Wissensbilanz Bericht 2010 - ZIT

zitco

Wissensbilanz Bericht 2010 - ZIT

Wissensbilanz

Bericht 2010

Wien, im Juni 2011


1. Intro 4

2. Menschen 10

3. Förderung 18

4. Dienstleistungen 24

5. Immobilien 32

6. Wissenschaftskommunikation 36

7. Consulting 42

8. Corporate Social Responsibility 46

Wissensbilanz 2010 _


1. Intro


Wissensbilanz III

Die dritte Wissensbilanz der ZIT liegt nun vor -

sie umfasst das Geschäftsjahr 2010.

Wir möchten Ihnen damit einen mit Fakten und

Daten unterlegten Eindruck von den Wirkungen

unserer Leistungen vermitteln – Leistungen, für

die wir unser sogenanntes „Intellektuelles Kapital“

einsetzen – das sind die Menschen in der ZIT, deren

Beziehungen zu KundInnen und PartnerInnen

sowie die Strukturen und Prozesse, die ihre Arbeit

prägen.

Der Zusammenhang zwischen intellektuellem Kapital, den Leistungen der ZIT und deren Wirkungen:

Intellektuelles Kapital Leistungen Wirkungen

Humankapital

Management und

MitarbeiterInnen

Strukturkapital

Leistungsprozesse, Unternehmenskultur,Infrastruktur

Beziehungskapital

KundInnen, Netzwerke

und PartnerInnen

Förderungen

Dienstleistungen

Immobilien und

Standortentwicklung

Kommunikation und

Bewusstseinsbildung

Consulting zur

Innovationspolitik

erfolgreiche Forschung und überregional

sichtbare Innovationen

aus Wien

hohe Attraktivität des Standortes

Wien für UnternehmensgründerInnen

und internationale Technologiefirmen

nachhaltig innovierende und damit

konkurrenzfähige Unternehmen

aufnahmebereiter Heim- und Pilotmarkt

für Innovationen aus Wien

zukunftsweisende und wertorientierte

Technologiepolitik in Wien

nachhaltige, umwelt-, sozial- und

gendergerechte Forschung und

Wirtschaft

ausreichender und hochqualifizierter

Nachwuchs für Jobs in Wissenschaft

und Technik

informierte, sensibilisierte und technologiefreundliche

Bevölkerung

Wissensbilanz 2010 _

5


Kernkompetenzen

6

Wir verwenden die Wissensbilanz aber auch und

in erster Linie als Instrument des strategischen

Managements. Die mit Hilfe dieser Bilanz deutlich

gemachten Veränderungen gegenüber dem Vorjahr

geben uns wertvolle Hinweise darauf, wo und wie

wir die Qualität unserer Produkte und die Effizienz

unserer Abläufe weiter steigern und allenfalls auftretende

Fehlentwicklungen rasch beheben können.

Dazu haben wir unsere Kernkompetenzen definiert

– ein Bündel von erfolgsbestimmenden und für unsere

KundInnen wertschöpfenden Leistungen.

Strategie und Schwerpunkte

Viele der Kennzahlen in den folgenden Aufstellun-

gen zeigen eindrücklich die strategische Entwick-

lung der ZIT von einer Förderstelle zur Technolo-

gieagentur der Stadt Wien mit einem umfassenden

Leistungs angebot.

Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zu allen

anderen Technologieagenturen in Österreich und

die wichtigste Kompetenz der ZIT ist die Integration

aller Kernkompetenzen zu einem vollständigen

Leistungsportfolio mit Produkten und Leistungen,

die unseren KundInnen in allen Phasen des

Innovationsprozesses Unterstützung bieten.

Kennzahlen beschreiben das intellektuelle Kapital,

die Leistungen und deren Wirkungen innerhalb

dieser Kernkompetenzen und ermöglichen uns,

die Entwicklung der ZIT und ihrer Leistungen in

einem objektivierbaren Controllingkreislauf darzustellen.

So können wir unsere Unternehmensziele

und deren Erreichung optimal steuern.

Die kontinuierliche Anpassung der Unternehmensstrategie

an eine sich rasch verändernde Umwelt

und das richtige Setzen von Arbeitsschwerpunkten

sind - im Sinne einer lernenden Organisation - das

Ergebnis dieser Steuerung.

Dieses Leistungsportfolio breiten wir grundsätzlich

über alle innovationsaktiven Unternehmen in Wien

und die für ihre Entwicklung wichtigen Akteure des

Innovationssystems aus.

Besondere Schwerpunkte setzen wir in den von der

Wiener Wirtschaft besonders stark besetzten Technologiefeldern

wie den Informations- und Kommunikationstechnologien,

den Neuen Medien, den Life

Sciences oder den Umwelttechnologien.

Diese Technologieschwerpunkte sind nicht scharf

voneinander abzugrenzen, sie nützen Ergebnisse

verschiedenster Wissenschaftsdisziplinen, werden


Die Kernkompetenzen der ZIT

FÖRDERUNGEN

IMMOBILIEN

& STANDORT- DIENSTLEISTUNGEN

CONSULTING ENTWICKLUNG

KOMMUNIKATION

Aufbereitung und

Akzentuierung von

aktuellen Themen wie

Gender Mainstreaming,

Wissensbilanzierung

u.v.a.m.

Positionspapiere

und Stellungnahmen

in verschiedenen

technologiepolitischen

Arbeitsfeldern der

Stadt Wien

überregionale Kooperationen

und Beratungsaktivitäten

für andere

Förderagenturen

ZIT08 plus

FORSCHUNG

INNOVATION

KOOPERATION

KOMMUNIKATION

WISSEN

Entwicklung des

Media Quarter Marx

bzw. von

Neu Marx

als Technologiequartier

ZIT media

Initiative zur

Stärkung des

Medienstandortes

Wien

Förderberatung Das Wiener

Forschungsfest (on-tour)

Innovation und

Forschung für alle

Technologieberatung WienerInnen

Fem Power –

Gender Mainstreaming

Wien Win

Innovationsorientierte

Öffentliche Nachfrage

INiTS Universitäres

Gründerzentrum

Wiener

Kompetenzzentren

Infrastrukturen an Universitätsstandorten Innovationsgespräche

LISA Life Science Austria Vienna Region – Clusternetzwerk

Ideenattacke!

Workshops zu

Innovation und

Forschung für

SchülerInnen

ZIT Success Stories

Leistungsschau der

geförderten Unternehmen

Weitere Aktivitäten

wie Messen und

Veranstaltungen

Wissensbilanz 2010 _

7


„Der entscheidende Vorsprung für

Unternehmen ergibt sich aus ihren

immateriellen Werten wie zum Beispiel

dem Wissen der MitarbeiterInnen

oder den KundInnenbeziehungen.

Sie sind die Basis für innovative Produkte und

Dienstleistungen. Die ZIT fördert Wiener Unternehmen

als Technologieagentur der Stadt Wien und stellt

in der vorliegenden Wissensbilanz ihr Wissen und

Schaffen auch selbst auf eindrucksvolle Weise dar.“

Mag. a Renate Brauner,

Vizebürgermeisterin der Stadt Wien, Stadträtin für Finanzen,

Wirtschaftspolitik und Wiener Stadtwerke


von unterschiedlichen Forschungsfeldern getragen

und beeinflussen vielfältige Anwendungs- und Lebensbereiche.

Und sie alle leisten ihren Beitrag zu

wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Missionen

der Wiener Stadtpolitik.

Von der ZIT besonders

fokussierte Missionen 2010:

¬ Die Stadt 2020: Entwicklung innovativer

Stadttechnologien, um die Lebensqualität

der Stadt weiter auszubauen und die

Ressourcen nachhaltig zu sichern

¬ Vernetzung Mensch-Maschine:

Ambiente Informations- und

Kommunikationstechnologien, die unser

Leben verändern und erleichtern

¬ Neue Medien & Medienkonvergenz:

Innovationen in den Bereichen Bewegtbild,

Mobiles Internet, Games

¬ Green Innovation: Grüne Technologien

als Leitindustrie des 21. Jahrhunderts,

Umwelttechnik und erneuerbare Energien

Dass unsere Leistungen für Wiener Unternehmen

– Förderprogramme, Dienstleistungen, Raumangebote

– alle Phasen des betrieblichen Innovationsprozesses

abdecken (und dabei natürlich komplementär

zu den Angeboten anderer Förderagenturen

sind), macht die ZIT zu einem „Enabler“ für Innovationsprojekte.

Wir wollen als Technologieagentur

der Stadt Wien unseren KundInnen als Partnerin

zur Seite stehen und gemeinsam mit der Wiener

Wirtschaft erfolgreiche „Innovationen aus Wien“

ermöglichen.

Wissensbilanz 2010 _

9


2. Menschen


Menschen und Strukturen

Unser wichtigstes Kapital sind die ZIT Mitarbeiter-

Innen, ihre Beziehungen und Netzwerke sowie die

Strukturen, in denen sie arbeiten. Als Dienstleisterin

und Partnerin für die innovationsaktive Wiener

Wirtschaft können wir nur dann qualitätsvolle

Leistungen bieten, wenn wir dieses Kapital pflegen

und ausbauen:

Das ZIT-Team

Um die vielfältigen und meist recht komplexen Aufgaben

der ZIT und die Ansprüche unserer Kund-

Innen zu erfüllen, brauchen die Menschen in der

ZIT Wissen, Innovationskraft und Motivation.

