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Ausgabe 2/2007 - Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

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GEWERKSCHAFT ERZIEHUNG UND WISSENSCHAFT • STADTVERBAND KÖLN • KREISVERBAND RHEIN-BERG • AUSGABE 2/2007


Ehrlich, das waren wir nicht.

Es ist Dienstag Nachmittag, das forum Nummer steht an, das Wetter ist günstig.

Also her mit dem Pullover und hin zum Königsforst, denn da irgendwo soll der Ort

zu finden sein, auf den ich mich zu stellen habe mit Kamera und Kompass. Gut, dass

in dem Pullover schon die Sarah steckt und als Beifahrerin die Karte hält, denn einen

Navi habe ich nicht; was sollte ich dem auch als Zielort eingeben.

Obwohl Sarah sich auskennt*, braucht es einige Zeit, bis wir in die Nähe unseres

Zielortes gelangen, denn der liegt mitten im Wald. Unsere Karte aus dem Jahr 988

liefert kaum Anhaltspunkte, da müssen wir schätzen. »Die Gaststätte hier ist drauf,

von hier also etwa in diese Richtung. Aber ein Weg ist da keiner. Wie weit sollen wir

denn laufen? Da sind doch überall nur Bäume.« Stimmt, so ist es im Wald, nur Bäume.

Trotzdem: rein in den Wald und: »Hier muss es sein«. Und das Glück ist mit den

Tüchtigen, wie man auf dem Foto sieht. (Das mit dem Baum, das waren wir nicht.

Ehrlich.)

Ehrlich? Das stellt sich doch die Frage, ob das denn immer auch stimmt, was der Fotograf

behauptet. Sind die Fotos wirklich genau an den angegebenen Orten gemacht

worden? Sind die Fotos nicht irgendwie alle viel zu »schön«, als dass das stimmen

könnte? Ist das nur der pure Zufall, dass ausgerechnet an dieser Stelle ein Baum mitten

im Wald umfällt und ausgerechnet auf diese einsame Waldhütte?

Zugegeben, eine gewisse Toleranz muss sein. Wir sind keine Landvermesser und auch

sonst ganz lustig. Augenzwinkern ist erlaubt. Und es gilt ja auch, das geschätzte Publikum

mit Bildern zu beliefern, die »ansehnlich« sind, da sie als Titelbilder mehr leisten

müssen als Bilder an der Wand.

Doch die Toleranz hält sich in Grenzen. Zum einen dient das Mädchen im roten Pullover

nicht nur zur Bildbelebung, sondern auch als Zeugin für die

aufwändige Zielortsuche, zum anderen kann jeder neugierige Wandersmann

an Hand der Kartenausschnitte zur Überprüfung schreiten.

(Vielleicht im Rahmen eines VHS-Kurses?)

Außerdem liegt, wie schon im letzten Jahr gesagt, der größte Reiz

der Bilder für den Fotografen in der Überraschung: Wohin führt mich

die Karte, was finde ich da vor?

Aber das kann man noch steigern: Als ich das Konzept für die fünf

Bilder der Redaktion des forum vorstellte, kam sofort die Frage auf,

wo denn der zentrale Ort sein soll, von dem die fünf Strahlen ausgehen,

die die Grenze Kölns schneiden. Das war, um mit Herrn Becker

zu sprechen, »für mich persönlich uninteressant«. Natürlich hätte es

kartografische Möglichkeiten zur Bestimmung des »Schwerpunktes

der Stadt Köln« gegeben, aber die Frage wurde während einer

Redaktionssitzung (beim Vietnamesen) ohne viel Federlesen auf der

semantischen Ebene abgeklärt: »Gibt nur einen zentralen Ort. Geschäftsstelle.«

Und das war es dann: Aleatorik ohne Würfel.

Im zweiten Schritt zeigte sich, dass eine Linie auf der Karte vom Punkt

des Hans-Böckler-Platzes aus nach Norden, genauer gesagt parallel zum Gitternetz

auf der Karte nach oben, die Grenze Kölns mitten im Rhein schneidet. Den hatten wir

schon, und an diese Stelle ist nun wirklich kein Hinkommen. Also starten wir in die

entgegengesetzte Richtung (Augenzwinkern) und haben Glück: Alle so definierten

Punkte sind erreichbar. Obwohl der letzte wieder problematisch werden wird:

Autobahnkreuz Köln-West...

Thomas Sommerkamp

* Schließlich hat sie die Punkte ermittelt, wie man sieht.

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IMPRESSUM

Herausgeber: GEW Stadtverband Köln,

Hans-Böckler-Platz ,

5067 Köln

Erscheint fünfmal im Jahr; Bezugspreis , 5 Euro;

Für GEW-Mitglieder ist der Bezug des forum im

Mitgliedsbeitrag enthalten.

Leserbriefe geben nicht in jedem Fall die Meinung

der Redaktion wieder.

REDAKTION

Henning Cremer,

Klaus Minartz (verantwortlich)

GESCHÄFTSSTELLE

Montag bis Donnerstag 0.00 bis 6.00 Uhr

Freitag .00 bis 6.00 Uhr

Telefon 0 5 6 67

Telefax 0 5 54 46

Homepage www.gew-koeln.de

E-MAIL gew-koeln@netcologne.de

Konto 07 0

SEB AG, BLZ 70 0

DRUCK

Prima Print, Köln

DTP

Thomas Sommerkamp, Köln-Kalk

REDAKTIONSSCHLUSS

8. Juni 007

TELEFONISCHE RECHTSBERATUNG

Telefon 0 5 6 67

Montag und Donnerstag 7.00 bis 9.00 Uhr

und nach Vereinbarung

In den Ferien:

Landesrechtsschutzstelle 0 0 94 0 7

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forum 2/2007

INHALT

»Ehrlich, das waren wir nicht!« 2

Impressum und Inhalt 3

LPVG-Novellierung - Mitbestimmung entscheidet 4

Bildungspolitik

Individuelle Förderung in Finnland 10

Vorschlag zur Schulreform

Sprachförderung

13

Delfin4 14

Bildungsprogramm Sprache 16

Leserbrief zur Arbeitszeit 18

Fachgruppen & Arbeitskreise

HIB

19

Familienzentren 20

Supervision in der Lehrerbildung 22

Fortbildungsangebote 23

Rechtberatung 24

Jüdisches Gymnasium 25

Aktive Ruheständler 27

Kölner Ausbildungsbericht 28

Wandertag nach Düsseldorf 31

Ein kurzer Mausklick

auf unsere Kölner Internet-Seite www.gew-koeln.de

oder auf die Internetseite www.gew-nrw.de

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Archivmaterialien, Kommentare zu allen bildungspolitischen

Aspekten abrufbar.

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Artikel mit Bezug zu unserer Internetseite

haben wir mit diesem

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GEW


MITBESTIMMUNG

Dichtung und Wahrheit

Novellierung des LPVG

Rede von Wolfgang Uellenbergvan

Dawen am 5. März 2007 auf

der Informationsveranstaltung

des DGB in Köln

„Dichtung und Wahrheit“, so

der Titel der Autobiographie des

Dichterfürsten Johann Wolfgang

von Goethe. Dichtung und Wahrheit,

so könnte das Motto lauten,

unter das die NRW Landesregierung

die Novellierung des Landespersonalvertretungsgesetzes

gestellt hat. Allerdings sind damit

die Gemeinsamkeiten der Herren

Rüttgers und Wolf mit dem Dichterfürsten

auch schon beendet.

Denn was wir hier auf dem Tisch

haben, ist kein Kunstwerk, sondern

ein Machwerk übelster Art.

In der Einleitung heißt es:

„ Für eine umfassende Reform

des Landespersonalvertretungsgesetzes

besteht dringender

Handlungsbedarf. Dabei ist sich

die Landesregierung bewusst, dass

die zur Reform der öffentlichen

Verwaltung überfälligen Maßnahmen

nur erfolgreich durchgeführt

werden können, wenn die

Beschäftigten diesen Prozess auch

im Rahmen der Mitbestimmung

aktiv mit gestalten.“

Folgen wir dieser Begründung

und suchen nach neuen Mitbestimmungsmöglichkeiten,

um die

Verwaltung zu modernisieren,

für mehr Transparenz, mehr

Ergebnisverantwortung, gar mehr

Bürgernähe zu sorgen oder auch

dem verschärften Wettbewerb im

europäischen Binnenmarkt gerecht

zu werden – so suchen wir

vergebens. Begriffe wie Mitarbeiterorientierung,Verwaltungsmo­

dernisierung, neue Steuerungssystem

oder gar Projektorganisation

tauchen weder im Gesetz noch

in seiner Begründung auf. Stattdessen

ist da mindestens 10 Mal

von der Stärkung der Stellung des

Dienstherren, der Beschleunigung

von Verfahren, dem Evokationsrecht

des Dienstherren, der

Verringerung oder der Streichung

von Mitbestimmungsrechten die

Rede.

Dabei besteht hier wirklich Handlungsbedarf.

Denn womit haben

sich denn die Personalräte in den

letzten Jahren beschäftigt? Doch

mit nichts anderem als dem Umbau

der Behörden. Da wurden

die Schulen verselbstständigt.

Da wurde z.B. im Polizeipräsidium

Köln eine völlig neue

Aufbauorganisation eingeführt,

die Leverkusener Polizei und die

Autobahnpolizei integriert. Auch

die alte Landesregierung hat die

Verwaltung umgebaut. Und da

wäre es wirklich an der Zeit gewesen,

sich mit den Praktikern aus

den Behörden und den Landeseinrichtungen

über Reformen zu

verständigen – aber auf Reformen,

die diesen Namen auch verdienen.

Der öffentliche Dienst baut Personal

ab. Beratungsrechte zur Beschäftigungssicherung,

wie sie die

Betriebsverfassung kennt, wären

da ebenso notwendig gewesen,

wie eine Beteiligung bei Maßnahmen

der Arbeitsverteilung,

um Entlassungen zu vermeiden

oder im schlimmsten Falle die

erzwingbare Mitbestimmung bei

Sozialplänen.

Personal wird zusätzlich ausgeliehen:

Wahl und Beteiligungsrechte

SEITE 4

von Leiharbeitnehmern und

gestellten Arbeitskräften wären

erforderlich gewesen – auch die

Mitwirkung bei der Beschäftigung

von 1 Euro Jobbern hätte geklärt

werden müssen.

Wann, wenn nicht jetzt, hätte eine

Verbesserung der Mitbestimmung

auf der Tagesordnung gestanden

und warum, wenn nicht mit den

PR und Gewerkschaften, hätte

eine solche Reform verhandelt

werden können.

Und ich sage dies nicht jetzt, wo

die Landesregierung offensichtlich

einen anderen Weg geht. Ich sage

dies in Kenntnis eines Angebotes

des DGB NRW und der zuständigen

Gewerkschaften an diese

Landesregierung, im Konsens die

Mitbestimmung zu überarbeiten.

Und der Ministerpräsident hat

dieses Angebot angenommen, nur

hat er völlig anders entschieden.

Noch bevor überhaupt in der

Substanz gesprochen wurde, lagen

Eckpunkte des Innenministeriums

auf dem Tisch, die alles andere

darstellen als eine Gesprächsgrundlage

oder gar Grundlage für

einen möglichen Konsens. Und

dieser Konsens ist auch überhaupt

nicht gewollt. Der Staatssekretär

des Innenministeriums Brendel

hatte auf die Fragen, die Argumente

und die Kritik von 1700

Personalräten aus allen Behörden

des Landes, der Schulen und der

Polizei nur eine Antwort: Er stelle

fest, dass man unterschiedlicher

Auffassung sei und das war es

dann.

Diese Landesregierung und insbesondere

der Innenminister hat

eine große Chance vertan, um


gemeinsam mit den Personalräten

und den Gewerkschaften ein

neues Kapitel einer kooperativen

Verwaltungsmodernisierung zu

schreiben.

Im Gegenteil: Seit dem Tag, an

dem der Innenminister mit den

Eckpunkten an die Öffentlichkeit

gegangen ist, wird dieser Innenminister

nicht müde, Personalräte

in eine Ecke zu stellen, in die sie

nicht gehören: Da behindert der

PR die Versetzung einer Pflegekraft

und die Patientenversorgung

bricht zusammen – da darf

ein Mitarbeiter nicht den Laptop

benutzen – weil der PR dagegen

ist, da legen PR einem Mitarbeiter,

der einen Aufhebungsvertrag

unterschreiben will, Knüppel in

den Weg – die PR als der große

Verhinderer – dieses Zerrbild

zeichnet ein Minister, der als

Oberkreisdirektor doch genug

Erfahrung in der Verwaltung hat,

um zu wissen, dass keines dieser

Zerrbilder zutrifft

Noch unverschämter steht es in

der Gesetzesbegründung: danach

darf der Gesetzgeber die Amtsträger

„nicht in eine Lage bringen,

in der sie jene Maßnahmen, die

für eine zeitgemäße Erfüllung des

Amtsauftrages notwendig sind,

nur um den Preis von Zugeständnissen

durchsetzen können, die

sie nicht oder nur mit Einschränkungen

für sachgerecht halten

und in die sie sonst nicht einzuwilligen

bereit wären.“

Im Klartext. Der Behördenleiter

als Opfer einer Erpressung seiner

Personalräte. Ein solcher Innenminister

will keinen Konsens – er

will die Auseinandersetzung und

MITBESTIMMUNG

ich denke, alle Personalräte und

alle Beschäftigten des Landes wie

der Kommune sollten diese Auseinandersetzung

führen – denn es

geht nicht um die Anpassung der

Mitbestimmung an neue Herausforderungen

– es geht um die Anpassung

der Beschäftigten an den

Willen dieser Landesregierung

und die Verfügungen ihrer jeweiligen

Dienstvorgesetzten – das ist

der Kern dieses Gesetzentwurfes

und kein anderer.

Was ist geplant?

1) Der Umfang der Beteiligungsrechte

der PR werden am Bundespersonalvertretungsrecht

neu

ausgerichtet, denn das LPVG habe

ein „höheres Mitbestimmungsniveau“.

Tatsache ist: Das LPVG NRW

stammt aus dem Jahre 1984. Das

BPersVG aus dem Jahre 1985.

Damals konnte nicht das Mitbestimmungsniveau

erreicht

werden wie in NRW. Aber anstatt

das Mitbestimmungsniveau auf

den NRW Level anzuheben, wird

nun NRW abgesenkt – nach dem

Motto – gleich schlechtes Recht

für alle.

Und selbst daran hält sich die

Landesregierung nicht: Einige der

Verschlechterungen gehen über

das Bundesniveau hinaus – auf

das Niveau von Baden Württemberg

– ohne dass dies näher begründet

wird.

2) Das Mitbestimmungsurteil des

Bundesverfassungsgerichtes zum

LPVG von Schleswig­Holstein

muss umgesetzt werden. Konkret:

Das Letztentscheidungsrecht des

Staates über die Kündigung von

SEITE 5

Mitarbeitern muss erhalten bleiben.

Tatsache ist: Diese Entscheidung

fiel 1995 und richtete sich

gegen das LPVG von Schleswig­

Holstein – in NRW gilt bis heute

das jetzige Recht, ohne dass es zu

Problemen gekommen ist.

3) Die Beteiligungsverfahren

sollen erheblich beschleunigt

werden.

Tatsache ist: Mitbestimmung

dauert etwas länger und ist auch

mühsamer – aber die Regelungen

sind dann auch sachgerechter.

4) Die Mitbestimmung bei Rationalisierungs

– Technologie­ und

Organisationsangelegenheiten

muss einer modernen Verwaltung

Rechnung tragen und wird auch

„Bundesrecht“ fortentwickeln.

Tatsache ist: Die Konflikte um die

Einführung neuer Technologien

liegen schon längst hinter allen

Beteiligten. Im Gegenteil: Oft sind

es die Personalvertretungen, die

wie bei der Polizei oder an den

Schulen seit Jahren auf eine bessere

Ausstattung drängen ( Digitalfunk,

PC und Medien).


Es sind die PR in den Kommunen

und Landesbehörden, die darauf

drängen, dass überflüssige Hierarchie

abgebaut wird. Es sind die PR

der Versorgungsämter, die eine

moderne und effektive Arbeitsorganisation

vor der Zerschlagung

bewahren wollen.

5) Um die Leistungsfähigkeit der

Verwaltung trotz Personalabbau

zu erhalten, sollen die PR einen

Beitrag durch Verringerung der

Freistellung leisten.

