download - Gießener Allgemeine

giessener.allgemeine.de

download - Gießener Allgemeine

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Lars Ruppel

Der Poetry-Slammer spricht über

den »Hessenslam« in Gießen,

Poesie und Reden für Bouffier

Blickpunkt

Stadttheater: Mit

»Gift« und »Othello«

wird die neue Spielzeit

eröffnet. Seite 4

Stadtgespräch

Unten ohne: Das »La

Waxing« ist Gießens

erstes »Wachsstudio«.

Seite 18

WWW.STADTHEATER-GIESSEN.DE

WILLKOMMEN

MICHAEL HOFSTETTER

TAK

5. 5. Jahrgang Jahrgang ·9/2012 · ·9/2012 · 9/2012

9/2012


Lars Ruppel

Der Poetry-Slammer spricht über

den »Hessenslam« in Gießen,

Poesie und Reden für Bouffier

Blickpunkt

Stadttheater: Mit

»Gift« und »Othello«

wird die neue Spielzeit

eröffnet. Seite 4

wird die neue Spielzeit

eröffnet. Seite 4

Stadtgespräch

Stadtgespräch

Unten ohne: Das »La

Waxing« Waxing« W ist ist Gießens Gießens

erstes ersteserstes»Wachs»Wachs- »W

studio«. Seite 18

Unten ohne: Das »La

Waxing« ist Gießens

erstes »Wachsstudio«.

Seite 18

Magazin MMMMMMMMMMMMMMMMaaaaaaaaaaaaaagggggggggggggggaaaaaaaaaaaaaazzzzzzzzzzzzziiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinnnnnnnnnnn fffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüürrrrrrrr für SSSSSSSSSSSSSStttttttttttaaaaaaaaaaddddddddddddddddtttttttttt Stadt uuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuunnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnndddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddd und LLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaannnnnnnndddddddddkkkkkkkkrrrrrrreeeeeeeeiiiiiiiisssssssss Landkreis GGGGGGGGGGGGGGGGiiiiiiiiieeeeeeeeeeßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßeeeeeeeeeeeeeeennnnnnnnnnnn Gießen

����������

������� ����������

����������

��� ����

��������������������������

����������

����������

5. 5. 5. 5. 5. 5. 5. 5. 5. 555. 5. 5. 5. 5. 5. 5. 555. 55. 555. 5. 5. 5. 5. 555555. 5555. 55. 555. 55. 5555. 5. 5. 5555. 55.. 5. 5. 555. 5. 555. 5. 5. 5555. 5555555555. 55555555555555. 5. Jahrgang Jahrgang Jah Jah Jah Jah Jah Ja Ja Jah Ja JJahrgang Jahrgang ahrga

rga rga rga rga rga rga rga rga rga gggggggggggggggggggggg ga ga ga ga ga gga ga gga ga ga gga gga ga ggg nng ng ng nng ng nng nnnnnng nnng nnnnnnnnng nnnnnnnnn gggg ·9/2012 ·9/2012 ······ · · · ·9/2012 ·9/2012 99999999999999 99999999999999999999999999999999999999999999999999999 999999999999999999999 9999999999999999999/20 /20 /20 //20 /20 /20 ///20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 ////20 //20 //20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 //////20 /20 /20 /20 ////20 //20 /20 ////20 ////20 /20 /20 ////20 //20 ////20 /20 ///2 //20 /2 //////////20 ///2 // /20 /20 /20 /20 /// //// // ////20 // /// /// //// /////// // 20 20 220

20 200

00

00

00

00

12 12 112 12 12 12 12 12 12 12 12 12 12 12 12 12 12 112 12 12 12 122 12 12 12 12 12 12 12 12 1112 111112 12 12 12 12 12 12 12 12 12 12 112 12 12 12 12 1222 12 12 12 122 12 12 112 12 1222 12 12 12 12 12 12 11122 122222 2222222222222222222222222222222222

• Interviews und

reportagen

• Kultur

• sport

• universität universität

• Trends

• Veranstaltungskalender

• Kino

• Gastro-Führer

• Frankfurt-Tipps

Inserieren Inserieren Inserieren Inserieren Inserieren Sie Sie Sie Sie Sie in in in in in der der der der der

OKTOBER-AUSGABE

Sie finden das hochwertige und informative Kultur- und Veranstaltungsmagazin

im handlichen DIN-A4-Format am Donnerstag, dem 27. September 2012, in der Ausgabe

der gießener/alsfelder allgemeinen und an über 250 Auslagestellen in Stadt

und Landkreis. Sichern Sie sich schon heute Ihren Anzeigenplatz in einem informativen

und ansprechenden Umfeld!

erscheinungstermin oktober-ausgabe: Donnerstag, 27. September 2012

Anzeigenschluss: Freitag, 14. September 2012

Wir beraten Sie gerne!

Gießener Allgemeine ·Anzeigenverkaufsleitung

In Stadt und Landkreis Gießen...

...die Nr.

Tel. 0641/30 03-2 23, -2 24 ·Fax 06 41/30 03-3 00


Editorial

Das wird ein Monat! Ich dachte ja –ehrlich gesagt –wir könnten es nach den Sommerferien jetzt mal etwas ruhiger

angehen lassen. Tja. Denkste! Volles Programm. Das Stadttheater eröffnet die Spielzeit und bietet im September gleich

fünf neue Stücke, von denen ich mindestens vier auf jeden Fall gleich sehen will. »Gift«, »Othello«, »Freischütz« und

»Dörnröschen«. Der Monat beginnt also gleich mit einer Doppelveranstaltung. Freitag, 31.August: »Gift«, Samstag,

1. September: »Othello«. Ende des Monats steigt dann zum ersten Mal in Gießen der »Hessenslam«, die Hessenmeisterschaft

der wortgewandtesten Gedichteschreiber und -vorträger aus dem ganzen weiten Hessenland. Auch das will

ich auf keinen Fall verpassen. Und im Oktober –ich darf gar nicht daran denken –beginnt schon wieder das Krimifestival.

Da sage noch einer, inGießen ist nichts los. Kulturell hat unsere Stadt in den nächsten Wochen also sehr viel zu

bieten, mehr als manch andere, die uns in der Einwohnerstatistik schlägt. Dass Gayle Tufts am 1. September bei uns

auftritt, auf dem Kirchenplatz an diesem Tagder erste CSD Mittelhessen gefeiert wird, Othello zum ersten Mal auf die Bühne tritt und an

der Lahn »Schlammbeisers Lahnlust« stattfindet, ist ein wunderbares Angebot, aber auch der Beweis dafür, dass man in der Planung der

vielen Kultur hier und da noch Nachholbedarf hat. Oder können Sie sich vierteilen? Marc Schäfer

Inhalt

BlicKpunKt 4

Spielzeitbeginn am Stadttheater –Ein Überblick · Im Interview: Die Chefin und der

Strippenzieher · Ein Blick inden Fundus mit seinen 20000 Kostümen

Brad ShawS Kolumne 12

Kolumnist Brad Shaw behauptet:

»Wunder gibt es immer wieder«

StadtgeSpräch 18

»La Waxing« –Gießens erstes Studio,

in dem es Haaren an den Kragen geht

BlicK in die region 20

Lich –Eine kulturelle Hochburg · Martin

Semmelrogge liest Gregor Meier

unterwegS 22

»Gambrinus« –Volle Punktzahl für die

herausragende Küche

auSleSe 24

VeranStaltungSKalender 27

VinotheK 34

Wein des Monats

am main 35

»Lucas« –Das große Filmfestival für

Kinder Das »Burger-Baby« –Ehrliche

und handgemachte Burger

mediatheK 38

Im Test: Buch, App und CD

Kultur 40

Die »US-Berlinerin« Gayle Tufts im Interview

· Neue Konzertreihe im Rathaus ·

Wohnzimmerkonzerte zu gewinnen

Sportwelt 44

Mein erstes Mal: Der streifzug wagt sich

in Winnerod auf das Grün

SperrSitz 46

Ein Held kehrt zurück: Das »Bourne-

Vermächtnis« kommt ins Kino

Foto: Friedrich

rampenlicht 14

Im Interview: Poetry-Slammer Lars Ruppel

veranstaltet in Gießen den »Hessenslam«

streifzug

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Impressum

Foto: Friedrich

Herausgeber: Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft

mbH

Druck: Dierichs Druck+Media GmbH &Co. KG, Kassel

Redaktion: Marc Schäfer (verantwortlich), Florian Dörr

E-Mail: streifzug@giessener-allgemeine.de

Verlag: Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft mbH

Marburger Straße 20, 35390 Gießen (zugleichauchladungsfähige

Anschrift für alle im Impressum aufgeführten Verantwortlichen)

Erscheinungsweise: Der Streifzug erscheint monatlich inder

»Gießener Allgemeine Zeitung«, »Alsfelder Allgemeine Zeitung«

sowie in über 200 ausgewählten, stark frequentierten

Auslagenstellen. Auflage: 40000 Exemplare

Verantwortlich für Anzeigen:

Anzeigenleitung: Wilfried Kämpf

Anzeigenverkaufsleitung:

Ulrich Brandt, Tel. 0641/3003-2 24, Anschrift siehe oben

Gültig ist der Anzeigentarif Nr. 3vom 1. Januar 2012

streifzug –Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Titelbild: Lars Ruppel /Foto: Harald Friedrich

Mitteilung gemäß §5,Absatz 2des Hessischen Pressegesetzes:

An der Finanzierung des Verlages sind beteiligt:

D. Obermann-Weller, Dr. Ch. Rempel, Dr. J.E.Rempel, Dr.

M. Rempel, B. Sälzer.

Sofern Sie Artikel dieser Publikation in Ihren internen elektronischen

Pressespiegel übernehmen wollen, erhalten Sie die

erforderlichen Rechte unter www.presse-monitor.de oder

unter Telefon 030/28 4930, Presse-Monitor Deutschland

GmbH &Co. KG. ©Streifzug, Gießen

9/2012 streifzug 3


BLickpunkt

Lüftet Othello

das Geheimnis?

»Die Welt ist nicht genug« wusste schon James Bond. Ganz so demonstrativ selbstbewusst

gibt sich das Stadttheater Gießen mit Intendantin Cathérine Miville an der Spitze nicht.

»Die Welt ist nicht durchsichtig« lautet das leicht nebulöse Motto der neuen Spielzeit, die

am 31.August mit Lot Vekemans Kindstod-Drama »Gift« im TiL und gleich am darauf-

folgenden Abend im Großen Haus mit William Shakespeares »Othello« und Schauspieler

Roman Kurtz (Foto) in der Titelrolle beginnt.

4streifzug 9/2012


»Das Theater –jadie Kunst an sich –lebt

vom Geheimnis, lebt von der Intransparenz«,

betont Miville. Das Programm der

neuen Spielzeit soll entsprechend neugierig

machen auf Theater, ohne dass es an Magie

verliert und sein Geheimnis preisgibt. Die

Zuschauer können sich imGroßen Haus

nicht nur auf den eifersüchtigen Othello

und seine Desdemona freuen, sondern in

Yasmina Rezas »Ihre Version des Spiels«

der Frage nachspüren, was Literatur und

Sprache vermögen, Menschen mit verlorenen

Idealen und falschen Sicherheiten in

Maxim Gorkis »Kinder der Sonne« erleben

und –der einstige Gießener Student Georg

Büchner lässt in seinem Jubiläumsjahr

grüßen –»Die Verfolgung und Ermordung

Jean Paul Marats« von Peter Weiss als absurde

Höllenfahrt im Hospiz zu Charenton

erfahren. Christoph Nußbaumeders zeitgenössische

Familientragödie und Geschichtspanorama

»Eisenstein« schließt dann den

Reigen der Schauspielproduktionen im

Großen Haus.

Im TiLgibt es neben dem berührenden

Schicksal des Elternpaares in »Gift« auch

Begegnungen mit überforderten Jugendamtssozialarbeiterinnen

mit »Björn-Out-

Syndrom« (»Kaspar Häuser Meer« von

Felicia Zeller), einer legendären Giftmischerin

und Kindermörderin (»Medea.Stimmen«

von Christa Wolf) und als Uraufführung

»Lenz-Fragmente«, ein Schauspiel von Katharina

Gericke über den Büchner-Zeitgenossen

Jakob Michael Reinhold Lenz.

»Die Welt ist nicht genug« –ummal wieder

James Bond zu zitieren –könnte auch

Michael Hofstetter sagen, der als Generalmusikdirektor

an das Stadttheater zurückkehrt.

Er ist ein gefragter Dirigent mit internationalem

Ruf, Experte für authentische

Aufführungspraxis des 18.und 19.Jahrhunderts

und renommierter Barockspezialist –

und offenbar Gießen-Fan. Denn nachdem

er bereits von 1997 bis 1999 am hiesigen

Haus als Generalmusikdirektor tätig war,

zieht es ihn, nach Einsätzen in Ludwigsburg

und Stuttgart, wieder an die frühere Wirkungsstätte

zurück. Er und seine Gastkollegen

am Dirigentenpult –mit Florian Ziemen

als stellvertretender GMD und erster

Kapellmeister –werden den Taktstock zu

Carl Maria vonWebers Oper »Der Freischütz«,

Paul Abrahams Operette »Viktoria

und ihr Husar«, Verdis Oper

»Oberto« (konzertant), »Fosca«

vonAntonio Carlos Gomes,

Händels »Agrippina« und als

Deutsche Erstaufführung

»Kommilitonen« von Peter

Maxwell Davies schwingen.

Musicals gibt es in dieser

Spielzeit gleich zwei: »Judy« vonTerry

Wale und als Wiederaufnahme »Cabaret«.

Bei sonntäglichen »Gesprächen über Musik«

stellen sich übrigens die Dirigenten

und Gastsolisten im Gespräch mit dem

Publikum immer mal wieder vor und erläutern

die Stücke der zehn Sinfoniekonzerte

und vier Kammerkonzerte –auch die Musik

ist eben nicht durchsichtig, sondern mit ein

bisschen Erläuterungen und Hintergrundinformationen

noch besser zu verstehen

und zu genießen.

Das Tanztheater, das sich unter Tarek Assams

Leitung zum renommierten Aushängeschild

des Stadttheaters entwickelt

hat, trägt mit Produktionen wie »Dornröschen«,

»Hemingways Party« oder »Hypnotic

Poison« sein Scherflein zur Spielzeit

bei. Das Kinder- und Jugendtheater wird

mit dem Weihnachtsstück »Peer und Gynt«

die ganz kleinen Zuschauer anlocken –und

entsprechend dem Spielzeitmotto geheimnisvoll

unterhalten. Für Jugendliche gehört

»Die Verwirrungen des Zöglings Törless«

von Robert Musil quasi schon zum

Pflichtprogramm.

Eindeutig Kür und nicht Pflicht sind –für

Schauspielensemble und Zuschauer gleichermaßen

–die »Nachtschattengewächse«

im TiL, die auch inder neuen Spielzeit zu

später Stunde im Theaterstudio erblühen.

Die frech-skurrilen Performances sind ein

echtes Erlebnis und eindrucksvolles Beispiel

für das Motto der Saison »Die Welt ist nicht

durchsichtig« –aber eben verdammt geheimnisvoll

und spannend.

Wer ein paar Theatergeheimnisse lüften

möchte und den Blick hinter die Kulissen

werfen will, der hat dazu beim »Tag der

offenen Tür« und auch bei der »Langen

Theaternacht« am 24.Oktober reichlich

Gelegenheit. Beides ist eben ein Theatererlebnis

der besonderen Art.

Ein bisschen wirkt die aktuelle Spielzeit wie

ein großes Luftholen für das, was imJuni

nächsten Jahres auf Cathérine Miville und

ihre Truppe zukommt: Am 8. Juni 2013 wird

als Hommage an Georg Büchner, dessen

Geburtstag sich imkommenden Jahr zum

200. Mal jährt, das Mehrspartenprojekt

»Buch Bühne Büchner –ein TRaumA«

uraufgeführt, für das Thomas Goritzki den

inhaltlichen und textlichen Verlauf konzipiert.

Vom 13. bis 21. Juni 2013 ist Gießen

Gastgeber der Hessischen Theatertage

und direkt im Anschluss daran findet vom

22. bis 30. Juni 2013 das Internationale

Büchner-Theaterfestival statt –eine echte

logistische Herausforderung für Geheimdienst-Chefin

»M« alias Intendantin Miville

und ihre Agenten im Dienste der Musen.

Karola Schepp

BLickpunkt

Premieren im

Theater

Gift

Schauspiel von Lot Vekemans

Premiere: 31.August, 20 Uhr,TiL

Zehn Jahre ist es her, seit sie sich das

letzte Mal sahen. Er verließ sie wortlos.

Nun warten sie in einer Friedhofshalle.

Auf diesem Friedhof liegt ihr Sohn begraben.

Ihr Kind soll umgebettet werden,

nachdem in dem Friedhofsboden Gift

festgestellt wurde. Die Trauer hat eine

tiefe Kluft zwischen sie gerissen. Nun

hat er ein neues Leben; sie ist geblieben

und hat versucht weiterzumachen wie

bisher. Eine zaghafte Annäherung beginnt,

voller Vorwürfe und Zuneigung.

Othello

Schauspiel von William Shakespeare

Premiere: 1. September, 19.30 Uhr

Othello, General der venezianischen

Armee, heiratet heimlich und gegen den

Willen ihres Vaters die schöne Desdemona.

Jago, Othellos Fähnrich und

Freund, verrät dies nicht nur ihrem Vater,

sondern spinnt aus Rache eine Intrige.

Enttäuscht darüber, dass er nicht zum

Leutnant befördert worden ist, macht er

Othello glauben, dass Desdemona ihn

betrügt.

DerFreischütz

Oper von Carl M.von Weber

Premiere: 15.September, 19.30 Uhr

Das Schicksal von Jäger Max hängt von

einem einzigen Probeschuss ab –nur

bei Bestehen darf er seine Freundin

heiraten. AusAngst verschreibt er sich

okkulten Mächten: Sein Freund Kaspar

verführt ihn dazu, sich sieben Freikugeln

zu verschaffen. Die ersten sechs verfehlen

nie das Ziel, über die siebte kann

nur der Teufel bestimmen. Als der Probeschuss

fällig wird, hat Max nur noch

diese eine Kugel in der Tasche…

Dornröschen

Tanzstück vonTarek Assam

Premiere: 28. September, 19.30 Uhr

Dornröschen wird von einer bösen Hexe

verzaubert: Sie und der Hof fallen in

einen 100-jährigen Schlaf, bis ein tapferer

Prinz sie wachküsst. Wie würde die

Geschichte enden, wenn der Prinz nicht

käme? Die Tanzcompagnie holt das Märchen

in die Gegenwart und verleiht ihm

einen fröhlichen und zeitlosen Glanz.

9/2012 streifzug 5


BLickpunkt

Die chefin

Seit zehn Jahren ist Cathérine Miville die Chefin im Stadt-

theater Gießen. Die Intendantin gibt die Richtung vor und

treibt Kolleginnen und Kollegen an. Im Gespräch mit dem

streifzug macht Miville keinen Hehl daraus, dass sie sehr

stolz auf ihre Mitarbeiter ist –und auf das, was von diesem

Team unter ihrer Regie am Theater geschafft wird. Das darf

sie auch sein. Auch in der neuen Spielzeit haben sich die

Künstler im Großen Haus und im TiL ehrgeizige Ziele gesetzt

und am Spielzeitende drei große Projekte zu stemmen.

»Qualität«, sagt Miville, sei dabei »das Aund O«.

6streifzug 9/2012

Das Stadttheater ist wieder da –endlich!

CM: Wir waren doch gar nicht so ganz weg

(lacht). Zumindest haben wir versucht, in

den Ferien Markierungspunkte zu setzen und

im Erscheinungsbild der Stadt spürbar zu

sein. Ich hoffe, man hat uns etwas vermisst

(lacht).

Auf jeden Fall bleiben Sie und das Team

auch inder Sommerpause in den Köpfen der

Leute. Wie schaffen Sie das?

CM: Das hat damit zu tun, dass wir nicht

einfach nur unser Theater machen und darauf

warten, dass die Leute zu uns kommen,

sondern dass wir versuchen, in der Stadt präsent

zu sein und immer etwas Überraschendes

bieten. In dieser Spielzeit ist das der

neue Generalmusikdirektor. Das ist die deutlichste

Veränderung. Und am Ende der Spielzeit

haben wir große Festivals, mit denen wir

in die Stadt hineinwirken werden.

Verraten Sie uns das Erfolgsgeheimnis?

CM: Ein Geheimnis haben wir eigentlich

nicht, denn dafür arbeiten wir viel zu öffentlich.

Wir versuchen immer, unsere Grenzen

zu testen und möglichst auszuweiten. Nicht

in dem Sinne, dass wir sagen, wir müssen

einen großen Wagner machen und damit

aufzeigen, dass wir das nicht wirklich gut

können. Aber zu testen, wo können wir

etwas Besonderes bieten, das man uns vielleicht

gar nicht zutraut. Das Aund Oist

dabei immer die Qualität. Kleine Theater

dürfen keinen kleineren Qualitätsanspruch

haben als größere. Unser Beruf macht uns

Freude hier in Gießen, weil wir die Möglichkeit

haben, oft unerwartet hohe Qualität zu

liefern. Mal mehr, mal weniger. Esgibt natürlich

auch Dinge, die uns nicht ganz glücken.

Wir freuen uns, dass unsere Besucher unsere

Qualität schätzen. Als Drittes haben wir uns

zum Ziel gesetzt, dass wir Theater für die

Stadt und die Region machen wollen. Wir

machen alles, was wir tun, zunächst für unser

Publikum in Gießen. Wenn wir damit

überregional wahrgenommen werden, freut

uns das, aber eigentlich arbeiten wir für

unsere Stadt. Wir sehen uns auch sehr

als Teil der Stadt-Gesellschaft. Deswegen

mache ich auch manchmal

etwas den Stadtkasper und flitze

auf viele Veranstaltungen.

Wo kann man das Stadttheater

in einer deutschlandweiten

Rangliste einstufen?

CM: In Gießen. Wenn ich sagen

würde: Wir sind hinter

Freiburg, aber vor Flensburg

–was bringt das? Wir sind

hier. Das heißt nicht, dass


wir jemals sagen würden: Für hier reicht’s.

Das ist eines der grauenvollsten Argumente

überhaupt. Wir überlegen ständig, wie gut

funktioniert unser Theater hier, inunserem

Haus, für unsere Besucher? Und was können

wir unseren Zuschauern noch Neues bieten?

Was können Sie bieten?

CM: Vieles. Das sage ich nicht ohne Stolz,

denn in diesem Haus gibt es ein riesiges kreatives

Potenzial, sehr viel Engagement und

eine positive Atmosphäre. So wurden gerade

in den letzten Jahren von Mitarbeitern verschiedene

neue Formate in Eigenverantwortung

entwickelt. Die »Nachtschattengewächse«

oder die »Lange Nacht«. Da lassen wir

ganz bewusst auch unsere jungen Leute

drauflos experimentieren. Bei solchen Sonderprojekten

oder auch bei Produktionen wie

»Cabaret« arbeiten Ensemblemitglieder verschiedener

Sparten zusammen und lernen so

auch ihre unterschiedlichen Arbeitsweisen

kennen. Das ist für alle sehr bereichernd. In

unserem überschaubaren Kreis geht das sehr

gut. Und die Neugierde aufeinander macht

diese unglaubliche Wucht der Sonderprojekte

aus, die gemeinsam auf die Beine gestellt

werden. So ist die »Lange Nacht« ziemlich

einmalig. In großen Häusern wäre das nur

schwer möglich, schon gar nicht ohne zusätzliche

Honorare. Unsere Leute machen

das freiwillig, und sicher nicht, weil sie hier

so viel Geld verdienen. Traditionell sind alle

am nächsten Tagplatt, die Nacht geht bis

3Uhr und dann ist die Fete für die Mitarbeiter,

die bis in den Morgen tanzen. Wer denkt,

am nächsten Tagbei den Proben hätten sie

keine Lust, der irrt. Gerade diese Sonderprojekte

motivieren ungemein. Das ist vielleicht

eines der Erfolgsgeheimnisse dieses Hauses.

Und außerdem holen Sie mit diesen Angeboten

auch andere jüngere Gäste ins Große

Haus. Was tun Sie, damit das Stadttheater

auch sonst vermehrt von jungen Leuten besucht

wird?

CM: Wir machen Angebote, zu denen man

nicht Nein sagen kann. Wie die »Lange

Nacht«. Dort lernen die jungen Leute, aber

auch die älteren Gäste ihre Theaterleute mal

ganz anders kennen. Viel näher, viel offener

und wirklich schräg. Oder durch die Studentenwochen,

aber auch durch die Breite des

Angebots. Man darf nicht glauben, dass Studierende

vor allem zeitgenössisches Theater

sehen wollen. Wir haben herausgefunden,

dass sich Studierende zwar auch mal das

zeitgenössische Schauspiel anschauen,

genauso gehen sie aber in die Operette oder

in das Musical, sie gehen ins Konzert, in die

Oper oder in Klassiker.Wir bewerben an der

Uni eher die Tatsache, dass man bei uns als

Studierender für 7,50 Euro ins Theater kann.

Das hat schon viel geholfen.

Lassen Sie uns einen Blick auf die Spielzeit

werfen. Worauf kann man sich freuen?

CM: Auf ein sattes Programm (lacht). Nein,

im Ernst. Es kommt darauf an, was man sucht.

Wir eröffnen mit »Othello«. Ein immer spannender

Stoff, eine junge Regisseurin und eine

tolle Besetzung. Das gilt auch für das Musiktheater,

das wir mit dem »Freischütz« eröffnen

und einem Regisseur, der sonst eher in

London oder Athen arbeitet. Und wir werden

sehr gute Sänger und Musiker dabei haben,

die mit unseren neuen GMD Michael Hofstetter

musizieren wollen. Im Tanztheater von

Tarek Assam bin ich sehr auf »Dornröschen«

gespannt. Nicht zu vergessen unser Familienstück.

»Peer und Gynth«. Ich freue mich diesmal

ganz besonders darauf, dass die kleinen

Zwerge im November und Dezember wieder

in Horden durchs Haus gehen. Dieses Stück

ist aber auch wirklich toll: ein bisschen Zaubertheater,

und es hat auch Poesie. Es geht

um die Freundschaft zwischen einem Mädchen

und einem Jungen, natürlich auch darum,

wie Kinder mit Erwachsenen umgehen,

die natürlich nichts peilen. Ansonsten freue

ich mich auch auf die Stücke, die ich inszeniere.

Yasmina Rezas »Ihre Version des

Spiels« und »Kommilitonen«. Es wäre ja

schlimm, wenn ich mich nicht ganz besonders

darauf freuen würde.

»Kommilitonen« dürfte eine Herausforderung

sein, als deutsche Erstaufführung.

