Viel Glück und Erfolg im Stall 2009 I N H A L T - Solan Kraftfutterwerk

solan

Viel Glück und Erfolg im Stall 2009 I N H A L T - Solan Kraftfutterwerk

Nr. 44 – 2008

I N H A L T

Seite

� Leitartikel: Die Zockerei mit Lebensmitteln 2

� Baufortschrittsbericht 3

� Themen in der Schweineproduktion 2009 4/5

� Plasmaprotein im Absetzfutter 6/7

� Der optimale Start in die Mast 8/10

� Wasserdesinfektion mit Chlordioxid 10/11

� Schweinezucht Fam. Gerhard Winter 12/13

� 100% Biofütterung – eine Frage der

Rationsoptimierung 14

� Optimierte Pansentätigkeit 15/17

� Milchproduktion auf hohem Niveau –

Betrieb Piringer 18/19

� Kälberaufzucht für die Rindermast 20

� Paramaxin Feldversuch im Mühlviertel 21

� Fütterung der Zuchtstute 22/23

� Praxiserfahrungen mit „Generation Plus“ 24

Viel Glück und Erfolg im Stall 2009


2

R E P O R T

Die Zockerei mit Lebensmitteln

Das heurige Jahr wird wohl in die

Geschichte eingehen. Milliardenschwere

Schutzschirme müssen

für gestrauchelte Banker gespannt

werden, um nicht noch die Realwirtschaft

ins bodenlose stürzen

zu lassen. Die Politik unternimmt

alles, um die Banken aufrecht zu

erhalten und keinen Dominoeffekt

zu erwirken. Nachdem die

Immobilien euphorie wie eine Seifenblase

zerplatzte, pumpten die

gebeutelten Spekulanten ihr Geld

in die Agrarrohstoff­Fonds. Der

Höhenflug vieler Rohstoffe in der

vergangenen Winterhälfte sucht

seinesgleichen. Mittlerweile hat die

Finanzkrise nicht nur den Rohölpreis

binnen kurzer Zeit beträchtlich

gedrückt, mit diesem stürzten auch

die Produkte für landwirtschaftliche

Grundprodukte immens ab,

die Agrarpreise schwanken extrem.

Spekulanten unserer Finanzwelt,

welche in den vergangenen Jahren

auf steigende bzw. fallende Weizenpreise

setzten, haben ihr Geld

mittlerweile abgezogen. Dadurch

sind die Getreidepreise stärker gesunken,

als es durch Angebot und

Nachfrage bestimmt worden wäre.

Das weltweite Finanzdebakel zeigt

somit auch Auswirkungen auf die

Land­ und Ernährungswirtschaft.

Die starken Schwankungen der

Sojanotierungen können dies belegen.

Von den Märkten her gibt es beträchtliche

Unterschiede im Hinblick

auf die unmittelbare Betroffenheit

aller Wirtschaftsbeteiligten

in der Finanzkrise. Jeder Haushalt

kann den Kauf eines Autos, Computers

oder dergleichen zurückstellen

und verzögern, dies bekommen

einzelne Wirtschaftszweige derzeit

schon deutlich zu spüren. Kurzarbeit

und Produktionsrücknahmen

sind allgegenwärtig. Nahrung hingegen

ist ein täglich notwendiges

Produkt. Die unnotwendig geführte

Preisdiskussion über gestiegene

Lebensmittelpreise sensibilisierten

die Konsumenten, hochqualitative

und somit auch im oberen Preissegment

angesiedelte Nahrungsmittel

finden schwerer zu ihren

Abnehmern. Unklar ist noch, wie

die Konsumenten angesichts der

Finanzkrise und drohenden Rezession

reagieren. Eine Schwächung

der Kaufkraft der Konsumenten

könnte sich im Kaufverhalten weiter

niederschlagen. Eine Chance

in der Krise besteht darin, dass die

Gesellschaft die echte Wertigkeit

unserer Lebensmittel erkennt.

Es gelte nun aus dem Finanzdebakel

zu lernen. Landwirtschaft

und Lebensmittelproduktion kann

man nicht einem ungezügelten

Liberalismus überlassen. Nachhaltig

und sicher hergestellte Nahrung

braucht eine gemeinsame Agrarpolitik,

die sich auch künftig der

Instrumente einer Marktregulierung

bedienen muss. Wenn nun globale

Finanzregeln offenbar konsensfähig

sind, so wird es wohl auch Möglichkeiten

für die Welthandelsorganisationen

geben, neue Regelungen

gegen Preisdumping und für regional

nachhaltige Lebensmittel zu

vereinbaren.

DI Klaus Pirker n


R E P O R T

Baufortschrittsbericht

über die Errichtung des

neuen Hochregallagers mit

Kommissionierung

Die Baumeisterarbeiten sind großteils abgeschlossen und die tragende

Konstruktion des Hochregallagers wurde pünktlich im September fertig

gestellt. Als nächstes standen die Montage der Außenhaut aus geschäumten

Paneelen und die Dachdeckerarbeiten am Programm. Ein bedeutender

Meilenstein war die Anlieferung und Einbringung der 2 Regalbediengeräte

und der gesamten Palettenfördertechnik. Diese Anlagenteile werden in

diesen Wochen installiert und in Betrieb genommen, sodass wir im Dezember

mit den ersten Testfahrten mit Solan­Fertigwaren und Rohstoffen

beginnen können. Parallel dazu werden die Außenanlagen, die Haustechnik

(Heizung, Licht und Wasser) und die Sprinkleranlage hergestellt, damit

einer erfolgreichen Inbetriebnahme im Mai 2009 nichts entgegensteht.

Harald Schmalwieser (GF) n

3

Allgemein


Schweine

4

R E P O R T

Welche Themen werden uns 2009 in der

Schweineproduktion beschäftigen?

Das Jahr 2008 war geprägt von den schlechten Ferkelpreisen, hohen

Futterkosten und der Konkurrenzsituation zu der Bioenergieerzeugung.

Auch im Jahr 2009 wird uns die Preissituation am Schweinemarkt und

am Rohstoffmarkt begleiten. Es zeichnet sich aber ab, dass ein paar neue

Themen hinzukommen werden.

1.) Die Situation am Schweinemarkt:

Traut man den Prognosen, sollte

sich der Schweinemarkt 2009 stabilisieren

und vor allem die Ferkelpreise

sollten anziehen. Durch die

deutliche Reduktion der Zuchtsauenbestände

innerhalb der EU

von 5-10% müsste ein Ende der

Schweinekrise absehbar sein. In

Österreich gingen die Sauenbestände

nur um ca. 2,9% zurück –

damit wurden bei uns die Bestände

am wenigsten reduziert. Es zeigt

sich daher, dass nicht unbedingt

die Betriebsgröße für die Wettbewerbsfähigkeit

entscheidend ist.

Vielmehr sind unsere klassischen

Familienbetriebe mit der hofeigenen

Futterproduktion das erfolgreichere

Modell.

Wie weit sich die aktuelle Finanzkrise

auf den Schweinemarkt langfristig

auswirken wird, lässt sich nur

schwer abschätzen. Im Gegensatz

zu Luxusgütern werden Grundnahrungsmittel

von Wirtschaftskrisen

eher verschont. Durch den

gefallenen €-Kurs steigen auch die

Chancen im Export von Fleisch.

Wie bereits in den letzten beiden

Jahren wird die wirtschaftliche Situation

unserer Veredelungsproduzenten

die Themenliste anführen.

Ob in Österreich in die Schweineproduktion

investiert wird oder

nicht, hängt neben einzelbetrieblichen

Faktoren vor allem mit den

Verdienstmöglichkeiten zusammen.

Durch das Verbot der weit

verbreiteten Kastenstände im Jahr

2013 wird sich für viele Betriebe

die Frage stellen: Aufhören oder

Investieren? Nur wenn die Zukunftsaussichten

rosiger werden,

wird sich ein massiver Rückgang

des Österreichischen Schweinebestandes

verhindern lassen.

2.) Die Futterkosten:

Getreide- und Eiweißpreise haben

sich im 2. Halbjahr 2008 stark reduziert.

Ob sichdie Getreidepreise

bei der nächsten Ernte wieder einpendeln,

kann derzeit nur ein „Hellseher“

voraussagen. Durch die

gesunkenen Preise wird auch die

Produktion von Biosprit oder Biogas

wieder interessanter und der

Verbrauch müsste somit steigen.

Die Preise für Mineralfutter hingegen

sind immer noch auf extrem

hohem Niveau. Für 2009 ist hier mit

einer gewissen „Normalisierung“

der Preise zu rechnen. Es ist aber

dennoch davon auszugehen, dass

das ursprüngliche Preisniveau bei

den Phosphaten oder bei Vitamin E

nicht wieder erreicht werden wird.

3.) Die Salmonellenproblematik

in der Schweineproduktion:

Seit März 2007 sind deutsche

Schweinemäster per Verordnung

dazu verpflichtet, Blut- oder

Fleischsaftproben auf Antikörper

gegen Salmonellen untersuchen zu

lassen. Liegt der Anteil an positiven

Proben über 40% der Gesamtproben,

so hat der Betrieb Strategien

zur Minderung des Salmonellenbefalls

einzuleiten. Der Hintergrund

für diese Verordnung ist folgender:

Fleisch aus Deutschland soll durch

den kontrollierten und damit verbraucherschützendenSalmonellenstatus

an die großen Lebensmittelketten

aber auch international

besser vermarktet werden können.

Obwohl diese Verordnung von vielen

deutschen Landwirten als Schikane

angesehen wird, bietet der

Status „salmonellenkontrolliert“ einen

wichtigen Vermarktungsvorteil.

Salmonellen verursachen beim

Mastschwein in der Regel keine

sichtbaren oder auffälligen Gesundheitsprobleme.

Gesund erscheinende

Schweine können latent

mit Salmonellen infiziert sein

und den Erreger ausscheiden.

Diese Schweine sind meist die Ursache

eines möglichen Eintrages

von Salmonellen in die Lebensmittelkette.

Für den Menschen können

Salmonellen gefährlich sein und

bei geschwächten Personen sogar

zum Tod führen. In einer deutschen

Grundlagenstudie vom Frühjahr

2008 wurden mehr als 30% der

untersuchten Fleischsaftproben

als Salmonellen-positiv beurteilt.

Dieses Ergebnis ist sehr hoch und

zeigt damit, dass die Kontrolle des

Salmonellenstatus einen wichtigen

Beitrag zu Verbraucherschutz und

damit auch Verbrauchervertrauen

leisten kann.

Da der österreichische Markt sehr

eng mit dem deutschen Markt verbunden

ist, werden sich die österreichischen

Schweinemastbetriebe

dem Thema Salmonellen auf Dauer

nicht entziehen können.

Die bisherigen Erfahrungen in der

Salmonellenbekämpfung bei deutschen

Schweinemästern zeigen,

dass eine erfolgreiche Reduktion

durchaus möglich ist. Es muss allerdings

beachtet werden, dass es

mehrere Monate dauert, bis Maßnahmen

den gewünschten Effekt

zeigen. Die Maßnahmen, die in

Folge einer Salmonellensanierung

zu setzen sind, betreffen folgende

Bereiche:

l Ferkelherkunft

l Strenges Rein/Raus

l Konsequentes Reinigen und

Desinfizieren nach jedem Mastdurchgang

l Nebenräume, Gänge, Verladerampen

etc. ebenfalls in die Reinigung

und Desinfektion einbeziehen

l Futterhygiene – vom Futtersilo

bis zu den Trögen und Futterautomaten!

l Wasserleitungen – reinigen und

desinfizieren

l Konsequente Schadnager und

Insektenbekämpfung

l Fremdtiere (Vögel, Katzen,

Hunde) aus dem Stall verbannen

l Fütterungsmaßnahmen: Säure-


einsatz (Benzoesäure od. Ameisensäure),

Futterstruktur verbessern,

Gerstenanteil erhöhen,

Rohfasergehalt erhöhen

l Impfung gegen Salmonellen

4.) Die Ferkelkastration:

Ab dem 1. Quartal 2009 sollen

männliche Ferkel in Deutschland

nur noch unter Betäubung kastriert

werden – so eine Vereinbarung

zwischen dem Deutschen Bauernverband,

dem Verband der Fleischwirtschaft

und dem Hauptverband

des Deutschen Einzelhandels. Damit

hat man sich in Deutschland

auf eine der 4 alternativen Möglichkeiten

zur Vermeidung der „blutigen

Kastration ohne Betäubung“

festgelegt. Die genauen Auflagen

und Voraussetzungen dafür müssen

erst noch definiert werden.

Neben der Kastration unter Betäubung

werden noch folgende Möglichkeiten

diskutiert:

l Immunologische Kastration: Dabei

wird dem Eber etliche Wochen

vor der Schlachtung ein

Antigen geimpft, welches den

Eber zur Bildung von Antikörpern

gegen das „Gonadotropin

Releasing Hormon“ (GnRH)

veranlasst. Dadurch wird das

GnRH eleminiert und die Stimulierung

der Steroidbildung in

den Hoden (welche den Ebergeruch

verursacht) eingestellt.

