in der Klinik von 9 Monaten

oder länger. Es sind vor allem Anorektikerinnen,

welche in den ersten Monaten der

Behandlung bis zu einem BMI 15 aufgefüttert

werden müssen, danach weitere Monate zur

Stabilisierung benötigen und mit einem BMI

von zirka 18 austreten. Die Erfahrung hat

gezeigt, dass diese Patientinnen nach dem

Austritt in ihrer Alltagsbewältigung oft überfordert

sind, nicht mehr richtig essen und

wieder an Gewicht verlieren.

Aus diesem Grund entwickelten wir letztes

Jahr ein Konzept, wonach Patientinnen mit

Essstörungen in der letzten Phase ihrer stationären

Behandlung vermehrt in ihrer Alltagsbewältigung

trainiert werden.

Im Dezember 2004 konnte die Stiftung in

unmittelbarer Nachbarschaft, angrenzend

an unsere Liegenschaft, ein Haus kaufen,

welches 5 Patientinnen Platz bietet. Im April

2005 konnten wir das Haus eröffnen und

das Projekt «Haldenhaus» starten (das Haus

befindet sich am Haldenweg). 5 Patientinnen

zügelten vom Haupthaus ins Haldenhaus.

Mit der Eröffnung des Haldenhauses haben

wir 5 Plätze mehr für Essstörungspatientinnen

zur Verfügung und haben nun insgesamt

37 Betten (je nach Anmeldung und Warteliste

18 – 20 Plätze für Frauen mit Abhängigkeitserkrankungen

und 17 – 19 Plätze für

Frauen mit Essstörungen).

Rückfallpräventionsprogramm

Für die Patientinnen mit Substanzabhängigkeiten

haben wir ein Rückfallpräventionsprogramm

nach J. Körkel & C. Schindler eingeführt.

Es ist obligatorisch, dass die Patientinnen

10 Sequenzen à 1 1 ⁄2 Stunden besuchen.

Das Programm beinhaltet die Themen

– Grundinformation über Rückfälligkeit

– Abstinenz: Pro und Contra

– Hochrisikosituationen

– Soziale Situationen:

Ablehnen von Trinkaufforderungen und

Ansprechen der eigenen Abhängigkeit

– Soziale Situationen: Anerkennung und

Kritik

– Unangenehme Gefühle:

Sensibilisierung und Bewältigung

– Alkoholverlangen

– Ausgewogener Lebensstil und Nachsorge

– Ausrutscher und Rückfall / Umgang damit

– Gespräche mit Angehörigen und Freunden

zum Thema «Rückfall»:

Gesprächsführung/-blockaden und

Gesprächsinhalte

Patientinnen mit Essstörungen und Substanzabhängigkeit

nehmen ebenfalls am Rückfallpräventionsprogramm

teil.


Qualitätssicherung

Im Jahr 2000 begannen wir mit dem Aufbau

unseres Qualitätsmanagementsystems (QMS).

Dabei setzten wir uns folgende Ziele:

– Ständige Verbesserung für Patientinnen

und Mitarbeitende und Weiterentwicklung

der Klinik Wysshölzli durch ein QMS

sicherstellen.

– Optimale Dokumentation von Abläufen

und Instrumenten sicherstellen und wenn

nötig fehlende Dokumente ergänzen und

entwickeln.

– Strukturierte Vorgehensweisen durch einheitliche

Abläufe festhalten.

– Transparenz für alle Mitarbeitenden fördern.

– Gemeinsame Sprache und Haltungen überprüfen

und erarbeiten.

– Personalunabhängigkeit durch das QMS

sicherstellen.

– Das QMS als Hilfsmittel und nicht als Kontrollinstrument

einsetzen.

Vorerst sammelten wir alle vorhandenen

Papiere und ordneten sie den Prozessen

«Management», «Behandlung» und «Ressourcen»

und ihren Unterprozessen zu. Wir

überprüften Arbeitsabläufe und Handlungen,

hielten diese schriftlich fest und entwickelten

neue Arbeitsinstrumente in Form von Konzepten,

Ablaufbeschrieben, Richtlinien, Formularen,

Checklisten und Merkblättern. Dabei

orientierten wir uns am QuaThe DA-Referenzsystem

(QuaThe DA heisst Qualität von Therapie

im Drogen- und Alkoholbereich, ein

Projekt, welches vom Bundesamt für Gesundheit

für die Institutionen im Suchtbereich

entwickelt worden war) und an den Normen

von ISO 9001:2000. Wir stellten fest, wo

Verbesserungen notwendig waren und wo

bestimmte Handlungsabläufe klarer formuliert

werden mussten.

Dies war ein langer Prozess und wir nahmen

uns dafür viel Zeit. Wir wollten uns nicht

etwas überstülpen lassen, sondern etwas

erarbeiten, das aus uns selber gewachsen ist

und unserer Betriebskultur entspricht. Dass

für diese neben dem normalen Betriebsablauf

anfallenden Arbeiten auch etliche

Abend- und Wochenendstunden eingesetzt

werden mussten, versteht sich von selbst. Die

Unterstützung durch eine externe Beraterfirma

war dabei sehr hilfreich.

Im Juni fanden die externen Audits statt und

am 5. August konnten wir im Rahmen einer

kleinen Feier das Zertifikat QuaTheDA / ISO

9001:2000 entgegennehmen.

Ein QMS besteht jedoch nicht nur aus einem

schönen Ordner voller Dokumente und mit

der Zertifizierung ist der Prozess nicht abgeschlossen.

Im Gegenteil: das QMS muss nun

gelebt und weiterentwickelt werden. Wir

sind laufend daran, mit Qualitätsmeldungen

und internen Audits Abläufe nachweisbar zu

überprüfen und zu verbessern. Dazu gehören

auch Zufriedenheitsbefragungen von

Patientinnen und Personal und die Auseinandersetzung

mit unserer Unternehmens- und

Qualitätspolitik und der Strategieentwicklung.

Das Zertifikat ist zwar der Lohn für

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unsere Bemühungen und ein Gütesiegel,

bedeutet jedoch vor allem eine Verpflichtung,

den eingeschlagenen Weg weiter zu

gehen und nicht müde zu werden, ständig

an der Sicherung und Entwicklung unserer

Qualität zu arbeiten.