Diese Werte gedeihen in einem ergebnisorientierten,

von hoher Selbstorganisation und kontinuierlichem

Lernen bestimmten Milieu. Eine Unterneh-

Das ZIT-Team und seine Entwicklung

¬ Humankapital – das ZIT-Team mit

all seinem Können und Wollen

¬ Beziehungskapital – das Netzwerk aus

KundInnen, PartnerInnen und EigentümerInnen

¬ Strukturkapital – die Infrastrukturen und die

Management- und Leistungsprozesse der ZIT

menskultur, die den Mut zu Neuem belohnt (und

Scheitern toleriert), fördert das Engagement der

MitarbeiterInnen.

Auch die flexiblen Arbeitszeiten und das Fördern

einer ausgewogenen „work-life-balance“ sind dafür

wichtig: Je nach Lebenssituation können zeitweise

Telearbeit, flexible Teilzeit, Bildungsfreistellungen

2008 2009 2010

MitarbeiterInnen headcount 21 22 25 1

MitarbeiterInnen Vollzeitäquivalente 18,4 19,1 22,0

Fluktuation +4

-2

1 davon zwei verliehen

+3

-2

+3

-0

Wissensbilanz 2010 _

11


und dgl. die Vereinbarkeit von beruflichen und pri-

vaten Herausforderungen wesentlich erleichtern –

rund 20% aller Arbeitsverhältnisse in der ZIT sehen

derzeit solche Möglichkeiten vor.

Innovation braucht Vielfalt - die Diversität des

Erfahrung und Innovation im ZIT-Team

Teams und insbesondere das ausgewogene Verhältnis

von Jung und Alt, Dynamik und Erfahrung,

Frauen und Männern ist ein wichtiger Beitrag zur

Erneuerungskraft der ZIT.

2008 2009 2010

Jahre durchschnittliches Lebensalter 36,7 35,7 35,7

Jahre durchschnittliche Berufserfahrung 11,7 11,5 11,5

Anteil erfahrener MitarbeiterInnen (länger als drei Jahre in der ZIT) 52% 54% 60%

Anteil junger MitarbeiterInnen (jünger als 35) 52% 59% 56%

Anteil AkademikerInnen (inkl. FH) 76% 79% 80%

Anteil der Frauen bei den MitarbeiterInnen 62% 67% 64%

Anteil von Frauen in Führungspositionen 38% 20% 33%

Unterschiedliche Bildungshintergründe im ZIT-Team

2008 2009 2010

Wirtschaft 57% 58% 62%

Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften, Recht 24% 25% 20%

Naturwissenschaften und Technik 19% 17% 18%

Wissensbilanz 2010 _

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14

Schließlich muss durch kontinuierliche Weiterbil-

dung jenes Wissen aufgebaut und erweitert werden,

das uns zu kompetenten GesprächspartnerInnen

für unsere KundInnen macht – 2010 konnten einige

MitarbeiterInnen mehrjährige berufsbegleitende

Weiterbildung des ZIT-Teams

Studiengänge beenden. Dies bringt die in den Vorjahren

überdurchschnittlich hohe Zahl an Weiterbildungstagen

auf ein - für eine kontinuierlich

lernende Organisation - übliches Maß:

2008 2009 2010

Tage je MitarbeiterIn (in VZÄ) 14,2 14,2 7,9

davon regelmäßige Intensivausbildung (FH-, MBA-Studien etc.) 56% 29% 26%


Die KundInnen der ZIT

Als Dienstleisterin ist für uns die genaue Kenntnis

unserer KundInnen – innovationsaktive Wiener

Unternehmen – sehr relevant. In den zehn Jahren

des Bestehens der ZIT haben mehr als 3.500 unterschiedliche

Wiener Unternehmen unsere Leistungen

in Anspruch genommen und es werden immer

noch mehr – 2010 waren mehr als 70% unserer

Kund Innen zum ersten Mal in der ZIT.

Die Zufriedenheit unserer KundInnen in Schulnoten

1,2

1,4

1,6

1,8

2

2,2

2,4

2,6

1,6

1,7

1,7

1,9

2,3

2008

Mit dem Feedback unserer KundInnen in zahlrei-

chen Gesprächen und aus Befragungen können wir

unsere Angebote so gestalten, dass sie wirksam, gut

zugänglich und nutzenstiftend für unsere KundInnen

sind. Dies scheint uns gut und immer besser

zu gelingen, wie die Ergebnisse der jüngsten Kund-

Innenbefragung2 im Vergleich mit gleichartigen

Befragungen in den Vorjahren zeigen:

2009

KundInnenorientierung

Beratungskompetenz

Eingehen des ZIT-Teams auf spezifische Fragen und Herausforderungen

Vernetzung mit für Sie relevanten Einrichtungen, Unternehmen etc.

Einsatz des ZIT-Teams, mich bei der Realisierung meiner Vorhaben zu unterstützen

2 Online-Befragung, März 2011: Rund 470 KundInnen aus 2010 wurden befragt; 110 von ihnen haben geantwortet.

Die Antworten waren anonym; es wurden auch KundInnen befragt, deren Förderansuchen abgelehnt werden musste.

1,6

2

2,4

1,6

1,7

2010

1,3

1,4

1,4

1,5

1,6

Wissensbilanz 2010 _

15


16

Der Grad und die Qualität der Vernetzung mit Kun-

dInnen und die Beziehungen zu KundInnen, Part-

nerInnen und EigentümerInnen zeigen sich unter

anderem in der Lehr- und Vortragstätigkeit der

ZIT-MitarbeiterInnen bei Bildungseinrichtungen,

anderen Agenturen und vor spezifischen KundIn-

Die NetzwerkpartnerInnen der ZIT

Unser eigenes Wissen allein reicht nicht, um für

unsere KundInnen eine perfekte Ansprechpartnerin

für alle Phasen des Innovationsprozesses zu

sein. Wir können den UnternehmerInnen nur dann

wirksame Unterstützung anbieten, wenn wir auf

ein gut ausgebautes PartnerInnen- und Spezialis-

Das Netzwerk der ZIT

InvestorInnen (Immobilienbereich)

Medienschaffende

WirtschaftsdienstleisterInnen

Forschung und Bildung

Politik und Verwaltung

n 2008 n 2009 n 2010

0%

6%

6%

7%

9%

9%

10%

13%

nengruppen und Interessensvertretungen: sie stieg

von 1,8 Tagen pro MitarbeiterIn im Jahr 2008 über

zwei Tage im Jahr 2009 auf nunmehr 2,5 Tage pro

MitarbeiterIn im Jahr 2010. Unsere MitarbeiterInnen

mit ihrem so unterschiedlichen Know-how

sind also als ExpertInnen gefragt.

tInnen-Netzwerk zurückgreifen können.

Dieses Netzwerk hat sich in den 10 Jahren des Bestehens

der ZIT respektabel entwickelt und wurde

nun auch einer qualitativen Auslese und Fokussierung

unterzogen, um noch gezielter Know-how für

unsere KundInnen heranziehen zu können:

21%

21%

30%

29%

31%

26%

5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 45%

41%

41%


Das Beziehungsnetzwerk der ZIT ist zu ergänzen

um jene Unternehmen, mit denen wir in Form einer

gesellschaftsrechtlichen Beteiligung verbunden

sind und in der Regel besonders intensiv zusam-

Die ZIT ist beteiligt an

menarbeiten. Deren spezialisiertes Know-how ist

ein wichtiger Teil unseres Wissensschatzes und

macht einige unserer Leistungen erst möglich:

Stand 31.12. 2010 mit Unternehmenszweck PartnerInnen

LISA Vienna Region 50% Life Science

Clustermanagement

Neu Marx

Standortmarketing GmbH

INiTS Universitäres

Gründerservice Wien GmbH

BMT Medizinische

Forschung und

Entwicklung GmbH

50% Standortmarketing im

Stadtentwicklungsgebiet

Neu Marx

Marx Realitäten GmbH 86% Immobilienverwaltung

MediaQuarter Marx 1

und 2

Media Quarter Marx

Errichtungs- und

VerwertungsgmbH

Vienna Standortmanagement

GmbH

AWS Austria

Wirtschaftsservice GmbH

Immobilienentwicklung

St. Marx GmbH

(Wien-Holding)

26% AplusB Gründerzentrum Uni Wien und TU Wien

22% Medizinische Forschung MedUni Wien, BOKU Wien

und private PartnerInnen

40% Immobilienentwicklung

und Errichtung

Media Quarter Marx 3

private PartnerInnen

private PartnerInnen

45% Facility Management private PartnerInnen

Wissensbilanz 2010 _

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3. Förderung


Finanzielle Unterstützung

Im Zentrum der Kernkompetenzen der ZIT stehen

die Konzeption und die Abwicklung der Technologieförderprogramme

der Stadt Wien – derzeit sind

dies die unter der Richtlinie ZIT08 plus zusammengefassten

Programme

¬ Forschung

¬ Innovation

¬ Kooperation

¬ Kommunikation

¬ Wissen

In diesen Zuschussprogrammen wurden im Jahr

2010 insgesamt 241 Projekte zur Förderung eingereicht.

