Schätze heben - Diakonie Dresden

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Schätze heben - Diakonie Dresden

Diakonie

Informationen der Diakonie - Stadtmission Dresden

Ausgabe 2 | 2012

Schätze heben

Seite 3

Stadtmission Dresden

Vergütungsentgeltentwicklung

und

betriebliche Altersvorsorge

Seite 13

Kindertagesbetreuung

Das Miteinander und

Füreinander der Generationen

Seite 9

Kinder, Jugend, Familie

Eröffnung Kinderhaus

Dreikönige

Seite 5

Sozialarbeit, Psychiatrie,

Behindertenhilfe

Besser mit Nächstenliebe

Schulische Bildung für

Kinder mit besonderen

Lernvoraussetzungen

Seite 13


„Denn wir haben hier keine bleibende Stadt,

sondern die zukünftige suchen wir.“

Hebräerbrief 12,13; Jahreslosung 2013

Quelle: pixelio.de Albrecht E. Arnold

Liebe Freundinnen und Freunde der

Diakonie-Stadtmission Dresden,

uns Menschen prägt eine tiefe Sehnsucht

nach Halt und Beständigkeit.

Wenn ich festen Boden unter den

Füßen habe, kann ich auch stärkerem

(Gegen)Wind standhalten.

Aber wenn alles „im Fluss“ zu sein

scheint, dann werden wir innerlich

eher unsicher. So erleben wir Veränderungen

sehr unterschiedlich.

Der fremde Urlaubsort wird als reizvoll

erlebt. Es ist aufregend und be-

reichernd, Neues zu entdecken.

Wenn ich wieder einmal mit meinem

Sohn mit Fahrrad und Zelt auf Tour

bin, dann könnte ich es zuhause

wirklich bequemer haben. Aber es

ist ein besonderes Gefühl der Freiheit,

unterwegs zu sein, sich eine

neue Landschaft zu erschließen und

dann am Nachmittag einen neuen

Ort für die Nacht zu suchen.

Zugleich erleben wir derzeit viele

belastende Veränderungsprozesse.

Die Anforderungen in der Pflege

hoch betagter Menschen oder in der

Erziehung von Kindern und Jugendlichen

werden komplexer. Umfangreich

muss jede Handlung und

jeder Entwicklungsschritt prüfsicher

dokumentiert werden. Gesetze, Vorschriften

und Finanzierungen ändern

sich in sehr kurzen Abständen. Die

Erwartungen, die an uns als Diakonie

gestellt werden, werden individueller

und vielschichtiger. Und Veränderungen,

die schwerverständlich sind,

verunsichern. Wer kann die soge-

AN(GE)DACHT

nannte Eurokrise durchschauen? Die Geldsummen,

die wir den Medien entnehmen,

haben eine schwindelerregende Höhe

erreicht. Wer soll das einmal bezahlen? Bei

allen positiven Impulsen, die Wandel hervorrufen,

nehme ich zunehmend ein schleichendes

Gefühl von Unsicherheit wahr.

Damit wird die Sehnsucht nach Stabilität

und Gewissheit stärker. Doch was gibt

Halt? Oder ist der gewünschte Halt gar

nicht zu erreichen?

Wie ich zu Veränderungen stehe wird deut-

licher, wenn ich erkenne, wie ich mich selber

verstehe. Möchte ich möglichst wenig Wan-

del und mich in gewohnter Weise einrichten?

Wenn der eine oder die andere sich so

sieht, dann wird schon die Veränderung des

Arbeitsortes, auch innheralb der Stadtmission,

nach einem Zeitraum von zehn Jahren

als unzumutbarer Wechsel empfunden.

Daneben gibt es aber auch die Menschen,

die nach acht Jahren „mit den Hufen scharren“,

weil sie eine neue Herausforderung

suchen. Sie sehen sich eher als Menschen

auf der Wanderschaft. Da gibt es Orte, um zu

Verweilen, aber immer nur auf Zeit.

Die Menschen der Bibel sind in der Regel

Menschen auf Wanderschaft. Zuerst sind

es die Stammväter wie Abraham und Isaak.

Sie zogen mit ihren Herden zur Sommer-

und Winterweide, lebten in schnell veränderbaren

Unterkünften. Später ist es

das Volk Gottes, das aus Ägypten auszieht

und lange umherwandert. Und es

sind Jesus, der ein Wanderprediger war,

und die ersten Gemeinden, in denen es

viel Bewegung gab. Christliche Existenz

ist eher durch weltliche Unbeständigkeit

geprägt. Sesshaftigkeit im äußeren

und auch innerem Sinne gibt es wenig.

Auch der Hebräerbrief spricht von Wegen,

von Aufbruch und Wandel im Glauben. Da

klingt beim ersten Lesen nicht viel Sicherheit

mit. Ganz nüchtern wird der Sehnsucht,

dass es im Leben in dieser Welt

viele Sicherheiten geben wird, eine Absage

erteilt. Wir haben hier keine bleibende

Stadt. Wer sein Leben darauf baut, der wird

durch jeden Abschied wie von einem inneren

Erdbeben erschüttert werden. Von der

Erwartung in einer Welt mit wenigen Veränderungen

zu leben, sollen wir Abschied

nehmen. Aber was dann? Woher den Mut

nehmen, sich sein ganzes Leben lang als

Wandernder zu verstehen? Was gibt Halt?

Es ist die Perspektive, dass es – wann Gott

will – einen neuen Himmel und eine neue

Erde geben wird. In dieser werden alle

Unsicherheiten und Ängste des Lebens

überwunden sein. Und das ist kein visionärer

Gedanke, sondern reale Perspektive.

Seit Jesus Christus von den Toten

auferweckt wurde, wissen wir, dass es ein

neues Leben jenseits des irdischen Todes

geben wird. Und Jesus Christus ist der

heute schon notwendige Halt. Im Hebräerbrief

heißt es: „Jesus Christus gestern

und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“

Es gilt, in den uns immer wieder verunsichernden

Veränderungen, Jesus Christus

zu vertrauen. Im Vertrauen auf Jesus

Christus können wir selber auf der Wanderung

sein und uns eben nicht widerwillig

treiben lassen. Gewissheit gibt nicht die

fehlende Veränderung, sondern die Nähe

Gottes.

Ihr Pfarrer Christoph Stolte

Direktor

2. Ausgabe Dezember 2012 2


Schätze suchen, Schätze finden

Zuerst denken wir bei Schatzsuche an

etwas Geheimnisvolles. Die Kinder werden

sicherlich an eine Schatzkiste denken. Oder

es ergeht uns so, wie vor kurzer Zeit einem

älteren Herren in Dresden, der in einem

bunten Durcheinander von Briefmarken eine

sehr alte Marke aus Amerika entdeckte,

die vielleicht außerordentlich wertvoll ist.

Wie leicht hätte er, wie andere vor ihm, die

kleine Marke übersehen können. Schlummern

auch nicht in uns Schätze, die es zu

entdecken gilt? Die werden nicht vom Rost

und den Motten – wie es in der Bibel heißt

– aufgefressen. Es sind Schätze der beson-

3

Der Schatzgräber

Arm am Beutel, krank am Herzen,

Schleppt ich meine langen Tage.

Armut ist die größte Plage,

Reichtum ist das höchste Gut!

Um zu enden meine Schmerzen,

Ging ich einen Schatz zu graben.

Meine Seele sollst du haben!

Schrieb ich hin mit eignem Blut.

Und so zog ich Kreis um Kreise,

Stellte wunderbare Flammen,

Kraut und Knochenwerk zusammen:

Die Beschwörung war vollbracht.

Und auf die gelehrte Weise

Grub ich nach dem alten Schatze

Auf dem angezeigten Platze;

Schwarz und stürmisch war die Nacht.

Und ich sah ein Licht von weitem,

Und es kam gleich einem Sterne,

Hinten aus der fernsten Ferne.

Eben als es zwölfe schlug.

Und da galt kein Vorbereiten:

Heller ward's mit einem Male

Von dem Glanz der vollen Schale,

Die ein schöner Knabe trug.

Holde Augen sah ich blinken

Unter dichtem Blumenkranze;

In des Trankes Himmelsglanze

Trat er in den Kreis herein.

Und er hieß mich freundlich trinken,

Und ich dacht: es kann der Knabe

Mit der schönen lichten Gabe

Wahrlich nicht der Böse sein.

Trinke Mut des reinen Lebens!

Dann verstehst du die Belehrung,

Kommst, mit ängstlicher

Beschwörung,

Nicht zurück an diesen Ort.

Grabe hier nicht mehr vergebens!

Tages Arbeit, abends Gäste!

Saure Wochen, frohe Feste!

Sei dein künftig Zauberwort.

Johann Wolfgang von Goethe

deren Art: unsere besonderen Gaben und

Fertigkeiten, die wir mitbekommen oder

uns angeeignet haben. Mit ihnen wird das

Leben in unseren Gemeinschaften bunt

und reich. Manche Schätze vergraben wir

selbst, weil wir uns zu wenig zutrauen. Von

anderen Leuten glauben wir nicht, dass

in ihnen Schätze schlummern. Beides ist

schade. Beides lässt uns blind sein für die

Fülle des Lebens.

Gerade Kinder sind ja besonders begeistert,

wenn es darum geht, Neues zu entdecken.

Ihr Forscherdrang und ihre Unbeschwertheit

sind wunderbar. Haben wir Älteren das

alles schon wieder vergessen? Erich Kästner

sagte es so: „Die meisten Menschen

legen ihre Kindheit ab wie einen alten Hut.

Sie vergessen sie wie eine Telefonnummer,

die nicht mehr gilt. Früher waren sie

Kinder, dann wurden sie Erwachsene, aber

was sind sie nun? Nur wer erwachsen wird

und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.“ Und

wem das gelingt, der wird auch noch viele

Schätze entdecken können, die in uns und

unseren Mitmenschen stecken.

In dieser Ausgabe der Diakonie-Zeitung

wollen wir uns auf Schatzsuche begeben,

welche bekannten oder noch verborgenen

Schätze in unseren Einrichtungen und den

Inhalt:

AN(GE)DACHT 2

Schätze suchen, Schätze finden 3

Mit beiden Beinen im Leben

Süchtige am Netz

Weltuntergang 4

Eröffnung Kinderhaus Dreikönige

Lust auf Lesen 5

Ein Ohr zum Zuhören 6

Außenarbeitsplatz Palitzschhof

Mittler zwischen behinderten Menschen

und Arbeitgebern 7

Gemeinsam Ressourcen aktivieren

An der Arche um Acht 8

Das Miteinander und Füreinander der

Generationen 9

Verborgene Schätze,

die den Arbeitsalltag verschönern

Unser Gott 10

Wiederentdeckte Schätze des

Lebens

ehs Dresden und Diakonie 11

Quelle: pixelio.de Andreas Stix

Menschen, die dort leben und arbeiten,

schlummern. Es sind Schätze, die

nicht nur von harter Arbeit, sondern

von der Freude an den Aufgaben und

den Leuten in den unterschiedlichsten

Bereichen der Stadtmission Dresden

erzählen. Es geht eben nicht um Zauberei

oder die vergrabene Schatzkiste.

Es geht, wie es Goethe in der Ballade

vom Schatzgräber ausdrückt, um den

„Mut des reinen Lebens“.

Viel Freude beim Lesen und Entdekken

wünscht Ihnen

Ihr Harald Wachsmuth.

Titel-Thema:

Schätze heben 10

"Balu und Du"

Dresdner Erkundungen 12

Schulische Bildung

Vergütungsentgeltentwicklung 13

Neues vom Team "Flexible Hilfen"

Blau läuft! 14

Sommerfest im Altenpflegeheim

Kleines Kirchenlexikon 15

Die vielen Gesichter des Glaubens 16

Unternehmen gegen Internet-Demenz

"Meine Kraft..." 17

Berufswunsch Altenpflegerin

"Top-Pflegeheime" 18

"Wir stehen niemals still" 19

Angebote und Termine 20


Mit beiden Beinen im Leben

Claudia Lingke die neue Kitaleiterin in Gohlis

Der Evangelische Kindergarten in

Gohlis hat eine neue Leiterin: Am 1. Juli

hat Claudia Lingke die Nachfolge von

Ute Schlenker übernommen und steht

damit an der Spitze des zurzeit achtköpfigen

Teams, das 60 Kinder in vier

Gruppen betreut. Mit großem Elan und

Vorfreude hat Frau Lingke ihre Stelle

angetreten. Sie ist jetzt (wieder) dort,

wohin sie sich mit ihren ersten Berufsvorstellungen

gewünscht hat.

Claudia Lingke wurde 1958 als drittes

von vier Kindern in eine christliche

Familie geboren. Der Weg zum Abitur

und zunächst auch die ersehnte Ausbildung

zur Kindergärtnerin waren ihr

verwehrt. Ihr blieb eine Ausbildung zur

Augenoptikerin, ein Beruf, den sie fünf

Jahre lang bis zur Geburt ihres zweiten

Kindes ausübte.

