Das Programmheft zum Download (PDF) - Arsenal

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Das Programmheft zum Download (PDF) - Arsenal

januar februar märz april mai juni 12 juli august september oktober november dezember

arsenal

institut für film und videokunst e.V.


2 juni 12 inhalt

Trinh T. Minh-ha zu Gast > 4

18. Jüdisches Filmfestival

Berlin & Potsdam > 7

IntroSpective

Uzi Parnes und Ela Troyano

zu Gast > 10

Magical History Tour

City Symphonies > 12

Living Archive > 15

Arbeitswelten im Film > 16

Das Gesicht als Ereignis > 17

Re-Visionen von Rumänien > 18

Kolloquium der

Deutschen Kinemathek:

Avantgarde im Archiv?! > 19

UdK-Seminar:

Multistabiles Filmemachen > 20

Die DEFA-Stiftung

präsentiert > 20

Berliner Premiere:

Aber das Wort Hund

bellt ja nicht > 21

UdK-Seminar:

Das Interview > 21

Zu Gast: Daniel Eisenberg > 22

FilmDokument:

60 Jahre nach dem

Algerienkrieg > 22

Der Standpunkt

der Aufnahme > 23

Deutschlandpremiere:

ALPI > 23

Abschlussveranstaltung

„Jugend filmt!“ > 24

In Erinnerung an

Amos Vogel > 24

Vaginal Davis präsentiert:

Rising Stars, Falling Stars –

We Must Have Music! > 25

Filmmakers’ Choice > 25

UNTER SCHNEE –

Film und Hörspiel > 26


DAAD-Stipendiatin

Xiaolu Guo zu Gast > 26

Heinz Emigholz:

Die Architekturfilme > 27

News > 28

Kalendarium > 30

Die Basis des Make-Up

(Nr. 339) > 35

Serviceleistungen > 36

Impressum > 39

editorial juni 12 3

Das Juniprogramm präsentiert sich kaleidoskopisch: Neben

einer Retrospektive der vietnamesisch-amerikanischen

Regisseurin Trinh T. Minh-ha, einer Werkschau Ela

Troyano und Uzi Parnes sowie dem Jüdischen Filmfestival

zieht sich eine Kaskade von Einzelveranstaltungen durch

den Monat. Beginnend mit Andrei Ujica�, der seinen Film

über den einstigen rumänischen Staatschef Ceaus�escu

vorstellt, bis zum Ende des Monats, den die chinesische

Filmemacherin, Schriftstellerin und derzeitige DAAD-Stipendiatin

Xiaolu Guo mit ihren autobiografisch geprägten

Filmen bestreitet, fächert sich ein vielfältiges Programm

mit unterschiedlichsten Themen (Arbeitswelten, Gesichter-Darstellungen,

Avantgarde im Archiv) und Gästen auf,

darunter die Dokumentarfilmer Bernd Schoch und Daniel

Eisenberg sowie Ulrike Ottinger. Im Strom der Bilder, Einführungen

und Diskussionen werden wir am 20.6. innehalten,

um den Abend dem jüngst verstorbenen Autor, Filmhistoriker,

Festivalleiter, Kinomacher und guten Freund

Amos Vogel zu widmen.

Our June program is kaleidoscopic. Apart from a retrospective

of the Vietnamese-American director Trinh T. Minh-ha,

a season dedicated to the works of Ela Troyano and Uzi

Parnes and the Jewish Film Festival, a cascade of one-off

events will mark the month. Andrei Ujica� will kick it off

with his film about the former Romanian head of state

Ceaus�escu, while the Chinese filmmaker, writer and current

DAAD grant holder Xiaolu Guo will close it with her

partly autobiographical films. In between, a multifaceted

program featuring all kinds of topics (the world of work, the

representation of faces, the avant garde in the archive) and

guests, including documentary filmmakers Bernd Schoch,

Daniel Eisenberg and Ulrike Ottinger, will unfold. On June

20, we will take a break from the flood of images, introductions

and discussions and dedicate an evening to the recently

deceased author, film historian, festival director and

filmmaker, our good friend Amos Vogel. Ihr Arsenal-Team


4 juni 12 trinh t. minh-ha

Trinh T. Minh-ha zu Gast

Trinh T. Minh-ha ist Theoretikerin, Autorin, Komponistin

und Filmemacherin. In Vietnam geboren

und aufgewachsen, kam sie 1970 zum Stu dium in

die USA. Sie lehrte Musik in Dakar / Senegal und

ist heute Professorin für Women’s Studies an der

Universität von Berkeley und für Film in San

Francisco. Seit 1982 dreht sie Filme – in den USA,

Westafrika, Vietnam, Japan und China –, die vielstimmige

Reflexionen über Repräsentationen,

Machtverhältnisse und hybride Identitäten sind

und die wie ihre Texte in postkolonialen und feministischen

Diskursen einen wichtigen Platz einnehmen.

Ihre Filme widersetzen sich herkömmlichen

Kategorisierungen und Grenzziehungen.

An der Überschneidung von Dokumentarischem,

Fiktivem und Experimentellem angesiedelt, arbeiten

sie mit verschiedenen Erzählformen, untersuchen

Funk tion und Ideologie von Sprache,

untergraben dominante Repräsentationsmuster

und verwenden einen multiperspektivischen,

nicht-hierarchischen Blick.

Wir freuen uns, Trinh T. Minh-ha zwischen dem

2. und 4. Juni im Arsenal begrüßen zu dürfen und

bieten die seltene Gelegenheit, alle ihre sieben

SURNAME VIET GIVEN NAME NAM

(1989)

A TALE OF LOVE

(1995)

bisher entstandenen Filme zu sehen. Hinweisen

möchten wir auf die Präsentation des Sammelbandes

Asiatische Deutsche. Vietnamesische Diaspora

and Beyond mit einem Beitrag von Trinh T.

Minh-ha am 21. Juni im HBC-Berlin.

SURNAME VIET GIVEN NAME NAM (1989 | 2.6., anschließend

Diskussion mit Trinh T. Minh-ha, moderiert

von Tabea Metzel) handelt von den vielfältigen

Schichten von Mythen und Geschichte,

von denen vietnamesische Frauen geprägt sind.

Trinh lässt Frauen sprechen: Zentral im Film

sind Interviews, die einer doppelten Verfremdung

unterliegen. Aus einem ins Französische

übersetzten Interviewband mit vietnamesischen

Frauen wurden sie von Trinh mit vietnamesischen

Emigrantinnen in den USA nachinszeniert.

„So handelt der Film mindestens genauso vom

Übersetzen, wie er von Vietnam handelt. Außerdem

geht es wieder um das Erzählen: Der Unterschied

zwischen sogenannten dokumentarischen

und fiktiven Erzählformen bezüglich der

beschriebenen Realität ist eine Frage von Fiktivitätsgraden.“

(Madeleine Bernstorff)

„I do not intend to speak about. Just speak near-


y”, heißt es im von Trinh selbst gesprochenen

Kommentar zu Beginn ihres ersten 16mm-Films

REASSEMBLAGE (1982 | 3.6., anschließend Diskussion

mit Trinh T. Minh-ha, moderiert von

Madeleine Bernstorff). Gedreht im Senegal, destilliert

sie Töne und Bilder aus dem alltäglichen

Leben von Dorfbewohnern und widersteht dem

ethnologischen Bedürfnis, den „Anderen“ mittels

eindeutiger Zuschreibungen erklären zu

wollen. Eine Kritik am ethnologischen Blick und

der dokumentarischen Autorität, in der sie ihre

Position als Filmemacherin ebenso hinterfragt

wie sie die Unmöglichkeit einer neutralen und

objektiven Sprecherperspektive konstatiert.

NIGHT PASSAGE (2004 | 3.6., Einführung Trinh T.

Minh-ha) ist eine Hommage an Kenji Miyazawas

klassischen Roman Milky Way Railroad und erzählt

von drei jugendlichen Freunden, die zusammen

in einem einsamen Nachtzug eine

spirituelle Reise in das Zwischenreich von Leben

und Tod machen. Die filmische Reise in eine Welt

des Dazwischen übersetzt das Unbewusste in

Bilder und schafft Zugänge zu anderen Welten

– sinnliche Traumlandschaften, die von einer

trinh t. minh-ha juni 12 5

ebenso traumartigen Musik begleitet werden.

A TALE OF LOVE (1995 | 4.6., anschließend Diskussion

mit Trinh T. Minh-ha, moderiert von

Marc Siegel) Vor dem Hintergrund zeitgenössischen

amerikanischen Lebens folgt der Film der

Suche einer Frau, die verliebt ist in die Liebe. Die

Inspiration entstand durch Das Märchen der Kieu,

ein vietnamesisches Liebesgedicht aus dem 19.

Jahrhundert, das vom Schicksal einer Märtyrerin

erzählt und das zur Metapher und mythischen

Beschreibung für das Schicksal Vietnams

wurde. Strukturiert durch Voyeurismus, tritt die

Handlung zugunsten der filmischen Reflexion

zurück und verbindet sich die Vielschichtigkeit

von Klängen, Farben und Worten zu einem dichten

Raum.

NAKED SPACES – LIVING IS ROUND (1985 | 5.6.),

über Menschen und ihre Lebensräume in Dörfern

in sechs westafrikanischen Ländern, ist

einer „Poesie des Verweilens“ (Nadja Rottner)

verpflichtet, in der ein gesteigertes Bewusstsein

für Klang, Musik und Umgebungsgeräusche

der / dem Zuschauer/in ein sinnliches Sehen und

Wahrnehmen der spezifischen Kultur ermög-


6 juni 12 trinh t. minh-ha

SHOOT

FOR THE CONTENTS

(1991)

licht. Trinh selber: „Der nicht-expressive, nichtmelodische,

nicht-narrative Aspekt der Arbeit

erfordert eine andere Aufmerksamkeit: eine, die

den Ton als Ton hört, das Wort als Wort und das

Bild als Bild sieht.“ Ein Kommentar, der von drei

verschiedenen Frauen (darunter Trinh selbst)

gesprochen wird, vermittelt unterschiedliche

Sichtweisen: die Perspektive der Afrikaner / innen,

eine, die der Logik des Westens verschrieben

ist, und eine, die auf persönlichen Erfahrungen

und Beobachtungen basiert.

SHOOT FOR THE CONTENTS (1991 | 8.6.) Eine Annäherung

an die chinesische Kultur durch verschiedene,

einander konstrastierende und überlagernde

Positionen. Trinh reflektiert politische

und kulturelle Fragen von Macht und Veränderung

nach der Niederschlagung der Demokratiebewegung

1989 am Tiananmen-Platz. Aussagen

von Mao und Konfuzius, klassische chinesische

Musik, die Stimmen von Frauen, Philosophen und

Künstlern, Aufnahmen des ländlichen China und

stilisierte Interviews evozieren Fragen nach der

Repräsentation Chinas, der Vielfalt von Identitäten

und dem Prozess des Filmemachens selbst.

THE FOURTH DIMENSION (2001 | 10.6.) ist eine

Erkundung Japans durch seine Kunst, Kultur

und Rituale. Die Meditation über Zeremonien

und das Reisen wirft eine Vielzahl von Fragen

auf: nach der Erfahrung von Zeit, dem Einfluss

von Video auf das Bilder-Machen und die spezifische

Ästhetik von Video. Der erste digital gedrehte

Film Trinhs eröffnet durch das Filmen

durch mobile Rahmen wie Fenster und Türen

neue Ansichten.

Trinh T. Minh-ha is a theorist, author, composer

and filmmaker. She has been making films that

are multi-voiced reflections about representation,

power relations and hybrid identities since

1982. Like her texts, these play an important role

in postcolonial and feminist discourse. Located

at the intersection between documentary, fiction

and experimental film, they employ various narrative

forms, examine the function and ideology

of language, subvert dominant models of representation

and have a multi-perspective viewpoint.

We are glad to welcome Trinh T. Minh-ha

at the Arsenal between 2. and 4. June.


18. Jüdisches Filmfestival

Berlin & Potsdam

MENDELSOHN’S INCESSANT VISIONS

(Duki Dror, Israel 2011)

Konflikte und Komödien, Memoiren und Visionen

– vielgestaltig sind die Ausgangspunkte der

filmischen Darstellung jüdischer Lebenswelten

im Programm des 18. Jüdischen Filmfestivals –

endlich volljährig! Dem „Jubiläum“ angemessen

präsentiert sich das Festival besonders umfangreich:

30 Filme, sechs Spielstätten, viele Gäste –

siehe Kalendarium. MENDELSOHN’S INCESSANT

VISIONS (Duki Dror, IL 2011 | 7.6.) Einsteinturm

und Schaubühne zeugen vom Talent des Architekten

Mendelsohn, dessen revolutionäres

Schaffen und turbulentes Leben Regisseur Dror

in einem beeindruckenden Porträt aufblättert.

