Folie 1

willi.arzdorf.de

Folie 1

220 Kilometer auf dem Berliner

Mauerweg rund um „Westberlin“

10. April – 14. April 2009 (Ostern)

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In Berlin begannen schon mehrere unserer bisher durchgeführten Radtouren:

•2003 Berlin – Ostsee Start

•2006 Berlin – Rostock Start

•2007 Oder-Neiße Ziel

Da man in Berlin aufgrund seiner Einzigartigkeit nie alles gesehen haben kann, hatten wir

uns entschlossen, über die Ostertage 2009 Berlin wieder mal zu besuchen und bei gutem

Wetter den Mauerweg mit dem Fahrrad zu erfahren.

Gebucht hatten wir ein Angebot von sonnenklar.tv im 4****Sterne-penta-Hotel in Berlin-

Köpenick:

276 € für 4 Nächte (inkl. Frühstück) und 2 Personen inkl. je 4 x 48 Stunden-Ticket der BVG,

2 Flaschen Wein und 1 Flasche Wasser auf dem Zimmer.

Obwohl man bei einem solchen Angebot gerne etwas skeptisch ist, es war ein ganz tolles

Preis/Leistungsverzeichnis ohne jede Einschränkung. Das Hotel und das Angebot von

sonnenklar.tv kann nur empfohlen werden.

Das Wetter hätte für diese Jahreszeit nicht besser sein können.

An- und Abfahrt erfolgte mit dem Pkw.

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06.40 Abfahrt mit dem Pkw über die A 3, A 1, A 2, A 10, A 113

631 KM, Durchschnitt 106 kmh,

ca. 11.oo Uhr Raststätte kurz vor Magdeburg 2. Frühstück im Freien bei ca. 21°

Außentemperatur,

13.30 Uhr Ankunft penta-Hotel Berlin-Köpenick mit Tiefgarage über

Sonnenklar.tv gebucht

Abfahrt:: 14.30 Uhr Ankunft Hotel: 19.00 Uhr KM: 30,0 KMH: 11,5

Fahrzeit: 2:36 Stdn Wind: mäßiger Ostwind Wetter: ca. 23°, Sonne pur und ohne

Wolken

Gefahrene Strecke: Köpenick - Adlershof – Schöneweide - Rudow (ehemaliger Übergang

Waltersdorfer Chaussee) - Buckow bis U-Bahn Station Lipschitzallee Bikeline Karten 7 bis 10,

Rückfahrt mit der BVG (Linien wie auf Folgeseite dargestellt) von Grünau ca. 3 KM mit dem

Fahrrad bis zum Hotel

Streckencharakteristik: schöne Radwege, wenige KM entlang von Autostraßen, an

wenigen Kreuzungen fehlt eine eindeutige Beschilderung, weitgehend aber o.k., keine

nennenswerten Steigungen

Tageserlebnisse: Rundfahrt mit dem Rad durch Köpenick, danach Einstieg in Mauerradweg

gesucht, mangels geeignetem Kartenmaterial sehr aufwändig; Einstieg in Adlershof;

Interessantes an der Strecke ist auf der Folgeseite dargestellt

Abendessen: Gasthof Ratskeller, Absacker: im Hotel

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Unsere Radtour begann im Wissenschafts-, Wirtschafts- und Medienstandort Berlin-Adlershof. Ein Besuch des

ehemaligen NS-Zwangsarbeiterlagers an der Britzer Straße in Schöneweide kann zu Beginn empfohlen werden.

Es wurde 1995 als letztes in Berlin erhaltenes Lager unter Denkmalschutz gestellt und zum

Dokumentationszentrum ausgebaut. Große Teile des Grenzstreifens werden hier mit der Autobahn 113 sowie,

weiter südlich, mit dem neuen Landschaftspark Rudow / Altglienicke überbaut.

Südlich der Rudower Höhe, die einmal eine Mülldeponie war, verlief von einer Radarstation der US-Streitkräfte

der Berliner Spionagetunnel zur Schönefelder Chaussee in Altglienicke im sowjetischen Sektor der Stadt. Der

Tunnel verschaffte dem amerikanischen und britischen Geheimdienst Zugang zu jenen Telefonkabeln, die von

den sowjetischen Streitkräften in der DDR für ihre interne Kommunikation genutzt wurden. Bis zu seiner

Entdeckung im April 1956 war der Tunnel 11 Monate in Betrieb und zeichnete rund 440 000 Gespräche auf ca.

50.000 Tonbandspulen auf. Die Bänder wurden täglich in die USA und nach England geflogen, wo die

Informationen von etwa 600 Mitarbeitern ausgewertet wurden. Der Bau der ca. 450 Meter langen Röhre mit der

aufwändigen Abhörtechnik war ein herausragendes Ereignis in der Geschichte des Kalten Krieges. Ein ca. sieben

Meter langes Originalsegment des Spionagetunnels konnte geborgen werden und ist im Alliierten-Museum,

Berlin Zehlendorf, ausgestellt. Am Mauerweg wird nach Abschluss der Bauarbeiten eine Infotafel vor Ort die

Geschichte des Tunnels erläutern.

Nicht weit vom ehemaligen Grenzübergang Waltersdorfer Chaussee hat sich auf der Höhe der Ost-Berliner

Rheingoldstraße am 12. Februar 1987 eine dramatische Flucht zugetragen. Mit einem LKW waren Lutz Schmidt

und Peter Schulze ins Grenzgebiet gefahren und bei Nebel und schlechter Sicht über die hintere Sperrmauer und

mehrere Zäune geklettert, als an der „Vorderlandmauer“ DDR-Grenzsoldaten das Feuer eröffnen. Peter Schulze

erreicht West-Berlin, Lutz Schmidt wird tödlich getroffen. Der Staatssicherheitsdienst der DDR zwingt seine Frau,

die wahre Todesursache auch in der Familie geheim zu halten und von einem Unfalltod ihres Mannes zu

sprechen.

Man erreicht nun den Grenzübergang, den West-Berliner, Bürger der Bundesrepublik und Ausländer seit 1963

benutzten, um zum Flughafen Schönefeld zu gelangen. Bei Vorlage ihres Tickets wurde ihnen ein Transitvisum

ausgestellt. Ab 1980 verkehrte ein Zubringerbus zwischen Flughafen und Grenzübergang. Nachdem die

Passkontrolle 1985 in die so genannte Transithalle des Flughafens verlegt worden war, konnten die Busse mit

den Fluggästen aus West-Berlin die Grenze ohne Wartezeiten passieren. Die DDR-Regierung förderte den

Reiseverkehr, weil die Tickets mit westlicher Währung bezahlt werden mussten, dem SED--Regime also Devisen

einbrachten.

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Die Tour führt nun über weite Strecken an der Stadtkante entlang durch die unverbaute Landschaft im Süden

Berlins. Der ehemalige „Kolonnenweg“ der DDR-Grenztruppen ist hier zum Teil erhalten, auch Peitschenlampen

stehen noch, die nachts den Grenzstreifen ausgeleuchtet haben. Am „Dörferblick“, einer knapp 90 Meter hohen,

heute begrünten Müllkippe, bog die DDR-Grenze rechtwinklig nach Norden ab; sie lief auf das Panorama der

Gropiusstadt und auf jene Stelle zu, an der zwischen 1973 und 1977 ein Loch in der Mauer war: Am Kölner Damm

bestand ein provisorischer Übergang in die DDR, der nur für den Transport von Abfällen eingerichtet worden

war. Von dort fuhren die Fahrzeuge der West-Berliner Stadtreinigungsbetriebe auf einer eingezäunten Straße zur

Hausmülldeponie Großziethen. Eine Infotafel des Berliner Mauerwegs markiert heute die Einfahrt zu der

Deponie, auf der in vier Jahren ca. 4,4 Mio. Tonnen Müll gelagert wurden. Als Stadt ohne Umland hatte West-

Berlin kaum Kapazitäten für eigene Mülldeponien und war daher während der Teilung auf langfristige

Abfallbeseitigungs-Verträge mit der DDR angewiesen.