Süchtige am Netz

Am 9. September 2012 veranstalteten

die „Radebeuler Sozialprojekte“ (RaSoP)

ihr jährliches Sommerfest am Weißen

Haus in Radebeul. Für junge Abhängige

aus unterschiedlichen Einrichtungen

Sachsens wurde ein Beachvolleyballturnier

veranstaltet. Dabei kämpften elf

Mannschaften um den Pokal. Erstmals

war eine Mannschaft der Diakonie Dresden

am Turnier beteiligt. Diese setzte

sich aus Klienten der Cleangruppe und

dem Therapeuten, Herrn Thielemann,

zusammen. Trotz wochenlangen Trainings

reichte es am Ende nicht zum Sieg,

aber wir belegten den beachtlichen fünften

Rang. Gewinner des Turniers waren

erstmalig die durchtrainierten Patienten

des Spitzbubenhauses aus Leipzig. Für

das leibliche Wohl aller Gäste wurde mit

Speisen und Getränken gesorgt. Nebenbei

konnte man sich an diesem schönen

Spätsommertag im Bogenschießen probieren

und der Musik des Discjockeys

lauschen. Es war eine rundum gelungene

Veranstaltung und wir hoffen, im nächsten

Jahr wieder teilnehmen zu können.

R. Heinrich, Cleangruppe

Es folgten das Abitur an der VHS im

Babyjahr, eine Stelle im Kindergarten Reihardtsgrimma,

ein dreijähriges Studium

„nebenher“, Kindergartenleiterin. Die Kindergartenschließungen

nach der Wende

machten auch Frau Lingke arbeitslos.

Jemals wieder als Erzieherin arbeiten zu

können, galt als aussichtslos. Nach einer

heilpädagogischen Zusatzausbildung ging

sie in die Behindertenarbeit, war lange

Wohngruppenleiterin bei der Diakonie-

Stadtmission Dresden bei geistig behinderten

Erwachsenen.

Mit ihren drei Enkelkindern, sagt sie, kam

die Lust auf die Arbeit mit Kindern zurück.

Dass ihre Bewerbung um die Stelle als Leiterin

des Gohliser Kindergartens erfolgreich

war, betrachtet sie als Glück und eine große

Chance. Erster großer Höhepunkt für sie im

Leben von Kindergarten und Kirchgemeinde

Weltuntergang

Bald ist es wieder so weit. Diesmal aber wirklich.

Am 21.12.2012, so haben es findige Leute

dem Mayakalender entnommen. Was könnte

gemeint sein? Was steckt dahinter? Dass die

Erde, so wie wir sie heute ausbeuten und erleben,

irgendwie kaputt gehen kann, ist durchaus

vorstellbar. Und vor so einem Szenario

Angst zu haben, ist ebenso völlig verständlich.

Aber könnte ich dem wirklich entfliehen, wenn

es geschieht? Was wäre dann hilfreich, außer

den Tipps die von denen kommen, die aus der

Angst ein Geschäft machen?

Immerhin, es gibt Menschen, die von alledem

nichts gehört haben und solche, die davon

nichts hören wollen. Frei nach dem Motto:

„Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“.

Und es gibt Menschen, die denken dann an

Quelle: pixelio.de Klaus Glund

Claudia Lingke

war der Gottesdienst am 16. September, bei

dem das zehnjährige Bestehen des Kindergartens

als evangelische Einrichtung gefeiert

und Frau Lingke eingesegnet wurde.

Sie schätzt das gute Verhältnis zwischen

Kindergarten und Kirchgemeinde und freut

sich auf die Zusammenarbeit.

Katharina Haas

die Endzeitankündigungen der Bibel.

Also doch voller Angst? Aber hoppla. Die

Endzeitgeschehnisse der Bibel sind doch

gekoppelt mit der Wiederkunft Jesu. Und das

bedeutet nicht nur Gericht, sondern auch den

Beginn seines ewigen Friedensreiches.

Und es gibt sogar Menschen, die sich freuen

auf dieses Sein bei Gott. Könnte das auch für

uns eine Alternative zur Angst sein? Zumindest

war so ein Glaube oft die einzige und tragende

Kraft für Menschen in Krieg, Krankheit

und Leid. Wäre das nicht ein Schatz, den es

zwar nicht zu heben gilt, dafür aber tief in sich

zu bewahren? Sich danach auszustrecken,

wäre dann bedeutsamer für unser Leben, als

sich durch Mayakalender oder konkrete Katastrophen

verängstigen zu lassen.

Rolf Thielemann

2. Ausgabe Dezember 2012 4


Eröffnung KINDERHAUS Dreikönige

Am 01.09.2012 eröffnete das Kinderhaus

Dreikönige auf dem Gelände des Altenpflegeheimes

in Dresden Klotzsche. Sieben

Kinder werden in diesem Haus langfristig

ein Zuhause finden können. Die Kinder verbindet,

dass auf absehbare Zeit für sie ein

Leben bei Kindesmutter oder -vater nicht

möglich erscheint.

Die Wohngruppe setzt unsere bestehenden

Kenntnisse und Erfahrungen mit stationärer

Hilfe unter dem Dach der Diakonie-

Stadtmission Dresden seit 1994 fort. Das

Kinderhaus heißt Dreikönige. Angelehnt

an die biblische Geschichte, fand Herr

Pfarrer Stolte zur Andacht am 02.09.2012,

anlässlich der Eröffnung des Kinderhauses

warme, treffende Worte. Es sind keine

Könige, die jetzt in diesem Haus leben, aber

ähnlich den heiligen Männern, machen sich

auch diese Kinder und ihre sechs Erzieher

auf einen langen gemeinsamen Weg.

Ihr Ziel: sich wohlfühlen, ein Zuhause und

Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und

Wissen in sich selbst finden. Ein großer

Schwerpunkt dieser Hilfe besteht in der aktiven

Unterstützung der Bindungspersonen

der Kinder, den Erhalt ihrer Eltern. „Selbst

wenn ein Kind oder ein junger Mensch seine

Eltern verloren hat oder von ihnen verlassen

worden ist, eine reale Rückführung also

nicht möglich ist, bleibt seine Familie für ihn

psychisch existent und gehört zur Ganzheit

seiner Person. Es lohnt immer, den Gefühlen

und Fantasien, die Kinder gegenüber ihren

Müttern und Vätern in sich tragen, Raum zu

geben.“ (Katrin Taube, Fachbuchautorin)

Lust auf Lesen

Ein Pilotprojekt

Das Projekt "Lust auf Lesen" ist ein medienkundliches

Pilotprojekt, bei dem sozial

benachteiligte Kinder und Jugendliche, die

in Wohngruppen der Diakonie-Stadtmission

Dresden leben, in der Entwicklung ihrer

Lesefähigkeit und Medienkompetenz unterstützt

werden.

Das Projekt soll die Leistungsreserven der

jungen Menschen wecken. Als "Heimkinder"

werden sie in ihren Fähigkeiten oft

unterschätzt und stehen deshalb häufig von

vornherein im Abseits. Während der zwölfmonatigen

Projektlaufzeit erhalten alle teilnehmenden

Kinder und Jugendlichen die

Dresdner Neueste Nachrichten kostenlos.

"Lust auf Lesen" ist ein Leseförderungsprojekt.

Die tägliche Auseinandersetzung mit

5

Reinhard Fries, Silke Dietrich und Silke Kultscher vorm neueröffneten

Kinderhaus Dreikönige in Klotzsche

Dafür steht im Kinderhaus Dreikönige den

Eltern und den Kindern ein Elternappartement

zur Verfügung. Dadurch erhalten die

Eltern die Möglichkeit, für eine bestimmte

Zeit direkt am Leben ihrer Kinder und ihres

Alltags teilhaben zu können und mit pädagogischer

Unterstützung diese Zeit als

Familie zu verbringen.

Ein Ziel dieses Ansatzes ist es, vorhandene

Ressourcen der Eltern zu aktivieren und die

wichtige Eltern-Kind Beziehung zu erhalten.

Die Kinder können bis zur persönlichen und

wirtschaftlichen Selbstständigkeit in dieser

stabilen Wohnform leben. Auch die heiligen

den Inhalten der Zeitung soll im Vordergrund

stehen. Die Kinder erhalten jedoch auch die

Möglichkeit, eigene journalistische Texte

zu verfassen, die in den Dresdner Neuste

Nachrichten veröffentlicht werden.

Es werden noch Paten gesucht, die die

Kosten für ein oder mehrere Zeitungsabos

Quelle: pixelio.de Simone Peter

drei Könige wanderten in der Bibel

nicht allein. In den Geschichten bildeten

sie eine Gemeinschaft und ermutigten

sich gegenseitig. Genauso soll

das Leben der Kinder in diesem neuen

Kinderhaus sein. Auch sie werden

gemeinsam diesen Weg des Lebensabschnittes

Kindheit gehen, gemeinsam

lachen, sich irren, miteinander

reden und sich gegenseitig ermutigen.

Ihnen allen auf diesem Weg alles, alles

Gute und viel Erfolg!

Silke Dietrich

Leitende Fachkraft Kinderhaus

für die Dauer der Projektlaufzeit übernehmen.

Interessenten melden sich bitte bei

Herrn Fries:

Telefon 0351 - 281 66 32

reinhard.fries@diakonie-dresden.de

DNN/Dutschke


Ein Ohr zum Zuhören

Ein Jahr Ausbildung bei der Telefonseelsorge Dresden

„Was die kleine Momo konnte wie

kein anderer, das war: zuhören. Das

ist doch nichts Besonderes, wird nun

vielleicht mancher Leser sagen, zuhören

kann doch jeder.

Aber das ist ein Irrtum. Wirklich zuhören

können nur ganz wenige Menschen.“

(aus Michael Ende: Momo)

Voraussetzungen für das Zuhören

Bevor ein Jahr Ausbildung bei der

Telefonseelsorge beginnt, werden

geeignete Zuhörerinnen und Zuhörer

gesucht. Geeignet sind Menschen,

die bereit sind, sich in einer Gruppe

zu öffnen und auf Beziehungen einzulassen.

Die Fähigkeit, die persönliche

Gefühlssituation wahrzunehmen und

in Worte zu fassen, ist unerlässlich.

Der Blick auf die Zuhörerin und den

Zuhörer selbst

In der ersten Ausbildungsphase von

fünf Monaten, steht die Selbst- und

Fremdwahrnehmung der Auszubildenden

im Mittelpunkt. Jeder Mensch

mit dem ich in Beziehung trete und

spreche, löst in mir die verschiedensten

Empfindungen aus.

Zuhörer müssen diese Empfindungen

wahrnehmen, zulassen und aussprechen

können. Da sich in der Ausbildungsgruppe

die verschiedensten

Menschen begegnen (wie am Telefon

später auch), ist diese Gruppe der

ideale Ort, um die eigene Wahrnehmung

und die der anderen zu schulen.

Mitarbeiter der Telefonseelsorge im Gespräch mit dem Ausbildungsleiter

Zuhören ist nicht „nichts“ sagen

Die zweite Ausbildungsphase beschäftigt

sich mit der Rolle der zuhörenden Person

im Zweierkontakt. In vielen Rollenspielen

wird trainiert, wie der Zuhörer das Anliegen,

die Gefühlswelt und die Bedürfnisse seines

Gegenübers wahrnehmen und entsprechend

darauf reagieren kann. Dazu erhalten

die Auszubildenden auch theoretische

Informationen zur Gesprächsführung und

befassen sich mit Fragestellungen, die bei

der späteren Arbeit am Telefon von Bedeutung

sein können.

Mitarbeiter der Telefonseelsorge werden fachlich begleitet und regelmäßig geschult

Das Zuhören bei der Telefonseelsorge

Um die Besonderheiten der Telefonseelsorgearbeit

kennenzulernen, führt der dritte

Ausbildungsabschnitt in die Arbeit am Telefon

ein. Die jetzt schon selbst geführten

Gespräche der Auszubildenden werden

supervisorisch begleitet.

Der Wert des Zuhörens über die Telefonseelsorge

hinaus

Wie wir selbst zuhören können, hängt

besonders davon ab, wie uns selbst zugehört

wurde. Doch auch spätere positive

Erfahrungen mit dem Zuhören prägen uns.

Die ausgebildeten Frauen und Männer

nehmen ihre in der Ausbildung erworbenen

Erfahrungen und ihr Wissen in ihren weiteren

Lebensverlauf mit.

Mitunter berichten sie über Gespräche im

Berufsleben, in der Familie oder im Freundeskreis,

die nach der Ausbildungsteilnahme

anders verlaufen als vorher.

Wir hoffen, dass die Ausbildung bei der Telefonseelsorge

eine Bereicherung ist, die über

unsere Arbeit hinaus ihre Wirkung zeigt.

