223 - Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V.

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223 - Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V.

223

Seminar Fachberatung II

Objekte des Natur- und Umweltschutzes

bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 223 1


IMPRESSUM

Schriftenreihe des Bundesverbandes

Deutscher Gartenfreunde e. V., Berlin (BDG)

Heft/2012 – 34. Jahrgang

Seminar: Fachberatung II

vom 07. bis 09. September 2012 in Suhl

Herausgeber: Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V.,

Platanenallee 37, 14050 Berlin

Telefon (030) 30 20 71-40/-41, Telefax (030) 30 20 71-39

Präsident: Dr. Norbert Franke

Seminarleiter: Jürgen Sheldon

Präsidiumsmitglied für Fachberatung, Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V.

Redaktion: Uta Hartleb

Nachdruck und Vervielfältigung – auch auszugsweise –

nur mit schriftlicher Genehmigung des

Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde (BDG)

ISSN 0936-6083

Dieses Projekt wird finanziell vom Bundesministerium für

Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert.

Der Förderer übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und

Vollständigkeit der Angaben sowie für die Beachtung privater Rechte

Dritter. Die geäußerten Ansichten und Meinungen müssen nicht

mit denen des Förderers übereinstimmen.


Seminar Fachberatung II

vom 07. bis 09. Juni 2012 in Suhl

Thema

Objekte des Natur- und Umweltschutzes

Seminarleiter

Jürgen Sheldon (Präsidiumsmitglied für Fachberatung, Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V.)

Schriftenreihe des Bundesverbandes

Deutscher Gartenfreunde e.V., Berlin (BDG)

Heft 223/2012 – 34. Jahrgang


Seminar Fachberatung II

Objekte des Natur- und Umweltschutzes

INHALTSVERZEICHNIS

Vorwort

Jürgen Sheldon (Präsidiumsmitglied Fachberatung, Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V.) 7

Bodenkunde und Bodenpflege – der Auftrag durch den Gesetzgeber und

die Durchführung im Kleingarten

Jörg Gensicke (Landesverbandsfachberater im Landesverband der Gartenfreunde Baden-Württemberg e.V.) 9

Die Kompostierung im Garten – vom Abfall zum Dünger

Dipl.-Ing. Martin Jauch (Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan – Institut für Gartenbau) 22

Neue Anbaumethoden im Kleingarten – vom Hochbeet bis zum Hügelbeet

Hartmut Clemen (Landesverbandsfachberater im Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V.) 46

Bau eines Hochbeetes (praktischer Teil) unter Einbeziehung der Seminarteilnehmer

Rüdiger Hanisch (Gartenfachberater im BV der Kleingärtner Berlin-Weißensee e.V.) 59

Mulchen – eine Aufgabe zum Bodenschutz

Magnus Wessel (Stellv. Leiter Naturschutz, BUND, Berlin) 65

Schutz der Fauna durch das Vorhalten von Feucht- und Trockenbiotopen im Kleingarten

Dipl.-Ing. Adalbert Niemeyer-Lüllwitz (Natur- und Umweltschutzakademie NRW) 74

Anhang

Impressionen 82

bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 223 5


Vorwort

Der Stadtverband Suhl sowie der Landesverband

Thüringen der Gartenfreunde waren die Gastgeber

für das II. Fachberaterseminar des Jahres 2012. Der

BDG hat für diese Schulung, mit dem Gesamtthema

„Objekte des Natur- und Umweltschutzes“, kompetente

Fachleute mit ihren hervorragenden Beiträgen

gewinnen können.

Vor Beginn der Veranstaltung überbrachte der Bürgermeister

der Stadt Suhl, Klaus Lamprecht, die Grüße

der Stadt. Zur Einführung des Seminars stellte

der Präsident des Landesverbands Thüringen der

Gartenfreunde e. V., Rainer Merkel, seinen Verband

mit dessen geschichtlichen Entwicklung, aber auch aktuellen Problemen, insbesondere

im Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung vor.

Als Objekt des Umweltschutzes wird der Beitrag von Jörg Gensicke, (Stuttgart),

mit dem Thema „Bodenkunde und Bodenpflege“ als ein Auftrag des Gesetzgebers

auch im Kleingarten eingeordnet.

An dem Beispiel, was ist Boden, woraus besteht der Boden und welche Aufgaben

hat der er, wurde der Vortrag geordnet. Mit den Faktoren der Bodenbildung

und ihren Entwicklungsschritten wurden auf der einen Seite die mineralische

Zusammensetzung und des Weiteren die Teile des organischen Bodens mit den

wichtigsten Humusformen beschrieben. Die Bodenreaktion (ph-Wert) und das

Pflanzenwachstum stehen in gegenseitiger Abhängigkeit, wobei die Bodenpflege

zum regulierenden Element wird.

Als Objekt des Naturschutzes kann man den Beitrag von Dipl. Ing. Martin Jauch,

(Weihenstephan), werten. Der Vortrag, „Die Kompostierung im Garten – vom Abfall

zum Dünger“, basiert auf Ergebnisse mehrjähriger Forschungstätigkeit vom

Institut Gartenbau an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Die fachgerechte Kompostierung im Garten ist die kostengünstigste und umweltfreundlichste

Art der Verwertung von Bioabfall. Die Qualität des Komposts wird

hauptsächlich durch das Ausgangsmaterial beeinflusst. Durch sorgsame Auswahl

geeigneter Stoffe zur Kompostierung lassen sich schadstoffarme und auch hygienisch

unbedenkliche Komposte im Garten erzielen.

Bei der Kompostierung sollte auf eine lockere, vielfältige Mischung der Abfälle

geachtet werden, wobei auf Zusätze verzichtet werden kann. In Behältern kann

Platz sparend kompostiert werden. Sie sind jedoch kein Garant für einen erfolgreichen

Verlauf der Rotte. Probleme bei der Verrottung der Abfälle im Garten

(z. B. Geruch, Sickerwasser, Unkraut) lassen sich durch gezielte verbeugende

Maßnahmen weitestgehend vermeiden.

Kompost ist als Düngemittel einzustufen. Die Kompost-Ausbringmenge muss

daher limitiert werden. Zu empfehlen sind jährlich bis zu 3 Liter Kompost/m². Ob

und in welchem Umfang ergänzend gedüngt werden muss, lässt sich anhand von

Bodenproben oder mit Hilfe des Düngeprogramms feststellen bzw. berechnen.

In der Kombination Theorie und Praxis wurden neue Anbaumethoden für den

Kleingarten durch Hartmut Clemen, (Bremen), bzw. Rüdiger Hanisch, (Berlin),

behandelt. Als Objekt des Umweltschutzes stellte Herr Clemen die Anlage und

bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 223 7


Bau von Hügelbeeten mit ihren Vor- und Nachteilen im Betrieb vor sowie gleichzeitig

die Bewirtschaftung eines Hochbeetes in verschiedenen Bauformen. Als

praktischer Teil wurde unter der Anleitung von Herrn Hanisch unter Einbeziehung

der Seminarteilnehmer ein Hochbeet gebaut. Dabei stellte sich heraus, dass

hier sehr unterschiedliche Qualitäten in der Bauform, bzw. in der Materialwahl

zur Diskussion standen. Als ganzes wurde dieser Beitrag jedoch als neues Element

der Wissensvermittlung von den Teilnehmern in der Mehrheit begrüßt.

Ein weiteres Objekt des Naturschutzes war der Beitrag von Magnus Wessel, (Berlin),

„Mulchen – eine Aufgabe zum Bodenschutz“. In dem Beitrag wurde eindeutig

herausgestellt, dass Mulchen, egal ob mit Grasschnitt, Heu oder Häcksel, die

Mikroorganismen im Boden positiv beeinflusst und hilft, Pflanzenschutz auf ein

Mindestmaß zu reduzieren. Ob und mit welchen Folgen Mulchen die Schneckenpopulation

erhöht, wurde im Anschluss an den Vortrag intensiv diskutiert.

Der Besuch der 8. Suhler Gartenschau in der Stadthalle mit einer gleichzeitigen

Stadtführung, rundete den zweiten Tag der Beratung ab. Der Oberbürgermeister

Dr. Jens Triebel hat es sich nicht nehmen lassen, die Teilnehmer persönlich zu

begrüßen und die Stadt Suhl in ihrer jetzigen aufstrebenden Form vorzustellen.

Als abschließenden Beitrag für ein Objekt des Naturschutzes kann man den Vortrag

von Dipl. Ing. Adalbert Niemeyer-Lüllwitz, (Recklinghausen), werten. Es wurden

die Feuchtlebensräume im Kleingarten beschrieben, wobei es sich hier nicht

nur um den Bau und die Gestaltung eines Teiches handelte, sondern gleichzeitig

bei einer naturnahen Gestaltung die Teichpflege als Problem in den Hintergrund

rückt. Im zweiten Teil des Vortrages wurde die Bedeutung und Gestaltung von

Trockenbiotopen sowie die Möglichkeit sie im Kleingarten, bzw. in der Gesamtanlage

aufgezeigt. Die Quintessenz ist, vielfältige Lebensräume und Kleinstandorte

zu schaffen, so dass in unseren Gärten heimische Natur wieder zum Zuge

kommt. Heimische Natur im Garten hilft damit, der fortschreitenden Entfremdung

von der Natur zu begegnen.

Jürgen Sheldon, Präsidiumsmitglied für Fachberatung, BDG e.V

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Bodenkunde und

Bodenpflege –

der Auftrag durch

den Gesetzgeber

und die

Durchführung im

Kleingarten

Jörg Gensicke

Landesverbandsfachberater im

Landesverband der

Gartenfreunde

Baden-Württemberg e. V.

Bodenkunde und Bodenpflege

der Auftrag durch den Gesetzgeber und die

Durchführung im Kleingarten

BDG-Seminar Fachberater II

07. September 2012

Was ist Boden?

• oberste Verwitterungsschicht der festen Erdrinde

• mit Wasser, Luft und Lebewesen durchsetzt

• unter Einfluss von Umweltfaktoren entstanden

• ein sich fortgesetzt weiterentwickelndes

Umwandlungsprodukt

• aus mineralischen und organischen Substanzen

• mit eigener morphologischer Organisation

• dient höheren Pflanzen als Standort

Boden ist ein „vierdimensionales System.“

Essentielle Aufgaben:

• Der Boden ist Träger „allen“ Lebens auf dem Festland

• Seine Fruchtbarkeit ist die Grundlage unserer

Ernährung.

Moderne Bodennutzanwendung und Moral

• Standorte jeweiliger Natur- u. Kulturvegetation, liefern Nahrung,

nachwachsende Rohstoffe, Energie, Erholung

• Fließwiderstände für Niederschläge glätten den Gewässerfluss

• Filter/Puffer für Schadstoffe

• Entsorgungsflächen für Siedlungen

• Grund für Wohn-, Verkehrs- u. Industriebauten

• Deponien für Schadstoffe, Lieferanten für Rohstoffe

Funktionen von Böden in Ökosystemen (Schlichting)

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Gesetze zur Bodennutzanwendung

Erkenntnisse

• Boden ist „nicht vermehrbar“

• Moderne und größer werden Gesellschaften lassen den Ressourcenverbrauch

„Boden“ schwindelerregend ansteigen

• Ein Bewusstsein zum Schutz des Bodens und zum Erhalt seiner

Bodenfruchtbarkeit muss gepflegt werden

Gesetzliche Grundlagen zur Regelung des Bodenschutzes

• Bundesbodenschutzgesetz (BBodSchG)

• Bundesbodenschutz- u. Altlastenverordnung (BBodSchV)

Weiterführende Rechtliche Grundlagen

• Bundesnaturschutzgesetz

• Raumplanung und Baurecht

• Pflanzenschutzgesetz

• Trinkwasserverordnung

• Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz

Aufgaben des Bodens aus Sicht

des Kleingärtners

• Befestigung der Pflanze

• Belichtungsschutz für Pflanzenwurzeln

• Versorgung der Wurzeln mit Sauerstoff (Luftkapazität,

Porenraum, Bodenart)

• Wasserversorgung der Pflanzen (Nutzbare Feldkapazität,

Porenraum, Bodenart)

• Speicherung und Versorgung der Pflanzen mit

Nährstoffen, Entgiftung des Bodens

(Ionenaustauschvermögen/Pufferung)

• Aufnahme, Reinigung und Speicherung des

Niederschlagswasser (Trinkwasserversorgung,

Düngung, „Bodenschutzlabor“)

Gesunde Nahrungsmittel aus einem gesunden Boden

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Faktoren der Bodenbildung

• Bereich des Gesteins (Lithosphäre)

• Die Lufthülle (Athmosphäre)

• Der Bereich der Gewässer (Hydrosphäre)

• Der Bereich der Lebewesen (Biosphäre)

Ineinander führende Beziehungen der Teilbereiche zur Bodenbildung

• Verwitterung

• Mineralisierung

• Bodenbearbeitung/Bewirtschaftung

Entwicklungsschritte des Bodens

1. Verwitterungsprozesse an der Gesteinsoberfläche

2. Vegetationseinflüsse durch Rohbodenbesiedler

3. Verbraunung und Verlehmung durch Kalkauswaschung bei

kalkhaltigem Ausgangsgestein (pH < 7)

4. Vermischung von Humus und Mineralboden durch das

Edaphon (Bioturbation) Ausbildung eines A- Horizontes

Entwicklungsschritte

des Bodens

5. Verwitterung im Unterboden.

– Verbraunung durch Oxidation

von Eisen in primären Silikaten.

– Ausbildung eines B-Horizonts

6. Vertiefung der Bodenauflage.

Gute Versorgung mit Nährstoffen

und Wasser.

Optimale Ertragskraft.

Zustandsstufen eines Bodens im Laufe der Entwicklung

Zustandsstufe 1 (Seite zuvor)

Braunerde Parabraunerde

aus Granit, Löss, Mergel

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Entwicklungsschritte des Bodens

7. Verlagerung von Ton (Lessivierung)

und Humus durch Säureangriff,

– Auslaugen des unteren A-Horizonts (A l)

– Verlagerung von Eisen durch Einwirkung

von Huminsäuren,

– Ausbleichen des unteren A-Horizonts (A e)

Verschlechterung von Bodenstruktur

(Krümelzerstörung) und Durchwurzelbarkeit

8. Verdichtung durch Ablagerung von

Ton- und Humus- Kolloiden im

Unterboden,

– Entstehung einer Stauwassersohle.

