caliber konnte die erste Serienwaffe der n

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caliber konnte die erste Serienwaffe der n

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Die durchaus interessante, bedingt durch

den Wiederaufbau Deutschlands und

die Alliierten-Bestimmungen, wechselvolle

Entstehungsgeschichte des ehemaligen

Bundeswehr-Sturmgewehres Heckler & Koch

G3 haben wir in aller Ausführlichkeit in caliber

9/2004 innerhalb der Vorstellung des damals

neuen Schwaben Arms Rottweil (SAR) M41-

Selbstladegewehres abgehandelt. Leider war

sowohl die Firma SAR als auch deren G3-Zivilversion

in 7,62 x 51 mm nach relativ kurzer

Zeit wieder vom Erdboden verschwunden, was

auch zu besorgten Leserreaktionen am Telefon

und in e-mails führte.

Das vermeintliche Ende einer Geschichte

Diese bedauernswerte Tatsache mit der

offiziellen Bezeichnung "Insolvenz" ereignete

sich erstaunlicherweise trotz großen

Kundeninteresses und weiterer, Erfolg versprechender

SAR-Waffenprojekte. Hierzu

ein aktuelleres Schreiben des zuständigen

Insolvenzverwalters Albert Hirt von der Anwaltskanzlei

Hirt + Teufel aus Rottweil: "Am

3., 17. und 30.12.2005, jeweils von 09:00

bis 18:00 Uhr, beginnt in den Räumen der

insolventen Firma Schwaben Arms Rottweil,

Inh. Eckhard Prewo, e.K., Metzgerstraße

13, Rottweil der Total-Ausverkauf. Ziel ist

die komplette Räumung der Geschäftsräume.

In den vergangenen Monaten fand sich

Sabre Defence-Halbautomat XR41 in .308 Winchester

Englisches

Erstlingswerk

Das lange Warten hat sich gelohnt: caliber konnte die erste Serienwaffe der neuen XR41-Baureihe des britischen Unternehmens Sabre Defence

bereits ausführlich erproben. Hierbei handelt es sich um eine Neufertigung der legendären G3-Zivilversion HK 41 in 7,62 x 51 mm NATO.

für das insolvente Unternehmen kein Übernehmer.

Ein Verkauf der rund 4.000 Waffen,

der Munition, des Zubehörs und Inventars

im Ganzen erschien nicht wirtschaftlich.

Aus diesen Gründen hat sich der Insolvenzverwalter

dazu entschlossen, die Gegenstände

in Zusammenarbeit mit dem Schützenverein

Aixheim e.V. im Wege des Ausverkaufs

zu versilbern. Eckhard Prewo hatte

am 18.04.2004 beim Insolvenzgericht Rottweil

Insolvenzantrag gestellt. In der Folge

wurde RA Hirt vom Insolvenzgericht zum

vorläufigen Insolventverwalter bestellt.

Zunächst mußte der vorhandene Bestand

mit Hilfe der aus zwei Mitarbeitern bestehenden

Belegschaft und der beteiligten

Gläubigerbank aufgenommen und inventarisiert

werden. Nachdem feststand, daß Prewo

insolvent und eine die Kosten des Insolvenzverfahrens

deckende Masse vorhanden

ist, eröffnete das Insolvenzgericht am

01.07.2005 das Insolvenzverfahren. Über

die Gründe der Insolvenz will sich RA Hirt

nicht öffentlich äußern. Er mochte auch

nicht den Umstand kommentieren, daß kurze

Zeit nach der Insolvenz von Eckhard Prewo

eine Schwaben Arms GmbH in Rottweil

ihr Geschäft eröffnete; Geschäftsführer der

Schwaben Arms GmbH ist ausweislich des

Handelsregisters Artur Prewo." Soviel zu

diesem Thema.