Kontakt:

www.telefonseelsorge-dresden.de

telefonseelsorge@diakonie-dresden.de

Anke Maria Thiele

2. Ausgabe Dezember 2012 6


Außenarbeitsplatz Palitzschhof

Diakonie kooperiert mit DRK-Kreisverband Freital e.V.

Sebastian Schuster an seinem Arbeitsplatz

Mittler zwischen behinderten Menschen und

Arbeitgebern

Es gehört zu den Aufgaben einer Werkstatt

für behinderte Menschen, ihnen neben den

Angeboten zur beruflichen Bildung und der

Beschäftigung auf vielfältigen, angepassten

Arbeitsplätzen auch Einblicke in die Arbeitswelt

auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu

vermitteln.

Die „Wichern-Werkstätten“ des Diakonischen

Werkes-Stadtmission Dresden e.V.

bieten ihren Beschäftigten Praktika und

Arbeit auf ausgelagerten Arbeitsplätzen im

allgemeinen Arbeitsmarkt an. Im Vordergrund

des Konzeptes steht zunächst ein

konkreter Lernauftrag für die Praktikanten,

aber natürlich auch der Prozess der Begegnung

von Arbeitgebern und Menschen mit

Behinderung.

Agnes Ludwig, Leiterin Sozialer Dienst:

„Anfangs hatten viele Arbeitgeber nur wenige

Vorstellungen von Menschen mit Behinderung

und deren Fähigkeiten und Fertigkeiten

sowie Angst vor großem Zeitaufwand.

Das ist unbegründet, denn die Praktikanten

werden zu Beginn stets von einem Mitar-

7

Dem Wahl-Freitaler Sebastian Schuster

macht die Arbeit im Freitaler Palitzschhof

Freude. „Ich fühle mich wohl hier. Selbst

wenn mal was misslingt, gibt es keinen

Ärger“, verrät der 27-Jährige. Nach einer

Eingewöhnungsphase, in der Sebastian erst

zwei, dann drei und zuletzt fünf Tage pro

Woche in der Tagespflege des Palitzschhofes

gearbeitet hat, ist er seit Juni die ganze

Woche über dort anzutreffen.

Zu seinen Aufgaben gehört neben hauswirtschaftlichen

Arbeiten auch das Beschäftigen

der Tagespflegegäste. So spielt er

beispielsweise voller Begeisterung „Mensch

ärgere dich nicht“ mit den Tagesgästen.

Aus Sicht der Pflegedienstleiterin (PDL)

Carola Lubinski war der neue Mitarbeiter

anfangs eine Herausforderung für ihr Team.

„Er kostete uns in den Anfangswochen viel

Zeit und Kraft. Zuweilen musste ich meine

Kolleginnen sogar um mehr Geduld und

Einfühlungsvermögen bitten“, verrät die

PDL. „Sebastian muss immer wieder motoviert

werden, etwas zu tun. Zuweilen ist er in

beiter der „Wichern-Werkstätten“ begleitet.

Danach erfolgen regelmäßig Besuche und

Austausch, so dass Probleme und Sorgen

schnell behoben werden können. Praktikant

und Arbeitgeber bekommen jeweils die

Unterstützung, die sie benötigen“.

Inzwischen arbeiten elf Beschäftigte in

Praktika und sieben Beschäftigte auf ausgelagerten

Arbeitsplätzen. Ob als Praktikanten

oder Kollegen, Menschen mit

Behinderung brauchen für ihre Arbeit einen

stabilen Ansprechpartner sowie Kreativität

und Flexibilität bei der Suche nach ihrem

perfekten Einsatzgebiet. Sind die Hemmungen

und Befürchtungen bei den Mitarbeitern

überwunden, waren sich die Betriebe

bei der Auswertung einig:

„Menschen mit Behinderung sind nicht nur

eine Bereicherung für das Miteinander im

Team. Mit Pünktlichkeit, Fleiß, Motivation

und Ehrlichkeit überzeugten sie durch fast

schon verloren gegangene Tugenden“, so

Frau Ludwig.

Die Werkstatt soll den Übergang geeigneter

Personen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt

einem Stimmungstief, wo nichts mehr

geht“, beschreibt Carola Lubinski das

Problem.

Inzwischen haben sich alle auf Sebastian

eingestellt, empfinden ihn als

Bereicherung und wollen ihn auch

nicht mehr missen. Schließlich nimmt

er ihnen viele kleine Arbeiten ab. Der

junge Mann ist einseitig gelähmt und

Epileptiker. Für ihn war die neue Arbeit

im Palitzschhof keine Kleinigkeit. Er

musste viel lernen im Umgang mit den

Senioren, die ihn anfangs nicht ganz

ernst nahmen. Doch er biss die Zähne

zusammen und ist inzwischen akzeptiert.

Aus Sicht der Geschäftsführerin

der DRK Soziale Dienste gGmbH

Bärbel Bautz ist die Arbeit im Palitzschhof

sehr förderlich für das Selbstwertgefühl

von Sebastian. Sie lobt

zugleich die gute Zusammenarbeit,

die es zwischen den Wichern-Werkstätten

und der DRK Soziale Dienste

gGmbH gibt.

Kerstin Ardelt-Klügel

durch geeignete Maßnahmen fördern.

Sie verfügt über ein möglichst breites

Angebot an Berufsbildungs- und

Arbeitsplätzen sowie über qualifiziertes

Personal und einen begleitenden Dienst.

Kerstin Ardelt-Klügel


Gemeinsam Ressourcen aktivieren

Schätze heben

diese Worte klingen nach

Abenteuer und Spannung

und sind für mich

mit Kindheitserinnerungen

verbunden.

Mit spannender Neugier verfolgte ich

als Kind den Film „Die Schatzinsel“.

Eine Schatzkarte löste bei den verschiedensten

Menschen eine fiebrige

Jagd nach einem „Schatz“ aus.

Da waren fast alle Mittel recht, um den

ebenso goldgierigen Mitstreiter zu hindern,

den Schatz als Erster zu heben.

Die ganze Filmlänge hindurch hoffte

ich, dass alles irgendwie gut enden

würde und nur derjenige den Schatz

bekommt, der mir am sympathischsten

und für mich der „Gute“ war. Der

Schatz war golden, glitzernd, prächtig

und für jeden Betrachter überwältigend.

Im Laufe der Jahre veränderte sich

für die meisten die Vorstellung, von

welcher Art und Form der Schatz

sein sollte, denn dieser muss nicht

immer mit Gold, Silber und Diamanten

besetzt sein. So zieht es Menschen

in die Ferne, ihren Schatz zu suchen,

der unterschiedlicher nicht sein kann.

Höhlen mit sagenhafter Geschichte,

Inseln, die noch unbewohnt sind,

Meerestiefen, in die noch kein Mensch

An der Arche um Acht

Buchtipp KINDERGARTEN UND HORT

Zu Beginn dieses echt witzigen Buches

erfährt der Leser, dass Pinguine gerne

streiten. Genau genommen sind es drei

Pinguine, die auch über Fragen, wie -

Ist der liebe Gott wirklich lieb? Sieht

er alles? Oder gibt es ihn vielleicht

gar nicht? - debattieren. Doch dann

beginnt es zu regnen, die große Sintflut

kommt.

... und es sind noch nur zwei Tickets

für die Arche Noah zu kriegen. Aber

was ist mit dem dritten Pinguin? - Ein

Plan muss her. Mit dem Auftauchen

der Taube wird das ganze Unterfangen

jedoch nicht leichter. Ach ja, und wieso

löscht Gott, seine eigene Schöpfung

aus? – Mit der Suche nach einer Ant-

tauchend vordrang, schneebedeckte Berggipfel

und Wälder mit einer Flora und Fauna,

wie sie noch keiner zu sehen bekam. Sie

müssen diese Schätze nicht mehr heben. Sie

müssen sich nur für sie öffnen und sie auch

als Schätze erkennen.

Wir Mitarbeiter der Flexiblen Hilfen sind

keine Schatzsucher. Aber fast täglich helfen

wir anderen, ihre Schätze zu suchen, zu

finden oder zu erkennen und schlussendlich

zu heben und anzunehmen. Dieser Schatz

ist nicht von materieller Natur. Er ist ohne

Schatzkarte und manchmal mit wenig Aufwand

zu finden.

Die Schätze, die wir gemeinsam heben,

sind förderliche Ressourcen, auf die jeder in

schwierigen Situationen zurückgreifen kann.

Meist sind sie nicht sofort zu erkennen. In

unserer Arbeit mit den Eltern, Jugendlichen

und Kindern suchen wir gemeinsam nach

möglichen Ressourcen, die ihnen helfen, ihren

Alltag zu bewerkstelligen. Oft sind die Betroffenen,

aufgrund der Fülle an Schwierigkeiten

nicht mehr in der Lage, helfende Möglichkeiten

wahrzunehmen und zu aktivieren. Sie sind

teilweise mit den Aufgaben, die das tägliche

Leben stellt, überfordert. Sie können den Tag

kaum strukturieren und haben wenig stabilisierende

Bedingungen im näheren Umfeld.

Ressourcen können dann unterstützend

wirken und in einer scheinbar hoffnungslosen

Situation mögliche Lösungen aufzeigen.

Mit den betreffenden Klienten wird im Verlauf

der sozialpädagogischen Hilfe analysiert,

welche Personen, Institutionen und gesellschaftlichen

Angebote ihnen im Alltag

Unterstützung gewährleisten können. Diese

wort auf diese und weitere Fragen, erfährt

der Leser: Die biblische Geschichte von

der Arche Noah, mit ihrer starken bildlichen

Ausdruckskraft, lässt sich auch ein wenig

anders erzählen...

In dieser turbulenten, aber auch lehrreichen

Geschichte, wird ganz unbefangen und

kindgerecht über Gottes Verhalten spekuliert.

Der Leser begibt sich mit den Pinguinen

auf die Suche nach Antworten, an deren

Schluss der Regenbogen zum Zeichen einer

neu gewonnenen Gotteserkenntnis wird.

Das Buch wird erst ab acht Jahre empfohlen.

Aber es hat sich gezeigt, dass selbst die

Kinder der Vorschulgruppe beim Vorlesen

(und Betrachten der vielen Zeichnungen) rie-

Regine Schlurf und Kerstin Fleischer

in ihrem Büro auf der Eberswalder Straße

Ressourcen zu finden und aktivieren zu

können, gibt den hilfebedürftigen Menschen

auch nach Ende der sozialpädagogischen

Hilfe die Möglichkeit, ihren Alltag

eigenverantwortlich und selbstständig

meistern zu können. Wir wollen verhindern,

dass diese Menschen aufgrund der Vielzahl

von Problemen in eine Starre verfallen.

Sie können mit uns ihren Ressourcen-

Schatz heben und lernen, ihn zu nutzen, um

somit ein selbstbestimmtes Leben führen

zu können.

Mitarbeiterin der Flexiblen Hilfen

sigen Spaß und immer wieder neue Fragen

hatten. Denn auch Themen, wie Fehlverhalten

und Streit, Toleranz und Verständnis, Mut

und Zusammenhalt finden in dem etwa 90

Seiten starken Buch ihren Platz.

Peter Müller

Kita Centrumgalerie

Ulrich Hub

An der Arche um Acht

Mit Illustrationen von Jörg Mühle

dtv junior

96 Seiten

ISBN: 978-3-423-71392-4

Euro: 6,95 [D] 7,20 [A]

SFr: 9,90

2. Ausgabe Dezember 2012 8


Das Miteinander und Füreinander

der Generationen

„Wenn du wüsstest wie schön die Kinder

vom Kindergarten das immer machen, wenn

sie uns im Altenheim besuchen“, sagt die

95-jährige Frau Richter zu ihrem Sohn. Die

beiden besuchen uns bei einer Spazierfahrt

mit dem Rollstuhl. Dankbarkeit und Freude

schwingt in ihrer Stimme mit.

Die Kinder staunen nicht schlecht, als die

alte Dame ganz spontan mit ihrem Rollstuhl

in das Gruppenzimmer rollt, um einfach mal

vorbei zu schauen. Vor vielen Jahren hatte

sie selbst einmal in einem Hort gearbeitet.

Kennen gelernt haben sich Frau Richter und

die Kinder und Erzieherinnen der Evangelischen

KITA Haus „Samenkorn“ durch viele

gemeinsame Aktionen. Diese bereichern

das Leben im Seniorenzentrum Haus „Friedensort“

und in der KITA immer wieder.

Vor über vier Jahren kamen die Kinder das

erste Mal zu einer Monatsandacht in das

Altenheim. Unsicher und gespannt war

man da auf beiden Seiten, aber die Dämme

waren schnell gebrochen, als die ersten

Lieder erklangen und das Gemeinschaftsgefühl

zwischen Alt und Jung deutlich

wurde.

Mittlerweile zählt dieses gemeinsame Innehalten

zu einem festen Ritual zwischen

den beiden Einrichtungen, auf das sich

jedes Mal sowohl Senioren als auch Kinder

freuen. Christliche Kinderlieder und -gebete

werden von den Heimbewohnern ebenso

mitgesungen wie Volkslieder oder Psalmen

von den Kleinen.

