Leistungsbericht 2011 - Österreichisches Rotes Kreuz

roteskreuz.at

Leistungsbericht 2011 - Österreichisches Rotes Kreuz

Freiwilligkeit gesundheits- und soziale dienste aus- und weiterbildung

katastrophenhilFe Jugend rettungsdienst humanitäres Völkerrecht

Freiwilligkeit gesundheits- und soziale dienste aus- und weiterbildung

katastrophenhilFe Jugend rettungsdienst humanitäres Völkerrecht

Freiwilligkeit gesundheits- und soziale dienste aus- und weiterbildung

katastrophenhilFe Jugend rettungsdienst humanitäres Völkerrecht

Freiwilligkeit gesundheits- und soziale dienste aus- und weiterbildung

katastrophenhilFe Jugend rettungsdienst humanitäres Völkerrecht

Leistungsbericht 2011


Inhalt

Vorwort des Präsidenten: Freiwilligkeit ist Menschlichkeit ................................. Seite 3

Rotes Kreuz Niederösterreich: Eine Bilanz der Menschlichkeit .............................. Seite 4

Rotes Kreuz: Organisation des Landesverbandes Niederösterreich ..........................Seite 7

Gesundheits- und Soziale Dienste: Wenn ein Tag 640 Stunden hat ......................... Seite 8

Rettungsdienst: Im Dienste der Sicherheit und Schnelligkeit. .............................. Seite 10

Katastrophenhilfsdienst: Gerüstet für den Notfall. ...................................... Seite 12

Aus- und Weiterbildung: Lernen für die Zukunft. ....................................... Seite 14

Jugend: Die Jugend im Roten Kreuz Niederösterreich ................................... Seite 16

Freiwilligkeit: Ein Jahr im Zeichen der Freiwilligkeit. ..................................... Seite 18

Wachauer Erklärung: Neue Formen der Freiwilligkeit ................................... Seite 20

Highlights: Ein kurzer Jahresrückblick ................................................ Seite 22

Grundsätze: Aus Liebe zum Menschen ............................................... Seite 23

Impressum

Verleger, Herausgeber, Hersteller und Redaktion: Österreichisches Rotes Kreuz, Landesverband Niederösterreich, Franz-Zant-Allee 3-5, 3430 Tulln; ZVR-Nr.:

704274872, UID NR.: ATU 20257308, DVR: 0455555; Telefon: 02772 604-252, Fax: 02272 604-280, Redaktion: Andreas Zenker MSc., MBA, Mag. Sonja

Kellner, Mag. (FH) Johanna Scholz, MA; Fotos: ÖRK / A. Stöcher, ÖRK / G. Czech, WRK / Marketing WRK / KHD Dokuteam, ÖRK / M. Hechenberger, ÖRK,

ÖRK / N. Meister, RK NÖ / U. Moshammer, RK NÖ / S. Gahr, RK NÖ / T. Matuska, RK NÖ / R. Kittl, RK NÖ / P. Pilgeri, RK NÖ / M. Jeder, RK NÖ

/ G. Buchacher, RK NÖ / Landesverband, RK Kirchschlag / G. Pernsteiner, RK Hollabrunn / F. Schreiber, RK Schwechat, RK Schwarzau, RK Großweikersdorf;

Satz & Produktion: markushechenberger.net Werbeagentur; © ÖRK – Landesverband Niederösterreich 2012, alle Rechte vorbehalten.

2


vorwort des präsIdenten

Freiwilligkeit ist Menschlichkeit

2011 war das „Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit“. Aus unserer Sicht – also aus

Sicht einer Organisation, aus deren Netzwerk die freiwilligen Helferinnen und Helfer

nicht wegzudenken sind – könnte man damit auch sagen „2011 war UNSER Jahr“.

Die ehrenamtlichen sowie hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Roten

Kreuzes Niederösterreich erbringen mit ihrem unermüdlichen Einsatz unschätzbare

Leistungen für die Gesellschaft, und das Jahr der Freiwilligentätigkeit bot eine ideale

Plattform, um dieses Engagement öffentlich zu würdigen. Denn die aktive Bürgerschaft,

zu der in diesem Jahr in ganz Europa aufgerufen wurde, ist nicht nur ein zentraler

Aspekt jeglichen Engagements in der Rotkreuz-Familie, sondern wird in unserem

Verband auch tagtäglich gelebt – weit über ein zeitlich begrenztes Jahresmotto hinaus.

Statistiken zufolge engagieren sich in ganz Österreich rund drei Millionen Menschen

auf ehrenamtlicher Basis. Diese Menschen erbringen Hilfeleistungen im Dienst der

Allgemeinheit, die von unschätzbarem gesellschaftlichem Mehrwert sind. Auf das Rote

Kreuz Niederösterreich umgelegt sind es mehr als 15.700 Freiwillige, die beispielsweise

in den Gesundheits- und Sozialen Diensten, im Rettungsdienst, im Katastrophenhilfsdienst

oder in der Aus- und Weiterbildung engagiert sind und ihre Tätigkeiten

voll Begeisterung und Mut zum Helfen ausüben. Durch die effiziente Zusammenarbeit

von freiwilligen und hauptberuflichen Helferinnen und Helfern konnte das Rote Kreuz

Niederösterreich im Jahr 2011 eine Vielzahl an Menschen im gesamten Bundesland

erreichen.

Der vorliegende Tätigkeitsbericht blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück und soll einen

Überblick über das breite Spektrum dieses gesellschaftlichen Engagements geben.

Gleichzeitig verfolgt er den Zweck, auf den dankens- und bewundernswerten Einsatz

aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufmerksam zu machen, die sich beim Roten

Kreuz Niederösterreich engagiert haben und dies auch weiterhin tun – Freiwillige,

Hauptamtliche und Zivildienstleistende. Durch ihre Begeisterung für den Dienst an ihren

Mitmenschen ist es uns möglich, im gesamten Bundesland unserem Motto getreu

„da zu sein, um zu helfen“ – Aus Liebe zum Menschen.

ÖkR Willi Sauer

Präsident

Rotes Kreuz Niederösterreich

3


otes Kreuz nIederösterreIch

eine Bilanz der Menschlichkeit

Rotes Kreuz: Im Einsatz für Niederösterreich

Rund 45 Mal bis zum Mond und zurück – oder

aber sachlich ausgedrückt: 34.485.989 gefahrene

Kilometer legten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

des Roten Kreuzes Niederösterreich allein im

Rettungsdienst und Sanitätseinsatz für Menschen in

Not zurück. Aber nicht nur die Anzahl der zurückgelegten

Kilometer ist angestiegen, sondern vor allem

auch die Anzahl der betreuten Personen. Bemerkenswert

ist vor allem die Entwicklung im Bereich

der Gesundheits- und Sozialen Dienste, wo allein

im Jahr 2011 insgesamt 84.224 Menschen unterstützt

werden konnten.

Freiwillig im Einsatz

Die freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

haben im vergangenen Jahr rund 3 Millionen

Stunden geleistet, das ist ein weiterer Anstieg im

Vergleich zu 2,83 Millionen Stunden im Vorjahr.

Eine außerordentliche Leistung – vor allem wenn

man daran denkt, dass diese Menschen in ihrer

Freizeit – nach ihrem Beruf oder neben ihrer Familie

– ihre Zeit im Dienste am Mitmenschen spenden.

Unentgeltlich und ehrenamtlich. Diese Stunden

zahLen daten FaKten

Struktur

Bezirksstellen 54

Ortsstellen 79

Rettungsdienst

Betreute Menschen 711.427

Gefahrene Kilometer 34.485.989

Fahrzeuge 627

Jugend im Roten Kreuz

Gruppenleiter und Betreuer/innen 755

Jugendgruppen 128

Kinder und Jugendliche 3.726

4

wären auch kaum finanzierbar. Nimmt man allein

den vorgesehenen Stundensatz der Statistik Austria

als Rechnungsgröße an, so erhält man einen Wert

von rund € 80,6 Millionen im Jahr, die zusätzlich

finanziert werden müssten.

Gleichzeitig freut sich das Rote Kreuz Niederösterreich

über einen starken Anstieg im Bereich der

Freiwilligen: mit 15.720 ist die Zahl der Freiwilligen

im Vergleich zu 13.449 im Vorjahr klar angestiegen.

Steigende Einsatz- und Betreuungszahlen

Während im Rettungsdienst und Sanitätseinsatz

die Anzahl der Einsätze von 705.848 auf 719.778

gestiegen ist, hat sich im Bereich der Gesundheits-

und Sozialen Dienste die Anzahl der betreuten

Personen wieder deutlich erhöht. Waren es im Jahr

2010 noch 55.266 Menschen, die von den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern der Gesundheits- und

Sozialen Dienste betreut wurden, so konnten im

Jahr 2011 insgesamt 84.224 Menschen unterstützt

werden. Die Angebotspalette im Bereich Gesundheits-

und Soziale Dienste ist breit gefächert und

zeigt deutlich, wo gerade auch in der Zukunft der

Gesundheits- & Soziale Dienste

Betreute Menschen 84.224

Essen auf Rädern (ausgegebene

Portionen Essen auf Rädern und Zuhause

Essen à la carte) 161.619

Rufhilfe (neu ausgestattete Personen) 1.021

Aus-, Fort- & Weiterbildung

Erste Hilfe-Kurse 2.187

Teilnehmer/innen Erste Hilfe 28.048

Rettungssanitäter/innen-Kurse 75

Teilnehmer/innen 1.533


Bedarf immer weiter steigen wird. Clubnachmittage

im Rahmen der Seniorentreffs oder betreute Reisen

werden von der Bevölkerung stark angenommen,

großer Bedarf wird vor allem aber auch in den

mittlerweile 20 Ausgabestellen der Team Österreich

Tafel in NÖ deutlich. Aber auch der Verleih

von Pflegebehelfen ist gefragt.

