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TEST

Universaltalent?

Viele Waidmänner frönen der Jagd wie dem wettkampfmäßigen

Schießen — ideal wäre für diese Klientel eine

für beides nutzbare Büchse, also eine sportlich-jagdliche

Allroundwaffe. VISIER ging auf die Pirsch.

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Savage-Repetierer Model 10 Precision Carbine

Alexander Eisnecker

und Andreas Wilhelmus

Es gibt eine Reihe von Themen, über

die Leser und Redakteure immer

wieder bei der VISIER-Hotline diskutieren

— eins davon: der Wunsch nach einer

kompakten Büchse, die sich sowohl zur

Jagd führen als auch sportlich einsetzen

lässt. Und weil sich die Anfragen danach

in jüngerer Zeit häuften, hielten die

VISIER-Autoren und -Redakteure danach

Ausschau — dabei fiel schließlich der

neue Precision Carbine (PC) aus der Modellreihe

10 von Savage Arms ins Auge.

In Deutschland von Helmut Hofmann

als Importeur vertreten, steht die Traditionsmarke

Savage in den USA für technische

Innovation und gute Qualität zu

moderaten Preisen. Also nahmen die

Tester den Savage PC einmal genauer

unter die Lupe und schauten, ob er waidmännischen

wie sportlichen

Ansprüchen gerecht

wird.

Modell: Savage Model 10 Precision Carbine

Preis: € 1095,- ohne Optik

Kaliber: .308 Winchester

Kapazität: 4+1 Patronen

Gesamtlänge: 1209 mm

Lauflänge: 508 mm (20”)

Gewicht: 3628 g

Ausführung: Synthetikschaft in Digital-Camo-

Design, AccuTrigger, AccuStock, vergrößerter Kammerstängelgriff,

unten liegender Verschlusshaltebolzen,

zusätzliche Riemenöse für Zweibeinbefestigung.

Das Testmodell: Der PC wartet mit einer

Gesamtlänge von 40,5“ (zirka

103 cm) und einer Lauflänge von 20“

(zirka 508 cm) auf. Damit erweist sich

die Büchse als führig genug für den bequemen

Einsatz auch auf engen Hochsitzen

und Kanzeln. Davon abgesehen

reicht die Lauflänge für adäquate Anfangsgeschwindigkeiten

und beste Präzision

absolut aus. Trotz des kurzen,

aber mit einem Mündungsdurchmesser

von 18 mm noch eher dicken Laufes

schwingt die führige Waffe gut mit.

Auch der Einsatz bei der Drückjagd

oder im Schießkino erscheint erfolgversprechend.

Die Büchse kommt in .223 Remington

und .308 Winchester und kostet knapp

1100 Euro. Die Tester entschieden sich

für das universelle und von Hause aus

hochpräzise 308er Kaliber. Beim Sportschießen

sehr erfolgreich vertreten, hat

sich die “Dreinullacht” überdies auf alles

in Europa vorkommende Wild jagdlich

absolut bewährt. Die ausgewählte

Savage-Büchse weist einen Zehn-Zoll-

Drall auf. Er kommt einer jagdlichen

Verwendung sehr entgegen, da dieser

auch schwere Geschosse sicher stabilisiert

— für diese Projektilart wäre der

Standarddrall mit zwölf Zoll zu lang.

Um das System zusätzlich zu versteifen,

montierten die Tester eine einteilige Picatinny-Schiene

mit 20 MOA (Winkelminuten)

Neigung. Sie kam von der

US-Firma Benchsource (leider aus rechtlichen

Gründen derzeit nicht lieferbar).

Darauf kam mittels Leupold-QRW-Rin-

43

Fotos: Michael Schippers, VISIER-Archiv


TEST

gen von Martin Grahlmann ein

im Direktvertrieb erhältliches

Nachtfalke 5-20x50 Mil-Dot

mit Leuchtpunkt von der

Dresdner Firma DDoptics.

