RK A11 - Kunstwanderungen

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RK A11 - Kunstwanderungen

RK A11

Orvieto

Die einst etruskische Stadt wurde in 325 m Höhe auf einem Tuffstein-Plateau 200 m

über dem Pagliatal erbaut. Die sich je nach Wetter und Tageszeit verändernde Farbe des

Tuffs setzt sich in den Bauten der Stadt fort. Die Häuserformation wird vom Dom überragt,

einem Wunderwerk mittelalterlicher Baukunst.

Der Tuffsteinblock

Der Steinblock bildete sich im Zuge der Vulkanausbrüche bei der Entstehung der Volsinii-Berge.

Gewaltige Mengen an eruptivem Gestein lagerten sich auf der Lehmschicht

ab. Danach begannen die Flüsse die Flanken des Tuffberges abzuwaschen und ließen

den Block übrig. Fachleute reden heute davon, dass der Tuff krank sei, auf dem Orvieto

erbaut ist. Das stimmt nicht; krank ist der Mensch. Denn er hat zu verantworten, dass

der Stein auseinander zu brechen droht. Schon lange sind am Südrand des Blockes Risse

und Abbröckelungen festgestellt worden. Endlich zeigte sich auch an anderen Stellen

Instabilität.

Die Bürger von Orvieto hatten nach dem Bau ihrer Häuser auf dem Steinblock damit

begonnen, den Block auszuhöhlen, um zusätzlichen Platz zu gewinnen. Man grub Keller,

Gänge, Gruben in den Stein. Seit dem 16. Jh. bohrte man Brunnen. Abwasserkanäle

fraßen Rinnen in den Tuff. Im Jahre 1977 traten so große Risse im Gestein auf, dass die

italienische Regierung erste Maßnahmen ergriff, dem Untergang der Stadt vorzubeugen.

Der Block wurde mit Stahl gestützt, die Risse hat man mit Zement verklebt.

*

Die Besiedlung des Tuffsteinblocks, die sich bis in die Bronzezeit zurückverfolgen

lässt, bringt Orvieto in der Zeit zwischen dem 7. und 3. Jh. v. C. in Blüte. Niemand

weiß, wie Orvieto ursprünglich hieß. Die Römer sollen die Stadt Volsinii genannt haben,

was bedeutet, dass neben Montefiascone, Bolsena nun die dritte Stadt so geheißen

haben soll. Aus etruskischer Zeit sind noch die Nekropolen um die Stadt herum und der

Tempio del Belvedere erhalten.

Im Jahre 264 nehmen die Römer die etruskische Festung ein und zerstören die Stadt.

Die Bevölkerung wird nach Bolsena am See ausgelagert – was eine Erklärung dafür

sein kann, dass der Name Volsinii für eine Stadt mehrfach auftritt.

Aus Schutt und Asche entsteht Orvieto in römischer Zeit als urbs vetus = alte Stadt, woraus

sich der heutige Namen zusammensetzt. Als die Stadt in die Hand der Goten gefallen

ist, erobert sie Belisar 538 für Byzanz zurück. 571 lassen sich die Langobarden hier

nieder.

Ab dem 12. Jh. ist Orvieto ein Stadtstaat und verbündet sich mit Florenz gegen Siena.

Durch die Anwesenheit von Päpsten im 12. und 13. Jh. stellt es sich auch gegen den

Kaiser, was Ärger im Stadtgebiet hervorruft: Ghibellinen, die Kaisertreuen, und Guelfen,

die papsttreuen Monaldeschi, liefern sich blutige Schlachten. 1186 wirft Kaiser

Heinrich IV. die Guelfen für einige Zeit aus der Stadt. Das kann aber nicht verhindern,

dass die Monaldeschi die Herrschaft an sich reißen. Diese Familie aber zerstreitet sich,

und man jagt sich gegenseitig.

