Geschäftsbericht 2008 - 2012 (2,19 MB) - AWO

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Geschäftsbericht 2008 - 2012 (2,19 MB) - AWO

Präsidium, Aufsichtsrat und Vorstand Seite 1 | 1

Offen für Neues und Neue

Geschäftsbericht | 20082012

Bezirksverband

Ostwestfalen-Lippe e.V.


Geschäftsbericht | 20082012 Inhalt

Inhalt

Impressum

Arbeiterwohlfahrt (AWO)

Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe e.V.

Detmolder Str. 280 – 33605 Bielefeld

Tel. (0521) 92 16-0 – Fax (0521) 92 16-150

info@awo-owl.de – www.awo-owl.de

Verantwortlich Klaus Dannhaus, Vorstandsvorsitzender

Redaktion Mitarbeitende der Fachabteilungen, der Berufskollegs, des Fachseminares

für Altenpflege, des Bezirksjugendwerkes und der Kreisverbände

Endredaktion Erwin Tälkers, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Gestaltung seitenweise online/offline

Druck Druckhaus Dresden GmbH

Die AWO Ostwestfalen-Lippe e.V. ist beim Amtsgericht Bielefeld unter VR 1151 als Verein eingetragen.

Sie ist von der Körperschaftssteuer befreit und gemäß § 5, Abs. 1 Nr. 9 KStG als gemeinnützig

anerkannt. Steuernummer: 305 /5970/0254

© AWO Ostwestfalen-Lippe e.V., Mai 2012

Seite

Präsidium, Aufsichtsrat und Vorstand 3

Einleitung 4

Arbeitsbereich

Bildung 7

Bürgerschaftliches Engagement 11

Gesundheit und Soziales 17

Jugend und Familie 21

Kinder 27

Seniorinnen und Senioren 32

Geschäftsstelle 36

Zahlen, Daten, Fakten 41

Berichte Kreisverbände 42

Bericht Bezirksjugendwerk 51

Elfriede-Eilers-Stiftung 52

Dankeschön 53


Präsidium, Aufsichtsrat und Vorstand Seite 2 | 3

Präsidium, Aufsichtsrat und Vorstand

20082012

Präsidium

Vorsitzender Norbert Wellmann (Herford)

Stellvertretende Vorsitzende Wolf-Eberhard Becker (Bielefeld)

Siegfried Gehrke (Lippe)

Daniela Wollenberg (Bielefeld)

Weitere Mitglieder Paul Arens (Höxter, ab Januar 2011)

Annette Becker (Bielefeld)

Günter Bitterberg (Paderborn, bis Januar 2011)

Angelika Dopheide (Bielefeld)

Toni Fritz (Minden-Lübbecke)

Dieter Heistermann † (Höxter, bis Oktober 2010)

Inge Howe (Minden-Lübbecke)

Jürgen Jentsch (Gütersloh)

Wilfried Mittelberg (Bielefeld)

Heidi Ostmann (Lippe)

Klaus-Ulrich Pustlauk (Herford)

Thomas Riepe (Lippe)

Mechtild Rothe (Paderborn, ab Januar 2011)

Wolfgang Spanier (Herford)

Vertreter/in des Bezirksjugendwerkes Daniel Kröger (bis September 2011)

Revisor/in Inge Cordes

Antonia Hucke (ab September 2011)

Ulrich Pock

Ehrenvorsitzende Elfriede Eilers

Aufsichtsrat

Vorsitzender Norbert Wellmann

Stellvertretender Vorsitzender Siegfried Gehrke

Weitere Mitglieder Paul Arens (ab Januar 2011)

Vorstand

Günter Bitterberg (bis Januar 2011)

Wolf-Eberhard Becker

Toni Fritz

Dieter Heistermann † (bis Oktober 2010)

Jürgen Jentsch

Klaus-Ulrich Pustlauk (Herford)

Mechtild Rothe (ab Januar 2011)

Vorstandsvorsitzender Klaus Dannhaus (ab Januar 2010)

Wolfgang Stadler (bis Januar 2010)

Vorstand Dr. Nicolas Tsapos (ab Januar 2010)

Klaus Dannhaus (bis Januar 2010)


Geschäftsbericht | 20082012

Einleitung

Offen für Neues und Neue

„Offen für Neues und Neue“ – Unter die-

sem Motto steht unser Geschäftsbericht

für die Jahre 2008 bis 2012.

Den verbandlichen Bereich zu stabili-

sieren, die ehrenamtliche Arbeit in den

Ortsvereinen zu stützen und weiter zu

entwickeln, ist eine dauerhafte Aufgabe,

die wir im Berichtszeitraum durch unser

Projekt „Offen für Neues und Neue“ in-

tensiviert haben. Das nach der letzten

Bezirkskonferenz gestartete Projekt er-

reicht inzwischen eine Vielzahl von Orts-

vereinen und hat gemeinsam mit den

Mitgliedern vor Ort Angebote entwi-

ckelt und unterstützt die Arbeit gerade

auch im organisatorischen Bereich. Um

hier eine Nachhaltigkeit zu erzielen, ist

eine Fortführung des Projektes in enger

Anbindung an die örtlichen Gliederungen

sinnvoll und notwendig.

Offen für Neues zu sein, zielt aber

ebenso auf die Aktivitäten des Bezirksverbandes

im unternehmerischen Bereich.

Es ist wichtig, die Augen offen zu

halten für gesellschaftliche Veränderungen

und die sich daraus ergebenden

Anforderungen. Das Anschieben neuer

Projekte, aber auch die kontinuierliche

Weiterentwicklung bestehender Einrichtungen

und Dienste unter sich verändernden

Rahmenbedingungen sind eine

Grundvoraussetzung, um sich am Markt

behaupten zu können.

Die AWO in OWL ist einer der siebzehn

Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege

in NRW und wird sich auch

in Zukunft zu sozialpolitischen Fragen

positionieren sowie unterstützend und

beratend bei der Umsetzung von Gesetzvorhaben

beteiligen. Ein besonderer Vorteil

ist, dass wir als Spitzenverband und

Träger von Einrichtungen und Diensten

die Diskussion um gesetzliche Änderungen,

wie aktuell im Bereich des Wohnund

Teilhabegesetzes und der Novellierung

des Kinderbildungsgesetzes, durch

Impulse aus eigener Anschauung mit

entsprechendem Praxisbezug ergänzen

können.

Sozialpolitische

Herausforderungen

Die AWO hat in den letzten Jahren immer

wieder darauf hingewiesen, dass

die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise

nicht dazu führen dürfen, dass die

Leistungen des Sozialstaates abgebaut

werden und damit die Menschen, die auf

Sozialtransfers und staatliche Unterstützung

angewiesen sind, die Lasten dieser

verfehlten Politik zu tragen haben.

Die sozialpolitische Grundsatzerklärung

der AWO vom Januar 2011 fordert

zu Recht, dass ein handlungsfähiger Sozialstaat

handlungsfähige Kommunen

braucht. Eine Politik, die nur darauf abzielt,

die steuerliche Belastung zu sen-

Einleitung

Ihren 90. Geburtstag konnte unsere Ehrenvorsitzende Elfriede Eilers (Mitte) im Januar 2011 mit vielen

Gästen feiern. In und mit der von ihr gegründeten Elfriede-Eilers-Stiftung ist sie immer noch aktiv.

ken, nimmt den öffentlichen Haushalten

gerade die Spielräume, die sie benötigen,

um gezielt in Zusammenarbeit mit den

Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege

angemessene Angebote vorzuhalten

bzw. aufzubauen.

In den nächsten Jahren stehen wir vor

konkreten Herausforderungen:

Die Rahmenbedingungen in der Erziehung,

Bildung und Betreuung müssen

verbessert werden. Dies muss bereits

bei den Kindertagesstätten beginnen.

Gerade vor dem Hintergrund des weiteren

Ausbaus der Plätze für Kinder unter

3 Jahren ist hier eine Anpassung des

Personalschlüssels erforderlich. Einrichtungen

mit einem hohen Anteil armer

Kinder oder solchen mit einem hohen

Sprachförderbedarf oder Einrichtungen,

die sich verstärkt um Inklusion kümmern,

müssen auch eine bessere Förderung erfahren.

Ziel muss es sein, verstärkt präventiv

tätig zu werden und nicht erst nach

Eintreten einer Krise zu intervenieren.

Ressourcen für Kinder und Jugendliche


Offen für Neues und Neue Seite 4 | 5

müssen verlagert werden, weg von der

Krisenintervention, die im Alter von 12

bis 17 Jahren ansetzt, hin zu präventiven

Ansätzen, die insbesondere arme Kinder

und deren Familien in den prägenden

ersten Jahren unterstützen. Dies ist nicht

nur aus Sicht der Kinder und Jugendli-

chen ein richtiger Ansatz, sondern spart,

wie zahlreiche Studien zwischenzeitlich

belegen, Folgekosten und führt damit

perspektivisch zu einer Entlastung der

Haushalte.

Die Regelsätze sind entsprechend

den Vorgaben des Bundesverfassungs-

gerichts in einem transparenten Ver-

fahren anzupassen, mit dem Ziel, allen

Hilfsbedürftigen ein menschenwürdiges

Existenzminimum zu sichern und die

grundlegenden Bedarfe abzudecken.

Mittelfristig ist ein eigenständiges

Kindergrundsicherungsmodell einzu-

führen.

Nach dem aktuell vorliegenden Ar-

muts- und Reichtumsbericht liegt das

Armutsrisiko von Seniorinnen und Se-

nioren mit 13% genau im bundesdeut-

schen Durchschnitt. Die vorgenomme-

nen Rentenreformen, wie die Absenkung

des staatlichen Rentenniveaus, Nullrunden

bei der Rentenanpassung und die

Ver lagerung zu Privatversicherungen

werden die Situation verschärfen. Es

ist bereits jetzt absehbar, dass sich das

Alters armutsrisiko noch deutlich erhöht,

wenn hier nicht gegengesteuert wird.

Unsere Antworten

Wie die nachfolgenden Berichte aus den

Arbeitsfeldern verdeutlichen, hat sich

die AWO an vielen Stellen neuen Herausforderungen

gestellt, ihre bestehenden

Einrichtungen weiterentwickelt, ist

aber auch in neuen Arbeitsfeldern aktiv

geworden.

Eine gravierende Veränderung gab

es in unserem größten Arbeitsfeld, der

Kinderbetreuung. Durch den demografisch

bedingten Rückgang der Kinder

zwischen drei und sechs Jahren und dem

Im Rahmen der Aktion „Jetzt geht’s ans letzte Hemd“ protestierte die AWO 2010 gegen die

Kürzung von Sozialleistungen durch die Bundesregierung. Vorstand und Präsidium brachten

die gesammelten „letzten Hemden“ nach Berlin und übergaben sie an den AWO-Bundesvorsitzenden

Wolfgang Stadler.

Rechtsanspruch auf einen Betreuungs-

platz für Kinder unter drei Jahren hat

sich die Arbeit in den Kinder tagesstätten

grundlegend verändert. Inzwischen be-

trägt der Anteil der Kinder unter drei

Jahren in unseren Einrichtungen 20 %. In

fast allen unseren Einrichtungen mussten

entsprechende bauliche Anpassungen

vorgenommen und gleichzeitig die Arbeit

fachlich neu ausgerichtet werden.

Im Bereich der Altenhilfe konnten wir

die Modernisierung des Seniorenzen-

trums Müllerburg erfolgreich abschlie-

ßen. Um den veränderten Wünschen

nach altersgerechtem Wohnraum nach-

zukommen, sind im Berichtszeitraum

auch alternative Wohnformen für Seni-

oren entwickelt und umgesetzt worden.

Zu nennen ist hier u.a. unser Senioren-

Hausgemeinschaftsprojekt „Altes Logier-

haus“ in Bad Salzuflen.

Im Bereich Jugend und Familie haben

wir aktuell neue Projekte im Bereich

der offenen Jugendarbeit gestartet. So

wurde zu Jahresbeginn das bisher städ-

tische Jugendzentrum „die9“ auf die

AWO übertragen. Seit einigen Monaten

besteht in Bielefeld in Trägerschaft der

AWO ein Clearinghaus für unbegleitete,

minderjährige Flüchtlinge.

Ebenfalls in den Berichtszeitraum fällt

die Eröffnung der Mutter-Kind-Einrich-

tung in Rheda.

Unsere erfolgreiche Arbeit mit autisti-

schen Menschen wurde durch die Errich-

tung einer Tagesbetreuungseinrichtung

in Kirchlengern erweitert.

Die Arbeit in unserem Mutter-Kind-

Kurheim in Bad Meinberg konnte trotz

schwieriger Rahmenbedingungen fort-

geführt werden, nicht zuletzt durch

zusätzlich Angebote im Bereich des Be-

trieblichen Gesundheitsmanagements.


Geschäftsbericht | 20082012

Ausblick

Die Weichen für die Neuorganisation des

Verbandes sind gestellt. Das auf der letz-

ten Bezirkskonferenz 2008 beschlossene

Präsidiumsmodell hat sich bewährt.

Auch wenn die Entwicklung der Mit-

gliederzahlen in den vergangenen Jahren

insgesamt rückläufig war, ist die AWO

mit 142 Ortsvereinen und 7 Kreisverbän-

den noch überall in der Region vertreten.

Jährlich treten rund 600 neue Mitglieder

ein. Eines unserer wichtigsten Ziele für

die folgenden Jahre ist die Stärkung des

verband lichen Bereiches, um der rück-

läufigen Entwicklung entgegen zu treten.

Dabei geht es neben der Gewinnung neu-

er Mitglieder auch darum, die örtlichen

Aktivitäten weiter zu stärken, um über

diesen Weg mehr Menschen für die AWO

zu interessieren.

Auch die Frage, wie sich die AWO in

OWL mit ihren sieben Kreisverbänden und

dem Bezirksverband zukünftig strukturell

aufstellen wird, ist weiter auf der Tages-

ordnung. Die AWO in OWL hat inzwischen

mehr als 5.600 Beschäftigte, davon allein

3.600 beim Bezirksverband. Die wirt-

schaftliche Verantwortung für diese Ein-

richtungen, für die Beschäftigten und deren

Familien ist hoch. In den kommenden

Jahren soll mit externer Unterstützung ein

Strukturmodell entwickelt werden, das

die AWO in ganz OWL wettbewerbsfähig

hält und gleichzeitig die besondere Wertebindung

der AWO berücksichtigt.

Ein Thema, das in den nächsten Jahren

ebenfalls auf der Agenda steht, ist die

Gewinnung von Fachkräften.

Der Bezirksverband ist im Jahr 2010

mit dem Projekt „Nachwuchsförderung“

gestartet, das in Kooperation mit Schulen

die Jugendlichen frühzeitig über die

Berufsfelder „Kinderbetreuung“ und

„Altenpflege“ informieren und so gezielt

Interesse für diese Arbeitsfelder wecken

will.

Aber es geht nicht nur um die Gewinnung

neuer, sondern gerade auch um die

Bindung aller bisherigen Beschäftigten.

Eine im Jahre 2011 durchgeführte Mitarbeiterbefragung

hat bestätigt, dass

eine hohe Identifikation mit den Arbeitsinhalten

besteht. Auch das Miteinander

in den Teams und die Zusammenarbeit

mit den Vorgesetzten erhalten hohe

Zustimmungswerte. Kritisch bewertet

wurden teilweise die schwierigen Rahmenbedingungen.

Hier Entlastungen zu

schaffen, ist ein vorrangiges Ziel.

Im Jahre 2011 ist deshalb auch mit

dem Aufbau eines umfassenden Betrieblichen

Gesundheitsmanagements

gestartet worden, das sukzessive alle

Arbeitsbereiche des Bezirksverbandes

erfassen soll. Dabei geht es sowohl um

die Gesunderhaltung der Beschäftigten

Einleitung

Nachwuchsförderung wird bei der AWO groß geschrieben. Im Falle von Mitgliedern, Freiwilligen und

Beschäftigten sind besondere Anstrengungen dafür erforderlich. Auf dem Foto besucht Regierungspräsidentin

Marianne Thomann-Stahl (Mitte) ein Freiwilligenprojekt in der AWO-Kita Oetinghausen.

als auch um die Verbesserung des Arbeitsumfeldes.

Im direkten Zusammenhang

damit ist auch das Thema „Vereinbarkeit

von Familie und Beruf“ zu sehen,

das weiterhin bei der AWO einen hohen

Stellenwert hat.

Erfolgreich sein können wir nur im Zusammenspiel

mit den vielen Partnern

aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und

der Freien Wohlfahrtspflege. Wir danken

deshalb an dieser Stelle allen unseren Kooperationspartnern.

Wir danken unseren

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für

ihr großes Engagement. Wir danken allen

Ehrenamtlichen und Freiwilligen für ihre

Mitwirkung. Wir danken unseren Mitgliedern

für ihre Unterstützung.

Norbert Wellmann Klaus Dannhaus

Präsidium Vorstand


Bildung Seite 6 | 7

Bildung

Berufskollegs, Bielefeld /Herford

Seit 1995 in Bielefeld und seit 2001 in

Herford engagiert sich der Bezirksverband

mit den Berufskollegs der AWO

für eine gute Ausbildung. Im Schuljahr

2011/12 ermöglicht die AWO in OWL in

den beiden Berufskollegs des Bezirkverbandes

mehr als 650 Schülern und Studierenden

in 25 Klassen eine schulgeldfreie

Ausbildung oder Weiterbildung.

Das Hauptziel der Bildungsarbeit der

AWO-Berufskollegs besteht darin, Fachkräfte

für die differenzierten Aufgaben

in Kindertageseinrichtungen, in der

Schulkinderbetreuung, in den Feldern

der Erziehungshilfe und in der Behindertenarbeit

auszubilden. Dabei kann in den

Fachschulen jeweils zwischen zwei Ausbildungswegen

gewählt werden:

– 1. + 2. Jahr Vollzeit-Unterricht; im 3.

Jahr das Berufspraktikum oder

– Integrierte Ausbildung mit drei Tagen

Praxis und zwei Unterrichtstagen über

die gesamten drei Jahre.

Dieser Ausbildungsschwerpunkt spiegelt

sich auch darin wider, dass ca. 75 %

aller Studierenden und Schüler der

AWO-Berufskollegs die Fachschule für

Sozialpädagogik oder Heilerziehungspflege

besuchen und jährlich rund 130

Fachkräfte ihre Ausbildung in den beiden

Berufskollegs abschließen.

Da die Zahl der Studierenden und Schü-

ler im Berichtszeitraum von 610 auf ca.

650 leicht gestiegen ist, hat sich par-

allel die Zahl der Dozenten mit derzeit

43 auch leicht erhöht. Wesentlich für

diesen leichten Anstieg der Schülerzah-

len ist zum einen der Ausbau der integ-

rierten Erzieher-Ausbildung um einen

weiteren Parallelkurs seit dem Schul-

jahr 2011/12 als Reaktion auf die große

Nachfrage nach Fachkräften und als ge-

zielte Personalentwicklungsmaßnahme.

Zum anderen absolvieren an den AWO-

Berufskollegs zurzeit Kinderpflegerinnen,

die bereits mehrere Jahre in Kindertages-

einrichtungen tätig sind, eine spezielle

Nachqualifizierung über drei Jahre zur

staatlich anerkannten Erzieherin. Im Jahr

2012 werden die ersten 21 ihren Abschluss

erreichen.

Mit der angebotenen Fachoberschule

für das Sozial- und Gesundheitswesen

und den zahlreichen Weiterbildungen

für sozialpädagogische Fachkräfte wird

das breite Angebotsspektrum der AWO-

Berufskollegs komplettiert.

Die Schüler und Studierenden der

Berufskollegs kommen aus ganz OWL,

Schwerpunkte sind Bielefeld und der

Kreis Herford. Durch den Schulstandort

in Herford ist seit dem Jahr 2001 der An-

teil der Teilnehmenden aus den Kreisen

Herford, Lippe und Minden erheblich an-

gestiegen.

Schüler und Studierende nach Bereichen

2011/2012

350

280

210

140

70

0

Fachober-

schule

Erzieher/ HeilWeiter- innen erziehungspfleger/innenbildung

Die sehr große Nachfrage nach Ausbil-

dungsplätzen in beiden Berufskollegs, die

vielen positiven Rückmeldungen aus den

Praxisstellen und die hohe Zufriedenheit

der Absolventinnen und Absolventen mit

der Ausbildungsqualität bestätigen die

curricularen Entwicklungen.

Arbeitsbereich Bildung

Die Förderung des beruflichen

und personellen Nachwuchses wie

auch die Qualifizierung der Freiwilligen,

Mitglieder und Beschäftigten

sind zentrale Gegenwarts- und Zukunftsaufgaben

des AWO-Bezirksverbandes

Ostwestfalen-Lippe. Die

„Mitarbeitenden der Zukunft“ werden

in den Berufskollegs Bielefeld /

Herford und im Bielefelder Fachseminar

für Altenpflege ausgebildet.

Die AWO OWL ist Trägerin der Einrichtungen.

Die ständig steigenden Bewerberzah-

len insbesondere für die Fachschule für

Sozialpädagogik unterstreichen die gute

Qualität. In dem Berichtszeitraum hat

sich der Arbeitsmarkt für die Absolven-

tinnen und Absolventen sehr positiv ent-

wickelt. Das Stellenangebot ist so gut,

dass häufig zwischen mehreren Stellen

gewählt werden kann.

Kooperation mit der Praxis

Die Qualität der Ausbildungen zeich-

net sich durch die starke Verbindung

von Theorie und Praxis aus. Deshalb

ist es den AWO-Berufskollegs auch

ein großes Anliegen, mit der Praxis

eng zusammenzuarbeiten, um möglichst

gezielt für die Notwendigkeiten

des Berufsfeldes ausbilden zu können.

Dazu wird die enge Kooperation mit

den verschiedenen Trägern der Kindertageseinrichtungen

und der Behinderteneinrichtungen

bewusst gepflegt

und intensiv betrieben. Die Zusammenarbeit

besteht aus regelmäßigen

Praxisbesuchen von Lehrkräften, aus

Arbeitsgruppen zu Ausbildungsinhalten,


Geschäftsbericht | 20082012

In weiten Teilen eigenverantwortlich, projektorientiert und musisch-kreativ ist die Ausbildung an den AWO-Berufskollegs organisiert.

in der Gestaltung von Fortbildungen

für Praxisanleitungen und Weiterbil-

dungskursen für Fachkräfte sowie aus

Fachtagungen zu aktuellen Themen der

Berufsfelder.

Einzugsgebiete der AWO-Berufskollegs

Bielefeld

Gütersloh

Minden

Herford

Detmold

Höxter

Paderborn

Neue Entwicklungen

Die Erwartungen an das Arbeitsfeld

Kindertageseinrichtung werden immer

größer. Damit werden aber auch die

Kompetenzprofile der sozialpädagogischen

Fachkräfte immer anspruchsvoller

und differenzierter. Ein Beispiel dafür ist

der Ausbau des Platzangebots für unter

dreijährige Kinder. Die Fachschule reagiert

konzeptionell mit entsprechenden

curricularen Weiterentwicklungen

der Erzieherausbildung und der Konzipierung

eines Weiterbildungsangebotes

für langjährig tätige Fachkräfte.

Junge, ambitionierte Fachkräfte suchen

berufliche Perspektiven. Die Veränderungen

in den Arbeitsfeldern im

Sozial- und Gesundheitsbereich führen

zu erweiterten Anforderungen an die

Arbeitsbereich

Beschäftigten. Um diesem veränderten

Bedarf gerecht zu werden, sind Kooperationen

zwischen Fachschulen und

Fachhochschulen eine zukunftsweisende

Möglichkeit der Weiterentwicklung

von Fachkräften. Die Ausbildung

zur/m Erzieher/in an den Fachschulen

in den AWO-Berufskollegs wird dadurch

Grundlage für die Weiterqualifizierung

in Fachhochschulen im Rahmen eines

Bachelor-Studienganges. Während der

Fachschulausbildung erbrachte Leistungen

werden in erheblichem Umfang

anerkannt. Die Berufskollegs der AWO

haben dazu im Berichtszeitraum mit

verschiedenen Fachhochschulen in OWL

entsprechende Kooperationen entwickelt

und geschlossen.

• www.awo-berufskolleg.de


Bildung Seite 8 | 9

Fachseminar für Altenpflege, Bielefeld

Das AWO-Fachseminar für Altenpflege

im „Elfriede-Eilers-Zentrum“ in Bielefeld

bietet 150 Ausbildungsplätze in der Altenpflege.

Neben fünf Kursen zur staatlich

anerkannten Altenpflegefachkraft

und einem Kurs zum/zur staatlich anerkannten

Altenpflegehelfer/in werden

Fortbildungen für Praxisanleitungen,

Betreuungskräfte und Inhouse-Schulungen

in Kooperationseinrichtungen

durchgeführt.

Alle Schülerinnen und Schüler des

Fachseminares haben bereits vor der

Ausbildung Einblick in das Berufsfeld

erhalten. 85 % verfügen über Berufserfahrungen

im Rahmen von Freiwilligem

Sozialen Jahr (FSJ), Zivildienst, Praktikum

oder als Helfer in der Altenpflege.