So ausgerüstet, gingen die

Tester der eingangs gestellten

Frage nach und schauten sich

die Büchse näher an. Der Precision

Carbine baut auf dem kleinen

Savage-System auf. Dieses

ist für die kurzen Patronen

(.223 Rem., .308 Win.) vorgesehen.

Der PC bietet alle derzeit

neuen Features von Savage:

den AccuTrigger, den Accu

Stock, die verbesserte Schaftkappe

und die neue Laufarretierung.

Letztgenannte ersetzt

die gezackte Laufmutter durch

eine Verriegelungsbuchse.

Diese kann in einen Klemmschraubstock

eingespannt

werden. Die neue Schaftkappe

verdient ein klares Plus: Mit

dem gelartigen “schwabbeligen

Etwas” am Ende des Schaftes

kann der Schütze optimal

in Anschlag gehen. Die Kappe

ist wesentlich flexibler als alle

sonst am Markt üblichen Versionen.

Der Rückstoß der Büchse

fühlt sich damit deutlich angenehmer

an als bei anderen

gängigen Repetierbüchsen

im gleichen Kaliber. Die .308

Winchester ist nicht gerade eine

“Hammerpatrone“, bei langen

Serien kann aber der

Rückstoß auch bei ihr etwas ermüdend

wirken — die weiche

Schaftkappe minimiert das

extrem gut.

Der AccuTrigger ist nicht mehr

ganz neu (“Accu” steht hier für

“accurate”, also präzise). Er

konnte sich schnell eine große

Fan-Gemeinde erobern. Hier

hat man das Abzugszüngel à la

Glock-Pistole in der Mitte längs

gespalten und eine Art Vorabzug

als zusätzliche Sicherung

eingesetzt. Bei diesem, von

Der Precision Carbine kommt

serienmäßig mit einem Vier-

Schuss-Magazin. Der versenkte

Magazinlösehebel lässt sich

selbst mit Handschuhen gut

bedienen. Das Gleiche gilt für

den Verschlusshaltebolzen.

Dieser sitzt zwischen Abzugsbügel

und Magazinschacht.

Savage “AccuRelease” genannten

Vorabzug heißt es, etwa

280 Gramm zu überwinden.

Erst dann trifft der Finger auf

den eigentlichen Abzug mit

nochmals rund 1740 g Abzugsgewicht.

Dieser bricht sehr

trocken und ohne irgendwelches

Kratzen. Drückt die Fingerspitze

nur den eigentlichen

Abzug (ohne das Mittelteil),

wird dieser zwar entspannt,

aber der AccuRelease versperrt

der Abzugsstange den

Weg. Es kann also kein Schuss

brechen. Das Abzugsgewicht

lässt sich übrigens dank eines

mitgelieferten Schlüssels individuell

einstellen.

Savage bewirbt seine aktuellen

Waffen mit der Technik des

“Button Rifling” (Knopfzugverfahren).

Diese Bezeichnung beschreibt

das spanlose Ziehen

eines Laufes — ein Werkzeug

(Pilot) verdrängt Material und

bildet so das Zug-/Feldprofil

aus. Im Unterschied dazu hat

der beim spanenden Ziehen

verwendete Pilot Schneide-

Im direkten Vergleich der

Technik von neuer (o.) und alter

Model-10-Variante (u.) fallen

der vergrößerte Knauf des

Kammerstängels, das im

Abzug sitzende zusätzliche

Züngel und der geänderte

Verschlusslöser (Pfeile) auf.

44 VISIER 12/2010


Savage-Repetierer Model 10 Precision Carbine

Der Floating Bolt Head der

Savage-Büchse besteht aus

zwei Teilen mit je zwei Warzen.

Der hintere Teil kann sich

frei drehen. Dadurch liegen

die Warzen gleichmäßiger an.

klingen. Beim Vor- und Zurückschieben

im Lauf trägt das

Werkzeug Material ab. Die Züge

werden quasi in die Laufbohrung

geschnitten, und die

Felder bleiben dazwischen stehen.