Die Stadt will sich mehr und mehr verselbständigen. Das weiß Kardinal Albornoz durch

den Bau der Rocca im Jahre 1364 sichtbar zu verhindern. 1449 wird Orvieto dem Klerus

unterstellt. Im 16. Jh. zieht es Päpste immer wieder aus unterschiedlichen Gründen

in die Stadt, was der Stadtanlage noch heute anzusehen ist: prächtige Ranaissancepaläste.

In der Landschaft um Orvieto wird der „Orvieto classico“ gezogen, einer der bedeutendsten

Weißweine Italiens. Die Kunst der Herstellung von Majolika-Arbeiten rührt

noch aus der Zeit der Etrusker her.

*

Wir beginnen die Stadtrundwanderung mit der Besichtigung des Domes

***** S. Maria

(werktags 10-12:30, 14:30-17, sonntags 14:30-17 Uhr). Der Dom ist

vielleicht der schönste gotische Kirchenbau Italiens. Der Bau

und errichtete auch die Fassade. Um 1348 leiteten die Baumeister

Andrea und Nino Pisano die Arbeiten, 1359 Andrea Orcagna,

auf dessen Entwurf die Fensterrose zurückgeht. Erst im

17. Jh. wurde der Dom vollendet.


Der 90 m lange Bau wirkt von außen durch die angebauten Kapellen

sowie die horizontalen Streifen aus dunklem Tuff und

hellem Travertin, vor allem aber lebt er von der 52 m hohen und

40 m breiten, dem Dom in Siena nachempfundenen, wie ein gotisches

Altarretabel aufgebauten

Die Fassade.

Die Fassade besitzt vier hoch aufragende Strebepfeiler, die in

Stufenportale ragen an die Brüstung der Galerie heran, der mittlere

in sie hinein. Der mittlere Portalbogen ist romanisch gerundet,

die beiden seitlichen sind gotisch gespitzt. Auf den Pfeilersockeln

stehen Bronzestatuen der Evangelistensymbole.

Das Hauptportal schließen Türen des Bildhauers Emilio Greco,

fast alle erneuert.


Die Marmorreliefs an der Sockelzone der Fassade fertigten

zwischen 1310 und 1330 verschiedene Künstler. Links schaffen

Akanthusranken: Szenen aus dem Leben Jesu, rechts in den

Efeuranken: Jüngstes Gericht, von Lorenzo Maitani, mit Entsetzen

einjagender Darstellung gequälter Menschen.


Die Mosaiken in den Wimpergen und deren seitlichen Feldern

zeigen von rechts nach links und von unten nach oben: Geburt

oben zeigen von links nach rechts: Verlobung Mariens; Marienkrönung;

Tempelgang Mariens.

Die Fensterrose wird seitlich von Kirchenvätern gerahmt. In

den Nischen darüber stehen die zwölf Apostel.

Der Innenraum vermittelt einen noch romanischen Eindruck.

Ein offener Dachstuhl deckt das Mittelschiff, Lediglich Chor

und Querhaus sind gewölbt. Die Wandgliederung ist mit der

äußeren identisch, hingegen die obere Wandgliederung gemalt

ist. Die Alabasterfenster vermischen das einlassende Licht mit

den Farben der östlichen Chorfenster und der westlichen Fensterrose.


Das Chorhaus. Glasfenster des Giovanni di Bonino, 1325. Geschildert

werden Szenen aus dem Leben Mariens, begleitet von

Propheten.

Der gemalte Marienzyklus an den Wänden stammt von Ugolino

di Prete Ilario, vor 1400; linke Wand unten: Vertreibung

Joachims aus dem Tempel. – Ein Engel verspricht Anna und

Beschneidung Jesu – Anbetung Jesu durch die heiligen drei

Könige – Darstellung im Tempel – Flucht nach Ägypten –

Zimmermannswerkstatt – Die hl. Familie vor dem Tempel –

Maria und Josef suchen Jesus – Der Knabe Jesus lehrt im Tempel

– Maria und Josef finden Jesus;

Frontwand, unten: Ein Engel verkündet Maria die Himmelfahrt

Die Fresken, Kirchenlehrer und Evangelisten, stammen von

Pinturicchio, 1492.