Öffentlichkeitsarbeit

Wir führen bekanntlich alle 2 Wochen

jeweils am Mittwochnachmittag der geraden

Wochen eine Informationsveranstaltung für

behandlungsinteressierte Frauen, ihre Angehörigen

und begleitenden, beruflichen

Bezugspersonen durch. Betroffene Frauen

können unverbindlich einen Einblick in unsere

Klinik gewinnen, sich über die Behandlung

informieren und erhalten Hilfe in ihrer

Entscheidungsfindung. Die Anlässe sind

immer gut besucht. Sie stehen auch anderen

Interessierten offen. So haben auch im vergangenen

Jahr viele Personen aus unterschiedlichen

Interessenkreisen an den Infos

teilgenommen, wie Mitarbeitende von Fachstellen

und anderen Institutionen sowie Lernende

von verschiedenen Ausbildungsstätten,

welche für Semester- und Diplomarbeiten

Informationen benötigten. In diesem Rahmen

wurden z. T. auch Gespräche mit Patientinnen

durchgeführt.

Insgesamt hospitierten 7 Sozialpädagoginnen

in Ausbildung während 2 – 3 Tagen.

Spezielle Informationsanlässe wurden für folgende

Gruppen durchgeführt:

11. 02. 2004 Behandlungsteam aus dem

Psychiatriezentrum Münsingen

21. 04. 2004 Konfirmandinnen- und Konfirmandenklasse

Thunstetten

28. 04. 2004 Sozialpädagoginnen i. A. an

der Fachhochschule Aarau

02. 06. 2004 Pflegefachleute i. A. am Bildungszentrum

für Gesundheitsberufe

Kanton Solothurn

20. 10. 2004 Pflegeteam der UPD Bern, Station

Focus

11. 11. 2004 Standaktion im Dorf zum Solidaritätstag

für Menschen mit

Alkoholproblemen

17. 11. 2004 Pflegefachleute i. A. am Bildungszentrum

für Gesundheitsberufe

Kanton Solothurn

Im Februar erschien in der NZZ am Sonntag

ein interessanter Artikel über unsere Klinik

mit dem Portrait einer Patientin, und im

August wurde im Lokalradio Emme ein zweistündiger

Beitrag gesendet.

Bauliches

Bei der Sanierung der Westfassade und der

Balkone im 2002 mussten Fenster und Fassade

an der Ost-West und Ostseite des Haupthauses

aus Kostengründen zurückgestellt

werden. Nun konnten wir dies nachholen

und auch die längst fällige Sanierung der

Waldrandhausfassade vornehmen.

Im Haupthaus wurde eine alte Werkstatt in

ein Büro für die Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin

umgebaut und in einem nicht mehr

benutzten Kellerraum konnte ein zweckmässiger

Raum für die Maltherapie eingebaut

werden.

Wir leiden an grossem Platzmangel und sind

froh um jede Ecke, die wir durch bauliche

Anpassungen neu nutzen können.


Personal

Psychologie

Karin Wüthrich war vom 1. August 2004 bis

28. August 2005 im Mutterschaftsurlaub. Ihre

Stellvertreterin, Denise Heimberg, erhielt ab

1. April 2005 eine Festanstellung. Emma Graf

ist seit 1. Dezember 2004 im Mutterschaftsurlaub

und wird vertreten durch Christine

Frauchiger. Claudine Züllig und Sonja Nydegger

haben seit 1. August 2004 bzw. 1. Februar

2005 befristete Postgraduiertenstellen.

Sozialarbeit

Magdalena Zeindler und Seraina Oertig

machten je ein halbjähriges Praktikum.

Ergotherapie / Kunsttherapie

Claudia Zeller hat anfangs September 2004

ihren Mutterschaftsurlaub angetreten und

gleichzeitig die Stelle gekündigt. Sie konnte

durch Nicole Blanc ersetzt werden, welche

als Kunsttherapeutin bereits in unserer Maltherapie

tätig war.

Pflegedienst

Jacqueline Tracia war vom 1. August 2004

bis 28 Februar 2005 im Mutterschaftsurlaub.

Ihre Stellvertreterin, Marianne Pulfer, konnte

inzwischen fest angestellt werden.

Durch die Umstrukturierung des Pflegedienstes

in einen Dreischichten-Betrieb gab

es im Pflegebereich die grösste Fluktuation.

Christiane Simon und Sabine Gygax haben

uns verlassen. Von Mitte März bis anfangs

Mai 2005 sind Daniela Jäggi, Monika

Glutz, Christine Schneider und Beatrice

Greber neu zu uns gestossen.

Hauswirtschaft

Marianne Siegenthaler arbeitet seit 1. Februar

2005 als Küchenmitarbeiterin.

Haldenhaus

Seit Mitte Februar 2005 ist Marlise Egloff als

Pflegefachfrau für das Haldenhaus tätig.

Sport

Christine Hirter übernimmt ab Mitte Mai

2005 den Hallensport von Christa Breitenberger,

welche aber weiterhin Nordic Walking

und Gymnastik / Körperwahrnehmung

erteilt.

In Zusammenhang mit der Umstrukturierung

des Pflegedienstes und dem zusätzlichen Bettenangebot

konnte der Personalbestand

erhöht werden und wir haben vor allem von

Februar bis Mai 2005 einige neue Mitarbeiterinnen

angestellt. Die 31,55 Stellen werden

zur Zeit auf 51 Personen verteilt.

Gesamtarbeitsvertrag

Die Stiftung hat mit dem VPOD per 1. Januar

2005 einen neuen Gesamtarbeitsvertrag

abgeschlossen. Die Verhandlungen zwischen

Stiftung, Personal und Gewerkschaft

verliefen sehr konstruktiv. Neben einigen

Anpassungen an die aktuelle Situation und

verschiedenen Präzisierungen sind v.a. die 2

zusätzlichen Ferientage, die Regelung der

Nacht- und Wochenendarbeit nach Arbeitsgesetz,

die klare und verbesserte Regelung

der Fort- und Weiterbildung und der 2-wöchige

Dienstaltersurlaub nach 10 Jahren zu

erwähnen. Wir freuen uns über dieses fortschrittliche

Vertragswerk.

Schlussgedanken

Wir haben die Bilder in diesem Jahresbericht

dem Thema «Spuren» gewidmet. Die Lebensgeschichten

der Frauen hinterlassen ihre Spuren

und prägen deren Lebensgestaltung. Die

Patientinnen hinterlassen ihre Spuren in der

Klinik und wir wiederum hinterlassen unsere

Spuren bei den Patientinnen. Spuren können

Erinnerungen an Begebenheiten und Begegnungen

sein und verschiedene Gefühle auslösen.