CM: Ja, Peter Maxwell Davies hat das Stück

für die RoyalAcademy ofMusic in London

geschrieben, in Kooperation mit der New

Yorker Juilliard School. Und wir machen jetzt

als Theater die erste Aufführung.

Können Sie uns etwas davon erzählen?

CM: Es ist eine spannende Geschichte. Mit

Kommilitonen sind wirklich Studierende

gemeint. Es werden drei historische Stränge

verwoben, in denen Studierende unter politischen

Druck durch Regime geraten. Ein

Strang hat etwas von der Weißen Rose, einer

erzählt vom ersten Schwarzen an einer Südstaatenuniversität

und der dritte ist eine fiktive

Geschichte vor dem historischen Hintergrund

der Kulturrevolution in China. Das hat

Davies wie einen Zopf verwoben. Auch musikalisch

ist es sehr interessant. Beim US-Strang

brettert eine Marching-Band über die Bühne.

Beim Strang mit der Weißen Rose geht es

musikalisch bis zum Kunstlied. Es gibt Swing

und Jazz, aber auch den zeitgenössischen

Davies. Das ist alles wirklich sehr fein. Wir

waren im März 2011 bei der Uraufführung in

London und haben dann beim Verlag sofort

BLickpunkt

zugeschlagen, weil wir finden, dass Gießen

als Unistadt dafür prädestiniert ist. Durch die

jüngsten Geschehnisse hat es nun auch noch

eine ganz andere Aktualität erhalten.

Und das Reza-Stück wird ein Selbstläufer?

CM: Nein. Reza hat natürlich Stücke geschrieben,

die Selbstläufer sind, wenn man

sie gut auf die Bühne bekommt. Aber es

haben auch daein paar Häuser hinbekommen,

so viel Konzept dazuzupacken, dass sie

nicht mehr funktionierten. Irgendwo fängt

dann die Eigenverantwortung an (lacht). Aber

»Ihre Version des Spiels« ist ein ganz anderes

Stück. Keines vom bekannten »Reza-Genre«.

Zum Abschluss der Spielzeit stehen dann

noch zwei Höhepunkte an.

CM: Eigentlich drei. Ein Büchner-Festival, ein

Büchner-Projekt und die Hessischen Theatertage.

Zu den Theatertagen werden wir Produktionen

aller Sparten einladen und ein

Rahmenprogramm machen. Die Theatertage

sollen wieder ein Theaterfest für die ganze

Stadt werden. Direkt davor veranstalten wir

ein internationales Büchner-Festival mit Gastspielen,

die wir über eine weltweite Ausschreibung

gesucht haben. Und dann unser

eigenes Mehrspartenprojekt zum Büchner-

Jahr.Wir haben an Richard van Schoor, einen

jungen zeitgenössischen Komponisten, der

in München lebt, aber Südafrikaner ist, einen

Kompositionsauftrag vergeben. Thomas

Goritzki schreibt derzeit am Buch für diesen

assoziativen Bilderbogen.

Sie sind jetzt zehn Jahre inVerantwortung.

Vieles ist gut, was muss sich verbessern?

CM: Ganz klar: Das Theater leidet unter

Platzmangel. Das wird sich inabsehbarer

Zeit aber nicht ändern lassen. Es gibt zwar

von uns einen Umbauplan, um das Haus barrierefrei

zu machen und die Platznot zu beheben,

aber das ist bestenfalls Zukunftsmusik.

Und wie geht es in diesen Zusammenhang

mit dem TiL weiter?

CM: Grundsätzlich ist eigentlich seit langem

alles klar.Aber der Teufel steckt im Detail –

insbesondere in technischen Details, an

denen intensiv und konstruktiv gearbeitet

wird, so dass ich nach wie vor fest daran

glaube, dass wir den Umzug ins Kino schaffen.

Das würde die Situation im Studio deutlich

verbessern. Wenn Sie jemals hinter der

Bühne im TiLgewesen wären, wüssten Sie,

wie nötig das ist. Wenn ich von Platzmangel

im Großen Haus rede, darf ich nicht ans TiL

denken. Wenn wir den Chor mit 40 Kindern

dort haben, ist es ein Wunder, dass nachher

jeder seine Schuhe wiederfindet (lacht).

Marc Schäfer

9/2012 streifzug 7


BLickpunkt

Der Strippenzieher

In dem kleinen Büro von Dieter Senft im zweiten Stock laufen die Fäden zusammen. Der

Betriebsdirektor des Stadttheaters Gießen setzt Themen und Termine, koordiniert den Ablauf

der Proben und bringt am Ende alle Sparten und Abteilungen auf der Bühne zusammen.

Ohne Senft geht nichts am Stadttheater. ImGespräch mit dem streifzug spricht der gebürtige

Mannheimer über seinen Job und erklärt, wie Theater in Gießen funktioniert…

8streifzug 9/2012


Sie sind Künstlerischer Betriebsdirektor des

Stadttheaters. Was ist das genau?

DS: Die korrekte Bezeichnung ist Direktor

der künstlerischen Betriebsorganisation. Es

werden also künstlerische Betriebsabläufe

von mir in eine Struktur gebracht. Es gibt

hier unzählige künstlerische und technische

Abteilungen, die alle an einem Produkt

arbeiten. Irgendjemand muss das in die

richtigen Bahnen lenken. Die Arbeiten an

einem Stück beginnen in der Regel zwei

Jahre vor der Premiere. Die beginnende

Spielzeit haben wir daher schon lange im

Kasten, die nächste ist in der Planung und

über 2014/15 denken wir schon nach.

An was denken Sie da jetzt schon?

DS: Man denkt an einzelne Stücktitel. Die

Oper, für die ich als Operndirektor auch

zuständig bin, braucht einen wesentlich

größeren Vorlauf als Schauspiel oder Tanz.

Das hängt an der Verfügbarkeit der Künstler.

Wir sind in Gießen nicht mit so viel Geld

gesegnet, dass wir jeden Preis für jeden

Künstler zahlen können. Die passenden

Sänger lassen sich auch nicht so leicht

finden wie Schauspieler. Esgibt dramatische

Stimmen, lyrische Stimmen, manche können

nur Wagner.Außerdem hat unser Generalmusikdirektor

Michael Hofstetter viele

internationale Anfragen, sodass wir jetzt

noch mehr Vorlauf beim Planen benötigen.

Können Sie IhreArbeit beschreiben?

DS: Es geht los mit den Schulferien, denn

daraus ergibt sich unsere Spielzeit. Wenn

die steht, fangen wir wie gesagt etwa

zwei Jahre vorher an,

Premierentermine

zu setzen. Traditionell

gibt es in

Gießen 13 Premieren.

Fünf im

Musiktheater,

fünf im Schauspiel,

zwei im Tanztheater und das Weihnachtsstück.

Ich muss versuchen, diese 13

Produktionen in der Regel in zehneinhalb

Monaten unterzubringen und darf die zehn

Sinfoniekonzerte nicht vergessen. Daraus

ergibt sich ein Premierenraster, das dann

von den Spartenleitern in Absprache mit der

Intendantin mit Stücken gefüllt wird. Im

Anschluss werden Regisseure und Darsteller

gesucht. Dadurch kann es wieder zu Verschiebungen

kommen. Wenn die Kunst

dann beisammen ist, suche ich Spieltermine.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die

Abstände stimmen, denn unsere Abo-Kunden

wollen nicht dreimal im Oktober zu

einer Aufführung kommen und dann erst

wieder im Februar. Das muss alles schön

malerisch verteilt werden. Wenn das steht,

richte ich die Probenzeiten ein. Eine Produktion

wird mit den Darstellern normalerweise

sechs bis sieben Wochen probiert.

Parallel dazu werden in unseren Werkstätten

die Bühnenbilder und Kostüme erstellt.

Müssen Sie sich darum auch noch

kümmern?

DS: Ich habe ein Auge darauf. Aber in Absprache

mit den technischen Abteilungen.

Ich achte darauf, dass das Bühnenbild finanzierbar

und handlich ist. Manchmal erlebt

man da sein blaues Wunder (lacht). Manche

wollen zu viel, planen es zu teuer oder so,

dass es nicht zu lagern ist. Da wir hier aber

zwischen Proben und Vorstellung ständig

auf- und abbauen müssen, kann ich keine

Deko gebrauchen, die man zwei Tage lang

aufbauen muss.

Sagen wir mal so: Ohne Sie läuft am Stadttheater

gar nichts?

DS: Mmh, ja. Es muss nicht ich sein, aber

ohne die Position des Betriebsdirektors

funktioniert es nicht. Es ist ein sehr alter

Beruf. Früher hieß er Disponent. Und den

gab es schon immer, denn es muss ja jemanden

geben, bei dem die Fäden zusammenlaufen.

In unserem Haus probieren

gerade drei Schauspiele, eine Opernproduktion

und ein Tanzabend gleichzeitig. Es ist

immer sehr viel in der Mache. Vor allem die

Hauptbühne ist sehr eng getaktet. Da ist von

7Uhr bis 23 Uhr durchgängig Betrieb –

und das die ganze Saison lang. Selbst die

Beleuchtungsprobe für ein Stück ist ein Prozess

von mehreren Tagen. Das muss alles

berücksichtigt werden.

Ist das Schwarze Brett noch immer Informationsquelle

für Proben- und Spielbetrieb?

DS: Nein. Ein großer Teil der Kommunikation

läuft über E-Mail. Wir senden Pläne über

verschiedene Verteiler, obwohl laut Tarifvertrag

jeder Künstler selbst zuständig dafür ist,

rechtzeitig bei Proben zu erscheinen und

sich vorab zu informieren. Alles andere

wird telefonisch oder im persönlichen Gespräch

geklärt.

Was passiert, wenn ein Künstler eine Vorstellung

kurzfristig absagen muss?

DS: Dann laufen die Telefone heiß. Bei ausgefallenen

Opern muss man meist improvisieren.

Aber normal findet man jemanden,

wenn es nicht gerade ein Operettentenor für

die Silvestervorstellung ist. Da musste ich

auch schon mal kapitulieren, und dann haben

alle Abteilungen mächtig improvisiert.

Das war nicht die eleganteste Lösung, aber

man will ja an Silvester nicht das Publikum

BLickpunkt

nach Hause schicken. Im Normalfall ist der

Einspringer einen Tagvorher zu Proben im

Haus. Ich hab’s aber auch schon erlebt, dass

einer aus dem Taxi ins Kostüm und dann auf

die Bühne gesprungen ist. Das ist aber die

absolute Ausnahme!

Suchen Sie deutschlandweit nach Ersatz?

DS: Weltweit. In Wiesbaden hatte für die

mittelbekannte Mozart-Oper »Idomeneo«

einen Tagvorher der Titelheld abgesagt. Das

ist so eine schwere Partie, ähnlich wie in

den Wagner-Opern Tristan oder Brünnhilde,

das traut man sich nicht mal so zu. Da

braucht man Vorlauf. Ich habe in Deutschland

keinen Sänger gefunden, also haben

wir einen aus den USA einfliegen lassen.

Der setzte sich nach dem Telefonat in den

Flieger, kam an, probierte, sang die Vorstellung,

ging ins Hotel, packte seinen Koffer

und flog zurück. Er wollte nicht übernachten.

Das können wir in Gießen nicht machen,

denn wir könnten das nicht bezahlen.

So etwas lassen sich Künstler vergolden.

Apropos Gießen. Was mögen Sie am

Stadttheater?

DS: Ich war vorher lange Disponent in Innsbruck

und Wiesbaden. In beiden Städten

war das Publikum konservativ und traditionell.

Die wollten immer nur die gleichen

Stücke, immer bloß die Klassiker. Mozart

rauf, Puccini runter, und dazwischen etwas

Verdi und Wagner, aber nicht zu kompliziert.

Das Publikum war auch relativ alt.

Das fand ich nicht prickelnd. In Gießen ist

das Publikum jünger und viel toleranter

unbekannten Werken gegenüber. Das macht

Spaß. Für die großen Formate geht man

nach Frankfurt, aber man ist froh darüber,

dass man bei uns Entdeckungen machen

kann. Das wird gutiert, auch von der Fachzeitschrift

»Deutsche Bühne«. Da wurden

wir wieder lobend erwähnt für unsere Entdeckerfreude.

Gießen ist toll.

Und das obwohl Sie als Betriebsdirektor

und Operndirektor zwei Jobs ausfüllen?

DS: An kleineren Häusern versucht man oft

zwei Ämter zu koppeln. An großen Theatern

geht das nicht. Aber hier lastet einen das

eine allein nicht aus. In der Summe sind es

wohl über 100Prozent, aber ich habe mittlerweile

Erfahrung und bekomme das hin.

Auf was könnten Sie eher verzichten?

DS: Betriebsdirektor bin ich seit 17 Jahren.

Das reicht langsam. Wenn ich mich nur auf

das Künstlerische konzentrieren könnte und

etwas Dramturgie dazu, wäre das eine schöne

Herausforderung. Die Organisation ist

doch irgendwie immer gleich. Marc Schäfer

9/2012 streifzug 9


BLickpunkt

Die kleidersammlerin

Wer durch das Langzeitgedächtnis des Stadttheaters schlendern möchte, muss an einen Ort,

der mit den feinen Künsten erst einmal gar nichts zu tun hat –zum Schlachthof. Kleider aus

50 Bühnenjahren haben dort imFundus jenseits der Lahn einen Platz gefunden. Das

Gewand von Maria Stuart findet sich hier genauso wie die Strickjacke des Volksfeinds

oder das Kostüm vom Lebkuchenmann.

10 streifzug 9/2012


Wie viele Kleider es genau sind? Marita

Oelschläger schlägt die Hände über dem

Kopf zusammen: »Das weiß ich nicht. Aber

20000 sind es bestimmt«, schätzt sie. Die

meisten sind Einzelstücke, nur vereinzelt

gibt es ganze Chorsätze. In ihrem Reich

hängt Abendmode aus dem Spanien des

19.Jahrhunderts genauso wie Kostüme von

Pinguinen, Schlangen und Affen oder Ritterrüstungen.

Wenig ist dabei, was man mal

eben im Kaufhaus bekommt. »Vor elf Jahren,

als ich hier anfing, da kannte ich mich

nicht so gut aus. Man muss sich schon einlesen«,

erklärt sie.

Jedes Kleid hat seinen Platz in der Halle.

»Früher konnte man kaum eine Jacke von

der Stange nehmen. Es war alles noch ein

bisschen chaotisch und man kam nirgendwo

dran. Aber damals hatten wir ja auch

nur halb so viel Platz«, erinnert sich Oelschläger.

Ein Mädchentraum auf 250 Quadratmetern

ist es inzwischen, gelegen zwischen

dem Schlachthof und dem Heim

eines Motorradclubs. In der Luft liegt der

Geruch von Oma. Die Kostümassistentin

sagt: »Die Damenabteilung ist wesentlich

größer als die der Herren.« Man möchte

hinzufügen: Wie imwahren Leben.

Wird am Stadttheater ein Stück konzipiert,

werden Kleider entweder neu gekauft, geschneidert

oder aus dem Fundus genommen.

Regisseure, Kostümbildner, Gewandmeister,

Schneider und Kostümassistentin

tragen ihren Teil dazu bei, dass bei Aladin

die Weste, bei Don Carlos das Hemd und

bei Werther das Jackett sitzt. Hilfreich sind

immer wieder Spenden von Privatpersonen,

die ein besonders schönes Kleidungsstück

in besonders guten Händen wissen wollen.

Genäht wird in einer Schneiderei, die keine

zwei Gehminuten vom Großen Haus entfernt

liegt. Oelschläger hat bei der Beschaffung

und Änderung der Kleider genauso

wie bei der Zusammenarbeit mit Regisseuren

und Schauspielern ihre Hände im Spiel.

Werden bei der Konzeption eines Stücks

etwa zwei Trollfüße benötigt, beginnt ihre

Arbeit: »Ich fahre auf der Suche nach Kleidern

und Stoffen viel durch die Gegend«,

sagt sie. Auch das Internet sei mit Seiten

wie www.horror-shop.com natürlich ein

gutes Recherchewerkzeug für sie als

Kostümassistentin.

Im Fundus geht sie durch die Kleiderreihen,

die bis unter das Hallendach auf zwei Ebenen

aufgehängt sind. Uns verrät sie ihr Geheimnis:

»Ich habe eine Liste. Auf der stehen

alle Schauspieler, Sänger und Tänzer

mit ihren genauen Körpermaßen.« Und was

nicht auf Anhieb passt, wird passend gemacht.

Hemden, die eigentlich brandneu

sind, auf der Bühne aber uralt erscheinen

»Die Damenabteilung ist wesentlich größer als die der Herren.«

sollen, werden grau eingefärbt oder mit

Lehm behandelt. »Es geht nicht nur um

Organisation. Es ist natürlich auch ein

kreativer Beruf«, erklärt die gelernte Schneiderin.

Erst nach den Generalproben, wenn

jeder Ritter seinen Helm und jede Prinzessin

ihr Gewand hat, ist die Arbeit der Kostümassistentin

getan. Bis das Stück abgespielt

ist, lagern die Kleider dann im

Großen Haus oder im TiL. Dann wandern

sie erst einmal in den Fundus zurück. »Einige

Regisseure sind mit ihren Wünschen

nicht ganz einfach, aber ich komme gut

klar«, sagt sie und lächelt. Die Schauspieler

hätten es zeitweise wohl schwerer.

Neben der Arbeit, die auf den Bühnen des

Stadttheaters mündet, kümmert sich Marita

Oelschläger auch umVerleihungen: Die

Kleider aus dem Fundus sind nicht nur bei

anderen Häusern in ganz Hessen gefragt,

Laienspielgruppen oder Schulklassen werden

ebenfalls vorstellig. Für Letztere ist der

Service sogar kostenlos. »20- bis 30-mal

pro Monat werden Kleider ausgeborgt«,

BLickpunkt

Foto: Schepp

sagt die Kostümassistentin. Nicht eingerechnet

sind dabei die inoffiziellen Verleihungen.

Denn auch Schauspieler oder andere

Mitarbeiter des Stadttheaters schauen

manchmal im Fundus vorbei und tragen

teils ungewöhnliche Wünsche vor. Oelschläger

lacht kurz auf: »Klar, das kommt

schon vor, wenn ein Cocktailabend oder

eine Kostümparty ansteht.« Läuft einmal ein

Pinguin durch Gießen, stehen die Chancen

gut, dass er auch zum Fundus gehört, gibt

es doch schließlich keinen Kostümverleih

in der Stadt.

Nur wenn das Stadttheater beim Tagder

offenen Tür mal wieder einige Kleider aus

dem Fundus für ein paar Euro versteigert,

wird Marita Oelschläger traurig. »Dann

blutet mir das Herz«, sagt sie. Florian Dörr

MEHR BILDER AUF:

www.giessener-allgemeine.de/

streifzug/fundus

9/2012 streifzug 11


BrAD ShAWS kOLuMne

Brad Shaw schreibt exklusiv Kolumnen

für den streifzug. Normalerweise veröffentlicht

der Journalist sie im Netz auf

www.bradsticks.com. Sein Blog befasst

sich mit Lifestyle, Fashion, Musik, Promis

und Kultur –und immer wieder mit

der Suche nach Mr. und Mrs. Right.

»Das Theater –ja, die Kunst an sich –lebt

vom Geheimnis, lebt von der Intransparenz«,

schreibt Cathérine Miville, Intendantin des

Gießener Stadttheaters, im Vorwort zur neuen

Spielzeit 2012/2013. »Nicht auszudenken,

wir würden jedes Detail, jeden Gedanken bei

der Entstehung eines Bildes, eines Theaterstücks

oder einer Komposition kennen.«

Was für die Kunst richtig ist, gilt gleichfalls für

die Liebe. Mit einer Einschränkung: Während

die Geheimniskrämerei auf den Brettern, die

die Welt bedeuten, Grundlage aller Unterhaltung

darstellt, ist sie beim Dating oftmals

Grund für ein massives Brett vor dem Kopf.

Dieser Unterschied überrascht. Schließlich

sind sich die Theaterbühne und die Bühnen

durchschnittlichen Kennenlernens ziemlich

ähnlich. Im Rampen- und im Discolicht wird

gleichermaßen mit Illusionen gewuchert. Der

beste (Selbst-)Darsteller erntet Applaus, im

Zweifelsfall sogar Rosen. Wenn sich der Vorhang

erst hebt, wird die Bühne, Katja Ebstein

hat es uns vorgesungen, zur Welt –und nur

der Augenblick zählt.

Tatsächlich dient das ganze Theater zumeist

nur der Vorbereitung auf den einen Augenblick,

der bei Teenagern in der Pubertät im

schlimmsten Fall schon nach wenigen

Sekunden vorbei ist, wogegen selbst unglückliche

Erwachsene den Akt zumindest auf

Magazin MMMMMMMMMMMMMMMMaaaaaaaaaaaaaagggggggggggggggaaaaaaaaaaaaaazzzzzzzzzzzzziiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinnnnnnnnnnn fffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüürrrrrrrr für SSSSSSSSSSSSSStttttttttttaaaaaaaaaaddddddddddddddddtttttttttt Stadt uuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuunnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnndddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddd und LLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaannnnnnnndddddddddkkkkkkkkrrrrrrreeeeeeeeiiiiiiiisssssssss Landkreis GGGGGGGGGGGGGGGGiiiiiiiiieeeeeeeeeeßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßeeeeeeeeeeeeeeennnnnnnnnnnn Gießen

Lars Ruppel

Der Poetry-Slammer spricht über

den »Hessenslam« in Gießen,

Poesie und Reden für Bouffier

Blickpunkt

Stadttheater: Mit

»Gift« und »Othello«

wird die neue Spielzeit

eröffnet. Seite 4

12 streifzug 9/2012

Stadtgespräch

Unten ohne: Das »La

Waxing« ist Gießens

erstes »Wachsstudio«.

Seite 18

5. 5. 5. 5. 5. 5. 5. 555. 5. 5. 5. 5. 5. 5. 555. 55. 555. 5. 5. 5. 5. 555555. 5555. 55. 555. 55. 5555. 5. 5. 5555. 55. 5. 5. 555. 5. 555. 5. 5. 5555. 5555555555. 55555555555555.JJJJJJah 5. Jahrgang Jahrgang Jah Jah Jah Jah JJJJJJJJJJJa Ja JJJJJJJah JJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJa JJJJJJJJJJJ Jahrgang Jahrgang ahrga

rga rga rga rga rga rga rga rga rga gggggggggggggggggggg ga ga ga ga ga gga ga gga ga ga gga gga ga ggg ng ng ng ng ng ng ng ng ng n g·9/2012 ·9/2012 ······9 ·9 ·9 ·9/20 ·9/2012 ·9/2012 /20 /20 //20 /20 /20 ///20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 ////20 //20 //20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 /20 //////20 /20 /20 /20 ////20 //20 /20 ////20 ////20 /20 /20 ////20 //20 ////20 /20 ///2 //20 /2 //////////20 ///2 // /200 /20 /20 /200 /// //// // ////2000 // /// /// //// /////// // 20 20 220

20 2000000000

000000000000 0000000

00 0000

112 12 1112 112 12 12 12 12 12 12 12 12 12 12 12 12 12 1112 12 12 12 122 112 12 12 12 12 12 12 12 11112 1111112 12 12 112 12 12 12 12 12 12 12 1112 12 12 12 12 1222 12 112 12 122 12 12 112 12 1222 12 12 12 12 12 12 11122 122222 2222222222222222222222222222222222

��������������������������

����������

������� ����������

���

Wunder gibt es

immer wieder

einen teilbefriedigenden One-Night-Stand

strecken können. Im Vorfeld wird heftig

geschminkt, gepusht und gepumpt. Was sagt

Miville über das Theater: »Jedes Verlangen,

Transparenz herzustellen, führt zuStillstand,

Stagnation –nimmt die Spannung und

schafft durchschaubare, kontrollierte Räume.«

Dann wäre »die Kunst leer,durchschaubar,entzaubert«.

So sehr wir alle Mittel von Theater und Theatralik,

die wir kunstvoll zu einer optimierten

Version der eigenen Person zusammensetzen,

beim Dating selbst bemühen, umso

mehr wünschen wir uns tief im Herzen doch

jemanden, der uns genauso mag wie wir

sind. Ohne Schminke, ohne schlaues Getue,

ohne Kostümierung und vor allem länger als

einen Augenblick, wenige Sekunden oder

auch eine Nacht.

Vielen Protagonisten der neuen Spielzeit in

Gießen geht es im Grunde genauso. Sie

wünschen sich wahre, aufrichtige Liebe. Sie

wünschen sich vor allem diese durchschaubaren,

kontrollierten Räume für diese Liebe.

Sally Bowles, deren Romanze imMusical

»Cabaret« am Faschismus zu scheitern droht;

König Ödipus, dessen unglückliche Mutterliebe

in der gleichnamigen Tragödie gleich

einem ganzen Komplex den Namen gibt;

der fesche Max, der sich in der Oper »Der

streifzug

Werde Freund und

erfahre täglich, was in

deiner Stadt passiert

und was im Nachtleben

angesagt ist!

Freischütz« sogar mit dem Teufel einlässt,

damit Amors Pfeil trifft. Nicht zuletzt Headliner

Othello, dem die Liebe im besten

Shakespeare-Stil zum tödlichen Verhängnis

wird.

»Die Welt ist nicht durchsichtig«, so hat

Intendantin Miville ihr Vorwort überschrieben.

Ich unterschreibe und schließe meins

trotzdem mit dem Zusatz »Leider!«. Denn

wäre sie ein wenig transparenter,ersparten

wir uns nicht nur »Er liebt mich, er liebt mich

nicht«, »Willst du gelten, mach dich selten«

und viel Make-up, sondern vor allem kostbare

Zeit und noch kostbarere Nerven.

Doch vielleicht ist es wirklich gerade dieser

Nervenkitzel, der Geschichten auf allen Bühnen

großer Gefühle zum Erlebnis macht –ob

im Stadttheater oder in den Betten, die die

Welt bedeuten. Statt mangelhafte Transparenz

zu beklagen, öffne ich mich also den

sichtbaren Reizen der Welt –und hoffe, dass

zumindest die Liebe mehr als Fiktion ist.

»Alles ist nur Theater –und zugleich auch

Wirklichkeit«, sang zumindest Katja Ebstein.

Gebt die Hoffnung nicht auf: Wunder gibt es

immer wieder! Wenn sie euch begegnen,

werdet ihr sie sehen!

@

Brad Shaw


���������

��������

��� ���� ��������

��������������������

��� �� ���������������������� ������

�� ��� ����������������������� ���������������� ������ ��� �� ����� ��������� ��� ��������� ������������������� �� ����������

��� ��� �������������� ��������� ������� ��� ��� ���������� ��������� �� ����� ����� ���������������� ������ ��� ���� ��������

������ �������������������������� ��� �������� ��� ��� ������������ �������� ������������������������ ��� ����� �������

��� ������� ��������� ������ ��������������� ���� ������ ������������� ��� ���� �������� ��� ������ ��� �����������

AnzeiGe

���� �������� ���������������������������������

���� �� ���������������

9/2012 streifzug 13


AMpenLicht

Dem Lars

seine Sicht

auf die Welt

Vomkleinen Provinzpunk zum untalentierten Hobbygärtner. Die Geschichte von Lars

Ruppel wäre vielleicht schnell erzählt, hätte er nicht als 16-Jähriger die Poesie für sich

entdeckt. Heute reist er durch halb Europa, gibt Seminare im Sudan oder in Indien.