Pinturicchio


Bernardino di Betto wurde 1454 in Perugia geboren. Erzählfreudigkeit

und Detailtreue, besonders in landschaftlichen Szenen

zeichnen den Maler aus, der oft verkannt, aber doch schon

von Vasari geschätzt wurde. Sein Werk wurde nämlich oft in

die Ecke der reinen Dekorationsmalerei gestellt. Seine größte

und bedeutendste Arbeit ist die Ausschmückung der Piccolomini-Bibliothek

im Dom zu Siena. Nach Perugia und Rom ließ

Pinturicchio sich schließlich in Siena nieder, wo er weiter fleißig

arbeitete und Kinder zeugte. Und dass, obwohl die Misshelligkeiten

seiner Ehe ihn aufrieben. An dieser Imponderabilie

starb er im Jahre 1513 in Siena.

*

Chorgestühl von Giovanni Ammanati, 1340.

Linke Chorkapelle. Marmoraltar, von 1547 mit der Heimsuchung

Mariens, flankiert von einer Marien- und einer Jesusstatue,

beide von Raffaello da Montelupo, 1563. – Rückwärtig:

Cappella del Corporale. Die Leib-Jesu-Kapelle ist ein Anbau

aus der Zeit nach 1350. Das Gitter ist gotisch, 1366. Die Wandfresken

schuf der einheimische Ugolino di Prete Ilario zwischen

1357 und 1364, Overbeck restaurierte sie im 19. Jh.

(=geweihtes Linnentuch) bringe. Mittlere Reihe: Der Bischof

überzeugt sich von der Echtheit der Blutspuren; Urban zieht mit

Würdenträgern dem Corporale entgegen. Untere Reihe: Urban

zeigt vom Papstpalast aus das Tuch dem Volk; Urban ordnet

das Fronleichnamsfest an, zu seinen Füßen Thomas von Aquin,

der seinerzeit hier im Kloster lebte und die Sequenz „Pange lingua“

dazu schrieb. Linke Seitenwand: Oben rechts: Ein Fischer

gibt einem Fisch eine Hostie zu fressen, beichtet es, woraufhin

der Pfarrer die unversehrte Hostie dem Fisch aus dem Maul

zieht. Mitte links: Hugo auf dem Sterbebette verlangt eine

Hostie und wird von Engeln in die ewige Seligkeit getragen.

Ganz rechts: Die Juden wurden von den Christen für die Pest

verantwortlich gemacht. Der Sohn eines Juden hatte heimlich

eine geweihte Hostie gegessen, wurde von seinem Vater in den

Backofen geworfen und stieg unversehrt daraus hervor. Unterste

Reihe: Als sich die Hostie in ein Jesuskind verwandelt,

Auf dem Hauptaltar steht ein Tabernakel, das Andrea Orcagna

1358 vollendete. – Rechte Wand, im zweiten Bogen: Schutzmantelmadonna,

von Lippo Memmi, 1320.

Lippo Memmi

Filippo Memmis Geburtsdatum ist unbekannt, jedoch ist er zwischen

1317 und 1347 in Siena sowie als Schwager von Simone

Martini nachweisbar. Er gilt als Madonnenmaler des zarten

Stils, der viel mit seinem Schwager zusammengearbeitet hat.

*

Vor der linken Wand: Reliquiar aus der Werkstatt des senesischen

Goldschmieds Ugolino di Vieri für das Corporale, das

Linkes Seitenschiff. 1. Weihwasserbecken, 1485; 2. Fresko des

Gentile da Fabriano von 1425: Muttergottes; 3. Taufbecken von

Luca di Giovanni, 1390 mit einem Aufsatz des Sano di Matteo,

Rechte Chorkapelle. Altar von 1514 mit der Anbetung Jesu

durch die heiligen drei Könige, von Raffaello da Montelupo,

flankiert von der Ecce-Homo-Statue des Ippolito Scalza, 1608,


sowie einer Adamsstatue, von Fabiano Toti, um 1600. – An

rückwärtiger Seite: Evastatue, von Fabiano Toti, um 1600,

nebst Spätrenaissancekanzel, von 1622.

