1. Beratung - St. Gregor Jugendhilfe

st.gregor.de

1. Beratung - St. Gregor Jugendhilfe

Jahresbericht

der St. Gregor-Jugendhilfe zur

Jugendsozialarbeit an Schulen

im Landkreis Dillingen

Schuljahr 2008/2009

Bild: www.pixelio.de


Inhalt

Koordination und Leitung ............................................................................................................12

1. Rahmenstruktur ...................................................................................................................12

2. Koordination und Leitung .....................................................................................................12

3. Qualitätssicherung und Personalentwicklung.......................................................................13

Josef-Anton-Schneller-Hauptschule Dillingen...........................................................................14

1. Beratung ..............................................................................................................................14

1.1. Beratung für SchülerInnen....................................................................................................14

1.2. Kooperation mit Lehrkräften/Kollegiale Beratung .................................................................14

1.3. Beratung für Eltern ...............................................................................................................15

2. Einzelfallhilfe........................................................................................................................15

3. Offene Angebote..................................................................................................................15

3.1. Pausenangebot ....................................................................................................................15

3.2. Schulcafé..............................................................................................................................16

3.3. Elternfrühstück......................................................................................................................16

4. Projektarbeit.........................................................................................................................16

4.1. Tutorenarbeit ........................................................................................................................16

4.2. Mitmachen – Aktiv werden – Durchstarten (MAD)................................................................17

4.3. PIT-Programm......................................................................................................................17

5. Gespräche mit der Schulleitung...........................................................................................17

6. Gremienarbeit ......................................................................................................................18

6.1. Zusammenarbeit mit der SMV..............................................................................................18

6.2. Der Elternbeirat ....................................................................................................................18

6.3. Der Fachbeirat......................................................................................................................18

6.4. AK Jugendarbeit ...................................................................................................................18

7. Gemeinwesenarbeit .............................................................................................................18

7.1. Zusammenarbeit mit der Akademie 50+...............................................................................18

7.2. Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring ...........................................................................18

7.3. Kooperation mit anderen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe...................................19

8. Statistik ................................................................................................................................19

8.1. Problemlagen .......................................................................................................................19

8.2. Arbeitsaufteilung...................................................................................................................20

Angelina-Egger-Volksschule (GS I).............................................................................................21

1. Beratung ..............................................................................................................................21

1.1. Beratung für SchülerInnen....................................................................................................21

1.2. Beratung für Eltern ...............................................................................................................21

1.3. Beratung für LehrerInnen......................................................................................................22

2. Krisenintervention ................................................................................................................22

3. Einzelfallhilfe........................................................................................................................22


4. Offene Angebote ..................................................................................................................22

4.1. Vorstellung im Rahmen von Elternabenden..........................................................................22

4.2. Vorstellungsrunden in den ersten Klassen............................................................................23

4.3. Pausenangebot.....................................................................................................................23

5. Sozialpädagogische Gruppenarbeit .....................................................................................23

5.1. Soziale Gruppenarbeit nach dem KJHG §29 ........................................................................23

5.2. Arbeit in Klassenverbänden ..................................................................................................23

6. Gremienarbeit.......................................................................................................................23

6.1. Der Fachbeirat ......................................................................................................................23

6.2. Der Elternbeirat.....................................................................................................................24

6.3. Abstimmung mit der Schulleitung..........................................................................................24

6.4. Arbeitskreis Jugendhilfe „Kinder- und Jugendpsychiatrie“ ....................................................24

7. Gemeinwesenarbeit .............................................................................................................24

7.1. Jahrestagung Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) .............................................................24

1. Statistik.................................................................................................................................25

1.1. Problemlagen........................................................................................................................25

1.2. Arbeitsaufteilung ...................................................................................................................25

Josef-Anton-Laucher-Volksschule (GS II)...................................................................................26

1. Beratung...............................................................................................................................26

1.1. Beratung für SchülerInnen ....................................................................................................26

1.2. Beratung für Eltern................................................................................................................26

1.3. Beratung für LehrerInnen......................................................................................................27

2. Krisenintervention.................................................................................................................27

3. Einzelfallhilfe ........................................................................................................................27

4. Offene Angebote ..................................................................................................................28

4.1. Vorstellung im Rahmen von Elternabenden..........................................................................28

4.2. Vorstellungsrunden in den Klassen.......................................................................................28

4.3. Pausenangebot.....................................................................................................................28

4.4. Büchertisch ...........................................................................................................................28

5. Sozialpädagogische Gruppenarbeit .....................................................................................28

5.1. Soziale Gruppenarbeit nach dem KJHG §29 ........................................................................28

5.2. Arbeit in Klassenverbänden mit bestimmten Themen...........................................................28

6. Gremienarbeit.......................................................................................................................29

6.1. Der Fachbeirat ......................................................................................................................29

6.2. Der Elternbeirat.....................................................................................................................29

6.3. Abstimmung mit der Schulleitung..........................................................................................29

6.4. Arbeitskreis Sozialarbeit an der Schule.................................................................................29

6.5. Arbeitskreis Jugendhilfe „Kinder- und Jugendpsychiatrie“ ....................................................29

7. Gemeinwesenarbeit .............................................................................................................29

7.1. Jahrestagung Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) .............................................................30


8. Statistik ................................................................................................................................30

8.1. Problemlagen .......................................................................................................................30

8.2. Arbeitsaufteilung...................................................................................................................31

Theresia-Haselmayr-Schule Dillingen Privates Sonderpädagogisches Förderzentrum.........32

1. Beratung ..............................................................................................................................32

1.1. Beratung für SchülerInnen....................................................................................................32

1.2. Kooperation mit Lehrekräften/Kollegiale Beratung ...............................................................32

1.3. Beratung für Eltern ...............................................................................................................33

2. Krisenintervention ................................................................................................................33

3. Einzelfallhilfe........................................................................................................................33

4. Sozialpädagogische Gruppenarbeit .....................................................................................33

4.1. Themenbezogene Kleingruppenarbeit..................................................................................33

4.2. Soziale Gruppenarbeit nach §29 KJHG................................................................................34

4.3. Arbeit in Klassenverbänden..................................................................................................34

5. Offene Angebote..................................................................................................................34

5.1. Elternfrühstück......................................................................................................................34

6. Projektarbeit.........................................................................................................................35

6.1. Klassenprojekt „Clip“ Niedrigseilgarten.................................................................................35

6.2. Musik und Tanz in integrativer Arbeit ...................................................................................35

7.4. Pausenhelfer............................................................................................................................35

7. Gremienarbeit ......................................................................................................................36

7.1. Aufbau eines Schülerrates....................................................................................................36

7.2. Der Fachbeirat......................................................................................................................36

7.3. Gespräche mit der Schulleitung............................................................................................36

8. Statistik ................................................................................................................................37

8.1. Problemlagen .......................................................................................................................37

8.2. Arbeitsaufteilung...................................................................................................................37

Grundschule in Wertingen ...........................................................................................................38

1. Beratung ..............................................................................................................................38

1.1. Beratung für SchülerInnen....................................................................................................38

1.2. Beratung für Eltern ...............................................................................................................38

1.3. Beratung für LehrerInnen......................................................................................................38

2. Krisenintervention ................................................................................................................38

3. Einzelfallhilfe........................................................................................................................39

4. Sozialpädagogische Gruppenarbeit .....................................................................................39

4.1. Soziale Gruppenarbeit..........................................................................................................39

4.2. Arbeit in Klassenverbänden..................................................................................................39

5. Offene Angebote..................................................................................................................40

6. Gremienarbeit ......................................................................................................................40

6.1. Der Fachbeirat......................................................................................................................40


6.2. Der Elternbeirat.....................................................................................................................40

6.3. Lehrerfortbildung...................................................................................................................40

6.4. Schulleitergepräche ..............................................................................................................40

7. Statistik.................................................................................................................................41

7.1. Problemlagen........................................................................................................................41

7.2. Arbeitsaufteilung ...................................................................................................................41

Staatliche Realschule Wertingen.................................................................................................42

1. Beratung...............................................................................................................................42

1.1. Beratung für SchülerInnen ....................................................................................................42

1.2. Beratung für Eltern................................................................................................................43

1.3. Beratung für LehrerInnen......................................................................................................43

2. Krisenintervention.................................................................................................................43

3. Einzelfallhilfe ........................................................................................................................43

4. Projektarbeit .........................................................................................................................43

4.1. Das Tutorenprojekt ...............................................................................................................43

4.2. Begleitung von Schulübergängen .........................................................................................44

4.3. Lernen lernen........................................................................................................................44

4.4. Vorstellung der Jugendsozialarbeit bei Referendaren/Fortbildungen....................................44

5. Sozialpädagogische Gruppenarbeit .....................................................................................45

5.1. Arbeit in Klassenverbänden ..................................................................................................45

5.2. Themenorientierte Gruppenarbeit „Prüfungen und Klassenarbeiten – das schaff’ ich schon“45

6. Gremienarbeit.......................................................................................................................45

6.1. Der Fachbeirat ......................................................................................................................45

6.2. Zusammenarbeit mit Eltern...................................................................................................45

6.3. Seniorenakademie ................................................................................................................46

6.4. Öffentlichkeitsarbeit ..............................................................................................................46

7. Abstimmung mit der Schulleitung .........................................................................................46

8. Gemeinwesenarbeit .............................................................................................................46

9. Statistik.................................................................................................................................47

9.1. Problemlagen........................................................................................................................47

9.2. Arbeitsaufteilung ...................................................................................................................47

Hauptschule Wertingen ................................................................................................................48

1. Beratung...............................................................................................................................48

1.1. Beratung für SchülerInnen ....................................................................................................48

1.2. Beratung für Eltern................................................................................................................49

1.3. Kooperation mit Lehrkräften / Kollegiale Beratung................................................................49

2. Krisenintervention.................................................................................................................49

3. Einzelfallhilfe ........................................................................................................................49

4. Offene Angebote ..................................................................................................................50

4.1. Das Schülercafé....................................................................................................................50


4.2. Vorstellung Jugendsozialarbeit/Ansprechpartner in den Pausen..........................................50

4.3. Begleitung von Schulübergängen.........................................................................................50

5. Projekte................................................................................................................................50

5.1. Tutorenarbeit ........................................................................................................................50

5.2. Hausaufgabenbetreuung ......................................................................................................51

5.3. MAD (Mitmachen, Aktiv werden, Durchstarten)....................................................................51

6. Sozialpädagogische Gruppenarbeit .....................................................................................52

6.1. Arbeit in Klassenverbänden..................................................................................................52

6.2. Themenorientierte Kleingruppenarbeit..................................................................................52

7. Abstimmung mit der Schulleitung.........................................................................................52

8. Gremienarbeit ......................................................................................................................52

8.1. Zusammenarbeit mit der SMV..............................................................................................52

8.2. Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat / Zusammenarbeit mit Eltern....................................52

8.3. Fachbeirat.............................................................................................................................53

8.4. Öffentlichkeitsarbeit ..............................................................................................................53

9. Gemeinwesenarbeit .............................................................................................................53

9.1. Zusammenarbeit mit der Seniorenakademie........................................................................53

10. Statistik ................................................................................................................................54

10.1. Problemlagen .......................................................................................................................54

10.2. Arbeitsaufteilung...................................................................................................................54

Staatliche Berufsschule in Lauingen ..........................................................................................55

1. Beratung ..............................................................................................................................55

1.1. Beratung für SchülerInnen....................................................................................................55

1.2. Beratung für Eltern ...............................................................................................................55

1.3. Kooperation mit Lehrkräften .................................................................................................56

2. Krisenintervention ................................................................................................................56

3. Einzelfallhilfe........................................................................................................................56

4. Sozialpädagogische Gruppenarbeit .....................................................................................56

4.1. Klasse NB 10a – Bereich Nahrung .......................................................................................56

4.2. Klasse NB 10b – Bereich Nahrung .......................................................................................56

4.3. Klassen M10b und M10c – Bereich Metall............................................................................57

4.4. Klasse MMB 11b – Bereich Metall........................................................................................57

5. Offene Angebote..................................................................................................................57

6. Informations- und Beratungstag für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz ....................................57

7. Gremienarbeit ......................................................................................................................57

7.1. Fachbeirat.............................................................................................................................57

7.2. AK Berufsschulsozialarbeit in Bayern...................................................................................57

8. Statistik ................................................................................................................................58

8.1. Problemlagen .......................................................................................................................58

8.2. Arbeitsaufteilung...................................................................................................................58


Hyazinth Wäckerle Volksschule...................................................................................................59

1. Beratung...............................................................................................................................59

1.1. Beratungszeiten für SchülerInnen.........................................................................................59

1.2. Beratung für Eltern................................................................................................................60

1.3. Kollegiale Beratung/Kooperation mit Lehrkräften..................................................................60

2. Krisenintervention.................................................................................................................60

3. Einzelfallhilfe ........................................................................................................................60

4. Offene Angebote ..................................................................................................................61

5. Projektarbeit .........................................................................................................................61

5.1. Breake-dance Workshop.......................................................................................................61

5.2. Drechselkurs.........................................................................................................................61

5.3. Hilfen für den Übergang von der Schule in den Beruf Seniorenakademie Bliensbach,........61

5.4. Gewaltprävention PIT (Prävention im Team) ........................................................................62

5.5. Streitschlichterarbeit .............................................................................................................62

5.6. TutorInnen.............................................................................................................................62

5.7. SMV Landkreisseminar.........................................................................................................62

5.8. Perspektivenseminar MAD....................................................................................................63

6. Gremienarbeit.......................................................................................................................63

6.1. Zusammenarbeit mit der Schülermitverantwortung...............................................................63

6.2. Der Fachbeirat ......................................................................................................................63

6.3. Teilnahme an Lehrerkonferenzen .........................................................................................63

6.4. Jahrgangsstufenkonferenz der Klassenstufen 5 und 6 .........................................................63

7. Gemeinwesenorientierte Arbeit ............................................................................................64

7.1. JaS Coaches – Treffen der Regierung von Schwaben .........................................................64

8. Statistik.................................................................................................................................64

8.1. Problemlagen........................................................................................................................64

8.2. Arbeitsaufteilung ...................................................................................................................65

Carolina-Frieß-Grundschule in Lauingen....................................................................................66

1. Beratung...............................................................................................................................66

1.1. Beratung für SchülerInnen ....................................................................................................66

1.2. Beratung für Eltern................................................................................................................66

1.3. Kollegiale Beratung / Kooperation mit Lehrkräften................................................................67

2. Einzelfallhilfe ........................................................................................................................67

3. Krisenintervention.................................................................................................................68

4. Sozialpädagogische Gruppenarbeit .....................................................................................68

5. Offene Angebote ..................................................................................................................69

5.1. Vorstellen der Sozialarbeit an Schulen .................................................................................69

6. Projektarbeit .........................................................................................................................69

6.1. Schülerfrühstück ...................................................................................................................69

6.2. Projekt in einer vierten Klasse...............................................................................................69


7. Gremienarbeit ......................................................................................................................70

7.1. Elternbeirat ...........................................................................................................................70

7.2. Abstimmung mit der Schulleitung .........................................................................................70

7.3. Fachbeirat.............................................................................................................................70

8. Gemeinwesenorientiertes Arbeiten ......................................................................................71

8.1. Kontaktaufbau zu Familien türkischer Herkunft ....................................................................71

9. Statistik ................................................................................................................................72

9.1. Problemlagen .......................................................................................................................72

9.2. Arbeitsaufteilung...................................................................................................................72

Staatliche Realschule in Lauingen..............................................................................................73

1. Beratung ..............................................................................................................................73

1.1. Beratung für SchülerInnen....................................................................................................73

1.2. Beratung für Eltern ...............................................................................................................73

1.3. Kooperation mit Lehrkräften .................................................................................................73

2. Krisenintervention ................................................................................................................74

3. Einzelfallhilfe........................................................................................................................74

4. Sozialpädagogische Gruppenarbeit .....................................................................................74

5. Projektarbeit.........................................................................................................................74

5.1. Streitschlichter......................................................................................................................74

5.2. Prävention im Team – PIT....................................................................................................74

6. Gremienarbeit ......................................................................................................................75

6.1. Der Fachbeirat......................................................................................................................75

7. Statistik ................................................................................................................................75

7.1. Problemlagen .......................................................................................................................75

7.2. Arbeitsaufteilung...................................................................................................................76

Volksschule am Schlachtegg (HS) Gundelfingen ......................................................................77

1. Beratung ..............................................................................................................................77

1.1. Beratung für SchülerInnen....................................................................................................77

1.2. Beratung für Eltern ...............................................................................................................78

1.3. Kollegiale Beratung / Kooperation mit Lehrkräften ...............................................................78

2. Krisenintervention ................................................................................................................78

3. Einzelfallhilfe........................................................................................................................78

4. Projektarbeit.........................................................................................................................79

4.1. Pubertätsprojekt ...................................................................................................................79

4.2. Hausaufgaben ......................................................................................................................79

4.3. Tutoren .................................................................................................................................79

4.4. Prävention in Kooperation mit dem Gesundheitsamt............................................................79

4.5. Begleitung von Schulübergängen, Kooperation mit Agentur für Arbeit.................................79

4.6. Perspektiventage MAD (Mitmachen, Aktiv werden, Durchstarten) .......................................80

5. Gremienarbeit ......................................................................................................................80


5.1. Der Elternbeirat.....................................................................................................................80

5.2. SMV ......................................................................................................................................80

5.3. Fachbeirat.............................................................................................................................80

6. Statistik.................................................................................................................................81

6.1. Problemlagen........................................................................................................................81

6.2. Arbeitsaufteilung ...................................................................................................................81

Peter-Schweizer-Volksschule (GS) in Gundelfingen..................................................................82

1. Beratung...............................................................................................................................82

1.1. Beratung für SchülerInnen ....................................................................................................82

1.2. Beratung für Eltern................................................................................................................82

1.3. Kollegiale Beratung/Kooperation mit Lehrkräften..................................................................83

2. Krisenintervention.................................................................................................................83

3. Einzelfallhilfe ........................................................................................................................83

4. Sozialpädagogische Gruppenarbeit .....................................................................................83

4.1. Soziale Gruppenarbeit nach dem KJHG §29 ........................................................................83

4.2. Arbeit in Klassenverbänden ..................................................................................................84

5. Projektarbeit .........................................................................................................................84

5.1. Voll in Form...........................................................................................................................84

5.2. Übergang Kindergarten Schule.............................................................................................84

6. Gremienarbeit.......................................................................................................................84

6.1. Elternbeirat............................................................................................................................84

6.2. Fachbeirat.............................................................................................................................84

7. Fortbildungen .......................................................................................................................85

8. Gemeinwesenarbeit .............................................................................................................85

9. Statistik.................................................................................................................................85

9.1. Problemlagen........................................................................................................................85

9.2. Arbeitsaufteilung ...................................................................................................................86

Volksschule Höchstädt.................................................................................................................87

1. Beratung...............................................................................................................................87

1.1. Beratung für SchülerInnen ....................................................................................................87

1.2. Beratung für Eltern................................................................................................................87

1.3. Kollegiale Beratung / Kooperation mit Lehrkräften................................................................87

2. Krisenintervention.................................................................................................................88

3. Einzelfallhilfe ........................................................................................................................88

4. Offene Angebote ..................................................................................................................88

4.1. Schulhausrallye.....................................................................................................................88

4.2. Pausenkiste ..........................................................................................................................88

5. Projektarbeit .........................................................................................................................88

5.1. Präventionsprojekt zum Thema Aids in Kooperation mit dem ZAS.......................................88

5.2. MAD – Projekt zur vertieften Berufsorientierung ...................................................................89


6. Sozialpädagogische Gruppenarbeit .....................................................................................89

7. Gremienarbeit ......................................................................................................................89

7.1. Der Fachbeirat......................................................................................................................89

7.2. Abstimmung mit der Schulleitung .........................................................................................90

8. Statistik ................................................................................................................................90

8.1. Problemlagen .......................................................................................................................90

8.2. Arbeitsaufteilung...................................................................................................................91

Staatliches berufliches Schulzentrum Höchstädt......................................................................92

1. Beratung ..............................................................................................................................92

1.1. Beratung für SchülerInnen....................................................................................................92

1.2. Beratung für Eltern ...............................................................................................................92

1.3. Kollegiale Beratung/Kooperation mit Lehrkräften .................................................................92

2. Krisenintervention ................................................................................................................93

3. Einzelfallhilfe........................................................................................................................93

4. Sozialpädagogische Gruppenarbeit .....................................................................................93

4.1. Soziale Gruppenarbeit nach dem KJHG §29........................................................................93

4.2. Arbeit in Klassenverbänden..................................................................................................94

5. Gremienarbeit ......................................................................................................................94

5.1. Der Fachbeirat......................................................................................................................94

5.2. Abstimmung mit der Schulleitung .........................................................................................94

6. Statistik ................................................................................................................................95

6.1. Problemlagen .......................................................................................................................95

6.2. Arbeitsaufteilung...................................................................................................................95

Volksschule Bissingen.................................................................................................................96

1. Beratung ..............................................................................................................................96

1.1. Beratung für SchülerInnen....................................................................................................96

1.2. Beratung für Eltern ...............................................................................................................96

1.3. Kollegiale Beratung/Kooperation mit Lehrkräften .................................................................97

2. Krisenintervention ................................................................................................................97

3. Einzelfallhilfe........................................................................................................................97

4. Offene Angebote..................................................................................................................98

5. Projektarbeit.........................................................................................................................98

5.1. Prävention im Team - PIT.....................................................................................................98

5.2. Vertiefte Berufsorientierung – JA! (Jetzt Anfangen)..............................................................98

6. Gremienarbeit ......................................................................................................................99

6.1. Zusammenarbeit mit der Schülermitverantwortung ..............................................................99

7. Der Fachbeirat .....................................................................................................................99

8. Statistik ..............................................................................................................................100

8.1. Problemlagen .....................................................................................................................100

8.2. Arbeitsaufteilung.................................................................................................................100


Koordination und Leitung

St. Gregor-Jugendhilfe

Region Nord

Rieblinger Str. 20

86637 Wertingen

Tel. 0 82 72/9 93 29 72

bsigl@st-gregor.de

jsa-nord@st-gregor.de

1. Rahmenstruktur

Seit dem 01.10.08 ist die Jugendsozialarbeit im Landkreis Dillingen und im nördlichen Landkreis Augsburg

fachlich und organisatorisch in der Region Nord der St. Gregor Kinder-, Jugend- und Familienhilfe

zusammengefasst. Daneben wird in der Region Mitte (Stadt Augsburg) und in der Region Süd (südlicher

Landkreis Augsburg) Jugendsozialarbeit in Trägerschaft der St. Gregor Kinder-, Jugend- und Familienhilfe

angeboten.

Im Zuge dieser hausinternen Neustrukturierung wurde gemeinsam mit den zuständigen Jugendämtern

und Schulen die Rahmenkonzeption und das Berichtswesen zur Jugendsozialarbeit weiterentwickelt und

vereinheitlicht. Die Kooperationsvereinbarungen zwischen Schulaufwandsträgern und Schulen mit der St.

Gregor Kinder-, Jugend- und Familienhilfe wurden aktualisiert und bilden die solide Grundlage der Zusammenarbeit

zwischen Jugendhilfe und Schule.

2. Koordination und Leitung

Innerhalb der Region Nord der St. Gregor Kinder-, Jugend- und Familienhilfe leitet Frau Beate Sigl den

nun vergrößerten Fachbereich der Jugendsozialarbeit an Schulen. Die neu geschaffene Stelle der

Teamleitung hat seit 01.10.08 Herr Robert Keiß inne.

Zur Fachbereichsleitung zählen auch die Akquirierung und Betreuung neuer Projekte (z. B. Angebote zur

vertieften Berufsorientierung), die jugendhilfeseitige Koordination und Leitung der Klasse mit besonderem

pädagogischen Angebot an der VS in Höchstädt, der Praxisklassen in Lauingen, Meitingen und Gersthofen,

die Angebote der offenen und gebundenen Ganztagesangebote an Schulen in Lauingen, Dillingen

und Gersthofen und des Programms „Schulverweigerung – die 2. Chance“ sowie FliBB (Flexible individuelle

Betreuung und Beschulung) in den Landkreisen Dillingen und Augsburg Nord.

Die Teamleitung begleitet und betreut die MitarbeiterInnen in ihrer täglichen Arbeit vor Ort und führt die

beiden MitarbeiterInnen-Teams.


3. Qualitätssicherung und Personalentwicklung

Die fachliche und inhaltliche Fortentwicklung der Jugendsozialarbeit an Schulen im Bereich Nord geschieht

im Rahmen

- zweier 14-tägiger Teamsitzungen (Landkreis Dillingen, Landkreis Augsburg Nord)

- von 14-tägigen Beratungs- und Reflexionsgesprächen mit jedem Mitarbeiter

- der Präsenz der Teamleitung bei den halbjährlich stattfindenden Fachbeiratssitzungen an allen

Schulen

- von Teamsupervision in fünf Sitzungen pro Schuljahr unter Anleitung einer qualifizierten Fachkraft

- hausinterner und externer Fortbildung

- einer hausinternen Klausur mit dem gesamten Fachbereich für Jugendsozialarbeit an Schulen der

St. Gregor-Jugendhilfe, unterstützt von einem zum jeweiligen Thema kompetenten Referenten.

Damit wird die einheitliche Umsetzung der Rahmenkonzeption sichergestellt und durch die Weitergabe

von Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Praxis an alle KollegInnen sind Synergieeffekte in der qualifizierten

Arbeit an den Schulen nutzbar. Die Belange der einzelnen Schulen können optimal bearbeitet

werden, vorhandenes Wissen und Neuerungen werden konzentriert ausgetauscht und vernetzt, so dass

von der Arbeit der beiden Teams die einzelnen MitarbeiterInnen und alle Kooperationspartner optimal

partizipieren.

Ein 2009 neu eingeführtes MitarbeiterInnen-Beurteilungssystem der St. Gregor Kinder-, Jugend- und

Familienhilfe komplettiert, unterstützt und vereinheitlicht die Personalentwicklung und Qualitätssicherung

in jährlich stattfindenden Gesprächen zwischen Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und der Teamleitung.

13


Josef-Anton-Schneller-Hauptschule Dillingen

Ziegelstraße 10

89407 Dillingen

Tel.: 0 90 71/5 86 20

http://www.bndlg.de/~jashs/

14

Rainer Hörmann

An der Hauptschule Dillingen wurden im Schuljahr 2008/09 insgesamt 454 Schülerinnen und Schüler in

20 Klassen von 40 Lehrkräften unterrichtet.

Für die Jugendsozialarbeit an der Schule standen wöchentlich 23,5 Arbeitsstunden zur Verfügung.

1. Beratung

1.1. Beratung für SchülerInnen

Bei vielen Beratungskontakten war zu beobachten, dass sich bei den beteiligten SchülerInnen erst im

Laufe des Gespräches ein Bewusstsein über die individuelle Problemlage entwickelte. Zielstellung für

viele Beratungen war somit, den SchülerInnen zu helfen, Zugang zu ihrer nur diffus oder versteckt empfundenen

Problemlage zu bekommen. Häufig reichte dieser Prozess der Bewusstwerdung schon zur

Aktivierung ihrer eigenen Handlungsressourcen. War dies nicht der Fall, so wurden mehrere Beratungsgespräche

geführt oder eine Einzelfallhilfe begonnen.

Termine zur Beratung von SchülerInnen wurden sehr häufig über Lehrkräfte vermittelt. Zu direkten Beratungsgesprächen

mit SchülerInnen kam es meist nach Kontakten bei offenen Angeboten oder zufälligen

Begegnungen im Schulhaus. Ein wichtiges Anliegen der SchülerInnen war in diesem Bereich die

Klärung des Zugangs zu Gesprächen mit dem Jugendsozialarbeiter. Über den Fachbeirat konnten die

Schülervertreter den Wunsch vorbringen, Beratungskontakte so anonym und unauffällig wie möglich

gestalten zu können, so dass MitschülerInnen dies nicht mitbekommen. In Zusammenarbeit mit der SMV

wird nun an der Umsetzung dieses Wunsches gearbeitet.

Schwerpunkte in der Beratungsarbeit lagen bei Umgang und Konflikten mit MitschülerInnen, Problemen

im familiären Bereich, schulischen Problemen und berufliche Perspektiven.

1.2. Kooperation mit Lehrkräften/Kollegiale Beratung

Die Anwesenheit des Jugendsozialarbeiters auf dem Pausenhof und vor allem im Lehrerzimmer während

der großen Pause bot Gelegenheit zur schnellen Kontaktaufnahme. Kurze Absprachen wurden sofort

erledigt, ausführlichere Gespräche konnten dort schnell vereinbart werden. Die Mehrzahl der Lehrerkontakte

bezog sich auf fallbegleitende Gespräche und viele „Zwischen-Tür-und-Angel-Gespräche“. Es fan-


den zudem 145 Beratungsgespräche mit Lehrkräften statt. Nach Absprache mit den Lehrkräften war der

Jugendsozialarbeiter an fünf Elterngesprächen beteiligt.

1.3. Beratung für Eltern

Aus Beratungsgesprächen mit SchülerInnen ergab sich in einigen Fällen die Notwendigkeit der Kontaktaufnahme

mit den Eltern. Häufig waren es jedoch auch die Eltern selbst, die sich mit konkreten Fragen

an den Jugendsozialarbeiter wandten. Im Sinne der Ganzheitlichkeit der Jugendsozialarbeit war es in

einigen Fällen möglich und hilfreich, auch die häusliche Lebenswelt der SchülerInnen kennen zu lernen.

Im Schuljahr 2008/2009 fanden insgesamt 15 Hausbesuche statt. Schwerpunkte der Beratungsarbeit mit

den Eltern waren Fragen der Erziehung, Beratung im Umgang mit schulischen Problemen und für ältere

SchülerInnen die Fragen der beruflichen Perspektiven.