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Abfahrt mit dem Pkw

Eine von vielen Gedenkstätten

Blick auf Schloss Köpenick

Der „Hauptmann“ von Köpenick

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Frühstück: 08.00 Uhr

Abfahrt:: 09.00 Uhr Ankunft Hotel: 18.10 Uhr KM: 70,4 KMH: 14,2

Fahrzeit: 4:58 Stdn Wind: mäßiger Ostwind Wetter: ca. 24°, Sonne pur und ohne

Wolken

Gefahrene Strecke: Buckow – Lichtenrade – Marienfelde – Lichterfelde- Zehlendorf –

Babelsberg – Potsdam – Nauener Vorstadt – Neu Fahrland – Krampnitz – Groß Glienicke –

Kladow Bikeline Karten 10 – 29 , Rückfahrt mit der BVG (Linien wie auf Folgeseite

dargestellt) von Adlershof ca. 3 KM mit dem Fahrrad bis zum Hotel

Streckencharakteristik: gut zu fahrende Radweg mit den unterschiedlichsten Belägen wie

Pflaster, Asphalt, Beton, unbefestigte Waldwege; überwiegend ebene Strecken mit einigen

kleineren und zwei größeren Steigungen. Die letzten Kilometer vor Kladow können von der

Qualität als schlecht bezeichnet werden.

Tageserlebnisse: Mittagsrast am Teltowkanal, Kaffeepause im Biergarten am Wannsee,

Fährüberfahrt von Kladow nach Wannsee (Ticket der BVG nutzbar) Interessantes an der

Strecke ist auf den Folgeseiten dargestellt.

Am Abend Besuch der Berliner Stachelschweine im Europa-Center mit dem Programm

„Angezählt, ansonsten heiter“

Rückfahrt mit der BVG, ab Köpenick mit dem Taxi, Ankunft im Hotel: 00:15 Uhr

Abendessen: Ristorante Allegro im Europa-Center, Absacker: im Hotel

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Am Buckower Damm erinnert ein Gedenkstein an die „gewaltlose Öffnung der Grenzanlagen“ zwischen

Großziethen und Berlin-Buckow . Zum zehnten Jahrestag setzten am 2. Januar 2000 Vertreter des Bezirks

Neukölln den Gedenkstein, „bei dem sich Neuköllner und Großziethener Gemeindevertreter mit Zeitzeugen in

enger Verbundenheit und Gedenken an dieses große historische Ereignis trafen.“ Ein Blick in den Stadtplan

zeigt die Ortsteile Buckow und Großziethen als ein geschlossenes Siedlungsgebiet, was einen Gedenkstein

an diesem Ort noch verständlicher macht.

In Höhe der Rathenower Straße biegt die Mauerlinie wieder nach Süden ab. Am Grenzweg biegt die

Mauerlinie wieder nach Süden ab. Durch die Großziethener Straße zum Grenzstreifen zurückgekehrt, findet

man auf Höhe der Wittelsbacher Straße das Gedenkkreuz für Horst Kullack. Er wurde am 31. Dezember 1971,

im Alter von 23 Jahren, bei einem Fluchtversuch ohne vorherige Warnung angeschossen. Drei Wochen später

erlag er nach mehreren Operationen seinen schweren Verletzungen in einem Krankenhaus.

Am Kirchhainer Damm wurde 1977 die „Grenzübergangsstelle Mahlow“ eröffnet. Dort fuhren regelmäßig

Transporte für Siedlungsabfälle und Bauschutt aus West-Berlin zur Deponie Schöneiche. Es verkehrten auch

LKW, die Baumaterialien nach West-Berlin brachten. Außerdem war Personenverkehr im Zusammenhang mit

der Mülldeponie zugelassen. Für die DDR-Grenztruppen wurde die B96 hier untertunnelt. Direkt an der

Bahnstrecke, die damals stillgelegt war, kam am 26. Juli 1966 Eduard Wroblewski im Kugelhagel der DDR-

Grenzsoldaten zu Tode. Vergeblich hatte er dort in den Abendstunden versucht, nach West-Berlin zu

gelangen.

Die nun folgende Route von Lichtenrade nach Lichterfelde gehört landschaftlich zu den schönsten Strecken

des Mauerwegs, an der allerdings nur noch wenige Spuren der DDR-Grenzanlagen erhalten sind. Der abrupte

Übergang zwischen Stadtkante und freiem Feld weist aber noch deutlich auf die jahrzehntelange

gewaltsame Teilung hin und ist nicht nur ein bizarrer Anblick, sondern durchaus eine Spur des DDR-

Grenzregimes. Am Rand der ehemaligen Rieselfelder entlang nähert man sich dem Areal der so genannten

Geisterstadt. Bis Anfang der 1990er Jahre wurde das 110 Hektar große militärische Sperrgebiet von der US

Armee als Truppenübungsplatz genutzt. Von den Gebäuden und Straßen, in denen die Soldaten den

bewaffneten Häuserkampf trainierten, ist nichts mehr zu sehen.

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Weiter trifft man auf die längste der Kirschbaumalleen zur Erinnerung an die Deutsche Einheit von 1990. Die

Kirschbäume und die erklärende Hinweistafel wurden von japanischen Bürgern gestiftet.

Im weiteren Verlauf geht es anfangs westlich der Grenze auf ehemaligem DDR-Gebiet bis zum Teltowkanal

und von dort am Wasser entlang zur Knesebeckbrücke. Ein Gedenkstein „für ein unbekanntes Maueropfer“

erinnert an Roland Hoff, der am 29. August 1961 gegenüber der Lichterfelder Wupperstraße durch den Kanal

nach West-Berlin schwimmen wollte. DDR-Grenzsoldaten gaben fast 30 Schüsse auf den 27-Jährigen ab. Hoff

wurde am Kopf getroffen und versank im Wasser. Am 26. April 1963 fand in der Nähe ein weiterer

Fluchtversuch statt. Auch der 20 Jahre alte Peter Maedler versuchte, durch den Teltowkanal nach West-

Berlin zu schwimmen. In den frühen Morgenstunden wurde er von DDR-Grenzposten bemerkt, die das Feuer

auf ihn eröffneten. Maedler wurde tödlich getroffen. Die Feuerwehr barg seinen Leichnam später auf DDR-

Territorium.