Der Altersdurchschnitt liegt inzwischen

unter 30 Jahren. In die Altenpflegeausbildung

kommen 90 % der Schülerinnen

und Schüler mit Fachoberschulreife oder

Abitur, 10 % haben den Hauptschulabschluss

nach Klasse 10. In der Altenpflegehelferausbildung

überwiegt der

Hauptschulabschluss nach Klasse 9.

Praxisnah und zukunftsorientiert

Ziel des Fachseminares ist es, eine qualifizierte,

praxisnahe und zukunftsorientierte

Ausbildung zu gestalten. Die

Schüler erwerben Kompetenzen, die zur

selbstständigen, eigenverantwortlichen

und ganzheitlichen Pflege und Betreuung

hilfebedürftiger älterer Menschen

befähigen. Die theoretische Ausbildung

orientiert sich an den in der Praxis erforderlichen

Handlungskompetenzen.

Die Schüler werden durch problem- und

handlungsorientierten Unterricht an

ein selbstgesteuertes Lernen herangeführt.

Außerdem wird der Lernprozess

durch eine regelmäßige individuelle

Lernberatung der Schüler unterstützt

und gefördert.

Wichtig für die Qualität der Ausbildung

ist die enge Verzahnung von Theorie

und Praxis. Während der praktischen

Ausbildung erfolgt eine gezielte Anleitung

durch die Praxisanleitungen vor

Ort. Das Fachseminar führt regelmäßige

Pflegebesuche durch, in denen eine

vollständige Pflegehandlung zu planen,

durchzuführen und zu evaluieren ist. Die

praktische Prüfung findet in der Ausbildungseinrichtung

statt.

Die Zusammenarbeit mit der Praxis

wird unterstützt durch Projekte wie

„altengerechte Milieu- und Umgebungs-,

Fest- und Ausflugsgestaltung“, die jedes

Jahr in den Ausbildungseinrichtungen

durchgeführt werden. Vom Fachseminar

werden außerdem jedes Jahr mehrtägige

Veranstaltungen zu Wahlthemen angeboten.

Die seit einigen Jahren bestehenden

Kontakte zu einem niederländischen

Ausbildungsinstitut („Noorderpoort-

Das Team des AWO-Fachseminares für Altenpflege.

college“) und verschiedenen nieder-

ländischen Altenpflegeeinrichtungen

konnten fortgesetzt und ausgebaut

werden. Eine Studienfahrt hatte das Ziel,

das niederländische Ausbildungswesen

und psychogeriatrische Versorgungs-

modelle kennenzulernen. Praktika im

europäischen Ausland (bisher Däne-

mark, Italien, Schweden, Niederlande)

ermöglichten einen vertieften Einblick

in die Arbeits- und Ausbildungsstruk-

turen dieser Länder.

Die seit 2007 in NRW als Regelaus-

bildung eingeführte Altenpflegehelfer-

ausbildung hat sich für viele Schülerin-

nen und Schüler als gutes Sprungbrett

in die dreijährige Fachkraftausbildung

entwickelt. Sie bietet einen Zugang für

all diejenigen, denen der direkte Ein-

stieg in die Altenpflegeausbildung nicht

möglich ist. Ein erfolgreicher Abschluss

qualifiziert auch Schüler mit Haupt-

schulabschluss Klasse 9 für die dreijähri-

ge Ausbildung. Bei einem guten bis sehr

guten Abschluss kann die Fachkraftausbildung

sogar verkürzt werden.


Geschäftsbericht | 20082012

Gute Beschäftigungschancen

In der Altenpflegeausbildung schließen

die Schülerinnen und Schüler Ausbildungsverträge

mit einer Altenhilfeeinrichtung

im stationären oder ambulanten

Bereich und erhalten eine attraktive

Ausbildungsvergütung oder eine Förderung

über die Agenturen für Arbeit bzw.

die Jobcenter.

Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt

sind hervorragend. Alle erfolgreichen

Seminarabgänger konnten einen Arbeitsplatz

in der Pflege erhalten. Jedes

Jahr verlassen durchschnittlich 40 qualifizierte

Fachkräfte das Fachseminar. Sie

finden vorwiegend in der stationären

Altenhilfe, aber auch zunehmend in ambulanten

Diensten und in neuen Wohnformen

einen Arbeitsplatz.

Der Bedarf an Fachkräften in der

Altenpflege ist hoch und wird in den

nächsten Jahren weiter steigen. Sowohl

das Land NRW als auch die Arbeitsagenturen

haben deshalb 2010 die Zahl der

Ausbildungsplätze erhöht und spezielle

Förderprogramme aufgelegt. Auch für

das Jahr 2012 sind vom Land NRW 1.500

zusätzliche Plätze vorgesehen. Außerdem

wird 2012 in NRW die Ausbildungsumlagefinanzierung

wieder eingeführt

werden. Dies bedeutet, dass alle potentiellen

Arbeitgeber in der Pflege an der

Finanzierung der Ausbildung beteiligt

werden. Das Fachseminar wirbt gemeinsam

mit den Ausbildungseinrichtungen

und dem Projekt „Nachwuchsförderung“

des Bezirksverbandes aktiv um geeignete

Schülerinnen und Schüler.

Die kontinuierliche Schulentwicklung,

die enge Zusammenarbeit mit den praktischen

Ausbildungseinrichtungen und

die Orientierung an den beruflichen

Handlungsfeldern sichern eine hohe

Ausbildungsqualität.

Regelmäßige Befragungen bestätigen

eine große Zufriedenheit mit der

Qualität und Praxistauglichkeit der Ausbildung.

Es finden jährlich interne und

externe Qualitätsprüfungen statt. Seit

2007 ist das AWO-Fachseminar nach der

Qualitätsnorm DIN ISO und AZWV zertifiziert.

Durch die Kooperation mit der Fachhochschule

der Diakonie kann seit 2011

mit den entsprechenden Voraussetzungen

ausbildungsbegleitend der Bachelor

of Science in Nursing erworben werden.

Arbeitsbereich

Die Ausbildungen am AWO-Fachseminar für Altenpflege zeichnen sich durch einen hohen Praxisanteil

aus. Die späteren Berufschancen sind sehr gut.

Für die Zukunft zeichnet sich die Zu-

sammenlegung der beiden Pflegeaus-

bildungen Alten- und Krankenpflege zu

einer gemeinsamen generalistischen

oder integrierten Pflegeausbildung ab.

Erste Schritte sollen bis 2013 auf den Weg

gebracht werden. Modellprojekte zu

beiden Ausbildungsformen sind bereits

durchgeführt worden. Ein Modellprojekt

zur modularisierten Ausbildung wurde

im November 2011 abgeschlossen.

• www.awo-altenpflegeausbildung.de


Bürgerschaftliches Engagement Seite 10 | 11

Bürgerschaftliches Engagement

Von Menschen für Menschen

Offen für Neues und Neue

Die AWO-Ortsvereine bilden mit ihren

Mitgliedern und Ehrenamtlichen die Ba-

sis des AWO-Mitgliederverbandes. Mit

viel Einsatz und Herzblut findet vor Ort in

den Stadtteilen und Wohnquartieren das

soziale Engagement statt. Aktuelle Zah-

len zur Mitgliederentwicklung bestätigen

aber einen in Traditionsverbänden gene-

rell feststellbaren Trend: Ein hohes Durch-

schnittsalter der Mitglieder und jährlich

mehr Abgänge als Zugänge bei den Mit-

gliedschaften. Hier besteht Handlungsbe-

darf. Gemeinsam haben die Kreisverbände

und der Bezirksverband der AWO in OWL

daher zusätzlich zu den bisherigen Akti-

vitäten das Projekt „Offen für Neues und

Neue“ entwickelt und ab April 2010 an den

Start gebracht. Gemeinsam tragen sie die

Kosten als Investition in die Zukunft. Ein

Projektteam unterstützt die Ortsvereine,

neue Netzwerke aufzubauen und gemeinsam

neue Ideen und Kampagnen für jüngere

Zielgruppen ins Leben zu rufen.

Regionalgruppen

In so genannten „Regionalgruppen“

treffen sich die Interessierten aus den

Ortsvereinen, um gemeinsam neue Konzepte

und Ideen für ihre Ortsvereine zu

entwerfen und umzusetzen. Die Treffen

ermöglichen einen Austausch der Aktiven

untereinander und gegenseitige

Unterstützung. Die Regionalgruppen

bieten auch Raum, um ein gemeinsames

Projekt für das ganze Kreisgebiet zu erarbeiten.

So sind schon mehrere ortsübergreifende

Angebote entstanden.

Dies stärkt die gemeinschaftliche Arbeit

der AWO vor Ort. Die Teilnahme an den

Regionalgruppen steht allen AWO-Ortsvereinen

offen. Insgesamt beteiligen

sich 73 Ortsvereine (51 %).

Einzelberatungen

Die Einzelunterstützung wird so exakt

wie möglich auf die Bedürfnisse des

Ortsvereines abgestimmt und umfasst

eine individuelle Beratung unter Berücksichtigung

der personellen und fi-

Die Stärkung der Verbandsarbeit ist das Ziel des Teams „Offen für Neues und Neue“. Beratung,

Begleitung und Unterstützung wird für die Ortsvereine angeboten. Auf dem Foto ist die Regionalgruppe

Bielefeld zu sehen.

Bürgerschaftliches

Engagement

Bürgerschaftliches Engagement

ist für die AWO seit ihrer Gründung

1919 der Motor zur Umsetzung

ihrer Ziele und Werte:

Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität

als Grundwerte für eine

mitmenschliche, demokratische

Gesellschaft.

Bürgerschaftliches Engagement in

diesem Sinne umfasst aktuell in der

AWO Ostwestfalen-Lippe:

– das Funktionsehrenamt als Vorstandsmitglied,

Delegierte/r,

Mitglied,

– ehrenamtliches Helfen in den

Ortsvereinen, meistens ausgeübt

von AWO-Mitgliedern,

– freiwilliges Engagement in den

Einrichtungen und Diensten

unabhängig von einer Mitgliedschaft,

– Selbsthilfe als grundsätzliches

Prinzip im Sinne der Zielsetzung

„Wiedererlangung der

Selbstständigkeit und Selbstbestimmung

durch Hilfe zur

Selbst hilfe“ in vielen Beratungsansätzen,

– die Freiwilligendienste: Frei-

wil liges Soziales Jahr (FSJ)

und Bundesfreiwilligendienst

BFD und

– das Engagement von jungen

Menschen in den Gliederungen

des AWO-Jugendwerkes.

All diese Formen des bürgerschaftlichen

Engagements sind der AWO

in Ostwestfalen-Lippe wichtig und

werden systematisch gefördert.


Geschäftsbericht | 20082012

nanziellen Ressourcen sowie der Räumlichkeiten

und der Umgebung. Für die

Einzelberatungen geht das Projektteam

in den Ortsverein.

Serviceleistungen

Das Team „Offen für Neues und Neue“

hilft individuell auch bei der Erstellung

und beim Druck von Flyern sowie beim

Aufbau einer Homepage des Ortsvereins.

Dies ermöglicht den Ortsvereinen, sich

und ihre Angebote in der Öffentlichkeit

angemessen zu präsentieren. In Einzelberatungen

werden individuelle Möglichkeiten

und Perspektiven beleuchtet

und neue Wege aufgezeigt, die zusammen

umgesetzt werden. So entstehen

nach und nach Angebote mit neuen

Schwerpunkten. Ein Projekt-Newsletter

für die Ortsvereine transportiert

Informationen.

Durch das Projekt sind die beteiligten

Ortsvereine wesentlich besser vernetzt

und ist ein Informationsfluss zwischen

den Gliederungsebenen hergestellt

worden, von dem alle Beteiligten profi-

tieren. Viele Möglichkeiten ergeben sich

durch Kooperationen mit Einrichtungen,

Fachkräften und Projekten. Aus diesem

Grund spricht das Projektteam mögliche

Kooperationspartner wie beispielsweise

Kindertagesstätten, Begegnungszentren,

Beratungsstellen usw. aktiv an und begleitet

den Aufbau der Zusammenarbeit

mit den Ortsvereinen.

Freiwilligenakademie OWL

Die Engagementbereitschaft der Menschen

hat sich in den letzten 15 Jahren

stark gewandelt. Als einer der ersten

Wohlfahrtsverbände hat der AWO-

Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe

bereits 1999 mit neuen Konzepten unter

dem Motto „Gesucht: Engagierte

Freiwillige“ darauf reagiert. Als ideelle

Plattform zum Ein- und Mitmischen für

die gewonnenen Freiwilligen in den Ein-

Das 10jährige Bestehen der Freiwilligenakademie feierten 2011 (v.l.n.r.): Susanne Schäfer-Dieterle

(Fachbeirat), Thomas Seim (Vorsitzender Förderverein), Regierungspräsidentin Marianne Thomann-

Stahl, NRW-Ministerin Ute Schäfer (Schirmfrau), Norbert Wellmann (AWO-Präsidium), Gabriele

Stillger (Geschäftsführerin), Klaus Dannhaus (AWO-Vorstand), Horst Grube (Bürgermeister Bielefeld)

und Dr. Nicolas Tsapos (AWO-Vorstand).

Arbeitsbereich

„Meilensteine“ der

Freiwilligen akademie OWL

– Jährlich engagieren sich rund

2.300 Menschen. Dafür bringen

sie im Mittel 280.000 Stunden

per anno auf. Dieses ist ein

enormer Mehrwert für die Gesellschaft.

Sie unterstützen

rund 6.500 Mädchen und

Jungen sowie 3.500 Erwachsene

(mehrheitlich hochbetagte, an

Demenz erkrankte Menschen).

– Es gibt eine Kooperation mit

rund 300 Einrichtungen der

Sozialen, Altenpflege- sowie

Kinder- und Jugendarbeit.

– Es wurden 18 Modellprojekte

(große und kleine) durchgeführt.

Dafür konnten 2,7 Mio. ¤

eingeworben werden.

– Es wurden rund 800 Qualifizierungsmaßnahmen

für fast

10.000 Teilnehmer/innen

sowie 28 Thementagungen zu

Kinderarmut, Partizipation,

Bildung, Resilienz, Inklusion,

Freiwilligen management, lebenslangem

Lernen u.a. in den

letzten 10 Jahren entwickelt

und durchgeführt.

– Es gab bundesweite Preise für

die Arbeit: die zweifache Auslobung

(2010 und 2011) als ausgewählter

Ort durch die Bundesinitiative

„Deutschland – Land

der Ideen“, 2010 einen Preis für

Engagement und Zivilcourage

des bundesweiten Bündnisses

für Demokratie und Toleranz

sowie den Förderpreis 2011 der

Neuen Westfälischen Zeitung.


Bürgerschaftliches Engagement Seite 12 | 13

Mit Hilfe von Freiwilligen und Sponsoren wurde 2010 auf dem Gelände des Elfriede-Eilers-Zentrums

in Bielefeld ein naturnahes Spielgelände für Kinder geschaffen. Der „Zauberwald“ wurde im bundesweiten

Wettbewerb „Land der Ideen“ ausgezeichnet.

richtungen und Diensten wurde 2001

die Freiwilligenakademie Ostwestfalen-Lippe

gegründet. Patinnen und

Paten aus der sozialen Arbeit, Politik,

Wissenschaft, Kultur und viele aktive

Freiwillige hoben sie gemeinsam aus

der Taufe.

Die Freiwilligenakademie OWL versteht

sich als Lobby für das Soziale. Sie

ist Anlaufstelle für diejenigen, die sich

für Menschen einsetzen wollen, die unsere

gesellschaftliche Unterstützung und

Solidarität brauchen. Sie bietet und entwickelt

Angebote für freiwilliges Engagement,

schafft Erfahrungs- und Lernräume,

bietet Fortbildungen und Qualifizierungen,

ermöglicht den Erfahrungsaustausch

zwischen Freiwilligen, Fachkräften und

Forschung und sucht in beispielhaften

Modellprojekten nach Lösungen für drängende

soziale Fragestellungen.

Unterstützt wird sie hierbei durch ein

stetig wachsendes Netzwerk aus dem

2003 gegründeten Förderverein mit seinem

aktuellen Vorsitzenden Thomas

Seim (Chefredakteur Neue Westfälische),

dem Fachbeirat mit 49 Vertreter/innen

aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft,

Kultur und Medien sowie der Schirmfrau

NRW-Ministerin Ute Schäfer und der Regierungspräsidentin

Marianne Thomann-

Stahl (Regierungsbezirk Detmold).

Freiwilligkeit, Selbstbestimmung und

die Bereitschaft zur Selbstorganisation

sind dabei die Werte für demokratieorientiertes

Engagement. Freiwillige

ersetzen keine hauptamtlich bezahlten

Tätigkeiten. Jedes Angebot wird daraufhin

geprüft. Die Freiwilligen sind weder

vertraglich gebunden, noch bekommen

sie Aufwandspauschalen. Was geboten

wird, sind qualitative Beratung und Begleitung,

Wertschätzung, Beteiligung

und Anerkennung im Alltag und bei besonderen

öffentlichen Anlässen. Die engagierten

Frauen und Männer sind Vorbilder

dafür, dass es Solidarität in dieser

Gesellschaft gibt.

10 Jahre Arbeit zeigen, dass sich der

Perspektivenwechsel gelohnt hat!

• www.freiwillige-owl.de

Kinderlobby OWL

Die Lebenswelten von Mädchen und

Jungen haben sich durch veränderte

familiäre Strukturen, neue Anforderungen

des Arbeitsmarktes an Eltern, Armut,

Arbeitslosigkeit und vieles mehr

entscheidend verändert. Mädchen und

Jungen haben gleichzeitig nur wenige

Möglichkeiten, gesellschaftliche Entwicklungen

zu beeinflussen. Die Kinderlobby

OWL fördert gezielt das Engagement

Erwachsener für die Interessen

und (UN-Kinder)-Rechte von Mädchen

und Jungen, um deren Zukunftsmöglichkeiten

(Bildung, Gesundheit, Schutz vor

Gewalt, Inklusion, …) zu verbessern. Beispiele

dafür sind:

Lesen macht stark!

Sprache ist Schlüssel zur Bildung und

Tor zur Verständigung. Gerade die ersten

Lebensjahre sind für den Erwerb

des menschlichen Sprachvermögens

besonders wichtig. Doch die Realität

ist: Sprechen und Verstehen ist nicht

mehr selbstverständlich. Immer mehr

Kinder, auch mit Deutsch als Erstsprache,

brauchen zusätzliche Förderung.

In Theorie-Werkstätten geschulte Freiwillige

(ca. 130) gehen daher seit 2007

mindestens einmal wöchentlich in eine

von 125 Bielefelder Kindertagesstätten.

Durch Vorlesen, Bilderbuchbetrachtungen,

Reime, Lieder, Bewegungsund

Sprachspiele schaffen sie dort

Sprechanlässe und Sprachunterstützung.

Besonders ausgestattete „Lese-

Sprach-Kisten“ mit Büchern, Spielen

und einem Praxishandbuch mit methodischen

Vorschlägen und Grundinformationen

begleiten die Vorlesepaten

durch das Programm. Durchgeführt

wird das Angebot im Auftrag der Stadt


Geschäftsbericht | 20082012

Vor-Lesen macht stark!

»Sprache verbindet. Sprache stärkt.

Sprache bildet. Sprache begeistert.

Sprache macht einfach Spaß!

Vor-Lesen kann helfen, diesen Spaß

zu wecken. Das finde ich richtig gut.«

Pit Clausen

Oberbürgermeister Stadt Bielefeld

Schirmherr und begeisterter Vor-Leser

Gesucht: Freiwillige Lese-Sprach-Pat(inn)en, Tel. 0521.9216-444

Viele Kinder im Vorschulalter benötigen Sprachtraining.

Vor-Lesen schult die Sprachentwicklung. Vor-Lesen

macht Kinder stark. Dafür suchen wir Sie als Freiwillige.

Weitere Infos: www.freiwillige-owl.de

Eine Initiative der Ostwestfalen-Lippe e.V.

Der Bielefelder Oberbürgermeister Pit Clausen

ist Schirmherr der Aktion „(Vor-) Lesen macht

stark!“.

Bielefeld. Es ist ein Baustein des Bielefelder

Gesamtkonzepts „Miteinander

reden, miteinander leben. Sprachförderung.

Gut für Bielefeld.“ Schirmherr

ist der Oberbürgermeister der Stadt

Bielefeld, Pit Clausen.

Gib den Ton an! Spiel deine Musik!

Der Kompositionswettbewerb der Kinderlobby

OWL ist einzigartig in Ostwestfalen-Lippe.

Mädchen und Jungen

(bis 18 Jahre) sind aufgefordert, ihre

Musik zu komponieren. Die Stilrichtung

der Einsendungen wird nicht vorgegeben,

aber selbst komponiert und

gespielt muss die Musik sein. Zu gewinnen

gibt es die Beteiligung an einer CD,

einen Liveauftritt sowie einen Kompositionsworkshop.

Am letzten Wettbewerb

waren rund 180 Jungen und

Mädchen mit 57 Beiträgen beteiligt.

Schirmfrau ist Regierungspräsidentin

Marianne Thomann-Stahl (Regierungsbezirk

Detmold). Finanziell unterstützt

wurde der Wettbewerb bis 2011 durch

NRW-Landesmittel und ab 2012 durch

die Elfriede-Eilers-Stiftung sowie Sponsoren.

Dafür gab es 2011 die Auszeichnung

als ausgewählter Ort der Initiative

„Deutschland – Land der Ideen“.

• www.kompositionswettbewerb-owl.de

Starke Kids

In den Stadtteilen Moenkamp/Bielefeld

und Blankenhagen/Gütersloh wurde

von 2009 bis 2011 das Modellprojekt

„Starke Kids – Förderung und Stärkung

von Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund

durch den Aufbau bürgerschaftlicher

Netzwerke“ gefördert

durch die Aktion Mensch realisiert. Vor

Ort wurde ein Netzwerk (Einrichtungen

und Fachleute der Kinder- und Jugendhilfe,

des Sozial- und Gesundheitsbereichs,

der Migrationsarbeit, des Sports,

der Kirche, der Schulen, der Arbeitsmarktpolitik

sowie engagierte Bürger-

Arbeitsbereich

innen und Bürger) aufgebaut. Mit Hilfe

des erstellten Praxishandbuches besteht

jetzt die Möglichkeit, diesen Ansatz auf

andere Kommunen zu übertragen.

Gemeinsam gewinnen

Seit Oktober 2011 wird in Bielefeld dar-

an gearbeitet, neue Konzeptansätze und

Lösungen zu entwickeln, um gerade den

Mädchen und Jungen an Hauptschulen

eine bessere Teilhabe zu ermöglichen.

Es sollen ergänzende Unterstützungs-,

Bildungs-, Beteiligungs- und Stärkungsangebote

erprobt werden. Ziel ist es, zusammen

mit interessierten Hauptschulen

der Stadt Bielefeld bürgerschaftliche

Netzwerke aufzubauen. Neben neuen

Formen von Patenschaftsmodellen

zwischen Schülerinnen, Schülern und

engagierten Freiwilligen sollen gemeinsame

Projekte und Aktionen entwickelt

werden. Gefördert wird das Projekt für

drei Jahre durch die Stiftung Wohlfahrtspflege

NRW.

Bereits zum sechsten Mal fand 2011 der Kompositionswettbewerb der Kinderlobby OWL statt.

Hier ein Foto vom Abschlusskonzert in der „Druckerei“ in Bad Oeynhausen.


Bürgerschaftliches Engagement Seite 14 | 15

Engagement für Senioren

Senioren-Begegnungen

Alte Menschen brauchen Mitmenschen,

die sie unterstützen, ihnen zuhören, Zeit

für sie haben, sie bei ihren Interessen

begleiten und Anteil an ihrem Leben

nehmen. Gerade an Demenz Erkrankte

brauchen viel Zuwendung und Anspra-

che – mehr als andere Menschen, die sich

mit ihren Wünschen und Bedürfnissen

noch besser verständlich machen können.

Hier unterstützen freiwillige Seniorenbegleiterinnen

und -begleiter. Sie

ergänzen den Alltag auf vielfältige Weise,

wie z.B. spazieren gehen, gemeinsam

singen, nach alten Rezepten kochen und

backen, gemeinsam gärtnern, Theater

spielen, Unterstützung beim Gewichtund

Balancetraining, Zeitung vorlesen.

Es sind vorwiegend Tätigkeiten, die der

Aktivierung, der Entspannung, der Kommunikation

und der Begegnung dienen.

Ein bereits 2002 entwickelter Grundkurs

Seniorenbegleitung vermittelt dazu

praktisch anwendbares Wissen. Freiwilligenakademie

OWL und Demenz-Servicezentrum

Ostwestfalen-Lippe arbeiten

hier eng zusammen.

Leben bis zuletzt

Wenn ein selbstständiges Leben älterer

und pflegebedürftiger Menschen in den

eigenen vier Wänden nur begrenzt oder

nicht mehr möglich ist, bieten ambulante

und stationäre Altenhilfeeinrichtungen

der AWO Unterstützung oder

ein neues Zuhause. Die Unterstützung

schließt auch die Begleitung in der letzten

Lebensphase ein. „Leben bis zuletzt“

ist das Motto der in den AWO Altenhilfeeinrichtungen

gelebten Abschiedskultur.

