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(Hoffentlich) der Anfang vom Ende - und Handelskammer Nord ...

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Jahresbericht 2003

Bürokratieabbau

Freiraum für Unternehmen!

12 wirtschaftsspiegel 3 · 2004

Den Wildwuchs an Bürokratie zurückstutzen! Nach Nullwachstum des Jahres

2003, einer Stagnationsphase von rund zehn Jahren und angesichts eines sich

nur zögerlich auflösenden Reformstaus sind viele Unternehmen der staatlichen

Gängelei endgültig überdrüssig.

83

Prozent der Unternehmen, die sich nach

einer IHK-Umfrage in ihren Entfaltungs-

möglichkeiten eingeschränkt sehen, empfin-

den die bürokratischen Auflagen als zu hoch, nur

elf Prozent stufen sie als niedrig ein. Durchschnittlich

müssen die kleinen und mittleren Unternehmen

monatlich rund 30 Stunden aufbringen, um den bürokratischen

Aufwand zu bewältigen.

Am meisten ärgern sich die Unternehmer über das

komplizierte Steuerrecht (84 Prozent), immer neue

Auflagen und Vorschriften (71 Prozent) sowie über die

starke Regulierung des Arbeitsmarktes (66 Prozent).

Außerdem werden die Belastungen durch statistische

Auskunftspflichten (64 Prozent) sowie lange und um-

ständliche Genehmigungsverfahren (51 Prozent) als

unzumutbar eingestuft.

Mehltau Bürokratie

Was zu viel ist, ist zu viel, besonders in Zeiten lahmenden

Wachstums – das ist das IHK-Fazit. Ganz ähnlich

im Übrigen auch das Ergebnis einer Untersuchung des

Instituts für Mittelstandsforschung (Bonn): Danach

hielten 80 Prozent der befragten Unternehmen die

Bürokratiebelastung für hoch oder sehr hoch. Das ist

ein dramatischer Anstieg seit der letzten Umfrage des

Instituts in 1994, wo diese Einschätzung nur 48 Prozent

der Unternehmen teilten.

Die Bürokratie legt sich wie Mehltau über das Land: Im

Schnitt kommt heute das Bundesgesetzblatt auf 3700

Seiten pro Jahr, in den 50er Jahren reichten rund 1000

Seiten aus, um Bürger und Unternehmer an die Kandare

zu nehmen. Das Ergebnis sind mehr als 5000 Gesetze

und Verordnungen mit mehr als 85 000 Einzelvorschriften,

die den Unternehmern häufig die Lust am

Unternehmen nehmen. Der Gesetzgeber schreibt heute

vor, wann ein 17-jähriger Hotellehrling morgens seinen

Dienst antreten darf (sechs Uhr), wieviel Papierkörbe

in einem Betrieb stehen müssen (pro Raum einer)

und welche Temperatur auf den Toiletten zu herrschen

hat (21 Grad).

Forderungen der

IHK-Vollversammlung

Im März 2003 hat die Vollversammlung der IHK Nord

Westfalen vier Gebiete bezeichnet, auf denen dringend

mehr Fortschritte zu einem Mehr an Freiraum erzielt

werden müssen:

� Der Einstieg in einen durchgreifenden Bürokratieabbau

� Eine Bresche für mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt

� Eine verlässliche Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme

� Einen Appell an die Politik, die Reformfähigkeit des

Landes durch eine Entflechtung des föderalen Systems

wiederherzustellen.

Schon im Januar 2003 hatte sich die IHK Nord Westfalen

beim Minister für Wirtschaft und Arbeit in Berlin

darum beworben, dass die Emscher-Lippe-Region als

Testgebiet für Bürokratieabbau ausgewählt wird. Als

Einstieg in den Beweis, dass es schneller vorangeht,

wenn es weniger Auflagen gibt, hat die IHK 15 konkrete

Maßnahmen vorgeschlagen. Die IHK-Liste reicht

von A wie „Aushangvorschriften“ bis W wie „Wohnraumzweckentfremdungsverordnung“.

Unter anderem

wurde vorgeschlagen: eine nachhaltige Vereinfachung

der Baugenehmigungen, die ersatzlose Streichung der

Bauabzugssteuer, eine „Clearingstelle“ für die Meldung

von Beschäftigungsverhältnissen an die Sozialversicherung,

die Entschlackung des öffentlichen Vergaberechts,

der Fortfall vielfältiger Erlaubnispflichten

im Gewerberecht, vereinfachte Buchführungs- und

Gewinnermittlungsvorschriften für alle kleinen Unternehmen

bis hin zur Vereinfachung der Gewerbeabfallverordnung.

Spielraum ausnutzen

Der IHK-Vorstoß hat vielfältige Unterstützung in der

Emscher-Lippe-Region gefunden, die in besonderem

Maße vom schleppenden Strukturwandel gezeichnet ist

und wo ein besonderer Wachstumsimpuls hoch willkommen

wäre. Spontan hatte auch NRW-Wirtschaftsminister

Harald Schartau seine Unterstützung zugesichert,

weil ihn das Konzept bei der ersten Präsentation

sofort überzeugt hatte.

Im Verlauf des Jahres wurde jedoch deutlich, dass die

Region Ostwestfalen-Lippe politisch eine stärkere Unterstützung

für einen ähnlich gelagerten Vorschlag genoss

– vielleicht auch, weil arbeitsrechtliche Fragen

völlig ausgeschlossen sind. Die Emscher-Lippe-Region

war nur 2. Sieger; doch gerade hier hätte ein Signal die

Hoffnung auf Aufbruch mit möglichen Investitionsentscheidungen

stärken können. Dennoch entschieden

alle politischen Entscheidungsträger trotz der Enttäuschung,

jetzt erst recht die Kräfte vor Ort zu bündeln

und alle Vereinfachungs- und Ermessensspielräume

auszuschöpfen, die sich Kommunen, Kreis und Bezirksregierung

eröffnen.

Dabei hatte die Region schon vorgearbeitet: Im Rahmen

eines „Regionalen Genehmigungsmanagement“

planen unter Führung des Kreises Recklinghausen die

Bauämter, Bau- und Planungsrecht so zu vereinheitlichen,

dass Genehmigungen schneller und vor allem

einfacher in der Antragstellung zu erhalten sind. Unter

IHK-Initiative und -Leitung erarbeiteten die Wirtschaftsverbände

gemeinsam mit dem DGB nach Biele-

felder Vorbild sieben Vorschläge, die direkt ohne

landesweite Erlassänderung umgesetzt werden

könnten.

Dorniger Weg

Die ortsgebundenen Sonderparkrechte für

Dienstleister und Handwerker in den

Innenstädten sind bereits Praxis; leider

haben sich die lokalen Parlamente noch

nicht zur Abschaffung der Wohnraumzweckentfremdungsverordnung,

die noch in sechs von zwölf

Städten gilt, durchringen können;

hier würden vor allem Existenzgründer

profitieren, die quasi mit

ihrem Büro im Wohnzimmer starten

könnten. Auch die „Nutzung

der gesetzlichen Erweiterung der

Belehrungsberechtigten bei Erstbelehrungen

von Mitarbeitern im

Nahrungsmittelgewerbe“ oder die

„Wirtschaftsfreundliche Gestaltung

der Gewerbeabfallverordnung

bei der Größe und Zahl der

Abfallbehälter“ sind von der Politik

noch nicht auf den Weg gebracht.

Aber auch in Ostwestfalen-Lippe

ist der Pfad dornig, wie die ersten

Erfahrungen mit der Entbürokratisierung

schon nach kurzer Zeit

zeigen. Gegen Jahresende kam der

entsprechende Gesetzentwurf der

Landesregierung, der eher ernüchterte:

Automatische Genehmigung

bei fehlenden Einwänden im

Landesplanungsgesetz, die Möglichkeit,

„nicht amtliche Hinweiszeichen“

bis zu einer Größe von

einem Quadratmeter direkt an der

Straße aufzustellen, leichterer

Bezug von Katasteramtsauszügen

und Wegfall der Nachprüfungen

bei einem Vorverfahren in

Verwaltungsgerichtsverfahren

unter bestimmten

Umständen. Das ist

mehr als nichts, aber

bei weitem nicht

das, was Unternehmen

vom Abbau

an Bürokratieerwarten.

Bodo Risch

Jahresbericht 2003

wirtschaftsspiegel 3 · 2004 13


Ausbildung

Lehrstellenbericht

Ausbildung sichern –

Ausbildungsabgabe verhindern

14 wirtschaftsspiegel 3 · 2004

Auch im vergangenen Jahr sind die Unternehmen im

Bezirk der IHK Nord Westfalen ihrer Verantwortung

gerecht geworden, jungen Menschen eine Berufsausbildung

zu ermöglichen.

Trotz der seit Jahren anhaltenden wirtschaftlichen

Flaute konnte fast allen Ausbildungsfähigen

und Ausbildungswilligen

eine Lehrstelle angeboten werden. Dieses

Ergebnis zeigt: Die häufig beschworene

Lehrstellenkatastrophe ist ausgeblieben!

Und die politisch umstrittene Ausbildungsplatzabgabe

wäre eher kontraproduktiv.

Insgesamt 8283 neue Ausbildungsverträge

wurden im Jahr 2003 eingetragen. Die Anzahl

ist im Vergleich zum Vorjahr (8370)

nahezu konstant geblieben. Wenn man bedenkt,

dass im Bezirk der IHK Nord Westfalen

bereits im ersten Halbjahr 2003 mehr

als 800 Betriebe insolvent wurden oder

ihren Betrieb stillgelegt haben und dadurch

viele Ausbildungsplätze weggebrochen

sind, zeigt die Zahl der Neueintragungen

das ungebrochen große Engagement der

Unternehmen, ihren Nachwuchs auszubilden

und jungen Menschen eine berufliche

Perspektive zu bieten. Gerade in wirtschaftlich

schlechten Zeiten bedeutet dies eine

enorme Kraftanstrengung der Betriebe aus

Industrie, Handel und Dienstleistung. Sie

haben ihre Ausbildungsanstrengungen in

2003 mindestens unvermindert fortgesetzt.

Damit liegen sie in Nordrhein-Westfalen

ganz vorn. Nach der Zahl ihrer Mitglieder

belegt die IHK Nord Westfalen den siebten

Platz, im Ranking der Ausbildungsverhältnisse

landet sie auf Platz vier.

Regional deutliche

Unterschiede

Ende September hatten nach der Arbeitsamtsstatistik

1106 Jugendliche noch keinen

Ausbildungsplatz. Dabei zeigt sich regional

ein deutlich unterschiedliches Bild:

Im Münsterland waren noch 157 Bewerber

unversorgt, in der Emscher-Lippe-Region

noch 949 bei der Arbeitsverwaltung als suchend

registriert. Die Zahl der Unversorgten

relativiert sich angesichts von 554

gleichzeitig noch offenen Ausbildungsstellen,

die den Arbeitsämtern zu dem Zeitpunkt

gemeldet waren. Im Rahmen des

Ausbildungskonsenses konnte im Münster-

Die IHK Nord Westfalen …

besuchte mit ihren

9 Ausbildungsberatern und

6 Ausbildungsstellenwerbern über

8000 Mal Ausbildungsbetriebe und

potenzielle Ausbildungsbetriebe.

8000

land Ende des Jahres allen Ausbildungsfähigen

und Ausbildungswilligen ein

Lehrstellenangebot unterbreitet werden, in

der Emscher-Lippe-Region gab es ein

Unterangebot an offenen Lehrstellen. Deshalb

waren zusätzliche Maßnahmen erforderlich,

um allen Ausbildungsgfähigen

und Ausbildungswilligen ein Angebot zu

machen. Es engagierten sich wieder alle

regionalen Partner im Ausbildungskonsens

und standen zu ihrem Versprechen, den

jungen Ausbildungsstellensuchenden eine

Perspektive zu eröffnen.

Das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit

des Landes NRW hat im Rahmen des Ausbildungskonsenses

in 2003 ein neues dreistufiges

Modell zur „partnerschaftlichen

Berufsausbildung“ entwickelt. Das Modell

sieht zunächst einen KompetenzCheck mit

dem noch Unvermittelten vor (Stufe 1).

Daran schließt sich ein dreiwöchiges Betriebspraktikum

in einem Unternehmen an

(Stufe 2) mit dem Ziel, dass der Jugendliche

dort eine Ausbildung aufnimmt (Stufe 3).

Vertragspartner der „partnerschaftlichen

Ausbildung“ sind Weiterbildungsträger

und Jugendlicher. Die Ausbildung erfolgt

zu zwei Dritteln im Betrieb, zu einem Drittel

beim Weiterbildungsträger.

In der Konsensrunde wurde das neue

Modell allen Partnern im Ausbildungskonsens

vorgestellt. Alle Beteiligten waren der

Meinung, dass allein mit der partnerschaftlichen

Ausbildung die Vollversorgung

nicht erreicht werden kann. Das wurde

auch Herrn Minister Schartau mitgeteilt. Im

Dezember 2003 nahmen von insgesamt 344

betreuten Konsensbewerbern 163 Jugendliche

aus der Emscher-Lippe-Region am

Kompetenz-Check teil. Bis Ende Januar

2004 konnte 49 Jugendlichen ein Praktikumsplatz

vermittelt werden. Die IHK Nord

Westfalen bemüht sich in Übereinstimmung

mit allen Ausbildungskonsenspartnern

und mit dem Wirtschaftsministerium

weiterhin intensiv darum, den noch

Lehrstellen Suchenden ein Angebot zu

machen.

450 erstmals

ausbildende Betriebe

Jahresbericht 2003 Jahresbericht 2003

Die IHK hat sich auch im vergangenen Jahr

über den Ausbildungskonsens hinaus im

Interesse der Unternehmen insbesondere

für mehr Ausbildungsplätze und Ausbildungsbetriebe

eingesetzt. So haben die

Ausbildungsberater, die bislang tätigen

und die drei neu eingestellten Akquisiteure

im Rahmen der Lehrstellenoffensive 2003

jede Chance genutzt, nicht ausbildende

Betriebe für die Ausbildung zu gewinnen.

