RK D15 - Kunstwanderungen

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RK D15 - Kunstwanderungen

RK D15

Nördlingen

Wir gehen zur Besichtigung von Norden her in die Stadt, und zwar durchs

*** Baldinger Tor, das 1376 erstmals erwähnt wird. Seine

heutige Gestalt geht auf den Neubau von 1430 zurück, der nach

einem Einsturz im Jahre 1703 vereinfacht verändert wurde.

Wir gehen nun sofort nach rechts und steigen hinauf auf den Wehrgang der

***** Stadtbefestigung des 14. Jhs. Diese ist zwischen acht

und zehn Metern hoch, besitzt einen rundherum intakten Wehrgang,

der zunächst unbedacht war, mit Aufkommen der Feuerwaffen

jedoch ein Ziegeldach erhielt, wobei man die vorhanden

Zinnen umbaute und zu Schießscharten veränderte.

Wir wandern auf dem Gang gegen den Uhrzeigersinn zur Betrachtung von

*** Dachlandschaft, der aber die moderne Technik zusetzt,

zum Blick in die Gassen, zur Ansicht von verputzten Häusern.

Auf diesem Stück des Wehrgangs hat man sicher die schönsten

*** Ansichten von der Stadt, z. B. vom Spitalhof.

Zudem passieren wir den

*** Spitzturm von 1481 mit spitzem gebrochenen Turmhelm.

Wir gehen vorbei an

*** Unterer Wasserturm des 15. Jhs. mit dem Flusstor für den

Austritt des Flüsschens Eger.

Wir wandern viel später im ersten Torturm ins

*** Löpsinger Tor von 1593 auf älterer beibehaltener Durchfahrt.

Unterbau und Oberbau sind beide dreigeschossig, der untere

quadratisch, der obere rund. Der Oberbau ist zylindrisch

gedeckt. Hier befindet sich ein Teil vom *** Stadtmuseum

(Apr-Okt 10-16.30), das hier z. B. die Geschichte der Schlacht

um Nördlingen im Jahre 1634 darstellt, und zwar u. a. in Zinn

gegossen.

Wir wandern später „Am Plätzle“ rechts, halten uns links, vorbei an Nr. 3,

*** Fachwerkhaus von 1654. Wir wandern nun vorbei an der Nr. 8.,

*** Haus mit drei Geschossen, queren den *** Winkel „Heugasse“,

kommen vorbei an links errichteter „Vordere Gerbergasse“ Nr. 39, das ist ein

*** Steinfachwerkhaus von 1672, mit Fratzen und Empiretür

von 1809.

Wir wandern auf dem Brückchen über die Eger und blicken dort rechts wie

links in die *** Winkel. Wir gehen entlang der „Löpsinger Mauer“, an der

eingangs links die *** Neumühle, mit schönem Fachwerk, steht – und an

der Mauer der *** Mühlstadel.

Wir wandern später bei der ersten Möglichkeit links, blicken vorwärts auf die

Wir wandern nun entlang der Eger, schließlich vorbei an den Nrn. 7, 9, 10, 25,

*** Gewerbehäuser, gehen weiter auf der „Lederergasse“, biegen an deren

Ende rechts ab und queren die Eger. – Wir wandern später an der Kreuzung

„Vordere Gerbergasse“ mit Blick nach links in den *** Winkel nach rechts

und halten uns rechts im Gerberviertel mit den *** Gerberhäusern.

An der Kreuzung „Vordere Gerbergasse“, der breiten Straße, wandern wir

rechts und haben zur Rechten *** Ensembles alter Häuser. – Wir wandern

später vorbei am *** Fachwerkhaus mit Giebel, Toreinfahrt sowie vorgekragtem

Dach, und wandern vorbei an Nr. 3,

*** Farbstadel von 1557, 1726 umgebaut, mit einer das hohe

Schleppdach stützenden Holzkonstruktion.

Wir wandern in den großen Bereich des Spitals und hier zuerst rechts ins

*** Stadtmuseum (März-Okt Di-So 13.30-16.30). Der hohe,

dreigeschossige Bau besteht aus dem einstigen Spital sowie

dem ehemaligen Brauhaus der Spitalstiftung von 1534. Gezeigt

wird Geologie des Rieses, Vor- und Frühgeschichte, Geschichte,

Stadtgeschichte und Kunstgeschichte mit Werken von

Schäufelein u. a., vor allem aber von

Friedrich Herlin.