Ein großer Teil der KundInnen nahm darüber

hinaus das Angebot der ZIT wahr, im Vorfeld

der Einreichung umfassend beraten zu werden.

Die eingereichten Projektanträge wurden einer

eingehenden Formalprüfung unterzogen und der

Bewertung durch externe Fachleute zugeführt. Darüber

hinaus wurden Jurysitzungen organisiert und

im Zuge dessen die Entscheidung herbeigeführt

und dokumentiert. Schließlich musste die Entscheidung

an die KundInnen klar und konzise kommuniziert

werden. Weiters wurden im Jahr 2010 im

Rahmen des Projektcontrollings (Formalprüfung

von Abrechnungen, Organisation und Mitwirkung

an der inhaltlichen ex-post-Evaluierung, Kommunikation

mit den KundInnen) 80 weitere Projekte

betreut, welche in früheren Perioden gefördert

worden waren und nun zum Abschluss kamen.

Eine besondere Herausforderung ist die inhaltliche

Konzeption und organisatorische Durchführung von

thematischen Förderungsausschreibungen (Calls):

2010 wurden drei Calls durchgeführt, bei denen

jeweils die fundierte Auswahl des Themas, die Konzeption

der Ausschreibungstexte, die Information

und Bewerbung an die Zielgruppe sowie die Organisation

des Entscheidungsprozesses in Form von

zweitägigen Jurysitzungen mit externen Fachleuten

durchgeführt wurde. Seit 2010 werden zu den Jurysitzungen

auch Hearings mit den Projektwerbern

durchgeführt, was die Qualität der Entscheidungsprozesse

weiter erhöht.

Die Calls im Jahr 2010 waren

¬ Media Vienna 2010 (Innovation)

¬ Die Stadt 2020 (Forschung)

¬ IKT Wien 2010 (Forschung)

Schließlich wurde 2010 mit der Konzeption und

Ausarbeitung der neuen Richtlinie ZIT12 begonnen,

die im Laufe des Jahres 2011 fertiggestellt und

dem Genehmigungsprozess zugeführt werden soll,

damit sie im Jahr 2012 in Kraft treten kann. Die

ZIT verfügt über hervorragendes (auch von anderen

Förderagenturen genutztes) Know-how für die

Konzeption derartiger spezialisierter Förderprogramme.

Gender MonitoringBericht Wissensbilanz 2011 2010 _

19


Förderschwerpunkte

20

Die ZIT arbeitet nun seit 10 Jahren als Techno lo-

gie agentur der Stadt Wien - eine gute Gelegenheit

für einen Rückblick auf die Förderschwerpunkte

der ZIT, die stets in Form von Förderwettbewerben

(Calls) zum Ausdruck kamen und dabei Stärke fel-

der der innovativen Wiener Wirtschaft und/oder

strukturelle und gesellschaftliche Heraus forde run-

gen adressierten:

¬ Informations- und

Kommunikationstechnologien

¬ Medien – Creative Industries,

Multimedia & Content, Bewegtbild

¬ Umwelt & Energie, Ressourcenoptimierung,

Stadttechnologien

¬ Life Sciences – Biotechnologie,

Medizin & Medizintechnik

¬ FemPower – Frauen in Innovation & Forschung

¬ Kooperation & Technologietransfer

2011 stehen neue Calls im Rahmen folgender

Schwerpunkte bereit:

¬ Green Innovation (nachhaltige, ressourcenoptimierte

Lösungen in unterschiedlichen

Technologiebereichen)

¬ Life Sciences (Biotechnologie, Pharmazeutik,

Diagnostik, Medizintechnik)

¬ From Science to Products (Verwertung wissenschaftlicher

Erfolge in innovative Produkte

und Dienstleistungen/Technologietransfer)

FÖRDERBILANZ

Programm

FORSCHUNG Calls

INNOVATION Call & lfd. Einreichung

KOMMUNIKATION

KOOPERATION

WISSEN

Summe ZIT08 plus

ZIT05 plus

Kompetenzzentren und AplusB-Zentrum INiTS

Summe alle Programme

FÖRDERBILANZ

Programm

FORSCHUNG Calls

INNOVATION Call & lfd. Einreichung

KOMMUNIKATION

KOOPERATION

WISSEN

Summe ZIT08 plus

ZIT05 plus

Kompetenzzentren und AplusB-Zentrum INiTS

Summe alle Programme


Übersicht über die Entwicklung der Förderprogramme 2008 – 2010

PROJEKTEINREICHUNGEN GEFÖRDERTE PROJEKTE FÖRDERUNGSSUMMEN*

2008 2009 2010 2008 2009 2010 2008 2009 2010

66 60 76 22 20 28 3.450.073 4.414.041 3.565.767

86 122 126 36 43 41 2.621.144 4.530.169 4.058.422

13 18 18 3 7 10 495.347 315.739 444.636

14 10 18 6 4 7 269.239 137.401 293.142

12 10 3 6 4 3 418.607 135.246 109.861

191 220 241 73 78 89 7.254.410 9.532.596 8.471.828

27 0 0 12 1 0 5.606.165

14 9 12 14 9 12 3.386.126 2.407.229 2.199.454

235 232 259 102 91 107 16.246.701 11.939.825 10.671.282

ABLEHNUNGSQUOTE FÖRDERUNG/PROJEKT** *Zuschüsse

**gerundet auf 100

2008 2009 2010 2008 2009 2010

67% 67% 63% 156.800 220.700 127.300

58% 65% 67% 72.800 105.400 99.000

77% 61% 44% 165.100 45.100 44.500

57% 60% 61% 44.900 34.400 41.900

50% 60% 0% 69.800 33.800 36.600

62% 65% 63% 99.400 122.200 95.200

56% 467.200

0% 0% 0% 241.900 267.500 183.300

57% 61% 59% 159.300 131.200 99.700

Wissensbilanz 2010 _

21


Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zu allen

anderen Technologieagenturen in Österreich und die

wichtigste Kompetenz der ZIT ist die Integration aller

Kernkompetenzen zu einem vollständigen Leistungsportfolio

mit Produkten und Leistungen, die unseren

KundInnen in allen Phasen des Innovationsprozesses

Unterstützung bieten.

22


Wirkung

Erfreulich ist im Zusammenhang mit den von der

ZIT vergebenen Förderungen, dass ein großer Teil

der KundInnen die Auswirkungen der Förderung

und anderer Unterstützungsleistungen nicht nur auf

das konkrete, von der ZIT unterstützte Projekt, son-

Wirkungsanalyse gem. KundInnenbefragung 2010 3

100

90

80

70

60

50

40

30

20

10

0

40% 40%

27%

49%

51%

2008

70% 65%

86%

58%

39%

34%

26%

dern auch für die Entwicklung des gesamten Unternehmens

in vielerlei Hinsicht als positiv einschätzt

und sich diese Einschätzungen gegenüber 2008 in

fast allen Bereichen merkbar verbessert haben:

60%

58%

2009

73%

90%

42% 44%

29%

68%

63% 63%

n Impulse für neue F&E- und Innovationsvorhaben n Impulse für regelmäßige Innovationsaktivitäten

n Neue Kontakte, Informationen, Netzwerkeinbindung n Impulse für eine Verbesserung der eigenen Unternehmensstrategie

n Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen erstmalig oder verstärkt n Projektplanung/Projektmanagement

im Unternehmen verbessert n Impulse zur Gleichstellung von Männern und Frauen im Unternehmen

n Impulse für eine Verbesserung der innerbetrieblichen Organisation

3 Die KundInnen wurden gebeten, die Auswirkungen anhand von 8 Indikatoren zu benennen (Mehrfachantworten waren möglich).

2010

79%

94%

Wissensbilanz 2010 _

23


4. Dienstleistungen

24


Partnerschaft für Innovationen

Wir unterstützen die Umsetzung innovativer, un-

ternehmerischer Ideen - von ihrer Entstehung über

ihre Weiterentwicklung bis hin zur Umsetzung

in Produkte und Services, die sich erfolgreich am

Markt behaupten.

Wichtig dabei ist, dass

¬ wir unsere Rolle - Wissen zu generieren,

aufzubereiten und zur Verfügung zu

stellen, um hilfreiche Impulse zu geben

– genau kennen. Denn Innovation kann

nicht von außen verordnet werden, sondern

passiert in den Unternehmen selbst.

¬ wir unser Netzwerk pflegen und vielfältige

Kompetenzen verfügbar machen. So bringen

wir die richtigen PartnerInnen zusammen.

¬ unsere Dienstleistungen zwar kostenlos

angeboten werden, aber immer wertschöpfend

für unsere KundInnen sein müssen.

¬ unsere Dienstleistungen – gemeinsam mit den

(monetären) Förderungen und der Entwicklung

von Immobilien – als Teil eines integrierten

Leistungsportfolios zur umfassenden Förderung

von Innovation und Technologie zu sehen sind.