Mit großem Erfolg: Dabei wurden mehr

als 3100 Unternehmen aufgesucht und

beraten. In 2003 registrierte die IHK Nord

Westfalen fast 450 erstmals ausbildende

Unternehmen. Erfreulich ist, dass auch

bereits ausbildende Firmen weitere zusätzliche

Ausbildungsplätze bereitgestellt

haben.

„Zwangsabgabe schafft keine

neuen Ausbildungsplätze“

Statement zur geplanten Ausbildungsplatzabgabe von Ursula Hagelstange,

Leiterin kaufmännische Ausbildung der Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG, Telgte

„Die Winkhaus Gruppe bildet in Deutschland

über 60 junge Menschen in 14 verschiedenen

Berufen aus und erreicht damit

eine Ausbildungsquote von ungefähr

sechs Prozent.

Sollte die geplante

Ausbildungsabgabe

der Bundesregierung

eine höhere

Quote vorschreiben,

wäre

auch ein ausbildungsaktivesUnternehmen

wie

Winkhaus zu Zahlungenverpflichtet.

In diesem Fall

müssten wir unsere

Kostenstruktur im Ausbildungsbereich

anpassen. Heute sehen wir für eine

dreijährige Ausbildung ungefähr 50 000

Euro vor. Da Winkhaus die Abgabe aber in

Neben der Ansprache nicht ausbildender

Betriebe setzte die IHK bisher erfolgreiche

Maßnahmen fort, die dazu beitragen, Angebot

und Nachfrage auf dem Ausbildungsstellenmarkt

noch besser abzustimmen.

Dazu gehörten die Organisation und

Mitwirkung bei Berufsinformationsveranstaltungen

an allgemeinbildenden Schulen

und Berufskollegs sowie die Durchführung

von Lehrerinformationsseminaren. Auch

die gezielte Aufklärung über neue Berufe

und Branchen, in denen noch Auszubildende

gesucht werden, bildete einen

Schwerpunkt der Arbeit.

Ausbildungsplatzabgabe

schadet mehr als sie nutzt

Ausbildung ist eine Investition in die Zukunft.

Das wissen die Unternehmen im

IHK-Bezirk und sorgen deshalb für die Ausbildung

der in wenigen Jahren benötigten

Fachkräfte für die Produktion und in der

Dienstleistung. In einem Brief an den Bun-

keinem Fall über eine Verminderung der

Ausbildungsqualität finanzieren würde,

müsste die Mehrbelastung zwangsläufig

über den Abbau des Ausbildungsplatzangebotesaufgefangen

werden. Aus

unserer Sicht würde

eine Zwangsabgabe

keine neuen

Ausbildungsplätze

schaffen, sondern

mit der Gefährdung

des dualen

Ausbildungssystems

in Deutschland

Gegenteiliges

bewirken. Darüber

hinaus könnten

sich ausbildungsunwillige Unternehmen

gegen Bezahlung ihrer Verantwortung

entledigen, Ausbildungsplätze bereitzustellen.“

deskanzler haben die Mitglieder der Vollversammlung

schärfstens gegen die Einführung

einer Ausbildungsplatzabgabe, die

mehr schadet als sie nutzt, protestiert.

Ausbildung in den Betrieben ist nur

dann erfolgreich, wenn sie vom Engagement

und der Überzeugung der Unternehmensleitung

und der Ausbilder getragen

wird. Bislang nicht ausbildende Firmen

müssen motiviert und von der Ausbildung

überzeugt werden. Durch eine Ausbildungsplatzabgabe

würden nicht mehr betriebliche

Ausbildungsplätze geschaffen,

sondern allenfalls außerbetriebliche Ausbildungsplätze

eingerichtet werden. Gerade

die bieten aber unzureichende Beschäftigungschancen

auf dem Arbeitsmarkt. Der

besondere Vorteil des deutschen Ausbildungssystems,

die enge Verzahnung zwischen

Ausbildung und Beschäftigung, wird

durch eine Ausbildungsplatzabgabe konterkariert.

Dorothe Hünting-Boll

Wolfgang Verst


Jahresbericht 2003

Lkw-Maut

Tollhaus Toll Collect

Wohl selten hat ein verkehrspolitisches

Thema über Monate hinweg die Öffentlichkeit

derart intensiv beschäftigt, ist so viel

diskutiert, berichtet und kommentiert worden.

Auch die IHK Nord Westfalen hatte

ihre Unternehmen rechtzeitig und ausführlich

über das neue Verfahren und die technischen

und betriebswirtschaftlichen Konsequenzen

informiert, hatte in zwei Symposien

die Gelegenheit zur Diskussion mit

hochrangigen Vertretern des Bundesverkehrsministeriums,

des Bundesamtes für

Güterverkehr und sogar mit Ex-Toll-

Collect-Chef Michael Rummel ermöglicht.

Nach einer nicht enden wollenden Pannen-

16 wirtschaftsspiegel 3 · 2004

Am 31. August 2003, einem Sonntag, um 0.00 Uhr

sollte eine neue Ära in der deutschen Verkehrspolitik

beginnen: Die streckenbezogene Autobahn-Maut

für Lkws.

serie sowohl bei Toll Collect als auch beim

Krisenmanagement im Bundesverkehrsministerium

bleibt jedoch als Fazit des

„Maut“-Jahres 2003 wohl nur die ernüchternde

Erkenntnis: „Außer Spesen – nichts

gewesen.“

Dabei sind die Überlegungen zur Einführung

einer Straßenbenutzungsgebühr

weder grundsätzlich falsch noch neu: Immer

wieder gab es bereits in den achtziger

und neunziger Jahren Vorstöße einzelner

Politiker, die jedoch regelmäßig am Aufschrei

der großen und mitgliederstarken

Automobilclubs scheiterten. Insofern

Nach dem „Pällmann-Gutachten“ sollte die Verkehrsinfrastrukur durch eine streckenbezogene Maut

finanziert werden. Geblieben ist davon wenig. Foto: Bilderbox

wundert es nicht, dass ausgerechnet der

Lkw als Versuchsobjekt für die Einführung

einer streckenbezogenen Maut auserkoren

wurde. Durch eine streckenbezogene Lkw-

Maut würden schließlich alle zur Kasse

gebeten, die auf deutschen Autobahnen

fahren – auch die ausländischen Fahrzeuge.

Vom Ursprungsgedanken

wenig geblieben

Nach dem so genannten „Pällmann“-Gutachten,

welches im Regierungsauftrag zur

Vorbereitung einer Straßenbenutzungsgebühr

erarbeitet wurde, sollte die Finanzierung

der Verkehrsinfrastruktur auf ein völlig

neues und langfristig tragfähiges Fundament

gestellt werden: Die Einführung

einer streckenbezogenen Autobahn-Maut

sollte für Pkw und Lkw gleichermaßen gelten.

Die Maut sollte aufkommensneutral

sein und durch eine massive Senkung bzw.

Streichung der Mineralöl- und Kfz-Steuer

kompensiert werden. Mit den Mauteinnahmen

sollte der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur

unabhängig vom sonstigen Bundeshaushalt

und damit zuverlässig finanziert

werden.

Von all dem ist jedoch im Gesetzgebungsverfahren

nur wenig übrig geblieben. Der

Pkw wurde bei der Maut außen vor gelassen,

eine Senkung der Kfz- und Mineralöl-

Jahresbericht 2003

steuer, die vor allem den deutschen

Transportunternehmen ein Stück mehr

Chancengleichheit im europäischen

Wettbewerb brächte, ist bis heute nicht

in Sicht und die Zweckbindung der

Einnahmen für die Verkehrsinfrastruktur

steht nur auf dem Papier. Denn

mittlerweile ist klar, dass der Bundesfinanzminister

den regulären Verkehrshaushalt

genau um die Mittel

kürzen wird, die dem Verkehrsetat

durch die Maut an anderer Stelle zufließen.

Im Ergebnis ist das ein Nullsummen-Spiel.

Hinzu kamen schier unglaubliche

Fehler und Mängel bei der Vorbereitung

der Maut-Einführung. Denn bis

zum ursprünglich geplanten Starttermin

am 31. August 2003 waren maximal

150 000 bis 200 000 von rund 800 000

allein in Deutschland benötigten Erfassungsgeräten

in die Fahrzeuge eingebaut.

Das Chaos wäre quasi vorprogrammiert

gewesen. Dass es nicht dazu kam, ist nicht

zuletzt dem massiven Widerstand der Verbände

und der IHK-Organisation zu verdanken,

die gegenüber dem Bundesverkehrsministerium,

aber auch der Öffent-

lichkeit frühzeitig und massiv auf die technischen

Probleme und die fehlenden Voraussetzungen

für die Maut-Einführung

hingewiesen haben.

Gleichwohl hat allein die Diskussion über

und die Vorbereitung auf die Maut der

Transport- und Logistikbranche, aber auch

Industrie und Handel bereits Millionenbeträge

gekostet. Hunderttausende Lkws

standen stundenlang in Werkstätten, de-

„Das Ganze bremst uns“

Fragen an Christian Messing, Spediteur in Coesfeld

? Herr Messing, was hat Sie der Maut-

Versuch gekostet?

„Viel Geld, Zeit und Nerven: Jedes unserer

30 Fahrzeuge musste eine On-Board-Unit

bekommen. Der Einbau in der Werkstatt

kostete 350 Euro. Kurz vor dem angekündigten

Starttermin bekamen wir dann von

Toll Collect auch Siemens-Geräte zum

Selbsteinbau zugeschickt – aber auch

unsere eigene Werkstatt kann die Geräte

natürlich nicht zum Nulltarif einbauen.

Den Ausfall der Fahrzeuge kann man pro

Stunde mit rund 50 Euro beziffern, das

macht pro Fahrzeug bei 4 oder 5 Stunden

Werkstatt also wiederum 200 bis 250

Euro. Zusätzlich musste die Hälfte der

Fahrzeuge noch einmal zu Nachbesserungen

an den Geräten in die Werkstatt. Dazu

kommen noch die Stunden, die wir damit

zugebracht haben,

die Preise neu zu

kalkulieren, diese

Preise mit den Kunden

zu verhandeln

und dann manchmal

noch einmal zu

verhandeln, nachdem

die Maut nicht

kam. Einer meiner

Mitarbeiter hat die

Christian Messing

Hälfte seiner Arbeitszeit im vergangenen

Jahr für die Lkw-Maut verbracht.

? Müssten Sie sich nicht darüber freuen,

dass Sie die Maut jetzt nicht zahlen?

Das Ganze bremst uns. Natürlich müssen

wir jetzt nicht für die Maut bezahlen. Wir

wissen aber auch nicht, wann der endgül-

Lkw-Maut

fekte On-Board-Units wurden ein- und

wieder ausgebaut, Preiskalkulationen

an die Maut angepasst und wieder

verworfen, Logistikketten umgeplant,

Fahrzeugflotten verändert usw. Aber

nicht nur der volkswirtschaftliche

Schaden ist beachtlich, auch das Image

des Technologiestandortes Deutschland

ist nach dem Scheitern des Metrorapid-Projektes

im Ruhrgebiet ein weiteres

Mal erheblich beschädigt worden.

Am 17. Februar 2004 erklärte Bundesverkehrsminister

Stolpe die Kündigung

des Vertrages mit Toll Collect. Wie es

nun weitergeht, ist völlig offen. Auch

wenn es Stolpe gelingen sollte, übergangsweise

wieder eine nationale

Vignette einzuführen, fehlen dem Bund

Einnahmen in Milliardenhöhe – Mittel, die

eigentlich fest für den dringend erforderlichen

Ausbau der Verkehrsinfrastruktur

eingeplant waren.

Fazit: Auch wenn sich mancher Unternehmer

insgeheim über das vorläufige

Scheitern der Maut freuen wird: Die Zeche

zahlen wir alle – wenn nicht heute, dann

morgen. Joachim Brendel

tige Starttermin sein wird, daher können

wir mit den Kunden keine Preise verhandeln.

Wir haben im vergangenen Jahr

keine Ersatzinvestitionen vorgenommen,

weil ich immer noch nicht endgültig weiß,

wie die Kunden auf die Maut-Einführung

reagieren werden.

? Wann, denken Sie, wird das Maut-

System tatsächlich funktionieren?

Ich glaube nicht, dass dieses System je

mit der nötigen Stabilität laufen wird. Die

Technik ist sicherlich sehr fortschrittlich,

aber da wollen die Betreiber einfach zu

viel auf einmal. Ende 2002 und auch noch

Anfang 2003 trat Toll Collect den Spediteuren

gegenüber sehr selbstbewusst auf,

hat sich mehr als Gegner denn als Partner

aufgeführt. Diese Arroganz von Toll

Collect hat uns Spediteure am meisten

aufgebracht. – haa –

wirtschaftsspiegel 3 · 2004 17


Gemeindefinanzen

E

in Silberstreif am Horizont nach einem

Reformjahr, in dem die Unternehmen

vergeblich auf den großen Durchbruch

in der Steuerfrage warteten. Die mehr als

ein Jahr andauernden Beratungen der

vom Bundesfinanzminister eingesetzten

Reformkommission hatte sich als zähe

Hängepartie erwiesen, die ohne einen einvernehmlichen

Vorschlag endete. Während

die IHKs die Gewerbesteuer kippen und als

Ausgleich ein kommunales Zuschlagsrechts

auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer

schaffen wollten, hielten vor

allem die Kommunen an der Gewerbesteuer

fest. In die Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer

sollten zudem weitere ertragsunabhängige

Elemente wie Mieten, Zinsen,

Pachten und Leasingraten einbezogen werden.

Statt Entlastungen drohten der Wirtschaft

Zusatzbelastungen.

