Ausgabe Nr. 1/2012 April - September 12 - Schloss Eppishausen

aph.eppishausen.ch

Ausgabe Nr. 1/2012 April - September 12 - Schloss Eppishausen

Ausgabe Nr. 1/2012

April - September 12


Editorial

Geschätzte Leserinnen und Leser

«Schreib den ersten Satz so, dass der

Leser unbedingt auch den zweiten lesen

will!»

Diese Aussage von William Faulkner,

US Schriftsteller, fordert mich beim

Schreiben des Editorials jedes Mal

heraus. Denn das Vorwort soll ja

«gluschtig» machen auf den Inhalt

der Zeitschrift.

Da ich selber sehr gerne lese, weiss

ich meist auch nach dem zweiten

Satz, ob mir das Buch gefällt, oder

nicht.

Zum Glück sind ja verschiedene

«Autoren» am Inhalt der Eppishauser

Nachrichten beteiligt. So kommen

unterschiedliche Personen mit ihrem

Schreibstil zu Wort, was auch die

Buntheit unseres Betriebes zum Ausdruck

bringt.

Lesen im engeren Sinn bedeutet,

schriftlich niedergelegte, sprachlich

formulierte Gedanken aufzunehmen

und zu verstehen. Lesen gilt als wichtigste

Kulturfertigkeit, sie ist ein Teil

der Kommunikation.

Deshalb lesen wir im Alters- und Pflegeheim,

denn lesen hält auch die

grauen Zellen fit.

Leider sind viele unserer Bewohner

in der Sehfähigkeit eingeschränkt,

und haben deshalb Mühe mit lesen.

Herausgeber: Alters- und Pflegeheim Schloss Eppishausen

8586 Erlen TG

Tel. 071/648 12 12 | Fax 071/648 16 35

EMail: info@aph-eppishausen.ch

Internet: www.aph-eppishausen.ch

Abbildungen: Agnes Kerrison, Heimleiterin

Satz: www.onlinekarten.ch, 8635 Dürnten

Auflage: 350 Exemplare

Erscheint: 2x jährlich

2 Eppishauser-Nachrichten 1-2012

Viele vermissen das Lesen sehr. Eine

Möglichkeit ist das Vorlesen. Unsere

Mitarbeiterin, welche die Gedächtniswerkstatt

leitet, liest oft Artikel aus der

Lokalzeitung vor, um danach mit den

Bewohnern darüber zu reden.

In der Adventszeit hatten wir einen Autor

eingeladen, welcher Geschichten

und Gedichte vorlas. Die Bewohner

hatten grosses Interesse daran. Hr.

Markus Staub verstand es sehr gut,

die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen.

Mit seinen Geschichten, seiner ausdrucksstarken

Stimme und seinem

sympathischen Dialekt, zauberte er

eine wunderschöne Stimmung ins

Haus. Auf ihn und alle Autoren, die

einen Artikel in dieser Zeitschrift schreiben,

trifft sicher auch das Zitat von

Samuel Butler, englischer Schriftsteller

zu: «Nicht Worte sollen wir lesen,

sondern den Menschen, den wir hinter

den Worten fühlen».

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen

ein spannendes Lesevergnügen.

Agnes Kerrison

Heimleiterin


Frühlingslied

Wochenprogramm

Die Luft ist blau, das Tal ist grün,

die kleinen Maienglocken blühn

und Schlüsselblumen drunter;

der Wiesengrund ist schon so bunt

und malt sich täglich bunter.

Drum komme, wem der Mai gefällt,

und freue sich der schönen Welt

und Gottes Vatergüte,

die diese Pracht hervorgebracht,

den Baum und seine Blüte.

Sonntag 10.00 Uhr Hl. Messe in der Iddakapelle

mit Pater Jeanmarc Stoop

Montag 09.30 Uhr Aktivierung

mit Rosa Maria Bill

14.30 Uhr Spielnachmittag (1x im Monat)

mit freiwilligen Mitarbeiterinnen

aus Erlen

Dienstag 10.00 Uhr Rosenkranz in der Iddakapelle

mit Schwestern der Familie Mariens

15.30 Uhr Wach im Kopf. Gedächtniswerkstatt

mit Margrith Kreis

Mittwoch 09.30 Uhr Aktivierung

mit Rosa Maria Bill

10.00 Uhr Evang. Gottesdienst mit Pfarrer Haller

in der Regel am 1. Mittwoch im Monat

15.30 Uhr Christliches Gebetstreffen

mit Schwestern der Familie Mariens

in der Regel am 3. Mittwoch im Monat

Donnerstag 09.30 Uhr Singen

mit Silvie Blum & Elisabeth Brügger

14.30 Uhr Lebensbegleitung

mit Margrith Kreis

Freitag 09.00 Uhr Aktivierungstherapie GWG

mit Rosa Maria Bill

09.30 Uhr Turnen – Bewegung

mit Margrith Kreis

15.00 Uhr Andacht in der Iddakapelle

mit Schwestern der Familie Mariens

Eppishauser-Nachrichten 1-2012

Ludwig Hölty (1748 - 1776)