– Ortssteinbildung in sauren Böden Podsol Pseudogley

Gesteinsarten

in Mitteleuropa

Bodenentstehung

und „Bodenfruchtbarkeit“

• Mineralbestand des Ausgangsgesteins

• Geologische und Geomorphologische

Prozesse (endogen, biogen)

• Klimatische Bedingungen (humid, arid)

• Alter des Bodens (Verwitterungsgrad)

• Anthropogene Einflüsse (Hortisole)

Gesteinsarten

Die heute vorkommenden festen Ausgangsgesteine sind

Ergebnis einer differenzierten erdgeschichtlichen und noch

weiter fortdauernden Entwicklung

Mineralbestand verbreitetster Magmatide

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Verwitterungsprozesse

(bio)-physikalische Verwitterung

• Zerfall der Gesteine u. Minerale in kleinere Teilchen

• Wegbereiter der chemischen Verwitterung

• Wurzel-, Temperatur- ,Eis- und Salzsprengung,

Druckentlastung durch Abtrag

chemische und biochem. Verwitterung

• Minerale verändern sich in ihrem Chemismus durch

Einfluss von

• Wasser (Hydratation, Hydrolyse)

• anorganischen Säuren (Kohlensäure, …)

• organischen Säuren (Komplexierung)

• mikrobielle Aktivitäten (Oxidation),

• Pflanzenausscheidungen

Der Mineralboden

• Mechanische Zerlegung in Minerale

• Auslaugung, und/oder Umsetzung mit Luft,

d.h. chemische Zersetzung u. Bildung neuer

Bodenminerale

• Es entstehen z.B. Tonminerale,

Calciumsalze (Gips, kohlensaurer Kalk)

• Als wichtigste Bestandteile „Quarz“ (Sand

u. Schluff) und Ton

Der Tonanteil eines Bodens bestimmt maßgeblich die

Speicherkapazität für Wasser und Nährstoffe

Korngrößen und Bodenarten

• Über die Anteile der Korngrößenzusammensetzung wird die

Bodenart ermittelt

• Die Bodenart gibt u. a. indirekt Einblicke in Art und Größe des

Porenraums, d.h. Luft und Wasserkapazität, Nährstoffverhältnisse,

Speicherkräfte, Durchwurzelung, Bearbeitbarkeit, …

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Korngrößen und Bodenarten

Bestimmung der Bodenart kann über

„einfache“ Fingerprobe erfolgen

Genauer arbeitet das Bodenlabor!

Abhängig der Korngrößenanteile

lassen sich untersuchte Böden wie in

Abb. 10 einstufen.

Bei Lehmböden sind die Anteile der

Korngrößen mehr oder weniger

ausgeglichen

Körnung und Bodenarten – Beispiele

Körnung verbreiteter Böden unterschiedlicher

Ausgangsgesteine Mitteleuropas

a) Sand und Löß

b) Geschiebesand und Geschiebemergel

c) Auenlehm und Marschen

d) Kalkstein und Ton/Tonschiefer

Bedeutung und Eigenschaften der Bodenarten

hoher Sandanteil hoher Schluffanteil hoher Tonanteil

(„arme Böden“) (erosionsgefährdet) (Minutenböden)

Wasserdurchlässigkeit hoch mittel bis gering gering

Wasserspeicher- gering höchste Speicherfähigkeit hoch

Vermögen pfl.-nutzbaren Wassers

Nährstoffhalte- gering mittel hoch

Vermögen

Nährstoffgehalte gering mittel hoch

Durchlüftung intensiv mehr od. weniger gut schlecht

(schneller Humusabbau)

Durchwurzelbarkeit gut mehr od. weniger gut beschränkt

Erwärmung schnell mehr od. weniger gut langsam

Bearbeitbarkeit gut mittel (etwas eingeengter „schwer“

Spielraum)

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Tonminerale

Mikroskopisch kleine Kristallstrukturen aus übereinander gestapelten

(Schichtpakete)

Aufbau Einzelpaket aus Tetraeder / Oktaeder

Zentralatome sind Si und Al + Bauelemente O, H

Chem. Umbau der Feldspat u. Glimmergruppe aber auch Neubildung

Zusammenhalt der Schichten:

– über Wasserstoffbrücken (OH ..... O), Kaolinit

– Einlagerung Kationen oder Hydroxidschicht

Strukturmodelle

von Tonmineralen

Eigenschaften der Tonminerale

• Oberflächen sind negativ geladen

• Die äußere „Begrenzung“ bzw. Oberfläche des Kristalls

– und sofern das Tonmineral quellfähig ist –

die Summe der inneren Oberflächen der Schichtpakete

können positiv geladene Ionen (Nährelemente K + , Ca 2+, Mg 2+ , Zn 2+ , ...)

und polar gebaute Moleküle wie H 2O gut festhalten (Austauscher)

• Quellfähig sind Vermiculit u. Smectite

(Bentonit /Montmorrillonit) bis auf das 20-fache

Volumen „Gärtnertone“

• Nicht quellfähig

– sind Zweischichtminerale,

sowie Illit und Chlorit (innere Oberflächen

durch Bindungskräfte verklebt)

–„Töpfertone“

Tonminerale als Austauscher

Verarmung an Nährstoffen durch

• Pflanzenwachstum

• Auswaschung

Anreicherung des Bodens durch

• Kalkung/Düngung

• Natürliche Nährstoffmobilisierung

„K“ – Düngung / Kaliumfixierung

• Schichtpaketoberfläche bilden

strukturelleVertiefungen

-K + erfahren erhöhte Bindung

Schema eines

Glimmers

Modell-Aufbau

Tonminerale

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Der organische Boden

enthält 10 –15 % Edaphon/Wurzeln und

85 bis 90 % „tote“ organische Substanz

Organische Reststoffe

Edaphon Umbau/Abbau /Energie Energiequelle

zu Nähr- und Dauerhumus

zu CO 2, H 2O und Mineralsalze

Günstige Bedingungen:

• Gute Luftführung (O 2),

• Feuchte,

• Temperatur (15 – 35° C),

• pH 6,5 – 7

• ausreichende N-Versorgung

Wichtige Humusformen (nach Mückenhausen 1974)

• O = Humusauflage

• O L = Streu- oder Laubschicht, weitgehend unzersetztes Material

• O F = Vermoderungsschicht, org. Horizont, teilweise zersetzter org. Substanz

• O H = Humusstoffschicht, org. H. mit weitgehend zersetzter (humifizierter) org. Substanz

• A h = oberster Horizont des Mineralbodens, mit Humusstoffen

durchmischt und dunkel gefärbt

• Mull: Komposthumus, überwiegend Nährhumus, kaum sauer

• Moder: Laubwaldhumus, mäßig sauer, Dauer und Nährhumus

• Rohhumus: Nadel-/Heidestreu, stark sauer, fast ausschließlich Dauerhumus

Wichtigsten Humuseigenschaften

• Mineralisation setzt N – P – S (Eiweiß) und K (Pflanzensäfte) frei

• Huminsäuren lösen Nährelemente aus den Bodenmineralien heraus

(K – Ca – Mg – Fe – Mn – Zn – Cu – B – Mo) , Humat-Effekt

• Funktion als Austauscher von Nährionen wie Tonminerale,

(KAK – Kationenaustauschkapazität); Salzpufferung

• humose Böden (dunkel) erwärmen sich rascher als hellfarbige

(Wassergehalt gleich)

• Humus fördert als Nahrungsquelle des Bodenlebens die Bodenaktivität

Lebendverbauung (Regenwurm),

Nährstofffreisetzung durch Humus-Abbau (günstig bei pH 6,5 – 7)

• Große spezifische Oberfläche wirkt als Filter,

– bindet Schwermetalle,

– adsorbiert chemische Schadstoffe (Pestizide) Komplexbildner,

„Chelatbindungen“

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Wichtigsten Humuseigenschaften

Humusabbau und Stickstoff (N)

Energie, über Photosynthese in organischer Substanz gespeichert,

6 H2O + 6 CO2 + Sonnenlicht C6H12O6 + 6 O2 dient dem Bodenleben als Lebensquelle (biogener C-Kreislauf)

C + O2 CO2 + Energie

(organisch gebunden) (Sauerstoff )

Das Abbauverhalten ist abhängig:

• Stickstoffgehalt

• Chem. Struktur der org. Reststoffe

C/N – Verhältnis

• Maß für Zersetzbarkeit org. Substanzen

• ? g C in Trockensubstanz auf 1 g N

• Gehemmt bei > 25:1, zu wenig für Aufbau

eigener Körpersubstanz des Bodenlebens

• N - Konkurrenz zu den Pflanzen

C/N Verhältnis –

ein Überblick

Zu beachten!

Große Mengen an organische

Substanz

mit engem C/N-Verhältnis

setzt bei hoher Bodenaktivität

(pH-Wert, Feuchte, Wärme)

Unmengen an leicht löslichen Nitrat

frei (Bodenlösung)

N min - Test

bei Abbauprozessen im Humus entstehen Metaboliten (Entgiftung)

• Humus wirkt als Puffer gegen Versauerung durch Anlagerung von H +

• Einige Humusabbauprodukte wirken wie Phytohormone

• Hohe Humusanteile fördern die Durchwurzelbarkeit

• Humusabbau setzt den Pflanzennährstoff CO 2 im Boden frei

• Huminstoffe verbacken nicht, verschlemmen nicht, können bis zum 20-fachen

ihres Volumens Wasser aufnehmen

• Aufbau von Ton-Humus-Komplexen verbessert Bodenstruktur

Stabiles Krümelgefüge erhöht

Anteil an Mittel- u. Grobporen

Verbessert Dränung und Durchlüftung

Beteiligt sind:

Tonminerale, Humuskolloide, Calcium

verbunden durch Lebendverbauung

N-Kreislauf/Verfügbarkeit

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223 17


Die Bodenreaktion

• freie H + -Ionen im Bodenwasser wirken auf Bodenqualität

• bestimmen Grad der Versauerung, dadurch Ertragsfähigkeit und Güte

• 1 L reines H 2O mit neutraler Reaktion enthalten 0,000 000 1 g freie H +

= 10 -7 als negativen dekadischen log = 7

pH „pondus“ (Gewicht) und „Hydrogenium“ (Wasserstoff) = pH 7

Je kleiner pH-Zahl desto größer H + -Ionenmenge,

desto saurer der Boden

Abnahme einer pH-Stufe bedeutet 10-fache Zunahme der

Säurewirkung

Zunahme einer pH-Stufe bedeutet 10 fache Zunahme der

Basenwirkung

Bestimmung des pH-Wertes durch Messstäbchen mit Spezialindikator

Nährstoffverfügbarkeit nach Bodenreaktion

Von Nutzpflanzen

bevorzugter pH-Bereich

pH- und Pflanzenwachstum – ein Überblick

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pH-Werte-Dynamik in Böden humider Klimate

Unterliegen infolge von Säurequellen einer stetigen Absenkung

Säuren sind Stoffe, die H + Ionen abspalten können

im Boden finden fortlaufend chemische Umwandlungsprozesse statt,

Verwitterung, Bodenentwicklung

• Auswaschung von Kalk

• Säureausscheidungen der Vegetation

• Zersetzung der organischen Substanz

• Bodenatmung (Wurzeln, Edaphon)

Kohlensäurebildung CO2 H2CO3 • Saurer Regen (Salpetersäure, …)

• Bodenverdichtung

• Staunässe

• Nitrifikation (nach Eiweißabbau)

• pH senkend wirkende Dünger

Ausgleich der Säurewirkung:

Für 1 g H + werden 50 g Kohlensaurer Kalk benötigt

Boden als Puffersystem

• Böden können je nach Entwicklung Versauerungsprozesse und

Salzeinträge in gewissen Grenzen abfedern - Puffern

• Organische Böden durch Versauerungsprozesse weniger gefährdet,

Humusabbau unter pH 5 stark verringert

• Puffersubstanzen wandeln aggressive H + Ionen in neutrales H 2O

(werden dabei selbst zerlegt) Bodenentwicklung

• Kohlensaurer Kalk, Feldspäte, Glimmer, Tonminerale, Humuskolloide

Versauerung und Folgeerscheinungen

• Abbau des Bodengefüges und Krümelzersetzung (Verlust Bodengare)

• Verlagerung von Ton, Humus und Eisen in den Unterboden

• Verdichtung, Sohlenbildung, Staunässe

• Abnahme Durchwurzelbarkeit

• Abnahme Bodenatmung

• Abnahme Aktivität des Edaphons

• Abnahme Humusabbau

• Entstehung von Ortsstein bei kalkarmen

Böden

• Zerstörung der Tonmineralien

• Nährstoffverarmung

• Verdrängungs- und Auswaschungsprozesse

• Freisetzung pflanzengiftiger Al –Ionen

• Festlegung von Phosphat

ungarer Boden

verschlemmt leicht

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Richtige Bodenreaktion in humiden Klimaten

Calciumcarbonat wirkt:

• pH anhebend

• puffert Säurewirkung ab

CaCO3 + 2 H + H20 + CO2 + Ca2+ • fördert Aufbau des Krümelgefüges (Flockung)

• wirkt positiv auf Nährstoffverfügbarkeit

• fördert das Bodenleben

• setzt Ca2+ als Nährstoff frei

Richtige Bodenreaktion in humiden Klimaten

Der optimale bzw. anzustrebende pH- Bereich eines Bodens ist abh.:

• Bodenart (Ausgangsgestein, Tonminerale, Verwitterungsgrad)

• Humusgehalt

• Nutzungsform

• Gesamtverlust an Kalk (CaO) in m 2 / Jahr bei 40 bis 50 g

entspricht einer Kalkmenge in CaCO 3 von etwa 80 bis 100 g/m 2

• Erhaltungskalkung alle drei Jahre von 100 bis 150 g/m 2 CaCO 3

(Kohlensaurer Kalk)

• Unter Berücksichtigung der Bodenuntersuchung

Bodenpflege ein Problem?

Nachhaltige Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit unter Beachtung

der Bodensysteme sollte oberstes Ziel sein!

Grenzböden sind zu verbessern / Wirtschaftsböden zu erhalten

• Zuführung von lehm- u. tonhaltigem Material (früher aus

Lehmgruben) bzw. Sand; Erhaltungskalkung

• Zuführung von Humus (Humuserhalt)

Kompost, Mulch, Gründüngung

Bodenhilfstoffe – Aber was/wieviel ist genug?

Mineralisch:

• Urgesteinsmehle, Naturkalk, Bentonit, Zelikat P

Organisch:

• Kakao-Substrate, Horn-/Knochen-/Blutmehle, …

• Mykorrhizasubstrate

• Bakteriensubstrate

• Fertigmischungen zum Düngen/Boden aktivieren

• Effektive Mikroorganismen, …

• Terra preta

• Boden-Aktivierung/ Info-Übertragung

Garer Boden Lebendve

Lebendverbauung

Schwarzerde Ukraine

Terra preta

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Anhang

Kennzeichnung von Bodenprofilen/Bodenhorizonten

Literatur

• Grüne Schriftenreihe des BDG, die Bände 187, 179, 160,149

• aid – Bodenpflege, Düngung, Kompost

• Lehrbuch der Bodenkunde, Scheffer/Schachtschabel

• Einführung in die Bodenkunde, Ernst Schlichting

• Pflanzenproduktion: Band1 Grundlagen, Jobst Oehmichen

• Agrarwirtschaft – Lehr- und Arbeitsbuch für berufliche Schulen,

Grundstufe 1, BLV

• Agrarökologie, Karl Schilke

• Geheimnisse Der Fruchtbaren Böden, Erhard Hennig, OLV

• Das Buch Vom Steinmehl, Snoek/Wülfrath

• Höchsterträge durch Mischkultur, A. G. Wirth

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223 21


Die Kompostierung im Garten –

vom Abfall zum Dünger

Dipl.-Ing. Martin Jauch

Forschungsanstalt für

Gartenbau Weihenstephan

– Institut für Gartenbau

Die Kompostierung im Garten leistet einen wesentlichen

Beitrag zur Verwertung pflanzlicher Abfälle, da

hierbei erhebliche Mengen an organischen Reststoffen

ohne großen finanziellen und technischen Aufwand

verarbeitet und auf kleinstem Raum in den Stoffkreislauf

zurückgeführt werden können.