IHK-Post für Politiker

Die Vollversammlung der IHK Nord Westfalen

hat in der Gewerbesteuerdiskussion

früh Position bezogen und am 19. März

2003 einstimmig die Resolution „Gewerbesteuer

abschaffen!“ verabschiedet. Nicht

nur Ministerpräsident Steinbrück, Finanzminister

Dieckmann und Innenminister

Behrens erhielten die Resolution, sondern

auch den Bundes- und Landtagsabgeordneten

im IHK-Bezirk und die Bürgermeister

der Kommunen. So wurde in der Region

einen Diskussionsprozess in Gang gesetzt,

der zu direkten Gespräche zwischen Politikern,

Kommunalvertretern und Unternehmern

führte. Gewerkschaftsvertreter

aus der Emscher-Lippe-Region und SPD-

18 wirtschaftsspiegel 3 · 2004

Gewerbesteuerhebesätze

im IHK-Bezirk

Bundestagsabgeordneter sahen sich veranlasst,

die Forderungen der regionalen Wirtschaft

über die Medien zu kritisieren.

Vernunft im

Vermittlungsausschuss

Der vom Bundestag beschlossene Gesetzentwurf

ließ zunächst Schlimmes befürchten.

Für die ertragsunabhängigen Elemente

in die Bemessungsgrundlage fand sich im

Vermittlungsausschuss jedoch glücklicherweise

keine Mehrheit. Dort hat man sich

auf eine Stärkung der Gemeindefinanzen

durch eine Senkung der Gewerbesteuerumlage

an Bund und Länder verständigt – ein

Vorschlag, der sich auch in der IHK-Resolution

findet.

In der Resolution „Gewerbesteuer abschaffen!“

hat die Vollversammlung zudem eine

Gewerbesteuer in der Diskussion

(Hoffentlich) der

Anfang vom Ende

Wettringen, die Steueroase in der Region. Foto: Gemeinde Wettringen

Mit Nachdruck hat das IHK-Parlament

2003 die Abschaffung der Gewerbesteuer

gefordert. Die Chancen dafür

stehen jetzt gar nicht so schlecht.

Modernisierung des kommunalen Finanzausgleichs

auf Landesebene gefordert. 60

der 78 Kommunen im IHK-Bezirk hatten im

Jahr 2003 ihre örtlichen Gewerbesteuerhebesätze

erhöht, weil der Landesgesetzgeber

den so genannten fiktiven Hebesatz,

der Basis für die Berechnung von Schlüsselzuweisungen

ist, hochgeschraubt hat.

Mit einer Prognose-Berechnung hatte die

IHK im Vorfeld deutlich gemacht, dass

dies zu einer Zusatzbelastung für die regionale

Wirtschaft von rund 15 Millionen

Euro im Jahr führen wird. Das hat den Gesetzgeber

nicht von seiner Entscheidung

abgehalten.

Finanzausgleich:

Strafe für Erfolgreiche

Jahresbericht 2003 Jahresbericht 2003

Wenn es zu einer grundlegenden Steuerreform

kommt, besteht berechtigte Hoffnung,

dass die Gewerbesteuer

durch ein Zuschlagsrecht der

Kommunen auf die Einkommen-

und Körperschaftssteuer

ersetzt wird. Dann müsste

zwangsläufig auch der kommunale

Finanzausgleich neu gestaltet

werden. Und das wird

Zeit. Denn er sorgt immer noch

dafür, dass selbst Kommunen

mit massiv steigenden Gewerbesteuereinnahmen

gezwungen

sind, ihre erfolgreichen Unternehmen

mit höheren Steuersätzen

zu „belohnen“, um nicht

selbst durch den Finanzausgleich

hart bestraft zu werden.

Dr. Jochen Grütters

Gemeindefinanzen

Wettringen

Luxus mit langfristiger Rendite

Wettringen ist das Gewerbesteuer-Paradies in Nord-

Westfalen. 320 von Hundert beträgt der Hebesatz.

Bürgermeister Engelbert Rauen im Interview über die

Gründe und Perspektiven einer wirtschafts- und

bürgerfreundlichen Abgabenpolitik.

?

Warum hat Wettringen den niedrigsten

Gewerbesteuerhebesatz in

Nord-Westfalen?

Rat und Verwaltung der Gemeinde

Wettringen sind sich seit Jahren einig

darüber, Unternehmen und Bürger so

wenig wie möglich durch Steuern und

Gebühren zu belasten. Durch konsequente

Sparsamkeit, enge Personalausstattung

der Verwaltung und solide Finanzpolitik

ist uns dies bisher gelungen. Nicht nur bei

den Gewerbesteuern, auch bei der Grundsteuer

B, bei den Abwasser- und Abfallgebühren

schneidet Wettringen im Vergleich

zu anderen Kommunen gut ab.

?

„Krankes Denken“

Kann es sich die Gemeinde leisten,

auf Mittel aus dem Finanzausgleich

zu verzichten?

Der Billerbecker Unternehmer Nikolaus Uleer, Geschäftsführer

der Dr. Suwelack Unternehmensgruppe,

sah Handlungsdruck und lehnte sich ungewohnt heftig

dagegen auf, für höhere Steuerzahlungen mit höheren

Steuersätzen „belohnt“ zu werden. Als „krankes und

absurdes Denken“ bezeichnete er Modellrechnungen

der Stadt, nach denen steigende Gewerbeeinnahmen

sogar nachteilig für den Kommunalhaushalt seien.

Wissenschaftliche Unterstützung erhielt er in seinem

Aufbegehren durch Prof. Dr. Aloys Prinz, Finanzwis-

Durch den fiktiven Gewebesteuer-Hebesatz

des Landes von 403 von Hundert verlor

Wettringen 2003 rund 350 000 Euro.

Aufgrund der geringen Verschuldung und

den dadurch bedingten geringen Zinsverpflichtungen

– 1,4 Prozent des Verwaltungshaushaltes

– haben wir aber

Gestaltungsspielraum. Wenn durch Landes-

oder Bundespolitik der finanzielle

Spielraum der Gemeinde jedoch weiter

eingeengt wird, muss

jedes Jahr neu überlegt

und entschieden

werden, ob wir trotz der niedrigen Steuern

den Haushalt noch ausgleichen

können.

?

senschaftler an der Universität

Münster, der den fiktiven Hebesatz

als eigentliches Übel im Zusammenhang

mit der Gewerbesteuer

sieht. Die Vollversammlung der

Engelbert Rauen

Danken Ihnen die Unternehmen

ihre abgabenfreundliche Politik bereits?

Die Unternehmen und Bürger vor Ort unterstützen

diese Politik der Gemeinde

nachhaltig. Einige Unternehmen haben

sich auch aufgrund der günstigen Rahmenbedingungen

– Steuersätze, niedriger

Grundstückspreis, unbürokratische Hilfe

durch die Verwaltung – bewusst für den

Standort Wettringen entschieden. Die Gemeinde

geht davon aus, dass sich diese

Art der Wirtschaftsförderung vor allen

Dingen mittel- und langfristig positiv

auswirken wird. In rund 50 Betrieben sind

etwa 650 Arbeit- und Ausbildungsplätze

im Gewerbegebiet entstanden. Die Gemeinde

Wettringen verfügt durch ihre

vorausschauende Grundstückspolitik zur

Zeit über rund 100 000 Quadratmeter Reservefläche

im Industrie- und Gewerbegebiet,

die teilweise sofort bebaubar sind.

Nikolaus Uleer

IHK Nord Westfalen forderte in einer Resolution an

Bundes- und Landeregierung dazu auf, den Finanzausgleich

schnellstmöglich so zu modernisieren, dass es

für Kommunen wieder lukrativer wird, Unternehmen

anzusiedeln sowie die Gewerbesteuer zu reformieren.

wirtschaftsspiegel 3 · 2004 19


Rating

Neue Spielregeln

20 wirtschaftsspiegel 3 · 2004

Für den Mittelstand in Nordwestfalen war die Finanzierung eines der zentralen

Themen im Jahre 2003. Er musste sich nicht nur an neue Spielregeln gewöhnen,

auch das Kreditklima hat sich mehr als deutlich abgekühlt.

Die traditionellen Fremdmittelgeber, die

Hausbanken, haben ihre Geschäftspolitik in

sehr kurzer Zeit grundlegend und nachhaltig

verändert. Wenn auch von einer

großflächigen Unterversorgung mit Fremdkapital

im Münsterland und der Emscher-

Lippe-Region bisher nicht gesprochen werden

kann: Nicht wenige Unternehmen

machen sich Sorgen um ihre zukünftige

Kreditversorgung. Mehr als 80 Prozent

verspüren eine strengere Überprüfung ihrer

Kreditwürdigkeit und eine stärkere Überwachung

des Kreditrahmens. Das ergab

eine Umfrage der Fachhochschule Münster

mit Unterstützung der IHK Nord Westfalen

bei rund 260 Unternehmen der Region.

Die mittelständischen Unternehmen empfinden

die vorsichtige, gelegentlich auch

übervorsichtige Kreditvergabe als zusätz-

Die IHK Nord Westfalen …

600

533 Stellung.

erörterte knapp

600 Gründungskonzepte

in Einzelgesprächen und nahm zu

533 Anträgen

auf öffentliche Finanzierungshilfen

liche Bürde in einem insgesamt schwierigen

wirtschaftlichen Umfeld. Für sie

bedeutet die neue Ära der Unternehmensfinanzierung

vor allem Vertrauensverlust,

Verlängerung von Wegen, Erhöhung von

Informationsbedürfnissen und Sicherheitserfordernissen

und das zur Unzeit.

Banken und Sparkassen sprechen lieber

von einer neuen Qualität der Zusammen-

Jahresbericht 2003 Jahresbericht 2003

arbeit. Sie reagieren – kaufmännisch

rational – auf Margendruck und höhere

Kreditausfälle zum Beispiel durch strategische

Neuausrichtungen, durch Standardisierungen

von Prozessen und durch eine

Bepreisung, die sich stärker an Aufwendungen

und Ausfallwahrscheinlichkeiten

orientiert.

Viele dieser Veränderungen geschahen

schon im Vorgriff auf die unter dem

Stichwort „Basel II“ bekannt gewordenen

Änderungen in den Eigenkapitalvorschriften

der Kreditinstitute. Bei den Beratungen

über dieses Papier wurden zumindest einige

der Forderungen des DIHK und damit des

deutschen Mittelstandes erfüllt. So gelten

für Kredite unter 1 Mio. Euro weniger

strenge Eigenkapitalvorschriften für die

Kreditinstitute. Es bleibt der nationalen

Bankenaufsicht überlassen, bei Krediten

mit längerer Laufzeit auf Zuschläge bei der

Eigenkapitalunterlegung zu verzichten,

Viele Finanzierungspartner haben 2003

erste Erfahrungen mit Ratings gesammelt.

Diese werden zunehmend zum zentralen

Dreh- und Angelpunkt bei der Kreditvergabe.

In Form von Kennziffern treffen sie

Aussagen über die Bonität und Zukunftsfähigkeit

eines Unternehmens und sind damit

so etwas wie seine „Schulnote“. Schon

jetzt sind Ratings wichtige Parameter bei

der Preisbildung im Kreditgeschäft, mit der

Umsetzung von „Basel II“ werden sie außerdem

die Eigenkapitalunterlegungspflicht

der kreditgebenden Bank beeinflussen.

Alle Kreditinstitute haben erhebliche Mittel

in den Ausbau ihrer Ratingsysteme und in

die Schulung ihrer Mitarbeiter investiert.

Sie haben im letzten Jahr zunächst mit

den größeren, in der Folge auch mit den

kleineren Kreditnehmern Ratinggespräche

geführt, um zu ersten Einordnungen ihres

Kredit-Portfolios zu kommen.

Gute Noten bringen messbare Vorteile bei

den Kreditkonditionen. Jedes Unternehmen

ist deshalb gut beraten, sich um seine

Bonität zu kümmern. Die IHK unterstützt

die Unternehmer dabei mit einem interaktiven

Rating-Selbstcheck auf ihrer Internet-Seite,

den bereits 1100 Unternehmen

nutzten. Bewertet werden Fragen zu den

Bereichen „Bankbeziehung und Nachfolge“,

„Planung und Steuerung“, „Management“,

„Markt und Produkt“ sowie

„Wertschöpfungskette“. Nach einem Punktesystem

wird eine Ratingnote ermittelt

und ein Rating-Bericht erstellt. Bereits

nach ca. einer halben Stunde erhält der

Nutzer eine Schwächenanalyse mit ersten

Handlungsempfehlungen.

Unternehmen mit solider wirtschaftlicher

Basis, überzeugenden Perspektiven, zeitgemäßem

betriebswirtschaftlichen Rüstzeug

und einer offensiven Informationspolitik

dürften mit ihrem Rating wenig

Probleme haben. In der Praxis wird es

allerdings hier und da Schwächen geben,

z. B. bei der Eigenkapitalausstattung, beim

Risiko-Management, bei der Nachfolgeregelung

oder im Controlling. Diese

Schwächen müssen – möglicherweise auch

unter Hinzuziehung externer Experten –

konsequent beseitigt werden, nicht nur im

Interesse eines besseren Ratings, sondern

vor allem auch im Interesse der Unternehmenszukunft.

Achillesferse beim Rating vieler mittelständischer

Unternehmen dürfte auch in

Nordwestfalen die Eigenkapitalausstatung

sein. Durch den Einschuss eigener Mittel

oder durch die Hereinnahme weiterer Partner

lässt sich das Eigenkapital aufstocken.

Bei der Bewältigung dieser Herausforderung

sind die Gesellschafter selbst gefragt.

Auf die Verbesserung der steuerlichen

Rahmenbedingungen, die die IHK-Organisation

selbstverständlich weiterhin mit

Nachdruck einfordern wird, sollte kein

strategisch denkender Unternehmer warten.