Freiwillige können eine wertvolle

Unterstützung für Angehörige und Pfle-

gende sein, indem sie „da sind“. Und genau

deshalb wurde für Interessierte, die

sich der persönlichen Herausforderung

einer Sterbebegleitung stellen wollen,

die Qualifizierung „Leben bis zuletzt –

Sterbebegleitung in der Altenhilfe“ entwickelt

und schon dreimal erfolgreich

abgeschlossen.

Das Angebot umfasst Kursveranstaltungen,

Exkursionen, Gespräche und

Hospitationen. Die Kommunikation mit

Sterbenden, persönliche Abschiedsrituale,

aber auch ethisch-rechtliche

Fragen und Momente der „Selbstpflege“

gehören dazu. Die Sterbenden sollen in

ihren Bedürfnissen erkannt, akzeptiert

und unterstützt werden. Mit finanzieller

Unterstützung der Elfriede-Eilers-

Stiftung und als Kooperation der Abteilung

Altenhilfe und Freiwilligenakademie

OWL startete im Frühjahr 2012 der

vierte Durchlauf.

Freiwilliges Soziales Jahr

und Bundesfreiwilligendienst

Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) ist die

populärste Form der Freiwilligendienste

innerhalb der AWO und besteht bereits

seit mehr als 40 Jahren. Das FSJ ermöglicht

jungen Menschen zwischen 16 und 27

Jahren eine berufliche Orientierung und

einen Einblick in ein soziales Berufsfeld.

Ebenso können persönliche und soziale

Kompetenzen durch die Erfahrungen im

Tätigkeitsbereich und auf den Begleitseminaren

erweitert und ausgebaut werden.

Die Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen

und die Bereitschaft zum freiwilligen

Engagement werden gefördert. Für

die AWO ergibt sich die Chance, Nachwuchskräfte

zu gewinnen.

Ein FSJ wird in der Regel über 12 Monate

absolviert. Einsätze von 6 Monaten

Freiwilligendienste bei der AWO sind für junge

Menschen attraktiv.

oder 18 Monaten sind auf Nachfrage

möglich. In seltenen Ausnahmefällen,

wenn ein besonderes Konzept vorliegt,

sind auch 24 Monate möglich. Das FSJ

wird als Vollzeittätigkeit durchgeführt.

Seit dem 1. September 2010 ist der AWO-

Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe e.V.

eigenständiger Träger im Freiwilligen

Sozialen Jahr. Im Rahmen der pädagogischen

Begleitung kooperiert der Bezirksverband

mit dem AWO-Bezirksjugendwerk

OWL.

Von 2008 bis 2011 stiegen die Zahlen

der interessierten Freiwilligen stetig.

Teilnehmer/innen im Freiwilligendienst

FSJ BFD

150

120

90

60

30

0

08/09

09/10

10/11

11/12


Geschäftsbericht | 20082012

Nach dem Wegfall des Zivildienstes auf-

grund der Aussetzung der Wehrpflicht

ist quasi als Ersatz der neue Bundesfrei-

willigendienst (BFD) geschaffen worden.

Im BFD können sich auch Interessierte

im Alter von über 27 Jahren in unter-

schiedlichen Bereichen engagieren.

Der BFD und das FSJ unterscheiden

sich in der Ausgestaltung nur geringfügig.

Die wichtigsten Unterschiede sind in der

Grafik zusammengefasst dargestellt.

BFD FSJ

Alter Offen für jedes Alter nach der

Vollzeitschulpflicht

Teilzeit/Vollzeit Teilzeit ab 20 Std pro Woche für

Freiwillige ab 27 Jahre

Kindergeld Für alle Freiwilligen bis zum Alter

von 25 Jahren Kindergeldanspruch

Mit Beginn des BFD zum 1. Juli 2011

konnten 103 Freiwillige gewonnen werden.

Bundesweit hat die AWO eine Werbe-

kampagne – awo-freiwillich.de – für das

FSJ und den BFD gestartet und hiermit

einen großen Erfolg verbuchen können.

In den kommenden Jahren wird weiter

Nach der Vollzeitschulpflicht bis

Vollendung des 27. Lebensjahres

Kein Teilzeiteinsatz möglich

Für alle Freiwilligen bis zum Alter

von 25 Jahren Kindergeldanspruch

Anerkennung Derzeit noch nicht geregelt Teilweise Anerkennung des FSJ als zu

erbringende Leistung in einer weiterführenden

Ausbildung /Studium

Arbeitsbereich

an den Standards der Freiwilligendienste

(FSJ und BFD) gearbeitet und die Seminararbeit

erweitert. Vor allem steht die

Entwicklung eines Konzeptes für Freiwillige

über 27 Jahren im BFD im Vordergrund.

Neue Ideen sollen umgesetzt werden und

somit das Spektrum der Möglichkeiten erweitern.

Die Qualität der Angebote steht

dabei an erster Stelle.

• www.awo-freiwillich.de


Gesundheit und Soziales Seite 16 | 17

Gesundheit und Soziales

Kultur der Achtsamkeit

Anerkannt und nachgefragt sind die An-

gebote der AWO Ostwestfalen-Lippe

in den Bereichen Gesundheit, Kur und

Erholung sowie Betreuung und Behin-

dertenarbeit. Im Berichtszeitraum neu

hinzugekommen ist der Bereich „Be-

triebliches Gesundheitsmanagement“.

Im Folgenden werden alle Angebote

vorgestellt.

Einrichtungsverbund Spatzenberg

Der Einrichtungsverbund Spatzenberg

bietet in Löhne im Kreis Herford für 29

Erwachsene mit Autismus-Spektrum-

Störungen und weitreichenden Behin-

derungen („frühkindlicher Autismus“)

einen speziell angepassten überschau-

baren Wohn-, Lebens- und Arbeitsalltag.

Zusätzlich werden seit 2009 bis zu neun

erwachsene Tagesgäste mit Mehrfachbe-

hinderungen, die bislang noch bei ihren

Eltern wohnten, in der Heilpädagogi-

schen Tagesbetreuung in Kirchlengern

gezielt gefördert.

Der „frühkindliche Autismus“ bezeich-

net eine tiefgreifende Wahrnehmungs-

Eine sinnvolle Tagesstrukturierung ist ein Ziel der Angebote des Einrichtungsverbundes

Spatzenberg.

verarbeitungsstörung, die bereits in

der frühkindlichen Entwicklungsphase

erkennbar ist und in unterschiedlichen

Schweregraden, auch in Kombination

mit anderen Behinderungen (z.B. Epilep-

sie), in Erscheinung tritt. Er äußert sich in

Lernbarrieren für soziale und kommuni-

kative Kompetenzen. Eine eher nonver-

bale Kommunikation überwiegt daher

bei vielen der Betroffenen.

Da die Wahrnehmungen der zahlreichen

Reize aus der Umgebung zwar

aufgenommen, jedoch nicht richtig miteinander

verbunden, eingeordnet und

verstanden werden können, führt dies

bei Autisten zu zuweilen sehr ausgeprägten

Verunsicherungen und Ängsten.

Dies betrifft insbesondere Situationen,

die für sie unüberschaubar und

ungewohnt sind. Durch ein verständnisvolles

und auf Autismus ausgerichtetes

Umfeld mit vertrauten Personen – wie

es im Einrichtungsverbund Spatzenberg

konzeptionell angelegt ist und gelebt

wird – lässt sich diese Problematik mildern

und die Lebensqualität der Bewohner

erhöhen.

Die Tagesstrukturangebote in den

eigenen Werkstatträumen und den

großen Gartenbereichen sowie die Kre-

ativ- und Arbeitsgruppen ermöglichen

stundenweise Einblicke in die Arbeits-

welt (Gelände/Gartenarbeit, Hauswirt-

schaft, kreatives Werken, Musik/Kultur-

werkstatt).

Mittlerweile blickt der Einrichtungs-

verbund Spatzenberg seit dem Aufbau im

Jahr 1998 auf eine langjährige, erfolgrei-

che Arbeit mit Menschen mit Autismus

und ihren Angehörigen zurück. Vor dem

Hintergrund der Förderung von Teilhabe

und Inklusion wird diese Arbeit kontinu-

ierlich fachlich weiterentwickelt.

Der Elternverein trägt als ursprüngli-

cher Initiator auch weiterhin mit Spenden

und außergewöhnlichem Engagement

zur Weiterentwicklung der Einrichtung

bei. So konnte 2011 ein lange geplanter

Anbau von drei großen Wohnzimmern

mit Stiftungsmitteln und großzügigen

Spendengeldern des Fördervereines

Spatzenberg umgesetzt werden.

• Tel. (05732) 99 25-0

Mit Mitteln der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW und des Fördervereines

konnte das Wohnheim Spatzenberg 2011 räumlich erweitert werden.


Geschäftsbericht | 20082012

Betreuungsverein

Aufgrund von seelischen und körperlichen

Erkrankungen können viele ältere,

aber auch jüngere Menschen ihre Angelegenheiten

nicht mehr selbst regeln. In

diesem Fall stellt das zuständige Vormundschaftsgericht

Betroffenen eine

gesetzliche Vertretung zur Seite. Wenn

Angehörige diese Aufgabe nicht übernehmen,

kann ein Betreuer als rechtlicher

Beistand eingesetzt werden. Die

Aufgabe kann sowohl von Betreuungsvereinen

als auch von Berufsbetreuern

übernommen werden. Grundlage der

rechtlichen Betreuung sind Wohl und

Wille des Betreuten. Die Betreuung richtet

sich z.B. auf die Gesundheits- und

Vermögenssorge, Wohnungs- und Aufenthaltsangelegenheiten

oder Vertretung

gegenüber Behörden.

Ende 2009 wurde der Bezirksverband

aktiv und baute einen Betreuungsverein

in neu angemieteten Räumlichkeiten

in Kirchlengern auf. Die Resonanz war

enorm groß, so dass nach zweijähriger

Tätigkeit bereits fünf Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter beschäftigt sind und

ehrenamtliche Betreuungskräfte gewonnen

werden konnten. Ein weiterer Standort

in Werther konnte Anfang 2012 eröffnet

werden. Geeignete Räumlichkeiten

stellt dort der AWO-Ortsverein Werther

zur Verfügung.

• Tel. (05223) 18 36 196

Gastfamilien

Das Familienpflegeteam der AWO OWL

unterstützt und organisiert ein individuelles

Wohnmodell in privaten Gastfamilien

für:

– erwachsene behinderte Menschen

(Betreutes Wohnen in Gastfamilien,

seit 2003),

– ältere Menschen (Gastfamilien für

Senioren, seit 2007) und

– behinderte Mütter mit einem Kind

(Begleitete Elternschaft, seit 2011).

Die vom Familienpflegeteam sorgfältig

ausgewählten Familien, Lebensgemeinschaften

und Einzelpersonen bieten

geeignete Wohnmöglichkeiten für

die Betreuten. Je nach Bedarf wird das

Familienleben gemeinsam gestaltet.

Die Gastfamilien stehen als Ansprechpartner

zur Verfügung, geben Sicherheit

und erbringen je nach Bedarf und

Lebenssituation Unterstützungsleistungen.

Zwischen Gastfamilie, Gästen und

dem AWO-Gastfamilienteam wird ein

Betreuungsvertrag geschlossen. Die

Gastfamilie erhält ein Entgelt. Das

Fachteam der AWO macht regelmäßig

Hausbesuche, steht allen Beteiligten

kontinuierlich mit Rat und Tat zur Seite,

Arbeitsbereich

Das Gästehaus Blomberg liegt in waldreicher Umgebung im Lipperland. Für Familien, Gruppen

und Schulklassen ist es bestens geeignet und bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

sorgt für den Finanzierungsrahmen und

rechnet die Leistungen ab. Das Team

hat seine Beratungskompetenz bislang

in mehr als 50 dauerhafte Betreuungen

in Gastfamilien in ganz OWL einbringen

können und vielfältige praktische Erfahrungen

in der Umsetzung dieses individuellen

Wohnmodells gesammelt.

• Tel. (0521) 92 16 277

Gästehaus Blomberg

Freizeiten, Erholung und Seminare für

Gruppen mit einem kleinen Budget ermöglicht

das Gästehaus Blomberg. Familien-

und Jugendgruppen sowie Freizeit-

und Lerngruppen aller Art finden

großzügige Räume, ein angenehmes

Klima und eine gute Versorgung. Das attraktive

Preis-Leistungs-Verhältnis führt

zunehmend neue Gruppen in das Gästehaus

und lässt die Belegung kontinuierlich

ansteigen.

• www.gaestehaus-blomberg-awo.de


Gesundheit und Soziales Seite 18 | 19

In unmittelbarer Nähe zum Kurpark gelegen, bietet das Kurhaus Schanzenberg Vorsorge und

Rehabilitation für Mutter und Kind.

Kurhaus Schanzenberg

Die Vorsorge- und Rehabilitationsklinik

für Mutter und Kind in Horn-Bad Meinberg

bietet im Rahmen des Versorgungsvertrages

mit den Krankenkassen stationäre

medizinische Leistungen in den

Indikationsbereichen psychosomatische

und psychovegetative Erkrankungen, degenerative

Wirbelsäulen- und Gelenkerkrankungen

und Erschöpfungssyndrom

(„Burn-out“) an. Eine ganz besondere

Schwerpunktbildung hat sich im Hinblick

auf die Aufnahme von Müttern mit einem

autistisch behinderten Kind entwickelt.

Besonders diesbezüglich ist die Einrichtung

im gesamten Bundesgebiet anerkannt

und hat eine fachliche Spitzenposition

inne. Die Einrichtung ist zusätzlich zur

AWO-Tandemzertifizierung seit 2011 auch

von der Bundesarbeitsgemeinschaft für

Rehabilitation (BAR) anerkannt, was eine

wesentliche Grundlage zur dauerhaften

Absicherung der Einrichtung darstellt.

Im Jahre 2011 wurde die Außenanlage

des Kurhauses Schanzenberg umfang-

reich und grundlegend neu gestaltet.

Die gesamte Anlage, die direkt an den

Kurpark angrenzt, ist attraktiv für Erwachsene

und für Kinder und erfüllt

alle Wünsche an einen gelungenen Kuraufenthalt.

• www.kurhaus-schanzenberg.de

GesundheitsService AWO/

Nachsorgeprogramm

„Ziele im Blick behalten“ – Unter diesem

Motto hat die AWO OWL ab 2008

ein telefonbasiertes Nachsorgeprogramm

für die Patientinnen und Patienten

in den bundesweit 21 Vorsorgeund

Rehabilitationskliniken der AWO

erfolgreich entwickelt und dauerhaft

etabliert. Pro Jahr nehmen durchschnittlich

mehr als 3.000 Patientinnen

und Patienten der AWO-Kliniken diese

telefonische, nachgehende Beratung in

Anspruch. Als Brücke in den Alltag unterstützen

Fachkräfte dabei, das in der

Kur neu Erlernte im Familien- und Ar-

beitsalltag anzuwenden und dauerhaft

im Alltag zu leben.

„Gesund im Alltag“ – Mit einer wissen-

schaftlichen Studie zur Umsetzung von

Gesundheitszielen im Alltag wird die

Wirksamkeit der telefonischen Nachbe-

ratung umfangreich untersucht. Die bei

der AWO OWL tätigen wissenschaft-

lichen Mitarbeiterinnen werden dabei

durch Professorin Dr. Petra Kolip, Uni-

versität Bielefeld, unterstützt.

• www.gesundheitsservice-awo.de

Betriebliches

Gesundheits management

Die AWO erbringt soziale Dienstleistun-

gen von Menschen für Menschen mit

großer fachlicher Kompetenz und hoher

Qualität. Dies setzt unter anderem körperliches

und seelisches Wohlbefinden

der Beschäftigten voraus.

Ende 2010 hat der Bezirksverband mit

dem systematischen Aufbau eines betrieblichen

Gesundheitsmanagements

begonnen. Hiermit wird das Ziel, in allen

Arbeitsbereichen eine Kultur der Achtsamkeit

zu entwickeln und damit auch

die Gesundheit zu fördern, verfolgt. Vor

dem Hintergrund steigender fachlicher

Anforderungen innerhalb eines engen

wirtschaftlichen Rahmens, längerer

Berufstätigkeit und Fachkräftemangels

sind die Ziele im Einzelnen:

– Befähigung der Beschäftigten zur eigenen

Gesunderhaltung,

– hohe Zufriedenheit der Beschäftigten

mit der eigenen Arbeit,

– hohe Identifikation der Beschäftigten

mit dem Unternehmen Arbeiterwohlfahrt

und die

– Reduzierung von Krankheitstagen.


Geschäftsbericht | 20082012

Der GesundheitsService AWO bietet Vorsorge, Kur und Nachsorge für Mütter, Väter, Kinder und Beschäftigte.

Mit wissenschaftlicher Unterstützung

durch die Universität Bielefeld wurde 2011

eine grundlegende Mitarbeiterbefragung

zur Situationsanalyse in sieben reprä-

sentativen Einrichtungen durchgeführt.

2012 werden erste Erfahrungen in der

Umsetzung von gesundheitsfördernden

Rahmenbedingungen und Strukturen zu-

nächst in Piloteinrichtungen gesammelt.

Danach werden schrittweise alle Einrich-

tungen einbezogen. Einzelne Maßnahmen

zur Gesundheitsförderung werden bereits

jetzt angeboten. Dazu gehören z.B. Ge-

sundheitschecks und Gesundheitssemi-

nare im Kurhaus Schanzenberg.

Die Entwicklung einer Kultur der

Achtsamkeit ist eine wichtige Führungs-

aufgabe und stellt damit besondere

Anforderungen an die Leitungen. Alle

Leitungskräfte erhalten deshalb im Jahr

2012 eine Fortbildung zum Betrieblichen

Gesundheitsmanagement. Das Betrieb-

Arbeitsbereich

liche Gesundheitsmanagement ist ein

kontinuierlicher, kollektiver Lernprozess.

Entsprechend kontinuierlich werden Fort-

bildungen, Gesundheitsseminare und wei-

tere gesundheitsfördernde Aktivitäten im

fachlichen Austausch aller Beteiligten in-

haltlich weiter entwickelt. Sie tragen da-

mit wesentlich zur Gesunderhaltung und

Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der Dienste und Einrich-

tungen der AWO bei.


Jugend und Familie Seite 20 | 21

Jugend und Familie

Beratung, Betreuung, Förderung und Unterstützung

Ganzheitliche Betreuung, Förderung

und Unterstützung von Kindern, Jugend-

lichen und Familien in unterschiedlichs-

ten Lebenslagen sind die Ziele der AWO

OWL im Bereich Jugend und Familie. Ko-

ordiniert werden viele Angebote in der

Fachabteilung gleichen Namens.

Fachliche Entwicklungen

Die Entwicklungen in den letzten Jahren

waren geprägt von Umstrukturierungen

in nahezu allen Arbeitsfeldern. Haupt-

motiv hierfür waren der ständig wach-

sende Bedarf an Erzieherischen Hilfen

und die damit verbundene Kostenex-

plosion. Eine passgenaue Entwicklung

von Maßnahmen erfordert größtmögli-

che Flexibilität. Zwei Aspekte sind bei

diesen Umstrukturierungen von besonderer

Bedeutung: Inklusion und Rechtsanspruch.

Bereich 1

Ambulante Erziehungshilfe

Bereich 2

Netzwerk Erziehungshilfe

Im Rahmen von Inklusion soll auch

im Bereich der Erzieherischen Hilfen

(HzE) nach Möglichkeit keine Ausgrenzung

durch Einzelförderung mehr

stattfinden, sondern an allen Regeleinrichtungen

eine umfassende Unterstützung

für Kinder und Jugendliche

angeboten werden. OGS, Schulsozialarbeit

und vereinzelt Elemente von

Sozialer Gruppenarbeit sollen möglichst

alle Kinder und Jugendlichen

versorgen. Erst wenn das nicht ausreicht,

werden Hilfen zur Erziehung

angeboten. Dieser Prozess kann unter

Umständen für die Betroffenen lange

dauern und zur Verfestigung von Störungsbildern

mit erheblichen Folgekosten

beitragen.

Fachlich zu verantworten, was geht

und dennoch den Einzelfall im Auge zu

behalten, ist die Herausforderung, der

sich die AWO stellt.

Jugend und Familie – Dienste und Einrichtungen

Abteilung Jugend und Familie

Bereich 3

Beratung

Bereich 4

Migration und Integration

Der Rechtsanspruch des Kindes oder

der Jugendlichen und der Eltern auf Er-

zieherische Hilfen war im Bereich der

Jugendhilfe vor vielen Jahren eine große

Errungenschaft, die auch die AWO sehr

begrüßt hat. Schließlich haben Eltern

mit einer Motivation zur Veränderung

die besten Chancen, mit professioneller

Hilfe wie z.B. der Sozialpädagogischen

Familienhilfe (SPFH) ihr Leben und

das ihrer Kinder besser in den Griff zu

bekommen. Die Zahl der Familien in be-

lastenden Lebenslagen ist aber in den

vergangenen Jahren stetig gestiegen und

somit auch der Ruf nach Hilfe. Hier wird

nun die politische Forderung nach einer

Umwandlung des Rechtsanspruches in

eine Gewährleistungspflicht der Jugend-

ämter laut. Ob das ausreicht, um die

steigenden Fallzahlen von Kindeswohl-

gefährdung gerade bei jüngeren Kindern

zu senken, kann bezweifelt werden.

Bereich 5

Jugendarbeit / Schule

Bereich 6

Arbeitsmarktintegration


Geschäftsbericht | 20082012

Die Abteilung Jugend und Familie geht

mit dem neuen Konzept „AWO aus einer

Hand“ auf die veränderten Anforderungen

und Bedingungen im Bereich Kinderund

Jugendhilfe ein. Das Konzept besteht

aus einem Gesamtpaket an Angeboten,

die angelehnt an die Bedarfe der

Kinder, Jugendlichen und ihren Familien

passgenaue Förderung und Betreuung

anbieten:

Eine fachliche Erweiterung und Aufwertung

erlebte im Berichtszeitraum der

Bereich der „Sozialen Integration von

Menschen mit Zuwanderungsgeschichte“

durch die Auseinandersetzung mit dem

betriebswirtschaftlichen Konzept des

Diversity-Managements. Statt – wie bisher–

lediglich defizit- und problemorientiert

auf die gesellschaftliche Eingliederung

von Minderheiten zu schauen,

richtet sich der Focus auf den konstruktiven

Umgang mit Vielfalt in allen gesellschaftlichen

Ausprägungsformen. Ziel

des Diversity-Managements in Bereichen

Sozialer Arbeit ist es zum einen, die Möglichkeiten

der Vielfalt konstruktiv für die

Weiterentwicklung der Gesellschaft zu

nutzen, und zum anderen soziale Gerechtigkeit

dadurch herzustellen, dass alle

einen gleichberechtigten Zugang zu allen

Angeboten erhalten. Konkret umgesetzt

wurde das Diversity-Management in diesem

Sinne im Berichtszeitraum beispielsweise

beim Aufbau des Clearinghauses,

in der offenen Jugendarbeit, in der Zu-

AWO aus einer Hand

ambulant teilstationär stationär

OGS

Schulsozialarbeit

HzE an den OGS

Erziehungshilfezentrum

Erziehungsberatungsstelle

FörderFachStellen

Tagesgruppe „light“

Tagesgruppe Regelangebot

Tagesgruppe Intensiv

Westfälische Pflegefamilien

Betreutes Mutter-Kind-Wohnen

Clearing-Haus

Betreutes Jugendwohnen Tor 6

Sozialpäd. Lebensgemeinschaft

sammenarbeit mit Einrichtungen für geistig

behinderte Kinder und Jugendliche, im

Projekt „Finanzkompetenz ist Teilhabe“

der Schuldnerberatung, im Projekt „Integrationshelferinnen“

in der Stadt Bad

Salzuflen und nicht zuletzt in dem dreijährigen

Projekt „Vielfalt in der Kita“ der

Fachdienste für Migration und Integration,

welches im Sommer 2011 startete.

• www.awo-jugendundfamilie-owl.de

Neue Dienste und Einrichtungen

Als im Sommer 2008 das Modellprojekt

FörderFachStellen endete, war allen Beteiligten

klar, dass die gewonnenen Erfahrungen

und positiven Fördererfolge

des Projektes nachhaltig und dauerhaft

Arbeitsbereich

als Regelangebot implementiert werden

sollten. Dies gelang mit der Umsetzung

des KiBiz. Seit Oktober 2008 bietet der

Fachdienst FörderFachStellen Kindern

aus den Kitas des Bezirksverbandes eine

individuelle, passgenaue und nieder-

schwellige Förderung an. Die Förderung

findet direkt in der Kita statt und rich-

tet sich in erster Linie an Kinder ab drei

Jahren, die im allgemeinen, sozialen oder

emotionalen Bereich Entwicklungsbedarf

haben. Die Zielgruppe sind Kinder, mit

und ohne Zuwanderungsgeschichte, die

durch andere Förderungen oder Therapi-

en nicht erreicht werden. Die Förderung

findet einzeln oder in der Gruppe (bis

max. vier Kinder) über einen Zeitraum

von sechs bis zwölf Monaten statt.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist

die Elternarbeit. Sie besteht aus regel-

mäßigen Elterngesprächen in der Kita

oder als Hausbesuch. Bei Bedarf werden

weiterführende Hilfen vermittelt. Die

Kita-Teams werden begleitend durch re-

gelmäßige Dienst- oder Fallbesprechungen

beraten. In der Praxis zeigt sich, wie

wichtig die einzelfallbezogene Kooperation

mit niedergelassenen Fachärzten und

Ein hauseigener Kinderbetreuungsbereich steht im Betreuten Mutter-Kind-Wohnen der AWO in

Rheda-Wiedenbrück zur Verfügung. Seit Oktober 2009 gibt es die Einrichtung.