Nachdem die Tester mit einem

Endoskop in den Lauf geblickt

hatten, bezweifelten sie

aber, ob die beiden vorliegenden

Savage-Büchsen per Button

Rifling bearbeit wurden.

Bei der spanenden Laufbearbeitung

entstehen in den Zügen

typische Querriefen an

den Stellen, an denen der Span

jeweils bricht. Diese Art von

Querriefen gab es augenscheinlich

auch in der Testwaffe

und einer als Referenzwaffe

herangezogenen zweiten PC

eines Vereinskameraden.

Auf eine über den Importeur

an Savage gerichtete schriftliche

Anfrage folgte schon nach

zwei Tagen eine ausführliche

schriftliche Antwort. Savage

versicherte ausdrücklich, dass

alle beim Model 10 Precision

Carbine verbauten Läufe Button

Rifled hergestellt werden.

Was als Querriefen wahrgenommen

werde, sei typisch für

die spezielle, im Hause Savage

angewandte Fertigungsmethode;

es handle sich dabei um

Werkzeugrückstände in der

neuen Waffe. Wie dem auch

sei, die Schießtests fielen bei

beiden Waffen jedenfalls hervorragend

aus.

So wie die anderen Savage-

Büchsen Model 10 hat auch der

Precision Carbine einen “Floating

Bolt Head“, also einen

beweglichen Verschlusskopf.

Sein Design bewirkt eine nahezu

perfekte Passung der Verschlusswarzen,

wie sie ansonsten

nur durch aufwändige

manuelle Bearbeitung erreicht

wird. Übrigens lässt sich der

Verschlusskopf für einen

nachträglichen Kaliberwechsel

problemlos austauschen.

Die Passgenauigkeit der Ver-

VISIER 12/2010

schlusswarzen überprüften

die Tester mit der guten alten

Ruß-Methode (es geht auch mit

Tippex) und sauten den Verschlusskopf

erstmal ordentlich

ein. Aufgrund des gleichmäßigen

Abriebs, kamen sie zum

Ergebnis: “Hose passt!” Die

Warzen lagen überall gleichmäßig

an.

Gut gefiel auch der neue, vergrößerte

Griff am Kammerstängel.

Dieser macht das Repetieren

wesentlich bequemer

als der sehr kurze Mini-Griff

des Vorgängermodells. Ebenfalls

neu ist der als AccuStock

bezeichnete Schaft. Sein Geheimnis:

ein stabiles Schienensystem

aus Aluminium. Es

reicht fast über den gesamten

Vorderschaft und bettet das System

fest über die gesamte Länge.

Savage vergleicht diese Bettung

mit einer Art dreidimensionalem

Schraubstock. Der

Precision Carbine ist bisher

nur in “Digital Camo” lieferbar

— für die deutsche Jägerschaft

zweifelsohne gewöhnungsbe-

3 1

dürftig. Die Magazinkapazität

von vier Patronen reicht für die

Jagd vollkommen aus. Im

sportlichen Bereich wäre ein

Fünf- oder Zehn-Schuss-Magazin

wünschenswert, den Zehner-Tank

gibt es aber zumindest

auf dem US-Zubehörmarkt.

Der Lösehebel sitzt an

der Frontseite des Magazinschachtes.

Neu ist der Verschlusshalter.

Anstelle des bisher

eher wenig bedienfreundlichen

schmalen Blechteils an

der Hülsenseite gibt es nun einen

gut zu erreichenden, in

den Abzugsbügel integrierten

Schiebebolzen. Verschlusshalter

wie Magazinlösehebel

lassen sich gut mit Handschuhen

bedienen.