Unsere aktuellen Dienstleistungen umfassen:

¬ Technologieberatung

¬ Innovationsgespräche

¬ Betreuung der Wiener Kompetenzzentren

¬ WienWin – Wien kauft heute für morgen

¬ INiTS – Universitäres Gründerservice Wien

¬ Life Sciences Austria – Vienna Region

Diese Dienstleistungen sind werthaltig, weil wir

¬ bei den AkteurInnen im Wiener

Innovationssystem Bewusstsein schaffen

für die Bedeutung von innovativen

Produkten, Dienstleistungen und strategischen

Innovationsprozessen für die Entwicklung der

Wirtschaft und des Wohlstandes dieser Stadt.

¬ die Innovationstätigkeit von Wiener

Unter nehmen durch den nachhaltigen

Wissenstransfer und einen systematischen

Informationsaustausch mit der Stadt Wien

als potenzielle Abnehmerin von innovativen

Produkten und Leistungen anregen.

¬ zu einer Verhaltensänderung in den Wiener

Betrieben beitragen und auch dadurch

eine Steigerung der Forschungs- und

Innovationsaktivitäten herbeiführen z. B. durch

die verstärkte Einbindung von Frauen in F&E-

Projekten und die Implementierung von strategischer

Innovation in den betrieblichen Alltag.

¬ den Forschungsstandort Wien als moderne,

lebenswerte und pulsiernde Stadt mit vielen

attraktiven Möglichkeiten für ForscherInnen

und innovative Unternehmen international

sichtbarer machen und damit Forschungskompetenzen

an Wien binden und neue

Akteure nach Wien bekommen können.

Wissensbilanz 2010 _

25


Technologieberatung

26

Von der Idee zum Projekt. Innovative Ideen müssen

realisiert werden.

Das ist unsere Mission bei dieser Beratungs- und

Matching-Initiative der ZIT. Dazu nützen wir

unsere vielfältigen Zugänge zu den Wiener Unternehmen

und den enormen Reichtum an Wissen

und Erfahrung in den Wiener Universitäten, Fachhochschulen

und außeruniversitären Forschungszentren.

Die drei TechnologieberaterInnen der ZIT bringen

Wiener KMU mit ExpertInnen aus wissenschaftlichen

Einrichtungen (= Wissenspartner) zur Lösung

Technologieberatung

technologischer Fragestellungen an einen Tisch

und beraten dabei auch gezielt über Förder- und

Finanzierungsmöglichkeiten. So wird der Technologietransfer

zwischen Wissenschaft und der

Wirtschaft aktiv voran gebracht und insbesondere

innovationsaktive kleinere Unternehmen mit den

Lösungskompetenzen der Forschungsinstitutionen

vertraut gemacht.

Im Jahr 2010 lagen die thematischen Schwerpunkte

bei Lösungen aus den Bereichen IKT & Elektrotechnik,

Chemie, Medien.

2008 2009 2010

Anzahl Erstgespräche (Modul 1) 62 127 168

Anzahl WissenspartnerInnen Vermittlung (Modul 2) 27 58 87

Anzahl Kooperationsprojekte (Modul 3) 8 33 23

1. Anfragen zu technologischen Herausforderungen 73% 69% 52%

2. Anfragen zu marktspezifischen Herausforderungen 27% 31% 48%

Kooperations-„Neulinge“(bisher keine Kooperation mit Wissenschaft) 55% 59% 82%


Innovationsgespräche

Seit dem Jahr 2008 veranstaltet die ZIT praxisori-

entierte Workshops für innovative und forschende

Unternehmen am Standort Wien zu innovationstheoretischen

Fragestellungen und aktuellen Herausforderungen.

Auch 2010 wurden wieder fünf exklusive Workshops

für forschende und innovative UnternehmerInnen

angeboten:

7.4.2010: Softwareschutz

ReferentInnen:

¬ DI Christian Kögl, Patentamt: „Softwareschutz

- Rechtsschutz von computerimplementierten

Erfindungen in Österreich“

¬ Dr. Thomas Neubauer, Symena Software:

„Softwareschutz - Aus der Sicht eines globalen

Anbieters für High-End Software“

1.6.2010: SPEZIAL: Kooperationsförderungen

ReferentInnen:

¬ FFG: COMET - DI Otto Starzer,

BRIDGE - Dr. in Brigitte Robien;

COIN - DI Martin Reishofer

¬ AWS: ProTrans - Wolfram Anderle

¬ Christian Doppler Forschungsgesellschaft

(CDG) - Dr. in Judith Brunner

¬ Ludwig Boltzmann Gesellschaft

(LBG) - Mag. a Claudia Lingner

¬ ZIT: Förderungen - Tanja Steinhauser,

Technologieberatung - DI Peter Halwachs

14.6.2010: Arbeitsrecht im Medienbereich

ReferentInnen:

¬ Dr. Albrecht Haller (Rechtsanwalt und

Lehrbeauftragter der WU Wien)

¬ ao. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Brodil

(Lehrbeauftragter der Universität Wien)

¬ Dr. Ewald Pichler (Geschäftsführer

DMC 01 Consulting & Development)

21.9.2010: Visual Computing

ReferentInnen:

¬ Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Werner Purgathofer

(Universitätsprofessor der TU Wien, Obmann/

wissenschaftlicher Direktor VRVis)

¬ DI Michael Greiner

(Geoconsult Wien ZT GmbH)

¬ Univ. Doz. Dr. DI Martin Kampel

(CogVis GmbH)

29.11.2010: Avatare und ihre Emotionen

ReferentInnen:

¬ Tit. A.o. Univ.-Prof. Dr. Karl Grammer

(Senior Scientist am Institut für

Anthropologie der Universität Wien)

¬ Mag. a Dr. in Elisabeth Oberzaucher

(Senior Scientist am Institut für

Anthropologie der Universität Wien)

¬ Mag. Michael Bechinie

(Senior Consultant/ Team Lead USECON –

The Usability Consultants GmbH)

Wissensbilanz 2010 _

27


WienWin – Wien kauft heute für morgen

28

Innovationsgespräche

WienWin verfolgt das Ziel, dass innovative Produk-

te und Dienstleistungen von Wiener Unternehmen,

vom Magistrat und den Unternehmen der Stadt

Wien genutzt werden. Denn wenn eine Stadt Innovationen

aufgreift, die von Unternehmen am Standort

entwickelt wurden, profitieren beide Seiten

davon.

Im Rahmen von WienWin werden innovative

Produkte und Dienstleistungen made in Vienna

gesammelt und bei den EntscheidungsträgerInnen

des Magistrats und der Unternehmungen der Stadt

Wien bekannt gemacht.

Wir verstärken damit die Wirkung der u.a. durch

die ZIT gesetzten forschungs- und innovationsfördernden

Maßnahmen der Stadt Wien, machen Förderungen

nachhaltiger und effektiver und schaffen

einen aufnahmebereiten Heim- und Pilotmarkt für

Innovationen aus Wien. Darüber hinaus profitieren

2008 2009 2010

Anzahl 3 3 5

Gesamt TeilnehmerInnen 33 28 103

Positive KundInnenbewertung Themenauswahl 100% 95% 100%

Positive KundInnenbewertung Vortragende und Inhalt 100% 81% 99%

alle Wienerinnen und Wiener von einer modernen

Stadt, die ihre eigenen Innovationen auch nutzt

und einsetzt.

Im Jahr 2010 wurden im Rahmen der Pilotphase

¬ 54 neue Innovationen auf der Webplattform

www.wienwin.at aufgenommen und präsentiert

¬ 26 persönliche Beratungsgespräche

mit EntscheidungsträgerInnen

der Stadt Wien geführt

¬ Ein Workshop mit der MA 14 (IKT) organisiert

und durchgeführt, bei dem 12 Innovationen aus

Wien insgesamt 17 EntscheidungsträgerInnen

der Stadt präsentiert wurden

¬ Ein Stadtgespräch „Innovationen im

Medien- und Kommunikationssektor“

durchgeführt, bei dem fünf Innovationen

aus Wien vor 26 EntscheidungsträgerInnen

der Stadt präsentiert wurden


¬ Ein Stadtgespräch „Innovationen für die

Wissensgesellschaft“ durchgeführt, bei dem

13 Innovationen 48 EntscheidungsträgerInnen

der Stadt Wien präsentiert wurden

Kompetenzzentren sind gemeinsam von Unternehmen

und wissenschaftlichen Einrichtungen getragene

Forschungseinrichtungen, die gemeinsam von

Bund und den Bundesländern finanziell gefördert

werden.