Tatsache ist: Freistellungen sind

kein Gehaltsbestandteil – sie

sind die Voraussetzung dafür,

dass PR überhaupt ihre Aufgaben

sachgerecht lösen können.

Und: Beim Land arbeiten 650 000

Menschen. Durch die Halbierung

der Freistellung werden max. 600

Beschäftigte wieder „in die Produktion“

versetzt.

6) Behördenleitungen sollen entlastet

– die Eigenverantwortung

der PR gestärkt werden.

Tatsache ist: Mitbestimmung und

Mitwirkung bedeuten Mit – einander

– sprechen, verhandeln,

streiten und ein Ergebnis erzielen.

Niemandem ist damit gedient,

wenn es zu einem wie auch immer

geregelten Nebeneinander

kommt.

Zwischenfazit: Es gibt keine vernünftige

und nachvollziehbare

Begründung für dieses Vorhaben.

Mit zwei Ausnahmen:

Die Schutzrechte für die PR, ihre

Stellvertreter und die Jugend­ und

Auszubildenden Vertretungen

(JVA), die bisher zwingend bundeseinheitlich

geregelt waren,

werden nun in das Landesrecht

überführt und die Vereinbarkeit

MITBESTIMMUNG

von Beruf und Familie darf Gegenstand

der Personalvertretung

sein ( Dafür dürfen Gleichstellungsbeauftragte

aber nicht mehr

zum Personalrat gewählt werden).

Aber schauen wir uns die konkreten

Maßnahmen an:

1) Die Mitbestimmungsrechte

werden radikal beschnitten:

dies gilt für die Mitbestimmung in

personellen Angelegenheiten.

Ersatzlos gestrichen wird die Mitbestimmung

bei:

Verlängerung der Probezeit,

Befristung, wesentlichen Änderungen

des Arbeitsvertrages

Kürzung der Anwärterbezüge,

Entlassung von Beamten auf

Probe, vorzeitige Versetzung in

den Ruhestand, Feststellung der

begrenzten Dienstfähigkeit, Ablehnung

eines Antrages auf Teilzeitbeschäftigung

Die Beschäftigten werden in Zukunft

keine Möglichkeit mehr

haben, über ihre Personalräte

Entscheidungen ihrer Vorgesetzten

zu widersprechen oder noch einmal

überprüfen zu lassen.

Umsetzungen werden nur noch

dann mitbestimmt werden können,

wenn damit ein Wechsel des

Dienstortes verbunden ist.

Vor allem in den Kommunen können

dann ohne jedes Mitbestimmungsrecht

der PR Beschäftigte hin

und her geschoben werden. Eine

Überprüfung dieser Entscheidung

zum Beispiel unter dem Gesichtspunkt

der Gleichbehandlung, der

Verträglichkeit, der Qualifikation

oder die Frage nach der politischen

Dimension solcher Entscheidungen

sind dann nicht mehr zulässig. Wie

Schachfiguren werden die Beschäf-

SEITE 6

tigten im öffentlichen Sektor verschoben

werden können.

Vollständig abgeschafft wird das

Mitbestimmungsrecht bei Kündigungen.

Der Personalrat kann nur

noch Einwände erheben und dies

innerhalb einer Woche und nur

auf Grundlage eines besonders

festgestellten Versagungskatalogs

und nur dann kann der Beschäftigte

Kündigungsschutzklage

einreichen und hat dann ein

Weiterbeschäftigungsrecht – es sei

denn der Arbeitgeber erwirkt eine

einstweilige Verfügung

Damit kann deutlich schneller

gekündigt werden. Für die Beschäftigten,

die auf KW- Stellen sitzen,

werden außerhalb des Gesetzes Regeln

geschaffen, die ihre Versetzung

in das Personaleinsatzmanagement

ermöglichen..

Das Anhörungsrecht des Personalrates

für den gekündigten

Arbeitnehmer entfällt ebenso wie

das bei Abmahnungen.

Der Personalrat kann sich selbst

kein Bild von dem Sachverhalt aus

Sicht des Betroffenen machen und

der Betroffene steht hilflos einer

Entscheidung des Arbeitgebers gegenüber.

Am Ende bleibt nur noch

der Gang zu den Arbeitsgerichten.

Dies gilt für die Mitbestimmung

bei der Verwaltungsmodernisierung

im umfassenden Sinne:

Deutlich reduziert wird die Mitbestimmung

beim Datenschutz,

abgeschafft bei betrieblichen

Informations­ und Kommunikationsmittel

und vor allem: Bei der

Übertragung von Aufgaben auf

Dritte, also der Privatisierung

Damit haben die Personalräte keinen

Hebel mehr, um einen fairen


Interessensausgleich bei Ausgliederungen

und Privatisierungen zu

erzwingen. Auch der Hinweis, die

PR könnten bei wesentlichen Änderungen,

Auflösungen und Zusammenlegungen

von Dienststellen

mitwirken, hilft nicht weiter, denn

bei Privatisierungen handelt es sich

um die Aufgabe von Aufgaben und

nicht um eine Organisationsänderung.

Dies gilt auch für die Mitbestimmung

in sozialen Angelegenheiten:

Bei der gleitenden Arbeitszeit.

Bei Regelungen zum Ausgleich

von Mehrarbeit.

Bei den Grundsätzen für die

Arbeitsplatz und Dienstpostenbewertung.

Beim Abschluss von Verträgen

zur Arbeitnehmerüberlassung

und bei der Gestellung.

Die PR haben keine Möglichkeit

mehr, auf die Arbeitszeit aber auch

auf die Arbeitsplatzbewertung

oder die Arbeitnehmerüberlassung

einzuwirken. Auch hier sind die

Beschäftigten die Leittragenden.

Anhörungsrechte bei Stellenplänen,

Organisationsplänen und

Stellenbesetzungsplänen entfallen

ebenso bei wesentlichen Änderungen

und Verlagerungen von

Arbeitsplätzen.

Der Sachverstand von PR und

damit auch der Beschäftigten ist

künftig nicht mehr gefragt. Das

Engagement von PR für eine besser

funktionierende Verwaltung nicht

mehr erwünscht.

2) Die Mitbestimmungsverfahren

werden ebenso radikal zu Gunsten

der Behördenleitungen verändert:

So entfällt des Erörterungs­

MITBESTIMMUNG

recht des PR im

Anschluss an die

Mitteilung – er

werde die Zustimmung

verweigern

– er kann nur

noch innerhalb

von 10 in dringenden

Fällen von

3 Tagen widersprechen

und dass

auch nur auf der

Grundlage eines

Zustimmungsverweigerungskataloges,

wenn eine Maßnahme

gegen ein Gesetz, Tarifvertrag, gerichtliche

Entscheidung, Frauenförderplan

oder Verwaltungsanordnung

verstößt, wenn die durch

Tatsachen begründete Besorgnis

einer Benachteiligung besteht und

wenn ein Bewerber den Frieden

einer Dienststelle durch unsoziales

Verhalten stören könnte.

Das Widerspruchsrecht wird also

auf streng juristische Gründe

beschränkt – Argumente aus der

Sache heraus oder aus Vernunftgründen

entfallen – das Widerspruchsrecht

wird auf ein rein

formales Verfahren reduziert.

Radikal demontiert wird die

Einigungsstelle: Gewerkschaften

haben künftig keinen Zutritt

mehr, Beschlüsse können mit

Mehrheit gefasst, die Anwesenheit

des Vorsitzenden und von je 3

Beisitzern ist nicht mehr notwendig

und wenn das alles noch nicht

reicht – so hat

a) der Spruch in der Regel nur

empfehlenden Charakter und

b) kann in einem Geheimverfahren

ohne die Anhörung des PR

die oberste Dienstbehörde durch

SEITE 7

das sog. Evokationsrecht wieder

aufgehoben werden. Dies gilt

auch für Dienstvereinbarungen,

wenn sie Auswirkungen auf das

Gemeinwesen haben, das Teil

des Regierungshandelns ist. Das

BPerVG sah dies nur für die Stellen

vor, die der Volksvertretung

verantwortlich sind – das sind

Dienstbehörden nur sehr mittelbar

oder gar nicht.

Und schließlich: Nicht mehr der

Behördenleiter muss mit dem PR

verhandeln, sondern ein von ihm

Beauftragter; er kann sich dem

Gespräch dadurch entziehen.

3) Die Personalräte werden massiv

in ihrer Arbeitsfähigkeit beschnitten:

Wiedereinführung des Antragsrechtes

der Dienststellenleiter auf

Ausschluss eines PR und Auflösung

des PR wegen Verletzung der

gesetzlichen Pflichten ­

mit hoher disziplinierender Wirkung

.

Wiedereinführung eines PR Vorstandes,

der nach dem Gruppenprinzip

zusammengesetzt sein

muss und keine Vertretung einer

Gruppe durch die andere.

Ablösung einer einheitlichen Inter-


essensvertretung und Aufspaltung

in Beamte und Arbeitnehmer

Festlegung von PR Sprechstunden

im Einvernehmen – nicht mehr

im Benehmen – mit dem Dienststellenleiter.

Betriebsabläufe gehen vor Mitbestimmungsrechten

Versäumte Arbeitszeit auf Grund

des Besuchs eines PR, kann Minderung

der Bezüge oder des Arbeitsentgeltes

zur Folge haben.

Beschäftigte müssen in der Freizeit

kommen oder werden abgeschreckt.

Die Freistellungsstaffel wird nach

dem Vorbild Baden Württemberg

– nicht des Bundes – verändert.

Die Freistellungsstaffel des § 42

Abs. 4 ist nach dem Vorbild von

Baden­Württemberg reduziert

worden. Eine Regelfreistellung

kann jetzt beansprucht werden

· für 100 – 300 Beschäftigte:

12 Arbeitsstunden

· für 301 – 600 Beschäftigte:

24 Arbeitsstunden

· für 601 – 1000 Beschäftigte:

1 Personalratsmitglied

· je weitere angefangene

1.500 Beschäftigte:

je 1 weiteres Personalratsmitglied:

faktisch wird die Freistellung fast

halbiert!

Auch die Möglichkeit im Einvernehmen

von Dienststellenleiter

und PR die Freistellung zu ändern,

wird abgeschafft.

Personalversammlungen finden

nur noch einmal pro Kalenderhalbjahr,

ansonsten nur außerhalb

der Arbeitszeit statt!

Auch hier gilt: Arbeit geht vor

Mitbestimmung. Dass in Einzelfall

mehr Versammlungen notwendig

sind und auch Personalräte flexibel

MITBESTIMMUNG

sein müssen, geht dem Ministerium

nicht in den Kopf!

Die JAV werden verkleinert, angeblich,

weil sich zu wenige junge

Menschen zur Kandidatur bereit

finden.

Mit dieser Logik könnte auch die

Zahl der Abgeordneten an die

tatsächliche Wahlbeteiligung angepasst

werden!

Hören wir uns zum Schluss im

Originalton an, was hier geplant

wird und in dieser Regierung

beschlossen wurde:

„Bei der Wiedereingliederung von

Beschäftigten sollte die Direktionsbefugnis

des Dienststellenleiters

gestärkt werden“ (zu § 72 Abs. 1

Nr. 1);

„Durch einen Wegfall der Mitbestimmung

werden die Entscheidungsbefugnisse

des Dienstherrn

gestärkt“ (zum Wegfall der Mitbestimmung

bei Zulassung zum

Aufstieg);

„Die Direktionsbefugnis des

Dienstherrn soll gestärkt werden“

(zur Beschränkung des Mitbestimmungsrechtes

bei Umsetzungen).

„Die Direktionsbefugnis des

Dienststellenleiters muss gestärkt

werden“ (zur Abschaffung der

Mitbestimmung bereits ab A 16);

„Durch die Streichung wird das

Direktionsrecht des Arbeitgebers

gestärkt“ (zum Wegfall der Beteiligung

bei Arbeitsplatz­ und

Dienstpostenbewertung);

„Durch die Streichung wird der

Spielraum des Dienstherrn/Arbeitgebers

gestärkt“ (zu § 73 Nrn. 8

und 9);

„Der Wegfall einer Beteiligung bei

der wesentlichen Änderung des

Arbeitsvertrages und den Aufhe-

SEITE 8

bungs- oder Beendigungsverträgen

wird darüber hinaus mit der

Stärkung der Vertragsfreiheit bzw.

den ansonsten zu befürchtenden

Eingriffen in die Privatautonomie

begründet“.

Streicht man die Eingangslyrik

dieses Gesetzes weg und fällt

man nicht auf den Trick herein,

es handele sich nur um eine „Anpassung“,

sondern zieht den Extrakt

aus den Begründungen, so

erschließt sich was Rüttgers und

Wolf wollen:

Eine Kommandowirtschaft im

öffentlichen Dienst , die es den

Liberalen ermöglicht, schnell und

ohne Widerstände auszugliedern,

zu privatisieren, Personal abzubauen

und die es den Konservativen

gestattet, endlich zu den

Zeiten zurückzukehren, in der

obrigkeitsstaatliches Denken das

staatliche Handeln bestimmte.

Eiskalte Machtinteressen und eine

rückwärts gewandte Ideologie

sind hier ein verhängnisvolles

Bündnis gegen die eigenen Beschäftigten,

gegen über 650 000

Menschen im öffentlichen Dienst

unseres Landes und ihre PR und

Gewerkschaften eingegangen.

Noch ist dieses Machwerk nicht

Gesetz. Noch hat Rüttgers vor

allem seine Fraktion und Partei

nicht davon überzeugen können,

dass dieser radikale Abbau von

Mitbestimmungsrechten sinnvoll

und notwendig ist.

Die CDA hat in einem 12 Punkte

Papier festgestellt:

„Die geplante Novellierung erweckt

bei den Beschäftigten den Eindruck,

die Landesregierung – hier

insbesondere der zuständige In-


nenminister Wolf – versteht unter

„Modernisierung“ des Personalvertretungsgesetzes

die Verschlechterung

der Schutzbefugnisse seiner

gewählten Personalvertretung.

Statt Motivation wird Misstrauen

gestreut.

Weiter muss deutlich werden,

dass die geplante Angleichung

des LPVG an das Bundespersonalvertretungsgesetz

nicht 1 zu 1

umgesetzt werden kann. Die unterschiedliche

Struktur von Landes-,

Kommunal und Bundesbehörden

hat aus guten Gründen zu einer

unterschiedlichen Entwicklung der

Personalvertretungsgesetze von

Bund und Ländern geführt.

Auch im Hinblick auf die von

den Ländern angestrebte und

erreichte Föderalismusreform

erscheint das Argument, sich dem

Bundespersonalvertretungsgesetz

anpassen zu wollen, nicht schlüssig.

Es leuchtet nicht ein, mit welcher

Begründung man sich einem Gesetz

anpassen sollte, das zu einer

Zeit verabschiedet wurde, in der es

Begriffe wie Mitarbeiterorientierung,

neue Steuerungsinstrumente,

Budgetierung, Verwaltungsreform,

Verwaltungsmodernisierung noch

nicht in Ansätzen gab.

Eine vollkommene Anpassung an

das Bundespersonalvertretungsgesetz

wird daher mit Recht von

Personalräten und Gewerkschaften

als Rückschritt und nicht als Modernisierung

verstanden werden.

Der Wille der Landesregierung,

erforderliche Personalmaßnahmen

zu beschleunigen und technische

Erfordernisse schneller umsetzen

zu können, wird geteilt.

MITBESTIMMUNG

Dies aber durch Verabschiedung

aus der förmlichen Beteiligung der

Personalvertretungen erreichen zu

wollen, ist ein nicht notwendiger

Weg und im Rahmen von Organisationsentwicklung

eher als falsch

zu bezeichnen.

Auch sind hier Dienststellenleitungen

gefordert, die intelligente

und richtige Handhabung des

geltenden Gesetzes zu erlernen,

um damit unzumutbare zeitliche

Verzögerungen auszuschließen.

Für die zukünftige Entwicklung

einer Dienststelle und die daraus

resultierenden Auswirkungen für

die Beschäftigten, muss gerade

dann ein Personalrat eingebunden

und nicht ausgeschlossen werden.

Die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen

sind geprägt von dem

Verlangen, den Dienststellenleitungen

in vielen Bereichen uneingeschränkte

Regelungsbefugnisse

einzuräumen und die gerade im

öffentlichen Bereich notwendige

Beratungskompetenz der gewählten

Personalvertretung zu ignorieren.

Eine sinnvolle Organisationsentwicklung

kann nur mit wissenden

Behördenleitungen und Personaleinbezug

geleistet werden.