Aktuelle Marktsituation

Früher einmal, als noch der berühmtberüchtigte

Anscheinsparagraph 37 das Sagen

im alten Waffengesetz hatte, gab es einige G3-

Zivilversionen, die aufgrund §37 durch Büchsenmacher

aber erheblich modifiziert werden

mußten, um sie den Sportschützen zugänglich

machen zu können. Das erstklassige, originale

Heckler & Koch-Reservistengewehr HK 41 verschwand

leider 1973 in der Versenkung (was

zur Entwicklung der SL6/7-Serie führte), doch

zu Beginn der 90er Jahre gab es aus den USA

reimportierte SR9-Gewehre und 1995 und

1998 folgten weitere G3-Sportumbauten auf

Basis der Lizenzfertigung aus Portugal in Form

G3-Zivilversion aus Großbritannien: Das brandeue, sportliche

Selbstladegewehr Sabre Defence XR41, hier mit

nachrüstbarer Aufsteck-Schaftbacke und Nikon Monarch-

Zielfernrohr 6,5-20x44 AO M MD. Außerdem zu sehen:

Taktische Blackhawk-Weste mit Ballistikschutzplatten des

US-Herstellers Protech Armored Products (beschußsicher

bis .308 Win.) sowie brandneues MOD-Messer Besh XSF-1.

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des SLG95 von Bernd Schulze aus Struchtrup

sowie SLG97 von Transarms. Durch das neue

Waffengesetz sind heutzutage aber weitaus

originalgetreue Zivilausführungen

erhältlich, wobei auf dem

Markt derzeit hauptsächlich die

M41-Modelle der neuen Firma

Schwaben Arms GmbH sowie das Hege

308 von der Firma Hege Jagd & Sport aus

Messkirch vertreten sind. Dieses recht

schmale Marktangebot wird jetzt um die Sabre

Defence XR41 bereichert.

Typisch britisches

Understatement

Erste Ideen, auch eine

G3-Zivilversion auf dem

Markt offerieren zu können,

existierten bei den Halbautomaten-Spezialisten

der Waffen Schumacher

OHG aus Krefeld, die bereits die russischen

Molot- und Izhmash-Selbstlader sowie

die englische Sabre Defence XR15-

Das reinrassige Semi-Auto-Metallgriffstück,

hier aus zwei Perspektiven, saß bombenfest in

seinem Gehäuse-Gegenlager. Dies ist die Basis,

um über die Verwendung von Matchabzügen

oder das saubere Abziehen überhaupt erst

nachdenken zu können.

Sabre Defence-Halbautomat XR41 in .308 Winchester

Baureihe im

Programm führten,

bereits im November

2003. Doch es sollten zwei Jahre

vergehen, bevor aus dem Gedanken ein

real existierendes Exemplar aus Stahl und

Kunststoff in Gestalt der hier vorgestellten

XR41 des britischen Unternehmens Sabre

Defence Industries werden sollte. Ein Prototyp

wurde jedoch bereits im Dezember

2004 den Experten des Bundeskriminalamtes

(BKA) in Wiesbaden vorgeführt, um

endgültige Detailabstimmungen vor dem

Start der Serienproduktion vornehmen zu


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können. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal

zu jüngsten, auf dem Markt

befindlichen G3-Zivilversionen ist hierbei

beispielsweise das reinrassige Semi-Auto-

Metallgriffstück, weil bisher zumeist nur

umgebaute Full-Auto-Griffstücke anzutreffen

waren. Bei der XR41-Baureihe handelt

es sich um Neufertigungen, wobei das

examinierte Testexemplar über ein

ungewöhnlich hohes Verarbeitungsniveau

und sehr

enge Passungen der

Hauptbestandteileverfügte.

Das

Griffstück

saß saugend

an seinem

Steckplatz unter

dem Gehäuse und

selbst der Verschluß ließ sich nur mühsam

aus seinem Blechprägegehäuse befreien

(bei altgedienten BW G3 oder klapprigen

Zivilversionen fällt der einem sonst bei

zaghaftem Rütteln blitzartig auf den Bo-

Sabre Defence-Halbautomat XR41 in .308 Winchester

Technische Daten der Sabre Defence XR 41

Kaliber: .308 Winchester

Funktionsprinzip: Rückstoßlader

System: beweglich abgestützter Rollenverschluß

Lauf: 450 mm Lauf mit 14 mm Außendurchmesser an der Mündung und Mündungsfeuerdämpfer

Schaft: Kunststoffschaft mit trapezförmigem HK 41-Handschutz. Andere Schaftgarnituren, Einschub-

Hinterschäfte sowie Zubehör (Schaftkappen und -backen) optional erhältlich

Abzug: Druckpunktabzug mit gemessenem Widerstand von 5.100 Gramm

Sicherung: Zwei-Positionen-Sicherung am Griffstück

Magazin: Einsteck-Kastenmagazin für 10 Patronen, wahlweise aus Stahl oder Alu

Visierung: Trommelvisier und Balkenkorn, ZF-Montage mit STANAG-Spannmontagen

Länge: 103 cm

Gesamtgewicht: 4,9 Kilogramm

Preis: 1.490 Euro für Standardausführung

Natürlich ist auch das Sabre Defence XR41 ein halbautomatischer

Rückstoßlader mit beweglich abgestütztem

Rollenverschluß.

den). Der im Gehäuse eingeschrumpfte 45

cm-Lauf mit Mündungsfeuerdämpfer ist

freischwingend gelagert und bei Entfernung

des trapezförmigen HK 41-

Handschutzes offenbart sich

eine Laufpartie mit Bull

Barrel-Abmessungen.