Notwendig sind dazu 2 Impfungen

im Abstand von einigen

Wochen, wobei 1 Woche nach

der 2. Impfung die Neubildung

dieser Steroide in den Hoden

völlig eingestellt wird. Wieweit

diese Methode praxistauglich ist

und auch von den Konsumenten

akzeptiert wird, lässt sich derzeit

noch nicht sagen.

l Geschlechtsbestimmung der

Ferkel durch „Sexen“ von Spermien:

Diese Methode gibt es

grundsätzlich bereits seit einigen

Jahren. Dabei werden die Spermien

mit einem biotechnischen

Verfahren in „männliche“ und

„weibliche“ separiert. Wird mit

einem derart separierten Sperma

besamt, kommen vermehrt

männliche oder weibliche Ferkel

zur Welt. Die Grenzen dieses

Verfahrens betreffen einerseits

die Trennschärfe (wie hoch ist

dann wirklich der Anteil eines

Geschlechtes im Wurf), andererseits

Kosten und Zeitaufwand.

Falls das Verfahren noch entsprechend

verbessert werden

kann, stellt es eine durchaus

sinnvolle Möglichkeit in diesem

Rahmen dar.

l Züchtung gegen Ebergeruch –

Ebermast und anschließende

Sortierung auf Ebergeruch am

Schlachtband: Hier fehlt es noch

an entsprechender Methodik zur

Sortierung. Außerdem treten bei

den bei uns üblichen Mastendgewichten

bis zu 60% Eber mit

entsprechendem Ebergeruch

auf. In der Züchtung ergeben

sich daraus weitere Probleme

wie Spätreife der Jungsauen

oder generell verminderter

Fruchtbarkeit.

l Reduktion auf max. 60-70kg

Schlachtkörpergewicht bei

Ebern: Die Ebermast wird in Europa

derzeit in England, Irland,

Spanien und Portugal praktiziert.

Da bei uns das durchschnittliche

Schlachtkörpergewicht bei weitem

darüber liegt, würde diese

Methode grundlegende Änderungen

in der ganzen Fleischproduktionskette

voraussetzen.

Auf lange Sicht scheint diese

Methode aber durchaus sinnvoll

zu sein. Außerdem würde sich

der Bedarf an Ferkel erhöhen,

was den Markt deutlich entla-

R E P O R T

sten könnte. Für den Ferkelproduzenten

ergäbe sich auch eine

Arbeitsentlastung.

In Österreich wird die Kastration

ebenfalls seit ein paar Jahren diskutiert.

In der Öffentlichkeit ist es

aber zur Zeit noch kein Thema.

Wenn allerdings unsere Nachbarländer

Maßnahmen zur Vermeidung

der blutigen Kastration ohne

Betäubung treffen, werden auch

Österreichs Schweineproduzenten

unter Zugzwang kommen.

Themen wie gentechnikfreie Fütterung,

Bioschweine, Vollspaltenverbot

etc. werden unter den

derzeitigen wirtschaftlichen Voraussetzungen

wahrscheinlich

an Bedeutung verlieren. Ob neue

Themen dazukommen wird sich

zeigen.

Wir von SOLAN werden uns bemühen,

mit der Zeit zu gehen und die

Diskussion mit zu tragen.

Ing. Andreas Jung (Produktmanager) n

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Schweine


Schweine

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R E P O R T

Plasmaprotein im

Absetzfutter

Seit dem Jahr 2005 ist Plasmaprotein wieder in der Fütterung von Absetzferkeln

erlaubt. Vor allem aufgrund der positiven Effekte auf die Futteraufnahme

und Darmgesundheit stellt diese Eiweißkomponente eine interessante

Alternative zu Fischmehl oder anderen hochwertigen Eiweißträgern

im Ferkelabsetzfutter dar.

Zur Produktion von Plasmaprotein

wird das bei der Schlachtung anfallende

Schweineblut in 2 Fraktionen

separiert: Hämoglobin und Plasma.

Das Plasma wird schonend sprühgetrocknet

und aufbereitet, sodass

die bioaktiven Komponenten funktional

erhalten bleiben. Da es sich

sowohl beim Hämoglobinpulver als

auch beim Plasmaprotein um tierisches

Eiweiß handelt, unter liegt

die Herstellung und der Einsatz

dieser Rohstoffe strikten Auflagen.

So darf nur Blut von untersuchten

Schweinen aus EU-geprüften Betrieben

verwendet werden.

Als „aktive“ Inhaltsstoffe im Plasmaprotein

werden der hohe Gehalt

an Immunglobulinen und der hohe

Eiweißgehalt (80%) mit einer hervorragenden

Verdaulichkeit angesehen.

Die Immunglobuline können

die Anhaftung von krankmachenden

Keimen an die Darmschleimhaut

verhindern, die körpereigene Abwehrkraft

fördern und somit den

Gesundheitsstatus verbessern und

Durchfallerkrankungen stoppen.

Auffällig ist jedenfalls, dass der Einsatz

von Plasmaprotein vor allem in

der 1. Woche nach dem Absetzen

eine gesteigerte Futteraufnahme

von mehr als 20% bewirkt und somit

auch die täglichen Zunahmen in

dieser sensiblen Phase um 20-25%

steigen (siehe Grafik1).

Der hervorragende Effekt auf Gesundheit

und Wachstum lässt sich

folgendermaßen erklären: Ist die

Futteraufnahme in den ersten Tagen

nach dem Absetzen zu gering,

kommt es in der Folge zu einer Verkürzung

der Darmzotten. Die Verdauungskapazität

des Darms wird

Grafik 1: Durchschnittliche (in %) durch Plasmaprotein ausgelöste Verbesserungen in den

ersten 14 Tagen nach dem Absetzen im Vergleich zu Rationen ohne Plasmaprotein (Quelle:

SONAC).

eingeschränkt und es kommen vermehrt

Nährstoffe unverdaut in den

Dickdarm. Aufgrund des höheren

Nährstoffangebotes im Dickdarm

können sich Schadkeime explosionsartig

vermehren und in den

Dünndarm vordringen, wo sie dann

Durchfall und Verdauungsstörungen

auslösen. Ob nun Absetzfutter mit

Plasmaprotein von den Ferkeln so

hervorragend aufgenommen wird,

weil es aufgrund der enthaltenen

Immunglobuline den Darm gesund

hält oder ob es den Ferkeln einfach

besser schmeckt, ist nicht restlos

geklärt. Geschmackstests haben

jedenfalls gezeigt, dass Ferkel Futter

mit Plasmaprotein einem Futter

mit Magermilchpulver vorziehen.

(siehe Grafik 2).

Grafik 2: Futteraufnahme in den ersten 3 Wochen nach dem

Absetzen: Futterwahlversuch

n Magermilchpulver n Plasmaprotein

Studien zeigen, dass die Futteraufnahme

während der ersten 8

Tage nach dem Absetzen sogar in

direktem Zusammenhang mit der

Leistung in der Mast steht.

Zusammenfassung: Vorteile

von Plasmaprotein im Absetzfutter:

• Weniger Durchfallprobleme

• Um mehr als 25% höhere Futteraufnahme

in der Absetzphase

• Steigerung der täglichen Zunahmen

um mind. 25%

• Hoher Gehalt an Immunglobulinen

• Bessere Leistung der Ferkel bis

in die Endmast

• Homogeneres Wachstum in der

Ferkelaufzucht

• Gleichmäßigere Gruppen

• Bessere Vitalität und stärkeres

Immunsystem der Absetzferkel

Fütterungsversuche mit Plasmaprotein

wurden mit Dosierungen

zwischen 1% und 6% durchgeführt.

Als optimale Dosierung hat

sich für früh abgesetzte Ferkel eine

Beimischrate von 4% herauskristallisiert.

Bei SOLAN wird Plasmaprotein

seit ca. 1 ½ Jahren eingesetzt. Seit

ca. ½ Jahr gibt es nun das erste


Standard-Ferkelabsetzfutter mit Plasmaprotein im Sortiment:

SOLAN 31. Dieses Produkt wurde konzipiert als

spezielles Absetzfutter zum Absetzen von 3 Wochen

alten Ferkeln oder Ferkeln mit einem Absetzgewicht

unter 7kg. Um das Immunsystem der Ferkel in dieser

Phase best möglich zu stimulieren, wird im SOLAN 31

Plasmaprotein mit dem Produkt „IMUN-Piglet“ kombiniert.

SOLAN 31 kann auch als Saugferkelstarter ab der

1. Lebenswoche eingesetzt werden. Gerade Ferkel mit

niedrigem Geburtsgewicht profitieren am meisten von

der Kombination Plasmaprotein+IMUN-Piglet und ermöglicht

diesen Ferkeln den Anschluss an die anderen

Ferkel im Wurf.

Da für manche Betriebe ein fertiges Absetzfutter nicht

in Frage kommt, wurde der Wunsch nach einem Absetzkonzentrat

mit Plasmaprotein laut. Ein Absetzkonzentrat

mit 50% Beimischrate ist deshalb in der Testphase

und wird in den nächsten Wochen zur Verfügung

stehen.

Ing. Andreas Jung (Produktmanager) n

SOLAN 31 Ferkelabsetzfutter

Rohprotein 17,2 %

Rohfaser 3,0 %

Rohfett 7,5 %

Lysin 1,35 %

Energie 15,0 MJ

Vitamin E 140 mg

Mit 4% PLASMAPROTEIN (für verbesserte Futteraufnahme,

weniger Durchfall und optimales Wachstum)

Mit IMUN-Piglet (zur Stimulierung des Immunsystems)

Mit 40% aufgeschlossenem Getreide

Mit aufgeschlossenem LEINSAMEN

Mit einer Kombination hochwirksamer Säuren

(frei+verkapselt)

Mit Traubenzucker und Molkepulver

R E P O R T

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Schweine

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R E P O R T

Der optimale Start in die

Mast

Wie gut eine Schweinemastpartie läuft, hängt von vielen Faktoren ab. Ein

ganz wesentlicher Aspekt dabei ist das Einstallen der Ferkel. In den ersten

2­3 Wochen der Mast wird der Grundstein für eine erfolgreiche Schweinemast

gelegt. Im folgenden Artikel geht es um Aspekte wie Einstellfutter,

Stallklima, Ferkelmaterial, Einstellprophylaxe etc. als Erfolgsfaktoren in der

Mast

Schafft eine Ferkelpartie einen

guten Start in die Mast, nehmen

die Ferkel bald ausreichend Futter

auf, um ihr hohes Fleischansatzpotential

in der Anfangsmast

voll auszuschöpfen. Gleichzeitig

kommen diese Ferkel mit Krankheiten

wesentlich besser zurecht

und weisen wesentlich weniger

Verluste auf. Wenn allerdings die

neu eingestallten Ferkel mit dem

Umstellungsstress, Futterwechsel

und Krankheitsdruck nicht zurecht

kommen, nehmen sie zuwenig

Futter auf, die Partie wächst auseinander

und nutzt das Fleischansatzpotential

nicht aus. Teilweise

beginnen Tiere zu kümmern und

Ausfälle sind trotz Medikamenteneinsatz

vorprogrammiert.

Für die Wirtschaftlichkeit der

Schweinemast ist die Vormastphase

von großer Bedeutung. Betrachtet

man die Entwicklung der Futterverwertung

vom Anfang bis zum

Ende der Mast wird das besonders

deutlich (siehe Diagramm 1). Gehen

in der Anfangsmast wertvolle

Masttage verloren, weil die Tiere

krank sind oder mit der Umstellung

nicht zurecht kommen, hat das

gravierende Auswirkungen auf die

Futterverwertung in der gesamten

Mast.

Warum ergeben sich derart große

Unterschiede zwischen einzelnen

Gramm tägliche Zunahmen

Partien? Warum haben manche

Mäster beim Einstellen kaum Probleme

und bei manchen Mästern

gibt es fast immer Probleme? Welche

Maßnahmen sollte man treffen,

um den Ferkeln einen bestmöglichen

Start zu ermöglichen?

1.) Das Ferkelmaterial:

Grundsätzlich gilt: Je weniger Herkünfte

pro Partie desto besser.

Wenn möglich immer nur Ferkel

von einem Betrieb einstellen. Geschlossene

Betriebe haben diesbezüglich

einen großen Vorteil. Man

kann davon ausgehen, dass ein

geschlossener Betrieb einen um

5,- € höheren DB erwirtschaften

kann als ein reiner Mastbetrieb. Untersuchungen

ergaben einen Unterschied

von 15-20g bei den täglichen

Zunahmen. Im Durchschnitt

haben geschlossene Betriebe um

0,5% weniger Ausfälle und einen

um 0,2% höheren MFA.