Darüber hinaus gibt es immer wieder

Begegnungen und gemeinsame Erlebnisse.

Sei es bei Spielen aus alter Zeit, gemeinsamen

kreativen Tätigkeiten (Töpfern, Gestalten

von Collagen), gegenseitigen Besuchen

oder beim Singen von Weihnachtsliedern

9

und Theateraufführungen. Man kommt sich

näher, verliert seine Berührungsängste und

hat viel Freude am gemeinsamen Tun.

An einem Mittwoch im August war es wieder

einmal soweit. Mit viel Erwartung und

Anspannung zogen 15 Kinder zwischen 4-10

Jahren los, um einen gemeinsamen Spielvormittag

im Haus „Friedensort“ zu verbringen.

Vorbereitet wurde diese gemeinsame Aktion

durch das Engagement des Teams vom Seniorenzentrum

um Frau Kahle. Mitarbeiter und

ehrenamtliche Helfer aus der Kirchgemeinde

hatten die Tische schon vorbereitet, die

Senioren um diese platziert und die „Mensch

ärgere dich nicht“ Spiele verteilt. Schnell

finden sich nun Spielgruppen aus Kindern

der KITA, Heimbewohnern und Helfern und

nach einem gemeinsamen Lied ist ein munteres

Spiel an den Tischen im Gange. Beim

Würfeln und Abzählen kann man strahlende

Gesichter und verzogene Mienen beobachten.

Frau Mager am Tisch von Leni ist eine

ganz eifrige Würflerin, die schon viele Figuren

im Spiel hat und genau aufpasst, dass

alles seinen rechten Gang geht.

Am Tisch von Frau Richter (95) und Frau

Zezulka (102) ärgerte sich ein Fünfjähriger

fast schwarz, da er zum dritten Mal hintereinander

heraus geworfen wurde. Die beiden

betagten Damen haben ihre Not, den jungen

Mann zum Weiterspiel zu animieren. Ronja

(4), die mit am Tisch sitzt, schaut dabei ganz

gespannt in das Gesicht von Frau Zezulka

und staunt über Falten und Runzeln, die ihr

das Leben eingegraben hat. Luca wird ein

paar Tische weiter von Frau Conrad immer

wieder ermahnt, zu würfeln bzw. die Felder

genau abzuzählen.

Wieland (5) und Gerald (8) eifern mit Frau

Senioren und Kindergartenkinder beim gemeinsamen „Mensch ärgere dich

nicht“ Spiel

Badura und Frau Platz um die Wette.

Eine andere ältere Dame kommt hinzu.

Frau Naundorf vom Sozialen Dienst

des Heimes erklärt ihr, wer alles am

Tisch sitzt, wie der Spielverlauf sich

gestaltet und was im Raum sonst

noch alles los ist. Die Altenpflegerin

erklärt den Jungen, dass Frau Tietze

blind sei, dafür aber gute Ohren habe.

„Schmeißen ist Pflicht!“, entgegnet

Frau Tietze plötzlich, die genau dem

Brettspiel am Tisch mit ihren Ohren

gefolgt ist und lächelt.

Bei solchen Treffen ist immer dieses

anrührende Gefühl im Herzen zu

spüren, welches die ein oder andere

Träne ins Auge kommen lässt. Generationsverbindendes

Lernen nennen wir

das, was dort passiert. Unsere Kinder

erhalten einen unmittelbaren Zugang

zu alten, sehr betagten Menschen,

kommen mit ihnen in Kontakt und

erfahren aus ihrem Leben. Gleichzeitig

erleben sie aber auch, das Werden,

Wachsen und Vergehen und bekommen

eine erste Ahnung davon, dass

alte oder kranke Menschen genau wie

kleinere Kinder der Hilfe bedürfen. Ein

Seniorenheim, wie das Haus „Friedensort“,

gestaltet seinen Bewohnern

den Lebensabend so angenehm wie

möglich.

Früher lebten die „Kleinsten“ und die

„Ältesten“ unter einem Dach. Heute

sehen viele ihre Kinder und Urenkel nur

selten oder haben gar keine Angehörigen.

Die Begegnungen der Kindergartenkinder

und Senioren stellen somit

immer einen Höhepunkt im Alltag der

Einrichtungen dar. Sie finden nicht nur

sporadisch, sondern regelmäßig statt.

Übrigens: die Spiele hätten noch

unendlich weitergehen können.

Irgendwann gibt dann Frau Kahle

den Schlussgong. Die Person mit den

meisten Figuren im Ziel bekommt zur

Krönung ein „Goldstück“ in süßer

Form. Natürlich gibt es für alle anderen

einen Trostpreis. Manch ein Kind

erhascht noch eine Süßigkeit von

einem Älteren.

Mit einem Abschlusslied verabschieden

sich die Kinder und Senioren

voneinander, bevor die einen in ihre

Wohnbereiche gehen oder gebracht

werden und die kleineren Beinchen

zur KITA marschieren.

Katrin Gawalski

Leiterin der KITA Haus „Samenkorn“ Moritzburg


Verborgene Schätze,

die den Arbeitsalltag verschönern

Wenn ich an einen Schatz denke,

kommt mir automatisch das Bild einer

alten Truhe in den Sinn. Eine Truhe,

gefüllt mit allerlei Kostbarkeiten, mit

Gold und Silber, Schmuck und Geld.

Ein wertvoller Fund. Juwelen. Ein Vermögen.

Man ist reich, wenn man einen

Schatz hat.

Schatz - woher kommt dieses Wort

eigentlich? Von schätzen? Eine Sache

wird geschätzt, ihre Bedeutung gemessen.

Je bedeutender, desto wertvoller.

Aber: was ist denn bedeutend? Goldschmuck

und Münzen? Mag sein, dass

mancher Schatz, der gefunden wurde,

von großer Bedeutung ist und ein Vermögen

darstellt.

Unser Gott,

DANKESCHÖN

...dass Du uns Kleine und uns Ganz-

Kleine so groß machst durch Deine

Zuwendungen!

DANKE, für das wunderbare Sommerfest,

anlässlich unseres fünften

Geburtstages mit den Beiträgen der

Kurrende, und auch für die besonders

schöne Abschlussfahrt unserer Vorschulkinder

in die Hütte Hartha.

DANKE, für den Segen, den unsere

Vorschüler durch Pfarrer Markert und

Ulrike Wegner bei Ihrem Abschiedsmorgenkreis

im Kindergarten empfangen

durften!

DANKE, für unsere Projekte: Die

„Blaue“ und die „Rote Woche“ in

den Krippen, die Waldwoche und

die Wasser-, Lehm-, Gips-, Ton-

Matschwochen.

DANKE, dass Du die Blumen auf unseren

Hängen wachsen lässt und die

Saat in unseren Beeten. Und DANKE,

dass sie in der Schließzeit auch mal

ohne uns wachsen dürfen – denn das

tut uns allen gut.

Unser Gott, DANKESCHÖN, dass

Du uns Kleine und uns Ganz-Kleine

so groß machst durch deine Zuwendungen,

und dass Deine Liebesbezeugungen

auch im nächsten

Kindergartenjahr nicht nachlassen.

Ach, unser wunderbarer Gott, könnten

wir Dir alle Deine schönen Blumen in

den Himmel streuen… als ganz kleines

DANKESCHÖN!

Cornelia Barth

Leiterin Kita Himmelsblau

2. Ausgabe Dezember 2012

Ich habe noch nie einen derartigen Schatz

gefunden und gehe davon aus, dass ich bis an

das Ende meiner Tage auch keinen irgendwo

ausgraben werde. Aber ich habe andere

Schätze, in Mengen. Es sind Schätze, die mir

wertvoller und bedeutender sind als eine Truhe

voller Gold und Silber. Mein ganzes Leben ist

ein einziger Schatz, wenn ich mir überlege,

wie reich es ist. Ich bin gesund, habe alles was

ich brauche, habe ein Dach über dem Kopf,

eine liebe Familie, Freunde, eine Arbeit, die

mir Spaß macht und vieles mehr.

Aber ich habe noch mehr Schätze... Komme

ich an meinen Arbeitsplatz, betrete ich im

Grunde genommen meine eigene Schatzkammer.

In meinem Büro sind die Wände

geschmückt mit Bildern der Kinder „meines“

Kindergartens. Überall hängt etwas Gebasteltes,

etwas Gemaltes, was mir die Kinder

geschenkt haben.

Da sind Bilder dabei, die schon mehrere Jahre

alt sind. Ich hebe sie alle auf und hänge sie, so

noch ein Plätzchen zu finden ist, auf. Ich finde

immer noch einen Platz an der Wand! Und

manchmal kommt ein Kind, welches schon

längst in die Schule geht, zu mir zu Besuch

und fragt, ob ich sein Bild noch habe. Klar hab

ich das noch. „Schau, hier hängt es!“, sage ich

dann und zeige ihm sein Bild.

Das ist dann vielleicht die Eisenbahn oder das

Vogelhäuschen, die Fee oder ein Haus, je nach

Pinnwand im Büro von Dagmar Zimmermann

dem. Jedes Bild hat eine Geschichte, seine

Zeit und seinen Platz. Ich liebe diese Bilder und

schätze sie sehr. Sie sind ein großer Schatz für

mich, mein ganz persönlicher Reichtum, den ich

den Kindern verdanke.

Ich besitze viele Schätze dieser Art und habe

sie kistenweise gesammelt. Einer meiner größten

Schätze sind fünf Bücher aus dem Nachlass

meines Großvaters. Alle seine Briefe, die

er seinen Verwandten und Freunden schrieb,

sind in diesen Büchern zu finden, sozusagen

als handschriftliche Kopie.

Ja, er hat jeden Brief noch einmal in einem

dieser Bücher festgehalten. Ich verfüge somit

über seinen gesamten Schriftverkehr und

weiß, wann er mit wem im Kontakt stand, was

er zu seiner Zeit gerade erlebt hatte und wie

es ihm ergangen ist.

Wenn ich in diesen Büchern lese, erinnere ich

mich an manche Gegebenheit und an meine

Besuche bei ihm als Kind. Und manches,

was ich längst vergessen hatte, wird wieder

wach. Diesen Schatz habe ich gefunden und

ich bewahre ihn auf, denn er ist etwas Einzigartiges,

etwas ganz Besonderes, etwas,

das mich reich macht. Genauso wie all

meine anderen Schätze in den vielen Kisten

und Kartons auf meinem Dachboden und

genauso wie die Bilder in meinem Büro.

Dagmar Zimmermann

Leiterin der Kita „Bunte Fische“

10


Wiederentdeckte Schätze des Lebens

Fotoalben sind wahre Schatzkisten. Beim

Blättern darin kommen die Erinnerungen

zurück. Zu jedem Bild gibt es eine

Geschichte. Plötzlich ist sie wieder da, vielleicht

so, als sei es erst gestern gewesen.

Es brauchte nur einen Anstoß, damit Erinnerungen

wieder wach werden. Und mit ihnen

unsere Gefühle, die wir damals hatten. Das

kann schön sein, aber auch schmerzlich. Wir

kennen das alle gut.

Doch andere Menschen leben altersbedingt

nur noch in ihren Erinnerungen. Ihre

Erfahrungen aus der Vergangenheit werden

zu Situationen der Gegenwart. Sie sind

ganz in ihrer eigenen Welt zuhause, zu der

Außenstehende nur schwer Zugang finden.

Gerade bei demenziell erkrankten Menschen

können wir erleben, wie eine solche Reise in

die Vergangenheit immer intensiver wird. Bei

dieser Reise sind wir oft Außenstehende, weil

wir die verschiedenen Stationen gar nicht

kennen. Und doch ist es lohnenswert, sich

auf die Reise einzulassen, die Stationen und

die damit verbundenen Erfahrungen aufzusuchen.

Dann ist biografische Arbeit gefragt.

Können wir uns dann ein wenig in die Vergangenheit

dieser Menschen hineinversetzen,

dann werden tatsächlich Schätze freigelegt:

So war das Leben früher, ganz ohne Handy,

Computer oder Fernsehen. Und doch war es

abwechslungsreich und immer eine Herausforderung.

Eine Frau erzählt mir von ihrem Leben auf

einem Bauernhof mit etlichen Hektar Land

und vielen Tieren. Anschaulich erzählt sie,

wie mit Pferden das Feld gepflügt und noch

mit der Sense das Korn gemäht wurde. Viele

Menschen waren damals in der Landwirtschaft

beschäftigt. Und wenn ich dann nach

den Festen im Dorf frage, die doch auch dazu

gehörten, so kommen auch diese Erinnerungen

wieder und sie erzählt von der Kirmes

11

und dem ausgiebigen Erntefest. So lange

ist das alles noch gar nicht her! Sie erzählt

es so, als sei es gerade erst gewesen. Und

dann wird sie still. Nach einer Pause erzählt

sie von der Flucht infolge des Krieges. Sie

war noch jung und hatte genügend Kräfte,

diese schlimme Zeit zu überstehen. Vorsichtig

frage ich weiter. Ich will keine belastenden

Erfahrungen wecken. „Ja“, erzählt sie,

sie und ihre Familie kamen gut in Sachsen

an. „Und wo war dann Ihr neues Zuhause?“,

frage ich. Doch das fällt ihr gerade nicht mehr

ein.