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Monatsprogramm

April 01. Brunch

08.00 - 09.30 Uhr Cafeteria

04. Evangelischer Gottesdienst

10.00 Uhr Iddakapelle

04. Geburtstagsfeier

15.00 Uhr Cafeteria

23. Lichtbilder mit Hr. Schuler

15.00 Uhr Cafeteria

Mai 02. Evangelischer Gottesdienst

10.00 Uhr Iddakapelle

03. Blueschtfahrt mit dem Rollstuhlcar

13.30 - 16.30 Uhr

09. Musikalische Unterhaltung mit dem Duo Etienne

14.30 Uhr Albanstübli

13. Muttertag mit dem Gesangsduett Ersa

15.00 – 16.00 Uhr Cafeteria

Juni 03. Brunch

08.00 - 09.30 Uhr Cafeteria

06. Evangelischer Gottesdienst

10.00 Uhr Iddakapelle

06. Modepräsentation

15.00 Uhr Albanstübli

20. Konzert mit dem Duo Accento

15.00 – 16.00 Uhr Albanstübli

Juli 04. Evangelischer Gottesdienst

10.00 Uhr Iddakapelle

04. Geburtstagsfeier und Grillfäscht

Ab 16.00 Uhr im Garten

August 01. Augustfeier mit dem BINA Chörli

Ab 16.00 Uhr im Garten

05. Brunch

08.00 - 09.30 Uhr Cafeteria

15. Evangelischer Gottesdienst

10.00 Uhr Iddakapelle

September 05. Evangelischer Gottesdienst

10.00 Uhr Iddakapelle

19. Geschichten aus der weiten Welt

Lesung mit Markus Staub, 14.30 – 15.30 Uhr Cafeteria

Schlossgärtlifäscht

15.30- 17.30 Uhr im Schlossgärtli

4 Eppishauser-Nachrichten 1-2012


Liebesgeschichte

Im Herbst 1965, mit dem Zug von

Genf kommend, bin ich in Zürich umgestiegen.

Auf meinen Anschlusszug

nach Stuttgart musste ich warten.

Ich sass draussen, obwohl es kalt

war. Damals schickte es sich nicht,

als Frau alleine in ein Café zu gehen.

Ein netter Herr ging vorbei, hat

mich angesprochen und zum Kaffee

eingeladen. Er hat mir auf den ersten

Blick gefallen. Wir unterhielten uns

nett. Er fragte mich, was ich mache.

Ich antwortete, dass ich Kinderkrankenschwester

sei. Er sagte, er sei ein

Holzwurm (Schreiner) und hätte Kinder,

aber keine Frau.

Dann musste ich auf den Zug. Ich

sagte ihm, er könne mir schreiben,

was er auch tat. Ich liebte meinen

Beruf, und habe immer gerne gearbeitet.

Ich war nicht auf der Suche

nach einem Mann, der Richtige war

mir bisher noch nicht über den Weg

gelaufen.

Wir haben uns viele Briefe geschrieben,

und uns so besser kennen gelernt.

Franz hat mich in Deutschland

besucht. Bei so einem Besuch haben

wir uns auch das erste Mal geküsst,

ich war glücklich. Er war ein charmanter,

stattlicher Mann, der mir gut

gefiel. Ich besuchte ihn auch in der

Schweiz, um seine Kinder kennen zu

lernen. Wir mussten uns an einander

gewöhnen. Ich wurde von ihnen gut

akzeptiert und sie waren froh wieder

eine «Mama» zu haben. Franz wollte

so schnell als möglich heiraten.

Ich hatte aber ein halbes Jahr Kündigungsfrist.

1967 heirateten wir in Lengwil. Ich

war damals 38 und bekam keine

Kinder mehr. Ich betreute die Kinder

von Franz und war glücklich in meiner

Rolle. Wir hatten eine Schreine-

rei und einen grossen Garten. Von

beidem verstand ich nicht viel, ich

musste viel lernen. Aber ich habe mit

Freude viel gearbeitet. Wir machten

Ferien auf dem Campingplatz, auch

das war neu für mich. Wir hatten jeweils

viel Spass zusammen.

Wir nahmen uns Zeit für einander, vor

allem am Wochenende. Franz war

ein liebevoller Ehemann. Unter der

Woche hatten wir beide viel Arbeit

und gerieten einander auch mal in

die Haare. Wir versöhnten uns aber

immer wieder schnell.

Mit 79 Jahren hatte Franz einen

Schlaganfall. Dank seines starken

Willens hat er sich aber wieder sehr

gut erholt.

Jetzt sind wir beide im Alters- und

Pflegeheim Schloss Eppishausen.

Wir müssen beide lernen, mit vielen

körperlichen Einschränkungen zu

leben. Auch haben wir heute noch

unsere Auseinandersetzungen, aber

wie man so schön sagt, wer sich liebt,

zankt sich auch.

Lore Bucher

Lore und Franz Bucher

Eppishauser-Nachrichten 1-2012

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Unsere Mitarbeiterbibliothek

In der Pause reden die Mitarbeiter oft

über gute und weniger gute, sinnvolle,

schöne und wunderbare Bücher. Die

meisten haben zu Hause diverse gelesene

und manchmal auch angestaubte

Bücher. Was geschieht mit

diesen Büchern? Eines Tages stand

fest, wir machen eine Bücherecke im

Betrieb.