Seine Markenzeichen: Die größte Brille seit Buddy Holly und verschwurbelte Texte über

Weihnachten auf dem Ponyhof, seinen Ärger mit dem maroden Gesundheitssystem oder

die Vorzüge von Brot. Vom27. bis 29. September veranstaltet er in Gießen den Hessen-

slam, die hessischen Poetry-Slam- Meisterschaften. Das Finale steigt im Stadttheater. Der

streifzug sprach mit ihm über die Vorzüge der Deutschen Bahn, die Grenzen des Punk

und seine Arbeit mit Demenzkranken.


Hat die Schule Ihr Verhältnis zur deutschen

Sprache belastet?

LR: Sagen wir es mal so: Ohne die praktische

Erfahrung mit der Sprache hätte ich

vielleicht nicht so viel Freude empfunden,

wie ich esbis heute tue. Es ist eine Reibung

entstanden. Poetry Slam war Sprache rein

zum Spaß und als Mög-

lichkeit sich auszutoben.

Im Unterricht war es

dann eher das akademische

Arbeiten damit.

Durch diese Reibung

habe ich eine Menge gelernt.

Hätten Sie sich einen anderen Unterricht

gewünscht?

LR: Ja.Aber der Unterricht, den ich mir

wünsche, ist in keiner Schule erlaubt. Es

müsste alles wesentlich bunter und extremer

sein. Mehr auf Sprachanwendung. Ich

hatte aber zum Glück sehr gute Deutschlehrer.

Sie haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten

alles herausgeholt, was sie durften.

Es gibt ja schließlich auch einen Lehrplan.

Inzwischen geben Sie selbst Workshops.

Wie sehen die aus?

»Poesie war meine

einzige Chance«

Zum sogenannten Hessenslam versammeln

sich die besten Bühnendichter des

Landes in diesem Jahr in Gießen, um in

einem poetischen Turnier im Jokus und

später im Stadttheater ihren Champion zu

küren.

Die Regeln sind denkbar einfach und seit

über 25 Jahren weitgehend unverändert:

Die Künstler haben ein paar Minuten, um

ihre selbst verfassten Texte lediglich mit

Mikrofon und Zettel zu präsentieren.

Andere Hilfsmittel wie Requisiten und

Kostüme sind verboten. Am Ende wird

vom Publikum abgestimmt, welcher

Künstler der kreativste und wortgewandteste

war. Es heißt also zu Recht: Beim

Poetry Slam hat der Pöbel die Macht.

Hessen zählt inzwischen weltweit zu den

Hochburgen der Szene. Im Land gibt

es derzeit 18 regelmäßig stattfindende

Poetry Slams in zwölf Städten. Jeder Veranstalter

entsendet nun seine besten Starter

für den regulären Wettbewerb und den

Jugendwettbewerb nach Gießen.

Darunter sind viele deutschland-

LR: Es geht darum, Mut zu machen, die eigene

Stimme zu entdecken, Grenzen zu

überspringen. Sprache soll Spielzeug und

Werkzeug sein. Ich helfe den Schülern,

selbst auf den Gedanken zu kommen, mit

dem Reimen zu beginnen. Wir machen

zum Beispiel poetische Spaziergänge, gehen

raus in die Welt, in-

terpretieren um, suchen

neue Perspektiven

(lacht). Dabei versuchen

wir auch, die Realität ein

wenig hinten an zu stellen:

Weiß der Baum, dass ich ihn beobachte?

Will der Baum mich hauen? Was fressen

Bäume eigentlich?

Wo lauern die Geschichten?

LR: Für mich ist das Dichten nichts, was ich

aus dem Stehgreif tue. Man muss dazu inspiriert

werden. Nach wel-

cher Systematik das funktioniert,

habe ich bis

heute nicht herausgefunden.

Ich glaube auch, es

ist nicht herausfindbar.

Wenn dem nämlich sowäre, würden ja alle

Unmengen schreiben und dadurch noch

weit bekannte Poeten.

Der Hessenslam startet am 27.September

um 20 Uhr im Jokus mit einer Eröffnungsshow

von Lars Ruppel und Robert Groos.

Sie laden ein in »Robert und Lars ihr

poetisches Wohnzimmer Spezial« zu

einem Abend mit Musikern und Poeten

aus ganz Deutschland. Am 28.September

beginnen dann die eigentlichen Meisterschaften

mit den Halbfinale der besten

hessischen Poeten um 19.30 Uhr und

22 Uhr im Jokus. Am 29.September findet

um 18 Uhr im Jokus das Finale der besten

Dichter unter 20 Jahren statt, ehe um

20 Uhr als Höhepunkt der Meisterschaften

zum großen Finale im Stadttheater

geblasen wird. Für alle Veranstaltungen

im Jokus gibt es Karten im VVK im Dürerhaus

Kühn. Der VVK für das Finale im

Stadttheater beginnt zudem in diesen

Tagen.

Organisator Lars Ruppel wurde 1985

geboren und ist in Gambach aufgewachsen.

Seit 2004 wohnt er in Marburg in

einem kleinen Haus mit acht Mitbewoh-

»Ich war schlecht und

sah seltsam aus«

rAMpenLicht

bekannter, reicher, zufriedener sein. Vielmehr

geht es darum, die Augen offen zu

halten.

Wie hat es damals angefangen mit Ihnen

und dem Slammen?

LR: Mit einem guten Freund. Er hat gesehen,

dass ich eine Menge Energie habe.

Ich bin damals sehr gerne in Gebüsche gesprungen.

(lacht) Solche Sachen eben, die

man in einer wilden Phase macht, wenn es

dunkel wird. Er meinte dann, der Poetry

Slam könnte etwas für mich sein, hat mich

mitgenommen, auf der Zugfahrt dorthin

habe ich mit dem Schreiben begonnen.

War esähnlich demütigend, wie man sich

ein erstes Mal auf der Bühne vorstellt?

LR: Ja. Ich war unglaublich schlecht und

sah seltsam aus.

Andere interessieren

sich indem Alter vorrangig

für Bier und Fußball.

LR: Das tue ich immer

noch. Aber für Fußball-

profi und BWL-Student war ich zu dick und

zu dumm. Poesie ist meine einzige Chance,

Der Pöbel hat in Gießen die Macht

nern. Warum er Gedichte macht? Nun,

er kann wirklich nichts anderes. Seit

2001 macht er Poetry Slam von ganzem

Herzen und ist einer der wenigen Vollzeitslammer

auf der Welt, der es auf bis

zu 300 Auftritte pro Jahr geschafft hat.

Arte war bei ihm zu Hause – –und und jetzt

auch der streifzug!

9/2012 streifzug 15


AMpenLicht

in dieser Welt etwas auf die Beine zu

stellen.

Sie sind als Provinzpunk mit Holzkrawatte

und Schottenrock inGambach aufgewachsen.

Waren Sie ein Außenseiter?

LR: Ich glaube, ich war

kein sehr ernst zu nehmender

Punk. Und die

Gambacher sind auch gut

drauf, die können mit so

etwas umgehen. Außerdem

beeindruckt man als Punk schon lange

keinen mehr. Esist schwierig, die Leute

überhaupt noch zuprovozieren.

Wie geht es noch?

LR: Tatsächlich auf den Bühne mit Texten.

Nicht, in dem man explizite Worte benutzt,

sondern in dem man neue Sachen sagt.

Irgendwie sind Sie im Laufe der Jahre zum

Vollzeitslammer geworden. Wie rutscht

man da rein?

LR: Überhaupt nicht. Das war eine sehr bewusste

Entscheidung, weil es mir sehr viel

Spaß gemacht hat, und ich Eltern habe, die

mir nicht vorgeschrieben haben, was ich

tun soll. Ich konnte ihnen versichern, dass

ich glücklich werde mit dem, was ich vorhabe.

Die Auswahl an Möglichkeiten war

auch überschaubar für mich: Letztendlich

ist es das Einzige, was ich kann. Ich habe

keine Ausbildung, habe nicht studiert.

Wie kann ich mir Ihr Leben vorstellen?

Andere stehen morgens auf und gehen zur

Arbeit.

»Die Bahn ist ein toller

Ort der Entschleunigung«

LR: Na ja, was heißt schon morgens? (lacht)

Im Ernst: Ein Künstlerleben stellt man sich

romantischer vor als es ist. Man muss viel

am Schreibtisch sitzen und viel in der

Gegend herumfahren. Wir Poeten veröffentlichen

wenig in Büchern und bekommen

so wenig Geld durch

Tantiemen oder Verkäufe.

Wenn wir etwas haben

wollen, müssen wir uns

bewegen. Ich arbeite unglaublich

viel: Auftritte,

Workshops, Moderationen. Meistens sieht

das dann so aus, dass ich aufwache, bin in

irgendeinem Hotel und schaue, wo ich als

nächstes hin muss. Rechnungen schreiben

oder GEMA verarschen gehört auch zum

Alltag eines Vollzeitslammers.

Sie sind ein ausgesprochener Freund der

Bahn. Davon gibt es bekanntlich nicht

viele.

LR: Ja. Die Bahn ist aber

gerade wegen ihrer

Verspätungen ein toller

Ort der Entschleunigung.

Man hat die Möglichkeit,

in diesem kleinen, miefigen

Käfig einfach aus dem Fenster zu

gucken und sich die Zeit zu nehmen, die

man sonst nicht bekommt. Man kann ja

nicht raus.

Wird man irgendwann zu alt zum

Slammen?

LR: Nein, auf keinen Fall: Es gibt viele

Poeten, die sind mittlerweile 60 Jahre alt.

Das Gute ist ja, dass wir keine Attitüde

»GEMA verarschen gehört auch zur Arbeit eines Vollzeitslammers.«

16 streifzug 9/2012

»Die Poeten werden sich

die Zunge ausreißen«

haben. Ein Rapper sieht mit 50 Jahren

unauthentisch und komisch aus. Wir sind

einfach so, wie wir sind. Und etwas zu

erzählen hat man immer.

Wenn Sie nicht gerade durch die Welt reisen,

gärtnern Sie gerne. Ist das nicht ein

bisschen spießig?

LR: Vielleicht ist Spießigkeit der neue Punk

(lacht). Außerdem ist unser Garten mit den

Diskokugeln alles andere als spießig. Als

talentierten Gärtner würde ich mich nicht

bezeichnen, aber ich bin ein großer Fan der

Natur. Ich bin einfach gerne bei Blumen.

Für das Goethe-Institut sind Sie in den

Sudan, nach Indien oder nach Russland

gereist. Was machen Sie dort?

LR: Mit Schülern vor Ort, die deutsch lernen,

schreibe ich Gedichte und organisiere

Workshops. Poetry Slam funktioniert in

allen Ländern gleich. Das ist das schöne

und faszinierende daran.

Was hat es mit »Weckworten«

auf sich?

LR: Das ist ein Projekt,

das ich 2009 gegründet

habe. Die Idee dahinter ist, klassische Gedichte

für Menschen mit Demenz vorzutragen,

sodass auch diejenigen, die die Texte

durch die Symptome der Krankheit nicht

mehr verstehen können, berührt werden.

Die Reaktionen sind sehr bewegend: Das

kann ein Lachen sein, ein Augenaufschlag,

ein Wachwerden. Da sieht man wirklich,

wie Poesie wirken kann.

Hauptaugenmerk ist weiter das Slammen?

LR: Ich selbst mache keine Slams mehr,

nehme nicht mehr an den Wettbewerben

teil. Stattdessen kümmere ich mich um

Organisation und Moderation. Es ist mein

Beruf, ich muss davon leben. Und nicht jeder

Ausrichter kann die Poeten bezahlen.

Was erwartet die Leute beim Hessenslam?

LR: Die besten Poeten des Landes werden

sich die Zungen aus den Mündern reißen,

um sich die Krone aufzusetzen. Dazu gibt

es ein tolles Rahmenprogramm mit schöner

Eröffnungsshow und einer tollen Abschlussparty

im Ulenspiegel.

Irgendwann, wenn es nicht mehr klappt,

was kommt dann? Gärtnern?

LR: Nein. Wenn ich nicht mehr das machen

könnte, was ich liebe, dann würde ich vielleicht

Jura studieren. (lacht) Oder Reden

schreiben für Volker Bouffier und ganz subtil

Sachen einbauen, die er nicht versteht.

Florian Dörr


Der Deutsch

Dort bei den Kastanienbäumen

Wo die Kuckuckskücken träumen

Dort wonachts die jungen schwarzen

Hörnchen Harz vom Hasel quarzen

Wo die Wühlmausmadmoisellen

Unter Spargelackerwellen

Mit dem erwühlten Geld seit Jahren

Für den eignen Mausbau sparen

Lebt ein Tier von kleinem Geiste

Will immer mehr und hat das meiste

Angst vor sich und vor der Nacht

Vonallen Wesen ausgelacht.

[...]

Der international gechasste

Allseits und zu Recht gehasste

Opel und Mercedes User

PISA, Maastricht, Fußballlooser

Der Deutsch der meist am Wetter meckert

Mit dreißig über Äcker treckert

Im eignen Häuschen Black und Dekkert

Das Federkleid meist senfkleckert

[...]

Der Deutsch mag den Stil des gelangweilt banalen

Im Sommer gern Socken und Springersandalen

Am Leib trägt der Deutsch als ein Mann von Niveau

Das obligatorische Bayerntrikot

Es fehlt dem Deutsch an großen Gesten

Im landschaftlich teils arg verwesten

Keiner Rede wert gewes‘nen Land

Das Deutsch sein Deutschland nennt

[...]

Doppelhaushälften und Tonklingelschilder

Kühlschrankmagneten und Wachsmalstiftbilder

Duftbäumchenwälder und Rosenrabatten

Hausschuhe und witzige Fußabtrittsmatten

Ferrarischildmütze,Premierereciever

Im Vorgarten kotet der Goldenretriever

Brotbackmaschine, Keith-Hearing-Plakate

Weizenbiergläser und Holzimitate,

Mit Abstand die fadeste Flora und Fauna

Nur Tauben die gurren und Katzen miaun‘ma

Ein Förster erbricht sich gelangweilt im Wald

Der Rest dieses Landes: Beton und Asphalt

[...]

Lars Ruppel

Quelle: Statista 2012

www.DIVIICE.de

rAMpenLicht

»Weil unsere Kinder

auch später noch

Wärme brauchen.«

Energetische Sanierung ist für uns

ein Muss, denn sie schont Umwelt

und Geldbeutel.

Luxuriöse

und moderne

Neubauwohnung

Welche Wohnform wäre Ihnen

am liebsten?

Großzügige

Altbauwohnung

im

Stadtzentrum

Ökologisches

Vorzeigeprojekt

mit Solaranlage

und Erdwärme

Ein großer Teil aller Deutschen

würde gerne in ökologischen Vor-

zeigeprojekten mit alternativen

Energien wohnen. Die Wohnbau

ist mit der energetischen Sanie-

rung auf einem richtigen Weg.

In Gießen zuhause.

www.wohnbau-giessen.de

9/2012 streifzug 17


StADtGeSpräch

einmal unten ohne, bitte!

Haarlos von den Ohren, über die Lenden bis zuden Zehen? Kein Problem. Diesen

Service bietet das »La Waxing«, Gießenes erstes Wachsstudio.

Es ist einfach ungerecht! Auf dem Kopf haben

einige von uns nur Schnittlauchlocken, einen

Kranz von pergamentartigem Haarwuchs

oder gleich gar nichts. An anderen Stellen

des Körpers hingegen wuchern die Haare,

ohne dass wir das wollen. Meist borstenartig,

oft in möglichst auffälligem Tiefschwarz.

Dagegen muss etwas getan werden.

Zum Glück gibt es Sabine Kraus. Sie kann

uns zwar keine betörende Lockenpracht oder

Haare bis zum Po besorgen, doch zumindest

unseren Allerwertesten davon befreien. Seit

Mai dieses Jahres betreibt die 43-Jährige

Gießens erstes reines Wachsstudio in der

Bahnhofstraße. Und »La Waxing«, so heißt

der Laden, brummt.

18 streifzug 9/2012

Auch in Gießen gilt, was obenrum schick ist,

ist untenrum out. Egal ob Achseln, Arme

oder Pofalte –die gebürtige Fränkin verwandelt,

wenn gewollt, jeden Zentimeter Haut in

eine aalglatte Oberfläche. Dazu hat sie sich

in Tübingen extra zur Depiladora, also zur

professionellen Haarentfernerin, ausbilden

lassen. Zu diesem Schritt entschied sie sich,

nachdem sie selbst einmal ihre Bikinizone

wachsen ließ. »Das hat damals so wehgetan,

da habe ich mir gedacht: Das darf doch so

nicht sein«, erzählt sie und entschied: »Ich

will das besser machen.« Nach ihrer Ausbildung

probierte sie sich dann aber erst einmal

ein dreiviertel Jahr an Freunden, Bekannten

und Nachbarn aus. Erste Erfahrung an zah-

lender Kundschaft sammelte sie in einem

Sonnenstudio in der Weststadt, in dem sie

einen kleinen Raum anmietete. Seit Frühjahr

nun hat Gießens erstes reines Wachsstudio

geöffnet. »Ich wachse überall Haare weg. Auf

die Haarentfernung im Intimbereich haben

wir uns aber spezialisiert.« Mittlerweile verhilft

sie allerdings nur noch Frauen zu »unten

ohne«. Denn einige Männer, soerzählt sie,

hätten ihr Haarentfernungsangebot leider

falsch verstanden und obszöne Anfragen

gestellt.

Der haarlose Trend kommt bei den Gießenern

richtig gut an. Immerhin hat Kraus

bereits zwei feste Aushilfen eingestellt, um

Brust- und/oder Beinhaar, Zehbehaarung und

Foto: Schepp


Haarwuchs auf dem Oberarm, in der Achsel

oder wo auch sonst am Körper Herr zu werden.

»Damit wir auch wirklich jedes Haar

erwischen, verwenden wir verschiedenes

Wachs inunterschiedlichen Temperaturen«,

erzählt Kraus. »Denn die Oberlippenhärchen

muss man anders bekämpfen, als Haare auf

dem Po.« Also stehen neben der Liege, auf

der es sich die Kunden während der Behandlung

bequem machen, auf einem Tischchen

verschiedene Töpfe und Wachsspender. Sie

sehen aus wie viereckige XXL-Deoroller und

werden für die sogenannte »Roll-on-Methode«

gebraucht. Dabei wird das erwärmte

Wachs mithilfe des Spenders auf die Beine

aufgerollt. Als nächstes streicht Kraus ein

Baumwollvlies auf die Stelle. Mit einer

schnellen Handbewegung wird das Stoffstück

wieder abgezogen –und schon ist man an

dieser Stelle von der lästigen Haarpracht

befreit. Wachs und Haare bleiben auf dem

Vlies kleben. Die Haarwurzel wird mit herausgezogen.

Daher bleibt die Haut länger

haarlos als Beim Rasieren. »Ich hatte im Vorbeigehen

gesehen, dass hier ein Wachsstudio

aufgemacht hat und habe spontan einen Termin

ausgemacht. Ich war ganz gespannt, wie

es ist. Es hat gar nicht wehgetan, nur etwas

geziept«, erzählt eine Kundin, nachdem sie

sich zum ersten Mal die Beinhaare wegwachsen

hat lassen. »Beim Intimwaxing«, gibt

Kraus dann aber zu, »kann es schon etwas

mehr wehtun.« Schließlich sei die Haut an

dieser Stelle ziemlich empfindlich. »Dafür

haben wir aber eine andere Technik, die den

Schmerz, so gut es geht, verhindern soll«.

Beim Intimwaxing, dem sogenannten »Brazilian

Waxing« werden Schamlippen, Bikinizone

und Poritze nach und nach ineiner dicken

Schicht mit einem zähen Heißwachs bestrichen.

»Das wird dann mit der Hand gepackt

und schnell abgezogen, ganz ohne Vlies«,

erklärt die Debiladora anschaulich. Und als

wäre das nicht schon genug, bietet das »La

Waxing« seinen Kunden auch noch an, die

in Form gebrachte Schambehaarung nach

Wunsch zufärben. Vorausgesetzt natürlich es

bleibt überhaupt was stehen, denn auch das

kann die Kundin wählen. Es gibt mehrere Varianten:

Zum Beispiel den »Hollywood Cut«,

bei dem nichst stehen bleibt, einen dünnen

Streifen, den sogenannten »Landing Strip«,

die »Triangel« oder für die ganz mutigen

Frauen, den »Freestyle«.

Ganz empfindliche Hautbereiche, wie beispielsweise

die Ohren, werden mithilfe einer

Spachtel mit Zuckerwachs bestrichen. Dort

kommt das Vlies wieder zum Einsatz. Wer

unter 18 Jahre alt ist, braucht zur Enthaarung

eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten.

»Die meisten Kunden sind zwischen

25 und 45 Jahren«, erzählt die Wachsfachfrau.

»Hauptsächlich kommen Frauen.

70 Prozent wollen ein Intimwaxing –Tendenz

steigend«, sagt sie. Der Trend von »unten

ohne« kommt aus Brasilien. Hollywood-

Stars wie Eva Longoria haben sich bereits

öffentlich zum Intimwaxing bekannt. »Je

länger die Haare sind, umso besser ist es«,

erklärt die Ladenbesitzerin, »durch Spezialwachs

können wir aber auch schon Haare

ab einem Millimeter im Intim- und Achselbereich

entfernen, an den Beinen sollten es

aber schon vier Millitimeter sein, damit das

Wachs ganze Arbeit leisten kann.« Nach

einer Behandlung hat man einige Wochen

Ruhe, bis die Prozedur erneut beginnt. »Es

werden immer Haare nachwachsen, aber es

dauert immer länger«, verspricht Kraus den

Haargeplagten. Eine haarlose Männerbrust ist

für 18 Euro zu haben, das Intimwaxing inklusive

Pofalte kostet Frauen 28 Euro, Zehen

schlagen mit 5Euro zu Buche. Termine müssen

vorher vereinbart werden, denn die Gießener

sind auf den Geschmack gekommen.

Constanze Schleenbecker-Büttner

Mit diesem Wachs geht es den Haaren gleich anden Kragen.

Foto: Schepp

StADtGeSpräch

Wildwuchs

Hollywood Cut

Landing Strip

Triangel

Freestyle

9/2012 streifzug 19


BLick in Die reGiOn

Schwerpunkt Adria

Wenn der Herbst ins Land zieht, wird’s inLich noch mal richtig Sommer. Seit 2007 locken die

SommerMusikWelten für ein Wochenende Freunde der Weltmusik ins Kulturzentrum Bezalel-

Synagoge. 2012 kommen vom 13.bis 16.September Italien-Fans besonders auf ihre Kosten.

Die Gruppen Adria und ILiguriani erweisen

zwei Mittelmeerregionen ihre musikalische

Reverenz und rücken gleichzeitig ein Land in

den Fokus, das sonst in der Weltmusik-Szene

weniger Berücksichtigung findet. Außerdem

dabei: der Singer-Songwriter Adjiri Odametey

aus Ghana und die Lokalmatadoren von

Escarmouche.

Weltmusik kann man in Lich regelmäßig

erleben. Das Genre ist ein Schwerpunkt des

Kulturfördervereins »künstLich«, der, wie

Vorstandsmitglied Peter Damm berichtet, bei

seiner Gründung vor rund acht Jahren mit

zwei Zielen angetreten war. Erstens: die Live-

Veranstaltungen im »Kino Traumstern« zu

organisieren. Zweitens: ein Programm für das

neue Kulturzentrum, das damals im Entstehen

begriffen war, auf die Beine zu stellen. Als die

ehemalige Synagoge in der Amtsgerichtsstra-

20 streifzug 9/2012

ße dann saniert und eröffnet war, stellte sich

heraus, dass sich der Saal gerade für kleinere

musikalische Besetzungen gut eignet. Christoph

Wüstenhagen, damals noch »künstLich«-

Vorstandsmitglied, hatte seinerzeit die Idee

mit der Weltmusik, denn die bekam man

damals zwischen Frankfurt und Kassel nur

selten zu hören. Die Leute von »künstLich«

haben diese Lücke geschlossen. Sie laden

Gruppen und Künstler ein, die entweder

authentische Musik machen oder kultur- und

kontinenteübergreifend arbeiten. Ganz

ungewöhnliche Auftritte konnte man in den

vergangenen Jahren erleben, etwa die »Fakire

von Sindh«, eine siebenköpfige Gruppe aus

Pakistan, die 2008 im Rahmen einer kleinen

Europatournee ihr einziges Deutschland-Konzert

im voll besetzten Kulturzentrum Bezalel-

Synagoge gab.

Foto: bf

Die Reihe »Musik der Welt« ist mittlerweile

fester Bestandteil des Licher Veranstaltungskalenders,

aus ihr ist auch das kleine SommerMusikWelten-Festival

hervorgegangen.

Möglich gemacht hat es die Zusammenarbeit

mit hr2 und dem Kultursommer Mittelhessen.

Ohne Partner und Zuschüsse wären die

Honorare für eine so kleine Organisation wie

»künstLich« nicht zu stemmen, sagt Damm.

Besonders eng ist die Zusammenarbeit mit

Cornelia Rost, die in ihrer Sendung »Musik

der Welt« auf hr2 regelmäßig Mitschnitte von

Licher Konzerten bringt. Von ihr bekommen

die Organisatoren auch immer mal wieder

Hinweise auf hörenswerte Musiker und

Ensembles.

Daneben ist »künstLich« auf vielen anderen

Spielfeldern präsent. Neben der Weltmusik

hat sich die Jugendkulturarbeit als zweiter


Schwerpunkt herauskristallisiert mit dem

»Theater Traumstern« als Hauptakteur.Auch

bei den Aktivitäten der Licher Kulturwerkstatt

–der Veranstaltungsreihe zum 9. November

und den Kulturtagen im Frühjahr –macht

»künstLich« mit Veranstaltungen auf sich aufmerksam,

die man in der Provinz nicht alle

Tage geboten bekommt. Jüngste Beispiele:

der Auftritt der Klassik-Echo-Preisträger Spark

in einer Licher Fabrikhalle und die fulminante

Lesung mit Adriana Altaras vergangenes Jahr

im ausverkauften »Traumstern«.