Cappella di San Brizio, von 1408. Die Fresken, von Fra’

Luca Signorelli

Luca Signorelli wurde mitte des 15. Jhs. in Cortona geboren. Er

erhielt seine Ausbildung wohl bei Piero della Francesca. Sein

Werk verrät den Einfluss von Antonio del Pollaiuolo und von

Bartolomeo della Gatta, einem weitgehend unbekannten, aber

tüchtigen florentinischen Maler. Signorelli schuf viele gute

Werke, unter denen sich auch die Gemälde im Kreuzgang von

Monte Oliveto befinden. Sein weltberühmtes Hauptwerk aber

sind die Fresken im Dom zu Orvieto. Signorelli gründete eine

Werkstatt, die immer größter wurde und wo fleißig für die Provinz

gearbeitet wurde. Mit zunehmendem Alter aber ließ die

Qualität seiner Werke nach. Signorelli starb 1523 in Cortona.

*

Luca Signorelli

von

August von Platen

Die Abendstille kam herbei.


Der Meister folgt dem allgemeinen Triebe;

verlassend seine Staffelei,

blickt er das Bild noch einmal an mit Liebe.

Da pocht es voll Tumult am Haus,

und ehe Luca fähig ist zu fragen,

ruft einer seiner Schüler aus:

„Dein einz’ger Sohn, o Meister, ist erschlagen.

In holder Blüte sank dahin

der schönste Jüngling, den die Welt erblickte.

Es war die Schönheit sein Ruin,

die oft in Liebeshändel ihn verstrickte.

Vor eines Nebenbuhlers Kraft

sank er zu Boden, fast in uns’rer Mitte.

Ihn trägt bereits die Brüderschaft

zur Totenkirche, wie es heischt die Sitte.“

Und Luca spricht: „O mein Geschick!

So lebt’ ich denn, so strebt’ ich denn vergebens?

Zunichte macht ein Augenblick

meines reichen Lebens!

Was half es, dass in Farb’ und Licht

als Meister ich Cortonas Volk entzückte,

mit meinem jüngsten Weltgericht

Orvietos hohe Tempelhallen schmückte?

Nicht Ruhm und nicht der Menschen Gunst

beschützte mich und nicht des Geistes Feuer:

Nun ruf’ ich erst, geliebte Kunst,

nun ruf’ ich dich, du warst mir nie so teuer!“

Er spricht’s und seinen Schmerz verrät

kein and’res Wort. Rasch eilt er zur Kapelle,

indem er noch das Malgerät

den Schülern reicht, und diese folgen schnelle.

Zur Kirche tritt der Greis hinein,

wo seine Bilder ihm entgegentreten,

und bei der ewigen Lampe Schein

sieht er den Sohn, um den die Mönche beten.

Nicht klagt er oder stöhnt und schreit,

kein Seufzer wird zum leeren Spiel des Windes.

Er setzt sich hin und konterfeit

den schönen Leib des vielgeliebten Kindes.

Und als er ihn so Zug für Zug

gebildet, spricht er gegen seine Knaben:

„Der Morgen graut, es ist genug,

die Priester mögen meinen Sohn begraben.“

*

Linke Wand: Auftreten des Antichristen; Frontwand: Etappen

des Weltendes; rechte Wand: Auferstehung des Fleisches –

Sockelbereich: Homer, Empedokles, Orpheus, Lukan, Horaz,

Ovid, Griechische Mythologie, Dämonenkämpfe, Erzengel Michael,

Dantes Fegefeuer, Vergil, Dante.

Auf dem Barockaltar: Tafelbild der Thronenden Muttergottes,

Antlitz Jesu, 14. Jh.

Rechtes Seitenschiff. Die Fresken in den Außenkapellen: 1.