Informationen zur Kompostierung im Garten werden

in zahlreichen Merkblättern, Broschüren und Büchern

angeboten. Die darin enthaltenen, vielfältigen Angaben

sind jedoch oft lückenhaft, häufig widersprüchlich und

erweisen sich in wesentlichen Punkten zum Teil sogar

als fachlich unkorrekt.

Im Auftrag des Bayerischen Staatsministerium für

Umwelt und Gesundheit wurde daher vom Institut

Gartenbau an der Hochschule Weihenstehan-Triesdorf

der Leitfaden „Kompostierung im Garten“ erarbeitet,

der nachvollziehbare, eindeutige und wissenschaftlich

überprüfte Aussagen zu allen wichtigen Punkten der

Kompostierung im Garten enthält. Es basiert auf Ergebnissen

einer mehrjährigen, intensiven Forschungstätigkeit,

während der die wichtigsten Punkte der Eigenkompostierung

einer umfassenden und kritischen Prüfung

unterzogen wurden.

Der Leitfaden umfasst 66 Seiten und kann im Internet

unter folgender Adresse kostenfrei heruntergeladen

werden: www.hswt.de/fgw/wissenspool/freizeitgartenbau.html

Die wichtigsten Inhalte des Leitfadens werden nachfolgend

zusammengefasst aufgeführt.

• Bei konsequenter Trennung und Kompostierung

der organischen Stoffe kann das Abfallaufkommen

aus Haushalten um rund ein Drittel reduziert werden.

Die wertvollen Eigenschaften des Kompostes

ermöglichen einen weitestgehenden Ersatz von Torf

im Garten, wodurch erhebliche Mengen dieses Rohstoffes

eingespart werden können. Die fachgerechte

Kompostierung im Garten ist die kostengünstigste

und umweltfreundlichste Art der Verwertung von

Bioabfall. Soweit eine Eigenkompostierung nicht

erfolgen kann, ist die Erfassung von Küchen- und

Gartenabfälle mit der Biotonne eine nützliche Ergänzung.

• Die Kompostqualität wird hauptsächlich durch das

Ausgangsmaterial beeinflusst. Durch sorgsame Auswahl

geeigneter Stoffe zur Kompostierung lassen

sich schadstoffarme und auch hygienisch unbedenkliche

Komposte im Garten erzielen.

• In Behältern kann platzsparend kompostiert werden.

Sie sind jedoch kein Garant für einen erfolgreichen

Verlauf der Rotte. Für die Kompostierung von

Gartenabfällen und pflanzlichen Küchenabfällen ist

ein einfacher Lattenkomposter mit Abdeckung ausreichend.

• Bei der Kompostierung sollte auf eine lockere, vielfältige

Mischung der Abfälle geachtet werden, wobei

auf Kompostzusätze verzichtet werden kann. Probleme

bei der Kompostierung aufgrund ungünstiger

Abfallzusammensetzung lassen sich mit Kompostzusätzen

kaum beheben.

• Der Arbeitsaufwand bei der Kompostierung im Garten

ist über das ganze Jahr verteilt relativ gering. Er

beschränkt sich auf das Zerkleinern mancher Abfälle

wie Äste, Zweige, verholzte Staudenreste und

eventuell Laub sowie das sorgfältige Mischen der Abfälle

und deren Einbringen in den Kompost. Weitere

Arbeiten wie Umsetzen oder Absieben sind nicht in

jedem Fall erforderlich.

Kostengünstige aber leistungsschwache Kleinhäcksler

lassen sich nur sehr eingeschränkt einsetzen.

Als sinnvolle Alternativen bieten sich an:

– Ausleihen von leistungsstarken Häckslern z.B. vom

Gartenbauverein

– gemeinsame Anschaffung und Nutzung eines leistungsstarken

Gerätes mit den Nachbarn

– Teilnahme an Häckselaktionen, die von manchen

Gemeinden mit Großgeräten am Garten durchgeführt

werden. Die zerkleinerten Abfälle können

22 bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 223


dabei mittels schwenkbarem Auswurfschacht am

Häcksler direkt in den Garten befördert werden. Besteht

kein Bedarf an Häckselgut, kann es aber auch

auf einem mitgeführten Anhänger zur nächsten

Kompostieranlage transportiert werden.

• Kompost aus Gartenabfällen und hygienisch unbedenklichen

Küchenabfällen sollte möglichst frisch

zur Bodenverbesserung bzw. als Mulch verwendet

werden.

• Zur Herstellung von Blumenerde sollten nur reife

Komposte eingesetzt werden, deren Pflanzenverträglichkeit

mit einem einfachen Kressetest geprüft

werden kann.

• Eine rasche Zersetzung organischer

Abfälle kann nur erzielt

werden, wenn im Kompost

günstige Lebensbedingung

für die dort tätigen Organismen

vorliegen. Eine lockere

Mischung aus den einzelnen

Reststoffen stellt dies sicher.

Auch bei geringen Temperaturen

während der Verrottung

lassen sich Komposte guter

Qualität erzielen.

• Die Verrottung der Abfälle im

Garten verläuft nicht immer

wunschgemäß. Es wäre jedoch

verkehrt, sich dadurch von

der Kompostierung abbringen

zu lassen, da sich hierbei

auftretende Probleme (z.B.

Sickerwasser, unangenehmer

Geruch) mit gezielten, meist

vorbeugenden Maßnahmen

vermeiden lassen.

• Komposte weisen zwar geringere

Nährstoffgehalte als Handelsdünger

auf, führen aber

bei üblicher Anwendung zu

einer vergleichbaren Nährstoffzufuhr.

Aufgrund der großen

Schwankungen erscheinen

Nährstoffuntersuchungen der

einzelnen Komposte sinnvoll.

Aus deren Ergebnissen könnten

relativ genaue Anwendungsempfehlungen

abgeleitet

werden. Die Schadstoffgehalte

der Komposte aus Haus- und Kleingärten sind in der

Regel unbedenklich.

• Regelmäßige Kompostgaben verbessern die biologischen,

chemischen und physikalischen Eigenschaften

der Böden, wodurch die Bodenfruchtbarkeit

gesteigert wird. Aufgrund der sehr günstigen Eigenschaften

der Komposte und deren positiver Wirkung

auf den Boden sollte es dem Gärtner nicht schwerfallen,

zugunsten von Kompost auf die Anwendung

von Torf im Garten zu verzichten. Die Nährstoffgehalte

(v.a. Phosphat) im Kompost begrenzen dessen

Aufwandmengen auf jährlich max. 5 l/m².

bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 223 23


Kompostierung im Garten

Bioabfall

� Ziele der Kompostierung

� Zur Kompostierung geeignete Abfälle

� Arbeiten bei der Kompostierung

� Probleme bei der Kompostierung

� Kompostqualität

� Anwendung von Kompost

� Zusammenfassung

Abfallentsorgung

Martin Jauch

Aus Abfall wird Dünger

Kompostierung im Garten – Aus Abfall wird Dünger

Boden

Kompost

Torfverwendung

24 bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223

Boden

� Übersicht

� Ziele der Kompostierung


Kompostierung von Bioabfall

Im Garten:

� kurze Wege,

� geringer Aufwand

� aber: die Verwertung

mancher Bioabfälle

ist problematisch

Geeignete Bioabfälle

können ohne Einschränkung in großen Mengen

kompostiert werden, da es sich hierbei um

schadstoffarme und hygienisch unbedenkliche

Materialien handelt, deren Kompostierung zudem

nicht zur Verbreitung von Ungeziefer beiträgt.

� Gartenabfälle,

� Obst- und Gemüsereste,

� unbehandelte Holz- und Rindenreste,

� Stroh

Auf Kompostieranlagen:

� längere Wege,

� höherer Aufwand

� aber: nahezu alle Bioabfälle

lassen sich kompostieren

� Alle Blätter von Laubgehölzen und alle Zweige von Nadelgehölzen

können im Garten kompostiert werden.

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223 25

� Ziele der Kompostierung

� Zur Kompostierung geeignete Abfälle

� Zur Kompostierung geeignete Abfälle


� Beobachtung: unter einem Walnussbaum wachsen kaum Pflanzen

� Folgerung: Laub hemmt das Wachstum

� Nachweis: wuchshemmender Stoff „Juglon“

Bedingt geeignete Bioabfälle

können nur in geringen Mengen zur

Kompostierung empfohlen werden, da sie zwar

hygienisch unbedenklich sind, jedoch relativ

hohe Schadstoffgehalte aufweisen können.

� Schnittblumen,

� Schalen von Südfrüchten,

� Tee,

� Kaffee,

� Papier,

� Asche von unbehandeltem Holz

Schnittblumen

werden bei der Anzucht in der Regel mehrmals mit

Pflanzenschutzmitteln (Pestiziden) behandelt.

Importierte Zierpflanzen werden z.T. mit Pestiziden behandelt sind, die

in Deutschland aufgrund ihrer hohen Toxizität (Giftwirkung) und

Persistenz (lang anhaltende Wirkung) nicht zugelassen sind.

26 bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223

� Zur Kompostierung geeignete Abfälle

� Zur Kompostierung bedingt geeignete Abfälle


Bedingt geeignete Bioabfälle

können nur in geringen Mengen zur

Kompostierung empfohlen werden, da sie zwar

hygienisch unbedenklich sind, jedoch relativ

hohe Schadstoffgehalte aufweisen können.

� Schnittblumen,

� Schalen von Südfrüchten,

� Tee,

� Kaffee,

� Papier,

� Asche von unbehandeltem Holz

Zitrusfrüchte

Die Behandlung von Zitrusfrüchten z.B. mit

Thiabendazol nach der Ernte zum Zwecke

der Haltbarmachung muss bei der Abgabe

an den Verbraucher durch die Angabe

"konserviert mit Thiabendazol" kenntlich

gemacht werden (§ 3b RHmV) .

Zitrusfrüchte

Die Behandlung von Zitrusfrüchten z.B. mit

Thiabendazol nach der Ernte zum Zwecke

der Haltbarmachung muss bei der Abgabe

an den Verbraucher durch die Angabe

"konserviert mit Thiabendazol" kenntlich

gemacht werden (§ 3b RHmV) .

Die Behandlung von Kartoffeln mit

Chlorpropham, Imazalil und Thiabendazol

nach der Ernte zum Zwecke der Haltbarmachung

muss bei der Abgabe an den Verbraucher

durch die Angabe "nach der Ernte behandelt"

kenntlich gemacht werden (§ 3b RHmV).

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223 27

� Zur Kompostierung bedingt geeignete Abfälle

� Zur Kompostierung bedingt geeignete Abfälle


Zulässige Höchstmengen

Imazalil 1-[2-(2,4-Dichlorphenyl)-2-(2-propenyloxy)-ethyl]-imidazol

Zitrusfrüchte 5 mg/kg

Kartoffeln 3 mg/kg

Bananen, Kernobst, Melonen 2 mg/kg

Tomaten 0,5 mg/kg

Cucurbitaceen mit genießbarer Schale 0,2 mg/kg

Hopfen, Tee 0,1 mg/kg

andere pflanzliche Lebensmittel 0,05 mg/kg

Verordnung über Höchstmengen an Rückständen von Pflanzenschutz- und

Schädlingsbekämpfungsmitteln, Düngemitteln und sonstigen Mitteln in

oder auf Lebensmitteln (Rückstands-Höchstmengenverordnung - RHmV)

neugefasst durch B. v. 21.10.1999 BGBl. I S. 2082; 2002, 1004; zuletzt

geändert durch Artikel 3 V. v. 19.03.2010 BGBl. I S. 286; Geltung ab

16.09.1994

Bedingt geeignete Bioabfälle

können nur in geringen Mengen zur

Kompostierung empfohlen werden, da sie zwar

hygienisch unbedenklich sind, jedoch relativ

hohe Schadstoffgehalte aufweisen können.

� Schnittblumen,

� Topfpflanzen,

� Schalen von Südfrüchten,

� Tee,

� Kaffee,

� Papier,

� Asche von unbehandeltem Holz

1 kg Holz mit 5 mg Zink/kg (0,0005 % Zn)

Masseverlust (C)

durch Verbrennung

10 g Asche

mit 5 mg Zink

(0,05 % Zn oder

500 mg Zn/kg Asche)

28 bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223

� Zur Kompostierung bedingt geeignete Abfälle

� Zur Kompostierung bedingt geeignete Abfälle

� Zur Kompostierung bedingt geeignete Abfälle


Als Ungeeignete Bioabfälle

gelten Stoffe, die meist eine sehr hohe Schwermetallbelastung

aufweisen bzw. Krankheitskeime beinhalten oder zur Verbreitung von

Ungeziefer beitragen können.

� übermäßig mit Schadstoffen belastete Gartenabfälle,

� Essensreste (z.B. Teigwaren, Fleisch, Fisch, Fett, Brot, Knochen),

� Schalen von rohen Eiern,

� kranke Pflanzen,

� Unkraut,

� Staubsaugerbeutelinhalt,

� Straßenkehricht,

� Kleintierstreu,

� Kohlenasche,

� Asche von behandeltem Holz,

� Leder, Gummi, Textilien, Farben,

Lacke, Öle, Chemikalien, Putzmittel,

Glas, Metalle, Kunststoffe etc.

Betroffen hiervon sind vor allem Gärten

� in Ballungsgebieten,

� in Gebieten mit Metall verarbeitender

Industrie und

� entlang stark befahrener Straßen.

Pb Cd Cr Cu Ni Hg Zn

Stadtböden 225 0,7 51 88 38 0,6 324

Landböden 25 0,1 39 18 28 0,09 66

Mittlere Schwermetallgehalte von Böden in Stadtgebieten und in ländlichen Gebieten (mg/kg TS)

Als ungeeignete Bioabfälle gelten aber auch

� nährstoffreiche Materialien von außerhalb des Gartens

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223 29

� Zur Kompostierung ungeeignete Abfälle

� Zur Kompostierung ungeeignete Abfälle

� Zur Kompostierung ungeeignete Abfälle


Lebwesen im Kompost

Eine rasche Verrottung kann nur erfolgen, wenn günstige

Lebensbedingungen für die im Kompost erwünschten

Organismen eingestellt werden.