Hier wird die Chance vertan, die

Beteiligung von Arbeitnehmern an

der Gestaltung und der Weiterentwicklung

von Dienststellen in

gegenseitiger Respektierung und

vertrauens- und verantwortungsvollem

Miteinander von Arbeitgeberseite

und Arbeitnehmervertretung

zu verwirklichen.“

Besser könnte es nicht gesagt

werden!

SEITE 9

Einladung

Rechtssichere

Beschlussfassung

als Lehrerrat

An „eigenverantwortlichen“ Schulen

müssen Lehrerräte Entscheidungen

fällen, die sog. Außenwirkung entfalten.

Die Fortbildung qualifiziert zu

folgenden Punkten:

­ Rechtliche Grundlagen der Beschlussfassung:

SchulG und LPVG

­ Formale und inhaltliche Aufgaben

des/der Vorsitzenden

­ Bestandteile: Einladung, Tagesordnung,

Beschlussfassung, Niederschrift,

Anwesenheitsliste

­ Folgen inkorrekter Beschlüsse

­ Haftung des Lehrerrats

­ Fälle, Praxisbeispiele und Vordrucke

Referent: Uwe Becker

Donnerstag, 3.5.2007

9.30 Uhr bis 16.30 Uhr

Kölner DGB-Haus

JedeR Teilnehmende erhält eine umfangreiche

Material­CD.

Tagungsbeitrag:

15 Euro für GEW-Mitglieder

30 Euro für Nichtmitglieder

Anmeldung erforderlich

in der GEW Geschäftsstelle und durch

Überweisung des Teilnehmerbeitrages

(siehe Seite 3)

Gewerkschaft

Erziehung und Wissenschaft

Köln


INDIVIDUELLE FÖRDERUNG

Individuelle Förderung

Erfahrungen aus Finnland

Statement für das Bildungspolitische

Symposium Nordrhein-Westfalen

am 3. Februar 2007

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

sehr geehrte Frau Minister,

sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen!

Für die Einladung nach Essen

möchte ich mich sehr herzlich

auch im Namen des Finnischen

Zentralamtes für Unterrichtswesen

und des finnischen Unterrichtsministeriums

bedanken.

Ich bin mir bewusst, dass Finnland

in der europäischen und

globalen Bildungsdiskussion

ohne die Ergebnisse der PISA­

Studien aus den Jahren 2001 und

2004 eine sehr untergeordnete

Rolle spielen würde. In Finnland

selbst haben die PISA­Ergebnisse

in der Öffentlichkeit, selbst in der

schulischen Öffentlichkeit, relativ

wenig Beachtung gefunden, wollte

man sich doch in erster Linie an

den eigenen Zielen messen und

sich nicht mit anderen Ländern

vergleichen. Man war aber nicht

unglücklich darüber, besser als

die schwedischen Nachbarn abgeschnitten

zu haben. Als große Errungenschaft

der OECD­Studien

gilt in Finnland die internationale

und globale Beachtung und Diskussion

über Schule und Bildung

über alle Grenzen hinweg. Meine

Statements gründen sich nicht

auf Wünsche oder theoretische

Annahmen sondern eher auf reale

Reformen, die Finnland in den

letzten Jahrzehnten verwirklicht

hat.

• Individuelle Förderung von Kindern,

Schülerinnen und Schülern

kann nur innerhalb eines gesamten

Schulsystems gelingen, in dem

Schulstruktur und Lernkultur

einer ständigen Harmonisierung

unterzogen werden und in dem

Förderung als Grundprinzip des

Unterrichtes die tragende Säule

darstellt. Finnland hat die parlamentarischen

Weichen für eine

Reform des gesamten Schulsystems

in den 60­er Jahren gestellt.

Bis dahin gab es ein gegliedertes

oder ­ wie man sagte ­ ein paralleles

Schulsystem nach deutschem

Vorbild. Vor fast 40 Jahren nahm

man Abschied von diesem Schulsystem

und ersetzte es durch die

Peruskoulu, eine gemeinsamen

Schule für unterschiedliche Lerner

von Klassenstufe 1­9. Diese

Schulform ist seither gesellschafts­

und parteipolitisch unumstritten

das Herzstück des finnischen

Schulwesens.

• Es gibt in Finnland außer der

zentralen Abiturprüfung keine

schulischen Abschlussprüfungen

oder sonstige Orientierungsarbeiten.

Von Klassenstufe 1­4

gibt es keine Bewertung in Ziffernnoten.

In den Klassenstufen

5 und 6 können die Kommunen

bzw. Schulen entscheiden, ob die

Ziffernnoten zwischen 4 und 10

verwendet werden in den Zeugnissen.

Die Evaluierungen der

letzten Jahrzehnte haben folgende

Erkenntnis gebracht: Je weniger

Schüler in der schulischen Grundbildung

von Klassenstufe 1­9 in

Konkurrenz miteinander lernen

müssen und je effektiver sie individuell

gefördert werden, desto

SEITE 0

sicherer und selbstbewusster

werden sie auf die Konkurrenz im

späteren Leben vorbereitet.

• Die Organisation von Schulunterricht

und die Verantwortung

dafür ist am besten da aufgehoben,

wo Experten, also Lehrer,

Schüler, Schulleiter und Eltern

unmittelbar miteinander zusammenarbeiten.

Das ist die kommunale

Ebene. Die Kommunen

tragen nicht nur für die sachliche

Ausstattung der Schulen Verantwortung,

sondern auch für Umsetzung

der Rahmenlehrpläne in

lokale schulische Lehrpläne, für

die pädagogische und fachliche

Qualität der schulischen Arbeit,

für die Art der individuellen

Förderung von Stützmaßnahmen

bis hin zu individuellen, persönlichen

Lehrplänen und für das

Wohlbefinden von Schülern und

Lehrern. Statt der Vorstellung von

autonomen Schulen sollte man

dabei besser eine Schule mit hoher

Selbstverantwortung im Auge

haben.

• Eine frühe Selektion von Kindern,

also eine so genannte

Begabtenauslese von 9­ oder

10jährigen läßt unverantwortlich

viele Begabungen eines ganzen

Schülerjahrganges außer Acht. Je

höher die Anforderungen an den

gesamten Schülerjahrgang sind,

desto besser schneiden alle Schüler

eines Jahrganges ab.

• Individuelle Förderung muss

im Schulalltag sichtbar sein und

institutionalisiert werden. Schüler

müssen ein Recht auf Förderung

haben. Förderung darf nicht von

der Einsicht und Barmherzigkeit

von Lehrern oder vom Geldbeutel


der Eltern abhängen. Dazu sind

aber Experten wie Sonderpädagogen,

Schulpsychologen, Sozialarbeiter,

Gesundheitsbetreuer und

Schullaufbahnberater im Schulalltag

nötig, welche Lehrer bei ihrer

eigentlichen Aufgabe unterstützen.

Der Schultag muss länger als

fünf oder sechs Stunden dauern

und darf sich nicht an dem 2x4x6­

System orientieren, also Lernen

was zwischen zwei Buchdeckeln

steht innerhalb von vier Wänden

und das sechs Stunden am Tag.

• Wohlbefinden, das sich in Motivation

widerspiegelt, ist die

Voraussetzung für erfolgreiches

und nachhaltiges Lernen. Nichts

anderes beinhalten die aktuellen

Beiträge von Hirnforschern und

Neurologen zum menschlichen

Lernprozess.

• Die Grundlagen für Rahmenlehrpläne

­ in anderen Ländern

oft als Standards bezeichnet­

müssen mittel­ und langfristig

nachhaltig in die Schul­ und

Lernkultur einfließen und mehr

als Anforderungen für Lernstoff

enthalten. Die neuen finnischen

Rahmenpläne traten vor zwei Jahren

in Kraft und werden bis in die

Jahre 2010/ 2015 die schulische

Arbeit beeinflussen. Sie stehen auf

folgenden drei Säulen, die da sind:

­ Inhalte und Ziele in der Fächerkompetenz

­ Der Bereich Lernen lernen

­ Das Prinzip des lebenslangen,

das Leben begleitende Lernen.

Der konstruktivistische Lernbegriff

ist einer der Ausgangspunkte

für die Rahmenpläne. Dieser setzt

einen Paradigmenwechsel vom

Unterrichten zum Lernen voraus.

INDIVIDUELLE FÖRDERUNG

Bildlich gesprochen

müssen sowohl Lehrer

wie Schüler ihre Antennen

für Wahrnehmung

wechseln und sich an

neue Regeln gewöhnen,

die zuallererst von gegenseitigerWertschätzung

bestimmt werden.

Schüler müssen schon

sehr früh verinnerlichen,

dass sie eine gehörige

Verantwortung für ihr

Lernen selbst tragen

und Lehrer müssen

verstehen, dass sich in

30 Schülerköpfen nicht

dreißig Mal dasselbe

abbildet und dass sie

nicht letztlich darüber

bestimmen können,

was Schüler lernen oder auf Finnisch

gesagt: Lernen geschieht

immer zwischen zwei Ohren. Der

Übergang von einer normativen

Schülerbewertung zu einer

kompetenzbetonten Evaluierung

und Selbstevaluierung ­wie sie

im Bereich Fremdsprachen der

Gemeinsame Europäische Referenzrahmen

ganz konkret vorschlägt­

ist in diese Rahmenpläne

eingearbeitet.

­ Virtuelles Lernen, computerunterstütztes

Lernen und in Kürze

das digitale Fernsehen bieten

praktische Ansätze individuellen

Lernens. Wo sich die Schule

dieser Möglichkeiten nicht bedient,

überlässt sie diesen Bereich

einem kommerziellen und unter

Umständen äußerst gefährlichen

Anbieterkreis von Hass und Gewalt.

Kinder und Schüler, welche

Schwierigkeiten haben, zwischen

SEITE

virtueller und realer Welt zu

unterscheiden, bilden nicht nur

für die Schule sondern für die

ganze Gesellschaft und ihre Menschenwürde

eine ungeahnte Herausforderung,

gegen welche die

technische Anbindung ans Netz

in den 90er Jahren ein Kinderspiel

war.

• Vor etwa 17 Jahren wurde in

Finnland die Schulinspektion

abgeschafft und durch schulische

Evaluierung auf der Grundlage

von sorgfältig ausgewählten Indikatoren

ersetzt. In Finnland,

anders als in anderen Ländern,

versteht man unter Evaluierung

Bildungsplanung durch Weitergabe

von Informationen und daraus

folgend Qualitätsentwicklung in

erster Linie auf schulischer und

kommunaler Ebene. Evaluierungen

und Selbstevaluierungen

sind nur sinnvoll, wenn sie neben

den Fachkompetenzen


Fortbildung

Beratungsgespräche

einfühlsam führen -

konstruktiv gestalten

Veranstaltungsnummer: WBG 07­08­05

Sensible Gesprächssituationen stellen

hohe Anforderungen an die kommunikativen

Kompetenzen. Ein großes

Maß an Einführungsvermögen ist

ebenso wichtig wie ein kooperativer,

lösungsorientierter Gesprächsverlauf.

Anhand von Fallbeispielen aus Ihrer

Praxis können sie Ihre professionelle

Betrachtungsweise in Gesprächen

schärfen, durch neue Methoden den

Handlungsspielraum erweitern und

dadurch Gespräche flexibel und konstruktiv

gestalten.

Kölner DGB­Haus,

Hans­Böckler­Platz 1

18.8.2007, 9.30 Uhr bis 17.00 Uhr

für LehrerInnen, ErzieherInnen

Referentin:

Gabriele

Debye-Göckler

Teilnehmerbeitrag:

GEW­Mitglieder 25,­ Euro;

Studierende, wissenschaftliche Hilfskräfte,

Lehramtsanwärter/innen, Arbeitslose, Beurlaubte

20,­ Euro; Nichtmitglieder 40,­ Euro

Anmeldeformalitäten:

Anmeldungen erfolgen ausschließlich durch

Überweisung des Teilnahmebeitrags auf

das Konto des DGB­Bildungswerks NRW

e. V. c/o GEW NRW, Kontonummer 1 012

144 201 bei der SEB AG in Essen (BLZ 360

101 11). Bitte auf dem Überweisungsträger

Veranstaltungsnummer, Mitgliedsnummer,

Name und Anschrift des Absenders lesbar

angeben. Geschieht dies nicht, ist eine Teilnahme

nicht gewährleistet. Die Teilnahme an

der Veranstaltung ist nur möglich, wenn diese

durch den Veranstalter schriftlich bestätigt ist.

0201/2940351, E­Mail: katharina.kaminski@

gew­nrw.de

Gewerkschaft

Erziehung und Wissenschaft

Köln

INDIVIDUELLE FÖRDERUNG

Hintergründe der schulischen

Umgebung, Auskunft über Lernkultur,

Schulatmosphäre und

Wohlbefinden einbeziehen. Bei

den jährlich durchgeführten

landesweiten Evaluierungen der

9. Klassen müssen nach einem

repräsentativen Auswahlverfahren

etwa 5­7 Prozent aller Schulen

teilnehmen. Freiwillig beteiligen

sich aber etwa drei bis viermal so

viele Schulen und Kommunen.

Es gibt keine Ranglisten von

Schulen nach Evaluationsergebnissen,

sondern nur der Landesdurchschnitt

wird veröffentlicht.

Die einzelnen Schulen erhalten

ihre umfangreichen Einzelergebnisse

zur Information als

Grundlage für ihre Qualitätsentwicklung.

Die Erfahrungen der

schulischen Evaluierung in Finnland

haben vor allem die Städte

zur Berechnung einer positiven

Diskriminierung veranlasst. Demnach

erhalten Schulen in einem

Einzugsgebiet mit schwierigen

sozialen Faktoren (unterdurchschnittliche

Ausbildungsdauer der

Erwachsenen, Einkommen von

Familien mit Kindern, Arbeitslosenquote,

Zahl der Schüler mit

anderen Muttersprachen) zusätzliche

Ressourcen. Schulische Evaluierung

gelingt nicht auf einer

Kontrollbasis, sondern wird vom

Vertrauen der Schulträger in die

Schulen und vom Vertrauen der

Schulen in die für Bildungsplanung

Verantwortlichen getragen.

• Im Bereich Bildungsplanung

wird in diesen Wochen intensiv

im Finnischen Zentralamt darüber

nachgedacht und geforscht,

welche Lern­ und Lebensumge­

SEITE

bung die Kinder vorfinden werden,

die heute geboren werden

oder in den nächsten Jahren die

Schule beginnen. Unter anderem

sind folgende 10 Megatrends in

der Diskussion, welche die

finnischen Rahmenlehrpläne nach

2010 mit prägen werden:

1. Globalisierung und Internationalisierung

2. Symptome einer älter werdenden

Gesellschaft

3. Wandlung der Form und des

Begriffes von Arbeit

4. Regionalisierung und geringere

Bedeutung von Staaten

5. Migration von anderen Ländern

und in andere Länder

6. Schöpferisch die Zukunft gestalten

7. Erhaltung der Wohlfahrtsgesellschaft

8. Wertschätzung anderer, Toleranz

und Verhinderung von Ausgrenzung

9. Übergang von der Informations­

und Wissensgesellschaft zur

biotechnologischen Gesellschaft

mit bedeutenden Herausforderungen

in technologischen, wirtschaftlichen,

gesellschaftlichen,

ethischen und juristischen Bereichen

10. Das Mitwirken und Zurechtkommen

aller in einer immer

komplizierter werdenden Gesellschaft,

was höchst mögliche Bildungsanstrengungen

voraussetzt.

Die Zukunft nicht nur in allen

europäischen Ländern wird in

erster Linie von der Bildung ihrer

Bürger abhängen.


BILDUNGSPOLITIK

Aus für das dreigliedrige Schulsystem?

Das dreigliedrige Schulsystem

soll nach dem Willen der Opposition

in NRW abgeschafft

werden. SPD-Landeschefin

Hannelore Kraft bezeichnete

das bisherige Nebeneinander

der drei Schultypen am Montag

(05.03.07) als „überholt“ und

will eine Gemeinschaftsschule.

„Die Zukunft ist die Gemeinschaftsschule“,

sagte Kraft in

Düsseldorf. Dazu habe sich die

NRW­SPD am Wochenende

in einem Vorstandsbeschluss

klar bekannt. Die neue SPD­

Chefin verlangte von Rüttgers

„Mut, umzusteuern“. Dabei

hat die NRW­SPD selbst lange

gebraucht, sich zu trauen. In

der rot­grünen Regierung von

Ministerpräsident Peer Steinbrück

(SPD) spielten die Sozialdemokraten

nur vorsichtig

mit der Idee vom gemeinsamen

Lernen, wie es in den skandinavischen

Pisa­Gewinnerländern

üblich ist. Vor der Landtagswahl

2005 wollten sie sich aber

nicht auf einen entsprechenden

Kurswechsel in der Schulpolitik

festlegen.