Lediglich

der Militärabzug mit einem gemessenen

Widerstand von 5.100 Gramm und

Kriechweg ließ keine Begeisterungsstürme

aufkommen, doch man bietet gleich Abhilfe

in Form einer Uhl-Matchabzugsgruppe

an. Dieser Druckpunktabzug mit feinerer

Sabre Defence XR41 in serienmäßiger Standardausführung

in der Seitenansicht.

Gesamtcharakteristik schlägt mit 380 Euro

zu Buche und wird in naher Zukunft von

uns erprobt. Hierbei bietet erst das

stramm sitzende Griffstück die Basis dafür,

daß sich der Einbau eines Matchabzuges

überhaupt lohnen könnte. Denn wenn das

Griffstück wackelt, gerät das saubere Abziehen

eher zum Abenteuer. Nach Angaben

des Importeurs ist die Waffe mit allen zivilen

G3/HK 41-Zubehörteilen kompatibel.

Ausgeliefert wird die XR41 in der Standardausführung

mit der guten, alten Trommeldioptervisierung

und einem metallenen

caliber-Kontakt

Weitere Informationen erhält man bei:

Waffen Schumacher OHG, Am Saxhof 12

47807 Krefeld, Telefon: 02151-933296

Fax: 02151-933297, www.waffenschumacher.com

info@waffenschumacher.com


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Einsteck-Kastenmagazin mit einem 20

Schuß-Körper, das im Innenleben auf zwei

Patronen (Jäger) oder zehn Patronen

(Sportschützen) begrenzt ist. Im umfangreichen

Zubehörprogramm von Schumacher

& Hoff entdeckt man auch gleich einen

speziellen Visiersteller (69 Euro). Insgesamt

umfasst die Equipmentliste jetzt

schon 19 Positionen, wobei beispielsweise

auch der interessante Rückstoßpuffer des

US-Herstellers Buffer Technologies von

Larry Bullock vertreten ist. Diesen Puffer

Sabre Defence-Halbautomat XR41 in .308 Winchester

werden wir noch genauer erproben, weil

er theoretisch nicht nur zur Waffenschonung,

sondern auch zur Präzisionserhöhung

durch verändertes Schwingungsverhalten

beitragen könnte. Neun der insgesamt

zehn Serienwaffen der ersten Lieferung

(mit deutschem Beschußstempel, die

weiteren Serienwaffen werden in Birmingham,

UK, beschossen) konnten bereits auf

der Waffenbörse Kassel bewundert werden.

Hierbei bestätigten uns Kenner der Materie,

also aktive Reservisten und Schützen,

Schußleistung der Sabre Defence XR 41 in .308 Winchester

Geschoß Treibladung OAL V2 V2-Diff. Präzision

Gewicht-Hersteller-Art-Dia. Menge-Hersteller-Sorte in mm in m/s in m/s in mm

155 grs Sierra HPBT .308 45,0 grs PB Clemont PCL 507 71,0 783 10 23 (42)

165 grs Hornady SST .308 42,0 grs Hodgdon Benchmark 72,0 768 12 56

168 grs Hornady HPBT .308 Hornady Fabrikpatrone "TAP" 71,2 718 16 45 (68)

168 grs Hornady HPBT .308 42,0 grs Hodgdon Benchmark 71,5 768 16 14 (39)

168 grs Sierra HPBT .308 44,5 grs Vectan SP 11 71,5 730 19 70

168 grs Hornady AMax .308 41,0 grs Vihtavuori N140 72,0 712 14 50

168 grs Sierra HPBT .308 S&B Fabrikpatrone 70,7 722 19 44

168 grs IMI HPBT .308 IMI Fabrikpatrone 70,7 716 14 27 (45)

170 grs RWS TM .308 RWS Fabrikpatrone 69,7 706 4 42

(Alle Handlaborierungen in PMC Hülsen, Trimmlänge 50,9 mm, mit Remington 9,5 Large Rifle- Zündern. Klammerwerte

inklusive eines Ausreißers, der auf den Erstschußeffekt zurückzuführen war. Alle Ladeangaben ohne Gewähr, Jeder

Wiederlader handelt nach dem Gesetz eigenverantwortlich)

Originales Reservistengewehr HK 41, Baujahr 1971.

daß auch sie von der Qualität und dem

Verarbeitungsniveau der neuesten G3-Zivilversion

beeindruckt waren.