Kompostzusätze

sollen die Verrottung der Abfälle in Gang setzen,

beschleunigen oder die Kompostqualität günstig

beeinflussen.

� Zusatzstoffe an sich können das Gelingen des

Kompostes nicht garantieren bzw. grobe Fehler,

die bei der Kompostierung gemacht werden,

nicht beheben.

� Bei einer fachgerechten Kompostierung,

insbesondere bei einer vielfältigen,

strukturreichen Mischung der Abfälle,

kann meist auf Zusätze

verzichtet werden.

Kompostzusätze

Die Organismen benötigen

zum Leben ausreichend

� Wasser,

� Luftsauerstoff,

� Nährstoffe und

� einen günstigen pH-Wert.

Kompostwürmer

Etwa 500 Stück (verschiedene Gattungen

in allen Größen)

mit Wurmhumus (mit wertvollen

Kleinstlebewesen) im 2-kg-Eimer.

Bestellnummer:73225

Preis:26,00 Euro

30 bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223

� Arbeiten bei der Kompostierung


Kompostplatz

Kompostplatz

Kompostplatz

Ein sachgemäß

angelegter Kompost

ist Zeichen

einer naturnahen

und umweltbewußten

Gartenpflege.

Er muss somit

nicht im hintersten

Winkel des Gartens

versteckt werden.

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223 31

� Arbeiten bei der Kompostierung

� Arbeiten bei der Kompostierung


Kompostbehälter

Kompostbehälter ...

Kompostbehälter

Vorteile:

... aus Beton, Holz, Kunststoff oder Metall?

� Abfälle können Platz sparend

kompostiert werden (weshalb

sich Behälter besonders für

kleine Gärten eignen).

� Dem Kompostplatz wird ein

ansprechendes Erscheinungsbild

verliehen, da eventuell als störend

empfundene Abfälle dem

direkten Anblick entzogen werden.

Kompostbehälter sind jedoch

kein Garant für einen erfolgreichen

Verlauf der Rotte.

Bewährt haben sich

Holzkomposter, bei

denen tragende

Konstruktionsteile

(z.B. Eckpfosten) aus

langlebigen

Materialien (z.B.

Beton) gefertigt sind.

32 bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223

� Arbeiten bei der Kompostierung

� Arbeiten bei der Kompostierung

� Arbeiten bei der Kompostierung


Kompostbehälter

Kompostbehälter

� Ausstattung der Behälter

� Handhabung

� Erforderliche Größe

Pro Jahr fallen etwa

� 150 l Küchenabfälle pro Person und

� 5 l zerkleinerte Gartenabfälle pro m 2 Gartenfläche an.

Für einen 4-Personen-Haushalt mit einer 200 m 2 großen Gartenfläche

z.B. errechnen sich hieraus etwa 600 l Küchen- und 1000 l Gartenabfälle

„1a Kompost in ca. 14 Tagen!“

„Gefüllt mit organischen

Abfällen aus Küche, Garten

und Gewächshaus, verwandelt

er diese im Handumdrehen

in nährstoffreichen,

wohlriechenden,

braunen Kompost.“

Kompostbehälter

„Der ECOmposter verkürzt die Arbeitszeit zum

Mischen und Transportieren von Kompost erheblich

und macht ihn somit zum effizientesten Komposter auf

dem Markt.“

„Er kann einfach und bequem zu den Stellen im Garten

gerollt werden, an denen der Kompost benötigt wird.

Sie benötigen weder eine Schubkarre noch

irgendwelche anderen Transportmittel!“

„Das rotierende System

bietet den Bioabfällen

eine regelmäßige

Vermischung und

vermindert die Dauer des

Zersetzungsprozesses

erheblich.“

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223 33

� Arbeiten bei der Kompostierung

� Arbeiten bei der Kompostierung

� Arbeiten bei der Kompostierung


Zerkleinerung

zerkleinert werden sollten sperrige, verholzte Pflanzenreste und Laub

� dadurch wird das Volumen (und somit der Platzbedarf) der Abfälle

erheblich reduziert und

� die Verrottung der Abfälle gefördert

Zerkleinerung � Lärmemission

im Leerlauf relativ gering,

im Betrieb genommen unmittelbar am

Häcksler zwischen ca. 100 und 105 Dezibel

(dB(A)), in 10 m Abstand noch bei 85-95 dB(A).

Zerkleinerung

Häcksler arbeiten mit unterschiedlichen Zerkleinerungswerkzeugen

� Hacker:

gehärtete Messer mit oder ohne Gegenschneide,

fremdkörperempfindlich, regelmäßiges

Nachschärfen erforderlich

� Antrieb

Elektromotoren, Ottomotoren (Benzin, Diesel)

� Leistung

Für ein effektives, zügiges Arbeiten mit

Kleinhäckslern ist in der Regel eine

Motorleistung von mindestens 3 kW

erforderlich.

� Zufuhr - und Auswurföffnungen

sind bei manchen Geräten meist aufgrund

geringer Motorleistung sehr eng. Dies

erschwert die Zuführung besonders von

krummen oder verzweigten Ästen bzw. macht

ein Vorzerkleinern von Hand erforderlich

34 bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223

�� Arbeiten bei der der Kompostierung

� Arbeiten bei der Kompostierung

� Arbeiten bei der Kompostierung


Zerkleinerung

Häcksler arbeiten mit unterschiedlichen Zerkleinerungswerkzeugen

� Schläger:

starre, hammerartige Zerkleinerungswerkzeuge,

wenig fremdkörperempfindlich

� Reißer:

bewegliche Schlegel, nicht fremdkörperempfindlich

Kompost aufsetzen

strukturschwach, feucht,

nährstoffreich

Kompost aufsetzen

strukturstabil, trocken,

nährstoffarm

Nährstoffreiche, feuchte und weiche Abfälle sollten immer mit

nährstoffarmen, trockenen und strukturstabilen Materialien gemischt

kompostiert werden.

Da nahezu alle gleichartigen Gartenund

Küchenabfälle, für sich alleine

betrachtet, ungünstige Eigenschaften

zur Kompostierung aufweisen und

somit schlecht verrotten, ist es wenig

sinnvoll, einzelne Abfallarten getrennt

in Lagen aufzuschichten.

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223 35

� Arbeiten bei der Kompostierung

� Arbeiten bei der Kompostierung

� Arbeiten bei der Kompostierung


Kompost aufsetzen

Garten- und Küchenabfälle sollten immer miteinander

vermengt kompostiert werden.

Kompost umsetzen

Kompost absieben

� der fertige Kompost muss nicht für alle

Verwendungszwecke abgesiebt werden.

� das Rottegut wird gelockert und

belüftet

� Feuchteunterschiede werden

ausgleichen

� Material vom kühleren Rand des

Komposts wird in das wärmere

Zentrum verlagert

� der Rottevorgang wird beschleunigt

� der Kompost verrottet gleichmäßig

Achtet man beim Aufsetzen des

Komposts auf eine günstige Mischung

der Abfälle und nimmt eine deutlich

längere Rottedauer in Kauf, kann auf

ein Umsetzen verzichtet werden.

Kompost zur

Bodenverbesserung

Kompost als Anteil

von Blumenerden

36 bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223

� Arbeiten bei der Kompostierung

� Arbeiten bei der Kompostierung

� Arbeiten bei der Kompostierung


Kompost absieben

Sickerwasser

Sickerwasser

� zu nasser Kompost lässt

sich auch mit Siebgeräten

kaum absieben

Ursachen:

� Wassergehalt der Abfälle (endogen)

� eindringendes Niederschlagswasser (exogen)

Kompostierung von 650 l gemischten Gartenabfällen auf Miete

mit einer Grundfläche von 1 m² (Stoffaustrag in 12 Monaten)

ohne Abdeckung mit Vliesabdeckung

� 170 l Sickerwasser/m²

� 8 g Stickstoff/m²

� 8 g Phosphat/m²

� 150 g Kali/m²

� 10 l Sickerwasser/m²

� 0,7 g Stickstoff/m²

� 0,2 g Phosphat/m²

� 17 g Kali/m²

Abhilfe:

� Kompost stets mit einer Abdeckung vor

Niederschlagseinwirkung schützen

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223 37

� Arbeiten bei der Kompostierung

� Probleme bei der Kompostierung

� Probleme bei der Kompostierung


6

0°C

5

0

4

0

3

0

2

0

1

0

zu nasser Kompost

Abhilfe:

� Kompost abdecken

� wasserhaltige, krautige Abfälle mit trockenem

Material mischen

� auf Verdunstungsmöglichkeiten im Behälter achten

Selbsterhitzung des Komposts fördern

unangenehmer Geruch

kalter Kompost

üblicher Temperaturverlauf

Abhilfe:

� Kompost umsetzen und im

Verhältnis von 1:1 frischen

Grasschnitt zumischen

erwünschter Temperaturverlauf

38 bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223

6

0°C

5

0

4

0

3

0

2

Ursachen:

� hoher Wassergehalt der

Abfälle (endogen)

� eindringendes

Niederschlagswasser

(exogen)

Ursachen:

Sauerstoffmangel im Kompost durch

� zu hohe Feuchte oder

� zuviel an strukturarmen Abfällen

Abhilfe:

� krautige Abfälle mit ausreichend Strukturmaterial mischen

� Kompost mit Erde abdecken

Ursache:

� zu geringe Abfallmengen

(Beschickung mit kleinen

Portionen)

� Probleme bei der Kompostierung

� Probleme bei der Kompostierung

� Probleme bei der Kompostierung


Unkraut

Abhilfe:

� samentragendes

Unkraut und

Wurzelunkraut

nicht kompostieren

� Kompost abdecken

� Selbsterhitzung des Komposts fördern

� Biotonne

Verbreitung von Ratten

Abhilfe:

� keine Speisereste kompostieren

� in geschlossenen Behältern kompostieren

Verbreitung von Fliegen

Ursache:

� feuchte, kohlenhydratund

eiweißhaltige Abfälle

auf dem Kompost

erhöhen das

Nahrungsangebot

für Fliegen

Problem:

� Fliegen können

Krankheitskeime

und lebensmittelverderbende

Mikroorganismen

verschleppen

Abhilfe:

� Küchenabfälle von April bis September mit Erde oder

fertigem Kompost abdecken

Ursache:

� Abfälle auf dem

Kompost

erhöhen das

Nahrungsangebot

für Ratten

Problem:

� Ratten können

Krankheitskeime

übertragen

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223 39

� Probleme bei der Kompostierung

� Probleme bei der Kompostierung

� Probleme bei der Kompostierung


Verbreitung von Schnecken

Verbreitung von Schädlingen

weiße Fliege

Verbreitung von Krankheiten

Mehltau

Monilia

Problem:

� Zunächst durchaus nützlich (Zerkleinerung

weicher und feuchter Abfälle)

� Aber: Schnecken können mangels Nahrung auf

dem Kompost in Gemüse- und Blumenbeete

abwandern oder sich im Spätsommer im

Kompost durch Eiablage vermehren.

Abhilfe:

� Die Zuwanderung von Schnecken lässt sich kaum verhindern.

� Kompost im Herbst umsetzen und die Gelege entfernen bzw. zerstören.

� Beim Umsetzen frischen Grasschnitt zusetzen.

Blattlaus

Keine Bedenken bei

befallenen Pflanzenteilen

Rosenzikade

Keine Bedenken bei

befallenen Pflanzenteilen

Sternrußtau Rotpustel

Spinnmilbe

Birnengitterrost

40 bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223

� Probleme bei der Kompostierung

� Probleme bei der Kompostierung

� Probleme bei der Kompostierung


Verbreitung von Krankheiten

Didymella

Schwermetallgehalte

Kohlhernie

Schwer-

Kompost

metalle Minimum Mittel Maximum

Nährstoffgehalte (Gesamtgehalte)

Bedenken bei

befallenen Pflanzenteilen

(Welke- und Auflaufkrankheiten,

Wurzel- und Stammfäule)

Slerotinia

normale Gehalte

von Böden

Nährstoffe

Kompost

Nitrophoska

Minimum Mittel Maximum perfekt �

Hornoska �

Stickstoff

(N)

Phosphat

0,4 1,0 2,9 15 8

(P2O5)

Kali

0,1 0,7 1,7 5 4

(K2O) 0,1 0,8 2,3 20 10

Angaben in % der Trockenmasse

� Kompost enthält zudem alle weiteren

essentiellen und nützlichen

Pflanzennährelemente, wie z.B. Mg, Ca, S,

Fe, Zn, Cu, B, Mn, Mo, Si, Ni, Cl

Grenzwerte

für Kompost

(BioAbfV)

Blei

(Pb) 14 40 143 2-60 100

Cadmium

(Cd) 0,2 0,5 2,3


Nährstofffracht

Nährstoffe

Kompost

Nitrophoska

3 l/m²

perfekt

Minimum Mittel Maximum


Hornoska

100 g/m²


100 g/m²

Stickstoff

(N)

Phosphat

6 16 45 15 8

(P2O5)

Kali

2 11 26 5 4

(K2O) 2 12 36 20 10

Häufigkeitsverteilung der Phosphat- und Kali-Gehalte

von Gartenböden

100

90

80

70

60

50

40

30

20

10

0

6 6

< 10 mg

niedrig

� Aus der Sicht der Pflanzenernährung sind Kompostgaben auf

Böden mit sehr hohen Nährstoffgehalten nicht sinnvoll.

Reifestadien

� die Nährstoffgehalte sind grundsätzlich als

günstig anzusehen

� die Ausbringmenge von Kompost wird

hierdurch aber stark begrenzt

% der untersuchten Böden (n = 1059)

10-20 mg

optimal

88

> 20 mg

hochsehr

hoch

� Rohmaterial

(Bodenverbesserung)

� Frischkompost

(Bodenverbesserung)

� Reifkompost

(Bodenverbesserung/

Blumenerde)

� Komposterde

(Blumenerde)

42 bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223

11

< 10 mg

niedrig

Gehalte in mg/100 g Boden und Gehaltsklassen

25

10-20 mg

optimal

Angaben in g/m²

64

> 20 mg

hochsehr

hoch

� Kompostanwendung

� Kompostanwendung

� Kompostanwendung


� Kompost soll in bedarfsgerechten Mengen

im gesamten Garten ausgebracht werden

Abfälle aus dem

gesamten Garten ...

... Kompost für den

gesamten Garten

� die Nährstoffgehalte von Kompost

begrenzen die Ausbringmenge

� die zusätzliche Anwendung von phosphathaltigen

Düngemitteln ist meist nicht sinnvoll

� nach der Bioabfall-Verordnung sind 30 t Trockensubstanz Kompost/ha

(ca. 5 l/m² = ca. 5 mm) die maximale Ausbringmenge für 3 Jahre

5 l/m² (ca. 5 mm) 10 l/m² (ca. 10 mm)

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223 43

� Kompostanwendung

� Kompostanwendung

� Kompostanwendung


Bedarfsgerechte Kompostgaben

� Gemüsekulturen: 1-3 l Kompost/m2 � Stauden/Sommerblumen: 1-3 l Kompost/m2 � Rasen/Blumenwiese: 1-2 l Kompost/m2 � Gehölze: 1-2 l Kompost/m2 Als zusätzliche Düngung ist meist nur eine

Stickstoffgabe erforderlich.