Hannelore Kraft: Bisheriges

System ist ungerecht

Noch vor wenigen Monaten

fürchtete die SPD­Spitze, mit

dem Begriff „Gemeinschaftsschule“

identifiziert zu werden.

Im Vordergrund stand dabei

die Angst, vom politischen

Gegner der „Gleichmacherei“

in „Einheitsschulen“ bezichtigt

zu werden. Nach der Übernahme

ihres Führungsamtes plant

Kraft nun offenbar, ihre Partei

mit einem Schulkonzept ohne

Hintertürchen in den Landtagswahlkampf

2010 schicken. Auch

wenn das neue Schulprogramm

mit der Forderung nach einer

flächendeckenden und verbindlichen

Gemeinschaftsschule erst

noch auf einem Landesparteitag

im August verabschiedet

werden muss, lässt Kraft schon

jetzt keinen Zweifel an ihrem

Kurs. „Ungerecht“, „unfair“

und „extrem selektiv“ sei das

gegliederte Schulsystem und

angesichts sinkender Schülerzahlen

„ohnehin nicht aufrecht

zu erhalten“, diagnostizierte die

SPD­Landeschefin am Montag

in Düsseldorf.

Auch CDU-regierte Bundesländer

schwenken bereits um

Die Themen Kindergarten und

Schule haben derzeit politische

Hochkonjunktur. Angesichts

anhaltend schlechter deutscher

Ergebnisse in internationalen

Schulvergleichstests schwimmt

die NRW­Opposition mit ihren

Forderungen nach einer radikalen

Kehrtwende durchaus auf

dem Strom der Zeit.

Mehrere ­ auch CDU regierte

­ Bundesländer erwägen bereits

grundlegende Schulreformen.

Das schwarz­rot regierte

Schleswig­Holstein macht vom

kommenden Schuljahr an als

erstes Bundesland ernst mit

der Einführung von Gemeinschaftsschulen.

Ob Rüttgers

schwarz­gelbe Landesregierung

dem Veränderungsdruck Stand

halten kann, bleibt abzuwarten.

SEITE

Der Ansturm auf die Gesamtschulen

nimmt zu: Nur für 30 000 der 47

000 Grundschüler, die zum kommenden

Schuljahr eine Gesamtschule in

NRW besuchen wollen, gibt es einen

Platz. Und obwohl Rüttgers Regierung

Geld in die Hauptschulen pumpt,

wollen immer weniger Eltern ihre

Kinder ans Ende der Schulhierarchie

geben. „Die Hauptschulen werden als

Sackgassen wahr genommen“, stellte

Kraft fest.

Ist die Opposition gefesselt?

Wie genau die Gemeinschaftsschulen

der Zukunft aussehen könnten, will

die SPD den Kommunen überlassen.

„Alle sollen aber unter einem Dach

von einem Kollegium unterrichtet

werden“, so Kraft. Nur so sei echte

Durchlässigkeit gewährleistet. Ob

Gemeinschaftsschulen alle Schüler bis

zur Klasse 10 gemeinsam unterrichten

oder aber nach der 6. Klasse Differenzierungen

anbieten, soll vor Ort entschieden

werden.

CDU und FDP setzen dagegen darauf,

mit mehr Lehrern, weniger Unterrichtsausfall

und intensiverer Förderung

schon vom Vorschulalter an das

Leistungsniveau nach oben zu bringen.

„Der SPD gelingt es einfach nicht,

die alten ideologischen Fesseln abzustreifen“,

meinte der Schulpolitiker der

CDU­Landtagsfraktion, Klaus Kaiser.

Die Grünen, die bereits am Samstag

gefordert hatten, das dreigliedrige

Schulsystem durch Gemeinschaftsschulen

zu ersetzen, sind sich jedoch

mit der SPD einig: „Das gegliederte

System ist nicht zu retten.“

www.wdr.de/themen/wissen/bildung/

schule/schulreform/index.jhtml


SPRACHFÖRDERUNG

Delfin 4

Sprachstandsfeststellung für Vierjährige

von Wolfgang Raabe,

Fachgruppe Grundschule

Am 26.02.07 platzte der Große

Saal des DGB­Hauses aus allen

Nähten, so groß war das Interesse

an der Infoveranstaltung der

GEW­Fachgruppe Grundschule

zur Sprachstandsfeststellung für

Vierjährige. Über 100 Kolle­

gInnen waren aus ca. 60 Grundschulen

und ca. 20 Kindertagesstätten

gekommen und wollten

endlich mehr Informationen über

die geplante Sprachstandsfeststellung.

Gerade die aber fehlen vor

Ort in den Schulen und Kindertagesstätten

bei den betroffenen

Lehrerinnen und Erzieherinnen

und sind Ausdruck der katastrophalen

Vorbereitung durch das

Schulministerium.

Ein von der Zielsetzung begrüßenswertes

Projekt, die gezielte

Deutschförderung schon mit 4

Jahren in der Kindertagesstätte zu

beginnen, wird so durch mangelhafte

Vorbereitung und Desorganisation

schon vor dem Beginn

diskreditiert. Bis zum 26.02.07

– die Sprachstandsfeststellung

soll in zwei Stufen im März und

Mai durchgeführt werden – hatten

die meisten Teilnehmerinnen

nur Informationen aus der Presse

erfahren. Damit ist klar, dass das

gesamte Verfahren für alle Beteiligten

unter ungeheurem Zeitdruck

stattfindet und Lehrerinnen und

Erzieherinnen die miserable Vorbereitung

durch das Schulministerium

ausbaden müssen.

Dies machte Wolfgang Raabe

auch in der Einleitung zur Veranstaltung

deutlich und forderte für

die GEW die Verschiebung der

Sprachstandsfeststellung um ein

Jahr.

Referentin Isabell Gödde­Werth,

Multiplikatorin für die Sprachstandsfeststellung,

informierte

dann in ihrem Vortrag über das

Delfin4 genannte Screeningverfahren,

das von Professorin Fried

und ihrem Team von der Uni

Dortmund entwickelt wurde,

und im ersten Schritt im März

die Risikogruppe der Kinder mit

Sprachdefiziten in den Kindertagesstätten

ermitteln soll. Diese

Gruppe soll dann im 2.Schritt

im Mai genauer getestet werden.

Über diesen Test gibt es bisher

noch überhaupt keine Informationen.

SEITE 4

Mit dem Tischspiel Delfin4 soll

der Sprachstand von Vierjährigen

in einem Kurzscreening

getestet werden. An dem Spiel

zum Thema Zoo sollen jeweils 4

Kinder teilnehmen und, durch

„Überraschungskarten“ animiert,

bestimmte sprachliche Aufgaben

bewältigen: Handlungsanweisungen

ausführen, Kunstwörter

nachsprechen, Sätze nachsprechen,

Bilderzählung. Spielleiterinnen

sind eine Erzieherin und

eine Lehrerin, wobei die Lehrerin

möglichst die Rolle der Protokollantin

mit einem sechsseitigen

Protokollbogen übernehmen soll.

Anschließend muss noch eine

zusammenfassende Auswertung

und Bewertung vorgenommen

werden.

In der sich an das Referat anschließenden

Diskussion machten

die TeilnehmerInnen der Veranstaltung

ihren großen Unmut

über das Verfahren, die völlig

unzureichende Vorbereitung der

LehrerInnen und ErzieherInnen

und die verspätete Ausstattung

mit Spielen und Auswertungsbögen

sehr deutlich.

Weiter wurde das entwickelte

Spiel Delfin4 kritisiert, das für

Vierjährige nicht kindgerecht

und motivierend ist, weil es kein

wirkliches Spiel, sondern ein als

Spiel getarnter Test sei. Auch setze

das Thema Zoo nicht am sprachlichen

Erfahrungshorizont von

Vierjährigen, sondern nur einer

kleinen Gruppe von Kindern

dieser Altersstufe an. Welches

vierjährige Kind weiß z.B. schon

was ein „Tiergehege“ ist?


In Frage gestellt wurde auch die

Notwendigkeit des Zeitumfangs

des ersten Testverfahrens.

Die mit den Kindern vertrauten

Erzieherinnen können ohne

Mühe die Kinder benennen, die

in diesem Alter noch Sprachprobleme

haben und dann wäre

mit diesen Kindern sowie den

Kindern, die noch keine Kita

besuchen, nur noch ein Testverfahren

durchzuführen.

Eine Zeitersparnis, die auch Sinn

macht vor dem Hintergrund, dass

das Schulministerium die Durchführung

der Tests den Schulen

ohne die Einstellung von zusätzlichen

Lehrerinnen und Lehrern

für diese Aufgaben aufgebürdet

hat. Die Tests sollen von SozialpädagogInnen

sowie von LehrerInnen

auf Integrationshilfe­ und

Sozialindexstellen durchgeführt

werden und bedeuten, dass in

dieser Zeit die notwendige Förderung

von Grundschulkindern

ausbleiben wird. Die Werbung

des Ministerium, es stelle zusätzliche

Lehrerstellen für gezielte

Förderung von Grundschulkinder

zur Verfügung, wird so von der

Praxis widerlegt. Offen ist auch

noch wie die Sprachförderung

der Gruppe der Vierjährigen

mit Sprachproblemen nach dem

Testmarathon aussehen soll. Das

Team von Professorin Fried hat

angekündigt eine Anwendungshilfe

zur Förderorientierung für

den Elementarbereich zu entwickeln.

Zusätzlich sollen ca. 350 €

für jedes förderbedürftige Kind

pro Jahr zur Verfügung gestellt

werden. Unklar bleibt, welches

zusätzliche Förderpersonal, wel­

SPRACHFÖRDERUNG

che Fördermaterialien, welche

Fortbildungen für ErzieherInnen

davon finanziert werden können,

ob dies ausreichend ist und wer

die Förderkonzepte entwickeln

wird.

Ein charakteristisches Merkmal

und Mangel deutscher und nordrhein­westfälischerBildungspolitik

nach PISA zeigt sich

auch hier: Energien, Zeit und

Personalressourcen werden in die

Entwicklung und Durchführung

umfangreicher Testverfahren

gesteckt. Die unbedingt notwendige

Einstellung von zusätzlichem

Förderpersonal und die Bereitstellung

von Fördermaterialien fallen

dagegen verschwindend gering

aus.

Dies unterstrich auch Wolfgang

Raabe in seinem abschließenden

Beitrag für die Fachgruppe

Grundschule. Er appellierte an

ErzieherInnen und LehrerInnen

bei der Durchführung der Tests

gleichberechtigt und auf gleicher

Augenhöhe zu kooperieren. Außerdem

forderte er alle auf, den

konkreten Unterrichtsausfall und

die Mehrarbeit durch die Sprachstandsfeststellung

in Schreiben

an die GEW bzw. den Lehrerpersonalrat

Grund­/Hauptschule zu

dokumentieren.

Die GEW wird dies als Argumentationshilfe

nutzen, um gegenüber

dem Ministerium mit Nachdruck

die zusätzliche Einstellung von

Lehrkräften für die Sprachstandsfeststellung

einzufordern und

deutlich zu machen, dass diese

nicht auf Kosten der dringend

notwendigen Förderung von

Grundschulkindern erfolgen darf.

SEITE 5

GEW erreicht

Nachbesserungen

bei Sprachtests

Auf Initiative der GEW hat das Schulministerium

NRW einige Nachbesserungen

an den nun startenden Sprachtests für die

4-Jährigen zugesagt:

· Die wörtliche Protokollierung der Aussagen

der Kinder ist als Hilfe gedacht, sie ist

nicht zwingend vorgeschrieben.

· Die Bilderzählung Teil B muss nicht Teil

des Tests sein, sie kann nach pädagogischem

Ermessen durchgeführt werden.

· Wenn einzelne Kinder oder die Gruppe

offenkundig überfordert sind, kann der

Test abgebrochen werden.

· Einige Fehlerkorrekturen an den Testbögen

wurden vorgenommen.

· Das MSW richtet zusätzlich eine elektronische

Hotline mit der Zusage ein, binnen

24 Stunden alle Anfragen zu beantworten.

Die GEW hält nach wie vor ihre Kritik an

der unzureichenden Vorbereitung und

überstürzten Durchführung der Sprachtests

aufrecht. Das MSW hat zugesagt,

dass eine ausführliche Manöverkritik nach

dem Verfahren stattfindet und deutliche

Verbesserungen für das nächste Schuljahr

vorgenommen werden.

Die GEW wird sich daran aktiv beteiligen

und die Kritik der Grundschulen an das

MSW weitergeben.


SPRACHFÖRDERUNG

Bildungsprogramm Sprache

Es ist an der Zeit:

Köln braucht ein integriertes

Bildungsprogramm Sprache

- Deutsch als Zweitsprache und

Mehrsprachigkeit vom

Kindergarten his ins Berufsleben

Sprachliche Kompetenzen -

Schlüssel zur Bildung und

Integration

Das Leitbild für die Stadt Köln

stellt fest:

»In der vorschulischen und schulischen

Bildung und Erziehung

geht Köln den Weg der konsequenten

Förderung und Integration.«

In der Stadt Köln muss es gelingen,

für alle Schülerinnen und

Schüler, unabhängig von ihrem

sozialen und sprachlichen Hinter­

grund, ein gutes Leistungsniveau,

gute Bildungschancen und die

Integration zu gewährleisten. Die

Grundvoraussetzung für dieses

Ziel ist ein systematischer Erwerb

der deutschen Sprache und eine

Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit

der Migrantinnen

und Migranten.

Das sprachliche Lernen muss

deshalb im Mittelpunkt aller

Bildungsanstrengungen in Köln

stehen, da nur mit hohen sprachlichen

Kompetenzen in der deutschen

Sprache auch das fachliche

Lernen gelingt. 48 Prozent aller

Kinder und Jugendlichen unter

18 Jahren haben einen Migrationshintergrund

und wachsen

mehrsprachig auf. Ihr Schulerfolg

und ihre berufliche Integration

sind der Gradmesser

einer gelingenden

städtischen Integrationspolitik

und

der Schlüssel zur

zukunftsgerichteten

kulturellen und wirtschaftlichenEntwicklung

unserer Stadt.

Sprachliche Förderung

muss im vorschulischen

Bereich

beginnen

Im vorschulischen

Bereich sind Kinder

besonders empfänglich

für das sprachliche

Lernen. Dem

haben sich viele Kindergärten

geöffnet,

sodass bewährte und

SEITE 6

in der Praxis erprobte Konzepte

mehrsprachiger Erziehung vorliegen.

Denn besonders gut gelingt

der rasche Erwerb der Zweitsprache

Deutsch, wenn er mit einer

Förderung der Muttersprache

verbunden wird, die in der Familie

erlernt wird. Unter dieser

Bedingung entwickelt sich auch

eher eine enge und vertrauensvolle

Zusammenarbeit der Einrichtungen

mit den Eltern.

In der Schule:

Auf den Unterricht kommt es an

Die Schulen sollen die in den Tagesstätten

begonnene Sprachförderung

nach denselben Prinzipien

weiterführen, damit es keine

Brüche gibt. Sprachliches Lernen

muss integraler Teil des gesamten

Regelunterrichts in allen Fächern

sein. Förderunterricht und außerunterrichtliche

Förderangebote

in kleinen Gruppen arbeiten dem

Regelunterricht zu und konzentrieren

sich auf spezifische Formen

individueller Förderung. Größere

Lernerfolge stellen sich dann ein,

wenn sich der gesamte Unterricht

an einer Didaktik des Lehrens

und Lernens für mehrsprachige

Klassen orientiert. Sprachentwicklung

wird so zur Grundlage

effektiver Lernförderung.

Der Regelunterricht wird nach

Möglichkeit mit dem Muttersprachlichen

Unterricht koordiniert,

damit die Kenntnisse in der

Muttersprache für den Erwerb

der deutschen Sprache genutzt

werden und so die Erziehung

zur Mehrsprachigkeit auf der


Basis der „natürlichen Mehrsprachigkeit‘

erfolgreich weitergeführt

wird. Dies setzt voraus,

dass die bisherigen Angebote

Muttersprachlichen Unterrichts

ausgebaut, nach Möglichkeit zu

bilingualen Angeboten erweitert

und die Herkunftssprachen in das

Fremdsprachenangebot integriert

werden.