Die neue Schiebesicherung

fällt jetzt größer und ergonomischer

aus als bisher. Sie hat eine

geriffelte Oberfläche und

sitzt gut erreichbar am oberen

Ende des Kolbenhalses. Die Sicherung

hat drei Stellungen. In

Wird das zusätzliche Züngel (1) des AccuTriggers nicht gedrückt, blockiert dessen Verlängerung die

Abzugsstange (2). Die Schraube (3) regelt das Abzugsgewicht. Die Grafik zeigt den älteren Abzug mit

dem oben liegenden Verschlusslösehebel (4).

2

4

45


TEST

Das Endoskop ermöglichte die

Untersuchung des gesamten

Laufinneren von der Mündung

bis zum Patronenlager.

vorderster Position signalisiert

ein auffälliger roter Punkt die

Feuerbereitschaft. In der mittleren

Raste ist der Abzug gesperrt,

aber die Kammer lässt

sich öffnen. In der hinteren

Stellung blockiert die Sicherung

Verschluss und Abzug.

Mit dieser komplett aus Amerika

stammenden Waffentechnik

wurde das “Nachtfalke“ 5-

20x50 Mil-Dot aus Dresden

“verheiratet“. Ziel war es, eine

Optik zu montieren, die sowohl

sportlich als auch zur Jagd einsetzbar

ist. Jagdlich sollten

dank 50er Objektiv und

Leuchtpunkt auch in tiefer

Dämmerung noch sichere Treffer

möglich sein.

Praxisteil. Die Büchse wurde

mit einer Standardlaborierung

eingeschossen und der

Lauf zunächst alle fünf, später

alle zehn Schuss gründlich gereinigt.

Durch die geneigte

Montageschiene bot es sich an,

den ersten Dot über dem Mittelkreuz

des DDoptics als Haltemarke

auf 100 Meter zu nehmen.

Das Schießen bestätigte

den ersten Eindruck von den

neuen Komponenten. Der vergrößerte

Kammerstängel sorgt

für eine einfache Bedienung.

Vor allem die Entnahme des

Verschlusses zur Reinigung

war sehr simpel. Auch mit

Handschuhen sollte dies kein

Problem mehr darstellen —

eine klare Verbesserung im

Vergleich zu den älteren Model-

10-Varianten. Nach dem Anschießen

wurden einige vorbereitete

Laborierungen aus der

Waffe getestet. Die Streukreise

Steht keine netzbetriebene Lichtquelle zur Verfügung, hilft notfalls auch eine kleine Lampe. Links

neben dem Endoskop eine Auswahl an getesteten Geschossen (v.l.): ein 220 grs Sierra Matchking,

von Hornady ein 168 grs BTHP, ein 150 grs Interlock sowie ein 155 grs A-Max.

auf der 100-Meter-Bahn reichten

dabei, umschlossen gemessenen,

von 11 bis 26 mm (siehe

Tabelle).

Bei der Diskussion der Ergebnisse

mit anderen Schützen

kam die Idee auf, zwecks preiswerterem

Training auch eine

reduzierte Ladung mit Bleigeschoss

aus der Waffe zu probieren.

Beim sportlichen Kurzwaffenschießen

sind Bleigeschosse

längst weit verbreitet

und sehr beliebt — bei Kleinkaliberschützen

sowieso. Im

Großkaliber-Langwaffenbereich

hingegen trifft man sie seltener

an und dann fast ausschließlich

bei den Ordonannzgewehr-Schützen.

Versuch macht klug: Aus dem

Saarland kam vom engagierten

Bleigeschoss-Enthusiasten

Heinz Malburg ein Päckchen

mit zwei Sorten Bleigeschossen

im Diameter .30”. Es waren

190-Grains-Geschosse aus der

Lyman-Kokille # 311644 und

200-Grains-Geschosse aus der

RCBS-Kokille SILH 541. Aus

der Lyman-Kokille entsprang

ein Geschoss mit zwei Fettrillen

im hinteren und zweien im

Bereich der Nase. Zwischen

beiden Rillenpaaren liegt ein

breites Stauchelement. Diese

Konstruktion soll besonders

präzise sein. Das Silhouetten-

Geschoss von RCBS verfügt

nur über eine einzelne Fettrille.