Werden Ferkel über den Ferkelhandel

bezogen, sollte darauf geachtet

werden, dass lange Transportwege

vermieden werden. Je mehr Stress

den Tieren beim Transport zugemutet

wird, desto eher kommt es

zu den typischen Problemen in der

Anfangsmast. Meist wird der Vorteil

von einheitlichen, großen Ferkelpartien

aus Deutschland oder

aus anderen Bundesländern alleine

durch den langen Transport wieder

Futterverwertung (1 zu …)

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20

Mastwoche

verspielt. Die Gefahr, dass Ferkel

bereits beim Transport verkühlt

werden, steigt natürlich auch mit

der Dauer des Transports.

Generell ist zu sagen, dass ein fix

geregelter Ferkelbezug von einem

oder zwei Ferkelproduzenten anzustreben

ist. Fütterung, Impfprogramm

und Management können

aufeinander abgestimmt werden

und ermöglichen den Neuankömmlingen

im Mastbetrieb einen optimalen

Start. Die Wüchsigkeit der

Ferkel bis zum 60. Lebenstag hat

einen gravierenden Einfluss auf die

Mastleistung: Ferkel, die bis zum

60. Lebenstag 313g zugenommen

haben, zeigten in der Mast 755g

Zunahmen. Ferkel die 387g bis zum

60. Tag zunahmen, brachten es auf

über 1000g bei Einzeltieren. Genetik,

Geburtsgewicht, Fütterung und

Management auf dem Ferkelbetrieb

bestimmt in entscheidendem

Ausmaß auch den Erfolg des Mästers

mit. Die derzeitigen Ferkelpreisen

begrenzen allerdings die

Möglichkeiten des Züchters. Ein

partnerschaftliches Verhältnis zwischen

Züchter und Mäster wäre

diesbezüglich für beide Seiten ein

Vorteil.

2.) Hygiene:

Abteile sollten grundsätzlich nur

im Rein/Raus – Verfahren belegt

werden. Nur so kann der Gesundheitsstatus

in der Mast langfristig

stabilisiert werden. Falls ein konsequentes

Rein/Raus nicht möglich

ist, kommt es umso mehr darauf

an, die Ferkel aus nur einer Herkunft

zu beziehen. Deutsche Untersuchungen

zeigen, dass Betriebe

mit kontinuierlicher Belegung mit

Ferkeln verschiedener Herkunft um

50 g weniger Zunahmen haben als

Betriebe im Rein/Raus-Prinzip und

einer Herkunft.

Als wichtigste Hygienemaßnahme

gilt nach wie vor eine ordentliche

Reinigung des Abteils. Ohne ordentliches

Stallwaschen ist auch

eine Desinfektion sinnlos. Nach

dem Waschen/Desinfizieren muss

vor allem in den kalten Monaten dafür

gesorgt werden, dass das Abteil

wieder trocken und warm ist.

3.) Stallklima:

Beim Einstallen der Ferkel sollte

das Stallabteil eine Lufttemperatur

von 26-27° C aufweisen. Viel wichtiger

als die Lufttemperatur ist allerdings

noch die Spaltentemperatur.

Der Spaltenboden muss mindestens

20° C haben. Besser wären

noch 22-23°C. Messen lässt sich

die Spaltentemperatur nur mit Hilfe

eines Infrarotthermometers (gibt es

bereist ab € 30.- zB. bei Conrad).


Das Aufheizen von Betonspalten

erweist sich meist als schwierig. Oft

gelingt es nur mit Wärmelampen

oder entsprechenden Heizpaneelen.

Manchmal ist auch das kurzfristige

Abdecken der Liegefläche mit

Holzplatten oder Gummimatten zu

empfehlen.

Innerhalb von ca. 1 Woche kann

dann die Lufttemperatur von 27°

auf 22-23° C abgesenkt werden.

Treten 2-4 Tage nach dem Einstallen

Durchfälle auf, so handelt es

sich nicht selten einfach nur um

Erkältungsdurchfälle in Kombination

mit den Stressfaktoren beim

Einstellen. Es stellt sich die Frage,

ob eine medikamentöse Durchfallprophylaxe

in diesen Fällen angebracht

ist. Wichtiger wäre sicher,

für das entsprechende Klima zu

sorgen.

4.) Fütterung:

Aufzuchtferkel werden in der Regel

trocken oder mit Breifutterautomaten

gefüttert. Flüssigfütterungssysteme

sind in der Aufzucht selten

anzutreffen. Kommen die Ferkel auf

einen Betrieb mit Flüssigfütterung,

macht den Tieren die Futterumstellung

größere Probleme. Flüssigfutter

hat üblicherweise einen

Trockensubstanzgehalt von nur

ca. 25%. Um den entsprechenden

Nährstoffbedarf decken zu können,

müssen die Ferkel nun plötzlich

große Mengen an Wasser mit

dem Futter aufnehmen. Das Verdauungssystem

braucht 1-2 Wochen,

um sich darauf einzustellen.

Wenn möglich sollten die Ferkel

eine Futtersuppe mit dem maximal

möglichen Trockensubstanzgehalt

erhalten. Optimal wäre auch

der Einsatz eines Trockenfutters

(Ferkelfutter) per Hand zusätzlich

in den Trog – ist in der Praxis aber

meist nicht möglich.

Neben dem geringen Trockensubstanzgehalt

macht auch die Futterhygiene

in Flüssigfutteranlagen

Probleme. Konsequente Reinigung

von Behälter und Leitungen ist vor

allem für die Neuankömmlinge von

großer Bedeutung. Aus Daten einer

deutschen Studie geht hervor, dass

die täglichen Zunahmen mit Breifutterautomaten

im durchschnitt um

37g höher liegen als bei Flüssigfutter.

Bei Trockenfutterautomaten

sind es immer noch 16g mehr. Das

spricht zwar nicht grundsätzlich

gegen die Flüssigfütterung, dennoch

ist es ein Indiz dafür, dass

Spitzenleistungen nur mit einem

konsequenten Hygienemanagement

möglich sind. Zur Behälterdesinfektion

bzw. zur Stabilisierung

der Futtersuppe in den Leitungen

hat sich der Einsatz von Säure über

die Restsuppe bewährt. Auch der

generelle Einsatz von Benzoesäure

(Vevovitall) im Flüssigfutter hat

sich diesbezüglich hervorragend

bewährt.

Ob in der Schweinemast ein Einheitsfutter

oder eine mehrphasige

Fütterung zum Einsatz kommt,

entscheidet sich aufgrund der vorhandenen

Technik. Wenn nur eine

Rezeptur verwendet werden kann,

gibt es kaum Möglichkeiten, neue

eingestellte Ferkel gezielt zu versorgen.

Wird der gesamte Stall nach

dem Rein/Raus-Prinzip gemästet

oder steht eine entsprechende Fütterungstechnik

zur Verfügung, sollte

auf die Vorteile, die eine mehrphasige

Mast bietet nicht verzichtet

werden. Im Zusammenhang mit der

„N-reduzierten Fütterung“ sind die

Möglichkeiten zur optimalen Versorgung

in der Einstellphase bzw.

in der Vormast stark eingeschränkt.

Optimale Eiweiß- bzw. Aminosäureversorgung

ist die Basis für hohen

Fleischansatz und tägliche Zunahmen.

Bei einem Einheitsfutter muss

immer ein Kompromiss zwischen

dem hohen Bedarf in der Vormast

und einer Überversorgung in der

Endmast eingegangen

werden. Der

Vorteil einer mehrphasigen

Mast lässt

sich nur selten in den

täglichen Zunahmen

feststellen. Viel mehr

wird ein Unterschied

im Magerfleischanteil,

den Futterkosten

und möglicherweise

auch bei der Tiergesundheit

deutlich.

Immer mehr spezialisierte

Mäster nützen

die Möglichkeiten,

die ein so genanntes

„Einstellfutter“ bietet:

Um den Übergang

von der Ferkelaufzucht

in die Mast

möglichst schonend

zu gestalten, wird

die Rezeptur entsprechend

eines

Ferkelaufzuchtfutter

II gestaltet. Als

Mineralfutter kann

man eine Kombination

aus Ferkelmineral

und Mastmineral

verwenden. Optimal

wäre, wenn das selbe

Ferkelmineral wie

in der Ferkelaufzucht

verwendet werden

kann. Je nach Problematik

auf dem

Betrieb kann es noch

R E P O R T

weitere Ansatzpunkte geben: Liegt

das Augenmerk auf den täglichen

Zunahmen, sollte die Energiedichte

in diesem Futter möglichst hoch

angesetzt werden. Bei Problemen

mit dem MFA liegt der Schwerpunkt

auf Eiweiß- und Aminosäureausstattung.

Gibt es Probleme

mit Durchfall, kann durch Einsatz

von Probiotika, Säuren und Rohfaserkomponenten

gezielt entgegengewirkt

werden. Hervorragend

bewährt hat sich der Einsatz von

Solan 533 „Vitalkomplex“ im Einstellfutter.

Es wird mit einer Beimischrate

von 0,5-0,8% bezogen auf

Trockenfutter eingesetzt. Solan 533

„Vitalkomplex“ ist eine Kombination

aus Vitamin E+C, B-Vitaminen,

Betain, Spurenelemente, Magnesium,

Hefeextrakten und pflanzlichen

Wirkstoffen. Vor allem in Stressphasen,

bei Krankheitsanfälligkeit und

mangelnder Leistungsbereitschaft

wird es zur Steigerung der Vitalität

verwendet.

Ein Einstellfutter wird in der Regel

1-2 Wochen lang eingesetzt und

dann auf das Schweinemastfutter

verschnitten.

Fortsetzung Seite 10

9

Schweine


10

R E P O R T

4.) Einstellprophylaxe:

Durch den Stress, der bei Transport und Umstallen

der Tiere entsteht, wird das Ausbrechen verschiedener

Krankheiten wie Coli-Infektionen, Hämophilus

parasuis, Dysenterie, APP und diverse

Viruserkrankungen verursacht und gefördert. Werden

dabei noch Ferkel verschiedener Herkünfte

gemischt, kommen zusätzlich Krankheitserreger

dazu, mit denen Tiere bislang noch keinen Kontakt

hatten. Viele Krankheiten können dann sehr akut

auftreten – Verluste sind dann auch bei einer raschen

Behandlung nicht mehr zu vermeiden. Beobachtet

werden aber auch noch Spätschäden, die

sich über die gesamte Mastdauer ziehen können

und auf Krankheiten in der Einstellphase zurückzuführen

sind. Mit einer gezielten Einstellprophylaxe

können Probleme eliminiert werden und ein akuter

Krankheitsausbruch mit sämtlichen Folgeschäden

kann verhindert werden.

Eine gezielte, sinnvolle, wirksame und legale Einstellprophylaxe

kann nur gemeinsam mit dem Betreuungstierarzt

erarbeitet werden. Dabei sollten

folgende Punkte hinterfragt werden:

l Welche Probleme traten bei vorangegangenen

Mastdurchgängen auf?

l Art, Ursache und Intensität von Erkrankungen?

l Wann treten die Erkrankungen auf, wie lange

dauern sie und welche Verluste verursachen

sie?

l Gibt es bereits bekannte Krankheitsprobleme

bei den Züchtern?

l Ist der Gesundheitsstatus der zugekauften

Tiere bekannt?

l Gibt es jahreszeitliche Einflüsse?

l Welche zusätzlichen Möglichkeiten bestehen

bei Haltung, Fütterung und Management?

Erst wenn diese Punkte geklärt sind, lassen sich

entsprechende Vorbeugemaßnahmen erarbeiten,

Medikamente auswählen, Dosierung und Behandlungsdauer

festlegen.

Werden Medikamente als Einstallprophylaxe verwendet,

ist unbedingt auf ausreichende Dosierung

und Einsatzdauer zu achten. Wird zuwenig oder zu

kurz dosiert, können die Probleme im Anschluss

größer sein als vorher bzw. ohne Medikamenteneinsatz,

da damit die Bildung von Antibiotikaresistenzen

provoziert wird.

Aus einer deutschen Studie in Schleswig-Holstein

ist bekannt, dass dort knapp 50% der Mastbetriebe

ohne Einstellprophylaxe auskommen. Dabei

ist der Anteil in Mastbetrieben mit Herkunft der

Ferkel aus mehr als 2 Lieferbetrieben mit ca. 19%

wesentlich niedriger als in geschlossenen Betrieben

(mit 85%).

Wie weit sich die nun angelaufene flächendeckende

Circo-Impfung auf die Notwendigkeit von medikamentösen

Einstellprophylaxemaßnahmen auswirkt,

lässt sich derzeit nur schwer beurteilen.

Ob die Einstellprophylaxe Sinn macht, verändert

werden soll oder eventuell weggelassen werden

kann, sollte vor jedem Mastdurchgang geprüft

werden. Ein Ziel sollte es jedenfalls sein, den Einsatz

von Antibiotika möglichst gering zu halten.