2. Einzelfallhilfe

Bei zwölf SchülerInnen erwies es sich als notwendig, eine über die Beratung hinausgehende Einzelfallhilfe

anzubieten. Diese bestand häufig aus regelmäßigen Beratungen über mehrere Wochen hinweg

sowie die Einbeziehung der Eltern und gegebenenfalls weiterer außerschulischer Kooperationspartner.

Die Gründe für eine Einzelfallhilfe waren einerseits außerschulische und familiäre Problemlagen wie

Verlusterfahrungen nach Trennung und Scheidung sowie Todesfälle und Konflikte zwischen Eltern und

Kindern; andererseits führten auch Probleme mit den Leistungsanforderungen der Schule z.B. infolge

von ADS, ADHS und Legasthenie zu einem erhöhten Beratungs- und Klärungsbedarf.

In allen Einzelfallhilfen stand der Jugendsozialarbeiter im Austausch mit den beteiligten Institutionen und

begleitete den Prozess im schulischen Zusammenhang, wo es notwendig und hilfreich war. Der Prozess

der Einzelfallhilfe konnte immer dann abgeschlossen werden, wenn die Problemstellung geklärt war oder

andere Institutionen und Hilfsangebote weiterführende Angebote machen konnten.

3. Offene Angebote

Ein fester Bestandteil der Jugendsozialarbeit an der Hauptschule Dillingen sind offene Angebote, die

unabhängig von konkreten Problemlagen die Gelegenheit schaffen, miteinander in Beziehung zu treten,

sich kennen zu lernen und zusammen Freude zu erleben. Die offenen Angebote haben somit auch präventive

Funktion, indem sie zu einem entspannteren Schulklima beitragen. Zudem fällt es vielen SchülerInnen

auf der Basis dieses Schulklimas und der entstandenen positiven Beziehungen leichter, sich bei

Problemlagen dem Jugendsozialarbeiter anzuvertrauen, so dass die Unterstützung frühzeitig erfolgen

kann.

3.1. Pausenangebot

Der Jugendsozialarbeiter war während der Pausenzeiten an wechselnden Tagen auf dem Pausenhof

präsent und bot damit den SchülerInnen die Möglichkeit, unkompliziert und ohne Terminabsprache Kontakt

mit ihm aufzunehmen. Diese Möglichkeit wurde immer wieder auch zu einem lockeren Plausch mit

den SchülerInnen genutzt. Zudem wurden hier auch konkrete Anfragen und Gesprächswünsche vorgebracht.

Die Präsenz auf dem Pausenhof bot den aufsichtführenden Lehrkräften die Möglichkeit, das Gespräch

mit dem Jugendsozialarbeiter zu suchen, kurze Absprachen zu treffen und gegebenenfalls Ter-

15


mine zu vereinbaren. Zudem war der Jugendsozialarbeiter regelmäßig im Lehrerzimmer anwesend, um

auch hier die Gelegenheit zu einer kurzfristigen und unkomplizierten Kontaktaufnahme zu bieten.

Das bisherige Angebot des Pausentores wurde in diesem Schuljahr durch ein Fußballspiel auf einem der

Tartanplätze ersetzt. Betreut wird das Angebot von einer Lehrkraft, die die Pausenaufsicht führt. Genutzt

wird das Angebot mehrheitlich von Jungen. Besonders erfreulich war, dass das Angebot durch wenige

Vorgaben durch Erwachsene so strukturiert werden konnte, dass keinerlei Probleme auftraten.

Das Angebot der Pausenkiste wurde auch in diesem Schuljahr beibehalten. Nach dem guten Erfolg des

Fußballspiels wurden dessen Rahmenbedingungen auch auf die Pausenkiste übertragen. Nun wurde

auch diesem Angebot ein geeigneter Platz, die Tartanbahn und die angrenzende Rasenfläche zugewiesen.

Auf Wunsch von Mädchen wurde ein zusätzliches Team aus drei Mädchen gebildet, das die Pausenkiste

an einem weiteren Tag betreut. Zusammen mit den beteiligten SchülerInnen wurden neue geeignete

Materialien ausgesucht und eine neue Pausenkiste durch die Schule angeschafft.

Während das Fußballspiel selbstverwaltet und unter Anwesenheit einer Pausenaufsicht stattfand, wurden

die Pausenkiste und die Teams vom Sozialarbeiter begleitet. Durch diese Begleitung wurde die Pausenkiste

in ihrer konzeptionellen Ausrichtung als Arbeit von Schülern für Schüler ermöglicht.

3.2. Schulcafé

Auch im Schuljahr 2008/2009 war das Schulcafé dienstags, mittwochs und donnerstags geöffnet. Insbesondere

in der kalten Jahreszeit war es für SchülerInnen und LehrerInnen ein beliebter und wichtiger

Anlaufpunkt zur Überbrückung der Mittagszeit. Eine warme Mahlzeit und Getränke zu bekommen, war

dabei nur einer von mehreren Aspekten. Sich mit MitschülerInnen treffen, Hausaufgaben machen, Kickerbälle

ausleihen, miteinander quatschen und vieles mehr machten das Schulcafé zu einem unverzichtbaren

und wertvollen Bestandteil des Schullebens. Diese ungezwungene und lockere Atmosphäre

bot auch immer wieder die Gelegenheit, den Kindern und Jugendlichen einen niederschwelligen Zugang

zum Jugendsozialarbeiter in einem informellen Rahmen zu ermöglichen.

Auch die punktuelle Unterstützung der Koch- und Ausgabeteams sowie der beiden Lehrkräfte schuf

wichtige Anknüpfungspunkte für den Aufbau von Beziehungen zu den SchülerInnen.

3.3. Elternfrühstück

Im abgelaufenen Schuljahr wurde unter der Regie des Elternbeirats in Kooperation mit der Schulleitung

und der Jugendsozialarbeit erstmals ein Elternfrühstück angeboten. Zielsetzung war es, Eltern einen

informellen Austausch untereinander zu ermöglichen. Gleichzeitig sollte den Eltern die Möglichkeit gegeben

werden, abseits von konkreten Anforderungen oder Problemlagen in die Schule kommen zu können

und sich wenn gewünscht auch mit Schulleitung oder Jugendsozialarbeit in Verbindung setzen zu können.

Für den Jugendsozialarbeiter bot sich hier die willkommene Gelegenheit, mit Eltern unbelastet von

konkreten Schwierigkeiten in Kontakt zu treten.

4. Projektarbeit

4.1. Tutorenarbeit

Zum Ende des Schuljahres 2007/2008 wurden vom Jugendsozialarbeiter und einer Lehrkraft die TutorInnen

für das laufende Schuljahr ausgebildet. An zwei Terminen setzten sich die TutorInnen mit Fragen der

16


Teambildung, der Organisation der eigenen Arbeit, den Möglichkeiten von Angeboten an Kinder und

vielem mehr auseinander. Zudem besuchten die TutorInnen das landkreisweite Tutorentreffen, das der

Kreisjugendring Dillingen in Kooperation mit der St. Gregor-Jugendhilfe in Lauingen anbot. Hier wurden

wesentliche Elemente der Tutorenarbeit vermittelt. Gleichzeitig bot sich hier die Möglichkeit, sich mit anderen

TutorInnen aus anderen Schulen des Landkreises auszutauschen, was für die TeilnehmerInnen

eine wertvolle Erfahrung darstellte und für die weitere Arbeit motivierte.

Einen ersten Kontakt mit ihren zukünftigen „Schützlingen“ konnten die TutorInnen beim Besuchtag der

Grundschüler aus den vierten Klassen knüpfen. Bei einer Schulhausrallye präsentierten die TutorInnen

„ihre“ Schule und hießen die zukünftigen HauptschülerInnen willkommen.

Vom Beginn des Schuljahres bis zum Ende des ersten Halbjahres führten die Tutorenteams mit „ihren“

fünften Klassen jeweils unterschiedliche Aktionen durch. Spielenachmittage, Nikolausbesuche in der

Klasse, Faschingspartys etc. wurden von den Teams weitgehend selbstständig vorbereitet und durchgeführt.

Hierbei wurden sie vom Jugendsozialarbeiter unterstützt und beraten.

Als Anerkennung ihrer Arbeit erhielten die TutorInnen am Ende durch den Jugendsozialarbeiter und den

Schulleiter ein Tutorendiplom.

4.2. Mitmachen – Aktiv werden – Durchstarten (MAD):

Ein Projekt der vertieften Berufsorientierung

13 Schülerinnen und Schüler nahmen im Schuljahr 2008/2009 am MAD-Projekt teil. Ziel des Projektes

war es, SchülerInnen dabei zu motivieren, im Hinblick auf ihren weiteren Weg nach Ende der Schulzeit

aktiv zu werden und diesen konkret zu planen. Dazu wurden drei Einheiten angeboten. In einer ersten

Einheit erarbeiteten sich die Schüler einen eigenen Fahrplan mit konkreten Schritten, die sich aus den

von ihnen formulierten Wünschen und Zielen ergaben. Bei einem zweiten Termin wurden die Eltern der

Kinder eingeladen und über die vielfältigen Möglichkeiten informiert, die sich nach der Schulzeit ergeben.

Beim abschließenden Treffen wurde Zwischenbilanz über die bisherigen Bemühungen gezogen und die

weiteren Schritte geplant. Zudem hatten hier die SchülerInnen die Gelegenheit Reinhild Hutfilter als Jugendsozialarbeiterin

an der Berufsschule in Höchstädt kennen zu lernen. Diese stand vor allem auch für

konkrete Fragen über die Ausbildungsmöglichkeiten an der dortigen Berufs- und Berufsfachschule zur

Verfügung.

4.3. PIT-Programm

In einer Lehrerkonferenz stellte der Jugendsozialarbeiter das Gewaltpräventionsprogramm PIT

(=Prävention im Team) vor. In der Ganztagsklasse der fünften Jahrgangsstufe wurden an sechs Terminen

Elemente des Programms in Kooperation von Jugendsozialarbeit und Lehrkraft umgesetzt. Rückmeldungen

aus der Klasse und der Lehrkraft ergaben vor allem gute Erfahrungen mit der Arbeit in einer

kleineren Gruppe und die Möglichkeit, sich in einer anderen Rolle erleben zu können.

5. Gespräche mit der Schulleitung

Jeden Freitag vor der Pause fand eine Arbeitsbesprechung des Jugendsozialarbeiters mit dem Schulleiter

statt, in der die aktuellen Entwicklungen reflektiert werden konnten, sowie konkrete Projekte und Vorhaben

koordiniert wurden.

17


6. Gremienarbeit

6.1. Zusammenarbeit mit der SMV

Die SMV stellt ein wichtiges Gremium dar, über das der Jugendsozialarbeiter Wünsche und Bedürfnisse,

aber auch Kritik der SchülerInnen in Erfahrung bringen kann. So stand er immer wieder im Austausch mit

den SchülersprecherInnen, wenn es um Belange der SchülerInnen ging. Insbesondere zur Vorbereitung

auf die Fachbeiratssitzungen fanden Gespräche zum gegenseitigen Austausch statt. Zudem nahm der

Jugendsozialarbeiter an Klassensprecherversammlungen teil und informierte sich hier über die Anliegen

der SchülerInnen und stellte die Angebote der Jugendsozialarbeit vor. Gemeinsam erarbeitete Ideen

konnten dann von den Klassensprechern in die einzelnen Klassen eingebracht werden.

6.2. Der Elternbeirat

Der Jugendsozialarbeiter nahm auf Einladung und Wunsch des Elternbeirats an mehreren Sitzungen teil.

Im vergangenen Schuljahr war der Schwerpunkt der Kooperation die Planung und Durchführung des

Elternfrühstücks.

6.3. Der Fachbeirat

Am 1.12.08 und am 19.5.09 fanden Sitzungen des Fachbeirats statt. Im Rahmen dieses Gremiums

wurde die Arbeit des Jugendsozialarbeiters reflektiert und Ideen, Anregungen und Wünsche für die zukünftige

Arbeit eingebracht und gesammelt. Hieraus resultierten jeweils konkrete Arbeitsaufträge für die

Jugendsozialarbeit wie z. B. eine Modifizierung der Maßnahmen zur Berufsorientierung, der Wunsch

nach Angeboten für Mädchen und die Intensivierung der Elternarbeit.

6.4. AK Jugendarbeit

Seit diesem Schuljahr arbeitete der Jugendsozialarbeiter im Arbeitskreis Jugendarbeit mit. In diesem

Gremium wurde ein regelmäßiger Austausch über die jeweiligen Aktivitäten und Angebote der unterschiedlichen

Jugendverbände und Einrichtungen der Jugendarbeit gepflegt. Diese Informationen konnten

im Rahmen der Beratungsarbeit an der Schule immer wieder fruchtbar einfließen.

7. Gemeinwesenarbeit

7.1. Zusammenarbeit mit der Akademie 50+

Auch in diesem Schuljahr konnten einige SchülerInnen der Hauptschule Dillingen an die Akademie 50+

vermittelt werden. Engagierte, ehrenamtliche „SeniorInnen“ bieten hier Rat und Tat für interessierte

SchülerInnen im Hinblick auf eine erfolgreiche Bewerbung und Stellensuche an. Der Jugendsozialarbeiter

war hier für die Ermittlung des Hilfebedarfes zuständig und begleitete die Schüler beim Erstgespräch

mit dem jeweiligen Betreuer. Bei auftretenden Problemlagen erfolgte ein zeitnaher Austausch mit dem

jeweiligen „Senior“.

7.2. Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring

Im Rahmen der Tutorenarbeit an der Schule erwies sich die Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring

als sehr fruchtbar. Es wurde vom Kreisjugendring in Kooperation mit der St. Gregor-Jugendhilfe ein land-

18


kreisweites Tutorentreffen mit Schulung für die konkrete Arbeit angeboten und gemeinsam durchgeführt.

Zudem konnten im abgelaufenen Schuljahr insbesondere für die Tutorenausbildung Materialien über den

KJR ausgeliehen werden.

7.3. Kooperation mit anderen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe

Der Jugendsozialarbeiter stand in Kontakt mit dem Stadtjugendpfleger. Es fand im Rahmen der jeweiligen

Zuständigkeiten und Möglichkeiten ein fachlicher Austausch statt.

Mit dem Kinderschutzbund erfolgte eine Zusammenarbeit im Hinblick auf das Angebot einer Mädchengruppe,

die dort von Studentinnen der Fachakademie für Sozialpädagogik angeboten wird.

8. Statistik

8.1. Problemlagen

1

1

2

2

2

2

3

3

3

4

6

7

0 2 4 6 8 10 12 14 16 18

10

10

11

16

Sucht in der Familie

Delinquentes Verhalten

ADHS/ADS

Berufliche Perspektive

Mobbing

aggressives Verhalten

Trennung/Scheidung

Patchwork

Verwahrlosung

Erziehungsprobleme

Psychische Belastung

Konflikt zuhause

Umgang mit Gleichaltrigen

Umgang mit

Erwachsenen/Lehrern

Schulische Perspektive

19


8.2. Arbeitsaufteilung

20

Offene Angebote

20%

Projektarbeit

11%

Gemeinwesenorientiertes

Arbeiten

2%

Gremienarbeit

3%

Einzelfallhilfe

20%

Beratung für Schüler

20%

Beratung für Eltern

6%

Kollegiale Beratung /

Kooperation mit Lehrkräften

18%


Angelina-Egger-Volksschule (GS I)

Konviktstraße 12

89407 Dillingen an der Donau

Tel.: 09071/ 588910

E-Mail: egger-gs1@egger-gs1.de

Beate Bronnhuber

In der Angelina-Egger-Volksschule wurden im Schuljahr 2008/2009 insgesamt 323 Schülerinnen und

Schüler in 14 Klassen unterrichtet.

Die Sprechzeiten der Sozialarbeit sind donnerstags von 9.30 – 12.00 Uhr und freitags von 10.00 – 11.00

Uhr. Für Besprechungen und Beratungen stehen das Lehrerzimmer oder die Lehrerbibliothek zur Verfügung.

1. Beratung

1.1. Beratung für SchülerInnen

Im Zeitraum des Berichts wurden 21 SchülerInnen in insgesamt 52 Einzelgesprächen beraten. Zum Teil

erfolgte der Erstkontakt über eine Lehrkraft, im Vergleich zum letzten Schuljahr nutzten bedeutend mehr

Schülerinnen und Schüler die Pausenhofpräsenz der Sozialarbeiterin zur ersten Kontaktaufnahme.

Die Schwerpunktthemen in der Beratung kamen aus den Bereichen Umgang mit Gleichaltrigen, Konflikte

zu Hause, Trennung/ Scheidung, schulische Perspektive, aggressives Verhalten und psychische Belastung

durch Arbeitslosigkeit oder Migrationsintergrund.

Begleitend zur Beratung der SchülerInnen wurden fünf Eltern- und elf Lehrergespräche geführt.

1.2. Beratung für Eltern

Kontakte zu den Eltern entstanden aus den Beratungen der SchülerInnen, auf Empfehlungen der Lehrkräfte

sowie auf Eigeninitiative der Eltern hin.

In erster Linie nutzten die Eltern die 21 Beratungsgespräche, um die eigene Erziehungsarbeit zu reflektieren

und sich Unterstützung für den Alltag zu holen. Sechs Elternberatungen davon fanden ohne begleitende

Schüler- und Lehrerkontakte statt.

Die Schwerpunktthemen in der Beratung kamen aus den Bereichen Erziehungsprobleme, delinquentes

Verhalten, schulische Perspektive, aggressives Verhalten sowie Trennung/ Scheidung.

Auf Wunsch einer Mutter führte die Sozialarbeiterin in einer Klasse ein Projekt zum Thema „Mobbing“

durch.

21


1.3. Beratung für LehrerInnen

Im Kontext der Bereiche Beratung, Krisenintervention und Einzelfallhilfe fanden 43 ergänzende Gespräche

mit den Lehrkräften statt. Dabei zeigten diese ein reges Interesse an der Entwicklung der SchülerInnen.

Der Austausch mit den Lehrkräften fand sowohl in Form kurzer Gespräche „zwischen Tür und Angel“,

als auch ausführlicher in den Pausen oder Freistunden der Lehrkräfte statt, immer unter Einhaltung

der Schweigepflicht.

Die Sozialarbeiterin führte im Berichtszeitraum vier reine Lehrerberatungen ohne Schüler- oder Elternkontakte

durch. Inhaltlich ging es bei diesen sechs Beratungsgesprächen in erster Linie um aggressives

Verhalten sowie um Verhaltensauffälligkeiten und die schulische Perspektive.

2. Krisenintervention

Im Schuljahr 2008/2009 war in drei Fällen eine Krisenintervention erforderlich. Inhaltlich handelte es sich

um die psychische Überforderung der Eltern sowie um das Thema „Mobbing“.

Im Rahmen der Krisenintervention konnte durch elf Schüler-, sechs Eltern- und fünf Lehrergespräche

sowie durch das Klassenprojekt der Sozialarbeiterin zum Thema „Mobbing“ eine Entspannung der Situation

erreicht werden. In einem Fall wurde das Amt für Jugend und Familie eingeschaltet.

3. Einzelfallhilfe

Einzelfallhilfe hat an der Angelina-Egger-Volksschule einen hohen Stellenwert und war im Berichtszeitraum

in zwölf Fällen mit insgesamt 29 Schüler-, 24 Eltern- und 17 Lehrergesprächen notwendig. Inhaltlich

ging es dabei um Erziehungsprobleme, Konfliktsituationen zu Hause und in der Schule, Umgang mit

Gleichaltrigen, aggressives und delinquentes Verhalten, schulische Perspektiven sowie um Leistungsproblematik.

Im Rahmen der Einzelfallhilfe wurden sechs Hausbesuche durchgeführt und drei Helferkonferenzen initiiert.

In den Prozess der Problemlösung wurden unterschiedliche Stellen wie die Schulleitung, das Amt für

Jugend und Familie sowie eine Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin einbezogen.

Die Sozialarbeiterin stellte für die Betroffenen Kontakte zu der heilpädagogischen Tagesstätte ARCHE,

dem Tagesheim St. Immakulata, dem Kinderschutzbund sowie zu einer Psychotherapeutin her.

Ein Schüler konnte an die psychologische Beratungsstelle für Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung

vermittelt werden, ein weiterer besucht ab dem nächsten Schuljahr die Klasse mit besonderem pädagogischen

Angebot in Höchstädt.

4. Offene Angebote

4.1. Vorstellung im Rahmen von Elternabenden

Die Sozialarbeiterin nutzte den ersten Elternabend der drei ersten Klassen, um sich persönlich den Eltern

vorzustellen und über ihre Aufgaben und Arbeitsmethoden zu berichten. Sozialarbeit soll dadurch als ein

fester Bestandteil der Arbeit einer Schule erlebt werden.

22


4.2. Vorstellungsrunden in den ersten Klassen

Zu Beginn des Schuljahres fanden die Vorstellungsrunden der Sozialarbeiterin in den drei ersten Klassen

statt. Die Kinder bekommen hierbei spielerisch einen Einblick in die Sozialarbeit. Es findet ein gegenseitiges

Kennenlernen statt, ohne dass bereits Probleme vorliegen oder thematisiert werden.

4.3. Pausenangebot

Die Sozialarbeiterin ist nach Möglichkeit jeden Freitag auf dem Pausenhof präsent. Die SchülerInnen

können unkompliziert mit der Sozialarbeiterin in Kontakt treten und ihre Fragen und Anliegen vorbringen.

Sie kann in diesem Zusammenhang präventiv wirken und das Konfliktpotential in der Pause mindern. Bei

Bedarf initiiert die Sozialarbeiterin gemeinsam mit den SchülerInnen offene Pausenspiele.

5. Sozialpädagogische Gruppenarbeit

5.1. Soziale Gruppenarbeit nach dem KJHG §29

An der Angelina-Egger-Volksschule fand in diesem Schuljahr erstmals eine soziale Gruppenarbeit statt.

Da es sich hierbei um eine Testgruppe handelte, betreute die Sozialarbeiterin die vier Jungen und ein

Mädchen vorerst alleine. Die Gruppe traf sich sechsmal freitags von 12.10 – 12.55 Uhr im Bewegungsraum

der Josef-Anton-Laucher-Volksschule, um gemeinsam mit der Sozialarbeiterin folgende Inhalte zu

erarbeiten: Umgang mit eigenen Stärken und Schwäche, Erkennen von Gefühlen und konstruktiver Umgang

mit Konflikten.

5.2. Arbeit in Klassenverbänden

Im Berichtszeitraum fand in einer Klasse eine themenbezogene Maßnahme der Sozialarbeiterin zum

Thema „Mobbing“ statt. Sie erfolgte auf Wunsch einer Mutter, umfasste drei Schulstunden und hatte vor

allem die Sensibilisierung der Klasse hinsichtlich der Problematik sowie die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls

zum Inhalt.

Um die Klassengemeinschaft zu fördern und das soziale Miteinander der Kinder zu stärken, unterstützte

und begleitete die Sozialarbeiterin einen Nachmittag lang eine Klasse und deren Lehrkraft im Rahmen

eines Schullandheimaufenthaltes mit sozialpädagogischen Methoden.

6. Gremienarbeit

6.1. Der Fachbeirat

Im Dezember 2008 fand entsprechend der Vorgaben der Kooperationsvereinbarung die erste Fachbeiratssitzung

der Angelina-Egger-Volksschule in diesem Schuljahr statt. Die Sitzung wurde wie bisher gemeinsam

mit der Josef-Anton-Laucher-Volksschule durchgeführt.

Die Sozialarbeiterin berichtete über ihre Arbeit, die im Anschluss gemeinsam reflektiert wurde. Schließlich

wurde über die Aufgaben und Inhalte der Sozialarbeit für das kommende Halbjahr diskutiert und die

Schwerpunkte festgelegt. Neben dem weiteren Ausbau der Beratung und Einzelfallhilfe soll die Präsenz

der Sozialarbeiterin gegenüber den Eltern gestärkt werden. Zu diesem Zweck äußerte der Elternbeirat

den Wunsch, gemeinsam mit der Sozialarbeiterin Elternabende zu pädagogischen Themen anzubieten.

23


Auch ein weiterer Ausbau der sozialpädagogischen Gruppenarbeit wurde als Ergebnis der Fachbeiratssitzung

festgehalten.

6.2. Der Elternbeirat

Die Sozialarbeiterin nutzte eine Elternbeiratsversammlung, um den Anwesenden die Angebotspalette der

Sozialarbeit und deren Methoden vorzustellen. Dem Wunsch der letzten Fachbeiratssitzung entsprechend

wurde in Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat der Termin für eine erste Elternrunde zum Thema

„Hausaufgaben“ festgelegt.

6.3. Abstimmung mit der Schulleitung

Im Berichtszeitraum fanden regelmäßige Besprechungen mit der Schulleitung statt. Im Rahmen dieser

Gespräche werden Zuständigkeiten geklärt und die Schulleitung wird über die aktuelle Arbeit der Sozialarbeiterin

auf dem Laufenden gehalten.

6.4. Arbeitskreis Jugendhilfe „Kinder- und Jugendpsychiatrie“

Die Sozialarbeiterin ist Mitglied in diesem Arbeitskreis, da dieser Bereich in der Arbeit mit belasteten Familien

einen wichtigen Stellenwert einnimmt.

7. Gemeinwesenarbeit

Im Berichtszeitraum konnte die Zusammenarbeit und der Austausch mit der Leitung der heilpädagogischen

Tagesstätte ARCHE erheblich intensiviert werden. Auch der Austausch und die Kooperation mit

dem Jugendsozialarbeiter an der Hauptschule in Dillingen wurden vertieft, um SchülerInnen und Eltern

den Übergang in die weiterführende Schule zu erleichtern.

7.1. Jahrestagung Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS)

Gemeinsam mit Frau Sichert von der Josef-Anton-Laucher-Volksschule nahm die Sozialarbeiterin an der

zweitägigen Veranstaltung teil. Inhaltlich ging es um die Frage „Wie gelingt die Kooperation von JaS und

Schule von Anfang an?“. Zu diesem Zweck fand im Rahmen der Tagung ein Austausch über die notwendigen

Bedingungen für sinnvolle Kooperationsstrukturen statt. Die Auseinandersetzung mit der eigenen

Berufsrolle und den Berufsrollen der Kooperationspartner stellte neben dem Kennenlernen und Diskutieren

unterschiedlicher Praxismodelle von JaS einen weiteren Schwerpunkt der Tagung dar.

24


1. Statistik

1.1. Problemlagen

1

1

1

2

2

2

2

3

3

4

5

6

7

8

9

10

0 5 10 15 20 25 30

1.2. Arbeitsaufteilung

Projektarbeit

11%

Krisenintervention

14%

Offene Angebote

5%

Einzelfallhilfe

5%

Gremienarbeit

7%

24

Beratung für Schüler

14%

Patchwork

Armut

Psychische Belastung Eltern

Gewalt in der Familie

Verwahrlosung

Delinquentes Verhalten

Beziehungsprobleme Eltern

Mobbing

aggressives Verhalten

Trennung/Scheidung

Umgang mit

Erwachsenen/Lehrern

Erziehungsprobleme

Psychische Belastung

Schulische Perspektive

Konflikt zuhause

Umgang mit Gleichaltrigen

Beratung für Eltern

11%

Kollegiale Beratung /

Kooperation mit Lehrkräften

33%

25


Josef-Anton-Laucher-Volksschule (GS II)

Rosenstraße 3

89407 Dillingen a.d. Donau

Tel.: 09071/ 58610

E-mail: j.a.laucher@netzbetrieb.de

Homepage: laucher-gs.de

26

Beate Bronnhuber

Im Schuljahr 2008/2009 wurden insgesamt 464 Schülerinnen und Schüler in 22 Klassen unterrichtet.

Eine Besonderheit der Josef-Anton-Laucher-Volksschule liegt darin, dass sich die SchülerInnen auf fünf

Standorte verteilen. Die Stammschule in Dillingen umfasst zehn Klassen mit 210 SchülerInnen. Dazu

kommen die Außenstellen in Schretzheim mit vier Klassen und 87 SchülerInnen, in Fristingen mit zwei

Klassen und 47 SchülerInnen, in Kicklingen mit zwei Klassen und 43 SchülerInnen sowie in Steinheim

mit vier Klassen und 77 SchülerInnen.

Die Sprechzeiten der Sozialarbeiterin sind montags von 9.30 – 12.00 Uhr und dienstags von 10.00 –

11.00 Uhr. Für Besprechungen und Beratungen steht das Büro der Sozialarbeiterin zur Verfügung.

1. Beratung

1.1. Beratung für SchülerInnen

Im Verlauf des Schuljahres wurden 18 SchülerInnen in insgesamt 27 Einzelgesprächen beraten. Zum

Teil erfolgte der Erstkontakt über eine Lehrkraft, im Vergleich zum vorigen Schuljahr kamen vermehrt

SchülerInnen aus Eigeninitiative zur Beratung. Dies ist unter anderem auf die regelmäßige Präsenz der

Sozialarbeiterin auf dem Pausenhof zurückzuführen.

Die Schwerpunktthemen in der Beratung kamen aus den Bereichen Umgang mit Gleichaltrigen, Konflikte

zu Hause, Trennung / Scheidung, schulische Perspektive sowie aggressives Verhalten.

Begleitend zur Beratung der SchülerInnen wurden acht Eltern- und sechs Lehrergespräche durchgeführt.

1.2. Beratung für Eltern

Kontakte zu den Eltern entstanden aus der Beratung der SchülerInnen, auf Empfehlung der Lehrkräfte

sowie aus Eigeninitiative der Eltern.

Insgesamt wurden sieben Eltern in 19 Gesprächen von der Sozialarbeiterin beraten. Meist erfolgte die

Beratung im direkten Kontakt, in einem Fall fand eine reine Telefonberatung statt. In erster Linie nutzten

die Eltern die Beratungsgespräche, um die eigene Erziehungsarbeit zu reflektieren und sich Unterstützung

für den Alltag zu holen. Wichtig war für einige Eltern, dass lernhemmende Faktoren erkannt wurden

und diesen in Zusammenarbeit mit Schulleitung und Lehrkräften entgegen gewirkt werden konnte.