An der Berlepschstraße / Ecke Benschallee wurde ein Gedenkkreuz für Karl-Heinz Kube errichtet. Im Alter von

17 Jahren hatte er am 16. Dezember 1966 versucht, mit Detlef S. nach West-Berlin zu flüchten. DDR-

Grenzsoldaten wurden aufmerksam und gaben gezielte Schüsse auf die beiden ab. Ein Kopfschuss hat Karl-

Heinz Kube getötet; Detlef S. wurde unverletzt verhaftet. In der Nähe des Erinnerungszeichens findet man

einen Gedenkstein für „die Opfer der Teilung Deutschlands“. Hier verlässt der Mauerweg die Grenzlinie und

führt nach Norden bis zum Königsweg, der erst kurz vor dem West-Berliner Kontrollpunkt Dreilinden mit der

politischen Grenze, wenn auch nicht mit dem Verlauf der Mauer zusammenfällt. Von der Königswegbrücke

hat man einen guten Blick auf die denkmalgeschützten Gebäude des „Checkpoint Bravo“, der auch von den

West-Alliierten auf ihrem Weg von Helmstedt („Checkpoint Alpha“) nach Berlin benutzt werden musste. Eine

Infotafel zum Berliner Mauerweg zeigt Fotos, um die historische Situation in Erinnerung zu rufen.

Die alte Autobahn führte nach Albrechts Teerofen, wo bis 1969 die „Grenzübergangsstelle Drewitz“ lag. Dort

zeigt eine Infotafel des Mauerwegs historische Bilder vom Grenzübergang. Die Raststätte und Reste des

Kontrollpunkts sind noch erhalten. In der Nähe wurde 1965 der 42-jährige West-Berliner Hermann Döbler

erschossen, als er mit seinem Sportboot auf dem Teltowkanal versehentlich in das DDR-Grenzgewässer

geriet.

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Die Westberliner Exklave Steinstücken gehörte mit ca. 200 Bewohnern zum amerikanischen Sektor Berlins,

lag aber im Gebiet der DDR. Symbolisch wurden dort drei Soldaten der US-Army stationiert; die US Air Force

hielt einen Hubschrauber für Luftkontakte bereit. Erst 1972 konnte die Verbindungsstraße nach

Steinstücken von West-Berlin übernommen und ausgebaut werden. Eine Infotafel zum Mauerweg, der

Gedenkort für Willi Marzahn am Königsweg und das Hubschrauber-Denkmal an der Teltower Straße erinnern

dort an die historische Situation. Der 21-jährige Willi Marzahn war Unteroffizier der Nationalen Volksarmee

der DDR, als er am 19. März 1966 mit einem Kollegen nach West-Berlin fliehen wollte. Als sie von Grenzposten

entdeckt wurden, kam es zum Feuergefecht. Willi Marzahn wurde tödlich getroffen; seinem Freund gelang

die Flucht nach West-Berlin.

Am Gleisdreieck Griebnitzsee / Kohlhasenbrück, hat am 18. April 1962 ein Fluchtversuch stattgefunden, bei

dem zwei Menschen starben. Der 19-jährige Offiziersschüler Peter Böhme war aus der Flak-Artillerie-Schule

der Nationalen Volksarmee in Potsdam desertiert und wollte mit einem anderen Offiziersschüler nach West-

Berlin fliehen. Bei einem Schusswechsel mit DDR-Grenzsoldaten wurde Peter Böhme tödlich getroffen.

Ebenfalls getötet wurde der Gefreite Jörgen Schmidtchen, der als Postenführer der Grenztruppen die Flucht

verhindern wollte. Die Grenze zum ehemaligen West-Berlin liegt in der Mitte des Griebnitzsees; nur ein kleiner

Teil ganz im Westen gehörte vollständig zur DDR. Die Sperranlagen zogen sich am südlichen Seeufer entlang,

das von der DDR-Führung für den Grenzausbau enteignet worden war. Für DDR-Bürger war der See nicht

zugänglich.

Nun erreicht man zwischen Parkbrücke und Königstraße die einstige DDR-Exklave Klein Glienicke, ein

schmetterlingsförmiges Siedlungsgebiet, das von der Mauer umschlossen war. Die angrenzenden Schlösser

und Gärten sowie der Böttcherberg gehörten zu West-Berlin. Klein Glienicke war nur von Babelsberg über die

Parkbrücke erreichbar, die von Grenzkontrollposten der DDR überwacht wurde. Bewohner mussten einen

Registriervermerk im Personalausweis vorweisen, Besucher für ihren Aufenthalt einen Passierschein

beantragen. Denn Klein Glienicke lag im „Grenzgebiet“, für das besondere „Sicherheitsvorschriften“ galten.

Wegen dieser Einschränkungen zogen vor allem jüngere Leute aus Klein Glienicke fort. Leerstehende Häuser

wurden abgerissen; 1979 musste die Kapelle geschlossen werden. Im Juli 1973 gelang zwei Familien durch

einen 19 Meter langen, nur mit Kinderschaufel und Spatenblatt gegrabenen Tunnel vom Keller ihres Hauses

die Flucht nach West-Berlin.

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Wegen des hohen Grundwasserspiegels galt ihr Grundstück laut „Grenzsicherungsplan“ als „nicht

tunnelgefährdetes Gebiet“ und wurde nur sporadisch kontrolliert. Dass der Grundwasserspiegel in

Hitzeperioden erheblich sinkt, hatten die Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR

allerdings nicht bedacht.

Nächste nennenswerte Station ist die Glienicker Brücke. Als „Grenzübergangsstelle Potsdam“ durfte sie

nach dem Mauerbau nur von Mitarbeitern der west-alliierten Militärverbindungsmissionen, Privatpersonen

mit Sondererlaubnis und später auch von in der DDR akkreditierten Diplomaten genutzt werden. Den

Nimbus der „Agentenbrücke“ hat die Glienicker Brücke 1962 durch den Austausch des KGB-Agenten Rudolf

Abel gegen den amerikanischen Pilot Francis Powers erhalten, der während eines Spionageflugs über der

Sowjetunion abgeschossen worden war. Nach dem Tausch kam es nur noch 1985 und 1986 zu vergleichbaren

Aktionen. Doch die Faszination des Grenzübergangs blieb ungebrochen. 1989 war die Glienicker Brücke eine

der beiden ersten zusätzlichen Übergangsstellen, die schon am Tag nach dem Mauerfall, am 10. November

1989 geöffnet wurden.

Zwischen dem Jagdschloss Glienicke und Kladow verlief die Grenze in der Mitte von Glienicker Lake und

Havel, westlich an der Pfaueninsel vorbei. Zusätzlich zu Unterwassersperren in Ufernähe ließ die DDR-

Führung an Land Sperranlagen mit zwei Mauern oder Zäunen, Grenzstreifen und Wachtürmen anlegen. Der

Mauerweg führt von der Glienicker Brücke am östlichen Ufer durch den Volkspark Klein Glienicke. Unterwegs

trifft man am Krughorn auf eine Infotafel des Berliner Mauerwegs, die über die Geschichte der Sacrower

Heilandskirche berichtet.

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Mit der BVG zum Start der 2. Etappe

„Mauerreste“

selbsterklärend

Gedenkstätte ehemaliger

„Grenzübergang Dreilinden

Fähre von Kladow nach Wannsee

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Frühstück: 08.10 Uhr

Abfahrt:: 09.00 Uhr Ankunft Hotel: 18.40 Uhr KM: 71,2 KMH: 14,6

Fahrzeit: 4:53 Stdn Wind: mäßiger Ostwind Wetter: ca. 23°, Sonne pur und ohne

Wolken

Gefahrene Strecke: Kladow – Staaken – Neu-Staaken – Spandau – Falkensee – Nieder-

Neuendorf –Hennigsdorf –Stolpe –Frohnau– Hohen-Neuendorf – Glienicke/Nordbahn -

Hermsdorf Bikeline Karten 29 - 46 , Rückfahrt mit der BVG (Linien wie auf Folgeseite

dargestellt) von Köpenik ca. 2 KM mit dem Fahrrad bis zum Hotel

Streckencharakteristik: fast durchgängig gute Radwege mit unterschiedlichen Belägen,

überwiegend eben mit einigen kurzen Steigungen und Gefällen

Tageserlebnisse: Fährüberfahrt von Wannsee nach Kladow (Ticket der BVG nutzbar),

Mittagsrast am uns bekannten Grenzturm in Nieder-Neuendorf, den wir schon auf zwei

Radtouren 2003 und 2006 besichtigt hatten, Eiscafè in Hermsdorf, bei der Rückfahrt ab

Hermsdorf mit der S-Bahn zwei Stationen in die falsche Richtung gefahren, Interessantes

an der Strecke ist auf den Folgeseiten dargestellt.