Jugend und Familie Seite 22 | 23

Therapeuten, Fachdiensten oder Beratungsstellen

ist. In einigen Fällen finden

Kooperationen mit den örtlichen Jugendämtern

statt, die die Schnittstelle zur Erziehungshilfe

deutlich machen. Bis Ende

2011 wurden insgesamt 285 Kinder aus 60

Kitas des Bezirksverbandes gefördert.

Am 1. Oktober 2009 wurde die stationäre

Jugendhilfeeinrichtung Betreutes

Mutter-Kind-Wohnen in Rheda-Wiedenbrück

eröffnet. Die Einrichtung hält

sechs Plätze bereit. Theoretisch kann

auch ein Vater aufgenommen werden.

Die jungen Mütter erhalten ein individuelles

Beziehungs- und Betreuungsangebot,

dass durch passgenaue Maßnahmen

und Angebote gekennzeichnet ist. Die

Kinder werden in der hauseigenen Kinderbetreuung

versorgt und ihrem Alter

entsprechend individuell gefördert. Die

Ziele der Maßnahme sind der Aufbau

einer tragfähigen Beziehung zwischen

Mutter und Kind, sowie die Entwicklung

einer langfristigen Perspektive für das

weitere Zusammenleben. Die Mutter-

Kind-Einrichtung hat sich in kürzester

Zeit einen sehr guten Ruf erarbeitet und

kooperiert mit vielen Jugendämtern in

ganz OWL.

Die Tagesgruppen in Bielefeld arbeiten

als teilstationäre Erziehungshilfeeinrichtungen

für Grund- und Vorschulkinder

eng mit den Eltern und Schulen zusammen.

Die Grundschulkinder werden an

fünf Tagen in der Woche nach der Schule

in den Räumen der AWO betreut. Die

Vorschulkinder werden tanztägig betreut.

Die Kinder erhalten passgenaue

ressourcenorientierte Einzel- und Gruppenangebote.

Auffällig ist, dass zunehmend

Kinder betreut werden, die starke

Mehrfachbelastungen in den Familien

Gemeinsam mit Freiwilligen der Wirtschaftsberatungsgesellschaft KPMG haben die Kinder der

Tagesgruppe im Elfriede-Eilers-Zentrum 2010 ein Hochbeet angelegt.

aufweisen. Der Anteil der Kinder mit

Migrationshintergrund hat sich im Laufe

des Berichtszeitraums deutlich erhöht.

Mit der Implementierung des Projekts

Flexible Erzieherische Hilfen an den Offenen

Ganztag (kurz: HzE an den OGS)

an der Stieghorstschule ist ein weiteres

Projekt der AWO OWL im September

2011 in Bielefeld an den Start gegangen.

Das Projekt ist vorläufig auf zwei Jahre

angelegt und gründet auf dem Konzept

der FörderFachStellen. Das Konzept

beinhaltet die Förderung von Kindern

im Grundschulalter, die auffällige Verhaltensweisen

aufzeigen. Die Kinder

werden in enger Zusammenarbeit mit

der Schule und der OGS in Einzel- oder

Gruppeneinheiten gefördert. Ein weiterer

Schwerpunkt der Arbeit ist die enge

Zusammenarbeit mit den Eltern und dem

Jugendamt Bielefeld. Der Bereich HzE an

den OGS ist eng verknüpft mit der Arbeit

der Tagesgruppen.

Das Betreute Jugendwohnen „Tor 6“ in

Bielefeld hat im Jahr 2011 das 10-jährige

Jubiläum gefeiert. Das Betreute Jugend-

wohnen ist ein Angebot der Erziehe-

rischen Hilfen zur Verselbständigung im

Alter von 16 bis 21 Jahren. Die Jugend-

lichen werden in Einzelappartements be-

treut. Darüber hinaus befindet sich eine

Bürowohnung auf dem Gelände. Das

Motto der Einrichtung „So viel Betreu-

ung wie nötig, so viel Selbständigkeit

wie möglich“ kann so optimal umgesetzt

werden. Bei Bedarf wird eine ambulante

Nachbetreuung angeboten. Das Angebot

konnte aufgrund der Bedarfslage um

zwei weitere Plätze auf nunmehr zwölf

aufgestockt werden.

Das Clearinghaus in Bielefeld ist am

1. September 2011 an den Start gegangen.

Das Clearinghaus ist eine stationäre Einrichtung

der Erzieherischen Hilfen für

unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Das Konzept beinhaltet die Betreuung

von 18 männlichen Jugendlichen im Alter

von 16 Jahren bis zur Vollendung des

18. Lebensjahres, die ohne Sorge- bzw.

Erziehungsberechtigte in Deutschland

eingereist sind. Die Jugendlichen wer-


Geschäftsbericht | 20082012

den von einem multiprofessionellen und

multikulturellen Team rund um die Uhr

mit den Zielen betreut, die Grundbedürfnisse

zu sichern, die persönlichen

Lebensverhältnisse, sowie die schulische

und berufliche Perspektive zu

klären und das Erlernen der deutschen

Sprache zu fördern.

Im Schuljahr 2008/2009 wurde in Lemgo

erstmals eine Kooperation mit Schulen

der Sekundarstufe I vereinbart. Dies war

der Einstieg in die intensive Zusammenarbeit

der Einrichtung der offenen Jugendund

Gemeinwesenarbeit mit Schulen. Das

Programm wurde in den folgenden Jahren

darüber hinaus in den Städten Bünde,

Bad Salzuflen, Löhne und Bielefeld umgesetzt.

Insgesamt sind derzeit 14 Schulen

der Sekundarstufe I beteiligt, davon drei

im gebundenen Ganztag.

Im Jahre 2009 wurden dem Arbeitsbereich

Jugendarbeit in Schulen die sieben

Offenen Ganztagsgrundschulen in Trä-

gerschaft des AWO-Bezirksverbandes

angegliedert. Die offenen Ganztagsschulen

befinden sich in Bünde (4), in

Spenge (2) und Detmold (1). Schwerpunkte

der Arbeit im Berichtszeitraum

waren einerseits die Qualitätsentwicklung,

die insbesondere in der Stadt Bünde

durch die Qualitätszirkelarbeit des

Die Gäste der Eröffnungsfeier des AWO-Clearinghauses Bielefeld haben sich im Jahr 2012 an

der AWO-Aktion „5 vor 12“ am Internationalen Tag gegen Rassismus beteiligt. U.a. waren dabei:

Bürgermeister Horst Grube, Sozialdezernent Tim Kähler, Integrationsratsvorsitzender Yasin

Sever sowie AWO-Präsidiumsvorsitzender Norbert Wellmann.

Schul- und Jugendamtes vorangetrieben

wurde, sowie die finanzielle Absicherung

durch die Verhandlungen mit den Kommunen.

Eine fachliche Positionierung

des Bereichs erfolgte auf der Ebene der

AWO-Landesarbeitsgemeinschaft NRW.

Am 1. Januar 2012 übernahm die AWO

OWL die Trägerschaft für das zuvor

städtische Jugendzentrum „die9“ in

Herford. Zunächst geht es hier darum,

ein kompetentes Team aufzubauen und

dem Team die Möglichkeiten zu bieten,

ein breitgefächertes Angebot für

verschiedene Zielgruppen von Kindern

und Jugendlichen im Zentrum der Stadt

Arbeitsbereich

Herford zu entwickeln. Daneben geht

es um die verbandsinterne Einbindung

der Einrichtung sowie um die Vernet-

zung des Jugendzentrums in der sozi-

alen und Bildungslandschaft der Stadt

Herford.

Mit der Arbeit an diesem Standort, aber

auch an den weiteren Standorten offener

Jugendarbeit in Brake und Lemgo soll

die offene Jugendarbeit als eigenständi-

ge Bildungs- und Erziehungsinstanz mit

ihren nonformalen und informellen Bil-

dungs- und Entwicklungsmöglichkeiten

für Kinder und Jugendliche positioniert

werden. Diesem Ziel dient auch das lan-

desweite Projekt „Kommunale Bildungs-

landschaften aus der Sicht der Offenen

Kinder- und Jugendarbeit“ der Arbeits-

gemeinschaft Offene Türen NRW, das

im Herbst 2011 startete und an dem die

AWO beteiligt ist.

• www. awo-mutter-kind-wohnen.de

• www.jugendwohnen-tor6.de

• www.jugendzentrum-lemgo.de

Arbeitsmarktintegration

Mit der Flankierung des arbeitsmarktpo-

litischen Instruments „Kombilohn NRW“

wurde in den Jahren 2007 bis 2009 ein

neuer Schwerpunkt in der Projektent-

wicklung des AWO-Bezirksverbandes

etabliert, der den Wegfall der Förderung

für Projektentwickler durch das Land

NRW ab April 2008 übergangsweise

kompensierte.

Aus der Vorlage des Landespro-

gramms „Kombilohn NRW“ entwickelte

der Bund 2008 das Instrument „Job-

Perspektive“ (SGB II, § 16e). Mit diesem

Instrument wurden über einen Zeitraum

von 24 Monaten besonders schwer ver-

mittelbare Langzeitarbeitslose mit ei


Jugend und Familie Seite 24 | 25

nem Personalkostenzuschuss von bis

zu 75 % gefördert, für die zusätzliche

Stellen innerhalb von Einrichtungen

des AWO-Bezirksverbandes geschaffen

wurden. Aufgrund der Veränderungen

in der Mittelzuweisung des Bundesarbeitsministeriums

(BMA) konnten

2010 zahlreiche Grundsicherungsträger

keine Verlängerungen und insbesondere

keine Neubewilligungen für das

Programm aussprechen. Damit wurden

ein arbeitsmarktpolitisches Instrument

ausgehebelt und zahlreiche sinnvolle

Beschäftigungsmöglichkeiten für Langzeitarbeitslose

gestrichen. Immerhin

konnte knapp ein Viertel aller über Job-

Perspektive Beschäftigten erfolgreich in

die Dauerförderung übernommen werden.

Ein weiterer Teil der Beschäftigten

fand über eine Festanstellung bei der

AWO oder einem anderen Arbeitgeber

eine dauerhafte Perspektive.

Parallel zu dem Bundesprogramm

Job-Perspektive wurden weiterhin im

Rahmen des SGB II 16 d, Satz 2 definier-

ten Zielgruppen Arbeitsgelegenheiten in

der Mehraufwands- und Entgeltvariante

angeboten.

Zugunsten der Umsetzung des aus

Bundes- und ESF-Mitteln gespeisten

Programms „Bürgerarbeit“ im Jahr 2011

haben etliche Grundsicherungsträger

in der Region die Umsetzung von Arbeitsgelegenheiten

komplett aus ihrem

Seit 1995 hat die Lions-Hilfe Bielefeld e.V. die Beratungsstelle für Krebskranke und ihre Angehörigen

mit rund 136.000 ¤ unterstützt. Auf dem Foto übergeben Hans-Friedrich Thoben und

Heinz Hillens (vorne rechts) erneut einen Teil des Erlöses aus dem Glühweinverkauf auf dem

Weihnachtsmarkt an Norbert Wellmann (Mitte).

Die AWO-Schuldner- und Bauschuldnerberatungsstellen organisieren Beratungen, Vorträge

und Schulungen, damit Interessierte und Bedürftige „Fit in Finanzen“ werden.

Angebot gestrichen bzw. reduziert. Die

betroffenen Beschäftigten in der Bezirksgeschäftstelle

wurden anderweitig

eingesetzt.

Das Bielefelder Sprachförderprojekt

„Miteinander leben, miteinander reden“

hat sich mit zusätzlichen Modulen

fest als bundesweit einmaliges Projekt

etabliert. Innerhalb der vergangenen

vier Jahre sind die Bausteine Frühe

Leseförderung – Elternbildung, Literacy

– Sprach-Lesepaten und Sprachförderung

im Primarbereich ergänzend zur

Sprachförderung im Elementarbereich

entwickelt und in den Leistungsvertrag

mit der Stadt Bielefeld aufgenommen

worden. Im Sprachförderprojekt werden

durchschnittlich 160 Sprachförderkräfte

sozialversicherungspflichtig beschäftigt

und qualifiziert.

Im Jahr 2012 werden wir uns als Träger

von Arbeitsmarktprojekten den Herausforderungen

der Umsetzung der Instrumentenreform

stellen und die für die

Trägerzulassung erforderliche Zertifizierung

angehen.


Geschäftsbericht | 20082012

Fachdienste für Migration

und Integration

Die Fachdienste für Migration und Integ-

ration konnten sich im Berichtszeitraum

durch die kontinuierliche Anwerbung

von Projektmitteln und die Stabilisie-

rung der Landes- und Bundesförderung

fachlich und auch quantitativ weiter-

entwickeln. Die Fachdienste arbeiten

mit ihren migrationsspezifischen An-

geboten in den Bereichen Integrations-

agentur (IA), Migrationsberatung für Er-

wachsene (MBE), Sprachförderung und

Projekte. Sie stehen allen Menschen mit

Migrationshintergrund, Institutionen,

Ämtern und Behörden für migrations-

spezifische Fragen und Anliegen in den

Regionen Löhne, Gütersloh und Pader-

born und darüber hinaus mit Rat und Tat

zur Verfügung.

Die Integrationsagentur beschäftigt sich

schwerpunktmäßig mit den Themen:

– Bürgerschaftliches Engagement von

und für Menschen mit Migrations-

geschichte,

– Interkulturelle Öffnung und

– sozialraumorientierte Arbeit.

Die Migrationsberatung für erwachsene

Zuwanderer arbeitet nach dem Casemanagement-Verfahren

und in enger

Kooperation mit den Integrationskursträgern.

Thematische Schwerpunkte sind:

Arbeitslosigkeit, ALG II-Bezug, Bildungsund

Teilhabepaket, Rente, Rückwanderung,

Gesundheit und Schulsystem.

Die Sprachförderung wurde im Berichtszeitraum

deutlich ausgebaut. Die AWO

ist inzwischen nicht nur Trägerin von Integrationskursen

sondern in den Kreisen

Migrantinnen helfen Migrantinnen: Die JobStarterinnen im Kreis Herford.

Herford und Gütersloh auch Trägerin des

ESF-BAMF-Programms zu arbeitsmarktund

berufsbezogener Deutschförderung.

Durchschnittlich fördern wir pro Jahr 150

Frauen in niederschwelligen Deutschkursen,

350 Kinder in Sprachcamps, 80

Teilnehmende in Integrationskursen und

ca. 150 Teilnehmende in berufsbezogenen

Deutschkursen.

In den Jahren 2008 und 2009 fand das

Projekt „KECK – Kompetente Eltern –

clevere Kids“ statt, ein Projekt zur Qualifizierung,

Beratung und Begleitung von

Mitarbeiterteams in Kindertageseinrichtungen

im Kontext der interkulturellen

Öffnung. In den Jahren 2010–2012 wurde

das Projekt „Job-Starterinnen – im Kreis

Herford unterwegs“, in dem bereits

integrierte Frauen mit Migrationshintergrund

berufliche Orientierung und

Unterstützung an andere Frauen mit

Migrationshintergrund weitergeben,

durchgeführt.

Als Ergebnis der fachlichen Auseinandersetzung

mit dem Konzept des Diversity-

Managements des KECK-Ansatzes konn-

Arbeitsbereich

te die interkulturelle Öffnung der Tages-

einrichtungen für Kinder weiterentwi-

ckelt werden. Dies hat zu dem Projekt

„Vielfalt in der Kita“ geführt, in dem die

Kinder tageseinrichtungen der AWO in

Ostwestfalen-Lippe seit 2011 systema-

tisch und über 3 Jahre hinweg bei der

Qualifizierung der Mitarbeiter, der inter-

kulturellen Öffnung und beim Diversity-

Management unterstützt werden.

• www.awo-fachdienste-migration.de


Kinder Seite 26 | 27

Kinder

Kindertageseinrichtungen – Fit für die Zukunft!

Das Arbeitsfeld der Kindertageseinrich-

tungen war und ist im Fluss. Seit 2006

entwickeln sich Kitas zu Familienzentren.

Zurzeit gibt es rund 2.000 in NRW. Am

1. August 2008 ist das Kinderbildungs-

gesetz (KiBiz) als neue gesetzliche Grund-

lage für die Tageseinrichtungen und Familienzentren

in NRW in Kraft getreten. Eine

erste Novellierung ist bereits erfolgt.

Mit dem KiBiz waren eine Reihe gravierender

Veränderungen verbunden,

sowohl in Bezug auf die Finanzierung

und die Rahmenbedingungen für die Arbeit

als auch in Bezug auf die inhaltliche

Gestaltung der Betreuung, Bildung und

Erziehung von Kindern im Elementarbereich.

Mit dem Inkrafttreten des Kinderförderungsgesetzes

(KiFöG) am 16.

Dezember 2008 wird ab dem 1. August

2013 der Rechtsanspruch für Kinder ab

dem 1. Lebensjahr umgesetzt. Das wird

zu weiteren vielfältigen finanziellen und

inhaltlichen Modifizierungen in der Ausgestaltung

der Arbeit und den notwendigen

personellen und baulichen Rahmenbedingungen

führen.

Der zunehmenden Komplexität des

Arbeitsfeldes, den gestiegenen Erwartungen

der Gesellschaft und der Eltern

an die Leistungen der Kindertageseinrichtungen

muss mit neuen Konzepten

und neuen Managementinstrumenten

begegnet werden. Positiv ist die Aufwertung,

die das Arbeitsfeld in den letzten

Jahren erfahren hat, auch weil es in den

Fokus der öffentlichen Diskussion gerückt

ist. Ein Indiz hierfür ist beispielsweise die

Wiederentdeckung dieses Bereichs in der

Wissenschaft. Die Ausbildung erfährt erste

Ansätze einer Akademisierung, die u.a.

in der Akkreditierung verschiedener BA-

Studiengänge zur Pädagogik der Kindheit

an Universitäten und Fachhochschulen

sichtbar wird. In welche Richtung diese

Entwicklung geht, welche Auswirkungen

sie auf die Berufskollegs für das Sozialund

Gesundheitswesen als originäre Ausbildungsstätte

für pädagogische Fachkräfte

haben wird, bleibt abzuwarten.

Änderung des Finanzsystems

Die Finanzierungsumstellung von einer

Spitzkostenabrechnung zu einer Budgetfinanzierung

hat zu großen Umstellungsprozessen

geführt und erfordert

ein intensives Finanzcontrolling. Nach

den ersten Jahren zeichnet sich perspektivisch

eine Unterfinanzierung ab. Die

jährliche Anpassung der Pauschalen ist

auf Dauer nicht auskömmlich.

Ausbau der Betreuungsplätze

Inzwischen hat der Ausbau der Betreuungsplätze

für Kinder unter drei Jahren

an Fahrt aufgenommen. Noch 2007

standen landesweit in NRW für nur 2%

der unter Dreijährigen Plätze in Kindertageseinrichtungen

bereit, mit Einlösung

des Rechtsanspruchs auf einen

In unseren Kitas können Kinder spielen, toben,

lernen.

Betreuungsplatz für Kinder ab einem

Jahr sollen ab 2013 für mindestens 32%

der Kinder Plätze zur Verfügung stehen.

Mit dem KiFöG stieg die Quote zwar

kontinuierlich an, liegt aber zurzeit mit

16,1 % lediglich bei der Hälfte des Ziel-

wertes. Bis zum Jahr 2013 fehlen noch

73.300 Plätze landesweit.

20% aller Betreuungsplätze in den Kitas der

AWO OWL sind für Kinder unter drei Jahren.

Um das Ziel zu erreichen, sind also noch

enorme Anstrengungen notwendig, die

auch die AWO als Trägerin bereit ist zu

leisten, wie ein erstes Fazit zeigt.

Die AWO OWL hat in der Zeit von

2008–2011 ihre Betreuungsquote u3 von

11 % auf 20 % ausgebaut und liegt damit

über dem Landesdurchschnitt.

Der Ausbau ist nicht nur mit Bau-

projekten verbunden, sondern bedeu-

tet auch eine intensive fachliche Neu-

ausrichtung. Begleitend wurden daher

die Fort- und Weiterbildung für unsere

Beschäftigten durch diverse Angebo-

te im Bereich der Betreuung von unter

Dreijährigen intensiviert. Darüber hi-

naus wird die fachliche Qualifizierung

unserer Teams kontinuierlich, z. B. in

Arbeitsgemeinschaften mit Fachkräften


Geschäftsbericht | 20082012

aus allen Kitas, fortgeführt. In Koope-

ration mit dem AWO-Bezirksverband

Westliches Westfalen wurde ein Instru-

ment zur Entwicklungs- und Bildungs-

beobachtung entwickelt, getestet und

implementiert. Momentan steht die

Erstellung und Umsetzung eines ganz-

heitlichen Konzepts zur Betreuung,

Erziehung und Begleitung von unter

Dreijährigen im Zentrum der fachlichen

Arbeit in diesem Bereich.

Übermittag-Betreuung

Die Zahl der Kinder, die in unseren Einrichtungen

ganztägig betreut werden,

steigt stetig. Neben dem Angebot an

Tagesplätzen mit 45 Stunden bieten

die Kitas und Familienzentrum der

AWO OWL zunehmend im Rahmen der

35-Stunden-Verträge auch Blocköffnung

und weitere bedarfsgerechte Angebote

mit Mittagessen an. Inzwischen nehmen

75% der Kinder, die eine AWO-Kita in

OWL besuchen, in der Kita auch das Mittagessen

ein. Damit reagiert die AWO

auf die Bedürfnisse von Familien nach

einer verbesserten Vereinbarkeit von

Beruf und Familie.

Die Rahmenbedingungen für die Umsetzung

werden sukzessive verbessert.

So stehen jeder Einrichtung Mittel zur

Beschäftigung von Küchenkräften zur

Verfügung. Wo immer möglich, wird

auch die Ausstattung der Küchen verbessert

und den gestiegenen Anforderungen

angepasst. Zur weiteren Professionalisierung

dieses Bereichs trägt auch maßgeblich

das Projekt gesunde und ausreichende

Ernährung bei (s.u.).

Innovationen

Arbeitsbereich

Die Erziehungspartnerschaft mit den Eltern ist eine wichtige Basis für die pädagogische Arbeit

in den Kitas und Familienzentren.

Mit dem Inkrafttreten des KiBiz haben sich

die Handlungsspielräume für innovative

Ideen und Möglichkeiten der sozialraum-

bezogenen, bedarfsorientierten Gestal-

tung des Kita-Alltags deutlich verbessert.

Diesen Vorteil nutzt die AWO OWL, um

die neuen Ressourcen und die klassischen

Aufgabenfelder kreativ und zielführend zu

verbinden und weiter zu entwickeln.

Die Teambegleiterinnen und-begleiter sind in folgenden Bildungsbereichen tätig: Bewegung; Körper, Gesundheit und Ernährung; Sprache und

Kommunikation; soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung; musisch-ästhetische Bildung, Religion und Ethik; mathematische Bildung; naturwissenschaftlich-technische

Bildung; ökologische Bildung; Medien.


Kinder Seite 28 | 29

Teambegleiterinnen und -begleiter

für frühkindliche Bildung

Teambegleiterinnen und -begleiter für

frühkindliche Bildung unterstützen und

begleiten seit dem Frühjahr 2009 die

Teams der Kindertageseinrichtungen

und Familienzentren vor Ort. Das Projekt

zeichnet sich dadurch aus, dass ein

multiprofessionelles Team vor Ort die

Bildungsarbeit mit den Kindern auf der

Grundlage neu entwickelter bzw. überarbeiteter

Mindeststandards in allen

Bildungsbereichen unterstützt. In den

zeitlich befristeten Einsätzen stehen folgenden

Aspekte im Vordergrund:

– Implementation der Standards in den

Einrichtungen, exemplarisches Arbeiten

vor Ort,

– Entwickeln von bereichsspezifischen

Toolboxen,

– Durchführung von Fortbildungen,

Schulung und Beratung von Multiplikatoren

und

– Informieren von Eltern.

Darüber hinaus sind auch kürzere Einsätze

und punktuelle Unterstützung z.B.

bei einzelnen Elternabenden oder Kita-

Festen gefragt.

Mit diesem Angebot wird ein Beitrag

dazu geleistet, allen Kindern gleiche Bildungschancen

zu eröffnen.

Fachkräfte im Ausfallzeitenpool

Zur Überbrückung von Fehlzeiten aufgrund

von Erkrankungen werden seit

dem Jahr 2008 Fachkräfte im einrichtungsübergreifenden

Einsatz beschäftigt.

Sie werden im Bedarfsfall von Kitas

angefordert und eingesetzt. Zurzeit sind

rund 35 Vertretungskräfte im Ausfallzeitenpool

beschäftigt.