Um die hohe Qualität in allen Bereichen aufrecht

erhalten und weiter verbessern zu können, setzt

das Rote Kreuz Niederösterreich stark auf die

Aus- und Weiterbildung – sowohl der Bevölkerung

als auch der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Das Angebot zur Breitenausbildung etwa

reicht von Erste Hilfe-Kursen für Fahrschüler bis zu

Fachkursen, beispielsweise bei Kindernotfällen, und

wird von der Bevölkerung in Niederösterreich sehr

positiv aufgenommen.

Ein wichtiger Stellenwert kommt aber auch ganz

besonders der Jugend im Roten Kreuz Niederösterreich

zu. So sind derzeit 128 aktive Jugendgruppen

an den Bezirks- und Ortsstellen etabliert.

Außerdem ist das Österreichische Jugendrotkreuz

Katastrophenhilfsdienst

Fahrzeuge 38

Med. Großunfallsets 20

Feldküchen 13

Trinkwasseraufbereitungsanlagen 2

Liter Wasser/Stunde 12.000

Suchhundestaffeln 7

Deko-Einheiten

Sanitär- und Duschcontainer

Lagertechnik-Unterkunft

1

Luftzelte 31

Stangen-Zelte 110

Feldbetten 1.750

umfangreich direkt an allen Schulen (ÖJRK-Schulreferent/innen)

in Niederösterreich im Einsatz, um

Kinder und Jugendliche für soziale & humanitäre

Projekte zu begeistern und zum Mitmachen zu

motivieren.

Generalversammlung 2011: Erfolgreiche Wahl

Wichtigster Tagesordnungspunkt der Generalversammlung

2011 waren die Wahlen von Präsidium

und Landesrettungskommando. ÖkR Willi Sauer

wurde dabei mit 86,4 Prozent auf weiter fünf Jahre

wiedergewählt. Als Vizepräsidenten stehen ihm

Leopold Rötzer und Josef Schmoll, die mit überwältigenden

Mehrheiten gewählt wurden, zur Seite.

Fritz Eigenschink wurde ebenfalls als Landesrettungskommandant

wiedergewählt, ihm steht als

Stellvertreter Werner Kraut zur Verfügung. Zur

neuen Chefärztin wurde Dr. Elfriede Wilfinger mit

überwältigender Mehrheit gewählt.

Unterstützende Mitglieder

Insgesamt 165.093

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Freiwillige 15.720

Davon

n im Rettungsdienst und

Katastrophenschutz 9.930

n in den Gesundheits- und

Sozialen Diensten 1.259

n Geleistete Stunden 2.986.593

Hauptberufliche 800

Zivildienstleistende 856

5


Industrieviertel

Baden

Bad Vöslau

Berndorf-St.Veit

Bruck an der Leitha

Brunn am Gebirge

Gloggnitz

Götzendorf

Hainburg

Kirchschlag

Klosterneuburg

Landegg-Ebenfurth

Mödling

Neunkirchen

Hort Perchtoldsdorf

Pernitz

Purkersdorf

Schwechat

Dienststelle Seibersdorf

Sollenau-Felixdorf

Wiener Neustadt

Lager Mödling

6

waldviertel

Allentsteig

Gmünd

Horn

Kinderburg Rappottenstein

Krems

Langenlois

Litschau

Waidhofen/Thaya

Weitra

Zwettl

Mostviertel

Amstetten

Atzenbrugg-Heiligeneich

Haag

Hainfeld

Herzogenburg

Lilienfeld

Melk

Neulengbach

Pöggstall

St. Aegyd

St. Peter in der Au

St. Pölten

Interhospitaltransfer

St. Pölten

St. Valentin

Scheibbs

Tulln

Waidhofen an der Ybbs

Ybbs an der Donau

Österreichisches Rotes Kreuz

Landesverband Niederösterreich

Franz-Zant-Allee 3-5, 3430 Tulln

Bezirksstellen

Dienststellen des

Landesverbandes

Landesverbandszentrale

weinviertel

Ernstbrunn-Korneuburg-Stockerau

Gänserndorf

Groß-Enzersdorf

Großweikersdorf

Hollabrunn

Laa an der Thaya

Marchegg

Mistelbach

Retz

Dienststelle Ziersdorf

Zistersdorf


otes Kreuz

organisation des Landesverbandes nö

Mitglieder des Arbeitsausschusses

Stimmberechtige Mitglieder

Präsidium

n Präsident ÖkR Willi Sauer

n Vizepräsident LSI HR Ing. Leopold Rötzer

n Vizepräsident Obstlt. Josef Schmoll

Landesrettungskommandant

n Ing. Friedrich Eigenschink

Viertelsvertreter

n Rudolf Rodinger, Industrieviertel

n Hans Ebner, Waldviertel

n HR Dr. Hans-Heinz Lenze, Mostviertel

n Mag. Klaus Schütz, Weinviertel

zahLen daten FaKten

Beratende Mitglieder

Landesgeschäftsführer

n Dipl.-Ing. Peter Kaiser

Chefärztin

n MR Dr. Elfriede Wilfinger

Landesfachreferent/innen

n RegR Josef Sigl (Finanzen)

n Ing. Friedrich Eigenschink (Bau & IT)

n MR Dr. Elfriede Wilfinger (GSD)

n LSI HR Ing. Leopold Rötzer (Jugend)

n Anna Neuninger (Jugend)

n Prof. Dr. Franz Eckert (Recht)

n Obstlt. Josef Schmoll (Freiwilligkeit)

in Mio. €

Rettungsdienst 74,4

Gesundheits- und Soziale Dienste 6,6

Katastrophenhilfe 2,6

Jugendrotkreuz 0,7

Die Landesgeschäfts führung möchte sich für die geleistete Arbeit 2011 im Roten Kreuz,

Leistungsvolumen (aufwendungen) 84,4

Landesverband NÖ bei allen gewählten, freiwillig und ehrenamtlich tätigen

Funktionärinnen Im Jahr 2011 erzielte und das Funktionären Österreichische sowie Rote Kreuz, bei allen Landesverband Mitarbeiterinnen Niederösterreich und Mitarbeitern durch Spenden –

und Mitgliedsbeiträge Einnahmen in Höhe von € 12,6 Millionen.

Hauptberuflichen, Freiwilligen und Zivildienstleistenden – sehr herzlich bedanken.

Bewertet man die freiwillige Zeit mit € 27,- pro Stunde, so ergibt sich eine Summe von

rund € 80,6 Millionen.

7


GesundheIts- und sozIaLe dIenste

wenn ein tag 640 stunden hat

Knapp 640 Stunden pro Tag – so viel Zeit haben

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheits-

und Sozialen Dienste (GSD) des Roten

Kreuzes Niederösterreich im Jahr 2011 zur Versorgung,

Beratung und Betreuung von Menschen aller

Altersgruppen aufgewendet. Anders ausgedrückt

sind dies 233.547 Einsatzstunden, die von 1.353

freiwilligen und hauptberuflichen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern des GSD im Jahr 2011 geleistet

wurden. Erreicht wurden damit 84.224 Menschen

in ganz Niederösterreich.

Neuerungen und Schwerpunkte im Jahr 2011

Im breiten Tätigkeitsspektrum des GSD wurde 2011

eine Vielzahl an Dienstleistungen erbracht. Bedeutende

Neuerungen, Jubiläen oder Schwerpunktsetzungen

gab es insbesondere in folgenden Bereichen:

Aktiv und gut versorgt älter werden

Ab Jahresmitte öffneten die „Bleib Aktiv Zentren“ in

Amstetten und Brunn am Gebirge ihre Pforten. Zielgruppenorientiert

finden dort für ältere Menschen

Seniorentreffs statt, Bewegungsgruppen wie „Flotte

Sohle“, aber auch kreative Aktivitäten wie Stricken

und Basteln, Gedächtnistrainings etc. Gästen,

Angehörigen und auch externen Personen werden

Beratungsmöglichkeiten für Pflege & Betreuung

angeboten. Zusätzlich werden Vorträge zu gesund-

Beratung & Vorsorge

n Gesundheitsbildung

(Kurse, Seminare, Übungsgruppen,

...)

n Beratung von Angehörigen

und Klienten

Seniorenbetreuung

n Betreutes Reisen

n Seniorentreff

n Begleitdienst

n Bleib Aktiv Zentren

n Besuchsdienst

8

Sterbe- & Trauerbegleitung

n Mobile Hospizteams

n Selbsthilfegruppe Windrad

n Trauergruppe

n Palliativ Care

Familie & Jugend

n Ferienbetreuung –

Action4Kids

n Kinderburg Rappottenstein

n Integrationsangebot „Integration

bewegt uns“ (IBU)

heitsrelevanten Themen abgehalten. Das in diesen

Zentren angebotene Bewegungsprogramm „Flotte

Sohle“ – kurz FLOSO – erwies sich dabei als besonders

beliebt. Es wird künftig auch außerhalb der

Bleib Aktiv Zentren in Stockerau, Klosterneuburg

und Baden angeboten werden.