Die Schwerpunktthemen in der Beratung kamen aus den Bereichen aggressives Verhalten, psychische

Belastung, Trennung / Scheidung, Umgang mit Lehrkräfte und, Leistungsaspekte.

Auf Wunsch der Eltern und in Absprache mit der Lehrkraft führte die Sozialarbeiterin eine Unterrichtsbeobachtung

durch und nahm an einem Lehrer-Eltern-Gespräch teil.

In zwei Fällen fand eine reine Elternberatung ohne Schüler- oder Lehrerkontakt mit insgesamt fünf Gesprächen

statt. Inhaltlich ging es dabei um Beziehungsprobleme der Eltern und daraus resultierender

psychischer Belastung für die Mutter.

1.3. Beratung für LehrerInnen

Im Kontext der Bereiche Beratung, Einzelfallhilfe und Krisenintervention fanden 59 ergänzende Gespräche

mit den Lehrkräften statt. Diese zeigten dabei ein reges Interesse an der Entwicklung der SchülerInnen.

Der Austausch mit den Lehrkräften fand sowohl in Form kurzer Gespräche „zwischen Tür und Angel“

als auch ausführlicher in den Pausen oder Freistunden der Lehrerinnen statt, immer unter Einhaltung

der Schweigepflicht.

Die Sozialarbeiterin unterstützte zwei Lehrer-Schüler-Gespräche und führte sieben reine Lehrerberatungen

ohne Schüler- und Elternkontakte durch. Inhaltlich ging es bei diesen zehn Beratungsgesprächen in

erster Linie um den Umgang mit den Themen Tod und Trauer, Verdacht auf psychische Belastung von

Kindern durch häusliche Konfliktsituationen, aggressives Verhalten sowie um Verhaltensauffälligkeiten.

2. Krisenintervention

Im Schuljahr 2008/2009 war in zwei Fällen eine Krisenintervention erforderlich. Inhaltlich handelte es sich

um das aggressive Verhalten eines Schülers sowie um das Thema häusliche Gewalt.

Im Rahmen der Krisenintervention konnte durch neun Schüler-, sechs Eltern- und fünf Lehrergespräche

eine Entspannung der Situation erreicht werden.

Den Eltern konnten weiterführende Hilfsangebote vermittelt werden.

3. Einzelfallhilfe

An der Josef-Anton-Laucher-Volksschule hat die Einzelfallhilfe einen hohen Stellenwert. Sie war im Berichtszeitraum

in 17 Fällen notwendig. Mit insgesamt 47 Schüler-, 30 Eltern- und 24 Lehrergesprächen

stellt sie einen besonders arbeits- und zeitintensiven Konzeptbaustein dar. Hauptproblemlagen waren

Erziehungsprobleme, schulische Perspektiven, Konfliktsituationen zu Hause und in der Schule, Umgang

mit Gleichaltrigen und Lehrkräften, aggressives Verhalten und Vernachlässigung.

Im Rahmen der Einzelfallhilfe wurden sieben Hausbesuche durchgeführt und vier Helferkonferenzen

initiiert.

In den Prozess der Problemlösung wurden unterschiedliche Stellen wie die Schulleitung, Elternbeirat,

Schulamt, Schulpsychologe, Amt für Jugend und Familie und Stadtverwaltung eingebunden. Die Sozialarbeiterin

half den Betroffenen bei der Kontaktaufnahme zu Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, der

heilpädagogischen Tagesstätte ARCHE, dem Angebot des Kinderschutzbundes sowie mit der Beschaffung

von Adressen von Selbsthilfegruppen.

27


4. Offene Angebote

4.1. Vorstellung im Rahmen von Elternabenden

Die Sozialarbeiterin nutzte den ersten Elternabend der beiden ersten Klassen sowie die Elternbeiratswahl,

um sich den Eltern persönlich vorzustellen und über ihre Aufgaben und Arbeitsweisen zu berichten.

Sozialarbeit soll so als fester Bestandteil der Arbeit einer Schule erlebt werden.

4.2. Vorstellungsrunden in den Klassen

Zu Beginn des Schuljahres fanden die Vorstellungsrunden der Sozialarbeiterin in den beiden ersten

Klassen statt. Die Kinder bekommen hierbei spielerisch einen Einblick in die Arbeit der Sozialarbeiterin.

Es findet ein gegenseitiges Kennenlernen statt, ohne dass bereits Probleme vorliegen oder thematisiert

werden.

4.3. Pausenangebot

Nach Möglichkeit ist die Sozialarbeiterin jeden Dienstag auf dem Pausenhof präsent. Die SchülerInnen

können auf diese Weise unkompliziert und niederschwellig mit ihr in Kontakt treten und ihre Fragen und

Anliegen vorbringen. Häufig ergeben sich daraus weiterführende Gespräche.

Bei Bedarf initiiert die Sozialarbeiterin gemeinsam mit den SchülerInnen offene Pausenspiele.

4.4. Büchertisch

Die Sozialarbeiterin bereitet für die Lehrkräfte einen Büchertisch rund um die Themen „Soziales Lernen“,

„Gefühle“, „Miteinander umgehen“ vor. Auf diese Weise soll die Lehrerbibliothek ergänzt und erweitert

werden und die Sozialarbeit mit diesen Themen präsent bleiben.

5. Sozialpädagogische Gruppenarbeit

5.1. Soziale Gruppenarbeit nach dem KJHG §29

Im kommenden Schuljahr ist der Beginn sozialer Gruppenarbeit an der Josef-Anton-Laucher-Volksschule

geplant. Wie bereits im letzten Fachbeirat angeregt, soll sie fester Bestandteil an der Schule werden und

dabei im Rahmen einer „AG Soziales“ von einer Lehrkraft unterstützt werden.

Zur Vorbereitung der sozialen Gruppenarbeit hat die Sozialarbeiterin die Lehrkräfte der diesjährigen dritten

Klassen über die Inhalte der Gruppenarbeit informiert und bereitet mit ihnen das weitere Auswahlverfahren

vor.

5.2. Arbeit in Klassenverbänden mit bestimmten Themen

Die Sozialarbeiterin unterstützte inhaltlich und methodisch eine Klasse, um das Klassenklima zu verbessern

und das soziale Miteinander zu stärken.

28


6. Gremienarbeit

6.1. Der Fachbeirat

Im Dezember 2008 fand entsprechend der Kooperationsvereinbarung die erste Fachbeiratssitzung im

laufenden Schuljahr statt. Die Sitzung wurde gemeinsam mit der Angelina-Egger-Volksschule durchgeführt.

Die Sozialarbeiterin legte einen Bericht über ihre Arbeit vor, die anschließend von den Anwesenden

gemeinsam reflektiert wurde. Anschließend wurden die Aufgabenschwerpunkte für die kommenden Monate

in Gruppenarbeit eruiert und anschließend festgelegt.

Neben dem weiteren Ausbau der Beratung und Einzelfallhilfe wurde der Wunsch nach Einführung von

sozialpädagogischer Gruppenarbeit bekräftigt. Die Eltern regten die Anbringung eines Briefkastens für

SchülerInnen und Eltern an, um auf diesem Wege Wünsche, Anregungen und Bitten direkt an die Sozialarbeiterin

weiterleiten zu können.

6.2. Der Elternbeirat

Bei der ersten Elternbeiratsversammlung im Schuljahr 2008/2009 stellte die Sozialarbeiterin sowohl ihre

Person als auch die Methoden und Möglichkeiten ihrer Arbeit den gewählten Elternvertreter ausführlich

vor.

6.3. Abstimmung mit der Schulleitung

Im Berichtszeitraum fanden regelmäßige Besprechungen mit der Schulleitung statt. Im Rahmen dieser

Gespräche wurden Zuständigkeiten geklärt und die Schulleitung erhielt Informationen über die aktuelle

Arbeit der Sozialarbeiterin.

6.4. Arbeitskreis Sozialarbeit an der Schule

Die Sozialarbeiterin stellte den Lehrkräften in diesem Arbeitskreis verschiedene Projekte vor, die das

soziale Miteinander in den Klassen stärken und in den täglichen Unterrichtsablauf eingebaut werden

können.

6.5. Arbeitskreis Jugendhilfe „Kinder- und Jugendpsychiatrie“

Die Sozialarbeiterin ist Mitglied in diesem Arbeitskreis, um über Entwicklungen auf dem Laufenden zu

bleiben und diesen Bereich verstärkt in die Arbeit mit betroffenen Familien einbringen zu können.

7. Gemeinwesenarbeit

Damit ist die Öffnung der Sozialarbeit nach außerhalb der Schule gemeint. Im Berichtszeitraum fand

verstärkter Austausch und Kontakt mit der heilpädagogischen Tagesstätte ARCHE statt. Um den Übergang

von SchülerInnen an die Hauptschule Dillingen intensiver begleiten zu können, findet eine verstärkte

Zusammenarbeit mit der Sozialarbeit an der Hauptschule statt.

29


1

7.1. Jahrestagung Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS)

Gemeinsam mit Frau Sichert von der Josef-Anton-Laucher-Volksschule nahm die Sozialarbeiterin an der

zweitägigen Veranstaltung teil. Inhaltlich ging es um die Frage „ Wie gelingt die Kooperation von JaS und

Schule von Anfang an?“.

Zu diesem Zweck fand im Rahmen der Tagung ein Austausch über die notwendigen Bedingungen für

sinnvolle Kooperationsstrukturen statt. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Berufsrolle und den Berufsrollen

der Kooperationspartner stellte neben dem Kennen lernen und Diskutieren unterschiedlicher

Praxismodelle von JaS einen weiteren Schwerpunkt der Tagung dar.

8. Statistik

8.1. Problemlagen

30

1

1

1

1

1

1

2

2

4

5

6

6

12

13

13

0 5 10 15 20 25 30

26

Gewalt in der Familie

Psychische Belastung Eltern

Sucht in der Familie

Patchwork

sexuelle Gewalt

Mobbing

Verwahrlosung

Beziehungsprobleme Eltern

Trennung/Scheidung

Umgang mit

Erwachsenen/Lehrern

aggressives Verhalten

Erziehungsprobleme

Psychische Belastung

Konflikt zuhause

Schulische Perspektive

Umgang mit Gleichaltrigen


8.2. Arbeitsaufteilung

Sozialpädagogische

Gruppenarbeit

6%

Offene Angebote

10%

Krisenintervention

3%

Gemeinwesenorientiertes

Arbeiten

5%

Gremienarbeit

4%

Einzelfallhilfe

30%

Beratung für Schüler

20%

Beratung für Eltern

12%

Kollegiale Beratung /

Kooperation mit Lehrkräften

10%

31


Theresia-Haselmayr-Schule Dillingen

Privates Sonderpädagogisches Förderzentrum

Georg Schmid Ring 35

89407 Dillingen a. d. Donau

Telefon 09071/7901-0

www.theresia-haselmayr-schule.de

32

Ursula Jurende

An der Theresia-Haselmayr-Schule wurden im Schuljahr 2008/09 insgesamt 310 Schülerinnen und

Schüler in 25 Klassen von 60 Lehrkräften unterrichtet. Die Sprechzeiten der Jugendsozialarbeit sind

dienstags von 09:00 Uhr – 13:00 Uhr und freitags von 8:00 Uhr – 13:00 Uhr. Weitere Termine erfolgen

nach Bedarf. Für die Jugendsozialarbeit an der Schule standen wöchentlich 12,5 Arbeitsstunden zur

Verfügung.

1. Beratung

1.1. Beratung für SchülerInnen

Der Kontakt zu den SchülerInnen kam in der Regel über die Lehrkräfte, die Eltern oder über die Schulleitung

zustande. Die Schüler nutzten aber auch selbst die Sprechzeiten der Jugendsozialarbeiterin.

Im Berichtszeitraum wurden 39 SchülerInnen an der Schule in 90 Schülergesprächen beraten. Die Beratungsschwerpunkte

lagen bei Problemen im Umgang mit Gleichaltrigen, bei verbalen und körperlichen

Übergriffen unter den SchülerInnen, Konfliktsituationen zu Hause und Problemen aufgrund einer Trennung

oder Scheidung der Eltern.

1.2. Kooperation mit Lehrekräften/Kollegiale Beratung

Zum fachlichen Austausch mit den Lehrkräften wurden sowohl Termine vereinbart, als auch „Zwischen-

Tür-und-Angel-Gespräche“ durchgeführt. Themen waren unter anderem der Umgang mit SchülerInnen,

die durch Unruhezustände und Aufmerksamkeitsdefizite den Unterricht stören, aggressives Verhalten

gegenüber MitschülerInnen, Unterrichtsverweigerung von SchülerInnen und Möglichkeiten zur Verbesserung

des sozialen Miteinanders im Klassenverband.

Dazu fanden 110 fallbegleitende Gespräche und acht auf den Klassenverband bezogene Gespräche

statt.


1.3. Beratung für Eltern

Nachdem die Jugendsozialarbeiterin sich auch schriftlich bei den Eltern vorstellte, baten einige Eltern

direkt um ein Beratungsgespräch. Andere Kontakte erfolgten auf Wunsch der SchülerInnen oder der

Lehrkräfte.

Die in den Gesprächen behandelten Themen bezogen sich schwerpunktmäßig auf Erziehungsschwierigkeiten,

Konfliktsituationen zu Hause, Trennungsabsichten der Eltern, Leistungsproblematik und Auffälligkeiten

im Sozialverhalten. Die Gespräche fanden in der Regel allein mit den Eltern bzw. einem Elternteil

oder gemeinsam mit der Lehrkraft statt. Im Berichtszeitraum wurden 51 Beratungsgespräche mit den

Eltern geführt und drei Hausbesuche getätigt.

2. Krisenintervention

Krisenintervention ist immer dann erforderlich, wenn zum Wohle oder zum Schutz der Kinder schnell

geeignete Maßnahmen getroffen werden müssen. In den meisten Fällen findet zunächst ein Austausch

zwischen Schulleitung, zuständiger Lehrkraft und Jugendsozialarbeiterin statt, um dann gemeinsam eine

adäquate und schnelle Lösung zu entwickeln – evtl. unter Einbeziehung des Amtes für Jugend und Familie.

Während des Schuljahres 2008/2009 war die Krisenintervention in einem Fall erforderlich. Die dabei zu

Grunde liegende Problematik war Gewalt in der Familie und ein daraus resultierendes, vorübergehendes

nicht einschätzbares Gefährdungsrisiko.

3. Einzelfallhilfe

Resultierend aus der Beratungsarbeit ergab sich in einigen Fällen die Notwendigkeit einer Einzelfallhilfe.

Im Rahmen dieser Hilfeform bestand eine enge Zusammenarbeit mit dem Amt für Jugend und Familie,

mit der psychologischen Beratungsstelle der Katholischen Jugendfürsorge in Dillingen, mit den MitarbeiterInnen

der ambulanten Erziehungshilfe, mit der für die Theresia-Haselmayr-Schule zuständigen Schulpsychologin,

mit Frau Dogan, die jeden Freitag an der Schule den türkischen Kindern und Jugendlichen

eine Unterstützung bietet und mit anderen Kooperationspartnern. Außerdem tauschte sich die Jugendsozialarbeiterin

einmal in der Woche mit der zuständigen Fachkraft des „sozialen Trainingsraums“ aus, um

das Vorgehen in bestimmten Fällen abzustimmen und Aufgabenbereiche zu koordinieren.

Im Berichtszeitraum kam es in 22 Fällen zu einer Einzelfallhilfe. Dabei wurden 78 Schülergespräche geführt

und 47 Gespräche mit den oben genannten Kooperationspartnern.

4. Sozialpädagogische Gruppenarbeit

4.1. Themenbezogene Kleingruppenarbeit

Dazu wurde in zwei Kleingruppen von vier bis sechs Schülern Gruppenarbeit durchgeführt. In der Regel

fanden zehn Einheiten einmal wöchentlich für 30 Minuten statt. Ziel dieser Kleingruppenarbeit war die

Förderung der Interaktions- und Kommunikationsfähigkeit der SchülerInnen, das Erarbeiten von gewaltfreien

Konfliktlösungen, die Stärkung des Selbstwertes und das Erlernen von geeigneten Verhaltensweisen

in Bedrohungssituationen. Die erste Gruppe bildeten Schüler, die von ihren Mitschülern Ausgrenzung

33


und körperliche Übergriffe erfahren hatten. In der zweiten Gruppe befanden sich Schüler, die tendenziell

zu Provokationen und körperlichen Übergriffen neigten.

4.2. Soziale Gruppenarbeit nach §29 KJHG

Die sozialpädagogische Gruppenarbeit an der Theresia-Haselmayr-Schule ist ein präventives Angebot im

Rahmen der Jugendgerichtshilfe für zehn strafunmündige Jugendliche, das vom Amt für Jugend und

Familie finanziert wurde. Geleitet wurde diese Gruppe von einem externen pädagogischen Mitarbeiter

der St. Gregor-Jugendhilfe und der Jugendsozialarbeiterin vor Ort.

In diesem Schuljahr arbeiteten wir mit einer Mädchengruppe und einer Jungengruppe mit je fünf Schülern.

Diese Jugendlichen zeigten gruppenpädagogischen Förderbedarf vor allem im Umgang mit Regeln

und Konflikten. Ziel war das Erlernen und Einüben grundlegender sozialer Kompetenzen. Durch Gesprächsrunden,

Spiele und Übungen sollten die SchülerInnen beispielsweise lernen, Gruppenregeln zu

akzeptieren, spannungsgeladene Situationen einzuschätzen und Kritikfähigkeit zu erwerben. Außerdem

machten wir uns zum Ziel, eine Feedback-Kultur bei den Jugendlichen zu entwickeln und gewaltfreie

Konfliktlösungen zu vermitteln und mit ihnen zu trainieren.

Im Verlauf der Arbeit konnten sich die Jugendlichen immer mehr auf ein soziales Miteinander einlassen,

und bewerteten die sozialpädagogische Gruppenarbeit als positiv.

Die sozialpädagogische Gruppenarbeit fand einmal in der Woche statt und dauerte jeweils 30 Minuten.

4.3. Arbeit in Klassenverbänden

Auf Wunsch der Lehrkräfte arbeitete die Jugendsozialarbeit mit Mädchen aus der vierten Jahrgangsstufe

zum Thema „Mein Körper und seine Veränderungen“. Die Mädchen zeigten sich sehr interessiert und

stellten viele Fragen, die sie altersgemäß beschäftigten. Aufgrund der positiven Rückmeldung der Schülerinnen

bei den Lehrkräften, baten diese um eine Fortsetzung zum Thema „Beziehung“. Diese Klassenarbeit

mit den Schülerinnen trug dazu bei, Hemmschwellen bei den Mädchen abzubauen und ihnen somit

den Einzelkontakt zur Jugendsozialarbeiterin zu erleichtern.

Zweimal in diesem Schuljahr arbeitete die Jugendsozialarbeiterin mit zwei Klassen der zweiten Jahrgangsstufe,

um Fallschirmspiele mit ihnen durchzuführen. Neben der Freude am Spiel, trainierten die

SchülerInnen dabei Koordination, Geschicklichkeit und Rhythmik. Die erste Aktion fand im Rahmen des

Gesundheitstages statt.

5. Offene Angebote

5.1. Elternfrühstück

Als offenes Angebot fand viermal im Jahr das Elternfrühstück statt. Dabei soll den Eltern die Möglichkeit

geboten werden, sich zu treffen, miteinander in Kontakt zu treten und ungezwungen ins Gespräch mit der

Schulleitung und der Jugendsozialarbeiterin zu kommen. Das Frühstück trug dazu bei, Eltern den Zugang

zur Beratung zu erleichtern und Schwellenängste abzubauen.

Dieses Angebot wurde von den Eltern sehr positiv aufgenommen. Bei allen Treffen nahmen durchschnittlich

etwa 60 Eltern teil. Zunehmend besuchten auch Väter das Elternfrühstück. Für ausreichend Kuchen

34


und Butterbrezen sorgte wieder der Elternbeirat und die kreative Tischgestaltung übernahmen die Schüler.

Neben einem ungezwungenen Austausch während des Frühstücks gab es jeweils eine zusätzliche Attraktion,

wie eine Modenschau des schuleigenen Second Hand Shops mit anschließender Öffnung des

Ladens oder eine spannungsreiche Lesung für die Eltern von Herrn Pooch, einem externen Sonderschulpädagogen,

der die Attraktivität des Vorlesens verdeutlichte und somit eine Anregung für Eltern

schaffte, ihren Kindern selbst vorzulesen.

6. Projektarbeit

6.1. Klassenprojekt „Clip“ Niedrigseilgarten

Die Jugendsozialarbeiterin organisierte auch in diesem Jahr für vier Klassen der Jahrgangsstufen vier,

fünf und sechs den Besuch des Niedrigseilgartens in Bliensbach. Übungen zur Schulung des Sozialverhaltens

und das gegenseitige Sichern im Seilbereich sollten den Klassenverband stärken und neue Lösungsmöglichkeiten

für zukünftige Konfliktsituationen bieten. Für alle SchülerInnen und LehrerInnen war

dies eine durchweg positive Erfahrung. Vor allem bei den Kooperationsspielen zeigte sich ein sozialer

Förderbedarf aber auch die Chancen der Schüler, das Miteinander zu entdecken und sich aufeinander

einzulassen.

6.2. Musik und Tanz in integrativer Arbeit

Auf Anfrage der Schülerinnen und aufgrund eines Ergebnisses aus der Fachbeiratssitzung gestaltete die

Jugendsozialarbeiterin gemeinsam mit Frau Heindl ein weiteres Tanz- und Musikprojekt an der Schule. In

Absprache mit den Lehrkräften fand dieses

in zehn Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten

statt. Angesprochen wurden diesmal

Mädchen aus der fünften bis siebten Jahrgangsstufe,

die kaum Kontakte zu anderen

Schülern haben.

Ziel des Projektes war es, den Mädchen die

Möglichkeit zu bieten, unkompliziert in

Kontakt mit anderen Mädchen zu treten,

sich in Bewegung selbst zu erfahren und

dabei Mut zu finden, aus sich heraus zu wachsen. Eine Erfahrung dabei war, dass Schülerinnen der

siebten Jahrgangsstufe größere Probleme zeigten, sich auf das Projekt einzulassen. Sie waren eher

darauf bedacht, positiv zu wirken und konnten sich daher nicht so fallen lassen, wie die jüngeren Mädchen.

7.4. Pausenhelfer

Als Resultat einer Vorstellung neuer Gedanken zum Thema Pausenhelfer durch Herrn Keiß von der St.

Gregor-Jugendhilfe und der Jugendsozialarbeiterin vor Ort, entschloss sich die Mehrheit des Lehrerkollegiums

zu einer erneuten Einführung dieses Gleichaltrigenprojekts. Im ersten Schritt wird eine Projektgruppe

eingerichtet, welche den Rahmen für die Mediationsarbeit und das Coaching durch die betreuenden

Lehrkräfte erarbeitet. Dabei sollen vor allem auch die Ideen der Schüler berücksichtigt werden. Ziel

35


des Projektes ist es, den Schülern mehr Verantwortung zu übertragen, Gewaltdelikte zu verringern bzw.

Grenzüberschreitungen zu verhindern, einen konstruktiven Umgang mit Konflikten zu üben, die Pausenhelfer

als weiteren Ansprechpartner für Schüler einzusetzen und damit ein weiteres Projekt an der Schule

anzubieten.

7. Gremienarbeit

7.1. Aufbau eines Schülerrates

An der Theresia-Haselmayr-Schule wurde als neues Angebot für die Schüler ein Schülerrat eingerichtet.

Dieser wird von den Verbindungslehrern und der Jugendsozialarbeiterin geleitet. Zudem nehmen daran

die ersten Klassensprecher der Jahrgangsstufen drei bis neun und die drei Schülersprechen teil.

Der Rat bietet den SchülerInnen die Möglichkeit, viermal im Jahr zusammen zu kommen und über ihre

Anliegen an die Schule, Lehrkräfte und an die Jugendsozialarbeiterin zu sprechen. Weiterhin stärkt er die

Klassensprecher und Schülersprecher in ihrer Funktion. Diese nutzten das Angebot bereits konstruktiv

und beantragten mit Hilfe des neu gewählten Verbindungslehrers schriftlich beim Rektor Fußballtore und

die Erlaubnis für die höheren Klassen, ebenfalls Fußball spielen zu dürfen. Dieser Antrag wurde von der

Schulleitung genehmigt. Außerdem wurden bereits Pläne zu „Wunsch-Boxen“ in den Klassen und in der

neuen Aula gemacht.

7.2. Der Fachbeirat

Dem Gremium gehören neben der Schulleitung auch Vertreter der Eltern, der Lehrkräfte und der SchülerInnen

an, sowie eine Vertretung vom Amt für Jugend und Familie, außerdem Frau Streich, Gesamtleitung

Regens Wagner und Herr Keiß von der St. Gregor-Jugendhilfe Augsburg. In den zwei Fachbeiratssitzungen

berichtete die Jugendsozialarbeiterin über ihre Arbeit. Das Gremium reflektierte die bisherige

Arbeit und legte die neuen Schwerpunkte und Inhalte der Jugendsozialarbeit fest.

Ergebnisse waren, dass die Jugendsozialarbeit an der Theresia-Haselmayer-Schule als allgemein sinnvoll

und notwendig erlebt wird. Die Beziehung der Jugendsozialarbeiterin zu den Schülern, Eltern und

Lehrern wurde als vertrauensvoll bezeichnet. Die erarbeiteten Wünsche der Sitzungsmitglieder für dieses

Jahr waren das Tanzprojekt mit Frau Heindl, die Wiedereinführung des Mädchen-Talks, die Gestaltung

eines Jungen-Talks, Aufklärungsarbeit zum Thema Sexualität und AIDS, Hilfen zur sinnvollen Freizeitgestaltung,

der Aufbau eines Schülerrates und die Weiterführung der Arbeit an den festen Bausteinen

der Jugendsozialarbeit an Schulen.

7.3. Gespräche mit der Schulleitung

Jede Woche fanden regelmäßig und nach Bedarf zusätzlich Besprechungen mit dem Schulleiter statt.

Ziel dieser Gespräche war die Abstimmung über laufende bzw. anstehende Fälle, die Abklärung möglicher

Projekte und Terminabsprachen.

Dieser Austausch ist ein wesentlicher Bestandteil einer gut funktionierenden Kooperation zwischen

Schule und Jugendsozialarbeit.

36


1

8. Statistik

8.1. Problemlagen

1

1

1

1

2

2

2

2

3

3

3

3

4

4

5

5

9

10

0 5 10 15 20 25 30

8.2. Arbeitsaufteilung

Sozialpädagogische

Gruppenarbeit

5%

Krisenintervention

1%

Einzelfallhilfe

35%

Projektarbeit

4%

Offene Angebote

6%

Gremienarbeit

1%

26

Armut

Drogen

Konflikt zuhause

Verdacht auf psychische

Erkrankung

Patchwork

Beziehungsprobleme Eltern

Verwahrlosung

Tod eines Angehörigen

ADHS/ADS

Trennung/Scheidung

Gewalt in der Familie

psychische Gewalt

Psychische Belastung

Mobbing

Beratung für Schüler

30%

Erziehungsprobleme

Umgang mit

Erwachsenen/Lehrern

Schulische Perspektive

aggressives Verhalten

Beratung für Eltern

8%

Kollegiale Beratung /

Kooperation mit Lehrkräften

10%

Umgang mit Gleichaltrigen

37


Grundschule in Wertingen

Fère-Str. 2

86637 Wertingen

Tel.: 0 827 72 / 99 2 330

E-mail: gswertin@bndlg.de

Homepage: www.bndlg.de/~gswertin

38

Gertrud Woltering-Siegert

An der Grundschule Wertingen wurden im Schuljahr 2008/2009 insgesamt 471 Schülerinnen und Schüler

in 21 Klassen unterrichtet. An der Schule unterrichteten 34 LehrerInnen.

Anwesend ist die Sozialarbeiterin immer dienstags von 9.00-12.00 Uhr. Die sozialpädagogische Gruppenarbeit

findet dienstags von 14.00 bis 15.00 Uhr statt.

1. Beratung

1.1. Beratung für SchülerInnen

Die Beratungserstgespräche für SchülerInnen kamen in den meisten Fällen durch Vermittlung der Lehrkraft

oder der Eltern zustande. In Absprache mit den LehrerInnen fanden die Beratungstermine während

der Unterrichtszeit, in den Pausen oder nach Unterrichtsende statt. Im Berichtszeitraum wurden insgesamt

44 Gespräche geführt.

1.2. Beratung für Eltern

Der Zugang der Eltern zur Sozialarbeit fand entweder auf direktem Wege statt (telefonisch oder während

der Sprechzeiten) oder Eltern kamen auf Anraten der Lehrkräfte zur Beratung. In einigen Fällen nahm die

Sozialarbeiterin von sich aus Kontakt zu den Eltern auf. Es fanden insgesamt 54 Gespräche statt.

1.3. Beratung für LehrerInnen

Der Kontakt zu den LehrerInnen kam überwiegend in der großen Pause oder nach Unterrichtsende im

Lehrerzimmer zustande. Für längere und ausführlichere Gespräche wurden Terminvereinbarungen mit

den Lehrkräften getroffen.

2. Krisenintervention

Krisenintervention ist immer dann erforderlich, wenn zum Wohle des Kindes eine schnelle geeignete

Maßnahme gefunden werden muss. Dabei wird zunächst entschieden, welche Hilfen einzuschalten sind


(Eltern, Schulleitung, weitere Institutionen). Nach dieser „Erstversorgung“ können weitere Schritte geplant

werden. Im letzten Schuljahr wurden zwei Kriseninterventionen durchgeführt.

3. Einzelfallhilfe

Wenn aufgrund der Probleme eine Verbesserung der Situation nicht allein durch Beratung möglich ist,

müssen weitere Formen der Hilfe, andere Dienste und eventuell andere Personen aus dem Umfeld miteinbezogen

werden. Eine längerfristige Begleitung wird an weitergehende Kooperationspartner vermittelt.