Gezielte Maßnahmen beim Ferkelbezug, bei der

Fütterung oder im Betriebsmanagement sind die

Basis dafür.

Ing. Andreas Jung (Produktmanager) n

Wasserdesinfektion mit Chlordi

Hygieneprobleme

Über die Bedeutung der Wasserqualität für die tierische Leistung haben

wir bereits im letzten Solan­Report ausführlich berichtet. In diesem Artikel

möchten wir Ihnen eine praxistaugliche und kostengünstige Chlordioxidanlage

zur Wasserdesinfektion vorstellen.

Damit Tiere gesund bleiben und

eine hohe Leistung bringen können,

sind an das Tränkewasser

hinsichtlich bakteriologischer und

chemischer Qualität die gleichen

Anforderungen wie an das Trinkwasser

für den Menschen zu stellen.

Im Stall mit dem verzweigten

Leitungsnetz, den vielen Entnahmestellen,

eventuell ungleich verteilten

Entnahmemengen und ständigem

Keimeintrag über die Tränker

kommt es aber in praktisch allen

Fällen zu einer Rückverkeimung in

der Leitung. Es bildet sich ein sogenannter

„Biofilm“ in dem sich Bakterien,

Hefen, Algen, Schimmelpilze

etc. festsetzen können. Entnimmt

man Wasser aus einer Tränkestelle

im Stall, findet man fast immer relativ

hohe Keimzahlen, auch wenn

bei einer Wasseruntersuchung im

Wohnhaus keine Keime feststellbar

sind. Je nachdem wie hoch

der Keimgehalt in den Leitungen ist

und wie stark der Biofilm ausgebildet

ist, kommt es dadurch häufig

zu Durchfallerkrankungen bei den

Ferkel. Aber auch Mastschweine

und Zuchtsauen leiden unter mangelnder

Wasserqualität. Häufig beobachtet

man auch, dass Sauen

zuwenig Wasser aufnehmen, weil

verkeimtes Wasser einen schlechten

Geruch und Geschmack hat.

Die Folgen von ungenügender

Wasseraufnahme auf Leistung und

Gesundheit sind bekannt.

Um Wasser wirkungsvoll stabilisieren

zu können, muss die Bildung

eines Biofilms verhindert werden.

Das kann nur gelingen, wenn das

Wasser im gesamten Leitungsnetz

mit einem entsprechenden Desinfektionsmittel

versetzt wird. Eine

UV-Behandlung oder Ultrafiltration

würde nur Keime, die bereits aus

dem Brunnen kommen, eliminieren

– keinesfalls würden diese Systeme

eine Rückverkeimung in den

Leitungen verhindern. Es kommen

also nur Methoden in Frage, die

eine Depot-Wirkung besitzen.

In den öffentlichen Wasserversorgungsnetzen,

Krankenhäusern,

Lebensmittelbetrieben etc. wird

zum Entkeimen von Wasser bereits

seit Mitte des vorigen Jahrhunderts

CHLORDIOXID eingesetzt. Die

Wirkung von Chlordioxid beruht

weniger auf der Wirkung von Chlor

sondern vielmehr auf der oxidierenden

Wirkung des Sauerstoffanteils.

Unangenehme Geruchs- und

Geschmacksstoffe im Wasser (z.B.

von Phenolen, Algen oder deren

Zersetzungsprodukten) werden

von Chlordioxid oxidiert und in geruchs-

und geschmacksneutrale


oxid – eine erprobte Lösung für

im Tränkewasser

Stoffe umgewandelt. Bei Behandlung

mit anderen Mitteln bleibt oft

ein unangenehmer Geruch zurück.

Die sporozide und viruzide Wirkung

von Chlordioxid ist bei gleicher Konzentration

besser als die von Chlor.

Chlordioxid besitzt die 25-fache

Oxidationskraft des Chlors!

Chlordioxid hat im Vergleich

zum Chlor und vielen anderen

Desinfektionstechniken große

Vorteile:

l Keine Reaktion mit Ammonium

(NH4+) und Aminoverbindungen.

l Sehr gute Entkeimungswirkung

in einem weiten ph - Bereich (6-

9).

l Lang anhaltender bakterizider

und bakteriostatischer Wasserleitungsschutz.

l Gute sporozide, viruzide und algizide

Eigenschaften.

l stärkere und schnellere Wirkung

als z. B. Chlor (Hefen, Colibakterien,

Salmonellen, Pilze etc. werden

binnen 5 Min. abgetötet)

l Abbau von mikrobiellen Ablagerungen

im Rohrnetz.

l Qualitätsverbesserung des

Trinkwassers (Beseitigung von

Geruch, Geschmack und Farbe).

l Oxidation von organisch gebundenem

Eisen und Mangan (z. B.

an Humin- und Fulvinsäuren).

l Unabhängigkeit des Redox -

Potentials vom ph – Wert und

von der Anwesenheit von Ammonium

(NH4+) im Wasser.

l Keine Trihalomethanbildung

(Haloforme).

l Keine Chlorphenolbildung.

Chlordioxid wurde bis vor kurzem

nur in größeren Wasserwerken oder

bei Großverbrauchern eingesetzt,

da einerseits die Anlagen sehr teuer

waren und andererseits Chlordioxid

als Gefahrengut gehandhabt

werden musste. Seit einigen Jahren

jedoch steht eine kostengünstige

Kleinanlage für Hauswasseranlagen

und landwirtschaftliche Betriebe

zur Verfügung: EasyDes von

der Fa. Ludwig Wassertechnik.

Je nach Einsatzbereich sind zwei

verschiedene Verfahren einsetz-

bar. Für kleinere Betriebe das so

genannte Zwei-Komponenten-System,

bei dem vor Ort zwei Flüssigkeiten

zusammengeschüttet

werden und zu Chlordioxid reagieren.

Dieses kann dann über eine

Mikrodosierpumpe mengenproportional

dem Trinkwasser zudosiert

werden. Dabei entstehen Kosten

von ca. 0,26 € per m 3 Wasser. Für

Betriebe mit größerem Bedarf kann

vor Ort mittels einer kleinen Erzeugungsanlage

Chlordioxid aus zwei

chemischen Grundsubstanzen

sehr kostengünsti g erzeugt und mit

höchster Genauigkeit an der Bedarfsstelle

zudosiert werden.

Mikrodosierpumpe für die Chlordioxid-

Lösung

R E P O R T

Wassermesseinheit mit Rückschlag und

Dosierventil zum Beimpfen mit Chlordioxid

in die Wasserleitung

Ob sich die Wasserdesinfektion mit

Chlordioxid auf einem Betrieb eignet,

hängt von ein paar chemischen

Wasserparametern ab. So darf z.B.

der Eisengehalt nicht über 0,4mg/

Liter und der Mangangehalt nicht

über 0,1mg/Liter liegen. Außerdem

sollte der pH-Wert in einem Bereich

von 6,5 – 8,0 liegen. Auch sollte die

Wasserhärte nicht all zuviel über

23° liegen, da sonst durch die Kalkablagerungen

in den Leitungen die

Wirkung von Chlordioxid reduziert

sein kann.

Wenn Sie Interesse an einer Wasserdesinfektionsanlage

haben,

kontaktieren Sie bitte Ihren SO-

LAN-Außendienstmitarbeiter oder

direkt SOLAN. Mit einem kleinen

Minilabor können wir an Ort und

Stelle die relevanten Wasserparameter

bestimmen und somit feststellen,

ob die Wasserdesinfektion

mit Chlordioxid möglich ist. Wenn

Sie sich für eine Anlage entscheiden,

haben Sie kein Risiko. Wir

können Ihnen ein Rückgaberecht

von einem halben Jahr zusichern,

falls Sie keine Verbesserung von

Leistung oder Gesundheit in Ihrem

Tierbestand feststellen können.

Ing. Andreas Jung (Produktmanager) n

11

Schweine


Praxisbericht

12

R E P O R T

Schweinezucht Fam. Gerhard Winter: Überdurchsch

hervorragender Gesundheitsstatus und

Seit Generationen beschäftigt sich die Familie Winter in Ravelsbach (NÖ)mit der Schweinezucht und ist schon seit

der Gründung Mitglied beim Verein Niederösterreichischer Schweinezüchter (VNS). Unter dem Motto „Wir tragen

unseren hervorragenden Gesundheitsstatus auf Händen“ möchte Familie Winter auch in Zukunft ein verlässlicher

Partner für die vielen Abnehmer von Jungsauen sein.

Betriebsspiegel:

Gerhard und Maria Winter,

Pfaffstetten 20,

3720 Ravelsbach

Telefon: 02958/83011 od.

0676/3515805

email: winter.vns@direkt.at

www.schweinezucht-winter.at

Arbeitskräfte:

Gerhard (42) und Maria (42)

Familienmitglieder am Betrieb:

Gerhard (68) und Anna (66) Winter,

Eltern, Kinder: Sophie (14),

Matthias (16) und Katharina (23)

Flächenbewirtschaftung:

80ha, davon 31ha Wintergerste,

15ha Mais, 14ha Weizen, 6ha

Sonnenblumen, 6ha Zuckerrüben,

5ha Sommergerste, 3ha

Brache

Tierhaltung:

150 Herdbuchsauen, bis zu 900

Jungsauenaufzuchtplätze, PRRSfrei,

TGD-Mitglied

Pro Jahr werden zwischen 1000

und 1200 Jungsauen produziert und

vermarktet. Etwa 30% der Jungsauen

sind davon belegt. Fast alle

Kunden haben mittlerweile einen

festen Produktionsrhythmus – deshalb

haben auch die Winters ihre

Jungsauenproduktion auf diesen

Rhythmus eingestellt. Ein wichtiger

Service für die Kunden ist, dass sie

auch noch im Nachhinein belegte

Jungsauen nachbestellen können,

falls eine Sau in der Gruppe nicht

trächtig ist. Vermarktet werden die

Jungsauen über den VNS NÖ nach

Niederösterreich, Burgenland,

Oberösterreich und Kärnten.

Hervorragende Leistungsdaten:

Der Betrieb Winter wird im strikten

3 Wochenrhythmus geführt. Mit

den 150 Herdbuchsauen werden

folgende Leistungen erreicht:

Lebend geborene Ferkel pro Sau/

Jahr: 28,1

Abgesetzte Ferkel pro Sau/Jahr:

25,7

Im Durchschnitt 6 Würfe pro Zuchtsau.

Trotz strohloser Haltung steht das

Wohlbefinden der Zuchttiere im

Mittelpunkt. Nur so kann ein stabiles

Leistungsniveau aufrecht erhalten

werden. Seit der Betriebsübernahme

im Jahr 1997 haben die

Winters die Stallungen modernisiert

und erweitert. 1999 wurde zuerst

der Abferkel- und Aufzuchtbereich

auf strohlos umgestellt. 2000 wurden

auch der Wartestall und das

Deckzentrum umgebaut. Die Jungsauen

ab 30kg werden mittlerweile

in 5 neuen Außenklimaställen mit je

160-180 Plätzen aufgezogen. Diese

Haltungsform hat sich hervorragend

bewährt. Die Jungsauen sind

durch die freie Natur besser abgehärtet

und die Haltungskosten sind

wesentlich geringer als in konventionellen

Ställen. Durch das großzügige

Platzangebot von 1,5m2

pro Sau ist eine entsprechende

Bewegungsfreiheit der Tiere gegeben,

sodass dich ein stabiles

und robustes Fundament entwickeln

kann. Die Jungsauen haben

optimale Aufzuchtbedingungen in

Bezug auf Licht und Umgebungstemperatur

(warmer, abgedeckter

Liegebereich, kühler Fressbereich),

was sich sehr positiv auf Langlebigkeit

und Fruchtbarkeit auswirkt.

Außerdem hat dieses Haltungssystem

die beste Akzeptanz beim

Konsumenten. Speziell als Jungsauenvermehrer

ist diese Haltungsform

nur möglich, weil sich der

Stall in einer praktisch viehlosen

Gegend befindet. Nicht nur das ist

ein großer Vorteil für den Gesundheitsstatus

auf dem Betrieb. Familie

Winter ist sich dessen bewusst

und trifft auch alle Maßnahmen,


nittliches Zuchtmaterial,

große Partien

um den Status aufrecht zu erhalten:

Ein eigener LKW mit Hänger

wird zum Ausliefern verwendet, es

gibt eigene Transportmittel für inner-

und außerbetriebliche Fahrten

und es ist ein eigener Wasch- und

Desinfektionsplatz für den LKW

vorhanden. Ein eigener Quarantänestall

befindet sich ca. 3km vom

eigentlichen Betrieb entfernt. Alle

zugekauften Tiere werden zuerst

dort aufgestallt und deren Blut wird

2x untersucht. Notwendig ist das,

weil für den Zuchtfortschritt Zuchttiere

auch international zugekauft

werden: Eber aus Deutschland und

Frankreich sowie Sperma aus den

USA und Finnland. Durch systematische

Kreuzung gut veranlagter

Tiere der Rassen Edelschwein und

Landrasse werden ausgeprägte

Eigenschaften wie Fruchtbarkeit,

Mutterleistung, Vitalität, Mastleistung

und stabile Fundamente optimal

kombiniert und dies wird in

der Prüfanstalt Streitdorf geprüft

und bewertet.