Seit einiger Zeit ist deshalb in der

Damengarderobe ein alter Schrank

zu neuem Nutzen gekommen. Nach

dem Einbau von Tablaren ist eine

Bring- Hol- und Tauschbörse entstanden

für Bücher aller Arten, CD‘s und

Puzzle.

Zum Beispiel hat es unter Sach- und

Fachbüchern einiges über Schönheitspflege,

interessante Pflanzenbücher

und auch Reisebücher.

Für Thrillerfans hat‘s auch einiges,

z.B. «Bruderherz» von Martin Kraft,

«Teufelsengel» von Monika Feth, «Die

Katze» von Joy Fielding und mehr.

6 Eppishauser-Nachrichten 1-2012

Die grösste Sparte nehmen die Romane

ein, wo es viele kurzweilige Bücher

gibt. Unter der Sparte Liebe z.B.

«Liebe im Grandhotel» von Marie

Louise Fischer, von Rosamunde Pilcher

«Stürmische Begegnung» und

«Schneesturm im Frühling». Von

Henning Mankell ist «Die weisse Löwin»,

von Kevin Brooks «Kissing the

Rain» vorhanden und viele andere.

Für Kinder hat‘s zum Beispiel einen

Klassiker «Bob der Baumeister»,

dann ist «Puschel das Eichhorn» vorhanden

und mehrere Bücher von «zu

meiner Welt gehören...»

Ich wünsche allen Mitarbeitenden

viele kurzweilige Lesestunden. Ich

hoffe, dass Ihr euer Lieblingsbuch

findet. Und wenn nicht, später wieder

reinschaut und es dann findet.

Der belesene Hauswart

Bruno Wolfensberger


Ausflug auf die Blumeninsel Mainau

Ein reger Betrieb herrscht am 23.

Sept. 2011 im Foyer des Heimes. Da

fährt der schon lang ersehnte Car vor.

Dank der Hebebühne haben auch

die Rollstuhlfahrer die Möglichkeit,

mitzukommen. Bald haben alle ihren

Platz gefunden und die Reise

kann beginnen. Im Car begrüsst die

Heimleiterin, Agnes Kerrison, die

Bewohner, begleitende Angehörige,

freiwillige Mitarbeiterinnen, Bonitas

Dei Schwestern, die Familie Mariens,

die Pflegenden und besonders die

treuen Frauen des «Silberfädä Chörli».

Sie begleiten uns als Dank und Anerkennung

für all die Zeit, die sie unseren

Bewohnern während Jahren

geschenkt haben. Die Stimmung ist

freudig und erwartungsvoll. Über Sulgen

und Berg nähern wir uns dem Bodensee.

«Mir sind scho imene schöne

Kanton dihei», diesem Ausspruch

wird von Herzen zugestimmt. Gespannt

lauschen wir vom Tonband den

Erklärungen der verstorbenen Gräfin

Sonja aus der schwedischstämmigen

Adelsfamilie Bernadotte, denen die

Insel Mainau im Bodensee gehört. Es

gelingt ihr, uns die Insel liebenswürdig

zu machen. Nebst geschichtlichen

Hintergründen erfahren wir auch etliche

blumige Einzelheiten. 500‘000

Blumenzwiebeln erblühen im Frühling,

und über 200‘000 Vergissmeinnicht

und Primeln erfreuen die Gäste

der Insel. Jede

Jahreszeit ist

anders, reizvoll

und schön. 60

Gärtner sind

darum besorgt,

die vielfältige

Schönheit all

der Blumen,

Sträucher und

Bäume zu pflegen, um sie den Besuchern

näher zu bringen. Diese Einführung

macht «gluschtig».

Wir fahren über die Zufahrtsstrasse

an alten, knorrigen Bäumen vorbei auf

die Insel. Unser umsichtiger Chauffeur

befördert geschickt per Hebelift

auch Gehbehinderte aus dem Car.

Wir sind nun gespannt und voller Erwartung,

die Insel zu erkunden. Das

zunehmend freundliche Wetter wirkt

ebenfalls einladend.

Im Restaurant treffen wir uns zu einem

feinen Mittagessen. Bei regen

Gesprächen, Lachen und Plaudern

vergeht die Zeit wie im Flug. Dann

sind wir auf dieser weitläufigen, wunderschönen

und

abwechslungs-

reich gestalteten

Insel zu Fuss,

mit Rollator oder

den Rollstühlen

unterwegs. Der

Blick von der Ter-

rasse auf den

Rosengarten ist

eine Augenweide.

Mit vielen Eindrücken reicher, machen

wir uns zur Heimfahrt bereit.

Wir sind glücklich und zufrieden. Im

Car erklingen Lieder. Nach «Lueged

vo Bärg und Tal», kommt die offizielle

Erlaubnis zum Gähnen - «nach däm

gsungene Guet-Nacht Gschichtli»,

so Frau Kerrison. Über Münsterlingen,

Zuben und Amriswil treffen wir in

Eppishausen ein. «Au schön, wieder

dihei»!