Wichtige Partner sind hierbei das Amt für Jugend und Familie, die Psychologische Beratungsstelle in

Dillingen, Kinder- und Jugendpsychiater, Therapeuten und viele andere.

An der Grundschule gab es im letzten Schuljahr neun Einzelfallhilfen mit vielen begleitenden Elterngesprächen,

LehrerInngesprächen, SchülerInnengesprächen und Gesprächen mit den Kooperationspartnern.

Die Themen in Beratung und Einzelfallhilfe entnehmen Sie bitte dem Statistik Teil im Anhang.

4. Sozialpädagogische Gruppenarbeit

4.1. Soziale Gruppenarbeit

Auf Wunsch des Fachbeirates wurde im letzten Schuljahr bereits kurz nach den Sommerferien mit der

sozialpädagogischen Gruppenarbeit begonnen. Nach den Herbstferien kamen dann weitere Kinder zur

Gruppe dazu, so dass insgesamt sieben Kinder nach dem bekannten Aufnahmeverfahren in die Gruppe

fest aufgenommen werden konnten. So fand kontinuierlich während des ganzen Schuljahres Gruppenarbeit

statt.

Geleitet wurde die Gruppenarbeit von zwei pädagogischen Fachkräften. Als Zweitkraft arbeitete wieder

der Erzieher Tobias Kolb mit.

In gemeinsamen Aufnahmegesprächen wurden individuelle Zielvereinbarungen mit Eltern und Kindern

besprochen.

Methoden der Gruppenarbeit waren: Kooperationsübungen, Übungen zur Selbst- und Fremdwahrnehmung,

Stilleübungen, Entspannungsübungen, Interaktionsübungen, Übungen zur Körperwahrnehmung

und andere.

4.2. Arbeit in Klassenverbänden

In diesem Schuljahr gab es von Seiten der LehrerInnen mehrere Anfragen nach Klassenangeboten zu

unterschiedlichen Themen, wie konfliktbeladene Klassenkonstellation, Umgang mit Außenseitern, Umgang

miteinander und das Klassenklima verbessern. In vorgeschalteten Gesprächen mit der Lehrkraft

wurde die Situation im Klassenverband analysiert, eventuelle Ansatzpunkte herausgearbeitet und das

pädagogische Arbeiten geplant. Dabei wurden gezielt sozialpädagogische Methoden für die jeweilige

Situation ausgewählt. Im Berichtszeitraum wurden 14 Klassenangebote durchgeführt.

39


5. Offene Angebote

Die Sozialarbeiterin war während der großen Pause oft im Pausenhof anwesend und stand den Kindern

als Ansprechpartnerin zur Verfügung. So hatten die Kinder die Möglichkeit, niederschwellig und unkompliziert

Kontakt zur Sozialpädagogin aufzunehmen.

6. Gremienarbeit

6.1. Der Fachbeirat

Der Fachbeirat tagte am 29.10.2008. Anwesend waren die Schulleitung, Vertreter der Lehrkräfte, Vertreter

des Elternbeirats, Herr Keiß von der St. Gregor Jugendhilfe und die Sozialarbeiterin. Der Tätigkeitsbericht

wurde vorgestellt und es wurden Arbeitsschwerpunkte für das neue Schuljahr festgelegt. Das

Protokoll der Sitzung liegt der Schule vor und kann jederzeit eingesehen werden.

6.2. Der Elternbeirat

Die Sozialarbeiterin nahm am 06.10.2008 an der Elternbeiratswahl teil und stellte den Klassenelternsprechern

die Angebote der Sozialarbeit vor.

6.3. Lehrerfortbildung

Im Rahmen einer SchiLf (Schulhausinterne Lehrerfortbildung) führte die Sozialarbeiterin gemeinsam mit

dem Erzieher Tobias Kolb am 13.01.2009 eine Fortbildung zum Thema „Sozialpädagogische Gruppenarbeit

“ durch. Daran nahmen 13 Lehrkräfte und die Schulleitung teil. Die Rückmeldung der LehrerInnen

war sehr positiv. Durch diese praktische Erfahrung mit Inhalten der Gruppenarbeit SchülerInnen und

Eltern können Lehrkräfte künftig fundiert über dieses Angebot informieren und den Zugang dazu erleichtern.

6.4. Schulleitergepräche

Im Berichtszeitraum fanden regelmäßig Besprechungen mit der Schulleitung statt. Diese Treffen sind ein

wichtiges Bindeglied für die Kooperation zwischen Schule und Sozialarbeit.

40


1

7. Statistik

7.1. Problemlagen

1

1

1

1

2

2

2

2

5

7

0 2 4 6 8 10 12 14 16

7.2. Arbeitsaufteilung

Sozialpädagogische

Gruppenarbeit

25%

Projektarbeit

4%

Krisenintervention

4%

Gemeinwesenorientiertes

Arbeiten

1%

Offene Angebote

3%

8

8

Gremienarbeit

4%

Einzelfallhilfe

15%

15

Beratung für Schüler

13%

Konflikt zuhause

Trennung/Scheidung

Psychische Belastung Eltern

Autoaggression

Beziehungsprobleme Eltern

Schulische Perspektive

aggressives Verhalten

Mobbing

ADHS/ADS

Psychische Belastung

Erziehungsprobleme

Umgang mit

Erwachsenen/Lehrern

Umgang mit Gleichaltrigen

Beratung für Eltern

15%

Kollegiale Beratung /

Kooperation mit Lehrkräften

16%

41


Staatliche Realschule Wertingen

Fère Str. 3

86637 Wertingen

Tel.: 0 82 72 / 80 05-0

Anrufbeantworter: 0 82 72/80 05-60

http://www.RSWertingen.de

42

Bernadette Farquhar

An der Staatlichen Realschule Wertingen wurden im Schuljahr 2008/2009 insgesamt 915 Schülerinnen

und Schüler in 32 Klassen von 88 Lehrkräften unterrichtet. Für Jugendsozialarbeit stehen wöchentlich

neun Arbeitsstunden zur Verfügung.

Stellenneubesetzung Jugendsozialarbeit an der staatlichen Realschule Wertingen/Einarbeitung

Die Stelle der Jugendsozialarbeit an der Realschule Wertingen wurde im November 2008 mit Frau Bernadette

Farquhar neu besetzt. Herr Keiß hatte nach acht Jahren Tätigkeit ein neues Aufgabenfeld übernommen.

Ein erster großer Arbeitsschwerpunkt war die Bekanntmachung der neuen Jugendsozialarbeiterin an der

Schule und mit den wichtigen Kooperationspartnern vor Ort und in deren Aufgabengebiet. So fanden

unter anderem Treffen mit dem Bürgermeister, der örtlichen Polizeileitung, der Schulamtsleitung, dem

Kreisjugendpfleger und den beratenden und ambulanten Jugendhilfeeinrichtungen im Landkreis Dillingen

statt. Darüber hinaus war es wichtig, sich die Kenntnisse über Strukturen innerhalb der Schule, Örtlichkeiten

und Abläufe anzueignen.

1. Beratung

1.1. Beratung für SchülerInnen

Die Kontaktaufnahme erfolgte meist über Hinweise von Lehrkräften, durch Anfragen von Eltern, oder

Schüler kamen von sich aus zur Beratung. Themen waren unter anderem der problematische Umgang

mit Gleichaltrigen, Leistungsproblematik, Schwierigkeiten im Umgang mit Erwachsenen und Lehrkräften,

Konfliktsituationen zu Hause, Trennungs- und Scheidungsfolgen, psychische Belastungs- oder Drucksituationen,

die schulische und berufliche Perspektive, Mobbing und anderes. Insgesamt 62 Beratungsgespräche

wurden zu diesen Fragen geführt.


1.2. Beratung für Eltern

Die Beratungsgespräche fanden telefonisch aber auch nach Terminvereinbahrung an der Schule statt.

Sie bezogen sich auf Leistungsprobleme, vermuteten Drogenkonsum der Kinder, psychische Auffälligkeiten,

Ausgrenzung, Mobbing und Gewalt, Umgang mit den neuen Medien, schulische Perspektiven,

Erziehungsfragen oder familiäre Probleme. Es fanden insgesamt 110 Gespräche statt.

1.3. Beratung für LehrerInnen

Im Rahmen der Beratung von Schülerinnen und Schülern und in der Einzelfallhilfe findet nach Absprache

mit den betroffenen SchülerInnen und Eltern (Schweigepflicht) auch ein Austausch mit den beteiligten

Lehrkräften und dem Beratungslehrer statt.

Darüber hinaus gab es auch oft Anfragen zur Vorgehensweise bei Problemen in den Klassen nach sozialpädagogischen

Gesichtspunkten. Die Umsetzung der Methoden wurde dann von den Lehrkräften übernommen.

Die zahlreichen Gespräche dazu fanden meist während der Anwesenheit des Sozialarbeiters

im Lehrerzimmer in den Pausen oder in Freistunden der Lehrkräfte statt. Insgesamt wurden 99 Beratungsgespräche

durchgeführt.

2. Krisenintervention

Krisenintervention ist immer dann gefordert, wenn zum Wohle oder zum Schutz der Kinder schnell geeignete

Maßnahmen getroffen werden müssen. Die Krisenintervention kam im laufenden Schuljahr in

drei Fällen vor. Dabei ging es um Gewalt gegen SchülerInnen, psychischen Rückzug und Suiziddrohung

und um Konfliktsituationen zu Hause.

3. Einzelfallhilfe

Wenn aufgrund der Problemlagen eine Verbesserung der Situation nicht allein durch Beratung möglich

erscheint, werden weitere Formen der Hilfe, möglicherweise andere Personen aus dem sozialen Nahraum

und Fachstellen im Landkreis mit einbezogen. Wichtige Kooperationspartner waren hier die Ämter

für Jugend und Familie der Landkreise Dillingen und Augsburg, die psychologische Beratungsstelle der

Katholischen Jugendfürsorge in Dillingen, die Agentur für Arbeit mit ihrem Berufsberater Herrn Petzold,

Mitarbeiter der ambulanten Jugend- und Familienhilfe, Ärzte, Psychologen und andere. Es fanden 19

Gespräche mit Kooperationspartner statt.

Die Einzelfallhilfe erwächst meist aus Beratungs- oder Kriseninterventionssituationen und wurde in insgesamt

18 Fällen geleistet. Dabei wurde ein Hausbesuch durchgeführt.

4. Projektarbeit

4.1. Das Tutorenprojekt

Die Schule und der Elternbeirat ermöglichten im letzten Schuljahr den Tutorengruppen während eines

ganzen Tages an einem Seminar in Lauingen zur Vorbereitung auf ihr künftiges Amt teilzunehmen. Im

Mittelpunkt standen spielpädagogische Anregungen und vier Workshops zur Klärung organisatorischer

43


Fragen und zur Ausarbeitung eines „Programms“ für die künftigen fünften Klassen. Das Seminar wurde

vom Kreisjugendring in Kooperation mit der St. Gregor-Jugendhilfe vorbereitet und durchgeführt.

Mit diesem Rüstzeug und einem festen Plan für die ersten Tage des laufenden Schuljahres empfingen

die neuen TutorInnen am ersten Schultag „ihre“ Fünftklässler nach der offiziellen Begrüßung durch die

Schulleitung. Es folgten Schulhausrallyes, Spielnachmittage, Lesenächte, gemeinsames Kochen und

Backen, ein Nikolausbesuch und eine gemeinsam mit der SMV durchgeführte Faschingsveranstaltung.

Zum Ende des laufenden Schuljahres warben die Tutoren für ihre Nachfolger. Die „neuen“ Tutoren werden

wieder im Rahmen eines Seminars, diesmal in Wertingen, auf ihren Einsatz im nächsten Schuljahr

vorbereitet.

Die ausscheidenden TutorInnen bekamen zum Dank für Ihren Einsatz für das Schulgemeinwesen ein

Tutorenzertifikat und einen Eintrag in ihr Jahreszeugnis. Die Lehrkraft Frau Menz und die Jugendsozialarbeiterin

betreuten die Tutorengruppen während der Ausbildung, sowie bei Vorbereitung der einzelnen

Tutorenveranstaltungen und bei der Durchführung und Reflexion in Tutorennachmittagen, in Einzelgesprächen

und durch persönliche Anwesenheit.

Als eine besondere Form der Tutorenarbeit wurde dieses Jahr erstmals ein Projekt versuchsweise gestartet.

Hier begleiteten verschiedene Tutoren einzelne, besonderes belastete SchülerInnen der unteren

Jahrgangsstufen individuell. Diese Tutoren wurden von der Jugendsozialarbeiterin zusätzlich in Gesprächen

unterstützt.

4.2. Begleitung von Schulübergängen

Die Jugendsozialarbeiterin versucht, alle Schulübergänge zu begleiten und im Bedarfsfall geeignete Angebote

zur Verfügung zu stellen. In den neuen fünften Klassen stellte sich die Jugendsozialarbeiterin vor,

um einerseits einen Beitrag zur neuen Klassengemeinschaft zu leisten und andererseits Jugendsozialarbeit

erlebbar zu machen. Aber auch einzelne, außerplanmäßige Wechsel wurden intensiv begleitet. So

geschehen bei fünf Neuzugängen innerhalb des Schuljahres.

Auch die SchülerInnen, die die Realschule verlassen, wurden auf das Beratungsangebot aufmerksam

gemacht und verabschiedet, so geschehen in zwei Fällen.

Zwei intensivere Beratungen erfolgten auf Nachfrage und in Zusammenarbeit mit der Schulleitung. Hier

sollten Schüler, die bereits einen kritischeren persönlichen Hintergrund mitbringen in die Schule aufgenommen

werden.

4.3. Lernen lernen

In Kooperation mit dem Beratungslehrer Herrn Brandelik und einer Lehrkraft wurde ein Projekt für Schülerinnen

und Schüler der fünften Jahrgangsstufe durchgeführt. Dabei ist der wichtigste Schwerpunkt der

Jugendsozialarbeit, die Situation benachteiligter bzw. belasteter SchülerInnen ausgleichen zu helfen und

sich bekannt machen. Sechs Gruppen durchliefen an je zwei Nachmittagen dieses freiwillige Angebot mit

insgesamt 89 TeilnehmerInnen.

4.4. Vorstellung der Jugendsozialarbeit bei Referendaren/Fortbildungen

In Zusammenarbeit mit dem Lehrer Robert Mader wurde die Vorgehensweise bei Mobbing, Hintergründe

und die Zusammenarbeit mit der Jugendsozialarbeit an einem Nachmittag den Referendaren der Real-

44


schule vorgestellt. Die Jugendsozialarbeiterin nahm auch an der internen Fortbildung zu Thema Medien

und Gewalt teil.

5. Sozialpädagogische Gruppenarbeit

5.1. Arbeit in Klassenverbänden

Im Berichtszeitraum fand in zwei Klassen eine themenbezogene Gruppenarbeit statt. Diese erfolgten auf

Nachfrage der Klassenleitungen und hatten vor allem die Klassengemeinschaft, den Umgang mit MitschülerInnen

und Lehrkräften sowie die Lern- und Leistungsmotivation im Blick. In einer der Klassen

wurde eine langfristigere Arbeit zusammen mit Herrn Härpfer von der Schulleitung geleistet.

Für zwei weitere Klassen ist es pädagogisch sinnvoller, eine langfristige Klassenbegleitung von einer

außerschulischen Fachkraft durchführen zu lassen. Hier übernahm die Jugendsozialarbeiterin die Vorarbeiten,

die Vorbereitung der Inhalte die mit dem jeweiligen Klassenleitern und dem Referenten entworfen

wurde, die Dokumentation des Projektes und die Abstimmung mit Schulleitung und Elternbeirat.

5.2. Themenorientierte Gruppenarbeit:

„Prüfungen und Klassenarbeiten – das schaff’ ich schon“

Gemeinsam mit der Religionslehrkraft Frau Menz wurde ein Kurs zur Bewältigung von Prüfungsstress für die

10. Jahrgangsstufe angeboten. In einer Gruppe mit insgesamt 13 SchülerInnen am Nachmittag mit je drei

Treffen wurden konkrete Ängste, Sorgen und Befürchtungen benannt und bearbeitet, Stressbewältigungsstrategien

vorgestellt und ausprobiert sowie Tipps zum Lernen auf die Prüfungen erarbeitet.

6. Gremienarbeit

6.1. Der Fachbeirat

Der Fachbeirat tagte entsprechend der Kooperationsvereinbarung wieder zweimal. Dabei wurde unter

anderem offensichtlich, dass die Nachfrage nach Jugendsozialarbeit den zeitlichen Rahmen von neun

Stunden bei weitem übersteigt. Deutlich wurde auch, dass die Jugendsozialarbeiterin einen eigenen

Raum benötigt, mit der Möglichkeit Telefonanrufe und Beratungsgespräche in einem geschützten Rahmen

führen zu können. Dieser wird in den Sommerferien 2009 eingerichtet und bereitgestellt.

Um eine bessere Erreichbarkeit der Jugendsozialarbeiterin zu gewährleisten wurde auf Anregung des

Fachbeirats von der Realschulleitung ein Anrufbeantworter eingerichtet, auf dem Nachrichten hinterlassen

werden können. Diese Möglichkeit wird in der Woche durchschnittlich fünf Mal genutzt.

Weitere Ergebnisse waren, dass die Unterstützung in der Einzelfallhilfe von Eltern, Lehrern und SchülerInnen

als sehr hilfreich empfunden wird, aber auch die Prävention in Form von Projekten weiterhin

Schwerpunkt in der Arbeit sein solle.

6.2. Zusammenarbeit mit Eltern

Im Zusammenhang mit dem Elterninformationstag am Anfang des Schuljahres wurde Jugendsozialarbeit

den Eltern vorgestellt, an einem der beiden im Schuljahr stattfindenden Elternsprechabenden war die

Jugendsozialarbeiterin als Ansprechpartnerin für Fragen und Gespräche anwesend.

45


Für die Klassenelternsprecher einer Klasse war die Jugendsozialarbeiterin Ansprechpartnerin für eine

problematische Klassensituation. Gemeinsam mit dem Elternbeirat konnte für diese Klasse ein langfristiges

pädagogisches Konzept gestartet werden.

6.3. Seniorenakademie

Im Berichtszeitraum wurde 12 SchülerInnen die Möglichkeit einer Begleitung durch Paten der Seniorenakademie

angeboten. Davon machten schließlich zwei SchülerInnen Gebrauch.

6.4. Öffentlichkeitsarbeit

Um das Angebot der Jugendsozialarbeit bekannt zu machen wurden die Sprechzeiten der Jugendsozialarbeiterin

im Internetauftritt der Schule veröffentlicht sowie ein Schaukasten für SchülerInnen gestaltet.

Eine weitere Information wurde für den Jahresbericht geschrieben.

7. Abstimmung mit der Schulleitung

Es fanden regelmäßige Besprechungen mit der Schulleitung statt, um Planungen und Arbeiten aufeinander

abzustimmen. So konnte für belastete Schüler im Einzelfall gemeinsame Lösungen gefunden werden,

aber auch für Überlegungen und Planungen von Projekten und weiteren Vorhaben.

8. Gemeinwesenarbeit

Im Berichtszeitraum fand Gemeinwesenarbeit v. A. als Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jugendtreff,

dem Kreisjugendring statt sowie mit dem Familienbüro der St. Gregor Kinder-, Jugend- und Familienhilfe

im „Mehrgenerationenhaus des ASB“.

So wurden folgende Veranstaltungen mitorganisiert:

46

• Jugendsozialarbeit war gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit, Herrn Petzold, der Stadtjugendpflegerin

Frau Kutter, dem Kreisjugendring und dem Familienbüro am „Job-mobil“ vertreten.

Am 26.05.09 konnten Jugendliche sich direkt am Marktplatz in Wertingen über ihre Möglichkeiten

nach Abschluss der Schule informieren.

• die Ausbildung der neuen Tutoren mit dem Kreisjugendring fand diesmal am 28.07.09 in Wertingen

statt. Hier übernahm die Jugendsozialarbeiterin in Zusammenarbeit mit dem Kreisjungendring

und der St. Gregor Kinder-, Jugend- und Familienhilfe die Organisation der Veranstaltung

vor Ort.

• Vier mal trafen sich die Sozialarbeiterin vor Ort (Wertingen) um Information und Vernetzung zu

gewährleisten.

• Mit dem Familienbüro wurden für Veranstaltungen zum Thema „Hausaufgaben leicht gemacht!“

und „Familienstruktur und Geschwisterfolge“ vorbereitet. Am Tag der offenen Tür des Familienbüros

am 24.05.09 war die Jugendsozialarbeiterin an der Realschule Wertingen als Ansprechpartnerin

vertreten.


1

9. Statistik

9.1. Problemlagen

1

1

1

2

2

2

2

2

3

3

3

4

5

10

0 5 10 15 20 25 30

9.2. Arbeitsaufteilung

Projektarbeit

30%

Gemeinwesenorientiertes

Arbeiten

5%

Gremienarbeit

10%

Krisenintervention

3%

15

16

Beratung für Schüler

9%

25

Einzelfallhilfe

22%

Beratung für Eltern

11%

Autoaggression

Psychische Belastung Eltern

Drogen

Verwahrlosung

Patchwork

Beziehungsprobleme Eltern

ADHS/ADS

Berufliche Perspektive

Erziehungsprobleme

Trennung/Scheidung

Umgang mit

Erwachsenen/Lehrern

Konflikt zuhause

aggressives Verhalten

Psychische Belastung

Umgang mit Gleichaltrigen

Mobbing

Schulische Perspektive

Kollegiale Beratung /

Kooperation mit Lehrkräften

10%

47


Hauptschule Wertingen

Pestalozzistr. 16

86637 Wertingen

Tel.: 0 82 72 / 33 73

http://www.bndlg.de/~hswertin/

48

Bernadette Farquhar

An der Hauptschule Wertingen wurden im Schuljahr 2008/2009 insgesamt 513 Schülerinnen und Schüler

in 23 Klassen von 54 Lehrkräften unterrichtet. Zwei fünfte und eine sechste Klassen wurden an der

Außenstelle Lauterbach, eine sechste Klasse in der Außenstelle Zusamaltheim unterrichtet. An der

Schule gibt es zwei Kooperationsklassen.

Für die Jugendsozialarbeit an der Schule stehen wöchentlich 15 Arbeitsstunden zur Verfügung.

Stellenneubesetzung Jugendsozialarbeit an der Hauptschule Wertingen/Einarbeitung

Im November 2009 wurde die Arbeitsstelle der Jugendsozialarbeit an der Hauptschule Wertingen mit

Frau Bernadette Farquhar neu besetzt. Herr Keiß hat nach 10 Jahren an der Hauptschule eine neue

Aufgaben übernommen.

Ein großer Arbeitsschwerpunkt war die Bekanntmachung der neuen Stelleninhaberin deren Aufgabengebiet

mit den wichtigen Kooperationspartnern vor Ort und. So fanden unter anderem Treffen mit dem Bürgermeister,

der örtlichen Polizeileitung, der Schulamtsleitung, dem Kreisjugendpfleger und den beratenden

und ambulanten Jugendhilfeeinrichtungen im Landkreis Dillingen statt. Darüber hinaus war es wichtig,

die Strukturen innerhalb der Schule, Örtlichkeiten und Abläufe kennen zu lernen.

1. Beratung

1.1. Beratung für SchülerInnen

Die Beratungsgespräche fanden in der Regel während der Sprechzeit am Dienstag von 7:45 bis 9:30 Uhr

statt. Sie kamen durch Hinweise des Schulleiter, von Lehrkräften, durch Kontaktaufnahmen im Schülercafé,

durch Anfragen von Eltern oder durch die Nachfrage der betreffenden SchülerInnen zustande.

Themen für die Beratungen waren: Auffälligkeiten im Verhalten, Leistungsprobleme, Schwierigkeiten im

Umgang mit Gleichaltrigen, schwierige häusliche Verhältnisse, psychische Belastungen, Perspektiven für

die Zeit nach der Schule, Probleme in den jeweiligen Cliquen und anderes. Zu diesen Themen wurden

insgesamt 47 Beratungsgespräche geführt.


1.2. Beratung für Eltern

Die Elternberatung umfasst Bereiche der persönlichen und schulischen Entwicklung der Schüler, die

Lebensumgebung und das Familiensystem. Die Elternberatung begleitet die Schülerberatung, die Einzelfallhilfe,

die sozialpädagogische Gruppenarbeit und Projektarbeit, wie zum Beispiel das Angebot zur

vertieften Berufsorientierung MAD. Elternberatung ohne Schülerkontakt kommt dagegen eher selten vor.

Themen waren vor allem allgemeine Erziehungsfragen, Leistungsprobleme, Schwierigkeiten unter

SchülerInnen, Konflikte mit Lehrkräften, Gewalt in der Schule, Perspektiven für die Zeit nach der Schule

etc. Elternberatung wurde in 70 Beratungsgesprächen geleistet.

1.3. Kooperation mit Lehrkräften / Kollegiale Beratung

Während der Schülerberatung und Einzelfallhilfe fanden begleitend auch Beratung von und Austausch mit

den betroffen Lehrkräften statt. Beratung von LehrerInnen ohne Schülerkontakt kam dagegen selten vor.

Themen der LehrerInnenberatung waren: Beratung und Unterstützung in der Arbeit mit Klassenverbänden,

Umgang mit herausforderndem Schülerverhalten etc. Die insgesamt 71 Gespräche dazu fanden

meist während der Anwesenheit der Jugendsozialarbeiterin im Lehrerzimmer in den Pausen oder in

Sprech- oder Freistunden der Lehrkräfte statt.

2. Krisenintervention

Krisenintervention ist immer dann gefordert, wenn im Krisenfall schnell geeignete Maßnahmen getroffen

werden müssen. Danach werden mittel- und langfristige Lösungsschritte erarbeitet oder vermittelt. Krisenintervention

mündet dann meist in Beratung oder Einzelfallhilfe.

Krisenintervention kam im laufenden Schuljahr in zwei Fällen vor (psychische Belastung, Schulverweigerung,

Schulverweigerung und Mobbing und Gewalt gegenüber MitschülerInnen).

3. Einzelfallhilfe

Wenn aufgrund der Problemlagen eine Verbesserung der Situation nicht allein durch Beratung möglich

ist, müssen weitere Formen der Hilfe, andere Dienste und möglicherweise andere Personen aus dem

sozialen Nahraum mit einbezogen werden. Längerfristige Begleitung und Unterstützung wird an andere

dafür vorgesehene Einrichtungen weiter vermittelt. Insgesamt wurden 13 Einzelfälle bearbeitet.

Kooperationspartner waren insbesondere das Amt für Jugend und Familie, die Agentur für Arbeit mit

ihrem Berufsberater, die Seniorenakademie, Ärzte und Krankenhäuser, die psychologische Beratungsstelle

der Katholischen Jungendfürsorge, die ambulante Familienhilfe und andere. Insgesamt wurden 33

Absprachen mit Kooperationspartnern getroffen, es fanden drei große Helferkonferenzen statt und es

wurden vier Hausbesuche durchgeführt.

49


4. Offene Angebote

4.1. Das Schülercafé

Das Schülercafé ist Ort der Begegnung, des Gesprächs, des (sozialen) Lernens und fester Bestandteil

der Schulgemeinschaft. Dieser gewachsene Lern- und Lebensraum wurde im Rahmen der Jugendsozialarbeit

während der Öffnungszeiten dienstags und donnerstags von 12:05 – 13:30 Uhr zur niederschwelligen

Kontaktaufnahme mit SchülerInnen und Lehrkräften sooft wie möglich genutzt.

4.2. Vorstellung Jugendsozialarbeit/Ansprechpartner in den Pausen

In verschiedenen Klassen wurde die Arbeit der Jugendsozialarbeiterin vorgestellt, auch in der Außenstelle

in Lauterbach. In einer Kooperationsklasse wurde eine Einheit zum Thema „Lernen lernen“, in der

zweiten Kooperationsklasse das Angebot der Jugendsozialarbeit vorgestellt und eine Klassenbeobachtung

durchgeführt. In unregelmäßigen Abständen ist die Jugendsozialarbeiterin in den Pausenhöfen als

Ansprechpartnerin während den Pausen anwesend.

4.3. Begleitung von Schulübergängen

Die Jugendsozialarbeiterin ist bemüht, alle Schulübergänge zu begleiten und im Bedarfsfall geeignete

Angebote zur Verfügung zu stellen, um eine gelungene Integration zu fördern und somit eine positive

Entwicklung zu unterstützen.

So wurden einzelne, außerplanmäßige Wechsel an die bzw. von der Hauptschule begleitet, –so geschehen

- beim Wechsel von der Realschule an die Hauptschule

- beim Wechsel an eine andere Hauptschule mit dem speziellen Angebot einer Praxis-Klasse

- bei einer Rückführung mit Schulverweigerung

- im Fall eines Schülers, der über eine vorzeitige Beendigung der Schulpflicht in eine berufsvorbereitende

Maßnahme übernommen werden konnte, in der er auch den Hauptschulabschluss machen

kann. Hier übernahm die Jugendsozialarbeit die gesamte Koordination zwischen Schüler, Eltern,

Agentur für Arbeit, Schulamt, Lehrern und Schulleitung.

5. Projekte

5.1. Tutorenarbeit

Zehn Schülerinnen der beiden neunten M-Klassen betreuten in zwei Kleingruppen die Neuankömmlinge

in den fünften Klassen, um ihnen den Einstieg in ihre neue Schule zu erleichtern. Mit einer Schulhausralley,

Kennenlernspielen, gemeinsamem Kochen und Backen und in Gesprächen in den Klassen konnten

die Fünftklässler ihre Schule und die Mitschüler besser kennen lernen. Die Großen waren Ansprechpartner

für verschiedenste Fragen der Kleinen und gaben ihnen so Orientierung und Sicherheit. Die Tutoren

übernahmen Verantwortung für ihre Schützlinge, arbeiteten in den jeweiligen Gruppen die Veranstaltungen

aus und kümmerten sich um den notwendigen Austausch mit Lehrkräften, Eltern und der

Schulleitung, damit der Ablauf klappte.