Den Schlusspunkt

setzt Escarmouche

Dabei handelt es sich bei »künstLich« um

eine überschaubare Organisation. Um die

drei Vorstandsmitglieder Damm, Katharina

Lorber und Doris Schmidt gruppiert sich gerade

eine Handvoll Mitglieder, zudenen auch

die »Traumstern«-Betreiber Edgar Langer und

Hans Gsänger gehören. Peter Damm kommt

dabei eine besondere Rolle zu. Als Kulturkoordinator

der Stadt, Initiator des Kulturwerkstatt-Netzwerks,

»künstLich«-Vorstand,

Chorleiter und Musiklehrer laufen bei ihm

die Fäden der Licher Kulturszene zusammen.

In diesem Jahr freut sich Damm besonders

über den kleinen Italien-Schwerpunkt bei den

SommerMusikWelten. »Adria« (Foto) am

Donnerstag, 13.September, um20Uhr im

»Traumstern« sucht mit eher zeitgenössischer

Musik den Zugang zu zwei Regionen, die

eine gemeinsame Vergangenheit haben, sich

in Vergangenheit nur aus der Ferne beäugen

konnten: die italienische Provinz Lecce im

Westen und die nur 70 km entfernte albanische

Küste im Osten des adriatischen Meeres.

Am 14.September (20 Uhr/Kulturzentrum

Bezalel-Synagoge) sind ILiguriani eher traditionell

unterwegs. Musik ihrer Heimat spielen

sie auf alten Instrumenten wie Sackpfeifen,

Geige, Mandoline, Gitarre, Querflöte und

Gambetta. Gesungen wird in ligurischem Dialekt.

Am Samstag, 15.September, um20Uhr

bedient Adjiri Odametey im Kulturzentrum

Bezalel-Synagoge ein breites Spektrum. Bei

dem Multi-Instrumentalisten aus Westafrika

kommen Liebhaber ruhiger Songs genauso

auf ihre Kosten wie Percussion-Fans, Jazz-

Begeisterte fühlen sich ebenso angesprochen

wie Klassikfans. Den Schlusspunkt setzt am

16.September Escarmouche mit einem Matinee

im »Traumstern« (12 Uhr).

Der Festival-Pass für vier Konzerte ist für 39

Euro zu haben, Einzeltickets kosten 15 Euro

für die Abendveranstaltungen und 12 Euro für

die Matinee. Infos: www.kuenstlich.de (dort

Online-Reservierung möglich). Karten gibt’s

außerdem im Traumstern. Ulla Sommerlad

BLick in Die reGiOn

Eine literarische Orgie:

Semmelrogge liest Meier

Ausgebildet als Koch verbrachte der gebürtige

Gießener Georg Meier seine Lehrund

Wanderjahre als Beatnik, Gammler

und Hippie in Großstädten und Gefängnissen.

Mehrmals reiste er auf dem Landweg

nach Indien, verdingte sich als Topfspüler,

Hafenarbeiter, Pflastermaler und

Haschischdealer, ehe er nach einem

Intermezzo als Kneipier in Limburg und

seiner Heirat 1975 eine Szenekneipe in

Hamburg aufmachte. Bis Ende der

1990er verrichtete er dort Thekendienst,

seitdem schreibt er Romane. So steht es

im Klappentext seiner biografisch geprägten

Bücher, indenen er seine abenteuerlichen

Erfahrungen kunstvoll

verdichtet.

Im September schlägt Meier wieder in

seiner alten Heimat auf und lässt seinen

im März erschienenen Roman »Das Jahr

der wundersamen Elvis Vermehrung« von

Martin Semmelrogge zunächst in Friedberg

(18./Augustinerschule), dann in Lich

(20./Bezalel-Synagoge, jeweils 20 Uhr)

lesen. Nicht zum ersten Mal ist das kongeniale

Duo gemeinsam auf Tour. So

wurde die für 2011 angekündigte Lesung

in Lich abgesagt, weil der Schauspieler,

den man als TV-Ganoven kennt, erkrankt

war, in der Presse kursierten aber Gerüchte

von Steuerflucht. Man kann nur

hoffen, dass er nun brav gesund geblieben

ist, denn wenn Semmelrogge Meier

liest, ist das nicht einfach eine Lesung

sondern ein Erlebnis.

Über die Komposition der Meier’schen

Romane mögen Kritiker streiten, aber niemand,

der sich mit Literatur nur annähernd

auskennt, spricht Meier indes ab,

ein Erzähler par excellence zu sein. Einer,

dem man stundenlang zuhören kann, am

besten am Tresen, mit einem Bourbon in

der Hand und einer Filterlosen im Mund,

Fotos: bf

weil die Geschichten nur so aus ihm herauszuquellen

scheinen. Und das Schlitzohr

Semmelrogge ist gerade der richtige

Typ, um dem Figurenkabinett im Meier-

Kosmos glaubhaft Leben einzuhauchen.

Er braucht sich kaum zu verstellen, um

den Meier-Sound zu treffen.

Einen Namen als Schriftsteller machte

sich Meier 2008 mit dem Rock’n’Roll-

Roman »Alle waren in Woodstock außer

mir und den Beatles«, dessen Handlung

teilweise in Staufenberg, Grünberg, Hamburg,

Spanien, Frankreich und Indien,

nicht zuletzt aber in Gießen spielte. So

auch der Nachfolger »Härte 10«, der in

Gießens Nachkriegszeit angesiedelt ist.

Im Elvis-Roman überfällt der nach sieben

Jahren aus dem Gefängnis entlassene

Hans Lubkowitz eine Bank in der Wetterau.

Da es inzwischen Panzerglas gibt,

mampft der Bankangestellte seelenruhig

sein Pausenbrot, indes er den Räuber auffordert,

die Geisel zu erschießen, damit

er diesen kommunistischen Nörgler endlich

los ist. Da ist man in einem Dominastudio

in Friedberg zu Gast, wo ein Waffenhändler

von Leibwächtern eines

Scheichs umgenietet wird. Da reüssiert

der Sohn eines Gastarbeiters zum Star.

Dass der Roman als Hommage an den

King gilt, ist irreführend. Er spielt 1977.

Disco und Punk kommen gerade auf und

vor diesem Hintergrund ist die Erzählung,

wenn überhaupt, eine Hommage an den

Rock’n‘Roll, eine Absage an die sinnentleerte

Spaßgesellschaft und die Destruktivität

des No Future. Aber eigentlich ist

das Buch wie alle Romane dieses Extrem-

Romantikers eine egozentrische Ode ans

Leben: Voller Rhythmus und Melodie,

ungeschönt sprachgewaltig, lustvoll zelebriert.

Eine literarische Orgie.

Matthias Luft

9/2012 streifzug 21


unterWeGS

»Gambrinus«

Klinikstraße 21 ·35392 Gießen ·Telefon 06 41/9 7284 85 8·Internet: www.gambrinus-giessen.eu

Wer nach längerer Zeit wieder das »Gambrinus«

in der Frankfurter Straße/Ecke Klinikstraße

betritt, traut seinen Augen kaum.

Das alte Studentenlokal hat seine Patina abgelegt

und erstrahlt in zeitgemäßem Glanz.

Seitdem Remo Fabricius, unterstützt von

seiner Partnerin Aniko Schrancz, das »Gambrinus«

Ende Januar 2011 nach längerem

Leerstand wiedereröffnet hat, weht ein angenehmer

frischer Wind in den alten Gemäuern.

Nach gründlicher Renovierung

wurde nicht nur das Mobiliar durch bequeme

Sitzbänke, dunkelbraune Holzstühle

und -tische ersetzt, auch inder Küche ist

ein neuer Geist eingezogen.

Fabricius, der in einem Gastronomiebetrieb

in Sachsen aufgewachsen ist, hat sein

Handwerk von der Pike auf gelernt. Seine

Ausbildung zum Koch absolvierte er in der

Nähe von Stuttgart, wurde dann –nach

22 streifzug 9/2012

Fotos: Schepp/2, Schwarzmann

Wanderjahren in der Schweiz und Österreich

–ab2001 Souschef im Sterne-Restaurant

»Tan-dreas« und wirkte zuletzt über

zwei Jahre lang als Küchenchef des Hotelrestaurants

im Marburger Vila Vita Rosenpark,

eine Fünf-Sterne-Nobelherberge. So

will er denn auch die Küche im »Gambrinus«

irgendwo zwischen »Dachcafé«

und »Tandreas« angesiedelt wissen –ein

Anspruch, dem er gerecht wird. Denn der

36-Jährige kocht vorzüglich –ein wirklicher

Gewinn für die sonst eher mittelmäßige Restaurant-Szene

in Gießen.

Das Aund Oist das Handwerk, finden Fabricius

und Schrancz, die sich umden perfekten

Service kümmert. Deshalb legen die

beiden auchWert auf gut ausgebildetes

Stammpersonal, das die Gäste möglichst

mit Namen ansprechen soll. Denn wer einmal

dort war, kommt gern wieder. Beson-

ders der preiswerte Businesslunch zur Mittagszeit

hat inzwischen seine Fans. Doch

auch wer frühstücken will, ist hier ab 9Uhr

gut bedient.

Wer àlacarte isst, sollte ein wenig Zeit

mitbringen, denn Fabricius verzichtet auf

Convenience-Produkte, bereitet alle Gerichte

frisch zuund ist so auch inder Lage,

Allergien zu berücksichtigen. Die nicht

übermäßig große Speisekarte bietet für jeden

Geschmack und Geldbeutel etwas. Das

kross gebratene Doradenfilet wird auf einem

fein gewürfelten mediterranen Gemüsebett

mit kleinen Grillkartoffeln und dezentem

Aiolischaum serviert –ein Genuss,

der auf der Zunge zergeht (16,50 Euro). Ein

Renner ist natürlich das US-Rindersteak mit

Röstkartoffeln, Kräuterbutter und kleinem

Salat (19,50 Euro). Doch Fleischliebhaber

sollten zur Abwechslung mal das Kotelett

vom Havelländer Bio-Apfelschwein mit

langen Bohnen, gebratener Polenta und

Rosmarinsauce (17,50 Euro) probieren –

eine delikate Alternative zum ewigen Steak.

Dauerbrenner sind selbstverständlich die

Salate, besonders der bunte Gambrinus-

Salat (7,50 Euro), den man wahlweise mit

gebratenen Kräuterpilzen (plus 2Euro),

Hähnchenspießen (plus 2,50 Euro) oder

Riesengarnelen (plus 3,50 Euro) kombinieren

kann. Ein knackiges Vergnügen in überaus

schmackhaftem Dressing!

Erhalten geblieben ist glücklicherweise der

Biergarten mit seinen schattenspendenden

Kastanien, unter denen das frisch gezapfte

Bier bei sommerlicher Hitze besonders gut

schmeckt. Die Auswahl an offenen Weine

ist übersichtlich und edel, hat dann auch

seinen entsprechend gehobenen Preis. Wer

die passende Location für eine gepflegte

Familienfeier sucht, ist im »Gambrinus« bei

Remo Fabricius und Aniko Schrancz an der

richtigen Adresse! Marion Schwarzmann

Im Überblick

Sitzplätze: 102imRestaurant, 100im

Biergarten

Küche: Innovative Gerichte gehobener

Qualität aus frischen saisonalen

Produkten

Spezialitäten: mediterrane leichte

Grillgerichte, frischer Fisch und

knackige Salate

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag

von 9bis 24 Uhr, Montag und Samstag

von 17bis 24 Uhr, sonn- und feiertags

von 9.30 Uhr bis 24 Uhr.

Küche ★★★★

Ambiente ★★★✩

Service ★★★✩

Preise UUU


…imMathematikum

Mathe macht lustig!

Jeder kennt sie, jeder lacht, jeder möchte den Witz und ein Händchen haben wie sie: Die Karikaturisten der

Zeitungen und Zeitschriften, die uns schon morgens beim Aufstehen erheitern. In der Jubiläumsausstellung

»Mathe macht lustig!« im Gießener Mathematikum können die Werke von über 45 Zeichnern in voller Größe

bewundert werden. Ob Preisträger wie BECK, F.W. Bernstein und Till Mette oder Newcomer wie Lilli Bravo

und Oliver Ottitsch. Die Crème de la Crème der deutschsprachigen Karikaturistenszene ist vereint. Und nicht

nur das! Zum zehnjährigen Bestehen des Mathematikums treten die Zeichner der Mathematik und allen Matheliebhabern

gekonnt auf den Schlips. In über 100Bildern geben sie wieder, was so viele von uns mit der

Mathematik verbinden: verwirrte Mathematiker, verrückte Szenen aus dem Unterricht und die »eigentliche«

Bedeutung vonWorten wie »sich berühren« oder »Wurzelziehen«. Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit

mit dem »caricatura museum frankfurt –Museum der komischen Kunst« gezeigt und ermöglicht einen Zugang

zur Mathematik, wie ihn sich die Besucher des Mathematikums nur wünschen können: neu, überraschend

und lebensfroh. Ausstellung: 27. September –14. November.Vernissage: 27. September, 19Uhr, Eintritt frei.

…imMuK

Samuel Harfst: Zurück zu den Wurzeln

…imMathematikum

Kopfrechenweltmeisterschaften

Für viele gehörte die Mathematik in jungen Jahren nicht unbedingt zu

den größten Hobbys. Dass man mit Addition, Multiplikation, Wurzelziehen

und so einem Zeug aber durchaus begeistern kann, beweist das

Mathematikum seit inzwischen zehn Jahren. Vom 29. September bis zum

1. Oktober kommen nun einige der Besten des Fachs indas Mitmachmuseum

in der Liebigstraße: Denn die Kopfrechenweltmeisterschaft wird

in Gießen ausgetragen. Für Laien ist dabei insbesondere der 30. September

interessant. Dann wird im Mathematikum nämlich zum großen

Showvortrag geblasen: An diesem Abend stellen die Experten ihr Können

zur Schau und geben Einblicke in ihre geheimen Tricks und Erfolg versprechenden

Techniken. Und das ist nicht nur für jene interessant, bei

denen die nächste Klausur vor der Tür steht. Los geht es um 19 Uhr. Der

Eintritt kostet 5Euro pro Person.

unterWeGS

Vor zwei Jahren trat er im Vorprogramm vonWhitney Houston auf, Apple bewarb mit

seinem Song »Alles Gute zum Alltag« das iPhone. Am 9. September kommt Samuel

Harfst nach Gießen und stellt im MuK sein inzwischen sechstes Album »Schritt zurück«

vor. Für den 26-Jährigen ein Heimspiel: Aufgewachsen ist er in Hüttenberg. Mit seiner

neuen Platte wendet sich Samuel Harfst nach sechs Jahren Musikkarriere und rund

1000 Auftritten weltweit nun wieder seinen Wurzeln zu: Er spielt individueller und persönlicher

als jemals zuvor. Seine Karriere begann er vor sechs Jahren als Straßenmusiker,

seit 2010 ist er inzwischen bei »EMI« unter Vertrag. Auf der »Popkomm 2010« veranstaltete

Samuel Harfst das »längste Straßenkonzert der Welt« und wurde damit ins Guinness-Buch

der Rekorde aufgenommen. Im MuK geht’s am9.September bereits um

18 Uhr los. Tickets kosten 10 Euro plus Gebühren im Vorverkauf und 12 Euro an der

Abendkasse.

9/2012 streifzug 23


AuSLeSe

Alle ans Wasser

Die Lahn kocht wieder.Von der Klinkelschen Mühle bis zum Männerbadeverein

ist am Wochenende des 1. und 2. Septembers wieder zu

»Schlammbeisers Lahnlust« geladen. Umsonst und draußen gibt es

Spiel, Sport, Spaß und Speisen. Höhepunkt wird einmal mehr das

Lichterspiel auf dem Fluss: Am Samstag ab 21.30 Uhr fahren beleuchtete

Boote vom Marineverein bis zur kleinen Insel vor dem Bootshaus.

Ein schönes Schauspiel, bei dem auch Zusteigen und Mitfeiern erlaubt

sind. Den Abschluss des Abends bildet erneut ein Feuerwerk. Einen

kostenfreien Shuttleservice zwischen den Veranstaltungsorten mit seinem

Schulboot bietet der Regattaverein am Sonntag in der Zeit von

12 bis 18 Uhr. Der Flyer mit allen Programmpunkte von »Schlammbeisers

Lahnlust« findet sich auf www.lahnlust.de.

Musikalisches Potpourri

Sie sind jung, verspielt und lieben die Musik. Stella Roin bieten ein

musikalisches Potpourri aus Pop, Jazz und dem Spirit der Motown-

Ära. Am Donnerstag, 6. September, kommt das Trio aus Köln in den

Irish Pub nach Gießen. Los geht’s um21Uhr. Der Eintritt ist frei.

Stella, die Leadsängerin der Band und das Gesicht hinter dem

ausdrucksstarken Gesang,

schreibt und komponiert die

Stücke selbst. Schon seit drei

Jahren widmet sie ihren Texten

viel Herz und Gefühl.

Mit persönlichen Erinnerungen

zieht sie den Zuhörer

Zeile für Zeile in ihre farbenfrohe

Welt.

24 streifzug 9/2012

GLAnz-

Lichter

DeS MOnAtS

Das heitere Drama

Als »dramma giocoso«

haben Mozart

und da Ponte

ihr Stück »Don

Giovanni« bezeichnet

–kann

es sein, dass das

»giocoso«, das

heitere, bisher

stets zu kurz kam?

Nun aber: »Don

Giovanni zu

dritt!« Mit dieser

komödiantischen

und musikalischen Herausforderung treten Michael Quast

und Sabine Fischmann in Konkurenz zum Opernpomp des

Jubiläumsjahres. Mit Frechheit und Spielwitz sind sie ganz

nah dran an Mozarts lustvollem Genie. Ein Übriges tut die

Übertragung von daPontes Libretto in ein heutiges Deutsch,

das den Text von mancher Verklärung befreit und ihn konkret

werden lässt. Zu sehen ist das Spektakel am Freitag, 14.September,

um20Uhr in der Kongresshalle Gießen. Karten kosten

im Vorverkauf 18 Euro plus Gebühren, an der Abendkasse

ist man für 22 Euro dabei. KulTour 2000 organisiert die

Veranstaltung im Rahmen des Kultursommers Mittelhessen.

Kopflos tanzen zu klugen Texten

Elektropunk mit Tiefgang gibt’s am20. September im MuK. Zu Gast in Gießens liebstem

Bunker sind Bratze und Raketenkind. Erstere setzen sich zusammen aus zwei Altbekannten:

Kopf, Sänger und Texter ist Kevin Hamann von ClickClickDecker, der zweite Teil des Duos

ist Norman Kolodziej, besser bekannt als Der Tante Renate, der sich anGitarre und Synthesizer

auslässt. Im Gepäck haben sie wohl auch schon Stücke ihrer nächsten Platte, die auf

den Namen »Doin‘ Our Thing #2« hören soll. Unterstützt werden Bratze von Raketenkind,

die ihre neueste Single »Im Frühtau zu Berge« getauft haben. Die vermeintlich volksnahe

Elektrohymne zeigt mit nachdrücklicher Geste auf das anstehende Album »Der lauteste

Mensch amkältesten Tag«, das man getrost als Sonderfall bezeichnen kann. Los geht’s um

21 Uhr.Tickets kosten 8Euro im Vorverkauf und 10 Euro an der Abendkasse.


Anlauf

zum Oscar

Die Kabarettisten Dietrich Faber und Martin

Guth erfüllen sich einen Traum. Am

Samstag, 22. September, gastieren sie im

Bürgerhaus Reiskirchen mit einer siebenköpfigen

Band. Los geht’s um20Uhr.

Zahlreiche Preise haben FaberhaftGuth

eingeheimst, lediglich der Oscar für die

»Beste Musik in einem Wort-Kabarettprogramm«

blieb ihnen verwehrt. Bisher.

Jetzt haben sie erstmals eine Konzertshow

zusammengestellt. Die besten Nummern

aus ihren Erfolgsprogrammen erstrahlen

durch ausgefeilte Bandarrangements in

völlig neuem Glanz. Hinzu kommen

zahlreiche Uraufführungen neuer Songs,

mal gitarrenpoppig, beswingt oder klavierballadig.

Zwischen den Liedern treiben

FaberhaftGuth ihren bewährten wortwitzigen

Schabernack. Karten kosten im

Vorverkauf 20 Euro zuzüglich Gebühr.

VonHimmel und Hölle

Herbstzauber im September

AuSLeSe

Seine Reportagen aus allen Ecken der Welt sind im »Stern«, »Merian« oder dem

»Playboy« zu lesen. Nun kommt Helge Timmerberg, Abenteurer und Globetrotter,

nach Mücke. Im Gepäck hat er Geschichten aus Afrika. Sieben Monate hat er den

Kontinent bereist. Afrika lag vor ihm wie eine Großwildjagd nach Geschichten. In

den Großstädten inspizierte er die Hölle auf Erden, in der Serengeti das Paradies.

Er war mit Buschfliegern unterwegs, mit uralten Dampfern, und bangte bei einem

nächtlichen Fußmarsch umsein Leben. Er schwamm mit Krokodilen, wurde von

einem Elefanten attackiert und von einem Nashorn verfolgt. Er wurde im Senegal

mit einem Voodoozauber belegt und lernte in Malawi das Einmaleins der Korruption

kennen. Aus seinem Buch »African Queen –Ein Abenteuer« liest er am Samstag,

15.September, im»aquariohm« Mücke. Los geht‘s um 19 Uhr. Eintritt: sieben Euro.

Stets beliebt ist der Herbstzauber auf Schloss

Laubach. Letztes Jahr bummelten 15 000 Besucher

durch den Hof und den für dieses

Ereignis eigens geöffneten Garten von Karl

Georg Graf zu Solms-Laubach. Nun ist es

wieder soweit: Vom 31. August bis zum

2. September ist geladen. Gartenliebhaber

finden hier lange gesuchte Stauden oder

Gewürzpflanzen, Freunde der feinen Lebensart

stöbern nach passenden Accessoires

oder Antiquitäten, Genießer schlendern

durch das einmalige Ambiente und lassen

sich Pflaumenkuchen schmecken. Von Freitag

bis Sonntag ist das Areal rund um das

Schloss Laubach geöffnet. Der Eintritt kostet

neun Euro, ermäßigt ist man für sieben Euro

dabei. Kinder unter 12 Jahre kommen umsonst

hinein, Jugendliche unter 18 Jahren

zahlen einen Euro. Alle Informationen unter

www.gartenfestivals.de.

Spannung und Nervenkitzel in der »Sommerlatte Hairlounge« in Gießen.

Gerd Fischer, Krimi-Autor aus Frankfurt, liest dort aus seinem

neuen Werk »Paukersterben« und gibt auch Kostproben aus seinem

Läuferkrimi »Lauf in den Tod«. Fischer ist der Schöpfer der »main-crime«-Reihe:

Krimis um den Frankfurter Kommissar Andreas Rauscher. Erwurde 1970 in

Hanau geboren, studierte Germanistik, Politologie

und Kunstgeschichte in Frankfurt, wo er seit 1991 lebt.

»Paukersterben« ist bereits der fünfte Krimi der Reihe,

die spannende Handlung, aktuelle Themen und Frankfurter

Lokalkolorit bieten. Der neue Krimi beleuchtet

das brisante Thema Cybermobbing. »Sommerlatte

Hairlounge« und die »Käseglocke« präsentieren die

Lesung am Samstag, 22. September, um20Uhr.

Neben Hörgenuss können sich die Zuhörer an Weinen

und Käse-Häppchen erfreuen. Karten können im

Vorverkauf in den veranstaltenden Geschäften erworben

werden.

9/2012 streifzug 25


Lahnlust

1. –2.September 2012

Lahnufer

Ein Familienwochenende an der Lahn mit Spiel, Sport, Spaß und

Speisen am Wasser und auf dem Fluss.

Ab der „Klinkel‘schen Mühle“ bis zum „Männerbadeverein“.

In der putzmunteren Universitätsstadt Gießen.

Mehr Infos unter: www.lahnlust.de

Gießener Herbstmesse

22. September –7.Oktober 2012

Messeplatz an der Ringallee

Täglich geöffnet von14.00 bis 22.00 Uhr,

Freitag/Samstag bis 23.00 Uhr

Samstag,22.9.2012, 14.00 Uhr: Eröffnung

Donnerstags: „Familientag“ mit halben Fahrpreisen

Samstag,29.9.2012, ca. 21.30 Uhr: Feuerwerk

Sonntag,7.10.2012: „Happy Day“

und viele weitere Aktionen

Gießener Krämermarkt

6. und 7. Oktober 2012

Ab 5.10.2012

Französischer Markt auf dem Kirchenplatz

Thüringer Markt im Katharinenviertel

Verkaufsoffener Sonntag

7.10.2012 |13.00 –18.00 Uhr

Gießen Marketing GmbH |www.giessen-tourismus.de


Veranstaltungen

1 Sa

Ausstellungen

Gießen

Farblandschaften

Werke vonAdelheid

Bayer-Najoan

9.00 Café Da Vinci

Gruppenausstellung

der bunten Palette

Kunstwerke von 26Freizeitkünstlern

(Di. bis So.

10.00 bis 18.00, außer

Do.: 10.00 bis 20.00)

10.00 KIZ

Ritter, Drachen,

Familienchaos

Die humorvolle Bilderwelt

der Ute Krause

(bis 2. November, Di.

bis Fr. 10.00 bis 18.00,

Sa. 10.00 bis 13.00)

10.00 Stadtbibliothek

Bühne

Gießen

Othello

Premiere

19.30 Stadttheater

Verqueerte Welt

Musical zur Diskriminierungsproblematik

queerer Jugendlicher im

Rahmen des CSD

Mittelhessen

20.00 Jokus

Some like it heiß!

Gayle Tufts mit ihrem

neuen Programm und

Pianist Marian Lux

21.00Astaire’s

Lich

Hair

Musical mit der

Theatergruppe Traumstern

11.00 Kino Traumstern

Homberg/Ohm

ohm sweet ohm:

Hugo Cabret

20.00 Schlosswiese

Disco/PArty

Gießen

Salsa-Party mit DJs

aus der Karibik

Vor der Party Salsa-Kurs

für Anfänger

21.10 Siebenkorn,

Ludwigsplatz 13

CSD-Party

Große Abschlussparty

des CSD mit drei DJs

und Gogos

21.00 ESS-Bahn

Rhythm and House

Party

22.00Admiral Music

Lounge

Die große 90er Party

22.00 Monkeys

Dancing Devils

in Angels Way

Vom himmlischen Rock

bis zum teuflisch guten

Metal mit DJ Dead

Jes7er

22.00 Scarabée

Grand Reopening

22.00 Kunstkeller

Alsfeld

Purple Rain

Classic Rock Live

20.30Weinkeller

Zum Brünnchen

Heuchelheim

Open Air

Salsa Beach Party

Vor der Party kostenloserSchnupperworkshop

(bei schlechtem

Wetter Infoband:

06101/8032 31)

20.00 Surfsee

Feste/FestivAl

Gießen

Der Schiffenberg rockt:

Mittelalterfestival

Mit Eisbrecher, Fiddler’s

Green, Rapalje, GrailKnights,

Spielbann, Dunkelschön,

Cumulo Nimbus,

Schöngeist, Die

Skalden, Suidakra und

Zwielicht. Info: www.

schiffenberg-rockt.de

11.00 Schiffenberg

CSD Mittelhessen

Straßenfest auf dem Kirchenplatz

mit Bühnenprogramm.