Sprachsensibler Unterricht erfordert

Fortbildung und Begleitung

Schulen und Kindertagesstätten

benötigen verlässliche Unterstützungssysteme,

die Fortbildungen

durchführen, das Lehrpersonal

bei der Umsetzung im Alltag begleiten

und die Qualitätsentwicklung

absichern.

Fortbildung und Begleitung müssen

verbunden werden mit den

Programmen zur Unterrichtsentwicklung,

wie sie im Modellprojekt

„Selbstständige Schule“

entwickelt worden sind und die

auch den Kölner Korrespondenzschulen

zur Verfügung stehen.

Fragen der Sprachentwicklung

sind in die Ausbildung des Erziehung

und Lehrpersonals zu

integrieren.

Gemeinsame Anstrengungen

sind notwendig

Die Stadt Köln, die Bezirksregierung

Köln mit dem Schulamt

für die Stadt und die Universität

zu Köln haben 2003 gemeinsam

das Kompetenzzentrum Sprachförderung

gegründet. Es soll

systematisch, koordiniert und

in der Perspektive für alle Bil­

SPRACHFÖRDERUNG

dungseinrichtungen Hilfen zur

sprachlichen Förderung geben.

Auf diesem Wege ist schon einiges

geschehen. Es zeigt sich:

Gemeinsame Anstrengungen vor

Ort lohnen sich, sie machen Erfolge

für die Kinder und Jugendlichen

möglich. Die Erfahrung aus

der bisherigen Arbeit zeigt, dass

die gemeinsamen Anstrengungen

in der Zukunft weitergeführt und

verstärkt werden müssen:

• Köln braucht ein integriertes,

Zwei­ und Mehrsprachigkeit

berücksichtigendes Bildungsprogramm

Sprache ­ von der Kindertagesstätte

bis in das Berufsleben

­, das systematisch, koordiniert

und langfristig auf alle Bildungseinrichtungen

ausgerichtet ist.

Dieses Sprachprogramm muss

integraler Bestandteil der Regionalen

Schullandschaft sein, wie sie

vom Rat der Stadt Köln im November

2006 beschlossen worden

ist.

Seine Weiterentwicklung und

Implementierung, insbesondere

in den Bereichen Diagnostik und

Standards, muss durch wissenschaftliche

Evaluation und Begleitung

fundiert werden.

Weiterbestand und Ausbau des

Kompetenzzentrums Sprachförderung

müssen daher über die

Projektfinanzierung bis Ende 2007

hinaus gesichert werden. Es bietet

sich an, diese Arbeitsform in ein

Regionales Bildungsbüro zu integrieren,

damit die hier gesammelten

Erfahrungen verstärkt genutzt

werden können.

SEITE 7

Einladung

Neues Kindergartengesetz

in NRW

Mehr Aufgaben, weniger

Bildung?

Familienminster Laschet verspricht

nach dem Finanzkonsens mit Kommunen,

Kirchen und Wohlfahrtsverbänden

das „modernste Kindergartengesetz

Europas“ für NRW. Eckpunkte

der Reform sind:

Förderung der Kindertageseinrichtungen

auf der Basis von „Kindpauschalen“,

die sich aus den Personal­

und Sachkosten von Kindergruppentypen

ableiten

• Neuordnung der Trägeranteile

• finanzielle Förderung der Kindertagespflege

• Gesonderte Regelungen zur Förderung

von Familienzentren und der

Sprachförderung

• Verdoppelung der Zahl der U­3­Betreuung

in 2008

• Erhöhung der Anzahl der Familienzentren

Informations­und Diskussionsveranstaltung

mit

Berthold Paschert

Referent beim GEW­Landesverband

Donnerstag, 19. April 2007

18.00 – 20.00 Uhr

Tagungsraum

im Kölner DGB­Hauses,

Hans­Böckler­Platz 1,

50672 Köln

Gewerkschaft

Erziehung und Wissenschaft

Köln


LESERBRIEF

Zur Arbeitszeitdebatte

Leserbrief zur Arbeitszeitdebatte

forum 1/2007 S. 16-17

von Werner Balfer,

Hauptpersonalrat Gesamtschule,

26.02.2007

Der GEW­Stadtverband will die

Diskussion um Arbeitszeitmodelle

von LehrerInnen neu anstoßen

und tut dies, in dem er in der

Ausgabe 1/2007 des Forums der

GEW im Land Feigheit vor der

Debatte vorwirft (wieso eigentlich?)

und gleichzeitig ein äußerst

fragwürdiges Modell darstellt.

Unkommentiert und unkritisch

wird der Beitrag aus dem Schulministerium

zum „Mindener

Modell“ abgedruckt, wobei die

Kritikpunkte am Mindener Modell

doch bekannt sind:

1. Das Mindener Modell differenziert

zwischen unterrichtsgebundener

und unterrichtsfernen

Tätigkeiten der Lehrerinnen und

Lehrer. Aus der Erkenntnis, dass

der Umfang der unterrichtsfernen

Tätigkeiten immer größer

geworden ist, folgt jedoch nicht

die Zuweisung weiterer Ressourcen:

es geht bei diesem Modell

lediglich um die Umverteilung bei

einer ohnehin zu knappen Personaldecke.

Unberücksichtigt bleibt

weiter, dass seit der Auflistung

dieser Tätigkeiten von Mummert

& Partner im Jahre 1998 weitere

Aufgaben auf die Beschäftigten

hinzugekommen sind. Diese

werden nicht berücksichtigt, die

Datenbasis, auf die sich dieses

Modell bezieht ist veraltet.

2. Die Betrachtung von psychosozialen

Belastungen –längst

ein Standardthema, wenn es um

Belastungen im Lehrerberuf geht­

bleibt gänzlich außen vor, hatten

Mummert & Partner sie damals

gar nicht erst erhoben und gemessen.

3. Das Modell differenziert zwischen

besonders arbeitsaufwändigen

Fächern und weniger aufwändigen

Fächern. Es faktorisiert

die einzelnen Unterrichtsfächer

(z.B. 45 Min. Deutschunterricht =

102 Minuten) mit dem Ergebnis,

dass KollegInnen mit den weniger

aufwändigen Fächern eben

mehr Unterricht erteilen müssen.

Dabei ist die hier vorgenommene

Bewertung willkürlich und teilweise

unbegründet. Für ältere

KollegInnen und Teilzeitkräfte

sind keine Schutzmaßnahmen

vorgesehen. Ich sehe in der Faktorisierung

eher einen Beitrag

zur Entsolidarisierung und Demotivierung

von Beschäftigten

als einen Beitrag zur gerechteren

Arbeitszeitbewertung.

4. Im Mindener Modell misst sich

die zu erbringende Arbeitszeit

nicht als wöchentliche Pflichtstundenzahl

von zu erteilendem

Unterricht sondern als Jahresarbeitszeitmodell.

Neben dem

Unterricht fließen weitere Tätigkeiten

(s. Punkt 1) in die Berechnung

mit ein mit der Konsequenz,

dass sowohl für das System als

auch für den Beschäftigten ein

gewaltiger Arbeitsaufwand darin

entsteht, die jeweilige Arbeitszeit

nachzuhalten und aufzulisten.

SEITE 8

Bei diesen Kritikpunkten kann

sich mir die Haltung meines

Stadtverbandes nicht erschließen,

in dem Mindener Modell einen

Beitrag zu größerer Gerechtigkeit

und Entlastung von LehrerInnen

zu sehen. Ein Blick über die Landesgrenzen

hinweg nach Hamburg

(Vorreiter für das Mindener

Modell) hätte genügt, um deutlich

zu machen, um was es hierbei

wirklich geht: die Einführung des

Arbeitszeitmodells in Hamburg

führte zu einer Erhöhung der

Unterrichtsverpflichtung bei 75 %

aller LehrerInnen. Die Evaluation

des Arbeitszeitmodells nimmt die

GEW in Hamburg zum Anlass,

diese Maßnahme als Sackgasse

zu bezeichnen, so auch der Titel

der ausführlichen Broschüre der

GEW Hamburg.

Unvollständig ist im Aufschlag

zur Diskussion auch die Schilderung

der rechtlichen Situation

bei der Erprobung neuer Arbeitszeitmodelle.

Der Hinweis auf die

Zulassung neuer Modelle durch

das Ministerium (§ 93,4 SchulG)

muss ergänzt werden mit den

Rechten der Lehrerkonferenz (§

68, 3 Nr 5 SchulG), wonach die

Lehrerkonferenz über die Teilnahme

an der Erprobung neuer

Arbeitszeitmodelle auf Vorschlag

des Schulleiters entscheidet. Außerdem

fehlt der Hinweis auf die

Mitbestimmungsrechte der zuständigen

Personalvertretung.


FACHGRUPPEN & ARBEITSKREISE

Bei allen Veranstaltungen der Fachgruppen und Arbeitskreise sind Interessierte aus anderen Schulformen

und Bildungsbereichen willkommen! Alle Termine der Fachgruppen und Arbeitskreise finden,

wenn nicht anders angegeben, im Kölner DGB-Haus, Hans-Böckler-Platz 1, statt.

FG Grundschule

Kontakt:

Wolfgang Raabe, Tel.:

02203/51342

Dorothee Kammann, Tel.:

0221/9378706

FG Hauptschule

Kontakt: Edda Hittinger,

Tel.: 0221/795668, Mehmet Ali

Ates, Tel.: 0221/461418

FG Förderschulen

Datum: Dienstag, 08. Mai 2007

um 19.30 Uhr

Raum:Tagungsraum ­ EG

Das Thema wird noch bekannt

gegeben.

Kontakt: Iris Tschauder,

Tel.: 0221/8230540

Christiane Balzer, Tel.:

0221/515214

FG Realschule

Datum: jeden letzten Donnerstag

im Monat ab 19.30 Uhr

Ort: „Dionysos“, Meister­Gerhard­Str.

30/Ecke Dasselstr.

Herzliche Einladung an alle; Personalräte

sind als Ansprechpartner

immer da!

Kontakt: Susanne Koch,

Tel.: 02233/949348

Ulla Hoffmann, Tel.: 0221/432592

FG Gymnasium

Datum: Dienstag, 22. Mai 2007

19.30 Uhr

Tagungsraum, EG

Kontakt: Hans­Josef Vöckel,

Tel.: 0221/626258

FG Berufskollegs

Kontakt:

Mechtild Degen­Sieg, Tel.:

02236/322241

Dietrich Weinkauf, Tel.:

0221/352956

AK LEMK

Datum: Montag, 07. Mai 2007 um

19.00 Uhr

GEW­Besprechungsraum, 1. OG

Kontakt:

Spyros Kostadimas, Tel.:

02203/14357

AK Angestellte

Lehrkräfte

Datum: jeden ersten Montag im

Monat um 19.00 Uhr

GEW­Besprechungsraum, 1. OG

Kontakt:

Hans­Peter Persy, Tel.:

0221/733294

SEITE 9

AK Offener

Ganztag

Datum: Dienstag, 08. Mai 2007,

von 17.15 Uhr – 19.00 Uhr

Tagungsraum, EG

Aktuelles und Erfahrungsaustausch

Themenvorschläge sind willkommen,

eine E­Mail schicken

genügt!

E­Mail: gew­koeln@netcologne.de

Kontakt:

Hildegard Merten, Tel.:

0221/516267

Junge GEW

jeden zweiten Mittwoch im Monat

um 19.30 Uhr

GEW­Besprechungsraum, 1. OG

Alle Interessierten sind herzlich

willkommen!

Kontakt:

info@jungegew.de

www.jungegew.de

Was gibt es Neues in der Schule? Was ist eigentlich ein Familienzentrum?

Bringt das neue GTK was? Sprachförderung ab 4 - muss ich das machen?

Ganztagshauptschule was bringt das? OGS, was ist denn das jetzt wieder?

Bachelor? Ist das eine neue Sekte?

Die GEW - Köln plant eine Veranstaltung für KollegInnen aller Bildungsformen, die

nicht sicher sind, ob sie alle aktuellen Entwicklungen der Bildungslandschaft hundertprozentig

mitbekommen haben und dennoch gerne kompetent über den Tellerrand

schauen wollen, ohne dazu gleich 6 Fachbücher lesen zu müssen.

Wir laden alle Mitglieder zur Teilnahme ein und bitten, sich den Termin bereits

jetzt vor zu merken.

Termin ist Freitag, der 31.August 2007,16.00 Uhr bis 21.00 Uhr im DGB-Haus,

Hans-Böckler-Platz.

Falls Sie meinen, Spezialist in einer pädagogischen „Neuerung“ zu sein, dann würden

wir uns freuen, wenn Sie bereit sind, Ihr Wissen mit anderen

interessierten KollegInnen zu teilen. Wir suchen nämlich weitere

„ExpertInnen“ für diese Veranstaltung. 3w

GEW


Von der KiTa zum Familienzentrum

von Nicole Lugt

„Hier werden Kinder betreut,

aber wir sind keine Kindertagesstätte.

Hier gibt es Beratung und Hilfe,

aber wir sind keine Beratungsstelle.

Hier finden Kurse und Workshops

statt,

aber wir sind keine Bildungsstelle.

Hier wird Saft verkauft,

aber wir sind kein Saftladen.

Hier wird jeden Tag gekocht,

aber wir sind kein Restaurant.

Wir leben den Alltag als Großfamilie,

aber wir sind nicht miteinander

verheiratet.“

Gefunden unter www.eltern-kind-zentrum.de

„2006 ist das Jahr der Kinder. Wir

bauen Nordrhein­Westfalen zum

kinder­ und familienfreundlichen

Land um“, so Jürgen Rüttgers bei

seinem Besuch im Familienzentrum

der Gold­Krämer­Stiftung,

Köln­Kalk, im Mai 2006.

Hintergrund ist das Landesprojekt

„Familienzentrum NRW“, bei

dem Kindergärten zu Familienzentren

weiterentwickelt werden

sollen, in denen Kinderbetreuung,

frühkindliche Bildung, Familienbildung

und Familienberatung

unter einem Dach angeboten

werden. Von den über 1000 Kindertagesstätten,

die sich für das

Projekt „Familienzentrum NRW“

beworben haben, sind 250 Piloteinrichtungen

und sechs Best­

Practice­Beispiele ausgewählt

worden, darunter auch das Familienzentrum

in Köln Kalk. Im

Moment befindet sich das Projekt

HIB

in seiner Umsetzungsphase, die

im Mai 2007 mit der Vergabe des

Gütesiegels „Familienzentrum

NRW“ und der Prämierung der

besten 25 Einrichtungen endet.

Danach sollen bis 2012 etwa ein

Drittel aller Kindertageseinrichtungen

in Nordrhein­Westfalen

in Familienzentren umgewandelt

werden. Wobei nur die wenigsten

bei „Null“ anfangen: die meisten

Kindergärten sind bereits mehr

oder weniger mit anderen Einrichtungen

vernetzt.

Minister Laschet: „Durch die

Bündelung der vorhandenen Angebote

werden die Möglichkeiten

des präventiven Handelns verbessert.

Es wird frühzeitige Hilfe und

Beratung für alle Familien angeboten.

Dazu zählen auch Familien

mit Zuwanderungsgeschichte und

aus sozial benachteiligten und bildungsfernen

Schichten. Die Kindertageseinrichtungen

sind der

ideale Ort für die Familienzentren,

denn Eltern vertrauen diesen

Einrichtungen, in denen sie ihre

Kinder stundenweise betreut werden.

Deshalb ist das der beste Ort

für Beratung.“ (Pressemitteilung

des MGFFI vom 11.05.2006)

Das Ziel des Umbaus von Kindertagesstätten

zu Familienzentren

ist, Begegnungsorte für die gesamte

Familie zu schaffen in denen

Beratung, Bildung, Stärkung

der Erziehungskompetenz und

Hilfen zur Alltagsbewältigung

angeboten werden. Diese Angebote

sollen bedarfsgerecht an den

Sozialraum angepasst sein,

SEITE 0

Drei Modelle für ein Familienzentrum

Da verschiedene Kindertagesstätten

bei der Umwandlung in ein

Familienzentrum unterschiedliche

Rahmenbedingungen, Ressourcen,

Räumlichkeiten und bestehende

Kooperationen aufweisen,

sind verschiedene Formen von

Familienzentren möglich. „Das“

Familienzentrum, ein standardisiertes

Gebilde, gibt es nicht,

was allein daraus resultiert, dass

lokale, bedarfsangepasste Schwerpunkte

gesetzt werden müssen.

Diskutiert werden drei mögliche

Modelle:

Beim Modell „Unter einem Dach“

sind alle Hilfs­ und Beratungsangebote

zusammen mit der Kindertagesstätte

in einem Gebäude oder

einem Gebäudekomplex vereint.