Bereits 20 „Team Österreich Tafeln“

In sozialen Notlagen hilft der Bereich GSD rasch

und unbürokratisch – zum Beispiel durch die bereits

20 Team Österreich Tafeln in Niederösterreich. Hier

werden überschüssige, einwandfreie Lebensmittel

von Freiwilligen des „Team Österreich“ und des

Roten Kreuzes NÖ eingesammelt und kostenlos an

bedürftige Menschen verteilt. Die Team Österreich

Tafel ist ein Projekt von Rotem Kreuz und Hitradio

Ö3. Insgesamt besuchten in NÖ 2011 rund 54.949

Personen die samstags stattfindenden Ausgabestellen.

Diese befinden sich in Baden, Bruck/

Leitha, Gänserndorf, Gloggnitz, Groß-Enzersdorf,

Hainburg, Hainfeld, Hollabrunn, Langenlois, Lilienfeld,

Pöchlarn, Mistelbach, Aspang, Neunkirchen,

Neulengbach, Pernitz, Pöggstall, Scheibbs,

St. Peter/Au und Zistersdorf.

10 Jahre Hilfe bei Bewältigung von Krisen

Das Angebot der Krisenintervention beging 2011

sein 10-jähriges Jubiläum. Die Kriseninterventi-

n Kinderkrippe

n Lernhilfe

n Hortbetreuung

n Babytreff / Spielgruppe

Migration & Suchdienst

n DeutschIntegrationskurse

n Familienzusammenführung

n FamilienTreffen

n Suchdienst

n ProjektXChange


onsteams des Roten Kreuzes bieten nach Unfällen

oder anderen traumatischen Ereignissen Erste Hilfe

für die Seele, wenn die Rettungskräfte den Ort

des Geschehens schon verlassen haben. In ganz

Niederösterreich stehen dem Roten Kreuz 324

psychologisch geschulte Kriseninterventionsmitarbeiter/innen

und psychosoziale Fachkräfte in Form

von multiprofessionellen Teams (erfahrene Einsatzkräfte

und psychosoziale Fachkräfte aus verschiedenen

Bereichen wie zum Beispiel Psychologie,

Sozialarbeit oder Seelsorge) zur Verfügung. Im Jahr

2011 wurden gesamt 2.571 Personen durch Kriseninterventions-Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter

betreut. Im Peer-System wurden außerdem 580

Rotkreuz-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter intern

nach psychisch belastenden Einsätzen betreut.

Ein Projekt für kleine Ritter und Prinzessinnen

Ein Highlight des vergangenen Jahres im Bereich

Familie und Jugend war die Eröffnung der Kinderburg

Rappottenstein, die dank der Unterstützung

der Familie Abensperg und Traun ins Leben gerufen

werden konnte. Auf dieser Ritterburg im Waldviertel

können schwer- oder chronisch kranke sowie traumatisierte

Kinder mit ihrer Familie eine Auszeit vom

Alltag nehmen, um zu verarbeiten und zu heilen.

Das Wesentliche bei der Erholung auf der Kinderburg

Rappottenstein ist, dass jedes einzelne Famili-

Pflege zu Hause

n Hauskrankenpflege

n Hilfe im Alltag

n Betreut 24

Psycho-Sozialer Dienst

n Krisenintervention

n Stressverarbeitung nach

belastenden Ereignissen

(Peer-Betreuung für

Rotkreuz-Mitarbeiter/innen)

n Ö3 ÖRK Kummernummer

n Fachpsycholog. Betreuung

Unterstützung in sozialen

Notlagen

n Spontanhilfe

n Team Österreich Tafel

n Sozialer Notdienst

n Medikamentenhilfe

n Mittelfristige Sozialbegleitung

enmitglied mit seinen Bedürfnissen, Wünschen und

Anliegen berücksichtigt wird. Das kranke Kind soll

sich wohlfühlen. Geschwister sollen wieder Kind sein

dürfen und Eltern sollen Sorgen und beängstigende

Gedanken loslassen und Kraft schöpfen können.

Gesundheits- und Soziale Dienste in Zahlen

Im Jahr 2011 wurden vom GSD des Roten Kreuzes

NÖ insgesamt 84.224 Menschen betreut: Im

Rahmen des Besuchsdienstes wurden 119 Personen

besucht, in der Hauskrankenpflege 525 Personen

gepflegt und betreut. Die mobilen Hospiz- und

Palliativteams betreuten 46 Personen, durch „Essen

auf Rädern“ und „Zuhause Essen à la carte“ wurden

970 Menschen verpflegt.

Von Essen auf Rädern wurden im vergangenen Jahr

beachtliche 161.619 Hauptspeisen zugestellt. Individuelle

Spontanhilfe wurde in 153 Fällen geleistet,

4.899 Personen wurden von den Gesundheits- und

Sozialen Diensten betreut, weil sie mit Rufhilfe

ausgestattet sind. 1.021 Personen wurden im

vergangenen Jahr mit Rufhilfe neu ausgestattet. In

sämtlichen anderen Bereichen des GSD – von Seniorentreffs

über Kinderbetreuung, Krisenintervention,

Peer-Betreuung, betreutes Reisen, Pflegebehelf-Verleih,

Trauergruppen etc. – wurden 72.964

Menschen in ganz Niederösterreich erreicht.

Serviceangebote

n Essen auf Rädern

n Zuhause Essen à la carte

n Rufhilfe

n Pflegebehelfe

n Sauerstoffnotdienst

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ettunGsdIenst

Im dienste der sicherheit und schnelligkeit

Der Bereich Rettungsdienst ist der bekannteste

Leistungsbereich des Roten Kreuzes. Diese Tätigkeiten

werden in Niederösterreich flächendeckend

angeboten. Neben der kontinuierlichen Aufrechterhaltung

und Leistungserbringung in den Bereichen

Rettungsdienst, Sanitätseinsatz, Interhospitaltransfer

und sanitätsdienstliche Betreuung von

Veranstaltungen hat es beim Roten Kreuz Niederösterreich

in diesem Bereich im Jahr 2011 jedoch

auch einige Neuerungen gegeben:

Rotes Kreuz übernimmt Interhospitaltransfer

Es war ein bedeutender Schritt, der durch die Übernahme

des Interhospitaltransfers durch das Rote

Kreuz Niederösterreich gesetzt wurde: Konzept und

Fuhrpark des nun seit zehn Jahren im Bereich der

Verlegung von Akutpatientinnen und -patienten

tätigen Sanitätstransportunternehmens wurden

in die bewährten Strukturen des Roten Kreuzes in

Niederösterreich eingegliedert. Neue, speziell für

Akutpatientinnen und -patienten konzipierte Fahrzeuge

und Infrastruktur stehen nun im flächendeckenden,

bewährten Rotkreuz-Versorgungsnetz der

niederösterreichischen Bevölkerung zur Verfügung.

Vor allem der Einsatz von neuester Medizintechnik

und speziellen Systemtragen spricht deutlich für

diese Bündelung von Kompetenz und bewährten

Systemen. Die gemeinsame Vertragsunterzeichnung

erfolgte am 31. Juli 2011, die Übernahme ist ein

Garant für noch reibungslosere und sichere Transporte

zwischen den Notfallzentren und Spitälern.

CO-Messgeräte für Einsatzkräfte

Sicherheit geht vor – deshalb setzt das Rote

Kreuz Niederösterreich zum Schutz der Einsatzkräfte

seit vergangenem Jahr auch flächendeckend

CO-Messgeräte ein. Diese speziellen Warngeräte

helfen den Einsatzkräften, sicher und ungefährdet

helfen und retten zu können und dabei die

unsichtbare Gefahr durch Kohlenmonoxid rechtzeitig

zu erkennen. Die Warngeräte sind an den

Einsatz-Rucksäcken angebracht, die im Rettungs-

10

dienst und von den sogenannten First Respondern

verwendet werden. Besonders, da eine leichte

CO-Vergiftung sehr unspezifische Symptome wie

Kopfschmerz, Schwindel und Schwäche aufweisen

kann und schon lange nicht mehr ausschließlich in

alten Wohnhäusern auftritt, ist es für die Sanitäterinnen

und Sanitäter vom Roten Kreuz Niederösterreich

so wichtig, für diese immer häufiger auftretende

Gefahr ausgerüstet und sensibilisiert zu sein.

Außerdem kann durch diese Geräte die gezielte

Behandlung der Betroffenen bei CO-Vergiftungen

rascher erfolgen. Nach einer umfassenden Einschulung

der Rettungskräfte vom Roten Kreuz Niederösterreich

auf das kleine und einfach zu bedienende,

aber lebensrettende Gerät kann seit Jänner 2011

in ganz Niederösterreich für Retter und Patienten

dieser zusätzliche Schutz gewährleistet werden.

Mit GPS noch schneller am Einsatzort

Eine weitere bedeutende Neuerung beim Roten

Kreuz Niederösterreich ist das neue GPS-Ortungssystem,

das seit Juni 2011 flächendeckend in den

Rettungswagen in Niederösterreich eingesetzt wird.

Die unscheinbaren Geräte helfen einerseits bei

der ökonomischen und zeitsparenden Planung der

alltäglichen Routineeinsätze. Noch deutlicher ist der

Nutzen der High-Tech-Geräte allerdings bei Fahrten

zu Unfällen oder akuten Erkrankungen: In diesen

Fällen ist es wesentlich, den genauen Standort der

nächsten Rettungswagen exakt und ohne Zeitverzögerung

zu kennen und so das nächste Fahrzeug

umgehend zum Einsatzort zu schicken.