Sie bedeuten aber auch Visionen,

indem wir etwas vorspuren. Es gibt angeneh-

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me und unangenehme Spuren. Spuren, die

wir sofort beseitigen möchten und solche,

denen wir gerne folgen.

Wir sind in einer äusserst spannenden und

intensiven Phase unserer Entwicklung. Wir

bewegen uns ständig, legen Spuren und

haben Visionen. Gleichzeitig geben wir

unseren Patientinnen einen Rahmen, der

ihnen ermöglicht, ihre eigene Spur zu finden.

Was in diesem Bericht festgehalten wurde,

ist nur ein Teil dessen, was innerhalb dieses

Rahmens passiert: die Biographien der Frauen,

ihre Befindlichkeit, das was in den Therapien

geschieht und was in jeder einzelnen

Frau vorgeht, die Spuren, die den Alltag im

Wysshölzli prägen – all dies kann hier nicht

beschrieben werden. Einen kleinen Einblick

in diese Welt vermittelt das Gedicht einer

Patientin, welches sie uns bei ihrem Austritt

vorbrachte.

Denise Heimberg und Andrea Hügli haben

sich in ihrem Bericht in die Spuren von Frau-

Gehe Wege, die noch niemand gegangen

ist, damit du Spuren hinterlässt!

Antoine de Saint Exupéry

en und Alkohol vertieft. Auch wenn aus ihren

Recherchen nicht eindeutig hervorgeht, ob

geschlechterspezifische stationäre Behandlungen

erfolgreicher sind, sind wir überzeugt,

dass die Genderfrage in der Suchtbehandlung

eine wichtige Rolle spielt. Eine

weitere Auswertung der vorhandenen Daten

wird auch zutage bringen, ob Frauen in

frauenspezifischen Einrichtungen an massiveren

komorbiden Störungen leiden. Es wird

sehr spannend und aufschlussreich sein,

diese Spur weiter zu verfolgen.

Ich danke allen Mitarbeitenden, die mit

ihrem grossen Engagement in der Klinik ihre

Spuren legen und mithelfen, die vielfältigen

Aufgaben zu bewältigen. Mein Dank richtet

sich auch an die Mitglieder des Stiftungsrates

für ihre Unterstützung und das Vertrauen

und an alle Geschäftspartnerinnen und

-partner für die gute Zusammenarbeit.

Elisabeth Schmidt

Gesamtleiterin


Frauen und Alkohol

Braucht es überhaupt geschlechterspezifische stationäre

Behandlungseinrichtungen?

Die starke Prävalenz der Männer im Bereich

der Alkoholabhängigkeit hat bis heute zur

Folge, dass dem Frauenalkoholismus ein

geringes Interesse zu Teil wird. Aus demographischer

Sicht steht dem eine Entwicklung entgegen,

welche einen deutlichen Zuwachs der

Alkoholabhängigkeit bei Frauen beschreibt.

Lag das Verhältnis zwischen Männern und

Frauen 1939 bei 10:1, verschob es sich bis

zum Anfang der sechziger Jahre auf ein Verhältnis

von 3:1, wie Erhebungen von

Wancke 1970 in Deutschland zeigten.

Nach Auffassung diverser Forscher konnte

bislang aber nicht definitiv geklärt werden,

ob es sich beim männlichen und weiblichen

Alkoholismus um eigenständige Gebiete handelt.

Im Allgemeinen geht man davon aus,

dass das Trinken der Frau ihrer Natur nach

eigene Eigenschaften besitzt, aber gleichen

gesellschaftlichen Regeln unterworfen ist.

Ferner wird angenommen, dass die Besonderheiten

auf dem Gebiet des Frauenalkoholismus

bis auf wenige biologische Phänomene

sozioökonomisch bestimmt sind und von

daher nur eine relative Autonomie des Frauenalkoholismus

besteht. Folglich sind einige

Forscher der Ansicht, dass Klinik und Therapie

weitestgehend nicht geschlechterspezifisch

sind, wobei aber eine gesellschaftlich

bedingte männliche und weibliche Sozialisation

im Suchtprozess vorliegt. Ob diese Meinungen

und Ansichten, die aufgrund der bisherigen

Forschung über Alkoholismus

gewonnen werden konnten, tatsächlich der

Realität entsprechen oder aufgrund der statistischen

Signifikanz der Männer und der

daraus entstehenden Vernachlässigung der

Frauenthematik entstanden sind, ist bis anhin

noch unklar.

Betrachtet man die 259 zwischen 1972 und

1980 publizierten Studien, die über das Therapieergebnis

nach psychotherapeutischer

und/oder medikamentöser Behandlung

berichteten, so waren nur 7,8% dieser Patienten

Frauen. Von grösserer Bedeutung ist

dabei, dass weibliche Autoren mehr als dreimal

so viele weibliche Patientinnen untersuchten,

als männliche Autoren. Weibliche

Autoren verfolgten mehr als eineinhalb mal

soviel weibliche Themen im Vergleich zu

ihren männlichen Kollegen und dreimal so

viele weibliche Autoren präsentierten Daten,

die über die Differenz zwischen den

Geschlechtern berichteten. Dieselbe Art von

Differenz zwischen männlichen und weiblichen

Autoren wurde auch bezüglich Untersuchung

prognostischer Faktoren hinsichtlich

des Therapieergebnisses von Frauen beobachtet.

Diese Daten legen nahe, dass ein

subtiler Geschlechterbias zur inadäquaten

Untersuchung von Frauen mit Alkoholkonsum

beigetragen hat (Vanicelli M. Nash L.,

1984). Zudem wurde in einigen Untersuchungen

gefunden, dass verschiedene Auffassungen

des Behandlungspersonals bezüglich

des Werts des jeweiligen Geschlechts

die Patientinnenzufriedenheit beeinflusste,

dass weibliche Patientinnen mit einem Alkoholproblem

als Patientinnen mit einer deutlich

schlechteren Prognose betrachtet werden

und dass Probleme, die entsprechend der

typischen Geschlechterrolle berichtet werden,

als wichtiger wahrgenommen werden

als Probleme, die nicht dem Geschlecht entsprechend

geschildert werden.