Herlin, der wahrscheinlich aus Ulm stammt, ist seit 1459 in

Nördlingen nachweisbar, wo er am Altar der Salvatorkirche arbeitet.

Da die frühen Werke Herlins von Rogier van der Weyden

und Lochner beeinflusst sind, muss man eine Reise über

Köln in die Niederlande annehmen. 1463 wird er eine zweite

Reise an den Niederrhein gemacht haben. Es ist nicht allzu viel


von seinen Werken auf uns überkommen. Bedeutendes aber

hängt hier in Nördlingen und in Rothenburg. Bis zu seinem Tode

im Jahre 1500 in Nördlingen unterhielt er, der zu Reichtum

gekommen war, dort eine gut funktionierende Werkstatt.

*

Wir gehen aus dem Museum hinaus und an der Kreuzung rechts. Hier stehen

schöne *** Bauten, von denen ein Gebäude hervorsticht. Es ist das

*** Bürgerheim vom Spital, ein dreigeschossiger Renaissancebau

von 1564 mit Wappen, Eckerkern und einem auf profilierten

Konsolen ruhenden Mittelerker.

Wir gelangen nun rechts in die

*** Spitalkirche. Der Turm von 1563 erhebt sich über einem

einschiffigen, fünfjochigen Langhaus. Holzgewölbe und Maßwerk

der Fenster stammen aus dem 19. Jh. Im Inneren befinden

sich ornamentale Bilder mit Passionsszenen und ein Christophorus,

alles von 1375. Der dreiteilige Altaraufsatz besitzt Malereien

und wird von einem Holzkruzifix der Zeit um 1500 bekrönt.

Wir gehen aus der Kirche hinaus und über die Straße in den Spitalhof. Der

Spitalbereich wird von der Straße durchschnitten. Hier steht die Nr. 21, die

*** Pfisterei, die Bäckerei des Spitals mit hohem Dach und einer

1983 vorgesetzten Fassade im Neurenaissancestil.

Der Pfisterei gegenüber steht die Nr. 23, die

*** Spitalmühle, deren Mühlrad einst von der hier, jetzt unter

der Erde fließenden Eger angetrieben wurde. Der Bau stammt

aus dem Jahre 1475; seine Untergeschosse sind aus Stein, die

Obergeschosse aus Fachwerk; über dem Eingang befindet sich

ein Muttergottesrelief mit dem Stifter, von 1475.

*** Baldinger Tor,

nach rechts weiter auf „Baldinger Straße“ und vorbei an an der Ecke erbauter

*** Rosswette, eine Pferdeschwemme, und den sie umgebenden

Gebäuden.

Wir wandern vorbei an Nr. 19,

*** Fachwerkbau mit Zwerchhaus und bekrönender Kreuzblume,

wandern vorbei an Nr. 17,

*** Gasthof mit geschwungenem Giebel und Speicherluken,

wandern vorbei an Nr. 12,

*** Bau von 1572 mit geschwungenem Giebel und schöner Tür,

wandern vorbei an Nr. 10,

*** Fachwerkhaus des 16. Jhs. mit vorgekragten Geschossen.

Wir wandern später auf dem „Fischmarkt“ gegenüber Baldinger Straße Nr. 11

links auf „Beim Klösterle“ und vorbei am links stehenden

*** Klösterle. Der Bau wurde 1420 als Hallenkirche errichtet

und nach Auflösung des Klosters an die Stadt übergeben. 1486

hat man das Gebäude in ein Kornhaus umgewandelt, wobei der

Chor abgebrochen und der Ostgiebel hochgezogen wurde. Es

wurden sechs Getreideschüttböden eingezogen, die Kirchenfenster

durch drei Reihen von Rundbogenfenstern ersetzt. 1975

erfolgte der Umbau zu einem Stadtsaal für Konzert- und Theateraufführungen.