Muttergottes, 14. Jh.; Sebastian, um 1405; 2. Antonius Abbas

und Jakobus, 1399;


3. Rochus und Kreuzigungsrest, 14. Jh.; 4. eine Heilige, 14. Jh.

Das Mittelschiff. Am ersten linken Pfeiler: Pietà, von Ippolito

Scalza, 1579. Es handelt sich um die bedeutendste Skulptur des

Meisters.


Wir gehen aus dem Hauptausgang des Doms hinaus, halten Richtung über die

„Piazza Duomo“, mit Blick nach rechts auf den Turm

*** Torre di Maurizio, der im Jahre 1348 errichtet wurde,

*** S. Francesco. Der Bau ist aus dem 13. Jh. Das Innere wurde

1768 spätbarockisiert.


Das Chorhaus. Auf dem Marmoraltarblock des 16. Jhs. steht ein

Holzkruzifix, aus dem Umkreis des Lorenzo Maitani, 14. Jh. –

Dahinter: Stigmatisierung des Franz von Assisi, von Filippo

Naldini.

Das klassizistische Chorgestühl schuf Alessandro Tori, 1794.

Campanile-Kapelle (links des Chorhauses): Fresken von Pietro

di Puccio, 14. Jh.: Szenen aus dem Leben des Matthäus: Berufung

des Matthäus (überlagert von späterem Ecce-Homo-Bild),

den Pilger Jakobus und den Erzengel Michael.

Pietro di Puccio

Der Maler und Mosaikkünstler lebt in der zweiten Hälfte des

14. Jahrhunderts. 1360 ist er Mitarbeiter des Ugolino di Prete

Ilario am Dom. Seine Tätigkeit dort währt – mit Unterbrechungen

– bis 1386. 1391 freskiert er Episoden der Schöpfungsgeschichte

auf dem Camposanto in Pisa. 1394 arbeitet er erneut in


Orvieto an San Giovenale, 1399 an der Annunziata-Kirche in

Baschi.

*

Linker Querschiffarm. Frontwandkapelle:

Rechter Querschiffarm. Barockaltar mit dem Gemälde: Ignatius

entsendet Franz Xaver.

Das Schiff. Linke Seite: 1. Gemälde der Muttergottes mit Johannes

dem Täufer, Magdalena, Luzia und einem Franziskaner,

von Cesare Nebbia; 2. Unbefleckte Empfängnis, von Cesare

Nebbia, 1584; 3. Schutzengelgemälde des 17. Jhs. – Rechte Seite.

1. Gemälde des Josefstods, von Filippo Naldini, 1773; 2. Barockaltar,

mit einem Hieronymusgemälde des Hendrick van den

Broeck, 1580;


Kreuzgang steht ein Brunnen von I. Scalza, 1580.

Wir gehen aus der Kirche hinaus und nach links auf die „Via Ippolito Scalza“.

Kurz darauf wandern wir rechts in die Kirche

*** S. Lorenzo de’ Arari. Der Unterbau des Tabernakelaltars

war einst etruskischer ara = Opferaltar; von diesem Wort leitet

die Kirche ihren Beinamen ab. Das Gotteshaus wurde 1291

noch in romanischen Formen errichtet und besitzt einen ebenso

Der Chor. Moderner Altar vor den Fresken: Christus als Weltenherrscher

mit Maria, Johannes, Laurentius und Franziskus.


Das Mittelschiff. An der Wand links oben: Freskofries von

1321, von links nach rechts: Laurentius speist Arme, Laurentius

wird verurteilt, Martyrium des Laurentius, Laurentius verhilft

armer Seele zum Heil.

An Säulen links: Giuliano Abate; Brigida und Laurentius. – An

einer Säule rechts: Nikolaus.

Rechtes Seitenschiff. Frontapsis: Das Kind nährende Maria. –

Wir gehen aus der Kirche hinaus, Richtung haltend auf die „Via Ghibellina“

und halten uns auf den Gassen immer links.