In den letzten Jahren wurde jedoch zunehmend

im Rahmen der gesamten psychiatrischen

sowie auch somatischen Medizin die

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Wichtigkeit von «Gender Studies» betont

und erstmals auch Anstrengungen unternommen

zu unterscheiden, ob allenfalls

geschlechterspezifische, prognostische Variablen

betreffend bestimmter Krankheiten

bestehen und dementsprechend allenfalls

auch spezifizierte Behandlungsprogramme

angeboten werden müssten. So wurden vor

allem in den letzen Jahren vermehrt Studien

durchgeführt, die explizit Bezug auf die

Geschlechterunterschiede auch bei der Alkoholabhängigkeit

nahmen, wobei grundlegend

unterschieden wird zwischen Faktoren, die

die Prognose hinsichtlich der Behandlung

beeinflussen und Faktoren, die bei Frauen für

die Entwicklung der Alkoholerkrankung

sowie eines Rückfalles nach Abschluss der

Behandlung eine Rolle spielen.

Hinsichtlich des Therapieerfolgs wurde in

verschiedenen Untersuchungen beobachtet,

dass Partnerschaft und Beziehungen zu Kindern

sich je nach Geschlecht des Abhängigen

unterschiedlich auswirken: Bei Männern

wirkte sich eine Partnerschaft positiv auf die

Abstinenzrate aus, währenddem Frauen von

diesem Effekt nicht profitierten. Frauen welche

mit Kindern zusammenlebten, wiesen

jedoch eine signifikant tiefere Abstinenzrate

auf (Fehr, M., 2004). Dies war einer der

Gründe, weshalb schon sehr früh diskutiert

wurde, ob diesbezüglich allenfalls separate

Behandlungsprogramme für Frauen sinnvoll

sein könnten, da die männlichen Patienten,

die an einer Alkoholerkrankung leiden, von

diesen Themen wenig bis gar nicht berührt

werden.

Des Weiteren wurde gefunden, dass insbesondere

depressive Störungen und Angsterkrankungen

das Therapieergebnis stationärer

alkoholspezifischer Behandlungen

männliche und weibliche Patientinnen verschieden

betreffen. So waren insbesondere

für Männer die Schwere des Alkoholproblems

und der Alkoholabhängigkeit bei

Beginn der Behandlung die besten Prädik-

toren bezüglich des Verlaufes beim Follow-

Up. Für Frauen war dies jedoch nebst der

Schwere der Alkoholabhängigkeit zu Beginn

der Behandlung die globale Messung der psychologischen

Belastung. Insgesamt präsentieren

so weibliche Alkoholikerinnen häufiger

und massiver ausgeprägte, affektive Symptome

und sie haben häufiger eine zusätzliche

psychiatrische Störung als männliche Alkoholiker.

Davon ausgenommen ist nur die Subgruppe

der männlichen und weiblichen Alkoholiker

mit antisozialer Symptomatologie,

beide Gruppen sind bezüglich der Variablen

Verhalten, psychosoziale Faktoren sowie

Alkohol- und Drogeneinnahme praktisch

identisch. Auch die neuropsychologischen

Defizite der weiblichen Alkoholikerinnen

sind ähnlich denen der männlichen Alkoholiker,

wobei jedoch weibliche Patientinnen eine

deutlich höhere Sensibilität für die Alkoholwirkung

zeigen, so dass Defizite der meisten

weiblichen Patientinnen schon bei einer deutlich

kürzeren Trinkkarriere auftreten. Insgesamt

konnten bislang in der Mehrheit der

vorliegenden Untersuchungen keine überdauernden

Differenzen bezüglich der

Geschlechter im Rahmen der Rückfallquoten

stationärer Behandlungen gefunden werden,

obschon gleichzeitig verschiedene personelle

und auch umgebungsspezifische Faktoren,

die eine sehr geschlechterspezifische Rolle

bezüglich des Therapieergebnisses spielen

(Nixon S. J., 1995), gefunden wurden. Die

geschlechterspezifischen Faktoren, die eine

Rolle im Therapieergebnis spielen, sind

dabei, wie bereits oben erwähnt, im Bereich

der Partnerschaft zu finden; so konnten

zumindest Hinweise darauf gefunden werden,

dass der Zivilstand bei Männern, die

verheiratet sind, eng mit einer deutlich geringeren

Alkoholmenge korreliert, während bei

Frauen die Tatsache, dass sie verheiratet

sind, in kürzerer Zeit zu einem Rückfall führt.

So ergibt auch eine Studie von Schneider

K. M. 1985, dass jeweils jede Messgrösse

das Therapieergebnis betreffend zwischen

Männern und Frauen verschieden war, dass


der Heilungsprozess für beide Geschlechter

nicht gleich abläuft. Diese Untersuchung

zeigte im Widerspruch zu anderen Ergebnissen

auf, dass sich der Verlauf der Erkrankung

bei Frauen und Männer nach der Behandlung

deutlich voneinander unterscheidet und

dass verschiedene Charakteristika prädiktiv

für das Therapieergebnis und den Krankheitsverlauf

nach der Behandlung sind.

Immer wieder fanden sich jedoch in den Studien

auch mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede

zwischen den beiden Geschlechtern,

insbesondere hinsichtlich der Rückfallsituation,

der Anzahl und der Art der Bewältigungsstrategien

und der Therapieergebnisse

bezüglich der Trinkmenge. So konnte

beobachtet werden, dass eine Kombination

von kognitiven und verhaltenstypischen

Copingstrategien bei beiden Geschlechtern

benutzt werden und negative, emotionale

Krisen die grösste Gefahr für Rückfälle darstellen.

Die Überwindung einer Rückfallsituation

korreliert bei Männern und Frauen hoch

mit der Anzahl aktiver Bewältigungsstrategien.

Jedoch fand sich zumindest in einer

Studie (Anis H. M., 1998) ein nicht signifikanter

Trend, dass Frauen in Situationen mit

negativ affektiver Stimmung häufiger Rückfälle

erleiden, während dies bei Männern

eher in Anwesenheit anderer Trinker der Fall

ist. Als weiterer prädiktiver Faktor konnte

zudem ein erlebter sexueller Missbrauch in

der Vergangenheit der Frauen eruiert werden,

wobei ein sexueller Missbrauch als

bedeutungsvoller Prädiktor für einen Rückfall

und eine Rückkehr zur Alkoholabhängigkeit

gilt. Eindeutige schlechtere Behandlungserfolge

fanden sich bei Frauen mit einem

Missbrauch in der Geschichte, die nicht verheiratet,

weniger gut ausgebildet waren,

keine volle Arbeitstätigkeit ausübten oder

zusätzlich eine Depression oder andere

psychiatrische Komorbidität aufwiesen.