50


Das Rüstzeug dazu bekamen die TutorInnen durch eine Schulung in Lauingen, die vom Kreisjugendring in

Kooperation mit der St. Gregor-Jugendhilfe durchgeführt wurde. 140 Jugendliche aus verschiedenen

Schulen des Landkreises beschäftigten sich dabei in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien einen

Vormittag lang mit allem, was sie in der Tutorenarbeit brauchten, tauschten sich aus und hatten viel Freude.

Zum Ende des Schuljahres 2008/2009 wurden wieder in der Klasse 8M neue SchülerInnen als TutorInnen

angeworben. Die „alten“ TutorInnen bekamen zum Dank für ihren Einsatz für die Schulfamilie ein

Tutorenzertifikat und einen entsprechenden Eintrag in ihr Jahreszeugnis.

Die Jugendsozialarbeiterin plante und betreute die Ausbildung, die „Rekrutierung“ der TutorInnen, die

Bildung von Gruppen, die Ausarbeitung der individuellen Veranstaltungen, die Reflexion der durchgeführten

Einheiten und stand den beiden TutorInnengruppen mit Rat und Tat zur Seite. Die Schule unterstützte

die Tutorenarbeit durch die Finanzierung der Ausbildung, als Anlaufstelle für aktuelle Fragen der

TutorInnen, der Verteilung von Elternbriefen, der Würdigung ihres Engagements und mehr.

5.2. Hausaufgabenbetreuung

Die Gesamtleitung der Hausaufgabenbetreuung, die Koordination und Einteilung von Diensten und die

Abrechnung übernahm mit Herrn Franz Singheiser ein engagierter Lehrer, ohne dessen Einsatz dieses

hochwertige Angebot nicht umsetzbar gewesen wäre. Dies ist ein erweitertes Angebot für die Schülerinnen

und Schüler der fünften und siebten Jahrgangsstufe.

In diesem Zusammenhang konnte die Jugendsozialarbeiterin gemeinsam mit Herrn Singheiser einen

Elternabend unter dem Thema: „Hausaufgaben - Das schaff ich schon!“ anbieten.

Um dieses erfolgreiche Angebot auch im nächsten Schuljahr wieder durchführen zu können, warben die

„alten“ Hausaufgabenanleiter in der Klasse 8M um neue engagierte Schülerinnen und Schüler. Die Vorbereitungen

für das kommende Schuljahr finden noch vor den Sommerferien statt, so dass die neuen

Hausaufgabengruppen möglichst bereits im Oktober 2009 starten können.

5.3. MAD (Mitmachen, Aktiv werden, Durchstarten)

Bereits im sechsten Schuljahr in Folge wurde besonderen Wert gelegt auf Vermittlung von Informationen,

Rüstzeug und Hilfen zur erfolgreichen Suche nach einer individuellen Perspektive für die Zeit nach der

Hauptschule. MAD wird als Maßnahme zur vertieften Berufsorientierung über Mittel der Bundesagentur

für Arbeit und dem Landratsamt Dillingen finanziert und von den örtlichen Berufsberatern, hier Herrn Petzold,

unterstützt.

Um möglichst frühzeitig mit den Schülerinnen und Schülern planen zu können, wurden die Lehrkräfte von

künftigen EntlassschülerInnen zuerst informiert. Sie sprachen die in Frage kommenden SchülerInnen

ihrer Klasse an und schickten sie am 17.02.09 zur ersten eineinhalb-stündigen Arbeitseinheit. Die Jugendsozialarbeiterin

in Zusammenarbeit mit der Jugendsozialarbeiterin der Berufsschule Höchstätt stellte

den acht anwesenden Schülerinnen und Schülern die Möglichkeiten für die Zeit nach der Schule kurz vor

und erarbeitete eine Auswahl von drei verschiedenen Perspektiven für jede Schülerin und jeden Schüler.

Auch die frühzeitige Zusammenarbeit mit dem Berufsberater der Arbeitsagentur, Herrn Petzold und die

Hilfe durch die ehrenamtlichen Kräfte der Seniorenakademie wurde hier angesprochen.

Während eines Elternabends am 03.03.09 wurde erarbeitet, wie Eltern Ihr Kind auf dem weiteren Weg

nach Beendigung der Hauptschule unterstützen können.Den Abschluss bildete eine Veranstaltung am

23.04.09, an der neun Schülerinnen und Schüler teilnahmen.

51


6. Sozialpädagogische Gruppenarbeit

6.1. Arbeit in Klassenverbänden

In einer neunten Klasse wurden auch auf Anregung der ElternsprecherInnen zwei Klasseneinheiten zum

Thema Klassengemeinschaft und Ausblick auf den Abschluss angeboten, sowie damit verbunden eine

Absprache mit den Eltern bei einem Elternabend.

In Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendpfleger Dillingen, Herrn Zimmermann, sollte den 8. Klassen das

Projekt zum Thema „Gefahren des Alkohols“ an zwei Tagen in der Hauptschule angeboten werden. Leider

musste dieses Projekt wegen Erkrankung der Referenten auf das Schuljahr 2009/2010 verschoben

werden.

Auf Vermittlung der Jugendsozialarbeiterin konnte eine achte Klasse an einem CLIP-Projekt in Bliensbach

zum Thema „Teamarbeit Klassengemeinschaft“ teilnehmen.

6.2. Themenorientierte Kleingruppenarbeit

Seit Frühjahr 2009 fand einmal wöchentlich eine Kleingruppenarbeit mit betroffenen SchülerInnen mit

Ausgrenzungserfahrungen statt. Ziele der Gruppenarbeit waren, die Selbstbehauptung zu stärken und

einen Freiraum im Schulalltag zu bieten. Hier nahmen regelmäßig vier SchülerInnen teil.

7. Abstimmung mit der Schulleitung

Es fanden wöchentliche Besprechungen mit der Schulleitung statt, um Planungen und Arbeiten aufeinander

abzustimmen. Gerade für die belasteten Schüler konnte so eine Lösung im Einzelfall gefunden

werden, es gab aber auch Gelegenheit für Überlegungen in weiteren Bereiche.

8. Gremienarbeit

8.1. Zusammenarbeit mit der SMV

Regelmäßig stellt sich die Jugendsozialarbeiterin während der Schülersprecherwahl den neu gewählten

Klassensprecherinnen vor, wirbt für die Mitwirkung der SchülerInnen im Fachbeirat und bei Projekten und

weist die „Multiplikatoren“ auf die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten durch die Jugendsozialarbeit hin.

8.2. Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat / Zusammenarbeit mit Eltern

Zur Elternbeiratswahl wurde den KlassenelternsprecherInnen die Angebotspalette der Jugendsozialarbeit

und die Mitwirkungsmöglichkeiten der Eltern daran vorgestellt. Auf die wichtige Funktion der Vertretung

der Elterninteressen im Fachbeirat wurde hingewiesen und der Wille bekundet, den Bekanntheitsgrad

von Jugendsozialarbeit in der Elternschaft zu erhöhen.

An einem der beiden im Schuljahr stattfindenden Elternsprechabenden war die Jugendsozialarbeiterin

als Ansprechpartnerin für Fragen und Gespräche anwesend. Leider wurde dieses Angebot nicht genutzt.

Die Elternbeiratsvorsitzende wurde zu aktuellen Themen im Fachbeirat aber auch zu weiteren Vorhaben

informiert.

52


8.3. Fachbeirat

Der Fachbeirat tagte entsprechend der Vorgaben der Kooperationsvereinbarung zweimal pro Schuljahr.

Seine wichtigsten Ziele sind die Steuerung und Leitung von Angeboten der Jugendsozialarbeit an der

Schule. Ferner ist die fachliche Fortentwicklung von Jugendsozialarbeit, die Reflexion von Ergebnissen

und (Neu-)Anpassung von Zielen und die Einbindung der Jugendsozialarbeit in das Schulgemeinwesen

Aufgabe dieses Gremiums.

Die Unterstützung in der Einzelfallhilfe wurde von Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen als sehr hilfreich

empfunden, aber auch die Prävention in Form von Projekten soll weiterhin Schwerpunkt in der Arbeit bleiben.

8.4. Öffentlichkeitsarbeit

Um das Angebot der Jugendsozialarbeit bekannt zu machen wurden die Sprechzeiten der Jugendsozialarbeiterin

im Internet Veröffentlicht und die Infotafel für SchülerInnen wurde übersichtlicher und neu gestaltet.

Eine weitere Information wurde für die Schülerzeitung „Kaktus“ geschrieben.

An der Evaluation an der Hauptschule Wertingen war Jugendsozialarbeiterin mit einer Gesprächseinheit

am 17.03.09 beteiligt.

9. Gemeinwesenarbeit

Mit Gemeinwesenarbeit ist die Öffnung der Sozialarbeit nach außen, außerhalb der Schule gemeint. Im

Berichtszeitraum betraf dies die Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jugendtreff, dem Kreisjugendring und

die Zusammenarbeit mit dem Familienbüro im „Mehrgenerationenhaus der ASB“ in Wertingen. So

wurden folgende Veranstaltungen mitorganisiert:

- Gemeinsam mit der Arbeitsagentur für Arbeit, Herr Petzold, der Stadtjugendpflegerin Frau Kutter,

dem Kreisjugendring und dem Familienbüro war die Jugendsozialarbeiterin vertreten am „Job-mobil“.

Am 26.05.09 konnten Jugendliche sich direkt am Marktplatz in Wertingen über ihre Möglichkeiten

nach Abschluss der Schule informieren.

- die Ausbildung der neuen TutorInnen mit dem Kreisjugendring am 28.07.09 in Wertingen. Hier übernahm

die Jugendsozialarbeiterin in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring die Organisation der

Veranstaltung vor Ort.

- Vier mal trafen sich die Sozialarbeiterin vor Ort , um Information und Vernetzung zu gewährleisten.

- Mit dem Familienbüro wurden die Veranstaltungen zum Thema „Hausaufgaben leicht gemacht!“ und

„Familienstruktur und Geschwisterfolge“ vorbereitet. Am Tag der offenen Tür des Familienbüros der

Stadt Wertingen, am 24.05.09 war die Jugendsozialarbeiterint an der HS Wertingen als Ansprechpartnerin

vertreten.

- In Kooperation mit der Stadt Wertingen, dem Amt für Jugend und Familie, dem Familienbüro, der

Stadtjugendpflege und der Schule wurde für Jugendliche, die ein problematisches Freizeitverhalten

zeigen, ein langfristiges Angebot entwickelt, um hier eine negative Entwicklung zu verhindern. In einem

weiteren Trainingskurs sollen Jungendliche zusammengefasst werden, die mit dem Gesetz in

Konflikt gerieten.

9.1. Zusammenarbeit mit der Seniorenakademie

Die Seniorenakademie unterstützt nun schon im fünften Jahr benachteiligte Schülerinnen und Schüler

auf dem Weg in die Berufstätigkeit. 24 SchülerInnen der Abschlussklassen wurde die Seniorenakademie

53


1

und ihr Angebot vorgestellt. Zum Ende des laufenden Schuljahres wurden acht Schüler der Hauptschule

im letzten Schulbesuchsjahr ohne Lehrstelle zur Betreuung vorgeschlagen.

10. Statistik

10.1. Problemlagen

54

1

2

2

2

2

3

7

7

7

8

11

0 5 10 15 20 25

10.2. Arbeitsaufteilung

Offene Angebote

12%

Projektarbeit

12%

Gremienarbeit

11%

Gemeinwesenorientiertes

Arbeiten

5%

Sozialpädagogische

Gruppenarbeit

4%

Krisenintervention

2%

21

Psychische Belastung Eltern

Berufliche Perspektive

Armut

Verwahrlosung

Gewalt in der Familie

Psychische Belastung

Erziehungsprobleme

aggressives Verhalten

Mobbing

Umgang mit

Erwachsenen/Lehrern

Schulische Perspektive

Umgang mit Gleichaltrigen

Beratung für Schüler

8% Beratung für Eltern

11%

Kollegiale Beratung /

Kooperation mit Lehrkräften

7%

Einzelfallhilfe

28%


Staatliche Berufsschule in Lauingen

Friedrich Ebert Str. 14

89415 Lauingen

Telefon: 09072/999-0

verwaltung@bs-lauingen.de

homepage: www.bs-lauingen.de

Michael Moser

An der Berufsschule Lauingen wurden im Schuljahr 2008/2009 ca. 2500 Schülerinnen und Schüler in 97

Klassen von 67 Lehrkräften in Block-, Teil- oder Vollzeitbeschulung unterrichtet. In den Abteilungen Bau,

Elektro, Metall, Ernährung, Umwelttechnik und Wirtschaft wurden je nach Ausbildungsrichtung bis zu vier

Jahrgangsstufen unterrichtet.

Die Arbeitszeit des Jugendsozialarbeiters an der Berufsschule in Lauingen beträgt 16 Stunden pro Woche.

In den vorangegangenen Schuljahren lag der Schwerpunkt der Arbeit in der Begleitung der Jugendlichen

ohne Ausbildungsplatz (JoA). Zentrales Aufgabengebiet war hier die Gruppenarbeit im BVJ Bau

und in den JoA-Klassen. Im Schuljahr 2008/2009 wurden keine JoA-Klassen an der Berufsschule unterrichtet.

Die BVJ-Klassen fanden kooperativ statt und wurden von externen Bildungsträgern betreut. Aufgrund

dieser Situation ergab sich eine Veränderung der Ausrichtung der Jugendsozialarbeit hin zu den

Fachklassen.

1. Beratung

1.1. Beratung für SchülerInnen

Die Zugangswege zur Beratung für SchülerInnen waren: Kontakt zum Jugendsozialarbeiter in der sozialpädagogischen

Gruppenarbeit, Kontaktaufnahme durch den Jugendsozialarbeiter, offene Angebote, Anraten

von MitschülerInnen, die bereits Erfahrungen mit der Jugendsozialarbeit hatten und Vermittlung

durch Lehrkräfte. Schwerpunktthemen bei der Beratung waren: berufliche Perspektive, Leistungsprobleme,

Prüfungsängste, Beratungsangebot vor drohendem Schulausschluss, Alkohol/Drogen, psychische

Belastungen und Mobbing. Im Berichtszeitraum wurden 32 SchülerInnen in 97 Gesprächen beraten

1.2. Beratung für Eltern

Mit acht Elternteilen fanden 17 Gespräche über Problemsituationen in Schule und Elternhaus statt.

Schwerpunktthemen der Beratung waren: Leistungsprobleme, berufliche Perspektive, psychische Belastungen

der SchülerInnen, Konfliktsituationen im Elternhaus und Erziehungsprobleme. Die Elterngespräche

fanden überwiegend auf Initiative des Jugendsozialarbeiters hin statt.

55


1.3. Kooperation mit Lehrkräften

Meist gestaltet sich dieses Angebot über kurze Gespräche zwischen Tür und Angel. Inhaltliche Schwerpunkte

der 78 Gespräche waren die Sorge von LehrerInnen um SchülerInnen mit psychischen Belastungen,

Disziplin und Verhalten gegenüber den Lehrkräften, der Umgang miteinander in der Klassengemeinschaft,

Mobbing, Alkohol/Drogen und Prüfungsängste.

2. Krisenintervention

Akute Hilfestellung und Beratung im Rahmen der Krisenintervention war im laufenden Schuljahr für zwei

Schüler erforderlich. Themen waren: Berufliche Perspektive – drohender Ausbildungsplatzverlust, Konfliktsituationen

in der Schule/Mobbing. Krisenintervention ist immer dann gefordert, wenn zum Wohle der

Jugendlichen schnell geeignete Maßnahmen getroffen werden müssen. Es werden Möglichkeiten zur

Klärung der Situation und weiterführende Hilfsangebote gesucht.

3. Einzelfallhilfe

Im Rahmen der Einzelfallhilfe wurden drei SchülerInnen begleitet. Schwerpunktthemen waren: Schulische/berufliche

Perspektive, psychische Belastungen. In diesen Fällen reichte ein Beratungsangebot

allein nicht aus. Die Anbahnung nachhaltiger Hilfsangebote durch vernetzende Arbeit und Kooperation

mit Beratungsstellen und der Agentur für Arbeit waren erforderlich. Es fanden 17 Schülergespräche und

sieben begleitende Elterngespräche im Rahmen von Hausbesuchen statt.

4. Sozialpädagogische Gruppenarbeit

Durch den Wegfall der Gruppenarbeit in BVJ und in den JoA-Klassen wurden diese Kapazitäten für Angebote

in Fachklassen genutzt. Es wurden verschiedene Formen der Gruppenarbeit erprobt. Methodisch

wurde in allen Gruppen im Gesprächskreis und themenzentriert gearbeitet. Es kamen Übungen zum

besseren Kennenlernen, zu Kooperation, Interaktion und Kommunikation zum Einsatz. Ziel aller Gruppenangebote

waren unter anderem die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit und die Förderung

des Sozialverhaltens.

4.1. Klasse NB 10a – Bereich Nahrung

Gemeinsam mit der Klassleiterin wurde im Rahmen von drei Doppelstunden Gruppenarbeit durchgeführt:

zwei Mal in geteilter Klasse und einmal mit der ganzen Klasse. Themen waren dabei: Stimmung in der

Klasse, Sozialverhalten untereinander und gegenüber den Lehrkräften.

4.2. Klasse NB 10b – Bereich Nahrung

In der Klasse NB 10b wurde in zwei Gruppen je zehn Doppelstunden sozialpädagogische Gruppenarbeit

angeboten. Diese fand in Zusammenarbeit von Frau Woltering-Siegert und Herrn Moser statt. Ziele waren

die persönliche Stabilisierung der SchülerInnen und die Verbesserung des Sozialverhaltens, um den

Erhalt des Ausbildungsplatzes zu sichern. Folgende Themen wurden bearbeitet: Selbst- und Fremdwahrnehmung,

Stärken und Schwächen, Präsentation der eigenen Person, Sozialverhalten in Schule,

Betrieb und Familie, Umgang mit Konflikten, Freizeitverhalten, Liebe, Partnerschaft und Sexualität.

56


4.3. Klassen M10b und M10c – Bereich Metall

In diesen Klassen wurde ebenfalls in Zusammenarbeit von Frau Woltering-Siegert und Herrn Moser ein

punktuelles, themenbezogenes Angebot gemacht. In jeweils zwei Gruppen wurden im Rahmen von je

drei Doppelstunden folgende Themen bearbeitet: Umgang untereinander im Klassenverband, Verhalten

gegenüber Lehrkräften und Respekt in Schule, Betreib, Familie und Freundeskreis.

4.4. Klasse MMB 11b – Bereich Metall

Hier wurde das Gruppenangebot von Herrn Moser in der ungeteilten Klasse durchgeführt. Im Rahmen

von zwei Doppelstunden wurden die Themen Umgang innerhalb der Klasse und der Kontakt mit den

Lehrkräften bearbeitet.

5. Offene Angebote

Offene Angebote waren die Anwesenheit des Jugendsozialarbeiters am Montag und Donnerstag in den

Pausenzeiten in Aula und Pausenhof und Besuche in Klassen vor Unterrichtsbeginn. Dies soll die niederschwellige

Kontaktaufnahme durch Begegnung auf dem Schulgelände ermöglichen. Es zeigte sich,

dass die direkte Ansprache durch den Jugendsozialarbeiter in diesem offenen Rahmen den Zugang zu

den jungen Menschen erleichtert und in einzelnen Fällen die Eigeninitiative zur Inanspruchnahme des

Beratungsangebotes ermöglicht.

6. Informations- und Beratungstag für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz

In Zusammenarbeit mit der Schulleitung wurde für die Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz, die im vergangen

Schuljahr nicht an der Schule unterrichtet wurden, ein Angebot zur beruflichen Orientierung vorbereitet

und durchgeführt. Die SchülerInnen und ihre Eltern wurden zu einem Informations- und Beratungstag

eingeladen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich zu ihrer aktuellen persönlichen Situation zu

orientieren, über berufliche Möglichkeiten zu informieren und Perspektiven zu entwickeln.

7. Gremienarbeit

7.1. Fachbeirat

Der Fachbeirat setzt sich aus der Schulleitung, Lehrer-, Schüler- und ElternvertreterInnen, dem Amt für

Kinder, Jugend und Familie, der St. Gregor-Jugendhilfe und der Jugendsozialarbeit zusammen und hat

die Aufgabe die Jugendsozialarbeit zu reflektieren und an der Schule weiter zu entwickeln. Die Fachbeiratssitzung

fand am 3.12.2008 statt. Geplant wurde die Ausrichtung der Jugendsozialarbeit auf die Fachklassen

mit sozialpädagogischen Gruppenangeboten, die Vorbereitung eines Beratungsangebotes für die

JoA, und die Entwicklung eines Übergabesystems zwischen Lehrer und Jugendsozialarbeit.

7.2. AK Berufsschulsozialarbeit in Bayern

Der Jugendsozialarbeiter an der Berufsschule Lauingen ist Mitglied im Arbeitskreis Berufsschulsozialarbeit

in Bayern. In halbjährlichen Tagungen werden wichtige Entwicklungen, die Sozialarbeit an Schulen

betreffend besprochen, um die Qualität der Arbeit vor Ort weiter zu entwickeln.

57


1

8. Statistik

8.1. Problemlagen

58

1

1

1

2

2

2

3

3

4

4

4

5

7

0 2 4 6 8 10 12 14 16

8.2. Arbeitsaufteilung

Sozialpädagogische

Gruppenarbeit

25%

Projektarbeit

2%

Offene Angebote

8%

Krisenintervention

5%

Einzelfallhilfe

8%

Gremienarbeit

2%

12

14

ADHS/ADS

Autoaggression

Beziehungsprobleme Eltern

Umgang mit

Erwachsenen/Lehrern

Konflikt zuhause

Trennung/Scheidung

Umgang mit Gleichaltrigen

Drogen

Mobbing

Erziehungsprobleme

Schulische Perspektive

aggressives Verhalten

Alkohol

Beratung für Schüler

28%

Beratung für Eltern

6%

Kollegiale Beratung /

Kooperation mit Lehrkräften

16%

Psychische Belastung

Berufliche Perspektive


Hyazinth Wäckerle Volksschule

Marienweg 2

89415 Lauingen

Tel.: 09072 / 95560

http://www.bndlg.de/~hwhs/

Martin Sauset

Die Hyazinth-Wäckerle Volksschule Lauingen besuchten im vergangenen Schuljahr 253 Schülerinnen

und Schüler, die von 30 LehrerInnen in 13 Klassen unterrichtet wurden.

Die wöchentliche Arbeitszeit des Jugendsozialarbeiters an der Schule beträgt 11,5 Stunden.

Dazu kommen 1,5 Stunden für die Leitung der Offenen Ganztagsschule. Für die Betreuung der SchülerInnen

in der OGS stehen zwei Mitarbeiter der St. Gregor-Jugendhilfe stundenweise zur Verfügung.

Die Hyazinth-Wäckerle Volksschule hat eine Praxisklasse, in der SchülerInnen der 9. Jahrgangsstufen

eine vertiefte berufliche Orientierung erfahren. Für die Betreuung der Praxisklasse stehen dem Sozialarbeiter

16 Wochenarbeitsstunden zur Verfügung.

Für die Jugendsozialarbeit an Schulen gibt es ein eigenes Büro im 1. Stock, Zimmer 209.

Die Sprechzeit des Sozialarbeiters ist am Donnerstag von 8.00 – 9.00 Uhr.

1. Beratung

1.1. Beratungszeiten für SchülerInnen

Insgesamt wurden 35 SchülerInnen in 41 Einzelgesprächen beraten. Die SchülerInnen kamen in der

Regel auf Empfehlung einer Lehrkraft, neun SchülerInnen kamen über das Angebot der Sprechzeit und

ein Schüler auf Anraten der Eltern. Themenschwerpunkte dabei waren: Umgang mit Gleichaltrigen, Erwachsenen

und Lehrern, Leistungsproblematik und psychische Belastung. Dem Beratungsprozess folgten

oftmals der Austausch mit Lehrkräften und die Zusammenarbeit mit Eltern.

Bei einigen SchülerInnen wurden der Schulpsychologe und/oder der Beratungslehrer hinzugezogen und

in das Beratungssystem eingebunden.

59


1.2. Beratung für Eltern

Überwiegend kam es nach der Beratung der SchülerInnen zu einem oder mehreren Elterngesprächen.

Insgesamt wurden 36 Elternberatungen durchgeführt. 20 Mal fand die Beratung an der Schule statt und

14 Mal zu Hause. Zehn Mal machten Eltern von der Möglichkeit der telefonischen Beratung Gebrauch.

Viele Eltern nutzten die Beratungsgespräche mit dem Sozialarbeiter, um die eigene Erziehungsarbeit zu

reflektieren und sich Unterstützung für den Alltag zu holen. Wichtig war für die Eltern, dass sich der

Schulalltag ihrer Kinder wieder normalisierte und lernhemmende Faktoren erkannt wurden und ihnen

entgegen gewirkt werden konnte.

Schwerpunkt einiger Elternberatungen war es, Hilfsangebote des Amtes für Jugend- und Familie zu vermitteln,

den Kontakt herzustellen und diesen Prozess während des Schuljahres zu begleiten.

1.3. Kollegiale Beratung/Kooperation mit Lehrkräften

Vor allem die große Pause, aber auch die Freistunden der einzelnen LehrerInnen werden immer dazu

genutzt sich zu informieren und auszutauschen. Insgesamt fanden bisher 70 Beratungsgespräche mit

LehrerInnen statt. Thematisiert wurde die familiäre Situation der SchülerInnen, da diese als ausschlaggebend

für das Verhalten eines Kindes angesehen werden und gleichzeitig aber sehr wenig bis überhaupt

keine Informationen darüber vorhanden sind. Lernunlust und Leistungsverweigerung bei SchülerInnen

sind oft der Grund, den Sozialarbeiter zu kontaktieren.

Da dramatische Veränderungen in der Kernfamilie wie z. B. Tod eines Angehörigen oder Scheidung extremste

Auswirkungen auf das Leistungsverhalten bei Kindern und Jugendlichen haben können, sind

solche Rücksprachen für die einzelnen LehrerInnen sehr wichtig, um angemessen reagieren bzw. Position

und Rolle des betroffenen Schülers neu einordnen zu können. Die Einhaltung der Schweigepflicht ist

dabei immer gewährleistet.

2. Krisenintervention

Die Krisenintervention wurde dann angefragt, wenn es galt, schnell und unkompliziert Hilfe anzubieten

und/oder zum Wohle der Kinder sofort geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Insgesamt waren bisher fünf

Kriseninterventionen notwendig. In drei Fällen überprüfte der Sozialarbeiter im Rahmen eines Hausbesuches

den ungeklärten Verbleib von Schülerinnen und Schülern während der Unterrichtszeit. Zwei Mal

wurde der Sozialarbeiter zu Konflikten mit schwerer Aggression und offener Gewalt angefragt.

3. Einzelfallhilfe

Bei 14 SchülerInnen war eine Betreuung über mehre Monate notwendig. Ausschlaggebend dafür waren

die belastete Situation zu Hause sowie der Umgang mit Gleichaltrigen und die Leistungsproblematik.

Es galt den SchülerInnen und Familien neue Perspektiven zu eröffnen und die eigene Leistungsfähigkeit

richtig einzuschätzen sowie eigene Stärken zur Problembewältigung zu nutzen. In Zusammenarbeit mit

den Eltern konnte meistens ein positiver Rahmen für diese SchülerInnen entwickelt werden, der dann

wiederum auf das Verhalten im Schulhaus und in der Klasse Auswirkungen zeigte. Bei dieser Hilfeform

sind das Eltern- und Lehrergespräch sowie die Unterstützung des Amtes für Jugend und Familie, des

60


Schulpsychologen oder des Beratungslehrers unerlässlich. Daher fanden 14 Helferkonferenzen, 45

mündliche und 58 telefonische Gespräche mit diesen Kooperationspartnern statt. Insgesamt wurden 62

Gespräche mit Schülern, 33 persönliche Gespräche und 21 Telefonberatung mit Eltern sowie 62 Lehrerberatungen

geführt. Es fanden 25 persönliche Gespräche und 17 telefonische Kontakte mit dem Amt für

Jugend und Familie statt.

4. Offene Angebote

Im Dezember 2008 und März 2009 fand je ein Elternsprechtag für die ganze Schule statt, an dem auch

der Jugendsozialarbeiter aktiv teilnahm. Der erste Elternsprechtag im Dezember 2008 wurde kombiniert

mit einem Weihnachtsbazar, den die SMV organisierte und im März waren es die TutorenInnen, die den

Eltern und LehrerInnen Kaffe und Kuchen zur Stärkung anboten.

Viele Eltern nutzten die Gelegenheit, um sich über die Arbeitsinhalte und Schwerpunkte der Jugendsozialarbeit

an Schulen zu informieren, aber auch um den Menschen Martin Sauset kennen zu lernen.

5. Projektarbeit

5.1. Breake-dance Workshop

Der vom Jugendsozialarbeiter vermittelte Musiker, Tänzer und Sozialarbeiter Stefan Zepf aus Augsburg

leitete diesen Kurs und wurde dabei von Markus Kaufmann medientechnisch unterstützt mit dem Ziel, die

Internetseite der Schule mit einem entsprechenden Beitrag und Videoclip zu erweitern. Einmal im Monat

wurde mit den SchülerInnen in einer Doppelstunde trainiert. In der Zeit dazwischen übten die TänzerInnen

völlig selbstständig die erlernten Schritte und teilweise artistische Einlagen.

Im Schulalltag macht sich die Breake-dance-Gruppe sehr positiv bemerkbar. In der Pause oder nach der

Schule demonstrieren einzelne SchülerInnen immer wieder ihr Können im Pausenhof und animieren zum

Mitmachen. Auch bei Schulfesten und -feiern wird die Gruppe gerne für einen Auftritt angefragt.