Die IHK Nord Westfalen hat ihre Informations-

und Beratungsaktivitäten rund um das

Thema Mittelstandsfinanzierung auch im

Jahre 2003 weiter ausgebaut. Die von der

IHK unterstützten Umfragen der Fachhoch-

Die IHK Nord Westfalen …

gab rund 2000 Info-Pakete für

9000

Existenzgründer heraus,

über

9000 Interessenten luden sich die

Info-Broschüre aus dem Internet

schule Münster liefern verlässliche Informationen

darüber, welche Sorgen und

Probleme die Unternehmer beim Thema

Mittelstandsfinanzierung beschäftigen, so

dass die IHK darauf jeweils bedarfsgerecht

eingehen kann. Über 200 Teilnehmer ließen

sich in mehreren Veranstaltungen vorbereiten,

darunter eine Informationsveranstaltung

„Der Weg zu mehr Liquidität“

und ein Fachsymposium „Engpass Finanzierung“

mit Vorträgen und Workshops

zahlreicher renommierter Referenten. Neue

Wege der Mittelstandsfinanzierung waren

auch Schwerpunkt der Juli-Ausgabe des

Wirtschaftsspiegels. Darüber hinaus leistete

die IHK häufig in persönlichen Gesprächen

Unterstützung bei der Vor- und Nachbereitung

von Bankengesprächen sowie

durch Hinweise auf alternative Finanzierungsformen.

Wieland Pieper

„Offen und zeitnah

informieren“

Rating

? Bekommen die Unternehmer jetzt

keine Kredite mehr?

„Unsere Kunden haben von uns immer

Kredit bekommen, wenn die Bonität

das zugelassen hat. Daran wird sich

auch künftig

nichts ändern,

denn wir leben

schließlich von

der Kreditvergabe.

Rating beinhaltet

im

Grunde auch

nichts anderes

als das, was

wir früher unter

dem Stichwort„Boni-

Rolf Domikowsky,

Sprecher des

Vorstandes der Volksbank

Münster eG

tätsanalyse“ gemacht haben. Die

Ratingnote beziffert die statistische

Ausfallwahrscheinlichkeit des Kredits

– die wirkt sich dann auf den Preis des

Kredits aus. Daneben spielen aber noch

andere Faktoren, wie z. B. die Besicherung,

eine Rolle.“

? Nach einer Untersuchung der FH

Münster gibt es in der Kommunikation

zwischen Banken und Unternehmern

noch Lücken. Sehen Sie das

auch so?

Unsere Firmenkundenbetreuer erläutern

allen Unternehmen ihre Ratingergebnisse.

Sie erklären ihnen auch,

wo Möglichkeiten zur Verbesserung

des Ergebnisses liegen.

Auch wir sind auf die offene Kommunikation

unserer Kunden angewiesen.

Wenn die Kunden ihre Unterlagen zeitnah

offenlegen, erleichtert uns das die

Kreditvergabe. Einige Unternehmen

können jetzt aber noch keine Ergebnisse

für das Jahr 2002 vorlegen.

– haa –

wirtschaftsspiegel 3 · 2004 21


NewPark

Vorleistungen der IHK abgeschlossen

Aushängeschild NewPark

Wer um die Gunst international tätiger

Unternehmen werben will, muss mehr tun,

als nur Flächen bereitzustellen. Ein Rundum-Dienstleistungsangebot

kann Investoren

wie Unternehmen Appetit auf den

Standort Emscher-Lippe machen.

newPark basiert auf der Idee, einen Industriepark

zentral wie ein Einkaufszentrum

zu managen; Projektentwickler wie Unternehmen

sind so weitgehend von Nicht-

Kernkompetenzen entlastet. Damit sind die

wichtigsten Elemente innovativer Wirtschaftsförderung

bestimmt: Parkmanagement,

nachhaltiges Flächenkonzept, regionales

Ausgleichsmodell, Arbeitskräftepool,

innovatives Steuermodell und neue Vermarktungsansätze

für eine große Fläche zu

Gunsten des Ruhrgebietes.

22 wirtschaftsspiegel 3 · 2004

Neue Industrieunternehmen braucht das nördliche

Ruhrgebiet! Mit Unterstützung des nordrheinwestfälischen

Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit

hat die IHK Nord Westfalen die entscheidende Vorarbeit

für das newPark-Projekt geleistet.

Der Industriestandort

Deutschland hat

nach wie vor einen

exzellenten Ruf.

Die Forderung der

IHK an die Emscher-

Lippe-Region, sich

mit der Entwicklung

des newPark zur Industrie zu bekennen,

ist ein wichtiges Signal auch für

ein ansässiges Industrieunternehmen.

Wird dieses Bekenntnis in die Tat umgesetzt,

hat die Region als Industriestandort

eine Zukunft. Mein Appell an

alle Verantwortlichen: für newPark die

Kräfte bündeln und weitermachen.

Ulrich Grillo

Vorsitzender der Geschäftsführung

der Rheinzink GmbH & Co. KG

Das detaillierte Handbuch erarbeitete die

newPark Planungs- und Entwicklungsgesellschaft

mbH; die Regionalkonferenz

Emscher-Lippe erteilte zum Arbeitsauftrag

den notwendigen Konsens, da alle politischen

Kräfte die Chance nicht verstreichen

lassen wollten, ein bedeutendes Projekt

für das nördliche Ruhrgebiet aufzutun.

Dieser Ansporn spiegelt sich auch in der

Gesellschafterstruktur wider: neben der

IHK als Ideengeber und Federführer traten

die Arcadis Deutschland GmbH, die Standortgemeinden

Datteln und Waltrop, der

Kreis Recklinghausen, die regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft

Emscher-

Lippe-Agentur und die NRW-Landesgesellschaft

Projekt Ruhr GmbH in die Gesellschaft

ein. Damit war auch Platz für

newPark auf der LEP-Fläche Datteln/

Waltrop definiert. Mit allen Beteiligten war

neben den flächenbezogenen Elementen,

wie z. B. Masterplan und Genehmigungsrahmenbedingungen,

zugleich ein Bündel

von flächenunabhängigen Elementen eines

Industrieparkkonzeptes abzustimmen und

bis zur Umsetzungsreife zu entwickeln.

Frühzeitig wurde der Landesbetrieb

Straßenbau NRW in Bochum eingebunden,

um die Zeitplanung der newPark-

Entwicklung mit dem Bau der B 474n abzugleichen.

Die Bundesstraße sichert neben

ihrer eigentlichen Funktion auch die Anbindung

an das überregionale Autobahnnetz.

Planungsphase abgeschlossen

Mit der Vorlage des Konzeptes für einen

international wettbewerbsfähigen Industriepark

in Form des newPark-Handbuches

schloss die IHK Nord Westfalen auftragsgemäß

die Planungsphase des Projektes ab.

Jahresbericht 2003 Jahresbericht 2003

Mit der newPark-

Idee der IHK und

dem unter ihrer

Federführung entwickelten

Konzept

haben wir ein

Stück innovativer Wirtschaftsförderung

erarbeitet. Wird es realisiert, kommt die

Emscher-Lippe-Region und damit auch

das Ruhrgebiet ein erhebliches Stück

nach vorne. Aber die IHK kann nur den

Weg zeigen, gehen müssen ihn diejenigen,

die für die Flächenentwicklung

und Wirtschaftsförderung in der Verantwortung

stehen.

Hubert Ruthmann

Damit ist die Umsetzungsreife erreicht. Die

beteiligten Gebietskörperschaften und vor

allem der Flächeneigentümer RWE sind

nun gefordert; von ihnen hängt die Zukunft

des größten nordrhein-westfälischen

Industrieparkprojektes ab.

Da der Kreis Recklinghausen und die Stadt

Datteln an der newPark-Realisation auf der

LEP-Fläche interessiert sind, haben sie zum

Jahreswechsel 2003 die newPark Planungsund

Entwicklungsgesellschaft mbH als

reine Infrastruktur-Gesellschaft übernommen.

Gemeinsam mit der Entwicklungsagentur

Emscher-Lippe werden sie die

newPark-Konkretisierung auf über 200 ha

weiter vorantreiben. Nun muss sich der

Flächeneigentümer RWE entscheiden. Die

politischen Gremien von Kreis und Stadt

stehen mit breiter Mehrheit hinter dem Projekt,

das bis zu 9000 Arbeitsplätze bringen

kann.

Das Projekt newPark hat das Zeug, zum

Aushängeschild des Emscher-Lippe-Raumes

zu werden, und zählt inzwischen zusammen

mit dem Innenhafen Duisburg,

O.Vision in Oberhausen, Biomedizin in

Bochum und Essen sowie Phoenix in

Dortmund zu den richtungsweisenden

Leitprojekten des Ruhrgebietes.

Dr. Eckhard Göske

Karl-F. Schulte-Uebbing

Ehrenamt

Stark machen

für die Region

Außenwirtschaftsoffensive

15. Januar – Die führenden Exportunternehmen

der Region begrüßen zentrale

Punkte der Außenwirtschaftsoffensive der

Bundesregierung, halten aber insgesamt

eine Stärkung der Unternehmenssubstanz

durch weniger Steuern und Abgaben für

eine bessere Lösung.

Freiraum schaffen

13. Februar – Zum Auftakt des „Jahres für

mehr unternehmerischen Freiraum“ schlägt

IHK-Präsident Hubert Ruthmann beim

Jahresempfang vor rund 400 Gästen ein

Fünf-Punkte-Programm zum Bürokratieabbau

in der Region vor.

Einzelhandel und Innenstadt

18. Februar – Mit großer Mehrheit bekräftigt

der Regionalausschuss für den Kreis

Recklinghausen die Resolution, mit der sich

die Vollversammlung 2001 bei der planungsrechtlichen

Ausweisung großflächiger

Einzelhandelsflächen gegen Innenstadt-Sortimente

an nicht integrierten

Standorten gewandt hatte.

Mut zu Reformen gefordert

19. März - Mut zu wirtschaftspolitischen

Reformen sowie die Abschaffung der Gewerbesteuer

fordern die Unternehmer in

der Vollversammlung und senden zwei entsprechende

Resolutionen an die Politik.

Ausbildungsoffensive

10. April – Durch die gezielte Ansprache

von Betrieben sollen zusätzliche Lehrstellen

geschaffen werden. Die Mitglieder des

IHK-Regionalausschusses Steinfurt vereinbaren,

sich persönlich dafür einzusetzen.

E-Commerce-Assistant

3. Juni – Der Berufsbildungsausschuss unterstützt

die vielfältigen Aktivitäten im

Rahmen des Leonardo da Vinci-Projektes.

Er verabschiedet eine neue Rechtsvorschrift

für die Zusatzqualifikation zum European

E-Commerce-Assistant.

Kulturhauptstadt

6. Juni – Der Regionalausschuss

für die Stadt Münster

unterstützt mit Nachdruck die Bewerbung

der Stadt Münster um den Titel der Kulturhauptstadt

Europas 2010.

Gegen Ausbildungsplatzabgabe

11. Juni – Vor den fatalen Folgen einer

Ausbildungsplatzabgabe warnt die Vollversammlung

in einer Resolution, die sie an

Politiker auf allen Entscheidungsebenen

schickt. Stark machen sich die Unternehmer

für das von der IHK initiierte Industriegebiet

newPark.

Appell des Verkehrsausschusses

26. Juni – Der Verkehrsausschuss spricht

sich für eine beschleunigte Weiterplanung

der vordringlichsten Straßenbauprojekte

im Münsterland (B 64 n, B 67 n, sechsstreifiger

A1-Ausbau) und in der Emscher-

Lippe-Region (A 52 und B 474 n) aus und

kritisiert die Rückstufung der seit Jahrzehnten

geforderten leistungsfähigen

Straßenverbindung zwischen Münster und

Bielefeld (B 64 n).

Kommunalfinanzen sanieren

30. Juni – Der Regionalausschuss für den

Kreis Coesfeld stimmt für eine grundlegende

Reform der Kommunalfinanzen,

fordert die Abschaffung der Gewerbesteuer

und statt dessen ein kommunales Zuschlagsrecht

zur Einkommensteuer.

Liberalisierung mit Augenmaß

8. Juli – Der IHK-Handelsausschuss warnt

davor, das deutsche Wettbewerbsrecht

weiter auszuhöhlen. Liberalisierung sei

richtig, aber mit Augenmaß und insbesondere

eingebettet in eine europäische Harmonisierung.

Regierungssitz in Münster

15. Juli – Einstimmig sprachen sich die

Mitglieder des Regionalausschusses für

den Kreis Warendorf dafür aus, „den be-

19. September – Ministerpräsident Peer Steinbrück informiert

sich in der IHK über die Wirtschaftsregion und die erforderlichen

Maßnahmen, mit denen die IHK die Region Nord-Westfalen

zurück auf den Wachstumspfad bringen will. Foto: Hertel

währten Regierungssitz Münster zu erhalten

und zu stärken statt Großumzüge zu

veranstalten, die den Steuerzahler Unsummen

kosten werden“.

Weiter regionale Strukturförderung

4. September – Der Beirat der Vestischen

Gruppe wehrt sich erfolgreich dagegen,

dass die nationale Regionalförderung ausschließlich

auf die neuen Bundesländer

konzentriert wird. Durch Gespräche mit

Bundes- und Landtagsabgeordneten erreicht

die IHK, dass die positiven Signale

zur Fortsetzung der Förderung von Investitionen

in Unternehmen und der Region

auch über den 1. Januar 2004 hinaus fortgesetzt

werden sollen.

Brief an den Kanzler

12. November – Die aktuellen Beschlüsse

von SPD-Spitzengremien zur Ausbildungsplatzabgabe

erwidert die Vollversammlung

mit einer scharfen Protestnote an die Bundesregierung.

Mit der Verabschiedung des

Haushalts setzt die Vollversammlung den

Sparkurs mit unveränderten Beitragssätzen

für die Unternehmen fort.

Verlängerung der Start- und Landebahn

13. November – Auf ihrer Sitzung sprechen

sich die Mitglieder des Regionalausschusses

für den Kreis Borken in einer

Resolution für eine Verlängerung der Startund

Landebahn und damit für den Erhalt

des Status des Flugplatzes Stadtlohn-Wenningfeld

aus.

Gegen Ausbildungsplatzabgabe

18. und 27. November – Scharfen Protest

erheben die Regionalausschüsse für die

Städte Bottrop und Gelsenkirchen gegen

die geplante Ausbildungsplatzabgabe in

einem Brief an die heimischen Bundestagsabgeordneten

Joachim Poß und Dieter

Grasedieck. ■

wirtschaftsspiegel 3 · 2004 23


Standortpolitik Jahresbericht 2003

Steuerpolitik

Radikale

Reformen

„Ohne radikale Reformen

können die wirtschaftlichen

Probleme in Deutschland

nicht gelöst werden“, betonte

Forderte die Politik zu einer

radikalen Steuerreform auf:

Prof. Dr. Peter Bareis.