Zusammenfassend fand sich in beinahe allen

Untersuchungen, dass sich Frauen durch ihre

psychiatrischen Symptome, ihre familiären

sowie sozialen Beziehungen mehr belastet

fühlten als Männer, jedoch berichteten sie

auch über vermehrtes Auftreten von Gefühlen

des Glücks und der Nähe in Beziehungen.

Insbesondere bei Frauen konnte auch

beobachtet werden, dass sie sehr viel mehr

Verwandte mit Alkohol, Drogen oder speziell

psychiatrischen Problemen haben. Diese

Geschlechterdifferenzen blieben auch zu

späteren Befragungszeitpunkten stabil, was

in der Folge doch einige Autoren bewog, im

Rahmen ihrer Untersuchungen zu erörtern,

ob Männer und Frauen mit zusätzlich auftretenden

psychiatrischen Erkrankungen von

spezialisierten Behandlungsprogrammen

profitieren könnten (Rubin A. et al 1996).

Dem gegenüber stehen Untersuchungen, die

zum Schluss kamen (Timko C. et al. 2002),

dass insbesondere Alkoholbehandlungsprogramme,

die für Männer entworfen wurden,

entsprechend angepasst wurden, so

dass sie heute auch für Frauen nützlich sind.

Es fand sich zudem, dass die zusätzlich vorliegenden

psychiatrischen Erkrankungen nur

bedingt ein Risikofaktor für einen Rückfall in

die Alkoholerkrankung sind, da zumindest in

einzelnen Untersuchungen Patientinnen ohne

Komorbidität häufiger einen Alkoholrückfall

15


16

erlitten als Patientinnen mit einer Komorbidität.

Offensichtlich haben komorbid alkoholabhängige

Patientinnen nicht grundsätzlich

eine schlechtere Prognose als nicht komorbid

erkrankte Patientinnen. Dem gegenüber

konnte jedoch zwischen komorbid erkrankten

und nicht erkrankten männlichen Patienten

kein Unterschied gefunden werden

(Mannka et al., Juni 2004). Entgegen der

anfänglich immer vertretenen Meinung, dass

Frauen grundsätzlich eine schlechtere

Prognose haben als Männer, konnte in den

letzten Jahren festgestellt werden, dass

insbesondere ältere Frauen, möglicherweise

sogar eine bessere Prognose haben als ältere

Männer, wenn sie eine Behandlung beginnen.

Aufgrund der doch eher zum Teil widersprüchlichen

und gegensätzlichen Ergebnisse

wurden deshalb bestimmte für die

Geschlechterforschung wichtige Fragen formuliert,

deren Beantwortung Gegenstand

künftiger Forschung sein sollte. Gibt es spezielle

Subgruppen, die alkoholabhängig

sind, wenn ja, wodurch zeichnen sie sich

aus, welche Formen von Therapien sind wirksamer,

und werden stationäre geschlechtsspezifische

Therapien benötigt oder reicht

es, die Bedürfnisse der jeweiligen Therapien an

die Spezifität der Gruppe innerhalb der allgemein

für alle Geschlechter gleichen Behandlung

anzupassen. Bezüglich der Gruppe der

Frauen muss vor allem betont werden, dass

wohl hauptsächlich Geschlechterstereotypien

zu der Überzeugung beigetragen haben,

dass weibliche Alkoholikerinnen im Rahmen

einer Behandlung eine viel schlechtere Prognose

haben als Männer. Werden jedoch

männliche und weibliche Alkoholiker verglichen,

berichten Frauen über eine vermehrt

positive familiäre Vorgeschichte, einen späteren

Beginn des Trinkens und des Problemtrinkens,

vermehrte Ehekonflikte und vermehrte

Komorbidität, und doch zeigen alle neueren

vorliegenden Untersuchungen wenige signifikante

Geschlechtsunterschiede bezüglich der

Therapieergebnisse auf. Forschungsempfehlungen

schliessen aus diesem Grunde Studien

über biologische und genetische Gründe

der Alkoholabhängigkeit und allfälliger

Geschlechtsunterschiede ein, Studien über

die Sicht der Frauen bezüglich der Therapien

und ihre Art der Benutzung der Therapien

sowie vor allem Therapieergebnis-Studien,

die verschiedene Therapie-Institutionen vergleichen,

wobei insbesondere Institutionen,

die nur weibliche Patientinnen behandeln,

eingeschlossen werden sollten (Comberge S.

Review, 2003).

Zwischen 2000 und 2001 wurde unter der

Leitung von F. Moggi und A. Giovanoli im

Rahmen eines Nationalfondsprojektes eine

Multizenterstudie durchgeführt, Zielsetzung

der Untersuchung war es, die Langzeitverläufe

von Patientinnen mit suchtgebundenem

Verhalten zu erfassen, Zusammenhänge

zwischen Patientinnen, Behandlungsmerkmalen

sowie Therapieergebnissen aufzuzeigen

und erfolgreiche Behandlungen zu

identifizieren. Die Klinik Wysshölzli nahm

als frauenspezifische Fachklinik neben

gemischtgeschlechtlichen Institutionen an

der Untersuchung teil.

Gemäss der bisherigen Resultate unterscheiden

sich Frauen, welche in frauenspezifischen

Zentren behandelt wurden bezüglich

des Therapieergebnisses nicht von Frauen

aus gemischtgeschlechtlichen Institutionen:

In beiden Gruppen konsumierten ein Jahr

nach der Behandlung weniger Patientinnen

Alkohol als vor der Behandlung und die konsumierte

Alkoholmenge war gesunken.

Während des ersten Jahres nach Klinikaustritt

kam es in beiden Gruppen mit 74% ähnlich

häufig zu Rückfällen. Eine mögliche

Ursache der Rückfälle kann in der ansteigenden

psychischen Belastung nach der

Behandlung gesehen werden. Bei beiden

Gruppen hatte sich die psychische Belastung

zum Klinikaustritt hin signifikant reduziert

und stieg danach wieder signifikant


Mittelwerte

1.4

1.2

1

0.8

0.6

0.4

0.2

0

an. Ein statistischer Zusammenhang zwischen

beiden Variablen wurde jedoch bisher

nicht ausgewiesen.