Alice Rüegger, Pflegehelferin

Eppishauser-Nachrichten 1-2012

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Silberfädä Chörli

In den siebziger Jahren beschlossen

wir fünf singfreudige Frauen, alten

oder kranken Menschen mit einem

Besuch Freude zu bringen. Hildi

Diem, Silvia Keller, Anni Hohenmuth,

Regula Friedli und ich waren früher

auch im Damenchor. Fleissig übten

wir zusammen, und freudig zogen wir

dann mit einer Gitarre und den Singbüchlein

los. Wir wurden überall herzlich

willkommen geheissen. An einem

Nachmittag besuchten wir bis zu vier

Familien. Es bereitete uns viel Freude,

Menschen glücklich zu machen

mit unserm Gesang und mit kleinen

Theateraufführungen wie «de Schacherseppli».

Bald wurden wir durch eine weitere

schöne Sopranstimme verstärkt:

Hanni Dintheer. «Wie nennt ihr euch

eigentlich?», wurden wir immer wieder

gefragt. Also suchten wir uns

einen Namen aus: «Frauenchörli

Silberfädä» - damit waren alle einverstanden.

Von allen Seiten wurden wir

für Auftritte angefragt.

8 Eppishauser-Nachrichten 1-2012

Seit das Altersheim beim Schloss

Eppishausen eröffnet wurde, sorgten

wir Silberfädä mit unsern Auftritten für

fröhliche Unterhaltung. Jeden Monat,

ausser in den Sommerferien, erfreuten

wir die Bewohner mit Liedern,

Sketchen und Gedichten. An den Geburtstagsfeiern

durften die Jubilare

selbst Lieder wünschen. Zwar konnten

wir nicht immer alle Wünsche erfüllen,

aber die Freude, zusammen

zu singen und zu musizieren, war immer

sehr gross.

Besonders feierlich waren jeweils die

Chlaus- und Weihnachtsfeiern, die

wir zusammen mit dem Frauenverein

Erlen durchführten. Die Räume waren

festlich geschmückt und die Bewohner

erwartungsvoll. Wir sangen

zusammen, und die Bewohner trugen

Gedichte vor. Auch die Schwestern

beteiligten sich mit Gedichten und

Gesangseinlagen. Es waren jeweils

sehr eindrückliche Feiern.


Sehr lustig und gemütlich erlebten alle

die Fasnachtsfeiern. Nach Lust und

Laune konnten sich die Bewohner mit

Hüten und Masken schmücken. Die

Schwestern spielten Theaterstücke

und beteiligen sich am Singen. Das

waren lustige Nachmittage.

Bei einem Auftritt im Seniorenzentrum

Kreuzlingen lernten wir Josi Brühweiler

kennen. Sie unterstütze uns fortan

mit ihrem Gesang. Zudem spielte

sie Klavier und Gitarre, was unseren

Auftritten zugute kam. Sie brachte

uns viele neue Lieder und klassische

Stücke bei. Wir wurden so richtig gefordert

und mussten viel üben. Die

Silberfädä waren inzwischen richtig

gefragt. Dass wir noch Alice Huber

mit ihrer Handorgel und Ruth Müller

an der Gitarre für unser Chörli gewinnen

konnten, machte uns glücklich.

Gerne waren wir miteinander unterwegs

und machten Besuche in der

ganzen Schweiz. Immer hatten wir un-

sere Instrumente dabei. Wir wurden

gerne für Geburtstagspartys engagiert,

wo wir für Stimmung sorgten.

Mit Dorli Senn fanden wir gottlob

nochmals eine gute Sängerin, denn

leider sind bereits drei liebe Sängerinnen

verstorben.

Ein schönes Erlebnis war, zusammen

mit den Bewohnern des Alters- und

Pflegeheimes Schloss Eppishausen

am Ausflug auf die Blumeninsel Mainau

teilnehmen zu können. Wir genossen

den schönen Tag und stimmten

auf der Heimfahrt ein Lied nach

dem andern an. Eine unvergessliche

Erinnerung.

Insgesamt durften wir während 32

Jahren mit fast fünfhundert Auftritten

die Menschen erfreuen. Alleine im

APH Schloss Eppishausen führten

wir dreihundert Geburtstagfeiern und

25 Chlaus- und Weihnachtsfeiern

durch. In all den Jahren konnten wir

viel Freude erleben und geben. Wir

möchten uns bei allen Schwestern,

der Heimleitung und dem Personal

des Hauses für die wunderschöne

gemeinsame Zeit bedanken.

Schweren Herzens mussten wir Ende

2011 das Chörli aufgeben. Der Nachwuchs

fehlte, und die Gründungsmitglieder

sind inzwischen auch «in die

Jahre» gekommen.

So wünschen wir allen von Herzen

alles Gute.

Im Namen der Silberfädä

Maria Allenspach

Eppishauser-Nachrichten 1-2012

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Ostergedanken

Ostern, ein Fest des Lebens und

der Freude. Auf den Wiesen und in

den Wäldern rund um unser Heim

spriesst es in neuer Lebenslust. Was

unter Schnee, Frost und langen Winternächten

leblos schien, ist zu neuem

Leben erwacht. Unser eifriger

Gärtner Thomas Stark hat mit begabten

Händen rund um das Haus und

im Park die Natur auf ihr neues Leben

vorbereitet. Jetzt blüht es in verschie-

densten Farben und Formen, wohin

man nur blickt. Das wirkt auch für Betagte

ansteckend und baut Hoffnung

auf. Es lässt uns über den letzten Sinn

unserer Vergänglichkeiten nachdenken,

findet doch jeden Frühling der

Übergang vom Tod ins Leben in der

Schöpfung einen bewundernswerten

Ausdruck.