Zur Fütterung wird das hofeigene

Getreide verwendet und am Hof

gemischt. Dabei wird auf bestmögliche

Qualität und Mykotoxinfreiheit

Wert gelegt. Die Fütterung selbst

erfolgt mit Trockenfutter über ein

Rohrbahnsystem und Dosierbecher

bzw. Automaten. In den Rationen

wird Gerste, Trockenmais, Weizen,

Soja, Trockenschnitte, Sonnenblumenschrot

und Fasermix verwendet.

Seit Jahren ist bei den Sauen

Solan 447 als Mineralfutter mit bestem

Erfolg im Einsatz.

Sorgen macht den Winters die andauernde

schwierige Lage auf dem

Schweinemarkt. „Auch für uns ist es

eine schwierige Zeit, weil sie schon

so lange andauert. Wir sind aber

überzeugt, dass die Schweinehaltung

in Österreich Zukunft hat. Den

Konsumenten wird immer mehr

bewusst, wie wichtig die Selbstversorgung

ist“ berichten Gerhard und

Maria Winter. Der nächste große

Schritt in die Zukunft steht in 7 Jahren

an, wenn sich Sohn Matthias

(16) entscheidet, welchen Weg er

und der Betrieb in Zukunft nehmen

sollen.

Wir möchten uns hiermit für die Zusammenarbeit

bedanken und wünschen

auch weiterhin viel Erfolg

und Glück im Stall.

Ing. Andreas Jung (Produktmanager) n

R E P O R T

13

Praxisbericht


Rinder

14

R E P O R T

100% Biofütterung – eine Frage der

Rationsoptimierung!

Seit dem 1. Jänner 2008 müssen laut EU­Bioverordnung Milchkühe mit

100% Biofutter versorgt werden. Diese drastische Verschärfung der Richtlinien

zwingt Biobetriebe dazu, hofeigenes Grundfutter nur in bester Qualität

zu bereiten und Kraftfutter gezielt nach Leistungsstadien zu ergänzen.

Hohe Grundfutterleistungen sind die Basis einer ökonomisch und ökologisch

vertretbaren Bio­Milchviehhaltung. Damit aber viel Milch aus dem

Grundfutter produziert werden kann, gilt es die Ration richtig zu ergänzen.

Durch die Anpassung der Vorgaben

für den Futterzukauf auf 100%

Biofutter wurde die Bandbreite an

Futtermitteln, insbesondere der

Eiweißträger, stark eingeschränkt.

Konnte mit verschiedenen Ölkuchen

wie zum Beispiel Raps-, Sonnenblumen-

oder Kürbiskernkuchen

bislang sehr gut im Rahmen

der Zukaufsregelung für konventionelle

Anteile die Proteinversorgerung

sichergestellt werden, steht

mittlerweile die Optimierung der

mikrobiellen Proteinsynthese im

Vordergrund. Ziel jeder Rationsoptimierung

ist eine kontinuierliche

und möglichst synchrone Freisetzung

von Energie und Protein

im Pansen, sowie ein möglichst

gleichmäßiger Anfall der Fermentationsprodukte

wie Fettsäuren

und Stickstoff im Pansen. Ein

Überschuss an Stickstoff führt zu

hohen Harnstoffwerten mit damit

verbundener Leberbelastung, ein

zu rascher Anfall an freien Fettsäuren

senkt den pH-Wert und erhöht

das Risiko einer Pansenacidose.

Die Höhe der mikrobiellen Proteinsynthese

ist in erster Linie von der

im Vormagen freigesetzten Energie

sowie von ausreichend pansenlöslichem

Protein abhängig. Alle Maßnahmen

zur Erhöhung der Energieaufnahme

sind somit auch positiv

in Hinblick auf die Proteinversorgung

der Milchkuh im Dünndarm

(nXP) zu sehen und spiegeln sich in

guten Milcheiweißgehalten nieder.

Grundfutter ausgleichen

Je nach Qualität und Art des

Grundfutters empfiehlt sich zuerst

ein Ausgleich zwischen Energie

und Protein im Grundfutter. Eiweißreiches

Grundfutter wie junges

Gras und früh geschnittene

Grassilagen mit hohen Gehalten an

schnell verfügbarem Protein verlangen

zur Pansenoptimierung ein Ergänzungsfutter

wie SOLAN B3155F

„Energie PLUS“ mit rasch freisetzbarer

Energie und 12% Rohprotein.

Bei etwas älteren Weidebeständen

und bei später Silagenutzung und

Grassilagen, die eher von extensiv

mit Stickstoff gedüngten Wiesenbeständen

stammen, empfiehlt sich

der Einsatz von SOLAN B1155F

„LAK-Ausgleich“ mit 14,5% Rohprotein,

um den Pansenbakterien

ausreichend Stickstoff zur Proteinsynthese

bereitzustellen. Für Ei-

Übersicht SOLAN Bio-Fertigfutter

B-1155F

LAK-

Ausgleich

genmischer bzw. auch bei starken

Proteindefiziten im Grundfutter

kann SOLAN B4155F Eiweißkonzentrat

mit 25% Rohprotein eingesetzt

werden.

Pansenschonend und

leistungsgerecht Leistung

ausfüttern

Über den Grundfutterausgleich hinaus

ist gerade bei den Frischlaktierenden

auf eine leistungsgerechte

Kraftfutterzuteilung zu achten. Erstens

ist in dieser Phase das eingesetzte

Kraftfutter wesentlich effizienter

in Blickrichtung Milchleistung

und Ausschöpfung des Leistungspotentials,

zweitens gilt es die

Milchkühe möglichst rasch aus dem

Energiedefizit zu bringen, um hohe

Fruchtbarkeit und Stoffwechselgesundheit

für langlebige Milchkühe

sicherzustellen. Ein Bio-Leistungsfutter

der Extraklasse ist SOLAN

B2155F „LAK-Spezial“ mit hohen

Anteilen beständiger Stärke und

der Eiweißquelle Sojakuchen. Nach

Ausgleich der Grundration eignet

sich dieses Milchleistungsfutter zur

leistungsgerechten Ausfütterung

der Milchkühe. Die Versorgung mit

Mineralien und Spurenelementen

kann über unser großes Sortiment

an Bio-zertifizierten Mineralstoffmischungen

abgedeckt werden. Bei

der Auswahl der Mineralergänzung

sollte auf einen ausreichenden

Phosphorgehalt geachtet werden,

da die Mehrheit der Grundfutteranalysen

aus biologisch wirtschaftenden

Betrieben auf einen Phosphormangel

hinweisen. Detaillierte

Informationen zu unserem Biofuttersortiment

sowie Einsatzempfehlungen

und Rationspläne erhalten

Sie von Ihrem SOLAN Fütterungsberater.

DI Klaus Pirker n

B-2155F

LAK-

Spezial

B-3155F

Energie

plus

B-4155F

Protein

EWK

Rohprotein g 145 170 120 250

NEL MJ 7,0 7,0 7,1 7,2

Rohfaser % 3,8 4,0 6,0 5,4

Rohasche % 6,0 6,5 6,5 7,6

Rohfett % 3,5 4,0 2,0 6,3

Calcium % 0,90 1,00 0,90 1,00

Phosphor % 0,55 0,55 0,50 0,75

Vitamin A IE 10.000 10.000 10.000 20.000

Vitamin D3 IE 1.500 1.500 1.500 3.000

Vitamin E mg 25 25 25 50


Optimierte Pansentätigkeit – Grundlage für

hohe Stoffwechselleistung

Hohe Leistungen der Milchkuh erfordern hohe Umsetzungen im Pansen.

So liefern die Pansenmikroben ca. 80% des Eiweißes, welches am Dünndarm

aufgenommen wird. Ein ebenso hoher Anteil der Energiebereitstellung

wird durch flüchtige Fettsäuren, die im Pansen anfluten, sichergestellt.

Das mikrobielle System des Pansens erfordert Beachtung bei jeder

Rezeptur­ und Futterumstellung, weiters gilt es, ein möglichst optimales

Milieu für die bakteriellen Umsetzungen zu erstellen.

Der Wiederkäuer zeichnet sich

durch umfangreiche bakterielle

Umsetzungen der Nährstoffe im

Pansen aus. Die Fermentationsprozesse

bringen aus Kohlenhydraten

vorwiegend flüchtige Fettsäuren

wie Essigsäure, Propionsäure und

Buttersäure hervor. Der Anteil der

jeweils entstehenden Fettsäuren ist

in erster Linie von der Zusammensetzung

der aufgenommenen Futtermenge

abhängig. Stärkereiche

Rationen bedingen einen höheren

Anteil an Propionsäure, rohfaserreiche

Rationen führen zu erhöhter

Essigsäureanflutung. Kohlenhy-

drate liefern außerdem die Energie

für das Wachstum der Pansenmikroben.

Bei ausreichender

Energieversorgung werden die

aus dem pansenlöslichen Eiweiß

stammenden Peptide, Aminosäuren

sowie Ammoniak zu hochwertigen

Mikrobenprotein aufgebaut.

Mikrobenprotein gemeinsam mit

dem nichtabbaubaren Protein bildet

das darmverdauliche Protein

nXP, welches im Dünndarm zu

Aminosäuren zerlegt wird und die

Grundlage für den Milcheiweißgehalt

bildet. Eine möglichst synchrone

Bereitstellung von Energie und

R E P O R T

pansenlöslichem Protein erhöht

zusätzlich die Bakterienmasse und

steigert die Umsetzungen im Pansen.

Unter Pansensynchronisation

versteht man, dem Pansen ständig

und gleichmäßig die benötigten

Nährstoffe zur Verfügung zu stellen.

Dies bedeutet, dass der mikrobielle

Abbau von Futterprotein zu

Ammoniak und die Bereitstellung

von Energie zeitlich gut aufeinander

abgestimmt werden müssen.

Pansensynchrone Rationen lassen

sich am einfachsten mit dem Einsatz

einer Mischration bewerkstelligen,

da hier Grundfutter mit dem

jeweilig notwendigen Ausgleichsfutter

vorgelegt werden kann. Eine

Übersicht an Futtermittel mit unterschiedlich

schneller Abbaubarkeit

hinsichtlich Energie und Protein liefert

die nachstehende Tabelle auf

der nächsten Seite 16.

15

Rinder


Rinder

16

R E P O R T

Fortsetzung von Seite 15

Proteinabbaubarkeit

schnell, hoch langsam, niedrig

Frischgras Biertreber

eiweißreiche Grassilagen Grasgrünmehl

Erbsen Luzernecobs

Ackerbohnen Getreide schlempen

Energieabbaubarkeit

schnell, hoch langsam, niedrig

Frischgras Körnermais, CCM

Zuckerreiche Grassilagen teigreife Maissilagen

Getreide Pressschnitzel

Melasse schnitzel Maiskleber

Ausreichend Struktur

Einen weiteren entscheidenden Einfluss auf die Vormagenverdauung

übt die physikalische Struktur aus.

Je länger die Futterpartikel sind, desto länger verweilen

Sie im Pansen und setzen die Passagegeschwindigkeiten

herab. Kurze Partikel hingegen erhöhen die

Geschwindigkeit und führen zu reduzierten Kau- und

Wiederkauzeiten. Daneben ist die strukturierte Rohfaser

verantwortlich für die Ausbildung der Fasermatte im

Pansen. Bei strukturreichen Rationen schwimmt dieses

mächtige Netzgeflecht auf einer flüssigen Schicht und

enthält das aufgenommene Futter, das zum Teil noch

wiedergekaut werden muss, weiters ist dies der Hauptsitz

der mikrobiellen Aktivität. Diese Kautätigkeit ist

für entsprechende Speichelsekretion unabdingbar, da

Speichel einen alkalischen pH-Wert sowie Puffersubstanzen

zur Neutralisierung der flüchtigen Fettsäuren

enthält. Ein erniedrigter pH-Wert führt zu engerem

Essigsäure – Propionsäureverhältnis, was sich in reduzierten

Milchfettgehalten äußert. Ein bestehendes

Netzgeflecht sichert die erforderliche Zeitspanne für die

Fermentationsabläufe, bei strukturarmen Rationen mit

hohem Getreideanteil fehlt dieses Geflecht und lange

Partikel werden im Kot sichtbar.