5.2. Drechselkurs

Im Rahmen der Arbeit mit der Praxisklasse an der Schule organisierte der Sozialarbeiter ein Angebot zur

beruflichen Orientierung in Form eines Drechselkurses. Aufgrund der starken Nachfrage einer neunten

Klasse wurde dieses Angebot für diese SchülerInnen zusätzlich einmal wiederholt.

5.3. Hilfen für den Übergang von der Schule in den Beruf

Seniorenakademie Bliensbach, Projekt Jugend + Zukunft

Zum dritten Mal konnte an der Schule in Zusammenarbeit mit dem Amt für Jugend und Familie und der

Seniorenakademie Bliensbach einzelnen SchülerInnen ein erfolgreiches Angebot zur individuellen Berufsfindung

gemacht werden.

Erfahrene, aber auch einflussreiche Senioren aus den Bereichen Handwerk und Handel trafen mit dem

jeweiligen Schüler zunächst eine Leistungsvereinbarung, in der einzelne Ziele klar formuliert sind wie z.

B. Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche, Begleitung bei Behördengängen oder Hilfe bei Antragstellung.

61


Der Jugendsozialarbeiter informierte KlassenleiterInnen und SchülerInnen über diese Unterstützungsmöglichkeit

und bereitete sie auf die Zusammenarbeit mit den Senioren vor. Nach einem ersten Treffen

an der Schule arbeiteten die SeniorInnen und die SchülerInnen selbständig weiter.

5.4. Gewaltprävention PIT (Prävention im Team)

Auch in diesem Schuljahr wurde wieder in allen fünften Klassen das PIT-Programm durchgeführt und

damit gleichzeitig Jugendsozialarbeit an Schulen bekannt gemacht. In vier Doppelstunden wurde zusammen

mit dem Klassenleiter und je einer halben Klasse gearbeitet. Lerninhalte waren Themen wie z.

B. Selbstbewusstsein erlangen, Einmischen – Raushalten, Meine Stärken – Meine Schwächen, Alternatives

Verhalten oder Konfliktvermeidung.

Im Schulalltag war zu beobachten, dass sich das Schulklima erheblich verbesserte und viele SchülerInnen

das Gelernte erfolgreich in der Praxis umsetzen konnten.

In einer siebten Klasse wurden auf Wunsch der Schulleitung in einer Doppelstunde die Kerninhalte des

PIT-Programms angeboten und wiederholt.

5.5. Streitschlichterarbeit

Der Jugendsozialarbeiter unterstützte gemäß der Vereinbarung des Fachbeirates die Ausbildung einer

Gruppe von Streitschlichtern für die Schule. Zusammen mit dem Lehrer Günter Schmidt wurden fünf

SchülerInnen 14-tägig in je einer Doppelstunde mit den Inhalten der konstruktiven Konfliktlösung unter

SchülerInnen vertraut gemacht. Die Erfahrungen mit dieser Form von Gewaltprävention an der Schule

zeigten, dass die SchülerInnen diese gerne annehmen und im Verlauf der Schuljahre die Anzahl der

Schlichtungen rückläufig sind.

5.6. TutorInnen

Die Ausbildung von TutorInnen wurde auch dieses Schuljahr wieder fortgesetzt. Zusammen mit Herrn

Josef Riegg wurde eine Gruppe von zehn SchülerInnen ausgebildet. An der Hyazinth-Wäckerle-Volksschule,

Hauptschule Lauingen übernehmen die Tutoren in Kleingruppen die Patenschaft für je eine fünfte

Klasse.

Sie erleichtern mit ihrer Arbeit den Grundschülern den Übertritt an die Hauptschule, nehmen Ängste und

zeigen durch ihre Arbeit, wie willkommen jeder neue Schüler ist. Sie helfen den SchülerInnen dieser

Klassen, sich in der Schule zu Recht zu finden und unterstützen sie bei kleineren Schwierigkeiten im

schulischen oder zwischenmenschlichen Bereich, damit sie sich beschützt und wohl fühlen. Ebenso gehört

die Stärkung der Klassengemeinschaft zu den Aufgaben der Tutoren, was durch die außerschulischen

Aktivitäten mit den Klassen geschieht. Die Arbeit der Tutoren findet überwiegend in Eigenverantwortung

und Selbstorganisation statt. Neben der SMV und den Streitschlichtern sind die Tutoren die

dritte Gruppe, die eine wichtige Aufgabe im Schulalltag für die Schulgemeinschaft übernommen hat und

durch die Jugendsozialarbeit an Schulen intensiv begleitet wird.

5.7. SMV Landkreisseminar

Erstmals fand an der Schule das jährliche Landkreisseminar der Klassen- bzw. Schülersprecher statt. Mit

dabei waren die jeweiligen VerbindungslehrerInnen aus ganz Schwaben. Neben einem Eingangsreferat

fanden verschiedene Workshops statt, deren Ergebnisse am Ende des Seminartages im Plenum präsen-

62


tiert wurden. Die Arbeitsergebnisse wurden von SchülerInnen und VerbindungslehrerInnen als sehr kreativ

und für die einzelnen Schulen als sehr wertvoll bewertet.

5.8. Perspektivenseminar MAD

Zum fünften Mal fand in diesem Schuljahr das MAD-Projekt (Mitmachen, Aktiv werden, Durchstarten)

statt. Dieses Angebot zur Perspektivenentwicklung für Eltern und SchülerInnen findet vor dem Hintergrund

statt, dass immer wieder Schulabsolventen keine geeignete Lehrstelle finden. Es richtet sich an

benachteiligte SchulabgängerInnen der Jahrgangsstufen 7 bis 9, die ihre Schule voraussichtlich ohne

Abschluss verlassen werden. Das MAD-Projekt findet in enger Kooperation mit der Berufsschule Lauingen,

der Agentur für Arbeit sowie dem Landkreis Dillingen statt

6. Gremienarbeit

6.1. Zusammenarbeit mit der Schülermitverantwortung

Zusammen mit den beiden Verbindungslehrkräften der Schule fuhr die SMV zu Beginn des Schuljahres

2008/2009 nach Reimlingen zu einem zweitägigen Seminar. Mit den Methoden der systematischen Zielfindung

und der Arbeit in Kleingruppen sowie der Ergebnispräsentation im Plenum arbeitete der Jugendsozialarbeiter

mit den KlassensprecherInnen und knüpfte dadurch auch Kontakt zu „Multiplikatoren“ im

Hinblick auf die Verbreitung der Angebote der Jugendsozialarbeit in der Schülerschaft.

6.2. Der Fachbeirat

Gemäß dem Rahmenkonzept für die Jugendsozialarbeit an Schulen trat zwei Mal im Schuljahr der Fachbeirat

zusammen. Dem Gremium gehören neben dem Schulleiter auch Vertreter der Eltern, der LehrerInnen

und SchülervertreterInnen an. Ergänzt wird dieses Gremium durch den Schulpsychologen, den

Beratungslehrer und einen Vertreter der Stadtverwaltung Lauingen. Stets dabei ist auch die Teamleitung

der der St. Gregor-Jugendhilfe Augsburg.

Schwerpunkt war der Bericht des Sozialarbeiters und die sich daran anschließende Diskussion und Aussprache.

Am Ende jeder Sitzung steht die Ergebnispräsentation, welche die Arbeitsaufträge für die Jugendsozialarbeit

im neuen Schulhalbjahr festlegt.

6.3. Teilnahme an Lehrerkonferenzen

Je nach Bedarf nahm der Sozialarbeiter an den Lehrerkonferenzen teil und stellte schulrelevante Projekte

vor. Zusätzlich nahm der Sozialarbeiter an der externen Evaluation in der Schule teil.

6.4. Jahrgangsstufenkonferenz der Klassenstufen 5 und 6

Auf Anregung des Sozialarbeiters fand im Frühjahr eine Jahrgangsstufenkonferenz mit den KlassenleiterInnen

der Jahrgangsstufen 5 und 6, dem Schulleiter und dem Schulpsychologen statt.

Ziel dieser Konferenz war es, ein gemeinsames Präventionskonzept zu entwickeln um möglichst früh

eventuelle Defizite bei SchülerInnen festzustellen, um dann entsprechende Hilfsangebote sehr zeitnah

realisieren zu können.

63


Im Anschluss an diese Konferenz fand ein Gedankenaustausch zusammen mit der Sozialarbeiterin der

Grundschule Lauingen, Frau Nicola Stambusch, statt, die ergänzend die Wahrnehmung der GrundschullehrerInnen

in Hinblick auf die präventiven Hilfeangebote anfügte.

7. Gemeinwesenorientierte Arbeit

7.1. JaS Coaches – Treffen der Regierung von Schwaben

Zusammen mit Herrn Josef Riegg war der Sozialarbeiter für zwei Tage bei der Regierung von Schwaben

zu einer Fortbildung zum Thema: JaS – Jugendsozialarbeit an Schulen.

Die Initiatoren zeigten an diesem Tag Möglichkeiten auf, wie Jugendhilfe und Schule zusammenarbeiten

können.

8. Statistik

8.1. Problemlagen

1

64

1

1

2

5

5

5

5

7

7

9

10

14

14

0 5 10 15 20 25 30

24

Patchwork

aggressives Verhalten

ADHS/ADS

Verwahrlosung

Trennung/Scheidung

Psychische Belastung

Schulische Perspektive

Gewalt in der Familie

Berufliche Perspektive

Konflikt zuhause

Umgang mit

Erwachsenen/Lehrern

EZH

Erziehungsprobleme

Umgang mit Gleichaltrigen


8.2. Arbeitsaufteilung

Projektarbeit

10%

Krisenintervention

5%

Offene Angebote

10%

Einzelfallhilfe

25%

Gremienarbeit

5%

Beratung für Schüler

25%

Beratung für Eltern

10%

Kollegiale Beratung /

Kooperation mit Lehrkräften

10%

65


Carolina-Frieß-Grundschule in Lauingen

Marienweg 4

89415 Lauingen (Donau)

Tel.: 09072/95383-21

E-mail: nicola.stambusch@grundschule-lauingen.de

Homepage: http://www.grundschule-lauingen.de

66

Nicola Stambusch

Im Schuljahr 2008/2009 wurden an der Carolina-Frieß-Grundschule in Lauingen 440 SchülerInnen in 18

Klassen von 35 LehrerInnen unterrichtet. Zehn Klassen waren an der Stammschule am Marienweg untergebracht,

die restlichen in der Außenstelle an der Brüderstraße.

Regelmäßig anwesend war die Sozialpädagogin Frau Nicola Stambusch zu den gewohnten Zeiten montags

bis 15.00 Uhr sowie mittwochs am Vormittag und darüber hinaus nach Bedarf. Die Sprechzeiten

waren montags von 10.00 Uhr bis 11.00 Uhr an der Brüderstraße, mittwochs von 9.00 Uhr bis 10.00 Uhr

am Marienweg oder nach Vereinbarung.

1. Beratung

Das Beratungsangebot der Sozialarbeit wurde in insgesamt 23 Fällen genutzt. Die Initiative ging dabei

vorwiegend von den LehrerInnen aus, die die Sozialpädagogin um Unterstützung baten oder den Eltern

das Angebot nahe legten. Eltern nehmen aber auch zunehmend von sich aus Kontakt auf, seit das Angebot

der Sozialarbeiterin wiederholt intensiv vorgestellt wurde. Die SchülerInnen nutzen das Angebot

kaum selbständig, außer sie hatten bereits Kontakt (z. B. durch die Gruppenarbeit) – vermutlich auch

bedingt durch ihr Alter. Zwei Schülerinnen und eine Gruppe von fünf Schülerinnen kamen aus eigener

Initiative in die Sprechstunde.

1.1. Beratung für SchülerInnen

Im Berichtszeitraum wurden 19 SchülerInnen in 29 Gesprächen beraten. Die Themen berührten dabei

sowohl den schulischen Bereich als auch die familiäre Situation. Schwerpunktmäßig ging es um Probleme

im Umgang mit Gleichaltrigen bzw. bei der Konfliktlösung bis hin zu Mobbing, aber auch um Verhaltensauffälligkeiten

in Unterricht und Pause oder Anpassungsprobleme bei der Eingewöhnung in den

Schulalltag. Bei innerfamiliären Problemen standen zum einen schwierige Trennungssituationen, aber

auch mangelnde Unterstützung oder Gewalt in der Familie im Mittelpunkt.

1.2. Beratung für Eltern


22 Eltern nahmen das Beratungsangebot der Sozialarbeit in Anspruch und wurden in insgesamt 45 Gesprächen

beraten. Die Beratungen fanden teils begleitend zu Schülerberatungen, teils ohne Schülerkontakt

statt. Thematisch ging es um Erziehungsprobleme, aggressives oder unruhiges Verhalten des Kindes,

Konzentrationsprobleme, nicht altersgemäße Verhaltensweisen oder Rückzug, Unterstützung in

Trennungssituationen und bei der Eingliederung des Kindes in eine Pflegefamilie, Armut, aber auch um

Fragen der schulischen Perspektive oder die Situation des eigenen Kindes als Opfer von Ausgrenzung

und körperlichen Angriffen.

1.3. Kollegiale Beratung / Kooperation mit Lehrkräften

Mit Lehrkräften fanden 36 ausführlichere Gespräche in 20 Fällen statt, teilweise im Rahmen vorher vereinbarter

Termine. Überwiegend wurde jedoch die Anwesenheit der Sozialarbeiterin im Lehrerzimmer

während der Pausen oder bei Tür- und Angelgespräche zu einem kurzen Informationsaustausch genutzt.

Die räumliche Nähe des Beratungszimmers zum Lehrerzimmer begünstigt dabei die schnelle und unkomplizierte

Kontaktaufnahme. Thematisch ging es um Auffälligkeiten einzelner SchülerInnen im Arbeitsverhalten

oder im Sozialverhalten, um Schwierigkeiten im Umgang der Kinder untereinander bis hin zu

Mobbing, sowie um Hinweise auf mögliche Probleme im häuslichen Bereich und Leistungsprobleme.

2. Einzelfallhilfe

In fünf Fällen war eine Verbesserung der problematischen Situation allein durch Beratung nicht zu erreichen,

so dass weitergehende Unterstützung auch unter Einbeziehung von Kooperationspartnern notwendig

war.

In einem Fall noch aus dem vergangenen Schuljahr ging es dabei um erhebliche Probleme bei der

Leistungs- und Eingliederungsfähigkeit des Kindes in der Schule sowie Erziehungsschwierigkeiten in der

Familie. Nachdem die Sozialarbeiterin hier überwiegend mit der Koordinierung des Prozesses betreut

war, konnte dieser Schüler inzwischen durch das Amt für Kinder, Jugend und Familie ins FLIBB-Projekt

vermittelt werden, damit ihm durch die sehr intensive und individuelle Form der Beratung und Begleitung

der Schulbesuch ermöglicht und mit der Familie Veränderungen im Umgang mit dem Kind erarbeitet

wurden.

Ein weiterer Fall aus dem Schuljahr 2007/2008, bei dem ein Kind, das sich in der Schule auffallend aggressiv

verhält, aufgrund der schwierigen häuslichen Situation und Überforderung der Eltern inzwischen

eine HPT besucht, wird wegen seiner Komplexität weiterhin begleitet.

Aus der sozialpädagogischen Gruppenarbeit 2007/2008 hat sich für ein Kind die Notwendigkeit von Einzelfallhilfe

ergeben. Es fällt in der Schule durch Leistungsabfall und Probleme im psychosozialen Bereich

auf, während die häusliche Situation durch Trennung der Eltern und uneinheitliche Erziehungshaltung

geprägt ist. Dieses Kind wird im kommenden Schuljahr die Klasse mit besonderem pädagogischem Angebot

in Höchstädt besuchen.

Ein anderes Kind zeigt deutliche Probleme bei der Bewältigung des Schulalltags und im Umgang mit

Gleichaltrigen bei gleichzeitig überdurchschnittlicher Begabung. Adäquate Hilfsmöglichkeiten müssen mit

Kooperationspartnern gesucht werden, zu denen der Kontakt hergestellt wurde.

Im letzten Fall, bei dem ein Kind von deutlicher Leistungsproblematik mit gleichzeitig hoher psychischer

Belastung betroffen ist, unterstützt die Sozialarbeiterin die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus

sowie den Hilfeprozess.

67


In diesem Kontext fanden neun Schülerberatungen, 22 Eltern- und 15 Lehrergespräche statt. Darüber

hinaus gab es vier Helferkonferenzen und 17 Gespräche mit Kooperationspartnern wie dem Amt für Kinder,

Jugend und Familie, dem Schulamt, dem mobilen sonderpädagogischer Dienst (MSD), der Heilpädagogische

Tagesstätte (HPT) oder mit Kinder- und Jugendpsychiatern. Ein Hausbesuch wurde außerdem

durchgeführt.

3. Krisenintervention

Einer Krisenintervention geht eine hohe emotionale Belastung oder Gefährdung mindestens eines Beteiligten

voraus, die eine schnelle Klärung weiterer Schritte verlangt. Dies kam an der Grundschule im Berichtszeitraum

neun Mal vor. Dabei ging es um Bedrohung auf dem Schulweg, Angst in einer Klasse vor

Hauptschülern aufgrund konkreter Vorfälle und Gewalt gegen einen Mitschüler.

Zwei Mal war der aktuelle Aufenthaltsort von SchülerInnen unbekannt, während einmal die Polizei Kontakt

mit der Sozialarbeiterin aufnahm wegen der Ermittlung einer möglichen Bedrohungssituation.

Schließlich brauchte ein Schulanfänger Unterstützung wegen akuter Anpassungsschwierigkeiten in der

Schule.

Die jeweilige Krisensituation erforderte zehn Schülergespräche und zwei Gespräche mit einer Klasse,

darüber hinaus sieben Eltern- und neun Lehrergespräche. Es gab Kontakte zum Sozialarbeiter der benachbarten

Hauptschule, zum Jugendamt und zur Polizei.

4. Sozialpädagogische Gruppenarbeit

Die sozialpädagogische Gruppenarbeit findet wöchentlich montags von 14.00 bis 15.00 Uhr statt – seit

Schuljahresbeginn in Zusammenarbeit mit der Schulpsychologin Frau Freyburger. Den Absprachen aus

der Fachbeiratssitzung vom Mai 2008 folgend wurde die Gruppenarbeit im ersten Schulhalbjahr Kindern

der dritten und vierten Klassen angeboten, im zweiten Halbjahr Kindern der ersten und zweiten Klassen.

Das Aufnahmeverfahren wurde weitestgehend beibehalten.

In der ersten Gruppe haben acht Jungen teilgenommen, mit denen Übungen aus den Bereichen Kennenlernen,

Wahrnehmung, Entspannung, Kommunikation und Kooperation durchgeführt wurden. Erarbeitet

wurde der Themenbereich Gefühle, vor allem Wut und Umgang mit Wut. Begleitend fanden Schüler-

und Elternberatungen statt vor allem mit dem Ziel, SchülerInnen in ihren teils schwierigen Lebenssituationen

zu begleiten und zu stabilisieren sowie weitere Unterstützungsmöglichkeiten zu eröffnen.

Im zweiten Schulhalbjahr wurde dann erstmals eine neue Gruppe für SchülerInnen der ersten und zweiten

Klasse angeboten. Diese Gruppe wurde von zwei Mädchen und vier Jungen besucht. Die Inhalte und

Methoden wurden dieser Altersgruppe angepasst. Dabei bietet die Kleingruppe schon für sich ein Lernfeld,

in dem Regeln eingehalten werden müssen, soziale Kompetenzen gefördert werden und im Konfliktfall

adäquate Lösungsmöglichkeiten gefunden werden müssen.

68


5. Offene Angebote

5.1. Vorstellen der Sozialarbeit an Schulen

Um das Angebot der Sozialarbeiterin den Eltern der Schulanfänger nahe zu bringen, war Frau Stambusch

am ersten Schultag anwesend und stellte ihren Aufgabenbereich kurz vor. Außerdem besuchte sie

im Zeitraum von Dezember 2008 bis Februar 2009 alle ersten Klassen und stellte sich den SchülerInnen

vor.

Auch den Eltern der Zweit- bis Viertklässler war Frau Stambusch als neue Sozialarbeiterin zu Schuljahresbeginn

häufig noch nicht bekannt. Daher ging sie am ersten Elternabend dieses Schuljahres durch

alle Klassen und präsentierte ihre Arbeit. Damit konnte der Bekanntheitsgrad nach Angaben von Elternvertretern

deutlich erhöht werden und die Sprechstunde wurde zunehmend aus eigener Initiative von

Eltern genutzt.

6. Projektarbeit

6.1. Schülerfrühstück

Das Schülerfrühstück in „Carolina's Café“ wurde bereits 2002 als Projekt der Sozialarbeit eingerichtet.

Schulkinder, für die dies in ihrer Herkunftsfamilie nicht selbstverständlich ist, können hier frühstücken und

haben Ansprechpartner, die ihnen einen guten Start in den Tag und damit die Grundlage für erfolgreiches

Lernen geben. Die Sozialpädagogin besuchte bis Dezember weiterhin einmal pro Monat „Carolina’s

Café“, um den SchülerInnen ganz niederschwellig die Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Im Dezember

verabschiedete sich dann die „Frühstücksmama“ Frau Dann in den Mutterschutz, so dass das Café vorübergehend

geschlossen werden musste.

Nachdem die in den Klassen zwei bis vier durchgeführte Bedarfsabfrage ergab, dass im Durchschnitt fünf

bis sechs SchülerInnen das Frühstücksangebot nutzen, wurde mit Unterstützung der örtlichen Presse ein

neues Mitarbeiterteam gesucht mit dem Ergebnis, dass ab Mai dienstags und donnerstags wieder

Frühstück angeboten werden konnte. Sechs Damen erklärten sich zur Mitarbeit bereit. Die Sozialarbeiterin

übernahm in Zusammenarbeit mit der Elternbeiratsvorsitzenden zunächst die Teambegleitung und

Werbung, bis das Team die Organisation selbständig übernehmen konnte. Bislang wurden zwei Teambesprechungen

durchgeführt.

6.2. Projekt in einer vierten Klasse

Eine Lehrkraft fragte bei der Sozialarbeiterin an, ob ein gemeinsames Projekt in der Klasse zur Verbesserung

der Klassengemeinschaft und des Umgangs der SchülerInnen untereinander möglich sei, zumal

in der betreffenden Klasse ein konkreter Mobbingfall vorlag.

Daraufhin wurden vier Einheiten in Anlehnung an das PIT-Programm (Prävention im Team), MUT (Miteinander

Umgehen Trainieren) und „Sonst bist du dran – Mobbing unter SchülerInnen“ miteinander vorbereitet

und durchgeführt, mit einer Dauer von jeweils 90 Minuten. Thematisch ging es dabei zunächst

um die drei Säulen des Selbstbewusstseins: eigene Stärken – Anerkennung durch andere – Verantwortung

übernehmen. Im zweiten Teil wurden Gefühle thematisiert. Die beiden weiteren Einheiten beinhalteten

Übungen und Rollenspiele zum Thema Gewalt und Mobbing.

69


7. Gremienarbeit

7.1. Elternbeirat

Die Sozialarbeiterin unterhält regelmäßige persönliche und telefonische Kontakte zur Elternbeiratsvorsitzenden

Frau Mayer.

7.2. Abstimmung mit der Schulleitung

Durchschnittlich 14-tägig fanden Besprechungen mit der Schulleitung statt, bei Bedarf auch häufiger.

Außerdem ist durch die räumliche Nähe des Beratungszimmers zum Rektorat ein schneller Informationsfluss

gewährleistet. So ist die Schulleitung regelmäßig über die Arbeit der Sozialarbeiterin informiert,

aktuelle Entwicklungen können zeitnah im Hilfeprozess berücksichtigt werden. Außerdem wurden auch

auf diesem Wege SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen an die Sozialarbeit verwiesen.

7.3. Fachbeirat

Im Berichtszeitraum fanden wie gewohnt zwei Sitzungen des Fachbeirates statt. Dieses Gremium legte in

seiner Sitzung vom 12.11.2008 folgende Arbeitsschwerpunkte fest:

- Die Sozialarbeit soll dazu beitragen, dass der Fokus nicht nur auf die stark auffälligen SchülerInnen

bzw. TäterInnen gerichtet ist, sondern dass verstärkt auch die Kinder, die Opfer sind oder zum

Rückzug neigen, in den Blick genommen werden.

- Zur Förderung eines positiven Klassenklimas kann die Sozialarbeiterin den LehrerInnen zusätzliches

Fachwissen zur Verfügung stellen.

- Der direkte Kontakt zu den SchülerInnen soll durch hohe Präsenz weiterhin gesucht werden.

- Unter den türkischen Familien soll das Angebot der Sozialarbeit an Schulen und seine Möglichkeiten

bekannter werden. Dazu müssen neue Zugänge und Partner gefunden werden.

- Die politische Arbeit in Lauingen ist zu verstärken. Dazu werden die in Lauingen eingesetzten

SozialarbeiterInnen sich beim Sachaufwandträger vorstellen. Außerdem soll dieser wie auch das

Schulamt künftig zur Fachbeiratssitzung eingeladen werden.

Die Arbeitsergebnisse der Sozialarbeit wurden in der Sitzung vom 06.95.2009 reflektiert und die Schwerpunkte

und Zielsetzungen durch folgende Festlegungen an die aktuelle Entwicklung an der Schule anpasst:

- Das Angebot der Sozialarbeit an Schulen soll wie gewohnt den Eltern und SchülerInnen der künftigen

ersten und zweiten Klassen bekannt gemacht werden, d. h. die Sozialpädagogin stellt sich am

ersten Schultag den Eltern der Erstklässler und am ersten Elternabend den Eltern der Zweitklässler

vor und besucht die ersten und zweiten Klassen.

- Die LehrerInnen stellen Unklarheiten bezüglich des Konzeptes der sozialpädagogischen Gruppenarbeit

fest. Daher müssen mögliche Zielsetzungen und Erwartungen an die sozialpädagogische Gruppenarbeit

erneut transparent gemacht werden.

70


- Das Team „Schülerfrühstück“, das im Mai neu begonnen hat, soll durch die Sozialarbeiterin noch

begleitet, aber zunehmend verselbständigt werden.

- In Zusammenarbeit mit den Lehrkräften kann die Sozialarbeiterin verstärkt Projektarbeit in den Klassen

anbieten, ergänzt durch themenbezogene Elternabende.

- Die Sozialarbeiterin kann als neutrale Person die Schule im Umgang mit dem Thema „Mobbing“

unterstützen.

8. Gemeinwesenorientiertes Arbeiten

8.1. Kontaktaufbau zu Familien türkischer Herkunft

Die Sozialpädagogin stellte in ihrer Beratungsarbeit fest, dass das Angebot der Sozialarbeit an Schulen

von Familien türkischer Herkunft bislang kaum genutzt wurde. Aufgrund dieser Beobachtung sah der

Fachbeirat in seiner Sitzung am 12.11.2008 die Notwendigkeit, den Gründen nachzugehen. Es wurden

mit drei Eltern (eine Mutter, zwei Väter) sowie einer Lehrkraft türkischer Herkunft Informationsgespräche

über mögliche Ursachen und Lösungswege geführt.

Als wesentlicher Hintergrund wird demnach gesehen, dass das Angebot zu wenig bekannt ist, aber auch,

dass es türkischen Familien aufgrund der kulturellen Vorstellungen sehr schwer fällt, zur Problemlösung

außerfamiliäre Unterstützung zu suchen und zu nutzen. Sprachliche Probleme sind ein weiteres Hindernis.

Ergebnis der Kontakte war bislang, dass die Information für Eltern über Sozialarbeit an Schulen von der

genannten Lehrkraft ins Türkische übersetzt wurde. Außerdem besuchte die Sozialarbeiterin den Tag der

offenen Tür in der Moschee und wurde eingeladen, ihre Tätigkeit dort vorzustellen. Damit wurde der

Kontaktaufbau angebahnt. Außerdem konnte in diesem Zusammenhang die türkische Mutter in einen

Integrationskurs vermittelt werden.

71


1

9. Statistik

9.1. Problemlagen

72

1

1

1

1

1

1

2

2

2

2

2

2

4

4

0 2 4 6 8 10 12 14

9.2. Arbeitsaufteilung

Projektarbeit

10%

Sozialpädagogische

Gruppenarbeit

15%

Krisenintervention

5%

Gemeinwesenorientiertes

Arbeiten

3%

Offene Angebote

5%

Gremienarbeit

2%

Einzelfallhilfe

10%

10

12

Beratung für Schüler

15%

Rückzug

Verwahrlosung

aggressives Verhalten

Psychische Belastung Eltern

Mobbing

ADHS/ADS

Konzentrationsprobleme

Psychische Belastung

Konflikt zuhause

Gewalt in der Familie

Armut

Umgang mit

Erwachsenen/Lehrern

Trennung/Scheidung

Schulische Perspektive

Erziehungsprobleme

Kollegiale Beratung /

Kooperation mit Lehrkräften

15%

Umgang mit Gleichaltrigen

Beratung für Eltern

20%


Staatliche Realschule in Lauingen

Friedrich Ebert Str. 10

89415 Lauingen

Tel.: 0 90 72/95 05-0

homepage: www.realschule-lauingen.de

Michael Moser

An der Realschule Lauingen wurden im Schuljahr 2008/2009 insgesamt 673 Schülerinnen und Schüler in

24 Klassen von 43 Lehrkräften unterrichtet.

Für die Jugendsozialarbeit an der Schule stehen wöchentlich fünf Stunden zur Verfügung.

1. Beratung

1.1. Beratung für SchülerInnen

Die Kontaktaufnahme mit der Jugendsozialarbeit erfolgte auf Anraten von Lehrkräften, auf Initiative von

Eltern oder SchülerInnen nahmen von sich aus Kontakt auf. Schwerpunktthemen waren: Leistungsprobleme,

psychische Belastungen, Schwierigkeiten aufgrund der Trennung der Eltern, Konfliktsituationen zu

Hause und in der Schule, aggressives Verhalten, der problematische Umgang mit MitschülerInnen und

Mobbing. 28 SchülerInnen wurden im Rahmen von 76 Gesprächen beraten.