Schweregrad psychischer Belastung (GSI 0-4)

Eintritt Austritt 1J-Katamnese

frauenspezifische Einrichtungen

gemischtgeschlechtliche Einrichtungen

Aus den bereits ausgewerteten Daten kann

somit noch nicht geschlossen werden, dass

spezialisierte Einrichtungen für weibliche

alkoholabhängige Patientinnen notwendig

sind. Es fand bis auf weiteres jedoch noch

keine Untersuchung bezüglich der möglichen

Heterogenität beider Patientinnenpopulationen

in der gemischt geschlechtlichen sowie

weiblich spezialisierten Institution statt. In

einem weiteren Schritt wäre aber sicher von

Interesse, ob sich diese beiden Gruppen insgesamt

durch bestimmte Variablen unterscheiden,

insbesondere auch hinsichtlich

Komorbidiät und sexueller Missbrauchsgeschichte,

da bislang im Rahmen der vorläufigen

Ergebnisse keine Aussagen

gemacht wurden bezüglich der Gründe,

weshalb die Frauen in eine gemischt

geschlechtliche oder frauenspezifische Einrichtung

eintreten. Zudem waren im Rahmen

jeder gemischt geschlechtlichen Institution

die Frauen repräsentativ als Gruppe deutlich

untervertreten und eine Homogenisierung der

Stichproben ist nicht erfolgt. Die Frage ob

spezialisierte Behandlungsprogramme für

Frauen notwendig sind, scheint aufgrund der

vorliegenden Literatur zwar eher bejaht werden

zu können. Die in der Multizenterstudie

erhobenen Daten können diese Frage aufgrund

der bislang vorliegenden Ergebnisse

aber noch nicht schlüssig beantworten, weshalb

auf eine weitere Auswertung der vorhandenen

Daten gewartet werden muss.

Dr. med. Andrea Hügli,

FMH für Psychiatrie und

Psychotherapie, Stv. leitende Ärztin

Denise Heimberg,

Psychologin, lic. phil.

17


18

Abschied vom Wysshölzli

So ihr liäbä Lüt, nu isch äs entli so wiet!

Jetzt tritt i us, jetzt isch äs Ziet!

Bevor es aber chunt zu dem doch langersehntä End,

wot i no öpis sägä, bevor ihr gönd is Oschterwuchänend!

S’Wysshölzli, äs ich äs Rettigsboot.

Frauä chömäd dohi wo sich bifindäd i Not!

Au i bi dohi cho, wägä schwärschtär Anorexie,

S’Wysshölzli ich mini letscht Hoffnig gsi!

Und wiä ihr gsehnd, äs hät mir gnützt!

D’Mitpatientinnä u s’Team händ mi däbi vo Afang a voll unterstützt!

Grad di erschtä Mönät sind rächt strub u anstrengend gsi.

Doch all händ immer gseit, los, au das goht vorbi!

Ha s’Team gäng nid wöllä strässe,

Drum han i au immer min Täller läärgässe!

Au trinkä hani i zwüschätdurä müässä d’Clinutren.

Das isch aber für mi nid gsi äs grossäs Problem!

Doch jetzt wot i no öpis sägä zu einzälnä Mitarbeiter!

Diä sind ämfal mega flott u meischtens rächt heiter.

Wär händ mir de do? Mini Ärztin d’Frau Hügli Andrea!

Ha i därä langä Ziet fascht ken Termin bi ihrä gha!

Einisch hani i mir am Mittwoch am Eis aber doch ä Termin gno,

doch d’Frau Hügli hät uf mis Aligä nid so rächt wöllä igoh!

Sie hät mir schnell ihri würkli guät u kompetent Sitä z’gspürä geh!

Frau S., hät si gseit, s’Zmorgä selber schöpfä, gits bei mir erscht mit BMI 15.

U de wär do no mini Psychologin, d’Frau Perrenoud.

Ha meischtäns zwei Terminä i dä Wuchä bi ihrä bicho!

Unter anderem han i bi ihrä dörfä lehrä,

mich gägä mini hartnäckige Stimme z’wehrä.

Oder das i mi nid so muäss hassä,

für Sachä, wo anderi doch au öpä machä.

Das i Konflikt u Stritäreiä nid gäng muäss us äm Wäg goh,

u au zu minärä Meinig dör stoh!

D’Frau Verena Weber, i säg eu, diä ich nid schlächt.

Hät sich super um alls kümmerät, wens gangä isch ums Rächt!

Sie hät mi fescht unterstützt u gäng a mi glaubt,

u so han i mi anä ganz neuä Bruäf anätraut.

Exgüsi, aber das muäss i jetzt au no gseit ha,

do wär jo no d’Frau Jegerlehner, Marcela!


Ihri ufgstellt u offä Art lot eim d’Sorgä fascht vergässä!

Letschti hät si sogar scho i d’Chochgruppä wöllä go mitässä!

Mit ihrem Peugeot chunt sie gäng rächt flott um d’Kurvä gflitzt!

Sie hät Glück, das äs bis jetzt niä hät blitzt!

Doch au in Bern sind ihri Schrittä gross,

so häts zwüschät eus einisch fascht geh ä krassä Zemästoss!

Tja u jetzt chunt no ä ganz bsundrigä Dank!

Vo dä Chuchi, wo i ha dörfä schaffä, chan i ganz viel mitneh!

Ha viel chönä lehrä, ha viel dörfä gseh!

Einisch hani i ä ganzi Wuchä dörfä schaffä.

Sie händ mi immer die verschidänschtä Sachä lo machä.

Au händs mir viel Verantwortig überloh,

und mi doch niä im Rägä lo stoh!

Dankä Frau Zuber, Frau Schorri, Frau Müller, Frau Hänni und Frau Siegenthaler,

durch eu gsehn i die ganz Chuchipraxis scho viel klarer!

Leider chan i nid zu allnä öpis sägä!

Scho älleigä dä wärtvollä Ziet wäga.

Drum blibt mir nur no eis bevor i gangä hai! Dankä, machäds guät und «good bye»!