Finanzexperte Prof. Dr. Peter

Bareis am 25. November

2003 vor mehr als 130 Zuhörern

bei einer gemeinsamen

Veranstaltung von IHK, Wirtschaftsjunioren

Nord Westfalen

und Westfälischem Steuerkreis.

Der Wissenschaftler,

ist als Berater der Bundesregierung

und Leiter der so

genannten „Bareis-Kommission“

bekannt geworden

Aktion Münsterland

Im Umbruch

Die Aktion Münsterland ist seit

13 Jahren erfolgreich im Standortmarketing

tätig. Mit über

500 Mitgliedern ist sie die mitgliederstärksteRegionalmarketinginitiative

in Deutschland.

Bei der Neuausrichtung 2003

wirkte die IHK maßgeblich in

der Strategiekommission mit.

Ergebnis ist die „Vision Aktion

Münsterland 2010“. Hauptaufgabe

bleibt die Darstellung des

Münsterlandes als innovative

Wirtschaftsregion.

24 wirtschaftsspiegel 3 · 2004

B 64 n

Regionen kämpfen gemeinsam

Die IHK Nord Westfalen hat den Kampf um eine rasche Verbesserung

der Verkehrsverbindung zwischen Münster und Bielefeld

trotz der Zurückstufung des Projektes Bundesstraße 64 n im

Bundesverkehrswegeplan nicht aufgegeben. In einer Gemeinschaftsaktion

appellierten die IHKs in Münster und Bielefeld mit

den Handwerkskammern, den Landkreisen Warendorf und Gütersloh

sowie der IG Metall an Bundesverkehrsminister Manfred

Stolpe, die Ortsumgehungen Warendorf, Beelen und Herzebrock-

Clarholz im „Vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans

zu belassen.

Vergnügungssteuer

Relikt aus vergangenen Zeiten

Für die Automatenwirtschaft,

für Gastronomen und Event-

Veranstalter ist die Vergnügungssteuer

ein „Relikt aus alten

Zeiten“, das der Entwicklung

zur Freizeitgesellschaft zuwiderläuft.

Als zum Jahreswechsel

2002/2003 die Kom-

Nadelöhr zwischen

Münsterland und Ostwestfalen:

Die Ortsdurchfahrt

Beelen. Will den FMO öfter anfliegen:

Air Berlin.

munen in Nordwestfalen

flächendeckend die Vergnügungssteuer

zum Teil dramatisch

erhöhten, setzten sich die

Betriebe zur Wehr. Gemeinsam

mit der IHK Nord Westfalen

wurden zum Beispiel in Münster

intensive Gespräche mit Politik

130 Aussteller und 3200 Fachbesucher: Die Business Online wurde gut

angenommen.

FMO

Ausbauen

Ein stärkeres Engagement der

Fluggesellschaft Air Berlin am

Flughafen Münster/Osnabrück

(FMO) stellte deren Geschäftsführer

Joachim Hunold im Gespräch

mit Mitgliedern des Initiativkreises

FMO in Aussicht.

Hunold plädierte für den Ausbau

des FMO für den Langstreckenverkehr.

und Verwaltung geführt. Erster

Erfolg: Die Erhöhung der Steuersätze

wurde halbiert. Die Kritik

insbesondere der Veranstalter

richtet sich gegen die Besteuerung

von Tanzevents,

während Konzertveranstalter

oder Tanzschulen derartige Kosten

nicht tragen müssen. Diese

Ungleichbehandlung führt zu

Wettbewerbsverzerrungen.

Business Online

Im Aufwind

Zum dritten Mal fand 2003 die

von der IHK als Partner unterstützte

IT-Messe „Business Online“

in der Halle Münsterland

statt. Mit mehr als 130 vorwiegend

aus dem regionalen Umfeld

stammenden Ausstellern

und 3200 Fachbesuchern war

die zweitägige Messe wieder ein

Erfolg. Auch das umfangreiche

und qualitativ hochwertige Vortragsprogramm

ausgewiesener

IT-Experten wurde von den Besuchern

sehr gut angenommen.

Jahresbericht 2003

Einzelhandel

Citys stärken

Während der mittelständische

Einzelhandel vor existenzbedrohenden

Problemen steht,

expandieren Lebensmitteldiscounter,

Verbrauchermärkte

und SB-Warenhäuser. Fast alle

Mittelzentren im Münsterland

sind von großen Konzernen als

Investitionsziele ins Visier genommen

worden. Schielten sie

früher vor allem auf die „grüne

Wiese“, so stehen heute überwiegend

aktuelle oder potenzielle

Brachflächen in Citynähe

auf der Wunschliste. Ob diese

Standorte Ergänzungsfunktionen

für die Innenstadt wahrnehmen

können oder ob sie in

Konkurrenz zu dieser den dortigen

Ladenleerstand noch vermehren,

genau darüber entbrennt

vor Ort stets eine hart

geführte Auseinandersetzung.

Im nördlichen Ruhrgebiet machen

besonders die Erweiterungsabsichten

bestehender

großer Center entlang der Hellweg-Zone

(CentrO, Rhein-

Ruhr-Centrum) und Neuanlagen

(Dortmund, Essen, Duisburg)

große Sorgen. Denn die

Größenordnungen überschreiten

nicht selten die Schwelle

von 30 000 bis 50 000 zusätzlichen

Quadratmetern. Dass davon

die Städte in der Emscher-

Lippe-Region empfindlich ge-

Unter Druck: Der Einzelhandel in den

Mittelzentren der Region.

troffen werden, liegt auf der

Hand. Daher bemüht sich die

IHK im Emscher-Lippe-Raum

um Investitionen, die unmittelbar

die Innenstädte und die

Mittelzentren stärken, damit

nicht noch mehr Kaufkraft abfließt.

So begleitete die IHK unter

anderem in Bottrop Aktivitäten

zur Attraktivitätssteigerung

um den Berliner Platz, in

Waltrop an der jetzigen Stadthalle

sowie in Gelsenkirchen-

Buer, wo Planungsrecht für die

Ansiedlung einer großflächigen

Einzelhandelsimmobilie in der

City geschaffen werden kann.

Die IHK Nord Westfalen hat

2003 rund 190 Ansiedlungsverfahren

begleitet. In diesen Prozessen

legt sie Wert darauf, dass

die zentralen Funktionen der

Citys und die Nahversorgung

durch Investitionen nicht geschädigt,

sondern unterstützt

werden.

Flugfeld Stadtlohn-Wenningfeld

Ausbau stärkt Münsterland

Für den Ausbau des Flugplatzes Stadtlohn-Wenningfeld machte

sich der IHK-Regionalausschuss für den Kreis Borken in einer 2003

verabschiedeten Resolution stark. Das Projekt sichere die Standortqualität

des Westmünsterlandes langfristig, so das Gremium.

Für die Verlängerung der Start-und-Lande-Bahn soll der Kreis

Borken darum die erforderlichen Co-Finanzierungsmittel im Haushalt

zur Verfügung stellen. Der Verkehrslandeplatz Stadtlohn-

Wenningfeld ist einer von insgesamt zehn Schwerpunktlandeplätzen

für den Geschäftsreiseluftverkehr und damit bedeutender

Bestandteil der Luftverkehrsinfrastruktrur in Nordrhein-Westfalen.

� Bauen im Außenbereich erleichtern

Standortpolitik

Unternehmen, die im baurechtlichen Außenbereich angesiedelt

sind, haben oft Probleme, wenn sie betriebsnotwendige Erweiterungen

vornehmen möchten. Die IHK Nord Westfalen und

die Handwerkskammer Münster haben in einem gemeinsamen

Positionspapier für Kommunen, ihre Ratsvertreter und die

Wirtschaftsförderer den Standpunkt der regionalen Wirtschaft

zu Bauvorhaben im Außenbereich formuliert. Parallel wurden

Gespräche mit der Bezirksregierung mit dem Ziel geführt,

Gewerbebetrieben im Außenbereich bauliche Veränderungen

zu erleichtern.

� Immer mehr fliegen billig

Geschäftsreisende nehmen immer häufiger den Billigflieger.

Das ergab eine Umfrage der IHK Nord Westfalen im vergangenen

Jahr. Bei der wirtschaftlich schwierigen Lage und dem

steigenden Kostendruck in den Unternehmen kamen die Angebote

der Billigflieger für viele Geschäftsreisende genau zum

richtigen Zeitpunkt. 65 Prozent der antwortenden Unternehmen

sind zwar noch nie aus geschäftlichem Anlass „low-cost“

geflogen, aber fast 80 Prozent können sich vorstellen, dies in

Zukunft zu tun.

„Mehr als Energie und Chemie“ – unter diesem Motto informierten sich

Journalisten sowie Vertreter aus Wirtschaft und Verwaltung über den

Strukturwandel in der Wirtschaftsregion Emscher-Lippe. Eingeladen hatte

IHK-Vizepräsident Hermann Grewer (3. v. l., hier mit Uwe Lüers, Bahnhofsmanagement

Münster, IHK-Geschäftsführer Dr. Ingo Holland und Hanns

Brauser, Projekt Ruhr GmbH, bei der Besichtigung der Schröer-Eisproduktion

in Haltern).

� A1: Raststätten für Lkws ausbauen

Die IHK Nord Westfalen und der Verband für das Verkehrsgewerbe

Westfalen-Lippe e. V. (VVWL) haben in einem

Schreiben an den Bundesverkehrsminister Dr. Manfred Stolpe

den Ausbau der Rastanlagen Münsterland Ost und West gefordert.

Damit wandten sie sich gegen einen Beschluss des Rates

der Stadt Münster, der sich für die Einstellung der Planungen

zur Erweiterung der Lkw-Stellplätze stark macht. Ebenso wie

die IHK sieht auch der VVWL in angemessener Entfernung zu

den Rastanlagen keine geeigneten Alternativ-Standorte an der

A 1.

wirtschaftsspiegel 3 · 2004 25


Standortpolitik Jahresbericht 2003

Strukturwandel

Im Stau

Achim Großmann, Staatssekretär

im Bundesministerium für

Verkehr, Bau- und Wohnungswesen,

informierte sich auf Initiative

der IHK Nord Westfalen

über wichtige Verkehrsprojekte

der Emscher-Lippe-Region.

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr.

Christian Brehmer und IHK-

Vizepräsident Hermann Grewer

betonten, dass die rasche Realisierung

der B 474 n, die Ortsumgehung

Wulfen im Zuge der

B 58 sowie der Ausbau der

B 224 zur A 52 für den Strukturwandel

von herausragender

Bedeutung sind. Der Erfolg des

Industrieparks Dorsten-Marl

und des newPark-Projektes

hingen davon ab. Großmann

sicherte die Unterstützung des

Bundes bei der Verwirklichung

der Projekte zu.

26 wirtschaftsspiegel 3 · 2004

Glücksfall für Gronau: Die erste grenzüberschreitende Landesgartenschau.

Landesgartenschau

Gronau nachhaltig belebt

Das herausragende Ereignis für die Stadt Gronau im Jahr 2003 war

die erste grenzüberschreitende Landesgartenschau. Auf Anregung

der IHK hat sich der Cityring zu einer engen Verzahnung von

Einzelhandelsaktivitäten und Aktionen der Landesgartenschau

entschlossen. Das hat zu einer nachhaltigen Belebung in der

Innenstadt geführt. Direkt eingebunden in das Geschehen der

Landesgartenschau war die IHK Nord Westfalen am Standort

Bocholt durch die Sonderausstellung „Am Anfang war die nackte

Haut – Textilwelten“.

Verwaltungsreform

Wirtschaft macht sich stark „für Münster“

Die regionale Wirtschaft machte

sich stark für Münster als

Standort einer zukünftigen Bezirksregierung

Westfalen. Mit

ganzseitigen Tageszeitungsanzeigen

und einer Resolution des

Präsidiums der IHK Nord Westfalen

mischten sich die Unternehmen

in die von der Landesregierung

ausgelösten Debatte

zur Verwaltungsreform ein.

IHK-Präsident Hubert Ruthmann

verwies auf die hohen

Kosten, die ein Umzug und ein

Gehören zusammen: Bezirksregierung (r.)

und altes Rathaus in Münster. Foto: Lenz

Neubau an anderer Stelle für

den ohnehin verschuldeten

Landeshaushalt und damit auch

für die Wirtschaft bedeuten

würden sowie auf die strukturelle

Bedeutung der Bezirksregierung

für das Oberzentrum

Münster. In einer ersten Stellungnahme

forderte Ruthmann

die Landesregierung auf, vor

der Standortdebatte endlich die

inhaltliche Seite des bezweckten

Bürokratieabbaus mit aller

Konsequenz voranzutreiben.

An einer Meinungsumfrage

von IHK und Handwerkskammer

Münster

beteiligen sich innerhalb

von nur drei Tagen 395

Unternehmen aus dem

gesamten Münsterland

und aus der Emscher-

Lippe-Region. 94 Prozent

der Unternehmen spra-

chen sich dabei für Münster

aus. Aus der Umfrage

entsteht die Initiative „Für

Münster“, die am 12. Juli mit

ganzseitigen Anzeigen in zwei

regionalen Tageszeitungen mit

einer Gesamtauflagenhöhe von

über 300 000 klar macht: „Die

Bezirksregierung Westfalen

gehört nach Münster!“ Das Präsidium

der IHK Nord Westfalen

legte mit einer umfassenden

Resolution an die Landesregierung

nach: Die Liste der Argumente,

die in dem Sieben-

Punkte-Positionspapier für den

Erhalt der Bezirksregierung

aufgeführt sind, erstreckte sich

von der guten Erreichbarkeit

Münsters über „das dichte Netzwerk

wichtiger Entscheidungsträger

und Dienstleister“, die

„hohe Kompetenz“ der Bezirksregierung

bis hin zu den Erfahrungen

mit der deutsch-niederländischenVerwaltungszusammenarbeit

im „Europa der Regionen“.