1.2. Beratung für Eltern

Der Zugang zur Elternberatung erfolgte auf Initiative des Jugendsozialarbeiters, auf Anraten von Lehrern,

auf Initiative der SchülerInnen oder auf Initiative der Eltern selbst. Mit 16 Eltern wurde in 43 Gesprächen

über die Situation der Kinder in Elternhaus und Schule gesprochen und nach Problemlösungen gesucht.

Schwerpunktthemen waren: Leistungsprobleme, Ausgrenzung, psychische Belastungen, Erziehungsprobleme

und schwierige familiäre Situationen.

1.3. Kooperation mit Lehrkräften

Die Anwesenheit des Jugendsozialarbeiters im Lehrerzimmer ermöglicht die unkomplizierte und schnelle

Kontaktaufnahme. Das Interesse der Lehrkräfte an der Beratungstätigkeit ist groß. Einerseits profitiert die

Jugendsozialarbeit bei diesen Gesprächen sehr von den Erfahrungen der Lehrkräfte mit ihren Schülern,

die bei der Entwicklung individueller Lösungen Eingang finden. Andererseits können sozialpädagogische

Sichtweisen und Ansätze vermittelt werden und in die Arbeit der Lehrkräfte Eingang finden. Es fanden 98

Gespräche mit LehrerInnen statt.

73


2. Krisenintervention

Hilfestellung und Beratung im Rahmen der Krisenintervention, die immer dann gefordert ist, wenn im

Akutfall schnell geeignete Maßnahmen getroffen werden müssen, war im laufenden Schuljahr für vier

SchülerInnen erforderlich. Themen waren: sexueller Missbrauch, Vermutung suizidaler Gedanken und

die Bedrohung eines Mädchens durch einen Mitschüler.

3. Einzelfallhilfe

Für vier SchülerInnen ergab sich eine längerfristige Begleitung aufgrund der vorliegenden Belastungen.

Schwerpunktthemen waren hier: psychische Belastungen, Leistungsverweigerung, Konfliktsituationen im

Elternhaus und Erziehungsprobleme.

In diesen Fällen reichte ein Beratungsangebot allein nicht aus. Vernetzung und Anbahnung von Hilfen in

Kooperation mit Beratungsstellen und dem Amt für Jugend und Familie waren erforderlich. Es fanden

neben 22 Schülergesprächen 26 Elterngespräche und 9 Gespräche mit Kooperationspartnern statt.

4. Sozialpädagogische Gruppenarbeit

In zwei neunten Klassen und einer sechsten Klasse wurde im Rahmen von je drei Doppelstunden sozialpädagogische

Gruppenarbeit angeboten. Die Gruppenarbeit kam auf Initiative der Klassleiterinnen zustande.

Thema war der Umgang untereinander und mit den Lehrkräften. Die Angebote wurden jeweils

gemeinsam mit der Lehrkraft durchgeführt. Neben der themenzentrierten Arbeit kamen Übungen zu Interaktion

und Kooperation zum Einsatz.

5. Projektarbeit

5.1. Streitschlichter

Den Streitschlichtern und der betreuenden Lehrkraft stand die Jugendsozialarbeit im vergangenen

Schuljahr beratend zur Verfügung

5.2. Prävention im Team – PIT

In den fünften Klassen wurde in Zusammenarbeit mit den KlassleiterInnen im Rahmen eines Schullandheimaufenthaltes

dieses Angebot zur Gewaltprävention durchgeführt. Schwerpunkt waren Übungen zum

Kennen lernen, zur Unterstützung der Bildung der Klassengemeinschaft und das Thema Selbstbewusstsein.

In einer gemischten Gruppe aus SchülerInnen der achten Klassen wurde im Rahmen einer Projektwoche

ein Angebot aus dem PIT-Programm durchgeführt.

74


6. Gremienarbeit

6.1. Der Fachbeirat

An der Realschule Lauingen ist der Fachbeirat Teil des Schulforums, dem neben dem Schulleiter Lehrer-

Eltern- und Schülervertreter angehören. In diesem Gremium wird die Jugendsozialarbeit reflektiert und

an der Schule weiterentwickelt.

In diesem Schuljahr fand die Fachbeiratsitzung am 14.01.2009 statt. Im Ergebnis wurde die Wichtigkeit

der Beratungstätigkeit für Schüler und Eltern, sowie die Kooperation mit den Lehrkräften bestätigt. Die

Fortführung des PIT-Projektes wurde gewünscht ebenso wie das Angebot sozialpädagogischer Gruppenarbeit

in Klassen zur Stärkung der Klassengemeinschaft.

7. Statistik

7.1. Problemlagen

1

1

2

2

2

3

3

4

4

4

6

0 2 4 6 8 10 12 14

7

8

8

12

Sucht in der Familie

Beziehungsprobleme Eltern

Psychische Belastung Eltern

sexuelle Gewalt

Konflikt zuhause

Umgang mit

Erwachsenen/Lehrern

ADHS/ADS

Mobbing

Trennung/Scheidung

Umgang mit Gleichaltrigen

aggressives Verhalten

Erziehungsprobleme

Schulische Perspektive

Psychische Belastung

75


7.2. Arbeitsaufteilung

76

Sozialpädagogische

Gruppenarbeit

8%

Krisenintervention

6%

Einzelfallhilfe

14%

Projektarbeit

8%

Kollegiale Beratung /

Kooperation mit Lehrkräften

18%

Gremienarbeit

1%

Beratung für Schüler

30%

Beratung für Eltern

15%


Volksschule am Schlachtegg (HS) Gundelfingen

Schlachteggstr. 2

89423 Gundelfingen

Tel.: 09073/595

www.hauptschule-gundelfingen.de

Simone Melcher

An der Hauptschule Gundelfingen wurden im Schuljahr 2008/2009 insgesamt 374 Schülerinnen und

Schüler in 16 Klassen unterrichtet. Die Schule führt einen einzügigen M-Zweig von der siebten bis zur

zehnten Klasse. Dazu kommt einen gebundene Ganztagesklasse in der fünften Jahrgangsstufe und ein

offenes Ganztagsangebot in Trägerschaft des Kinderheimes St. Clara.

Die Jugendsozialarbeiterin ist am Mittwoch und Donnerstag mit einer wöchentlichen Stundenzahl von elf

Stunden an der Hauptschule vertreten. Die wöchentliche offene Sprechzeit ist mittwochs von 8:00-10:00

Uhr im Büro und speziell für Lehrkräfte mittwochs von 12:50-13.30 im Lehrerzimmer. Individuelle Terminabsprachen

sind sowohl für Schüler, als auch für Eltern und Lehrer möglich.

1. Beratung

1.1. Beratung für SchülerInnen

Zum großen Teil suchten die Schülerinnen und Schüler die Jugendsozialarbeiterin selbstständig auf. Das

Angebot hat sich mittlerweile etabliert und ist zu einer festen Einrichtung der Schule geworden. So kam

es in diesem Schuljahr zu 121 Gesprächskontakten.

Beratungsinhalte in den fünften und sechsten Klassen waren vermehrt „Zickenkriege“, der Umgang mit

„Erstem-Verliebt-Sein“, Ungerechtigkeitsempfinden im Umgang miteinander oder auch von den Eltern

oder Gewaltüberschreitungen in der Erziehung.

In der siebten und achten Jahrgangsstufe sind der Umgang mit Alkohol und anderen Suchtproblematiken

sowie zwischengeschlechtliche Beziehungskrisen Themenschwerpunkte. In den Abschlussklassen rücken

die Berufsfindung und der Übergang von der Schule in den Arbeitsmarkt in den Fokus der Aufmerksamkeit.

Darüber hinaus ziehen sich folgende Themen quer durch alle Jahrgangsstufen: Suizidalität, Pubertätskrisen,

Umgang mit MitschülerInnen, schwierige Situationen zu Hause (Trennung und Scheidung, Besuchsregelungen

mit dem getrennt lebenden Elternteil, Geschwisterrivalität, Geldmangel und beengte Wohnverhältnisse,

Leistungsanforderungen von Seiten der Eltern), Leben innerhalb unterschiedlicher kultureller

und religiöser Ausprägungen und Anforderungen etc. Hinzu kommt das Thema Empfängnisschutz,

Umgang mit Hygiene während der Pubertät und ungewollte Schwangerschaft.

77


1.2. Beratung für Eltern

Kontakt zu Eltern wird über bestehende Schülerkontakte hergestellt, Vermittlung durch Lehrkräfte und

Schulleitung, aus Eigeninitiative der Jugendsozialarbeiterin heraus und über Anfragen der Eltern selbst.

Es ergaben sich 50 Elternkontakte und 14 Hausbesuche. In den Beratungsgesprächen ging es um Erziehungsfragen,

Unterstützungsmöglichkeiten bei Hausaufgaben und Lernen, Grenzsetzung bei pubertierenden

Jugendlichen, Ausgrenzungsproblematiken und mögliche Perspektiven nach Beendigung der

Schulzeit an der Hauptschule und Grenzensetzung mit Hilfe von Gewalt.

1.3. Kollegiale Beratung / Kooperation mit Lehrkräften

Niederschwelligen Zugang für Kontaktaufnahme und Austausch mit der Sozialarbeiterin bietet sich mittwochs

und donnerstags in der Pause und an den Anwesenheitstagen jeweils vor dem Unterricht. Auf

Wunsch wurde eine eigene Lehrerzeit am Mittwochmittag eingeführt.

Insgesamt führte die Jugendsozialarbeiterin in diesem Jahr 34 intensivere Beratungsgespräche durch.

Flankiert wurden diese von zahlreichen „Zwischen-Tür-und-Angel-Gesprächen“, zu denen es die beinahe

täglich kommt.

Im Fokus der Beratungen standen in diesem Jahr besonders die Vorbesprechung schwieriger Elterngespräche,

Umgang mit Ankündigung von Suizid, Abrutschen einiger Schüler in die rechtsradikale Szene,

Alkoholkonsum unter Jugendlichen, Mobbing unter Schülern, Umgang mit Leistungsverweigerung und

allgemein als problematisch empfundene Klassenzusammensetzungen.

2. Krisenintervention

Krisenintervention ist immer dann gefordert, wenn im Krisenfall schnell geeignete Maßnahmen getroffen

werden müssen. Danach werden mittel- und langfristige Lösungsschritte erarbeitet oder vermittelt.

In diesem Schuljahr musste die Jugendsozialarbeiterin acht Mal in dieser Hinsicht intervenieren, wobei

es um Suizidandrohungen, seelische Zusammenbrüche, befürchtete Schwangerschaft und kulturelle

Konflikte (handgreifliches Elternhaus) ging.

3. Einzelfallhilfe

Wenn aufgrund der Probleme eine Verbesserung der Situation nicht allein durch Beratung möglich ist,

müssen weitere Formen der Hilfe, andere Dienste und möglicherweise andere Personen aus dem sozialen

Nahraum mit einbezogen werden. Einzelfälle erfordern ein höheres Zeitaufkommen, da eine enge

Kooperation mit der zuständigen Jugendsamtsmitarbeiterin, der Schulpsychologin, den Eltern, der Klassenlehrer

und der Schulleitung vonnöten ist. In diesem Schuljahr wurden sechs Einzelfälle koordiniert. In

drei Fällen stand drohende Existenzsicherung der Eltern im Hintergrund, welche zu Gewaltübergriffen auf

die Kinder gipfelten. In zwei Fällen wurde bei lernauffälligen Jugendlichen Schul- bzw. Berufseinrichtungen

im Förderbereich besichtigt und übergeleitet. Ein Jugendlicher benötigt Hilfe wegen häuslicher „Unregelmäßigkeiten“

und daraus resultierendem Fehlverhalten im Klassenkontext.

In das Modellprojekt „Schulverweigerung - Die 2. Chance", welches ebenfalls von der St. Gregor-Jugendhilfe

koordiniert wird, konnten zwei Schüler vermittelt werden. Ein Schüler wechselte wegen eines

Umzuges die Schule.

78


4. Projektarbeit

4.1. Pubertätsprojekt

Ein Projekt zum Thema: „Vom Kind zur Jugendlichen - Was verändert sich?“ fand auf Elternwunsch mit

den Mädchen in der gebundenen Ganztagesklasse statt. Das Pubertätsprojekt wurde gemeinsam mit der

Lehrkraft vorbereitet und die Schwerpunkte erarbeitet. Hierbei stand die körperliche Veränderung und

damit einhergehende Hygiene im Vordergrund. Zur Zusammenarbeit mit der Jugendsozialarbeit kommt

es, da dadurch das „empfindliche Thema“ vertrauensvoller bearbeitet werden kann und die Lehrkraft die

Kinder auch beurteilen muss. Somit kann ein Rollenkonflikt bei den Kindern ausgeschlossen werden.

Ferner hat sich bewährt, dass eine schnellere Öffnung und effektives Lernen fürs Leben durch den Abstand

zur Sozialarbeiterin den Schülerinnen ermöglicht, sich bei ungewollten Schwangerschaften schnell

Hilfe zu holen.

4.2. Hausaufgaben

In einer siebten Klasse fand eine Einheit zum Thema „Hausaufgaben“ statt. Mit den Schülerinnen und

Schülern wurde der Sinn und Zweck von Hausaufgaben erarbeitet und wie wichtig es für sie selbst ist,

dass sie dieser „schulische Pflicht“ nachkommen. Mit Rollenspielen und Gruppenarbeit wurden Tipps und

Tricks erarbeitet, wie Hausaufgaben so erledigt werden können, dass sie Erfolgserlebnisse verschaffen.

Außerdem wurde ein Projekt „Schüler helfen Schülern“ bei Hausaufgaben, beim Lernen und zur Vorbereitung

auf Probearbeiten auf den Weg gebracht, welches den 5. Klassen von zwei Schülerinnen in den

Fächern Deutsch und Mathematik angeboten wird.

4.3. Tutoren

Zusammen mit den Verbindungslehrkräften konnten auch in diesem Jahr wieder Tutoren für die im September

neu ankommenden Schüler ausgebildet werden. Die Gundelfinger Hauptschule freut sich, einen

der drei geplanten Tutorentage an der Schule (Brenzhalle) durchführen zu dürfen. Die an der Schule

beheimatete Landkreissprecherin konnte mit Einsatz der Verbindungslehrer einen Kommunikationstag

erleben.

4.4. Prävention in Kooperation mit dem Gesundheitsamt

Über die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt konnten auch in diesem Jahr wieder Referenten für

Projektangebote zu den Themen Sucht, Sexualität und Aufklärung gefunden werden.

4.5. Begleitung von Schulübergängen, Kooperation mit Agentur für Arbeit

Die Jugendsozialarbeiterin ist bemüht, alle Schulübergänge zu begleiten und im Bedarfsfall geeignete

Angebote zur Verfügung zu stellen. Diese Begleitung stellt sich an der HS Gundelfingen als sehr komplex

dar. Sie reicht von Einsehen einzelner Bewerbungsmappen bis zur direkten Begleitung in andere Einrichtungen.

Kontinuierlicher Austausch mit dem Beauftragten der Agentur für Arbeit Herrn Hieber und den

betreffenden Eltern, Klassenleiter und der Schullaufbahnberaterin Frau Müller sind nötig.

79


4.6. Perspektiventage MAD (Mitmachen, Aktiv werden, Durchstarten)

Im Rahmen des Perspektiventages wurden den anwesenden SchülerInnen im letzten Schulbesuchsjahr

die Möglichkeiten für die Zeit nach der Schule kurz vorgestellt, eine Auswahl von drei verschiedenen

Perspektiven für jede Schülerin und jeden Schüler vorgenommen und Fragen beantwortet. Auch die

frühzeitige Zusammenarbeit mit dem Berufsberater fand hier statt.

Während eines Elternabends wurde erarbeitet, wie Eltern Ihr Kind auf dem weiteren Weg nach Beendigung

der Hauptschule unterstützen können. In einem Abschlusstreffen wurden die unternommenen

Schritte der Jugendlichen noch einmal überprüft und reflektiert, welche Schritte zu einem Erfolg geführt

haben.

Die Seniorenakademie unterstützt über Patenschaften nun schon im zweiten Jahr benachteiligte Schülerinnen

und Schüler auf dem Weg in die Berufstätigkeit. Eine Schülerin konnte so vermittelt werden.

5. Gremienarbeit

5.1. Der Elternbeirat

Wie in den Jahren zuvor stellte sich die Sozialarbeiterin in einer großen Elternbeiratsversammlung den

Klassenelternsprechern vor, ebenso ihr Aufgabengebiet und die Mitwirkungsmöglichkeiten von Seiten der

Eltern. Darüber hinaus nahm die Sozialarbeiterin Kontakt mit dem türkischen Elternbeirat auf, um weitere

Kooperationen vorzubereiten. In einem Fall wurde gemeinsam mit dem Schulleiter dem neuen Vorsitzendem

des Vereins schwelende Anschuldigungen zum Thema „Die Schule benachteilige türkische Jugendlichen“

unterbreitet und ausgeräumt.

5.2. SMV

Die Zusammenarbeit mit der SMV stellt einen festen Baustein in der Jugendsozialarbeit dar. Regelmäßig

stellt sich die Jugendsozialarbeit während der Schülersprecherwahl den neu gewählten Klassensprechern

vor und spricht mit ihnen über die Anliegen der SMV an die Jugendsozialarbeiterin. Die Teilnahme

an verschiedenen Aktionen der SMV ist obligatorisch.

5.3. Fachbeirat

Der Fachbeirat setzt sich aus der Schulleitung, Lehrer-, Schüler- und ElternvertreterInnen, dem Amt für

Kinder, Jugend und Familie, dem Sachaufwandsträger, dem Schulamt, der St. Gregor Kinder-, Jugend-

und Familienhilfe und der Jugendsozialarbeiterin zusammen und hat die Aufgabe die Jugendsozialarbeit

zu reflektieren und an der Schule weiter zu entwickeln. Die Sitzungen fanden nach Maßgabe der Kooperationsvereinbarung

wieder zwei Mal statt und legten obige Schwerpunkte in der Kooperation zwischen

Jugendhilfe und Schule fest.

80


6. Statistik

6.1. Problemlagen

1

1

2

2

2

2

2

2

3

3

3

3

3

4

4

4

6

6

8

9

10

12

0 5 10 15 20 25 30

6.2. Arbeitsaufteilung

Krisenintervention

8%

Einzelfallhilfe

11%

Projektarbeit

10%

Kollegiale Beratung /

Kooperation mit Lehrkräften

15%

Gremienarbeit

2%

Offene Angebote

2%

20

22

Gemeinwesenorientiertes

Arbeiten

2%

28

Drogen

Politisch motivierte Gewalt

Psychische Belastung Eltern

Armut

Psychische Belastung

ADHS/ADS

Sucht in der Familie

Verwahrlosung

Patchwork

aggressives Verhalten

psychische Gewalt

Delinquentes Verhalten

Trennung/Scheidung

Alkohol

Autoaggression

Gewalt in der Familie

Mobbing

Umgang mit Erwachsenen/Lehrern

Beziehungsprobleme Eltern

Erziehungsprobleme

Konflikt zuhause

Schulische Perspektive

Berufliche Perspektive

Umgang mit Gleichaltrigen

Beratung für Schüler

30%

Beratung für Eltern

20%

81


Peter-Schweizer-Volksschule (GS) in Gundelfingen

Auf der Insel 6

89423 Gundelfingen

Tel.:09073/95896-0

http://www.grundschule-gundelfingen.de

E-Mail: sozialarbeit@grundschule-gundelfingen.de

Tel.: 09073/95896-18

82

Simone Melcher

An der Grundschule Gundelfingen wurden im Schuljahr 2008/2009 insgesamt 352 Schülerinnen (187)

und Schüler (165) in 15 Klassen von 30 Lehrkräften unterrichtet.

Die Sozialarbeiterin bietet donnerstags von 11.20 Uhr bis 12.05 Uhr eine wöchentliche Sprechzeit an.

Dienstagnachmittags findet von 13.00 Uhr bis 14.00 Uhr erstmalig eine geschlechtergetrennte, soziale

Gruppenarbeit für Schüler und Schülerinnen der ersten und zweiten Jahrgangsstufe im 14-tägigen

Wechsel unter dem Motto „Spielen macht Spaß“ statt. Gemeinsam mit einer Lehrkraft der Peter-Schweizer

Schule wird das diesjährige Schulmotto „Spielen“ in der Gruppenarbeit aufgegriffen und das extra

eingerichtete Spielzimmer genutzt.

Die Schule verfügt über ein Mittagsbetreuungsangebot und Schulberatung durch eine Schulpsychologin.

1. Beratung

1.1. Beratung für SchülerInnen

Um Beratungsgespräche für SchülerInnen anbieten zu können, bedarf es der Kooperation mit den KlassenlehrerInnen,

FachlehrerInnen, Fachkräften der Mittagsbetreuung und der Schulpsychologin. Da diese

im täglichen Kontakt mit den Kindern stehen, kennen sie deren Lebenswelten und mögliche aktuelle

problematische Situationen meist besser und vermitteln den Erstkontakt zur Sozialarbeiterin. Ein zweiter

Zugang erfolgt über Elternberatungen. Die Schülerinnen und Schüler sind altersbedingt nur vereinzelt in

der Lage, sich selbst Hilfe suchend an die Sozialarbeiterin zu wenden. Durch die „Spielegruppe“ fanden

weitere, intensivere Kontakte statt.

Gegenstand der Beratungen sind häufig Sorgen wie z. B. aktueller Leistungsstand, Verweigerungsmechanismen,

Kontaktschwierigkeiten zu MitschülerInnen, Ausgrenzungsgefühle, Drohungen und körperliche

Übergriffe unter Mitschülern, familiäre Situation (Patchwork-Problematik, Geschwisterrivalitäten, religiöse

und kulturelle Unsicherheiten, etc.), Einnässen, Schulangst und Grenzsetzungen in der Erziehung.

Insgesamt fanden 22 Beratungen statt.

1.2. Beratung für Eltern

Eltern kommen aus Eigeninitiative und durch die Vermittlung von Schulleitung, Lehrkräften, Mittagsbetreuung,

Elternbeirat und durch andere Eltern auf die Sozialarbeiterin zu mit dem Wissen, dass das


Beratungsangebot der Schweigepflicht unterliegt. In diesem Rahmen werden auch Hausbesuche wahrgenommen.

Häufige Themen der Elternberatung sind Konflikte bei Trennung und Scheidung, Leistungsabfall,

seelische Belastungen des Kindes durch häusliche und schulische Problemsituationen, Erziehungsfragen

oder Probleme aufgrund ethnischer und kultureller Differenzen. 29 Beratungen fanden in

diesem Rahmen statt. Zusätzlich führte die Sozialarbeiterin Beratungsgespräche mit Fachkräften der

ortsansässigen heilpädagogischen Tagesstätte des Kinderheimes St. Clara und der Kindergärten in

Gundelfingen und Peterswörth durch.

1.3. Kollegiale Beratung/Kooperation mit Lehrkräften

Niederschwelligen Zugang für Kontaktaufnahme und Austausch mit der Sozialarbeiterin bietet sich

Dienstagmorgen, Dienstag in der Pause, Dienstagmittag und donnerstags während der Sprechzeit an.

Daraus entstanden lose Beratungsgespräche zu Themen wie Umgang mit Leistungsverweigerung, mit

nichtaltersgemäßem Einnässen, Konflikte in der Paarbeziehung und daraus resultierende Folgen und

Symptome für das Kind, Gruppendynamiken im Klassenkontext und „Wie können unerwünschte Dynamiken

unterbunden werden?“, Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt unter den SchülerInnen oder schwierige

Elterngespräche planen und zielgerichtet umsetzen. Die Idee, eine Lehrerfortbildung zum Thema:

„Elterngespräche erfolgreich führen“ ist angedacht.

2. Krisenintervention

Krisenintervention ist immer dann gefordert, wenn im Krisenfall schnell geeignete Maßnahmen getroffen

werden müssen. Danach werden mittel- und langfristige Lösungsschritte erarbeitet oder vermittelt. Aufgrund

von auffälligen Verhaltensweisen einzelner SchülerInnen, Bedrohung durch mitgebrachte Gegenstände

und Orientierungslosigkeit in instabilen Familiensystemen wurden in diesem Schuljahr vier

Kriseninterventionen durchgeführt.

3. Einzelfallhilfe

Wenn aufgrund der Problemlagen eine Verbesserung der Situation nicht allein durch Beratung möglich

ist, müssen weitere Formen der Hilfe, andere Dienste und möglicherweise andere Personen aus dem

sozialen Nahraum mit einbezogen werden. Einzelfälle erfordern ein höheres Zeitaufkommen, da eine

enge Kooperation mit der zuständigen Jugendamtsmitarbeiterin, der Schulpsychologin, den Eltern, den

KlassenlehrerInnen und der Schulleitung vonnöten ist. In diesem Schuljahr wurden acht Einzelfälle koordiniert.

4. Sozialpädagogische Gruppenarbeit

4.1. Soziale Gruppenarbeit nach dem KJHG §29

Auch in diesem Schuljahr fand von Oktober bis Juli Dienstagnachmittag das feste sozialpädagogische

Gruppenangebot statt. Da im vergangenen Jahr bereits Erstklässler von Lehrkräften in dieses Angebot

vermittelt wurden, wurde in diesem Jahr bewusst das Augenmerk auf die erste und zweite Jahrgangsstufe

gelegt. Im 14-tägigen Wechsel durften Mädchen und Jungen geschlechtsspezifisch über das

Schulprojekt „Spielen macht Schule“ Erfahrungen mit ihren Stärken und Schwächen vertiefen und erschließen.

An der Schule findet die Spiele-AG für die Dritt- und Viertklässler statt. Da die Schule als Pro-

83


jektschule für „Spielen macht Schule“ ausgewählt wurde, boten sich die Nutzung des neu entstandenen

Spielzimmers und die gesponserten Spiele von Brett-, Tisch-, Bewegungs- und Phantasiespielen an. In

spielerischer Auseinandersetzung wurden Sozialkompetenzen miteinander eingeübt. Highlight war der

angebotene Spielesamstag, bei dem Eltern den Gruppenkindern ihre Lieblingsspiele von früher zeigten.

Dieses Angebot wurde in Kooperation mit der Konrektorin der Peter-Schweizer Schule durchgeführt.

4.2. Arbeit in Klassenverbänden

In zwei ersten Klassen führte die Sozialarbeiterin mehrmals in Zusammenarbeit mit den Klassenlehrkräften

Kooperationsübungen zur Förderung eines sozial verträglichen Klimas durch.

5. Projektarbeit

5.1. Voll in Form

Zum Projekt „Voll in Form“, welches verbindlich an allen Grundschulen eingeführt wurde, organisierte die

Sozialarbeit einen Elternabend mit der Ernährungsberaterin der AOK Lauingen. Weiter wurde gemeinsam

mit drei Lehrerinnen die Multiplikatorenschulung in Dillingen besucht um die Ideen in einem Lehrer

Projekttag dem Kollegium zu unterbreiten.

5.2. Übergang Kindergarten Schule

In der Fachbeiratssitzung wurde festgelegt, dass die Sozialarbeiterin als Bindeglied zwischen den Kindergärten

und der Schule fungieren soll. Kontaktaufnahmen mit den Leitungen wurden bereits getroffen

und gemeinsame Überlegungen, wie dies in der Realität unter Berücksichtigung der verschiedenen

Schweigepflichtgesetze ablaufen solle, finden gemeinsam mit den Beauftragten aus dem Lehrerkollegium

und den Kindergartenleitungen statt.

6. Gremienarbeit

6.1. Elternbeirat

Wie in den Jahren zuvor stellte die Sozialarbeiterin sich in der ersten großen Elternbeiratsversammlung

den Klassenelternsprechern vor, ebenso wie ihr Aufgabengebiet und die Mitwirkungsmöglichkeiten von

Seiten der Eltern. Angeregt durch den Elternbeirat wurden, wie im Vorjahr geplant, neue Spielgerätschaften

angefertigt und integriert.

6.2. Fachbeirat

Auch in diesem Schuljahr fand eine Fachbeiratssitzung statt und ein Lehrer/Elternbeiratsabend wurde

genutzt. Ein Arbeitsauftrag in der Fachbeiratssitzung ist, die Kooperation beim Übergang Kindergarten -

Schule zu verstärken und präventiv Hemmschwellen von Eltern abzubauen, um frühzeitig Vernetzungen

anbieten zu können, wenn dieses gewünscht wird. Dabei ist es von dringender Notwendigkeit, dass die

Eltern und das aktuelle Personal der relevanten Einrichtungen die Sozialarbeit und ihr Aufgabenfeld kennen.

84


7. Fortbildungen

Um die Kooperation zwischen dem Kinderheim St. Clara und der Sozialarbeiterin zu vertiefen wurde gemeinsam

eine Schulhausinterne Lehrerfortbildung mit Besichtigung des Heimes durchgeführt. Die Sozialarbeiterin

lässt sich außerdem zum „systemischen Berater“ ausbilden.

8. Gemeinwesenarbeit

Vierteljährlich finden Gespräche mit der Beauftragten für Kinder und Jugendliche der Stadt Gundelfingen,

Frau Schweizer statt. Wichtige Gesprächsinhalte sind die Beförderung der Schüler in den Bussen, der

Austausch, wo in der Gemeinde Jugendliche unorganisiert zusammentreffen sowie Wünsche und Netzwerke

in der Stadt, wie z. B. „Frauen begegnen Frauen“. Geplant ist eine Kinderkonferenz in Zusammenarbeit

mit den KlassleiterInnen der vierten und fünften Klassen und dem Bürgermeister zum Austausch,

wie die SchülerInnen ihre Heimat erleben und was sie ändern würden.