Im vorderen Bereich entspricht

das Geschoss laut Hersteller

im Durchmesser dem

Feldmaß. Dann folgt im unteren

Bereich die Fettrille, dahinter

ein Führungsband. Dieses

soll beim Laufdurchgang

durch Stauchung in den Zügen

den Drall auf das Projektil

übertragen.

Mit dem Bleihärtetester HP83

von Erich Bischof (54 Euro)

und einer Messlupe bestimmten

die Tester die Bleihärte der

überlassenen Geschosse. Sie

lag bei etwa 11-12 Brinell. Die

bereits kalibrierten und gefetteten

Projektile hatten keine

Gaschecks. Dieser ist bei reduzierten

Ladungen im Geschwindigkeitsbereich

bis etwa

500 bis 525 Meter pro

Sekunde auch nicht zwingend

erforderlich. Bei höheren Geschwindigkeiten

schützen die

kleinen Tombaknäpfchen den

Geschossboden. Dieser könnte

ansonsten durch die heißen

Pulvergase angeschmolzen

46 VISIER 12/2010


Savage-Repetierer Model 10 Precision Carbine

werden. Das wiederum führt

in der Regel zu einer starken

Verbleiung des Laufes.

Bei der Umstellung von Bleiauf

Mantelgeschosse (und umgekehrt)

sollte man unbedingt

auf einen gründlich gereinigten

Lauf achten. Deshalb stand

vor dem Test der Bleigeschosse

als erstes sorgfältiges Putzen

auf dem Programm. Kokillen-Hersteller

Klaus Wich aus

Frankfurt rät ferner beim Verwenden

von Bleigeschossen,

die Waffe auch neu einzuschießen.

So soll sich ein Bleifilm

Wiedersehen macht Freude.

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im Lauf aufbauen und bessere

Präzision und gleichmäßigere

Ergebnisse folgen.

Bleihaltiger Test. Zwei Ladungen

wurden vorbereitet:

Das Geschoss aus der

Lyman-Kokille kam in eine Lapuahülse

und wurde mit 19

Grains Accurate 5744 sowie einem

Winchester-Large-Rifle-

Zündhütchen versorgt. Bei

dem Projektil aus der RCBS-

Form kamen die gleichen Komponenten,

jedoch ein Grain

weniger Pulver, zum Einsatz.

Beiden Ladungen liegen im

Minimalbereich und lassen

sich bei Bedarf steigern. Vor

dem Setzen der Geschosse

wurden die Hülsen mit dem

Universal Case Expanding Die

von Lee vorsichtig angetrichtert.

Der leichte Trichter verhindert

ein Abscheren des

Bleis vom Geschoss.

Schon beim ersten Schuss

zeigten sich zwei ungewohnte

Faktoren: Der Knall fiel deutlich

schwächer aus, und ein

Rückstoß war nicht zu spüren.

Die Waffe geriet kaum aus der

Ziellinie. Beim Beobachten der

82 5055 PUMA IP schweissfährte

82 5053 PUMA IP firefox

82 5054 PUMA IP tiger

Scheibe konnte das Auge

durch die Zieloptik sogar den

Einschlag des Geschosses erkennen.

Eine ungewöhnliche

Erfahrung, die man sonst nur

beim Armbrustschießen oder

mit Luftgewehren auf weite

Distanzen macht.

Das “Einbleien” des Laufes auf

Empfehlung von Bleigeschoss-

Spezialist Wich mit 20 Schuss

diente auch zum Einstellen

des Zielfernrohres. Das glich

den deutlichen Höhenversatz

des Trefferbildes aus. Es folgte

der Präzisionstest mit den bei-

82 5055 PUMA IP schweissfährte

Messergewicht: 156 g

Beschalung: Pakkaholz, rot

82 5053 PUMA IP firefox

Messergewicht: 157 g

Beschalung: ABS, rot-schwarz

82 5054 PUMA IP tiger

Messergewicht: 154 g

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Technische Daten:

Klingenlänge: 112 mm

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TEST

den Bleilaborierungen. Hierzu

gaben die Prüfer jeweils fünf

Gruppen mit zehn Schuss ab.