Starke Beteiligung bei Bundesrettungsübung

Die Bundesrettungsübung „Innpower“, die im Juni

in Ried im Innkreis stattfand, war ein weiteres

Highlight des vergangenen Jahres. Mehr als 1.500

Sanitäterinnen und Sanitäter des Roten Kreuzes

nahmen heuer aus ganz Österreich an dieser alle

zwei Jahre vom Roten Kreuz organisierten Bundesrettungsübung

teil – darunter auch Einheiten aus

Niederösterreich. Die Sanitäterinnen und Sanitäter


hatten mehrere Übungsszenarien zu bewältigen.

Zum Beispiel gab es eine Alarmierung zu einem

Chemieunfall, bei dem auf einem Betriebsgelände

während dem Hantieren mit Schadstoffen gefährliche

Gase ausgeströmt waren.

Bei einer anderen Übungssituation handelte es

sich um eine Massenkarambolage auf dem Autobahnzubringer,

wobei bei diesem Szenario unter

anderem auch die Zusammenarbeit mit dem Bayrischen

Roten Kreuz geübt wurde. Weiters wurden

ein schwerer Verkehrsunfall mit eingeklemmten

Personen geübt sowie die Kollision eines vollbesetzten

Kleinbusses mit einem Botendienstfahrzeug,

welches mit radioaktivem Material beladen

war. Durch den Einsatz aller Beteiligten wurde die

Übung zu einem vollen Erfolg.

Rettungsführerschein

Ein weiteres zentrales Thema des Jahres 2011 war die

Einführung des sogenannten Rettungsführerscheins.

Eine entsprechende Gesetzesnovelle zum Führerscheingesetz

(FSG) hatte in der zweiten Hälfte des

Jahres 2011 den Ministerrat passiert. Der Rettungs-

führerschein ermöglicht Einsatzfahrern mit B-Führerschein

das Lenken von Fahrzeugen, die mehr als 3,5

Tonnen höchstens zulässiges Gesamtgewicht haben.

Aufgrund der – mitunter lebensrettenden – technischen

Ausrüstung in Notarzt- und Rettungswagen

werden die 3,5 Tonnen oft knapp überschritten. Aus

diesem Grund ist diese Novelle wichtig und sinnvoll,

damit erfahrene Lenker ohne C-Führerschein auch im

Rettugngsdienst fahren dürfen.

Zahlen, Daten, Fakten und Entwicklungen

Gesamt waren im Rettungsdienst des Roten Kreuz

Niederösterreich im Jahr 2011 9.877 Freiwillige

sowie 478 hauptberufliche Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter tätig. Zusätzlich sind dem Rettungsdienst

für das Jahr 2011 noch 856 Zivildienstleistende

zuzurechnen. Die freiwilligen und hauptamtlichen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des

Rettungsdienstes des Roten Kreuz Niederösterreich

fuhren im Jahr 2011 mit 627 Rettungsfahrzeugen

insgesamt 719.778 Einsätze und legten dabei

34.485.989 Kilometer zurück. Durch dieses Engagement

konnten 711.427 Patienten in ganz Niederösterreich

betreut und versorgt werden.

11


KatastrophenhILFsdIenst

Gerüstet für den notfall

Der Katastrophenhilfsdienst des Roten Kreuzes

operiert auf nationaler und internationaler Ebene

und betätigt sich auch im Bereich der Katastrophenvorbeugung.

Ziel der Rotkreuz-Katastrophenhilfe

ist es, Menschen in Notsituationen rasch und unbürokratisch

zu helfen. Diese Hilfe erfolgt finanziell,

materiell und personell.

In Niederösterreich sind die Einheiten der Katastrophenhilfe

ständig einsatzbereit. Rund 1.000

Personen stehen im Ernstfall sofort zur Verfügung,

um bei Großeinsätzen zu helfen. Im Jahr 2011 waren

im Roten Kreuz Niederösterreich gleich mehrere

Themen von zentraler Bedeutung:

Alle Wege führen…

…ins Lager Mödling, einem der zentralen Standbeine

des Katastrophenhilfsdienstes des Roten

Kreuzes Niederösterreich. Dieses Lager der

Rotkreuz-Hilfseinheiten in Niederösterreich entstand

in den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts und

war unter dem Namen „K-Lager“ bekannt. Es dient

seit damals als Lager für Hilfsgüter und als Standort

und Materiallager für Rotkreuz-Hilfseinheiten.

Hauptsächlich werden Zelte, Feldbetten, Matratzen

und Decken gelagert, welche im Schadensfall zur

Errichtung von Notunterkünften für die Betroffenen

verwendet werden können. Diese Notunterkünfte

können sowohl in Gebäuden wie Schulen oder

Sporthallen als auch im Freien mit Zelten errichtet

werden.

Die Hilfseinheiten sind in organisatorischen Belangen

dem Landesverband unterstellt und sind primär für

Hilfeleistungen in ganz Niederösterreich zuständig.

Im Lager Mödling sind die Rotkreuz-Hilfseinheiten

Dekontamination, Technik und Stromversorgung,

Trinkwasseraufbereitung, Unterkunft und Camp

sowie Verpflegung stationiert.

12

Wasser ist Leben

Einen wichtigen Beitrag in der Katastrophenhilfe

leisten die Trinkwasserspezialisten des Roten

Kreuzes. Insgesamt sind in Niederösterreich ausgebildete

zwölf Spezialistinnen und Spezialisten der

Trinkwasseraufbereitung verfügbar, die auch

immer wieder zu internationalen Einsätzen wie zum

Beispiel in Haiti oder Pakistan angefordert werden.

Um auch abseits von tatsächlichen Katastrophen

in Übung zu bleiben, wurde auch 2011 in regelmäßigen

Abständen geübt, Trinkwasseranlagen

aufzustellen und zu betreiben. Nicht nur sauberes

Wasser ist dabei wichtig, eine genauso große Rolle

spielt das Entsorgungsmanagement mit dem Latrinenbau

und auch die Schulung und Sensibilisierung

der Bevölkerung für die wichtigsten Hygieneregeln.

Das Rote Kreuz Niederösterreich verfügt über zwei

eigene Trinkwasseranlagen mit einer Gesamtkapazität

von jeweils 12.000 Liter pro Stunde.

Prämierte Schnüffler

Die Suchhundestaffel des Roten Kreuzes Niederösterreich

leistete auch im vergangenen Jahr wichtige

Dienste – und konnte beachtliche Erfolge verbuchen:

Bei der Staatsmeisterschaft für Rettungshunde

holten die Suchhunde vom Roten Kreuz

Wiener Neustadt gleich zwei Spitzenplätze. Hugo

Karner darf sich nun mit seinem Hund Flash in der

Kategorie Flächensuche Staatsmeister nennen und

Johann Katzgraber erkämpfte mit seinem Hund

Cliff den Titel Vizestaatsmeister. Die beiden Superspürhunde

sind wertvolle Mitglieder der Suchhundestaffel

des Roten Kreuzes Wiener Neustadt.

Am häufigsten kommen die Suchhundeteams bei

der Suche nach im Alltag abgängigen Personen

zum Einsatz. Die vierbeinigen Retter sind jedoch

auch nach Lawinen oder Erdbeben unverzichtbare

Helfer, und für verschüttete Menschen sind sie oft

die einzige Hoffnung. In Niederösterreich gibt es

sieben Suchhundestaffeln des Roten Kreuz Landesverband

NÖ. Stationiert sind diese in Gänsern-


dorf, Haag, Hainburg, Neunkirchen, Purkersdorf,

St. Aegyd/Neuwalde sowie Wiener Neustadt. In

Haag wuchs das Team der Suchhundestaffel mit

einer neuen Außenstelle in Weitra im vergangenen

Jahr um zehn ehrenamtliche Hundeführerinnen

und -führer mitsamt ihren Spürnasen auf

vier Pfoten. Gesamt sind im Bundesland seitens des

Roten Kreuzes 90 ehrenamtliche Mitarbeiter mit 35

Suchhunden jederzeit einsetzbar. Um in Form zu

bleiben, trainieren Hund und Hundeführer jährlich

an die 1.000 Stunden.

Für alle Fälle gerüstet: Deko-Einheit

Zu Beginn des Jahres 2008 wurde auf Ersuchen des

Österreichischen Roten Kreuz vom Landesverband

Niederösterreich der Aufbau einer Rotkreuz-Hilfseinheit

zur Verletztendekontamination beschlossen.

Kofinanziert wird diese Einheit durch das Land

Niederösterreich und durch das Bundesministerium

für Inneres. Mittlerweile zählt diese Einheit in

Niederösterreich zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

die für den Ernstfall bereitstehen. Aufgabe

der Deko-Einheit ist es, verletzte Personen im Fall

einer Verunreinigung radioaktiver (A-Bereich),

biologischer (B-Bereich) oder chemischer (C-Bereich)

Natur zu „dekontaminieren“. Das heißt, die gefährliche

Verunreinigungen bei Personen nach Möglichkeit

zu entfernen und dabei gleichzeitig aber auch

die Verletzungen entsprechend zu berücksichtigen.

Verpflegung im Ernstfall

Zum Katastrophenhilfsdienst des Roten Kreuzes

Niederösterreich zählen aber auch noch einige

andere Einheiten. Darunter beispielsweise die Feldküchen,

die rasch alarmiert werden können und

in der Lage sind, viele tausend Portionen pro Tag

zuzubereiten. Aber auch in der „ruhigen“ Zeit wird

die Feldküche immer wieder angefordert: die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter kochen oftmals bei

Großveranstaltungen auf oder versorgen die Kolleginnen

und Kollegen bei Übungen.