Abendessen: Argentinisches Steakhaus „Torero“, Absacker: im Hotel

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Nach der Fahrt über den Großen Wannsee führt der Weg in südwestlicher Richtung zur Grenze

zwischen Berlin und Brandenburg. Seit dem Bau der Berliner Mauer verliefen die Grenzanlagen über

das Kirchengelände der Sacrower Heilandskirche. Der Glockenturm war zunächst Teil der

Grenzmauer, das Kirchenschiff stand im so genannten Niemandsland zwischen der politischen

Grenze in der Havel und dem Todesstreifen. Bis zum 24. Dezember 1961 konnten in der Kirche

Gottesdienste stattfinden. Als wenig später der Innenraum zerstört wurde, nahmen die

Grenzorgane die Verwüstung zum Vorwand, die weitere Nutzung zu untersagen. Obwohl die Kirche

weder von Potsdam noch von Berlin aus zugänglich war, wurde der zusehends verfallende Bau mit

Hilfe von Spendengeldern aus West-Berlin äußerlich wiederhergestellt. Am 24. Dezember 1989 wurde

der erste Gottesdienst nach dem Fall der Mauer gefeiert. Die Rekonstruktion des Kirchen-

Innenraums erfolgte von 1993 bis 1995. Auch die durch die Grenzbefestigung zerstörten

Gartenanlagen von Peter Joseph Lenné konnten wiederhergestellt werden.

Auf der Hauptroute geht es über den Luisenberg auf ehemaligem DDR-Territorium nach Norden

Richtung Groß Glienicker See, den man westlich umfährt. Die Grenze verlief in der Mitte des Sees – ein

von West-Berlinern wegen des sauberen Wassers trotz ständiger Beobachtung durch die DDR-

Grenzsoldaten gern aufgesuchter Badeplatz. Von den Sperranlagen am DDR-Ufer ist ein Mauerrest

ganz im Norden des Sees an der Gutsstraße erhalten. Dort trifft man auch auf die Reste des im

Zweiten Weltkrieg stark zerstörten Ritterguts Groß Glienicke, dessen noch erhaltene

Wirtschaftsanlagen durch die DDR-Grenze geteilt worden waren. Nach der Überquerung des

Ritterfelddamms fährt man weiter über die Privatstraße zur Potsdamer Chaussee, die die Grenze zu

Brandenburg bildet. Im Dreieck der beiden großen Straßen lag der Flugplatz Gatow. Als

Ausbildungsstätte der deutschen Luftwaffe, die damals unter Befehl des nationalsozialistischen

Reichsluftfahrtministers Göring stand, wurde er 1935 eröffnet. Nach dem Ende des Zweiten

Weltkriegs schlug man das zur Gemarkung Seeburg gehörende Gelände im Austausch gegen den

Spandauer Ortsteil West-Staaken dem britischen Sektor von Berlin zu. Während der Blockade

1948/49 war der „Flugplatz der Royal Air Force Gatow“ Start- und Landeplatz für Maschinen der

Luftbrücke. Nach dem Abzug der Briten übernahm die Bundeswehr das Gelände und richtete das

Luftwaffenmuseum ein.

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Am Fort Hahneberg vorbei nähert man sich dem Grenzübergang Staaken. Seit 1990 gehört der

Ortsteil West-Staaken wieder zu Berlin und der ehemalige Grenzübergang liegt nun fast zwei

Kilometer von der heutigen Grenze entfernt „mitten im Land“. Der Bergstraße folgend, gelangt man

anschließend zum Gedenkort für Dieter Wohlfahrt. Das Holzkreuz erinnert an den 20-jährigen

Studenten, der am 9. Dezember 1961 erschossen wurde, weil er DDR-Bürgern zur Flucht verhelfen

wollte. Der Besitzer eines österreichischen Passes, der bis 1956 selbst in der DDR gelebt hatte,

engagierte sich in der studentischen Fluchthilfe. Am 9. Dezember 1961 wollten Wohlfahrt und seine

Freunde einer Frau aus West-Staaken zur Flucht verhelfen, indem sie an der stillen Stadtrandstraße

den Grenzzaun zerschnitten. Die Frau aber hatte das Vorhaben verraten: DDR-Grenzpolizisten

erwarteten die Fluchthelfer bereits und eröffneten sofort das Feuer. Dieter Wohlfahrt, von einer

Kugel ins Herz getroffen, ist hilflos im Grenzstreifen gestorben.

Auf dem ehemaligen Grenzbahnhof für die nördliche Transitstrecke ließ die DDR-Führung unter

Einsatz von Zollhunden Züge und Insassen kontrollieren. Am Ende des Finkenkruger Wegs, Ecke

Straße 347 steht ein Gedenkkreuz für Willi Block. Nachdem er 1962 zweimal aus der DDR geflüchtet

und zweimal dorthin zurückgekehrt war, wurde Willi Block wegen angeblicher Spionagetätigkeit

verhaftet und 1963 zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Vorzeitig entlassen, versuchte er am 7.

Februar 1966 in Staaken erneut nach West-Berlin zu flüchten. Im Grenzstreifen wurde Block von zwei

Grenzsoldaten entdeckt und aufgefordert zurückzukommen. Weil sich seine Kleider im Stacheldraht

verfangen hatten, konnte er der Aufforderung aber nicht folgen. Ein Kommandeur des 34. NVA-

Grenzregiments tötete ihn mit einer Salve aus einer Maschinenpistole. Im Jahr 1997 wurde der

Kommandeur wegen Totschlags in einem minderschweren Fall rechtskräftig zu einer Haftstrafe von

drei Jahren verurteilt.

Der Weg durch den Spandauer Forst führt zur ehemaligen West-Berliner Exklave Eiskeller. Sie erhielt

ihren Namen aufgrund der durchweg niedrigen Temperaturen, die das Gebiet zu einer bevorzugten

Lagerstätte für Eis aus dem Falkenhagener See gemacht haben sollen. Die Exklave war mit dem

Bezirk Spandau nur durch eine vier Meter breite, 800 Meter lange Zufahrt verbunden. Drei Familien

lebten auf Bauernhöfen in Eiskeller. Von Eiskeller fährt man in westlicher Richtung und passiert am

Oberjägerweg das Gedenkkreuz für Adolf Philipp. Er war am 15. Mai 1964 mit unbekannter Absicht

von West-Berlin in den Grenzstreifen gegangen und von DDR-Grenzsoldaten erschossen worden.

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Der weiter nach Westen führende Weg bringt einen zur Havel und zu den Wochenendgemeinschaften

Fichtewiese und Erlengrund. Auch sie lagen als West-Berliner Exklaven auf dem Gebiet der DDR. Die

Besitzer mussten die Grenzanlagen passieren, um zu ihrem Freizeitgelände zu kommen. Am

Eingangstor aus Richtung Bürgerablage meldeten sie sich per Sprechanlage bei den DDR-

Grenzposten an. Erst ab dem 1. Juli 1988 war der Zugang zu den Wochenendsiedlungen durch einen

Gebietsaustausch mit der DDR wieder frei.