U.a. mit

Liverchesse Both Corporation,

And.I, Sookee,

PowerPuschels, Duo

Farfalle und Drag

Queen Jessica Walker

Schlammbeisers

Lahnlust

Fest am Fluss mit Karibischer

Nacht mit der

Mississippi-Delta-Blues-

Band –Spezialitäten

aus der kreolischen und

Cajunküche

18.00 Klinkel’sche

Mühle bis Gelände

des Männer-Bade-

Vereins

Hungen

Hungener Schäferfest

Schäfermarkt, Bergfest,

Kochshow. Musik und

Tanz im Festzelt

11.00 Innerorts

lich

Italienische Nacht

Altstadt wird zur Plaza

–Einkaufen bis Mitternacht,

italienisches

Flair, mediterrane Köstlichkeiten

und Livemusik

mit Claudio Molignini

18.00 Hessentagsbrunnen

Flohmärkte

Buseck

Flohmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

Führungen

Gießen

Der Gießener

Wochenmarkt

Mit Brigitte Tripp

10.00 Stadtkirchenturm,

Kirchenplatz

Gießen historisch

Spaziergang durch den

historischen Stadtkern

mit Dr. Klemens Kroh

15.00 Stadtkirchenturm,

Kirchenplatz

konzerte

Gießen

Scotch Cart

Akustik-Duo

21.00 Irish Pub

Nacht der Kirchenmusik

Ein Wandelkonzert in

den Innenstadtkirchen

mit Musik vom 17. bis

21. Jahrhundert. Beginn

19.00 Johanneskirche

(Alt und Neu –Platzkonzert)

Hüttenberg

25 Jahre Showband

Golden Fifties

21.00 Festzelt

Rabenau

Musik statt Straße

Benefizkonzert des

multikulturellen Orchesters

Gießen zugunsten

der Straßenkinder

in Bulgarien

17.00 Hofgut

Appenborn

märkte/messen

Gießen

CACIB

5. Internationale Rassehundeausstellung

9.00 Hessenhallen

Buseck

Schöne kleine Welt

Exquisite Miniaturen-

VerAnStALtunGen iM SepteMBer

Verkaufsausstellung

11.00 Sammler- und

Hobbywelt

Grünberg

Grünberger Pflanzkiste

Pflanzenflohmarkt,

Tombola, Mitmachtaktionen,

Leckeres und

Nahrhaftes

10.00 Marktplatz

Laubach

Herbstzauber

Pflanzen und Raritäten,

schöne Dinge für Haus

und Garten. Infos:

www.gartenfestival.de

10.00 Schlosspark

Lollar

Schmaadleckermarkt

Fassbieranstich,

Dämmerschoppen mit

Live-Musik

19.00 Ortsmitte

sonstiges

Gießen

MuSEHum:

Herr Zufall malt mit

Wie aus Seifenblasen

und Farbflecken Kunstwerke

entstehen –

Workshop für Kinder

von 6bis 9Jahren

11.00 Oberhessisches

Museum, Altes

Schloss

Gießener Bilderbuchtage:

Kleine Journalisten

mit großen Geschichten

Kinder gestalten die

»Rackerseite« der Gießener

Allgemeinen Zeitung.

Anmeldung und

Infos: Redaktion »Meine

Seite«, Katrin Nahrgang,

Tel. 0641/

3003262

12.00 Geschäftsstelle

der GAZ, Marburger

Straße 20

vorträge

Gießen

Großer Familientag im

Mathematikum

Kindervorlesung und

Experimentvorführungen

mit Prof. Beutelspacher

11.00 Mathematikum

Gießener Bilderbuchtage:

Graf Wenzelslaus

der Geräuschesammler

Lesung mit T. J. Hauck

14.00 Mathematikum

Großer Familientag im

Mathematikum: Sieben

Für Kinder von 4bis 8J.

15.00 Mathematikum

Ihre Veranstaltungen in der

Kongresshalle Gießen

02.09. | Sonntag |11–18 Uhr

Eröffnungsveranstaltung

–Frauen für den Frieden –

Magistrat der Stadt Gießen

03.–08.09. | Mo.–Fr. |15–19 Uhr

Samstag |15–17 Uhr

Ausstellung –Frauen für den Frieden –

Magistrat der Stadt Gießen

05.+06.09. | Mi.+Do. |18–21.30 Uhr

Schulmesse Gießen

Schulverwaltungsamt

07.09. | Freitag |20Uhr

Gerd Dudenhöffer –Sackgasse

www.handwerker-promotion.de

14.09. | Freitag |20Uhr

»Don Giovanni àtrois« –

Kultour 2000 e. V.

www.kultour2000.de

06.10. | Samstag |20Uhr

Der Familie Popolski

»Get the Polka started!«

13.10. | Samstag |20Uhr

Konzert: Wolf Mahn

14.10. | Sonntag |10–16 Uhr

2nd-Hand-Modemarkt

Bodo Bach

19.10. | Freitag |20Uhr

20.10. | Samstag |14–17 Uhr

Senioren Tanznachmittag mit dem

Tanzclub Rot-Weiß

20.10. | Samstag |20Uhr

Benefizball Landesgartenschau 2014

26.10. | Freitag |20Uhr

Dr. MARK BENECKE –

Aus der Dunkelkammer des Bösen

27.10. | Samstag |20Uhr

Konzert: Saga

31.10. | Mittwoch |19.30 Uhr

Prof. Dr. Dr. M. Spitzer: »Digitale Demenz«

Wie wir uns und unsere Kinder um den

Verstand bringen

9/2012 streifzug 27


VerAnStALtunGen iM SepteMBer

2So

Ausstellungen

Gießen

30 Jahre Friedensarbeit

in Gießen

Eröffnung mit Petra

Soltau und Ina Oliy,

Vortrag Paul Russmann

11.00 Kunsthalle

Gießener

Bilderbuchtage

Bilderbuchausstellung

im Rathaus

14.00 Rathaus

(Pausenraum)

Bühne

Gießen

König Ödipus

Ein Soloabend mit

Martin Gärtner

20.00TiL-Studiobühne

Lich

Hair

Musical mit der Theatergruppe

Traumstern

11.00Traumstern

Feste/FestivAl

Gießen

Schlammbeisers

Lahnlust

Fest am Fluss

11.00 Klinkel’sche

Mühle bis Gelände

des Männer-Bade-

Vereins

Grünberg

Swinging Grünberg

Jazz-Festival

13.00 Diebsturm

Hungen

Hungener Schäferfest

Großer Festzug (14.00)

u. v. m., anschl. Ausklang

mit Musik und

Tanz im Festzelt

9.00 Innerorts

Lich

Almabtrieb

Musik, Programm,

Spezialitäten

10.30 Gaststätte

Kaffeehannes

Führungen

Gießen

Führung durch das

Mathematikum

11.00 Mathematikum

Krieg und Frieden

Denkmäler im Stadtraum

mit Dagmar Klein

17.00 Denkmal an

der Licher Gabel

Wettenberg

Holz +Technik-Museum

Anmeldung: 0641/

9751160

14.00 Holz +

Technikmuseum

28 streifzug 9/2012

konzerte

Gießen

Tagdes Liedes

Chorkonzert

13.30 Schiffenberg

Axel Suma Nitschke

Einhändige Klaviermusik

17.00 MuK

Trompete virtuos

Konzert mit Flöte,

Trompete und Orgel

mit Gina Gaul, Simon

Höfele und Ralf Siewe

18.00 Bonifatiuskirche

Lollar

Kork

Mundartparty im

Rahmen des Schmaadleckermarktes

12.00 Innenhof,

Marburger Straße 33

märkte/messen

Gießen

CACIB

5. Internationale Rassehundeausstellung

9.00 Hessenhallen

Ebsdorfergrund

Flugzeugwrackmuseum

13.00 Ebsdorf

Laubach

Herbstzauber

Pflanzen und Raritäten,

schöne Dinge für Haus

und Garten. Infos:

www.gartenfestival.de

10.00 Schlosspark

Lauterbach

Antik- und Spezialmarkt

7.00 Schlosspark,

Sickendorf

Lollar

Schmaadleckermarkt

10.00 Ortsmitte

sonstiges

Gießen

Flamenco für Kinder

mit Alma Gitana

Workshop für 6- bis

10-Jährige (14.00 bis

15.30) und 11-bis

17-Jährige (16.00 bis

17.30). Infos: www.

alma-gitana.de/

workshops.htm

14.00 MuK

vorträge

Gießen

Internationales

Erzählcafé

Aus dem Lebend des

Rechtsanwaltes Wigbert

Rudolph

11.00 ZiBB

Eine(r) liest: Waldemar

und Staubfrieda

Erzähltheater vom

Tinko-Kindertheater für

alle ab 5Jahren

11.30 Marktlauben

Gießener Bilderbuchtage:

Herakles

Autorenlesung mit Elke

Böhr und Lucia Kästner-

Lezzi

14.30 Oberhessisches

Museum

3Mo

märkte/messen

Nidda

Herbstmarkt

11.00 Festplatz

sonstiges

Gießen

Seniorennachmittag

15.00 Mathematikum

Pub Quiz

21.00 Irish Pub

4Di

Disco/PArty

Gießen

Affenkammer

Der Partydienstag mit

DJ Matt-O

21.00 Monkeys

Führungen

Gießen

Mehr als alte Akten

Führung durch das Archiv

der Stadt Gießen

mit Dr. Ludwig Brake

16.00 Rathaus, Foyer

sonstiges

Gießen

Whiskey-Seminar

21.00 Irish Pub

vorträge

Gießen

Mehr als ein Abenteuer

Ein Wandergeselle, drei

Kontinente, seine

Geschichte –Diavortrag

mit dem Handwerksgesellen

Klaus Deckenbach

19.30 ZiBB

5 Mi

Disco/PArty

Gießen

Salsa-Party

21.00 Central Bar

Spätschicht

Alternative, Grunge,

StonerRock, Ska mit

DJ Nightnoize

22.00 Scarabée

Pohlheim

Karaoke

mit Stefan Huster

21.00 Gasthaus

zur Krone

konzerte

Gießen

Tenor mal zwei

20.00 Ulenspiegel

märkte/messen

Gießen

Schulmesse

Infoveranstaltung zum

Übergang in die Jahrgangsstufe

5

18.00 Kongresshalle

vorträge

Gießen

Der Ort

Kunst im Gespräch mit

Susanne Ließegang

19.00 Galerie am

Bahndamm

6Do

Disco/PArty

Gießen

10 JahreAstaire’s

Geburtstags-Party mit

vielen Überraschungen.

Tischreservierungen

unter 0641/4 9412 12

20.00Astaire’s

Gay and Friends meets

Orlando Ricardo

21.00 Haarlem

Land unter

Elektronische Tanzmusik

mit DJ Jimmy

22.00 Scarabée

konzerte

Gießen

Stella Roin

Musikalisches Potpourri

aus Pop, Jazz und dem

Spirit der Motown-Ära

21.00 Irish Pub

märkte/messen

Gießen

Schulmesse

Infoveranstaltung zum

Übergang in berufliche

Vollzeitschulformen

oder die Oberstufe

18.00 Kongresshalle

vorträge

Gießen

Faszination Brasilien

Tonbildschau von

Jürgen Soose

15.30Altes Schloss,

Netanyasaal

7Fr

Bühne

Gießen

Sackgasse

Gerd Dudenhöffer

spielt Heinz Becker

20.00 Kongresshalle

Enten Variationen

20.00TiL-Studiobühne

Disco/PArty

Gießen

Mixtape mit DJ’s Da

Silva &Ebony

22.00Admiral Music

Lounge

Freitagsparty

22.00 Monkeys

Die 90er waren zum

Recyceln da

90s Rock, Trash Pop,

Eurodance mit DJ

Domino

22.00 Scarabée

Laubach

Kult-Discoabend

mit DJ Lil Kvon Sound-

Light-planet-radio

20.00 Sportplatz,

Gonterskirchen

Führungen

Gießen

Nachts im

Liebig-Museum

Experimentalvorlesung

im Liebig-Labor mit

Prof. Wolfgang Laqua

22.00Liebig-Museum

konzerte

Gießen

Im Zauberwald

Konzert von Feen, Elfen

und Zauberern mit dem

Main-Barockorchester

20.00 Johanneskirche

Musikalischer Sommer:

Seven Senses

Die etwas andere

Coverband

20.00 Schiffenberg

Jazz-Gottesdienst

Belleville Swing Club

20.00 Lukaskirche

Lieder aus der

Luder Lounge

Pop-Kabarett, Comedy

&Chansons mit Iris

Lamouyette

20.30 MuK

Maik Garthe

Blues Rock

21.00 Irish Pub

Grünberg

Axel Kaapke Trio

Jazzkonzert

20.30 Zum Bahnhof

märkte/messen

Rabenau

Michaelismarkt

Ortsmitte

vorträge

Gießen

Freitag.Vier: Ben und

der böse Ritter Berthold

Bilderbuchkino mit

Eva Salzmann für

Kinder ab 4Jahre

16.00 Stadtbibliothek

8 Sa

Bühne

Gießen

Othello

19.30 Stadttheater

Hausrat

Tanzstück

20.00TiL-Studiobühne

Disco/PArty

Gießen

House at Admiral

22.00Admiral Music

Lounge

Achterbahn

statt Bällchenbad

Mit DJ Nightnoize

22.00 Scarabée

Grünberg

Hot &Sexy

Discoparty

20.30 Sport- und

Kulturhalle, Stangenrod

Laubach

Discoparty mit der

Band Crossfire

20.00 Sportplatz

Gonterskirchen

Feste/FestivAl

Gießen

Nordstadtfest

Mit Bühnenprogramm,

Workshops, Infoständen

14.00 Reichenberger

Straße

Lich

HessenJazz: Jazzen &

Schmatzen

Das Festival mit Musik

und Essen aus Hessen

mit den Bands Schoppeschlepper,

Sigi’s Jazz

Men, Sacred Sound

Grass, Papa Legba’s

Blueslounge

18.00Altstadt

Flohmärkte

Buseck

Flohmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

Führungen

Gießen

Führung durch das

Mathematikum

11.00 Mathematikum

Georg-Büchner-

Gedenkjahre2012/2013

Konspirative Orte vor

den Toren Gießens –

Halbtagswanderung

zum Büchnerjahr mit

Peter Schlagetter-

Bayertz

13.00 Jahn-Denkmal,

Heinrich-Heckroth-

Straße


Tagdes offenen

Denkmals: Holz

Eröffnungsveranstaltung

vom Landesamt für

Denkmalpflege Hessen,

eröffnet von Eva Kühne-

Hörmann (Hessische

Ministerin für Wissenschaft

und Kunst)

15.00 Schiffenberg

konzerte

Gießen

Benefizkonzert

Zur Unterstützung der

Arbeit des Frauenbüros

in der Partnerstadt San

Juan del Sur –mit

C.ha.os-Chor mit den

Solisten Kira Petry (Sopran)

und Michael Breuer

(Tenor), Tanzgruppe

Nicarao, Tombola

19.30 Rathaus

Tobias Hundt &Band

20.00 Monkeys

Malte von Grieskram

DeathPunkSchlager

21.00 Irish Pub

DIY Mini Festival

21.00 ak44

Wettenberg

Kultursommer

Mittelhessen

Musikalische Zeitreise –

175Jahre mit 13 bekannten

heimischen

Künstlern. Infos: gleiberg-verein@arcor.de

oder Tel. 0641/833 33

19.00 Burg Gleiberg

märkte/messen

Rabenau

Michaelismarkt

Großer traditioneller

Krämermarkt mit über

150Ständen

13.00 Innerorts

sonstiges

Gießen

MuSEHum:

Monster, Fratzen,

Gruselmännchen

Workshop für Kinder

von 6bis 9Jahren

11.00 Oberhessisches

Museum

Startschuss für

Wipfelstürmer

Eröffnung (Do. u. Fr.

13.00 bis 19.00 sowie

Sa. u. So. 9.00 bis

19.00), Infos: www.

kletterwald-giessen.de

9.00 Kletterwald am

Schiffenberg

vorträge

Gießen

Gießener Bilderbuchtage:

Schau mal, wer da

liest…

Lesepaten laden Kinder

zum Zuhören ein

11.00 Bot. Garten

Gießener Bilderbuchtage:

Lach- und Krachgeschichten

Bilderbuchgeschichten

witzig präsentiert von

Comedian Sascha

Gutzeit

16.00 Pizza Mouse

9So

Ausstellung

Mücke

Alles was glänzt

Vernissage von

Friederike Lorenz

(bis 4. November)

14.00 Kunstturm

Bühne

Gießen

Gift

20.00TiL-Studiobühne

Feste/FestivAl

Lich

HessenJazz: Jazzen &

Schmatzen

11.00Altstadt

Führungen

Gießen

Pflanzen erleben:

Wasserpflanzen

11.15 Botanischer

Garten

Tagder offenen Pforte

14.00 Eichendorffring

137, Fam. Valerius

Der Gießener Kunstweg

Mit Annette Luh

15.00 Neue Mensa

konzerte

Gießen

Musikalischer Sommer:

Abschlusskonzert

Wiesecker Blasmusik

15.00 Kloster

Schiffenberg

Samuel Harfst &Band

Deutscher Pop, Acoustic,

Singer-Songwriter

18.00 MuK

vorgestellt:

Der Freischütz

Romantische Oper

19.30 Stadttheater

Homberg/Ohm

ohm sweet ohm: Eine

musikalische Weltreise

Hebräische Lyrik und

Lieder mit Esther Lorenz

(Gesang) und Peter Kuhz

(Gitarre) –2.Teil: Bossa

Nova und Bolero aus

den 50ern und 60ern

18.00 ev. Stadtkirche

märkte/messen

Gießen

Vogelbörse

6.00 Hessenhallen

Antik &Trödelmarkt

8.00 Hessenhallen

Buseck

Antik- und

Sammlermarkt

9.00 Sammlerund

Hobbywelt

Rabenau

Michaelismarkt

13.00 Innerorts

vorträge

Gießen

Gießener Bilderbuchtage:

Cowboy Klaus

und das pupsende Pony

Country &Westernstimmung

mit Sascha

Gutzeit

11.00 Schuhhaus

Darré

Gießener Bilderbuchtage:

Der Grüffelo

kommt

Pohyb’s und Konsorten

14.00 Spielwaren

Fuhr

10 Mo

Disco/PArty

Gießen

Karaoke

Mit Andy Pfälzer

21.00 Irish Pub

11 Di

Disco/PArty

Gießen

Affenkammer

Der Partydienstag mit

DJ Matt-O

21.00 Monkeys

12 Mi

Bühne

Gießen

Der Löwe, der nicht

schreiben konnte

Premiere des Kinderstücks

für alle ab 5J.

10.00TiL-Studiobühne

Disco/PArty

Gießen

Spätschicht

PaganMetal, NDH,

Industrial, Mittelalter

mit DJ Lecur

22.00 Scarabée

konzerte

Gießen

Ensemble Teatro del

Mondo

Musik aus der Zeit Leonardo

da Vincis –Ba-

VerAnStALtunGen iM SepteMBer

rock- und Renaissancemusik,

anschließend

Vorstellung der Musik

und Instrumente

19.30 Mathematikum

vorträge

Gießen

Born to be free

Interaktion mit freien

Delphinen –Vortrag

des Human-Dolphin-

Research Projektes

20.00 Seminarraum,

Wolfstraße 4

13 Do

Bühne

Lauterbach

Vogelsberger

Gipfel-Kabarett

Mathias Tretter möchte

nicht dein Freund sein

20.00Aula der Sparkasse

Oberhessen

Disco/PArty

Gießen

Salsa-Party

21.00 Monkeys

Land unter

Indiepassion

mit DJ Jimmy

22.00 Scarabée

Feste/FestivAl

Gießen

Oktoberfest

im Marktquartier

Marktquartier

konzerte

Gießen

Mac Frayman

Amerikanisch, Folk

Rock, Grunge

21.00 Irish Pub

Lich

Kultursommer Mittelhessen:

Adria

SommerMusikWelten:

Jazz vom adriatischen

Meer

20.00 Kino Traumstern

sonstiges

Gießen

QuiZnight

20.30 Café Amélie

vorträge

Gießen

Begeisterung wecken!

40. hessische MNU-

Landestagung, Vortrag

von Prof. Beutelspacher

9.00 Philosophikum

II. Infos: www.lvhessen.mnu.de

Goethes Proserpina

Von Hartmut Schmidt

15.30 Netanyasaal

Sa. 6. 10. 2012

20.00 Uhr ·Stadthalle (Piscator-Haus) ·Marburg

VVK an den bekannten VVK-Stellen sowie Geschäftsstelle der

Gießener Allgemeinen und Buchhandlung Reinhard Grünberg

Herzlich Willkommen zur großen

Verkaufs- und Informationsausstellung

für Pflanzenliebhaber und Gartenfreunde

�������������

�� ����������

��� ����������� �� ������

������� ��������

����� ��������� ����

Öffnungszeiten jeweils von 9-18 Uhr (Einlass bis 17 Uhr)

Es gelten die regulären Eintrittspreise des Freilichtmuseums

Entdecken Sie vor der malerischen Kulisse des Hessenparks das

beeindruckende Angebot der internationalen Spezialaussteller.

Ein Paradies für alle Pflanzenliebhaber und Gartenfreunde.

Weitere Informationen unter:

Veranstalter: Fördergesellschaft des hessischen Gartenbaus mbH &

Freilichtmuseum Hessenpark

9/2012 streifzug 29


VerAnStALtunGen iM SepteMBer

14 Fr

Bühne

Gießen

König Ödipus

Ein Soloabend mit

Martin Gärtner

20.00TiL-Studiobühne

Disco/PArty

Gießen

Salsa Club

21.00White Elephant

Mixtape

Mit DJ’s Kosta Minor &

Fresh Nova

22.00Admiral Music

Lounge

Freitagsparty

22.00 Monkeys

Neue Tanzkultur

Minimal, Electro,

Nintendo &more

22.00 MuK

ATribute to Quentin

Tarantino

Rock’n’Roll, Surf, Soul,

Beat, Mexicana, Desert-

Rock mit DJ Jimmy

22.00 Scarabée

Feste/FestivAl

Gießen

Oktoberfest

im Marktquartier

Marktquartier

konzerte

Gießen

Don Giovanni àtrois

Michael Quast, Sabine

Fischmann, Markus

Neumeyer –Der komplette

Wahnsinn für

zwei Stimmen und ein

Klavier. Info: www.

kultour2000.de

20.00 Kongresshalle

Mac Frayman

Amerikanisch, Folk

Rock, Grunge

21.00 Irish Pub

Grünberg

Tuxedos

Jazzkonzert

20.30 Zum Bahnhof

Lich

Kultursommer Mittelhessen:

Liguriani

SommerMusikWelten:

Klänge und Geschichten

aus Ligurien

20.00 Bezalel-

Synagoge

sonstiges

Gießen

LeckerLachen

Das Comedy-Dinner

19.30 Hotel Steinsgarten

30 streifzug 9/2012

vorträge

Gießen

Oberwasser

Jörg Maurer liest aus

seinem Alpenkrimi

20.00 Rathaus, Konzertsaal

15 Sa

Bühne

Gießen

Der Freischütz

Premiere –Romantische

Oper

19.30 Stadttheater

Achterbahn –

kein Weg zurück

Ein Stück über junge

Mädchen in der Neonazi-Szene20.00TiL-Studiobühne

Helge und das Udo –

sonst macht’s jakeiner!

Comedy

20.00Astaire’s

Disco/PArty

Gießen

Nightwax

22.00Admiral Music

Lounge

Partysamstag

22.00 Monkeys

Rock ofAges

Rock, Metal, Classics

mit DJ Cel’ardor

22.00 Scarabée

Reggae Night

Reggae, SKA, Dancehall,

Afrosound mit DJ

Nico

23.00 Domizil

Feste/FestivAl

Gießen

Oktoberfest

im Marktquartier

Marktquartier

Biebertal

6. Biwwerer Almabtrieb

Blasmusik, bayerisch

buntes Programm und

alpenländische Spezialitäten

14.00 Festplatz

Flohmärkte

Buseck

Flohmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

Führungen

Gießen

Auf den Spuren der

Amerikaner

60 Jahre US-Amerikaner

in Gießen –was

bleibt?

15.00 Millerhall

konzerte

Gießen

Sabaton &Guests

Schwedisches Power-

Metalfestival

19.55 Hessenhallen

Moonages

Powerpop, Rock

21.00 Irish Pub

Create.Use.Shatter

CD Release Tide Bent –

Hardcore, Post-Hardcore,

Sludge, Noise –

Support: The Dallas

Hangover &Dead Flesh

Fashion

21.00 MuK

Lich

Kultursommer

Mittelhessen: Adjiri

Odametey

SommerMusikWelten:

Afrikanische Weltmusik

20.00 Bezalel-

Synagoge

Pohlheim

Kultursommer

Mittelhessen: Ensemble

Rilegato

Konzert mit spanischer

und südamerikanischer

Musik des 17.und 18.

Jahrhunderts

20.00 ev. Kirche

Garbenteich

märkte/messen

Alsfeld

Antikmarkt

9.00 Hessenhalle

sonstiges

Gießen

Sicher im Netz

Workshop für Jugendliche

von 12bis 16 Jahren.