13


aus- & weIterBILdunG

Lernen für die zukunft

Nur 23 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher

würden laut Marktforschungsergebnissen „auf

jeden Fall“ Erste Hilfe leisten. Der Hauptgrund für die

Zurückhaltung liegt darin, dass der letzte Erste Hilfe-

Kurs oft schon lange zurück liegt. Dabei passieren

mehr als 70 Prozent aller Unfälle in der Freizeit und

zu Hause und es sind oft die eigenen Freunde und

Verwandten, die Hilfe benötigen würden. Erste Hilfe

zu leisten ist kein Kunststück, kann aber Leben retten.

Das Rote Kreuz empfiehlt, das Erste Hilfe-Wissen

regelmäßig alle fünf Jahre aufzufrischen und bietet

deshalb auch eine Vielzahl an Kursen und Aus- und

Weiterbildungen an Standorten in ganz Niederösterreich

an. So vergrößert das Rote Kreuz Niederösterreich

die Zahl der Lebensretter/innen ständig.

Aber das ist nur einer der zahlreichen Bereiche, in

denen sich das Rote Kreuz Niederösterreich für eine

qualitativ hochwertige Ausbildung der Bevölkerung

wie auch der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

einsetzt. Konkret wurden im vergangenen

Jahr beispielsweise folgende Schulungsmaßnahmen

durchgeführt:

Leistungsbilanz 2011

Das Rote Kreuz Niederösterreich bot im vergangenen

Jahr 2.368 Kurse für die niederösterreichische

Bevölkerung an. Mit 2.187 Kursen war die Erste

Hilfe klar das zentrale Thema dieses Schulungsangebots.

Gesamt absolvierten 28.048 Menschen im

vergangenen Jahr einen vom Roten Kreuz Niederösterreich

angebotenen Erste Hilfe-Kurs. Weiters

wurden 15 „Bewegung zum Wohlfühlen“-Kurse zur

Gesundheitsförderung sowie 166 andere Angebote

wie zum Beispiel Babyfit-Ausbildungen angeboten.

Zusätzlich wurden für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

des Roten Kreuzes Niederösterreich 2.760

Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen durchgeführt.

Mit 2.467 war hier der Großteil im Bereich des

Rettungsdienstes angesiedelt, der Rest teilte sich

auf die Bereiche Gesundheits- und Soziale Dienste

(44), Psychosoziale Betreuung (61), Aus- und Fortbildungen

für Führungskräfte (106), Trainer-Schu-

14

lungen (79) und Schulungen für Freiwilligen-Koordinatoren

auf. Mit diesem Schulungsangebot konnten

33.670 Menschen in ganz Niederösterreich sowie

15.511 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Roten

Kreuzes Niederösterreich erreicht werden.

Erste Hilfe im Detail

Am populärsten im vergangenen Jahr war der

16-stündige Erste Hilfe-Grundkurs, der 1.049-mal

abgehalten wurde. Insgesamt wurde diese Kursvariante

von 14.411 Teilnehmerinnen und Teilnehmern

absolviert. Die 6-stündige Ausbildung zum Thema

„Lebensrettende Sofortmaßnahmen am Ort des

Verkehrsunfall“ wurde immerhin 415-mal angeboten,

5.491 Teilnehmerinnen und Teilnehmern

absolvierten diese Kursvariante. Der 4-stündige

Auffrischungskurs wurde 128-mal abgehalten, 1.229

konnten im Rahmen dieser vier Stunden ihr Wissen

auffrischen. Immerhin 3.354 Menschen in Niederösterreich

nahmen eine der 316 Möglichkeiten

wahr, einen 8-stündigen Auffrischungskurs zu

besuchen. In 99 8-stündigen und 35 16-stündigen

Kursen wurden gesamt 1.638 Menschen speziell

zum Thema Erste Hilfe im Kindes- und Säuglingsalter

ausgebildet. Als Ersthelfer im Vergiftungsfall

schließlich wurden 246 Teilnehmer im Rahmen

von 21 8-stündigen Kursen ausgebildet. Übrigens

hält das Rote Kreuz Niederösterreich jederzeit bei

Bedarf auch Indoor-Seminare bei Unternehmen ab.

Vielfältiges Kursangebot

Zusätzlich zu den weitreichenden Schulungsmaßnahmen

im Bereich der Ersten Hilfe bot das Rote

Kreuz Niederösterreich im vergangenen Jahr

auch ein breites Spektrum anderer Aus- und

Weiterbildungsmaßnahmen an, von der Ausbildung

zur Sicherheitsvertrauensperson bis hin zur

Gesundheitsförderung. So nahmen 4.096 Seniorinnen

und Senioren an Bewegungskursen zur

Gesundheitsförderung teil, 86 Migrantinnen und

Migranten wurden im Rahmen von sechs Kursen

beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützt,


67 Personen wurden in Babysitter-Kursen „Babyfit“

gemacht. Der Babyfit-Kurs vermittelt Wissen über

die Entwicklung von Kindern, altersgerechte Spiele,

die richtige Ernährung und vieles mehr. Immerhin

1.373 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren bei

einem der 154 Verkehrscoaching-Kursen dabei.

Interne Aus- und Fortbildungen

Zusätzlich zu diesen vielfältigen Ausbildungsmaßnahmen

für die niederösterreichische Bevölkerung

wurden im vergangenen Jahr natürlich auch zahlreiche

Schulungen für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

des Roten Kreuzes veranstaltet. Mit der

Einführung der neuen Lehrmeinung wurden im

ersten Halbjahr 2011 574 Lehrbeauftragte und

Lehrsanitäter/innen auf die Neuerungen in der

Lehrmeinung aufgeschult, in der zweiten Jahreshälfte

wurde dieses Wissen dann bereits an 7.500

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Roten Kreuzes

Niederösterreich weitergegeben. Parallel dazu

wurde neues Informationsmaterial für die Lehrbeauftragten

entworfen und umgesetzt, das diese

optimal für die Erste Hilfe-Kurse, die für die Bevölkerung

abgehalten werden, verwenden können.

Außerdem wurden im Rahmen der internen Aus-

und Weiterbildung 1.533 Rettungssanitäterinnen

und –sanitäter geschult sowie 60 Notfallsanitäter/

innen. Notfallkompetenzkurse zum Thema „Arzneimittellehre“

besuchten 50 Teilnehmer und Teilnehmerinnen,

zum Thema „Venenzugang und Infusion“

waren es 26. Einsatzfahrer/innen-Schulungen

erhielten 1.187 Mitglieder des Rettungsdienstes,

im Berufsmodul wurden 127 Teilnehmerinnen und

Teilnehmer ausgebildet. An den verschiedenen

Lehrgängen für Führungskräfte nahmen insgesamt

219 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Roten

Kreuzes Niederösterreich teil. Trainerausbildungen

verschiedenster Art – von Fachausbildungen für

Erste Hilfe, Sanitätshilfe, dem Bereich Gesundheits-

und Soziale Dienste bis hin zu Themenbereichen

wie professionelle Seminargestaltung – nahmen

gesamt 317 Personen in ganz Niederösterreich teil.

Ausbildungen im Bereich der Gesundheits- und Sozialen

Dienste – von Basiskursen über die Besuchsdienstausbildung

bis hin zu Kursen zum Thema

„Begleitung und Leitung von Gruppen“ – absolvierten

insgesamt 175 Personen. Im Bereich der Psychosozialen

Betreuung wurden 612 Teilnehmerinnen und

Teilnehmern in Kriseninterventionskursen geschult,

144 Personen absolvierten die Ausbildung „Stressverarbeitung

nach belastenden Einsätzen“ (SvE)

und 37 Personen wurden für den Dienst bei der

Ö3-Kummernummer geschult. 31 Personen wurden

weiters zu Freiwilligenkoordinatoren ausgebildet.

15


JuGend

die Jugend im roten Kreuz niederösterreich

Kinder und Jugendliche haben einen fixen Platz in

der großen Rotkreuz-Familie. Ein vorrangiges Ziel

des vergangenen Jahres war, mit der Kampagne

„Wir haben die passende Jacke für Dich“ besonders

auch Jugendliche zu motivieren, sich als Freiwillige

oder Freiwilliger in einer der zahlreichen Jugendgruppen

oder beim Österreichischen Jugendrotkreuz

zu engagieren.

Ein Netzwerk an Helferinnen und Helfern

128 Jugendgruppen mit einer Gesamtzahl von

3.726 Mitgliedern waren in Niederösterreich im

Jahr 2011 aktiv. Von diesen 128 Gruppen sind

35 Kindergruppen (für Kinder zwischen 6 und 10

Jahren), 37 Jugendgruppen (für alle zwischen 10

und 14 Jahren), 19 Aktivgruppen (für Jugendliche

ab 15 Jahren) und 37 gemischte Gruppen. Die

Kinder und Jugendlichen wurden von 755 Jugendgruppenleiter/innen

und -betreuer/innen bei ihren

Aktivitäten begleitet.

Bei den Jugendgruppen, die direkt an den Dienststellen

des Roten Kreuzes beheimatet sind, steht

Spaß und Action auf dem Programm. Die Aufgabenbereiche

der Jugendgruppen umfassen aber

auch den Dienst am Nächsten, den Dienst an der

Gesundheit und den Dienst an der Völkerverständigung.