Mit dem Ausfallzeitenpool wurden

zwei Ziele verfolgt: zum Einen geht es um

die personelle Unterstützung der Teams

vor Ort im Bedarfsfall. Zum Anderen bietet

sich hier die Möglichkeit, mit dem Angebot

unbefristeter Verträge langfristig

Nachwuchskräfte an die AWO zu binden.

Inklusion

Die integrative Arbeit mit Kindern mit

Behinderung wird bereits seit vielen

Jahren in den Kindertageseinrichtungen

der AWO umgesetzt. Durch die

Umsetzung des Übereinkommens der

Vereinten Nationen vom 13. Dezember

2006 über die Rechte von Menschen mit

Behinderungen ist das Thema gesamtgesellschaftlich

einen weiteren Schritt

vorangekommen. Die Forderung nach

Inklusion verbunden mit Wertschätzung

von Vielfalt und Heterogenität betrifft

insbesondere auch die Kindertageseinrichtungen

als erste institutionelle

Sozialisationsinstanz. Durch verschiedene

Maßnahmen und Handlungsschritte

wird der Weg zur Inklusion in unseren

Einrichtungen konkret gestaltet. Dazu

zählen beispiels weise die Information

und der Austausch in fachbezogenen

regionalen Arbeitskreisen mit den be-

treffenden Fachkräften in den Einrichtungen

sowie die Qualifizierung durch

spezifisch an den Bedarfen der Fachkräfte

ausgerichtete Fortbildungen.

Langweilig wird die Arbeit mit Kindern nie, aber sie fordert viel. Fortbildungen helfen, den Anforderungen

gerecht zu bleiben.

Schutz vor Kindeswohlgefährdung

Fachlich und in der Öffentlichkeit positiv

aufgenommen wurde das in allen Kitas

der AWO OWL eingeführte Verfahren

bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung

in den Einrichtungen. Insgesamt 12

speziell weitergebildete Kinderschutzfachkräfte

stehen den Einrichtungen im

Beratungsfall unterstützend zur Seite,

wenn Gefährdungen des Kindeswohls im

häuslichen Umfeld nicht auszuschließen

sind. Kinderschutz und die Umsetzung

von Kinderrechten im Kita-Alltag ist ein

ständiger Themenschwerpunkt.

Fortbildung

Die sich in der Erprobung befindlichen

Grundsätze zur Bildungsförderung des

Landes NRW bildeten bereits 2011 die

Kernthemen des umfangreichen Fort-


Geschäftsbericht | 20082012

Gesundes Essen

macht kleine Helden stark!

bildungsprogramms der Fachabteilung

Kindertageseinrichtungen. Neben Schu-

lungen für spezielle Arbeitsfelder und

langfristigen Aufbaubildungsgängen in

Kooperation mit dem Berufskolleg der

AWO OWL wurden hier allen pädagogischen

Fachkräften Qualifizierungsangebote

in allen zehn Bildungsbereichen

angeboten.

Qualitätsmanagement

Seit 1999 werden die Kitas der AWO OWL

extern zertifiziert. Das Qualitätsmanagement

ist kontinuierlich weiterentwickelt

worden. Aktuell werden die Bildungsbereiche

für Kitas in NRW darin integriert.

Gesunde Ernährung

Alle Kinder haben ein Recht auf gesunde

und ausreichende Ernährung, sie ist die

Grundlage einer gesunden körperlichen

und geistigen Entwicklung. Mit dem durch

die GlücksSpirale geförderten Projekt

„Gesunde und ausreichende Ernährung

in AWO-Kitas OWL“ sollen die Kitas und

Familienzentren als Lernorte für gesunde

Übernehmen Sie eine

Essenspatenschaft!

Infos: Tel. (0521) 9216-285

oder in jeder AWO-Kita

Für gesunde und ausreichende Ernährung in AWO-Kitas in OWL

Foto: Claudia Oberste-Hedtbleck

Ernährung und Ernährungsverhalten gestärkt

werden.

Die Erprobung dieses Projekts erfolgte

2011 im Regionalkreis Herford. Das

Verpflegungssystem wurde grundlegend

umgestellt. Je nach Buchungszeit werden

allen Kinder in AWO Kitas neben dem

Mittagessen frisches Obst und Gemüse

als Zwischenmahlzeit, altersgemäße Getränke

und ein ausgewogener Nachmittagssnack

angeboten. Einmal wöchentlich

bereitet die Kita ein gesundes Frühstück

für alle Kinder zu. Qualifizierte Hauswirtschaftskräfte

werden im Küchenbereich

eingesetzt. Im Rahmen von pädagogischen

Mindeststandards wird das Gesundheits-

und Ernährungsverhalten von

Kindern und Eltern gestärkt. Das Projekt

wird nach erfolgreicher Pilotphase nun in

allen Kreisen in OWL umgesetzt werden.

Naturnahe Spiellandschaft

Der Außenraum als Erlebnis- und Bildungsraum

bietet Kindern vielfältige

und altersgerechte naturnahe Möglichkeiten,

die ihre Persönlichkeitsent-

Arbeitsbereich

wicklung stärken. Im Rahmen eines Bildungstages

beschäftigten sich 2011 alle

Einrichtungen mit dem Prozess der Umgestaltung

und Weiterentwicklung der

Außengelände. Für den Bildungsbereich

„Naturnahe Spiellandschaft“ wurden

pädagogische Standards, Gestaltungsgrundsätze

und eine Handreichung

erarbeitet. Die Teambegleiterin für

ökologische Bildung führte in über 30

Einrichtungen eine fachliche Beratung

der Teams durch. In einigen Kindertageseinrichtungen

konnte aufgrund von

Fördermitteln das Außengelände neu

gestaltet werden. Hauptaugenmerk lag

vor allem auf einer an den Bedürfnissen

von Kindern unter drei Jahren orientierten

Gestaltung der Flächen.

Ausblick

Die demografische Entwicklung sowie

die veränderten Lebensbedingungen

von Kindern und ihren Familien werden

zukünftig noch wesentlich flexiblere und

differenziertere Angebote erfordern. Der

Wettbewerbsdruck zwischen den Trägern

und Einrichtungen wird an Schärfe

zunehmen, gleichzeitig wird der Finanzdruck

der öffentlichen Haushalte aller

Wahrscheinlichkeit nach zu weiteren Einsparungen

führen.

Mit unserem Qualitätsmanagement,

unseren Konzepten und unseren innovativen

Ideen sind wir gut aufgestellt. Bewährte

Instrumente werden zielgerichtet

eingesetzt und kontinuierlich überarbeitet.

Es werden damit Dienstleistungen

angeboten, die sich an den Bedürfnissen

und Ansprüchen von Kindern und ihren

Familien orientieren.

• www.awo-kitas-owl.de

• www.awo-familienzentren-owl.de


Kinder Seite 30 | 31

ElternService AWO OWL

2011 hat der ElternService AWO OWL

sein 5-jähriges Bestehen gefeiert. Zur ur-

sprünglichen Dienstleistung des Eltern-

Service, der Beratung und Vermittlung

in Sachen Kinderbetreuung, sind eine

Reihe weiterer Familien unterstützen-

der Dienstleistungen, wie Vortragsrei-

hen im Bereich der Dienstleistungen

für pflegebedürftige Angehörige, im

Themenbereich der Stärkung der elter-

lichen Erziehungskompetenz und die

unten beschriebenen Angebote, hinzu-

gekommen.

Betreutes Spielzimmer und

Schüco Kids Club

Seit dem 1.Februar 2012 können die Be-

schäftigten der Schüco International KG

ihre Kinder im Schüco Kids Club in Räum-

lichkeiten des Unternehmens durch

qualifizierte Personen betreuen lassen,

wenn die Betreuung in der Kita oder der

Unterricht an der Schule ausfällt. Das

Betreute Spielzimmer in der Kreisver-

waltung Herford erfreut sich bereits seit

2007 für Notfallbetreuungen großer Be-

liebtheit. Kinder, deren Eltern bei einem

der vier Partnerunternehmen (Kreisver-

waltung Herford, E.ON Westfalen-Weser,

Klinikum Herford, Brax-Leineweber) des

ElternService AWO OWL beschäftigt

sind und auch „Kundenkinder“ der Kreis-

verwaltung nutzen das Angebot, beson-

ders in den Sommerferien. Die Betreu-

ungszeiten richten sich dabei nach dem

Bedarf der Eltern.

KitaPlus

Eltern, insbesondere berufstätige Al-

leinerziehende, stoßen oftmals an ihre

Grenzen, wenn es um die Vereinbarkeit

von Familie und Beruf geht. Gemeinsam

mit der Stadt Versmold und dem DRK

bietet der ElternService AWO OWL mit

„KitaPlus“ Randstundenbetreuung im

AWO-Familienzentrum „Villa Kunterbunt“

und im DRK-Familienzentrum

Versmold an. Kinder, die einen Regelbetreuungsplatz

in der jeweiligen Einrichtung

haben, können das Angebot

nutzen. Besonderheit ist die Samstagsöffnungszeit

im Familienzentrum „Villa

Kunterbunt“, die trägerübergreifend

für jedes Versmolder Kind mit Kitaplatz

offen ist. Mit der Stadt Gütersloh wird

KitaPlus in einer städtischen Kinder-

tageseinrichtung umgesetzt.

Ferienspiele

Seit 2009 bietet der ElternService AWO

OWL in Kooperation mit dem AWO-Be-

zirksjugendwerk Ferienspielformate an.

2011 hatten über 50 Kinder aus 40 Fami-

lien von Beschäftigten des Partnerunter-

nehmens Dr. Oetker das Vergnügen, ihre

Ferien z.B. als Clown oder als Forscherin in

Sachen „Unser Planet Erde“ zu verbringen.

Die Kosten für die Ferienspiele wurden

vom Unternehmen getragen. In Koope-

ration mit dem AWO-Bezirksjugendwerk,

einer Studierendengruppe der Fachhoch-

schule Bielefeld und dem Deutschen Ju-

gendherbergswerk wurden für die Stadt-

werke Bielefeld in den Osterferien 2012

zum zweiten Mal Ferienspiele unter dem

Aspekt der Nachhaltigkeit durchgeführt.

Kindertagespflege

Im Kreis Herford im Auftrag des Kreis-

jugendamtes und in Bad Oeynhausen

im Rahmen des Aktionsprogramms Kin-

dertagespflege der Bundesregierung

ist der ElternService AWO OWL für in

der Region lebenden Familien Anlauf-

stelle in allen Belangen der Kinder-

tagespflege. Familien werden beraten

und Betreuungsplätze in Kindertages-

pflege vermittelt. In Kursen werden

Kindertages pflegepersonen dafür aus-

und fortgebildet. Jährlich erscheint dazu

ein Qualifizierungsprogramm.

• www.elternservice-awo-owl.de


Geschäftsbericht | 20082012

Seniorinnen und Senioren

Wohnen, Pflege, Wohlfühlen

Anforderungen/Entwicklungen

Der seit Einführung der Pflegeversiche-

rung entfachte Marktdruck in der Alten-

hilfe hat sich eindeutig verschärft. In der

stationären Pflege sorgten Änderungen

im Landespflegegesetz für den rasanten

Ausbau neuer Angebote. Insbesondere

in den Kreisen Minden-Lübbecke, Pa-

derborn, Lippe und Herford sind Über-

kapazitäten entstanden, die erstmals

2011 auch an der AWO nicht spurlos vo-

rübergegangen sind. Letztlich arbeiten

alle Träger mit geringeren Auslastungs-

zahlen und erhöhtem Druck zum Erhalt

der Wirtschaftlichkeit. Im Stadtgebiet

Bielefeld haben sich Verwaltung, Politik

und die meisten Träger auf die Beibehal-

tung und Modernisierung der Angebote

statt deren Ausbau verständigt.

In der ambulanten Pflege ist trotz Un-

terfinanzierung ebenfalls eine Zunahme

der Dienste zu beobachten. Einerseits

sorgt die erhöhte Nachfrage nach ambu-

lanter Versorgung für viele private Un-

ternehmensgründungen, andererseits

sorgen die Steigerungen der Entgelte,

in der Regel unterhalb der Grundlohn-

summensteigerungen, immer wieder zu

Schließungen oder Konzentration auf

deutlich größere Einheiten.

Profitiert vom Pflegeweiterentwick-

lungsgesetz (2008), der mittlerweile

fünften Reform der Pflegeversicherung,

haben aber die Einrichtungen der Tages-

pflege. Mit den beschlossenen Leis-

tungsverbesserungen konnten sich die

Gäste mehr Tage als zuvor unabhängig

finanzieren und sorgten so für eine hö-

here Inanspruchnahme. Nach 12 Jahren

Pflegeversicherung wurde erstmals ein

Leistungsanstieg der Sach- und Geld-

leistungen gewährt, allerdings noch

deutlich unterhalb des Inflationsan-

stiegs und ohne Berücksichtigung der

seit 1996 gestiegen Pflegekosten. Eine

echte Pflegereform mit einer neuen

Definition des Pflegebedürftigkeitsbegriffes

und einer nachhaltigen Finanzierungsgrundlage

dürften von der aktuellen

Bundesregierung aber nicht mehr zu

erwarten sein.

Entwicklungen in der Pflege

Nicht allein die Anforderungen unserer

Kunden und die gesetzlichen Regelungen

sondern auch der Anspruch, den

Bewohnerinnen, Bewohnern und Tagespflegegästen

eine gute Lebensqualität

zu bieten, führen zu einer Qualitätsentwicklung

der Pflege.

Die AWO erweitert und verändert daher

ihr gelebtes Pflegekonzept ständig,

wie z. B. in den letzten Jahren um die

ergänzenden Konzepte „Menschen mit

Demenz“ und „Leben bis zuletzt“. Beide

Konzepte basieren auf Pilotprojekten der

AWO.

Dem stetig wachsenden Anteil der gerontopsychiatrisch

erkrankten Bewoh-

Arbeitsbereich

ner und Gäste wird die AWO durch die

weitere Etablierung der Tages- und Be-

treuungsgestaltung in kleineren Wohn-

gruppen gerecht. Unterstützt werden die

Pflegefachmitarbeiter, die häufig eine

Zusatzausbildung in der Gerontopsychi-

atrie absolviert haben, durch speziell ge-

schulte Betreuungsassistenten.

Der Park des Seniorenzentrums Baumheide in Bielefeld lädt zum Entspannen ein. Wer will, kann

den von der Elfriede-Eilers-Stiftung gespendeten Fitnessparcours ausprobieren.

Seniorenheime sind Orte, an denen

Menschen auch sterben. Die Rahmen-

bedingungen für die Begleitung der Be-

wohner wurden entsprechend weiter

gestaltet und verbessert. Es entwickelt

sich eine Kultur des Sterbens, die Sterbe-

phase wird begleitet durch vertraute und

fortgebildete Mitarbeiter und ehrenamt-

lich engagierte Hospizbegleiterinnen.

Mittlerweile ist es gelungen, dass wir in

den Einrichtungen zunehmend Mitarbei-

terinnen mit einer Fachausbildung im

Bereich der palliativen Pflege eingesetzt

werden können. Ziel ist es, ein selbstbe-

stimmtes Leben im Sterbeprozess zu er-

möglichen.

Die Pflege braucht Profis, daher for-

ciert die AWO die Qualifizierung und


Seniorinnen und Senioren Seite 32 | 33

Weiterbildung ihrer Beschäftigten.

Pflege fachkräfte werden vermehrt zu

Leitungskräften fortgebildet oder mit

Zusatzqualifikationen ausgestattet.

Zur Steigerung der Lebensqualität

entwickeln sich weitere Angebote zum

Erhalt und zur Entwicklung von körper-

lichen und geistigen Fähigkeiten.

Neben dem bereits etablierten Kraft-

und Balancetraining in allen stationä-

ren und teilstationären Einrichtungen

hat die AWO damit begonnen, auch

Bewegungsangebote im Außenbereich

der Einrichtungen zu gestalten. Das

neueste Projekt aus dem Jahr 2011 ist

der Bewegungsparcours mit verschiedenen

Trainingsgeräten im Seniorenzentrum

Baumheide in Bielefeld. Das

Projekt wurde durch die Elfriede-Eilers-

Stiftung gefördert. Im Seniorenzentrum

Feierabendhaus in Bad Salzuflen wurde

ein Jahr zuvor ein Bewegungsparcours

errichtet, der mittlerweile gern von Besuchern

und Angehörigen genutzt wird.

Das Training dient dem Aufbau von Kraft,

fördert die Beweglichkeit und die Koordination

und verhilft zu größerer

Sicher heit beim Gehen.

Pflegenoten und

Qualitätsprüfungen

Das Pflegeweiterentwicklungsgesetz,

das zum 1. Juli 2008 in Kraft getreten ist,

beinhaltete die Verpflichtung zur Veröffentlichung

von Leistungs- und Qualitätskriterien

im Bereich von stationären

und ambulanten Einrichtungen. Für

diese Veröffentlichungen wurde eine

Systematik nach Schulnoten entwickelt,

die bis heute in der Kritik der Fachöffentlichkeit

steht.

Seit Dezember 2009 sind die „Transparenznoten“

öffentlich im Netz zugäng-

Senioreneinrichtungen sind Teil des Gemeinwesens. Begegnungen von Alt und Jung gehören dazu.

lich. Vier unserer Pflegeeinrichtungen

waren direkt ab 2009 dabei. Alle erreichten

Noten zwischen 1,2 und 1,7 und

waren damit weit über dem damaligen

Landesdurchschnitt von 2,5. Eine große

Erleichterung, da zu diesem Zeitpunkt

das Verfahren noch nicht sicher eingeschätzt

werden konnte. Bei den Transparenznoten

konnte die AWO OWL seit

2010 den Durchschnitt von 1,3–1,4 über

die geprüften acht von neun Pflegeeinrichtungen

halten. Sie lag damit in Bielefeld,

OWL und NRW immer über den

ermittelten Durchschnittswerten, die

sich im Laufe der Zeit auch zu einer 1,3

entwickelt hatten.

Im November 2008 trat das Wohnund

Teilhabegesetz NRW in Kraft und

löste für die Einrichtungen der Altenhilfe

das ehemals bundesweit gültige

Heimgesetz ab. Während sich für die

stationäre Pflege kaum zusätzliche Belastungen

ergaben, erfasste die Träger

von ambulant betriebenen Wohngemeinschaften,

die Einrichtungen der

Eingliederungshilfe und teilweise die

Wohnungswirtschaft große Unruhe. Der

Webfehler des Gesetzes, überwiegend

die Heime zu meinen, die Wohngemein-

schaften und verschiedenen Behinder-

teneinrichtungen aber einzubeziehen

und auf notwendige Differenzierungen

zu verzichten, konnte auch nach über 30

verschiedenen Erlassen nicht wirklich

befriedigend gelöst werden.

Neue Einrichtungen

Haus Müllerburg

Im August 2010 startete die umfassen-

de Modernisierung der Müllerburg in

Oerlinghausen. Ziel war die Erreichung

der vollständigen Barrierefreiheit, dazu

gehören auch neue Außenanlagen mit

einem geschützten Garten für Demenz-

kranke. Neu ist die Standardumsetzung

für 82 Einzelzimmer mit eigenem Bad.

Der alte Speisesaal und der Festsaal

wichen einer modernen Cafeteria. Die

Strukturierung in acht überschaubare

Wohngruppen mit jeweils eigener Wohn-

küche sorgt für zusätzliche Lebens- und

Aufenthaltsqualität. Neue Dienstzim-

mer, Funktions- und Sozialräume bieten

den Beschäftigten eine Entlastung im

Arbeitsalltag. Mit der überwiegenden


Geschäftsbericht | 20082012

~114,87

~114,90

Bereich Sinnesgarten

extensive

Rasenfläche

gemäß Pflanzgebot

Finanzierung durch Wohnungsbaufördermittel

und KFW-Mitteln für die energetische

Sanierung wurden neue Wege

beschritten, um langfristig den Pflegesatz

zu entlasten. Insgesamt wurden

5,4 Mio. ¤ verbaut und 450.000 ¤ in die

Erneuerung der Einrichtung investiert.

Zum ersten Mal wurde auf einem AWO-

Seniorenzentrum eine Photovoltaikanlage

installiert.

SeniorenHausgemeinschaft Spenge

Die Anforderungen an Wohnen, Versorgung

und Pflege haben sich verändert.

Wer nicht mehr allein in der bisherigen

Wohnung leben will oder kann, zieht

kleinere Einheiten, die ein höheres Maß

an Selbstständigkeit versprechen, dem

Leben in Seniorenzentren in der Regel

vor. Die AWO OWL hat immer Wert auf

ein flexibles Angebot gelegt, mit dem

den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht

werden kann. So ist in Spenge die

SeniorenHausgemeinschaft am Mühlenweg

entstanden. Sie bietet in der Dach-

Kleine Pause

Das Duftkissen

Rosen, Lavendel

und Salbei

Die Kleine Runde

Der Große Stimmungsmotor

Laubengang

Breipohls Hof, Bielefeld

Die

Duftvasen

Treffpunkt

Wohnterrasse

I FD

etage neun Menschen Platz, die jeweils

über einen eigenen Wohn-/Schlafraum

verfügen, den Alltag aber in einem großzügigen

Gemeinschaftsraum gestalten.

Hier wird gekocht, gegessen, gespielt

oder auf andere Weise gemeinsam Zeit

verbracht. Ein großer Balkon steht für

Aufenthalte im Freien zur Verfügung

und ermöglicht einen weiten Blick über

Wiesen und Felder. Die Mitglieder der

SeniorenHausgemeinschaft werden

durch Pflege- und Hauswirtschaftskräfte

unterstützt.

Altes Logierhaus, Bad Salzuflen

Ein anderes, neues Wohnmodell für Senioren

haben wir in Bad Salzuflen realisiert.

Eine alte Jugendstilvilla wurde

mit Fördermitteln des Deutschen Hilfswerks

und der Stiftung Wohlfahrtspflege

renoviert und umgebaut. Sie bietet

nun auf drei Etagen jeweils drei bis vier

Mietern Platz, die in Wohngemeinschaften

zusammenleben. Jeder Mieter

bewohnt ein eigenes Appartement mit

Hortensienband

Arbeitsbereich

Neue Wohnformen, selbstbestimmt, aber mit Versorgungssicherheit, sind im Kommen. Die SeniorenHausgemeinschaft „Breipohls Hof“ in Bielefeld-

Senne ist ein Beispiel. 2012 wird sie in Betrieb genommen.

~115,55

~115,25

OKFF: 115,60 müNN

Fahrräder

Müllplatz

Windfang

6,95

Wohn-/Schlafraum und Bad. Für jede

Wohngemeinschaft steht eine große

Wohnküche zur Verfügung. Die Mieter

sind nicht pflegebedürftig, gestalten

ihren Alltag und ihr Zusammenleben

selbst. Die AWO stellt ihnen nur für die

Tätigkeiten, die nicht mehr selbst bewältigt

werden können – also z.B. den

Hausflur putzen, Schnee fegen im Winter,

Transport von Müllbehältern – Unterstützung

zur Verfügung.

Im Souterrain des Hauses hat die

AWO einen Treffpunkt eingerichtet. Es

stehen ein kleinerer und ein größerer

Raum mit einer Küche zur Verfügung.

Besonders attraktiv ist der unmittelbare

Zugang zur Gartenterrasse und

zum Bürgerpark des nahegelegenen

AWO-Seniorenzentrums Feierabendhaus.

Diese Räumlichkeiten können

von Mietern für Zusammenkünfte oder

für größere Familienfeiern genutzt

werden. Sie können aber auch von

Ehrenamtlichen und Freiwilligengruppen

angemietet werden.

Taxushecke

Taxushecke

Parkplätze Parkplätze


Seniorinnen und Senioren Seite 34 | 35

Fachkräfte / Nachwuchsförderung

Für die AWO ist, wie für andere Wohl-

fahrtsverbände auch, der prognostizier-

te Fachkräftemangel ein Thema. Es ist

absehbar, dass, bedingt durch den demo-

grafischen Wandel, noch mehr Fachkräf-

te in der Altenpflege gebraucht werden.

Es kommt darauf an, frühzeitig für die

entsprechenden Berufe zu werben.

Der AWO OWL ist es gelungen, für

drei Jahre Fördermittel aus dem Pro-

gramm „rückenwind“ des Europäischen

Sozialfonds für ein Projekt zur Nach-

wuchskräftegewinnung zu bekommen.

Aufgabe des Projektes ist es, Kontakte

zu Schulen in Ostwestfalen-Lippe herzu-

stellen und Lehrer wie Schüler über die

Berufsfelder Altenpflege und Erzieher

sowie Ausbildungs- und Beschäftigungs-

möglichkeiten bei der AWO zu informie-

ren. Die Schüler können in unseren Kin-

dertagesstätten oder Seniorenzentren

ein Praktikum durchführen. Dadurch ler-

nen sie das jeweilige Berufsfeld kennen

und können besser einschätzen, ob eine

Ausbildung bei der AWO in Frage kommt.

Die Schüler werden in den Einrichtungen

von dafür geschulten Mitarbeitern be-

gleitet und unterstützt.

Die AWO geht davon aus, dass junge

Menschen nach positiven Kontakten

zum Berufsleben eine Ausbildung am

AWO-Berufskolleg oder dem AWO-

Fachseminar für Altenpflege beginnen

werden, die sonst nicht darüber nachge-

dacht hätten.