Ein Same, zuerst in die dunkle Erde

gelegt, keimt und bringt Neues hervor.

Auch aus dem Ei bricht neues

Leben auf. Die Botschaft von Ostern

lautet: «Jesus ist aus dem Grab erstanden!»

Diese Glaubensfreude findet

in der Bemalung von Eiern einen

fantasiereichen Ausdruck.

10 Eppishauser-Nachrichten 1-2012

Wie treffend, dass die christliche

Liturgie der Ostertage im aufbrechenden

Frühling gefeiert wird! Seit 2000

Jahren ist Ostern das zentrale Fest

des ganzen Kirchenjahres und prägt

den Alltag der Gläubigen. Nicht umsonst

wird jeder Sonntag als kleine

Osterfeier begangen.

Die Freude von Ostern und das Fest

selbst liegt begründet in der Auferstehung

unseres Erlösers Jesus Christus.

Seither hat Kreuz und Tod nicht

mehr das letzte Wort.

Die Geheimnisse des Lebens, von

Tod und Auferstehung, sind auch in

unserer Hauskapelle in anschaulicher

Weise dargestellt. Im Rahmen

des 2008/2009 vollzogenen Umbaus

wurde sie neu gestaltet und vergrössert.


Die Schnitzer Georg Bergmeister

und Andrea Kostner aus dem süd-

tiroler Grödnertal haben verschiedene

Kunstwerke in Holz eigens für unsere

Hauskapelle erstellt und sie zu 100%

Handarbeit bis in die kleinsten Details

gefertigt: ein wahres Meisterwerk.

Beim Betreten der Kapelle werden

wir durch das helle Kreuz auf dem

dunklen, in Nussbaum gehaltenen

Altarhintergrund, an die Auferstehung

erinnert. Dort ranken sich feinstens

ausgearbeitete Trauben empor, die

Früchte des biblisch so tiefsinnigen

Weinstocks. Auf dem modern gestal-

teten Altar bewundern wir die eindrückliche

Szene des Abendmahls:

in den Gestalten von Brot und Wein

reicht Jesus seinen Leib und sein Blut

im Hinblick auf seine Kreuzigung und

seine Auferstehung. Diese faszinierende

Darstellung in Lindenholz mit

den so ausdrucksvoll geschnitzten

Aposteln um Jesus herum lädt zum

Verweilen ein. (s. Bilder in Eppishauser

Nachrichten 1/09 S. 8-11)

Kranke und Gesunde können sich

zum Gottesdienst im Halbkreis um

den Altar versammeln. Darüber erkennen

wir die schwungvoll dargestellte

Verkündigungsszene. So

sehen wir einen Engel am Beginn

unseres Heiles in Nazareth, und die

Gedanken tragen uns zu den Worten

der Engel am Tag der Auferstehung:

«Er ist von den Toten auferstanden.

Er geht euch voraus. Ihr werdet ihn

sehen. Erinnert euch an das, was er

gesagt hat!»

Die Hauskapelle bleibt ein wichtiger

Ausdruck unseres seit seiner Gründung

christlich orientierten Heimes.

Die warme Atmosphäre lädt zum stillen

oder gemeinsamen Gebet ein.

Hier wird das Wort Gottes von Tod

und Auferstehung unseres Erlösers

vorgelesen, betrachtet und gefeiert.

Hier wird Ostern zur bleibenden Wirklichkeit

im Leben der Menschen.

P. Jeanmarc Stoop

Heimseelsorger

Eppishauser-Nachrichten 1-2012

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Aktivierung mit Rosa-Maria Bill

Wie hast du dich bei uns eingelebt?

Ganz neugierig auf die vielen neuen

Begegnungen mit Menschen, die mir

vorher unbekannt waren, startete ich

meine Arbeit als Aktivierungsmitarbei-

terin. Neue Bewohner richtig kennenzulernen

erfordert oft längere Zeit.

Doch schnell stellte sich ein gegenseitiges

Vertrauen ein. Eine gute Beziehung

bildet die beste Grundlage für

ein freudiges miteinander «Schaffen».

Haben die Jahreszeiten

Einfluss auf deine Arbeit?

Viele Bewohnerinnen und Bewohner

schätzen, dass es ein breites und

sinnvolles Aktivierungs-Angebot gibt.

Besonders inhaltsvoll war die Adventszeit

mit Grittibänze backen,

Guezle und Dekorationen herstellen.

Schwester Fina, Lehrling David und

Frau Portmann aus der Küche halfen

tatkräftig mit.

Für die beliebten Samichlaus-

Säckli bekamen wir von der Küche

ganze Berge Schoggi, Guezli,

Biberli usw. zum Einpacken. Das

war ein echtes Gaudi! Alle passten

auf - wie Häftlimacher, sagt man

im Volksmund - dass kein Säckli

weniger enthielt!

12 Eppishauser-Nachrichten 1-2012

Wie entstanden die

schönen Weihnachtsdekorationen?

Herr Frehner, unser «Schreinermeister»

hat mit Herzblut Kerzen aus

Birkenholz gesägt und geschliffen.