Eine andere Bewohnerin erinnert sich immer

wieder an das alte Dresden. In der Innenstadt

hatte sie mit ihrem Mann eine große Drogerie.

Und ich erfahre von den Mühen und dem

Erfolg, die sie damals hatten. Den Stolz, mit

dem sie sich daran erinnert, kann ich spüren.

Und immer wieder erzählt sie, wie schmutzig

es in den engen Straßen gewesen sei. Dann

springen ihre Gedanken und sie erzählt, was

sie alles verkauften: Tinte und Stempelfarbe,

die sie wohl selber herstellten oder von

bestimmten Lieferanten besorgten. Die Zerstörung

Dresdens veränderte ihr Leben. Die

Drogerie gab es nach dem 13. Februar 1945

nicht mehr. Doch sie und ihr Mann gaben

nicht auf. Irgendwo in Löbtau eröffneten sie

unter schwierigen Bedingungen wieder ein

neues Geschäft. Es gab fast nichts, und

doch halfen die alten Geschäftsverbindungen

weiter.

Manches in ihren Erzählungen verstehe ich

nicht, scheinbar gerät es beim Zuhören in

meiner Wahrnehmung durcheinander. Aber

das ist nebensächlich. Mein kurzes Erzählen

vom wiederaufgebauten Dresden, da wo

einst ihre Drogerie war, erreicht sie nicht. Sie

erzählt wieder von den engen Straßen und

der Kundschaft. So, als käme gerade jemand

ins Geschäft. Ihre Augen wandern in die

ehs Dresden und Diakonie-Stadtmission schließen

Kooperationsvereinbarung

Seit mehreren Jahren arbeiten die Evangelische

Hochschule Dresden (ehs) und die

Diakonie-Stadtmission Dresden an verschiedenen

Stellen erfolgreich zusammen.

Beispielsweise ist die Pflegemanagerin der

Diakonie-Stadtmission Dresden, Frau Prof.

Dr. Engel, zugleich Honorarprofessorin für

Pflegewissenschaft an der ehs. Daneben

sind Mitarbeiter der Diakonie-Stadtmission

in Seminaren zu Qualitätsmanagement

und Ethik des Managements in der Lehre

tätig. Nun haben die Hochschule und die

Diakonie ihre Zusammenarbeit mit einem

Kooperationsvertrag klar beschrieben und

vereinbart. Kern ist die Zusammenarbeit

in den Bereichen Lehre, Forschung und

Aus- und Fortbildung von Leitungskräften.

Die Diakonie-Stadtmission Dresden stellt

der ehs weiterhin Lehrbeauftragte zur Verfügung

und eröffnet den Studierenden und

Absolventen vielfältige Möglichkeiten von

Forschungspraktika. So kann viel Wissen

aus der Praxis in sozialer Arbeit direkt an

die Studierenden weitergegeben werden.

Die ehs hält durch ihre Mitarbeiter und ihr

Forschungsinstitut Strukturen und Ressour-

Ferne, die wieder zu ihrer Gegenwart

geworden ist. Immer wieder kehren

ihre Gedanken dorthin.

Die Reise mit ihr ins alte Dresden oder

die Reise in die längst vergangene

Welt der Bauern in Schlesien haben in

mir ein Gefühl der Achtung vor diesen

Menschen geweckt. So war das

damals. Das haben die Generationen

vor uns erlebt. Unsere Welt heute ist

ganz anders, schnelllebiger und voller

Technik. Und doch sind die Erzählungen

der älteren Generationen für mich

wichtig, um zu verstehen, wie sich

unsere heutige Zeit aus der Geschichte

entwickelt hat. Da können noch viele

Schätze gehoben werden.

Harald Wachsmuth

cen bereit, um die Herausforderungen

der empirischen Sozialforschung und

der Praxisentwicklung aufzugreifen

und zu bearbeiten. Die Durchführung

gemeinsamer Forschungsprojekte ist

angestrebt. Durch diese Kooperation

stellen Hochschule und Diakonie-

Stadtmission sich gemeinsam mit

ihrem spezifischen Wissen und Erfahrungen

den Zukunftsfragen sozialer

Arbeit und werden aktiv voneinander

lernen.

Christoph Stolte


„Balu und Du“ – Macht Kinder bärenstark

Mentorenprogramm feierte 10Jähriges

Bereits im Sommer 2012 feierte

das ehrenamtliche Mentorenprogramm

„Balu und Du“ sein zehnjähriges Be-

stehen an allen Standorten in ganz

Deutschland. Auch wir in Dresden feierten

mit!

Alle teilnehmenden Kinder (Moglis)

und ihre Balus, junge Erwachsene im

Alter von 18-30 Jahren, waren in den

Großen Garten eingeladen. Gemeinsam

nahmen sie am Stadtspiel „Emil und die

Detektive“, basierend auf dem gleichnamigen

Roman des Dresdner Schriftstellers

Erich Kästner, teil. Begeistert

bewegten sich die Kinder in kleinen

Gruppen durch das Gelände. Immer

auf der Hut vor der Verbrecherbande,

die es zu verhaften galt. Nach ca. zwei

Stunden war der Fall gelöst und die

Kinder versammelten sich erschöpft,

aber froh am vereinbarten Treffpunkt

zum gemeinsamen Foto.

Doch gemeinsame, stärkende Erlebnisse

mit anderen Kindern zu schaffen,

ist nur ein Aspekt des erfolgreichen

Mentorenprogramms „Balu und Du“.

Gerade hat das neue „Balu-Jahr“

begonnen und wieder haben sich 22

junge Erwachsene dazu entschieden, jeweils

ein Grundschulkind, als großer Freund und

Begleiter für mindestens ein Jahr im Alltag

zu unterstützen. Ähnlich wie der Bär Balu

aus dem Dschungelbuch das Menschenkind

Mogli begleitet hat. Einmal wöchentlich

unternehmen sie etwas zusammen, wie

gemeinsam kochen, spielen, die Natur erkunden

oder auch mal ein Museum besuchen.

Ziel des Programms ist, dass die Kinder

Basiskompetenzen (z.B. Selbstvertrauen,

Konzentrationsfähigkeit, Zeiteinteilung, Ge-

spräche führen usw.) erwerben, die als

Haltungen und Fähigkeiten den weiteren

Entwicklungsprozess steuern. Gerade im

Grundschulalter können Kompetenzunterschiede

deutlich hervortreten. Die Kinder

haben einen Freund, dem man sich anvertrauen

kann, der Zeit hat und einen versteht

und einem ganz nebenbei hilft „bärenstark“

zu werden.

In das Projekt werden die Kinder aus ganz

unterschiedlichen Gründen aufgenommen.

Lehrer und Lehrerinnen kooperierender

Grundschulen sind angehalten Schüler vorzuschlagen,

von denen sie meinen, dass ihnen

ein bisschen mehr persönliche Zuwendung

gut täte. Die Vermittlung und Begleitung der

Dresdner Erkundungen

Die Busmann - Kapelle

Am Postplatz stand die Sophienkirche

gegenüber dem Zwinger und gleich

hinter dem Taschenberg-Palais. Am

13. Februar 1945 wurde sie von

Bomben getroffen und brannte,

zusammen mit der in ihr befindlichen

Busmann-Kapelle, aus. Lange stand

die Ruine der zweitürmigen Kirche im

Stadtzentrum, bis sie 1962/63 end-

Busmann-Kapelle

gültig abgerissen wurde und damit aus dem

Stadtbild Dresdens verschwand.

Sie verschwand nicht ganz, denn an ihrer

Stelle entsteht heute eine kleine Kapelle zum

Gedenken an die zerstörte Kirche. Familie

Busmann lebte in Dresden im 14. und 15.

Jahrhundert und Lorenz Busmann wurde vier

Mal zum Bürgermeister Dresdens gewählt.

Es war eine reiche Patrizierfamilie, die die

Seitenkapelle an der Sophienkirche stiftete

und die dort ihre letzte Ruhestätte gefunden

hatte. Ein rühriger Verein wollte das Andenken

an die Sophienkirche erhalten, die auch

als die „protestantische Hofkirche“ Dresdens

galt. Hier predigten die Oberhofprediger, die

Vorgänger der Sächsischen Landesbischöfe.

Seit 2009 wird die Busmann-Kapelle gebaut,

bald soll sie fertiggestellt sein.

Eine Kostbarkeit der Sophienkirche war ihr

Renaissance-Altar des Schweizer Bildhauers

Giovanni Maria Nosseni (1544–1620).

Noch vor dem Abriss der Ruine waren Teile

des Altars geborgen worden. Auch hier war

es ein Verein, der sich für die Rekonstruktion

Balu und Mogli beim gemeinsamen

Plätzchenbacken

Zweiergespanne erfolgt dann über das Diakonische

Werk-Stadtmission Dresden e.V. in

Zusammenarbeit mit der Technischen Universität

Dresden.In diesem Jahr wird das

Projekt zum Weihnachtsgottesdienst des

Diakonischen Werkes-Stadtmission Dresden

e.V. vorgestellt und eine Kollekte für dieses

zukunftsfähige Projekt erbeten.

Carolin Bornschein

Sie können das Projekt mit

einer Spende unterstützen:

Diakonie - Stadtmission Dresden

K:160 160 160 BLZ: 35060190

Verwendungszweck: Balu und Du

und Wiederaufstellung des Altars einsetzte.

Heute steht er in der Loschwitzer Kirche,

wo einst der Barockaltar stand, der bei der

Zerstörung der Kirche – ebenfalls am 13.

Februar 1945, verloren ging.

Es ist wunderbar, wenn wir erleben können,

wie das Andenken an eine der ältesten Kirchen

Dresdens erhalten bleibt. Den etwas

versteckten Ort der Baustelle der Busmann-

Kapelle aufzusuchen, lohnt sich. Die in den

Fußweg eingelegten Platten erinnern an

den Grundriss der Sophienkirche, die einst

dort in aller Schönheit stand. Erinnerungen

bewahren heißt auch, Zukunft bewusst zu

gestalten. Denn die Erinnerungen lassen

uns unsere lange Tradition bewusst sein. Zu

dieser Erinnerung gehört das Wissen um die

Schönheit des alten Dresdens, das nun nur

noch die alten Menschen kennen, die uns

davon erzählen können. Diese lebendigen

Erinnerungen werden verblassen. Doch die

in Stein gebauten Denkmale lassen sie uns

wach halten und zur Mahnung für ein friedliches

Miteinander werden.

Ihr Harald Wachsmuth

2. Ausgabe Dezember 2012 12


Schulische Bildung für Kinder mit

besonderen Lernvoraussetzungen

Im Oktober 2011 hat die Koordinierungsstelle

für Kinder mit sonderpädagogischem

Förderbedarf ihre Beratungstätigkeit aufgenommen.

Der Anspruch auf die Beratung

und Begleitung leitet sich aus dem nationalen

Aktionsplan der Bundesregierung zur

Umsetzung der UN-Konvention über die

Rechte von Menschen mit Behinderungen in

Deutschland ab.

In der Kurzfassung heißt es:

„Jedes Kind soll auf die Schule seiner und

seiner Eltern Wahl gehen können, also zwischen

Regel- oder Förderschule frei entscheiden.

Egal, welche Fähigkeiten und

Neigungen, Stärken und Schwächen es mitbringt.

Das ist der Leitgedanke der inklusiven

Bildung.“ (Kurzfassung Nationaler Aktionsplan,

S.12, 2011).

Der nationale Aktionsplan benennt „Bildung“

als ein wichtiges Handlungsfeld auf dem

Weg in eine inklusive Gesellschaft. Aktuell

gibt es in Sachsen 22.936 Schülerinnen und

Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

Davon werden, allein in den Förderschulen

im Freistaat, 18.821 Schülerinnen

und Schüler unterrichtet. Allgemeinbildende

13

Schulen werden von 4.115 Schülerinnen und

Schülern besucht. Das ergibt eine Quote von

ca. 18% integrativer Beschulung. Damit liegt

Sachsen zwar im Bundesdurchschnitt, aber

beispielsweise deutlich hinter Schleswig-

Holstein, mit einer Integrationsquote von

42%. Tendenziell ist jedoch eine kontinuierliche

Steigerung integrativer Beschulung in

Sachsen zu verzeichnen.

In der Koordinierungsstelle werden Eltern

von Kindern mit besonderem Förderbedarf

über die schulischen Möglichkeiten beraten.