Wir wandern mit der Straße in die Rechtskurve und nun auf dem begrünten

*** Hafenmarkt mit rechts erbauter Paradiesgasse 4, Ensemble, nebst

einem Fachwerkbau des 14. Jhs. sowie den beiden anschließenden Gebäuden

und der vor uns stehenden Nr. 1, Giebelbau mit dreiseitigem

Erker der Zeit nach 1646, rechts, dahinter auf das „Salzgässchen“ und

vorbei am

*** Trapezhaus. Das Gebäude auf trapezförmigen Grundriss

stammt aus dem 15 Jh., wovon die schmale gotische Rückseite

mit dem steil aufsteigenden Treppengiebel, den spitzbogigen

Ladeluken sowie der segmentbogigen Haustür zeugt; die Mittelsäule

ist allerdings aus dem 17. Jh. Zur Eisengasse hin zeigt

sich eine breite Fassade mit Fruchtgehängen unter den Fenstern

sowie einer korbbogigen klassizistischen Tür.

Wir wandern nun einmal herum ums

*** Rathaus. Im Kern aus dem 13. Jh., entstanden das zweite

Obergeschoss und der Erker an der Giebelseite erst 1499, die

Erker an den Längsseiten 1509; zur selben Zeit wurde der


Schatzturm angefügt, aber 1563 umgestaltet. An der Westseite

haben sich Kaufläden erhalten. – Die Freitreppe aus Stein mit

einer Holzdecke ersetzt seit 1618 einen hölzernen Vorgänger

und ist in Formen der Gotik wie auch der antikisierenden Renaissance

gehalten Die darunter liegenden Räume dienten als

Kerker und wurden Narrenhäuslein genannt; das Relief eines

Narren ist seitlich des Rundbogentors angebracht. Im Aufsatz

umgeben Engel und Löwen das Stadtwappen. – An der

Turmwand des Podestes: Justitia, von Friedrich Herlin d. J.,

1582.

Wir gehen entlang der Ostseite mit dem Turm, dem gegenüber steht das

*** Leihaus, ein Kanzleigebäude, sowie die Waage,

*** Ansicht von St. Georg mit dem langen Daniel, gehen an den ans Rathaus

auf dem Marktplatz angebauten Kaufläden entlang. Gegenüber nun steht das

*** Hohe Haus, ein mittelalterlicher Speicherturm von sieben

Stockwerken. Diesem angebaut ist das Eckhaus zur „Fleischbank“, ein

*** Tanzhaus von 1442, dreigeschossiger Steinfachwerkbau,

der einen schönen Giebel sowie Spitzbogenportale besitzt und

auf dem Dach Schleppgauben. Das Standbild Kaiser Maximilians

I. wurde 1513 über dem Mittelportal angebracht.

Wir gehen weiter an den Kaufläden entlang. Gegenüber befindet sich ein

*** Ensemble mit der Nr. 21 von 1501, den zwei seitlichen

Häusern und der Apotheke.

*** Scheidtsches Haus von 1563, eine einstige Herberge in der

u. a. sowohl Kaiser Maximilian als auch König Gustav Adolf

von Schweden abgestiegen sind.

Wir gelangen nun in der Verlängerung auf die „Löpsinger Straße“; dort stehen

dann eingangs der rechts hinein führenden „Judengasse“ zwei sehr hübsche

*** Fachwerkhäuser. – Wir wandern hinter dem rechts erbauten Grausen

rechts und vorbei an links stehender

*** Neue Schranne, allerdings ein Bau des 19. Jhs.

Wir wandern gegenüber rechts stehender Nr. 5,

*** Weinschranne von 1664, mit gedrehten Eckständern, geschnitzten

Eckbalken, Fratzen und knorpeligen Voluten,

sowie Nr. 7,

*** Fachwerkhaus von 1670 mit gedrehten Eckstielen und

vorkragenden Obergeschossen,

hinter der neuen Schranne links und auf der Querstraße rechts. – Wir wandern

vorbei an links stehenden

*** Fachwerkhäusern, darunter Nr. 19, Fachwerkbau mit vorkragenden

Geschossen, geschnitzten Eckbalken, Masken und

knorpeligen Voluten,

sowie rechts erbauter

*** Alte Kornschranne von 1602, mit Treppengiebel, Toreingängen

und Sonnenuhren.

An der Kreuzung hinter *** Alte Schranne tun wir links einen Blick in die

Deininger Straße mit dem

*** Deininger Torturm von 1517, mit je einem dreigeschossigem

quadratischen Unter- wie rundem Oberbau.

Wir wenden uns aber nach rechts auf die „Schrannenstraße“, die eigentlich ein

Platz ist, und halten Richtung, vorbei am

*** Brunnen, eine Sehenswürdigkeit aus dem Jahre 1870,

*** Gasthof Lamm, 15. Jh., in dem schon Tilly und Wallenstein

wohnten.