Herr Müller und Frau Bucher waren

massgeblich beteiligt am Anmalen

der Flammen für die Birkenkerzen.

Diese wurden an der Weihnachtsfeier

der Bewohner zur Tischdekoration

genutzt.


Frau Frei malte Fensterbilder auf

Klarsichtfolie, die ein farbiges Licht

in den Raum zauberten. Die Fensterbilder

aus Seidenpapier für den

Speisesaal haben allen Freude bereitet.

Frau Egloff machte für ein gutes

Gelingen dieser Bilder sogar «Überstunden»,

indem sie auf ihr geliebtes

Turnen verzichtete. Auch schöne

Schneekugeln sind entstanden, die

Frau Egger, Frau Engeli und Frau Häberli

geformt haben. Frau Hermann

und Frau Egloff nähten die Sternchen

an die Kugeln. Im Ganzen brauchten

wir etwa sechs Wochen bis zur Fertigstellung

aller Dekorationen. Während

dieser Zeit arbeitete Herr Kradolfer

mit viel Gespür an einem Memory

aus Holz.

Welche Schwerpunkte setzt du?

Durch eine vielfältige Auswahl an

Angeboten gibt es für jeden Bewoh-

ner etwas, das ihm besonders liegt.

Inzwischen kenne ich die Ressourcen

und Fähigkeiten der Bewohner recht

gut. Wichtig ist auch, dass die Männer

ihre «Arbeit» als sinnvoll sehen.

So entstehen Gefühle wie Sinn und

Selbstwert für den einzelnen Menschen.

Auch das Zusammengehörigkeitsgefühl

in der Gruppe ist wichtig.

Des Weiteren ist von Bedeutung,

durch Tasten, Sehen, Hören, Riechen

und Gedächtnisspiele die Sinne der

Bewohner zu aktivieren.

Wie erlebst du deine Arbeit?

Das schönste ist, wenn mir die Bewohner

persönliche Einblicke in ihr

gelebtes Leben gewähren. Wo berührende

Lebensgeschichten zu Tage

treten, ist ein grösstmögliches Vertrauen

hergestellt.

Freude bereitet es mir, wenn die Bewohner

untereinander gesellige Themen

ansprechen und sich gegenseitig

austauschen, Witze erzählen oder

zu singen beginnen.

Besonders berührt es mich, wenn

jemand fragt: was machen wir als

nächstes? Gut ist, dass es mir nie an

Ideen mangelt.

Was ist dein Fazit?

Nach einem Jahr stelle ich fest, dass

das Angebot der Aktivierungs-Stunden

gut genutzt wird. Dank gebührt der

Heimleiterin für ihre grosse Unterstützung

und auch den Pflegefachfrauen/

Männern für ihr wohlwollendes Entgegenkommen.

Ich freue mich auf

eine spannende, weitere gemeinsame

Zeit.

Rosa-Maria Bill

Aktivierungsmitarbeiterin

Interview: Gabriela Trachsel

Teamleiterin Pflege

Eppishauser-Nachrichten 1-2012

13


Frühe Adventsvorbereitungen

Schon im Voraus machten wir uns Gedanken,

wie wir die Bewohner sinnvoll

durch diese Zeit begleiten könnten.

Die Vorbereitungen begannen schon

im Herbst. Unser Herr Frehner, ein

Bauernsohn, konnte die Baumnüsse

nicht einfach liegen lassen. Jeden

Tag sammelte er unermüdlich die zu

Hauf am Boden liegenden Nüsse und

überreichte sie unserer Heimleiterin.

Sie nahm das Anliegen des Bewohners

ernst und veranlasste, dass die

Nüsse getrocknet werden, um später

daraus Guezli zu backen.

Im «Wach im Kopf» wurden die reifen

und getrockneten Nüsse von den

Bewohnern begutachtet - natürlich

auch mit dem Mund. Sie freuten sich

darauf, daraus etwas Nützliches zu

machen. Der Gruppenraum wurde

kurzerhand in eine Bäckerei verwandelt.

Wir durchstöberten Grossmutters

Kochbuch, um das beste Rezept

für Nussguezli zu finden. Zu unserem

Glück konnten wir die alte Schrift

auch lesen.

14 Eppishauser-Nachrichten 1-2012

Die anwesenden Bewohner machten

sich an die Arbeit, Nüsse zu knacken

und zu mahlen. Die Baumnüsse

wurden unter ihrem aufmerksamen

Blick mit Puderzucker, Eierschnee

und Kirsch vermischt. Die Formen

der Häufchen entsprachen den durch

viele Arbeit gezeichneten Hände der

Betagten. Die kleinen Backpapierformen

wurden Löffelweise gefüllt.

Wie jedes Jahr wurden auch noch

andere Guezli gebacken. So entstanden

zu den Baumnusshäufchen auch

noch Mailänderli und Spitzbuben. Die

Bewohner freuten sich, in der Advents-

zeit die gut gelungenen Guezli zuerst

riechen und später naschen zu dürfen.

Margrith Kreis

Lebensbegleiterin


Das Jahresmotto hat Form bekommen

Sie erinnern sich sicher, «miteinander-

füreinander» lautete unser Motto

im Jahre 2011. Vieles hat sich seither

verändert. Die Zusammenarbeit im

ganzen Haus hat sich verbessert und

das Motto wird spürbar gelebt. Im Juli

2011, mit der Einführung der Feedbackkultur

habe ich jedem Mitarbeiter

einen kleinen Bilderrahmen abgegeben.