Die Vorteile bei diesem Modell

liegen unter anderem in der

leichteren Koordination, einem

einheitlichen Konzept sowie der

hohen Niederschwelligkeit und

des leichten Zugangs, da ein Ort

mehrere Anlaufstellen bietet.

Nachteile könnten sich aus dem

erhöhten Durchgangsverkehrs

und der damit verbundenen

Gefahr des geringeren Schutzes

der Kinder ergeben sowie durch

die Möglichkeit des Ausschlusses

bereits bestehender Angebote

im Umfeld und dem Verlust von

Vielfältigkeit.

Im Lotsenmodell bildet die Kindertagesstätte

die zentrale Anlaufstelle,

die Familien bei Bedarf an

weitere Stellen im nahegelegenen

Umkreis vermitteln kann. Die

Einrichtungen dieses Netzwerks

sind eigenständig organisiert, ko­


operieren aber miteinander und

stimmen ihre Angebote aufeinander

ab.

Vorteile dieses Modells sind unter

anderem der Erhalt der Trägervielfalt

und die Nutzung von Beratungsangeboten

durch mehrere

Kindertagesstätten. Eine Gefahr

liegt in der drohenden Überbelastung

der Leitung durch erhöhten

Koordinationsaufwand sowie in

der aufwendigen Abstimmung

der Angebote zwischen den einzelnen

Trägern.

Das Galeriemodell ist eine Mischung

aus den beiden vorhergehenden

Modellen. Im Gebäude

der Kindertagesstätte werden

Hilfs­ und Beratungsangebote

bereitgestellt, sofern es räumlich

möglich ist. Ergänzende Angebote

sind im unmittelbaren Umfeld

gegeben.

Vorteilhaft bei diesem Modell

ist die Schaffung von Partizipationschancen

verschiedener

Einrichtungen, die flexibel in der

Ressourcennutzung sind und ein

passgenaues Angebotsspektrum

bieten können. Der Nachteil

liegt in der Schwierigkeit der

Erarbeitung eines einheitlichen

Konzeptes sowie in einem hohen

Zeitaufwand für die Leitung.

Leitlinien und Handlungsorientierungen

• Bedarfsgerechte Angebote

Einer der wichtigsten Grundsätze

für ein Familienzentrum ist, dass

Angebote an den Bedarf vor Ort

angepasst werden müssen. Das

bedeutet, dass unterschiedliche

Familienzentren je nach Umfeld

unterschiedliche Schwerpunkte

HIB

setzen, z.B. Sprachförderung bei

Stadtteilen mit hohem Anteil an

Familien mit Migrationshintergrund.

• Vernetzung

Eine der wichtigsten Aufgaben

von Familienzentren ist die Vernetzung.

Möglichst viele Kooperationen

im Stadtteil, aber auch mit

anderen Familienzentren.

• Niedrigschwelligkeit

Der „leichte Zugang“ zum Angebot

ist vor allem für Familien

aus bildungsfernen Schichten

wichtig. Die räumliche Nähe, die

Kenntnis über das Angebot und

die bereits bestehende Kontakte

zu Fachkräften erleichtern es, z.B.

Beratungsangebote wahrzunehmen.

Ebenfalls kann durch die

Beziehung zu Mitarbeitern eine

gewisse Verbindlichkeit hergestellt

werden.

SEITE

• Nutzung der Selbsthilfepotenziale

In Familienzentren können Eltern

nicht nur Beratungsangebote

wahrnehmen, sondern sich auch

untereinander helfen. Deswegen

werden Netzwerke zwischen Familien

durch Einbezug und Beteiligung

gefördert.

• Offenheit

Familienzentren sollen sich sowohl

nach innen öffnen, also

etwa variable Nutzung und Altersmischung

zulassen, als auch

nach außen durch Vernetzung

und Einbezug aller Menschen im

Stadtteil.

(aus der Hausarbeit von Anna

Kubisa & Nicole Lugt, FH Köln,

Sozialpädagogik/ Soziologie,

Seminar “Von der Kindertagesstätte

zum Familienzentrum“, SS 06)


Das Thema „Familienzentren“

wird uns in der nächsten Zeit

begleiten. Zum Gelingen des

Projektes wird es wichtig sein,

dass eine dauerhafte ausreichende

Finanzierung gesichert werden

kann. Bisher sind noch keine

Fördermittel zur praktischen Umsetzung

bewilligt worden. Es ist

aber nicht möglich, dass gesamte

Mammutprojekt (immerhin ein

Drittel aller KiTas werden betroffen

sein) bei gleich bleibender

Finanzierung umzusetzen. Ansonsten

kämen weitere finanzielle

oder personelle Engpässe auf die

Einrichtungen zu. Die Verwirklichung

des guten Potentials von

Familienzentren gelingt nur, wenn

alle Akteure einbezogen und

motiviert werden. Dazu ist Fingerspitzengefühl

gefordert.

DGB und GEW Köln fordern in

ihrem Diskussionsbeitrag „Bildung

und Integration – Vielfalt

und sozialer Zusammenhalt in

Köln“:

„Ziel muss es […] sein, den kommunalen

Handlungsspielraum

zu erweitern. Hierzu zählen: […]

Ausbau von Familienzentren. Als

Modell kann das „Kalker Netzwerk

für Familien“ dienen. Der

Rat der Stadt Köln bildet dazu

einen Unterausschuss nach dem

Muster des Unterausschusses

„Ganztagsbetreuung“, der die

bedarfsgerechte Entwicklung von

Familienzentren koordiniert,

begleitet und vorantreibt und die

Qualitätsstandards entwickelt.“

HIB

Supervision

in der Lehrerbildung

von Oliver Dycker

Am 25.1.2007 fand in der Reihe

„Lehrerbildung im Diskurs“ an

der Uni Köln ein Vortrag von

Prof. Dr. Walter Spiess zum Thema:

„Supervision an der Universität,

im Referendariat und im

Schulalltag“ statt. Ausrichter der

interessanten Vortragsreihe ist das

Lehrerbildungszentrum der Universität

zu Köln. Erstmalig erfolgte

diese Veranstaltung in Kooperation

mit der Deutschen Gesellschaft

für Supervision e.V. Herr Prof. Dr.

Spiess arbeitet an den Universitäten

Kiel und Flensburg und war

auf Einladung von Frau Gunda

Busley (Praktikumsmanagerin im

Lehrerbildungszentrum) und Frau

Dr. Galander (stellv. Vorsitzende

der DGSv) nach Köln gekommen.

Unter dem Motto „The proof

of the pudding is in the eating”

referierte Herr Spiess über sein

Modell der Supervision, das dem

Perspektivenwechsel eine zentrale

Bedeutung zukommen lässt.

SEITE

Einen Perspektivenwechsel vollzog

Prof. Dr. Spiess dabei selbst,

als er sich als Supervisand vorstellte

und das Auditorium aus

Supervisor(inn)en, Lehrer(inn)en,

Hochschuldozent(inn)en und

Student(inn)en ermunterte, ihm

Alternativen in der Supervision

seines „Falls“ mitzuteilen. Effizienz,

Moralität und Nachhaltigkeit

konnten von Prof. Dr. Spiess als

bedeutende Merkmale beruflichen

Handelns in der Supervision

herausgearbeitet werden. Die

anschließende Diskussion machte

noch einmal deutlich, dass Supervision

zwar im Allgemeinen

als ein bedeutendes Thema in der

Schule und in der Lehramtsausbildung

angesehen wird, die entsprechenden

organisatorischen Aspekte

jedoch zu wenig Beachtung

finden. Der nächste Vortrag findet

am 12.4.2007 statt und wird von

Dr. Jens Hoffmann zum Thema

„Zielgerichtete Gewalt und Amok

an Schulen – Prävention und Risikomanagement“

gehalten (siehe

www.lbz.uni­koeln.de).


Die Dozenten der Workshops sind vom Studentischen Verein zum Austausch

von Theorie und Praxis der Erwachsenen- &Weiterbildung. Die Workshops

finden im Erdgeschoss des DGB-Hauses statt.

Teilnehmerbeitrag für die Workshops:

15 Euro für Mitglieder, 19 Euro für Nichtmitglieder

Wegen begrenzter Teilnahmeplätze ist eine Anmeldung und die Überweisung

des Teilnehmerbeitrages auf folgendes Konto erforderlich:

GEW KÖLN, SEB Köln,

Konto 1320732101, BLZ 370 101 11

Anmeldungen: hib@gew-koeln.de oder in der Geschäftsstelle


Informationsveranstaltung

Selbstständigkeit

in sozialen Berufen

Mi 18. 4. 07

13 – 14 h

FH ­ Fak01/ Mainzerstraße 5

Raum 211

Die angespannte Arbeitsmarktlage

motiviert immer mehr Menschen

den Schritt in die Selbstständigkeit

zu wagen. Die Informationsveranstaltung

gibt einen Überblick

über Möglichkeiten und

Grundelemente der Selbstständigkeit

im Sektor der sozialen Arbeit,

sowie Hilfreiche Adressen.

• kostenlos

Workshop

Wissenschaftliches

Arbeiten

Sa 21. 4. 07

10 ­ 18 h

DGB Haus,

Hans ­ Böckler ­ Platz 1

Viele Studierende schreiben ungern

Hausarbeiten, da sie nicht

wissen, wie sie vorgehen sollen.

Spätestens zur Diplomarbeit muss

man sich jedoch damit auseinander

setzen. Der Workshop beinhaltet:

Zeitmanagement, Theorie

& Praxis „Hausarbeiten“, Literaturrecherche,Literaturverzeichnis,

Kriterien wissenschaftlicher

Arbeiten.

• Mitglieder 15 €

• Nichtmitglieder 19 €

HIB

Informationsveranstaltung

Diplom- und was

kommt dann?

Mi 9. 5. 07

13 – 14 h

FH ­ Fak01/ Mainzerstraße 5

Raum 211

Für alle, die noch nicht genau

wissen, was sie nach dem Diplom

machen wollen. Die Informationsveranstaltung

bietet einen

komprimierten Überblick über

alle Berufsfelder im sozialen Arbeitsfeld,Weiterbildungsmöglichkeiten,

Aufbauende Studiengänge,

Kontaktadressen.

• kostenlos

Workshop

Selbstmanagement

Sa 28. 4. 07

10­18 h

DGB Haus,

Hans ­ Böckler ­ Platz 1

In diesem Seminar erfahren die

Teilnehmer, wie sie ihr Studium

stressfreier gestalten können. Dabei

lernen sie die kleinen „Fallen“

des Alltages zu erkennen und zu

überwinden.

Neben theoretischen Inhalten

zu Arbeits­ und Lerntechniken

folgen u. A. Übungen zu den

Themen; Prioritätensetzung und

Zeitmanagement.

• Mitglieder 15 €

• Nichtmitglieder 19 €

SEITE

Veranstaltungen

Sommersemester 2007

3w

GEW

Workshop

Präsentationstraining

Sa 5. 5. 07

10­18 h

DGB Haus,

Hans ­ Böckler ­ Platz 1

Im Studium und im beruflichen

Alltag kommt es oft darauf an,

eigene Beiträge adressatengerecht

und überzeugend zu präsentieren.

Im Seminar werden praxisorientierte

Grundlagen für professionellen

Präsentationsaufbau

und ­techniken in lockerer Atmosphäre

vermittelt und durch

Video Feedback optimiert.

• Mitglieder 15 €

• Nichtmitglieder 19€

Workshop

Bewerbungstraining

für pädagogische

Berufe

Sa 12. 5. 07

10­18 h

DGB Haus,

Hans ­ Böckler ­ Platz 1

Heutzutage ist es wichtig, auf

Bewerbungsgespräche vorbereitet

zu sein. Im Workshop werden

grundlegende Kenntnisse von

schriftlichen Bewerbungen und

Vorstellungsgesprächen vermittelt

und ein eigenes Profiling erstellt.

Praxisbezogene Tipps sowie ein

Skript sind mit dabei.

• Mitglieder 15 €

• Nichtmitglieder 19 €


Einladung

Arbeitskreis

angestellte Lehrkräfte

Köln

TV-L und was nun?

Seit 1. November 2006 sind alle

Beschäftigten der Länder vom BAT

in den neuen Tarifvertrag für die

Länder TV­L übergeleitet worden.

Oder sind Sie der Meinung für Sie

gilt noch der BAT? Das kann nicht

sein, denn der TV­L ersetzt den

BAT.

Die Überleitung wurde nach dem

Grundsatz durchgeführt, dass

niemand im November weniger

verdienen sollte, als im Oktober.

In den meisten Fällen ist dies auch

gelungen. In einigen Fällen haben

Beschäftigte weniger Gehalt bekommen

als vorher.

Kommen Sie am ersten Montag im

Monat zum Arbeitskreis Angestellte

Lehrkräfte im DGB­Haus Köln,

Hans­Böckler­Platz 1.

Neue Termine:

7. Mai 2007; 4. Juni 2007 jeweils um

19.00 Uhr

Ansprechpartner:

Hans­Peter Persy,

Tel.: 0221/733294,

E­Mail: corneille@freenet.de

Gewerkschaft

Erziehung und Wissenschaft

Köln

RECHTSBERATUNG

von Christine Oberhäuser

Überleitung zum

TVöD-L jetzt

überprüfen

Kollegen/innen, die beim Land

NRW angestellt sind, wurden im

November vom BAT in den neuen

Tarif TV­L übergeleitet. Sie haben

dadurch keine finanziellen Verluste,

denn es wird das gleiche Gehalt

wie im BAT garantiert. Deshalb

ist es wichtig, die Vergütungsmitteilungen

von Oktober (bzw. der

letzten nach BAT berechneten)

und November zu prüfen und zu

vergleichen:

1. Das Brutto­Gehalt darf sich

in der Summe nicht verändert

haben.

2. Die Vergütungsmitteilung von

November weist die neue Entgeltgruppe

und Stufe aus; auch die gilt

es zu überprüfen.

Kollegen/innen, die Unterstützung

bei der Kontrolle der Überleitung

brauchen, schicken bitte

die beiden genannten Vergütungsmitteilungen

an die Geschäftsstelle.

Informationen und

Musterschreiben bei

der GEW-NW

Auf der Internetseite der Landes

­ GEW finden sich viele Informationen

zum Angestellten­ und

Beamtenrecht und zu bestimmten

Problemkreisen zusätzlich

Musterbriefe, die GEW­Mitglieder

nach Eingabe ihres Namens und

ihrer Mitgliedsnummer abrufen

können.

SEITE 4

Hier eine aktuelle Übersicht der

Bereiche, zu denen zurzeit Musterbriefe

und dazu rechtliche

Informationen vorliegen:

• Für sog. Seiteneinsteiger, die aus

Altersgründen nicht mehr in ein

Beamtenverhältnis übernommen

werden: Antrag auf Gehaltsfeststellung

und Prüfung der Anerkennung

von beruflichen Vorerfahrungen.

• Für Beamte/innen mit mehr als

2 Kindern: Widerspruch gegen

die Festlegung der Höhe des kinderbezogenen

Familienzuschlags.

• Für Beihilfeberechtigte, für die

Kostendämpfungspauschale gilt:

Widerspruch gegen den Beihilfebescheid.

• Für Beamte/innen, denen im

Dezember 2006 die Sonderzahlung

(das sog. Weihnachtsgeld)

zustand:

• Widerspruch gegen die Kürzung

der Sonderzahlung.

• Für teilzeitbeschäftigte Beamte/innen,

denen der Familienzuschlag

gekürzt wurde, weil der

Ehemann/die Ehefrau in den

TV­L übergeleitet wurde: Widerspruch

gegen die Kürzung des

kinderbezogenen Familienzuschlags.

• Für teilzeitbeschäftigte Beamte/

innen: Antrag auf Ausgleich von

abgeleisteter Mehrarbeit.

• Für Beamtinnen im Ruhestand,

denen auf Grund von Teilzeit

und/oder Beurlaubung das Ruhegeld

gekürzt wurde: Widerspruch

gegen die Festsetzung der Versorgungsbezüge.


AUSSTELLUNG

Die Kinder auf dem Schulhof nebenan

von Roland Kaufhold

Grußwort zur Ausstellungseröffnung

»Die Kinder auf dem

Schulhof nebenan«

Im Namen des Stadtverbandes

Köln der Gewerkschaft Erziehung

& Wissenschaft (GEW) möchte

ich Ihnen und Euch zu dieser

Ausstellung gratulieren.

