Vereinigten Staaten - Trelleborg

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PERSÖNLICHES:

Name: Bernd-Jürgen Matt

Position: Professor für Planung

und Kontrolle in der Druckindustrie

an der Hochschule der Medien

(HdM) in Stuttgart

Alter: 62

Ausbildung: Business Technology-

Studium an der Universität Stuttgart

Berufliche Laufbahn: Dozent an

der Hochschule der Medien (HdM)

seit 1993

Hobbys: „Früher habe ich Basketball

gespielt, aber heute schaue

ich mir nur noch die Spiele des VfB

Stuttgart an“

20 T·TIME 2·2010

betriebe auftreten. Die Preise erlauben

das nicht. Wir brauchen mehr

Automatisierung, niedrigere Kosten

und bessere Qualität.“

Ziemlich viel verlangt von einer Industrie,

die meist aus kleineren und

mittelständischen Betrieben mit oft

einer langen Tradition besteht. Aus

Betrieben, die immer teure Maschinen

gekauft und sie bis zum bitteren

Ende benutzt haben. Matt weiß das,

denn er hat praktisch sein ganzes Leben

in dieser Branche verbracht und

verfügt sogar über eine abgeschlossene

Lehre als Setzer. „Bei uns geht die

Entwicklung nicht schnell voran“,

räumt er ein. „In der Werkzeugmaschinenindustrie

war rechnerintegrierte

Produktion in den 1980er Jahren

ein großes Thema. Wir fangen

erst jetzt an, darüber zu reden.“

Den Beruf des Setzers hat die

Digitaltechnik jedoch bereits verdrängt.

Gleichzeitig ist die digitale

Welt auch die größte Herausforderung

für die Druckindustrie – nicht

nur durch neue Technologie, son-

HDM STUTTGART

Die Hochschule der Medien (HdM)

in Stuttgart bietet als eine von wenigen

Universitäten weltweit die

Fachrichtung Printmedien-Management

an. Hier lernen Studenten alles,

was man für das Management

in der Druckindustrie braucht. Die

Fakultät verfügt über einen beeindruckenden

Maschinenpark sowie

über Computerprogramme, mit denen

die Studenten die Durchführung

kompletter Druckprojekte vom

Auftragseingang bis zur Auslieferung

simulieren können.

dern auch durch digitale Medien.

Matt glaubt an das Rieplsche Gesetz,

nach dem neue Medien nicht

alte Medien ersetzen. Sie nähern

sich einander an und führen zu neuen

Wegen, die alten Medien zu nutzen.

„Das Internet und die digitalen

Medien öffnen neue Kanäle“,

erklärt Matt. „Die Bedeutung der

Printmedien wird nicht schrumpfen.

Sie strahlen Qualität aus. Wir brauchen

gute Journalisten und eine gute

Druckqualität. Man greift zu elektronischen

Medien für die neuesten

Schlagzeilen, aber wer ausführliche

Berichte lesen will, bevorzugt

Druckerzeugnisse.“

Ein zunehmend wichtiger Punkt

sind nach Ansicht von Matt die Umweltauswirkungen

der Branche. Einer

2009 veröffentlichten Untersuchung

zufolge, die von Matts Fakultät im

Auftrag des Druckmaschinenherstellers

manroland durchgeführt wurde,

sind die Zulieferer der Druckindustrie

umweltbewusster als deren Kunden.

Nur wenige Kunden fragen nach

Umweltstandards, aber das wird sich

bald ändern, glaubt Matt.

„Das Thema gewinnt durch die

politischen Rahmenbedingungen

an Brisanz “, erklärt er. „Es ist auch

ein gutes Marketinginstrument, mit

dem sich einzelne Unternehmen von

der Masse abheben können.“

Er empfiehlt, kleine Schritte zu

unternehmen und zunächst die bereits

vorhandenen Möglichkeiten wie

die Verwendung von FSC-zertifiziertem

Papier auszuschöpfen. Das ist

eine Ökoalternative zu Recyclingpapier,

zertifiziert von einer unabhängigen

Organisation. Darüber hinaus

gibt es noch viele andere Maßnahmen:

weniger Energieverbrauch,

Nutzung von Solarenergie und Wärmerückgewinnung

zum Beispiel.

Letztlich kommt es darauf an,

dass sich die Einstellung ändert.

„Eine Checkliste aufzustellen bewirkt

gar nichts“, meint er. „Die Veränderungen

müssen in den Köpfen

geschehen. Dann ergeben sich die

entsprechenden Maßnahmen von

allein.“

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