Weitere Düngungsmaßnahmen sind in der

Regel nicht sinnvoll (Bodenuntersuchung).

Kompost als Bestandteil von Blumenerden

Parameter Kompost Blumenerde

Minimum Mittel Maximum zum

Vermehren

Kompost als Bestandteil von Blumenerden zur Vermehrung

zum

Topfen

pH-Wert 6,4 7,1 8,8 5,0-6,0 5,0-6,0

Salze 0,10 g/l 2,41 g/l 9,52 g/l 0,80-1,50 g/l 1,50-3,00 g/l

Stickstoff

(N)

21 mg/l 239 mg/l 1.671 mg/l 100-200 mg/l 200-450 mg/l

Phosphat

(P2O5) 315 mg/l 1.486 mg/l 4.571 mg/l 100-200 mg/l 200-400 mg/l

Kali

(K2O) 564 mg/l 2.385 mg/l 10.132 mg/l 100-300 mg/l 200-500 mg/l

� hohe pH-Werte, Salz- und Nährstoffgehalte begrenzen

die Kompostanteile in Blumenerden

� bei säureliebenden und salzempfindlichen Pflanzen ist

Kompost nicht zu empfehlen

� Kompost nur in geringen Mengen (maximal 20 Vol.-%) zur

Vermehrungserde beimischen

� ergänzende Stickstoffgabe: ca. 0,5 g Schwefelsaures Ammoniak

oder 1 g Hornmehl pro Liter Erde

44 bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223

� Kompostanwendung

� Kompostanwendung

� Kompostanwendung


Kompost als Bestandteil von Blumenerden zum Topfen

� Kompost in Mengen bis zu 50 Vol.-% zur Topferde beimischen

� ergänzende Stickstoffgabe: ca. 1 g Schwefelsaures Ammoniak

oder 2 g Hornmehl pro Liter Erde

Die fachgerechte Kompostierung im Garten ist die kostengünstigste und umweltfreundlichste

Art der Verwertung von Bioabfall.

Die Kompostqualität wird hauptsächlich durch das Ausgangsmaterial beeinflusst.

Durch sorgsame Auswahl geeigneter Stoffe zur Kompostierung lassen

sich schadstoffarme und auch hygienisch unbedenkliche Komposte im Garten

erzielen.

Bei der Kompostierung sollte auf eine lockere, vielfältige Mischung der Abfälle

geachtet werden, wobei auf Kompostzusätze verzichtet werden kann.

In Behältern kann platzsparend kompostiert werden. Sie sind jedoch kein

Garant für einen erfolgreichen Verlauf der Rotte.

Probleme bei der Verrottung der Abfälle im Garten (z.B. Geruch, Sicker-wasser,

Unkraut) lassen sich durch gezielte vorbeugende Maßnahmen weitestgehend

vermeiden.

Kompost ist als Düngemittel einzustufen. Die Kompost-Ausbringmenge muss

daher limitiert werden. Zu empfehlen sind jährlich bis zu 3 Liter Kompost/m².

Ob ergänzend gedüngt werden muss, lässt sich anhand von Bodenproben

feststellen.

In welchem Umfang ergänzend gedüngt

werden muss, lässt sich einfach mit Hilfe

des Düngeprogramms berechnen.

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223 45

� Kompostanwendung

� Zusammenfassung


Neue Anbaumethoden im Kleingarten

– vom Hochbeet bis zum Hügelbeet

Hoch- und Hügelbeete

Hartmut Clemen

Landesverbandsfachberater

im Landesverband der

Gartenfreunde Bremen e.V.

Bau eines Hochbeetes, eine optimale Wiederverwendung

von Wertstoffen.

Hochbeete schonen unseren Rücken und unsere Knie!

• Für ältere Gartenfreunde wird die Arbeit erleichtert,

für Rollstuhlfahrer wird sie ermöglicht.

• Abschüssige, steinige und mit hohem Grundwasserstand

gebeutelte Gärten können mit dieser Methode

gut bearbeitet werden.

• Durch höhere Temperaturen und bessere Durchlüftung

im Boden kann die Anbaufläche intensiver genutzt

werden.

• Auf kleinstem Raum werden höhere Erträge erzielt.

• Durch Aufsetzen von Rundbögen und deren Abdeckung

mit Folie kann das Hochbeet auch als Frühbeet

genutzt werden.

• Gartenabfälle wie Laub, Staudenschnitt, Gemüseabfälle

und Baumschnitt werden verwertet.

• Wärmebedürftige Gemüsearten wie Gurken, Paprika,

Zucchini, und Wurzelgemüse oder Zwiebelgewächse,

haben auf dem Hochbeet besonders günstige

Bedingungen.

Nachteile

Durch die Hochlage eines Hochbeetes und der damit

verbundenen schnelleren Austrocknung ist der Wasserbedarf

höher als im Freiland. Es empfiehlt sich eine

Tropfbewässerung.

Im ersten Jahr ist die Nährstofffreisetzung besonders

intensiv. Gemüse wie Salat, Spinat, Rote Beete, Rettich

und Chinakohl sollten wegen der Gefahr einer Nitratanreicherung

erst im zweiten Jahr angebaut werden.

Mäuse und Wühlmäuse benutzen die Hügel gern als

Unterschlupf.

Zuviel Aufwand – meinen manche Gartenfreunde. Sie

wenden ein, dass man zusätzliche Wärme und frühere

Aussaat auch im Frühbeet und unter Vlies erreichen

kann. Die Humusanreicherung mache weniger Arbeit

bei Flächenkompostierung auf normalen Gartenbeeten.

Materialien (Einfassung)

Als Baumaterialien eignen sich Kant- und Rundhölzer,

gerne aus harzhaltigem Holz wie Lerche und Robinie

(bitte keine Verwendung von Tropenholz), es gibt auch

fertige Baukastensysteme im Handel.

Bauanleitung

Zunächst werden die Abmessungen eines Hochbeetes

festgelegt. Um das Hochbeet bequem bearbeiten zu

können, sollte die Mitte mit dem ausgestreckten Arm

erreichbar sein. Es empfiehlt sich also eine Breite von

1,20 bis 1,30 m. Das Hochbeet steht flächig auf dem Boden.

Um Erde für das Hochbeet zu gewinnen, kann es

auch nach Aushub einer Mulde ca. 30 bis 40 cm tief im

Boden aufgebaut werden (der Aushub kann dann auch

für die oberste Schicht verwendet werden). Die Stirnseite

sollte zur Erleichterung des Arbeitens abnehmbar

sein.

Gegen Wühlmäuse sollte die Mulde mit feinem Drahtgeflecht

ausgekleidet werden. Wühlmäuse können auch

an rauem Material von außen einwandern. Um ihre

Einwanderung zu verhindern, ist es zweckmäßig mindestens

zwei weitere Lagen Maschendraht zwischen die

späteren Schichten zu legen. In die Mitte der entstandenen

Mulde wird nun holziger Abfall aller Art gebracht.

Baumschnitt von Zier- und Obstgehölzen packt man

bis zu einem 60 cm hohen und 90 cm breiten Holzkern

fest aufeinander. Hilfreich ist ein Heruntertreten

der holzigen Teile, damit das spätere Gewicht der darauf

liegenden Materialien dies nicht vorzeitig zusammendrückt.

Die Äste und Hölzer können gerne einen

Durchmesser von bis zu 15 cm haben, je größer der Anteil

der stärkeren Äste ist, desto länger erfreut einen das

Hochbeet. Falls vorhanden, folgt eine Lage Rasensoden

mit dem Bewuchs nach unten oder eine Lage feuchtem

Zeitungspapier (kein Hochglanzpapier).

Danach folgt eine 30 bis 40 cm starke Schicht aus Laub

und frischen Gartenabfällen. Bitte darauf achten, dass

wieder richtig festgetreten wird, sonst fällt unser Hochbeet

beim Verrotten ungleich zusammen.

Jetzt kommt eine Schicht aus groben Kompost, 12 bis

15 cm stark. Als Abschluss verwendet man jetzt den Aus-

46 bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 223


hub der heraus geworfenen Erde, diese Lage sollte 20

cm nicht unterschreiten, da sonst die Pflanzwurzeln

nicht so gut stehen. Erst wenn die Verrottung in den

unteren Schichten abschwächt, nehmen die Wurzeln

der zukünftigen Kulturen gerne den Bereich an. Sollte

der Bodentyp der abschließenden Lage sehr sandig sein,

lässt er sich mit gut verrottetem Kompost aufwerten,

eine Zugabe von Tonmehl (Bentonit) erhöht die Bodenqualität.

Ab dem 2. Jahr wird das Hochbeet mit leichten Kompostgaben

gedüngt, im Winter oder im Vorfrühling. Auf

eine Stickstoffdüngung sollte verzichtet werden, da die

Nitratanreicherung ohnehin in manchen Fällen schon

stark ist.

Und nun viel Erfolg, die Aussaat und Pflanzung kann

beginnen.

Bau eines Hügelbeete

Hier besteht nur ein geringer Unterschied zum Hochbeet,

die Maße und das es keine Einfassung gibt.

Beim Hochbeet hat sich eine Breite von 1,20 m bewährt,

dagegen wird für das Hügelbeet eine Grube von 1,50 m

– 1,60 m, ausgehoben.

Gemüseanbau auf dem Hoch- und Hügelbeet

Im Märzen der… Mitte des Monats starten wir mit der

Aussaat von Radieschen. Sämtliche Starkzehrer wie

diverse Kohlsorten, Mangold, Sellerie werden wechselweise

(Mischkultur) aufgepflanzt. Im 1. Jahr bitte keine

Zwiebeln, Möhren, Salat, oder Porree aufpflanzen, sie

hätten das Nachsehen mit diversen Gemüsefliegen.

Merken sie sich als Grundsatz folgendes:

Erst im 2. Jahr dürfen Spinat und Salat auf dem Hügelbeet

wachsen, ansonsten besteht die Gefahr der Überdüngung

und damit verbundener Nitratanreicherung

die krebsförderlich ist. Sind die ersten Radieschen geerntet,

können die Lücken genutzt werden um Tomaten

zu pflanzen, (nach den Eisheiligen am 15. Mai), bitte robuste

Sorten auswählen z,B. Phantasia F1, eine hochtolerante

Freilandtomate. Haben sie weitere Pflanzen geerntet,

können nach den frühen Sorten andere spätere

gepflanzt werden. Zum Saisonende eignet sich wie im

Frühbeet die Aussaat von Feldsalat, oder der hier in Bremen

sehr geschätzte Grünkohl.

Die Bewässerung ist im 1. Jahr nicht ganz problemlos.

Das Beet ist noch sehr hoch und das Wasser läuft rasch

ab. Aussaaten am besten mit einer feinen Brause öfter

leichter anfeuchten.

Zur regelmäßigen Bewässerung eignen sich extra im

Handel erhältliche Bewässerungsschläuche, die sich auf

dem Grad des Beetes auslegen lassen. Eine Lösung, die

mehr Zeit erfordert, sind eingelassene Blumentöpfe, die

man mit Wasser füllen kann.

Optimal sind installierte Sprühköpfe, die 30 cm über

dem Beet angebracht werden (nicht bei einer Tomatenanpflanzung).

Im zweiten Jahr können Salat, Spinat, Möhren, Zwiebeln

und Lauch in Mischkultur angebaut werden. Jedoch

sollte die unterste Reihe nicht mit Möhren beginnen,

durch die höhere Luftfeuchtigkeit im unteren Bereich

würde die Möhrenfliege leichtes Spiel haben. Sobald

die Steckzwiebeln heraus sind, breiten sich die Möhren

noch weiter aus. Ein Verziehen ist nicht notwendig, da

die Möhren sich infolge der Hügellage nach allen Seiten

selbst ausdehnen können. In diese Mischkultur kann

der Gartenfreund in den unteren Reihen auch Sellerie

mit einbeziehen, besser wächst dieser aber im 3. Jahr.

Um die Lauchmotte zu überlisten, sät man den Porree

gemischt mit Petersilie und Möhren dünn aus. Ist die

Motte da, ist der Porree groß genug zum Ernten oder

man stutzt die Blätter noch ein und entfernt somit den

Übeltäter.

Wie im ersten Jahr füllt man die durch die Ernte entstehenden

Lücken wieder mit späten Jungpflanzen auf.

Im dritten Jahr ist eine vollständige Mischkultur möglich,

wobei die Starkwachsenden immer am Fuß des

Beetes gepflanzt werden sollten. Bei der Frühjahrbestellung

bringt der Hobbygärtner die Erde mit einer Harke

wieder leicht nach oben. Eine kleine Gabe mit Kalk tut

dem Beet und der Kultur gut.

Im vierten Jahr können auch Erdbeeren gepflanzt werden.

Knoblauch und Steckzwiebeln, die man dazwischensetzt,

gedeihen prächtig. (eine Legende der Eindämmung

der Grauschimmelfäule dieser Mischkultur

ist falsch)

Im fünften Jahr können Kartoffeln gepflanzt werden.

Sind diese geerntet ist das Hügelbeet wieder dem Erdboden

gleich und wer Lust hat kann ein Neues bauen.

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Bau eines Hochbeetes

(praktischer Teil)

unter Einbeziehung

der Seminarteilnehmer

Rüdiger Hanisch

Gartenfachberater im

Bezirksverband der

Kleingärtner

Berlin-Weißensee e.V.

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Mulchen –

eine Aufgabe zum

Bodenschutz

Magnus Wessel

Stellvertretender Leiter

Naturschutz, BUND, Berlin





Der Mulch machts?!

Mulchen als Aufgabe des Bodenschutzes

Der Bund Umwelt und Naturschutz e.V.

(BUND)

- Über 480.000 Mitglieder

- Föderal organisiert: Bundesgeschäftsstelle in

Berlin, 16 Landesverbände, ca. 2200 Kreis- und

Ortsgruppen

- Verbindet Umwelt und Naturschutz

- Ist Teil des europäischen und weltweiten Netzwerks

Freunde der Erde/Friends of the Earth

- Finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden

Unabhängig. Kompetent. Vor Ort und weltweit.

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223 65


Mulchen: der Versuch einer Definition

„das Bedecken des Bodens mit organischem

Material (z.B. abgestorbenen Pflanzen,

Rindenmulch, geschnittenem Gras, Stroh)“

� Unterscheidet sich von anderer Bodenbedeckung:

- Keine Düngung (mit Mist, Kompost o.ä.): primär

für die Nährstoffzufuhr

- Kein Bedecken durch lebendige Pflanzen oder

anorganischem Material (Schotter, Lavagranulat,

Platten)

Wofür das alles?