Es erscheint uns als ein ermutigendes

Zeichen, dass mit dieser

neukonzipierten Ausstellung an

das ehemals so fruchtbare jüdische

Leben in Köln erinnert

wird. Vielleicht, so möchte man

hoffen, wird mit dieser Ausstellung

der Verlust deutlich, den wir

Deutschen uns selbst ­ in viel stärkerem

Maße natürlich noch den

wehrlosen jüdischen Menschen

Kölns ­ zugefügt haben. Es ist ein

Verlust, der niemals vergessen

werden sollte.

Zur Erinnerung: Der Name Köln

stand einmal für eine jahrhundertelange

jüdische Tradition.

In einigen Publikationen wird

Köln sogar als die älteste jüdische

Stadt im deutschsprachigen Raum

bezeichnet. Einer der Pioniere

des Zionismus, Moses Hess, gehörte

zu den Gründern der ersten

sozialistischen Tageszeitung in

Köln. Er wurde, seinem Willen

entsprechend, auf dem jüdischen

Friedhof in Deutz beerdigt. 1961

wurden seine sterblichen Überreste

in Israel bestattet.

Das jüdische Gymnasium Jawne

bildete in den 20er Jahren des

vorigen Jahrhunderts einen selbstverständlichen,

lebendigen Teil

Kölns.

Viele Jahrzehnte lang war ihre

Geschichte nahezu vergessen.

Die Mörder, so könnte man auch

sagen, hatten vollständig gesiegt.

Für diese kleine, bewegenden

Ausstellung wurden, auf die

Forschungen des Ehepaars Corbach

Bezug nehmend und sie

weiterführend, private Briefkorrespondenzen,

private Photos

sowie historische Dokumente

gesichtet und zusammengestellt.

Nun können wir diesen über 400

jüdischen Kindern wieder begegnen,

die sich in einer scheinbaren

Selbstverständlichkeit sowohl als

Juden als auch als Kölner empfanden:

Wir sehen eine Gruppe

Jugendlicher, wie sie, mit einem

Lächeln auf ihren Lippen, auf

ihren Schulhof gehen. Sie sind

glücklich, leben in einer scheinbar

friedlichen Welt. Wir werden auf

einer Ausstellungstafel über die

wichtigsten Daten informiert, mit

denen die kurze, tragische Geschichte

dieser Jugendlichen und

ihrer Lehrer skizziert wird.

Wir sehen das Schulgebäude der

Jawne, das Lehrerseminar und die

gleich nebenan gelegene jüdische

Synagoge der Adass Jeschurun.

Wir sehen Klassenphotos, fröhliche,

ausgelassene Jugendliche

während eines Ausflugs; eine Kostümgruppe

auf dem Jawne­Schulfest

an Purim ­ dem „jüdischen

Karneval“ ­ im Jahr 1935.

Auf einer weiteren Tafel begegnen

wir den jüdischen Lehrerinnen

und Lehrern, die sowohl aus dem

orthodoxen als auch aus dem liberalen

jüdischen Spektrum stammten.

Einigen von ihnen gelang

noch die Flucht, nach England, in

SEITE 5

die USA oder ins damalige Palästina.

Wir sehen die Lehrerin Hilde

Katz, im Elterngespräch vor der

Jawne, im Hintergrund Schüler.

1942 wurde Hilde Katz deportiert

und ermordet.

Das scheinbar so optimistische,

kreative Leben dieser Jugendlichen

und ihrer Lehrer wurde

durch uns Deutsche, durch die

deutschen Nationalsozialisten,

zerstört. Aus den „Kindern auf

dem Schulhof nebenan“ wurden

ausgestoßene, bedrohte, verfolgte,

gedemütigte Kinder.

Der Leiter der Jawne, Dr. Erich

Klibansky, trat sein pädagogisches

Amt im Alter von 28 Jahren an.

Er und seine Kollegen verstanden

das jüdische Schulleben nie als

Ghetto, sondern als eine selbstbewusste,

kreative, lebendige Alternative.

Dr. Klibansky erkannte

die Gefahr durch die Nationalsozialisten

rasch. Er verstärkte

den Englisch­ und Neuhebräischunterricht.

Er organisierte die

sogenannten „Schülertransporte“,

durch die das Leben von wohl

130 Schülern der Jawne gerettet

werden konnte. Allein auf sich

gestellt, ohne ihre Eltern, gingen

diese Jugendlichen nach England,

wo sie von zionistischen Organisationen

empfangen wurden.

Wir sehen Photos aus den Jahren

1939 und 1941: Nun leben diese

Jugendlichen in England, getrennt

von ihren Eltern ­ und versuchen

doch, das Beste aus der neuen,

schwierigen Lebenssituation zu

machen. Wir sehen sie anlässlich

eines Fußballspiels mit englischen

Freunden, gemeinsam vor einem

Hostel stehend.


Und wir werden an das grausame

Ende der Jawne erinnert: Im Jahr

1942 verlässt ein Deportationszug

der Reichsbahn mit 1.163 jüdischen

Menschen, darunter 315

Kinder und Jugendliche, Köln,

vom Bahnhof Deutz­Tief. Die Initiative

„Die Bahn erinnern“ hat ja

soeben vor dem Kölner Bahnhof

in sehr gelungener Weise an die

Mitverantwortung der Bahn für

diese lebensverachtenden Verbrechen

erinnert.

Und ich möchte noch ein Photo

erwähnen: Wir sehen Henry

Gruen und Walter Braun, enge

Freunde seit ihrer Kindheit, ihre

Eltern waren beide Lehrer an der

jüdischen Volksschule Lützowstraße,

sitzend, gemeinsam mit

Nachbarskindern, in der Blumenthalstraße.

Beide wurden

durch die Kindertransporte gerettet

­ befreundet geblieben sind sie

bis heute.

Walter Braun ging nach Israel,

arbeitete in Kibbuzim u.a. als

Hebräischlehrer. Wir als Gewerkschaft

Erziehung & Wissenschaft

­ so möchte ich hinzufügen ­ sind

sehr stolz darauf, dass wir auf eine

über 30jährige Zusammenarbeit

mit unseren israelischen Kollegen

von der Histadrut Hamorim

zurückzublicken vermögen.

Regelmäßig finden in Israel und

hierzulande Seminare zwischen

israelischen und deutschen LehrerInnenn

statt, mehrfach schon

waren unsere israelischen KollegInnen

zu Gastbesuchen in Köln.

Wir betrachten die kritische Solidarität

zum Staat Israel als eine

Selbstverständlichkeit.

Henry Gruen ­ sein Vater war

AUSSTELLUNG

letzter Kantor der Synagogen­

Gemeinde in Köln­Ehrenfeld

­ lebte acht Jahre lang in England,

danach 24 Jahre lang in den USA,

als Chemiker. 1971 kehrte er,

gewiss mit zutiefst ambivalentem

Gefühl, nach Deutschland zurück,

arbeitete als Chemiker beim Max­

Planck­Institut und lebt heute in

der näheren Umgebung Kölns. Ich

erachte es als einen ganz außergewöhnlichen

Vertrauensbeweis,

dass Henry Gruen für diese Ausstellung

private Photos zur Verfügung

gestellt hat. In einem langen

Interview, welches im Rahmen

dieser Ausstellung gezeigt wird,

hat er sich an seine Schulzeit in

der Jawne erinnert.

Und ich denke, wir alle dürfen

uns geehrt fühlen, dass Henry

Gruen auch an dieser Ausstellungseröffnung

maßgeblich beteiligt

ist.

2001 gehörte Henry Gruen zu

den Mitbegründern der kleinen

Jüdischen Liberalen Gemeinde

Kölns, Gesher LaMassoret. Während

dieser Gündungsversammlung

hat sich Henry Gruen in

folgender Weise an das pluralistische,

vielfältige jüdische Leben in

Köln vor der Nazizeit erinnert:

„Überhaupt herrschte in dem damaligen

jüdischen Köln ein recht

pluralistischer Geist. Man konnte

sich in allen Synagogen einfinden.

Es ist eine der tragischen Folgen

der NS­Zeit, dass dieser Geist

heute kein Echo hat. Jedoch unser

„Gesher LaMassoret“ – der Name

bedeutet „Brücke zur Tradition“

– ist eine neue Brücke zum Judentum

überhaupt. So ist ein Erleben

jüdischer religiöser Praktiken für

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den Interessenten möglich. Ein

Vertraut­werden mit den universell

gültigen Ansprüchen eines

ethischen Monotheismus hat

zu Konversionen geführt. Diese

neuen Mitglieder haben unsere

Gemeinde in allen Hinsichten

gestärkt.“

Meine sehr verehrten Damen und

Herren, ich wünsche Ihnen und

Euch, dass diese von Frau Dr.

Cordula Lissner und Frau Britta

Q. gestaltete Ausstellung viele Besucher

­ insbesondere auch Schüler

­ finden wird. Sie spricht uns

mit ihren liebevoll ausgewählten

und gestalteten Photos unmittelbar

und persönlich an.

Supervision

für LehrerInnen

Supervision ist eine Form von

Beratung, in der ein Supervisor

hilft, berufliche Problemlagen zu

reflektieren und Lösungen zu finden.

Die Supervisionsgruppe der

GEW stellt ein solches Beratungsangebot

mit 5 Terminen bereit.

1. Treffen:

Do, 19. April 2007,

18 bis 20 Uhr

Kölner DGB­Haus

Leitung: Frank Schneider

Kosten:

GEW-Mitglieder 40 Euro;

Nicht-Mitglieder 70 Euro

Bitte melden Sie sich in der GEW

Geschäftsstelle an:

0221/516267,

gew­koeln@netcologne.de.


Bewerbungstraining

für Referendarinnen

und Referendare

Überlassen Sie Ihr Bewerbungsgespräch

im schulscharfen Einstellungsverfahren

nicht dem Zufall! Nutzen Sie die Chance

und stellen Sie sich dieser Herausforderung

mit einer gezielten Vorbereitung

auf die "mündliche Vorstellungsrunde".

Schwerpunkte:

inhaltliche und persönliche Vorbereitung

Ablauf des Vorstellungsgesprächs

selbstbewusstes Auftreten ­ Einsatz von

Stimme und Körpersprache

Abbau von Nervosität und Sprechangst

eigene Stärken erkennen und nutzen

Präsentation eines klaren, strukturierten

Vortrags

Referentin:

Gabriele Debye-Göckler

Kommunikationstrainerin

Samstag, 8. September 2007

von 9.30 Uhr bis 18.00 Uhr

im Kölner DGB­Haus,

Hans­Böckler­Platz 1

Teilnehmerbeitrag:

GEW­Mitglieder 15 Euro;

Nicht­Mitglieder 30 Euro

Wegen begrenzter Teilnahmeplätze ist eine vorherige

Anmeldung in der Kölner Geschäftsstelle

erforderlich und die Überweisung des Teilnahmebeitrags

auf das nachfolgende Konto:

GEW Stadtverband Köln, SEB AG, BLZ 370 101

11, Kontonummer 1320732101

AKTIVE RUHESTÄNDLER

Einladung 1

Führung durch die Ausstellung

Picasso – Malen gegen die Zeit

Mittwoch, 18. April 2007,

Treffpunkt: 13.45 Uhr im K 20, Düsseldorf, Grabbeplatz 5

Eintritt: 8 Euro pro Person

Einladung 2

Kirchenbesichtigung mit Markus Eckstein.

Dieses Mal gehen wir in eine moderne Kirche,

St. Engelbert in Köln-Riehl

Zumindest 1931, als nach den Plänen von Dominikus Böhm die

„Zitronenpresse“ gebaut werden sollte, tat sich das Generalvikariat

schwer mit der Baugenehmigung und bat „ zu prüfen, ob es

möglich ist, durch Milderung des Neuartigen dem Bauwerk das

Befremdliche zu nehmen.“

Dienstag, 12. Juni 2007, 15.00 Uhr

St. Engelbert, Garthestr. 15 / Riehler Gürtel

Kosten: 6 Euro

H

Eine verbindliche Anmeldung ist unbedingt erforderlich; ebenso

die telefonische Abmeldung,

GEW Geschäftsstelle, Tel.: 0221­516267

gew­koeln@netcologne.de

SEITE 7

B

Vorankündigung

Sie sind wieder da, aus Italien, Frankreich, England und

Deutschland. Sie sollen, wollen oder müssen sich um die

EU kümmern. Wieder im Spielplan:

Europa für Anfänger mit Türke

von Erik Gedeon

Das amüsanteste Theater, das das Schauspielhaus seit langem

zu bieten hat. Wahrscheinliche Termine:

Mittwoch, 2.5.2007 oder Freitag, 4.5.2007

Da der Spielplan erst Anfang April feststeht und Karten dann erst

zu bekommen sind, ist diese Vorankündigung ungenau.

Wer an Karten interessiert ist, möge sich doch sofort

bei mir melden. Helga Löbbert

Tel.: 0221/7123869

E–Mail : klein­loebbert@netcologne.de


Das Kölner Bündnis für Arbeit

hat in seiner konstituierenden

Sitzung beschlossen, einen Kölner

Ausbildungsbericht zu erstellen.

Die beim Amt für Wirtschaftsförderung

der Stadt Köln angesiedelte

Geschäftsstelle des Bündnisses

für Arbeit hat das Amt für

Stadtentwicklung und Statistik,

Abteilung Statistik und Informationsmanagement

mit der inhaltlichen

Federführung beauftragt.

Eine Arbeitsgruppe aus den am

Bündnis beteiligten und operativ

am Ausbildungsmarkt tätigen

Institutionen hat die Arbeiten

fachlich und durch Bereitstellung

von Daten unterstützt. Die Arbeiten

an dem Bericht waren gekennzeichnet

durch das kooperative

Zusammenwirken der beteiligten

Institutionen.

Ziel war es, einen Ausbildungsbericht

2006 mit einer „Bilanzierung“

der Situation auf dem

Ausbildungsmarkt zum Stand

Ende 2005 zu entwickeln. Der

Ausbildungsbericht 2006 ist als

erste Ausbaustufe eines Monitorings

mit jährlicher Berichtlegung

ab 2007 angelegt. Er soll darüber

hinaus den handelnden Akteuren

auch als Grundlage für eine Optimierung

des Übergangssystems

und der Ausbildungsstrukturen

sowie als Grundlage für eine gemeinsame

Steuerung dienen. Eine

wesentliche Aufgabe des ersten

Kölner Ausbildungsberichts 2006

besteht darin, die vorhandenen

Daten in einer bisher nicht vorliegenden

Synopse darzustellen.

[… ]

Zusammenfassung und Ausblick

Fachkräftebedarf und soziodemographische

Entwicklung

Der Fachkräftebedarf wird nach

den Ergebnissen einer Studie des

Instituts für Arbeitsmarkt­ und

RECHT AUF AUSBILDUNG

Kölner Ausbildungsbericht 2006

Berufsforschung (IAB) aus dem

Jahr 2005 im Westen Deutschlands

mittel­ und langfristig zunehmen.

Diese Entwicklung wird

durch Teile des Dienstleistungssektors

vorangetrieben und lässt

sich bereits heute beobachten.

Nach der Einwohnerprognose des

Amtes für Stadtentwicklung und

Statistik aus dem Jahr 2003 ist bis

2015 von Einwohnerzuwächsen

und bis 2025 im Vergleich zu heute

von einer stabilen Einwohnerentwicklung

auszugehen. Obwohl

Köln aufgrund der Zuwanderung

junger Menschen zu Ausbildungs­

und Studienzwecken weiterhin

eine überdurchschnittlich junge

Bevölkerung haben wird, sinkt

insgesamt die Zahl der Personen

im erwerbsfähigen Alter. Um in

dieser Situation der wachsenden

Nachfrage nach Fachkräften

begegnen zu können, müssen

auch diejenigen Jugendlichen

und jungen Erwachsenen für den

Arbeitsmarkt vorbereitet werden,

die bisher keinen oder nur unzureichenden

Zugang hatten. Die

OECD­Studie „Bildung auf einen

Blick 2005“ stellt für Deutschland

einen deutlichen Zusammenhang

zwischen dem erreichten Berufsabschluss

der Jugendlichen und

der sozialen Stellung ihrer Herkunftsfamilien

fest. Angesichts

andauernder, hoher Arbeitslosigkeit

mit der Folge sozialer Probleme

in den betroffenen Familien

weisen viele Jugendliche Orientierungs­

und Qualifikationsdefizite

auf. Von der Problematik

sind überdurchschnittlich häufig

Jugendliche mit Migrationshintergrund

betroffen, von denen

viele auch auf Grund sprachlicher

Probleme nur mit Schwierigkeiten

auf dem Ausbildungsmarkt Fuß

fassen können. Jugendliche aus

sozial schwierigen Verhältnissen

SEITE 8

bzw. in sozial benachteiligten

Stadtvierteln sind Zielgruppe für

Beratung und Förderung. Diese

muss noch stärker als bisher im

Vorschul­ bzw. Grundschulalter

einsetzen und besonders für die

bildungsfernen Bevölkerungsschichten

erreichbar werden.