Im Jahr 2010 wurden von der ZIT folgende Betreuungsleistungen

erbracht:

¬ Abwicklung der Kofinanzierung der

Kompetenzzentren und K-Projekte

¬ Teilnahme an Boardsitzungen der

¬ die Initiative WienWin zwecks Anbahnung

von Kooperationen im BMVIT, in der

Bundesbeschaffung GmbH sowie in der

Wirtschaftskammer Wien präsentiert

Die Wiener Kompetenzzentren

Wiener Kompetenzzentren

Wiener Kompetenzzentren

¬ Vertretung der Stadt Wien im

Aufsichtsrat des K2 Zentrums ACIB

¬ Teilnahme an einer Abstimmungsrunde

zwischen Bund und den Bundesländern

als Vertreterin Wiens im Rahmen des

Förderungsprogramms COMET

¬ ExpertInneninterview mit Technopolis

(Evaluatoren des COMET-Programms)

2008 2009 2010

Aktive Kompetenzzentren 16 17 13

Daran beteiligte Unternehmen 60 121 165

Daran beteiligte WissenschaftspartnerInnen n.e. 58 99

Finanzierungsanteil Wien in € 2.136.000 1.356.000 1.539.454

Wissensbilanz 2010 _

29


Eine Unternehmenskultur, die den Mut zu Neuem

belohnt (und Scheitern toleriert), fördert das

Engagement der MitarbeiterInnen.

30


INiTS – Universitäres Gründerzentrum

INiTS ist das von der Universität Wien, der Techni-

schen Universität Wien und der ZIT getragene uni-

versitäre Gründerzentrum – es betreut Unterneh-

mensgründerInnen aus dem akademischen Bereich

und führt sie zum Erfolg.

Aus dem Lagebericht zum Jahresabschluss der INiTS GmbH per 30.9.2010

In Summe wurden seit der Gründung von INiTS

(2002) fast 100 Projekte aufgenommen, für die rd.

€ 36 Mio. an Förderungen und ca. € 75 Mio. an

Kapital aufgebracht werden konnte.

Gründungsprojekte Stand

1.10.2009

Stand

30.09.2010

aufgenommene Gründungsprojekte 81 96

Patente: eingereicht

erteilt

Förderungsmittel für Gründungsprojekte 22 Mio € 36 Mio €

Kapitalzufuhr für die Gründungsprojekte

(Eigen- und Fremdkapital)

117

48

141

60

63 Mio € 75 Mio €

Anzahl MitarbeiterInnen in den Gründungsprojekten 466 522

Wissensbilanz 2010 _

31


5. Immobilien

32


Infrastruktur und Standortentwicklung

Als Technologieagentur der Stadt Wien bieten wir

neben den Förderungs- und Dienstleistungsangeboten

auch Standortentwicklung an und damit ein

weitgehend vollständiges Leistungsportfolio für innovationsaktive

Wiener Unternehmen.

Überall dort, wo der private Markt spezifische Bedürfnisse

der forschenden und innovierenden Firmen

nicht befriedigt, entwickeln wir - gemeinsam

mit unserer Muttergesellschaft, der Wirtschaftsagentur

Wien und privaten PartnerInnen - Spezialimmobilien.

Die ZIT kann dabei auf ihre Erfahrungen aus

der Entwicklung des Campus Vienna Bio Center

(CVBC) in Neu Marx zurückgreifen – mittlerweile

ein überregional beachtetes Vorzeigeprojekt.

Vor einigen Jahren wurden wir auf die Potenziale

und Bedürfnisse der Medienunternehmen in

Wien aufmerksam. 2003 begann schließlich die

Entwicklung des Media Quarter Marx auf dem

alten Schlachthofgelände - gemeinsam mit privaten

PartnerInnen. Seit 2008 sind auch andere

Immobilienentwickler Innen in Neu Marx tätig.

Für das in den Jahren 2008 und 2009 nach den

Vorgaben des Denkmalschutzes renovierte und

energieoptimierte Gebäude MQM 2 (ehemaliges

„Parteiengebäude 3“ des alten Schlachthofes) wurde

bereits im Laufe des Jahres 2010 die Vollvermietung

erreicht.

Das Jahr 2010 war geprägt durch die intensive Bautätigkeit

am Projekt MQM 3, für das bis Ende 2010

in Summe rund € 38 Mio. an Errichtungskosten

aufgewendet wurden. Begleitend wurden bereits

umfangreiche Aktivitäten zur MieterInnenakquise

gesetzt und systematisch Informations- und Beratungsgespräche

mit MietinteressentInnen geführt.

Ab Ende 2011 werden auf rd. 25.000 m² Medienunternehmen

ihre Arbeit aufnehmen. Die Immobilie

bietet Büroflächen für Unternehmen aus den unterschiedlichen

Segmenten der Medienwirtschaft.

Herzstück ist das ca. 500 m² große neue Studio,

ergänzt um ein weiteres (teilbares) 200 m² großes

Studio, eine Vorbauhalle sowie ein Foyer für die

Ausgestaltung von Events.

Die ZIT trägt mit großen, öffentlichkeitswirksamen

Veranstaltungen wie der Content Award Night und

Wissensbilanz 2010 _

33


34

Media Quarter Marx

vielen weiteren Aktivitäten dazu bei,

dass sich Wien zu einem pulsierenden

Medienstandort entwickelt und aus

den einzelnen Gebäuden in Neu Marx

ein attraktiver Standort für kreative

Medientreibende und innovative Technologiefirmen

wird.

Der Content Award Vienna wird auch im Jahr 2011

wieder mit attraktiven Preisen für kreativen digitalen

Content ausgeschrieben.

2008 2009 2010

Mietflächen in Bestand: MQM 1 und 2 2.200 m² 3.400 m² 3.400 m²

Mietflächen in Bau: MQM 3 25.700 m² 25.891 m² 25.891 m²

Eingemietete Medienunternehmen 6 22 21

Beschäftigte am Standort 50 90 100

2010 gründeten ZIT und eine Tochter

der Wien Holding die Neu

Marx Standortmarketing GmbH

– sie kümmert sich darum, dass das

Media Quarter Marx, der Campus

Vienna Biocenter und zahlreiche andere Projekte

unter dem Namen „Neu Marx“ als der Standort

Wiens für Forschung, Medien, Creative Industries

und Technologie zusammenwachsen.


(1) Campus Vienna Biocenter (VBC)

(2) Marxbox Bauteil 1+2

(3) VBC Erweiterung

(4) Karree St. Marx + Erweiterungsfl

(5) T-Center

(6) Robert-Hochner-Park

(7) Solaris

(8) Media Quarter Marx 1

(9) Media Quarter Marx 2

U3

(10) Media Quarter Marx 3

(11) Triple A

(12) NXT Marx

(13) Rinderhalle

(14) Karl-Farkas-Gasse 1

(15) Austria Trend Hotel Doppio & Doppio Offices

(16) Neu Marx Garage

(17) Marxquadrat

Wissensbilanz 2010 _

35


6. Wissenschaftskommunikation

36


Das Wiener Forschungsfest

Das dritte Wiener Forschungsfest vom 18.–20. Sep-

tember 2010 im Wiener Prater konnte über 20.000

Besucherinnen und Besucher verzeichnen. Allein

am dritten Tag kamen 1.500 SchülerInnen in das

Forschungszelt auf der Kaiserwiese. Besondere

Attraktion war diesmal das zum „Forschungsrad“

umgewandelte Riesenrad, in dem rd. 1000 BesucherInnen

den 84 hochkarätigen Kurzvorlesungen

lauschten.

Mit dem Forschungsfest konnte die Stadt Wien gemeinsam

mit Universitäten, Fachhochschulen und

forschenden Unternehmen allen WienerInnen Wissenschaft

und Forschung leicht verständlich vermitteln

und deren Wichtigkeit für die Entwicklung der

Stadt unterstreichen.

Besondere Bedeutung hat das Forschungsfest für die

55 Aussteller aus der universitären, außeruniversitären

und betrieblichen Forschung in Wien.

Sie nutzen die attraktive und öffentlichkeitswirksame

Veranstaltung zur Leistungsschau außerhalb

der sonst angesprochenen engeren Zielgruppen und

bereiten damit auch für ihre Produkte und Leistungen

einen nachhaltig aufnahmebereiten Heimmarkt.

Das hohe Interesse der jungen Menschen stärkt die

für die forschenden Unternehmen immer wichtiger

werdende Qualifikationsbasis durch verstärkte Hinwendung

der Jugend zu Wissenschaft und Technik

bei Ausbildung und Berufswahl.

Die ZIT veranstaltete das Forschungsfest. Zentrale

Aufgaben der Projektleitung waren die Konzeption,

die Suche von und die Abstimmung mit PartnerInnen,

die Koordination der AuftragnehmerInnen,

Budgetierung, das laufende Controlling und das Monitoring

(Meilensteine, etc.). Auch die Bewerbung

der Veranstaltung wurde durch die ZIT konzipiert

und gemeinsam mit der Wirtschaftsagentur Wien

und der Stadt Wien durchgeführt. Die Entscheidungsfindung

über alle Teilbereiche (Außenauftritt,

Architektur, Kuratierung, etc.) erfolgte durch die

ZIT nach Abstimmungsprozessen mit allen PartnerInnen

(insb. Büro der Vizebürgermeisterin und

Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag. a Brauner).

Wissensbilanz 2010 _

37


Ideenattacke!