� Der Boden als Grundlage gärtnerischen Handelns

„Boden ist das mit Wasser, Luft und Lebewesen durchsetzte,

unter dem Einfluss der Umweltfaktoren an der Erdoberfläche

entstandene und im Ablauf der Zeit sich weiterentwickelnde

Umwandlungsprodukt mineralischer und organischer Substanzen

mit eigener morphologischer Organisation, das in der Lage ist,

höheren Pflanzen als Standort zu dienen und die

Lebensgrundlage für Tiere und Menschen bildet. Als Raum-Zeit-

Struktur ist der Boden ein vierdimensionales System.“ (D.

Schroeder: Bodenkunde in Stichworten, 1992, S.9)

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Bodenschutz

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Ziel jeder Landnutzung:

Mulchen als Beitrag?

Mulchen

So stark bioautomatisiert wie möglich, so

technisch wie nötig!

� Erfolgreiche Imitation natürlicher Vorgänge

� Minimierung von Eingriffen und Störungen

� Kosten- und Zeitersparnis nutzen!

� Besser gut nachgemacht, als schlecht selbst

erfunden!

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„Nicht das Bestimmungsbuch hat recht,

sondern der Vogel“

Was sind Ihre Erfahrungen?

Mulchen! Aber womit?

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Gras

• junges Gras von Wiese,

Obstgarten oder von

Wegrand

• Mulchdicke max. 1-2 cm

• Kein reiner Rasenschnitt!

• Bei älterem Schnittgut:

achten auf Grasart und

Beikräuter

Stroh

• Nur aus Bioanbau!

� Halmstopper und

Pestizide haben auch

im Garten nichts zu

suchen!

• verrottet relativ langsam,

• weites C/N Verhältnis

�insbes. bei ärmeren

Böden Stickstoffabbau

in oberen Schichten

• eher auf Wegen und bei

höheren Pflanzen

Beikraut

• Vor Samenentwicklung

jederzeit geeignet

• Vertrocknet

• Artenkenntnis! � je nach

Art vegetative Vermehrung

möglich

Rasenschnitt

• angetrocknet

• nur bodendeckend, dafür

öfter ausstreuen

• Ggf. mischen, um Fäulnis

zu verhindern

Brennessel/Beinwell

• optimal geeignet

• schnelle Zersetzung

• zusätzlicher Wärmeeffekt,

• besonders gut bei

schweren, unbelebten Böden.

Kulturpflanzenreste

• Restrisiko

Pflanzenkrankheiten �

Verpilzte oder anderweitig

befallene Teile sind

ungeeignet

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Gründüngung

• gute Erfolge bei

Steigerung der

Bodenfruchtbarkeit

• „Geschlossenes System“:

Nährstoffbildung durch

Gründüngung +

Rückführung auch von

Spurenelementen

Rindenmulch

• Gut für säureliebende

Pflanzen

• Hemmt durch Gerbsäure

Beikräuter

• Stickstoffabbau im Boden

Was beachten?

Der richtige Zeitpunkt!

Von Frühjahr bis Herbst.

An lokale Niederschläge anpassen!

Faustregel: Je höher der Niederschlag, desto dünner

oder gröber die Mulchschicht

� Boden braucht Luft!

Mulchfolie,

Bändchengewebe und

Mulchvlies

• Müllproduktion

• Unklarer Transfair von

Schadstoffen in den Boden

• Kein Beitrag zur

Bodenfruchtbarkeit

Holzfasern/Sägespäne

• Verunreinigungen durch

Beimischung möglich

• Stickstoffabbau im Boden

Holzhächsel

• Stickstoffabbau im Boden

• Holzshächsel aus eigenem

Garten verwenden!

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 223 71


Boden

� Je nach bereits

vorhandener Aktivität:

Mulchmaterial schneller

oder langsamer abgebaut.

� Mulchen mit Stroh oder

Sägespänen kann zu einer

Festlegung von im Boden

vorhandenem Stickstoff

führen.

Beikrautwuchs

Beikraut wird (je nach Material

und Schichtdicke) nur zum Teil

unterdrückt

� Beseitigung meist einzeln

möglich

� 100% Beikrautfrei ist unnötig

� KEINE Herbizidanwendung

im Garten!

Schnecken

Kontinuierliches

Mulchen bietet ein Heim

für Schnecken

� Nicht chemische

Lösungen wo nötig

� Nicht jede Schnecke

ist „der Feind“

(Anmerkung am Rande: Die

Rote Wegschnecke steht

auf der roten Liste!)

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Konsequenzen

• Erhalt der Bodenschichten, Nahrungsreservoir und

Verstecke: typischen Zonierung sowohl der

Biomasse als auch der Atmungsaktivität

� Signifikant stärkere Auftreten großer Laufkäfern,

Spinnen und Ohrenkneifer

� typische Beutetiere der Käfer und Spinnen, z.B.

Drahtwürmer oder Fliegenlarven nehmen ab

� Höhere Siedlungsdichte und Artendiversität von

Regenwürmern.

� bessere Bodenstruktur

� bessere Humusbildung und Erosionsminderung

� Weniger Dünger – und Pestizideinsatz

� Gesunder Boden, gesundes Trinkwasser und

höhere Artenvielfalt im Garten und bessere Erträge

Vielen Dank!

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Schutz der Fauna durch die Anlage

von Feucht- und Trockenbiotopen im

Kleingarten

Dipl.-Ing. Adalbert

Niemeyer-Lüllwitz

Natur- und Umweltschutzakademie

NRW

„Nur die intime Kennt nis und die daraus wach sende Verbunden

heit mit der Natur kann uns davon be wahren, sie

weiter zu zer stören“

(Mi chael Loh mann, Garten buch autor).

„Wildgärten haben nichts mit Wildnis, mit Natur pur zu

tun. Jeder Wildgarten wird immer ein künstlicher, durch

Menschenkraft gezielt gestalteter Lebensraum sein, in

den die Natur nur begrenzt Zutritt hat“

(Reinhard Witt, Naturgartenexperte)

Kleingärten sind wie alle wohnungsnahen Grünflächen

Freiräume für Menschen. Alle Überlegungen, Kleingärten

und Kleingartenanlagen für Naturschutzmaßnahmen

zu nutzen, müssen sich den vorrangigen Funktionen

dieser Kulturflächen unterordnen. Naturschutz

und Gärtnern sind dennoch kein Gegensatz. Ohne auf

Nutzungsansprü che verzichten zu müssen, lassen sich

auch kleine Gärten zu vielfältigen Lebens- und Erlebnisräumen

gestalten. Feuchtlebensräume und Trockenbiotope

sind auch in kleinen Gärten möglich, das zeigen

die Gestaltungsbeispiele in diesem Vortrag.

Warum Feucht- und Trockenlebensräume?

Durch Feucht- und Trockenlebensräume werden Gärten

lebendiger, abwechslungsreicher, ästhetisch reizvoller.

Gärten bieten so insbesondere unseren Kindern

einen ein zigartigen Erlebnisraum. Denn wo haben Kinder

heute in einem oftmals eher verbauten Wohnumfeld

noch die Möglichkeit, heimische Natur zu erleben,

wenn nicht im Garten?

Damit wird zugleich auch zur ökologischen Stabilität

beigetragen. Zwischen einer ökologisch reichhaltigen

Teiche – Lebensräume für Amphibien wie den Teichfrosch.

Teiche sind ein faszinierender Erlebnisraum besonders für Kinder.

74 bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 223


Gestal tung und der Nutzung als Obst- und Gemüsegarten

besteht ein enger, oftmals übersehener Zusammenhang.

Vielfältiges Leben sorgt für ein ausgewogenes

dynamisches „Gleichgewicht“, sichert Ernteer folge

und ist eine wichtige Grundlage für einen giftfreien Anbau

von Obst und Gemüse.

Bedeutung für den Naturschutz

Naturnah gestaltete Gärten können im Biotopnetz von

Siedlungsräumen eine wichtige Rolle beim Erhalt von

Tier- und Pflanzenarten spielen. Das zeigt eine Untersuchung

von Prof. Herbert Zucchi (FH Osnabrück), der

naturnah gestaltete Gärten in Osnabrück untersuchte

und dabei u. a. 69 Vogelarten, davon 27 Brutvögel, 16

Tagfalterarten und 11 Hummelarten nachweisen konnte.

Sein Resümee: „Wäre es mög lich, mehr Garten besit zer zu

einer natur nähe ren Ge stal tung und ex tensi veren Nut zung

ihrer Flä chen zu be wegen, wäre für den urba nen Artenschutz

viel ge wonnen. Wäre es mög lich, in Städ ten ein Netz

natur naher Gärten, ex tensiv ge pfleg ter öffent licher Grünflä

chen und länger fris tig un genutz ter Bra chen be reit zu stellen,

könn ten Urban ge biete einen Bei trag zum Natur schutz

leis ten, der weit über dem vieler agra risch ge nutz ter Flä chen

läge“. (Her bert Zucchi 1995)

Dennoch müssen wir bei Betrachtung der Gesamtsituation

den mögliche Beitrag von Gärten zum Naturschutz

relativieren: Als teilweise künst lich angelegte

Biotope „auf Zeit“ können z.B. Feuchtlebensräume

nur sehr beschränkt „Überlebensraum“ für gefähr dete

Pflanzen und Tiere sein. Die Ursachen für die Roten

Listen der vom Ausster ben be drohten Tiere und Pflanzen

sind nicht in den Gärten zu suchen und können

auch durch noch so viele Garten-Biotope nicht gelöst

werden! Die meisten gefährdeten Arten sind an spezielle,

nur in der freien Landschaft vorhandene Biotope

angepasst. Die Gartenflächen sind mit 1,5 bis 2 % der

Landesfläche zudem viel zu klein, um hier wirksam die

massiven Eingriffe z.B. im Bereich der landwirtschaftlichen

Kulturlandschaft (in NRW ca. 50 % des Landes)

der letzten Jahrzehnte „auszugleichen“. Zudem bleiben

Gärten immer intensiv genutzte Kulturflächen, die vorrangig

menschlichen Nutzungsansprüchen dienen, wo

also Naturschutzziele immer in Nutzungskonzepte zu

integrieren sind.

Feuchtlebensräume in Kleingärten

Wenn es um Feuchtlebensräume in Gärten geht, reden

wir in den meisten Fällen von Gartenteichen. Kleine

Bachläufe können als Zufluss einen Teich ergänzen,

aber der technische Aufwand ist recht hoch. Andere

Feuchtbiotope wie z.B. Moore, Sümpfe, Quellen oder

Feuchtwiesen passen eher nicht in Gärten und werden

hier nicht weiter betrachtet.

Von der Wasserstelle für Singvögel bis zu großen Teichen

und Bachläufen gibt es dazu je nach Gartensituation

und Nutzungswünschen vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten.

Wasser-Lebensräume fördern den

Erlebnisreichtum eines Gartens, bieten insbesondere

den Kindern tolle Naturerlebnisse. Teiche sind ein ein-

Naturnaher Teich mit flacher Uferzone in einem Kleingarten.

Libellen wie der Plattbauch siedeln sich rasch von selbst an.

Mit Kescher oder Küchensieb leicht für Beobachtungen einzufangen:

Die im Wasser lebenden Larven der Libellen.

bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 222 75


zigartiger Lebensraum für viele seltene Tiere und Pflanzen.

Viele an Wasser angepasste Tiere werden in den

Garten gelockt und können beobachtet werden. Faszinierend

sind dabei besonders die Kleintierlebwelt, die

schon mit einem Küchensieb und einer Becherlupe für

Kinder- und Erwachsenenaugen erschlossen werden

kann. Gewässer lassen sich auch sehr gut mit der Wasserversorgung

verknüpfen: Das vom Dach ablaufende

Niederschlagswasser wird über einen Regenwasserrückhaltebehälter

zurückgehalten und kann über einen

Überlauf in den Teich fließen.

Ab einer Größe von ca. 10–15 qm Wasserfläche lassen

sich Gartenteiche mit Teichfolien so naturnah anlegen,

dass sich eine einigermaßen stabile Lebensgemeinschaft

von Pflanzen und Tieren entwickeln kann und

sich Probleme z.B. mit Algenwuchs in Grenzen halten.

Dafür ist es wichtig, sie nach dem Vorbild der Natur zu

gestalten.

Um flache, naturnahe Ufer zu gestalten wird die Teichfolie in

einem Randgraben gelegt, der mit Substrat gefüllt wird.

Abdichtung

Teiche als ständig wasserführende Kleingewässer benötigen

im Regelfall eine künstliche Abdichtung. Wo

verfügbar, kann dazu Ton als natürliche Form der Abdichtung

verwendet werden. Die fachgerechte Verarbeitung

ist allerdings nicht einfach. Besser ist es deshalb,

Tonteiche von erfahrenen Fachleuten anlegen zu lassen.

Im Eigenbau hat sich die Verwendung von Teichfolien

bewährt. Im Handel sind auch vorgefertigte Teiche aus

Kunststoff verfügbar. Mit ihnen lassen sich allerdings

nur vergleichsweise kleine Teiche bauen, und sie sind

im Vergleich zum Folienteich recht kostspielig.

Folien sollten eine Mindeststärke von 1,0 mm haben

und UV-lichtbeständig sein. Empfehlenswert ist es,

eine im Handel angebotene spezielle Teichfolie in der

gewünschten Größe nach eigener Maßangabe anferti-

gen zu lassen. Die benötigte Größe lässt sich maßgenau

erst nach erfolgtem Aushub ermitteln. Sicherheitshalber

sollte die Folie etwas größer vorgesehen werden, da

sie bei nicht so festem Untergrund nachsacken kann.

Neben der Folie wird in den gleichen Maßen ein Stoffvlies

aus Geotextilien benötigt. Vor dem Verlegen der Folie

wird die Sohle mit dem Vlies ausgelegt. Diese schützt

die Folie vor Verletzungen z.B. durch im Untergrund

noch vorhandene, scharfkantige Steine. Das Auslegen

der Folie wird möglichst an einem warmen Tag vorgenommen.

Aufgrund der höheren Geschmeidigkeit lässt

sie sich dann leichter verlegen.

Standort

Ein Teich sollte an einem geschützten Standort mit einer

Mindestbesonnung von 4 bis 6 Stunden am Tag angelegt

werden. Nur an überwiegend sonnigen Standorten

(das sind Südwest-, Süd- und Südost-Expositionen)

kommt es zur optimalen Entwicklung des Teichlebens.

Da das Falllaub von Bäumen unerwünschte Nährstoffanreicherungen

verursachen kann, sollte der Teich

möglichst nicht in der Nähe großer Bäume liegen. Gibt

es hierzu jedoch keinen Ausweichraum im Garten,

dann kann man den Laubeintrag in den Teich durch ein

übergespanntes Netz verhindern bzw. stark mildern.