9. Statistik

9.1. Problemlagen

1

1

1

1

1

1

2

2

2

2

2

2

4

0 1 2 3 4 5 6 7 8 9

8

Autoaggression

psychische Gewalt

Psychische Belastung Eltern

Delinquentes Verhalten

Mobbing

Psychische Belastung

Schulische Perspektive

Erziehungsprobleme

Verwahrlosung

ADHS/ADS

Umgang mit

Erwachsenen/Lehrern

aggressives Verhalten

Umgang mit Gleichaltrigen

85


9.2. Arbeitsaufteilung

86

Krisenintervention

4%

Einzelfallhilfe

8%

Kollegiale Beratung /

Kooperation mit Lehrkräften

30%

Sozialpädagogische

Gruppenarbeit

6%

Gremienarbeit

1%

Gemeinwesenorientiertes

Arbeiten

1%

Beratung für Schüler

20%

Beratung für Eltern

30%


Volksschule Höchstädt

Prinz Eugen Str. 12

89420 Höchstädt

Tel.: 0 90 74 / 771

http://www.bndlg.de/~vshoechs

Reinhild Hutfilter

Im Schuljahr 2008/2009 besuchten 751 Schüler und Schülerinnen die Volksschule Höchstädt. In der

Grund- und Hauptschule wurden 33 Klassen von 65 Lehrkräften unterrichtet. Jugendsozialarbeit an der

Volksschule findet in einem Umfang von 13 Wochenstunden statt.

1. Beratung

1.1. Beratung für SchülerInnen

Die Beratung für SchülerInnen stellt an der Volksschule einen Arbeitsschwerpunkt dar. In der Regel werden

Beratungen über die Lehrkräfte mit einer anschließenden Terminvereinbarung vermittelt. Gelegentlich

kommen SchülerInnen auch aus Eigeninitiative heraus oder durch Vermittlung von Freunden. Die

Anwesenheit in der Pause am Dienstag und Freitag bietet die Möglichkeit einer spontanen und einfachen

Kontaktaufnahme. Im Schuljahr 2008/2009 wurden 48 Schüler und Schülerinnen in 94 Gesprächen beraten.

Beratungsschwerpunkte waren familiäre Belastungen, Mobbing, Konzentrations- und Lernschwierigkeiten

und schulische/berufliche Perspektivenarbeit.

1.2. Beratung für Eltern

Im Schuljahr 2008/2009 fanden an der Volksschule Höchstädt 101 Beratungsgespräche mit Eltern statt.

Beratungsschwerpunkte waren Verhaltensauffälligkeiten der Kinder an der Schule oder zu Hause, Konfliktsituationen

in der Familie und psychische Belastungen von Kindern und Eltern. Der Kontakt zu den

Eltern entstand sowohl auf Initiative der Eltern, als auch auf Einladung der Jugendsozialarbeiterin. Gelegentlich

kamen Gespräche auch über die Vermittlung von Lehrkräften zustande.

1.3. Kollegiale Beratung / Kooperation mit Lehrkräften

Die Anwesenheit der Jugendsozialarbeiterin im Lehrerzimmer kann von den Lehrerinnen und Lehrern zur

spontanen und unkomplizierten Kontaktaufnahme genutzt werden. Jeden Mittwoch in der großen Pause

war dazu Gelegenheit. Häufig kommen Beratungsgespräche aber über den Kontakt in „Zwischen-Türund-Angel-Gesprächen“

mit einer anschließenden Terminvereinbarung zustande. Im Schuljahr

2008/2009 fanden 61 Beratungsgespräche mit Lehrkräften statt. Beratungsschwerpunkte waren die

87


Themen Mobbing, Verhaltens- und Lernschwierigkeiten von SchülerInnen im Unterricht und die Sorge bei

psychischen Belastungen der Schüler.

2. Krisenintervention

Krisenintervention ist immer dann gefordert, wenn im akuten Krisenfall schnell geeignete Maßnahmen

getroffen werden müssen. Danach werden mittel- und langfristige Lösungsschritte erarbeitet oder vermittelt.

Im aktuellen Berichtszeitraum gab es eine Kriseninterventionen, aus der sich eine weiterführende

Einzelfallhilfe entwickelte.

3. Einzelfallhilfe

Aus manchen Beratungsgesprächen oder Problemlagen wird der Bedarf einer intensiveren Zusammenarbeit

deutlich. Dann kann es notwendig werden, dass die Jugendsozialarbeiterin Hausbesuche macht

und/oder mit weiteren Kooperationspartnern (Jugendamt, ÄrztInnen) zusammenarbeitet. Ziel ist es, Belastungen

unter der Berücksichtigung des sozialen Umfeldes nachhaltig zu verringern. Im Schuljahr

2008/2009 ergaben sich 10 Einzelfallhilfen. Problemlagen waren Schulverweigerung, Verhaltensauffälligkeiten

im Unterricht, Erziehungsprobleme und psychische Belastungen von SchülerInnen.

4. Offene Angebote

4.1. Schulhausrallye

Mit den fünften Klassen führte die Jugendsozialarbeiterin eine Schulhausrallye durch, um die Schülerinnen

und Schüler kennen zu lernen, sie zu begrüßen und ihnen das Schulhaus und den Weg ins Büro

vertrauter zu machen. Dieses niederschwellige Angebot sollte den neuen SchülerInnen auch den Übergang

von der Grundschule in die Hauptschule erleichtern. Neu in diesem Schuljahr war, dass Schüler

und Schülerinnen aus der achten Klasse die Rallye mitgestaltet haben. Die Achtklässler haben sich als

Ansprechpartner vorgestellt, mit der Bereitschaft bei Problemen der neuen SchülerInnen behilflich zu

sein.

4.2. Pausenkiste

Die Pausenkiste ist immer noch ein beliebtes Pausenangebot für die SchülerInnen auf dem Hauptschulpausenhof.

Dienstags und freitags haben die SchülerInnen die Möglichkeit, sich ein Spielgerät auszuleihen

und so mit der Jugendsozialarbeiterin ins Gespräch zu kommen. SchülerInnen aus der Klasse M9

betreuen die Pausenkiste sehr zuverlässig und verantwortungsbewusst.

5. Projektarbeit

5.1. Präventionsprojekt zum Thema Aids in Kooperation mit dem ZAS

Das Zentrum für Aids Arbeit in Schwaben (ZAS) hat am 13. Mai 2009 ein Präventionsprojekt mit den

Schülern und Schülerinnen der achten Klasse durchgeführt. Dieser „Mitmach-Parcours“ war in vier Stationen

gegliedert, die unterschiedliche Aspekte der Aids-Thematik zum Inhalt hatten. Zwei der vier Statio-

88


nen wurden von den Mitarbeitern der ZAS betreut, eine von der Jugendsozialarbeiterin und eine von Fr.

Mayerle aus dem Elternbeirat, die sich sehr für dieses Projekt eingesetzt hat. Begleitet wurden die Klassen

von den Klassleitern.

Die SchülerInnen hatten im Projekt die Gelegenheit Fragen zu den Themen Aids und Verhütung zu stellen,

die sie mit ihnen bekannten Personen im Alltag oder Unterricht sich oft nicht zu klären trauen. Für die

Jugendsozialarbeiterin bot sich mit diesem Projekt auch eine weitere Möglichkeit zur Kontaktaufnahme

und zum gegenseitigen Kennen lernen. Wie auch schon im letzten Schuljahr ist dieses Projekt bei den

Schülerinnen und Schülern auf großen Anklang gestoßen. Die Mitarbeiter des ZAS lobten das Interesse

und den Wissensstand der SchülerInnen.

5.2. MAD – Projekt zur vertieften Berufsorientierung

An dem MAD-Projekt nahmen in diesem Schuljahr zwölf Schüler und Schülerinnen aus den achten und

neunten Klassen teil. „MAD“ bedeutet: „Mitmachen, aktiv sein, durchstarten“ und bietet Schulabgängern

ohne Schulabschluss oder ohne Perspektive für einem Ausbildungsplatz die Möglichkeit, sich für berufsorientierende

Alternativen zu interessieren und einzusetzen. Das Projekt findet in Kooperation mit der

Agentur für Arbeit statt. Da der Elternabend in diesem Jahr nicht genutzt wurde, fand in Absprache mit

der Schulleitung und der Berufsberaterin ein zusätzlicher Beratungstag der Berufsberaterin an der Schule

statt.

6. Sozialpädagogische Gruppenarbeit

In diesem Schuljahr fand zum ersten Mal eine sozialpädagogische Gruppenarbeit mit Kindern aus der

Grundschule statt. Vorbereitende Lehrerinformationen, Elterngespräche und ein Eltern-Kind-Nachmittag

konnten genutzt werden, um mit einer Gruppe von zwölf Kindern zu starten. An insgesamt 15 Nachmittagen

hatten die Kinder Gelegenheit, sich in einer Gruppe ohne Leistungsanspruch auszuprobieren und

neue soziale Erfahrungen zu machen.

Zusammen mit den Eltern und Kindern wurden für jedes Kind Ziele formuliert, die es an diesen Nachmittagen

erlernen oder verfestigen konnte, z.B. jemanden aussprechen zu lassen, sich auf eine Tätigkeit zu

konzentrieren, aktiv zuzuhören oder seine eigenen Stärken besser zu kennen. Dazu haben wir viele darauf

abgestimmte Methoden und Übungen eingesetzt. Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine gründliche

Auswahl der Gruppenmitglieder notwendig ist, um geeignete Themen für die Gruppe aussuchen zu können.

Erst dann können ein konstruktives Miteinander und eine annehmende Atmosphäre entstehen.

Auch für das nächste Schuljahr ist eine weitere sozialpädagogische Gruppenarbeit geplant.

7. Gremienarbeit

Die Jugendsozialarbeiterin nimmt je nach Bedarf und Anfrage an Treffen der verschiedenen Gremien

(Elternbeirat, SMV; Lehrerkonferenz) teil. Eine verstärkte Zusammenarbeit fand mit der SMV statt, um die

Belange und Wünsche von SchülerInnen kennen zu lernen und sie in ihren Bemühungen zu unterstützen.

7.1. Der Fachbeirat

Im Dezember 2008 fand die Fachbeiratssitzung statt. Das Ergebnis dieser Sitzung war die Favorisierung

der Beratungsarbeit und Einzelfallhilfe als Arbeitsschwerpunkte für die Jugendsozialarbeit. Die Organisa-

89


1

tion des Aids-Projektes wurde gewünscht, das Thema Mobbing soll von der Sozialarbeiterin mit unterstützt

werden und die Einleitung erster Schritte zu einer Etablierung einer Tutorenarbeit sollen von ihr

unternommen werden.

7.2. Abstimmung mit der Schulleitung

Mit dem Schulleiter findet ein regelmäßiger Austausch (Abstimmungsgespräche) einmal wöchentlich und

nach Bedarf statt.

8. Statistik

8.1. Problemlagen

90

1

1

1

2

2

3

3

4

5

5

0 2 4 6 8 10 12

6

6

7

10

11

Verwahrlosung

Sucht in der Familie

Patchwork

Gewalt in der Familie

Trennung/Scheidung

Berufliche Perspektive

Beziehungsprobleme Eltern

Umgang mit Gleichaltrigen

Psychische Belastung

ADHS/ADS

Mobbing

Schulische Perspektive

aggressives Verhalten

Konflikt zuhause

Erziehungsprobleme


8.2. Arbeitsaufteilung

Sozialpädagogische

Gruppenarbeit

12%

Krisenintervention

1%

Projektarbeit

7%

Einzelfallhilfe

11%

Offene Angebote

8% Gremienarbeit

1%

Kollegiale Beratung /

Kooperation mit Lehrkräften

15%

Beratung für Schüler

20%

Beratung für Eltern

25%

91


Staatliches berufliches Schulzentrum Höchstädt

Prinz Eugen Str. 13

89420 Höchstädt

Tel.: 09074 9594-0

http://www.bs-hoechstaedt.de/

92

Reinhild Hutfilter

Im Schuljahr 2008/2009 wurde das staatliche berufliche Schulzentrum von 1261 SchülerInnen besucht.

Es unterrichteten 53 Lehrkräfte in 51 Klassen in Teilzeit-, Vollzeit- und Blockunterricht. Das Schulzentrum

umfasst die Berufsschule und die Berufsfachschule. An der Berufsschule werden Auszubildende im

Garten- und Landschaftsbau, im Friseurhandwerk und der Landwirtschaft unterrichtet. Des Weiteren

wurden Schüler und Schülerinnen in einer BVJ-k Klasse und in zwei Klassen für Jugendliche ohne Ausbildung

unterrichtet. Die Berufsfachschule bietet eine schulische Ausbildung in Hauswirtschaft, Sozialpflege

und Kinderpflege an.

Jugendsozialarbeit findet an der Berufsschule in einem Umfang von 13 Wochenstunden statt.

1. Beratung

1.1. Beratung für SchülerInnen

Die SchülerInnen kommen oft über eine Terminvereinbarung, die von den Lehrkräften vermittelt wurde,

aber auch eine persönliche Kontaktaufnahme über die SchülerInnen hat in diesem Schuljahr vermehrt

statt gefunden. Hauptsächliche Beratungsthemen waren in diesem Schuljahr Leistungsprobleme, Angstzustände,

Mobbing und berufliche Perspektiven.

Im Berichtszeitraum wurden im beruflichen Schulzentrum 35 Schülerinnen in 56 Beratungsgesprächen

beraten.

1.2. Beratung für Eltern

Im Schuljahr 2008/2009 fanden acht Beratungsgespräche mit Eltern statt. Aufgrund der Altersstruktur an

der Schule ist eine Zusammenarbeit mit den Eltern oft nicht mehr so vorrangig. Beratungsthemen waren

berufliche Perspektiven, Erziehungsfragen und Konfliktsituationen im Elternhaus.

1.3. Kollegiale Beratung/Kooperation mit Lehrkräften

Die Anwesenheit der Jugendsozialarbeiterin im Lehrerzimmer wird von den LehrerInnen als spontane

und unkomplizierte Kontaktaufnahme genutzt. Jeden Donnerstag in der großen Pause ist dazu Gelegen-


heit. Häufig kommen Beratungsgespräche in „Zwischen-Tür-und-Angel-Gesprächen“ auch mit einer anschließenden

Terminvereinbarung zustande.

Inhalte der Beratungsgespräche waren überwiegend die Sorge der LehrerInnen um SchülerInnen mit

psychischen Belastungen. Weitere Beratungsthemen waren der Umgang der Klassengemeinschaft miteinander

und verschiedene Leistungsprobleme einzelner SchülerInnen. In diesem Sinne fanden im Berichtszeitraum

36 Lehrerberatungen statt.

2. Krisenintervention

Krisenintervention ist immer dann gefordert, wenn im akuten Krisenfall schnell, meist sofort, geeignete

Maßnahmen getroffen werden müssen. Danach werden mittel- und langfristige Lösungsschritte erarbeitet

oder vermittelt. Im Schuljahr 2008/2009 war dies zwei Mal erforderlich.

3. Einzelfallhilfe

Aus manchen Beratungsgesprächen oder Problemlagen wird der Bedarf einer intensiveren Zusammenarbeit

deutlich. In den fünf Einzelfallhilfen im Berichtszeitraum wurde an der Lösung komplexerer Problemlagen

gearbeitet. Ziel ist die Anbahnung nachhaltiger Hilfsangebote im Rahmen einer vernetzenden

Arbeit und Kooperation mit Ämtern und Einrichtungen und dem sozialen Umfeld.

4. Sozialpädagogische Gruppenarbeit

4.1. Soziale Gruppenarbeit nach dem KJHG §29

In der BVJ-k Klasse und in den beiden Klassen für Jugendliche ohne Ausbildung wurde sozialpädagogische

Gruppenarbeit durchgeführt. Besonders günstig ist, dass es der Schule immer wieder gelingt, diese

Arbeit in den Stundenplan zu integrieren. Somit ist für die SchülerInnen die Hemmschwelle einem Gruppenangebot

nachzukommen sehr gering. Um gruppendynamischen Prozessen besser nachgehen und

diese bearbeiten zu können, arbeitet die Sozialpädagogin mit einer pädagogisch ausgebildeten Mitarbeiterin

der St. Gregor Kinder-, Jugend- und Familienhilfe im Tandem zusammen.

Die sozialpädagogische Gruppenarbeit soll die SchülerInnen in ihrer persönlichen Entwicklung unterstützen.

Oft sind es gerade Schwierigkeiten im Verhalten der Jugendlichen oder die mangelnden Sozialkompetenzen,

die sie in der Findung und Gestaltung eines Ausbildungsplatzes behindern. Diese Schwierigkeiten

sind nicht selten Ausdruck persönlicher oder familiärer Probleme und benachteiligen die SchülerInnen,

den Übergang in das Berufsleben zu meistern.

In der Gruppenarbeit werden Basisfähigkeiten vermittelt und eingeübt, wie das Sprechen in ganzen Sätzen,

einander ausreden lassen, aktives Zuhören, Arbeiten im Team und das Auseinandersetzen mit eigenen

Stärken und Schwächen. Die aktive, konstruktive Mitarbeit, Entwickeln von Anstrengungsbereitschaft

und die eigenverantwortliche Gruppen- und Themenausgestaltung waren in diesem Jahr besonderer

Schwerpunkt der Arbeit. Gerade die konstruktive Mitgestaltung ist für SchülerInnen oft eine hohe Anforderung.

Sie muss in der Gruppenarbeit immer wieder an die jeweilige Gruppe angepasst werden.

Insbesondere in den JoA–Klassen spielt auch immer die persönliche Berufswegeplanung und Standortbestimmung

eine große Rolle. Bei Auftreten von Problemen ist die Sozialarbeiterin hier Ansprechperson.

93


In diesem Schuljahr war die Gruppenarbeit mit sechs Stunden ein großer Arbeitsschwerpunkt.

4.2. Arbeit in Klassenverbänden

Innerhalb des Klassenverbandes kann es immer wieder zu verschiedenen Problemen (z. B. Mobbing,

Cliquenbildung oder extremes Leistungsgefälle) kommen, die das miteinander Lernen oder die Klassenatmosphäre

schwer beeinträchtigen. Im Berichtszeitraum wurde die Jugendsozialarbeiterin in zwei Klassen

zu einer gemeinsamen Arbeit eingeladen.

5. Gremienarbeit

Die Jugendsozialarbeiterin nimmt je nach Bedarf und Anfrage an Treffen der verschiedenen Gremien

(Elternbeirat, SMV oder Lehrerkonferenz) teil. Eine erste Zusammenarbeit fand mit der SMV statt. Inhaltlich

geht es hier meist um eine Bekanntmachung des Beratungsangebotes der Jugendsozialarbeit und

damit auch um eine Unterstützung der Klassensprecher in ihrem Amt. Der Elternbeirat nimmt aufgrund

der Altersstruktur der SchülerInnen in der Berufsschule eine eher untergeordnete Rolle ein.

5.1. Der Fachbeirat

Im Januar 2009 fand die Fachbeiratssitzung statt. Als Ergebnis dieser Sitzung wurde die bestehende

Festlegung der Arbeitsschwerpunkte auf die Beratung und die sozialpädagogische Gruppenarbeit bestätigt.

5.2. Abstimmung mit der Schulleitung

Jugendsozialarbeiterin und Schulleiter sind um einen Austausch miteinander bemüht. Dringlichkeit und

zeitliche Kapazitäten werden im Besprechungsmodus mit berücksichtigt.

94


1

6. Statistik

6.1. Problemlagen

1

1

2

4

8

0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20

6.2. Arbeitsaufteilung

Sozialpädagogische

Gruppenarbeit

50%

Gremienarbeit

1%

11

Krisenintervention

1%

Einzelfallhilfe

12%

18

Beratung für Schüler

25%

Psychische Belastung Eltern

Gewalt in der Familie

ADHS/ADS

Mobbing

Konflikt zuhause

Psychische Belastung

Berufliche Perspektive

Beratung für Eltern

3%

Kollegiale Beratung /

Kooperation mit Lehrkräften

8%

95


Volksschule Bissingen

Stillnauer Str. 2

86657 Bissingen

Tel.: 09084 / 96900

96

Martin Sauset

An der Volksschule Bissingen wurden im Schuljahr 2008/2009 252 SchülerInnen von 23 LehrerInnen in

elf Klassen unterrichtet.

Die wöchentliche Arbeitszeit für Jugendsozialarbeit beträgt 5,5 Stunden. Die Sprechzeit ist mittwochs von

8.00 – 9.00 Uhr. Für Besprechungen und Beratungen steht das Streitschlichterzimmer im EG zur Verfügung.

1. Beratung

1.1. Beratung für SchülerInnen

Insgesamt wurden acht SchülerInnen in 15 Einzelgesprächen beraten. Die Schweigepflicht wird strikt

eingehalten. Die SchülerInnen kamen in der Regel auf Empfehlung einer Lehrkraft.

Themenschwerpunkte waren: Umgang mit Gleichaltrigen, Erziehungsprobleme, schulberufliche Perspektive

und psychische Belastung.

Bei einigen SchülerInnen wurde der Schulpsychologe und/ oder der Beratungslehrer hinzugezogen und

in das Beratungssystem eingebunden.

1.2. Beratung für Eltern

Bei einigen SchülerInnen kam es nach der Beratung zu einem oder mehreren Elterngesprächen. Insgesamt

wurden elf Elternberatungen durchgeführt.

Drei Mal nahmen Eltern die Möglichkeit einer telefonischen Beratung wahr.


Die Beratungsgespräche mit dem Sozialarbeiter nutzten die Eltern, um die eigene Erziehungsarbeit zu

reflektieren und sich Unterstützung für den Alltag zu holen. Wichtig war für die Eltern, dass sich der

Schulalltag ihrer Kinder wieder normalisierte und lernhemmende Faktoren erkannt und ihnen entgegen

gewirkt werden konnte.

1.3. Kollegiale Beratung/Kooperation mit Lehrkräften

Im Lehrerkollegium der Schule ist das Beratungsangebot des Jugendsozialarbeiters gut etabliert.

Vor allem die große Pause, aber auch die Freistunden der einzelnen LehrerInnen werden dazu genutzt,

sich zu informieren und auszutauschen.

Insgesamt fanden 15 Beratungsgespräche mit LehrerInnen statt.

Dabei dominierte das Interesse an der Entwicklung einzelner SchülerInnen die Gespräche. Thematisiert

wurde etwa die familiäre Situation der SchülerInnen, da diese als ausschlaggebend für das Verhalten

eines Kindes angesehen wurde. Störendes Verhalten und Leistungsverweigerung waren daher der häufigste

Grund, den Sozialarbeiter zu kontaktieren.

2. Krisenintervention

Die Krisenintervention wird dann angefragt, wenn es gilt, schnell und unkompliziert Hilfe anzubieten

und/oder zum Wohle der Kinder sofort geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Dies war im Berichtszeitraum

einmal der Fall. Dabei ging es um eine schwerwiegende Krise wegen der Trennung/Scheidung der Eltern

eines Kindes. Zusammen mit der Sozialarbeiterin des Amtes für Jugend und Familie wurde in fünf Einzelkontakten

versucht eine für alle Betroffenen zufrieden stellende Lösung zu finden.

3. Einzelfallhilfe

Bei drei SchülerInnen war eine Betreuung über mehre Monate notwendig. Ausschlaggebend dafür waren

bei allen die häuslichen Verhältnisse sowie der Umgang mit Gleichaltrigen und die Leistungsproblematik.

Der Jugendsozialarbeiter arbeitete regelmäßig und kontinuierlich mit diesen SchülerInnen, mit dem Ziel,

Verhaltensweisen zu reflektieren, zu ändern und die Arbeitshaltung in der Schule zu stabilisieren. Es galt,

den SchülerInnen neue Perspektiven zu eröffnen, die eigene Leistungsfähigkeit realistisch einzuschätzen

sowie eigene Stärken zur Problembewältigung zu nutzen.

In Zusammenarbeit mit den Eltern konnte ein positiver Rahmen für diese SchülerInnen entwickelt werden,

der dann wiederum auf das Verhalten im Schulhaus und in der Klasse Auswirkungen zeigte. Bei

dieser Hilfeform sind das Eltern- und Lehrergespräch sowie die Unterstützung des Amtes für Jugend und

Familie, des Schulpsychologen oder des Beratungslehrers unerlässlich. Insgesamt fanden zehn Gespräche

mit SchülerInnen, fünf Elternberatungen und drei Telefonberatung mit Eltern sowie neun Lehrerberatungen

statt.

In einem Einzelfall wurde ein Schüler zeitweise in das „Projekt 2. Chance“ vermittelt, ein Angebot der St.

Gregor-Jugendhilfe im Landkreis, mit dem Ziel, zusammen mit den Eltern und der Schule eine neue

Grundlage für die Regelbeschulung zu schaffen.

97


Ein Schüler benötigte die Begleitung, um mit der Scheidungssituation der Eltern besser umgehen zu

können. Ein anderer, um emotionale Defizite im Elternhaus kompensieren zu können.

4. Offene Angebote

Im November 2008 und Mai 2009 fand je ein Elternsprechtag für die ganze Schule statt, an dem auch der

Sozialarbeiter aktiv teilnahm.

Einige Eltern nutzten diese Gelegenheit, um sich über die Arbeitsinhalte und Schwerpunkte der Jugendsozialarbeit

an Schule zu informieren, aber auch um die Person Martin Sauset kennen zu lernen.

5. Projektarbeit

5.1. Prävention im Team - PIT

Auf Wunsch der Lehrkraft wurden erneut in einer fünften Klasse das PIT-Programm und die Jugendsozialarbeit

an Schulen bekannt gemacht.

In vier Doppelstunden arbeitete der Sozialarbeiter in enger Kooperation mit der Klassenleiterin mit der

Klasse. Lerninhalte waren Themen wie zum Beispiel Selbstbewusstsein erlangen, Einmischen – Raushalten,

Meine Stärken – Meine Schwächen, Alternatives Verhalten oder Konfliktvermeidung.

5.2. Vertiefte Berufsorientierung – JA! (Jetzt Anfangen)

Die AG Vertiefte Berufsorientierung ist ein freiwilliges, sozialpädagogisches, prozessorientiertes Angebot

für SchülerInnen der 8. Jahrgangsstufen und wird von der St. Gregor-Jugendhilfe Augsburg in Kooperation

mit der Agentur für Arbeit angeboten. An dieser AG nahmen SchülerInnen mit einem besonderen

Begleitungs- und Betreuungsbedarf teil, um eine erste, grundlegende Orientierung für den Einstieg in das

Berufs- und Arbeitsleben zu erhalten.

Es wurde mit den SchülerInnen an der Entwicklung Ihrer Persönlichkeit gearbeitet, insbesondere im Hinblick

auf ihre berufliche Qualifikation und Erlangung einer Berufswahlkompetenz. Im geschützten Rahmen

konnten Kenntnisse und Erfahrungen in Bezug auf die Anforderungen des Arbeitslebens gesammelt

werden, um diese dann mit den eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen abzugleichen.

Um die Nähe zur Praxis anschaulich zu gestalten, wurden Experten an die Schule vermittelt, Betriebserkundungen

durchgeführt, erste eigene Werkstücke hergestellt und Kontakt zu Betrieben geknüpft. Das

damit entstandene Netzwerk konnte auch von den anderen Klassen erfolgreich genutzt werden.

Das Projekt war mit 111 Sozialarbeiterstunden ausgestattet und wurde zusammen mit dem Konrektor der

Schule, Herrn Helmut Herreiner angeboten.

98


6. Gremienarbeit

6.1. Zusammenarbeit mit der Schülermitverantwortung

Hier wurde eine Spielekiste für die Grundschule angedacht, deren Realisierung Teil des JA-Projektes war

(siehe oben), deren abschließende Bemalung aber wieder durch Mitlieder der SMV durchgeführt wurde.

Die feierliche Übergabe erfolgte durch die Schulsprecher und die Schulleitung am Ende des Schuljahres.

Die SMV wollte auch die Attraktivität des Hauptschulpausenhofes steigern und einigte sich dann mehrheitlich

auf die Anschaffung einer wetterfesten Tischtennisplatte. Da die Platte finanziell relativ aufwendig

war, beschloss die SMV in den nächsten Monaten Aktionen an der Schule durchzuführen, um Geld dafür

zu sammeln.

Erstmals gelang es der SMV an der der Schule einen eigenen Raum zu erhalten. In Absprache mit der

Schulleitung und den Streitschlichtern konnte der bisherige Streitschlichterraum so umgestaltet werden,

dass die SMV dort eine feste „Bleibe“ fand.

Gleichzeitig wurden vor dem SMV-Zimmer ein Schaukasten installiert, ebenso wie ein Briefkasten montiert,

der gleichzeitig für Kontaktaufnahmen mit dem Jugendsozialarbeiter genutzt wird.

7. Der Fachbeirat

Gemäß dem Rahmenkonzept für die Jugendsozialarbeit an Schulen tritt einmal im Schuljahr der Fachbeirat

an der Schule zusammen.

Dem Gremium gehören neben der Schulleitung auch Vertreter der Eltern, der LehrerInnen und die

Schülervertreter an. Ergänzt wird es durch den Beratungslehrer. Stets dabei ist auch die Teamleitung für

die Jugendsozialarbeit an Schulen im Landkreis von der St. Gregor-Jugendhilfe Augsburg.

Schwerpunkt ist der Bericht des Sozialarbeiters und die sich daran anschließende Diskussion und Aussprache.

Am Ende jeder Sitzung steht die Ergebnispräsentation, die die Arbeitsaufträge für die Sozialarbeit

im neuen Schuljahr festlegt.

99


1

8. Statistik

8.1. Problemlagen

100

2

2

2

3

3

0 1 2 3 4 5 6 7

8.2. Arbeitsaufteilung

Krisenintervention

5%

Projektarbeit

10%

Einzelfallhilfe

20%

Offene Angebote

10%

4

4

Kollegiale Beratung /

Kooperation mit Lehrkräften

15%

6

6

6

Beziehungsprobleme Eltern

Armut

Umgang mit

Erwachsenen/Lehrern

Psychische Belastung

EZH

Beratung für Schüler

25%

Konflikt zuhause

Berufliche Perspektive

Schulische Perspektive

Erziehungsprobleme

Umgang mit Gleichaltrigen

Beratung für Eltern

15%

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