Hier fallen auf die Hausnummern 6, 8, 9,

*** Fachwerkbauten und die Nr. 10, Böhm’sches Haus, Barockbau

von 1710.

Wir halten weiterhin Richtung, gehen auf dem „Brettermarkt“ rechts, rechts

auf die „Neubaustraße“ und danach rechts in die „Turmgasse“ mit u. a. Nr. 6,

*** Steinfachwerkhaus, sowie Nr. 5,

*** Fachwerkhaus von 1649, mit bemalten und geschnitzten

Eckstielen, darauf Fratzen, Kopfmedaillons, Delphine und ein

Pelikan nebst dem Stadtwappen zu sehen sind.

Wir wandern linksversetzt über die „Hallgasse“ mit der dort erbauten Nr. 6,

*** Steinfachwerkhaus, nach 1647 errichtet, mit Eierstableisten,

geschnitzten Eckbalken und rundbogiger Tür des 18. Jhs.


Wir kommen nun in die „Pfarrgasse“ mit den links erbauten Nrn. 2 und 4,

*** Kirchenbäckenhaus des 17. Jhs. mit schönem Portal.

Wir gelangen in die Kirche

**** St. Georg. Die Hallenkirche wurde im Wesentlichen zwischen

1427 und 1505 erbaut. Tätig waren Baumeister aus Ulm,

Alzey und Augsburg. Das Material ist Suevit (Trachyttuff).

Chor und Langhaus sind dreischiffig.

Der Turm mit zwei Treppentürmchen ist dem Haus vorgesetzt.

Das Wahrzeichen der Stadt, „Daniel“ genannt, setzt sich zusammen

aus vier sich verjüngenden quadratischen Untergeschossen,

drei sich verjüngenden oktogonalen Obergeschossen

sowie der Türmerwohnung unter dem Umgang; er wird seit

1539 bekrönt von einem Kuppelhelm mit polygonaler Laterne,

gedrücktem Zwiebelhelmchen, Helmstange, Knopf und Windfahne.

Vom Turm erschallt heute noch wie im 15. Jh. allabendlich

der Wachruf „So, Gsell, so!“, ein Ruf der einst von den

Wächtern in den Stadttürmen beantwortet wurde.

Das Chorhaus besteht aus fünf Jochen; sein Gewölbe wird von

10 schlanken Rundsäulen getragen und ist rippengewölbt. Die

Wappenschilde von Stiftern sind Holzkopien von 1877 der steinernen

Originale. In den Gewölbefeldern sind Malereien von

Sebald Bopp, 1457: Muttergottes, Georg, Maria Magdalena,

Schweißtuch der Veronika und Evangelistensymbole.

Der Hochaltar besteht aus Teilen eines spätgotischen Altares,

den Friedrich Herlin schuf, einer Kreuzgruppe mit trauernden

Der Chorumgang von links nach rechts. Chorgestühl mit geschnitzten

Fratzen. – Darüber: Epitaph für Caspar Adam

(+1655), mit der Darstellung des Sündenfalls. – Daneben: Epitaph

für Daniel Eberhard Dolp (+1771), mit Weisheit und Gerechtigkeit.

– Sakramentshäuschen von 1522, mit Propheten

am Fuß, Putten am Schrein, den vier Evangelisten unter den

Baldachinen, unter dem Maßwerkhelm sechs Apostel, von den

drei je eine Heiligenfigur tragen; oben: Jesus und die beiden Johannes,

ganz oben: Georg. – König David, Wandgemälde,

Das Langhaus besteht aus sechs Jochen. Das Netzgewölbe ruht

auf zwölf Mittelsäulen. – Steinerne Empore mit Kanzelvorbau.

Daran: Georg und Magdalena, um 1507. – Auf der Empore:

Steinrelief von 1507 mit der Kreuztragung Jesu.

Linkes Seitenschiff. Altarschrein von Friedrich Herlin, 1462:

zwei Engel; Geißelung Jesu, Kreuztragung, Kreuzigung, Auferstehung

Jesu; Jüngstes Gericht. – Lauinger Kapelle von 1447.

Über den Zugangsspitzbögen: Muttergottes zwischen Afra und

Ulrich; Kruzifixus um 1500. Der Ziegleraltar besitzt Gemälde

von Hans Schäufelein, 1521: Beweinung Jesu, flankiert von

Rechtes Seitenschiff. Orgelempore von 1610 mit moderner

Orgel; an der Brüstung: Jesus und die zwölf Apostel.