Perspektiven

Aktuell wird NRW pflegepolitisch von

den Novellierungen des Wohn- und Teil-

habegesetz (WTG), des Landespflegege-

setz (LPfG) und der beschlossenen Alten-

Die Alterssimulation im Rahmen der Eventtage

des Projektes Nachwuchs förderung führt

zu besonderen Aha-Erlebnissen.

pflegeausbildungsausgleichsverordnung

(AltfPflAusglVO) geprägt. Mit dem LPfG

erwartet die AWO sinnvolle Regelungen

zum Abbau des Sanierungsstaus im Bestand.

Die Ausbildungsabgabe sorgt für

mehr Gerechtigkeit in der Finanzierung

der Ausbildung und entlastet die Pflegesätze

unserer Einrichtungen. Mit dem

neuen WTG dürften für Betreiber der

Wohngruppen und Behinderteneinrichtungen

Erleichterungen eintreten, weil

auf sie zugeschnittene Anforderungen

formuliert werden.

Die alles überragende Zukunftsfrage

für die Pflege in allen Angebotsformen

wird aber darin bestehen, wie es gelingt,

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu

binden und gesund zu erhalten, neue

Mitarbeiter für die Bestandseinrichtungen

und neuen Angebote zu finden und

genügend Nachwuchs für die Fach- und

Helferausbildungen zu gewinnen. Ob

der AWO dies gelingt, hängt davon ab,

ob sie auch in Zukunft als innovativer,

qualitätsbewusster und verlässlicher Arbeitgeber

und „Dienstleister mit Herz“

wahrgenommen wird. Viel kann sie dafür

selbst tun. Nicht von ihr beeinflussbar

ist die demografische Entwicklung. Nur

begrenzt kann sie die gesellschaftliche

Anerkennung, Lohnentwicklungen und

Gesetze beeinflussen.

• www.seniorenservice-awo-owl.de


Geschäftsbericht | 20082012

Geschäftsstelle

Die Geschäftsstelle des Bezirksverbandes

hat ihren Sitz im Elfriede-Eilers-

Zentrum in Bielefeld. Die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter in den Verwaltungsund

Fachabteilungen sowie Stabsstellen

organisieren, begleiten, unterstützen

und verwalten die Aktivitäten des Bezirksverbandes

in den Einrichtungen und

Diensten. Auch die Aufgaben des Spitzenverbandes

und die Abstimmung

der Arbeit mit der AWO-Landes- und

-Bundes ebene werden von hier aus wahrgenommen.

Neben der fachlichen Begleitung werden

die Finanz- und die Personalbuchhaltung

zentral in der Bezirksgeschäftsstelle erledigt.

Auch das interne Controlling und

die Innenrevision sind hier angesiedelt.

Die Stabsstellen Qualitätsmanagement,

Bürgerschaftliches Engagement, Recht

sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

arbeiten von der Geschäftsstelle aus.

Weitere wesentliche Dienstleistungsbereiche

(EDV, Immobilienverwaltung,

Bauunterhaltung und Neubau) sind im

Berichtszeitraum zur Abteilung „Zentrale

Dienste“ zusammengefasst worden.

Durch die 2011 erfolgte Gründung der

ImmobilienService AWO GmbH sind die

Möglichkeiten, als Bauherr aufzutreten,

erweitert worden. Der „Knotenpunkt“

vieler Informationen und Aktivitäten in

der Bezirksgeschäftsstelle ist das Vorstandssekretariat.

Die Struktur der Geschäftsstelle kann

dem Organigramm entnommen werden.

Einzelne, an anderer Stelle noch nicht

beschriebene Aufgabenbereiche werden

im Folgenden kurz dargestellt:

Finanzbuchhaltung

Mehr als 200 Einrichtungen, Dienste und

Projekte wickeln ihre Einnahmen und

Ausgaben über die Finanzbuchhaltung

ab. Trotz EDV-Unterstützung ist dies

häufig mit aufwendiger Recherche und

Arbeitsbereich

viel Hand- und Kopfarbeit verbunden.

Und bei alledem müssen die Buchungen

zeitnah und korrekt sein. Alle Zahlen und

Daten sind die Basis für die regelmäßi-

gen Kostenjournale und Betriebsabrech-

nungsbögen. Sie wiederum bilden die

Basis für alle Finanz-, Investitions- und

Haushaltspläne.

Personalabteilung

Die AWO nimmt für sich in Anspruch,

Dienstleistungen zuverlässig und in

angemessener fachlicher Qualität zu

erbringen. Dies kann nur eingelöst

werden mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern,

die über hohe fachliche Kompetenz

und große Leistungsbereitschaft

verfügen, mit ihrer Arbeit zufrieden sind

und sich mit der AWO identifizieren. Ein

effizientes Personalmanagement ist dafür

die Basis, die Personalabteilung ist

dafür– in enger Abstimmung mit den

Fachabteilungen und Einrichtungen –

zuständig.

Bezirksgeschäftsstelle AWO OWL

Organigramm der Bezirksgeschäftsstelle

Beauftragungen VIII – -Stabsstellen Stabsstellen

Beauftragte/r für Arbeits- und Gesundheitsschutz

Vorstand

VIII-a Bürgerschaftliches Engagement / Freiwilligenakademie

VIII-b Innenrevision

Datenschutzbeauftragte/r

VIII-c Öffentlichkeitsarbeit

Beauftragte/r der obersten Leitung Qualitätsmanagement

VIII-d Qualitätsmanagement

VIII-e Recht

VIII-f Elternservice OWL / Tagesmütteragentur

I

Abt. Personal

Koordinierung

Fach- und

Dienstaufsicht

Lohnbuch

haltung

Personal

management

Arbeits- und

Tarifrecht

Projektentwicklung

II

II

Abt. Finanzen

Koordinierung

Fach- und

Dienstaufsicht

Bugdet

Rechnungs

wesen

Controlling

Projektentwicklung

III

III

Abt. Altenhilfe

Koordinierung

Fach- und

Dienstaufsicht

Fachberatung

Budget

Projektentwicklung

IV IV

Abt. Tageseinr.

für Kinder

Koordinierung

Fach- und

Dienstaufsicht

Fachberatung

Budget

Projektentwicklung

VV

Abt. Gesundheit

und Soziales

Koordinierung

Fach- und

Dienstaufsicht

Fachberatung

Budget

VI VI

Abt. Zentrale

Dienste

Koordinierung

Fach- und

Dienstaufsicht

Immobilien

management

Einkauf

VII

Abt. Jugend und

Familie

Koordinierung

Fach- und

Dienstaufsicht

Fachberatung

Budget

Verwaltung Verwaltung Verwaltung EDV

Verwaltung

Projektentwicklung

Projektentwicklung

Projektentwicklung

IX

IX

Berufskolleg

X

Fachseminar


Geschäftsstelle Seite 36 | 37

Die Gewinnung, Bindung, Entwicklung

und Verwaltung des Personals wird an-

gesichts des demografischen Wandels

und eines zunehmenden Fachkräfteman-

gels noch wichtiger. Beispielhaft seien

hier Maßnahmen genannt, die bereits

ergriffen wurden:

– Projekt zur Nachwuchskräfteförde-

rung: Schülerpraktika in Kindertages-

und Altenpflegeinrichtungen,

– Übernahme der Trägerschaft der re-

gionalen Beratungs- und Betreuungs-

stelle für das Freiwillige Soziale Jahr,

– Schaffung von zusätzlichen Plätzen in

Jugendfreiwilligendiensten und Ver-

stärkung der pädagogischen Beglei-

tung der jungen Menschen,

– Verstärkung der Ausbildung von Pfle-

gefachkräften und sozialpädagogi-

schen Fachkräften,

– Angebot von Praktikantenplätzen im

Berufsanerkennungsjahr in allen Kin-

dertageseinrichtungen,

– Einrichtung von zusätzlichen unbe-

fristeten Stellen im Rahmen von ein-

richtungsübergreifendenFachkräftepools, – berufsbegleitende Qualifizierung von

Nichtfachkräften,

– berufsbegleitende Weiterbildung für

Leitungsnachwuchskräfte,

– Einführung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements,

– audit berufundfamilie – Maßnahmen

zur Verbesserung der Vereinbarkeit

von Beruf und Familie,

– Internetgestützte Stellenbörse,

– Teilnahme an Job-Börsen.

Vorrangige Aufgabe der nächsten Jahre

wird es sein, die bestehenden Instrumente

und Maßnahmen weiterzuentwickeln,

noch stärker aufeinander

abzustimmen und zu einem integrierten

Handlungskonzept zusammenzuführen.

Zentrale Dienste

Der AWO-Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe

verwaltet neben 9 Seniorenzentren,

110 Kindertagesstätten auch 16

Wohnanlagen mit ca. 250 Wohneinheiten,

3 Seniorenhausgemeinschaften sowie

18 weitere Spezialimmobilien rund

um die Themen Bildung, Altenhilfe, Gesundheit

und Soziales.

Der zuständigen Abteilung „Zentrale

Dienste“ gehören zurzeit zwei Architekten

im Bereich Bau- und Instandhaltung,

zwei Mitarbeiterinnen in der

Immobilienverwaltung, eine Mitarbeiterin

für den Bereich Reinigung /

Hygiene, ein Mitarbeiter für die EDV-

Administration sowie betriebseigene

Hausmeister und Handwerker wie z.B.

Gärtner und Maler an.

Seit 2009 aus dem „Referat Bauwesen“

die neue Abteilung „Zentrale Dienste“

wurde, konnten über 200 größere und

kleinere Bauprojekte umgesetzt werden.

So wurden z.B. Seniorenzentren umge-

baut bzw. saniert, Konzepte zur Förderung

der generationsübergreifenden Beziehun-

gen realisiert und in Abstimmung mit der

Fachabteilung Wohnraum für demenzer-

krankte Senioren in Form von Senioren-

Hausgemeinschaften geschaffen.

Des Weiteren konnten in mehr als 60

Projekten Außenanlagen von Kinder-

tageseinrichtungen naturnah umgestal-

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen und Diensten sind der AWO wichtig.

Ihre Gesundheit wird erhalten. Ihre langjährige Mitarbeit wird gewürdigt. Auf dem Foto

sind der Vorstand und einige Jubilare des Jahres 2010 zu sehen.

tet und in ca. 125 Bauprojekten dringend

erforderliche Plätze für Kinder unter drei

Jahren geschaffen werden.

Auch für die energetische Sanierung

von 13 Kindertagesstätten wurden im

Rahmen des Konjunkturpaketes II drin-

gend benötigte Finanzierungsmittel

eingeworben. Die Maßnahmen konnten

dann im Jahr 2010 und 2011 realisiert

werden.


Geschäftsbericht | 20082012

Neben den größeren und kleineren Bau-

maßnahmen und der vielschichtigen Immobilienverwaltung

wird hier ebenso die

Einsatzplanung von Reinigungsdiensten

und Handwerkern, der Zentrale Einkauf

von Waren und Dienstleistungen sowie

die Systemadministration aller Einrichtungen

zentral organisiert.

EDV

Seit dem Jahr 2008 wurden die EDV-

Service-Leistungen für die Geschäftsstelle

und für die Einrichtungen und Dienste

des AWO-Bezirksverbandes kontinuierlich

ausgebaut und aktualisiert. Während

es vor 12 Jahren im Elfriede-Eilers-Zentrum

(EEZ) nur drei Server gab, hat sich diese

Zahl inzwischen auf 13 erhöht. Allein im

EEZ sind ca. 130 Nutzerinnen und Nutzer

angeschlossen. Serviceleistungen werden

seit rund drei Jahren auch für externe

Dienste und Einrichtungen erbracht. So

wurden u.a. die neun AWO-Seniorenzentren

auf Terminal-Server-Basis umgestellt.

Ein Vorteil ist der problemlose Zugang

zum Intranet des EEZ, das inzwischen auf

der Basis der neuesten Microsoft-Technologie

programmiert wurde und vielfältige

Angebote, Formulare und Informationen

für die Beschäftigten des Bezirksverbandes

bereithält. Dieses Portal wird kontinuierlich

erweitert und aktualisiert.

Die Einführung der modernen Voiceover-IP

(VOIP) in der Telefonanlage im

Jahr 2008 legte den Baustein für ein modernes

und dienstleistungsorientiertes

Kommunikationsnetzwerk des AWO-

Bezirksverbandes.

Stabsstelle Recht

Seit August 2008 ist die Stabstelle Recht

mit zwei Volljuristen besetzt. Aufgaben

sind die Beratung der Gliederungen, Einrichtungen,

Diensten und Abteilungen

innerhalb der Geschäftsstelle zu Einzelrechtsfragen,

der Entwurf einzelvertraglicher

Vereinbarungen, die Pflege der

den sozialen Dienstleistungen in den

Einrichtungen und Diensten zugrunde

liegenden Musterverträge, die Beratung

des Vorstandes in vereinsrechtlichen,

gesellschaftsrechtlichen und arbeitsrechtlichen

Fragen, sowie die Vertretung

der AWO in den Gremien der Landesarbeitsgemeinschaft

der Freien Wohlfahrtspflege.

Im Jahre 2008 lag der Arbeitsschwerpunkt

in der Beratung der Verbandsgremien

und der Vorbereitung

und Umstellung der Satzung des Bezirksverbandes

der Arbeiterwohlfahrt

Ostwestfalen-Lippe e.V. auf das Präsidiumsmodell.

2009 war die Stabsstelle

schwerpunktmäßig mit der Neuverhandlung

vieler mit den Kommunen

abgeschlossener Trägerverträge über

den Betrieb von Kindertagesstätten

betraut. Zudem mussten im Bereich

Arbeitsbereich

der stationären Altenhilfe die dort verwendeten

Verträge auf die Rechtslage

des neu in Kraft getretenen Wohn- und

Betreuungsvertragsgesetzes (WBVG)

angepasst werden.

Im Geschäftsjahr 2011 war die Stabsstelle

Recht maßgeblich an der Vorbereitung

und Gründung der Immobiliengesellschaft

der AWO beteiligt. Ein

Arbeitsschwerpunkt der Stabsstelle lag

darüber hinaus in der rechtlichen Beratung

und Begleitung einer Vielzahl von

Neu- und Umbauprojekten in den Einrichtungen

und Diensten.

Die AWO handelt ökologisch und betriebswirtschaftlich effizient. Am ÖKOPROFIT-Projekt in

NRW ist sie beteiligt. Auf dem Foto übergibt der damalige NRW-Umweltminister Uhlenberg

2009 entsprechende Zertifikate.

Stabsstelle Qualitätsmanagement

Die Stabsstelle Qualitätsmanagement

entwickelt zusammen mit den Fachkolleginnen

der Arbeitsbereiche Qualitätsstandards

für die bestehenden und für

neue Geltungsbereiche und trägt mit

der Entwicklung von Prozessbeschreibungen

und Verfahrensanweisungen

zur Umsetzung der Anforderungen der

DIN ISO und der AWO–Qualitätsforderungen

bei. Die vielfältigen Aufgaben


Geschäftsstelle Seite 38 | 39

der Stabsstelle werden von der Leiterin

und Qualitätsmanagementbeauftragten

(QMB), zwei Sachbearbeiterinnen sowie

rund 50 internen Auditoren und Audito-

rinnen umgesetzt. Dazu zählt neben der

kontinuierlichen Weiterentwicklung des

Qualitätsmanagement (QM) auch die

Überwachung der Qualitätsstandards in

jährlichen, internen Audits.

Die QMB des Bezirksverbandes führt

regelmäßig Schulungen für Auditoren,

für Qualitätsbeauftragte und für neue

Mitarbeiter/innen durch. Schulungs-

themen in 2011 waren schwerpunkt-

mäßig Fehler-, Risiko- und Prozessma-

nagement. Die QMB bereitet für den

Vorstand die Managementbewertung

vor und wertet hierzu eine Vielzahl von

Daten und Informationen aus.

2011 wurden die AWO-Kitas (ein-

schließlich der Kita des Kreisverbandes

Minden-Lübbecke) zum zehnten Mal,

zum achten Mal die Seniorenzentren

und das Wohnheim Spatzenberg sowie

zum dritten Mal das Kurhaus Schanzenberg

und die Bezirksgeschäftsstelle

von den Auditoren der Deutsche Gesellschaft

zur Zertifizierung von Managementsystemen

(DQS) begutachtet.

Das Fachseminar für Altenpflege wurde

nunmehr im dritten Jahr zusätzlich

zur DIN EN ISO 9001 auch auf Grund

der Anforderungen der Anerkennungsund

Zulassungsverordnung Weiterbildung

(AZWV) zertifiziert. Das Kurhaus

Schanzenberg wurde 2011 als eine der

ersten AWO-Reha-Einrichtungen bundesweit

nach den Qualitätskriterien

der Bundesarbeitsgemeinschaft für

Rehabilitation (BAR) zertifiziert. Die

Ergebnisse aller Begutachtungen waren

regelmäßig ausgezeichnet. Die

geforderte Qualität nach DIN EN ISO

9001 und AWO-Qualitätsstandards

(Tandem-Zertifizierung) war ohne Abweichungen

nachweisbar. Die externen

Auditoren bestätigten die Wirksamkeit

und Stabilität des Qualitätsmanagements

und damit die Qualität der angebotenen

Dienstleistungen.

Die mehrjährige Zertifizierung ist auch

ein Erfolg für die internen Auditorinnen

und Auditoren. Diese Kolleginnen und

Kollegen besuchen die Einrichtungen

allein (Kitas) oder als Auditteam (stationäre

Einrichtungen) und überprüfen anhand

eines festgelegten Fragenkatalogs

die Übereinstimmung der Praxis mit den

vereinbarten Standards. So können Unstimmigkeiten

erkannt und Fehler vermieden

werden. Die Ergebnisse dienen

der Verbesserung der Qualität und erhöhen

die Sicherheit für Beschäftigte und

Kunden. Seit 2008 wurden insgesamt 23

neue interne Auditorinnen und Auditoren

für die beiden großen Geltungsbereiche

Kitas und Altenhilfe geschult.

Ein Verbesserungspotenzial aus externer

Begutachtung wurde im Jahr 2012

abschließend umgesetzt: Die Nutzerfreundlichkeit

der Qualitätsmanagementhandbücher

aller Geltungsbereiche

wurde durch eine elektronische Visualisierung,

welche für alle Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter über das Intranet zugänglich

ist, erfolgreich verbessert.

Stabsstelle Presse-

und Öffentlichkeitsarbeit

Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

der AWO OWL hat die Aufgabe, Ziele,

Inhalte, Formen und Ergebnisse der

sozialen Arbeit zu kommunizieren. Die

Kommunikation richtet sich nach außen

(Presse, Öffentlichkeit, Entscheidungsträger

in Politik und Verwaltung,

Bewohner/innen, Besucher/innen, Kli-

enten, Sponsoren, Spender u.a.) sowie

nach innen (Mitglieder, Beschäftigte,

Geschäftspartner u.a.). Sie trägt dazu

bei, die Arbeit in den Gliederungen,

Einrichtungen und Diensten, zu ermöglichen

und zu sichern. Sie motiviert zu

Aktionen und fördert Kontakte.

Die Instrumente der Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit sind vielfältig.

Aktionen, Plakate, Flyer und Internetauftritte

werden konzipiert, erstellt, verbreitet.

Pressetermine werden organisiert,

Presseinformationen versandt und

eigene Informationsdienste eingesetzt.

Herausragende Beispiele dieser Arbeit

waren im Berichtszeitraum:

– Neukonzeption und Pflege des Internetportales

www.awo-owl.de mit regelmäßiger

Info-Mail (seit 2010),

– Weiterentwicklung und Pflege der

Portalseiten www.awo-kitas-owl.de

und www.awo-familienzentren-owl.de

(2009/2010),

– Konzeption, Gestaltung und Aufbau

des Jobportales www.perspektive-awo.

de (2009–2011),

– Entwicklung eines neuen Corporate

Designs und vieler Materialien für unsere

Kindertageseinrichtungen (2011),

– gemeinsame Herausgabe eines regelmäßigen

Mitglieder-, Beschäftigtenund

Kundenbriefes durch die Kreisverbände

und den Bezirksverband (seit

2010) und der

– Aufbau einer Muster-Website für

Ortsvereine (2011).

Von der Alltagsarbeit über Eröffnungen,

Feste und Jubiläen bis hin zu besonderen

Aktionen – viele Themen wurden in

enger Zusammenarbeit mit den Gliederungen,

Einrichtungen und Dienste in

Ostwestfalen-Lippe im Berichtszeitraum


Geschäftsbericht | 20082012

Viele Kinder und Familien kamen 2008 und 2010 zum Fest „Die AWO

rockt!“ im Elfriede-Eilers-Zentrum.

aufgegriffen. Wiederkehrende Anlässe

für Presseberichte waren in den letzten

Jahren der Kompositionswettbewerb der

Kinderlobby OWL, die Haussammlung

der AWO-Ortsvereine sowie die Maß-

nahmen gegen Kindeswohlgefährdung,

der U3-Ausbau und das Kita-Projekt

„Gesunde Ernährung“. Aber auch der 90.

Geburtstag von Elfriede Eilers (2011) und

die Aktivitäten der von ihr gegründeten

Stiftung wurden im Sinne der AWO und

weiterer Spenden genutzt. Die Medien-

resonanz ist gut. Zahlreich sind die Ver-

öffentlichungen und die begleitenden

Informationsanfragen.

Direkt und umfänglich beteiligt war

die Stabsstelle Presse- und Öffentlich-

keitsarbeit an folgenden Aktionen und

Kampagnen:

– Kinder- und Familienfest „Die AWO

rockt“ (2008/2010/2012),

– Fest „90 Jahre AWO OWL“ (2009),

– Kampagne „Armut bedroht unsere Ge-

sellschaft“ (2009),

– Kampagne „Jetzt geht´s ans letzte

Hemd“ (2010),

– Aufbau des „Zauberwaldes“ im Elfriede-

Eilers-Zentrum (2010),

– Konzeption, Erstellung und Präsen-

tation der Ausstellung „Frieda Nadig“

in Bielefeld, Bünde, Herford, Löh-

ne, Paderborn und Rödinghausen

(2010/2011),

– Informationsstand Jobmesse Bielefeld

(2010/2011),

– Aktion „awo-freiwillich“ (2011) und

– Aktion „Telefonische Pflegeberatung“

(2012).

Arbeitsbereich

Rund 250 Gäste feierten 2009 den 90.Gründungstag der AWO in der

„Hechelei“ in Bielefeld.

Arbeitsintensiv und für den Arbeitsbereich

gleichermaßen bedeutsam, ist die

Gestaltung von Schildern, Stempeln,

Briefbögen, Image- und Stellenanzeigen.

Der kritische Blick ist insbesondere hier

gefragt, weil seit Anfang 2011 das modifizierte

AWO-Logo verwendet und nach

und nach eingesetzt wird.

Das Fazit der vergangenen vier Jahre ist

positiv: Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

ist Teil der Sozialarbeit. Die AWO

wird wahrgenommen. Die Darstellung in

der Öffentlichkeit ist facettenreicher geworden.

Die fachlichen Möglichkeiten und

gesellschaftlichen Zugänge konnten erweitert

werden. Die Kommunikation nach

innen konnte deutlich verbessert werden.

• www.awo-owl.de


Zahlen, Daten, Fakten Seite 40 | 41

Zahlen, Daten, Fakten

Die wirtschaftliche Entwicklung war in

den abgelaufenen Jahren durch einen

weiteren Ausbau der Aktivitäten und ei-

nem damit einhergehenden Anstieg der

betriebswirtschaftlichen Daten gekenn-

zeichnet. Näheres zeigen die Grafiken.

12 Mio.

10 Mio.

8 Mio.

6 Mio.

4 Mio.

2 Mio.

120 Mio.

110 Mio.

100 Mio.

90 Mio.

80 Mio.

70 Mio.

Investitionen 2008–2011

2008 2009 2010 2011

Umsatzentwicklung 20082012

2008

2009

28% Seniorenzentren

2010

2011

2012

Personalkennzahlen Bezirksverband 2008–2011

2008 2009 2010 2011 (vorl.)

Zahl der Beschäftigten 2935 3308 3494 3541

Vollzeitquote 34,3 % 31,9 % 31,3% 30,8 %

Beschäftigungsdauer 8,22 J. 8,13 J. 8,32 J. 8,15 J.

Durchschnittsalter 41,23 J. 40,29 J. 40,16 J. 39,83 J.

Schwerbehindertenquote 5,0 % 5,5 % 5,0 % 5,2%

Vermögensstruktur 2008–2011 (in Mio. ¤)

2008 2009 2010 2011 (vorl.)

Anlagevermögen 109,512 111,919 113,830 115,695

Umlaufvermögen 5,268 11.926 11,405 10,754

Bilanzsumme 114,780 123,845 125,235 126,449

Kapitalstruktur 2008–2011 (in Mio. ¤)

2008 2009 2010 2011

Eigenkapital 13,466 17,277 19,840 21,067

Sonderposten 41,233 44,266 46,024 46,937

Fremdkapital 60,081 62,302 59,371 58,445

Bilanzsumme 114,780 123,845 125,235 126,449

Beschäftigte nach Arbeitsfeldern (Stichtag 31.12.2011)

7 % Jugend und Familie

3% Geschäftsstelle

1 % Sonstige Betriebe

2% Behindertenarbeit 2% Schulen 1 % Kur und Erholung

56 % Kitas


Geschäftsbericht | 20082012 Berichte Kreisverbände

Berichte Kreisverbände

Kreisverband Bielefeld e.V.