Allgemein bildende Schulen

Ziel einer auf Gleichberechtigung

aber auch auf Nutzung des künftigen

Arbeitskräftepotentials

ausgerichteten Bildungspolitik

muss es sein, „den Einfluss des

sozio­ökonomischen Hintergrundes

auf die Lernergebnisse

deutlich (zu) verringern.“ (BMBF,

OECD­Veröffentlichung „Bildung

auf einen Blick“ Wesentliche

Aussagen in der Ausgabe 2005,

S. 28) Dabei erfordert die hohe

Zahl von Jugendlichen aus sozial

schwachen Familien zusätzliche

Anstrengungen, um sicherzustellen,

dass die allgemeine Ausbildungsreife

bei nahezu allen Schulabgängern

gewährleistet ist. Dies

muss bereits bei Spracherwerb

und sozialer Integration im Elementarbereich

einsetzen und sich

bei der allgemeinen schulischen

Bildung fortsetzen. Daher stehen

für den Sommer 2007 über 17.000

Plätze in der Ganztagsbetreuung

für Grundschüler zur Verfügung.

Dabei ist zu vermuten, dass die

Investition in Förderung und

Bildung umso effizienter ist, je

früher sie einsetzt. Hierbei ist mit

Blick auf die Infrastruktur­ und

Personalausstattung in anderen

europäischen Ländern, die ebenfalls

erhebliche Integrationslasten

zu tragen haben, zu fragen, ob die

Ausstattung in den Grundschulen

derzeit ausreicht.

Zurzeit spiegelt sich die Situation

in der Verteilung der Jugendlichen

aus verschiedenen Bevöl­


kerungsgruppen auf die formalen

Bildungsabschlüsse wider: Hier

sind deutliche Unterschiede

zwischen deutschen und ausländischen

Jugendlichen festzustellen.

Ebenfalls signifikant ist das

höhere Bildungsniveau bei den

weiblichen Schulabgängern.

Die Berufskollegs

Viele Jugendliche bewerben sich

erfolglos um einen Ausbildungsplatz.

Zunehmend nutzen daher

Jugendliche mit Vermittlungshemmnissen

– aber auch Jugendliche,

die trotz eines mittleren

oder höheren Schulabschlusses

keinen Ausbildungsplatz gefunden

haben – nach Abschluss der

allgemein bildenden Schulen das

Übergangssystem der Berufskollegs

zur weiteren Qualifizierung

für den Ausbildungs­ und Arbeitsmarkt.

Ein Drittel der Neuzugänge

2005 der Berufskollegs fällt

in diesen Bereich. Dieser Trend

findet sich auch in den steigenden

Schülerzahlen der vollzeitschulischen

Bildungsgänge wieder.

Auch die Schulabgängerbefragung

2006 zeigt diese Tendenz.

So nannten 2006 noch etwa ein

Drittel der Schulabgänger der

Sekundarstufe I als Ziel, unmittelbar

eine duale Berufsausbildung

beginnen zu wollen, während dies

2004 noch 39 Prozent waren. Bei

den Berufskollegs wird dem Bedarf

nach individueller Förderung

und der beruflichen Qualifizierung

von Jugendlichen mit besonderem

Förderbedarf neben den

allgemeinen Angeboten durch

verschiedene spezielle Angebote

entsprochen. Auch diese Bildungsangebote

der beruflichen

Vorbereitung (BQF), der internationalen

Förderklassen (IF) sowie

der Kooperation Betrieb – Schule

(KBS) beziehen sich auf die Ar­

RECHT AUF AUSBILDUNG

beitswelt und die betrieblichen

Anforderungen. Angebote von

Berufskollegs sind grundsätzlich

eher reaktiv angelegt und in neue

Ausbildungsangebote und ­ konzepte

integrierbar. Bildungsangebote

im Übergangssystem sollten

immer darauf ausgerichtet sein,

die Chancen der Jugendlichen auf

dem Ausbildungs­ und Arbeitsmarkt

nachhaltig durch eine berufliche

Grundbildung zu verbessern,

wobei sich diese Grundbildung

an den vorhandenen dualen

Ausbildungsberufen orientieren

und bei einer anschließenden

Ausbildung auch zeitlich berücksichtigt

werden sollte.

Übergangsmanagement

Schule Beruf

Den Jugendlichen stehen am

Ende des allgemeinbildenden

Schulsystems Übergänge in die

duale Ausbildung, eine schulische

Aus­ oder Grundbildung, eine

weiterführende Schulbildung, eine

SEITE 9

Berufsvorbereitung oder auch Arbeit

offen. Während es dem großen

Teil der Jugendlichen gelingt,

sich im System zurecht zu finden,

gilt es gerade für die schwächeren

und benachteiligten Jugendlichen

die Notwendigkeit, eine zwischen

den beteiligten Partnern – vor

allem Schule, Wirtschaft und

Agentur für Arbeit – abgestimmte

und gemeinsam verantwortete

Schnittstelle zu schaffen. So soll

verhindert werden, dass Gruppen

von Jugendlichen aus dem Qualifizierungsprozess

heraus fallen.

Bereits frühzeitig im Verlauf der

allgemeinbildenden Schule müssen

die Lehrer die Jugendlichen

mit Förderbedarf identifizieren,

um dann gemeinsam mit den

Jugendlichen, deren Erziehungsberechtigten

und den Partnern

im Übergangsmanagement den

individuellen Förderbedarf zu

ermitteln und darauf ausgerichtete

Förderinstrumente einzusetzen.

Gleichzeitig müssen einheitliche


Qualitätsstandards bei den geförderten

Angeboten entwickelt werden.

Das bereits bestehende Regionale

Übergangsmanagement

muss dahingehend weiterentwickelt

und gestärkt werden. Nicht

zuletzt ist hierfür eine gemeinsame

Datenbasis zu schaffen, die

Handlungsnotwendigkeiten frühzeitig

erkennen lässt und zu einer

gemeinsamen Lotsenfunktion

der an Beratung, Qualifizierung

und Vermittlung beteiligten Institutionen

führt. Es wird Aufgabe

des zweiten Ausbildungsberichtes

sein, das Qualifikations­ und

Beratungsangebot in Hinsicht auf

Quantität und Wirksamkeit näher

zu untersuchen.

Duale Ausbildung

Die Zahl der in Köln angebotenen

Ausbildungsplätze ist seit 2000

um zwölf Prozent gesunken.

Ähnliches gilt für die Zahl der

neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge.

Im Gegensatz zu

diesem Abwärtstrend ist die Zahl

der Abgänger von den allgemein

bildenden Schulen seit 2000 um

zehn Prozent gestiegen. Trotzdem

erscheint der Lehrstellenmarkt in

Bezug auf Lehrstellenangebot und

die Zahl der von der Arbeitsagentur

als ausbildungsreif erachteten

Bewerber als ausgeglichen. Zum

Ende des Berichtsjahres der Arbeitsagentur

(30.09.2005) waren

noch 184 Ausbildungsstellen nicht

besetzt und 131 Jugendliche noch

nicht vermittelt. Allerdings haben

zu diesem Ausgleich nicht nur

duale Ausbildungsstellen, sondern

auch die verstärkte Inanspruchnahme

der Berufskollegs und die

Förderung in Qualifizierungsmaßnahmen

beigetragen.

Die duale Ausbildung ist allerdings

nach wie vor die wichtigste

Form der beruflichen Bildung mit

RECHT AUF AUSBILDUNG

der höchsten Marktakzeptanz, die

die besten Berufschancen eröffnet

und an der sich die anderen

beruflichen Bildungsmaßnahmen

orientieren. Quantitativ gesehen

nimmt ihr Anteil an einer immer

komplexeren Berufsbildungslandschaft

aber trotz einer Vielzahl

von durchaus erfolgreichen, ausbildungsfördernden

Programmen

wie z.B. dem Sonderprogramm

zur Einstiegsqualifizierung Jugendlicher

(EQJ) oder dem Werkstattjahr

sowie groß angelegter

Nachvermittlungsaktionen ab.

Die duale Berufsausbildung stößt

offensichtlich – bedingt durch

strukturelle Umwälzungen im

Berufsgefüge, aber auch aufgrund

von Umstrukturierungen und infolge

der Globalisierung – offenbar

an Grenzen. Auf Grund des

Wachsens des tertiären Sektors

ist der Focus verstärkt auf für den

Dienstleistungssektor passende

Ausbildungsberufe zu richten.

Hinzukommen muss nicht allein

die Förderung des dualen Systems,

sondern auch der Rahmenbedingungen

für die ausbildenden

Unternehmen. Denn es zeigt

sich auch eine enge Beziehung

zwischen dualer Ausbildung und

konjunktureller Entwicklung: Ist

die Beschäftigungslage schlecht,

wird auch weniger ausgebildet.

Das hat zur Folge, dass auch

ausbildungsfähige Jugendliche

in Warteschleifen rutschen können,

wenn ihre Qualifizierung

schlechter ist als die ihrer Mitbewerber.

Auch aus diesem Grunde

sind Ausbildungsmöglichkeiten

erforderlich, die über die „Versorgung“

der Jugendlichen ohne

Ausbildungsstelle hinausgehen.

Dabei ist zu beachten, dass ergänzende

Ausbildungsangebote

wegen der schlechteren Marktakzeptanz

nur nachrangige An­

SEITE 0

gebote für Versorgungsnotlagen

sind. Gleichzeitig muss das duale

Ausbildungs­ system durch geeignete

Maßnahmen konjunkturunabhängiger

gestaltet werden.

Gegenwärtig werden dazu

unterschiedliche Überlegungen

diskutiert, zu denen eine aktive

Wirtschaftsförderung, die auf

eine Zunahme der sozialversicherungspflichtigen

Beschäftigung

setzt, ebenso gehört wie Maßnahmen

der Öffentlichen Hand, wie

die zeitweilige Intensivierung der

vollzeitschulischen Ausbildung,

das Sonderprogramm 2006 der

Landesregierung oder aber ein

Ausbildungsfonds, wie er beispielsweise

in der Bauindustrie

schon seit Jahren besteht. All dies

sind mögliche Wege, die im Rahmen

des Kölner Bündnisses für

Arbeit auf ihre Anwendbarkeit für

Köln bewertet werden müssen.

Viele neue Berufsbilder setzen ­

auch im tertiären Sektor ­ höhere

allgemeine und fachliche Qualifikationen

voraus, wie sich bereits

heute an dem deutlich höheren

Abiturientenanteil an den Auszubildenden

zeigt. Anstelle des

Nebeneinanders von Berufsausbildung

und akademischer Ausbildung

entstehen neue Ansätze

der Zusatzqualifikation und der

dualen Studiengänge – mit dem

Ziel der größeren Durchlässigkeit

zwischen beruflicher und akademischer

Ausbildung. Allerdings

verstärkt die Entwicklung der

Qualifikationsanforderungen den

Druck auf alle Schulabgänger und

Bewerber.

Qualifikations- und Beratungsangebote

Auf der Basis ihrer jeweils unterschiedlichen

gesetzlichen Aufträge

beraten Arbeitsagentur, ARGE

und die Stadt Köln Jugendliche,


die auf Grund mangelnder beruflicher

Orientierung und wegen

Qualifikationsdefiziten noch

keinen Zugang zum Ausbildungsmarkt

gefunden haben. Neben

der Vermittlung der Jugendlichen

in Ausbildung oder in andere

Qualifikationsmöglichkeiten

der Berufskollegs bieten Arbeitsagentur

und ARGE weitere

Qualifikationsmaßnahmen, z.B.

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen

(BvB) an, mit denen

die Agentur freie Bildungsträger

beauftragt. Es wird – im Wesentlichen

von der Stadt – auch

in solchen Fällen soziale Arbeit

geleistet, in denen die Jugendliche

drohen, aus dem Regelsystem heraus

zu fallen oder es bereits sind.

Dabei liegt der Schwerpunkt auf

der Prävention.

Einen präventiven Ansatz verfolgt

die Agentur für Arbeit mit ihren

regelmäßigen und mit den Schulen

abgestimmten Berufsorientierungsveranstaltungen

für Schüler

und deren Erziehungsberechtigte

in den allgemeinbildenden Schulen

und Berufskollegs sowie

im Berufsinformationszentrum

– BIZ. In jährlich über 900 solcher

Veranstaltungen werden die Teilnehmer

über Fragen zur Berufswahl,

einzelne Berufe, ihre Anforderungen

und Aussichten, über

Wege und Fördermöglichkeiten

der beruflichen Bildung aber auch

über bedeutsame Entwicklungen

auf dem Arbeitsmarkt informiert.

Ausbildungsvorbereitende oder

­begleitende Maßnahmen bleiben

unverzichtbar, wenn man nicht

einen Großteil der betroffenen

Jugendlichen für den ersten Arbeitsmarkt

verlieren und ihre

gesellschaftliche Ausgrenzung mit

hohen Folgekosten in Kauf nehmen

will.

RECHT AUF AUSBILDUNG

Wandertag

nach Düsseldorf

Montag, 23. April 2007, 10 Uhr bis 13 Uhr

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nur die Hälfte der Bewerberinnen und Bewerber konnte im Ausbildungsjahr

2006 in eine Lehrstelle vermittelt werden. Das ist ein Ergebnis der jüngsten

Studie des Instituts für Arbeitsmarkt­ und Berufsforschung (IAB) der Agentur

für Arbeit. Kein Wunder, denn inzwischen liegt der Anteil ausbildender

Betriebe bei nur 23 %. Das läßt uns als Pädagoginnen und Pädagogen wahrlich

nicht kalt, zumal wir uns darüber ärgern müssen, dass die Situation

Jahr für Jahr schön gerechnet wird. „Ausbildung ist der Schlüssel in ein

eigenständiges Leben“ und deshalb dürfe Bildung auch nie in eine Sackgasse

führen. Diesen Anspruch hat der nordrhein­westfälische Arbeitsminister

Karl­Josef Laumann in einer Neujahrsansprache bekräftigt.

Wir wollen ihn beim Wort nehmen und laden Sie mit Ihren Jugendlichen

aus den Klassen 9 und 10, vornehmlich aus den Schulformen, in denen der

Verdrängungswettbewerb auf dem Lehrstellenmarkt katastrophale Auswirkungen

hat, aber auch mit den Klassen aus Berufskollegs, die als Warteschleife

bis zur nächsten Bewerbung dienen, zum Wandertag nach Düsseldorf

ein. Im und am Apollo­Theater wird es interessante Informations­ und

Diskussionsangebote geben. Der anschließende Besuch des Arbeitsministeriums,

ggf. auch eine Diskussion mit Herrn Minister Laumann, unterstreicht

den Anspruch auf Ausbildung und ist für die Jugendlichen zugleich wohl

auch eine wichtige Demokratieerfahrung.

Zur Vorbereitung des Wandertages können Sie auf Informationen auf den

Homepages von DGB­Jugend und GEW zurückgreifen (Hinweise siehe

unten). Für den Nachmittag empfehlen wir, mit Ihrer/m örtlichen Landtagsabgeordneten

einen Besuch des Landtags ggf. verbunden mit einer Diskussion

zum Thema abzusprechen. Und natürlich gibt es in Düsseldorf zahlreiche

Möglichkeiten für ein Rahmenprogramm.

Mit besten kollegialen Grüßen

Norbert Müller

stellv. Landesvorsitzender GEW NRW

Wir bieten Informationen zu folgenden Aspekten:

• Grundrecht auf Ausbildung (Forderungen des DGB)

• Ausbildungspakte im politischen Widerstreit

• Die Realität: Lehrstellensituation in NRW

• Vollzeitschulische Ausbildungsgänge an Berufskollegs

• Welche Ausbildungsberufe gibt es?

Gewerkschaftliche Beratungsangebote vor Ort

• Bewerbungscheck der DGB­Jugend

• Online­Beratung der DGB­Jugend www.doktor­azubi.de

Im Internet: www.gew­nrw.de und www.dgb­jugend­nrw.de

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G 10629 F Postvertriebsstück DPAG Entgelt bezahlt

Nr. 2 GEW forum Hans-Böckler-Platz 1

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