Anmeldung über

www.jbw-giessen.de

11.00 Jokus

MuSEHum: Wo die wilden

Bilder wohnen

Workshop für Kinder

von 6bis 9Jahren

11.00 Oberhessisches

Museum

Äthiopischer

Kulturabend

15.00 ZiBB

vorträge

Gießen

13. Gießener

Diabetestag

Infomationsveranstaltung

rund um Diabetes

9.00 Kongresshalle

Mücke

African Queen

Autorenlesung mit Helge

Timmerberg. VVK:

Grünberger Bücherstube

(Tel. 06401/78 55)

und aquariohm mücke

(Tel. 06400/62 14 )

19.00 Hallenbad

16 So

Bühne

Gießen

Arsen und

Spitzenhäubchen

Kriminalkomödie

19.30 Stadttheater

Achterbahn –

kein Weg zurück

Ein Stück über junge

Mädchen in der Neonazi-Szene20.00TiL-Studiobühne

Feste/FestivAl

Gießen

Oktoberfest

im Marktquartier

Marktquartier

Wäldchesfest

11.00 Schiffenberg

Laubach

21. Schlossfest

Buntes Kinder- und

Musikprogramm,

Flohmarkt, Buchantiquariat

und kulinarische

Köstlichkeiten

10.30 Schlosshof

Führungen

Gießen

Führung durch das

Mathematikum

11.00 Mathematikum

Klimawandel 2012

Ist die Vitalität des Waldes

in Gefahr? –Führung

mit Thomas

Jennemann, Claudia

Kammann

14.00 Hangelstein,

Waldparkplatz Waldfrieden

Alles wieder in Butter

Gießener Wunderjahre

–Kostümführung mit

Dr. Jutta Failing, Dagmar

Titsch. Anmeldung:

Tourist-Information

0641/9 75 11 60

15.00 Kirchenplatz

Apfelsorten auf

dem Judenberg

Führung mit Steffen

Kahl

16.00 Parkplatz am

Friedhof, Gießen-

Allendorf

Akademischer

Forstgarten

Die Nacht im Schneckentempo

–mit oder

ohne Gehäuse gleiten

die Bauchfüßer geräuschlos

und gemächlich

zum Abendessen

19.45 Schiffenberger

Tal, Waldparkplatz

konzerte

Lich

Kultursommer Mittelhessen:

Escarmouche

SommerMusikWelten:

Tango, Klezmer &

Balkan Music

12.00Traumstern

märkte/messen

Alsfeld

Antikmarkt

9.00 Hessenhalle

sonstiges

Butzbach

Süßerfest

Tagder offenen Tür

11.00 Kelterei Müller

Wettenberg

Dampf- und Gattertag

Vorführungen historischer

Dampfmaschinen,

Sägegatter, Infos zu

erneuerbaren Energien,

Kinderprogramm und

kulinarische Angebote

12.00 Holz +Technik

Museum

17 Mo

sonstiges

Gießen

Pub Quiz

21.00 Irish Pub

18 Di

Disco/PArty

Gießen

Affenkammer

Der Partydienstag mit

DJ Matt-O

21.00 Monkeys

sonstiges

Gießen

Gießen 46ers

Bingo-Night

21.00 Irish Pub

19 Mi

Bühne

Gießen

Kostprobe: Orpheus

Klanprojekt vonAndreas

Mihan und Teresa

Rinn für alle ab 6Jahre

–Öffentliche Probe und

Einführung

20.00TiL-Studiobühne

Disco/PArty

Gießen

Salsa-Party

21.00 Central Bar

Spätschicht

PaganMetal, NDH

mit DJ Lecur

22.00 Scarabée

sonstiges

Gießen

Fachplanertag Energieeffizienz

IngKH

9.00 Kongresshalle

vorträge

Gießen

Forum Pankratius:

Altruismus und Moral

Philosophische Analysen

und Reflexionen –

Vortrag von Prof. Winfried

Franzen

19.30 Gemeindehaus

Fair ist mehr

Einführung in den Fairen

Handel –Vortrag

über die Grundlagen

gerechten Wirtschaftens

19.30 Ev. Studierendengemeinde

Literarische

Spurensuche

Seine Schatten, meine

Bilder. Lesung mit Jens-

Jürgen Ventzki,

anschließend Gespräch

und Fragen von Dr.

Markus Roth (Stellvertretender

Leiter der

Arbeitsstelle Holocaustliteratur)

20.00 Literarisches

Zentrum im KiZ

20 Do

Disco/PArty

Gießen

Land unter

Mit DJ Jimmy

22.00 Scarabée

konzerte

Gießen

Mittagskonzert

Mit dem Philharmonischen

Orchester des

Stadttheaters

13.00 Rathaus

Der Freischütz

19.30 Stadttheater

Bratze

Deutschsprachiger

Electropunk, Indietronic

–Support: Raketenwind

(Indietronic)

21.00 MuK

Miller and Heath

Rock, Pop, Hessen

Dreck’s

21.00 Irish Pub

vorträge

Gießen

Die Fünf

Wie bringen wir Ordnung

in die Welt der

Zahlen?

19.30 Mathematikum

Lich

Martin Semmelrogge

liest…


Georg Meier –Das Jahr

der wundersamen Elvis-

Vermehrung

20.00 Bezalel-

Synagoge

21 Fr

Disco/PArty

Gießen

Admiral Black Beatz

22.00Admiral Music

Lounge

Freitagsparty

22.00 Monkeys

Ghettoblastin’

Hip-Hop-Partyreihe

22.00 MuK

Seek and Destroy

Mit DJ Cel’ardor

22.00 Scarabée

Führungen

Gießen

Das Setzkasten-Buchdruckmuseum

Neue Führung mit Peter

Kaluzza

14.00Wellersburgring

10

konzerte

Gießen

Mühlleitners Liedermacher:

Lauscher

Im Anschluss offene

Jam Session

21.00 Café Amélie

Teneja

Blues, Soul, Rock,

Reggae

21.00 Irish Pub

Grünberg

Tiefenrausch

Klangkombinat

Jazzkonzert

20.30 Zum Bahnhof

22 Sa

Bühne

Gießen

Othello

19.30 Stadttheater

Hausrat

Tanzstück

20.00TiL-Studiobühne

Reiskirchen

FaberhaftGuth &Band

20.00 Bürgerhaus

Disco/PArty

Gießen

Ministry ofSound

22.00Admiral Music

Lounge

Pure Club

22.00 Kunstkeller

Partysamstag

22.00 Monkeys

Electrified

Deep, Tech, Electro,

Minimal, Dubstep auf

zwei Floors

22.00 MuK

Achterbahn

statt Bällchenbad

Old School, New Metal,

Rock’n’Roll, Industrial

mit DJ Nightnoize

22.00 Scarabée

Buseck

90er Discoparty

Von Pop bis House von

Rock bis Dance mit

Powerlight-Event Sound

&Light

20.00 Dorfgemeinschaftshaus,

Trohe

Flohmärkte

Buseck

Flohmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

Führungen

Gießen

Der Gießener

Wochenmarkt

Mit Einkehr in die Käseglocke

–Führung mit

Brigitte Tripp

13.00 Stadtkirchenturm,

Kirchenplatz

Vitos-Klinik Gießen

Führung über das Gelände

und durch die

Ausstellung mit Herwig

Groß und Karl-Heinz

Reitz

14.00Vitos-Klinik

konzerte

Gießen

Arthur Guinness Day

mit Green Stuff

Blues der 60er und

70er

21.00 Irish Pub

Interkulturelle Woche:

ViBB-Trommelgruppe

Konzert von jungen

Menschen aus verschiedenen

Kulturen mit der

Daf-Trommel

19.00 ZiBB

Grünberg

Light in the Dark

Konzert mit dem Paul

Simpson Project

20.00 Barfüßerkloster

märkte/messen

Gießen

Kunst im Kloster

Kunst- und Handwerkermarkt.

Infos: www.

kunst-im-kloster-schiffenberg.de

10.00 Kloster

Schiffenberg

Herbstmesse

Eröffnung

14.00 Messeplatz an

der Ringallee

sonstiges

Gießen

MuSEHum:

Ein Wunderland von

Meer zu Meer

Auf Entdeckungsreise

mit Emil Nolde –

Workshop für Kinder

von 6bis 9Jahren

11.00 Oberhessisches

Museum,

Altes Schloss

Wettenberg

Vomganzen Stück zum

Bratenglück

Wild fachgerecht

zerlegt

14.00Waldhaus

Wettenberg

vorträge

Gießen

Paukersterben und

Kostproben aus

»Lauf in den Tod«

Krimilesung mit Gerd

Fischer (Schöpfer der

main-crime-Reihe)

20.00 Sommerlatte

Hairlounge

23 So

Bühne

Gießen

vorgestellt:

Dornröschen

Tanzstück

19.30 Stadttheater

Acis und Galatea

Oper

20.00TiL-Studiobühne

Flohmärkte

Buseck

Bücherflohmarkt

10.00 Sammlerund

Hobbywelt

Führungen

Gießen

Gießen von unten

Archäologie einer Stadt

–Eine Reise in die

(Vor-)Geschichte der

Stadt Gießen

14.00 Liebigmuseum

Die Stadtkirche(n) im

Zentrum

Führung mit Dagmar

Klein

15.00 Stadtkirchenturm,

Kirchenplatz

konzerte

Gießen

Die mit Tränen säen

Konzert aus Renaissance

und Barock mit

dem Madrigalensemble

Teatro del Mondo

18.00 Bonifatiuskirche

VerAnStALtunGen iM SepteMBer

märkte/messen

Gießen

Kunst im Kloster

Kunst- und Handwerkermarkt.

Infos: www.

kunst-im-kloster-schiffenberg.de

10.00 Kloster-

Schiffenberg

Buseck

Büchermarkt

10.00 Sammler- und

Hobbywelt

sonstiges

Wettenberg

Kochen mit Wildfleisch

Fettarm und nahrhaft.

Kockkurs mit

gemeinsamem Essen

14.00 Gesamtschule

Gleiberger Land

24 Mo

konzerte

Gießen

TV Noir No. 6

Konzert mit Alin Coen

Band &Naima Husseini

20.00 Rathaus, Konzertsaal

sonstiges

Gießen

Karaoke

Mit Andy Pfälzer

21.00 Irish Pub

25 Di

Disco/PArty

Gießen

Affenkammer

Der Partydienstag mit

DJ Matt-O

21.00 Monkeys

streifzug

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

oKtober-auSgabe

› erscheinungstermin: 27. 9.2012

› anzeigenschluss: 14.9.2012

Sichern Sie sich schon heute

ihren anzeigenplatz!

Wir beraten Sie gerne!

Telefon 06 41/30 03-223, -2 24

Fax 06 41/30 03-300

anzeigenverkauf@giessener-allgemeine.de

Restaurant

Schlosskeller

Peter und Frank Haas GbR

Brandplatz 2·35390 Gießen

Telefon 06 41/3 83 06

www.schlosskeller-giessen.de

HUBERT

VON GOISERN

Brenna tuats Tour 2012

29.10.12

Marburg -Stadthalle

KONSTANTIN

WECKER

Wut und Zärtlichkeit-Tour

10.11.12

Marburg -Stadthalle

EURE

MÜTTER

„Schieb, du Sau!“ -EXTRA

09.11.12

Gießen -Kongresshalle

Tickets: Gießener Allgemeine u. bek.

Vorverkaufsstellen •www.kbemmert.de

9/2012 streifzug 31


VerAnStALtunGen iM SepteMBer

sonstiges

Gießen

Mitmach-Zeichen-

Aktion

Mit Nikola Werner

11.00Weltladen

vorträge

Gießen

Internationales

Literaturcafé

Verdichtungen von

Liebe, Leid und Freude.

Mit Corinna Kabot

19.00 ZiBB

Beutelspachers Sofa

Wie vereinbart man

Spitzenforschung mit

Popularisierung? Mit

Prof. Günter Ziegler

19.30 Mathematikum

26 Mi

Disco/PArty

Gießen

Spätschicht

Mit DJ Dead Jes7er

22.00 Scarabée

Dirk Großhaus

Maler-und Lackierermeister

Geprüfter

Restaurator

im Maler- und

Lackiererhandwerk

COELAN Balkon- und Terrassenbeschichtung

Raum- und Fassadengestaltung

Qualität Qualität hat ihren ihren Preis Preis

Wir bieten Komplettlösungen

für alle Gewerke.

• Renovierungen und

• Altbausanierungen innenund außen

• Bauleitung füralle Handwerker

Telefon 06404/6 15 79

Vertrauen Sie uns, vertrauen Sie

unserer fachlichen Kompetenz

Weißenburgring 5·35415 Pohlheim-Garbenteich

d.grosshaus@t-online.de

Herzlich Willkommen zur großen

Verkaufs- und Informationsausstellung

für Pflanzenliebhaber und Gartenfreunde

�������������

�� ����� ����������� ������

������� ���������������

������� ��������

����� ��������� ����

Öffnungszeiten jeweils von 10-19 Uhr

Ein Paradies für alle Pflanzenliebhaber und Gartenfreunde.

������������� �������� ��� �� ��������

����� �����������������������������

Veranstalter: Fördergesellschaft des hessischen Gartenbaues mbH &

Bot. Garten Marburg

32 streifzug 9/2012

konzerte

Lich

Caro Josee &Band

Symbiose aus Blues gefärbtem

Sinti-Jazz und

Coolness lasziverTrompetensounds

20.00Traumstern

sonstiges

Gießen

Tippen, Wetten,

Zocken: Jugendliche

und Glücksspiele

Anmeldung über

www.jbw-giessen.de

9.00 Jokus

27 Do

Ausstellungen

Gießen

Kunst im

Mathematikum

Vernissage –Mathematik-Cartoons

19.00 Mathematikum

Bühne

Gießen

Orpheus

Premiere –Klangprojekt

vonAndreas Mihan und

Teresa Rinn für alle ab

6Jahren

11.00TiL-Studiobühne

Disco/PArty

Gießen

Salsa-Party

21.00 Monkeys

Land unter

Mit DJ Jimmy

22.00 Scarabée

konzerte

Gießen

2. Sinfoniekonzert

hr 2Kultur –Werke von

Bedrich Smetana,

Frédéric Chopin und

Antonin Dvorak

20.00 Stadttheater

Tobi Wessel

Rockcovers

21.00 Irish Pub

sonstiges

Gießen

Hessenslam

Die hessischen Poetry-

Slam-Meisterschaften

2012 inGießen –Eröffnungsshow:

Robert und

Lars ihr poetisches

Wohnzimmer spezial

20.00 Jokus

QuiZnight

20.30 Café Amélie

Singer Songwriter

Contest mit Peter Klaes

20.30 Ulenspiegel

vorträge

Gießen

Hermann Fürst von

Pückler-Muskau

Ein Schöpfer berühmter

Gartenanlagen –Lichtbildervortrag

von

Sibylle Weitkamp

15.30 Netanyasaal

28 Fr

Bühne

Gießen

Dornröschen

Premiere –Tanzstück

19.30 Stadttheater

the Keller Theatre

B-Sides Abend mit

Monologen

19.30 Café

Giramondi

Acis und Galatea

20.00TiL

Disco/PArty

Gießen

Mixtape

Mit DJ’sVIM &Fresh

Nova

22.00Admiral Music

Lounge

Freitagsparty

22.00 Monkeys

Electronic Porn No. 62

EBM, Futurepop, Industrial

mit DJ Andypendent

&Special Guest

22.00 MuK

Thank you

for the Music

Abschiedsabend

von DJLittlesid

22.00 Scarabée

Führungen

Gießen

Der Botanische Garten

Ein Garten, der Wissen

schafft

15.00 Bot. Garten

konzerte

Gießen

Good Stuff

Blues, Bluesrock

21.00 Irish Pub

Haggatha (Canada)

Ultraslower Sludge &

Support

21.00 ak44

Grünberg

Steintime Trio

Jazzkonzert

20.30 Zum Bahnhof

Laubach

Mark Gillespie &

TomDrost

20.00 Stadtkirche

Hessenslam

Halbfinale I

19.30 und 22.00

Jokus

29 Sa

Bühne

Gießen

the Keller Theatre

B-Sides Abend mit

Monologen

19.30Café Giramondi

Gift

20.00TiL

Disco/PArty

Gießen

Salsa-Party mit DJs

aus der Karibik

21.10 Siebenkorn

Rhythm and

House Party

22.00Admiral Music

Lounge

Indie Fresse Party

Mit DJ Demian

22.00 Monkeys

21 Jahre Downtown

Party

House, Electro,

Drum’n’Bass

22.00 MuK

Geburtstagsparty

Das Scarabée wird 50!

DJ-Mix

22.00 Scarabée

Flohmärkte

Gießen

Kindersachen-

Flohmarkt

13.00 Mehrzweckhalle

Allendorf

Buseck

Flohmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

Führungen

Gießen

Der Alte Friedhof

Ein stadt- und kulturhistorisches

Denkmal

15.00 Friedhofskapelle

konzerte

Gießen

Pigs on the Wing

Pink Floyd-Tribute Band

21.00 Irish Pub

märkte/messen

Buseck

Oldtimer Messe

Klassiker, 20Jahre und

älter, stehen zum Kaufen

und Verkaufen bereit,

mit Ersatzteil- und

Zubehörhandel.

10.00 Motorsportarena

sonstiges

Gießen

MuSEHum: Rot plus

Gelb gibt Lila?

Farben herstellen und

mischen wie die großen

Maler –Workshop für

Kinder von 8bis 12 Jahren

11.00Altes Schloss

Lahntour

Lahn Paloma Ohe –

Lied &Lyrik

16.00 Marinestuben

Hessenslam

Finale der besten Dichter

unter 20 Jahren

18.00 Jokus

Hessenslam

Finale der besten acht

Poeten Hessens um den

Titel des Hessenslam-

Champions

20.00 Stadttheater

vorträge

Gießen

Kindervorlesung

Mathematik in der

Natur –Experimente

mit Prof. Beutelspacher

11.00 Mathematikum

30 So

Bühne

Gießen

Der Löwe, der nicht

schreiben konnte

Kinderstück für alle ab

5Jahren

11.00TiL

König Ödipus

Ein Soloabend mit

Martin Gärtner

20.00TiL

Führungen

Gießen

Mathematische

Stadtführung

15.00 Mathematikum

konzerte

Gießen

Kammerkonzert

Werke vonAntonio

Vivaldi, Georg Philipp

Telemann, Johann

Sebastian Bach

11.00 Stadttheater

Der Freischütz

19.30 Stadttheater

märkte/messen

Alsfeld

Modemarkt

11.00 Hessenhalle

sonstiges

Gießen

Kopfrechenweltmeisterschaft

Showvortrag –Die besten

Kopfrechner der

Welt stellen ihr Können

zur Schau und geben

Einblick inTricks und

Techniken

19.00 Mathematikum


7. 9. –19. 9. 2012:

10 Tage Meeresfrüchtefest: Zum

Sommerabschied gibt es bei uns

10 Tage lang tolle Specials aus dem

Meer wie Austern, Riesengarnelen,

ein Fisch für zwei, und vieles mehr

Ab 22. 9. 2012:

Herbstwochen im OFarol: Mit

leckeren Kürbis- und Kastaniengerichten;

außerdem viel Wild

(Reh, Wildschwein, Kaninchen etc.)

29. 9. 2012:

Weinprobe: Mit Portugiesischen

Köstlichkeiten und »O Vinho« ab

18 Uhr im OFarol. Um Reservierung

wird gebeten.

Ab 23. 11.2012:

Weihnachtsfeiern: Ob zu zweit oder

in geselliger Runde, am offenen

Kamin, im gemütlicher Atmosphäre.

Rufen Sie uns an –wir

finden gemeinsam das passende

Konzept für Ihre Weihnachtsfeier.

–Anzeige –

Neu: LeckereMittagstische

im OFarol

Portugiesisches Restaurant in Gießen hat Angebot und Öffnungszeiten erweitert

Seit gut einem Jahr gibt es das portugiesische Restaurant

»O Farol« in Gießen. Das gepflegte kleine

Lokal in der Frankfurter Straße 81, in dem man

herrliche Spezialitäten der Algarve-Küche genießen

kann, war zunächst nur abends geöffnet. Dies hat

sich nun zur Freude der Gäste geändert: Seit August

bietet Inhaberin Beate Renner dienstags bis freitags

zwischen 11.30 und 14 Uhr auch einen Mittagstisch

mit täglich wechselnden portugiesischen Mahlzeiten

zum kleinen Preis (zwischen 4,90 und 7,90 Euro) an,

darunter immer auch einen Salat oder ein vegetarisches

Gericht. Die Auswahl reicht von frischem

Fisch bis zu Lammspießen mit Sommergemüse und

Rosmarin-Kartoffeln, von Kabeljaufilet auf Rucolabeet

mit Cocktailtomaten bis zu gegrillten Scampispießchen

auf Petersilienreis und Tomatensoße,

von Reis-Kichererbsen-Tofusalat mit Röstbrot bis zu

Grillsalat mit dicken Bohnen.

»Die portugiesische Küche mit ihren Eintöpfen, Aufläufen

und leichten Gerichten eignet sich ideal für

ein Mittagsangebot«, sagt Beate Renner,die Freude

daran hat, immer wieder neue Kreationen zu entwickeln.

Sieben Jahrelang hat die Restaurantbesitzerin

an der Ostalgarve gelebt, wo sie im Landhotel ihrer

Schwester zwischen Tavira und Olhao die kulinarischen

Besonderheiten der dortigen Region kennengelernt

hat. Charakteristisch ist dabei die Vereinigung

von Land und Meer,also von Agrarprodukten mit

Fisch und Meeresfrüchten, geschmacklich veredelt

mit Kräutern und Gewürzen wie Koriander,Petersilie,

Piri-Piri, Meersalz, Knoblauch und vielem mehr.

Zu den Speisen werden unter anderem selbst gebackenes

Maisbrot und selbst gemachte Dips gereicht.

Seit Kurzem gibt es im »O Farol« (was auf Deutsch

»Der Leuchtturm« bedeutet) auch »Petiscos« –

leckereKleinigkeiten für den kleinen Hunger oder

zu einem Gläschen Wein, die mit den spanischen

»Tapas« vergleichbar sind. Dazu zählen Miesmuscheln

in Kokossoße, Stockfisch-Kichererbsensalat,

gebackener Ziegenkäse mit Honig und Früchten,

gebratene Mini-Tintenfische, Garnelen in Knoblauchsoße,

Datteln und Feigen im Speckmantel,

Stockfisch-Küchlein, Thunfischpaste, Tomatencreme

und vieles mehr.Dazu gibt es eine köstliche Auswahl

an portugiesischen Weinen und Schnäpsen.

Selbstverständlich werden alle Speisen frisch und

ohne Geschmacksverstärker zubereitet –»ursprünglich

und nach portugiesischer Tradition ohne viel

Schnickschnack« wie Beate Renner bemerkt. Zu den

Spezialitäten des Hauses zählen unter anderem auch

»Arroz de mariscos« (Meeresfrüchtereis), »Lammtopf

portugiesische Art« sowie »Schweinetopf mit Paprika,

Garnelen und Muscheln«.

Geöffnet hat das »O Farol« Dienstag bis Freitag von

11.30 bis 14 Uhr sowie Dienstag bis Sonntag von

18 bis 22 Uhr.Montags ist Ruhetag. Die Speisekarte

mit dem täglich wechselnden Mittagsangebot,

den »Petiscos« sowie der abendlichen Menükarte

ist im Internet unter www.o-farol.de einsehbar.

Das Mittagsangebot wirdzudem unter der Rubrik

»Mittagstisch« in der Gießener Allgemeinen Zeitung

veröffentlicht.

OFarol ·Portugiesisches Restaurant

Frankfurter Straße 81 ·35390 Gießen

Telefon 01 71/3 32 81 05


Wein DeS MOnAtS

Irrer Fuchs

Wenn der Sommer geht und sich der

Herbst seinen unwirtlichen Weg bahnt,

steht er wieder vor der Tür: der Übergang.

Dann haben Übergangsjacken (die, ohne

Futter), Übergangssprüche (»Bald ist wie-

der Weihnachten«) und Übergangswetter

(Regen statt Sonne)

Konjunktur.

Höchste Zeit für einen

Übergangswein. Für einen,

der die Übergänge angenehmer

gestaltet. Zeit für

einen rockigen Roten aus

der Neuen Welt. Für den

Renards Folly Shiraz 2010.

Freunde australischer Weine

werden sich gern an den

»Fox Creek« erinnern, an den beerigen,

wilden Fuchs aus dem McLaren Vale –mit

dem Jahrgang 2000 erblickte diese Kolumne

das Licht der Welt.

Jetzt also, zehn Jahrgänge später, ein reinsortiger

Shiraz aus dem Hause Renards Folly.

Wobei Renards auf Französisch Fuchs

bedeutet und das Folly für den wohlig-irren

Charakter steht, den australische Trauben-

Musik

zum Zum Fuchs als Thema könnte

Wein

die gestohlene Gans erklingen.

Das überlasse ich Ihnen. Auch Musik

des österreichischen Komponisten

Robert Fuchs käme infrage, aber eigentlich ist

etwas moderneres, das seinerseits längst wieder

alt klingt, genau das richtige: »Fox on the run«

von Sweet. Das rumpelt und glittert, während

sich der irre Fuchs im Mund wälzt. Ohren auf

und durch. mm

künstler gern vorgeben

besitzen zu

wollen – –allen allen voran

Ex-Winemaker Tony

Walker, der schon für

den »Fox

Creek« verantwortlich

zeichnete.

Mit dem im Barrique ausgebauten

Renards Folly Shiraz haben

er und sein Team im McLaren

Vale erneut ganze Arbeit

geleistet.

Der Duft des purpurnen Stoffs

erinnert an Brombeere, Mokka

und Eichenholzvanille. Im

Mund alles, was der Freund üppiger

Roter zu seinem Glück benötigt: ein

schwelgerisches Pfund dunkler Beeren, seidiges

Tannin, Toastaromen und Lakritznoten.

Die gut ausbalancierte Komposition

spielt ihre Ode an die Freude. In sattem

Dur, das bleibt besser am Gaumen haften.

Von Pflaumenwürze umrahmt, führt das

Werk ins lange Finale. Ein wahrhaft follyger

Shiraz. Der Herbst kann kommen.

Weinautor

Manfred Merz

Vinothek

Vinothek

inothek

Schreiben Sie an

Manfred Merz:

vinothek@mdv-online.de

Renards Folly

Shiraz 2010

Wein

des

Monats

McLaren Vale, Australien,

14,5 Prozent Alkohol, 14,50 Euro,

Bezug über Apell-Weine,

Telefon 05 61/3 16 07 17


Die kinder haben das Sagen

Otto ist zehn Jahre alt. Er möchte gern Reporter werden, der gleichaltrige Julian lieber Poli-

zist. Die 13-jährige Lara Jo spielt in ihrer Freizeit Theater und lernt Chinesisch. Alyssa (10) hin-

gegen mag Eisbären und träumt von Donald Duck in 3D. Alle vier Kinder lieben Film. Die

Schüler aus dem Rhein-Main-Gebiet freuen sich daher auf eine besondere Kinowoche im

Deutschen Filmmuseum Frankfurt. Vom2.bis 9. September bewerten sie Lang- und Kurzfilme

aus aller Welt –als Mitglieder der Jury beim 35. Internationalen Kinderfilmfestival »Lucas«.

Die vier Jurykinder haben sich mit einer

Filmkritik beworben. Gemeinsam mit vier

Filmexperten sichten sie Filme und entscheiden

über die Preisträger. »Kinderfilme

sind für Kinder gemacht. Deshalb ist es nur

konsequent, bei »Lucas« ihre Meinung mit

einfließen zu lassen«, sagt Festivalleiterin

Petra Kappler. Für die Jury bewerben sich

Kinder im Alter von zehn bis 13 Jahren.