Später gelangen wir zur

*** Porta Romana, ein Stadttor von 1321.

links. – Später gelangen wir in die Kirche

*** S. Giovanni. Der oktogonale Zentralbau von 1704 birgt ein

Hauptaltarbild von Ugolino di Prete Ilario, die Madonna della

Fonte, 14. Jh.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, hinter der Apsis her und an der Stadtmauer

entlang. – Später wandern wir auf der Quergasse links und auf der „Via della

Cava“ abermals links. Kurz darauf wandern wir vor dem Stadttor,

*** Porta Maggiore, dem ältesten Zugang zur Stadt,

rechts auf die „Via della Caccia“. Kurz darauf wandern wir auf der Quergasse

links. Kurz darauf wandern wir auf dem Plätzchen mit einer *** Ansicht vom

Umland

in die Kirche

*** S. Giovenale. Einer Überlieferung nach soll hier schon im

Jahre 1004 eine Kirche gestanden haben. Das Mittelschiff ist

romanisch, der Chor aus dem 13. Jh.


Das Äußere. Das Seitenportal, über dem der Patron Juvenal

steht, ist mit 1497 bezeichnet.

Der Chor. Der steinerne Altartisch stammt aus dem Jahre 1170;

Jhs. zusammengestellt.

Linkes Seitenschiff. Apsis: Mehrere Fresken, darunter eine

Kreuzigung. – Außenwand: 1. Hieronymusgemälde, von

14. Jhs. – Rückwand: Fresko des Juvenal, 14. Jh.


Am vorderen Pfeiler: Verkündigungsfresko, 14. Jh.

Rechtes Seitenschiff. Die gesamte rechte Wand ist mit Fresken

übersät, die darstellen:

Eine Muttergottes


mit Heiligen

sowie eine Kreuzigung nebst einer Verkündigung, alle 14. Jh.

Das Mittelschiff. Rückwand: Lebensbaum des Kreuzes mit

Franziskus, Fresko des 14. Jhs.


Das Mittelschiff. Rückwand: Lebensbaum des Kreuzes mit

Franziskus, Fresko des 14. Jhs.

Richtung haltend über die Piazza auf die „Via Malabranca“, mit einer schönen

*** Ansicht von der Weststadt – ob morgens oder abends –

kommen vorbei am rechts erbauter Nr. 15,

*** Palazzo Caravajal, der sich nach einem Entwurf des Ippolito

Scalza im 16. Jh. darstellt,

und vorbei am links erbauten

*** Palazzo Filippeschi, 16. Jh., mit schönem Innenhof.


Wir wandern richtunghaltend auf die „Via Filippeschi“ und gelangen zur

„Piazza della Repubblica“ mit dem

*** Palazzo Comunale. Der Palast aus dem Mittelalter wurde

zwischen 1573 und 1581 von Scalza völlig umgestaltet; die

*** S. Andrea. Das Gotteshaus mit dem freistehenden zwölfeckigen

Glockenturm stammt aus dem 11. Jh., wurde im 19. Jh.

allerdings stark restauriert.

Das Querhaus. Im Inneren der dreischiffigen Kirche fallen die

beiden östlichen Querhausjoche auf, die, im Gegensatz zum

Die Vierung. Rechter Pfeiler: Magalotti-Grab aus dem 14. Jh.

Das Mittelschiff. 1. Pfeiler rechts: Kanzel mit

Kosmatenarbeiten, 14. Jh. – Die Freskenreste stammen aus dem

*** Palazzo Clementini, der von Ippolito Scalza in die bestehende

Form gebracht wurde,

links auf die „Via Signorelli“. Kurz darauf gehen wir auf dem folgenden Platz

in die Kirche

*** S. Giuseppe. Die Rotunde von 1685 ist ein barocker Zentralbau

mit Kuppel.