Mikroben unterstützen

Die Abbaubarkeit der Kohlenhydrate und Gerüstsubstanzen

durch die Mikroorganismen ist von mehreren

Faktoren abhängig. Je höher der Zerkleinerungsgrad

der Futterpartikel ist, desto größer ist auch die Angriffsfläche

der Mikroben. Ausreichend pansenlösliches

Futterprotein sowie ein ausgewogenes Verhältnis an

leichtverdaulichen Kohlenhydraten (Stärke) bestimmt

maßgeblich die Mikrobendichte im Pansen. So kann bei

überständigen, ligninreichem Futter durch die Zugabe

von Futterharnstoff und schnelllöslichen Stärkekomponenten

wie Weizen, die Tätigkeit der Mikroben gesteigert

werden, die Passagerate und somit auch die Futteraufnahme

steigt, der Faseranteil und die Faserlänge

im Kot sinkt. Prinzipiell sind die Pansenbakterien Anaerober,

d.h. sie benötigen bzw. vertragen keinen Sauerstoff.

Hier ist auch der erste Ansatzpunkt für den Einsatz

von SOLAN 65 ProBios mit der Lebendhefe Biosaf Sc

47, da diese Lebendhefe rasch den Sauerstoff, der über

das Futter in den Pansen gelangt, veratmet. Das Milieu

der Pansenmikroben wird dadurch stark verbessert. Bei

jeder Rationsumstellung ändern sich auch die Milieubedingungen

für die mikrobiellen Abläufe. Die Mikroorganismen

können sich dank ihrer Wachstumskapazitäten

bis zu einem gewissen Grad anpassen. Werden rohfaserreiche

Rationen verfüttert, dominieren in erster Linie

die Zellulosespalter, diese müssen mit schnelllöslichem

Protein und Kohlenhydraten unterstützt werden. Das

Ergebnis der Fermentationsvorgänge ist in erster Linie

Essigsäure, die Milchkühe zeigen stabile Fettwerte. Bei

strukturschwachen, reich an leichtfermentierbaren Rationen

werden die Zellulosespalter rasch durch stärke-

und zuckerspaltende Pansenbakterien verdrängt. Es

entsteht vermehrt Milchsäure, die bei weiter fallendem

pH-Wert akkumuliert wird, da die Milchsäureverwerter

bei einem pH unter 6 absterben, es entsteht eine akute

Pansenacidose. Mit Pansenpuffern wie Natriumbicarbonat,

Magnesiumoxid sowie Algenkalken kann dem

pH-Wert Verfall entgegengewirkt werden. Lebendhefen

hingegen haben die Eigenschaft, durch gezielte Förderung

der Lactatverwerter, auf den pH-Wert stabilisierend

einzuwirken und somit den pH-Wert Abfall nach

erfolgter Fütterung zu bremsen, wie in Grafik 1 ersichtlich

ist.

Grafik 1: pH Wert Verlauf nach der Fütterung

Quelle: ENSAT 2003

Durch gezielte Förderung der Lactatverwerter wird ein

Absinken des pH-Wertes unter 6 verhindert. Die für

die Pansenacidose gefährlich Milchsäurebildung wird

reduziert, was ist in folgender Grafik 2 abgebildet ist.


Grafik 2: Reduktionspotential an Milchsäure von

Biosaf

Quelle: ENSAT 2003

Pansenpuffer wie zum Beispiel Natriumbicarbonat können

im Vergleich zu Lebendhefe Biosaf lediglich den pH

Wert puffern, die Verwertung der anfallenden Milchsäure

hingegen wird nicht gefördert. Nachfolgende Tabelle

zeigt die Unterschiede in den einzelnen Fraktionen der

flüchtigen Fettsäuren auf. Durch die gezielte Förderung

der Lactatverwerter steigt die Propionsäureanflutung,

was bei Einsatz von Pansenpuffern unterbleibt. Diese

zusätzliche Propionsäure mündet in der Gloconeogenese

und sorgt für eine verbesserte Energieversorgung

der Milchkühe.

Tabelle: Flüchtige Fettsäuren bei Einsatz von

BIOSAF und Natriumbicarbonat

(mM) Kontrolle BIOSAF

Natriumbicarbonat

Essigsäure 53,2 a 59,1 b 60,8 b

Propionsäure 18,0 a 25,8 b 20,0 a

Buttersäure 10,6 10,2 10,1

Milchsäure 16,5 b 5,4 a 12,2 b

Quelle: Missouri University, 1998

R E P O R T

Durch die verbesserten Lebensbedingungen bei Einsatz

von Biosaf für die Pansenbakterien steigt ihre Dichte

stark an, neben den Milchsäureverwertern werden vor

allem auch die Zellulosespalter gefördert, als Effekt ist

eine Erhöhung der Verdaulichkeit der Ration zu sehen.

In weiterer Folge steigt die Mikrobenproteinbildung,

was in nachstehender Grafik verdeutlicht ist.

Fazit

Entscheidend für eine hohe Milchleistung ist die Maximierung

der mikrobiellen Aktivität. Neben der ph­Wert

stabilisierenden Wirkung von SOLAN 65 ProBios ist

vor allem die Erhöhung der Anzahl der Milchsäureverwerter

und Zellulosespalter zu beachten. Die Verdaulichkeit

der Ration sowie die Futteraufnahme steigt

und kann zur zusätzlichen Milchproduktion herangezogen

werden. Durch geringere pH­Wert Schwankungen

sind weniger Lahmheiten zu erwarten. Weitere

Informationen zu SOLAN 65 ProBios mit Biosaf erhalten

Sie bei Ihrem Solan­Fütterungsberater.

DI Klaus Pirker n

17

Rinder


Interview

R E P O R T

Milchproduktion auf hohem Niveau – Erfahrungen

mit TMR­Fütterung am Betrieb Piringer

Familie Piringer bewirtschaftet in Sonnleiten bei Gloggnitz einen Grünlandbetrieb mit

35ha LN, davon 15ha Pacht und 35ha Wald auf 650m Seehöhe. Milchviehhaltung, Forellenzucht

sowie Direktvermarktung von Most, Apfelsäften und Schnäpsen sind neben der

Waldbewirtschaftung die wesentlichen Säulen des Betriebseinkommens. Nach 4 Jahren

Erfahrungen mit TMR – Fütterung (Totalmischration) baten wir Familie Piringer zum Interview.

18

SOLAN: Die Milchproduktion hat

sich auf Ihrem Betrieb kontinuierlich

entwickelt. Welche Maßnahmen

haben sie gesetzt, um das heutige

Leistungsniveau zu erreichen?

Piringer: Nach der Hofübernahme

im Jahre 1997 haben wir 2002/03

den bestehenden Anbindestall in

einen Liegeboxenlaufstall umgebaut

bzw. erweitert. Aus baulichen

Gegebenheiten ergab sich eine

kammförmige Anordnung der Liegeboxenreihen

und quer dazu gelegenem

Futtertisch. Der Fressbereich

wurde großzügig bemessen

und mit Schrägspalten versehen,

der Bereich zwischen den Liegeboxen

ist planbefestigt ausgeführt

und wird mittels Schrapper entmistet.

Gerade zu dieser Zeit ging der

Trend und die Beratung fütterungs-

Grafik: Leistungsentwicklung am Betrieb Piringer

technisch in Richtung Mischwagen

und „Voll-TMR“. Arbeitswirtschaftlich

entsprach dies voll meinen Vorstellungen,

einfach eine Mischung

für alle Kühe zu bereiten und auf

eine Abrufstation zu verzichten.

Im Jahre 2004 entschlossen wir

uns zum Ankauf eines Vertikalmischers

und praktizierten das System

Voll-TMR. Die ersten Jahre

zeigten mir aber die Grenzen

dieses Systems auf. Milchkühe mit

schlechter Persistenz und Neigung

zum Fleischansatz gewannen überdurchschnittlich

an Kondition in der

Altmelkphase. Probleme rund um

die Abkalbung in der Folgeperiode

wie mangelnde Fresslust, Ketose

usw. waren vorprogrammiert. Die

vielfach geäußerte Beratermeinung,

dass höherleistende Kühe entspre-

chend mehr und niedrigleistende

Kühe entsprechend weniger Futteraufnahme

zeigen, kann ich in

dieser Form nicht bestätigen.

SOLAN: Trotzdem klopfen Sie momentan

an der 11.000kg Milch Betriebsdurchschnittsmarke.

Welche

Veränderungen verhalfen Ihnen zu

diesem Erfolg?

Piringer: Die Bauweise mit kammförmiger

Anordnung der Liegeboxen

und ein Beratungsgespräch

mit Solan brachten uns auf die Idee,

zumindest 2 Leistungsgruppen und

die darauf abgestimmten Rationen

zu erstellen. Die Bauform sowie die

über dem Futtertisch angebrachten

Kraftfuttersilos geben uns die Möglichkeit,

eine Grundration für die

Altmelker zu erstellen und diese

im Nachhinein einfach für die höherleistende

Gruppe aufzuwerten.

Weiters verbessert natürlich eine

leistungsgerechtere Fütterung wesentlich

die Kraftfuttereffizienz je kg

erzeugter Milch. Daneben haben wir

entsprechend in die Genetik investiert

und fleischige Fleckviehtypen

mit Red Holstein angepaart. Gerade

die TMR- Fütterung verlangt nach

einem Kuhtyp mit entsprechendem

Leistungsniveau und guter Persistenz.

Ansatztypen sowie Kühe

mit stark abfallender Milchleistung

über die Laktationsperiode eignen

sich weniger für die TMR-Fütterung

und sind entsprechend schwerer

zu managen. Ziel der Zuchtausrichtung

ist eine umsatzbetonte Kuh

mit hoch aufgehängtem Euter und

stabilem Fundament.

SOLAN: Welche Genetik setzen Sie

aktuell ein?

Piringer: Bei den Red Holsteins


sind die Vereber Faber, Lichtblick,

Classic und Caribic stark in meinem

Bestand vertreten. Bei den Fleckviehstieren

achte ich auf milchbetonte

Linien und setze momentan

vorwiegend Vanstein, Rurex, Inder,

Römer und Rau ein.

SOLAN: Wie sehen nun die Rationen

im Detail aus?

Piringer: Um hohe Grundfutteraufnahmen

sicherzustellen achten

wir insbesondere auf saubere

und schonende Futterwerbung.

Die einzelnen Grünlandschnitte

silieren wir einzeln auf Haufen. Im

Herbst wird auf jeden Silo Maissilage

aufgefahren, damit haben wir

nach Möglichkeit jeweils nur einen

Silo offen und Nacherwärmungen

durch entsprechenden Vorschub

im Griff. Bei der Mischration wird

zuerst die Grundration für die Altmelker

bereitet, Gras- und Maissilage

im Verhältnis 60:40 wird mit

einer Getreidemischung bestehend

aus Gerste und Weizen ergänzt,

der Rohproteinausgleich erfolgt mit

SOLAN 6155 Eiweißkonzentrat. Je

nach Strukturgehalt der verwendeten

Silagen wird Stroh zur Rohfaserabdeckung

eingemischt. Die

Phosphorversorgung stellen wir

mit SOLAN 60 TMR plus sicher. Je

nach Maissilageanteil und Rohproteingehalt

der Grassilage ergänzen

wir die Ration noch mit Futterkalk

und Futterharnstoff. Der schnelllösliche

Stickstoff des Futterharnstoffs

sowie die schnell fermentierbaren

Getreidekomponenten

dienen in erster Linie der Versorgung

der Pansenmikroben. Mittels

regelmäßiger Kotauswaschung

wird die Aktivität der Pansenbakterien

bestimmt und gegebenenfalls

die Ration nachjustiert. Nach der

Futtervorlage an die Altmelker rangiere

ich den Mischwagen einige

Meter retour und werte die Ration

für die hochleistende Gruppe auf.

Als Energiekomponenten kommen

hier vorwiegend Körnermais

und Trockenschnitte ins Spiel, der

zusätzliche Proteinbedarf wird mit

SOLAN 6155 Eiweißkonzentrat

abgedeckt. Zur Unterstützung des

Energiestoffwechsels und zum Leberschutz

setzen wir SOLAN 64

Niko zu. Als geschmackliche Komponente

und zur Verbesserung der

Homogenität der Mischung ist die

Beimengung von Rohglycerin mit

200g je Tier und Tag vorgesehen.

SOLAN: Erhalten frisch abgekalbte

Kühe eine Sonderbehandlung?

Piringer: Prinzipiell werden die Piringer:

Prinzipiell werden die Milchkühe

nach erfolgter Abkalbung ein

zwei Tage in der niederleistenden

Gruppe gehalten und anschließend

zu den Hochlaktierenden gesperrt.

Um die Futteraufnahme rund um

die Abkalbung hoch zu halten,

bekommen die Transitkühe und

Frischmelker einen Laktationsstarter

bestehend aus aufgeweichter

Trockenschnitte und SOLAN 157

Ketofeed liquid händisch verabreicht.

SOLAN: Anhand welcher Kriterien

werden die Kühe den Leistungsgruppen

zugeteilt?

Piringer: In erster Linie entscheidet

die Milchleistung und der Laktationsstand

über die Gruppenzugehörigkeit.