Das älteste deutsche Kinderfilmfestival

verleiht in der 35. Runde erstmals zusätzlich

einen Jugendfilmpreis. Darüber entscheiden

ausschließlich Jugendliche zwischen

14 und 19 Jahren. Sechs Filme stehen

im Wettbewerb. »Es gibt so viele tolle Filme

für Teenager, die einen eigenen Wettbewerb

verdienen«, sagt Kappler. Das sieht auch

Felix Eschmann (14) so, einer von fünf

Jugendjuroren. Der Heavy-Metal-Fan mag

gern actionreiche Filme und bringt, wie die

anderen Jugendjuroren, Erfahrungen aus

früheren »Lucas«-Festivals mit. Einer der

gezeigten Streifen ist »Kaddish für einen

Freund« aus Deutschland. Er handelt vom

14-jährigen Ali, der in Berlin-Kreuzberg

versucht, bei den Jugendlichen in der

Gegend Anschluss zu finden. Als Mutprobe

vor der Aufnahme in ihre Clique fordern

sie von ihm, in die Wohnung eines alten

Manns namens Alexander einzubrechen.

Ali kennt ihn, schon am Tagseines Einzugs

hat er herausgefunden, dass der Nachbar

jüdisch ist. Nach seiner Kindheit in einem

palästinensischen Flüchtlingslager, woer

gelernt hat, Juden zu hassen, lässt sichAli

nun überreden, alles zu verwüsten. Als er

jedoch ertappt und angezeigt wird, hängt

seine weitere Zukunft gerade vonAlexander

ab.

Das Internationale Kinderfilmfestival »Lucas«

zeigt 47 aktuelle Filme aus 24 Ländern:

Lang- und Kurzfilme, Dokumentationen,

Trick- und Animationsfilme. Kinder

und Jugendliche bekommen Einblick indie

Lebenswelten von Gleichaltrigen in anderen

Kulturen. Die Festivalfilme beleuchten

Alltag, Ziele und Wünsche, aber auch Hürden

und Hindernisse des Lebens. So wie

bei der deutsch-schweizerischen Koproduktion

»Clara und das Geheimnis der Bären«.

Clara lebt auf einem idyllischen Berghof in

den Schweizer Alpen. Sie entdeckt dort

Bären, die eigentlich längst nicht mehr in

der Gegend zu finden sind. Ist die Rückkehr

ein Fluch oder ein Wunder der Natur? Aus

Indien kommt »Jalpari –Die Wüstennixe«.

Es geht um Shreya, ein fantasiebegabtes

Mädchen. Ihr Vater hat es nicht immer

leicht mit ihr, aber genug Verständnis für

die Abenteuerlust seiner Tochter. Inden

Sommerferien nimmt er sie mit in sein Heimatdorf,

wo er den Bau eines Krankenhauses

plant. Bei den Gleichaltrigen verschafft

sich Shreya auch schnell Respekt. Doch

nicht jeder im Dorf ist aufgeschlossen und

nicht jeder Spaziergang ungefährlich. bf

»Clara und das Geheimnis der Bären« geht für die Schweiz ins Rennen.

Foto: bf

9/2012 streifzug 35

Fotos: Sven Stinn


AM MAin

Burger, Baby!

Zufrieden nagt Ben an seiner Pommes. Um ihn herum brutzelt es, vor der Tür rauscht der

Verkehr über die Höhenstraße im Nordend Frankfurts. Doch Ben stört das aus zwei Gründen

nicht: Erstens ist er erst ein Jahr alt und damit von allem um ihn herum fasziniert. Und zwei-

tens ist er im vielleicht besten Burgerladen Frankfurts: Dem »Burger Baby«.

Der kleine Laden wirkt von außen unscheinbar.Tritt

man durch die Tür, hat man

sofort alles im Blick: Direkt vorne die Theke,

hinter der die Burger auf dem Grill liegen,

links ein paar Sitzplätze, rechts zwei

Tische. Alles schlicht und modern eingerichtet,

aber nicht ungemütlich. Hinter der

Theke wartet Inhaber Oliver Hoyos auf die

Bestellung.

Erst am 4. Januar eröffnet, hat sich das

»Burger Baby« in kurzer Zeit an die Spitze

der Fast-Food-Nahrungskette der Mainmetropole

gesetzt. Noch ist es ein Geheimtipp,

aber der Laden verfolgt ein einfaches, aber

gutes Konzept: »Ich wollte ehrliche Burger

machen«, sagt der »Baby«-Chef. »Es gab

einfach die Notwendigkeit für den Laden,

weil es mir auf die Nerven ging, dass jeder

nur noch diese überkandidelten Burger machen

wollte. Hier bekommst du das, was du

willst –und nur das«, sagt Hoyos.

Dabei kann der Fleischklops-Freund zunächst

wählen zwischen einer kleineren

(150 Gramm für 4,95 Euro) oder größeren

Fleischvariante (220 Gramm für 5,95 Euro).

Auch eine vegetarische Version gibt es,

ebenso wie ein »Philly Cheese Steak«: Aufgeschnittene

Steakstreifen, zusammen mit

Cheddarkäse, Zwiebeln und Champignons

gegrillt.

Den Burger gibt es standardmäßig mit Salat,

Tomate, Gurke und Burgersoße auf einem

speziell für das »Baby« gebackenen Brötchen,

zudem kann aus einer reichhaltigen

Palette vonVariationsmöglichkeiten gewählt

werden: Ob Jalapenos oder Ei, Gorgonzola

oder Schweizer Käse, Wasabi-Soße oder

lieber Barbeque. Vielleicht Avocado? Dem

Geschmack sind kaum Grenzen gesetzt.

Doch der Star bleibt das Fleisch: Medium

gebraten (auf Wunsch natürlich auch well

done oder rare), mit Salz und Pfeffer gewürzt,

behält das Rinderhack, das erst kurz

vor dem Grill zum »Patty« geformt wird, einen

eigenen, ursprünglichen Geschmack,

der nicht hinter die Nebendarsteller zurücktritt,

wie bei anderen Burgern. Ein ehrlicher

Burger eben.

Und der überzeugt: Zum Beispiel Anne. Sie

sitzt an einem der beiden Tische, weil die

wenigen Plätze vor der Tür bereits belegt

waren. Jetzt beißt sie in einen kleinen Burger

mit Cheddar,Avocado und Champignons

und schwärmt: »Einfach lecker. So

Veranstaltungen in Frankfurt

Sonntag, 2.September

Stomp

Die Percussion-Band macht mit allem Musik,

was sich auf dem Sperrmüll finden lässt.

➛ 16.00 und 20.00Alte Oper

Montag, 3.September

Songs of Noel and Adrian

Mal soulig, mal funky, mal Electro, mal

Indie –aber die Basis der britischen Band

bildet Folk.

➛ 20.00 Brotfabrik

Dienstag, 4.September

Nedim Gürsel

Mit seinem Roman »Allahs Töchter« hat der

in Paris lebende Schriftsteller inder Türkei für

Zündstoff gesorgt.

➛ 20.30 Romanfabrik

Chrysta Bell

Die Sängerin mit der rauchig-schönen

Stimme präsentiert ihr aktuelles Album

»This Train«, das sie gemeinsam mit dem

36 streifzug 9/2012

bekannten Regisseur David Lynch aus Montana

eingespielt hat.

➛ 20.30 Das Bett

Freitag, 7.September

Adriana Lecouvreur

Ein Stück über das Theater imTheater.

➛ 19.30 Opernhaus

Samstag, 8.September

Rückkehr des Mousonturms

Im Foyer steigt die Party zur Wiedereröffnung

des Mousonturms.

➛ 22.00 Mousonturm

Sonntag, 9.September

Vanessa

Mit »Vanessa« feierte Samuel Barber 1958

seinen ersten und einzigen Opernerfolg.

➛ 18.00 Opernhaus

Montag, 10. September

Der Prinz von Homburg

Der größte dramatische Wurf von Heinrich

von Kleist wird wiederaufgenommen.

➛ 19.00 Die Katakombe

Mittwoch, 12. September

Wise Guys

Die deutsche Vokalpopgruppe kommt auf

ihre »Zwei Welten«-Tour.

➛ 20.00Alte Oper

Kid Kopphausen

Großstadtcowboy Nils Koppruch und Berufsmelancholiker

Gisbert zu Knyphausen haben

sich zusammengetan und gehen auf Tour.

➛ 20.00 Das Bett

Donnerstag, 13. September

Sei lieb zu meiner Frau

In der Beziehungskomödie spielen Hugo

Egon Balder und Dorkas Kiefer bis Mitte

Oktober die Hauptrollen.

➛ 20.00 Fritz Rémond Theater im Zoo

Volker Rebell &Band

Die Radiolegende präsentiert in Wort und

Tonsein Hörbuch, dass erzum 70. Geburts-


muss ein Burger schmecken.« Auch Katrin,

die Mutter von Ben, ist begeistert: »Ich bin

zum ersten Mal hier, aber bestimmt nicht

zum letzten Mal.« Der Kleine allerdings

muss sich vorerst noch mit Brei zufrieden-

geben, für den der Chef gerade nochWasser

im Wasserkocher heiß gemacht hat.

»Mit fünf Zähnen reicht es noch nicht ganz

für den Burger«, lächelt Katrin. Nicht einmal

für die drei Miniburger, die man sich

Ehrliche Burger: Im Frankfurter »Burger Baby« ist das Fleisch der Star.

tag von Paul McCartney veröffentlicht hat.

➛ 20.30 Romanfabrik

Freitag, 14. September

HMBC

Die fünf Österreicher passen in keine Schublade.

Oder was spielen sie da zusammen?

Volksmusik? Pop? Jazz? Weltmusik? Kleiner

Tipp: Selbst herausfinden!

➛ 20.00 Brotfabrik

Montag, 17. September

Matthias Egersdörfer

Das Programm »Die Würde des Menschen ist

ein …Scheißdreck« ist Kabarett ab 18 Jahren.

➛ 20.00 Die Käs

Donnerstag, 20. September

Leonce und Lena

Was für eine Kombination: Ein Lustspiel von

Georg Büchner mit Musik von Herbert Grönemeyer

feiert Premiere.

➛ 20.00 Katakombe

Montag, 24. September

Phantom/Ghost

Tocotronic-Sänger Dirk von Lowtzow und

Thies Mynther kommen mit einer der derzeit

spannendsten Indie-Electronic-Bands in

Deutschland auf Tour.

➛ 21.00 Mousonturm

Dienstag, 25. September

Caroline Keating

Die kanadische Studentin spielt ungewöhnlichen

Klavierpop und wird schon mit Größen

wie Joanna Newsom und Regina Spektor verglichen.

➛ 20.00 Brotfabrik

Samstag, 29. September

Der Menschenfeind

In der Komödie von Molière geht es um den

Adeligen Alceste, der den Anspruch hat, ohne

Heuchelei zu leben.

➛ 20.00Titania

AM MAin

für 5,95 Euro als Appetizer bestellen kann.

Und so ist, Ironie des Schicksals, ausgerechnet

das anwesende Baby der Einzige,

der im »Burger Baby« keinen Burger bekommt.

Martin Vogel

Zootage

Die Tierpfleger des Frankfurter Zoos haben

ein umfangreiches Programm auf die Beine

gestellt, umihre Arbeit und die Tiere zwei

Tage lang vorzustellen.

➛ 10.00 bis 18.00 Zoo

Sonntag, 30. September

Foto: one

Foto: mv

Foto: A. Meier

Henni Nachtsheim

Die eine Hälfte des Komiker-Duos Badesalz

präsentiert sein Fußball-Standup-Comedy-

Programm »Den Schal enger schnallen und

in die Ohren spucken«.

➛ 19.00 Die Käs

9/2012 streifzug 37


MeDiAthek

Das Runde muss ins Runde

Erinnert sich noch jemand an die kleinen Taschenspiele,

bei den man mit Geschick eine Kugel in Löcher dirigieren

musste? Die Version für Fortgeschrittene heißt »Globosome«

und läuft auf iPhone und iPad. Es geht dabei aber

nicht um profane Kugeln und Löcher: »Globosome« ist die Geschichte

von künstlicher Intelligenz, die sich replizieren kann, und

in einer hübschen Umgebung auf einem fremden Planeten lebt.

Klingt verrückt? Sicher! Erdacht wurde diese Spielewelt von Studenten

der Filmakademie Baden-Württemberg. »Globosome« besteht zu

einem Teil aus einem Animationsfilm (bisher ist nur der Trailer verfügbar)

und eben dem Game. Die gut gemachte Grafik kann mit

aktuellen Hits mithalten und liegt im Trend Mobile-Gaming. Auf

der Website heißt es etwas überkandidelt: »Globosome« sei die Geschichte

vomAufstieg und Fall der kleinen Kugeln, in einer weit entfernten

Welt. Die runden Protagonisten werden mittels Lagensensor

gesteuert und müssen Grasflächen überrollen,

damit ihnen die Energie nicht ausgeht.

Wenn gut gerollt wurde, können sich die

Kugeln Wege freisprengen, um andere Bereiche

der Landkarte zu erreichen. Das ist vom

Handling nicht so einfach, aber mit etwas

Übung rollt die Kugel auch dorthin, wo man

sie haben will. www.globosome.com one

»Seinen Weg finden«

Kanye West with J. Sakiya Sandifer -Thank

YouAnd You‘re Welcome (Super Good LLC)

› Der Inhalt: Der Rapsuperstar gibt uns einige

seiner Lebensweisheiten mit auf den Weg.

»Thank YouAnd You‘re Welcome« ist leider

nur auf Englisch erhältlich, aber wegen der wirklich sehr kurzen

Texte trotzdem leicht verständlich. Oft besteht eine Seite nur aus

einem einzigen Satz, wie: YOU SHOULD BE HAPPY, RIGHT?

oder THINK IT, SAY IT, DOIToder YOU CAN LEARN MORE

FROM ACRITIQUE THAN FROM ACOMPLIMENT! oder meinem

Lieblingssatz: BELIEVE IN YOUR FLYNESS... CONQUER

YOUR SHYNESS.

› Der Autor: Kanye West polarisiert. Viele meiner Freunde können

ihn wegen seiner arroganten Art nicht ausstehen. Ich glaube, dass

er oft einfach missverstanden wird. Er ist eben einer der kreativsten

und einflussreichsten Musiker der letzten Jahre und kann es

deswegen nur schwer ertragen, sich mit Menschen abzugeben,

die nicht auch anden Anspruch haben, das Beste aus sich herauszuholen.

Mittelmäßigkeit ist sein größter Albtraum. Die einen

nennen das Arroganz, die anderen Selbstbewusstsein. Ich mag

Kanye.

› Der Spannungsbogen: Man muss ein bisschen suchen, um an

diesen kleinen Schatz zu gelangen, aber man sollte es in jedem

guten Buchladen für 7,80 Euro bestellen können. Ich verschenke

es regelmäßig an meine Freunde.

› Das Niveau: Wer den Bestseller »The Power« von Rhonda Byrne

gelesen hat, wird dieses kleine Ringelband auch mögen. Das ideale

Geschenk für zwischendurch, daeswegen der coolen Typo-

38 streifzug 9/2012

The Gaslight Anthem

Noch vor ein paar Jahren waren The Gaslight Anthem

der Geheimtipp aus New Jersey. Nun sind sie mir ihrem

vierten Studioalbum in aller Munde. Der Titelsong des

neusten Albums »Handwritten« bringt die Musik von

The Gaslight Anthem direkt auf den Punkt: Klar strukturierter

und treibender Ami-Rock mit hörbaren Wurzeln

aus Punk und Rock‘n‘Roll und dazu eine rauchigcharismatische

Stimme des Sängers Brain Fallon. Im

Vergleich zuihren Vorgängeralben stellt das Werk keine

Überraschung dar.

Soundtechnisch liefern sie Gewohntes:

ein solides, eingängiges

Rockalbum, was sehr authentisch

klingt. Vor allem große Hymnen

finden sich auf »Handwritten«

wie »Biloxi Parish« oder »45«.

Seit 2010 sind sie regelmäßig auf

großen deutschen und internationalen

Festivals unterwegs, im

Herbst füllen sie große Hallen in

Deutschland.

Für den streifzug gehört von…

NEOH. Die junge Band aus Gießen macht ehrliche Rock-

Musik. Seit der Gründung 2009 blicken die fünf Anfang bis

Mitte Zwanzigjährigen auf Konzerte mit Wir sind Helden,

Juli, Culcha Candela, The Hives und vielen mehr zurück.

Seit 2010 sind sie Fördermitglied der VW Soundfoundation.

Im Januar erschien ihr erster Tonträger.www.neohonline.de

grafie auch als Designobjekt durchgeht, das

man sich aufgeschlagen auf den Schreibtisch

stellen kann (so wie ich).

› Der Gesprächsfaktor: Seinen Weg im

Leben zu finden ist immer ein Thema, wenn

nicht sogar das Thema überhaupt.

› Die Leseprobe: THE MISSING BANISTER THEORY. When walking

down the street, you can walk in one line perfectly without

ever falling over. Now take that same city block, make it afoot

wider and then put it ahundred stories high. You‘re going to be

so focused on the fact that you don‘t have abanister, that you‘re

more likely to fall because of it. WHEN YOU‘RE SO FOCUSED

ON WHATYOU DON‘T HAVE... YOUWON‘T HAVE! Isn‘t it interesting

how one thing changes everything?

› Must-have zum Buch: Kim Kardashian

› Das Buch ist genau richtig für… alle, die einen Arschtritt benötigen,

eigentlich keine Bücher mögen und eine Lektion in Sachen

Dopeness brauchen.

Für den streifzug gelesen von…

Lars Amend (33).Erist Autor.Sein erstes Buch »Bushido«

landete 2008 auf Platz 1der SPIEGEL Bestsellerliste und

wurde von Bernd Eichinger verfilmt. 2009 folgte »Rock

Your Life« mit Rudolf Schenker und einem Vorwort von

Paulo Coelho. Sein Buch »Mit einem Bein im Modelbusiness«

mit Mario Galla ist im Herbst 2011 erschienen. Lars

Amend, aufgewachsen in Langgöns, lebt in Berlin.


Lecker, würzig, fleischlos:

Hier kommt »Çig Köfte«

Neu in Gießen:

Gericht aus Weizen, Kräutern, Chili und Tomaten

ist echte Alternative zum »normalen« Burger

–Anzeige –

Leicht, lecker, bekömmlich und zugleich vegetarisch und vegan –wem gute und gesunde

Ernährung wichtig ist, für den gibt es jetzt in Gießen ein neues Angebot: »Çig Köfte«.

Dieses schmackhafte türkische Gericht wird aus Weizen, gemahlenen Chilischoten,

18 ausgewählten Kräutern und Tomatenmark hergestellt, nach einem Rezept mit über

1300-jähriger Tradition. Serviert wird diese teigähnliche Mischung mit dünnem Lavas-

Fladenbrot, Eisbergsalat, Frühlingszwiebeln, Petersilie, Minze, Zitrone, Salatgurke und

Tomate. »Çig Köfte« ist sowohl gerollt als auch als Burger zu bekommen und wahlweise

scharf oder weniger scharf erhältlich. Das ebenso leckere wie fleischlos und ohne tierische

Fette erzeugte neue Gericht gibt es in der Schulstraße 9inGießen, und zwar bei einer

vor Kurzem eröffneten Franchise-Filiale der türkischen Imbisskette »ÇigköfteM«. Das

Unternehmen »ÇigköfteM« wurde im Jahr 1993 in der Türkei gegründet und ist eine der

erfolgreichsten und größten Fast Food Ketten in der Türkei mit rund 165 Filialen –jeden

Monat kommen mehrere Neueröffnungen hinzu. Das Unternehmen hält die genaue

Rezeptur seines Erfolgs-Gerichtes ähnlich geheim wie Coca Cola das Rezept seiner auf

der ganzen Welt getrunkenen Limonade.

»ÇigköfteM steht für eine vegetarische, bewusste und kalorienarme Ernährung«, sagt

Safder Dagdelen, der die Gießener Filiale zusammen mit Mehmet Balvan betreibt. Die

Mischung aus Weizen, Kräutern, Tomaten und Chili sei eine echte Alternative zum

»normalen« Burger. Gäste können wählen zwischen verschieden großen Portionen (von

75 bis 500 Gramm); auch mehrere Menü-Kombinationen mit Getränk, Gemüse und

hausgemachter Granatapfelsoße sind im Angebot. Und natürlich verschiedene Schärfegrade,

je nach persönlicher Vorliebe.

Wer auf tierisches Eiweiß nicht ganz verzichten mag, für den gibt es bei »ÇigköfteM«

auch »Içli Köfte«: Das sind Frikadellen-Knödel mit Hackfleisch und gerösteten Zwiebeln

gefüllt. Geöffnet ist »ÇigköfteM« in Gießen montags bis samstags von 11 bis 22 Uhr

sowie sonntags von 13 bis 20 Uhr.


kuLtur

Ihre Markenzeichen: Großer Humor. Große Stimme. Und kleine Sprachprobleme. Mit Gayle

Tufts gibt sich die »bekannteste in Deutschland lebende Amerikanerin« am 1. September im

Astaire’s die Ehre. Im Gepäck hat sie ihr aktuelles Programm »Some Like It Heiß« samt neuen

Liedern und frischen Texten. Der streifzug sprach mit der Tochter einer Supermarktkassiererin

und eines Bartenders über kulturelle Unterschiede, Autowerbung und ihre Menopause.

In Ihrem Programm »Some Like It Heiß«

geht es um die kulturellen Unterschiede,

die Sie als Amerikanerin in Deutschland

erleben. Wie war es für Sie, hierher zu

kommen?

GT: Das ist schon eine Weile her. 22Jahre.

Mein erster Besuch war sogar schon 1985

in West-Berlin. Ich habe natürlich kein

Wort Deutsch gesprochen, nur die rudimentären

Sachen, die alle kennen: Gesund-

40 streifzug 9/2012

»Lüften ist die

deutsche Antwort

heit, Kindergarten, Blitzkrieg (lacht). Damals

gab es auch kein Internet, kaum

internationale Presse, kein Kabel-TV.Telefonieren

war wahnsinnig teuer. Ich hatte das

Gefühl, weit weg zu sein vonAmerika und

von der Welt. Ich fand die Deutschen damals

ernsthafter als Amerikaner, nicht so

lustig, nicht so offen, nicht so freundlich.

Wenn man in Amerika fragt »How are you

doing?«, ist die Antwort »Fine«. Wenn man

auf alles«

hier fragt »Wie geht’s?«, dann heißt es »Tja.

Muss.« Es ist eine andere Mentalität.

Wie klang denn Deutsch für Sie, bevor Sie

es konnten?

GT: Wie ein Maschinengewehr. Ich habe

die Poesie in der Sprache nicht gehört. Die

ganzen Umlaute wie »ö« und »ü«. Und

dieses »ch«. Und dass alle Silben ausgesprochen

werden. Zum Beispiel habe ich


damals in der »Gneisenaustraße« gewohnt.

Was ist das für ein Wort?

Hören Sie denn inzwischen die Poesie?

GT: Inzwischen finde ich eseine wunderschöne

Sprache. Ich habe viel durch Musik

gelernt, war ein großer Fan von Ulla Meinecke

oder Rio Reiser. Man hört –und das ist

auch heute etwa mit Peter Fox so–die

Poesie darin. Das ist ein schöner Weg,

deutsch kennenzulernen.

Haben Sie ein deutsches Lieblingswort

oder eine Lieblingsredewendung?

GT: Das wechselt vonWoche zu Woche.

Ein altes ist »Fahrvergnügen«. Das war eine

Kampagne vonVWinAmerika: Da war ein

Foto von einem kleinen VW mit diesem

Wort, und niemand hat gewusst, was es

eigentlich bedeutet. Oder dass »Fahrvergnügen«

vergnüglich klingen sollte. Für

Amerikaner ist es ganz weit weg davon

(lacht). Deutsch klingt einfach hart für amerikanische

Ohren. Zum Beispiel in meinem

Programm: Da geht es um die Wechseljahre.

Ich bin jetzt 52 geworden, auch inden

Wechseljahren und dachte mir: Niemand

spricht über die Wechseljahre in Deutschland.

Wenn doch, dann ist es sehr bieder.

Das liegt auch einfach amKlang des Wortes.

Wek-sel-jah-re –das klingt, als ob etwas

ausgewechselt wird wie der Reifen von

Sebastian Vettel. Auf Englisch klingt das viel

hoffnungsvoller: Es heißt »the change of

life«.

Sie gehen offen mit Ihren Wechseljahren

um. Wie merkt man, dass man mittendrin

ist?

GT: Es ist mysteriös. Man denkt »Was ist

mit mir los?« Der beste Vergleich, das zu

verstehen ist die Pubertät. Es ist das körperliche

Pendant dazu. Da weiß man auch

nicht gleich »Ha, ich bin in der Pubertät!«

Mit den Hormonschwankungen ist das so

ähnlich. Für mich waren das am Anfang

Hitzewallungen. Es war ein Gefühl, als hätte

man fünf Espresso gehabt. Ich habe dann

meinen Hormonspiegel beim Frauenarzt

checken lassen, und dort hat man mir gesagt,

dass ich inden Wechseljahren bin.

Die Hormonveränderungen sind von Frau

zu Frau unterschiedlich: Bei mir hat es zum

Glück keine großen Probleme gegeben.

Eigentlich macht es sogar ein bisschen

Spaß. Man fühlt sich wieder ein bisschen

wie ein Teenager.

Wie hat Ihr Mann darauf reagiert?

GT: Sehr tapfer –erist Norddeutscher

(lacht). Also sehr bodenständig, und er

macht das mit Humor mit. Manchmal,

wenn wir streiten, fragt er: »Bist du das,

oder sind es die Hormone?« Denn gelegentlich

kriegt man schon Wutausbrüche.

Aber ich habe die eigentlich schon immer

bekommen, so ganz anders war esvorher

also auch nicht.

Warum sind die Wechseljahre Ihrer Ansicht

nach immer noch soein Tabuthema?

GT: Ich weiß es nicht. Über Schwangerschaft

zum Beispiel wissen wir alles, und

das ist ein ähnlicher körperlicher Prozess

für eine Frau. Das ist auch okay. Aber sobald

es in die Richtung Hygiene mit Blutungen

geht, will keiner etwas darüber wissen.

In der Jugend gibt es Rituale wie den 18.

Geburtstag, und ich finde, so sollten auch

die Wechseljahre zelebriert werden. Vielleicht

ist es ein Tabuthema, weil wir Angst

davor haben. Menopause heißt ja auch:

»Du wirst älter. Duwirst irgendwann

sterben.«

In Ihrem Programm zeigen Sie ihre große

Palette. Sie sind auch Sängerin und Autorin.

Wie kamen Sie zu dieser außergewöhnlichen

Bandbreite?

GT: Ich habe in New York Schauspiel studiert

–dort muss man alles lernen: Singen,

Schreiben, Tanzen und Spielen. Es gibt dort

nicht so diese Schubladen wie hier in

kuLtur

Deutschland: Sänger machen das, Schauspieler

machen das. Man muss ein Allrounder

sein. Und als Kleinkind hatte ich das

Glück, in den USA der 1960er Jahre aufzuwachsen.

Wir hatten wahnsinnig gute Entertainer:

Judy Garland, Liza Minnelli, Barbra

Streisand, Bette Midler. Die waren große

Vorbilder für mich. Das wollte ich auch

machen. Mit vier Jahren bin ich zum ersten

Mal in die Tanzschule gegangen und habe

seitdem nicht mehr aufgehört damit.