Größe

Damit sich in einem Gewässer eine vielfältige Teichlebensgemeinschaft

entwickeln kann, sollte der Teich

mindestens 8 bis 10 m² groß sein. Eine Mindestwassertiefe

von etwa 80 cm an der tiefsten Stelle sorgt dafür,

dass Tiere im frostfreien Grund überwintern können.

Allerdings gibt es nach starken Wintern mit lang anhaltenden

Frostphasen auch Beobachtungen von toten Fröschen,

die dann bei Tauwetter an der Wasseroberfläche

treiben. Gartenteiche, die solche Froschfallenfunktion

besitzen, sollten dann in den Folgejahren besser während

der Winterphase kein Wasser führen, also sprich

entleert sein. Ein in das Gewässer eingebrachter Strohballen

mit seiner großen Oberfläche und den zahlreichen

Kapillarnetzen kann den Sauerstoffaustausch während

der Eisphasen stark mildern.

Gestaltung und Substrat

Beim Aushub von Teichen ist es empfehlenswert, die

künftigen Pflanzzonen vorzumodellieren. Wichtig ist

später besonders eine flache Ufer- und Sumpfzone!

76 bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 223


Nachdem die Folie fest in die Mulde hineingedrückt

wurde, können die Pflanzzonen mit Substrat angefüllt

werden. Am Ufer ragt die Folie dazu zunächst noch einige

Zentimeter aus dem Boden heraus. Da sie nach

Flutung des Teiches noch absacken kann, wird sie erst

einige Tage später etwa 1 cm über dem Boden abgeschnitten

und behutsam mit Steinen und Kies abgedeckt.

Auf diese Weise wird der Erdkontakt zwischen

Teich und Umgebung fast vollständig unterbrochen

und eine „Dochtwirkung“ vermieden, die zu Wasserverlusten

führen könnte.

Als Substrat verwendet man ausschließlich Sand oder

ein mageres Sand-Lehm-Gemisch, eventuell unter Verwendung

des ausgehobenen Rohbodens. Keinesfalls

dürfen nährstoffreiche Humuserden eingebracht werden,

die Nährstoffanreicherungen im Wasser mit Algenmassenentwicklung

verursachen können. Abschließend

wird der Uferbereich abwechslungsreich mit großen

und kleinen Steinen, Kies- und Sandflächen sowie einem

Beobachtungsplatz aus Trittsteinen gestaltet.

Pflanzen

Staudengärtnereien bietet ein reichhaltiges Angebot

von attraktiven Wasser- und Sumpfpflanzen an. Im Sinne

einer naturnahen Entwicklung ist die Verwendung

heimischer Wildpflanzen zu empfehlen. Auf besonders

stark wüchsige und sich ausbreitungsstarke Arten wie

Rohrkolben, Schilf und Seggen wird besser verzichtet.

Sie verdrängen andere Arten und erhöhen den Pflegeaufwand.

Pflanzenauswahl für Gartenteiche

Wassertiefe, cm

Uferpflanzen (für wechselfeuchte Randzone)

Wasserdost (Eupatorium cannabium) –

Schlangen-Knöterisch (Polygonum bistorta) –

Wasserdost (Eupatorium cannabium) –

Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris) –

Mädesüß (Filipendula ulmaria) –

Sumpfvergißmeinnicht (Myosotis palustris)

Sumpfpflanzen (für Sumpf- /Flachwasserzone)


Blut-Weiderich (Lythrum salicaria) 0 – 10

Flatterbinse (Juncus effusus) 0 – 10

Sumpdotterblume (Caltha palustris) 0 – 10

Fieberklee (Menyanthes trifoliata) 0 – 20

Froschlöffel (Alisma plantago aquatica) 5 – 20

Zungenhahnenfuß (Ranunculus lingua) 10 – 30

Pfeilkraut (Sagittaria sagittifolia) 10 – 60

Tannenwedel (Hippuris vulgaris) 10 – 40

Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudocorus) 10 – 30

Schwanenblume (Butomus umbellatus 10 – 30

Pflanzenauswahl für Gartenteiche

Wassertiefe, cm

Schwimmblattpflanzen

Seekanne (Nymphoides peltata) 30 – 60

Seerose (Nymphea alba) 50 – 100

Schwimmendes Laichkraut

(Potamogetum natans)

30 – 100

Wasserknöterich (Polygonum aquaticum) 20 – 80

Schwimmpflanzen

Froschbiss (Hydrocharis morus-ranae) 15 – 50

Krebsschere (Stratiodes aloides)

Unterwasserpflanzen

ab 50

Ähriges Tausendblatt

(Myriophyllum verticillatum)

50 – 200

Frühlings-Wasserstern (Callitriche palustris) 20 – 60

Hornkraut (Ceratophyllum demersum) 30 – 120

Krauses Laichkraut (Potamogeton crispus) 50 – 100

Tiere

Bei naturnaher Gestaltung und Bepflanzung stellen

sich Tiere wie Libellen oder Wasserläufer schnell von

selbst ein. Auf einen Besatz mit Tieren muss verzichtet

werden. Amphibien aus der freien Natur zu entnehmen

ist weder erlaubt noch sinnvoll, da die Tiere sehr spezifische

Ansprüche an verschieden Teillebensräume haben

(Gewässer zur Vermehrung, Wald oder Wiese als Sommerlebensraum

usw.). Manche Lurcharten wie Berg-

und Teichmolch besiedeln Gartenteiche auch von selbst,

wenn sie in den dem benachbarten, naturnah gestalteten

Gartenareal geeignete Landlebensräume finden.

Verzichten sollte man bei kleinen Gartenteichen auch

auf einen Besatz mit Fischen. Besonders Goldfische

räumen unter den Eiern und Larven von Amphibien

und Wasserinsekten auf. Zudem wird das Wasser durch

Fischfutter überdüngt. Nährstoffanreicherung mit einer

Massenentwicklung von Algen ist die mögliche Folge.

Teichpflege – Algenprobleme?

Gartenteiche müssen regelmäßig gepflegt werden, um

sie als offene Wasserfläche zu erhalten. Es handelt sich

um nährstoffreiche Gewässer, die von Natur aus verlanden.

Pflanzen, die sich zu sehr ausbreiten, werden

deshalb regelmäßig ausgelichtet. Auch die langsam

anwachsende Schlammschicht im Bereich der Sohle

wird regelmäßig abgetragen. Das geschieht am besten

abschnittweise und in den Sommermonaten, da das

Teichleben dann am besten einen Eingriff verträgt. Das

Pflanzen – und Sohlenmaterial wird dabei zunächst am

Ufer gelagert, damit die darin noch vorhandenen Tiere

(in der Regel Wasserinsekten, Schnecken, Egel, Asseln,

etc.) wieder in das Wasser zurückwandern können.

bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 223 77


Algenbildung in den ersten Jahren ist normal. Nur

wenn die Algen überhand nehmen, werden Algen vorsichtig

abgefischt oder mittels Gartenharke herausgezogen

und die Algenmatten randlich gelagert, damit darin

verfangene Tiere entweichen können (siehe oben). Später

können die eingetrockneten Algenmatten dann auf

den Komposthaufen entsorgt werden. Mit chemischen

Bekämpfungsmitteln lässt sich die Ursache der Algenbildung,

die Nährstoffanreicherung im Wasser, nicht

beseitigen! Vorbeugend sollten Unterwasserpflanzen

wie z.B. Hornkraut oder Tausendblatt angesiedelt werden.

Solche Pflanze binden Nährstoffe und lassen sich

bei zu starker Entwicklung leicht abfischen.

Trockenlebensräume im Kleingarten

Auf sehr mageren, nährstoffarmen Böden und Standorten

entwickeln sich in der Natur „Trockenlebensräume“

wie z.B. Magerrasen, Magerwiesen, Trittrasengesellschaften,

Heiden, vegetationsfreie Sand- oder Gesteinsflächen.

Solche klassischen Trockenlebensräume sind

aufgrund der überwiegend nährstoffreichen humosen

Böden und des Gestaltungsaufwandes in Gärten eher

selten anzutreffen. Auch in der freien Natur sind sie

aufgrund der intensiven Nutzung ausgesprochen selten

und gefährdet, und mit Ihnen die hier anzutreffenden

Pflanzen und Tiere.

Magerwiese

Steht ein eher magerer Boden zur Verfügung bzw. kann

der Boden abgemagert werden, bietet sich die Anlage einer

Magerwiese an. Die Mehrzahl unserer Wildblumen

kann sich erst auf einem eher nährstoffarmen, mageren

Boden richtig entfalten. Beobachtungen an über mehrere

Jahre brachliegenden Flächen zeigen, dass sich auf

den dann mageren Böden artenreiche Blumenwiesen

von selbst entwickeln können. Die seit Jahren im Boden

ruhenden Samen können ungestört ans Licht gelangen

und keimen. Fünf bis zehn Jahre vergehen, bis eine natürliche

Blumenwiese entstanden ist, deren Artenreichtum

in der Folgezeit weiter zunimmt. Insbesondere

blütenbesuchende Insekten wie Bienen, Schmetterlinge,

Hummeln und Schwebfliegen werden so gefördert.

Steht ein magerer Boden zur Verfügung, lohnt sich die

Neuanlage und Einsaat einer Wiese. Dafür sollte un-

bedingt nur zuverlässiges Saatgut einer anerkannten

Saatgutfirma verwendet werden. Viele im Handel mit

schönen Bildern angebotene Mischungen sind ungeeignet,

da sie nichtheimische oder gezüchtete Blumenarten

und zu viele Grassamen enthalten. Der Grasanteil

sollte möglichst gering sein, da Gräser mit der Zeit von

selber wachsen.

Die günstigste Aussaatzeit ist die Zeit zwischen August

und Ende September. Dann ist die Hitze nicht mehr so

groß, und es liegt eine günstige Bodenfeuchtigkeit vor.

Die Saatmenge beträgt ca. 5 g pro Quadratmeter; die

Saattiefe sollte nicht mehr als 5 mm betragen. In das

geharkte Saatbeet werden die Samen eingeharkt und gewalzt.

Der Boden sollte danach ca. 6 Wochen gut feucht

gehalten werden.

Kies- und Schotterwege

Auch naturnahe, mit Sand, Kies oder Schotter angelegte

Wege sind ein Lebensraum für Tiere und ein künstlich

angelegter „Trockenbiotop“. Auf einem Unterbau aus

grobem und feinem Schotter wird dabei eine Schicht

feiner Gartenkies (Korngröße etwa 2 cm) aufgebracht.

Kieswege sind nicht nur einfach und preiswert herzustellen,

sie eignen sich auch als Spielfläche für Kinder,

denn sie sind veränderbar und lebendig. Nicht nur die

„lästigen“ Wegameisen leben hier, auch viele andere

sehr „nützliche“ Kleintiere wie Spinnen, Laufkäfer oder

einzeln lebende Wespen finden hier eine Nistgelegenheit

und jagen nach Beute.

Lebendige Mauern – naturnahe Steingärten

Um den Garten mit Trockenlebensräumen zu bereichern,

hat sich die Verwendung von Gesteinsmaterial

sehr bewährt, mit dem Trockenmauern und naturnahe

Steingärten gestaltet werden können. Aufgeschichtete

Steine bieten mit ihren Lückenräumen vielen speziell

an solche Bedingungen angepasste Pflan zen und Tieren

güns tige Lebens bedin gungen.

Naturnahe Steingärten bestehen aus einem steinigen,

wasserdurchlässigen, humus- und nährstoffarmen Boden.

Es genügt nicht, für einen Steingarten einige Steine

auf einem humusreichen Boden zu verteilen! Die anspruchlosen

Pflanzen der Steingärten hätten hier keine

Überlebenschance. Im Steingarten ist das Gestein ein

Teil des Bodens und die Pflanzengesellschaft entspricht

diesem Boden.

78 bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 223


Steingärten: Praktische Möglichkeiten

Je nach Lage des Gartens und vorhandenem Material

gibt es verschiedene Möglichkeiten, naturnahe Steingärten

anzulegen. Ähnlich den alten Bruchsteinmauern

an Kirchhöfen können Natursteine zu freistehenden

Trockenmauern aufgeschichtet werden. Böschungen

in abfallendem Gelände oder z.B. an einer Terrasse lassen

sich durch ähnlich gebaute Stützmauern absichern.

Fehlt es an Platz oder Material, kann auch schon durch

einen Steinhügel oder einen Haufen gesammelter Steine

„Mauerleben“ in den Garten hineingebracht werden.

Auch die Aufschichtung der Steine Form einer Kräuterspirale

bietet sich an. Eine kostengünstige und

ökologisch wertvolle Alternative zum Kauf von neuen

Natursteinen ist die Verwendung alter Ziegel, z.B. aus

Abbruch. Auch alte Gehwegplatte und Pflastersteine

sind gut für Trockenmauern geeignet.

Anlage von Trockenmauern

Bei der Aufschichtung von Trockenmauern lassen sich

am besten von Natur aus plattenartige Steine verwenden,

die vom Baustoffhandel oder von Steinbruchunternehmen

angeboten werden. Für Mauerfüllungen und

Dränageschichten benötigt man zudem grobes und fei-

Frei stehende Trockenmauer in einem Kleingarten.

nes Gesteinsmaterial. Gut geeignet dafür sind Schotter

und Kies sowie auch (müllfreier) Bauschutt. Insgesamt

benötig man für eine 2 m lange und 1 m hohe Mauer

für Schichtung und Füllung etwa eine Tonne Gesteinsmaterial.

In der ersten Bauphase einer Mauer wird der

humose Mutterboden möglichst tief entfernt und durch

eine Fundament aus Kies- oder Schotter ersetzt. In dieser

Schicht kann später das Wasser leicht versickern.

Zudem wird das Einwachsen von störenden Wurzelunkräutern

unterbunden.

Die Steine werden dann sorgfältig – ihrer Form entsprechend

– trocken im Verbund möglichst stabil mit

einer leichten Neigung von 10–20 % aufgeschichtet.

Wackelige Steine werden am besten mit kleinen Steinen

verkeilt. Mit geringen Mengen lehmiger Erde als

Fugenfüller lassen sich Unebenheiten ausgleichen und

Ansiedlungsmöglichkeiten für Mauerpflanzen schaffen.

Jede Steinlage wird zur Stabilisierung mit Bruchsteinen,

Schotter, Kies oder einem Gemisch dieser

Steine hinterfüttert. Diese Mischung eignet sich auch

als Füllung für Stützmauern und dient gleichzeitig als

Drainage. Für die übrige Hinterfüllung eignet sich am

Zauneidechsen – typische Bewohner von Trockenbiotopen und

Mauern. (Foto: R. Behlert)

Gärten lassen sich mit Trockenmauern abgrenzen wie in der Kleingartenanlage

„Kraut und Rüben“ in Bochum. (Foto: G. Hellmann)

bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 223 79


esten ein nährstoffarmes, humusfreies Substrat (z.B.

Sand).