Ein gutes Hilfsmittel bietet

ebenfalls der Milcheiweißgehalt der

einzelnen Kuh, ausschlaggebend ist

aber die Körperkondition. So können

sich Erstlingskühe mit unterdurchschnittlicher

Kondition durchwegs

noch bei den Frischmelkern

aufhalten, obwohl die Milchleistung

nicht mehr dafür sprechen würde.

So können sich die Erstlingskühe

noch entsprechend körperlich entwickeln

und genügend Reserven

für die Folgelaktation anlegen. Für

R E P O R T

stoffwechselstabile und langlebige

Kühe ist es aber unumgänglich,

jegliche Verfettung in der Altmelkphase

zu vermeiden. Problematisch

ist teilweise der Milchverlust

bei Umgruppierung in die niederleistende

Gruppe, für einen optimalen

Start zur nächsten Abkalbung ist

aber eine optimale Körperkondition

notwendig, d. h. die Kuh darf weder

zu fett noch zu mager sein.

SOLAN: Was nehmen Sie sich für

die Zukunft noch vor?

Piringer: Die Stabilisierung der

Milchleistung bei ca. 10.000kg Herdenschnitt

steht im Mittelpunkt. Es

ist für uns wirtschaftlicher, mit einer

geringeren Kuhzahl viel Milch zu erzeugen,

um so für die Forellenzucht

und Direktvermarktung Zeit zu gewinnen.

Ebenso würden wir für die

Ausweitung der Kuhanzahl zusätzliche

Fläche benötigen, welche momentan

kaum verfügbar ist. Weiters

ist die Motivation und Freude für

die Milchkuhhaltung wesentlich

größer, wenn man täglich an der

Milchmengenmessung sieht, dass

die Kühe „ordentlich“ Milch geben.

Wir sind stolz, die Freude an der

Landwirtschaft unseren Kindern

vermitteln zu können und diese

mit der zweimaligen, erfolgreichen

Teilnahme an Jungzüchterwettbewerben

gezeigt haben.

SOLAN: Wir bedanken uns bei Familie

Piringer für das informative

Gespräch und die gute Zusammenarbeit

recht herzlich und wünschen

weiterhin viel Erfolg und Gesundheit

in Haus und Hof.

DI Klaus Pirker n

19

Interview


20

R E P O R T

Kälberaufzucht für erfolgreiche Rindermast

Wirtschaftliche Rindermast erfordert bereits in der Kälberaufzucht ein hohes Leistungsniveau.

Gerade junge Kälber sind sehr anfällig gegenüber verschiedenen Krankheiten und

Infektionen. Lebensbedrohende Durchfälle sowie Grippe und Lungeninfektionen können

dabei zu schweren Tierverlusten und Leistungseinbußen führen. Um eine schnelle Entwicklung

des Pansens hervorzurufen ist eine frühzeitige Aufnahme von Trockenfutter unumgänglich.

Ein gut und frühzeitig ausgebildeter Pansen gewährleistet einerseits hohe

tägliche Zunahmen sowie eine rasche Jugendentwicklung und setzt andererseits das Risiko

fütterungsbedingter Krankheiten herab.

Fähigkeit zu absorbieren

Die Fähigkeit, die Endprodukte

der Fermentation im Pansen, die

flüchtigen Fettsäuren FFS (Essig-,

Propion- und Buttersäure) absorbieren

zu können, ist ein wichtiges

Kriterium in der Entwicklung des

Pansens. Propion- und Essigsäure

werden beim erwachsenen Wiederkäuer

in der Pansenschleimhaut in

den Stoffwechsel aufgenommen,

das frisch geborene Kalb und überwiegend

mit Milch ernährte Kälber

besitzen diese Fähigkeit nicht. Es

ist deshalb wichtig, dass das Kalb

dies vor dem Absetzen lernt. Die

Pansenwand besteht aus verschiedenen

Gewebeschichten. Jede

Schicht hat ihre eigene Funktion und

entwickelt sich auf Grund verschiedener

Reize. Die Muskelschicht

trägt die innere Epithelschicht und

mischt den Panseninhalt. Die Epithelschicht

ist die absorbierende

Schicht, sie ist in Kontakt mit dem

Panseninhalt. Auf der Oberfläche

der Epithelschicht finden wir fingerartige

Ausstülpungen, welche die

Absorptionsfläche vergrößern. Bei

Geburt sind diese „Finger“ (Papillen,

Pansenzotten) kaum ausgeprägt

und inaktiv. Heu dehnt den Pansen

vor allem volumenmäßig aus

und sorgt für eine gute Entwicklung

der Muskelschicht, welche für die

Pansenkontraktionen notwendig

ist. Getreidestärke wird vor allem in

Propionsäure fermentiert und diese

ist verantwortlich für die Ausbildung

der Pansenzotten.

Tränkemenge an Festfutteraufnahme

anpassen

Auf den Nutzkälbermärkten sind

überwiegend Kälber anzutreffen,

welche vorwiegend mit Milch das

Zielgewicht von 100 bis 120kg erreicht

haben. Die erste Aufgabe für

den Rindermäster besteht darin,

die Kälber so rasch wie möglich

an Festfutter zu gewöhnen und

die Milch abzusetzen. Werden die

Milchgaben bei unzureichender

Festfutteraufnahme abgesetzt leiden

die Kälber und werden anfälliger

gegenüber Erkrankungen, da

der Energie- und Proteinbedarf

keineswegs gedeckt ist. Bei Ankunft

der Kälber am Betrieb hat

sich die Gabe von DENKAMIX-Diät

(Solan 551) bewährt, um einerseits

den Flüssigkeitsverlust nach langen

Transportzeiten auszugleichen

und andererseits das Kalb rasch

mit Energie zu versorgen. Daneben

wird die Verdauung stabilisiert. Um

frühzeitig die Festfutteraufnahme

anzuregen ist die täglich frische Vorlage

eines Kälberstarters mit bester

Schmackhaftigkeit notwendig. SO-

LAN 152 Kälbermüsli bietet durch

hydrothermisch aufgeschlossene

Getreidekomponenten hohe Verdaulichkeit

und beste Akzeptanz.

Durch die spezielle Struktur wird die

Kauaktivität sowie Speichel- und

Enzymbildung angeregt. Werden

von den Kälbern durchschnittlich

1kg Kälbermüsli je Tier und Tag aufgenommen

kann in der Folge auf

einen hofeigenen Kälberstarter mit

SOLAN 51 oder SOLAN 452 Kälberkonzentrat

umgestellt werden.

Die Beimischung von SOLAN 232

DIÄT Lein hat sich zur Stabilisierung

der Verdauung und Erhöhung der

Energiedichte bewährt. Rezepturen

für Eigenmischungen können Sie in

nachstehender Tabelle entnehmen.

Komponenten

Rezeptur

1 2 3

Gerste 17 17 20

Weizen 10 10 20

Mais 21 21 20

Soja 44 19

Soja HP 17

Trockenschnitte 10 12

SOLAN 232 Diat Lein 10 10

SOLAN 51 Levucell 4 4

Dextrose 2 2

Futterkalk 1 1

SOLAN 452 Kälberkonzentrat

40

Bei Aufnahme von durchschnittlich

1,5kg Kälberstarter je Tier und Tag

muss die Tränkemenge reduziert

bzw. am Tränkeautomat das Abtränkeprogramm

gestartet werden. Ein

Überfressen ist durch Begrenzung

auf 2kg Tagesgabe zu verhindern.

Die zweimal tägliche Entfernung

der Futterreste und frische Vorlage

gehört zur Grundbedingung für

optimale Aufzucht in dieser heiklen

Phase. Danach dürfte der fließende

Übergang zur Vormast mit dafür

ausgelegter Kraftfuttermischung

und Maissilagevorlage ad libitum

keinerlei Probleme verursachen.

Kraftfutter und Maissilage in einer

Schubkarre vermischen und mehrmals

täglich den Kälbern vorzulegen

hat sich hier sehr gut bewährt.

Dadurch werden die Kälber laufend

an den Futtertisch gelockt und so zu

richtigen „Fressern“ erzogen.

Eine sorgfältig durchgeführte Aufzucht,

mit angepasster Tränkedauer

und –menge, in Kombination mit

hochwertigen Futterkomponenten

wie SOLAN 152 Kälbermüsli, erbringt

gesunde, frohwüchsige und

widerstandsfähige Jungtiere mit hohen

täglichen Zunahmen auch in den

ersten 100 Tagen. In der Aufzucht

werden die Grundlagen zur Ausbildung

der wertvollen Fleischteile am

späteren Schlachtkörper sowie das

Fundament für hohe tägliche Zunahmen

über die gesamte Mastperiode

gelegt. Gerade in dieser Phase

können Betriebe noch Reserven in

der Rindermast mobilisieren.

DI Klaus Pirker n


R E P O R T

Ergebnisse eines Paramaxin­Feldversuches

in einer Mühlviertler Rehwildpopulation

Einleitung

Endoparasiten stellen bei unserem

Schalenwild eine ständige Belastung

des Wirtsorganismus dar.

Offensichtlich „gesundes Rehwild“

mit geringer Befallsstärke scheidet

als stummer Parasitenträger ständig

infektiösen Kot aus, der das

Fortbestehen der Endoparasiten in

der entsprechenden Wildpopulation

gewährleistet.

Es gibt demnach kein, oder fast

kein Stück Schalenwild ohne Endoparasiten.

Diese schwächen den

befallenen Organismus und sind

so Wegbereiter für nachfolgende

bakterielle und virale Erkrankungen

unseres Schalenwildes, die häufig

tödlich enden.

NESTEROV ermittelte in Rumänien

die Todesursache von 241 verendeten

Rehen nach abnormen krankhaften

Veränderungen (Tabelle).

Todesursache %

Parasitosen 30,2

bakt. und vitale Erkrankungen

20,4

reine Verdauungsstörungen

17,4

Verletzung 10,3

verschiedene andere

Ursachen

4,3

Todesursache von 241 als verendet aufgefundenen

Rehen in einem rumänischen

Revier

Das Maximum der Rehwildverluste

trat im Februar und März auf,

also in einer Zeit der maximalen

Stressbelastung, wie vorangegangene

winterliche Nahrungskarenz,

klimatischer Stress, beginnender

Haarwechsel, Geweihbildung und

beginnende Foetusentwicklung

nach der Eiruhe bei den weiblichen

Tieren.

Eigene Untersuchungen

In einem Mühlviertler Rehwildrevier

wurde ab dem Jahr 1997 bis zum

Jahr 2002 Ivermectin, welches mit

Rehwildfutter zu Pellets gepresst

wurde, auf einer Revierfläche von

970 ha bei der Winterfütterung

eingesetzt. Als Untersuchungsparameter

wurden die durchschnittlichen

Rehwildabschussgewichte

(Wildkörper aufgebrochen und

ohne Haupt) pro Jagdjahr herangezogen.

Nach dem Verbot der

Ivermectinverabreichung wurde

keine Entwurmung des Rehwildbestandes

durchgeführt, aber

dennoch die durchschnittlichen

Abschussgewichte weiter ermittelt.

Ab dem Jahr 2005 wurde Paramaxin

in einer Konzentration von

0,15 % in Pelletform, über einen

Zeitraum von mindestens 4 Wochen

in einem Teil des Revieres bei

der Winterfütterung als Alleinfutter

vorgelegt. Vor der Verabreichung

von Paramaxin wurden parasitologische

Untersuchungen (Sammelkotproben

bei den angelegten

Fütterungen) erstellt, welche eine

Woche nach Beendigung der Pramaxinfütterungsphase

wiederholt

wurden. Bei der ersten Untersuchung

wurden Spulwürmer, Peitschenwürmer,

Nematodierus spp.,

Kokzidien und Cryptosporidien

nachgewiesen. Aufgrund der positiven

Erfahrungen wurde nach zwei

Jahren dieser Versuch im Jagdjahr

2007/08 auf das gesamte Revier

ausgedehnt. Die Ergebnisse dieses

Feldversuches können wie folgt zusammengefasst

werden:

Die Erhöhung der durchschnittlichen

Abschussgewichte (Grafik

1) ist vergleichbar mit der Ivermectinentwurmung,

geringere

Fallwildrate, durch die Verminderung

des Parasitendruckes bei den

Geissen signifikant höhere Kitzabschussgewichte

(Grafik 2), verbesserte

Geweihbildung in Form einer

Erhöhung des durchschnittlichen

Geweihgewichtes, vermehrte Perlenbildung

und absehbare Tendenz

zur Mehrendigkeit durch sekundäre

Pflanzeninhaltsstoffe.

Conclusio

Der Paramaxineinsatz stellt trotz

einer erheblichen finanziellen Belastung

für die Reviere, durch eine

signifikante Steigerung der durchschnittlichen

Abschussgewichte,

einen nicht unwesentlichen positiven

wirtschaftlichen und durch die

Verbesserung der Trophäen einen

wünschenswerten jagdlichen Effekt

dar. Außerdem wird durch eine

deutliche Minderung des Parasitendruckes

eine Verbesserung der

Wildbestandshygiene erzielt. Als

überaus positiv ist zu vermerken,

dass das Ergänzungsfuttermittel

Paramaxin wartezeitfrei, in Bezug

auf die Verwertung des Wildes, ist.