Sie werden im Findungs- und Gestaltungsprozess

der schulischen Bildung ihrer Kinder

unterstützt und begleitet. Zu den Kernaufgaben

der Koordinierungsstelle gehört, neben

der Beratung und Begleitung von Einzelfällen,

auch das Filtern und Bündeln von Problemlagen

im bestehenden System.

Der Koordinierungsstelle steht ein Projektbeirat,

bestehend aus Vertretern folgender Institutionen,

vor: Sächsische Bildungsagentur

(Regionalstelle) Dresden, Schulverwaltungsamt,

Sozialamt, Jugendamt, Eigenbetrieb

Kindertagesstätten, Gesundheitsamt, Beauftragte

für die Belange von Menschen mit

Behinderung der Landeshauptstadt Dresden

Vergütungsentgeltentwicklung

und betriebliche Altersvorsorge

Die Arbeitsrechtliche Kommission des Diakonischen

Werkes in Sachsen hat in ihrer

Sitzung im September 2012 wesentliche

Beschlüsse über die bereits geltenden Steigerungen

des Entgelts für die Jahre 2012 ff.,

insbesondere zum Erholungsurlaub, gefasst.

Künftig beträgt der Erholungsurlaub für

MitarbeiterInnen bei der Verteilung der

wöchentlichen Arbeitszeit auf 5 Tage in der

Kalenderwoche, bis zur Vollendung des 55.

Lebensjahres 29 Arbeitstage, für ältere MitarbeiterInnen

30 Arbeitstage, vgl. § 28 AVR

DW EKD Fassung Sachsen. Für Dienstverhältnisse,

die bereits vor dem 01.10.2012

bestanden haben und auch ununterbrochen

fortbestehen, beträgt der Erholungsurlaub

30 Arbeitstage; für Auszubildende und

Praktikanten gelten Sonderregelungen.

Für etliche MitarbeiterInnen unseres Hauses

erhöht sich der Urlaubsanspruch. Einerseits

ist dies sicherlich erfreulich. Andererseits ist

offensichtlich, dass die Diakonie-Stadtmission

Dresden als Träger, die entstehenden

Quelle: pixelio.de pauline

Mehrkosten nicht ihren Auftraggebern und

Verhandlungspartnern einfach in Rechnung

stellen kann. Personalaufstockungen,

einzig und allein zur Absicherung des

erhöhten Urlaubsanspruchs, sind somit

nicht zu realisieren. Dies wird unweigerlich

zu Arbeitsverdichtungen führen. Diesen

Prozess werden Vorstand und Führungskräfte

gemeinsam mit den Mitarbeitervertretungen

begleiten.

Hinsichtlich der Betrieblichen Pflichtversicherung

in der Altersvorsorge ist unser Partner

die Evangelische Zusatzversorgungskasse

(EZVK). Monatlich führt der Arbeitgeber

zusätzlich einen Betrag im Umfang von

aktuell 4,4 % des jeweiligen Bruttoentgeltes

und Bildungsbüro Dresdner Bildungsbahnen.

Innerhalb des Projektbeirates

sollen Problemlagen analysiert werden,

um gemeinsam Lösungsansätze zu

entwickeln.

In der Koordinierungsstelle beraten

und informieren wir Eltern, Schulen

und Behörden zur schulischen

Bildung von Kindern mit sonderpädagogischem

Förderbedarf. Das

Leistungsspektrum ist ausgerichtet

auf Kinder ab dem vierten Lebensjahr

und Jugendliche mit sonderpädagogischem

Förderbedarf bzw. deren Eltern

oder Personensorgeberechtigten aus

dem Großraum Dresden.

Damit das Kind mit besonderen Lernvoraussetzungen

seinen Bildungsweg

selbstbestimmt und individuell gestalten

kann, unterstützen und begleiten

wir die Familien.

Aufgaben und Inhalte

der Koordinierungsstelle sind u.a.:

•Beratung und Information zu den

Möglichkeiten schulischer Bildung

•Aufklärung zu den Verfahren und

Abläufen zuständiger Institutionen

•Koordinierende Begleitung des

gesamten Prozesses

Sprechzeiten:

Dienstag 13 - 15 Uhr

Mittwoch 13 - 15 Uhr

Donnerstag 16 - 18 Uhr

Weitere Beratungstermine in Absprache.

Kontaktdaten:

Béatrice Heinisch und

Anja Mitzenheim

Telefon: 0351 - 20 69 90 40

Fax: 0351 - 20 69 90 41

E-Mail:

sonderpaed.ks@diakonie-dresden.de

direkt an die EZVK ab. Jährlich erhalten

alle MitarbeiterInnen einen entsprechenden

Nachweis über den

persönlichen Kontostand. Auch hier

gibt es eine Steigerung ab Januar 2013:

Die Beiträge in der Pflichtversicherung

erhöhen sich ab Januar 2013 um 0,4 %

auf insgesamt 4,8 % .

Dies stellt einen weiteren Baustein zur

Steigerung der Attraktivität der Diakonie-Stadtmission

Dresden als Arbeitgeber

dar.

Ines Langenhorst

Abteilungsleiterin Personal


Neues vom Team „Flexible Hilfen“

Am 01.06.2012 wurde das Team der

„Flexiblen erzieherischen Hilfen“ und

das Team „Sozialpädagogisch betreutes

Familienwohnen“ in den Bereich „Hilfen

zur Erziehung“ zusammengefasst. Damit

werden nun, neben den stationären

Angeboten, auch die ambulanten Hilfen

zur Erziehung abgedeckt. Unsere Nutzer

erleben so kompetente Hilfen aus einer

Hand. Ziel sind fließende Übergänge,

wenig Personalwechsel innerhalb der

Hilfen und fachlich arbeitende, hochmotivierte

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Von letzterem habe ich mich bereits

überzeugen können. Ich war vom

ersten Tag an sehr beeindruckt von

dem Enthusiasmus und der Leistungsbereitschaft,

welche die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter in dem, für meinen

Geschmack, viel zu wenig beachteten

Arbeitsbereich tagtäglich zeigen. Und

dabei sind die Arbeitsbedingungen im

Vergleich zu anderen Arbeitsplätzen

unseres Trägers alles andere als „rosig“.

Lange Fahrtwege, viel Verantwortung,

viel Not, wenig Zeit und in der Regel

von allen Beteiligten Druck, alles immer

noch ein bisschen besser zu machen.

Einiges haben wir gemeinsam schon auf

den Weg bringen können. So haben wir

im Stadtteil Dresden-Pieschen auf der

Mohnstrasse 43 eine neue Außenstelle

gründen können. In unmittelbarer Nach-

Die Flexiblen Erzieherischen Hilfen

haben jetzt ein Büro in der Mohnstr. 43,

wo auch die Wohnungslosenhilfe ist.

2. Ausgabe Dezember 2012

barschaft zur Wohnungslosenhilfe haben drei

Mitarbeiter ihr neues Büro bezogen und bedienen

seither vor allem Fallanfragen aus dem

Bereich Pieschen, Neustadt und Cotta. Tür

an Tür mit den Kollegen und Kolleginnen der

Wohnungslosenhilfe ergaben sich auch hier

bereits sehr gute Kooperationen. Die Regulierung

von Mietschulden und der Erhalt und die

Suche von bezahlbarem und angemessenem

Wohnraum für unsere Familien, sind eines der

zentralen Anliegen der meisten Hilfen.

Das Büro ist sehr gut ausgestattet und alle

Beteiligten fühlen sich sichtbar wohl. Eine weitere

Außenstelle haben wir auf der Eberswalder

Straße 10 im Stadtteil Dresden-Neustadt

gegründet. Auch hier arbeiten mittlerweile

zwei Kolleginnen und sollen perspektivisch

die Fälle des hiesigen Sozialraums bedienen.

Das Büro wurde neu eingerichtet und auch

hier fühlen sich die Kolleginnen in unmittelbarer

Nachbarschaft zur Kindertagesstätte

„Bunte Fische“ bzw. zu den Teams der „Offenen

Arbeit“ sehr wohl. In unserem Hauptstandort

Prohlis/Reick arbeiten zurzeit zwei

Mitarbeiterinnen und zwei Mitarbeiter. Perspektivisch

soll hier noch eine junge Kollegin

das Team ergänzen.

Darüber hinaus haben wir eine Konzeption

und eine Leistungsbeschreibung für

ein gänzlich neues Arbeitsfeld erstellt. Die

Arbeit des Teams „Flexible erzieherische

Hilfen“ mit den klassischen Arbeitsfel-

Blau läuft!

Diakonie Dresden bei der

Rewe Team Challenge

Die Diakonie-Stadtmission Dresden hat

in diesem Jahr zum zweiten Mal bei der

Rewe Team Challenge, dem Dresdner Firmenlauf,

teilgenommen.

Alle Kolleginnen und Kollegen und auch

die Mitläufer(innen) aus anderen Einrichtungen

waren von der Stimmung im Team

und der gesamten Atmosphäre der Veranstaltung

begeistert.

Wir wollen auch 2013 wieder dabei sein

- diesmal aber gern als große Diakonie-

Laufgruppe. Die nächste Team Challenge

findet am 30. Mai 2013 statt.

Wir wollen uns als Diakonie Dresden präsentieren,

geplant ist ein einheitliches

Laufshirt. Je größer die Gruppe umso

dern „Sozialpädagogische Familienhilfe“,

„Erziehungsbeistandschaften“ und „Be-

treutes Einzelwohnen“ wird durch ein neues

Angebot, der „Ambulanten Familientherapie

(AFT)“ ergänzt. Die vernetzten Intervisions-

und Supervisionssitzungen werden ihren

Teil zum Erfolg des Vorhabens beitragen.

Die Teams „Flexible erzieherische Hilfen“

und „Ambulante Familientherapie (AFT)“

werden in regelmäßige Fort- und Weiterbildungen

eingebunden sein. Wir freuen uns

sehr, dass wir mit dem Magdeburger Institut

ISFT einen kompetenten und deutschlandweit

anerkannten Partner gewinnen konnten.

Bei all den positiven Entwicklungen dürfen

die anderen Baustellen nicht aus dem Blick

geraten. Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen

allgemein und im speziellen am

Standort Prohlis/Reick, die Steigerung der

Attraktivität der Arbeitsplätze, das verstärkte

Nachdenken über Beteiligungsformen, flexiblere

Arbeitszeitmodelle oder -konten,

sowie Möglichkeiten einer Auszeit (Sabbatzeiten

etc.), sind nur einige Herausforderungen,

denen wir uns stellen müssen.

Was bleibt ist die große Lust, mit allen Beteiligten

gemeinsam an der Verwirklichung

dieser Ideen zu arbeiten. Wir benötigen dafür

die Unterstützung aller Verantwortlichen,

etwas Mut und auf jeden Fall auch eine Portion

Glück!

Reinhard Fries

mehr Aufmerksamkeit bekommen wir. Die

Anmeldung ist kostenpflichtig, einen tollen

Abend mit netten Kollegen, Freunden und

Bekannten gibt es gratis. Informationen

zur Veranstaltung finden Sie unter:

http://team-challenge-dresden.de/index.

php?id=293

Die Laufgemeinschaft der Stadtmission

freuten sich auf die Team Challenge 2013

und besonders auf die laufkräftige Unterstützung.

Interessierte melden sich bitte telefonisch

bei Frau Dutschke,

Tel: 0351- 8172345.

Uta Dutschke

14


Sommerfest im Altenpflegeheim

„Bodelschwingh“ Freital

Weihrauch, Gold und Myrrhe

Drei Geschenke brachten die drei Weisen

aus dem Morgenland zur Geburt des Heilandes

an die Krippe mit. Aus Ehrerbietung

vor dem Jesuskind übergaben sie den Eltern

Maria und Josef diese Schätze.

Weihrauch, eine geschätzte Handelsware

aus Indien, welche auch im Tempel für einen

besonderen Duft sorgte. Myrrhe, das Harz

eines Baumes, welches zu einem wohlriechenden

Salböl mit Heilwirkung verarbeitet

wurde und Gold, das als Zahlungsmittel

tauglich war.

Für die drei Weisen müssen diese Gaben

15

Im Juni fand im Altenpflegeheim „Bodelschwingh“

der Stadtmission Dresden ein

Sommerfest statt.

Die Ausrichtung des Festes wurde von den

Betreuungsmitarbeitern des Hauses organisiert

und durchgeführt. Bei kühlem, aber

trockenen Wetter entstand im Innenhof

mit Bankreihen und Tischen eine ansprechende

Veranstaltungsmeile.

Die mobilen Bewohner konnten dort mit

ihren Angehörigen Platz nehmen. Nichtmobile

Bewohner konnten von den Zimmern

aus das bunte Treiben sehen und die

hervorragende musikalische Umrahmung

der Poisentaler Blasmusikanten hören.

Die Kinder des evangelischen Kindergartens

„Samenkorn“ erfreuten die Bewohner

mit ihren Liedern. Ein besonderer Höhepunkt

war die Gastrolle von der Tier-Arche

KLEINES KIRCHENLEXIKON

wohl Schätze gewesen sein, denn einem

neuen König zu huldigen, das geht nur mit

besonderen Geschenken. Sie haben dem

neugeborenen Jesuskind ihre Ehre erwiesen

und den Eltern damit ganz praktische

Unterstützung gegeben.