19


Hauptaustrittsdiagnosen nach ICD -10, Kapitel F (2004)

Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (F10 - F19)

Schädlicher Gebrauch von Alkohol F10.1 2

Alkoholabhängigkeitssyndrom F10.2 48

Schädlicher Gebrauch von Cannabinoiden F12.1 1

Abhängigkeitserkrankung durch andere Stimulanzien F15.2 1

Abhängigkeitserkrankung durch multiple Stimulanzien F19.2 5

Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen (F20 - F29)

Schizoaffektive Störung, gegenwärtig depressiv F25.1 1

Schizoaffektive Störung, gegenwärtig gemischt F25.2 1

Affektive Störungen (F30 - F39)

Bipolare affektive Psychose, gegenwärtig gemischte Episode F31.6 1

Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren (F50 - F59)

Anorexia nervosa F50.0 9

Atypische Anorexia nervosa F50.1 3

Bulimia nervosa F50.2 8

Essattacken bei anderen psychischen Störungen F50.4 1

Erbrechen bei anderen psychischen Störungen F50.5 1

Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (F60 - F69)

Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, impulsiver Typ F60.30 2

Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Borderline Typ F60.31 1

Gesamt 85

21


22

ICD-10, Kapitel F – erste Nebendiagnose (2004)

Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (F10 - F19)

Schädlicher Gebrauch von Alkohol F10.1 1

Alkoholabhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent F10.20 4

Restzustand, anhaltende kognitive Beeinträchtigungen F10.74 1

Opiatabhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent F11.20 2

Abhängigkeitssyndrom von Sedativa und Hypnotika, abstinent F13.20 4

Abhängigkeitssyndrom von Sedativa und Hypnotika, ständiger Gebrauch F13.25 1

Schädlicher Gebrauch von multiplen Substanzen F19.1 2

Abhängigkeitssyndrom von multiplen Substanzen

Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen (F20 - F29)

F19.2 1

Paranoide Schizophrenie

Affektive Störungen (F30 - F39)

F20.0 3

Bipolare affektive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode

ohne psychotische Symptome

F31.4 1

Depressive Episode leichten Ausmasses F32.0 6

Depressive Episode mittleren Ausmasses F32.1 6

Rez. depressive Episode leichten Ausmasses F33.0 4

Rez. depressive Episode mittleren Ausmasses F33.1 14

Rez. depressive Episode schweren Ausmasses F33.2 1

Rez. depressive Episode, gegenwärtig remittiert

Neurotische, belastungs- und somatoforme Störungen (F40 - F48)

F33.4 12

Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst)

Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren (F50 - F59)

F41.0 2

Anorexia nervosa F50.0 5

Bulimia nervosa F50.2 2

Essattacken bei anderen psychischen Störungen F50.4 1

Nicht näher bezeichnete Essstörung F50.9 1

Insomnie F51.0 1

Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (F60 - F69)

Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, impulsiver Typ F60.30 1

Abhängige (asthenische) Persönlichkeitsstörung F60.7 2

Kombinierte und andere Persönlichkeitsstörungen F61 3

Andauernde Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung F62.0 1

Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend (F90 - F98)

Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung F90.0 1

Gesamt 83


ICD-10, Kapitel F – zweite Nebendiagnose (2004)

Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (F10 - F19)

Restzustand, anhaltende kognitive Beeinträchtigungen F10.74 1

Akute Intoxikation von multiplen Substanzen F19.0 1

Affektive Störungen (F30 - F39)

Bipolare affektive Störung, gegenwärtig remittiert F31.7 1

Depressive Episode leichten Ausmasses F32.0 2

Rez. depressive Episode, gegenwärtig remittiert F33.4 1

Neurotische, belastungs- und somatoforme Störungen (F40 - F48)

Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst) F41.0 2

Vorwiegend Zwangshandlungen (Zwangsrituale) F42.1 1

Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren (F50 - F59)

Bulimia nervosa F50.2 3

Essattacken bei anderen psychischen Störungen F50.4 1

Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (F60 - F69)

Schizoide Persönlichkeitsstörung F60.1 1

Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, impulsiver Typ F60.30 2

Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Borderline Typ F60.31 2

Histrionische Persönlichkeitsstörung F60.4 1

Abhängige (asthenische) Persönlichkeitsstörung F60.7 2

Sonstige spezifische Persönlichkeitsstörung F60.8 1

Persönlichkeitsstörung, nicht näher bezeichnet F60.9 2

Kombinierte und andere Persönlichkeitsstörungen F61 9

Andauernde Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung F62.0 5

Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend (F90 - F98)

Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung F90.0 1

Gesamt 39

Dr. med. Martina Scheibel

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

Leitende Ärztin

23


Patientinnen-Statistik 2004 (von 84 neu eingetretenen Patientinnen)

Zivilstand ledig 46 (54,8%)

verheiratet 18 (21,4%)

getrennt 6 (7,1%)

geschieden 13 (15,5%)

verwitwet 1 (1,2%)

84 (100%)

Alter 18–20jährig 7 (8,3%)

21–30jährig 20 (23,8%)

31–40jährig 20 (23,8%)

41–50jährig 16 (19,1%)

51–60jährig 18 (21,4%)

über 61jährige 3 (3,6%)

84 (100%)

Berufsposition Hilfsarbeiterin/angelernt 3 (3,6%)

Arbeiterin/einf. Angest. 13 (15,5%)

mittlere Angestellte 9 (10,6%)

leitende Angestellte 1 (1,2%)

selbständig 4 (4,8%)

nicht erwerbstätig 48 (57,1%)

Studentin/Schülerin 6 (7,2%)

84 (100%)

Abhängigkeitstypus

Alkohol 26 (30,9%)

Alkohol und andere Substanzen 20 (23,8%)

Medikamente 1 (1,2%)

Medikamente und andere Substanzen 3 (3,6%)

illegale Drogen und andere Substanzen 3 (3,6%)

andere Substanzen 1 (1,2%)

Essstörung 22 (26,2%)

Essstörung und Substanzabhängigkeit 8 (9,5%)

Total 84 (100%)

25


26

WohnpartnerIn vor dem Eintritt

Ehe-/fester PartnerIn 29 (34,5%)

Kinder 6 (7,1%)

Familienangehörige 12 (14,3%)

Andere 13 (15,5%)

Keine WohnpartnerIn 24 (28,6%)

Total 84 (100%)

Hauptsächliche zuweisende Instanz

Arzt 56 (66,7%)

Klinik / Spital / andere stationäre Institutionen 28 (33,3%)

Beratungsstelle/Sozialdienst 33 (29,3%)

ArbeitgeberIn 4 (4,8%)

Behörde / Justiz 2 (2,4%)

Ehepartner / Lebenspartner 8 (9,5%)

Familienmitglieder / Bekannte / Freundinnen und Freunde 21 (25,0%)

Eigeninitiative 8 (9,5%)