Dr. Roland Muxeneder

Grafik 1

Grafik 2

21

Wild

„Sie merken den Unterschied:

Wildmüsli von SOLAN“

NEU im Sortiment: SOLAN 8295 W mit Paramaxin

Für widerstandsfähigere Tiere und bessere Trophäen.

Ersetzt auf natürliche Weise was fehlt! Einsatz: Für

mind. 4 Wochen im Spätherbst und mind. 4 Wochen

am Ende des Winters. In „Problemrevieren“ kann SO-

LAN 8295 W auch durchgehend eingesetzt werden.


Pferde

22

R E P O R T

Fütterung der Zuchtstute

Zuchtstuten sollen möglichst jährlich

ein gesundes Fohlen zur Welt

bringen, ein Ziel, dass nur von rund

2/3 aller Stuten erreicht wird. Eine

angepasste Fütterung, einwandfreie

Grundfutterqualität, eine gute

Zuchtkondition der Stute, und natürlich

optimale Haltungsbedingungen

können dazu beitragen,

diese Situation erheblich zu verbessern.

Stutenfütterung nach Phasen:

Die Natur hat es so eingerichtet,

dass eine Stute ihr Fohlen nur behält,

wenn die elf Monate dauernde

Trächtigkeit für das Muttertier ohne

Schaden zu überdauern ist. Findet

kein Ausgleich statt, so verschlechtern

sich leichte Mängel während

der Trächtigkeit und die Aussichten

auf eine erfolgreiche Trächtigkeit

und ein gesundes Fohlen sinken.

Grundsätzlich kann man die Stutenfütterung in vier Phasen einteilen:

l Fütterung vor und um den Decktermin

l Fütterung der nieder tragenden Stute bis zum Ende des siebten Monats

l Fütterung der hoch tragenden Stute bis zum Abfohlen

l Fütterung in der Laktationsphase bis zum Absetzten des Fohlens

Die Fütterung vor dem Decktermin

Die Stute sollte sich daher vor der

Belegung in einem guten, nicht

verfetteten Futterzustand befinden.

Neben einer ausgeglichenen

Mineralstoffversorgung und ausreichender

Versorgung an Spurenelementen

kann durch die Gabe von

18.000IE Vitamin A und 18mg Vitamin

E pro 100kg Körpergewicht die

Chance auf eine erfolgreiche Belegung

erhöht werden. Weiters ist

es ratsam, vier bis sechs Wochen

vor der Belegung mit der Gabe von

ß-Carotin (40mg/100kg Körpergewicht)

zu beginnen.

Fütterung der nieder tragenden

Stute

In den ersten 8 Wochen nach der

Belegung ist der Embryo noch

nicht mit dem Uterus verbunden

und daher besonders anfällig gegenüber

Umwelteinflüssen. Aus

diesem Grund ist in der Anfangszeit

der Trächtigkeit Stress durch Futterumstellungen

oder Veränderungen

in der Haltung zu vermeiden.

Bei nichtlaktierenden Stuten besteht

in der Anfangsphase der

Trächtigkeit die Gefahr einer Energieüberversorgung.

Da während

der Rosse bei rund 1/3 der Tiere

Doppelovulationen – und Befruchtungen

vorkommen, kann bei Energieüberschuss

die erwünschte

Abstoßung eines Embryos unterbleiben.

Daher gilt in der ersten

Phase der Trächtigkeit, das Pferd

nicht überfüttern!

Nach der ersten kritischen Phase

der Gravidität ist bis zum Beginn

der Hochträchtigkeit die Fütterung

weitgehend unproblematisch, wobei

die Stute nach Erhaltungsbedarf/

bzw. wenn sie geritten wird,

nach Arbeitsleistung mit einem normalen

Ergänzungsfutter zu füttern

ist. Immer, vor allem aber in der

Trächtigkeit sollte der Grundfutterqualität

besondere Aufmerksamkeit

geschenkt werden, da Giftstoffe in

verschimmeltem Heu Aborte begünstigen

können. Wichtig für die

normale Entwicklung des Fötus

aber auch für eine unkomplizierte,

leichte Geburt ist, der Stute ausreichend

Bewegung an der frischen

Luft zu ermöglichen.

Fütterung der hoch tragenden

Stute:

Erst mit der beschleunigten Fötenentwicklung

ab dem siebten Trächtigkeitsmonat

sollte die Energiezufuhr

bis zum Abfohlen um 30%,

die Eiweißzufütterung um ca. 40%

steigen. Der Bedarf an Calcium und

Phosphor nimmt sogar um mehr als


Züchterin: Helga Märzendorfers Stutfohlen Belissima von Fit For Fun aus der Basilia, einer

Dorano Wachtelkönig Stute

50% zu. In Aufbausituationen des

Organismus wie Trächtigkeit und

Wachstum, müssen viele Stoffwechselvorgänge

intensiver ablaufen.

Dementsprechend ergibt sich

auch ein Mehrbedarf für bestimmte

Spurenelemente. Dies trifft auch für

die Stute in der späten Trächtigkeitsstufe

zu - insbesondere, wenn

ab dem neunten Trächtigkeitsmonat

die Knochenmineralisierung des

Fötus beginnt. Für diesen Vorgang,

der bereits Weichen stellt für die

spätere Gliedmaßenstabilität des

Pferdes, werden unter anderem

vermehrt Zink, Kupfer und Mangan

benötigt. Ein weiterer Zusatzbedarf

an Spurenelementen entsteht, weil

der Embryo einen Vorrat für die ersten

Lebensmonate des Fohlens

anlegen muss.

Alle Steigerungen sollten fließend,

nicht abrupt gestaltet werden, um

Komplikationen wie Kolik und Hufrehe

zu vermeiden. Die veränderten

Mengenverhältnisse der Nährstoffe

zueinander können am besten mit

einem speziellen Zuchtfutter (zum

Beispiel Solan 182 Vollwert) realisiert

werden. Es sollte das zuvor

verwendete normale Ergänzungsfutter

bis zum neunten Trächtigkeitsmonat

allmählich komplett

ablösen.

SOLAN 182 Vollwert

In der letzten Phase der Trächtigkeit

(ca. 14 Tage vor der Geburt) kann

zusätzlich eine aufgeschlossene

Leinsamenmischung (Diät Lein)

zugefüttert werden. Die Schleimstoffe

des Leinsamens bewirken

einerseits eine gute Darmtätigkeit

und beugen so Verstopfungen vor,

andererseits enthält die Stutenmilch

Diät Lein gefütterter Stuten

mehr Omega 3 Fettsäuren, was die

Entwicklung des Fohlens positiv

beeinflusst.

Vor der Geburt wird die Futtermenge

gedrosselt, damit der Verdauungstrakt

während der Geburt

nicht überladen ist. Von einem

vollständigen Futterentzug vor der

Geburt ist jedoch abzuraten, da es

dadurch zu einer verfrühten Auslösung

der Geburt und damit verbunden

zu lebensschwachen Fohlen

kommt. Nach der Geburt sind Trän-

A N T W O R T K A R T E

q Ich interessiere mich für den Einsatz von Plamaprotein – senden Sie mir weitere

Unterlagen

q Ich habe Interesse an der Wasserdesinfektion mit Chlordioxid.

q Senden Sie mir nähere Unterlagen über das Wildfuttersortiment/Paramaxin

q Senden Sie mir Unterlagen über das Pferdefuttersortiment

q Ich habe Interesse an einer Außendiensttätigkeit bei SOLAN

q Bitte senden Sie mir nähere Informationen über

R E P O R T

ken mit Weizenkleie und Kochsalz

zweckmäßig.

Fütterung

Stute:

der laktierenden

In den ersten drei Tagen nach der

Geburt ist unter genauer Beobachtung

der Fresslust und der Verdauungstätigkeit

die Fütterung der Stute

knapp zu halten. Anschließend

ist die Ration dem steigenden Bedarf

an Energie, Eiweiß und Mineralstoffen

anzupassen. Dem kann

über die Frühjahrsweide und junges

Heu, vor allem aber durch eine

kontinuierliche Steigerung beim

Zuchtfutter Rechnung getragen

werden. Besteht in den ersten Laktationsmonaten

ein Energiedefizit,

so sind Abmagerung, verringerte

Milchproduktion und bei Stuten die

bereits in der Fohlenrosse belegt

wurden, eventuell Fruchtresorption

die Folge.

Insgesamt kommt es darauf an, mit

rechtzeitigen kontinuierlichen Futterumstellungen

auf die jeweilige

Bedarfssituation von Zuchtstuten

und Fohlen zu reagieren. Mit einer

natürlich ausgewogenen Fütterung,

die Energie, hochwertiges

Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und

Spurenelemente in angemessenen

Mengen enthält, werden die Zuchtstuten

vor frühzeitiger Auszehrung

bewahrt. Die Fohlen können ihr

Erbpotential voll entfalten und der

Grundstein für ein langes und gesundes

Pferdeleben ist gelegt.

Ihre DI (FH) Daniela Humer n

Zutreffendes bitte ankreuzen, ausschneiden und einsenden an Firma SOLAN oder Ihrem

SOLAN-Futtermittelberater mitgeben.

Pferde


Absender:

R E P O R T

SOLAN Generation

Plus

Generation Plus ist ein hochwertiges

Müsli, das speziell für

die Bedürfnisse älterer Pferde

entwickelt wurde. Neben der

Verwendung hochwertiger Getreidekomponenten

in hydrothermisch

aufgeschlossener

Form, enthält Generation Plus

eine aufgeschlossene Leinsamenmischung,Mariendistelpresskuchen,

Lecithin und an

die Bedürfnisse älterer Pferde

angepasste Gaben an Vitaminen,

Mineralien und Spurenelementen.

Komplettiert wird diese

hochwertige Müslimischung

durch die Beimengung strukturierter

Rohfaser in Form von geschnittener

Luzerne. Zwei Kundinnen,

die Generation Plus nun

schon seit 5 Monaten in Verwendung

haben, berichten über die

Erfahrungen, die Sie mit diesem

Produkt gemacht haben.

Andrea Petrounig über Generation

Plus:

Ein wohl duftendes, von Pferden

problemlos angenommenes neues

Futter. Unser Oldie kann es trotz

langer Zähne gut fressen, im Kot

findet man keine ganzen Körner..

Sein Fell ist schön glänzend, er

wirkt gesund, die Hufe wachsen

schnell und sind hart, aber elastisch.

Schleimhäute sind schön

rosa. Die Gabe von Mineralstoffen

erspare ich mir, da sie aufgrund

der geschilderten Angaben einfach

nicht nötig sind.

Ich weiß nicht, ob das auch interessant

für Anwender von Generation

Plus ist: In diesem Futter lassen

sich gut Medikamente „verstecken“.

SOLAN

Kraftfutterwerk

Porto zahlt

Empfänger

Schmalwieser Ges.m.b.H. & Co KG

4672 Bachmanning

Claudia Thurner zu „Solan Generation

Plus“

Schon lange war ich auf der Suche

nach einem qualitativ hochwertigen

Kraftfutter für meine 24jährige

Westfalenstute „Arkade“. Sie ist

aktiv und möchte regelmäßig bewegt

werden, um auch in Zukunft

fit zu bleiben. In den letzten 2-3

Jahren hat sie aber altersbedingt

an Gewicht verloren. Bereits nach

einem Monat Fütterung mit „Generation

Plus“ konnte ich eine leichte

Gewichtszunahme bemerken.

Arkade hat vom ersten Bissen an

das Futter sehr gerne genommen,

die strukturierten Rohfaserteile laden

zum langsamen Fressen und

besseren Einspeicheln des Futters

ein. In Kombination mit dem „Diät

Lein“ hat unsere Stute nun nach ca.

einem halben Jahr sichtbar an Gewicht

zugelegt, macht einen sehr

munteren Eindruck und hat ein

wunderschön glänzendes Fell. Ich

bin von der unterstützenden Wirkung

des Mariendistelkomplexes

in „Generation Plus“ überzeugt -

möge es uns lange helfen unsere

Stute gesund und vital zu halten!

Eigentümer, Herausgeber und Verleger:

SOLAN Kraftfutterwerk

Schmalwieser Ges.m.b.H. & Co KG

4672 Bachmanning

Telefon 0 77 35 / 70 70-0

Telefax 0 77 35 / 70 70-16

www.solan.at – e-mail: solan@solan.at

Verantwortlich für den Inhalt:

Ing. Andreas Jung

Auflage: 8.000 Exemplare. Gedruckt auf

umweltfreundlichem Papier (chlorfrei

gebleicht)

Bar freigemacht beim Postamt

A-4673 Gaspoltshofen

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