Doppelpunkt:

Womit sind die Geschenke zu vergleichen,

die wir uns zu Weihnachten austauschen?

Mit Schätzen, die den Anderen meine

volle Liebe und Würdigung erleben lassen

Berlin. Ihre Alpakas, Ziegen, Hasen

und Meerschweinchen durften die

Bewohner zwischen den Sitzreihen

anfassen, streicheln und sogar füttern.

Auch zwei kleine Hängebauchschweine

im Gehege standen zum

Anschauen bereit.

Die kulinarische Versorgung der

Festteilnehmer gelang mit Grillwürsten,

Bauerntopf und Obstspießen in

abwechslungsreicher Form, dank des

Küchenteams des Altenpflegeheims.

Besonderer Dank gilt allen Mitarbeitern

des Hauses für die Organisation

des Festes. Es war eine willkommene

Abwechslung im täglichen Pflegegeschehen.

Ute Barth

Pflegedienstleiterin

oder mit Werbeschnäppchen, vielleicht

auch bloß ein geldwerter Ausgleich?

Echte Geschenke haben den

Anderen im Blick. Und wenn ich von

meinen Schätzen abgeben kann, ist

das wohl ein Zeichen von Liebe.

Bald ist es wieder so weit. Wir haben

es in der Hand.

Liebe zu verschenken schafft Weihnachtsfreude,

auch in jedem, der

verschenkt.

Rolf Thielemann


Die vielen Gesichter des Glaubens

Vom 10. bis 15. September 2012,

war auf Einladung der serbischen

Teilnehmer am Deutschen Evangelischen

Kirchentag in Dresden 2011,

eine ökumenische Gruppe aus Dresden

in Serbien. Zu den acht Teilnehmern

gehörten, unter der Leitung von

Annemarie Müller vom Ökumenischen

Informationszentrum und Direktor Christoph

Stolte, auch Mitarbeitende der

Caritas Dresden, der Ökumenischen

Seniorenhilfe Dresden und verschiedener

Einrichtungen der Diakonie-Stadtmission

Dresden.

Gemeinsam wollten wir die vielen unterschiedlichen

Facetten des christlichen

Glaubens in einem, für die meisten von

uns, fremden Land kennenlernen. Wir

genossen die Gastfreundschaft der

methodistischen Kirchgemeinde in

Kisac, besuchten in Novi Sad, in Pivnice

und in Belgrad mehrere slovakisch

sprechende evangelisch-lutherische

Kirchen. Des Weiteren durften wir in

einer griechisch-katholischen Kirche

(auch als Frauen!) in den Altarraum, bestaunten

mehrere orthodoxe Kirchen, darunter

eine noch im Rohbau befindliche riesige

Kathedrale in Belgrad, sowie eine methodistische

und eine römisch-katholische Kirche.

Schließlich wussten wir, dass die Liebe und

Güte Gottes für alle seine Kinder gleich ist

und im multinationalen Serbien nach Volkszugehörigkeit

in der Darstellung variiert. Der

gemeinsame christliche Glaube brachte die

Gäste aus dem fernen Deutschland und

die Gastgeber, Theologen unterschiedlicher

Glaubensrichtungen, einander näher. Alle

Kirchen hatten beim sonntäglichen Gottesdienst

mehr als 100 Besucher, welch ein

geistlicher Reichtum!

Wir waren von der Vielfalt der sozialen Arbeit,

trotz sehr bescheidener finanzieller Mittel,

positiv überrascht. Der Geschäftsführer der

Ökumenischen Hilfsorganisation (EHO) in

Novi Sad, Mitglied von Eurodiaconia, stellte

uns verschiedene Projekte vor: ein Tagestreff

für Straßenkinder, eine Seniorenberatung

mit vielfältigen sozialen, praktischen und

medizinischen Hilfsangeboten, sowie ein

Projekt zur sozialen und gesellschaftlichen

Integration von Romafamilien, von denen

manche, nach langjährigen Aufenthalten als

Asylsuchende, aus Deutschland ausgewiesen

wurden. In Pivnice besuchten wir einen

kirchlichen Kindergarten, der uns daran erinnerte,

dass Kinder überall auf der Welt kaum

Berührungsängste kennen. In Cenej konnten

wir ein Projekt der orthodoxen Kirche

für drogenabhängige Männer kennenlernen.

In Belgrad besuchten wir eine Kantine für

arme Menschen, neben der auch ein vielfältiges

Angebot an medizinischer Betreuung

für Bedürftige angesiedelt war, ein großes

städtisches Altersheim und ein integriertes

Beratungszentrum der orthodoxen Kirche für

allgemeine soziale Beratung, Sucht-, Ehe-

und Erziehungsberatung.

Am Ende unseres Besuches stellten wir

Gemeinsamkeiten und Unterschiede fest,

hatten manch neue Erfahrung gemacht und

möchten gerne die Begegnungen fortsetzen.

Adriana Teuber

2. Ausgabe Dezember 2012 16


Unternehmen gegen Internet-Demenz

Ist das Internet ein Fluch des 21. Jahrhunderts?

Die sprichwörtliche Büchse der

Pandora? Autor und Hirnforscher Manfred

Spitzer warnt in seinem aktuellen Werk

„Digitale Demenz“ davor, dass elektronische

Medien Kindern die geistige Arbeit

verwehrt. Ein Leben ohne Internet ist für die

heutige Generation jedoch meist nicht mehr

realisierbar. Wie also den Spagat zwischen

Offline- und Online-Welt schaffen? Das

Kinderhaus Rabe und ein IT-Unternehmen

zeigen, wie es gehen kann.

Im PC-Kabinett des Kinderhauses Rabe

hebt sich zögernd die Hand von Philipp.

Karsten Ulferts – eigentlich IT-Berater im

Quelle: Katharina Grottker

Am Samstag, dem 08.09.2012, fand in den

Räumen der Evangelischen Hochschule

Dresden der Abteilungsfachtag der Kindertagesbetreuung

der Diakonie-Stadtmission

17

Dresdner Systemhaus ProTechnology hat

sich heute die Zeit genommen und erklärt

unter anderem welche Sicherheitseinstellungen

bei Facebook empfohlen sind.

Er weiß, dass das Internet vor allem Kinder

und junge Erwachsene begeistert. Für viele

ist das Netz ein Lebenselixier: Laut Bundesprüfstelle

für jugendgefährdende Medien

nutzt nahezu jeder Jugendliche regelmäßig

das Internet. Sie spielen Online-Games,

streamen Videos auf YouTube; oft steht die

Kommunikation mit Freunden im Vordergrund:

Social Media Dienste wie Facebook,

Twitter und Instagram sind zum ständigen

Begleiter geworden - auch weil das Smart-

phone für die meisten Kinder immer

griffbereit ist.

Welchen Weg man gehen kann, zeigte

sich, als das Kinderhaus Rabe mit PC-

Arbeitsplätzen für die jungen Bewohner

ausgestattet wurde: „Als wir uns

dazu entschieden hatten dem Kinderhaus

Rabe IT-Technik zu sponsern,

war uns klar, dass unsere Verantwortung

da nicht aufhört. Tatsache ist:

das Surfen im Netz ist für die Kids

nicht ohne Risiko. Deshalb wollen wir

als Unternehmen eine Vorreiterrolle

bei der Bildung der Medienkompetenz

von Kindern einnehmen“, so Sascha

Blickensdörfer CEO der ProTechnology

GmbH.

Aus diesem Grund hat das IT-Systemhaus

der „Generation Internet“ zum

Schulanfang ein paar Tipps mit auf

den Weg gegeben und an den Rechnern

die notwendigen Sicherheitseinstellungen

vorgenommen. „Mit der

Sensibilisierung für potentielle Gefahren

haben die Kids das Rüstzeug, um

sich nun clever und sicher im Internet

zu bewegen.“, so Herr Junge, Wohngruppenleiter

des Kinderhaus Rabes.

„Meine Kraft…“ - Miteinander bewahren

Kitamitarbeiterinnen beim gemeinsamen Trommeln

Dresden statt. Rund 120 Erzieherinnen und

Erzieher der 13 Kitas nahmen an verschieden

Workshops zum Thema „Gesundheitsförderung

der Mitarbeiter“ teil. Die Themen

Melanie Wolf

ProTechnology

reichten von „Lärm in der Kita“ bis

„Burnout“ und fanden großen Anklang.

Bei all dem Ausbau der Qualität in

unseren Kitas und Entwickeln von

Standards, wollen wir als Vorgesetzte

auch diejenigen im Blick behalten,

von denen wir dies alles in der Umsetzung

fordern: unsere Erzieherinnen

und Erzieher. „Sie leisten täglich die

direkte Arbeit mit den Kindern und

stellen damit für uns einen großen

Schatz dar, der zu hüten ist“, sagt

Susanne Jetter, Abteilungsleitung der

Kindertagesbetreuung bei der Diakonie-Stadtmission

Dresden.

Ein Programmpunkt war auch die

Würdigung der einzelnen Kita-Teams

mit Anerkennung für die geleistete

Arbeit. Zum Abschluss des Fachtages

wurde als verbindende Aktion

gemeinsam getrommelt. Die verschiedenen

Rhythmen verschmolzen zu

einem gemeinsamen Klang und Ausklang

des Tages.

Susanne Jetter


Berufswunsch Altenpflegerin

Lisa Winter ist 17 Jahre

alt. Seit Sommer 2012

macht sie eine Ausbildung

zur Altenpflegerin

im Altenpflegeheim

Ottendorf-Okrilla.

Wie lang bist du schon in dieser Einrichtung?

Ich bin jetzt erst seit einer Woche hier.

Auf welcher Schule warst du vorher?

Ich war auf der Mittelschule Rödertal

und habe dort meinen Realschulabschuss

gemacht.

Wie bist du auf die Idee gekommen

Altenpflegerin zu werden?

Meine Mutter arbeitet auch als Altenpflegerin.

Sie hat mich eigentlich

darauf gebracht.

Warum hast du genau diesen Ausbildungsplatz

gewählt?

Das ist ein bisschen kompliziert zu

erklären. Jedenfalls hat man mir diese

Stelle empfohlen und gesagt, dass

sie gut sein soll. Ich hatte mich noch

in einem kleinen Altenpflegeheim in

Pulsnitz beworben. Dort war ich in der

engeren Auswahl. Doch ich habe mich

dann für die Diakonie entschieden, weil

ich die Stelle schon fest hatte. Außerdem

ist die Einrichtung hier größer und

das finde ich besser.

Wie läuft deine Ausbildung ab?

Ich habe sogenannten Blockunterricht. Das

heißt, eine Zeit lang Schule und eine Zeit lang

arbeiten. In der Schule werden wir in Fächern

wie Anatomie unterrichtet. Wir lernen unter

anderem, wie man alte Menschen wäscht

und füttert.

Und wie läuft dein Tag ab, wenn du hier

arbeitest?

Als Erstes findet eine Übergabe vom Nachtdienst

zum Frühdienst statt. Wir wecken

dann die Leute, waschen sie und machen die

Betten. Danach begleiten wir alle zum Speiseraum,

wo es dann Frühstück gibt. Danach

haben die Leute freie Zeit. Da können sie

besucht werden, spazieren gehen oder im

Gemeinschaftsraum spielen. In der Zeit

ziehen wir die Betten ab. Dann gibt es Mittag

und anschließend Mittagsruhe. Wir bringen

die Leute ins Bett und machen sie danach

wieder frisch. Dann gibt es Kaffee. Das klingt

vielleicht nicht viel, aber der Tag ist ganz

schön voll. Gestern habe ich zum Beispiel

eine Frau zu ihrem Arzt begleitet.

Was ist dir am Anfang am schwersten

gefallen?

Es war erst einmal alles ungewohnt. Einige

alte Menschen geben manchmal Laute von

sich. Ich wusste am Anfang nicht, ob sie

irgendwelche Beschwerden haben oder das

einfach so machen. Bei anderen Bewohnern,

die beispielsweise dement sind, konnte ich

nicht richtig einschätzen, ob ich ihnen jetzt

etwas sagen kann und sie es hören oder

gleich wieder vergessen.

Und was gefällt dir am meisten?

Ich habe hier ein super Team. Sie sind alle

sehr freundlich zu mir. Außerdem habe ich

nicht das Gefühl, hier nur der Azubi zu sein

und die ganze „Drecksarbeit“ machen zu

müssen. Ich bin hier richtig in die Arbeit mit

eingebunden und alles ist gut organisiert.

Was für Voraussetzungen sollte man für

diesen Beruf haben?

Es sollte einem insgesamt Spaß machen und

man darf natürlich keine Berührungsängste

haben. Man sollte auch mit dem Thema Tod

klar kommen. Letztens ist ein Mann gestorben.