DAVID (Joel Fendelman, USA 2010 | 7.6.) Eigentlich

wollte der muslimische Daud nur ein Gebetbuch

zurückbringen. In der Synagoge missversteht

man ihn jedoch: Als David wird er prompt

in den Religionsunterricht aufgenommen, womit

für ihn ein Doppelleben zwischen zwei orthodoxen

Welten beginnt. SIX MILLION AND ONE

(David Fisher, IL / D / A 2011 | 8.6.) Gemeinsam mit

seinen Geschwistern begibt sich Fisher auf die

Suche nach den Spuren des verstorbenen Vaters,

der Konzentrations- und Arbeitslager in Öster-

jüdisches filmfestival juni 12 7

reich überlebte. Die Beschäftigung mit den Erfahrungen

des Vaters wird für die Geschwister

zu einer Belastungsprobe. DUSK (Alon Zingman,

Israel 2010 | 8.6.) Short Cuts in Israel: In einem

Krankenhaus laufen die Lebenswege unterschiedlicher

Personen zusammen. An der

Schnittstelle kommt es zu Konfrontationen und

Interaktionen – ein schonungsloses Bild der israelischen

Gesellschaft en miniature. MY AUS-

TRALIA (Ami Drozd, IL / PL 2011 | 9.6.) Nachkriegspolen:

Tadek hält Antisemitismus für

völlig normal – bis er erfährt, dass er selbst Jude

ist. Mit der Ausreise nach Israel beginnt für ihn

ein Balanceakt zwischen Anpassung und der

Suche nach Identität. Humorvolles Debüt wider

alle Klischees. Vorfilm: CATHERINE THE GREAT

(Anna Kuntsman, IL 2011 | 9.6.) LIFE IN STILLS

(Tamar Tal, IL 2011 | 9.6.) Miriam Weissensteins

„The Photohouse“ ist das älteste Fotogeschäft Tel

Avivs und birgt eine veritable Geschichte Israels.

Tamar Tal dokumentiert nicht nur den Kampf

einer Großmutter und ihres Enkels um das Geschäft,

sondern auch ihr Ringen mit der erschütternden

Familiengeschichte. Vorfilm: MUSIC


8 juni 12 jüdisches filmfestival

MAN MURRA (Richard Parks, USA 2012 | 9.6.) LE

CHAT DU RABBIN (Die Katze des Rabbiners, Joann

Sfar, F 2011 | 10.6.) Respektlos-amüsante

Verfilmung der französischen Comic-Serie über

den sprechenden Kater eines Rabbiners und

ihre langen Debatten über Gott und die Welt.

JEALOUS OF THE BIRDS (Jordan Bahat, USA 2011

| 10.6.) Wie konnten Überlebende der Shoa nach

1945 freiwillig in Deutschland bleiben? Vielfältig

sind die Antworten, manche pragmatisch, manche

schockierend. Sie geben Einblick in das Innenleben

vieler Überlebender und ihrer Kinder.

FOOTNOTE (Joseph Cedar, IL 2011 | 10.6.) Ein

Generationenkampf in der akademischen Arena:

Unterschiedliche Auffassungen von Forschungsethos

und Wissenschaftlichkeit, Eitel- und Engstirnigkeit

sind Hintergrund eines sich zuspitzenden

Vater-Sohn-Konflikts. PORTRAIT OF

WALLY (Andrew Shea, USA / A 2011 | 11.6.) Dokumentarischer

Thriller über einen spektakulären

Rechtsstreit: Egon Schieles Gemälde „Wally“

war über zehn Jahre Streitobjekt zwischen den

1939 enteigneten ursprünglichen Besitzern und

der österreichischen Regierung. DIE WOHNUNG

FOOTNOTE

(Joseph Cedar, Israel 2011)

(Arnon Goldfinger, IL / D 2011 | 11.6.) Beim Auflösen

des großmütterlichen Hausstandes stößt

Regisseur Goldfinger auf ein Familiengeheimnis:

die Freundschaft seiner aus Deutschland

geflohenen Großeltern zu einem SS-Offizier und

dessen Familie. AMEER GOT HIS GUN (Naomi

Levari, IL 2011 | 12.6.) Ein Leben zwischen Akzeptanz

und Rassismus führt ein arabischer Israeli,

der sich freiwillig zum Wehrdienst gemeldet hat.

Auf Widerstand stößt er innerhalb der Streitkräfte

wie auch in seiner Gemeinde. Vorfilm: MIT

MUSLIMISCHEN JUGENDLICHEN ISRAEL BEREI-

SEN (Markus Reichert, D 2010 | 12.6.) LIFE? OR

THEATRE? (Franz Weisz, NL 2011 | 12.6.) In einer

mosaikartigen Kollage verdichtet Weisz die Lebensspuren

der Künstlerin Charlotte Salomon.

HOW TO RE-ESTABLISH A VODKA EMPIRE (Da niel

Edelstyn, GB 2011 | 13.6.) Kaleidoskopische Reise

eines irischen Regisseurs zu den ukrainischen

Wurzeln seiner Familie und in das Herz der russischen

Revolution.

RESTORATION (Joseph Madmoni, IL 2011 | 13.6.)

Alte Möbel oder moderne Immobilien? Ein alter

Möbelrestaurator und sein Sohn, ein Immobi-


lienhändler, streiten um den Fortbestand der

väterlichen Werkstatt. JASCHA HEIFETZ: GOD’S

FIDDLER (Peter Rosen, USA / RUS 2011 | 14.6.)

Seine Amateurfilme sprühten vor Witz, er selbst

wirkte in seinem Streben nach absoluter Perfektion

oft kühl. Anhand von Interviews und Archivmaterial

zeichnet Rosen das wechselhafte

Leben des Starmusikers Heifetz nach. BETWEEN

TWO WORLDS (Alan Snitow, Deborah Kaufman,

USA 2011 | 14.6.) Die Aufführung von Simone Bittons

Film Rachel führte in den USA zu wütenden

Protestaktionen. Snitow / Kaufman hinterfragen

den propagandistischen Eifer und die Rufe nach

Verbot und Zensur. LET MY PEOPLE GO! (Mikael

Buch, F 2011 | 15.6.) Widerwillig, mit gebrochenem

Herzen und als vermeintlicher Dieb kehrt

Ruben aus dem selbstgewählten Exil Finnland

nach Paris zurück, wo seine Probleme in Form

seiner Familie erst richtig beginnen. TALIYA.

DATE.COM (Taliya Finkel, IL 2011 | 15.6.) Im

Selbstversuch widmet sich Regisseurin Finkel

der Welt des Internet-Datings. Der Preis scheint

hoch: 40 Dates mit zumeist eher fragwürdigen

Vertretern der israelischen Männerwelt. Vorfilm:

LET MY PEOPLE GO!

(Mikael Buch, F 2011)

jüdisches filmfestival juni 12 9

THE HONEYMOON SUITE (Sam Leifer, GB 2010 |

15.6.) LE FILS DE L’AUTRE (The Other Son, Lorranie

Lévy, F 2012 | 16.6.) Unsentimentales Familiendrama

um zwei im Krankenhaus vertauschte

Kinder, die auf gegensätzlichen Seiten des

politischen Konflikts aufwachsen. Als die Verwechslung

zu Tage tritt, müssen sich alle Beteiligten

mit der jahrzehntelangen Feindschaft

auseinandersetzen. Vorfilm: SCHEHERAZADE

AND THE KOSHER DELIGHT (Agnès Caffin, F 2010

| 16.6.) STEPHEN FRY: WAGNER AND ME (Patrick

McGrady, GB 2010 | 16.6.) Stephen Fry outet sich

als Wagner-Fan und versucht – zerrissen zwischen

Abscheu und Respekt für den Komponisten

– seiner Faszination auf den Grund zu gehen.

Cinematic accounts of Jewish lives – past and

present – at the 18th Jewish Film Festival.

Mit Unterstützung der Stiftung Deutsche Klassenlotterie,

des Landes Brandenburg, des Medienboard

Berlin-Brandenburg, des Beauftragten

für Kultur und Medien der Bundesregierung

und dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.

Eine Veranstaltung des Welser 25

e.V.


10 juni 12 introspective

CARMELITA TROPICANA: YOUR KUNST IS YOUR WAFFEN

(Ela Troyana, USA 1994)

LA LUPE QUEEN OF LATIN SOUL

(Ela Troyano, USA 2007)

LOISAIDA LUSTS

(Uzi Parnes, Ela Troyano, USA 1985)

IntroSpective

Uzi Parnes und Ela Troyano zu Gast

CARMELITA TROPICANA: YOUR KUNST IS YOUR

WAFFEN (1994) lief kürzlich im Rahmen des von

Susanne Sachsse und Marc Siegel kuratierten

Festivals Camp / Anti-Camp. Der Film gewann

seinerzeit den Teddy Award und ist seither Teil

unserer Sammlung. Ein engerer Kontakt zu Ela

Troyano und Uzi Parnes entstand 2009 im Zusammenhang

mit unserem Projekt „LIVE FILM!

JACK SMITH! Five Flaming Days in a Rented

World“. Dort präsentierten sie eine ihrer Expanded

Cinema Performances, die später im

Rahmen des Forum Expanded weiter entwickelt

wurde. Beide sind seit Jahrzehnten prägender

Teil der New Yorker Kunst- und Performanceszene,

wobei sie eine lange Geschichte mit der

queeren Underground-Ikone Jack Smith verbindet.

Die in Kuba geborene Ela Troyano trat in

dessen Performances und Filmen auf. Der Filmemacher,

Fotograf und Schauspieler Uzi Parnes

fotografierte für Smith und schrieb für seine

Theaterproduktionen. Parnes war der Gründer

des Performanceclubs Chandalier, den er gemeinsam

mit Ela Troyano leitete. Von 2003–2005

betrieb er die Uzi N.Y. Gallery im East Village.

Wir blicken nicht zurück, sondern hinein in ihre

Lebens- und Arbeitswelt und freuen uns, Uzi

Parnes und Ela Troyano zu einer „IntroSpective“

im Arsenal begrüßen zu dürfen.

Programm 1 (21.6.) bringt zwei Performancekünstlerinnen

zusammen, die von je unterschiedlichen

Ausgangspunkten großen Einfluss

auf die US-amerikanische queere Kultur hatten

und haben. Die New Yorker Underground-Legende

Carmelita Tropicana (CARMELITA TROPI-

CANA: YOUR KUNST IS YOUR WAFFEN, USA 1994),

Ela Troyanos Schwester, bedient sich in ihren

campen Monologen und Drag-Performances

eines Pools an latino-amerikanischen (Sub-)

Kultur-Referenzen, zu denen unter anderem

auch die Sängerin La Lupe gehört. Deren Weg

von Havanna nach New York und ihren Aufstieg

zur Pop-Sensation zeichnet Troyano in LA LUPE

QUEEN OF LATIN SOUL (USA 2007) nach und beschreibt

gleichzeitig die vielfältigen historischkulturellen

Querverbindungen zwischen den

USA und Kuba.

Das Programm 2: „Structuralism and Sex“ (21.6.)

umfasst Arbeiten Uzi Parnes’ aus den 70er und


80er Jahren. Die kurzen Super8-Filme und Diashows

setzten sich unter anderem mit Einwandererschicksalen

(MISPACHAT DORON, USA

1977–78), Punk-Medienkritik (KRAZIE, USA 1979)

und homophober Gesetzgebung (GIRLS CAN’T

HELP IT, USA 1986) auseinander.

Uzi Parnes’ autobiografische Homemovies und

-Videos zeigen wir im Programm 3: „Queer Love

– The HOMOVIES“ (22.6.). Die Arbeiten verhandeln

Parnes’ Verhältnis zu seiner Familie und

deren Umgang mit seinem queeren Lebensstil.

Eine Diashow zeigt Fotos, die Parnes Ende der

70er Jahre auf den Piers am Hudson River

schoss (SEX PIERS, USA 1979–83). Zur damaligen

Zeit waren die heruntergekommenen Hafenanlagen

ein beliebter Cruising-Spot der

Schwulenszene des West Village.