Um den Jugendlichen das nötige Know-how

zu vermitteln, werden Erste Hilfe-Maßnahmen spielerisch

in wöchentlichen Gruppenstunden erlernt.

Die Aktivitäten der Jugendgruppen umfassen

neben wöchentlichen Jugendgruppenstunden den

Besuch von Erste Hilfe-Bewerben, Bundes- und

Landeslagern sowie verschiedenste soziale Aktivitäten

wie z.B. Hausaufgabenbetreuung, Seniorencafés

oder Flohmärkte. Im vergangenen Jahr

wurden 67.638,27 Gruppenstunden abgehalten,

insgesamt leisteten die Betreuerinnen und Betreuer

94.754,35 Stunden gemeinnützige Dienste.

16

Österreichisches Jugendrotkreuz

Das Österreichische Jugendrotkreuz (ÖJRK) ist

der Teil des Roten Kreuzes, der Schülerinnen und

Schüler unter dem Motto „Helfen macht Schule“ für

die Rotkreuzidee begeistern will.

Das ÖJRK verfolgt das Ziel, junge Menschen so

früh wie möglich zu humanitärer Gesinnung, zu

mitmenschlichem Verhalten und zu einer gesunden

Lebensweise hinzuführen. Im Krisenfall leistet das

ÖJRK im In- und Ausland vor allem für Kinder und

Jugendliche Hilfe. Mit den vielfältigen Angeboten

will das ÖJRK die jungen Menschen dabei unterstützen

Eigeninitiative zu entwickeln, Hilfsbereitschaft

zu zeigen und Verantwortung für sich und die

Mitmenschen zu übernehmen, sowie dabei eigene

Kompetenzen in verschiedenen Ausbildungen zu

erwerben.

Freiwilligentage in NÖ

Im Jahr 2011 gab es gleich mehrere Veranstaltungen

sowohl für die Jugend im Roten Kreuz als

auch mit jugendlicher Zielgruppe: Auf Initiative der

Landesakademie Niederösterreich präsentierten

sich im Juni 2011 verschiedene Freiwilligenvereine

des Landes sowohl in Tulln als auch an der Rotkreuz-

Bezirksstelle Wiener Neustadt. Ziel dieser Freiwilligentage

für Jugendliche war es, Schülerinnen und

Schüler über die verschiedensten Jugendvereine in

Niederösterreich zu informieren. Das Rote Kreuz

bot bei diesen Gelegenheiten vielfältige Workshops

zum Thema Erste Hilfe an. So lernten die

Schülerinnen und Schüler in diesen Workshops, wie

man verschiedene Verbände anlegt, worauf es bei

der stabilen Seitenlage ankommt und wie Herzdruckmassage

und Defibrillator funktionieren. Am

Ende gab es noch einen Exkurs in das vielschichtige

Wirken des Roten Kreuzes und den Hinweis, dass

die Jugendlichen natürlich herzlich eingeladen sind

bei den wöchentlich stattfindenden Jugendgruppenstunden

dabei zu sein.


Bundesjugendlager in Dornbirn

Die bereits im Roten Kreuz Niederösterreich aktiven

Jungen hatten 2011 ebenfalls mehrfach Gelegenheit,

ihr Können unter Beweis zu stellen: Im Juni

2011 fand das 10. Bundesjugendlager der Jugendgruppen

des Österreichischen Jugendrotkreuzes

in Dornbirn in Vorarlberg statt. 900 Kinder und

Jugendliche aus ganz Österreich stellten dabei ihr

Wissen zum Thema Erste Hilfe unter Beweis. Beim

Erste Hilfe-Bundesbewerb traten 37 Gruppen an,

um anhand von praktischen Aufgaben ihre Kenntnisse

zu zeigen. Aus Niederösterreich waren bei

diesem Spektakel 88 Kinder und Jugendliche sowie

24 Betreuerinnen und Betreuer vertreten.

Landesbewerb 2011: Mut zum Helfen

Unter dem Motto „Mut zum Helfen – Spaß am

Helfen“ fand im Frühjahr 2011 der Landesbewerb

für die Jugend im Roten Kreuz statt, bei dem die

Kids und Teens zeigen konnten, wie einfach es ist,

hinzusehen und Mitmenschen in Not zu helfen. Der

Höhepunkt war sicherlich der landesweite Erste

Hilfe- und HELFI-Bewerb, der eine große Herausforderung,

aber auch viel Spiel und Spaß für die

jungen Helferinnen und Helfer ab sechs Jahren bot.

Dort konnten sie in ihren Teams in realitätsgetreu

und mit viel Liebe zum Detail inszenierten Situationen

ihr Können zeigen und damit die erwachsenen

Zuseherinnen und Zuseher zum Staunen

bringen. Als Sieger im Goldbewerb setzten sich die

Red Cross Teens aus Stockerau durch, den Silber-

Bewerb entschieden die Red Cross Chili Peppers 1

aus Tulln für sich. Bei den jüngsten Teilnehmerinnen

und Teilnehmer – den HELFI-Bewerben

– entschieden die Helping Girls aus St. Peter in der

Au in der Wertung der über 10-jährigen und die

Red Ghosts aus St. Pölten/Ober-Grafendorf in der

Kategorie unter 10 Jahren den Bewerb für sich.

Neue Anlaufstelle für die Jungen

Eine weitere, insbesondere für die Jungen relevante

Neuerung im Roten Kreuz Niederösterreich ist das

Jugendservice: Es dient als Schnittstelle zwischen

dem Österreichischen Roten Kreuz, dem Roten

Kreuz Niederösterreich und dem Jugendrotkreuz

Niederösterreich. Die Aufgabe des Jugendservice ist

es, alle Jugendlichen in Niederösterreich bestmöglich

zu unterstützen und darüber zu informieren,

wie man sich im Roten Kreuz engagieren kann,

welche Angebote es gibt und welche Aktivitäten

derzeit laufen. Als Schnittstelle zwischen Jugendrotkreuz

und Rotem Kreuz ist ein zusätzliches Ziel

des Jugendservice, die Synergien zum Freiwilligenmanagement

besser zu nutzen.

17


FreIwILLIGKeIt

ein Jahr im zeichen der Freiwilligkeit

Freiwilligkeit ist – ganz wie in der gesamten

Rotkreuz-Bewegung – im Landesverband Niederösterreich

ein zentrales Thema. Als „Europäisches

Jahr der Freiwilligkeit“ stand das vergangene Jahr

damit unter einem besonderen und besonders

passenden Motto. Zur umfassenden Information

potentieller neuer Freiwilliger wurden zahlreiche

Aktivitäten veranstaltet. Das wichtigste aber: alle

Maßnahmen in diesem Jahr haben einen Zuwachs

von mehr als 2.000 freiwilligen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern gebracht – waren es im Jahr

2010 noch insgesamt 13.449 Freiwillige, so sind es

2011 bereits 15.720 Menschen, die sich freiwillig und

ehrenamtlich in den zahlreichen Leistungsbereichen

des Roten Kreuzes Niederösterreich engagieren.

Die passende Jacke für Dich…

Mit der landesweiten Kampagne „Wir haben die

passende Jacke für Dich“ wurde das Thema Freiwilligkeit

in ganz Niederösterreich in Funk und Fernsehen,

im Internet und in diversen Printmedien in

zwei Wellen thematisiert. Ziel der Kampagne war

es, zu vermitteln, dass sich jede und jeder im Roten

Kreuz engagieren und dort ihre oder seine Talente

sinnvoll einbringen kann.

…und das passende Werbemittel dazu

Als Unterstützung der Kampagne wurden verschiedenste

Werbemittel erstellt – von Broschüren über

Mappen und Infoblätter bis hin zu Präsentationen

mit allgemeinen Informationen über die freiwillige

Mitarbeit im Roten Kreuz. Auch die Lehrbeauftragten

bekamen im Zuge der Aufschulung

zur „Lehrmeinung NEU“ verschiedene Medien zur

Verfügung gestellt, mittels derer sie in Erste Hilfe-

Kursen auf die Möglichkeit der freiwilligen Mitarbeit

hinweisen können. Zusätzlich wurde das Interessensmanagement-System

neu aufgestellt: Mittels

einer eigenen Datenbank im Mitarbeiterportal

können nun Interessentinnen und Interessenten

landesweit erfasst werden und ihre Beweggründe

dokumentiert werden.

18

Tage der Freiwilligkeit

Die eben erwähnten Aktivitäten des Roten Kreuzes

Niederösterreich wurden unterstützt durch den vom

Bundesministerium für Arbeit und Soziales ausgerufenen

„Tag der Freiwilligkeit“ am 17. Juni. Im

Rahmen dieses Tages konnte sich die Bevölkerung an

den diversen Bezirksstellen ein Bild von den Tätigkeiten

des Roten Kreuzes machen. Im Rahmen von

zwei Veranstaltungen in Tulln und Wiener Neustadt

konnten auch Jugendliche in Workshops die vielfältigen

Tätigkeiten des Roten Kreuzes kennenlernen.

Anerkennung schaffen

Freiwilligkeit verdient Anerkennung. Unter diesem

Motto wurde die Auszeichnung „Freiwilligenfreundliche

Gemeinde“ ins Leben gerufen. Dabei werden

jene Gemeinden ausgezeichnet, die den Einsatz der

Freiwilligen besonders würdigen und unterstützen.

So kann sich eine freiwilligenfreundliche Gemeinde

etwa dazu bereit erklären, regelmäßig Blutspendenaktionen

zu veranstalten, Erfahrungsberichte

von Freiwilligen im Gemeindeblatt zu veröffentlichen

oder ein Gelände für Katastrophenübungen

bereitzustellen. Elf Gemeinden wurden bisher

ausgezeichnet.