Das Innere wurde in der Bauzeit vollständig ausgemalt – überwiegend

ornamental. Die Kirche besitzt Altäre und stuckierte

Balustraden sowie ein Hauptaltarbild, das die Muttergottes mit

Heiligen zeigt, sämtlich barock.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, nach rechts und vorbei am rechts erbauten

*** Palazzo Gualtero, ein Palast aus dem Jahre 1550, der von

einem etwas überladenen Renaissance-Portal geziert wird,

und, den „Corso Cavour“ kreuzend, vorbei am

*** Torre del Moro. Was ein Maulbeerbaum mit dem Turm,

der nach diesem benannt ist, zu tun gehabt hat, weiß niemand

zu sagen. Die Glocke im Turm ist aus dem Jahre 1316.

Wir wandern vorbei an dem daran erbauten

*** Palazzo die Signori Sette von 1463

und auf dem großen Platz, der „Piazza del Popolo“ mit dem riesigen Palast

rechts. Dieser Palast ist der

*** Palazzo del Popolo. Der wehrhafte Palast des Capitano del

Popolo wurde im 13. Jh. errichtet. Das Erdgeschoss hat die typische

offene Halle, das erste Geschoss Drillingsfenster unter

einem Reliefband mit Schachbrettmuster, der terrassenförmige

Vorbau eine Freitreppe. Der Zinnenkranz ist eine Zutat des 20.

Jhs., macht sich aber ausnehmend gut.


und schließlich rechtsversetzt über die Querstraße in die Kirche

*** S. Domenico. Der Torso, das Querhaus und die Rechteckkapellen,

sind ein Rudiment des 13. Jhs.

Das Schiff. Rechte Wand. 1. Kapelle: a) Auf dem Altar: Gemälde

des Todes von Petrus Martyr, renaissance.

b) Fresken von 1430: Tod des Petrus Martyr


und Muttergottes mit Heiligen.

2. Kapelle: a) Abgang zur Kapelle für die in der Renaissance

, 14. Jh.; b) Fresken mit der Kreuzigung, Ecce Homo und Thomas

von Aquin, 14. Jh.

Linke Wand: Grabmal für Kardinal De Braye, der 1282

zur Geltung kommt.


Wir gehen aus der Kirche hinaus, wenden uns nach links auf die „Via Arnolfo

di Cambio“ und kurz darauf an der ersten Abzweigung hinter links stehendem

*** Tempio di Belvedere. Von den heiligen Hainen der Etrusker

in Orvieto ist nur dieser eine, wenigstens zu Teilen, erhalten

geblieben. Er liegt auf einem Felsvorsprung, eine Freitreppe

führt zum Podium hinauf. Zwei Säulenreihen und eine dreigeteilte

Cella tragen dazu bei dass man das typische Erscheinungsbild

einer etruskischen Kultstätte vermittelt bekommt.

Beim Tempel wandern wir auf der Durchfahrtsstraße links. Kurz darauf wandern

wir auf dem ersten Asphaltweg links bergab und gelangen zum

*** Pozzo di S. Patrizio (Apr-Sept 10-19, Okt-März 10-18 Uhr).

Papst Clemens VII. veranlasste im Jahre 1527 den Bau des

Brunnens. Bei der Plünderung Roms durch die Landsknechte

von Karl V. fand er hier Zuflucht. Antonio da Sangallo d. J.

schuf die Pläne dazu. Er ließ in zehnjähriger Arbeit einen 62 m

tiefen Stollen in den Tuff treiben. Da der dabei auf Lehm stieß,

der zu weich war, musste der untere Teil mit Ziegeln gebaut

werden. Der Schacht ist ca. 5 m im Durchmesser und besitzt 72


Fenster, die spiralförmig nach unten führen. Um den Schacht

„Patrizius“ für den Brunnen lässt sich nur so erklären, dass der

Brunnen einem Teufelsschlund ähnlich sieht; und der hl.

Patrizius immerhin in der Lage war, durch sein Gebet den Hölleneingang

zu öffnen.