Die Handlung von Ela Troyanos Langfilm LATIN

BOYS GO TO HELL (USA 1997), einer selbstreferentiellen,

melodramatischen Sex-Farce, dreht

sich um vier queere Jungs, deren romantische

und sexuelle Verwicklungen in der Daily-Soap

„Dos Vidas“ gespiegelt werden, die die vier leidenschaftlich

verfolgen. Die Downtown Club-

introspective juni 12 11

Szene ist der Treffpunkt der Protagonisten und

ebenso Schauplatz einer Reihe von Kurzfilmen,

die Troyano in den 80er Jahren etwa im legendären

Pyramid Club drehte (Programm 4 | 22.6.).

Das letzte Programm der Reihe (23.6.) zeigt Gemeinschaftsarbeiten

von Parnes und Troyano,

darunter auch eine Videoversion der 2010 im Rahmen

der Berlinale gezeigten Performance JACK

SMITH IN THE SILENCE OF MARCEL DUCHAMP.

In einer Installation im Roten Foyer zeigen Troyano

und Parnes eine Auswahl von Performances

aus dem Club Chandalier. Die Gespräche mit

den Gästen führen Jürgen Brüning, Daniel Hendrickson,

Stefanie Schulte Strathaus und Uli

Ziemons. We are happy to welcome two prolific

members of the New York Underground Scene,

Ela Troyano and Uzi Parnes, for an “IntroSpective”.

As filmmakers, performers, photographers,

club founders, collaborators and friends,

they both shaped and influenced queer art practice

in the US-american metropolis since the

1970s. The program presents selections from

their individual and collaborative work: films,

slideshows and an installation in the Red Foyer.


12 juni 12 magical history tour

BERLIN. DIE SINFONIE DER GROSSSTADT

(Walter Ruttmann, D 1927)

THE LITTLE FUGITIVE

(Ray Ashley, Morris Engel, Ruth Orkin, USA 1953)

THE NAKED CITY

(Stadt ohne Maske, Jules Dassin, USA 1947)

Magical History Tour

City Symphonies

Walter Ruttmanns BERLIN. DIE SINFONIE DER

GROSSSTADT (D 1927) ist nicht nur singuläres Porträt

der schillernden Metropole Mitte der 20er

Jahre, sondern auch Fixstern und quasi Namensgeber

einer Reihe von kurzen und langen Dokumentarfilmen,

die in den 20er / 30er Jahren die

zunehmende Dynamik, Technisierung und Modernität

der Großstädte und das damalige Lebensgefühl

in rhythmisierten Montagen und assoziativen

Bilderfolgen darstellten: die Stadtsinfonien.

Rhythmus, Tempo, Bewegung, Abstraktion

und Experimentierfreude bestimmen die filmischen

Annäherungen an Berlin, Nizza, Moskau,

New York und Paris, die wir im Juni präsentieren.

Den Nachhall des Genres und seine Variationen

zeigen wir anhand einiger Beispiele quer durch

die Filmgeschichte: von klassischen Reverenzen

an die ersten City Symphonies bis hin zu fernen

Echos der frühen filmischen Stadterkundungen.

BERLIN. DIE SINFONIE DER GROSSSTADT (Walter

Ruttmann, D 1927 | 2. & 8.6., am Klavier: Eunice

Martins) Ein Tag in der Großstadt Berlin, chronologisch

dargestellt in fünf Zeitphasen. In abwechselnd

rasantem, dann wieder ruhigerem Tempo

fächert Ruttmann Bilder der Stadt, des städtischen

Lebens und der Menschen auf: Häuserschluchten,

Züge, Straßen, Arbeiter- und Angestelltenmassen,

Maschinen, Leuchtreklamen,

Abend vergnügungen – Bilder, die nach Bewegungs-

und Kontrastprinzipien montiert, zu einem

visuellen Rhythmus, einem Strom der Eindrücke

und pulsierenden Bilderfluss verschmelzen.

DER SCHÖNE TAG (Thomas Arslan, D 2001 | 3. &

6.6.) Gänge durch die Stadt – einen Tag lang bewegt

sich Deniz (Serpil Turhan) durch das sommerliche

Berlin: von Kreuzberg an den Wannsee,

vom Alexanderplatz zum Tiergarten. Bei Arslan

ist Berlin nicht pittoreske Kulisse. Die Wege

durch die Stadt sind vielmehr Pulsgeber, rhythmisierender

Faktor des Films. Deniz’ Streifzüge

– nicht selten per U-Bahn – vermessen die Stadt

und verbinden die momentanen Koordinaten ihres

Lebens. Zwischen Freund, Mutter, Schwester,

ihrer Arbeitstätte als Synchronsprecherin, Vorsprechen

und einer abendlichen Zufallsbekanntschaft

sondiert Deniz die eigenen Erwartungen

an ihr Leben.

City-Symphonies-Kurzfilmprogramm (9. & 17.6.,


am Klavier: Eunice Martins): MANHATTA (Paul

Strand / Charles Sheeler, USA 1921) Die erste

Stadtsinfonie der Filmgeschichte – eine lyrische

Komposition aus Architektur, Raum und Bewegung,

basierend auf einem Gedicht von Walt

Whitman. RIEN QUE LES HEURES (Alberto Cavalcanti,

F 1926) Dokumentar- und Spielfilmszenen

miteinander verbindend, entwickelt Cavalcanti

einen impressionistischen Blick auf Paris von

morgens bis mitternachts. A PROPOS DE NICE

(Jean Vigo, F 1930) Satirisch-absurdes Porträt

des französischen Badeortes und seiner großbürgerlichen

Gesellschaft. Vigo selbst bezeichnete

seinen Film als einen „sozialen Dokumentarfilm“

und zitierte klassische Großstadtsymbole

à la Ruttmann und Wertow – Maschinen,

Bewegung, Arbeitswelten –, um Nizza als wenig

dynamisch-moderne Großstadt zu karikieren.

MY WINNIPEG (Guy Maddin, Kanada 2007 | 15. &

24.6.) „Eine vielschichtige Reise durch die Heimatstadt

im Kopf des Regisseurs, ein wildes

Capriccio aus Fakten und Fiktion.“ (Eddie Cockrell)

Wie alle Filme Maddins entzieht sich auch

dieses surreale, essayistisch-persönliche Port-

magical history tour juni 12 13

rät seiner Geburtsstadt einer Genrezugehörigkeit.

Anklänge an die Stadtsinfonie finden sich

dennoch, wie z.B. die dynamische Montage, das

Durchstreifen der Stadt und das Beschwören

ihres Mythos. Die Stadt Winnipeg wird gleichzeitig

zu einem ge-/erträumten Ort und zum

Schauplatz unser aller Kindheit.

THE LITTLE FUGITIVE (Ray Ashley, Morris Engel,

Ruth Orkin, USA 1953 | 19. & 27.6.) Der Film, ohne

den es die Nouvelle Vague nicht gegeben hätte.

Der Schlüsselfilm des unabhängigen amerikanischen

Kinos zeigt die Erlebnisse des siebenjährigen

Joey, der aus Angst, seinen Bruder

umgebracht zu haben, von zu Hause wegläuft

und einen Tag und eine Nacht auf Coney Island

verbringt. Hier wird er ganz von der Vergnügungswelt

absorbiert und bewegt sich mühelos

zwischen Hot-Dog-Ständen, Strand und Ponyställen.

Ebenso mühelos bewegt sich die Kamera

durch das Treiben auf Coney Island, dokumentiert

das nachmittägliche Gedränge ebenso

wie die ausgelassene Abendstimmung und das

klärende Gewitter – eine Insel-Sinfonie über

eine verschwundene Welt.


14 juni 12 magical history tour

MOSKWA

(Moskau, Ilja Kopalin, Michail Kaufman, UdSSR 1927)

THE NAKED CITY (Stadt ohne Maske, Jules Dassin,

USA 1947 | 20. & 23.6.) Betonschluchten, Spielplätze,

Feuermelder, Straßenszenen, Zeitungsjungen,

das Leben auf der Straße bei drückender

Sommerhitze – mit Hilfe eines verspiegelten

Lastwagens entstanden die Aufnahmen, die

NAKED CITY zu einem für damalige Verhältnisse

legendären, semidokumentarischen Porträt New

Yorks werden ließen. Die Riesenstadt wird zum

gleichwertigen Protagonisten der Geschichte um

einen Mord an einem jungen Fotomodell.

SUITE HABANA (Suite Havanna, Fernando Pérez,

Kuba 2003 | 22. & 29.6.) Havanna ganz ohne den

morbiden Glanz vergangener Tage und Kuba-

Klischees. Pérez zeigt vielmehr 24 Stunden im

Leben von zehn völlig unterschiedlichen Bewohnern

Havannas – vom Gleisarbeiter, der vom Leben

als Musiker träumt bis zum Professor, dessen

Frau Erdnüsse verkaufen muss – und kommt

dabei ohne Kommentar oder Interviews aus. Bilder

und Geräusche verdichten sich zu einem poetischen

Gesamtbild der Stadt, zu einer dem

Tagesablauf folgenden melancholischen Suite.

MOSKWA (Moskau, Ilja Kopalin, Michail Kauf-

man, UdSSR 1927 | 28. & 30.6., am Klavier: Eunice

Martins) Anlässlich des zehnten Jahrestags

der Oktoberrevolution beauftragt, zeichnen die

Regisseure Kopalin und Wertow-Bruder Kaufman

die Veränderungen Moskaus zehn Jahre

nach der Revolution in ihrer Widersprüchlichkeit

nach. Eine überraschend bewegliche Kamera

dokumentiert die äußerlich kaum veränderte

Fassade der Stadt mit ihren zaristischen Villen

und Palästen, in denen sich eine neue, sowjetische

Wirklichkeit entwickelt hat.

Walter Ruttmann’s BERLIN: SYMPHONY OF A

GREAT CITY (1927) is not just the singular portrait

of a glittering mid-1920s metropolis, but also the

linchpin of a series of documentaries from the

1920s and 30s which carry its name: the city symphonies,

which employed rhythmic montage and

associative sequences of images to capture the

increasing dynamism, mechanization and modernity

of cities. Rhythm, tempo, movement, abstraction

and a lust for experimentation govern

these cinematic approximations of Berlin, Nice,

Moscow, New York und Paris, which we will be

showing in June.


Living Archive

Noch bis Juli ist Ala Younis (Amman) als Stipendiatin

des Goethe-Instituts im Rahmen von Living

Archive zu Gast. Im Juni präsentiert sie eine

Arbeit aus dem von ihr kuratierten Projekt „Momentarily

Learning from Mega-Events“ (2011).

Ausgangspunkt eines Vortrags von Oraib Toukan

(„Gardening a pitiless mountain dreamed of faraway

with its owner only a passing shadow“) ist

die Idee, eine palästinensische Revolution durch

benachbarte Landschaften darzustellen. Die

dreiteilige Szene mit Bachs Violinkonzert in E-

Dur zu tosenden Kriegsflugzeugen in Mustafa

Abu Alis Film They Do Not Exist (1974) strukturiert

den Vortrag unter Anleihe von Szenen aus Filmen

von Abdallah Kawash, Masao Adachi und

Jean-Luc Godard und anderen Produktionen, die

in Jordanien gedreht wurden. www.arsenal-berlin.de/living-archive

Die Deutsche Kinemathek veranstaltet am 15. &

16. Juni unter dem Titel „Avantgarde im Archiv?!“

ihr jährliches Kolloquium. Thema sind die besonderen

Herausforderungen, die Avantgardefilme

an Filmarchive stellten. Stefanie Schlüter und

Stefanie Schulte Strathaus nehmen teil. www.

living archive juni 12 15

deutsche-kinemathek.de. Und im Arsenal: Öffentliche

Archivsichtung (18.6.) und Rising Stars,

Falling Stars – We Must Have Music! (24.6.).

Ala Younis (Amman), curator in residence, presents

a work from the context of her project “Momentarily

Learning from Mega-Events” (2011). In

her lecture “Gardening a pitiless mountain

dreamed of faraway with its owner only a passing

shadow,” Oraib Toukan takes the idea of representation

of a Palestinian revolution through

neighboring landscapes as her starting point.

The three part scene of Bach’s Violin Concerto in

E major on roaring war planes in Mustafa Abu

Ali’s film ‘They Do Not Exist’ (1974) structures the

talk, borrowing scenes from Abdallah Kawash,

Masao Adachi, and Jean-Luc Godard among

others that were shot in Jordan. www.arsenalberlin.de/living-archive

On June 15th & 16th

Deutsche Kinemathek hosts a colloquium under

the title “Avantgarde im Archiv?!” Stefanie

Schlüter and Stefanie Schulte Strathaus are participating.