Zwischen den Gruppen war

Durchziehen mit einer “Bore

Snake” angesagt. Nach jeder

Schussgruppe erfolgte ein

Wechsel auf die jeweils andere

Laborierung. Mit dem RCBS-

Geschoss lagen die Streukreise

(umschlossen gemessen) zwischen

36 und 40 mm. Beim Lyman

waren die Einschläge mit

32 bis 34 mm gleichmäßiger

und etwas dichter beisammen.

In beiden Fällen lässt sich die

Präzision wohl noch deutlich

verbessern. Dabei kommen

nicht nur Ladungsvariationen

in Betracht, sondern auch andere

Setztiefen. Gerade die

Konstruktion von Lyman bietet

sich hierfür an. Entgegen der

Erwartungen verschlechterten

sich mit zunehmender Schusszahl

die Ergebnisse nicht.

Nach etwas mehr als 130

Schüssen schauten die Prüfer

nochmals mit dem Endoskop

in den Lauf. Zwar sahen sie

deutliche Bleispuren — aber

keinesfalls im Übermaß. Ein

Weiterschießen wäre problemlos

möglich gewesen. Auch

wenn die auf Anhieb erzielten

Ergebnisse nicht weltrekordverdächtig

sind, zeigen die

Bleigeschosse eine kostengünstige

Trainingsalternative auf.

Eperimentierfreudige sollten

die Streukreise auch auf Werte

um die 25 mm senken können.

Fazit: Seinem Namen wird

der Precision Carbine in jedem

Fall gerecht — jedoch ist er

noch nicht der gesuchte Idealkanditat

für die jagdlich-sportliche

Allroundwaffe: Führigkeit

und Präzision weisen

zwar in die richtige Richtung,

jedoch erscheint den Testern

die Büchse fürs sportliche

Der Blick in das AccuStock-Muster aus Acryl verrät, über welche

Länge die hier rote Aluminiumschiene das System bettet.

Schießen als zu leicht. Zusammengenommen

reißen die getesteten

Laborierungen die

breite Palette von Möglichkeiten

an, die in der kleinen,

handlichen Büchse stecken.

Die Waffe im ausgewogenen

Kaliber .308 Winchester befriedigt

insbesondere im Zusammenspiel

mit schweren

Geschossen auf alles in

Deutschland übliche Wild. Die

schweren Projektile tragen in

Verbindung mit dem kurzen

Zehn-Zoll-Drall sehr zur Leistung

der Büchse bei. Die ergänzen

auch der gute Abzug

und der solide Lauf (man

könnte ihn wegen seines 18mm-Durchmessers

als “semibullbarrel“

bezeichnen). So

kann nicht nur der Jäger, sondern

auch der Sportler erfolgreich

mit dem Precision Carbine

agieren. Ein weiteres dickes

Plus entfällt auf Transport und

Führen im Revier. Im Koffer

lässt sich die Büchse problemlos

im Gepäckraum eines

Kleinwagens unterbringen.

Geschultert meistert der Jäger

auch steile Anstiege, und im

Dickicht bleibt er selten hängen:

Für den Jäger auf jeden

Falle ein Gewinn und durchaus

für den sportlichen Schuss ge-

Im Test kamen auch Bleigeschosse aus der RCBS-Silhouetten-Kokille No. 541 (l.) und aus der Lyman-Kokille No. 311644 zum Einsatz.

Die Matrizen rechts daneben dienen zum Kalibrieren der Hülsen sowie zum Setzen, Fetten und Kalibrieren der Geschosse.

48 VISIER 12/2010


Savage-Repetierer

eignet — auch wenn eine reine

Matchwaffe mehr Komfort und

mehr Ruhe im Schuss bietet. Æ

Savage-Waffen importiert die

Firma Helmut Hofmann

(www.helmuthofmann.de) —

Achtung: Großhändler, kein

Direktvertrieb zum Endverbraucher.