� Kooperationen

Gerade im Einzelhandel und

bei den Dienstleistungen

wird immer deutlicher, dass

Kooperationen Wettbewerbsvorteile

bieten können.

Als einer von bundesweit

sechs Partnern des Bundesministeriums

für Wirtschaft

und Arbeit führte die IHK

Nord Westfalen in Münster

2003 eine Fachtagung

durch, in der Experten aus

Wissenschaft, Institutionen

und Wirtschaft Unternehmen

und Existenzgründer

über Kooperationsformen in

Franchising-Systemen und

anderen Verbundgruppen

informierten.

� Startkapital

Inzwischen gewährt das

Land Nordrhein-Westfalen

nicht nur Handwerkern,

sondern auch IHK-zugehörigen

Existenzgründern im

EU-Ziel-2-Gebiet Emscher-

Lippe einen Zuschuss von

10 000 Euro zur Stärkung

der Eigenkapitalbasis. In das

Verfahren wurde die IHK als

beratende und begutachtende

Kontaktstelle eingebunden.

� Grenzenlos

2003 luden die GrenzlandkammernOsnabrück/Emsland,

Centraal Gelderland,

Veluwe en Twente sowie

Nord Westfalen erstmals

Unternehmer zum EURE-

GIO-Business-Diner ein.

Dafür gab es gleich zwei

Anlässe: Die erste grenzüberschreitendeLandesgartenschau

in Gronau und

Losser sowie die bevorstehende

Fertigstellung des

vorletzten Teilstücks der

Straßenverbindung Reichsweg

35/B54 neu.

Jahresbericht 2003

�Wirtschaft trifft

Hochschule

@Gemeinsam mit der Fachhochschule

Gelsenkirchen,

Fachbereich Informatik, richtete

die IHK erstmalig die

Ausstellung IT vor Ort aus.

Zehn IT-Unternehmen aus

der Region Nordwestfalen

nutzten den Informationsund

Erfahrungsaustausch mit

Studenten und Professoren.

�Praxisnahe

Lösungen

Im Jahr 2003 traf sich der

E-Business-Anwenderclub

der IHK Nord Westfalen zu

vier Sitzungen. Dabei informierte

er sich auch direkt in

Unternehmen über Lösungen

im Bereich des elektronischen

Geschäftsverkehrs.

�E-Kompetenz für

Mittelstand

Das Electronic Commerce

Kompetenzzentrum Ruhr,

kurz EC-Ruhr, führte als

Kooperationspartner der IHK

im vergangenen Jahr wieder

kostenlos Beratungen zum

E-Commerce sowie Informationsveranstaltungen

für

nord-westfälische Unternehmen

durch.

�Kostenlos und

komfortabel

10000 Aufrufe pro Monat!

Der IT-Branchenführer der

IHK Nord Westfalen ist eine

wichtige Informationsbörse

für die Wirtschaft. Er wurde

2003 neu gestaltet und mit

erweiterten Funktionalitäten

ausgestattet. IT-Anbieter

können sich unter der Web-

Adresse www.ihk-nordwestfalen.de/it-branchenkostenlos

registrieren lassen.

Taxi-Gewerbe

Gewinne sinken

Die Gewinne der Münsteraner Taxi-Unternehmen

gingen auch 2003 zurück. Rund 90 Prozent

der Unternehmen rechneten im Vergleich zum

Vorjahr nochmals mit schlechteren Erträgen, ergab

eine Umfrage der IHK Nord Westfalen. Ein

deutliches Zeichen dafür, dass der Markt mehr als

gesättigt war. Die Empfehlung der IHK Nord

Westfalen lautete daher: Keine neuen Taxigenehmigungen.

Das Taxigewerbe muss nach Auffassung

der IHK ihr Image weiter verbessern, die

Angebotspalette erweitern und die Dienstleistungsbereitschaft

erhöhen.

MentorenNetz

Fink Senior Coach 2003

Ein erfahrenes Mentorenteam

unterstützt in Nordwestfalen

junge Unternehmen bei der

Überwindung der drei wichtigsten

Hürden: Kontakte knüpfen,

Startkapital akquirieren

und unternehmerische Kompetenzen

aneignen. Dabei erhalten

die Mentees maßgeschneiderte

Beratung und Begleitung.

2003 wurde Mentor Ulrich

Fink zum Senior Coach des Jahres

gekürt. NRW-Wirtschaftsminister

Harald Schartau ehrte

den 61-jährigen ehemaligen

WestLB-Manager.

Zur Zeit coachen die Mentoren

40 junge Unternehmen. 91 Betreuungen

sind mittlerweile

abgeschlossen. Getragen wird

das Mentoren-Netz von der

Initiative für Beschäftigung.

Zur langfristigen Fortführung

dieses erfolgreichen Projektes

wurde im September 2003 eine

Kooperationsvereinbarung von

der IHK Nord Westfalen, Landesbank

NRW, der Deutschen

BP AG und der BASF Coatings

AG unterzeichnet. Infos:

www.ihk-nordwestfalen.de/

mentoren

Versierter Berater: Ulrich Fink (2. v. l.) ist Senior Coach 2003. Dr. Boris Anczykowski

(nanoAnalytics GmbH, Münster) und Andrea Blömker (IT4you network

GmbH & Co. KG, Drensteinfurt) freuen sich ebenso über die Auszeichnung ihres

Mentors wie NRW-Wirtschaftsminister Harald Schartau und IHK-Geschäftsführer

Wieland Pieper (v. l.). Foto: Hertel

Starthilfe | Unternehmensförderung

Wieder kein gutes Jahr: Die Taxi-Branche klagt über

sinkende Gewinne. Foto: Bilderbox

Gefahrguttransport

Nachteile

vermieden

Das internationale Gremium für

die Fortschreibung der gesetzlichen

Vorgaben für den Transport

gefährlicher Güter auf der

Straße hat eine Änderung der

Fortbildungsschulung für Gefahrgutfahrer

ab 2005 beschlossen.

Ursprünglich sollte

diese Änderung in Deutschland

bereits am 1. Januar 2004 umgesetzt

werden.

Um weitere Wettbewerbsnachteile

zu vermeiden, hat sich die

IHK Nord Westfalen in verschiedenen

Gremien unter

Federführung des DIHK erfolgreich

für die Verschiebung bis

2005 eingesetzt.

Logistik-Kooperation

Know-how für

die Region

Die IHK Nord Westfalen hat mit

dem eLog-Center in Dortmund

eine Kooperationsvereinbarung

für die Jahre 2003 und 2004 abgeschlossen.

Das Ziel: Kleine

und mittlere Unternehmen im

schärfer werdenden Wettbewerb

auf dem Logistikmarkt zu

unterstützen.

wirtschaftsspiegel 3 · 2004 27


Starthilfe | Unternehmensförderung Jahresbericht 2003

IHK-Branchentreffs

Bewährte

Netzwerke

Als wertvolle Plattform für

den Informations- und Erfahrungsaustausch

haben sich die

IHK-Branchentreffs bewährt.

Die Unternehmen der Zeitarbeitsbranche

diskutierten

über eine neue EU-Richtlinie,

die Liberalisierung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes,

die neuen Personal-Service-

Agenturen und über die Öffnung

der Branchentarife für

Zeitarbeiter. Vorher hatte die

IHK eine Umfrage unter den

Kunden der Zeitarbeitsunternehmen

durchgeführt, um

sich mit den Ergebnissen in

die politische Willensbildung

einzuschalten.

Dass das Münsterland ein

guter Standort für Filmproduktionen

ist, zeigen die

Serien „Tatort“ (ARD) und

„Wilsberg“ (ZDF). Wie sich

regionale Dienstleister in

diese und andere Produktionsarbeiten

einbinden können,

war Thema des IHK-

Branchentreffs Filmwirtschaft,

an dem rund 80 Me-

Logistik-Dienstleister gesucht? Die interaktive Infobörse

der IHK hilft weiter.

Tatort Münsterland: Nach dem ZDF bringt nun auch die ARD Münster und

das Münsterland in die bundesdeutschen Wohnzimmer.

dienschaffende teilnahmen. Fazit:

Auf der einen Seite fehlen

in der Region (noch) Dienstleistungen

und Equipment für professionelle

Produktionen, auf

der anderen Seite muss mehr

auf die bestehenden Angebote

aufmerksam gemacht werden.

Das Münsterland hat im wachsenden

Medienmarkt Zukunft,

die Erwartungen sollten aber

nicht kurzfristig zu hoch geschraubt

werden. In der Immobilienwirtschaft

entwickelt sich

das Internet zu einem immer

wichtiger werdenden Instrument

bei der Anbahnung von

Geschäftskontakten. Auf dem

IHK-Branchentreff „Immobilienwirtschaft“

erläuterten

Fachleute die Chancen, insbesondere

aber auch rechtliche

Probleme bei der Werbung im

Internet. Die Konsequenzen

der Schuldrechtsmodernisierung

auf die Allgemeinen

Geschäftsbedingungen der

Makler sowie die Beurteilung

von Baumängeln waren weitere

Schwerpunkte der Veranstaltung.

Transport und Logistik

Interaktiver Infopool

Eine interaktive Informationsbörse rund um die

Themen Transport und Logistik startete die IHK

Nord Westfalen Anfang September 2003. Spediteure

und Güterkraftverkehrsunternehmen aus

dem IHK-Bezirk Nord Westfalen bieten dort ihre

speziellen logistischen Dienstleistungen an. Industrie-

und Handelsunternehmen, aber auch

private Kunden können zum Beispiel nach Standort

des Unternehmens, Transportrelationen oder

Güterarten suchen und so das passende Logistikunternehmen

im Bezirk der IHK Nord Westfalen

finden. Der Pool umfasst mittlerweile 150 Unternehmen

und ist im Internet zu finden unter:

www.ihk-nordwestfalen.de/verkehr_logistik

KICK

Ideen treffen Kapital

Bereits zum sechsten Mal fand

2003 KICK, die Kontaktbörse

für Ideen und Chancen-Kapital

statt. 30 innovative Produktund

Geschäftsideen trafen auf

potenzielle Partner mit Knowhow,Kontakten

oder

Venture-Kapital.

Allein

zehn Ideen

kamen aus

dem Bereich

Gesundheitswirtschaft.

Daneben gab es weitere

interessante Ideen, wie beispielsweise

den „ECODRY“, den

energiesparenden Wäschetrockner.

Fast 250 Ideengeber

nutzten bisher durch KICK die

Chance, neue Partner zu treffen

und Kooperationsmöglichkeiten

auszuloten. Die KICK wird

im Veranstaltungsplan der IHK

Nord Westfalen auch künftig

einen festen Platz haben. In Zusammenarbeit

mit den Nachbar-IHKs

wird am 24. Juni 2004

die siebte KICK auf ganz Westfalen

ausgedehnt.

www.ihk-nordwestfalen.de/kick

Nachwuchsförderung

Go to school

Arbeitsplätze der Zukunft erfordern

mehr unternehmerisches

Denken und Handeln.

Dieser Entwicklung stellen sich

vermehrt die weiterführenden

Schulen. Im Kreis Borken werden

die vielfältigen Angebote

des „Go to school“-Projektes

verstärkt nachgefragt. Die Teilnahme

an Wettbewerben zum

Thema „Unternehmensgründung“

werden genutzt, Einblicke

in den betrieblichen Alltag

zu nehmen. Auch die Qualifizierung

ausgebildeter junger

Menschen unterstützen die IHK

sowie die Partner des Gründungsnetzwerkes.

Jahresbericht 2003 Innovation | Umwelt

Wasserwirtschaft

Reif für den

Weltmarkt

Auf großes Interesse stößt der

Wasserinitiative Nord Westfalen

(WIN) von IHK und Handwerkskammer

Münster. Mehr

als 60 Vertreter von Unternehmen

mit einem Produkt- und

Dienstleistungsspektrum rund

um die Ressource Wasser kamen

im Juni 2003 zur Auftaktveranstaltung,

um sich über

aktuelle Entwicklungen auf

dem Wassermarkt zu informieren

und Kontakte zu knüpfen.

IHK-Geschäftsführer Wieland

Pieper: „Die Region Nordwestfalen

weist im Umgang mit der

Ressource Wasser erhebliche

Kompetenzen auf. Durch gezielte

Förderung wollen wir die

mehr als 1000 heimischen Unternehmen

aus der Wasserbranche

für einen wachsenden

Weltmarkt noch wettbewerbsfähiger

machen. Es kommt vor

allem darauf an, die Kräfte zu

bündeln und auszubauen.“

Mehr Informationen zu WIN:

Markus Lübbering, Telefon

(02 51) 707-214.

Von erfolgreichen Unternehmen

lernen! Das ist das Ziel der

2003 gestarteten Veranstaltungsreihe

„Einblicke! Unternehmensbesuche

mit der IHK“.

Im vergangenen Jahr präsentieren

sechs nordwestfälische

Unternehmen ihre Rezepte und

Strategien zur Lösung aktueller

betriebswirtschaftlicher oder

technologischer Aufgaben:

Schmitz Cargobull AG in

Altenberge, BASF Coatings AG

in Münster-Hiltrup, Winkhaus

Erfindergeist, Enthusiasmus und Stehvermögen wurden 183 Nachwuchswissenschaftlern

abverlangt, bis sie ihre 90 Projekte beim Regionalwettbewerb

„Jugend forscht“ in Münster präsentieren durften. Über die Rekordbeteiligung

im Jahr 2003 freuten sich Axel Loehr vom Gastgeber BASF Coatings (vorne) und

Wieland Pieper (hinten) vom Veranstalter IHK.

Präzision und Hightech: Durch den Einsatz modernster Technologien lässt

sich am Standort Deutschland wettbewerbsfähig produzieren. Firmenchef

Christoph Beumer (l.) von der Beumer Maschinenfabrik GmbH aus Beckum gab

„Einblicke“ in sein Unternehmen. Foto: Seega

Technik GmbH in Telgte,

Beumer Maschinenfabrik GmbH

in Beckum, Foseco GmbH in

Borken und GEA Westfalia

Separator AG in Oelde.