Verbandsentwicklung

Der AWO-Kreisverband Bielefeld besteht

aus 19 Ortsvereinen mit 2.436 Mitglie-

dern. Durch eine Vielzahl von Aktivi-

täten hat die ehrenamtliche Arbeit in

den Ortsvereinen auch in den Jahren

2008-2011 in beeindruckender Weise die

hauptamtliche Arbeit solidarisch unter-

stützt und optimal ergänzt. Im Bereich

des Kreisverbandes Bielefeld arbeiten

mehr als 750 Menschen in den verschie-

densten Funktionen ehrenamtlich zum

Wohle dieser Gesellschaft. Viele Ortsver-

eine beteiligen sich unmittelbar an der

Gestaltung und Durchführung sozialer

Arbeit in den Stadtteilen und Quartieren.

Verbandspolitisch bedeutsam war im

Berichtszeitraum die Sonderkonferenz

im Jahre 2010, in der der Kreisverband

eine neue Satzung verabschiedet hat.

Auf der Basis des 2008 verabschiedeten

neuen Verbandsstatuts wurden im Rahmen

der neuen Satzung Rolle und Zuständigkeiten

der Führungsgremien des

Kreisverbandes neu ausgerichtet. An der

Spitze des Kreisverbandes steht nun ein

ehrenamtliches Präsidium, aus dessen

Mitte ein fünfköpfiger ehrenamtlicher

Aufsichtsrat gebildet wird. Das Präsidium

hat einen zweiköpfigen hauptamtlichen

Vorstand (vormals Geschäftsführung)

berufen, der die unternehmerischen Tätigkeiten

des AWO-Kreisverbandes leitet.

Ehrenamt und

Freiwilligenengagement

Ehrenamt und freiwilliges Bürgerengagement

sind ein fester Bestandteil im

Angebot der AWO Bielefeld. Unter dem

Motto „Zeit für Neues“ wird seit vielen

Jahren für das Ehrenamt geworben, häufig

auch in der Verbindung mit gezielten

Die AWO Bielefeld beteiligt sich an der Klimakampagne des Umweltamtes der Stadt Bielefeld.

Angeboten. Das Projekt der Alltags- und

Formularlotsen konnte über die Aktion

„Zeit für Neues“ gestärkt werden.

Das Interesse am ehrenamtlichen und

freiwilligen, bürgerschaftlichen Engagement

ist in den vergangenen Jahren

stabil geblieben. Pro Jahr werden ca.

55–60 Beratungen und Vermittlungen

durchgeführt. Es finden jährlich ein bis

zwei Qualifizierungen für jeweils 10–20

Seniorenbegleitpersonen statt, die auf

die Mitarbeit in den Entlastungsangeboten

für Angehörige von Demenzkranken

vorbereiten. Einige Angebote

des Kreisverbandes wie z.B. die Betreuungsgruppen

und Besuchsdienste als

Entlastungsangebote konnten durch

den Einsatz der Freiwilligen weiter ausgebaut

werden. Im Rahmen des Co.libri

Projektes wurden 20 neue Ehrenamtliche

gewonnen, die Kinder zwischen

3–9 Jahren betreuen. Seit Anfang 2010

bietet der AWO-Kreisverband Bielefeld

für die Mitglieder in den Ortsvereinen

eine Rechtsberatung im Vorfeld der anwaltlichen

Beratung an. Die Beratung ist

kostenfrei und wendet sich an alle Menschen,

die zunächst keine staatliche oder

anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen

wollen. Ab 2010 beteiligte sich der Kreisverband

Bielefeld auch an dem Projekt

„Offen für Neue und Neues“, einer Initiative

des AWO-Bezirksverbandes und der

Kreisverbände in OWL, mit dem Ziel, die

Ortsvereine mit Aktivitäten zu beleben,

das sozialpolitische Profil der AWO zu

schärfen und gleichzeitig neue Mitglieder

zu gewinnen.


Kreisverband Bielefeld e.V.

Unternehmensentwicklung

Die soziale Arbeit des Kreisverbandes

Bielefeld 2008–2011 war geprägt durch

eine intensive Diskussion über die Weiterentwicklung

des sozialen Netzes in

Bielefeld und die Festlegung der Eckpunkte

zur Verlängerung der Leistungsund

Finanzierungsvereinbarungen (Leistungsverträge)

mit Freien Trägern auch

unter den Bedingungen des Haushaltssicherungskonzeptes

der Stadt Bielefeld.

Das Ergebnis war enttäuschend: Die Bielefelder

Ampelkoalition aus SPD, Grünen

und FDP hat die Verlängerung der Leistungsverträge

bis Ende 2013 mit einer

deutlichen Kürzung versehen. Die Bezuschussung

von Einrichtungen und Diensten

wurde auf den Stand des Jahres 2009

zurückgesetzt. Positiv auf die Arbeit des

Kreisverbandes wirkten die Beschlüsse

der neuen rot-grünen Landesregierung

in Düsseldorf. So wurden im Jahre 2011

die Zuschüsse für die Offene Ganztagsgrundschule

erhöht und auch die vierte

Stelle im Frauenhaus konnte endlich

wieder besetzt werden. Die finanziellen

Rahmenbedingungen für die Angebote

und Dienste des Kreisverbandes haben

sich im Berichtszeitraum durch Kürzungen

und die Nichtanpassung von Zuschüssen

an steigende Kosten deutlich

verschlechtert.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

hat sich im Berichtszeitraum

weiter erhöht. Sie stieg von 393 auf 537.

Insbesondere im Bereich der Angebote

an Schulen und im Bereich der ambulanten,

pflegerischen Versorgung konnten

neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Einige neue Projekte trugen ebenfalls zur

Erhöhung der Mitarbeiterzahl bei. Hinzu

kommen ca. 265 Honorarkräfte. Im Jahre

2009 und 2011 wurden zwei anonyme

Mitarbeiterbefragungen im Kreisverband

durchgeführt. Es ging um Fragen zur Arbeitszufriedenheit,

der internen Kommunikationsstrukturen,

der Bewertung der

Vorgesetzten, zum Gesundheitsverhalten

und zur Identifikation mit der AWO.

Beide Befragungen haben eine große

Zufriedenheit der Mitarbeiter innen und

Mitarbeiter mit ihrer Arbeit bei der AWO

gezeigt. Es wurden aber auch eine Reihe

von Verbesserungsvorschlägen gemacht,

die gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern analysiert und auf Umsetzungsmöglichkeiten

geprüft werden.

Qualitätsmanagement

Der AWO-Kreisverband Bielefeld hat

die Qualitätsmanagement-Tandem-

Zertifizierung nach DIN EN ISO

9001:2008 und AWO-Normen für die

Geschäftsstelle, den Ambulanten

Pflegedienst, das Frauenhaus und die

Sprachqualifizierung erfolgreich abgeschlossen.

Für den Bereich der Offenen

Ganztagsgrundschule wird zurzeit ein

QM-System aufgebaut und für das Jahr

2013 ist hier die Erstzertifizierung geplant.

Im Januar 2011 wurde auch das

Weiterbildungswerk nach DIN EN ISO

9001:2008 zertifiziert und erhielt die

Zulassung für AZWV.

Betriebliches

Gesundheitsmanagement (BGM)

Ein umfassendes betriebliches Gesundheitsmanagement

wurde im Mai 2011

eingeführt und in die Strukturen des

AWO-Kreisverbandes verankert. Ziel

des BGMs des AWO-Kreisverbandes

Seite 42 | 43

Bielefeld ist „Gesundheit, Wohlbefinden

und Zufriedenheit – Gesunde Arbeit in

einer gesunden AWO“. Mit der Umsetzung

von BGM soll das Gesundheitsverhalten

der Beschäftigten des AWO-

Kreisverbandes verbessert und auch

die Attraktivität der AWO als Arbeitgeber

gesteigert werden. Das BGM ist

über das Bundesministerium für Arbeit

und Soziales und Mittel aus dem Europäischen

Sozialfonds, dem Programm

„rücken wind“, gefördert und läuft bis

zum 31. Oktober 2013.

Präsidiumsvors.: Angelika Dopheide

Vorstandsvorsitzender: Rolf Potschies

• www.awo-bielefeld.de


Geschäftsbericht | 20082012 Berichte Kreisverbände

Kreisverband Gütersloh e.V.

Die Jahre 20082012 waren für die AWO

im Kreis Gütersloh geprägt von dem

Ausbau und der fachlichen Weiterent-

wicklung der bestehenden und die Über-

nahme neuer Einrichtungen. Sie werden

im Folgenden dargestellt:

Erziehung und Betreuung

Ein wichtiger Schwerpunkt der AWO

im Kreis Gütersloh ist die Erziehung

und Betreuung von Kindern in Offenen

Ganztagsschulen. Im Berichtszeitraum

konnte die Zahl der „Offenen Ganztags-

schulen“ von 27 auf 30 erhöht werden.

Darüber hinaus betreut die AWO an drei

Schulen Kinder in der Randstundenbe-

treuung halbtags und an zwei Schulen im

Rahmen einer 13+ Maßnahme. Seit 2008

entstanden an sechs weiterführenden

Schulen Betreuungsmaßnahmen.

Jugend und Bildung

Seit ca. 33 Jahren engagiert sich die AWO

im Kreis Gütersloh in der verbandlichen

und der institutionellen Kinder- und

Jugendarbeit. Die drei Jugendzentren und

die mobile Kinderarbeit der AWO arbei-

ten auf der Grundlage des Kinder- und Ju-

gendförderplanes des Kreises Gütersloh

und in enger Kooperation mit den Kom-

munen. Die seit 1992 installierte Schul-

sozialarbeit an sieben weiterführenden

Schulen und Schulzentren im Kreis soll

die soziale Integration der Kinder und

Jugendlichen fördern. 2009 gingen Halle

und Steinhagen innovative Wege, indem

sie in ihren je vier Grundschulen Schulsozialarbeit

einrichteten. 2011 folgte

Harsewinkel mit fünf Grundschulen. Ziel

der Schulsozialarbeit an Grundschulen ist

es, Kindern den Übergang vom Kindergarten

in die Grundschule, den Schulstart,

die soziale Integration und das Sozialverhalten

und den Übergang zur weiterführenden

Schule zu erleichtern. Ende 2011

begann die AWO in acht Kommunen des

Kreises mit Schulsozialarbeit nach dem

Bildungs- und Teilhabegesetz (BuT), die

vorerst bis Ende 2013 befristet ist. Hier

sind Lernförderung, Sprachförderung und

soziale Förderung vorrangige Ziele. Seit

1988 arbeitet die AWO im Rahmen des

Youthworkerprogramms des Landes NRW

in der sexualpädagogischen Aidsaufklärung

für Kinder und Jugendliche. Sie

bietet Einzelberatungen, Multiplikatorenfortbildungen

und Elterngespräche an.

2009 wurde eine Internetberatung eingerichtet.

Auch das 2005 durch den Kreis

Gütersloh in allen Kommunen des Kreises

installierte Projekt „Erfolgreich in Ausbildung“

wird von der AWO in Steinhagen

und Halle umgesetzt.

Jugendhilfe und Beratung

Die im „Haus der Familie“ in Verl arbeitende

Tagesgruppe betreut Kinder und ihre

Familien bei Erziehungsschwierigkeiten.

In Kooperation mit dem Caritasverband

werden im „Haus der Familie“ neben der

Tagesgruppe Erziehungsberatung, ambulante

erzieherische Hilfen, Elterntraining

u.v.m. angeboten. Ein neues Arbeitsfeld

wurde mit der Sozialen Gruppenarbeit in

der Offenen Ganztagsschule an der Pollhansschule

in Schloß Holte-Stukenbrock

modellhaft eingeführt. 2008 wurden in

Verl an drei Grundschulen Soziale Gruppen

eingeführt. Mit dem Jugendamt der

Stadt Verl wurde 2010 das Konzept der

Sozialen Gruppen konzeptionell überarbeitet

und um weitere Gruppen ergänzt.

Anfang 2012 kamen an allen vier Verler

Grundschulen Schulsozialarbeit nach

dem BuT hinzu. Mit dem Umzug in das

neue „Zentrum für Beratung und Begegnung“

an die Böhmerstraße 13 vernetzten

sich die Erziehungsberatungsstelle und

die „Ambulanten erzieherischen Hilfen“

im Trägerverein der AWO und des Kinderschutzzentrums

mit anderen hauptund

ehrenamtlichen Einrichtungen der

AWO. Im Berichtszeitraum erweiterte

die Erziehungsberatungsstelle ihr Angebot

zudem durch Kita-Patenschaften

an Kindertagesstätten und durch Schulpatenschaften

an Grundschulen und einer

weiterführenden Schule in der Stadt

Gütersloh. 2010 errichtete der Kreisverband

eine Mutter-Vater-Kind-Kurberatungsstelle,

um den wachsenden Nachfragen

gerecht zu werden.

Seniorenarbeit

Die „Wohnberatungsagentur für Senioren

und Menschen mit Behinderungen“

wurde um den Schwerpunkt „Menschen

mit eingeschränkter Alltagskompetenz“

erweitert, so dass heute insbesondere

auch Menschen mit Demenz und

ihre Angehörigen beraten werden. Die

„Fachberatung für Senioren- und Ehrenamtsarbeit“

wurde im Berichtszeitraum

in der Zusammenarbeit mit dem Kreis

Gütersloh und der Arbeitsgemeinschaft

der Wohlfahrtsverbände konzeptionell

weiterentwickelt und vernetzt. Die in

der AWO-thek bestehenden Ehrenamtsprojekte

AWO-Wichtel, Computerwerkstatt,

Radio von Senioren für Senioren,

Frauen in der AWO, art.in awo, Welt

der Farben, der geflügelte Bleistift und

die Berufseinstiegshilfe wurden im Berichtszeitraum

durch „Abenteuer Großeltern“,

„Knopf- und Stopf“, mehrere

Erzählcafe’s, das „Kriegskinderprojekt“,

die Geschichtswerkstatt, etc. erweitert.

In Kooperation mit dem Caritasverband


Kreisverband Gütersloh e.V. | Kreisverband Herford e.V.

wurden unter dem Dach des 2007 eingerichteten

„Zeitwerk – für das Leben

im Alter“ die Formularhilfe und der Besuchsdienst

für demenziell veränderte

Menschen ins Leben gerufen. Die Arbeitsgemeinschaft

der Wohlfahrtsverbände

führte die gemeinsame Datenbank

„Sinfodie“ fort, die eine Übersicht

über Angebote für Senioren im Kreis

Gütersloh gibt. In den 11 Seniorenbegegnungszentren

und -clubs werden

neben sozialer Beratung und Betreuung,

Informationen, gesellige Veranstaltungen,

Internetcafe’s, Seniorenreisen,

Kreativangebote, Sportangebote u.v.m.

angeboten.

Migrationsarbeit

Die Integrationsmaßnahmen des Kreisverbandes

in den Kommunen bestehen

seit 21 Jahren. Im Berichtszeitraum wurden

zahlreiche Sprachkurse, „Rucksackprojekte“

für Kitas, „Sprachcamps“ für

Grundschüler und Kooperationsprojekte

mit ausländischen Vereinen durchgeführt.

Alle Einrichtungen der AWO erreichen

im Kreis Gütersloh jährlich ca. 11.000

Menschen. Gleichzeitig erreichen die 23

AWO-Ehrenamtsprojekte und 11 AWO-

Seniorenbegegnungszentren ca. 21.000

Besucher und Teilnehmer. Die Zahl der

AWO-Beschäftigten im Kreis Gütersloh

stieg im Berichtszeitraum von 390 auf

550. Sie arbeiten in 97 Einrichtungen und

Projekten. Alles ist auf einem guten Weg!

Vorsitzender: Jürgen Jentsch

Geschäftsführerin: Ulrike Boden

• www.awo-guetersloh.de

Kreisverband Herford e.V.

Ortsvereine, Mitglieder, Ehrenamt

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Be-

richtes gibt es im Kreis Herford 26 AWO-

Ortsvereine mit ca. 2.450 Mitgliedern.

Insgesamt ist die Mitgliederzahl leider

weiterhin leicht rückläufig, wobei einzel-

ne Ortsvereine sogar einen Zuwachs ha-

ben. Positiv ist zu vermerken, dass sich

zwei kleine OV, die keinen eigenen Vor-

stand mehr stellen konnten, zu einer Fusi-

on mit benachbarten Ortsvereinen ent-

schlossen haben, so dass die Arbeit nicht

gänzlich eingestellt werden musste.

Wir wollen versuchen, unsere (Mit-

glieder-)Basis in der Bevölkerung zu er-

halten und wieder auszubauen. Das Pro-

jekt „Offen für Neues und Neue“ soll ein

gemeinsamer Anstoß sein. Zur Zeit gibt

es einen kleinen Kreis von Ortsvereinen,

die in der neuen Regionalgruppe Herford

sehr aktiv mitarbeiten. Vielleicht

kann von dort eine Initialzündung ausgehen,

um sich mit neuen, zusätzlichen

Themen und Projekten zu befassen.

Seite 44 | 45

Den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern in den Ortsvereinen

ist besonders zu danken, weil sie unter

schwierigen Bedingungen – dazu zählt

auch die immer weiter zurückgehende

Unterstützung durch manche Kommunen

– weiter machen und sich für die

Mitmenschen einsetzen. In der Tat wird

es aber auch notwendig sein, sich Neuem

und Neuen zu öffnen, wenn die AWO

auch im Bereich des Ehrenamtes weiterhin

eine Bedeutung haben will.

Vergessen wollen wir aber auch nicht

die Freiwilligen/ Ehrenamtlichen, die in

Das Haus „Kajüte“ der AWO Herford bietet Unterkunft und Verpflegung für Klassen- und Gruppenfahrten,

Aktiv- und Familienurlaube in schöner Umgebung

unseren professionellen Einrichtungen

und Diensten mit den Hauptamtlichen

zusammenarbeiten und für die dort betreuten

Menschen eine wichtige Bereicherung

darstellen.

Einrichtungen und Dienste

Dieser kurze Bericht befasst sich ausschließlich

mit einigen Einrichtungen

und Dienste des AWO-Kreisverbandes


Geschäftsbericht | 20082012 Berichte Kreisverbände

Herford. Parallel dazu gibt es im Kreis

Herford eine Vielzahl von Einrichtungen

des AWO-Bezirksverbandes und

der gemeinnützigen AWOService

GmbH.

Beim AWO-Kreisverband Herford waren

zum 31. Dezember 2011 159 hauptamtliche

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

beschäftigt. Ergänzt wurden sie durch

ca. 45 Nebenamtliche und 80 Honorarkräfte,

sowie die schon oben erwähnten

40 Freiwilligen/ Ehrenamt lichen in unseren

hauptamtlich geführten Einrichtungen.

Im Bundesfreiwilligendienst

arbeiten mittlerweile 8 Männer und

Frauen. Zusätzlich beschäftigen wir vier

Personen im Rahmen des Freiwilligen

Sozialen Jahres.

Kinder und Jugendliche

Sehr erfreulich hat sich die Qualität

der Zusammenarbeit aller AWO-Kreisverbände

und des Bezirksverbandes

im Bereich der Fortbildung von AWO-

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an

den „Offenen Ganztagsschulen“ in OWL

entwickelt. Das AWO-Familienbildungswerk

Herford führt diese Fortbildungsmaßnahmen

seit 2011 durch. Grundlage

ist die gemeinsame Planung der Verantwortlichen

aller beteiligten AWO-

Verbände. Durch die Zusammenarbeit

ist ein breitgefächertes Fortbildungsangebot

möglich geworden, das „für jeden

etwas“ bietet. Dementsprechend gut

war auch schon im ersten Jahr die Nachfrage,

so dass für 2012 ein neues Programm

aufgelegt wurde.

Seit September 2009 führt der AWO-

Kreisverband Herford im Auftrag des

Kreisjugendamtes Herford den Pflegekinderdienst

für das Kreisjugendamt

durch. Der Vergabe war ein Ausschreibungsverfahren

vorausgegangen.

In den „Frischemobilen“ wird das Essen auf dem Weg zum Kunden fertig gekocht.

Vier Dipl.-Sozialpädagoginnen teilen

sich 2,5 Vollzeitstellen. Vorrangige Auf-

gabe war es zunächst bzw. ist es auch

als Daueraufgabe, neue Pflegefamilien

zu akquirieren, d.h. Menschen zu fin-

den, die sich dieser schwierigen und

verantwortungsvollen Aufgabe stellen

wollen und auch bereit sind, ein an-

spruchsvolles und aufwändiges Qualifi-

zierungsprogramm zu durchlaufen. Erst

danach werden bei Bedarf Kinder unter

Berücksichtigung des jeweiligen Einzel-

falls in die Familien vermittelt. Aufgabe

des Pflegekinderdienstes ist es auch, die

Pflegeeltern während ihrer Arbeit mit

den Kindern durch Beratung und Fortbildung

zu unterstützen und insbesondere

im Fall von Bereitschaftspflegen mit den

leiblichen Eltern zu arbeiten, um den

Kontakt zu den Kindern nicht abreißen

zu lassen und sie in ihrer Erziehungskompetenz

zu stärken. In Einzelfällen

kommt hier auch unser Konzept „Klare

Perspektiven für Kinder und Jugendliche“

(Klar-o) zum Einsatz, bei dem es

sich um eine interdisziplinäre Differentialdiagnostik

handelt.

Ergänzend bieten wir auch ambulante

Interventionsformen wie die „Lösungsorientierte

Kurzzeitintervention“ (LOK)

und die „Lösungsorientierte Diagnostik“

(LÖD) in Familien an, für die die jeweiligen

Jugendämter bedarfsorientiert Aufträge

erteilen.

Hilfen für Senioren

Die Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen

AWOService GmbH, zu deren Gesellschaftern

die AWO Herford gehört,

hat sich als sehr sinnvoll erwiesen. Die

ambulanten (MSD, Essen auf Rädern)

und teilstationären (Tagespflegen) Angebote

des Kreisverbandes ergänzen sich

hervorragend mit den ambulanten Pflegediensten

und den SeniorenHausgemeinschaften

der AWOService gGmbH,

einer Alternative zur herkömmlichen

stationären Pflege. Die Tages pflege der

AWOService gGmbH und die zwei Tagespflegen

des Kreisverbandes entwickeln

mit Unterstützung der Fachabteilung

des AWO-Bezirksverbandes ein gemeinsames

Qualitätshandbuch und nutzen so

vielfältige Synergieeffekte.

Bezieht man noch das Seniorenzentrum

Kirchlengern des Bezirksverbandes

ein, so hält die AWO im Kreis Herford

ein sehr umfangreiches und vernetztes

Hilfeangebot für Seniorinnen und Senioren

vor.


Kreisverband Herford e.V. | Kreisverband Höxter e.V.

Seit mehr als vierzig Jahren ist „Essen auf

Rädern“ ein Markenzeichen des AWO-

Kreisverbandes Herford. Die Frage, ob

man das nicht besser privatwirtschaftlichen

Anbietern überlassen solle, beantworten

wir mit einem klaren „Nein“.

Die ambulante Versorgung mit Essen gehört

zur Daseinsvorsorge und die sollte,

ebenso wie Pflege und Erziehung, nicht

mehr als unvermeidlich kommerzialisiert

werden.

Der AWO-Kreisverband Herford hat

sich daher dafür entschieden, mit erheblichem

finanziellen Aufwand ein

Qualitätsniveau anzustreben, dass insbesondere

im Hinblick auf die Frische

der Mahlzeiten ambulant nur durch den

Einsatz so genannter „Frischemobile“

erreicht werden kann. Seit August 2011

haben wir vier der Fahrzeuge im Einsatz.

Dass Essen wird erst im Fahrzeug im Laufe

der Anlieferung zu Ende gekocht und

kann somit optimal frisch an die Kundinnen

und Kunden ausgeliefert werden.

Der Verlust an Vitaminen und anderen

wichtigen Inhaltsstoffen wird dadurch

weitgehend reduziert. Weiteres Ziel für

die Zukunft ist es, unsere heute schon

gute Diätkompetenz noch zu erhöhen

und die Zertifizierung der Deutschen

Gesellschaft für Ernährung zu erlangen.

Vorsitzender: Norbert Wellmann

Geschäftsführer: Günter Busse

• www.awo-herford.de

Kreisverband Höxter e.V.

Der AWO-Kreisverband Höxter hat sich

in den vergangenen Jahren positiv weiter

entwickelt.

Die AWO ist inzwischen in allen Städten

des Kreises durch ehrenamtliche

Angebote der Ortsvereine oder professionelle

Dienstleistungen vertreten. In

allen Städten des Kreises werden wir als

kompetenter Partner wahrgenommen.

Die Basis bilden fast 500 Mitglieder in

10 Ortsvereinen. Die Ortsvereine organisieren

z. B. verschiedene Seniorentreffs,

Spielnachmittage und Fahrten für Senioren,

Kleiderbasare, Vermittlung von

Mutter/Vater-Kind-Kuren (Ortsvereine

Beverungen und Dalhausen), Spielgruppen

für Kleinkinder, einen Kleiderladen

und „Lebensmittel-Ausgaben“ für finanziell

schwache Menschen (Ortsvereine

Peckelsheim und Borgentreich).