Pflanzen

Im naturnahen Garten wird das Ziel verfolgt, durch

Anlage entsprechender Lebensräume bevorzugt heimische

Pflanzenarten anzusiedeln. Eine große Auswahl

an Stauden steht für eine Bepflanzung von Steingärten

und Mauern zur Verfügung. Unter anderem die vielen

Mauerpfeffer- (Sedum) und Dachwurz-Arten eigen sich

gut, da sie in ihren Blättern Wasser speichern können.

Viele Stauden der Magerrasen wie z.B. Karthäusernelke,

Heidenelke, Ochsenauge, Spornblume oder Kuhschelle

bieten sich an. Gut geeignet sind auch aus dem Süden

stammende Küchenkräuter wie Lavendel, Ysop oder Wilder

Majoran. Verzichtet werden sollte auf eine massenhafte

Anpflanzung der gerne verwendeten, züchterisch

bearbeiteten Steingartenstauden, die durch Wuchsstärke

und Farbenpracht heimische Arten verdrängen. Gerade

die Pflanzen der nährstoffarmen Standorte und damit

die daran gebundenen Tiere sind in der Natur selten

geworden.

Pflan zen aus wahl für Mauern und Stein gärten

A. Über wie gend son nige Stand orte

Skabi osen-Flo cken blume

(Centaurea scabiosa)

Kar thäuser nelke

(Dianthus carthusianorum)

Hunger blüm chen

(Draba aizoides)

Nat tern kopf

(Echium vulgare)

Ysop

(Hysopus officinalis)

Laven del

(Lavendula angustifolia)

Katzen minze

(Nepeta cataria)

Dost, Wilder Majoran

(Origanum vulgare)

Küchen schel le

(Pulsatilla vulgaris)

Mauer pfef fer-Arten (Sedum

acre, Sedum album u.a.)

Färberkamille

(Anthemis tinctoria)

Echte Haus wurz

(Semper vivum tectorum)

Feld thy mian

(Thymus serphyllum)

Echte Hauswurz

(Sempervivum tectorum)

Bevorzugt für

MauerfugenM

Mauerkrone

Mauerfuß

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B. Halb schat tige bis schat tige Stand orte

Gänse kresse

(Arabis procurrens)

Strei fen farn

(Asplenium trichomanes)

Gelber Lerchensporn

(Corydalis lutea)

Zimbel kraut

(Cymbalaria muralis)

Moos stein brech

(Saxi fraga hypnoides)

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Tierwelt

Je nach Größe, Gestaltung und Einbindung in die Umgebung

kann sich im Steingarten eine artenreiche, speziell

angepasste Fauna entwickeln. Die Blütenvielfalt

und das Nahrungsangebot locken besonders Blütenbesucher

an. Schmetterlinge, Schwebfliegen, Hummeln,

Wildbienen sind anzutreffen. Manche Wildbiene nutzt

mit Lehm gefüllte Zwischenräume oder Sandflächen

zur Eiablage und Vermehrung.

Wenn eine Zuwanderung aus der Umgebung möglich

ist, können sich mit etwas Glück Mauer- und Zauneidechsen

ansiedeln, die in den Lücken jagen und auf den

Steinen Wärme tanken. Hohlräume in Trockenmauern

werden auch gerne von Kröten und Molchen als Unterschlupf

genutzt.

Lebensraum für Pflanze, Tier und Mensch!

Vielfältige Lebensräume und Kleinstandorte können

dazu beitragen, dass in unseren Gärten heimische Natur

wieder stärker zum Zuge kommt. Insbesondere Extremstandorte

– nass, feucht oder trocken – können dazu

einen Beitrag leisten. Heimische Natur im Garten hilft

damit, der fortschreitenden Entfremdung von der Natur

zu begegnen. Gärten bieten die einzigartige Chance,

Menschen von Kindheit an Natur heranzuführen! Naturnahe

Gärten sind einzigartige Erlebnis- und Erfahrungsräume

für die erste ästhetische Welteroberung

unserer Kinder. Positive Naturerlebnisse, ein verträglicher

Umgang mit Natur und Umwelt, ein Zugang zur

Ästhetik der Natur – dieses und mehr können naturnah

gestaltete Gärten auch uns Erwachsenen vermitteln,

und damit Grundlagen legen für die Entwicklung eines

natur- und umweltbewussten Verhaltens.

„Es gehen unvor stellbare Wirkungen von Gärten und

Blumen aus“, hat der bekannte Staudengärtner Karl

För ster einmal gesagt. Wenn immer mehr Gartenfreunde

sich mit der Natur im Garten anfreunden, sich auf

ihrem kleinen Stück Land aktiv für die Natur einsetzen,

so gehen da von vielleicht auch Wirkungen aus auf den

Umgang mit Natur und Umwelt außerhalb der Gärten!

Literaturhinweise:

Beck, Angela und Peter/Kathi Voges: Steingärten

und Trockenmauern, Expertenrat aus erster Hand,

Franckh-Kosmos, Stuttgart 2010

Beck, Peter: Treffpunkt Wassergarten, Tiere anlocken,

beobachten und bestimmen, Franckh-Kosmos,

Stuttgart 1999

Gutjahr, Axel: Gartenteiche naturnah gestalten,

Cadmos 2008

Haberer, Martin: Steingärten und Trockenmauern,

Franckh-Kosmos, Stuttgart 2001

Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW: Naturgarten

praktisch. Infoblätter zur naturnahe Gestaltung

und Pflege von Gärten. Recklinghausen 2011.

Bezug/Download: www.nua.nrw.de

Niemeyer-Lüllwitz, Adalbert: Arbeitsbuch Naturgarten,

Ravensberger Buchverlag, Ravensberg 1987

Zucchi, Herbert: Tierwelt eines städtischen Gartens,

Bedeutung naturnaher Flächen für den urbanen

Artenschutz. Naturschutz und Landschaftsplanung

27, (5), 1995

Kontakt:

Dipl.-Ing. Adalbert Niemeyer-Lüllwitz

Leiter der Natur- und Umweltschutz-Akademie des

Landes Nordrhein-Westfalen

Siemensstraße 5, Telefon (02361) 305-0

E-Mail: poststelle@nua.nrw.de,

Internet: www.nua.nrw.de

bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 223 81


IMPRESSIONEN

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Leitthemen der Schriftenreihe seit 1997

Heft Jahr Ort Seminar

122 1997 Schwerin Haftungsrecht und Versicherungen im Kleingartenwesen

123 1997 St. Martin Pflanzenschutz und die naturnahe Bewirtschaftung im

Kleingarten

124 1997 Berlin Lernort Kleingarten

125 1997 Gelsenkirchen Möglichkeiten und Grenzen des Naturschutzes im Kleingarten

126 1997 Freising Maßnahmen zur naturgerechten Bewirtschaftung und umweltgerechte

Gestaltung der Kleingärten als eine Freizeiteinrichtung der Zukunft

127 1997 Lübeck-Travemünde Der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen

128 1997 Karlsruhe Aktuelle Probleme des Kleingartenrechts

129 1998 Chemnitz Aktuelle kleingartenrechtliche Fragen

130 1998 Potsdam Die Agenda 21 und die Möglichkeiten der Umsetzung der lokalen Agenden

zur Erhaltung der biologischen Vielfalt im Kleingartenbereich

131 1998 Dresden Gesundes Obst im Kleingarten

132 1998 Regensburg Bodenschutz zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit im Kleingarten

Gesetz und Maßnahmen

133 1998 Fulda Der Kleingarten – ein Erfahrungsraum für Kinder und

Jugendliche

134 1998 Wiesbaden Aktuelle kleingartenrechtliche Fragen

135 1998 Stuttgart Kleingärten in der/einer künftigen Freizeitgesellschaft

136 1998 Hameln Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU von 1992 im

Bundesnaturschutzgesetz und die Möglichkeiten ihrer Umsetzung im

Kleingartenbereich

137 1999 Dresden (Kleine) Rechtskunde für Kleingärtner

138 1999 Rostock Gute fachliche Praxis im Kleingarten

139 1999 Würzburg Kind und Natur (Klein)Gärten für Kinder

140 1999 Braunschweig Zukunft Kleingarten mit naturnaher und ökologischer

Bewirtschaftung

84 bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 223


Heft Jahr Ort Seminar

141 1999 Hildesheim Biotope im Kleingartenbereich – ein nachhaltiger Beitrag zur Agenda 21

142 1999 Freiburg Zukunft Kleingarten

143 2000 Mönchengladbach Recht und Steuern im Kleingärtnerverein

144 2000 Oldenburg Pflanzenzüchtung und Kultur für den Kleingarten

von einjährigen Kulturen bis zum immergrünen Gehölz

145 2000 Dresden Die Agenda 21 im Blickfeld des BDG

146 2000 Erfurt Pflanzenschutz im Kleingarten unter ökologischen Bedingungen

147 2000 Halle Aktuelle kleingarten- und vereinsrechtliche Probleme

148 2000 Kaiserslautern Familiengerechte Kleingärten und Kleingartenanlagen

149 2000 Erfurt Natur- und Bodenschutz im Kleingartenbereich

150 2001 Rüsselsheim Vereinsrecht

151 2001 Berlin Kleingartenanlagen als umweltpolitisches Element

152 2001 Mönchengladbach Natur- und Pflanzenschutz im Kleingarten

153 2001 St. Martin Das Element Wasser im Kleingarten

154 2001 Gelsenkirchen Frauen im Ehrenamt – Spagat zwischen Familie, Beruf und

Freizeit

155 2001 Erfurt Verbandsmanagement

156 2001 Leipzig Zwischenverpachtungen von Kleingartenanlagen –

Gesetzliche Privilegien und Verpflichtungen

157 2002 Bad Mergentheim Kleingartenpachtverhältnisse

158 2002 Oldenburg Stadtökologie und Kleingärten – verbesserte Chancen für die

Umwelt

159 2002 Wismar Miteinander reden in Familie und Öffentlichkeit –

was ich wie sagen kann

160 2002 Halle Boden – Bodenschutz und Bodenleben im Kleingarten

161 2002 Wismar Naturnaher Garten als Bewirtschaftsform im Kleingarten

162 2002 Berlin Inhalt und Ausgestaltung des Kleingartenpachtvertrages

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Heft Jahr Ort Seminar

163 2003 Dessau Finanzen

164 2003 Rostock Artenvielfalt im Kleingarten – ein ökologischer Beitrag des

Kleingartenwesens

165 2003 Hamburg Rosen in Züchtung und Nutzung im Kleingarten

166 2003 Rostock Wettbewerbe – Formen, Auftrag und Durchführung

167 2003 Limburgerhof Die Wertermittlung

168 2003 Bad Mergentheim Soziologische Veränderungen in der BRD und mögliche

Auswirkungen auf das Kleingartenwesen

169 2004 Braunschweig Kleingärtnerische Nutzung (Rechtsseminar)

170 2004 Kassel Öffentlichkeitsarbeit

171 2004 Fulda Kleingärtnerische Nutzung durch Gemüsebau

172 2004 Braunschweig Mein grünes Haus

173 2004 Dresden Kleingärtnerische Nutzung durch Gemüsebau

174 2004 Magdeburg Recht aktuell

175 2004 Würzburg Der Kleingarten als Gesundbrunnen für Jung und Alt

176 2004 Münster Vom Aussiedler zum Fachberater – Integration im

Schrebergarten (I)

177 2005 Kassel Haftungsrecht

178 2005 München Ehrenamt – Gender-Mainstreaming im Kleingarten

179 2005 Mannheim Mit Erfolg Gemüseanbau im Kleingarten praktizieren

180 2005 München Naturgerechter Anbau von Obst

181 2005 Erfurt Naturschutzgesetzgebung und Kleingartenanlagen

182 2005 Dresden Kommunalabgaben

183 2005 Bonn Vom Aussiedler zum Fachberater – Integration im

Schrebergarten (II)

184 2006 Dessau Düngung, Pflanzenschutz und Ökologie im Kleingarten –

unvereinbar mit der Notwendigkeit der Fruchtziehung?

86 bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 223


Heft Jahr Ort Seminar

185 2006 Jena Finanzmanagement im Verein

186 2006 Braunschweig Stauden und Kräuter

187 2006 Stuttgart Grundseminar Boden und Düngung

188 2006 Hamburg Fragen aus der Vereinstätigkeit

189 2007 Potsdam Deutschland altert – was nun?

190 2007 Jena Grundseminar Pflanzenschutz

191 2007 Jena Insekten

192 2007 Celle Grundseminar Gestaltung und Laube

193 2007 Bielefeld Rechtsprobleme im Kleingarten mit Verbänden lösen

(Netzwerkarbeit) Streit vermeiden – Probleme lösen

194 2008 Potsdam Pachtrecht I

195 2008 Neu-Ulm Pflanzenverwendung I – vom Solitärgehölz bis zur Staude

196 2008 Magdeburg Soziale Verantwortung des Kleingartenwesens – nach innen und nach

außen

197 2008 Grünberg Pflanzenverwendung II – vom Solitärgehölz bis zur Staude

198 2008 Gotha Finanzen

199 2008 Leipzig Kleingärtner sind Klimabewahrer – durch den Schutz der

Naturressourcen Wasser, Luft und Boden

200 2009 Potsdam Wie ticken die Medien?

201 2009 Erfurt Vereinsrecht

202 2009 Bremen Vielfalt durch gärtnerische Nutzung

203 2009 Schwerin Gesundheitsquell – Kleingarten

204 2009 Heilbronn Biotope im Kleingarten

205 2009 Potsdam Wie manage ich einen Verein?

206 2010 Lüneburg Kleingärten brauchen Öffentlichkeit und Unterstützung auch

von außen (1)

207 2010 Magdeburg Zwischenpachtvertrag – Privileg und Verpflichtung

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Heft Jahr Ort Seminar

208 2010 Bremen Umwelt plus Bildung gleich Umweltbildung

209 2010 Kassel Der Fachberater – Aufgabe und Position im Verband

210 2010 Mönchengladbach Biologischer Pflanzenschutz

211 2010 Dresden Umweltorganisationen ziehen an einem Strang (grüne Oasen als

Schutzwälle gegen das Artensterben)

212 2010 Hannover Der Kleingärtnerverein

213 2011 Lüneburg Kleingärten brauchen Öffentlichkeit und Unterstützung

auch von außen (2)

214 2011 Naumburg Steuerliche Gemeinnützigkeit und ihre Folgen

215 2011 Hamburg Blick in das Kaleidoskop – soziale Projekte des Kleingartenwesens

216 2011 Halle Pflanzenvermehrung selbst gemacht

217 2011 Rostock Ressource Wasser im Kleingarten – „ohne Wasser, merkt euch das …“

218 2011 Berlin Satzungsgemäße Aufgaben des Vereins

219 2012 Goslar Ausgewählte Projekte des Kleingartenwesens

220 2012 Wittenberg Naturnaher Garten und seine Vorzüge

221 2012 Dortmund Rechtsfindungen im Kleingartenwesen – Urteile zu speziellen Inhalten

222 2012 Karlsruhe Bienen

223 2012 Suhl Objekte des Natur- und Umweltschutzes

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