Von „Einblicke!“ profitieren

beide Seiten. Die Besucher lernen

interne Bereiche des Gastgebers

kennen. Umgekehrt sitzen

Menschen im Publikum, die

den besuchten Unternehmen

mit ihrem Know-how Anregungen

geben können.

Best Quality

IHK und der DGQ-Regionalkreis

Münsterland informieren

Unternehmen aus der Region

regelmäßig über Entwicklungen

im Qualitätsmanagement

(QM). Neben

fünf Vortragsveranstaltungen

zeigte das IHK-Forum

2003 bei zwei Exkursionen

den vorbildlichen Einsatz

von QM-Systemen. Besucht

wurden das Fiege-Megazentrum

in Ibbenbüren und die

Schmitz-Werke in Emsdetten.

Umweltbürokratie

Dr. Peter Paziorek, umweltpolitischer

Sprecher der

CDU/CSU-Fraktion, sprach

sich auf einer Sitzung von

IHK-Regionalausschuss Warendorf

und IHK-Arbeitskreis

Umwelt für weniger

Bürokratie und mehr ökonomische

Anreize in der Umweltpolitik

aus. Es müsse

mehr auf Selbstverpflichtungen

der Wirtschaft gesetzt

werden. Paziorek beklagte

zudem die „deutsche Gründlichkeit“

im Umweltrecht.

28 wirtschaftsspiegel 3 · 2004 wirtschaftsspiegel 3 · 2004 29

Einblicke!

Regionaler Wissenstransfer

Nano2Life

Knotenpunkt Münster

Münster ist ein Knotenpunkt des

europäischen Nanobiotechnologie-Netzwerkes

„Nano2Life“.

Allein fünf der 22 beteiligten

Unternehmen kommen aus

Münster. Dazu ist der Verein

„bioanalytik-muenster“ neben

der Atomenergiebehörde in Grenoble

hauptverantwortlich für

das Management des 2003 gestarteten

Projektes, das von der

EU im 6. Forschungsrahmenprogramm

gefördert wird. Zusammen

mit den 23 Forschungseinrichtungen

aus ganz Europa hat

das Netzwerk die Aufgabe, die

Strukturförderung der industrie-

nahen, anwendungsorientierten

Forschung im Bereich der Nanobiotechnologie

voranzubringen.

Insgesamt steht ein Budget von

8,8 Millionen Euro für die nächsten

vier Jahre zur Verfügung.

Der Verein „bioanalytik-muenster“

wurde mit Unterstützung

der IHK Nord Westfalen in einem

Profile-Bundeswettbewerb von

Regionen gegründet. Er trug in

den vergangenen drei Jahren

entscheidend dazu bei, dass sich

Münster zu einem führenden

Nanobiotechnologiezentrum in

Europa entwickelt hat.


Aus- und Weiterbildung Jahresbericht 2003 Jahresbericht 2003

Aus- und Weiterbildung

Neue Berufe

Auch in 2003 sind wieder eine

Reihe von neuen Berufen

in Kraft getreten, wie zum Beispiel

„Bestattungsfachkraft“,

„Investmentkaufmann/-frau“

oder „Kosmetiker/-in“. Viele

Berufe, insbesondere die Elektroberufe,

wurden ebenfalls neu

geordnet oder die Ausbildungsinhalte

modernisiert.

30 wirtschaftsspiegel 3 · 2004

Kooperation

Nur eine enge Zusammenarbeit

von Berufsschule und Wirtschaft

gewährleistet eine zeitgemäße

Berufsausbildung.

Dieses Fazit zogen 86 Referendare

an Berufskollegs auf

einem gemeinsamen Seminar

von IHK Nord Westfalen, Handwerkskammer

Münster und

Studienseminar Münster I.

Ministerdank: Wolfgang Clement (vorne links) überreichte gemeinsam mit

IHK-Präsident Ruthmann 184 Prüferinnen und Prüfern die Ehrennadeln.

IT-Betriebswirt VWA

Alternative

für Abiturienten

Aufgrund der starken Nachfrage

von Unternehmen hat die

Westfälische Verwaltungs- und

Wirtschaftsakademie Münster

einen Studiengang „Informatik-Betriebswirt(in)

VWA“ konzipiert.

Im September 2004 soll

der duale Ausbildungs- und

Studiengang beginnen. Die

wissenschaftlichen Vorlesungen

finden an der Fachhochschule

in Recklinghausen statt,

während im ersten Jahr der

Ausbildung der Berufsschulunterricht

am Berufskolleg Ostvest

in Datteln besucht wird.

Prüfstein

Die ersten Auszubildenden der

Berufe Sport- und Fitnesskaufmann,Veranstaltungskaufmann

sowie Kaufmann im Gesundheitswesen

machten im

Sommer die Prüfung. Die IHK-

Prüfungsausschüsse wurden

zuvor von Prof. Dr. Henner

Henzte, Fachhochschule Münster,

auf die Aufgabe vorbereitet.

Für ihr ehrenamtliches Engagement

in der Berufsausbildung

sind 184 Prüferinnen und Prüfer

aus dem Münsterland und

der Emscher-Lippe-Region mit

der Ehrennadel der IHK Nord

Westfalen ausgezeichnet worden.

Die feierliche Ehrung

übernahm Bundeswirtschaftsminister

Wolfgang Clement gemeinsam

mit dem IHK-Präsidium

im Ruhrfestspielhaus in

Recklinghausen. IHK-Präsident

Hubert Ruthmann würdigte die

Industriemeister

Das Zeug zur Führungskraft

92 Industriemeister der

Fachrichtungen Kraftverkehr

(15), Kunststoff & Kautschuk

(18), Elektrotechnik (16),

Chemie (13), Pharmazie (12),

Metall (15), Druck (2) und

Textil (1) erhielten im November

2003 von der IHK

Nord Westfalen ihre Meisterbriefe.

115 Kandidaten des Glückwunsch! 92 Industriemeister

erhielten aus den Händen von IHK-

Prüfungsjahrgangs 2002/ Hauptgeschäftsführer Dr. Christian

2003 hatten an den Meister- Brehmer (r.) ihre Meisterbriefe.

prüfungen teilgenommen.

Geprüft wurden sie von den ehrenamtlich tätigen Prüfungsausschüssen

der IHK Nord Westfalen. „Ihr großer Einsatz in der

Weiterbildung ist ein Stück Zukunftssicherung“, bedankte sich

stellvertretender Hauptgeschäftsführer Wolfgang Verst.

Medienberufe

In Köln informierte sich der

IHK-Berufsbildungsausschuss

über die Ausbildungsmöglichkeiten

in Medienberufen. Gesprächspartner

waren Vertreter

von Ausbildung in Medienberufen,

Magic Media Company

und der IHK Köln, die Weiterbildungen

zum Requisiteur

oder Producer anbietet.

Prüferehrung

Vorbilder, die wirken

Tätigkeit der Arbeitgeber, Arbeitnehmer

und Lehrer als wesentlichen

Beitrag zum Erfolgsmodell

der dualen Berufsausbildung,

einem der letzten Bereiche

des Bildungswesens in

Deutschland, die international

noch konkurrenzfähig seien.

„Ihr Einsatz ist ein herausragendes

Beispiel für das notwendige

Engagement verantwortungsfreudiger

Bürger“, unterstrich

Ruthmann die Vorbildwirkung.

Karl-Holstein-Preis

Die Besten der

Besten

Sie gehören zu den Besten der

Besten: 25 Auszubildende und

erstmals vier Weiterbildungsabsolventen

zeichnete die IHK

Nord Westfalen im März 2003

für Spitzenleistungen bei den

Abschlussprüfungen mit dem

Karl-Holstein-Preis aus. „Bildung,

Qualifizierung und Beschäftigung

haben für uns einen

ganz hohen Stellenwert“,

betonte IHK-Präsident Hubert

Ruthmann, „weil sie in engem

Zusammenhang mit der wirtschaftlichen

und gesellschaftlichen

Entwicklung stehen.“

35 der 217 landesbesten Auszubildenden 2003 kamen aus der Region Nordwestfalen. Die Landesbesten wurden aus

den 1.830 Auszubildenden ermittelt, die ihre Abschlussprüfung mit der Note „sehr gut“ bestanden haben. 94 ihrer besten

Einser-Kandidaten hatte die IHK Nord Westfalen für den landesweiten Vergleich angemeldet. Dass sie mit 35 Landesbesten

die größte Gruppe stelle, entspreche ihrer Position als überdurchschnittlich starke Ausbildungsregion, kommentierte

der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Wolfgang Verst den Erfolg. Derzeit verbucht die IHK Nord Westfalen auch die

landesweit höchste Zahl an neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen.

Bewachungsgewerbe

Mit Sicherheit

geprüft

Die Vorbereitungszeit war äußerst knapp, doch

als im Januar 2003 verschärfte Rechtsvorschriften

für das Bewachungsgewerbe in Kraft traten,

war die IHK Nord Westfalen bestens vorbereitet:

Bereits im Februar wurden die ersten Kandidaten

geprüft. Insgesamt stellten sich im Berichtsjahr

283 angehende Schutzleute den drei IHK-Prüfungsausschüssen

in Münster und Gelsenkirchen.

Die IHK Nord Westfalen hatte bereits vor In-

Kraft-Treten der neuen Bewachungsverordnung

umfangreich informiert.

Weinfachberater

Experten für

hohe Ansprüche

Eine „vinophile Diaspora“ sind Münsterland und

Emscher-Lippe-Region längst nicht mehr. Das

betonte im November 2003 IHK-Präsident Hubert

Ruthmann bei der Überreichung der Urkunden an

die ersten 13 geprüften Weinfachberater. Die

Akademie der Wirtschaft der IHK Nord Westfalen

und die Deutsche Wein- und Sommelierschule in

Koblenz hatten erstmals die Weiterbildung für

Fach- und Führungskräfte aus dem Weinhandel

angeboten. Der Lehrgang fand in der Wein-Akademie

des Hotels Eichenhof in Greven statt.

E-Commerce-Assistent

Standards gesetzt

Das Internet überschreitet von Fachkräften für

Grenzen, die Bildung geht mit: die Internet-Wirt-

Unter Federführung der IHK schaft gesetzt. Die

Nord Westfalen entwickelten Ergebnisse wurden

Wirtschaftskammern, Hoch- Ende November

schulen und Unternehmen

einen Anforderungs- und

Lehrplan für den „European

2003 bei einem

Symposium in

Münster vorgestellt.

Zwölf Partner, acht Länder, ein Standard: In

Münster wurde der Anforderungs- und Lehrplan für

den „European E-Commerce-Assistant“ vorgestellt.

E-Commerce-Assistant“. Ins- Schwerpunkte der

gesamt zwölf Partner aus acht Qualifizierung liegen in den ersten Halbjahr 2004 wird die

Ländern haben in dem EU- Bereichen Web-Design, Web- Akademie der Wirtschaft der

Pilotprojekt internationale Management, Warendistribu- IHK Nord Westfalen einen Lehr-

Standards in der Ausbildung tion und Marketing. Bereits im gang anbieten.

� Führungsqualitäten

Die ersten drei Fachwirte in

der Alten- und Krankenpflege

haben vor einem Prüfungsausschuss

in Gelsenkirchen

ihre Prüfung erfolgreich abgelegt.

Mit dem Abschluss qualifizieren

sie sich für die Übernahme

qualifizierter Sachund

Führungsaufgaben in

Einrichtungen der Alten- und

Krankenpflege.

� Sprungbrett

Für 20 Frauen war der IHK-

Lehrgang „Qualifizierung für

Frauen – Wiedereinstieg in

den Beruf“ das Sprungbrett

für die Rückkehr ins Arbeitsleben

nach der Familienphase.

Die Teilnehmerinnen, die vor

der Familienphase in kaufmännischen

und verwaltenden

Berufen tätig waren, wurden

sieben Monate lang intensiv

geschult.

� Kein Handicap

Neue berufliche Perspektiven

für acht behinderte Menschen:

Sie erhielten im Juli

2003 ihre IHK-Zertifikate

„Call-Center-Agent“. Die Qualifizierung

führte die Gesellschaft

für Bildung und Technik

mbH der IHK Nord Westfalen

in Zusammenarbeit mit

dem Telehaus Münsterland

bereits zum zweiten Mal

durch.

� IT-Projektleiter

Berufschancen verbessert: Die

ersten IT-Fachkräfte haben

2003 vor der IHK Nord Westfalen

die Fortbildungsprüfungen

zum IT-Projektleiter

abgelegt. Die IHK gehört bundesweit

zu den ersten Kammern,

die diese bundeseinheitliche

Prüfung durchgeführt

haben.

wirtschaftsspiegel 3 · 2004 31


International Jahresbericht 2003

Recht | FairPlay

�NL-Spezialitäten

Auf den Markteintritt in den

Niederlanden müssen sich

deutsche Unternehmen gut

vorbereiten. Über Vertriebswege

und Arbeitsrecht im

Nachbarland informierte die

IHK im November 2003.

�Ländersprechtage

Einen Überblick über Marktbedingungen

in den USA verschafften

sich 15 Unternehmer

beim USA-Ländersprechtag

im November 2003. Referent

war Thomas Beck von

der Außenhandelskammer

Atlanta. Bereits im Juni hatte

USA-Insider Dr. Marvin L.

Barker Firmen aus Nordwestfalen

zur Markterschließung

beraten. 2003 zudem im

Fokus der IHK-Ländersprechtage:

Polen, Slowakei, die baltischen

Staaten und Japan.

�Partnerschaft

Den Kreis Recklinghausen

unterstützte die IHK im Jahr

2003 gezielt

dabei, seine PL

Partnerschaft

zum polnischen

Kreis Wodzislaw

zu intensivieren. Dabei wurden

viel versprechende Geschäftskontakte

geknüpft.

