Flächennutzungsplans mit integriertem Landschaftsplan - Gemeinde ...

iffeldorf

Flächennutzungsplans mit integriertem Landschaftsplan - Gemeinde ...

5 INFOS / GRUNDLAGEN FNP MIT INTEGRIERTEM LP GEMEINDE IFFELDORF

5.3 Geschichte

Erste deutliche Siedlungsspuren hinterließen im bayerischen Oberland die Kelten, die im

5. Jahrhundert v. Chr. von Westen her einwanderten und 15 v. Chr. von den Römern besiegt

wurden (BUKOVEC & EXNER 1994). Mit dem Niedergang des weströmischen Reiches wanderten

die römischen Legionen und Kolonisten ab und machten Platz für die nachrückenden

Bajuwaren, die sich in dem damals noch dünn besiedelten Land niederließen. Einige bajuwarische

Reihengräber aus dem 6. bis 7. Jahrhundert n. Chr. stellen die ersten anthropogenen

(menschlichen) Spuren auf dem Gemeindegebiet Iffeldorfs dar.

Im 8. Jahrhundert christianisierten Missionare aus Britannien, Irland und Gallien Germanien.

In diese Zeit fallen einige Klostergründungen (z. B. Wessobrunn), die zu geistigen Zentren

wurden. Von ihnen gingen Rodung und Urbarmachung der Region aus, die damals noch von

durchgehenden, dichten Wäldern bedeckt war. Iffeldorf wird erstmals im 11. Jahrhundert in

einem Schenkungsbuch des Klosters Benediktbeuern urkundlich erwähnt. In den darauf folgenden

Zeiten lag Iffeldorf im Einflussbereich wechselnder Grundherren und Adelsgeschlechter.

Mitte des 17. Jahrhunderts wurde Iffeldorf vom Kloster Wessobrunn gekauft, in

dessen Besitz es bis zur Säkularisation am Beginn des 19. Jahrhunderts blieb.

Iffeldorf ist ein Straßendorf, dessen Gebäude über Jahrhunderte in einer traditionellen Siedlungsform

entlang der Hofmark angeordnet waren. Der Ort teilt sich in das Oberdorf (Hofmark,

Dorfstraße) und das Unterdorf (Osterseenstraße). Erst nach dem 2. Weltkrieg änderte

sich das Ortsbild durch die Ausdehnung der Siedlungen, die sich heute zu einer fast durchgängigen

Bebauung zwischen Iffeldorf und Staltach geschlossen haben. Seit den 1970er

Jahren ging die Landwirtschaft zurück, so dass heute nur mehr wenige bewirtschaftete Betriebe

übrig sind. Dennoch hat sich die Wald-Feld-Verteilung im Großen und Ganzen erhalten.

In Iffeldorf macht diese Verteilung im Zusammenspiel mit den vielen offenen Wasserflächen

den Reiz der Landschaft aus.

5.4 Lage im Naturraum und Geologie

5.4.1 Lage im Naturraum

Naturräumlich liegt Iffeldorf in der Jungmoräne des Isar-Loisach-Ammergletschers (Standortkundliche

Landschaftsgliederung von Bayern, GLA 1991) bzw. dem Ammer-Loisach-

Hügelland (Meynen & Schmithüsen, 1962). Diese Landschaftseinheiten lassen sich noch

weiter untergliedern: dabei nimmt die Untereinheit „Osterseengebiet“, die die gesamte Eiszerfallslandschaft

umfasst, den größten Teil des Gemeindegebiets in Anspruch. Im Osten hat

Iffeldorf Anteil an der Untereinheit „Hügelland zwischen Penzberg und Obersöchering“, einer

Grundmoränenlandschaft zu der die Antdorfer-Iffeldorfer-Schotterterrasse gezählt wird. Ein

kleiner Teil im Westen des Gemeindegebiets liegt im Eberfinger Drumlinfeld (ABSP 1997).

Der eiszeitliche Einfluss ist überall deutlich spürbar: im Norden dehnen sich über weite Flächen

das Schechen- und das Weidfilz aus - Hochmoore, die sich durch Verlandung ehemaliger

Seen bildeten. Sie sind, ebenso wie die südöstlich anschließenden Niederungen der Os-

TEIL C – BESCHREIBUNG DES GEMEINDEGEBIETS 17

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