38

Seit dem Sommersemester 2010 veranstaltet die ZIT

regelmäßig die „Ideenattacke! 4 ZIT Forschungsstunde“,

ein Mitmach-Programm für Schülerinnen und

Schüler der 3. und 4. Schulstufe. Als Technologieagentur

der Stadt Wien hat die ZIT das Ziel, bereits

bei VolksschülerInnen Interesse und Begeisterung

für Forschung und Innovation zu wecken und deren

Bedeutung für unseren Alltag aufzuzeigen. Im Rahmen

dieser Initiative werden den Kindern (insbesondere

den Mädchen) verschiedenste Berufsbilder

von WissenschafterInnen und ForscherInnen näher

Schul-/Klassentypen

Privatschulen

Ganztagsschulen

Fachgruppen

21%

21%

4%

8%

gebracht. Als konkrete Beispiele werden den Kindern

aber auch Innovationen aus Wien - geförderte

Projekte der ZIT - gezeigt. Zu guter Letzt dürfen die

Kinder dann auch selbst erfinderisch tätig werden

und mit vorhandenen Bastelmaterialien ihrer Kreativität

freien Lauf lassen.

Ein Workshop ist kostenlos, dauert ca. zwei Stunden

und findet in der ZIT statt. Zweiwöchentlich

kommt eine Klasse zu Besuch und erfährt, warum

es einen Tag der Erfinder in Argentinien gibt5 , was

der Unterschied zwischen dem Internet und dem

13%

33%

normale

Volksschule

Mehrstufenklassen

Integrationsklassen

4

Der Name „Ideenattacke“ stammt von einem innovativen 8-Jährigen Mädchen und ist mittlerweile als Marke in vielen Wiener Volksschulen

bekannt. Das Produkt „Ideenattacke“ wurde von MitarbeiterInnen der ZIT „erfunden“ und extern pädagogisch evaluiert. Die Forschungsstunden

werden von eigens geschulten ZIT-MitarbeiterInnen für jeweils eine Klasse in Anwesenheit der LehrerInnen moderiert.

5

Der Tag des Erfinders wird jährlich am 29. September, am Geburtstag von László József Bíró, dem Erfinder des Kugelschreibers, gefeiert.


WorldWideWeb ist 6 , oder wer das erste rein durch

Sonnenenergie beheizte Haus 7 entwickelt hat. Es

werden aber auch die eigenen Interessen der Kinder

genauer unter die Lupe genommen und anhand

derer die passenden Forschungsgebiete und Berufsbilder

gesucht.

Der Erfolg des ersten Jahres – am Andrang und

den begeisterten Rückmeldungen der LehrerInnen,

SchülerInnen und Eltern gemessen - zeigt, dass ein

Bedarf an der Vermittlung von Wissenschaft, Forschung

und Innovation gerade auch in diesem Alter

besteht. Die bereits existierenden fachspezifischen

Angebote (Vienna Open Lab, Physikmobil, etc.)

werden durch die Ideenattacke ergänzt: Im Rahmen

dieses Workshops verbinden die Kinder Wissen-

Ideenattacke beim Töchtertag

Am Töchtertag 2010 nahm die ZIT mit einer besonderen

Ideenattacke teil. In gemütlicher Atmosphäre

erfuhren die Mädchen nicht nur abstrakte Inhalte

über Innovationen und deren ErfinderInnen, sondern

hatten die Möglichkeit, die Neurologin Jacqueline

Stark (Österr. Akademie der Wissenschaften)

schaft im Allgemeinen mit ihrem konkreten Alltag –

Forschung und Innovation werden so begreifbar.

2010 besuchten 24 Schulen die ZIT im Rahmen der

Ideenattacke. Insgesamt nahmen 538 Kinder (282

Buben und 256 Mädchen) an der Forschungsstunde

teil.

Die 22 Lehrerinnen und zwei Lehrer erfuhren von

der Ideenattacke durch Aussendungen des Stadtschulrates,

Medienberichterstattung8 , das Wiener

Forschungsfest 2010 und durch Mundpropaganda

unter den LehrerInnen.

Unter http://blog.zit.co.at haben die Kinder die

Möglichkeit ihre Innovationen zu veröffentlichen.

Bisher sind rund 400 Erfindungen auf dem ZIT

Blog zu bewundern.

6

Das Internet (1969) ist um einige Jahre älter als das 1989 von Tim Berners-Lee entwickelte WWW. Das WWW ist nur einer der Dienste, die im

Internet angeboten werden. Mit Tim Berners-Lee’s Erfindung wurde das Internet erstmals für Nicht-InformatikerInnen nutzbar.

7

Maria Telkes, ungarische Biophysikerin, entwickelte 1948 das erste durch Solarenergie beheizte Haus.

8 heute, Der Standard, Forschen & Entdecken

sowie die Unternehmerinnen Margit Leidinger

(Finalit) und Sabrina Tanner (Urban Tool) persönlich

kennen zu lernen. Als Role-Models berichteten

sie aus ihrem Leben, über Erfolge und Misserfolge

ihrer Unternehmen und vermittelten Freude an der

Arbeit und Unternehmerinnengeist.

Wissensbilanz 2010 _

39


Ideenattacke! Das Wiener Forschungsabenteuer

40

„Ideenattacke! Das Wiener Forschungsabenteuer“

ist ein Mitmachbuch für Kinder ab 8 Jahren, das

die nachhaltige Wirkung des Workshops festigen

soll. Jedes Kind, das an der Ideenattacke teilnimmt,

erhält das Buch und kann somit zuhause die Erfahrungen

aus dem Workshop wiederholen. Durch

das Buch führen Ljilja, Mounir und Hannah. Sie

entdecken auf ihrer Reise durch Wien ihre Freude

am Forschen. In der Wiener Hauptbibliothek begeben

sich die Kinder auf die Suche nach früheren

Erfindern und Erfinderinnen. Auf einem Stadtplan

entdecken sie das große Angebot der Stadt Wien für

Kinder mit Interesse an Forschung und Innovation.

An der Technischen Universität treffen sie auf Frau

Erfolgsgeschichten

Die besten Innovationen und Forschungsprojekte

von Wiener Unternehmen - sogenannte Erfolgsgeschichten

- werden von der ZIT im Rahmen von

Medienkooperationen an ausgewählte Medien

kommuniziert: So erschienen auch 2010 in „Der

Standard“, „Die Presse“, dem Magazin „Forschen

& Entdecken“, „Kinder & Co“, „heute“, „Kurier“,

„Kronenzeitung“, „Österreich“, „miss“, „Woman“

und „News“ zahlreiche Artikel über Wiener Unternehmen.

Professor Gerti Kappel, die ihnen vom Alltag einer

Forscherin berichtet. Die Kinder werden aber auch

selbst erfinderisch tätig und erfahren die Bedeutung

von Dokumentation, Ordnung und Marketing rund

um eine Innovation.

Das Buch wurde in Zusammenarbeit mit der Pädagogin

Mag. a Sonja Buch und der Comiczeichnerin

Mag. a Julia Kläring von der Universität für angewandte

Kunst Wien entwickelt. deA Publishing

verlegte die erste Auflage, wodurch das Buch auch

im ausgewählten Fachhandel und auf amazon.de erworben

werden kann.

Im Rahmen des Forschungsfestes 2010 wurde das

Buch an 3.000 Kinder verschenkt.

Auch im Fernsehen („Wien heute“ ORF, GO TV, OK-

TO) waren ZIT-geförderte Unternehmen präsent.

Die Medienarbeit wirkt: 73% jener Unternehmen,

die im Jahr 2010 Unterstützungsleistungen der ZIT

beansprucht haben, waren NeukundInnen, wurden

also erstmals (oder zumindest innerhalb der letzten

drei Jahre nicht) von der ZIT betreut.


Kommunikation

2009 2010

zit.co.at – durchschnittliche Clickrate Startseite pro Monat 3.300 5.000

Newsletter „ZIT notiert“ – regelmäßige AbonnentInnen (seit 2010) 6.000

Informationsmaterial – Anzahl der neu aufgelegten Printprodukte 12 7

Success-Stories (Anzahl) 60 66

Forschungsfest BesucherInnen (2009 Forschungsfest-on-tour) 1.300 23.000

Content Award TeilnehmerInnen (ab 2009) 209 201

Ideenattacke – Anzahl der „Forschungsstunden in der ZIT

Awarenessprojekte für VolksschülerInnen (ab 2010)

Anzahl SchülerInnen bei der Ideenattacke in der ZIT (ab 2010) 538

Infoveranstaltungen (Anzahl der BesucherInnen) 1.000 400

Einzelveranstaltungen mit aktiver Teilnahme der ZIT (Anzahl)

z.B. Präsentation auf Messen, Unternehmertagen etc.

KundInnenbefragung: Wie wurden Sie auf die ZIT aufmerksam?

22

20 50

2009 2010

Regelmäßige Information von der ZIT erhalten (% aller KundInnen des Jahres) 87% 83%

Davon via Aussendungen / Newsletter 73% 91%

Im Zuge von Veranstaltungen der ZIT 40% 40%

Durch den Webauftritt der ZIT, insbes. www.zit.co.at 36% 33%

Über GeschäftspartnerInnen, Bekannte, … 34% 35%

Durch Inserate, Medienberichte 23% 38%

Wissensbilanz 2010 _

41


7. Consulting

42


Beratungs- und Evaluierungsleistungen

Wir kennen das Wiener Innovationssystem. Eine

selbstbewusste Behauptung, die sich aber aufgrund

unserer vielfältigen Kontakte mit den innovationsaktiven

Wiener Unternehmen und deren PartnerInnen

aus der Wissenschaft und anderen Bereichen gut

belegen lässt. Schließlich ist die ZIT nun schon seit

10 Jahren verantwortlich für alle forschungs- und innovationspolitischen

Aktivitäten der Stadt Wien.