�Einfach absichern

IHK und Hermes Kredit AG informierten

in der Sparkasse

Vest Recklinghausen über

Möglichkeiten der Exportabsicherung

durch die neu geschaffene

Ausfuhr-Pauschal-

Gewährleistung, kurz APG-

Light. Dieses Instrument für

Geschäfte mit Ländern außerhalb

der OECD und mit mittelund

osteuropäische Staaten

richtet sich an kleine und

mittlere Unternehmen.

EU-Osterweiterung

Chancen

nutzen

Zwischen Hoffnung und Skepsis

liegen die Erwartungen der

Unternehmer in Deutschland an

die Osterweiterung der Europäischen

Union am 1. Mai 2004.

Welche Chancen der Beitritt

von zehn Ländern Ostmitteleuropas

heimischen Firmen

bietet, diskutierten im März

2003 Experten aus Politik und

Wirtschaft auf Einladung der

IHK Nord Westfalen und der

Handwerkskammer Münster.

Fazit der Veranstaltung: Einer-

China

Attraktiv, aber schwierig

Chinas Integration in die Weltwirtschaft

vollzieht sich seit

dem Beitritt zur WTO im Jahre

2001 mit rasanter Geschwindigkeit.

„Das

Interesse, gerade in

China Fuß zu fassen,

ist bei den

Unternehmen im

IHK-Bezirk enorm

gestiegen“, bestätigt

Thomas Weiß

vom Geschäftsbereich

International der IHK Nord

Westfalen, die sich auf die Unterstützung

von Unternehmen

bei der Erschließung des südostasiatischen

Marktes spezialisiert

hat.

2003 vermittelte die IHK in

einer vierteiligen China-Veranstaltungsreihemittelständischen

Unternehmen das Rüstzeug

für eine risikominimierte

Bearbeitung dieses attraktiven,

aber auch schwierigen Marktes.

In der ersten der China-Veranstaltungen

stellte eine auf Asien

spezialisierte Agentur unter

dem Thema „Asien anspre-

Osteuropa im Blick: Über Ziele, Märkte und Herausforderungen der

EU-Osterweiterung diskutierten Experten auf Einladung von IHK und Handwerk

(links Michael von Bartenwerffer, Vorsitzender des IHK-Außenwirtschaftsausschusses,

rechts IHK-Geschäftsführer Prof. Dr. Bodo Risch).

seits steckt in Osteuropa ein

enormes Absatzpotenzial, von

dem die deutsche Exportwirtschaft

profitieren kann. Andererseits

wird sich der Druck auf

Branchen wie die Bauwirtschaft

chend ansprechen“ dar, wie

die Unternehmenskommunikation

und Werbung deutscher

Unternehmen dem chinesischen

Markt angepasst

werden sollte.

Dann beschäftigten

sich die Teilnehmer

mit den

Themen Vertrieb

und Investitionen.

Der Beschaffungsmarkt

in China stand

im Mittelpunkt der dritten

Veranstaltung. Zum Abschluss

ging es in einer Gemeinschaftsveranstaltung

von IHK und Ostasiatischem

Verein e.V. um

Marketing und Markenschutz.

Alle Veranstaltungen waren gut

besucht.

„Die China-Veranstaltungsreihe

soll 2004 wiederholt und thematisch

erweitert werden“,

kündigt Thomas Weiß an. Vorträge

zu Zahlungsabwicklung,

Gründung einer Handelsgesellschaft

sowie Erfolgsfaktoren im

Chinageschäft werden dafür

vorbereitet.

oder dem Speditions- und

Logistikgewerbe durch die

Konkurrenz aus dem Osten so

erhöhen, dass Experten mit

schmerzlichen Anpassungsprozessen

rechnen.

Großbritannien

Insiderfragen

In Großbritannien ticken die

Uhren anders. Unterschiede im

Rechtssystem und im Lohnkostenniveau

machen eine sorgfältige

Vorbereitung des Markteintritts

notwendig, so das Fazit

einer Informationsveranstaltung

von IHK Nord Westfalen

und Deutsch-Britischer Handelskammer

im April 2003. Wie

er gelingt, zeigte Jörg C. Saueressig,

Geschäftsführer der

Saueressig GmbH & Co. in Vreden,

auf.

Skandinavien

Interessant

Die IHK Nord Westfalen wird

ihr Informationsangebot über

skandinavische Länder verstärken.

Unter anderem ist 2004

eine Unternehmerreise nach

Kopenhagen geplant. Im Dezember

2003 hatten sich bereits

elf Unternehmen in der IHK von

Benny Egholm Sorensen von

der Sorensen Consulting GmbH,

Hannover, intensiv über die

Chancen eines Markteintritts in

Dänemark beraten lassen.

Wettbewerbsrecht

Liberalisierung

mit Augenmaß

Intensiv haben sich Unternehmen

und Gremien der IHK Nord

Westfalen in die Diskussion um

die Liberalisierung des deutschen

Wettbewerbsrechts eingebracht.

Ziel der Bundesregierung

ist es, das deutsche Recht

an EU-Richtlinien anzupassen

und als nicht mehr sinnvoll erachtete

Regeln abzuschaffen.

Auf der Streichliste stehen das

Verbot von Sonderveranstaltungen,

die Privilegierung von

Winter- und Sommerschlussverkauf

sowie der Räumungsverkäufe.

Der IHK-Handelsausschuss

plädiert mit Nachdruck

für eine „Liberalisierung mit

Augenmaß“, die sich in eine

europäische Wettbewerbskonzeption

einpasst.

Lebensmittelrecht

Futter für

Fachleute

Die Öffentlichkeit reagiert sehr

sensibel auf angebliche oder

tatsächliche Probleme bei Herstellung,

Transport, Lagerung

und Verkauf von Lebensmitteln.

Zugleich werden die Vorschriften

für Landwirtschaft,

Industrie, Handel und Gastronomie

immer komplexer.

Gemeinsam mit anderen regionalen

Institutionen und einer

Anwaltskanzlei hat die IHK

Nord Westfalen 2003 das

„Münster’sche Lebensmittelrechtskolloquium“

ins Leben

gerufen. Es ist eine Plattform

für die Ernährungsbranche, auf

der sie sich untereinander und

mit den Aufsichtsbehörden austauschen

können.

Gruppenbild mit Dame: IHK-Präsident Hubert Ruthmann (3.v.r.) und IHK-

Referent Markus Krewerth (r.) begrüßen (v. l.) Hartmut Janas aus Hörstel, Arwit

Ristaw aus Spelle, Regine Gigerich aus Ibbenbüren und Rudi Inkmann aus

Rhede im Sachverständigen-Team.

Gutachter

Sachverstand × 207

2003 wurden zwölf Sachverständige öffentlich bestellt und vereidigt.

Bei dreien ist die öffentliche Bestellung im Jahr 2003 erloschen.

Damit verfügt die IHK Nord Westfalen über 207 Sachverständige

in 74 Fachgebieten. Die von der IHK betreuten Fachgremien

zur Überprüfung der besonderen Sachkunde von Bewerbern

tagten im vergangenen Jahr fünf Mal. Von 19 Bewerbern haben

dabei zehn ihre Sachkunde für das betreffende Fachgebiet nachgewiesen.

�Handelsrichter

Im Bezirk der IHK Nord Westfalen

sind derzeit 49 ehrenamtliche

Handelsrichter auf

Vorschlag der IHK tätig. 30

Handelsrichter sind bei den

fünf Kammern des Landgerichts

Münster angesiedelt, die

übrigen bei den Landgerichten

Bochum (5), Dortmund (1)

und Essen (13). Im Jahr 2003

sind zwei Wiederernennungen

beim Landgericht Münster

und eine Neuernennung beim

Landgericht Essen erfolgt.

�Antrittsbesuch

Norbert Schöppner, neuer

Direktor des Amtgerichts

Münster, erläuterte im Gespräch

mit IHK-Hauptge-

schäftsführer Dr. Christian

Brehmer das Projekt „Justiz

2003“ und die Einführung der

elektronischen Registerführung.

Schöppner berichtete,

dass die starke Zunahme von

Insolvenzanträgen um rund

50 Prozent zu erheblichen

Mehrbelastungen für das

Amtsgericht Münster geführt

haben.

Amtsgerichtsdirektor Schöppner (l.)

im Gespräch mit IHK-Hauptgeschäftsführer

Brehmer.

32 wirtschaftsspiegel 3 · 2004 wirtschaftsspiegel 3 · 2004 33


Jahresbericht 2003

Vollversammlungswahl

Mehr Kandidaten als je zuvor

Bestimmendes Thema der IHK-

Arbeit im vergangenen Jahr

war neben den bundesweiten

und regionalen wirtschaftspolitischen

Debatten die Wahl zur

Vollversammlung. Vom 8. bis

30. September waren alle

Unternehmen aufgerufen, ihre

Vertreter in das Parlament der

regionalen Wirtschaft zu

wählen. Am 21. Oktober gab der

Wahlausschuss über die Medien

bekannt, wer die 87 Abgeordneten

sind, die die Gesamtinteressen

der regionalen Wirtschaft

für die nächsten sechs

Jahre gegenüber Politik und

Verwaltung vertreten werden.

Mit 161 Kandidaten hatten sich

in den neun Wahlgruppen so

viel Unternehmer wie nie zuvor

zur Wahl gestellt. Sowohl der

Wirtschaftsjunioren

Viel Neues im Jahr 2003

Das Jahr 2003 brachte für die

Wirtschaftsjunioren zahlreiche

Neuerungen. Um die Größe des

Bezirks und die Verbindung zur

Industrie- und Handelskammer

noch besser nach außen zu dokumentieren,

haben sich die

Wirtschaftsjunioren Münster

zum Jahreswechsel 2002/2003

zeitgleich mit der IHK in Wirtschaftsjunioren

Nord Westfalen

umbenannt. Hiermit verbunden

war die Einführung eines neuen

Logos und die Neugestaltung

des Internetauftritts. Zudem

nahmen ein neu gewählter Vorstand

und ein neuer Geschäftsführer

ihre Arbeit auf. Vorsitzender

der Wirtschaftsjunioren

Nord Westfalen ist in den Jahren

2003 und 2004 Heiko

Filthuth (Altenberge), Leiter

Verkaufsinnendienst der EMSA-

Werke, Emsdetten. Sein Stellvertreter

ist Hendrik van Beusekom

(Gladbeck) von der Beusekom

Metallwaren GmbH in

34 wirtschaftsspiegel 3 · 2004

amtierende IHK-Präsident Hubert

Ruthmann als auch die

fünf Mitglieder des Wahlausschusses

dankten allen Kandidaten

„für Ihr Engagement und

Ihre Bereitschaft, Verantwortung

für die Weiterentwicklung

der gewerblichen Wirtschaft in

der Region zu übernehmen“.

53 der 87 gewählten Abgeordneten

gehören erstmals der

Vollversammlung an, die am

2. Dezember zur konstituierenden

Sitzung in Recklinghausen

tagte. Infolge des Wahlausgangs

verjüngt sich die Vollversammlung

erneut deutlich gegenüber

der jetzigen Zusammensetzung.

Geändert gegenüber

der noch laufenden Legislaturperiode

hat sich zudem die

Gladbeck. Als Schatzmeisterin

wurde Nicole Wehmeyer (Ibbenbüren),

Die Einrichtung

Wehmeyer GmbH & Co. KG, im

Amt bestätigt. Die Geschäftsführung,

die traditionell bei der

IHK angesiedelt ist, übernahm

Dr. Jochen Grütters von Hans-

Bernd Felken, der die Wirtschaftsjunioren

zuvor sechs

Sitzverteilung in der zukünftigen

Vollversammlung, die die

aktuelle Wirtschaftsstruktur der

Region widerspiegelt. Die Wahlbeteiligung

variierte stark von

Wahlgruppe zu Wahlgruppe:

am höchsten war sie mit 57

Prozent bei den Kreditinstitu-

Jahre lang betreut hat. Mit

dem Wechsel der Geschäftsführung

ist auch die Geschäftsstelle

der Wirtschaftsjunioren

von Bocholt nach Münster umgesiedelt.

Inhaltliches Highlight

im Jahr 2003 war die Ausrichtung

des Bundesfinales „WWW

– Wirtschaftswissen im Wettbewerb“,

zu dem Schüler aus

ganz Deutschland in Münster

zu Gast waren. Die Bundessiegerin,

Claudia Steinbach aus

Die Gewinner des Wirtschaftsjunioren-Quiz: Ricarda Hueb, Claudia Steinbach

und Dennis Gerber (vorne v. l.) mit den Gratulanten der Wirtschaftsjunioren

Josef Stumpf, Heiko Filthuth, Kirsten Winter, Christian Hagemeister,

Maren Schellschmidt, Dr. Jochen Grütters sowie Münsters Bürgermeister

Fritz Krüger. Foto: Emmerich

ten, am niedrigsten im Hotelund

Gaststättengewerbe (7,4

Prozent). Die Versicherungsgesellschaften

wählten zu 28,8

Prozent, Industrieunternehmen

beispielsweise zu 16,2 Prozent

und das Verkehrsgewerbe zu

14,4 Prozent.

Freiberg (Sachsen), die sich

unter rund 40 Regionalsiegern

durchsetzte, freute sich über

einen Geldpreis in Höhe von

1500 Euro. Neben der Arbeit in

den sechs Arbeitskreisen zu den

Themen Basel II/Rating, Bildung

und Wirtschaft, Öffentlichkeitsarbeit,Unternehmensethik,

Unternehmensnachfolge

sowie Zukunft Rhein-Ruhr

standen verschiedene Vortragsveranstaltungen

mit Politikern

und Wissenschaftlern sowie

interessante Unternehmensbesichtigung

innerhalb und

außerhalb des IHK-Bezirks auf

dem Programm. Besonderen

Anklang fanden hier die Besichtigung

der Meyer-Werft in

Papenburg und der Transrapid-

Versuchsanlage in Lathen

(Emsland). Mit dem Besuch des

Geierabends auf der Zeche

Zollverein in Dortmund und des

Frosch-Varietés in Münster

kamen auch kulturelle Aspekte

nicht zu kurz.

Dr. Jochen Grütters

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