Total (Mehrfachnennung) 160 (180,5%)

Art des Behandlungsabschlusses

Regulärer Abschluss 48 (52,2%)

Behandlungsabbruch 24 (26,1%)

Behandlungsausschluss 14 (15,2%)

Verlegung 4 (4,3%)

Andere 2 (2,2%)

Total Austritte (Mehrfachnennung) 92 (100%)

Aufenthaltsdauer der ausgetretenen Patientinnen

bis 1 Monat 12 (13,5%)

2 – 3 Monate 26 (29,2%)

4 – 6 Monate 32 (36,0%)

7 – 11 Monate 19 (21,3%)

89 (100%)


Pflegetage-Statistik 2004

Patientinnenbestand am 1. Januar 2004 32

Eintritte 2004 87

Austritte 2004 89

Anzahl der Patientinnen am 31. Dezember 2004 30

119 119

Anzahl Pflegetage 2004 2003

11 761 11 722

Durchschnittliche Belegung pro Tag 32,2 Pat. 32,5 Pat.

= 97,4% = 98,4%

Pflegetage-Statistik nach Wohnkantonen

Patientinnen Pflegetage %

Aargau 8 727 6,18

Basel-Land 9 674 5,65

Basel-Stadt 8 790 6,72

Bern 38 3 466 29,47

Freiburg 1 108 0,92

Glarus 1 6 0,05

Graubünden 1 85 0,72

Jura 1 108 0,92

Luzern 16 2 031 17,35

Nidwalden 2 257 2,19

Obwalden 2 106 0,90

Schwyz 3 556 4,73

Solothurn 20 1 985 16,88

St. Gallen 1 71 0,60

Thurgau 1 77 0,65

Ticino 1 304 2,58

Zürich 6 410 3,49

Total 119 11 761 100,00

27


28

Erfolgsrechnung 2004

Rechnung 2004 Budget 2004

Besoldungen 2 257 266.30 2 264 000.—

Sozialleistungen 322 920.35 314 000.—

Arzthonorare 106 499.40 81 000.—

Personalnebenaufwand 67 544.00 49 000.—

Medizinischer Bedarf 162 534.40 154 000.—

Lebensmittel und Getränke 118 555.25 95 000.—

Hauswirtschaft 22 385.95 34 000.—

Unterhalt und Reparaturen Mobilien 88 079.05 90 000.—

und Immobilien

Aufwand für Anlagenutzung 308 713.55 123 000.—

Energie und Wasser 51 290.00 50 000.—

Miet- und Kapitalzinsen 12 767.40 40 000.—

Büro und Verwaltung 102 386.15 86 000.—

Entsorgung 11 823.35 8 000.—

Übriger Sachaufwand 56 419.50 40 000.—

Total Aufwand 3 689 184.65 3 428 000.—

Erträge Pflegetaxen stationär 3 587 105.— 3 304 000.—

Erträge ambulante Dienste 129 527.10 60 000.—

Erträge aus medizinischen Nebenleistungen 4 650.18 1 000.—

Erträge aus Leistungen für Patientinnen 21 918.80 20 000.—

Miet- und Kapitalzinsertrag 14 765.65 12 000.—

Erträge aus Garten 6 356.— 6 000.—

Erträge aus Leistungen an Personal 33 899.30 25 000.—

und Dritte

Total Ertrag 3 798 222.03 3 428 000.—

Überdeckung 109 037.38 00.—


Bilanz 2004

Aktiven 31. Dez. 2003 31. Dez. 2004

Kasse 10 773.50 13 263.05

Postcheck 29 150.40 30 436.38

Kontokorrent 341 908.90 0.—

Wertschriften 24 016.45 24 184.60

Patientinnen-Debitoren 846 615.85 758 712.65

Transitorische Aktiven 435 669.60 1 034 903.30

Immobilien 377 000.— 872 000.—

Anlagekosten netto 431 537.40 401 737.40

Mobilien 200 297.45 130 193.50

Verlustvortrag 2002 23 972.70 0.00

Verlustvortrag 2003 303 858.34 0.00

Total 3 024 800.59 3 265 430.88

Passiven

Kontokorrent 0.— 425 682.55

Vorauszahlungen Defizitbeiträge 670 000.— 0.—

Baudarlehen 174 000.— 164 000.—

Darlehen Kirchgemeinde H’buchsee 25 000.— 25 000.—

Transitorische Passiven 415 146.70 351 139.25

Eigenkapital 901 198.63 1 236 426.54

Bauinvestitionsreserve 350 208.75 448 232.30

Spenden 17 719.60 16 522.15

Patientinnenkasse 9 331.85 9 331.85

Weihnachts-/Geschenkkasse 7 529.10 7 529.10

Kapital Marie-Sollberger-Fonds 80 521.95 80 666.15

Kapital Stiftungs-Fonds 312 229.36 312 229.36

Kapital Ferienlager-Fonds 35 249.80 35 249.80

Einrichtungs- und Bau-Fonds 26 664.85 44 384.45

Überdeckung 0.— 109 037.38

Total 3 024 800.59 3 265 430.88

29


Beiträge und Spenden 2004

Kanton Bern

Beiträge an die Aufwandüberschüsse 2002 und 2003 Fr. 111 025.20

Wir danken der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern herzlich für das uns entgegengebrachte

Wohlwollen und Vertrauen.

Spenden Einwohnergemeinden Fr. 2 576.60

Kirchgemeinden Fr. 12 335.55

Blaukreuzvereine Fr. 200.—

übrige Gönner Fr. 1 410.—

Schelbli AG, Grafisches Unternehmen, 3360 Herzogenbuchsee

Fotos: Anita Rütti, Martina Scheibel

Fr. 16 522.15

Allen Spenderinnen und Spendern danken wir herzlich für ihre wichtige Unterstützung. Ihre

Zuwendungen ermöglichen uns, Aufgaben zu erfüllen und Hilfe zu leisten, wo die übrige Finanzierung

nicht ausreicht.

Manfred Ziegler

Verwaltungsleiter

31


KLINIK WYSSHÖLZLI

Marie Sollberger-Stiftung

Fachklinik für Frauen mit Abhängigkeitserkrankungen und Essstörungen

Waldrandweg 19, 3360 Herzogenbuchsee, Telefon 062 956 23 56, Fax 062 956 23 59, PC 49–141–1

E-Mail: info@wysshoelzli.ch, Homepage: www.wysshoelzli.ch

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