Von den ehemaligen Exklaven führt der Weg an der Havel entlang in die nördlich gelegene Gemeinde

Hennigsdorf. Mit ihr verbindet sich für ältere West-Berliner noch immer „der Zug der Stahlarbeiter“.

Der Protestmarsch am Morgen des 17. Juni 1953 gehört zu den wenigen West-Berliner Erinnerungen

an den Aufstand in der DDR: Die Arbeiter des Hennigsdorfer Stahlwerks und des Lokomotivwerks

waren zur Begeisterung vieler Anwohner durch Reinickendorf und Wedding zum „Haus der

Ministerien“ an der Leipziger / Ecke Wilhelmstraße gezogen, um dort die DDR-Regierung mit ihren

sozialen und politischen Forderungen zu konfrontieren. Im Hennigsdorfer Ortsteil Nieder Neuendorf

steht noch ein Grenzturm, in dem sich seit dem zehnten Jahrestag des Mauerfalls ein kleines

Museum befindet.

Vom Ende der Uferpromenade führt eine Brücke an den Oder-Havel-Kanal und die ehemalige

„Grenzübergangsstelle Hennigsdorf“, eine Wasserkontrollstelle. Sie lag von 1949 bis 1990 am Nieder

Neuendorfer See zwischen See, Havel und dem später angelegten Kanal. Hier durften Binnenschiffe

zum Gütertransport von und nach Polen passieren oder in das Gebiet der DDR einfahren.

Transitverkehr in die Bundesrepublik war nicht möglich; für Sportboote war die Durchfahrt

verboten. Nach der Teilung Berlins und der Abriegelung der Außengrenzen der DDR ließ die DDR-

Regierung 1951 bis 1953 den Havelkanal bauen, um West-Berlin zu umschiffen, denn zwischen

Hennigsdorf und Potsdam fließt die Havel durch den Westteil der Stadt.

Auf der Strecke von Hennigsdorf nach Hohen Neuendorf trifft man bei Stolpe auf den letzten

Grenzübergang, der noch kurz vor dem Fall der Berliner Mauer in Betrieb genommen wurde. Um die

Fernverkehrsstraße F5 (bzw. B5) zu entlasten, die den Anforderungen des steigenden Reiseverkehrs

zwischen West-Berlin und Hamburg nicht mehr genügte, baute die DDR – von der Bundesrepublik

Deutschland finanziert – 1981/82 eine Autobahn (heute: A111).

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Die 1982 eröffnete „Grenzübergangsstelle Stolpe“ diente aber vorerst nur für den West-Berliner

Transitverkehr nach Skandinavien. Auch die Einreise in die DDR, durch einen Pendelbusverkehr an

die Grenze sogar für Fußgänger, war über Stolpe möglich. Der Verkehr Richtung Hamburg aber lief

noch bis Ende 1987 über den alten Grenzübergang Staaken an der Heerstraße in Spandau. Der Bau

des West-Berliner Autobahnzubringers durch den Tegeler Forst verzögerte sich: Bürgerinitiativen

hatten ökologisch begründete Bedenken geäußert und Einspruch gegen die Rodungsarbeiten

eingelegt.

In Hohen Neuendorf versuchte die 18-jährige Marinetta Jirkowsky an der Florastraße mit ihrem

Verlobten und einem Freund in der Nacht vom 21. zum 22. November 1980 von einem unbewohnten

Gartengrundstück nach West-Berlin zu fliehen. Mit Leitern, die sie in der Nähe gefunden hatten,

konnten sie die „Hinterlandmauer“ und den Signalzaun überwinden. In Höhe des Kolonnenweges

wurden die Flüchtenden von DDR-Grenzsoldaten entdeckt. Nach Anruf und Warnschüssen eröffneten

mehrere Posten das Feuer; sie gaben 27 Schüsse ab. Von einem Bauchschuss getroffen brach

Marinetta Jirkowsky an der vorderen Grenzmauer zusammen. Sie starb noch am selben Tag an den

Folgen ihrer Verletzung. Marinetta Jirkowsky war eine der wenigen Frauen, die die Flucht über die

Berliner Mauer gewagt haben. Die beiden Männer erreichten West-Berlin. Dort nahm das Ministerium

für Staatssicherheit der DDR (MfS) über inoffizielle Mitarbeiter (IM) Kontakt zu ihnen auf, um Presse-

Veröffentlichungen über den Fall zu verhindern. Einer der IM entfernte später das Gedenkkreuz für

die junge Frau, das die Freunde in Frohnau aufgestellt hatten. Der für die Tötung verantwortliche,

damals 20-jährige Postenführer der Grenztruppen wurde 1995 wegen Totschlags in einem

minderschweren Fall zu einem Jahr und drei Monaten Jugendstrafe verurteilt, die zur Bewährung

ausgesetzt wurden.

Im weiteren Verlauf gelangt man zu einem ehemaligen DDR-Grenzwachturm , der seit 1990 von der

Deutschen Waldjugend als Zentrum für ihre Naturschutzarbeit genutzt wurde. Zwischen Hohen

Neuendorf und dem Ortsteil Bergfelde verlief die Grenze vom nördlichen Ende der Frohnauer

Invalidensiedlung parallel zur Utestraße mitten durch den Wald. Als Teil der Außengrenzen der DDR

wurde dieser Abschnitt bereits 1952 geschlossen und ab 1961 mit Grenzmauern bzw. -zäunen, Licht-

Trasse und Kolonnenweg zu tief gestaffelten Sperranlagen ausgebaut. Die in den 1980er Jahren

errichtete „Führungsstelle“ diente der Grenzüberwachung und zugleich als Kontrollstelle für weitere

Beobachtungstürme, die durchschnittlich alle 500 Meter im Grenzstreifen standen.

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Eine „Führungsstelle“ war mit drei Grenzsoldaten und einem Offizier besetzt und verfügte über eine

Arrestzelle für „Grenzverletzer“. Der 19-jährige Ost-Berliner Joachim Mehr, der mit seinem 23-jährigen

Freund Hans-Jürgen K. am 3. Dezember 1964 bei Bergfelde nach West-Berlin zu fliehen versuchte,

wurde nicht festgenommen. Zwei Grenzsoldaten entdeckten die beiden im Grenzstreifen und gaben

gezielte Schüsse ab. Joachim Mehr wurde getötet, der verletzte Hans-Jürgen K. kam mit dem Leben

davon. Die Grenzsoldaten erhielten Auszeichnungen und wurden befördert.

Nicht weit entfernt von diesem Ort fand am 24. Januar 1962 die erste von mehreren Tunnelfluchten

statt. Fluchtwillige und ihre Unterstützer reagierten mit der mühevollen Anlage von unterirdischen

Gängen darauf, dass seit dem 13. August 1961 die Grenze überall hermetisch abgeriegelt worden war

und bereits mehr als zehn Flüchtlinge an der Berliner Mauer den Tod gefunden hatten. 28 Menschen

gelang auf Höhe der Oranienburger Chaussee 13 die Flucht durch einen Tunnel aus dem Keller des

Hauses. Nur vier Hausnummern entfernt entstand 1962 ein weiterer unterirdischer Fluchtweg, über

den sieben Männer und vier Frauen – mehrheitlich zwischen 70 und 80 Jahre alt – Anfang Mai West-

Berlin erreichen konnten. Weiter südlich passiert man die Straße Am Sandkrug, die mit ihren

Grundstücken wie ein „Entenschnabel“ von Glienicke (DDR) nach Frohnau (West-Berlin) hineinragte.