Das war am Anfang schon komisch für

mich.

Hat sich durch die Ausbildung dein Verhältnis

zu alten Menschen geändert?

Ja, finde ich schon. Ich denke jetzt viel darüber

nach, wie es denn sein wird, wenn ich

mal alt bin. Oder was mit meiner Mutter oder

Oma passieren wird, wenn sie sich selbst

nicht mehr versorgen können. Es kann so

plötzlich gehen, dass man in ein Altenpflegeheim

kommt. Wir haben in unserem Haus

Professoren. Auf einmal hatten sie einen

Schlaganfall und dann waren sie hier.

Das Interview führte Lydia Engel (17 Jahre), Schülerin der

Freien Montessori Schule Huckepack im Rahmen eines

Praktikums bei der Stadtmission

„Top – Pflegeheime“ im Pflegeheimvergleich des Focus

Zwei Altenpflegeheime der Diakonie-Stadtmission

Dresden haben es beim bundesweiten

Pflegeheim-Vergleich der Zeitschrift

Focus unter die Besten des Jahres 2012

geschafft. Bei der Erhebung handelt es

sich um den größten Pflegeheimvergleich in

Deutschland.

Es wurden mehr als 10.000 Einrichtungen

geprüft. In die Bewertung gingen, neben

den MDK-Prüfkriterien, auch Angaben zur

Ausstattung, Zimmer- und Gartengröße,

sowie die preisliche Gestaltung der Häuser

und die Zufriedenheit der Bewohner ein.

Wir freuen uns über diese Auszeichnung!

Prof. Dr. Kathrin Engel

Ein Heimbewohner und Betreuerin beim

Spaziergang durch den Garten

2. Ausgabe Dezember 2012 18


„Wir stehen niemals still“

Entwicklung der Behindertenarbeit bei der Stadtmission

Wenn es um die Vergangenheit der professionellen

Sozialen Arbeit geht, hört zum einen

den Satz: „Früher war alles besser!“. Aber man

vernimmt auch Kritik an veralteten Strukturen

und rückschrittlichen Arbeitsweisen. Woher

rührt diese Spaltung und woran liegt es, dass

wir uns nie mit den gegebenen Umständen

zufrieden geben?

In den Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit

ergibt sich die Notwendigkeit für Fortschritt

und Innovation aus den sich ständig ändernden

Rahmenbedingungen. Dieser stete Werte- und

Normenwandel spiegelt sich auch im diakonischen

Handeln des Ambulanten Behinderten-

Zentrums wieder und wird teils als Freude,

teils als Last wahrgenommen.

In diesem Artikel soll es darum gehen aufzuzeigen,

wie sich die Stadtmission und

insbesondere die Behindertenhilfe stetig weiterentwickelt

hat und dabei immer darauf

bedacht war, auf gesellschaftliche, politische

oder wissenschaftliche Veränderungen zu

reagieren bzw. sich zu positionieren.

Um die Vergangenheit etwas einzugrenzen,

beginnt die „Schatzsuche“ in den Nachkriegs-

jahren um 1945. Die versorgende und seelsorgerische

Arbeit orientierte sich an den Bedürfnissen

der traumatisierten Bevölkerung. Die

Versorgung mit lebensnotwendigen Mitteln

war oberste Priorität.

Mit der Einweihung der Gotteshütte 1950

wurde ein Ort gefunden, an dem diakonische

Arbeit praktiziert werden konnte. Allerdings

wurde die „Behinderung [eines Menschen] mit

Leid gleichgesetzt, das kaum Raum für erfülltes

Leben zu lassen schien...“ (Bösl 2010) und

selbst die stimmkräftige und lobbystärkste

Gruppe der Kriegsbeschädigten schaffte es

Quelle: Frank Krause

19

nicht, das defizitorientierte Bild vom Menschen

mit Behinderung zu überwinden.

Unter der Leitung von Pfarrer Erich Schneider

und Friedhelm Merchel wurden in den

Jahren 1951-1972 neue Angebote, wie der

Blinden- und Schwerhörigendienst, die

Gemütskrankenseelsorge oder die Hilfe für

Alkoholgefährdete entwickelt, welche allerdings

durch das politische System der DDR

eingeschränkt wurden, in dem lediglich die

Blinden- sowie Schwerhörigenarbeit gesellschaftliche

Anerkennung fand. Der Mensch

mit Behinderung wurde als Objekt der Fürsorge

begriffen, welcher durch gute Pflege

und Betreuung ein lebenswerteres Leben

erhalten sollte.

Als besondere Schätze der damaligen „Inneren

Mission“ können die ambulanten Angebote

des Blindendienstes aber auch einige

der stationären Angebote für Menschen mit

geistiger oder Schwerstmehrfachbehinderung

gesehen werden. In den Jahren von 1973-

1991 wurde die Gemeindefürsorge von Pfarrer

Eberhard Pampel stark vorangetrieben. Heute

findet sich mit der Sozialraumorientierung ein

ähnliches Konzept, mit dem versucht werden

soll, die lokalen Ressourcen/Kapitale zu

erkennen, zu (be-)stärken und zu unterstützen.

Daran zeigt sich, dass einige Schätze im Laufe

des gesellschaftlichen bzw. sozialpolitischen

Wandels in Vergessenheit geraten und erst

Jahre später wieder entdeckt werden.

So führte die Stadtmission schon Mitte der

80er Jahre im Rahmen des Blindendienstes

ein Programm zur Orientierung & Mobilität

für Menschen mit Sehbehinderung ein.

Die optimale Förderung sowie größtmögliche

Selbstständigkeit standen im Fokus der

damaligen Arbeit. Durch die deutsche Wie-

dervereinigung wurde die Stadtmission

vor neue strukturelle und finanzielle

Herausforderungen gestellt. Allerdings

ergaben sich auch viele Chancen. Der

aktuelle Bereichsleiter des Ambulanten

BehindertenZentrums (ABZ) stell-

te fest, dass in dieser Zeit des Wandels

umfangreiche finanzielle Projektmittel

beantragt werden konnten. Überfällige

Umbaumaßnahmen und der starke

Ausbau der Strukturen wurden hierdurch

zügig umgesetzt.

Das Diakonische Werk-Stadtmission

Dresden e.V. wurde unter Pfarrer

Bretschneider wieder ins Leben gerufen

und erweitert seine sozialen Aufgaben

innerhalb der Stadt. Das ambulant

betreute Wohnen wurde für den Adressatenkreis

von Menschen mit Körperbehinderung

aufgebaut und erprobt.

Mit der Ausweitung der sozialen Aufgabenbereiche

wurden die Arbeitsfelder

der Stadtmission 1998 unter Pfarrer Karl

Schäfer neu strukturiert. Die verschiedenen

Dienste, welche nebeneinander

existierten, schlossen sich zusammen.

In den Jahren 2002-2004 haben sich die

verschiedenen Arbeitsbereiche immer

wieder getroffen, um ihre Angebote

abzugleichen. Zu dieser Zeit entwickelte

sich die Idee eines Ambulanten BehindertenZentrums,

in dem ein Rundumangebot

für Menschen mit Behinderung

angeboten werden kann. Durch den

intensiven Austausch bzw. die Vernetzung

der verschiedenen Bereiche und

teils kontroversen Diskussionen wurde

am 01.01.2004 das Ambulante BehindertenZentrum

ins Leben gerufen.

Dienstleistung bzw. Kundenorientierung

erhielt im Zuge der 2000er Jahre Einzug

in die Soziale Arbeit und mit dem „Persönlichen

Budget“ auch im Arbeitsfeld

der Behindertenhilfe. Mit der Einführung

des Persönlichen Budgets wurden die

Sozialen Einrichtungen zu Dienstleistern

im sozialen Bereich. Der Assistenz-

dienst ist einer der Schätze dieses

Paradigmenwechsels, welcher sich an

den Bedürfnissen der Assistenznehmer

orientiert und versucht, maßgeschneiderte,

individualisierte Unterstützungsleistungen

anzubieten.

Einer der größten Schätze des Ambulanten

BehindertenZentrums ist bei alledem,

die Bereitschaft der Mitarbeiter

sich auf Veränderung einzulassen.

Christian Stöbe

AbmulantesBehindertenzentrum


Elternkurs „Das Baby verstehen“

Ein Trainingsprogramm zur Förderung einer sicheren Bindung zwischen Eltern und Kind

Das Projekt richtet sich an werdende

Eltern bis etwa zur 30. Schwanger-

schaftswoche. Es umfasst zwei Theorie-

und Praxisseminare vor der Geburt

des Kindes.

Vermittelt werden dabei wissenschaftlich

fundierte Erkenntnisse über

Gefühle und Phantasien in der Schwangerschaft,

vorgeburtliche Bindung,

Auswirkungen der Schwangerschaft

auf die Paarbeziehung, Übergang zur

Elternschaft, Mechanismen der unbewussten

Weitergabe eigener traumatischer

Erfahrungen an das Kind und die

Unterbrechung solcher „Teufelskreise“,

Präsenz der Eltern, Bindungsentwicklung

des Säuglings.

Kindermund

Berufswunsch

Dialog zwischen zwei fünfjährigen

Mädchen des Kindergartens über ihre

Berufswünsche:

„Wenn ich mal groß bin, werde ich

Polizistin“.

„Ich auch. Da brauche ich nur auf der

Straße rumstehen!“

„Und ich kann alle schön bestrafen!“

Schwarm

Frühdienst. Ein sechsjähriges Mädchen

des Kindergartens schmettert einen Hit

nach dem anderen von Roland Kaiser.

Verträumt hält sie inne: “Die Frau, die

den abgekriegt hat, hat’s echt gut getroffen!

Schade, dass ich in der falschen Zeit

geboren wurde.“

Praktikum

„Wenn ich mal groß bin, werde ich mein

Praktikum als Fußballerin machen, denn

ich will wissen, wie es so ist, wenn man

die ganze Zeit über den Platz rennt!“

Dagmar Zimmermann

Leiterin Kita „Bunte Fische“

Telefonseelsorge Dresden:

durchgehend 24 Stunden erreichbar

über die kostenfreie Rufnummer:

0 800 / 111 0 111 oder

0 800 / 111 0 222

Der Kurs bietet nach der Geburt in einem

weiteren Seminar Informationen über die

emotionale Entwicklung des Kindes, die Entwicklung

des Bindungs- und Erkundungsverhaltens,

Kompetenzen des Säuglings

und der Eltern, Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten

des Babys (Schlafstörung-

en, Fütterprobleme, exzessives Schreien),

Aufgabenteilung und Umgang mit eigenen

Bedürfnissen.

Eine Hebamme beantwortet Fragen bei

Schwierigkeiten mit dem Füttern, Stillen,

Schlafen oder Schreien des Babys und

weitere Unterstützungsangebote werden

entsprechend den Bedürfnissen der Eltern/

Mütter vermittelt bzw. vereinbart.

Angebote und Termine

Infoabende für "Eltern auf Zeit"

Das Jugendamt bietet mehrere Infoabende

zum Thema "Pflegeeltern" an.

Die Termine finden von 19 – 21 Uhr statt.

Theaterstr. 11-15; 1/100:

30.01.2013

Rathaus Dr.-Külz-Ring 19; 4/013:

20.03.2013; 29.05.2013; 10.07.2013;

25.09.2013; 27.11.2013

Kontakt Pflegeeltern: Telefon 0351 - 206 60 10

Nächste Termine für unsere

Elternkurse:

1. Termin:

12.01.2013 von 9 – 16 Uhr

2. Termin:

09.02.2013 von 9 – 16 Uhr

3. Termin:

wird jeweils in der Gruppe vereinbart

Anmeldung und Seminarort:

Evangelische Beratungsstelle

Schneebergstr. 27, 01277 Dresden

Tel.: 0351-315020

Mail:

Martina.Kleppisch@diakonie-dresden.de

Kosten: 30 € (Paar), 25 € (Einzelperson)

Mein Freund Motze

Selbst denken

Es gibt Menschen, die wollen,

dass es für alles Regeln gibt.

Mein Freund Motze würde sagen:

„Zu viele Regeln verhindern das

Selbstdenken.“

IMPRESSUM Herausgeber: Diakonisches Werk - Stadtmission Dresden e.V., Glacisstraße 44, 01099 Dresden,

Telefon 0351 - 81 72 - 300, Fax 0351 - 81 72 - 349, www.diakonie-dresden.de

Redaktion: Direktor Stolte / Uta Dutschke und Team • Gestaltung: Lydia Wolff, www.lydiawolff.de; Friederike Braun

Druck: Union Druckerei Dresden, Auflage: 5.000 Stück

Erscheint zweimal jährlich in loser Folge. Eingesandte Manuskripte dürfen, ohne den Sinn zu entstellen, gekürzt werden. Namentlich

gezeichnete Artikel und Leserbriefe müssen nicht mit der Meinung der Redaktion oder des Herausgebers übereinstimmen.

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