Diese Erfahrung und das erworbene Know-how der

ZIT auch an die Verwaltungsstellen der Stadt Wien

weiterzugeben, liegt auf der Hand. Wir leisten damit

einen Beitrag, die Rahmenbedingungen für die

im Wiener Innovationssystem wirkenden Unternehmen,

Forschungs- und Bildungseinrichtungen und

Mediäre weiter zu verbessern.

Wichtige Themenbereiche unserer Consulting-

leistungen waren im Jahr 2010:

¬ Entwicklungs- und Unterstützungs möglich-

keiten für die Wiener Medienwirtschaft

¬ Neue Schwerpunkte in den Life Sciences

– Biotechnologie und Medizintechnik

¬ Beziehungen der Wiener Wirtschaft zu den

Universitäten und Entwicklungsmöglichkeiten

¬ Neue Möglichkeiten der Wissenschaftskommuni

kation (insbes. auch in Richtung

Kinder und Jugendliche, um deren Begeisterung

für Wissenschaft und Technik zu wecken)

¬ Konsultationsprozesse der Stadt Wien zu

Ausschreibungen und Förderungsvorhaben des

Bundes (z.B. Neufassung der Förderrichtlinien

für univ. Gründerzentren AplusB)

¬ Zahlreiche Dokumentationen, Präsentationen,

Veranstaltungen und Kooperationen betrafen

auch die Schwerpunktthemen der ZIT

„Die Stadt 2020“ bzw. „Green Innovation“.

Wichtige und aufwändige Einzelprojekte waren die

Unterstützung der Universität für Bodenkultur und

des Campus Vienna Biocenter in Neu Marx bei der

zeitgemäßen Ausstattung mit Forschungsinfrastruktur

und die Begleitung der Strategischen Allianz

der Stadt Wien mit dem größten außeruniversitäten

Forschungszentrum Österreichs, dem Austrian Institute

of Technology.

Nicht nur die Politik und die Verwaltung der Stadt

Wien greifen auf das Wissen der ZIT zurück, auch

für andere österreichische Förderungsstellen erbringen

wir regelmäßig Beratungs- und Evaluierungsleistungen.

Wissensbilanz 2010 _

43


Innovation braucht Vielfalt - die Diversität des Teams

und insbesondere das ausgewogene Verhältnis von

Jung und Alt, Dynamik und Erfahrung, Frauen und

Männern ist ein wichtiger Beitrag zur Erneuerungskraft

der ZIT.

44


Der Output unserer Arbeit im Jahresvergleich:

Veranstaltungen zur Bewusstseinsbildung

f. Innovation & Forschung

Publikationen

(veröffentlichte Berichte, Artikel, Papers)

ExpertInnen/-Beratungsgespräche

mit der Verwaltung d. Stadt Wien

Arbeitsgruppen und Juries zu

technologiepolitisch relevanten Themen

n 2008 n 2009 n 2010

Consultingleistungen für

Einrichtungen außerhalb Wiens

Consultingleistungen für Politik

und Verwaltung der Stadt Wien

5

4

5

6 8

8

8

16

0 20

23

24 2729

23

37

37

49

62

86

40 60 80 100

Wissensbilanz 2010 _

45


8. Corporate Social

Responsibility


Verantwortung übernehmen

UnternehmerInnentum, wie wir es verstehen und

fördern, führt zu wirtschaftlichem und gesellschaftlichem

Mehrwert durch kontinuierliches Lernen

und Innovieren. Wir unterstützen UnternehmerInnen,

die „etwas Neues unternehmen“, damit es

ihnen selbst, aber auch der Stadt und der Gesellschaft

einen nach haltigen Mehrwert bringt. Das

unterscheidet uns von InvestorInnen und anderen

FinanzdienstleisterInnen. Ein so verstandenes UnternehmerInnentum

braucht Raum, um Ideen zuzulassen,

und Zeit, um sich dem Neuem zuzuwenden.

Und es braucht Qualität im Denken und Handeln.

Wir fördern das Entstehen dieser Werte nicht nur

bei unseren KundInnen – z.B. durch entsprechende

Bewertungskriterien bei der Evaluierung von Förderungsprojekten

- sondern wir nehmen sie auch bei

uns selbst sehr ernst.

Humankapital

Die MitarbeiterInnen sind die wichtigste Voraussetzung

für eine wissensbasierte Dienstleistung mit

hoher Qualität - ihr Wissen und Können, aber auch

ihre ausgewogene „Work-Life-Balance“, also die

9 Weltkommission für Umwelt und Entwicklung („Brundtland-Kommission“), 1987

Wir schaffen damit unmittelbare Werte für die Gesellschaft,

aber auch die Basis für neue Denkweisen,

für bewusstes Lernen und Veränderung und für

zukunftsfähiges ökonomisches Handeln – wir versuchen,

die „Megatrends der Nachhaltigkeit“ wie Klimawandel

und Energiewende, Ressourcenverknappung,

social entrepreneurship und demografischer

Wandel auf den Alltag der Wiener UnternehmerInnen

zu übertragen.

Einige Beispiele machen deutlich, wie wir im Einklang

mit den Leitlinien der Politik der Stadt Wien

mit unsere Aktivitäten gesellschaftliche Verantwortung

übernehmen und Innovationen Raum geben,

die „Bedürfnisse der Gegenwart befriedigen, ohne

zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen

Bedürfnisse nicht befriedigen können“. 9

Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben stärken

ohne großen finanziellen Aufwand das Engagement

und den Zusammenhalt des Teams.

Gender MonitoringBericht Wissensbilanz 2011 2010 _

47


48

Beispiele dazu sind:

¬ Flexible Arbeitszeitmodelle und Telearbeit zur

besseren Vereinbarkeit von Beruf & Familie

– grundsätzlich für alle MitarbeiterInnen

¬ Regelmäßige standardisierte Informations-,

Diskussions- und auch Entscheidungsforen

zwischen Führungskräften und allen

MitarbeiterInnen im Rahmen eines ergebnisorientierten

Managementstils

¬ Individuelle Weiterbildung, berufliche

Um orientierung sowie flexible

Wiedereinstiegsmodelle

¬ Sicherung und Erhaltung von Gesundheit, Recht

und Arbeitsschutz durch eine professionelle

arbeitsmedizinische und arbeitspsychologi-

Strukturkapital

Als Technologieagentur der Stadt Wien, die das

primäre Ziel der Stärkung des Forschungs- und

Innovationspotenzials der Wiener Unternehmen

verfolgt, haben wir Aspekte der Nachhaltigkeit,

Chancengleichheit und Ökologie bereits seit Jahren

in unseren Produkten und Dienstleistungen, aber

auch in den Leistungsprozessen und der gesamten

Unternehmensstruktur verankert:

¬ Kriterien für die Bewertung von Förderanträgen,

die Forschungs- und Innovationsprojekte u.

a. explizit auf ökologische Effekte, Beschäftigungs

wirkung sowie Auswirkungen auf

Chancen gleichheit und Diversität beurteilen

¬ Förderausschreibungen zu strukturellen

Themenschwerpunkten und „Missionen“ wie

Gesundheit, Ökologie, Frauen in betrieblicher

10 Im Jahr 2010 konnte allen MitarbeiterInnen eine eintägige Weiterbildungsveranstaltung über gendergerechte

Forschung und Innovation angeboten werden.

sche Betreuung sowie gut ausgebildete datenschutz-

und sicherheitsbeauftragte Personen

¬ Gender Mainstreaming und Diversity

Management als Prinzipien und gelebter

Bestandteil der Unternehmenskultur in der ZIT

geben Sicherheit und Raum für die Entwicklung

engagierter Menschen mit ganz unterschiedlichen

Lebensgeschichten und -umständen10 .


F&E, nachhaltige Entwicklung/Innovation,

zuletzt mit dem Call „Die Stadt 2020“ und

dem Schwerpunkt „Green Innovation“

Call Die Stadt 2020

Um den vielfältigen Herausforderungen, aber auch

den Chancen für eine nachhaltige Entwicklung der

Stadt Wien Rechnung zu tragen, hat die ZIT mit

dem Call 2020 explizit die Entwicklung innovativer

Stadttechnologien forciert, um die Lebensqualität

der Stadt weiter auszubauen, die Ressourcen zu

sichern und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Im Rahmen dieses Calls konnten Forschungs- und

Entwicklungsprojekte aus folgenden Stadttechnologie-Bereichen

eingereicht werden: Wohnen,

Bauen und Stadtumbau; Verkehr und Mobilität;

Ver- und Entsorgung (z.B. Wasser, Energie, Abfallentsorgung

und -vermeidung); Gesundheits- und

Pflegeinfrastruktur (insbesondere Ambient Assisted

Living - AAL).

Insgesamt wurden 13 Projekte gefördert, davon

sieben im Themenbereich Verkehr und Mobilität,

drei in den Bereich Wohnen, Bauen und Stadtumbau.