Wegen der besonderen Lage durften Besucher, Handwerker, Ärzte oder Lieferanten die Siedlung nur

mit einer Sondererlaubnis betreten. Nach dem Viermächte-Abkommen über Berlin fanden ab 1971

zwischen der Regierung der DDR und dem West-Berliner Senat Gespräche über einen

Gebietsaustausch statt. Dabei wurde auch eine Grenzbegradigung an der Enklave Entenschnabel

erwogen, um die Oranienburger Chaussee als West-Berliner Zufahrt zu einem neuen Grenzübergang

zu nutzen. Als aber die DDR-Regierung die Einrichtung der „Grenzübergangsstelle Stolpe“ am

Zerndorfer Weg anbot, verlor die Frage nach dem Austausch des Entenschnabels für den West-

Berliner Senat an Bedeutung.

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Mobi Dick auf dem Wannsee

ehemaliger Grenzturm in

Nieder-Neuendorf Etappenende,

Eiscafè lässt grüßen

wieder eine Gedenkstätte

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Frühstück: 08.10 Uhr

Abfahrt:: 09.00 Uhr Ankunft Hotel: 17.20 Uhr KM: 60,2 KMH: 13,6

Fahrzeit: 4:25 Stdn Wind: mäßiger Ostwind Wetter: ca. 25°, Sonne pur und ohne

Wolken

Gefahrene Strecke: Hermsdorf – Schildow – Märkisches Viertel – Reinickendorf –

Wilhelmsruh–Schönholz –Pankow –Wedding –Mitte –Kreuzberg –Friedrichshain –

Neukölln – Alt Treptow – Treptow – Johannisthal – Adlershof – Köpenick

Bikeline Karten 46 – 53 und 1 - 7,

Streckencharakteristik: wie an den Vortagen, häufig wechselnde Beläge, keine

nennenswerten Steigungen

Tageserlebnisse: S-Bahn 3 fuhr bis Friedrichstr., obwohl sonst üblich nur bis Ostbahnhof, S 1

Richtung Hermsdorf mal wieder 2 Stationen in die falsche Richtung gefahren; Max-

Schmeling-Halle besichtigt (von außen), Mahnmal Bernauer Str. besichtigt, Mittagspause

am Potsdamer Platz, Eispause an einem Badesee in der Nähe von Kreuzberg

Berlin Mitte mit Reichstag, Brandenburger Tor, Holocaust Mahnmal etc. wurden schon bei

früheren Radtouren erkundet. Von Berlin Mitte bis ca. Treptow findet man eine

durchgängige Bodenmarkierung in Form von 2 Reihen Pflastersteinen des ehemaligen

Mauerverlaufs. Weiter Interessantes an der Strecke ist auf den Folgeseiten dargestellt.

Abendessen: Außenterrasse vom Ratskeller, Absacker: im Hotel

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Nördlich vom Tegeler Fließ führt der Mauerweg nach Lübars, das sich seinen dörflichen Charme

bewahrt hat. Ein Lübarser Bauer war es denn auch, der am 16. Juni 1990 an der Blankenfelder

Chaussee mit seinem Trecker die Mauer durchbrochen und damit die Blankenfelder Chaussee wieder

geöffnet hat. Bis zu diesem Tag war die Verbindungsstraße zwischen Blankenfelde und Lübars noch

immer nicht frei, obwohl die Mauer bereits Anfang November 1989 gefallen war. Die Stelle des

entschlossenen Durchbruchs ist heute mit einer Tafel aus zwei Blöcken der Grenzmauer markiert;

nach dem Namen des Bauern wird sie auch Checkpoint Qualitz genannt. An die Einnahme Berlins

durch die Sowjetarmee am Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert auf der Höhe des S-Bahnhofs

Wilhelmsruh das Sowjetische Ehrenmal im Volkspark Schönholzer Heide. Auf der ehemals West-

Berliner Seite der Grenze findet man an der Klemkestraße ein Gedenkkreuz für Horst Frank. Mit

einem Jugendfreund hatte der 20-Jährige die Flucht nach West-Berlin geplant. An der

Kleingartenkolonie „Schönholz“ waren sie am 28. April 1962 abends in den Grenzstreifen gestiegen.

Als sie gegen Mitternacht endlich dabei waren, den letzten Sperrzaun zu durchschneiden, wurde

Horst Frank von zwei Grenzsoldaten bemerkt, die ihn sofort unter Beschuss nahmen. Am selben Tag

noch erlag er seinen Verletzungen. Sein Freund war unbemerkt nach West-Berlin gelangt.

Solange die Mauer stand, war der S-Bahnhof Wollankstraße der einzige Zwischenhalt an der

Nordbahn Gesundbrunnen Richtung Heiligensee und Frohnau. Obwohl er jenseits der Grenze lag,

durften West-Berliner den Bahnhof ohne Kontrollen betreten. Für Ost-Berliner war er dagegen

gesperrt. Unmittelbar vor dem nordöstlichen Ausgang führte der „Kolonnenweg“ der DDR-

Grenztruppen vorbei. Heute ist er durch Kirschbäume und einen Gedenkstein markiert. Bäume und

Stein sind Teil einer großen Spendenaktion: 1990, zum ersten Jahrestag des Mauerfalls, wollten

japanische Bürger Deutschland mit diesem Geschenk zur wiedergewonnenen Einheit gratulieren. Auf

Höhe der Bösebrücke setzt sich die Kirschbaumallee fort. Kurz vor der Brücke sieht man linker Hand

an der Böschung ein Stück „Hinterlandmauer“, das den ehemaligen Grenzübergang Bornholmer

Straße gegen eine Laubenkolonie abgeschirmt hat. Am 9. November 1989 wurde dieser Übergang

weltbekannt. Unter dem Druck der Ost-Berliner Bürger musste er als erster der sieben Berliner

Grenzübergänge geöffnet werden. Nachdem die DDR-Regierung am Abend eine neue Reiseregelung

verkünden ließ, wollten die Leute aus Pankow und Prenzlauer Berg sofort Gebrauch davon machen

und West-Berlin einen Kurz-Besuch abstatten.

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Der S-Bahnhof Bornholmer Straße wurde mit Beginn des Mauerbaus am 13. August 1961 geschlossen.

Die Züge in den Norden West-Berlins passierten den Bahnhof ohne Halt auf dem westlichen Gleis. Für

die Züge, die vom Ost-Ring nach Bernau fuhren, hat die DDR-Führung schon 1952 – nach der

Schließung der Elbe-Grenze und des Außenrings um Berlin – ein Fernbahngleis elektrifizieren lassen.

Der Weg von Schöneweide nach Pankow sollte nicht länger über den West-Berliner Bahnhof

Gesundbrunnen führen. Im Jahr des Mauerbaus wurde dann eine eigene, unterirdische S-Bahn-Trasse

gebaut. Und schon im Dezember 1961 war aus der „Stalin“- eine „Ulbricht-Kurve“ geworden, durch die

Züge von der Schönhauser Allee direkt nach Pankow ratterten. Vom neuen Steg zwischen

Behmstraße und Mauerpark ist noch die hintere Mauer zu sehen, mit der diese grenznahen

Bahnanlagen vom Ost-Berliner Stadtgebiet abgetrennt waren. Weiter führt der Mauerweg über die

alte Schwedter Straße durch den Mauerpark. Er hat seine heutige Breite durch einen

Gebietsaustausch 1988/89 erhalten. Der Streifen des alten Eberswalder Güterbahnhofs wurde dem

Territorium der DDR zugeschlagen.