Das Mittelschiff. Kanzel von 1499; auf dem steinernen Korb:

die vier Evangelisten, Schmerzensmann, Maria Magdalena, Johannes

und Georg; den Schalldeckel schuf Ehinger 1681 aus

Holz mit Putten sowie Engeln mit Leidenswerkzeugen nebst

dem Auferstandenen.

*** Weinmarkt mit schöner alter Bebauung, z. B. die Häuser

Nr. 2, 3, und 4, 7, mit Gedenkbrunnen gegen die Hexenverfolgung,

Häusern 8, 9, und 10 sowie der ehemaligen Kronenschmiede.

Links steht das

*** Hallgebäude von 1542. Der einstige städtische Salz- und

Weinstadel, später Korn- und Zahlhaus, ist eine dreigeschossiger

Satteldachbau mit Treppengiebeln und fünffach gebrochenen

Erkern, über abgetreppten Konsolen an den Ecken.

Wir biegen am Wegestern ab auf die zweite Gasse rechts „Am

Stänglesbrunnen“ mit *** historischer Bebauung, halten uns aber links – mit

Blick nach rechts zum


*** Berger Tor aus dem Jahre 1436. Das Vortor kam 1574

hinzu.

Wir wandern auf der „Berger Straße“ links und am Wegestern vor dem Hallgebäude

rechts auf die „Neubaustraße“, hinter

*** Winter’sches Haus, ein Steinfachwerkhaus von 1678 mit

geschnitzter Tür von 1697 sowie einem Doppeladler,

wandern rechts auf die „Bräugasse“, vorbei an Nr. 7,

*** Volutengiebelbau der Zeit nach 1647 mit schöner Tür,

dann links auf die „Bürggasse“ und gelangen in die Kirche

*** St. Salvator. Am 17. April 1381 brachte man einem Sterbenden

das heilige Sakrament. Bei der Zeremonie brach der

Fußboden des Hauses ein und alle Anwesenden stürzten in den

Keller hinab. Bis auf eine wurden die Hostien in den Trümmern

gefunden. Man verbrannte den gesamten Schutt um die Hostie,

um sie weiterer Verunreinigung zu entziehen. Unter der Asche

fand man die Hostie unversehrt. Um dem offensichtlichen

Wunder zu entsprechen, baute man eine Kapelle. Daraufhin ließen

sich dreißig Mönche und ein Prior der Karmeliter hier nieder.

An Stelle der zu klein gewordenen Kapelle begann man

den Bau der Karmeliterklosterkirche ab 1401 hochzuziehen.

Die Bauleitung übertrug man wahrscheinlich dem Sohn Peter

Parlers aus Schwäbisch Gmünd, Wenzel. 1562 wurde das Kloster

an die Stadt übergeben, dann Pfarrkirche der Katholiken.

Die ursprünglich rechteckige Halle baute man im 19. Jh. um,

indem man durch Einbau von Säulenfassaden einen dreischiffigen

Sakralraum im Stil der romantischen Neugotik herstellte.

Der Chorraum blieb unverändert.

Das Äußere. Im Tympanon des Hauptportals aus dem 15. Jh.:

Jüngstes Gericht.

Der Hochchor ist kreuzrippengewölbt und zeigt in den Schlusssteinen:

Gnadenstuhl, Kreuzgruppe, Schmerzensmann und die

Muttergottes. – Linke Wand: Fresko: Szenen des Hostienwunders,

15. Jh. – Rechte Wand: Großes Fresko: Kreuzigung. Fresko

des Christophorus. – Der Altar besitzt Hochreliefschnitzfiguren

von 1497: Michael, Johannes der Täufer und Stephanus,

Das Mittelschiff. Rechter Chorbogen: Kanzel von 1829 mit Reliefs

von 1490. – Unter der Empore: Sebastian, barock, Jakobus,

barock.

Linkes Seitenschiff. Frontwand: Marienaltar mit der Strahlenmuttergottes,

barock, und in der Predella des 15. Jhs.: Beschneidung,

Jesus im Tempel, Kreuzigung, Gefangennahme

und Beweinung. – Kruzifixus des 16. Jhs.