Die Zukunft der Freiwilligkeit

130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz

Österreich widmeten sich im Rahmen einer Freiwilligenkonferenz

an der Donauuniversität Krems

dem Thema „Neue Formen der Freiwilligkeit“. Die

Ergebnisse dieses Gedankenaustausches wurden in

der „Wachauer Erklärung“ zusammengefasst und

in der 216. Präsidentenkonferenz verabschiedet.

Mehr unter: http://blog.roteskreuz.at/freiwillig bzw.

http://www.roteskreuz.at/freiwilligenkonferenz

Freiwilligenkoordinator/innen im Einsatz

2009 wurde durch den Präsidenten und die Landesgeschäftsführung

entschieden, dass an allen Bezirksstellen

Niederösterreichs Freiwilligenkoordinatorinnen

und -koordinatoren installiert werden sollen.


Mit der Etablierung der Stelle des Freiwilligenmanagements

in der Landesverbandszentrale und nach

der Entwicklung des Gesamtkonzeptes konnte mit

November 2010 mit der Ausbildung dieser Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter gestartet werden. Von

November 2010 bis Ende 2011 konnten so 49 Koordinatorinnen

und Koordinatoren im Roten Kreuz

ausgebildet werden. Ihre Aufgabe ist in erster Linie

die Gewinnung und professionelle Betreuung von

neuen Freiwilligen. Im Detail umfasst dies beispielsweise

die umfassende Bedarfsplanung in allen Leistungsbereichen,

die Koordination und Durchführung

von lokalen Maßnahmen zur Freiwilligengewinnung,

eine zuverlässige Anlaufstelle für Interessentinnen

und Interessenten, vor allem die Gewährleistung

eines zeitnahen und kompetenten Erstgesprächs,

die Vermittlung von Rotkreuz-Basiswissen, die

Darstellung der verschiedenen Leistungsbereiche,

die Vermittlung von Struktur, Aufbau, Rechten und

Pflichten im Roten Kreuz, …etc.

Gutes tun und dabei lernen

Auf Basis einer Diplomarbeit aus dem Jahr 2011

zum Thema „Herausforderungen für die Gestaltung

von Struktur und Führung von Freiwilligenorganisationen

aufgrund geänderter Motivationslagen

von Freiwilligen“, für die 1.891 Freiwillige des

Roten Kreuzes befragt wurden, konnten im Jahr

der Freiwilligkeit auch neue Erkenntnisse über die

Motivation der Freiwilligen getroffen werden. Die

Ergebnisse der Befragung zeigen, dass die Motivationslagen

der freiwilligen Mitarbeiter/innen

vielschichtig sind und eher von einem Motivationsbündel

als von einem einzigen Anreiz ausgegangen

werden kann. Als dominant und sehr wichtig für die

Freiwilligen hat sich jedoch die Motivation zu helfen

gezeigt, die auch in den Werten des Roten Kreuzes

verankert ist. Das Motto „Aus Liebe zum Menschen“

lebt in den Motivationslagen der Freiwilligen, denen

es durchwegs wichtig ist, Bedürftigen zu helfen. Das

Motiv, durch die Freiwilligentätigkeit Erfahrungen

zu sammeln und zu lernen, hat ebenfalls für alle

befragten Freiwilligengruppen hohe Bedeutung.

Ebenso besteht über die Wichtigkeit der sozialen

Bindung als Motivation, also das Zugehörigkeits-

und Gemeinschaftsgefühl, weitestgehend Einigkeit.

19


wachauer erKLärunG

neue Formen der Freiwilligkeit

Das Ziel, starke nationale Rotkreuz-Gesellschaften

zu schaffen, das in der Strategie 2020 der Internationalen

Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften

verankert ist, ist vor allem

auch durch eine Stärkung der Freiwilligkeit in allen

Formen zu erreichen. Denn nicht nur der beträchtliche

Wert, den die Freiwilligen für die Gesellschaft

erbringen, sondern auch die durch sie gelebte

Menschlichkeit in und außerhalb der Organisation

bestimmen das Wesen und die Stärke des Roten

Kreuzes.

Eines der vier Ziele der Europäischen Union im Jahr

der Freiwilligkeit 2011 bestand in der Sensibilisierung

für den Wert und die Bedeutung der Freiwilligentätigkeit.

Dem Österreichischen Roten Kreuz

ist dies laut einer aktuellen Umfrage des market-

Instituts in der breiten Bevölkerung hervorragend

gelungen. Dieses Bewusstsein müssen wir aber vor

allem auch innerhalb der Organisation laufend

erweitern.

Alle unsere Freiwilligen und die, die es noch werden

wollen, haben ein Ziel vor Augen: Das Leben von

Menschen in Not und sozial Schwachen durch die

Kraft der Menschlichkeit zu verbessern (Rotkreuz-

Mission-Statement). Es ist die Aufgabe der

gesamten Organisation sie dabei zu unterstützen

und die Voraussetzungen zu schaffen, dass wir den

Bedürfnissen neuer Generationen gerecht werden.

Gut funktionierende Managementsysteme auf

allen Organisationsebenen sind daher im Freiwilligenwesen

unerlässlich. Dies wurde bereits in der

Freiwilligen-Policy der Internationalen Föderation

der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung klar

dargelegt.

Freiwilligkeit soll auch in Zukunft eine win-winwin-Situation

für alle Beteiligten schaffen: für die

Benefizient/innen, deren Lebensqualität im Sinne

des Rotkreuz-Mission-Statements verbessert wird,

für die Zivilgesellschaft, die durch die Freiwilligkeit

20

Jänner 2012

gestärkt wird und für die Freiwilligen selbst, deren

persönliche Entwicklung nachweisbar gefördert

wird.

Basierend auf diesen Grundlagen wurden am 9.

und 10. Dezember 2011 im Rahmen einer Rotkreuz-

Konferenz neue Möglichkeiten für den Ausbau der

Freiwilligkeit im Roten Kreuz diskutiert, wobei die

wesentlichen Ergebnisse in die Wachauer Erklärung

gemündet sind – ganz dem Grundsatz „Wir setzen

auf das Bewährte und wagen das Neue“ folgend.

Wozu neue Formen der Freiwilligkeit?

Als wichtiger zivilgesellschaftlicher Akteur will das

Österreichische Rote Kreuz möglichst viele Menschen

zu solidarischem Handeln motivieren. Um das große

Potential in der Bevölkerung für niederschwellige,

projektbezogene und spontane Mitarbeit noch

besser zu nutzen, ist eine Weiterentwicklung unseres

sehr erfolgreichen traditionellen Freiwilligenwesens

ein logischer Schritt. Damit festigt das Rote Kreuz

seine einzigartige Position in der heimischen Freiwilligenlandschaft

und fördert die Positionierung Österreichs

als „Freiwilligennation“.

Im Zuge einer internen nachfrageorientierten

Dienstleistungsentwicklung müssen wir auch die

Handlungsoptionen von Freiwilligen anpassen und

erweitern, damit wir auch Freiwilligen-Zielgruppen

ansprechen können, die wir bisher nicht oder kaum

erreichen konnten (z.B. Migrant/innen, Senior/

innen, Menschen mit wenig Zeitressourcen oder

eingeschränkter Mobilität). Die Etablierung von

neuen Formen der Freiwilligkeit unterstützt unser

Bemühen, unseren Freiwilligen mehr Raum für ihre

Talente zu geben und vermehrt auf ihre individuellen

Bedürfnisse einzugehen. Wir erwarten uns

vom Eingehen auf diese Bedürfnisse und vom wertschätzenden

Umgang mit den freiwillig Engagierten

positive Auswirkungen auf die Kultur der Gesamtorganisation

und darüber hinaus auf erwerbswirtschaftliche

Strukturen.


Beispiele für neue Formen der Freiwilligkeit:

n Projektbasierte bzw. spontane Mitarbeit:

Mitarbeit auf Zeit bzw. im Bedarfsfall

(z.B. Team Österreich, Nachbarschaftshilfe,

Einbindung von Fachexpertisen, etc.)

n Online Volunteering:

Freiwilliges Engagement von Menschen, die

unter Zuhilfenahme der technischen Möglichkeiten

des Internets tätig sind (z.B. Fundraising

im Web 2.0, Sozialberatung in Foren, Übersetzungs-,

Graphik- oder Lektoratstätigkeiten,

Webauftritt, etc.)

n Corporate Volunteering:

Entsendung von Mitarbeiter/innen eines

Unternehmens in gemeinnützige Einrichtungen

zur dortigen Mitarbeit (z.B. Abwicklung eines

gemeinsamen Projekts, Mitarbeit auf Zeit, etc.)

Weitere Formen, welche hier nicht erwähnt werden,

werden natürlich ebenfalls berücksichtigt.

Handlungsempfehlungen für den Ausbau

neuer Formen des Freiwilligenwesens sind:

n Das Bewusstsein für die neuen Formen der

Freiwilligkeit ist innerhalb des Roten Kreuzes

und auf allen Organisationsebenen zu schaffen.

n Das vorhandene Potential in der Bevölkerung

für neue Formen der Freiwilligkeit ist zu nutzen.

Voraussetzungen dafür sind entsprechende

Investitionen und Veränderungen im Rahmen

einer strategischen Organisationsentwicklung

des Roten Kreuzes.

n Aktive, wirksame Gewinnungsmaßnahmen

sowie eine dauerhafte, nachhaltige Betreuung

der „neuen“ Freiwilligen sind sicherzustellen.