Am Ende des Mauerparks knickte die Grenze im rechten Winkel nach Westen ab. Hier, am Anfang der

Bernauer Straße, stand bis zum Gebietsaustausch die höchste West-Berliner „Besuchertribüne“, für

den Blick und den Gruß über die Mauer. Die Bernauer Straße, der der Mauerweg nun bis zum S-

Bahnhof Nordbahnhof folgt, hat nach dem 13. August 1961 traurige Berühmtheit erlangt.

Dramatische Fluchten erschütterten die Weltöffentlichkeit, bei denen Menschen aus den Häusern zu

entkommen versuchten, die zu Ost-Berlin gehörten, während der Bürgersteig vor der Haustür schon

West-Berliner Boden war. Nachdem an der Bernauer Straße ein langes Stück der „Vorderlandmauer“

vor dem Abriss bewahrt werden konnte, ist zwischen Brunnen- und Gartenstraße die Gedenkstätte

Berliner Mauer entstanden. Mit der Kapelle der Versöhnung und dem Dokumentationszentrum plus

Aussichtsturm ist sie der Ort in Berlin, an dem heute die Grenzanlagen am besten nachvollzogen

werden können.

Weiter geht es vorbei am Nordbahnhof an der ehemaligen Grenze zu West-Berlin. Der S-Bahnhof war

in der Zeit der Teilung stillgelegt; er gehörte zu den so genannten Geisterbahnhöfen. Die unterirdisch

verkehrenden S-Bahnzüge fuhren über diese Strecke ohne Halt vom Süden West-Berlins in den

Norden. Grenzsoldaten haben die abgedunkelten Bahnsteige bewacht. Das ausgedehnte

Außengelände des Nordbahnhofs wurde ab 1961 zum Grenzstreifen ausgebaut. Die erhaltenen

Mauerreste sollen in den nächsten Jahren in die entstehende Parklandschaft integriert werden.

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Die Bahnhofsmauer an der Gartenstraße hat als vordere Sperrmauer gedient. Entlang der

Liesenstraße setzte sie sich auf dem Friedhof der St.-Hedwig-Gemeinde als Betonwand fort und ist

Ecke Gartenstraße noch im Originalzustand zu sehen. Auch der Friedhof zeigt noch deutliche Spuren

des DDR-Grenzregimes. Ein Teil des Gräberfelds wurde durch den Ausbau des Grenzstreifens zerstört.

Der Zugang zum Friedhof war nur von der Rückseite, durch ein Wohnhaus an der Wöhlertstraße,

möglich.

Am Ende der Liesenstraße passiert man den ehemaligen Grenzübergang Chausseestraße, über den

eine Tafel der Geschichtsmeile Berliner Mauer informiert. Künstlerisch markiert wurde der

Grenzübergang von Karla Sachse mit dem „Kaninchenfeld“. Durch die Boyenstraße gelangt man

dann an den Spandauer Schifffahrtskanal, der die Grenze zu West-Berlin bildete. Hier findet man in

einem erhaltenen Wachturm der DDR-Grenztruppen die Gedenkstätte Günter Litfin. Vorbei an dem

durch den Grenzstreifen stark zerstörten Invalidenfriedhof geht es weiter zum ehemaligen

Grenzübergang Invalidenstraße. Zwei Tafeln der Geschichtsmeile berichten hier über einen

missglückten Fluchtversuch am Grenzübergang und das Schicksal von Günter Litfin, der als erster

Flüchtling nach dem Bau der Berliner Mauer am Humboldthafen von DDR-Transportpolizisten

erschossen worden ist.

Im neuen Regierungsviertel zwischen Sandkrugbrücke und Brandenburger Tor sind drei Gedenkorte

für die Opfer der Berliner Mauer, die zu unterschiedlichen Zeiten entstanden sind: das Parlament der

Bäume, von dem Künstler Ben Wargin nach dem Mauerfall aus Elementen der hinteren Sperrmauer

angelegt; das Mauermahnmal im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, mit dem sich das Parlament der

Bäume in der Bundestagsbibliothek fortsetzt, und den Gedenkort Weiße Kreuze, der erstmals 1971

zum 10. Jahrestag des Mauerbaus von West-Berliner Bürgern am Spreeufer eingerichtet worden ist.

Am Reichstag vorbei, der unmittelbar an der Grenzmauer in West-Berlin stand, gelangt man zum

Brandenburger Tor. Tafeln der Geschichtsmeile Berliner Mauer zeigen, wie das Wahrzeichen Berlins

zu Mauerzeiten mitten im Grenzstreifen stand und welche Bilder sich weltweit mit der friedlichen

Überwindung der Mauer am Brandenburger Tor verbinden.

Obgleich mehrere Mauerreste, eine temporäre Ausstellung, zwei Tafeln der Geschichtsmeile Berliner

Mauer und ein – allerdings hinter Neubauten versteckter – Wachturm der DDR-Grenztruppen an die

Zeit der Teilung erinnern, ist der Potsdamer Platz deutlich von den Aufbruchsphantasien der 1990er

Jahre geprägt.

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Besser nachvollziehbar wird die Grenzsituation in der Niederkirchner- und Zimmerstraße, an der ca.

200 Meter Originalmauer auf dem Gelände der Topographie des Terrors erhalten geblieben sind. Hier

ist auch die Markierung des ehemaligen Mauerverlaufs mit der doppelläufigen

Kopfsteinpflasterreihe deutlich als die Linie erkennbar, an der die vordere Sperrmauer stand. Der

fragile Zustand des Mauerrestes ist den „Mauerspechten“ geschuldet: Mit Hammer, Meißel und

Elektrowerkzeug hatten sie sich als Souvenirjäger 1989/90 am schnellen Abriss des verhassten

Bauwerks beteiligt.

Vorbei am Ausländergrenzübergang Friedrichstraße / Checkpoint Charlie, an dem das private

Mauermuseum die Besucherströme anzieht, geht die Route zum Gedenkort Peter Fechter. Am 17.

August 1962 hatte der 18-Jährige versucht, mit einem Kollegen nach West-Berlin zu fliehen. Während

diesem die Flucht gelang, blieb Peter Fechter angeschossen im Grenzstreifen liegen. Erst nach fast

einer Stunde wurde der Verblutende von den Grenzsoldaten der DDR abtransportiert. Heute erinnert

eine Stele des Künstlers Karl Biedermann an Fechters tragischen Tod. Am Verlagshaus Axel Springer

vorbei gelangt man zum ehemaligen Grenzübergang Heinrich-Heine-Straße. Hier wurde der Post- und

Güterverkehr zwischen Ost- und West-Berlin abgewickelt. Osmans Gecekondu an der Thomaskirche,

die illegal errichte Laube auf einem dreieckigen Stück Ost-Berlin, das aus Kostengründen nicht

ummauert war, erzählt vom West-Berliner Alltag im Schatten der Grenze.