Meanwhile at Arsenal: monthly public

archive screening (June 18) and Rising Stars,

Falling Stars – We Must Have Music! (June 24).


16 juni 12 arbeitswelten im film

Arbeitswelten im Film

À NOUS LA LIBERTÉ

(René Clair, F 1931)

Wir begleiten ein von Ulrike Vedder und Alexandra

Tacke geleitetes Seminar der Humboldt-

Universität zu Arbeitswelten in Literatur und

Film mit einer Filmreihe.

À NOUS LA LIBERTÉ (René Clair, F 1931 | 5.6., Einführung:

Manuel Köppen) Zwei Häftlinge wollen

gemeinsam aus dem Gefängnis fliehen, doch

nur einer hat Erfolg. In der Freiheit legt er eine

Blitzkarriere hin und avanciert zum Besitzer einer

Grammophonfabrik. Dort kommen ihm alte

Erfahrungen zugute: Disziplin und Arbeitsmethoden

am Fließband erinnern fatal an das Gefängnis.

Eine Satire auf moderne Arbeitswelten.

KAUAS PILVET KARAKAAVAT (Wolken ziehen vorüber,

Aki Kaurismäki, Finnland / D / F 1996 | 12.6.,

Einführung: Hauke Lehmann) Die Tristesse des

vorwinterlichen Helsinki, von Kaurismäki in gewohnt

lakonischer Weise inszeniert, erzählt vom

ganz normalen sozialen Abstieg zweier „Normalbürger“.

Die Oberkellnerin Ilona und ihr

Mann, ein Straßenbahnfahrer, verlieren beide

ihre Arbeit. Die Suche nach neuen Arbeitsstellen

erweist sich als eine nicht enden wollende Kette

von Ablehnungen und Demütigungen.

DIE WUNDERSAME WELT DER WASCHKRAFT

(Hans-Christian Schmid, D 2009 | 19.6., anschließend

Hans-Christian Schmid im Gespräch mit

Erik Porath) Die deutsche Wäscherei Fliegel fährt

jeden Tag mit einem Dutzend Lastwagen zwischen

Berlin und einer polnischen Grenzstadt hin

und her, wo 400 polnische Arbeiterinnen rund um

die Uhr zu Niedriglöhnen waschen und bügeln.

Schmid begleitet die Frauen nach Hause, wo sie

selbstmitleidlos von ihrem Leben erzählen, ihren

Familien, ihren Hoffnungen und Träumen.

LA NANA (Die Perle, Sebastián Silva, Chile / Mexiko

2009 | 26.6., Einführung: Ulrike Baureithel)

Das Dienstmädchen Raquel lebt und arbeitet

seit über 20 Jahren im Haus der Familie Valdez

und hat über die Jahrzehnte des ständigen Putzens,

Kochens und Kümmerns allmählich vergessen,

dass auch sie einmal eigene Wünsche

und Träume hatte. Als sie erkrankt, und ein

zweites Dienstmädchen zu ihrer Unterstützung

angestellt werden soll, gerät sie in Panik.

We are accompanying a Humboldt University

seminar on working environments in literature

and film with a series of films.


LES YEUX SANS VISAGE

(Augen ohne Gesicht, Georges Franju, F/I 1959)

Das Gesicht als Ereignis

Im Juni finden drei weitere Veranstaltungen in

Zusammenhang mit dem Seminar „Das Gesicht

als Ereignis. Faciale Semantiken in Film, Literatur

und Theorie“ statt, das Mona Körte vom Zentrum

für Literaturforschung an der TU hält. Die

Filme werden jeweils von MitarbeiterInnen des

ZfL eingeführt, im Anschluss an die Vorführungen

besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

FACE / OFF (John Woo, USA 1997 | 14.6., Einf.: Irmela

Krüger-Fürhoff, „Gesichtertausch“) Rasanter

Actionfilm, in dem sich nicht nur die Wege

des niederträchtigen Terroristen Troy (den

Schurken mit sichtlichem Vergnügen spielend:

Nicolas Cage) und des FBI-Chefs Archer (John

Travolta) kreuzen. Vielmehr nimmt der Film mit

den Gesichtstransplantationen der Protagonisten

seinen Ausgangspunkt. Eingebettet in Choreografien

der Gewalt und stilisierte Shoot-Outs

initiiert die Kombination der neuen Gesichter in

alten Körpern eine Kaskade von Identitätsverschiebungen.

LES YEUX SANS VISAGE (Augen ohne Gesicht,

Georges Franju, F / I 1959 | 21.6., Einf.: Anne-

Kathrin Reulecke, „Gesichtsverlust“) Früher

das gesicht als ereignis juni 12 17

Horrorfilm um einen angesehenen Arzt (Pierre

Brasseur), der einen Autounfall verursacht, bei

dem das Gesicht seiner Tochter völlig entstellt

wird. In einer Mischung aus Schuldgefühlen, Altruismus,

aber auch medizinischen Experimentierfantasien

beginnt er, junge Frauen zu ermorden,

um deren Gesichter auf das Gesicht seiner

Tochter zu applizieren.

GUELWAAR (Ousmane Sembène, Senegal / F

1992 | 28.6., Einf.: Dirk Naguschewski, „Schwarze

Gesichter“) Aufgrund eines Missverständnisses

wird die Leiche des katholischen Politikers

Guelwaar nach muslimischem Ritus auf einem

muslimischen Friedhof beigesetzt. Als die Verwechslung

zu Tage tritt, besteht die katholische

Familie auf der Exhumierung. Die folgende Auseinandersetzung

zwischen den beiden Gruppen

eskaliert. Ein Film über das explosive Nebeneinander

der Religionen, über Entwicklungshilfe

und Korruption, Staatsgewalt und Machtmissbrauch,

Arbeitslosigkeit und Emigration.

Three screenings followed by discussions in the

context of the TU Berlin seminar around the different

cinematic concepts of the face.


18 juni 12 re-visionen von rumänien

Re-Visionen von Rumänien

AUTOBIOGRAFIA LUI NICOLAE CEAUS�ESCU

(Andrei Ujica�, Rumänien 2010)

AUTOBIOGRAFIA LUI NICOLAE CEAUS�ESCU (Die

Autobiographie des Nicolae Ceaus�escu, Rumänien

2010) nennt Andrei Ujica� mit durchaus

ernsthaft gemeinter Ironie seinen Film über den

rumänischen Staats- und Parteichef, der über 20

Jahre die Geschicke des Landes lenkte. „Alles in

allem ist ein Diktator einfach ein Künstler, der

fähig ist, seinen Egoismus vollständig zu verwirklichen.

Es ist eher eine Frage der Ästhetik,

ob aus ihm ein Baudelaire oder Bolintineanu, ein

Ludwig XIV. oder Nicolae Ceaus�escu wird“, beschreibt

er den Gegenstand seiner filmischen

Untersuchung. Die Doku-Montage entstand

nach Durchsicht von über 1.000 Stunden Mate rial

in rumänischen Filmarchiven. Sie erzählt in einer

das Öffentliche mit dem Privaten vermengenden

und letztlich dem offiziellen Protokoll

verpflichteten Sichtweise die politische Karriere

Ceaus�escus – vom Tod seines Vorgängers Gheorgiu-Dej

bis zu seiner Hinrichtung gemeinsam

mit seiner Gattin Elena im Zuge der Rumänischen

Revolution. So liefert der Film für den

westeuropäischen Betrachter in gewissem Sinne

das fehlende Bildmaterial, das den weltweit

bekannten Aufnahmen vom Dezember 1989, die

sich in das mediale Gedächtnis der Umbruchzeit

eingeschrieben haben, vorausgingen. Dabei

praktiziert Ujica� eine Form des Arbeitens mit

überliefertem Filmmaterial, die ganz bewusst

die Durchlässigkeit zwischen Fiktion und Nicht-

Fiktion vorführt und vorgefundene Realitätsstücke

in eine große Geschichtserzählung einspeist.

Nach der Vorführung besteht die Möglichkeit zur

Diskussion mit dem Regisseur. Die Veranstaltung

ist Teil des vom DFG-Graduiertenkolleg

„Mediale Historiographien“ der Universitäten

Weimar, Jena und Erfurt ausgerichteten Symposiums

„Re-Visions of the Romanian Revolution

in Arts and Media Theory“, das sich am 2. Juni in

der Galeria Plan B dem spannungsreichen Zusammenspiel

von Bildmedien und Geschichte

widmet. (Tobias Ebbrecht)

A compilation of historic film footage of the Romanian

dictator Nicolae Ceaus�escu by Andrei

Ujica� who will be present at the screening.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem

DFG-Graduiertenkolleg „Mediale Historiographien“.

(1.6.)


KASKARA

(Dore O., BRD 1974)

Kolloquium der Deutschen Kinemathek:

Avantgarde im Archiv?!

Wie kommen Avantgarde- und Experimentalfilme

ins Archiv – und von dort wieder an die Öffentlichkeit?

Abseits konventioneller Herstellungs-

und Verwertungswege entstanden, und

lange Zeit allenfalls an den Rändern der Filmgeschichtsschreibung

wahrgenommen, finden

diese Filme meist nur über das persönliche Engagement

einzelner Sammler/innen ihren Weg

ins Archiv. Dort stellen sie häufig genug archivarische

Standardstrategien in Frage: Wie beschreibt

man Werke, bei denen herkömmliche

Inhaltsangaben zu kurz greifen? Welche Regeln

der Konservierung stellt man für Material auf,

das kein Negativ als Originalvorlage besitzt? Wie

können Filme, die ihre eigene Materialität thematisieren,

angemessen restauriert werden?

Vier internationale Sammlungen – das Academy

Film Archive in Los Angeles, das EYE Film Institute

in Amsterdam und die Deutsche Kinemathek

sowie das Arsenal – Institut für Film und

Videokunst – stellen ihre Avantgardefilmbestände

vor und diskutieren über Herausforderungen

und Perspektiven im Umgang mit diesen Filmen.

Daniel Meiller (Deutsche Kinemathek), Simona

avantgarde im archiv?! juni 12 19

Monizza (EYE Film Institute), Mark Toscano

(Academy Film Archive) und Stefanie Schulte

Strathaus (Arsenal) erklären, welche Strategien

der Archivierung und Digitalisierung möglich

sind und stellen Konzepte vor, wie Unentdecktes

an die Oberfläche gebracht werden kann. Vermittlung

von Archivarbeit und Avantgardefilmen

steht auch im Zentrum des diesjährigen Kinderkolloquiums,

das parallel für Kinder zwischen

acht und 14 Jahren stattfinden wird. (15. & 16.6.)

Am Abend des 15.6. findet die 13. Verleihung des

Kinopreises des Kinematheksverbunds statt.

Der Eintritt zu Kolloquium und Kinopreisverleihung

ist frei. Ausführliche Informationen: www.

deutsche-kinemathek.de (Anke Hahn)

How do Avant-Garde films get into Archives at all

– and from there back to the public again?

Four internationally renowned Archives (EYE

Film Institute, Amsterdam, Academy Film Archive,

Los Angeles, Deutsche Kinemathek and

Arsenal – Institut für Film und Videokunst) present

their collections and discuss the challenges

and perspectives in handling Avant-Garde films.


20 juni 12

UdK-Seminar: Multistabiles Filmemachen

Manchmal bergen Träume ungeahnte Möglichkeiten,

die im wirklichen Leben nicht realisierbar

sind: Menschen oder Gegenstände können nicht

von einem auf den anderen Moment verschwinden

oder vom Himmel fallen, zum Beispiel. Filmemacher

haben schon früh erkannt, dass ihr

Medium ähnliche Affekte bei seinem Publikum

auslösen kann wie der Traum. Außerdem konnte

die Filmtechnik so genutzt werden, dass Situationen,

die die Menschen bisher nur aus Träumen

kannten, plötzlich nachgestellt werden konnten.

Trotz der fortlaufenden Avancierung der Illusionsmaschine

Kino haben unabhängige Filmemacher

immer weiter, wie die Magier des frühen

Kinos, an genau den Qualitäten, die der Film

schon von seinem Entstehen an in sich trug, gedreht:

Die filmisch aufgenommene Wirklichkeit

wie im Traum von einem Moment auf den anderen

als Erweiterung, als „bessere Kommunikationsform“,

als Vorschlag an die Realität zu visionieren

und zu visualisieren. (Kerstin Cmelka) A

small selection of dream, fairy tale and the visionary

in Early Film and Independant cinema. (4.6.)

ABER DAS WORT HUND BELLT JA NICHT

(Bernd Schoch, D 2011)

SCHULDNERBERICHTE

(Stefan Hayn, Anja-Christin Remmert, D 2002)

Die DEFA-Stiftung präsentiert

Im Juni stellt Ralf Schenk das neue Buch der

Schriftenreihe der DEFA-Stiftung Cui bono, Fred

Gehler? – Texte und Kritiken aus fünf Jahrzehnten

(Hrsg. Ralf Schenk) vor. Fred Gehler schreibt seit

Ende der 50er-Jahre über Kino- und Filmgeschichte.

Mit seinen Kritiken avancierte er zum

hochgeschätzten Ratgeber für ein cineastisch

interessiertes Publikum. Zu seinem 75. Geburtstag

legt die DEFA-Stiftung nun eine Auswahl der

schönsten Texte vor: eine Zeitreise sowohl durch

die DEFA-Historie als auch durch die Geschichte

des internationalen, besonders des sowjetischen,

polnischen und ungarischen Films.

Begleitend zur Buchpräsentation werden zwei

Filmessays von Fred Gehler über die Regisseure

Conrad Veidt und Gerhard Klein gezeigt: CONRAD

VEIDT – EIN SPIEGELMENSCH (D 1992) und DER

LIEBE GOTT IN BERLIN. GERHARD KLEIN 1920 –

1970 (D 1997). Danach läuft der Wunschfilm von

Fred Gehler DIE RUSSEN KOMMEN (Heiner Carow,

DDR 1968/87) über die letzten Kriegstage in

einem Ostsee-Dorf. Film critic Fred Gehler as a

guest. (4.6., zu Gast: Fred Gehler)


Berliner Premiere

Lässt sich Free Jazz in filmische Bilder überführen?

Der Filmemacher Bernd Schoch (*1971) hat

das renommierte Schlippenbach Trio auf seiner

alljährlichen Winterreise begleitet und bei Konzerten

im Jazzclub Karlsruhe in den Jahren 2007

bis 2010 gedreht. Sein außergewöhnlicher Film

ABER DAS WORT HUND BELLT JA NICHT (D 2011)

ist jedoch weder Konzertmitschnitt noch herkömmliches

Band-Porträt. Während die drei

Musiker – Paul Lovens am Schlagzeug, Evan

Parker am Saxofon und Alexander von Schlippenbach

am Klavier – ihre Improvisationen aufbauen,

bleibt die Kamera ruhig auf Details wie

Hände und Kopf konzentriert, die Schnittstellen

von Instrument und Körper, an denen der Klang

erzeugt wird. Vier Musiksequenzen sind durch

lyrische Schwarz-Weiß-Bilder einer vorbeiziehenden

Winterlandschaft getrennt. Dazu kommen

Gedanken der Musiker aus dem Off. Ein

Film, der zu hören und zu sehen gibt – und zeigt,

was Film und Musik miteinander können. Bernd

Schoch presents his unusual film about the free

jazz of the renowned Schlippenbach Trio. (6.6.)

juni 12 21

UdK-Seminar: Das Interview

Das Interview hat eine Nähe zum Geständnis,

zur Beichte, zum Verhör, zur „Redekur“ und

scheint auf dem Gesetz der absoluten Identifikation

zu basieren. Die Person, die spricht, versichert

uns, dass sie es in ihrem Namen tut. Das

Interview ist der Ort, an dem man sich selbst

spielt, sich dauernd bestätigt und performt, indem

man den Sprechakt benutzt, um eine Einszu-eins-Identität

zu behaupten. Aufmerksamkeit

und Haltung der Interviewerin sind auf ganz

besondere Weise herausgefordert. Wo also positionierst

du dich, wie interagierst du, welche Idee

von Austausch hast du, was passiert nach dem

Interview? Das Filmprogramm stellt drei Beispiele

zur Diskussion. In Alan Berliners

NOBODY’S BUSINESS (USA 1996 | 6.6.) verweigert

sich der Zeuge, in Hayn / Remmerts SCHULDNER-

BERICHTE (D 2002 | 13.6.) werden die Interviews

anonymisiert und Syberbergs SEX-BUSINESS –

MADE IN PASING (BRD 1969 | 27.6.) wird zu einem

situativen „Beitrag zur Filmsoziologie in

Deutschland 1969“. A critical approach to interview-practices.

(Madeleine Bernstorff)


22 juni 12

Zu Gast: Daniel Eisenberg

Die Filme des amerikanischen Regisseurs, Autors

und Professors an der School of the Art Institute

in Chicago Daniel Eisenberg entziehen sich

geläufigen Zuordnungen. Zwischen Avantgarde

und Dokument, Essay und Experiment lässt Eisenberg

in seinen Filmen zeitgenössische Aufnahmen,

Archivmaterialien, Fotos, Texte und

Töne in einen Dialog treten und eröffnet so Reflexionsräume

um Themen wie Geschichte, Erinnerung,

Trauma, Urbanität oder, wie in seinem

jüngsten Film THE UNSTABLE OBJECT (USA 2011 |

7.6.), Arbeitsprozesse. Wir freuen uns sehr, sein

neues Werk in seiner Anwesenheit präsentieren

zu können. Das filmische Triptychon zeigt drei unterschiedliche

Arbeitswelten: die futuristische,

moderne Autoindustrie, eine Manufaktur, in der

blinde Arbeiter Uhren montieren und eine archaisch

anmutende Gießerei in der Türkei, in der Instrumente

hergestellt werden. Drei Momentaufnahmen,

die zum Ausgangspunkt eines Nachdenkens

über die Beziehung zwischen Hersteller und

Käufer werden. Presentation of Dan Eisenberg’s

latest film THE UNSTABLE OBJECT in his presence.

THE UNSTABLE OBJECT

(Daniel Eisenberg, USA 2011)

DER UNWISSENDE LEHRMEISTER – KOMMENTARE

(Jordane Maurs, D 2011)

ALPI

(Armin Linke, D 2011)

FilmDokument:

60 Jahre nach dem Algerienkrieg

Dass im Algerienkrieg tausende Westdeutsche

auf französischer Seite kämpften, verblüfft aus

heutiger Sicht, war aber über mehrere Jahre hinweg

Gegenstand einer Auseinandersetzung zwischen

den beiden deutschen Staaten. Karl Gass’

ALLONS ENFANTS … POUR L’ALGÉRIE (DDR 1961)

stellt anhand der Anwerbung von Söldnern für

den Algerienkrieg die Verbindung zwischen einem

scheinbar weit entfernten Konflikt und der deutschen

Gegenwart der 1960er Jahre her. Dabei

überrascht auch der Ton, den der Film anschlägt:

Während die meisten Agitationsfilme zum Algerienkrieg

den bewaffneten Kampf der FLN, der

Nationalen Befreiungsfront, in heroisierender

Weise zeigen, kombiniert Gass das Thema der

deutschen Söldner mit dem Porträt einer Frau

aus den Reihen der FLN und zeigt deren alltäglichen

Kampf. GDR documentary about the history

of the Algerian War of Independence. (Fabian Tietke)

Eine Veranstaltung von CineGraph Babelsberg

in Zusammenarbeit mit dem Bundesarchiv-Filmarchiv

und der Deutschen Kinemathek. (11.6.)


Der Standpunkt der Aufnahme

DER UNWISSENDE LEHRMEISTER – KOMMENTA-

RE (D 2011) ist eine Parabel über Autorität, Bildung

und Spracherwerb, inspiriert von dem

gleichnamigen Essay des Philosophen Jacques

Rancière. Jordane Maurs verwebt Beobachtungen

an einer bilingualen Berliner Schule mit Gesprächen,

die sie mit frankophonen Afrikanern

über Sprache, Körper und Macht geführt hat. In

Assoziationen und Gesten überlappen sich schulischer

und kolonialer Kontext, Unterricht, Unterweisung

und Unterwerfung. Die Gewalt wird

spürbar, die beim Erwerb einer Sprache am

Werk ist. Aus dem Arsenal-Archiv zeigt Jordane

Maurs anschließend Haile Gerimas ERNTE 3000

JAHRE (Äthiopien 1975). „Ich glaube nicht, dass

man lange leben kann, wenn man noch an die

Ausbeutung glaubt, denn die Welt hat sie nun

einmal satt.“ (Haile Gerima) (Tobias Hering) THE

IGNORANT SCHOOLMASTER is a parable on authority

and teaching inspired by Rancière’s text of

the same title. Double-billed with a masterpiece

of Third Cinema, Haile Gerima’s HARVEST 3000

YEARS. (13.6.) www.standpunktderaufnahme.de

juni 12 23

Deutschlandpremiere: ALPI

DCP ist nicht nur das neue Trägerformat für Kinofilme,

sondern auch ein neues Medium in der

Visuellen Kunst. Als Deutschlandpremiere präsentieren

wir Armin Linkes ALPI (2011), Resultat

einer siebenjährigen Recherche zur Wahrnehmung

der Alpenlandschaft, die über die acht angrenzenden

Nationen hinaus bis nach Dubai

führte. Der Film zeigt die Alpen nicht in ihrer

Bergromantik oder als Quelle der Natur, sondern

im heutigen Europa als Brutstätte einer

modernen Illusionswelt. So ist es kein Zufall,

dass Armin Linke im analogen 16mm-Format

drehte und den Film ins DCP-Format übertrug.

Wir freuen uns, dass der Künstler Armin Linke

sowie die Autorin und Kuratorin Doreen Mende

zur Premiere zu Gast sind.

ALPI (2011) is the result of seven years of research

about perceptions of the landscape of the

Alps. The film does not depict the Alps from the

point of view of alpine romanticism nor as a

source of nature, but firmly grounds them in today’s

Europe as a hotbed of modernity and its

illusions. (17.6.)


24 juni 12

Amos und Marcia Vogel

Abschlussveranstaltung „Jugend filmt!“

Mit „Jugend filmt!“ nahm erstmals eine deutsche

Schule an dem internationalen Filmbildungsprojekt

„Le cinéma, cent ans de jeunesse“

der Cinémathèque française teil.

Eine Klasse des Albrecht-Dürer-Gymnasiums in

Neukölln und 28 Schulklassen aus vier europäischen

Ländern und Brasilien arbeiteten ein

Jahr lang gemeinsam mit Künstler/innen an einem

Thema und realisierten einen Kurzfilm.

Am 18. Juni stellen die Berliner Schüler/innen

ihren Film und eine Auswahl von Filmen anderer

Teilnehmer vor. Alle Interessierten sind eingeladen,

sich die Ergebnisse dieses einzigartigen

Projekts anzuschauen. (Anke Hahn)

„Jugend filmt!“ ist eine Kooperation der Deutschen

Kinemathek mit der Universität Bremen

und dem Arsenal. Es wird unterstützt von dem

Deutsch-Französischen Jugendwerk und dem

Bezirksamt Neukölln. On June 18, pupils from the

Albrecht-Dürer-School in Berlin-Neukölln will be

presenting their short film which they have realized

during one year in exchange with 28 other

school classes from all over Europe.

In Erinnerung an Amos Vogel

Amos Vogel (1921–2012) war eine zentrale Figur

der amerikanischen Avantgardefilmbewegung

und des unabhängigen Kinos überhaupt. In Wien

geboren und von dort aufgrund seiner jüdischen

Herkunft von den Nazis vertrieben, kam er 1938

nach New York, wo er 1947 zusammen mit seiner

Frau Marcia den legendären Filmclub „Cinema 16“

gründete. Hier machten sie das unabhängige

künstlerische Kino aus Europa, den USA und anderen

Teilen der Welt – Filme von Maya Deren,

Kenneth Anger, Bruce Conner, Stan Brakhage,

John Cassavetes, aber auch von Polanski, Oshima,

Rivette und Resnais – dem amerikanischen Publikum

zugänglich. 1974 erschien sein wegweisendes

Buch Film as a subversive art, das bis heute

aktuell geblieben ist. Amos Vogel war unser

Freund und Weggefährte. Viele Jahre besuchte er

das Forum und das Arsenal, er assistierte uns bei

der Auswahl amerikanischer Filme. Seine Wohnung

nahe vom Washington Square war unser

Anlaufpunkt in New York. Ende April starb Amos

Vogel mit 91 Jahren in seinem New Yorker Apartment.

Wir werden ihn nicht vergessen. (20.6.)


Vaginal Davis präsentiert: Rising Stars,

Falling Stars – We Must Have Music!

In ihrer monatlich stattfindenden Serie präsentiert

die „Curatorial Mother“ Vaginal Davis GOLD-

EN EIGHTIES, eine Filmkomposition der belgischen

Regisseurin Chantal Akerman (1985). Das

Musical spielt in einer fiktiven Brüsseler Einkaufspassage,

in der sich alles um die Liebe

dreht: Man sehnt sich nach jemandem, himmelt

sich an, versucht, zu verführen, trifft sich nach

langer Zeit wieder. Inmitten von bunten Geschäften,

Snack-Bars und Neonlichtern fließen Tränen,

wird getanzt, gelacht und gesungen –

„puisque l’amour est plus fort que tout …“ Das

Spektakel wird im Anschluss an die Vorführung

bei Drinks und Musik live fortgesetzt.

Curatorial mother Vaginal Davis presents Chantal

Akerman’s GOLDEN EIGHTIES (1985). In a fictional

shopping mall in Brussels everything revolves

around love and desire, loss and hope.

People cry, dance and sing. To be continued after

the screening. Eine Veranstaltung im Rahmen

des Projekts „Living Archive“ in Zusammenarbeit

mit Daniel Hendrickson. (24.6.)

GOLDEN EIGHTIES

(Chantal Akerman, Belgien 1985)

juni 12 25

Filmmakers’ Choice

Ich habe nach Filmen gesucht, in denen Farben,

Texturen, Licht und Zeit ein größeres Gewicht haben

als Menschen und Erzählungen. Mehr und

mehr wurde meine Recherche auch zu einer Entdeckungsreise

in die osteuropäischen Bestände

des Arsenal-Archivs. Wir fangen an mit einem

Naturbeoachtungsfilm (VIRAGAT A NAPNAK). Mit

den zauberhaften Kompositionen von Christoph

Janetzko (EXÚ) verzehrt sich die Realität. Malerei

in Bewegung (ENCOUNTER) und animierte Knöpfe

(GUZIK) führen zu meinem Maltrickfilm in verschiedenen

Dimensionen (UNTITLED COLOURMA-

TION). EYE MUSIC IN ED MAJOR, ein Klassiker aus

purer Farbe und Licht, geht einem der spannendsten

Künstlerporträts vorweg: WITOLD

LUTOSŁAWSKI. HEAT SHIMMER, ein subtiles

Beispiel für den 3-Farben-Separationsprozess,

bringt uns am Ende zurück zur Beobachtung von

Phänomenen in der Natur. (D. Philipps) Filmmakers’

Choice is a chance to plunge into the archives:

my search for films in which colour, textures, light

and the passage of time are more of a priority

than images of people or a message. (25.6.)


26 juni 12

UNTER SCHNEE – Film und Hörspiel

Happy Birthday, Ulrike Ottinger! Wir gratulieren

sehr herzlich zum 70. Geburtstag! Im Herbst haben

wir – ausgehend von zahlreichen Ausstellungen

mit Werken von Ulrike Ottinger – ihr filmisches

Œuvre mit einer Reihe von Veranstaltungen

und Gesprächen gezeigt. Weitere Ausstellungen

ihrer Arbeiten in München (Sammlung Goetz)

und Berlin (Das verborgene Museum), beginnend

im Mai und Juni – sowie ihren runden Geburtstag

– nehmen wir gern zum Anlass, unsere Programmreihe

um ein besonderes „Double Feature“

zu erweitern: Am 25.6. präsentieren wir das zweiteilige

Hörspiel Unter Schnee (2011), in dem Ottinger

Töne des Alltags, der Feste und Rituale im

schneereichen, japanischen Echigo und eine Erzählung

aus der Edo-Zeit montiert. Tags darauf

zeigen wir die filmische Bearbeitung des Stoffes

UNTER SCHNEE (D 2011 | 26.6.) über Kabuki, Poesie

und Wirklichkeit. Wir freuen uns, Ulrike Ottinger

an beiden Abenden begrüßen zu können.

Presentation of Ulrike Ottinger’s latest film and

radio play of the same title UNDER SNOW. Eine

Kooperation mit BR Hörspiel und Medienkunst.

DAAD-Stipendiatin Xiaolu Guo zu Gast

Die Filmemacherin und Schriftstellerin Xiaolu

Guo (*1973) ist zurzeit Gast des Berliner Künstlerprogramms

des DAAD. China und London,

Film und Literatur – sie bewegt sich flexibel in

zwei Kulturen, zwei Sprachen und zwei Künsten.

Viele ihrer Stoffe sind autobiografisch geprägt.

In FAR AND NEAR (GB / China 2003 | 27.6.) verkörpert

sie eine Autorin, die sich in den walisischen

Bergen an ihre Kindheit in China erinnert. SHE, A

CHINESE (GB / D / F 2009 | 30.6.) erzählt, mit kommentierenden

Zwischentiteln, Rockmusik und

Gangsterfilmelementen versehen, die abenteuerliche

Geschichte von Mei, die es von einem

Dorf in die Millionenstadt Chongqing und

schließlich nach London treibt. Imaginäres und

Dokumentarisches sind in HOW IS YOUR FISH

TODAY? (China / GB 2006 | 27.6.) verschränkt: Ein

Drehbuchautor folgt seinem Protagonisten

durch China und begegnet ihm in dem sagenumwobenen

Ort Mohe unter dem Polarlicht. The

London-based Chinese director Xiaolu Guo presents

her films about the experience of leaving

and the feeling of alienation.


UNTER SCHNEE

(Ulrike Ottinger, D 2011)

SHE, A CHINESE

(Xiaolu Guo, GB / D / F 2009)

SENSE OF ARCHITECTURE

(Photographie und jenseits – Teil 11,

Heinz Emigholz, Österreich 2005–2009)

Heinz Emigholz: Die Architekturfilme

Anlässlich des Kinostarts von Parabeton präsentieren

wir mit der Filmgalerie 451 die Architekturfilme

von Heinz Emigholz. Wir beginnen

mit den Filmen, die bei arsenal distribution erhältlich

sind: SENSE OF ARCHITECTURE (Photographie

und jenseits – Teil 11, 2005–2009 | 24.6.)

geht mit seinen 168 Minuten als eigenständige

Arbeit aus dem Material für 57 Kurzfilme hervor,

die Emigholz für eine in Graz konzipierte Ausstellung

realisiert hat. Gezeigt werden 42 zeitgenössische

architektonische Projekte österreichischen

Ursprungs. Es folgen drei Filme der

Serien „Architektur als Autobiographie“ und

„Photographie und jenseits“: MAILLARTS BRÜ-

CKEN (1995–2000) zeigt 14 Dachkonstruktionen

und Brücken aus Stahlbeton, realisiert vom

Schweizer Bauingenieur Robert Maillart in den

Jahren 1910 bis 1935. ZWEI PROJEKTE VON FRIED-

RICH KIESLER (2006/09) zeigt zwei Projekte des

Künstlers und Architekturvisionärs Frederick

Kiesler (1890–1965): das 1959 gestaltete Modell

für ein „Endless House“ und das 1959 bis 1965 in

Jerusalem mit Armand Bartos realisierte Bauwerk

„The Shrine of Book“. SULLIVANS BANKEN

arsenal distribution juni 12 27

präsentiert Bauwerke des amerikanischen Architekten

Louis H. Sullivan (1856–1924), der das

Credo „Form follows function“ in die Welt setzte.

(29.6.). Im Juli folgt EINE SERIE VON GEDANKEN

(1986–2010 | 1.7.), ein Gedankengang zum religiös-politisch

motivierten und militärstrategisch

exekutierten Sohnesopfer. Die Retrospektive

wird bis Mitte Juli fortgesetzt.

As Parabeton opens in the theaters, we are

showing Heinz Emigholz’s other architecture

films. SENSE OF ARCHITECTURE (2005–2009,

24.6.) presents 42 contemporary architectural

projects in Austria. MAILLARTS BRÜCKEN (Maillart’s

Bridges, 1995–2000) shows 14 reinforced

concrete roof constructions and bridges designed

by Robert Maillart. ZWEI PROJEKTE VON

FRIEDRICH KIESLER (Two Projects by Friedrich

Kiesler, 2006/09) presents a 1959 model for an

“Endless House” as well as “The Shrine of the

Book” in Jerusalem, which was co-designed by

Armand Bartos from 1959 to 1965. SULLIVANS

BANKEN (Sullivan’s Banks) presents works by

the American architect Louis H. Sullivan (1856–

1924). (29.6.)


28 juni 12 news

News

Wir freuen uns, dass ein Großteil der Werke aus

dem diesjährigen Forum-Expanded-Programm

nun in unserem Verleih ist, u.a. Vater, Mutter;

was soll ich heute filmen? von Isabell Spengler

(D 2012), La rouge et la noire von Isabelle Prim

(F 2011) sowie die installativen Arbeiten Venus

Mission (Anne Quirynen, B / D 2011) und Seeking

the Monkey King von Ken Jacobs (USA 2011). ■ We

are pleased to announce that we are now distributing

many of the works from this year’s Forum

Expanded program. ■ arsenal distribution: Vom

2.–5.7. zeigt das Arsenal in Kooperation mit dem

Goethe-Institut Kairo und Marcel Schwierin eine

Reihe von sechs kuratierten Kurzfilmprogrammen

aus dem arabischen Raum. Eine Auswahl

der unabhängigen und teilweise experimentellen

Filmprogramme tourt anschließend (6.–11.7.)

in Anwesenheit des Kurators und Filmemachers

Yazan Khalili durch ausgewählte Städte

Deutschlands. Ab August werden die mehr als

60 Filme über arsenal distribution einzeln und

als Programme international verliehen. ■ From

2.–5.7. Arsenal is showing six shorts programs

from the Arab world in conjunction with Marcel

Schwierin and the Goethe Institute in Cairo. The

curator and filmmaker Yazan Khalili will then

tour certain German cities with a selection of the

independent and at times experimental shorts

(6.–11.7). From August, the more than 60 films

will be available from arsenal distribution both

on both as programs and individually. ■ Tag des

offenen Vorführraums: 9.6., 16 Uhr. Erfahren Sie

alles, was Sie immer schon über Filmformate,

Projektoren und Vorführtechniken wissen wollten.

Was bedeutet 16, 35 oder 70 mm? Wie

kommt der Ton zum Bild? Was genau passiert,

wenn auf der Leinwand das Bild stehen bleibt

und dahin schmilzt? Unser Vorführer Bodo Pagels

führt Sie in die Geheimnisse der Vorführkunst

ein. Anmeldungen bis zum 7.6.: mail@ arsenal-berlin.de

■ Open projection booth: June 9,

4 pm. Learn everything about film formats, projectors

and projecting. Workshop in German language.

Subscribe until June 7: mail@ arsenalberlin.de


1 Fr

2 Sa

3 So

4 Mo

5 Di

6 Mi

programm juni 12 29

19.30 »1 Re­Visionen von Rumänien Autobiografia lui Nicolae Ceaus˛escu Andrei Ujică

Rumänien 2010 � Im Anschluss Diskussion mit Andrei Ujică DCP | OmE | 180 min | S. 18

20.00 »2 Special The Elephant Man David Lynch USA 1980 35 mm | OF | 123 min

19.30 »2 Magical History Tour Berlin. Die Sinfonie der Großstadt Walter Ruttmann D 1927

� Am Klavier: Eunice Martins 35 mm | 64 min | � 8.6. | S. 12

20.00 »1 Trinh T. Minh­ha Eröffnung

Surname Viet Given Name Nam 1989 16 mm | engl. OF | 108 min

� Anschließend Trinh T. Minh­ha im Gespräch mit Tabea Metzel S. 4

19.00 »1 Trinh T. Minh­ha Reassemblage 1982 16 mm | engl. OF | 40 min

� Anschließend Trinh T. Minh­ha im Gespräch mit Madeleine Bernstorff S. 5

19.30 »2 Magical History Tour Der schöne Tag Thomas Arslan D 2001

Mit Serpil Turhan, Bilge Bingül, Hanns Zischler 35 mm | 74 min | � 6.6. | S. 12

21.00 »1 Trinh T. Minh­ha Night Passage 2004 DigiBeta | engl. OF | 98 min

� Einführung: Trinh T. Minh­ha S. 6

17.00 »2 Udk­Seminar “Multistabiles Filmemachen”

Grandma Threading Her Needle George Albert Smith GB 1900 16 mm | ohne Dialog | 1 min

The Evil Faerie George Landow USA 1966 16 mm | ohne Dialog | 1 min

Le rêve du maître du ballet Georges Méliès Frankreich 1903 16 mm | ohne Dialog | 2min

Meshes of the Afternoon Maya Deren USA 1943 16 mm | OF | 12 min

The Teddy Bears Edwin S. Porter USA 1907 16 mm | ohne Dialog | 13 min

Institutional Quality George Landow USA 1969 16 mm | OF | 5 min

� Einführung: Kerstin Cmelka S. 20

19.00 »2 DEFA­Stiftung Conrad Veidt – Ein Spiegelmensch

Fred Gehler, Ulrich Kasten D 1992 DigiBeta | 30 min

Der liebe Gott in Berlin. Gerhard Klein 1920–1970

Fred Gehler, Ulrich Kasten D 1997 � Zu Gast: Fred Gehler DigiBeta | 45 min | S. 20

20.00 »1 Trinh T. Minh­ha A Tale of Love 1994 35 mm | OmU | 107 min

� Anschließend Trinh T. Minh­ha im Gespräch mit Marc Siegel S. 5

21.00 »2 DEFA­Stiftung Die Russen kommen Heiner Carow DDR 1968/87 35 mm | 97 min | S. 20

19.30 »2 Arbeitswelten � Einführungsvortrag: Manuel Köppen (HU Berlin)

20.00: A nous la liberté Es lebe die Freiheit René Clair F 1931 35 mm | OmU | 104 min | S. 16

20.00 »1 Trinh T. Minh­ha Naked Spaces – Living Is Round 1985 16 mm | engl. OF | 137 min | S. 5

17.00 »2 UdK­Seminar: Das Interview Nobody’s Business Alan Berliner USA 1996

� Einführung: Yara Spaett 35 mm | OmU | 58 min| S. 21

19.30 »2 Magical History Tour Der schöne Tag Thomas Arslan D 2001

Mit Serpil Turhan, Bilge Bingül, Hanns Zischler 35 mm | 74 min | S. 12

20.00 »1 Berliner Premiere Aber das Wort Hund bellt ja nicht

Bernd Schoch D 2011 Musik: Schlippenbach Trio DCP | 48 min

� Im Anschluss Diskussion mit Bernd Schoch und Alexander von Schlippenbach S. 21

»1 arsenal 1 | »2 arsenal 2 | OF Originalfassung | DF Deutsche Fassung | OmU Original mit deutschen Untertiteln

| OmE Original mit engl. Untertiteln | OmÜb Original mit eingesprochener Übersetzung | Zwt. Zwischentitel

� Wiederholung | � Veranstaltung mit Gästen | ♛ Nur für Mitglieder. Mitgliedschaft kann an der Kasse erworben

werden | Die Längenangaben im Programm beziehen sich auf die reine Filmlänge | * Kopie der Deutschen Kinemathek

– Museum für Film und Fernsehen


30 juni 12 programm

7 Do

8 Fr

9 Sa

10 So

11 Mo

12 Di

19.00 »1 18. Jüdisches Filmfestival Mendelsohn’s Incessant Visions

Duki Dror Israel 2011 Blu­ray | OmU | 72 min

� Zu Gast: Duki Dror im Gespräch mit Sabine Porn S. 7

20.30 »2 Premiere & Buchpräsentation The Unstable Object

Daniel Eisenberg USA 2011 HDCam | ohne Dialog | 69 min

� Zu Gast: Daniel Eisenberg S. 22

21.00 »1 18. Jüdisches Filmfestival David Joel Fendelman USA 2010 HDCam | OmU | 80 min

� Zu Gast: Produzentin Stephanie Levy im Gespräch mit Sabine Porn S. 7

19.00 »1 18. Jüdisches Filmfestival Six Million and One David Fisher

Israel / D / Österreich 2011 DigiBeta | OmU | 93 min

� Zu Gast: David Fisher im Gespräch mit Sabine Porn S. 7

19.30 »2 Magical History Tour Berlin. Die Sinfonie der Großstadt Walter Ruttmann D 1927

� Am Klavier: Eunice Martins 35 mm | 64 min | S. 12

21.00 »2 Trinh T. Minh­ha Shoot for the Content 1992 16 mm | engl. OF | 101 min | S. 6

21.30 »1 18. Jüdisches Filmfestival Dusk Alon Zingman Israel 2010 35 mm | OmE | 90 min | S. 7

19.00 »1 18. Jüdisches Filmfestival My Australia Ami Drozd Israel / Polen 2011 35 mm | OmE | 96 min

Vorfilm: Catherine the Great Anna Kuntsman Beta SP | OmE | 5 min | S. 7

19.30 »2 Magical History Tour City­Symphonies­Kurzfilmprogramm

Manhatta Paul Strand, Charles Sheeler USA 1921 16 mm | OF | 9 min

Rien que les heures Alberto Cavalcanti Frankreich 1926 35 mm | OmE | 40 min

A propos de Nice Jean Vigo Frankreich 1930 35 mm | OmE | 40 min

� Am Klavier: Eunice Martins � 17.6. | S. 12

21.00 »1 18. Jüdisches Filmfestival Life in Stills Tamar Tal Israel 2011 DigiBeta | OmU | 58 min

Vorfilm: Music Man Murra Richard Parks USA 2012 HDCam | OF | 22 min

� Zu Gast: Tamar Tal und Barak Heymann (Produzent) im Gespräch mit Igal Avidan S. 7

17.00 »1 18. Jüdisches Filmfestival Le chat du rabbin

Die Katze des Rabbiners Joann Sfar F 2011 35 mm | OmU | 100 min | S. 8

19.00 »1 18. Jüdisches Filmfestival Jealous of the Birds

Jordan Bahat USA 2011 Blu­ray | OF | 78 min | S. 8

19.30 »2 Trinh T. Minh­ha The Fourth Dimension 2001 Beta SP | engl. OF | 87 min | S. 5

21.00 »1 18. Jüdisches Filmfestival Footnote Joseph Cedar Israel 2011 35 mm | OmE | 105 min | S. 8

19.00 »2 FilmDokument Allons enfants … pour l’Algérie Karl Gass DDR 1961 35 mm | DF | 71 min

� Einführung: Fabian Tietke S. 22

19.00 »1 18. Jüdisches Filmfestival Portrait of Wally

Andrew Shea USA / Österreich 2011 HDCam | OF | 90 min | S. 8

21.00 »1 18. Jüdisches Filmfestival Die Wohnung Arnon Goldfinger Israel / D 2011 35 mm | OmU | 97 min

� Zu Gast: Arnon Goldfinger im Gespräch mit Eldad Beck S. 8

19.00 »1 18. Jüdisches Filmfestival Ameer Got His Gun Naomi Levari

Israel 2011 HDCam | OmE | 58 min | S. 8

Vorfilm: Mit muslimischen Jugendlichen Israel bereisen Markus Reichert D 2010 30 min

� Zu Gast: Aycan Demirel (Mitbegründerin der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus)

»1 arsenal 1 | »2 arsenal 2 | OF Originalfassung | DF Deutsche Fassung | OmU Original mit deutschen Untertiteln

| OmE Original mit engl. Untertiteln | OmÜb Original mit eingesprochener Übersetzung | Zwt. Zwischentitel


13 Mi

14 Do

15 Fr

programm juni 12 31

19.30 »2 Arbeitswelten � Einführungsvortrag: Hauke Lehmann (FU Berlin)

20.00: Kauas pilvet karkaavat Wolken ziehen vorüber Aki Kaurismäki

Finnland / D / F 1996 35 mm | OmU | 96 min | S. 16

21.00 »1 18. Jüdisches Filmfestival Life? Or Theatre? Franz Weisz NL 2011 HDCam | OmE | 86 min

� Zu Gast: Franz Weisz S. 8

17.00 »2 UdK­Seminar: Das Interview Schuldnerberichte – Privatverschuldung in Berlin

Stefan Hayn, Anja­Christin Remmert D 2002

� Einführung: Anja­Christin Remmert und Stefan Hayn DigiBeta | 88 min | S. 21

19.00 »2 Der Standpunkt der Aufnahme Le maître ignorant – commentaires

Der unwissende Lehrmeister – Kommentare Jordane Maurs D 2011 DV | OmU | 71 min

� Zu Gast: Jordane Maurs S. 23

19.00 »1 18. Jüdisches Filmfestival How to Re-establish a Vodka Empire Daniel Edelstyn GB 2011

� Zu Gast: Daniel Edelstyn, Hilary Powell (Kamera) DigiBeta | OF | 75 min | S. 8

21.00 »1 18. Jüdisches Filmfestival Restoration

Joseph Madmoni Israel 2011 35 mm | OmE | 102 min | S. 8

21.15 »2 Der Standpunkt der Aufnahme Mirt sost shi amit Ernte 3000 Jahre

Haile Gerima Äthiopien 1975 16 mm |OmU | 138 min

� Zu Gast: Jordane Maurs S. 23

19.00 »1 18. Jüdisches Filmfestival Jascha Heifetz: God’s Fiddler

Peter Rosen USA / Russland 2011 DigiBeta | OmE | 88 min | S. 9

19.00 »2 Das Gesicht als Ereignis Face / Off John Woo USA 1997 Mit John Travolta, Nicolas Cage

� Einführung: Irmela Krüger­Fürhoff Blu­ray | OF | 138 min | S. 17

21.00 »1 18. Jüdisches Filmfestival Between Two Worlds

Alan Snitow, Deborah Kaufman USA 2011 DigiBeta | OF | 70 min

� Zu Gast: Alan Snitow, Deborah Kaufman S. 9

14.00 »1 Kolloquium der Deutschen Kinemathek Begrüßung durch Rainer Rother, Künstlerischer

Direktor der Deutschen Kinemathek 14.15: Avantgarde im Archiv?: Podiumsgespräch mit

Daniel Meiller (Deutsche Kinemathek), Simona Monizza (EYE Film Institut), Stefanie Schulte

Strathaus (Arsenal – Institut für Film und Videokunst) und Mark Toscano (Academy Archive)

Moderation: Martin Koerber (in englischer und deutscher Sprache) 15.30: Homeless Films

Demand Special Care – Ein sicherer Hafen für heimatlose Filme (Daniel Meiller, Deutsche

Kinemathek, Berlin) S. 19

18.00 »2 Kolloquium der Deutschen Kinemathek Going Underground I:

Avantgardefilme aus der Deutschen Kinemathek, Berlin S. 19

19.00 »1 18. Jüdisches Filmfestival Let My People Go!

Mikael Buch Frankreich 2011 Blu­ray | OmU | 87 min | S. 9

20.00 »2 Magical History Tour My Winnipeg Guy Maddin

Kanada 2007 35 mm | OmU | 80 min | � 24.6. | S. 13

21.00 »1 18. Jüdisches Filmfestival Taliya.Date.Com Taliya Finkel Israel 2011 DigiBeta | OmU | 54 min

Vorfilm: The Honeymoon Suite Sam Leifer Großbritannien 2010 HDCam | OF | 10 min

� Zu Gast: Taliya Finkel S. 9

� Wiederholung | � Veranstaltung mit Gästen | ♛ Nur für Mitglieder. Mitgliedschaft kann an der Kasse erworben

werden | Die Längenangaben im Programm beziehen sich auf die reine Filmlänge | * Kopie der Deutschen Kinemathek

– Museum für Film und Fernsehen


32 juni 12 programm

16 Sa

17 So

18 Mo

19 Di

20 Mi

11.00 »2 Kinderkolloquium Was ist Kino? Farbenspiele 2 Experimentalfilmprogramm

� Moderiert von Stefanie Schlüter S. 19

11.00 »1 Kolloquium der Deutschen Kinemathek Restoring Avant-Garde Films

(Mark Toscano, Academy Archive, Los Angeles) In englischer Sprache S. 19

13.30 »1 Kolloquium der Deutschen Kinemathek Digitizing the Experimental Film Collection of EYE:

A Critical Survey of Possibilities and Challenges (Simona Monizza, EYE Film Institut,

Amsterdam) In englischer Sprache 15.15: Lebendige Archive – Archivarbeit als künstlerische

und kuratorische Praxis der Gegenwart (Stefanie Schulte Strathaus, Arsenal)

16.45: Das Kinderkolloquium präsentiert seine Ergebnisse S. 19

18.00 »2 Kolloquium der Deutschen Kinemathek Going Underground II:

Avantgardefilme aus dem Academy Archive, Los Angeles S. 19

19.00 »1 18. Jüdisches Filmfestival Le fils de l’autre

The Other Son Lorranie Lévy Frankreich 2012 DCP | OmE | 110 min

Vorfilm: Shéhérazade et le délice casher

Scheherazade and the Kosher Delight Agnès Caffin F 2010 35 mm | OmE | 20 min | S. 9

20.00 »2 Kolloquium der Deutschen Kinemathek Going Underground III:

Avantgardefilme aus dem EYE Film Institut, Amsterdam S. 19

21.30 »1 18. Jüdisches Filmfestival Stephen Fry: Wagner and Me

Patrick McGrady Großbritannien 2010 DigiBeta | OmU | 88 min | S. 9

19.30 »2 Magical History Tour City­Symphonies­Kurzfilmprogramm

Manhatta Paul Strand, Charles Sheeler USA 1921 16 mm | OF | 9 min

Rien que les heures Alberto Cavalcanti Frankreich 1926 35 mm | OmE | 40 min

A propos de Nice Jean Vigo Frankreich 1930 35 mm | OmE | 40 min

� Am Klavier: Eunice Martins S. 12

20.00 »1 Berliner Premiere Alpi Armin Linke D 2011 DCP | OmE | 62 min

� Zu Gast: Armin Linke und Doreen Mende S. 23

19.00 »1 Abschlussveranstaltung „Jugend filmt!“ Präsentation der Kurzfilme des europäischen

Filmbildungsprojekts „Le cinéma, cent ans de jeunesse“

� Zu Gast: SchülerInnen des Albrecht­Dürer­Gymnasium S. 24

19.30 »2 Living Archive Öffentliche Sichtung Eintritt frei S. 15

19.30 »1 Magical History Tour The Little Fugitive

Ray Ashley, Morris Engel, Ruth Orkin USA 1953 35 mm | OF | 80 min | � 27.6. | S. 13

20.00 »2 Arbeitswelten Die wundersame Welt der Waschkraft

Hans­Christian Schmid D 2009 35 mm | OmU | 97 min

� Anschließend Hans­Christian Schmid im Gespräch mit Erik Porath S. 16

19.30 »2 In Erinnerung an Amos Vogel Film as a Subversive Art: Amos Vogel and Cinema 16

Paul Conin Großbritannien 2003 DigiBeta | OF | 60 min

Microcultural Incidents in Ten Zoos Ray L. Birdwhistell USA 1971 16 mm | OF | 34 min

� Einführung: Ulrich Gregor S. 24

20.00 »1 Magical History Tour The Naked City Stadt ohne Maske

Jules Dassin USA 1947 35 mm | OF | 95 min | � 23.6. | S. 14

»1 arsenal 1 | »2 arsenal 2 | OF Originalfassung | DF Deutsche Fassung | OmU Original mit deutschen Untertiteln

| OmE Original mit engl. Untertiteln | OmÜb Original mit eingesprochener Übersetzung | Zwt. Zwischentitel


21 Do

22 Fr

23 Sa

programm juni 12 33

19.00 »1 Das Gesicht als Ereignis Les yeux sans visage Augen ohne Gesicht

Georges Franju Frankreich / Italien 1959 Mit Pierre Brasseur 35 mm | OmE | 82 min

� Einführung: Anne­Kathrin Reulecke S. 17

19.00 »2 IntroSpective: Uzi Parnes and Ela Troyano Ela Troyano: Programm 1

Carmelita Tropicana: Your Kunst Is Your Waffen 1994 16 mm | 30 min

La Lupe Queen of Latin Soul 2007 Beta | 60 min

The Outs 2012 Mini DV | 10 min

� Ela Troyano im Gespräch mit Stefanie Schulte Strathaus S. 10

21.15 »2 IntroSpective: Uzi Parnes and Ela Troyano Uzi Parnes: Structuralism and Sex

Marcello Cycle 1977 Super8 | 12 min

Mishpachat Doron 1977–1978 35 mm Slide Show | 6 min

Nuke Baby 1979–1980 35 mm Slide Show | 3 min

Krazie 1979 Super8 | 38 min

Girls Can’t Help It 1986 Super8 | 10 min

World Peace 1987 Super8 | 10 min

� Uzi Parnes im Gespräch mit Daniel Hendrickson S. 10

19.00 »2 IntroSpective: Uzi Parnes and Ela Troyano Uzi Parnes: Queer Love – The HOMOVIES

Sex Piers 1978–1983 Slide Show

Queer Love Poem 1991 Super 8 | 12 min

Seven Days With the Same Dick 1992 Mini DV | 17 min

Happy Mother’s Day 1993 Mini DV | 5 min

Batterer 1995 Mini DV | 28 min

Memorimorti 2010 Mini DV | 23 min

� Uzi Parnes im Gespräch mit Daniel Hendrickson S. 11

20.00 »1 Magical History Tour Suite Habana Suite Havanna

Fernando Pérez Kuba 2003 35 mm | ohne Dialog | 80 min | � 29.6. | S. 14

21.00 »2 IntroSpective: Uzi Parnes and Ela Troyano Ela Troyano: Programm 2

Latin Boys Go To Hell 1997 Beta | 66 min

David Does Venus and other short films 1984 – 1989 16 mm | 40 min

� Ela Troyano im Gespräch mit Jürgen Brüning S. 11

19.30 »1 Magical History Tour The Naked City Stadt ohne Maske

Jules Dassin USA 1947 35 mm | OF | 95 min | S. 14

20.00 »2 IntroSpective: Uzi Parnes and Ela Troyano Joint Program Ela Troyano and Uzi Parnes:

Carmelita Gets the Spirit from play Candela 1988 16 mm | 5 min

Loisaida Lusts 1985 16 mm | 28 min

Jack Smith in the Silence of Marcel Duchamp 2010 Mini DV | 17 min

� Gespräch mit allen Gästen und Moderatoren S. 11

19.00 »2 Magical History Tour My Winnipeg

24 So

20.00 »1 Heinz Emigholz: Die Architekturfilme

Guy Maddin Kanada 2007

Sense of Architecture

35 mm | OmU | 80 min | S. 13

(Photographie und jenseits – Teil 11) D / A 2005–2009 DigiBeta | 168 min | S. 27

21.00 »2 Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music! Golden Eighties Chantal Akerman

Belgien 1985 � Präsentiert von Vaginal Davis 35 mm | OmU | 96 min | S. 25

� Wiederholung | � Veranstaltung mit Gästen | ♛ Nur für Mitglieder. Mitgliedschaft kann an der Kasse erworben

werden | Die Längenangaben im Programm beziehen sich auf die reine Filmlänge | * Kopie der Deutschen Kinemathek

– Museum für Film und Fernsehen


34 juni 12 programm

25 Mo

26 Di

27 Mi

28 Do

29 Fr

30 Sa

19.00 »2 Filmmakers’ Choice Viragat a Napnak Sára Sándor Ungarn 1960 35 mm | 10 min

Exù Christoph Janetzko D 1991 16 mm | 9 min

Encounter Maria Lassnig USA 1970 16 mm | 1 min

Guzik Teresa Badzian Polen 1965 35 mm | 7 min

Untitled Colourmation Deborah S. Phillips D 1991 16 mm | 1 min

Eye Music in Red Major Marie Menken USA 1961 16 mm | 5 min

Witold Lutoslawski Aleksandra Padlewska Polen 1976 16 mm | 17 min

Heat Shimmer Arthur & Corinne Cantrill Australien 1978 16 mm | 9 min

� Präsentiert von Deborah Philipps S. 25

19.30 »1 Film und Hörspiel Unter Schnee Hörspiel in zwei Teilen Mit Hanns Zischler, Yumiko

Tanaka Komponistin und Interpretin für Shamisen: Yumiko Tanaka Realisation: Ulrike

Ottinger D 2012 � Zu Gast: Ulrike Ottinger Teil 1: 52 min / Teil 2: 54 min S. 26

19.30 »2 Arbeitswelten � Einführungsvortrag: Ulrike Baureithel

20.00: La Nana Die Perle Sebastián Silva Chile / Mexiko 2009 35 mm | OmU | 94 min | S. 16

20.00 »1 Film und Hörspiel Unter Schnee Ulrike Ottinger D 2011 35 mm | OmU | 108 min

� Zu Gast: Ulrike Ottinger S. 26

17.00 »2 UdK­Seminar: Das Interview Sex-Business – Made in Pasing Hans­Jürgen Syberberg

BRD 1969 � Einführung: Madeleine Bernstorff 16 mm | 100 min | S. 21

19.30 »2 Magical History Tour The Little Fugitive

Ray Ashley, Morris Engel, Ruth Orkin USA 1953 35 mm | OF | 80 min | S. 13

20.00 »1 DAAD­Stipendiatin Xiaolu Guo

Far and Near Xiaolu Guo GB / China 2003 DigiBeta | OmE | 22 min

Jin Tian De Yu Ze Me Yang How Is Your Fish Today?

Xiaolu Guo China / GB 2006 DigiBeta | OmE | 83 min

� Im Anschluss Diskussion mit Xiaolu Guo S. 26

19.00 »1 Das Gesicht als Ereignis Guelwaar Ousmane Sembène Senegal / Frankreich 1992

� Einführung: Dirk Naguschewski 35 mm | OmU | 115 min | S. 17

19.30 »2 Magical History Tour Moskwa Moskau Ilja Kopalin, Michail Kaufman UdSSR 1927

� Am Klavier: Eunice Martins 35 mm | OmU | 78 min | � 30.6. | S. 14

19.30 »2 Magical History Tour Suite Habana Fernando Pérez

Kuba 2003 35 mm | ohne Dialog | 80 min | S. 14

20.00 »1 Heinz Emigholz: Die Architekturfilme Maillarts Brücken D 1995–2000 35 mm | 24 min

Zwei Projekte von Friedrich Kiesler D 2009 DigiBeta | 16 min

Sullivans Banken D 1993–1999 35 mm | 38 min | S. 27

19.30 »2 Magical History Tour Moskwa Moskau

Ilja Kopalin, Michail Kaufman UdSSR 1927 35 mm | OmU | 78 min

� Am Klavier: Eunice Martins S. 14

20.00 »1 DAAD­Stipendiatin Xiaolu Guo She, a Chinese

Xiaolu Guo Großbritannien / D / F 2009 35 mm | OmU | 98 min

� Im Anschluss Diskussion mit Xiaolu Guo S. 26

»1 arsenal 1 | »2 arsenal 2 | OF Originalfassung | DF Deutsche Fassung | OmU Original mit deutschen Untertiteln

| OmE Original mit engl. Untertiteln | OmÜb Original mit eingesprochener Übersetzung | Zwt. Zwischentitel

� Wiederholung | � Veranstaltung mit Gästen | ♛ Nur für Mitglieder. Mitgliedschaft kann an der Kasse erworben

werden | Die Längenangaben im Programm beziehen sich auf die reine Filmlänge | * Kopie der Deutschen Kinemathek

– Museum für Film und Fernsehen


Ein schwerer Himmel, apokalyptische Zeitenwenden

in immer schnelleren Abfolgen. Ein Schlachtfeld

auf der Halbinsel Kertsch, im Südosten der

Krim, mit über 176.000 von Deutschen getöteten

Soldaten und Zivilisten. Der sowjetische Fotograf

Dmitri Baltermants fotografierte dort 1942 die Silhouetten

von Menschen auf der Suche nach den

sterblichen Überresten ihrer Angehörigen. Rechts

ein Astronaut als Cherub bei Außenarbeiten an einer

Raumstation. Er kratzt vergeblich am Zeitgefängnis.

Darüber reicht der stark vergrößerte Ausleger

eines unsterblichen Pilzgewächses mit

hochgiftigen Sporen wie eine Sonde ins Bild, die

alles Leben aufsaugt. Links unten das Selbstbildnis

von Urs Graf als ausschreitender Landsknecht

– eine Karikatur aus dem Jahr 1519 am und vom

äußersten Rand der Wahrnehmung. Ein Vogel ist

im Begriff, sich auf seinen Kopf zu stürzen wie auf

den von Tippi Hedren in Die Vögel. Lebenshilfe der

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heinz emigholz juni 12 35

Die Basis des Make-Up (Nr. 339)

A heavy sky, apocalyptic turns of eras in increasingly

rapid successions. A battlefield on the

Kerch peninsula in south-eastern Crimea, where

over 176,000 soldiers and civilians were slaughtered

by the Germans. In 1942, the Soviet photographer

Dmitri Baltermants photographed the

silhouettes of people looking for the mortal remains

of their relatives. To the right, an astronaut

who looks like a cherub carries out some

work on the outside of a space station. His

scraping is in vain – he cannot escape the time

in which he is captured. Above, the extended arm

of an immortal mushroom with highly-poisonous

spores reaches into the picture like a probe

sucking up all life. Below left, is the self-portrait

of Urs Graf as a striding mercenary – a caricature

from the year 1519 on and from the outermost

periphery of perception. A bird is about to

crash onto his head like on Tippi Hedren’s in The

Birds. Self-help advice for media people: Set your

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