Der hauptamtliche Bereich des AWO-

Kreisverbandes Höxter ist in die Abteilungen

„Altenhilfe“ und „Kinder, Familie

und Schule“ gegliedert.

Zur Abteilung „Altenhilfe“ gehören

der Ambulante Pflegedienst, der Mobile

Soziale Dienst, und der Mahlzeitendienst

„Ihr gedeckter Mittagstisch“. Als

zukunftsorientiertes Dienstleistungsunternehmen

bietet die Abteilung Altenhilfe

hohe Qualität und die Vernetzung

eines breiten Dienstleistungsspektrums

für alte Menschen. Die Leistungen werden

vom Standort Bad Driburg aus überwiegend

im Bereich der Städte Bad Driburg

und Willebadessen angeboten.

In der Abteilung „Kinder, Familie und

Schule“ sind drei Regionalteams in Bad

Driburg, Höxter und Steinheim für unterschiedliche

Leistungen der Jugendhilfe

und der sozialen Arbeit in Schulen

verantwortlich.

Seite 46 | 47

Verschiedene präventive, ambulante

und teilstationäre Hilfen zur Erziehung,

die in Abstimmung mit Jugendämtern

dezentral und flexibel geleistet werden,

haben die AWO im Kreis Höxter zu einem

wichtigen Jugendhilfeträger gemacht.

Die hohe fachliche Qualität der

Arbeit wird allgemein anerkannt.

Integriert in die Arbeit der Jugendhilfeteams

sind verschiedene Angebote

von sozialer Arbeit in Schulen. Kooperationen

im Bereich Offener Ganztagsgrundschulen,

Präventionsprojekte in

Grundschulen, die pädagogische Übermittagbetreuung

in Schulen der Sekundarstufe

1 sowie Schulsozialarbeit im

Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets

sind Bestandteil des Angebots

der AWO im Kreis Höxter. Unsere Leistungen

werden in insgesamt 26 Schulen

im Kreisgebiet von den pädagogischen

Fachkräften des AWO-Kreisverbandes

angeboten.

Das Angebot des Fachdienstes einer

Sozialpädagogischen Familienhilfe bietet

die AWO im Trägerverbund mit der der

Caritas, der Diakonie und dem Paritätischen

an.

Weiterhin organisiert die AWO

Sprachreisen und ist Ansprechpartner

für das „Spielmobil“, den mobilen Spielplatz

im Kreis Höxter.

Das umfangreiche Angebot der AWO

Kreisverbandes für Familien im Kreis

Höxter wird durch die Beratungsstelle

für Schwangerschaft, Partnerschaft und

Sexualität in Bad Driburg, Höxter und

Steinheim ergänzt.

Vorsitzender: Paul Arens

Geschäftsführer: Wolfgang Kuckuk

• www.awo-hoexter.de


Geschäftsbericht | 20082012 Berichte Kreisverbände

Kreisverband Lippe e.V.

Der AWO-Kreisverband Lippe ist mit sei-

nen 43 Ortsvereinen und ca. 4.900 Mit-

gliedern die größte Verbandsgliederung

in Ostwestfalen-Lippe. Im Kreis Lippe ist

das Angebot der AWO äußerst vielfältig.

Die Ortsvereine verfügen über eine brei-

te Angebotsstruktur und betreiben u. a.

zurzeit 50 Altentagesstätten und Begeg-

nungszentren. In ca. 80 Einrichtungen und

Diensten arbeiten etwa 1.300 hauptamt-

liche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

für die AWO in Lippe.

Der AWO-Kreisverband ist zusammen

mit seiner gemeinnützigen GmbH Träger

von 33 Einrichtungen und Diensten, in

denen zurzeit ca. 340 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter tätig sind. 90 Mitarbei-

terinnen und Mitarbeiter arbeiten im

AWO-Pflege- und Betreuungsdienst. Der

Dienst besteht aus 5 Pflegeteams, die sich

auf die Städte Detmold, Bad Salzuflen,

Oerlinghausen und Extertal aufteilen.

Hier werden zurzeit ca. 350 Patienten mit

Leistungen der ambulanten Pflege und

Pflege ergänzenden Angeboten versorgt.

Das Team der Geschäftsstelle des AWO-Kreisverbandes Lippe.

Auch als Träger von Beratungsstellen ist

der Kreisverband aktiv. Vor kurzem wurde

in Lemgo ein neues Beratungszentrum

eröffnet, das die Schuldner- und Insol-

venzberatung und die Beratungsstelle für

Schwangere und Familienplanung zusam-

menfasst. Beide Einrichtungen wurden

Siegfried Gehrke (Vorsitzender) Detlef Stall (Geschäftsführer)

bereits seit mehr als 10 Jahren betrieben

und konnten im neuen Zentrum sinnvoll

zusammengefasst werden. Außerdem

befindet sich das Frauenhaus Lippe, die

Psychosoziale Beratung für Senioren und

die Psychosoziale Beratung für Langzeit-

arbeitslose in Trägerschaft der AWO.

In Detmold, Bad Salzuflen und Oerling-

hausen werden hauptamtlich geführte

Begegnungszentrum betrieben. Das

Begegnungszentrum in Bad Salzuflen-

Schötmar ist gerade bezogen worden und

wird in enger Kooperation mit dem AWO-

Ortsverein Schötmar geführt.

Im Jahr 2005 hat der Kreisverband Lippe

ein Tochterunternehmen, die „AWO Sozi-

ale Dienste Lippe gGmbH“, gegründet.

Hier arbeiten 190 Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter in 17 Offenen Ganztagsschu-

len, einer Schulbetreuungseinrichtung

an einer Hauptschule und im Beschäfti-

gungsprojekt „AWO Boutique“. Darüber

hinaus sind in diesen Einrichtungen ca.

150 Honorarkräfte für die AWO tätig.

In den letzten Jahren ist der Kreisver-

band Lippe in besonderer Weise im Bereich

der Verbandsentwicklung aktiv geworden.

So wurde die Betreuung der Ortsvereine

und der Mitglieder intensiviert, die AWO-

Zeitung „AWO in Lippe“ entwickelt und

eine „Kreis Lippe Karte“ erstellt, die alle

Kontaktdaten der im Kreis befindlichen

Einrichtungen und Dienste der AWO enthält.

Auch das bezirksweite Projekt „Offen

für Neues und Neue“, an dem sich in Lippe

15 AWO-Ortsvereine beteiligen, wurde

aktiv vorangebracht und es konnten schon

die ersten Erfolge in Form neuer Projekte

erzielt werden. Für die nächsten vier Jahre

hat sich der Kreisverband aber noch etwas

Besonderes vorgenommen. Es soll ein

Projekt zur Verbandsentwicklung durchgeführt

werden, an dem sich möglichst

alle Ortsvereine und Einrichtungen und

Dienste beteiligen. Auf allen Ebenen der

AWO-Arbeit soll ein Neuanfang stattfinden;

getreu dem Motto „Offen für Neues

und Neue“. So will sich die AWO in Lippe

fit für die Zukunft machen!

Vorsitzender: Siegfried Gehrke

Geschäftsführer: Detlef Stall

• www.awo-lippe.de


Kreisverband Lippe e.V. | Kreisverband Minden-Lübbecke e.V.

Kreisverband Minden-Lübbecke e.V.

Die durch Satzung und Leitbild vorgege-

benen Ziele und Ansprüche konnte der

AWO-Kreisverband Minden-Lübbecke

e.V. auch im Berichtszeitraum 20082012

sowohl im ehrenamtlichen wie haupt-

amtlichen Bereich umsetzen.

Dabei ist die AWO in 25 Ortschaften

des Kreises durch Ortsvereine vertre-

ten, die die rein ehrenamtliche Arbeit

des Verbandes durch ihre Aktivitäten

und Angebote prägen. Mit knapp 1.200

Mitgliedern und ca. 1.400 regelmäßigen

Besuchern der Angebote (Seniorenklub/

Altenklub) leistet der ehrenamtliche Be-

reich mit seinen vielen Helferinnen und

Helfern einen wichtigen Beitrag für die

jeweiligen Gemeinwesen, der beson-

ders hervorzuheben ist. Die ehrenamtliche

Ausrichtung des Mitgliederverbandes

bildet den Kern und die Grundlage

aller weiteren Aktivitäten der AWO. Mit

dem Projekt „Offen für Neue und Neues“

in Kooperation mit den anderen

Kreisverbänden und dem Bezirksverband

und auch den regelmäßigen Lehrgängen

in Blomberg erhoffen sich viele

Ortsvereine neue Impulse für die Arbeit

und Mitgliedergewinnung, damit die

Arbeit auch in Zukunft weitergeführt

werden kann.

Im hauptamtlichen Bereich ist die AWO

als Marke im Kreis Minden-Lübbecke gut

und mit vielen Einrichtungen und Diensten

vertreten. Ein besonderer Schwerpunkt

liegt im Bereich der beruflichen

Bildung (60-80 Ausbildungsplätze), den

Angeboten in der Berufsvorbereitung

und der Berufsfindung. Seit über 30 Jahren

ist der Kreisverband in diesen Bereichen

tätig, um gerade sozial schwachen

jungen Menschen eine berufliche und

persönliche Perspektive zu eröffnen.

Auch die Maßnahmen und Einrichtungen

im Bereich der Tageseinrichtungen

für Kinder (über 20 im Kreisgebiet) und

den Schulen (OGS/Betreuung) dokumentieren

das hohe und fachliche Engagement

der AWO, durch gute Pädagogik

die sozialen Chancen von vielen Kindern

und Jugendlichen zu erhöhen. Eine gute

Bildung betrachtet die AWO als wichtige

Grundlage für ein selbstbestimmtes und

unabhängiges Leben.

Die Beratung und Begleitung von Frauen

in Krisensituationen bildet mit den

Angeboten des Frauenschutzzentrums

(Frauenhaus) und der Frauenberatungsstelle

einen weiteren Schwerpunkt des

Kreisverbandes. Für Familien, die in der

Erziehung ihrer Kinder Unterstützung

und Rat brauchen, bieten der Kinderhort

in Porta Westfalica und die Kinder-,

Jugend- und Familienhilfe konkrete

Hilfen an. Im Lübbecker Raum ist die

Beratungsstelle bei Schwangerschaftsproblemen

und Familienplanung eine

Anlaufstelle für viele Menschen und gut

ausgelastet. Die AIDS-Prophylaxe unterstützt

in vielen Veranstaltungen gerade

im schulischen Bereich die Entwicklung

heranwachsender Jugendlicher und junger

Erwachsener in Sachen Aufklärung

und Sexualität.

Die AWO beteiligt sich durch die Info-

Zentren Pflege in Minden und Bad

Oeynhausen an einem guten Angebot

der Pflegeberatung im Mühlenkreis, das

gerade in 2012 auf neue Beine gestellt

wird.

In Minden betreibt der Bezirksverband mit

dem Robert-Nussbaum-Haus eine hervorragende

Einrichtung der stationären

und teilstationären Altenhilfe. Das Begeg-

Seite 48 | 49

nungszentrum in Neu-Lerbeck und auch

der Mahlzeitendienst „Essen auf Rädern“

ermöglichen vielen älteren und pflegebedürftigen

Menschen durch vielfältige

Maßnahmen solange wie möglich in den

eigenen vier Wänden zu bleiben.

Zusammenfassend lässt sich daher festhalten,

dass die AWO in Minden-Lübbecke

sowohl im ehrenamtlichen Bereich

und in der hauptamtlichen Arbeit für unterschiedliche

Menschen und Zielgruppen

eine Fülle an Hilfen, Beratung und

Unterstützung anbieten kann. Toleranz,

Freiheit und Gerechtigkeit werden dabei

in praktisches Handeln umgesetzt, um

an einer sozialen und gerechten Gesellschaft

mitzuwirken.

Vorsitzende: Toni Fritz

Geschäftsführer: Dirk Hanke

• www.awo-minden.de


Geschäftsbericht | 20082012 Berichte Kreisverbände

Kreisverband Paderborn e.V.

In den vergangenen 4 Jahren wuchs die

AWO im Kreis Paderborn schneller als je

zuvor.

Der AWO-Kreisverband und die AWO

Soziale Dienste Paderborn GmbH zählen

inzwischen nahezu 200 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter, dazu kommt eine Viel-

zahl an Honorarkräften. Insbesondere

der Bereich der Offenen Ganztags schule

stieg auf über 70 Mitarbeiterinnen.

Glücklicherweise wuchs auch die Zahl

der freiwillig Engagierten stark an.

Beispielhaft dafür ist unser Mehr-

generationenhaus, wo sich ca. 200

Menschen freiwillig und ehrenamtlich

engagieren und die verschiedensten

Projekte mitgestalten und entwickeln.

Eine 5-jährige Förderung durch den

Bund für das Mehrgenerationenhaus

ist ausgelaufen. Ein Folgeprojekt mit

verminderter Fördersumme schließt

sich an. Wir kämpfen um eine Komplementärfinanzierung

durch die Kommune

und werden dabei unterstützt durch

örtliche Abgeordnete sowie den Paten

des Mehrgenerationenhauses, Herrn

Stiller, Vorsitzender des Aufsichtsrats

der Firma Wincor Nixdorf AG.

Der Kreisverband Paderborn zählt nur

sechs Ortsvereine und einen Stützpunkt

mit insgesamt 400 Mitgliedern im Kreisgebiet.

Auch im Kreis Paderborn nimmt

die Zahl der AWO-Mitglieder ab. Es wird

immer schwieriger, Funktionäre für die

Ortsvereine zu finden, die bereit sind,

den Vorsitz und damit die verantwortliche

Leitung des Vereins zu übernehmen

oder die Kasse zu führen und alle

satzungsgemäßen Vorgaben sowie die

Auflagen des Finanzamts zu erfüllen. Die

Vorstände werden für vier Jahre gewählt,

zunehmend wird es schwieriger Menschen

zu finden, die sich für solch einen

Zeitraum binden möchten. Die AWO wird

NRW-Ministerin Ute Schäfer (Mitte) besuchte das Mehrgenerationenhaus „AWO-Leo“.

sich diesen Aufgaben stellen müssen,

Satzungen anpassen und Flexibilität zulassen.

Zugute kommt dem Kreisverband,

dass er nach dem so genannten Tandemmodell

zertifiziert wurde, das Qualitätsmanagementsystem

muss sowohl durch

den AWO-Bundesverband definierte

Normen als auch Normen der DIN ISO

erfüllen. Durch regelmäßige Prüfungen

des AWO Bundesverbandes und des TÜV

wird das System überwacht.

Die AWO in Paderborn stellt sich auch

den politischen Anforderungen. Die

Schulen werden zunehmend zu Ganztagsschulen

umgestellt, zumindest bieten

sie bis in den Nachmittag Betreuungsangebote,

Hausaufgabenhilfe und

Arbeitsgruppen. Die schulischen Angebote

werden weiter zunehmen.

Die älter werdende Gesellschaft benötigt

eine Vielzahl ambulanter Unterstützungsdienste,

die das Verbleiben in der

eigenen Häuslichkeit ermöglichen. Mit

dem neuen Angebot „AktiWO“ stellt sich

die AWO diesen Herausforderungen. Alternative

zum klassischen Seniorenzentrum

sind kleine Wohngruppen oder

kleine möglichst wohnortnahe Pflege-

wohngemeinschaften. Die AWO konnte

im letzten Jahr die erste Pflegewohngemeinschaft

in Bad Lippspringe einrichten.

Die AWO in Paderborn hat die kommunale

Finanzkrise mit leichten Einschnitten

überstanden. Solange die öffent lichen

Haushalte hoch defizitär sind, kann von

einer entspannten Situation nicht die

Rede sein. Trotz allem erhielt die AWO

gute Noten durch ein Rating der Bank für

Sozialwirtschaft und durchweg positive

Bewertungen der Wirtschaftsprüfer.

In der reichen Bundesrepublik driftet

die Schere zwischen reich und arm

leider weiter auseinander, Familien mit

mehreren Kindern tragen ein erheblich

erhöhtes Armutsrisiko, zukünftige Renterinnen

und Rentner werden in vielen

Fällen kaum mehr als ihre Grundbedürfnisse

befriedigen können. Daher muss

die AWO weiter Sprachrohr sein gegen

soziales Unrecht und gegen ungerechte

Politik.

Vorsitzende: Mechthild Rothe

Geschäftsführer: Harald Ehlers

• www.awo-paderborn.de


Kreisverband Paderborn e.V. | Bezirksjugendwerk

Bericht Bezirksjugendwerk

Aktionen, Schulungen, Freizeiten, Ferienspiele

Das Jugendwerk begründet als der selbst-

ständige Jugendverband der Arbeiter-

wohlfahrt seine Aktivitäten auf den

Grundwerten des demokratischen Sozi-

alismus: Freiheit, Gerechtigkeit und Soli-

darität. In diesem Rahmen versteht sich

das Jugendwerk als politische Interessenvertretung

für Kinder und Jugendliche

und tritt für deren stärkere Beteiligung

in allen Lebensbereichen ein.

Die Basis unserer Verbandsarbeit sind

die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen

als aktive Verbandsmitglieder.

Durch deren Engagement werden

die verschiedenen Tätigkeitsfelder des

Jugendwerkes getragen, traditionelle Arbeitsbereiche

weiterentwickelt und neue

geschaffen. Großer Einsatz und hohe

Professionalität von und für Kinder, Jugendliche

und junge Erwachsene sind die

Markenzeichen des Jugendwerkes der

AWO in Ostwestfalen-Lippe.

Um diesen Ansprüchen gerecht zu

werden, sind die Pflege und Werbung von

aktiven Mitgliedern und die qualifizierte

Ausbildung von Jugendlichen und jungen

Erwachsenen als Jugendgruppenleiter

wichtige Standbeine.

Gerade im Mitgliederbereich haben

wir in den letzten Jahren einiges geleistet,

so dass wir z.Zt. auf knapp 400 registrierte

Mitglieder des Jugendwerkes in

OWL unter 30 Jahren stolz sein können.

Diese junge Basis kann sicherlich auch

zur Zukunft der AWO in OWL viel beitragen.

Desweiteren gibt es drei aktive

Kreisjugendwerke in Herford, Gütersloh

und Bielefeld, die für die „lokale“ Basis

der Jugendwerksarbeit in OWL stehen.

Für die professionelle inhaltliche Arbeit

des Jugendwerkes ist die Durchführung

von Jugendgruppenleiterschulungen ein

unverzichtbarer Bestandteil. Auch als

„Serviceanbieter“ für andere Träger und

Der Vorstand des Bezirksjugendwerkes 2011–2013.

Schulen sind wir als Jugendwerk gefragt,

so dass wir im Jahr 2011 die Rekordzahl

von knapp 200 Teilnehmenden verbuchen

konnten.

Unserem traditionellen Arbeitsfeld,

den Kinder- und Jugendfreizeiten, sind

wir natürlich auch in den letzten Jahren

treu geblieben und haben es weiterhin

verstanden, den kommerziellen Anbietern

zu trotzen und mit pädagogischer

Qualität zu punkten. Eltern und Teilnehmende

wissen eine gute Betreuung und

eine sorgfältige Auswahl der Freizeitorte

zu schätzen, die nicht vom „Partyleben“

geprägt sind, sondern die Gruppengemeinschaft

in den Vordergrund stellen.

So gehen in jedem Jahr ca. 150 Teilnehmende

mit ca. 30 Betreuern des Jugendwerkes

auf die Reise.

Seit 2007 gestaltet das Jugendwerk Bildungsseminare

für „FSJ-ler“ (Menschen

im Freiwilligen Sozialen Jahr), die ihr Jahr

bei der AWO in OWL absolvieren. Seit

Sommer 2011 führt das Jugendwerk die

Seminare ebenso für Teilnehmende des

Bundesfreiwilligendienstes durch.

Der Bereich der Ferienspiele nimmt in

den letzten Jahren eine immer größere

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Bedeutung in unserer Arbeit ein. Neben

der Durchführung von Ferienangebo-

ten für Kinder im Rahmen der offenen

Ganztagsgrundschule, ist das Jugend-

werk nun schon seit einigen Jahren auch

anerkannter Kooperationspartner des

ElternService AWO OWL und bietet für

verschiedene Firmen Ferienangebote für

die Kinder der Mitarbeiter mit großem

Erfolg an.

Auf der innerverbandlichen Ebene gab

und gibt es in OWL viele Anknüpfungs-

punkte und eine gute Zusammenarbeit

zwischen Jugendwerk und AWO. Wir

möchten hier nur das Projekt „Offen für

Neues für Neue“ nennen, bei dem das

Jugendwerk auf unterschiedlichen Ebe-

nen Partner und Unterstützer ist sowie

das 2008 und 2010 erfolgreich durch-

geführte und für 2012 wieder geplante

Kinder-, Jugend- und Familienfest „Die

AWO rockt“ auf dem Gelände des Elfrie-

de-Eilers-Zentrums in Bielefeld.

Vorsitzender: Daniel Kröger

Geschäftsführer: Torsten Otting

• www.jugendwerk-owl.de


Geschäftsbericht | 20082012

Elfriede-Eilers-Stiftung

Sozial & nah

Vor allem Kinder und Senioren unterstützt

die rechtlich unabhängige und

gemeinnützige Elfriede-Eilers-Stiftung.

Rund 140.000 ¤ hat sie von 20082012

für Projekte und Angebote der AWO

Ostwestfalen-Lippe in diesen Bereichen

bewilligt. Viele Einzelspenden, Erlöse

aus Geburtstagsaktionen und Basaren,

der Verkauf des AWO-Kochbuches

„Kochen mit Herz“ und die Zinserträge des

Stiftungskapitals machten es möglich.

U. a. wurden folgende Aktionen von

der Elfriede-Eilers-Stiftung gefördert:

– Die Begleitung älterer Menschen und

ihrer Angehörigen in der letzten Lebensphase

war das Thema von Qualifizierungskursen

für Freiwillige in der

gesamten Region. Zum Teil sind die

Freiwilligen jetzt in Seniorenzentren

der AWO aktiv.

– Im Seniorenzentrum Baumheide können

Bewohner, Besucher und Gäste

in einem Bewegungsparcours im Park

ihre Fitness altersgerecht trainieren.

– Kinder der Bielefelder Heilpädagogisch-therapeutischen

Tagesgruppen

verbrachten in den Sommerferien einige

erholsame Tage im Lipperland.

– Ein Alterssimulationsanzug und ein

Tremorsimulationsgerät sensibilisieren

bei Veranstaltungen in Schulen

oder Senioreneinrichtungen für die

Situation älterer Menschen.

– Wenn Bewohner von Seniorenzentren

Reisen oder Ausflüge unternehmen,

ist die Finanzierung der Begleitung

nicht immer geregelt. Die Elfriede-

Eilers-Stiftung hat hier Sicherheit mit

einem Zuschuss geschaffen.

– Der Kompositionswettbewerb „Gib

den Ton an! Mach’ Deine Musik!“

der Kinderlobby OWL fordert Kinder

und Jugendliche auf, ihr Leben und

ihre Wünsche musikalisch zu präsentieren.

Offen für alles und niedrigschwellig

ist das Konzept. Deshalb

fördert die Elfriede-Eilers-Stiftung

drei Jahre lang diesen einzigartigen

Wettbewerb.

Norbert Wellmann (2.v.li.) und Klaus Dannhaus (re.) von der AWO OWL übergaben 10.000 ¤

aus dem Verkauf des AWO-Kochbuches „Kochen mit Herz“ an Elfriede Eilers, Claudia Rüter und

Wolfgang Stadler. Exemplare des Kochbuches können weiterhin in der AWO-Bezirksgeschäftsstelle

gekauft werden.

Elfriede-Eilers-Stiftung

– Auf drei Jahre ist das Projekt „Geht es

Dir gut, geht es mir gut“ angelegt. Junge

Mütter mit Kindern sollen in ihrer

Rollenfindung unterstützt und die Weiterbildung

der Fachkräfte in neue Therapien

und Betreuungsformen gefördert

werden. Die Elfriede-Eilers-Stiftung

trägt die Kosten für die Qualifizierung.

Die Arbeit der Stiftung wird von dem ehrenamtlichen

Vorstand mit Claudia Rüter,

Wolfgang Stadler und Klaus Krebs geleitet.

Ein Fachbeirat unter dem Vorsitz von

Elfriede Eilers unterstützt den Vorstand.

Die AWO Ostwestfalen-Lippe dankt der

Elfriede-Eilers-Stiftung für ihr Engagement

und bittet alle Mitglieder, Beschäftigte

und Interessierte um Unterstützung.

Auch Zustiftungen sind möglich.

Spendenkonto

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AWO-Kreisverband Lippe e.V.

Tel. (05231) 97 81-0 – www.awo-lippe.de

AWO-Kreisverband Minden-Lübbecke e.V.

Tel. (0571) 82 83 8-0 – www.awo-minden.de

AWO-Kreisverband Paderborn e.V.

Tel. (05251) 29 06 6-0 – www.awo-paderborn.de

Bezirksjugendwerk der AWO OWL

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