Über die Schillingbrücke gelangt man in die Holzmarkt- und Mühlenstraße. Dort befindet sich der

längste erhaltene Mauerabschnitt in der Berliner Innenstadt. Die hintere Sperrmauer war hier in den

neutralweißen Betonelementen der „Vorderlandmauer“ ausgeführt, weil die Konvois der

Staatsgäste vom Flughafen Schönefeld über diesen Straßenzug in das Ost-Berliner Zentrum fuhren.

1990 haben Künstler aus aller Welt den 1,3 Kilometer langen Rest der Grenzmauer mit eindrücklichen

Bildern bemalt. Langfristig ist die East-Side-Gallery nur durch Sanierung des Mauerbetons und eine

Rekonstruktion der Bilder zu sichern.

Vom S- und U-Bahnhof Warschauer Straße führt die Route in südlicher Richtung über die

Oberbaumbrücke, von der man einen guten Blick auf die „East-Side-Gallery“ hat, den längsten in der

Innenstadt noch erhaltenen Mauerabschnitt. Die Grenze zu West-Berlin verlief von 1945 bis 1990 am

anderen Ufer der Spree. An die Opfer der Mauer, die hier verunglückten oder von DDR-Grenzsoldaten

erschossen wurden, erinnert ein Gedenkstein am Gröbenufer. Unweit davon zeigt eine Tafel der

Geschichtsmeile Berliner Mauer Bilder vom ehemaligen Grenzübergang.

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Der führte über die Oberbaumbrücke und durfte nur von Fußgängern benutzt werden. Seine

künstlerische Markierung mit der Licht-Installation „Stein-Papier-Schere" des Künstlers Thorsten

Goldberg im westlichen Brückensprengwerk ist leider erst mit Einbruch der Dämmerung zu sehen.

Große Fernwirkung haben die „Molecule Men“ von Jonathan Borofsky, die das Zusammentreffen und

Zusammenwachsen der drei Bezirke Friedrichshain, Treptow (beide ehemals Ost-Berlin) und

Kreuzberg (ehemals West-Berlin) thematisieren.

Der Hochbahn folgend erreicht man den ehemaligen Wachturm am Schlesischen Busch. Seit der

Sanierung wird die „Führungsstelle“ der DDR-Grenztruppen von der Kunstfabrik am Flutgraben als

Ausstellungsraum betrieben. Der frühere Grenzstreifen ist als Parkanlage gestaltet und an der

Lohmühlenstraße mit japanischen Kirschbäumen und einem Gedenkstein markiert. Zwischen

Treptow und Neukölln windet sich die ehemalige Grenze, die mit einer doppelten Pflastersteinreihe

im Boden gekennzeichnet ist, durch ein dicht bebautes Wohnquartier. Einen Eindruck von der

historischen Situation gibt die Tafel der Geschichtsmeile Berliner Mauer an der Harzer- / Ecke

Bouchéstraße. Über die Kiefholzstraße und den Grünzug Heidekampgraben, der auf dem ehemaligen

Mauerstreifen angelegt wurde, nähert man sich dann dem ehemaligen Grenzübergang Sonnenallee.

Vorher kann man in Höhe der Kleingartenanlage Fortuna am Denkmal für die Maueropfer im Bezirk

Treptow Station machen. Fünfzehn Menschen sind allein an diesem Grenzabschnitt bei

Fluchtversuchen gestorben. Unter ihnen zwei 10 und 13 Jahre alte Kinder, die DDR-Grenzsoldaten am

14. März 1966 erschossen haben.

Auf den ehemaligen Grenzübergang Sonnenallee, den man vielleicht aus dem gleichnamigen Film

von Thomas Brussig kennt, findet man verschiedene Hinweise: Die künstlerische Arbeit „Übergang –

Nähe und Distanz“ von Heike Ponwitz; eine Tafel der Geschichtsmeile Berliner Mauer und ein

Bodenrelief der Künstler Rüdiger Roehl und Jan Skuin. Weiter am Heidekampgraben entlang geht es

zum Britzer Zweigkanal. Über eine Brücke, die erst nach der Deutschen Einheit wieder aufgebaut

wurde, erreicht man den Gedenkort für Chris Gueffroy. Die Stele des Künstlers Karl Biedermann

erinnert an einen 20-Jährigen, der im Februar 1989 gehört hatte, an der Mauer werde nicht mehr

geschossen. Mit einem Freund wagte er deshalb die Flucht und wurde acht Monate vor dem

Mauerfall zum letzten Opfer der Grenzsoldaten, die ihn mit gezielten Schüssen daran hinderten,

nach West-Berlin zu gelangen. Von dem Gedenkort aus folgt der Mauerweg erst dem Britzer

Zweigkanal, dann dem Teltowkanal, der den größten Abschnitt der insgesamt 13 Kilometer langen

DDR-Grenze im Bezirk Treptow darstellte.

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an Vortagen gefahren

an diesem Tag gefahren

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Gedenkstätte Bernauer Straße

Axel Springer Haus

Bodenmarkierung des

Mauerverlaufs

Potsdamer Platz

Berliner Reichstag

Abendessen auf der Terrasse

des Ratskellers

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Frühstück: 08.00 Uhr

Abfahrt:: 09.10 Uhr Ankunft Hotel: 11.20 Uhr KM: 32,7 KMH: 14,7

Fahrzeit: 2:14 Stdn Wind: mäßiger Ostwind Wetter: ca. 22°, Sonne pur und ohne

Wolken

Gefahrene Strecke: rund um den Großen Müggelsee. Diese Tour hat sich im Nachhinein nicht

gelohnt. Viele Kilometer führten entlang von Autostraßen. Zwei in der Karte verzeichnete

Fähren verkehrten nur am Wochenende.

11.45 Uhr Abfahrt mit dem Pkw über die A 113, A10, A 9, A4, A 7, B 49, A 3

645 KM, Durchschnitt 103 kmh,

Außentemperatur bis 26,5°, bei Neuwied starkes Gewitter, Temperatur fiel auf 11,5°

18.30 Uhr Ankunft zu Hause

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Insgesamt wurden 264 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt, davon 230 auf dem

Mauerweg inkl. An- und Abfahrt vom/zum Hotel.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 13,8 kmh und somit bei einer reinen Fahrzeit von

19:06 Stunden.

Die Temperaturen lagen stets zwischen 21 und 25° am Nachmittag bei Sonne pur vom

Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang.

Für den Mauerweg diente uns das Bikelinebuch“Berliner Mauer-Radweg“, 4. Auflage aus

dem Jahr 2007. Aufgrund diverser Baumaßnahmen wurde die Routenführung an einigen

Stellen geändert. Das führte hin und wieder zu unübersichtlichen Situationen.

Die Beschilderung war weitgehend in Ordnung, allerdings gab es diverse Kreuzungen oder

Gabelungen ohne eindeutige Hinweisschilder. Stattdessen konnte man an langen Strecken

ohne jede Möglichkeit des Abbiegens eine wiederholte Beschilderung auf den Mauerweg

feststellen.

Wenige Kilometer führten entlang von Autostraßen. Die weitaus größte Strecke konnte auf

gut ausgebauten Radwegen mit den unterschiedlichsten Belägen gefahren werden.

Steigungen kamen zwar vereinzelt vor, insgesamt aber ohne große Bedeutung.

Nicht zu toppen ist der Informationswert des Mauerweges. An zahlreichen Stellen wird

durch Informationen und Bildmaterial auf die Besonderheiten während des „Kalten

Krieges“ hingewiesen.

Beeindruckend in Berlin-Mitte beginnend die Bodenmarkierung über viele Kilometer an der

Stelle der ehemaligen Mauerführung.

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