Die Aufgabe lautete, sich darauf

vorzustellen. Mit diesem Projekt

sollte der Eingangsbereich neu und

ansprechender gestaltet werden. Die

Wände und die Decke wurden von

unserem Lehrling Ron Rother und

der Praktikantin Corina Schmucki

frisch gemalt.

Unser Hauswart Bruno Wolfensberger

bereitete die Pinwand vor, damit alle

Bilder aufgehängt werden konnten.

Diese wurden dann mit einem Tuch

verhüllt. Das Geschehen wurde von

einigen Bewohnern interessiert beobachtet.

Manch einer konnte es nicht

unterlassen, einen Blick unter das

Tuch zu werfen. Für den Abend des

25. November war eine Vernissage

im Beisein der Presse geplant. Um

16.30 Uhr füllte sich langsam das

St. Albanstübli. Fast alle Bewohner,

Vertreterinnen der Familie Mariens,

MitarbeiterInnen und die Reporterin

des «Neuen Anzeigers» waren anwesend.

Nach einer kurzen Ansprache

enthüllte ich zusammen mit Bruno

Blum die neu gestaltete Wand. Das

Ergebnis konnte sich sehen lassen.

Mit viel Liebe und Phantasie hatten

wir «miteinander» etwas Tolles geschafft.

Die vielen positiven Rückmeldungen

von den Bewohnerinnen und

Besuchern erfüllen uns heute noch

mit Stolz.

Dieses Projekt hat mir verdeutlicht,

dass ein funktionierendes Team einiges

bewegen kann. Für die Zukunft

wünsche ich mir, dass wir weiterhin

zusammenwachsen, und so «miteinander

und füreinander» vieles erreichen.

Auf diesem Wege möchte ich allen

MitarbeiterInnen für ihr Engagement

danken. Ohne ihre Mitwirkung wäre

die Realisierung meiner Idee nicht

möglich gewesen.

Gabriela Trachsel

Teamleiterin

Eppishauser-Nachrichten 1-2012

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Mein Ausbildungsjahr zur Teamleiterin

2011 war für mich in jeder Hinsicht ein

prägendes, ereignisreiches Jahr. Es

galt Arbeit, Familie, Haus, Garten und

meine Ausbildung zur Teamleiterin unter

einen Hut zu bringen. Dies forderte

mich stark und brachte mich manchmal

an die äussersten Grenzen.

Am 26. Januar 2011 begann meine

Weiterbildung. Ich war neugierig auf

das, was kommen sollte. Viele Fragen

gingen mir durch den Kopf. Was sind

das wohl für Leute, welche ebenfalls

diese Ausbildung machen? Würde

ich schon zum «alten Eisen» gehören?

War ich überhaupt noch fähig,

acht Stunden am Tag Theorie aufzunehmen?

Würde ich Mühe haben

mit dem Lernstoff? Bereits der erste

Tag sollte mir viele Antworten liefern.

Bis am Abend hatten sich meine Bedenken

grösstenteils gelegt. Unsere

Klasse bestand aus 20 TeilnehmerInnen

aus verschieden sozialen Berufszweigen.

Altersmässig waren wir auch

gut durchmischt. Die Kursleiterin verstand

es, uns sehr schnell einander

näher zu bringen.

In den ersten zwei Monaten wurde viel

Lernstoff vermittelt. Im März musste

ich meine erste schriftliche Dokumentation

zum Thema Kommunikation

verfassen. Zwei Wochen später galt

es, diese auch mündlich in der Klasse

vorzustellen. Beides wurde von den

Experten bewertet. Ende März, nach

schlaflosen Nächten, war die erste

Hürde geschafft: die schriftliche und

mündliche Arbeit waren bestanden!

Im 2. Quartal befassten wir uns mit

dem Arbeitsgesetz und der Betriebswirtschaft

von Non Profit Institutionen.

Das Gelernte wurde dann in einer

schriftlichen Arbeit geprüft. Dieser Prüfung

hinterliess bei mir sehr gemischte

Gefühle, waren die Fragen doch sehr

16 Eppishauser-Nachrichten 1-2012

anspruchsvoll. Zwei Wochen später

wurde ich durch einem positiven Bescheid

von meinen Qualen erlöst.

Der Juni war geprägt von Problem-

Lösungs-Prozessen in multikulturellen

Teams.

Es waren wohl die emotionalsten

Schulstunden. Es wurde heftig diskutiert

und debattiert. Wir schafften es

sogar, unsere Dozentin wütend zu

machen, da wir nicht immer ihre Meinung

teilten.

Ab Juli galt es dann für jeden Einzelnen

von uns, mit dem eigenen Team

ein Projekt zu starten. Mein Projekt

hiess «Feedbackkultur einführen und

leben». Während drei Monaten lief

das Projekt bei uns im Alters- und

Pflegeheim, bevor gemeinsam Mitte

Oktober eine Zwischenbilanz gezogen

wurde. Dann galt es für mich, darüber

die Abschlussarbeit zu verfassen. Diese

Arbeit hat mich viele Stunden und

schlaflose Nächte gekostet. Am 14.