Die Website des

US-Herstellers: www.savage

arms.com. Martin Grahlmann

erreicht man unter www.ZF-

Import.de

Heinz Malburg stellte die Bleigeschosse für den Test zur

Verfügung. Der 48jährige Saarländer schießt selbst seit 1982.

Er nennt insgesamt 86 verschiedene Kokillen für Kurz- und

Langwaffen- bis hin zu Flintengeschossen sein Eigen. Dank eines

selbstgefertigten Geschossfetts bekommt er fast jede Waffe dazu,

mit Blei zu “schießen”. Sein Erfolgsrezept: 60 % Bienenwachs,

20 % wasserfreies Lanolin (bekommt man in der Apotheke)

und 20 % lithiumverseiftes Wälzlagerfett.

Savage Model 10 Precision Carbine

Geschossgewicht/-typ,

Treibladung

Hülse PGL SK v2 E2

(mm) (mm) (m/s) (J)

1) 110 grs Hornady V-Max

43 grs Vihtavuori N130 Lapua 65 18 921 3023

2) 125 grs Sierra HP-FN

40 grs Vihtavuori N130 Winchester 65 26 803 2611

3) 150 grs Hornady Interlock

46 grs Accurate 2520 Hirtenberger 71,5 16 817 3243

4) 155 grs Hornady A-Max

44 grs Accurate 2520 Lapua 71,5 11 812 3311

5) Sierra 168 grs Matchking

42 grs Vihtavuori N140 Hirtenberger 72 9 751 3070

6) 168 grs Hornady BT-HP

42 grs PCL 507 Hirtenberger 72 13 759 3136

7) 175 grs Sierra Matchking

43 grs PCL 507 Norma 72 13 771 3070

8) 180 grs Hornady Interlock

43 grs Accurate 2520 Norma 72 18 764 3404

9) 201 grs RWS Kegelspitz

43 grs R 903

10) 220 grs Sierra RN Pro-Hunter

RWS 72 21 708 3264

44 grs Vihtavuori N550

11) 190 grs Lyman #311644

Lapua 72 16 696 3453

19 grs Accurate 5744

12) 200 grs RCBS Silh #541

Lapua 72 32 - -

18 grs Accurate 5744 Lapua 73 36 - -

Anmerkungen/Abkürzungen: Soweit nicht anders erwähnt, handelt es sich um

Maximalladungen! 1) Schnelle Raubwildlaborierung mit mittlerer Reichweite.

2 % Pressladung. Unerklärliche Geschwindigkeitsausreißer bei erster Messreihe.

2) Mittlere Rehwildpatrone. Deutlich unterhalb der Maximalladung. 3) Preiswertes,

präzises Geschoss für Jagd und Training. 4) - 6) Matchlaborierungen,

6) Hochleistungspulver für erfahrene Wiederlader. 7) Schwere Matchlaborierung.

8) Preiswerte Jagdlaborierung. 9) Schwere Jagdlaborierung mit klassischem

Geschoss. 10) Sehr starke Schwarzwildlaborierung. 11) + 12) Handgegossene

Bleigeschosse, reduzierte Scheibenladung, jagdlich nicht geeignet. PGL = Patronengesamtlänge

in Millimetern. v2 = durchschnittliche Geschossgeschwindigkeit in

Metern pro Sekunde, gemessen zwei Meter vor der Mündung. E2 = durchschnittliche

Geschossenergie zwei Meter vor dem Lauf in Joule. grs = Grains (1 Grain =

0,0648 Gramm). WLR = Winchester Large Rifle. BR = Benchrest. HP = Hollow

Point (Hohlspitz). FN = Flatnose (Flachkopf). BT = Boattail (Torpedoheck).

Alle Ladedaten ohne Gewähr.

VISIER 12/2010

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