Auf dem Schießstand

Das Sabre

Defence XR41

wurde mit einer

STANAG-Montage (149

Euro) mit Picatinny-

Schiene (27

Euro) sowie

billigen

Montageringen

der

US-Firma Weaver

und einem Nikon

Monarch-Zielfernrohr

6,5-20x44

AO M MD ausgerüstet.

Hierbei

wurde auch

gleich die aufsteckbare Schaftbacke (75

Euro) eingesetzt, um eine bessere Kopfposition

beim Schießen mit Optik zu gewährleisten.

Die mit Preisen versehenen Teile

werden allesamt durch die Waffen Schumacher

OHG optional angeboten. Der amtierende

deutsche BDS-Meister "100 Meter

Präzision Matchsportgewehr", Michael Fischer,

überprüfte die Schußleistung der

Gesamtkunstwerk: Es steht eine umfangreiche Palette an Zubehör zur Verfügung,

was vom Buffer Technologies-Rückstoßpuffer über die Uhl-Matchabzugsgruppe bis

hin zu originalen BW-Schaftgarnituren, STANAG-Montagen oder den speziellen

Schraubendreher für das typische Trommeldioptervisier reicht.


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XR 41 mit insgesamt neun Laborierungen

bei Fünf-Schuß-Gruppen im sitzend aufgelegten

Schießen auf der 100 Meter-Bahn.

Absolut hitverdächtig war die Handlaborierung,

bestehend aus 42 Grains Hodgdon

Benchmark und 168 Grains Hornady

HPBT-Geschoß, denn mit dieser Munition

konnte eine hervorragende Vier-Schuß-

Gruppe von 14 mm realisiert werden. Leider

öffnete sich der Streukreis aufgrund

des Halbautomat-typischen Erstschußeffekts

bei total fünf Schuß auf 39 mm. Doch

auch andere Streukreise, wie beispielsweise

23/42 mm (mit 45 Grains PB Clemont

PCL507 und 155 Grains Sierra HPBT-

Projektil) oder 27/45 mm (mit 168

Grains IMI Fabrikmunition) bewiesen,

daß die Sabre XR41 das Zeug zum

Schießen hat. Vor allem der üppig bemessene

Abzugswiderstand dürfte die Produktion

von noch kleineren Streukreisen vereitelt

haben. Vor dem Schießen wurde da-

Sabre Defence-Halbautomat XR41 in .308 Winchester

Firmenlogo auf dem Magazinschacht

des brünierten und einbrennlackierten

Systemkastens.

Der 450 mm lange, freischwingende Lauf besitzt unter

dem Handschutz Bull Barrel-Dimensionen und ist mit

einem Mündungsfeuerdämpfer ausgerüstet.

her die Waffe mehrfach trocken abgeschlagen,

um die Bewegungen des Zielfernrohr-Absehens

zu kontrollieren. Bei

diesem Trockentraining fiel auf, daß die

waffeneigenen Schwingungen bei der

"Schußauslösung" (Kontakt von Hammer

und Schlagbolzen) aufgrund des Blechprägegehäuses

recht ausgeprägt waren

und schon ausreichten, um das Absehen in

Bewegung zu bringen. Dies ist eine typische

Eigenschaft aller G3/HK 41-Gewehre

und erfordert eine möglichst stabile und

wiederholgenaue Anschlagtechnik, wenn

man Topschußleistung anstrebt. Beim aufgelegten

Schießen benötigt daher vor allem

der Hinterschaft eine stabile Auflage

und insgesamt sollte der Körperkontakt im

Anschlag so groß wie möglich sein, um die

Waffe kontrollieren zu können. Angesichts

des hohen Verarbeitungsniveaus und der

Schußleistung ist der Preis von 1.490 Euro

für die gezeigte, serienmäßige Standardausführung

mehr als angemessen.

Text: Stefan Perey/Michael Fischer

Fotos: Uli Grohs

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