Rechtes Seitenschiff. Frontwand: Moderner Altar mit gotischer

Figur des Josef, gerahmt von Ulrich und Laurentius. Josef

Wir gehen vorne rechts in der Kapelle durch die Tür in den

*** Kreuzgang des Klosters, das ebenfalls ab 1401 errichtet

wurde.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, halten uns rechts, wandern am Schiff entlang

auf der „Salvatorstraße“, kommen vorbei an Haus Nr. 8, in das eine alte

*** Pforte mit einer Muttergottes aufgenommen wurde, wandern

rechts auf die „Basteigasse“, an der Kreuzung „Lebergasse“ links und auf der

quer verlaufenden „Hintere Reimlinger Gasse“ weiter. Wir wandern hinter

rechts stehendem *** Eckfachwerkhaus, links auf den „Brettermarkt“ mit

Nr. 1,

*** Volutengiebelhaus, mit Empiretür in korbbogigem Portalrahmen.

Hier stehen auch die Nrn. 5,

*** Staffelgiebelhaus, sowie die Nrn. 10 und 12, Fachwerkhäuser.

Auf diesem Markt wandern wir rechts, dann rechts auf die „Reimlinger Straße“,

vorbei an rechts erbauter Nr. 4,

*** Treppengiebelhaus samt Erker, 15. Jahrhundert,

wandern vorbei an Nr. 6,

*** Degginger Haus, ein Giebelhaus des 16. Jahrhunderts,

und wandern vorbei an links stehender Nr. 7,

*** Deutschordenshaus von 1571 mit dem Wappen des Komturs

von Schwalbach, das 1714 seine heutige Gestalt mit der


Freitreppe und dem Kreuz des Ordens in den Erdgeschossfenstern

erhielt.

Wir wandern vorbei an Nr. 8,

*** Bau, dreigeschossig mit Pilaster gerahmtem Giebel und

Gesimsen,

vorbei an Nr. 12,

*** Zum Goldenen Ochsen, Fachwerkbau des 16./17. Jhs.,

und vorbei an Nr. 18,

*** Zu den drei Mohren, mit Volutengiebel des 18. Jhs.

Wir wandern durchs

*** Reimlinger Tor, ältestes der Nördlinger Tore, dessen Unterbau

aus dem 14. Jh. und dreigeschossiger Oberbau aus dem

Jahr 1603 stammt. Die Durchfahrt ist spitzbogig und kreuzrippengewölbt

sowie mit Schlußsteinen geschmückt.

*** Münzhaus, ein Fachwerkgiebelbau von 1534 mit rundbogigem

Eingangsportal und vorgekragtem zweiten Obergeschoss,

links und entlang der Stadtmauer, entlang den niedrigen Häusern. Es sind die

*** Seelhäuser, die 1469 für Bedürftige errichtet und im 19.

Jh. verändert wurden.

Wir wandern vorbei an

*** Alte Bastei von 1554, vielleicht nach Plänen Dürers, ein

mächtiger zweigeschossiger draußen zum Graben hin halbrunder

Bau, heute Freilichtbühne.

Wir wandern an der Kreuzung „Basteigasse“ links durch den Mauerdurchlass,

wandern dahinter rechts und zwar im Graben zur *** Ansicht von der Stadtmauer

von außen, und da schon bald vorbei am

*** Feilturm von 1395, mit quadratischem Unterbau, zweigeschossigem

oberen Rundbau und einem Zeltdach.

Wir wandern später rechtsversetzt über die Querstraße und weiter auf „Im

Sixengarten“ auf dem Wall außen an der Mauer entlang zur *** Ansicht von

der Stadtmauer, zunächst vorbei am

*** Löwenturm, ein Pulverturm, dessen drei Geschosse über

Rundbogenfriesen leicht hervorkragen und über der Geschützplattform

von einem leicht gewalmten Dach gedeckt sind.

*** Oberer Wasserturm von 1469, Egerdurchlass und

sechsgeschossiges Bollwerk gegen Feinde vom Emmeransberg.

Nun geht es vorbei an den so genannten

*** Backofentürmen aus dem 16. Jh., die zur Stadtseite hin

flach abschließen, und nach einem Turm benannt sind, der vordem

nächst einem Backofen gestanden hatte.

Später wandern wir zum Besichtigungsausgangspunkt, dem Baldinger Tor.

Nördlingen (Wörnitz 2)

RK D15

Ende

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