Zwei Projekte sind im Themenblock Ver- und

Entsorgung und eines im Bereich Gesundheits- und

Pflegeinfrastruktur anzusiedeln.

¬ WienWin, ein Dienstleistungsangebot der

ZIT, das die Nachfrage und Beschaffung

innovativer Produkte und Dienstleistungen

durch die Stadtverwaltung und städtische

Wirtschaftsbetriebe forciert - ein Netzwerk für

zukunftsorientierte Projekte der Stadt Wien

¬ Beachtung ökologischer Standards

in der Büroorganisation durch

• Mülltrennung und Wiederverwertung

von Büromaterialien, Messe- und Ausstellungsprodukten,

z.B. wurden aus den

Werbeplanen beim Wiener Forschungsfest

in einem sozialökonomischen Betrieb

Taschen gefertigt und diese nun als

Give-aways eingesetzt.

• Reduktion des Papierverbrauchs durch

elektronische Akte

• Grundsätzliche Bevorzugung öffentlicher

Verkehrsmittel bei Dienstreisen

und Veranstaltungen

• Initiierung und Finanzierung von Rad -

ab stell plätzen für KundInnen und MitarbeiterInnen

Wissensbilanz 2010 _

49


Beziehungskapital

50

Die ZIT steht als Technologieagentur der Stadt Wien

nicht allein da - gezielte Kooperationen mit anderen

Agenturen, Interessensvertretungen und anderen

Organisationen bringen Akzente der sozialen Verantwortung

und Nachhaltigkeit in jenen Bereichen, die

wir selbst nicht oder nur teilweise abdecken können.

So fördern und fordern wir die Bewusstseinsbildung

bei unseren KundInnen und Stakeholdern.

¬ Innovationsgespräche, eine regelmäßige exklusive

Veranstaltungsreihe für UnternehmerInnen,

fokussieren immer wieder auf verschiedene

aktuelle Themen wie z.B. Gender Mainstreaming,

Diversity Management, Innovationsmodelle.

¬ Mit der Wiener Umweltschutzabteilung

(Magistratsabteilung 22) kooperieren wir

im Rahmen des ÖkoBusinessPlan Wien

und bei ÖkoKauf Wien – die Ziele des

Umweltschutzes können hier optimal mit jenen

der Technologiepolitik verbunden werden.

¬ Die Mitgliedschaft bei respACT - austrian business

council for sustainable development hilft

uns dabei, unsere Ziele in ökologischer, sozialer

und ökonomischer Balance strukturiert und

in vergleichbarer Form zu erreichen: aktive

Teilnahme an 2 Arbeitsgruppen von respACT

(Rohstoff- und Energieeffizienz; Beratung).

¬ Im Rahmen der Wissenschaftskommunikation

zielen alle Aktivtäten der ZIT – vom

Forschungsfest bis zur Ideenattacke – ganz

besonders auf Kinder und Jugendliche und

auf erwachsene bildungsfernere Schichten

ab. Was Technik und Naturwissenschaften

betrifft, werden auch speziell Mädchen adressiert

– dieser Fokus stärkt die Nachhaltigkeit

unserer Leistungen und der Entwicklung.

Ideenattacke! ZIT Forschungsstunde

Mit der Ideenattacke führen wir Kinder in die

Welt der Forschung und Innovation.

Insbesondere die Berufsbilder von WissenschafterInnen

und die Möglichkeit, selbst etwas zu erfinden

und zu erforschen, bringt schon in diesem

frühen Alter Interesse und später wohl mehr Offenheit

für Naturwissenschaft und Technik und

eine entsprechende Studien- oder Berufswahl.

Insbesondere bei Mädchen ist die nachhaltige

Wirkung dieses pädagogischen Ansatzes höchst

wünschenswert. Und technologieinteressierte

Kinder bilden den aufnahmebereiten Heimmarkt

der Zukunft für Innovationen aus Wien.

Zur Ideenattacke ist auch ein Buch erschienen.

Das Modell soll nun auf andere Altersstufen ausgeweitet

werden.

¬ Regelmäßige Teilnahme am Wiener Töchtertag

zur Ausweitung der Bildungschancen für

Mädchen. Da Bildung der Schlüssel zur

Bekämpfung von Armut ist und Bildung in


vielen Kulturkreisen vor allem den Mädchen

verwehrt wird, unterstützt die ZIT auch - als

Weihnachtsgeschenk für die MitarbeiterInnen

- karitative Organisationen in diesem

Bereich (z.B. www.plan-oesterreich.at).

Mehr Wirkung durch unsere

Unterstützungsleistungen

Die Leistungen der ZIT ermöglichen die Realisierung

von Forschungs-, Innovations- und Kommunikationsprojekten

mit besonders hohem gesellschaftlichem

Mehrwert, wie an folgenden Beispielen zu

sehen ist:

¬ Grünwand: Im dicht bebauten Stadtgebiet

sind senkrechte Grünflächen eine platzund

energiesparende gestalterische Lösung

mit vielen Vorteilen. Die TECH METALL

Erzeugungs- Handel- u. Montage Ges.m.b.H. hat

Pflanzentröge aus Aluminium oder Edelstahl

entwickelt, die vertikal an Häuserfronten

und Außenwänden befestigt und bei Bedarf

mit Regenwasser vom Dach gegossen werden.

Abgesehen vom schönen Anblick und

reichlich Bienennahrung kühlt so eine

Pflanzenfassade im Sommer, dämmt im Winter,

filtert Feinstaub, reinigt Wasser und wirkt wie

ein Schalldämpfer (www.gruenwand.at).

¬ hei solar light: HEI Eco Technology GmbH

hat eine besonders ökonomisch und ökologisch

attraktive Beleuchtungslösung entwickelt.

Im Hinblick auf Nachhaltigkeit,

Funktionalität, Qualität und Design werden

diese Solarleuchten den höchsten Ansprüchen

gerecht. Jede installierte hei solar light leistet

einen aktiven Beitrag zur Reduktion der

CO2-Emissionen. Im Laufe von 25 Jahren

werden gegenüber modernen, aber konventionellen

Leuchten CO2-Emissionen von rund 2

Tonnen vermieden (www.hei-solarlight.com).

¬ HYDRIP® Home: HYDRIP GmbH hat ein

innovatives Bewässerungssystem geschaffen,

das Ökologie mit Wirtschaftlichkeit verbindet:

Die patentierte Technologie spart über 50%

Wasser durch Reduktion des Wasserverbrauchs,

Verringerung des Wasserverlust, optimale

Wasserspeicherung und Regulierung des

Energieverbrauchs und bietet so gesündere,

attraktivere Grünanlagen. Dafür wurde die

HYDRIP®-Technologie mit dem Energy Globe

Award ausgezeichnet (www.hydrip-home.at).

¬ evergreen - low energy greenhouse: Gärtnereien

im Großraum Wien spielen eine wichtige

Rolle für die Nahversorgung und liefern

einen großen Teil des Frischgemüses für die

Bundeshauptstadt. Doch das Gleichgewicht

unter Glas wird empfindlich gestört, wenn die

Energiekosten steigen. Hohe Energierechnungen

machen die Produktion rasch unwirtschaftlich.

Das evergreen-Team rund um pos architekten

schneider ZT KG hat ein doppeltes

Schirmsystem aus Gewebe und Kunststofffolie

ausgedacht, das Energiesparen hilft um die

Ernte sichert (www.pos-architecture.com)

¬ ZOOM Kindermuseum: Der internationale

Trend, Kinder schon sehr früh mit wissenschaftlichen

Themen zu konfrontieren, wird

Wissensbilanz 2010 _

51


Gender Mainstreaming und Diversity Management als

Prinzipien und gelebter Bestandteil der Unternehmenskultur

in der ZIT geben Sicherheit und Raum für die

Entwicklung engagierter Menschen mit ganz unterschiedlichen

Lebensgeschichten und -umständen.

52


im ZOOM schon seit mehreren Jahren umge-

setzt. Ausstellungen, die für Kinder gezielt

mit wissenschaftlichen Inhalten angereichert

werden lassen diese Inhalte lustvoll und spielerisch

„mit allen Sinnen“ erlernen. „Der Weg

führt über das Greifen zum Be-Greifen“, so die

ZOOM-Direktorin (www.kindermuseum.at).

¬ Kinderuni on Tour: Unter diesem Titel hat das

Kinderbüro der Universität Wien ein europaweit

einzigartiges Wissenschaftsvermittlungsprojekt

im öffentlichen Raum gestartet. Die Kinderuni

on Tour organisiert „Wissen schafts begeisterungsprojekte“

für Kinder und ermöglicht

die Begegnung mit Wissenschaft an

Plätzen, wie z. B Parks und Jugendzentren

– unabhängig von Sprache, Herkunft und

Lebensstandard. Für dieses nachhaltig wirksame

Engagement wurde das Team auch

bereits mit dem „Sustainability Award 2008“

ausgezeichnet (www.kinder.univie.ac.at).

Wissensbilanz 2010 _

53


Impressum

Herausgegeben von:

ZIT – Die Technologieagentur der Stadt Wien GmbH

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Wissensbilanz 2010 _

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