Dies erfordert – ebenso wie traditionelle

Freiwilligentätigkeit – entsprechende Personalressourcen

auf allen organisatorischen Ebenen

des Roten Kreuzes. Der satzungsmäßige und

rechtliche Rahmen ist auf die Erfordernisse

einer optimalen Betreuung von Freiwilligen

anzupassen – auch oder insbesondere für jene,

die projektbezogen tätig sind.

n Voraussetzung für die Weiterentwicklung eines

ressourcenorientierten Freiwilligenwesens sind

entsprechende Dokumentationen. Freiwillige

sollen befähigt sein, ihre Qualifikationen,

Talente und Interessen in die Organisation

einzubringen. Dafür und für die Entwicklung

eines Freiwilligenqualitätsmanagements sind

kontinuierliche Datenerhebungen in allen

Organisationseinheiten und auf allen Organisationsebenen

unerlässlich.

n Eine umfassende Kosten-Nutzen-Analyse ist am

Beginn jedes Freiwilligenprojekts unabdingbar.

n Die Team Österreich-Freiwilligen sind auch

außerhalb von Katastrophen laufend einzubinden

bzw. zu informieren und die Angebote

für deren Engagement sind laufend weiterzuentwickeln.

Nur dadurch kann längerfristig

deren Potential genutzt werden.

n Der Fokus von Corporate Volunteering muss

auf die Bedürftigen ausgerichtet werden und

braucht kooperatives Erwartungsmanagement

sowohl aufseiten der Freiwilligenorganisation

als auch auf Unternehmerseite.

21


hIGhLIGhts

ein kurzer Jahresrückblick

Die passende Jacke für Dich

Die Freiwilligenkampagne „Wir haben die passende

Jacke für Dich“ war eines der medialen Highlights

des Jahres 2011. Ab April 2011 wurden unter diesem

Motto neue ehrenamtliche Helferinnen und Helfer

gesucht. Der Schwerpunkt bei den Interessenten lag

beim Rettungsdienst, aber auch andere Bereiche

wie die Gesundheits- und Sozialen Dienste, die

Jugendarbeit oder der Katastrophenschutz fanden

verstärkt Zuspruch. Insgesamt konnten 2.271 neue

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jahr 2011

gewonnen werden. Im Vergleich: 2009 auf 2010

war die Zahl der Freiwilligen von 13.106 auf 13.449

angestiegen, Ende 2011 waren es insgesamt 15.720.

Konferenz der Freiwilligkeit

Am 9. und 10. Dezember 2011 veranstaltete das

Rote Kreuz NÖ gemeinsam mit dem Österreichischen

Roten Kreuz und dem Schwesternverband

Oberösterreich erstmalig eine Freiwilligenkonferenz.

Diese beschäftigte sich mit den zentralen Fragen der

neuen Formen von Freiwilligkeit, außerdem wurden

neue Strategien für die Zukunft erarbeitet. In den

Workshops Micro-, Corporate-, Online- und Spontaneous-Volunteering

sowie „Ausbildung und Qualifikation“

wurden, zusammen mit Expertinnen und

Experten aus der Wirtschaft, dem Non-Profit-Bereich

und der Wissenschaft Thesen zu Leitfragen beantwortet.

WAVE 2011

Rund 80 Rotkreuz-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

aus Österreich, Kroatien, Slowenien, Frankreich,

Schweden, Deutschland und Neuseeland

übten im September im Rahmen einer internationalen

Katastrophenübung in Niederösterreich und

dem Burgenland für den Ernstfall: Geübt wurde die

länderübergreifende Zusammenarbeit der Rotkreuz-

Sondereinheiten im Fall einer Überschwemmung.

Die Übungsteilnehmerinnen und Teilnehmer kamen

aus den Bereichen Wasseraufbereitung, Hygiene,

Seuchenprävention sowie IT und Telekommunikation.

Die Großübung WAVE war die abschließende

Übung des von der Europäischen Kommission kofi-

22

nanzierten Projektes zum Aufbau einer multinationalen

Trinkwasseraufbereitungseinheit, die künftig

für Katastropheneinsätze im Rahmen des Europäischen

Zivilschutzmechanismus bereitstehen soll.

Kinderburg Rappottenstein

Die Kinderburg Rappottenstein im Waldviertler

Hochland ist ein Ort der Erholung und des Krafttankens

für Familien mit chronisch- oder schwerkranken

Kindern. Die besondere Möglichkeit, ein

paar Tage oder Wochen auf einer mittelalterlichen

Burg verbringen zu können, soll die Familien ein

Stück weit dem Alltag entrücken und Ruhe und

Erholung bringen. Das Projekt, das vom Roten

Kreuz Niederösterreich gemeinsam mit der Familie

Abensperg und Traun ins Leben gerufen wurde,

wurde Mitte 2011 eröffnet.

Rotkreuztage 2011 – Mut zum Helfen

Das Rote Kreuz zeigt „Mut zum Helfen“ – immer,

wenn Menschen Unterstützung und Hilfe brauchen,

an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr. Eine

humanitäre Leistung, die ohne die engagierten

freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so

nicht zu erbringen wäre. Deshalb hat das Rote

Kreuz Niederösterreich im Jahr der Freiwilligkeit die

ROTKREUZTAGE11 ganz unter das Motto „Mut zum

Helfen“ gestellt und lud von 7. bis 29. Mai in ganz

Niederösterreich zu zahlreichen Veranstaltungen

ein. Mit dieser Veranstaltungsreihe gedenkt die

Rotkreuz-Familie des Geburtstages von Rotkreuz-

Gründer Henry Dunant im Jahr 1828.

Rotes Kreuz übernimmt Interhospitaltransfer

Es ist ein bedeutender Schritt, der im August 2011

durch die Übernahme des Interhospitaltransfers

durch das Rote Kreuz Niederösterreich gesetzt

wurde: neue, speziell für Akutpatienten konzipierte

Fahrzeuge und Infrastruktur stehen nun im flächendeckenden,

bewährten Rotkreuz-Versorgungsnetz

den Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern

zur Verfügung. Ein Garant für noch reibungslosere

und sichere Transporte zwischen den Notfallzentren

und Spitälern.


Grundsätze

aus Liebe zum Menschen

Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität - diese

sieben Grundsätze stellen den Wertekatalog der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung

dar. Alle Mitglieder des Internationalen Roten Kreuzes haben die Grundsätze 1965 bei der XX. Internationalen

Rotkreuz-Konferenz in Wien beschlossen und orientieren seitdem all ihre Aktivitäten an ihnen:

Menschlichkeit

Der Schutz von Leben und Gesundheit sowie der

Würde des Menschen sind die zentralen Werte, die

dem Handeln des Roten Kreuzes zugrunde liege.

Unparteilichkeit

Unter dem Grundsatz der Unparteilichkeit sind

jegliche Ungleichbehandlungen aufgrund von Nationalität,

Rasse, Religion, sozialer Stellung etc. abgedeckt.

Es gilt, in Notsituationen den dringendsten

Fällen den Vorrang zu geben und sich nicht durch

Parteilichkeiten leiten zu lassen.

Neutralität

Unter dem Grundsatz der Neutralität distanziert

sich das Rote Kreuz von politischen, religiösen oder

ideologischen Standpunkten.

Unabhängigkeit

Mit dem Grundsatz der Unabhängigkeit spricht

sich das Rote Kreuz auch gegen Vereinnahmungen

durch andere Organisationen, Gesellschaften oder

Behörden aus.

Freiwilligkeit

Hinter dem Grundsatz der Freiwilligkeit verbirgt

sich das Prinzip der freiwilligen und uneigennützigen

Hilfe ohne jedes Gewinnstreben.

Einheit

Der Grundsatz der Einheit definiert, dass es in

jedem Land nur eine einzige nationale Rotkreuz-

Gesellschaft geben kann, diese jedoch das Gesamtgebiet

abzudecken und für alle offenzustehen hat.

Universalität

Hinter dem Prinzip der Universalität schließlich

verbirgt sich das weltumspannende Netzwerk des

Roten Kreuzes – ein Netzwerk, in dem die nationalen

Gesellschaften sowohl das Recht auf Hilfe, als

auch die Pflicht zu helfen haben.

Das Humanitäre Völkerrecht

Zusätzlich zu diesen sieben Rotkreuz-Grundsätzen bildet das Humanitäre Völkerrecht das Regelwerk, in

dem das Wirken und Werken der Rotkreuz-Bewegung international verankert sind. Das Kernstück des

Humanitären Völkerrechts sind die Genfer Konventionen. Jean Pictet, der maßgeblich an der Vorbereitung

der Genfer Abkommen von 1949 und ihrer Zusatzprotokolle von 1977 beteiligt war, definierte das Ziel des

humanitären Rechtes als „Linderung des Leidens aller Opfer bewaffneter Konflikte“. Damit die wesentlichen

Inhalte dieser Abkommen allen Teilnehmern bewaffneter Konflikte bekannt sind, werden sie vom Roten

Kreuz schon zu Friedenszeiten durch Schulungen, Kurse und Publikationen verbreitet. Als Zeichen der Anerkennung

für seine Bemühungen um den Frieden wurde dem Roten Kreuz bereits viermal der Friedensnobelpreis

verliehen (1901, 1917, 1944, 1963).

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www.roteskreuz.at/noe

0800 244 144

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