Was fehlt Ihnen denn aus Deutschland,

wenn Sie in Amerika sind?

GT: Ein richtig guter Apfel. In den USA

sehen die wirklich gut aus, schmecken aber

wie Styropor. Mir fehlt auch die Bodenständigkeit.

Und die frische Luft und die Wichtigkeit,

spazieren zu gehen. Ich sage immer:

»Lüften ist die deutsche Antwort auf alles.«

Darüber habe ich immer gelacht, aber

wenn ich inAmerika bin, denke ich inzwischen

auch: »Können wir bitte die Fenster

aufmachen und die Klimaanlage

ausmachen?«

Und umgekehrt?

GT: Da fehlt mit die Spontanität, dieser

Optimismus (lacht). Mein Mann nennt das

immer »ahnungsloser Optimismus«.

Jan Sommerlad

Auch in Gießen wird Gayle Tufts ihre große Bandbreite zeigen.

Fotos: Fabian Maerz

9/2012 streifzug 41


»es muss nicht immer

klassik sein«

Akustische, ruhigere Konzerte mitten indie Gießener Innenstadt bringen –das möchte

Paul Chrustek, Vorsitzender des Musik- und Kunstvereins. Unabhängig vom MuK bringt er

mit Unterstützung von TVNoir, Quasar Entertainment, dem Kulturamt und der Gießener

Gartenakustik nun Auftritte namhafter Künstler inden Konzertsaal imGießener Rathaus.

Wasnach Chrusteks Vorstellung eine kleine Reihe werden soll, beginnt am Montag,

24. September, um20Uhr mit einem Gastspiel der Alin Coen Band und Naima Husseini.

Dabei sei TV Noir auf den MuK zugekommen,

dieser sei als Spielort für die typischen

Wohnzimmerkonzerte der Sendereihe aber

nicht gerade prädestiniert. »Der Konzertsaal

ist schlicht, aber schön«, beschreibt Chrustek

die neue Idee. Er finde es zudem schade,

dass der Konzertsaal noch zuselten genutzt

werde. Der Erfolg der Mittagskonzerte

42 streifzug 9/2012

spreche für sich. Und er betont: »Es muss

nicht immer Klassik sein. Ein akustisches

Konzert von einer jungen bekannten Künstlerin

lockt auch mal junges, studentisches

ins Rathaus.« Die Planungen für weitere

Konzerte 2013 laufen und die Veranstalter

hoffen auch, das Kulturamt fest mit ins Boot

zu bekommen –das sei schließlich der

»Hausherr« des Konzertsaals. Die gebürtige

Hamburgerin Alin Coen hat über TV Noir

ihren Bekanntheitsgrad gesteigert. Die Musiksendung

und Talkshow wird über das Internet

verbreitet und ist an jedem zweiten

und dritten Freitag im Monat auf ZDF Kultur

zu sehen. Die Band war später als Support

für Amos Lee, Starsailor und Philipp

Foto: pm


Poisel unterwegs, gemeinsam mit Letzterem

ist Alin Coen auch auf dessen Album »Bis

nachToulouse« zu hören. Ihr Gesangsstil

gilt als sehr prägnant, die Musik ist ein Stilmix

aus Folk, Pop und Jazz –imSinger/

Songwriter-Stil. Auftritte bei »Kulturzeit«

oder »Inas Nacht« steigerten zusätzlich den

Bekanntheitsgrad des Quartetts.

Alin Coen, die zunächst eine klassische

Musikausbildung genoss, kam als 19-Jährige

in Schweden zum Songschreiben. Damals

ging sie nach Schweden, um auf einem

Bauernhof zu leben und zu arbeiten.

Ein Bekannter nahm sie mit zur offenen

Bühne nach Stockholm, und danach stand

fest: »Das nächste Mal will ich daauch stehen

und meine eigenen Songs spielen«, er-

Ein Konzert im eigenen Wohnzimmer oder

gar in der Küche der Wohngemeinschaft?

Die Toten Hosen haben es auf ihrer Magical-Mystery-Tour

vor- und dabei sogar auch

in Gießen haltgemacht. Der streifzug macht

das Ganze jetzt im Kleinen und bringt zwei

Gießener Singer-Songwrite-Formationen

direkt zu euch nach Hause. Dabei haben

alle Gießener WGs –gerne auch imUmland

gelegen –die Möglichkeit, ein ganz

innert sie sich imInterview mit dem streifzug.AchtWochen

vergingen, dann stand

sie tatsächlich mit den ersten eigenen Liedern

auf eben jener Bühne. Die Lust am

Auftreten ist für Alin Coen nichts Neues:

»Das ist schon in der Schule losgegangen,

da war ich immer regelrecht eifersüchtig

auf die, die auf einer Bühne standen.« Ob

ihr Gesangsstil wirklich sobesonders ist?

»Ich denke, jeder Sänger hat durchaus seinen

eigenen Stil«, winkt sie ab. Davon sollte

sich das Publikum am besten selbst ein

Bild machen. »Wir sind mittlerweile ziemlich

rockig und elektronischer geworden«,

berichtet sie und kündigt an: »In Gießen

spielen wir aber ein für TV Noir angepasstes

Programm, das ein bisschen akustischer

privates Konzert mit Aportrait of Life und

Florian Faber zu gewinnen und einen ganz

individuellen Abend für sich und ihre engsten

Freunde zu erleben. Der Termin ist dabei

mit den beiden Formationen individuell

abstimmbar. Und das Beste: Der streifzug

legt für diesen Abend noch einen Kasten

Getränke obendrauf.

Mitmachen ist ganz leicht: Einfach eine

bekannte Band oder einen Solomusiker

kuLtur

ist.« Ganz im Stil der Sendung ist Naima

Husseini nicht als Support gebucht, sondern

die beiden befreundeten Künstlerinnen treten

abwechselnd in Blöcken auf. Naima

Husseini gilt als experimentierfreudig und

bedient sich einer bunten Auswahl akustischer

und elektronischer Instrumente. Mit

Streichern und Synthesizer, Klängen von

Glockenspiel, Gitarre und Drums erschafft

sie Soundwelten, die so kunstvoll sind wie

die ihrer Vorbilder Lykke Li und Feist.

Karten für das Konzert kosten 14 Euro im

Vorverkauf (tvnoir.de) und 13 Euro zuzüglich

Gebühren bei der Tourist-Information

Gießen sowie bei MusicAttack bei freier

Platzwahl. Abendkasse: 16 Euro. Einlass

19 Uhr. Sabine Glinke

Wohnzimmerkonzerte

zu gewinnen

Aportrait of Life besteht aus TimGilbert und Christine Beitat. Sie

bieten mal sanfte, mal treibende Gitarrenklänge zu Texten, die

vom Leben und vomTräumen erzählen. Neben eigenen Titeln

bietet das Duo auch Eigeninterpretationen fremder Stücke wie

Nirvanas »Polly« oder »Here you me« von Jimmy Eat World.

doublen und davon ein Foto machen. Gerne

lassen wir uns auch von Bilderrätseln, also

etwa inpinken Klamotten für Pink, überraschen.

Eure Fotos schickt ihr dann mit Adresse

und Telefonnummer bis zum 20. Sepzember

an streifzug@giessener-allgemeine.

de oder heftet sie auf unsere Pinnwand bei

Facebook. Redaktionsteam und Bands entscheiden

dann, wer sich amBesten gemacht

hat, und welche WG das Konzert gewinnt.

Florian Hüller alias Florian Faber hat sich inerster Linie dem Fingerstyle

verschrieben. Titel wie »Movement« oder das umgedichtete

»Learn to Fly« vonTom Petty –der junge Musiker ist immer

mit ganz viel Gefühl bei der Sache. Seine Vorbilder Andy McKee

oder Jon Gomm lassen sich dabei kaum verleugnen.

9/2012 streifzug 43


Foto: smg

Endlich! Tavi, der eigentlich Octavian Uilacan heißt, reicht uns die Golfschläger. Ein Sechser-

Eisen, einen Putter und ein Sandwedge. Meine Frau Svantje und ich können es kaum erwar-

ten, mit dem kleinen weißen Ball und dem Equipment richtig loszulegen und unserem Sohn

nachzueifern, der seit ungefähr drei Monaten bei Tavi in einer Jugend-Trainingsgruppe übt.

Doch ganz so schnell geht das nicht. Die Einführung steht uns Golf-»Rookies« bei gefühlten

30 Grad und herrlichem Sonnenschein auf dem landschaftlich reizvoll gelegenen Golf-Park

Winnerod noch bevor. Unser Golflehrer Tavi weist uns ein –und versprüht dabei eine

Euphorie, die uns mitreißt.

Schummeln wollen wir ja nicht. Es ist nicht

das erste Mal, dass wir golfen. 1993 während

eines USA-Urlaubs haben wir beide auf

einem öffentlichen Platz bei Gardnerville

(Nevada) versucht, mehr oder weniger den

Ball zu treffen. Natürlich ohne jegliche Anleitung

–und wahrlich nur mit spärlichem

Erfolg. Nach knapp 20 Jahren werden wir indes

von einem Fachmann, einem Pro, betreut,

der uns seinen faszinierenden Sport präsentiert.

Und dazu gehören unabdingbar die

Basics. Wir kommen uns ein bisschen vor wie

in der Schule. Tavi hat im überdachten Abschlaghäuschen

auf der Driving-Range Stellung

bezogen und an der Holzwand eine

Tafel angebracht, auf der er uns aufzeichnet,

wie das Golfspiel grundsätzlich funktioniert.

44 streifzug 9/2012

Der erste Schlag

aufs

VomAbschlag über die Fairways, an den

Bunkern oder anderen Hindernissen vorbei

zum Loch. Für jede Spielbahn ist eine Schlagzahl

festgelegt. Gängig sind Dreier-, Viereroder

Fünfer-Pars.

»Es gibt das lange und das kurze Spiel«, erklärt

der Pro. Und meint damit, sich dem Ziel

anzunähern. Erst mit Schlägen, die eine weite

Distanz überbrücken, und dann mit denen,

die sich dem Loch annähern –entweder der

flachen Annäherung (chippen) oder der

hohen (pitchen). Dafür sind verschiedene

Schläger notwendig. »Für euch reichen drei«,

erklärt Tavi. Ansonsten sind maximal 14 im

Spiel erlaubt. Das Eisen brauchen wir für die

langen Schläge, das Sandwedge für die flache

oder hohe Annäherung und den Putter für

den Schlussakkord auf dem Green. Uns kribbelt

es schon in den Händen, wir sind voller

Tatendrang und wollen probieren. Doch der

Pro bringt uns noch die richtige Körperhaltung,

den Golfgriff und die Ausholbewegung

bei. »Bis zu 450 Muskeln werden bei einer

Golfbewegung aktiviert«, sagt Tavi.

Jetzt dürfen wir üben. Schnell merken wir,

was unser Fachmann mit »das ist Kennenlernen,

nicht Können« sagen wollte. Allein der

Griff ist gewöhnungsbedürftig, die aufrechte

und wirbelsäulenstärkende Haltung des

Oberkörpers und die dabei leicht nach hinten

abknickende Hüfte bereitet uns im ersten

Moment leichte Schwierigkeiten. Doch

Übung macht den Meister, und bereits nach

wenigen Minuten fällt es uns wesentlich


leichter, mit den elementaren Dingen umzugehen.

Es ist doch gar nicht so schwer, und es

macht jetzt schon tierisch viel Spaß.

Dennoch ist Vorsicht beim Ausprobieren geboten.

Tavi mahnt, nicht einfach mal so zu

schwingen, wenn Menschen in der Nähe

sind, denn so ein Eisen mache keinen Halt

vor einem Schienbein oder ein geschlagener

Ball vor einem Körper. Unter die Haut geht es

uns, als er einen kurzen Schwung in Richtung

Holzwand ausübt und der Schlägerkopf

durch den Aufprall einen Höllenlärm auslöst.

Die Warnung hat ihr Ziel nicht verfehlt, das

wird wohl für immer in unseren Köpfen bleiben.

Der Schrecken verfliegt aber im Nu, als

wir auf dem Übungsplatz das Putten, Chippen

und Pitchen üben. Das schöne am Golfen

ist, man erhält sofort die Rückmeldung

seines Schlages. Als ich einen langen Putt

vom Ende des Greens nur um Millimeter verfehlt

habe, kommentiert Tavi: »Schade, dass

du nicht eingelocht hast, dann hättest du einen

ausgeben müssen!« Das hätte ich dann

liebend gerne getan.

Die Stimmung ist toll und vom elitären

Klischee, das dem Golfsport anhaftet, absolut

nichts zu spüren. Unser Pro lebt das Spiel

und entfacht bei uns das Feuer. Zum Abschluss

der dreieinhalb Stunden »Schnuppern«

geht es auf den 18-Loch-Platz. Tavi

beordert uns in das Golfcar, und wir tuckern

voller Vorfreude los Richtung Bahn 2–einem

Par-3-Loch. Anhand der Tafel, die sich an

jeder Bahn befindet, erklärt uns unser Pro die

Schwierigkeit der rund 160Meter langen

Bahn. Er warnt uns vor dem Rough auf der

rechten Seite und vor dem Bunker kurz vor

der Fahne. Mein Adrenalinspiegel steigt beim

Aufteen. Ein kurzer Probeschlag –und schon

schlage ich mit dem Sechser-Eisen ab. »Gut

getroffen«, lobt mich meine Frau. Und ich bin

Der passt.

ein wenig stolz auf meinen ersten Abschlag.

Ich habe den satten Klang vernommen, der

mir verrät, dass ich genau getroffen habe. Der

Ball fliegt aber stark nach rechts und landet

im Semirough. Nun ist Svantje dran, die

ebenfalls das Gelernte gut umsetzt und das

Flugobjekt trifft. Wettkampfcharakter kommt

bei uns auf. Wer wird die wenigsten Schläge

haben? Wir folgen unseren Bällen. Dabei erklärt

Tavi, dass man auf einem 18-Loch-Platz

ungefähr sieben bis zehn Kilometer zu Fuß

zurücklegt, und wenn man dann noch sein

Bag mit den Schlägern trägt rund 3000 Kilokalorien

verbraucht. Das bestätigt den hohen

Gesundheitswert des Golfens. Wir brauchen

beide noch zwei weitere Schläge mit dem

Eisen, um uns ans Green anzunähern. Meine

Frau vollbringt dabei einen Kunstschlag, als

sie die hintere Rasenkante des Bunkers trifft,

und der Ball im hohen Bogen auf das Vorgrün

springt. Ich habe weniger Glück. Mit meinem

ersten Schlag auf dem Semirough fetze ich

ein Stück Gras heraus, der Ball aber hoppelt

nur zwei Meter weiter. Der nächste ist besser,

dafür leider zu kräftig, sodass ich zwar den

Bunker umgehe, aber hinter dem Loch erneut

auf dem Semirough lande. Mit dem Sandwedge

versuche ich jetzt, eine flache Annäherung,

die jedoch amanderen Ende des

Vorgrüns endet. Meine Frau spielt genauer,

sie kommt aufs Grün und braucht dann fürs

Putten noch vier Versuche, bis sie freudestrahlend

den Ball aus dem Loch holt. Mein Lächeln

kehrt dagegen erst nach insgesamt

neun Schlägen zurück. »Das habt ihr gut gemacht«,

sagt Tavi. Das Lob des Pros geht runter

wie Öl. Für die interessante und lehrreiche

Schnuppereinheit bedanken wir uns bei unserem

Lehrer, der es mit seiner einmaligen Art

und Weise geschafft hat, dass wir mehr als

nur Lunte gerochen haben. Wolfgang Gärtner

golf

SpOrtWeLt

Seit Jahrhunderten wird das in Schottland

entwickelte Golfspiel praktiziert.

Weltweit spielen es ca. 50 Millionen

Menschen. Ein Ball muss mit möglichst

wenigen Schlägen über eine größere

Distanz in ein Loch gespielt werden.

Dabei kommen verschiedene Golfschläger

zum Einsatz. In der Regel besteht

eine Golfrunde aus neun bis 18 Bahnen.

Diese sind in verschiedene Bereiche unterteilt.

VomTee (für Männer und Frauen

an unterschiedlichen Stellen) geht es im

Idealfall über das Fairway (die Spielbahn

zwischen Abschlag und Grün) und das

Vorgrün (in der direkten Umgebung des

Grüns und meist kürzer gemäht als das

Fairway) auf das Grün, also die speziell

für das Putten (Einlochen) hergerichtete

Fläche, auf der sich das durch eine Fahne

gekennzeichnete Loch befindet. Wasserhindernisse,

Sandhindernisse sowie

Semiroughs und Roughs mit einer höheren

Schnitthöhe erschweren das Erreichen

des Ziels. Höchstens 14 Schläger

dürfen auf eine Runde mitgenommen

werden. Sie werden unterteilt in verschiedene

Hölzer (für Abschlag und

weite Schläge), Eisen (kommen auf den

Fairways zum Einsatz) und die zum Einlochen

benötigten Putter. Für Anfänger

ist ein halber Schlägersatz ausreichend.

Es empfiehlt sich, mehrere Bälle mitzunehmen,

da diese oft in den Roughs

und Hindernissen untertauchen. Zum

typischen Vokabular gehören Begriffe

wie »Par« (vorbestimmte Anzahl an

Schlägen, mit denen eingelocht werden

sollte), »Bogey« (Schlag über Par) und

»Birdie« (Schlag unter Par).

Zum Schnuppern wird die Ausrüstung

von Clubs zur Verfügung gestellt, sodass

für das Üben auf der Driving Ranch bequeme

Kleidung und Sportschuhe

ausreichen.

Der Golf-Park Winnerod bietet die in der

Region einmalige Gelegenheit, ohne

Mitgliedschaft auf einem Kurzplatz

(9-Loch) zu spielen. Auch Anfänger können

dieses Angebot wahrnehmen. Die

Greenfeegebühren betragen an Wochentagen

18 Euro, an Sonn- und Feiertagen

24 Euro. Jugendliche, Auszubildende

und Studenten zahlen die Hälfte. In

Winnerod kostet die Einsteigermitgliedschaft

99 Euro pro Monat. Kinder bis

zwölf Jahre sind beitragsfrei. Info: Golf-

Park Winnerod, Parkstraße 22, 35447

Reiskirchen, Tel. 06408/95130. smg

9/2012 streifzug 45


kinostart:

13. September

Tony Gilroy (»Michael Clayton«), der Drehbuchautor

und kreative Kopf hinter den

Storys der »Bourne«-Filmreihe, führt diesmal

selbst Regie bei der neuen Episode der

höchst erfolgreichen Spionage-Franchise,

die weltweit bereits über eine Milliarde US-

Dollar eingespielt hat: »Das Bourne Vermächtnis«.

Basierend auf dem Grundstein

des von Robert Ludlum erschaffenen

»Bourne«-Universums wird die Saga von

Gilroy als Autor und Regisseur nun um eine

originelle Story erweitert, die eine noch viel

umfassendere Verschwörung offenbart. Der

neue Held im Bourne-Universum ist Jeremy

Renner (»Mission Impossible –Phantom

Protokoll«). Weitere Newcomer sind u.a.

Rachel Weisz (»Der ewige Gärtner«),

Rachel Weisz glänzt im Bourne-Universum an der Seite von Jeremy Renner.

46 streifzug 9/2012

Edward Norton (»Moonrise Kingdom«) und

Stacy Keach (»American History X«).

Die Handlung von »Das Bourne Ultimatum«

bildet den Background zu »Das

Bourne Vermächtnis«; so können die narrativen

Stränge aufgegriffen werden, die in

den vorherigen Filmen offen blieben. Die

Story lädt etliche Veteranen dieser Franchise

ein, ihre Rollen aus vorherigen Bourne-

Episoden erneut aufzunehmen, darunter der

fünfmal zum Oscar nominierte Albert Finney

(»Erin Brockovich«) als Dr.Albert

Hirsch, der medizinische Direktor von

Treadstone; Joan Allen (»Nixon«) als Pam

Landy, die interne Ermittlerin der CIA,

deren Verbindung zu Bourne in »Das

Bourne Ultimatum« deutlich wurde; David

Strathairn (»Good Night and Good Luck«)

als Noah Vosen, Leiter des Geheimdienst-

Sicherheitsprogramms Blackbriar und Scott

Glenn (»Training Day«) als CIA-Direktor

Ezra Kramer.

GeWinnSpieL

Der streifzug verlost mit den Gießener

Kinos 3x 2Tickets für die erste Vorstellung

des Films »Das Bourne Vermächtnis«

am 13.September.Wer den Film

sehen möchte, sollte bis zum 9. September

eine Karte mit dem Kennwort

»Kino« an streifzug, Marburger Straße

20, 35390 Gießen oder eine Mail an

streifzug@giessener-allgemeine.de

senden. Viel Glück!


Neu

im Kino

Gießen

Kinocenter Gießen

Bahnhofstraße 34,Telefon 0641/721 08

Heli

Frankfurter Straße 34,Telefon 0641/745 11

Roxy

Ludwigsplatz 4, Telefon 0641/325 47

www.die-giessener-kinos.de

Kommunales Kino JOKUS

Ostanlage 25 a, Telefon 0641/306-2495

Grünberg

Bismarckstraße 10,Telefon 06401/6869

Lich

Kino »Traumstern«

Gießener Straße 15,Telefon 06404/38 10

Weitere Kino-Tipps

finden Sie täglich in der Gießener Allgemeine

Zeitung oder auf unserer Internetseite unter

www.giessener-allgemeine.de/kino.

Heiter bis wolkig

Mittwoch, 05.09.2012

zur Abendvorstellung

Eintritt inklusive einem Glas Prosecco!

Männer sind herzlich willkommen!

Kinocenter •Bahnhofstraße 34 •35390 Gießen

Roxy •Ludwigsplatz 4•35390 Gießen

Heli •Frankfurterstraße 34 •35390 Gießen

Mehr Infos im Kino und unter www.die-giessener-kinos.de

Der kleine Rabe Socke

Animation für die Kleinen

Der Rabe Socke trifft sich

mit seinen Freunden am

Staudamm im Wald zum

gemeinsamen Spielen. Als

sie gerade beginnen wollen,

beschädigt Socke versehentlich

den Staudamm. Da nun der See

in den Wald zu laufen droht, befürchtet der

Rabe eine Strafe von Frau Dachs, der Hüterin

der Tiere im Wald. Mit seinen Freunden,

dem ängstlichen Schaf und dem starken

Eddie-Bär, begibt sich Socke auf den Weg

zu den Bibern, um sie um Hilfe zu bitten.

Schließlich haben die Biber den Staudamm

gebaut. Doch nur das Bibermädchen Fritzi

ist bereit, den drei Freunden zu helfen.

Start: 6. September 2012

★★★✩

Auf der Suche…

…nach einem Freund fürs

Ende der Welt

Nachdem bekannt wird,

dass ein Asteroid in 21 Tagen

mit der Erde kollidieren

und den Weltuntergang

herbeirufen wird, hat sich

am nächsten Tagalles verändert. Menschen

nehmen Drogen, plündern, haben willkürlichen

Sex und töten. Nur für Dodge scheint

sich nichts geändert zu haben. Als seine

Nachbarin Penny ihm einen Brief überreicht,

in dem seine Highshoolliebe Olivia

ihm ihre ewige Liebe gesteht, entschließen

sich beide diese ausfindig zu machen.

Darsteller: Keira Knightley, Steve Carell,

Adam Brody, Gillian Jacobs

Start: 20. September 2012

★★✩✩

Der Chaos-Dad

Unflätiger Spaß mit Herz

Der verantwortungslose

Berufsjugendliche Donny

hat als Teenager mit seiner

Lehrerin einen Sohn gezeugt,

der als Erwachsener

nichts mehr mit Chaos-

Dad zu tun haben will. Als Donny erfährt,

dass er 43000 Dollar Steuern nachzahlen

muss, ist sein wohlhabender Sohn Todd seine

letzte Hoffnung. So kreuzt Donny ausgerechnet

an Todds Heiratswochenende unangemeldet

auf. Maßlose Peinlichkeiten nehmen

nun ihren Lauf, in deren Verlauf Papa

und Sohn einander wieder näherkommen.

Darsteller: Adam Sandler,Andy Samberg,

Leighton Meester,Vanilla Ice

Start: 27. September 2012

★✩✩✩

SperrSitz

Was bleibt

Schmerzhafte Wahrheiten

Sohn Marko kommt aus

Berlin samt Söhnchen zum

Familienwochenende in

den Bungalow seiner Eltern

bei Bonn. Er verschweigt,

dass er von seiner Frau getrennt

lebt. Sein jüngerer Bruder Jakob lebt

in der Nachbarschaft, seine Zahnarztpraxis,

die ihm der Vater finanziert hat, läuft nicht

und er traut sich nicht, es zu sagen. Als Mutter

Gitte stolz verkündet, dass sie nach 30

Jahren ihre Antidepressiva abgesetzt hat,

hält sich die Begeisterung in Grenzen. Mann

und Söhne befürchten einen Rückfall.

Darsteller: Lars Eidinger, Corinna Harfouch,

Sebastian Zimmler,Ernst Stötzner

Start: 6. September 2012

★★★✩

Wie beim ersten Mal

Seit 31 Jahren verheiratet

Arnold Soames und seine

Frau Kay müssen sich nach

einem Abend mit ihren

Kindern eingestehen, dass

sie nicht mehr mit dem Zustand

ihrer eingeschlafenen

Ehe glücklich sind. Daraufhin beschließt sie

gemeinsam mit Arnold an einer Paar-Therapie

bei Dr. Bernie Feld teilzunehmen. Die

teilweise unorthodoxen Methoden schrecken

Arnold anfangs ab. Zunächst komplett

abgeneigt scheint die Therapie bald doch etwas

für Arnold zu bringen. Auch Kay ist angetan

von den ersten Erfolgen.

Darsteller: Meryl Streep, Tommy Lee Jones,

Steve Carell, Elisabeth Shue

Start: 27. September 2012

★★✩✩

Schutzengel

Brisanter Thriller

Max, ein ehemaliges Mitglied

einer Eliteeinheit der

Bundeswehr, hätte sich nie

träumen lassen, dass er als

Schutzengel Einsatz finden

würde. Doch ein solcher

ist vonnöten, als die Vollwaise Nina Zeugin

eines brutalen Mordes wird. Auf der Flucht

vor dem skrupellosen Gangster muss Max

sämtliche Register seines Könnens ziehen.

Aber es hat auch etwas Gutes, Schutzengel

zu sein. Denn so kommt Max seiner großen

Liebe Sara näher.Auf der anderen Seite gerät

auch sie nun ins Visier der Verfolger.

Darsteller: Til Schweiger, Luna Schweiger,

Moritz Bleibtreu, Karoline Schuch

Start: 27. September 2012

★★★✩

9/2012 streifzug 47

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine