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Die Veranstalter der Brasil Brau 2011 in São Paulo werden erleichtert gewesen sein,<br />

als am ersten Messetag die Hallen sich langsam füllten. War der Umzug in das Transamerica<br />

Messecenter und die Strategie, kleinere Brauereien ganz bewusst als zweiten Ausstellungsschwerpunkt<br />

auf der Messe zu präsentieren, nicht ohne Risiko. Der Rechteinhaber der Brasil Brau,<br />

der Brauereiverband COBRACEM, wurde am Ende in seiner neuen Strategie bestätigt:<br />

Circa 5000 Besucher kamen nach São Paulo, um über 60 Prozent mehr als vor zwei Jahren. (Bu)<br />

Nachdem die deutsche Nürnberg<br />

Messe die Rechte an der Getränkemesse<br />

TecnoBebida erworben<br />

hatte, war allgemein erwartet worden,<br />

dass die Brasil Brau und die<br />

TecnoBebida mit dem Ziel einer gro -<br />

ßen gemeinsamen Getränkemesse<br />

Brasil Brau mit<br />

neuem Konzept erfolgreich<br />

Neuer Standort und erweitertes Konzept setzen sich durch<br />

Mit durchschnittlich 250 Personen war<br />

die Vortragsveranstaltung gut besucht.<br />

Der Bühler-Stand war nicht<br />

immer so leer wie auf diesem<br />

Foto, das vor der offiziellen<br />

Eröffnung der Messe entstand.<br />

für Brasilien und Südamerika kooperieren.<br />

Die unterschiedlichen Philosophien<br />

führten jedoch dazu, dass<br />

die Brasil Brau das Risiko einer Veranstaltung<br />

ohne zweiten Partner einging.<br />

COBRACEM-Präsidentin Cilene Saorin,<br />

eingerahmt von Marcelo C. da Rocha<br />

(re.), Colorado Brauerei, und Wolfgang<br />

Burkart, Verlag W. Sachon.<br />

Die Petropolis-Truppe war auf der Messe nicht zu über sehen.<br />

Roland Reis (5.v.r.) ließ es sich auch in diesem Jahr nicht<br />

nehmen, unseren Stand zu besuchen.<br />

Erfolgreiches<br />

neues Messekonzept<br />

Da eine Ausweitung der Ausstellerzahlen<br />

am bisherigen Messegelände<br />

nicht möglich gewesen wäre, ent-<br />

Der Stand mit den Schincariol-Premiummarken<br />

bildete den attraktiven Mittelpunkt<br />

der Brauereistände.<br />

Die Messehallen waren durchwegs<br />

gut frequentiert, erfreulicherweise<br />

auch die Stände, an denen<br />

kein Alkohol ausgeschenkt wurde.


Der Biermarkt in Brasilien:<br />

Eine andere Welt! Selbst<br />

wenn man die Steuerbelas -<br />

tung berücksichtigt, die bei<br />

Bier in Brasilien wesentlich<br />

höher liegt als in Deutschland,<br />

bekommt man beim<br />

Betrachten der Bierpräsentation<br />

im Lebensmittelhandel<br />

glänzende Augen. Die Bierpreise<br />

sind in der Regel<br />

ein Vielfaches höher als in<br />

Deutschland, wobei sich die<br />

Preise zwischen Lebens mittel handel und Gastronomie nicht so krass unterscheiden.<br />

Unser (heimlich aufgenommenes und deshalb nicht besonders gutes) Foto aus<br />

der Supermarkt kette Pao de Acuçar gibt ein paar Beispiele für Preis stellungen.<br />

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Kaufkraft in Brasilien nur bei einem Bruchteil<br />

der deutschen liegt, trotzdem werden die vorgestellten Preise akzeptiert und<br />

bezahlt. Selbst wenn das hochprei sige Segment relativ klein ist: Es ist hoch<br />

profi tabel und zieht generell das Image von Bier nach oben.<br />

Eines der krassesten Beispiele ist sicher das Triple, eine 0,7-l-Flasche der Brauerei<br />

Baden-Baden (Groupo Schincariol/Kirin) für immerhin 144 Real, umgerechnet knapp<br />

52 Euro! Auch der Karton mit zwei Flaschen Petra Schwarzbier von der Brauerei<br />

Petrópolis, mit dazugehörigem Glas, steht für immerhin 13,60 Euro im Regal. Selbst<br />

deutsche Mengenprodukte wie Erdinger Weizen erzielen umgerechnet 5,50 Euro<br />

pro 0,5-l- Flasche und man glaubt es nicht, die 0,5-l-Dose Pils bzw. Hefeweizen<br />

von Oettinger kostet schlappe 4,50 Euro. Die Standardprodukte der marktbeherrschenden<br />

Brauereien Ambev, Schincariol und Groupo Petrópolis stehen im Regal,<br />

je nach Gebinde, von umgerechnet 50 Cent bis 1 Euro für 0,355 l.<br />

schied sich die COBRACEM zu<br />

einem Umzug in das größere Messegelände<br />

des Transamerica Center.<br />

Parallel dazu wurden nicht nur Zu -<br />

lieferbetriebe als Aussteller angesprochen,<br />

sondern auch der Bereich<br />

der Craft Brewer wurde als Teil<br />

des neuen Messekonzepts gefördert<br />

und ausgebaut. Von den 5000<br />

Besuchern kamen 52,8 Prozent aus<br />

Südamerika, 22,6 Prozent aus Europa,<br />

9,4 Prozent aus Afrika, 7,6 Prozent<br />

aus Nord amerika und 7,6 Prozent<br />

aus Asien. Die Ausstellungsfläche<br />

betrug 5000 m 2 , 2013 sollen es sogar<br />

6000 m 2 sein.<br />

Bis zum Beginn der Messe war nicht<br />

sicher, ob dieses Konzept tragen<br />

würde oder ob die Aussteller unter<br />

dem Alkoholkonsum der Besucher<br />

an den Bierständen würden leiden<br />

müssen. Erfreulicherweise verhielt<br />

sich das Publikum sehr diszipliniert.<br />

Die Aussteller zeigten sich sowohl<br />

mit der Quantität als auch mit der<br />

Qualität der Besucher zufrieden. Alle<br />

großen Brauereien wurden mit Top-<br />

Entscheidern in den Messehallen gesichtet.<br />

Die Gespräche an den Ständen<br />

der Zulieferindustrie verliefen<br />

konzentriert und ernsthaft, die Party<br />

an den Ausschankstellen der 30 Craft<br />

Brewer fand erst gegen Ende der<br />

Messe statt.<br />

Zieht man eine Parallele zu den Entwicklungen<br />

in den USA, so könnten<br />

die bisher noch recht kleinen und<br />

für die Zulieferindustrie eher unwichtigen<br />

Craft Brewer durch weiteres<br />

32 · BRAUINDUSTRIE 9/2011<br />

Wachstum in der Zukunft durchaus<br />

für die Zulieferindustrie interessant<br />

werden. In den USA sind ehemals<br />

kleine Betriebe mittlerweile über<br />

die 1 Million Hektoliter-Schwelle gewachsen<br />

und reihen sich in das Konzert<br />

der großen Brauereien ein.<br />

Da die TecnoBebida in der Zwischenzeit<br />

als eigenständige Messe<br />

nicht wieder auferstanden ist, fanden<br />

auch zahlreiche Besucher aus dem<br />

Bereich der Produktion alkoholfreier<br />

Getränke und Mineralwässer ihren<br />

Weg zur Brasil Brau. In diesem Bereich<br />

wird es sicher noch eine Chance<br />

auf weitere Erhöhungen der Ausstel -<br />

lerzahlen, die das Segment alkoholfreie<br />

Getränke bedienen, geben.<br />

SENAI mit zwei<br />

primären Problemen<br />

Das von der SENAI, Vassouras,<br />

durchgeführte Seminar an den Vormittagen<br />

vor der Messe fand mit<br />

durchschnittlich 200 Besuchern ebenfalls<br />

regen Zuspruch. Nicht nur technische<br />

Themen, sondern auch die<br />

Produktion von Bier in kleineren<br />

Brauereien wurde mit großem Engagement<br />

diskutiert.<br />

Es wird interessant sein zu sehen, inwieweit<br />

die SENAI ihre zwei momentan<br />

primären Probleme löst: Erstens<br />

ist der Maschinenpark in Vassouras<br />

in weiten Bereichen nicht mehr einsatzfähig,<br />

sodass eine größere In -<br />

ves tition in die Lehrbrauerei ansteht.<br />

Zum Zweiten ist offensichtlich noch<br />

kein Ersatz für den ausgeschiedenen<br />

Leiter der Brauereiabteilung gefunden.<br />

Eine Galionsfigur wäre jedoch<br />

dringend nötig, um die SENAI wieder<br />

erfolgreich werden zu lassen und internationale<br />

Sponsoren aus der Maschinenindustrie<br />

zu mehr Engagement<br />

zu motivieren.<br />

Die Situation von SENAI ist nicht<br />

einfach, da bekanntermaßen die mit<br />

achtzig Prozent Marktanteil führende<br />

Brauereigruppe AmBev sich schon<br />

vor Jahren entschlossen hat, keine<br />

Studenten nach Vassouras zu schi -<br />

cken und stattdessen ein eigenes<br />

Ausbildungszentrum aufgebaut hat.<br />

Wünschenswert wäre ein starkes<br />

zentrales Ausbildungszentrum für<br />

Brasilien und den gesamten süd -<br />

ame rikanischen Raum, aber die Realität<br />

spricht leider momentan eine andere<br />

Sprache.<br />

VLB-Seminar<br />

in Rio de Janeiro<br />

Es wird interessant sein zu sehen,<br />

wie das Publikum das technolo -<br />

gische Seminar der VLB Berlin aufnimmt,<br />

das im Juni 2012 in Rio de<br />

Janeiro stattfindet. Die VLB Berlin hat<br />

inzwischen in Südamerika bemerkens -<br />

wert gut Fuß gefasst und weite Akzep -<br />

tanz bei den Brauereien gefunden.<br />

Das Seminarkonzept für den spanischsprachigen<br />

Raum sieht vor,<br />

zwischen verschiedenen Ländern zu<br />

wechseln. In den letzten Jahren<br />

fanden Seminare in Sevilla (Spanien)<br />

und Mexiko City (Mexiko) statt; im<br />

nächs ten Jahr ist Rio de Janeiro<br />

(Brasilien) an der Reihe. Man darf gespannt<br />

darauf sein, wie sich die VLB<br />

mit ihrer Veranstaltung in diesem<br />

von doch schwierigen Verhältnissen<br />

geprägten brasilianischen Markt behaupten<br />

und erfolgreich durchsetzen<br />

kann. Die Brasil Brau 2013 findet<br />

vom 25. bis 27. Juni 2013 in São<br />

Paulo statt. �<br />

Coroa-Chef Ademar Antonio Bragatto<br />

(Mitte) wurde begleitet von Maico<br />

B. Kautsky (re.) und Erni Balle.<br />

Mit dem Bau der schon lange geplanten<br />

Brauerei in Domingos Martins wurde<br />

in diesem Jahr tatsächlich begonnen.<br />

Erste Ausbaustufe: 500 000 hl, Start 2012.


Die drei von Vassouras: (v. r.) Alvaro Nogueira (Petropolis),<br />

Schincariol-Urgestein Peter Ehrhardt (jetzt Kirin)<br />

und Egon Tschöpe waren alle in der Vergangenheit<br />

für die Brauerei abteilung von SENAI in Vassouras<br />

verantwortlich. Tschöpe eröffnete unlängst einen Laden<br />

für Spezialbiere in São Paulo (egon@kleineecke.com.br).<br />

Gute Laune am Sachon-Messestand: (v.r.) Rufino Landaluce; Wolfgang<br />

Burkart; Dr. Roland Folz, VLB Berlin; Dr. Fritz Briem, Lupex/Boonrawd.<br />

Antônio Tavares da Silva (li.),<br />

Executive Manager SENAI-RJ<br />

stellte Wolfgang Burkart das<br />

neue Konzept der Schule<br />

in Vassouras vor.<br />

Ulrich Hambsch (li.), Firma Techfood,<br />

freut sich über die Einlage von<br />

Ralf Bauer-Secundus als „Nummernboy“.<br />

Am Stand der Microcervejaria Bamberg fotografierten wir alle Deutschen,<br />

die etwas mit dem Begriff „Bamberg“ zu tun haben: (v.l.), Dieter Pollok<br />

(Kaspar Schulz), Frank Gauger (Weyermann), Dietram Haertl (Kaspar Schulz)<br />

sowie Michael Flaemig (Weyermann), Georg Wörner und David Williamson<br />

(Kaiserdom Brauerei) nehmen Janaína und Alexandre Bazzo (Bamberg Bier,<br />

Brasilien) in die Mitte.<br />

Den längsten Anreiseweg hatte wohl Khun Isara Iead, Vice President<br />

der Boon Rawd Brewery, Thailand (3.v.l.), hier mit (v.l.) Roland<br />

Schlenker, GEA Brewery Systems; Sornsiri Jiamjamratsil,<br />

Narathip Thong-Ngok, Tisnai Thaitham (alle Boon Rawd Brewery),<br />

Peter Ehrhardt (Schincariol/Kirin), Wolfgang Burkart.<br />

Das Pall-Trio nimmt schon seit vielen Jahren<br />

an der Brasil Brau teil: (v.r.) André Trombe,<br />

Ralph Michael Gehlhar, Patrik Gruber.<br />

Immer optimistisch, immer ein freundliches Wort: Die Landmanns<br />

(v.l.) Tomas, John, Julio und Manoel Landmann.<br />

Uwe Herzog (re.) und Vicente<br />

Cifone (beide Schäfer Con -<br />

tainer Systems) zu Besuch<br />

am Sachon-Stand:<br />

Zur Abwechs lung mal nicht<br />

auf der Brau Beviale in Nürnberg,<br />

sondern in São Paulo.<br />

Die Gesichter sind ernster als die Lage:<br />

Berthold Pfäffle (re.) und Peter Reiter<br />

von der Huber Packaging Group waren<br />

mit ihrer zweiten Brasil Brau-Teilnahme<br />

sehr zufrieden.

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