Antonio da Sangallo der Jüngere

Antonia da Sangallo wurde als Neffe der Antonia da Sangallo

und Giuliano da Sangallo im Jahre 1485 vermutlich in Florenz

geboren. Er gilt als Baumeister des Übergangs von der Renaissance

zum Barock. Nach Raffael wurde er Oberbauleiter an St.

Peter in Rom. Er arbeitete aber auch in Arezzo und in Montepulciano.

Antonio der Jüngere starb im Jahre 1546.

*

Wir kehren um und halten uns stets links. Kurz darauf wandern wir links in

den ummauerten Bereich der ehemaligen Festung

*** Fortezza Albornoz. Die bestehenden Reste, die heut im

Stadtpark liegen, sind die Mauern, ein runder Wachturm und

Bürger aus Orvieto in ihre Schranken zu weisen und die Rückkunft

des Papstes aus Avignon vorzubereiten.

Die Anlage wurde auf einer Travertinbank erbaut, der einzigen

im Tuffsteinblock. 1457 ließ Papst Calixt III. die Burg erneuern,

die 1831 zerstört wurde.


auf dem kleinen Plätzchen rechts in die Kirchs

*** S. Maria dei Servi. Die neoklassizistische Kirche mit

ebensolcher Fassade wurde 1857 erbaut.


Das Chorhaus. Hinter dem Altar: Mariä Himmelfahrt. - Linke

Wand: Jungfrau Maria, klassizistisch . – Rechte Wand: S. Pellegrino

oder Rochus.

Das Langhaus. 2. Kapelle links: Fresko der Muttergottes, renaissance.

3. Kapelle links: Nazarenisches Pilgergemälde. – Hinten:

Wir gehen aus der Kirche hinaus, übers Plätzchen und auf der Haupttangente

rechts. – Später wandern wir an der Kreuzung „Via d’Angelo da Orvieto“

darauf wandern wir links auf die „Via Cesare Nebbia“. Kurz darauf wandern

wir auf der Querstraße vor dem

*** Palazzo Tiberio Crispo Marsciano, aus dem 16. Jh.,

rechts, vorbei an der Kirche ** S. Bernardino, wandern vorbei an links erbautem

*** Palazzo Buzi des 16. Jhs., den Ippolito Scalza in die heutige

Form gebracht hat,

und rechts in den

*** Palazzo Soliano. Untergebracht ist hier das Museo

dell’Opera del Duomo. Es zeigt senesische Malerei, Dokumente

zum Dombau, Skulpturen und Goldschmiedearbeiten.

Wir gehen aus dem Museum hinaus und gegenüber in den

*** Palazzo Papale. Im Obergeschoss besitzt der Palast des 13.

alles rund um die Nekropelen, Fresken, Keramik, Bronze,

Schmuck.

Wir gehen aus dem Palast hinaus und nach rechts zur Bigletteria. Hier geht es

in den Untergrund, in den

*** Parco delle Grotte (Führungen: 11, 12.15, 16, 17.15 Uhr).

Julien Green

Hermann Hesse war in Orvieto, ist allerdings nur durchgereist.

Da er nichts über Orvieto hat verlauten lassen, kann ihm Stadt


und Umgebung nicht gefallen haben. Julien Green ist’s 1985

ähnlich ergangen:

„…in der etruskischen Nekropole am Fuße des Felsens, auf

dem die Stadt erbaut wurde und die wohl das unheimlichste ist,

was ich je gesehen habe. Die Gruften sind aus großen, ganz

verwitterten, grün gewordenen Steinen. Wir gehen von Grab zu

Grab, sehen gähnende schwarze Schlünde, in die man hinabsteigen

kann, denn es sind Stufen da. Aber ich würde mich für

nichts in der Welt dort hinein wagen.“

*

Wir gehen aus der Grotte hinaus, nach links, vorbei am Palazzo Papale in den

*** Palazzo Faina, ein Palast des 19. Jhs. Im Museum werden

griechische und etruskische Exponate ausgestellt.

Wir gehen aus dem Palast hinaus und zum Beginn der Wanderung, zum Dom.

RK A11

Orvieto

Ende

*

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