November war Abgabetermin. Danach

kam das lange Warten. Die vielen vor-

weihnachtlichen Vorbereitungen lenkten

mich in dieser Zeit ab. Den 3. Dezember

wird für mich unvergesslich

bleiben. Am Mittag lag im Briefkasten

Post für mich. Mit Herzklopfen öffnete

ich den Briefumschlag. Dann hörte

mich wohl die halbe Nachbarschaft

jauchzen: ja, ich hatte bestanden.

Jetzt war ich anerkannte Teamleiterin!

An diesem Abend wurde dann in der

Familie noch gefeiert.

Seit der Abschlussfeier sind 3 Monate

vergangen. Trotz der vielen Entbehrungen

denke ich gerne an diese Zeit

zurück. Am meisten fehlen mir all die

neu gewonnenen Freunde, mit welchen

ich aber weiterhin Kontakt habe.

Nun bin ich voller Tatendrang, das Gelernte

im Alltag umzusetzten.

Gabriela Trachsel


Katharina

Röthlisberger

10 Dienstjahre

Ehrungen

Wir gratulieren Gabriela Trachsel

ganz herzlich zu ihrem erfolgreichen

Abschluss zur Teamleiterin.

Wir freuen uns, dass sie wieder

vermehrt im Betrieb ist und danken

ihr für ihren tollen Einsatz

zum Wohle der Bewohner und

Mitarbeiter.

Agnes Kerrison

Heimleiterin

Katharina Rötlisberger sammelte als Pflegeassistentin

in verschiedenen sozialen Institutionen

Berufserfahrung. Während dieser Zeit

heiratete sie und bekam 2 Kinder. Nun gehört

sie schon seit 10 Jahren zum Team des APH

Schloss Eppishausen. Anfangs arbeitete sie

hauptsächlich im Nachtdienst, seit bald vier

Jahren nur noch am Tag. Ein wertschätzender,

einfühlsamer Umgang mit ihren Mitmenschen

zeichnet ihre Art aus. Sie versteht es,

Menschen in allen Lebenslagen zu begleiten

und in Krisen zu unterstützen. Katharina

Röthlisberger ist stets offen und interessiert

Neue Mitarbeiterinnen

Wir begrüssen die neuen Mitarbeiterinnen herzlich im Eppishauserteam

und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.

Erni Carmen

Fachfrau Gesundheit

01. November 2011

Huser Ursula

Küchenangestellte

16. Januar 2012

für Neues. Sie besucht oft Weiterbildungen,

und das Gelernte gibt sie gerne weiter.

Im Team wird sie sehr geschätzt durch ihre

offene Art, ihre Flexibilität und Hilfsbereitschaft.

Den Ausgleich zu ihrer Arbeit findet

sie in der Familie. Vor allem liebt sie, wenn

immer das Wetter es zulässt, die Töff-Touren

mit ihrem Ehemann Peter.

Zum Dienstjubiläum, liebe Katharina, gratulieren

wir recht herzlich und wünschen dir viel

Freude und Kraft bei deinem Wirken.

Gabriela Trachsel, Teamleiterin

Calisier Esra

Praktikantin Pflege

01. März 2012

Jolanda Brendle hat im Dezember

2011 die Weiterbildung zur diplomierten

Pflegefachfrau HF mit

Erfolg abgeschlossen. Wir gratulieren

Jolanda ganz herzlich zu

den erweiterten Kompetenzen.

Regula Schenk

Teamleiterin

Eppishauser-Nachrichten 1-2012

17


25 Jahre als Arzt in Erlen

Nun ist es schon

ein gutes Vierteljahrhundert,

dass

ich meine Praxis

in Erlen eröffnet

habe, dort, wo

meine Vorgänger

Jenny, Sohn und

Vater Gimmel

praktiziert hatten.

Meine alten Patienten erzählten mir

früher noch häufig von ihnen; die ältesten

konnten sich noch gut an Vater

Carl Gimmel erinnern. Er praktizierte

hier von 1895 bis 1932 und muss ein

Original gewesen sein.

In den ersten Jahren meiner Praxistätigkeit

hatte ich noch kaum mit

Schloss Eppishausen zu tun, ich

kam höchstens in einem Notfall hin.

Später änderte sich das, und ich war

mit den Oberinnen Pia Maria Brunner,

Benedicta Hafner und natürlich am

längsten mit Frau Mutter Andrea

Bucher in Kontakt.

Im Alters- und Pflegeheim bin ich

seit den späten 80er Jahren tätig,

seit 31.3.1995 als Mitglied der Heimkommission.

Beim Rückblick auf die

Art und Weise, wie sich das Heim

vor 1990 präsentierte, zeigen sich

enorme Unterschiede zu heute: Die

Bonitas-Dei-Schwestern führten damals

das Heim selbst, mit Sr. Walburgis

Guthauser als Heimleiterin.

Viele Schwestern arbeiteten im Heim.

Dazu kamen die externen Pflegerinnen

Franca Di Vincenzo und Anna

Maria Colella, die heute noch im APH

arbeiten.

Die Bewohner des Altersheims traten

damals viel früher ein, waren noch

rüstig und nicht pflegebedürftig. Sie

waren aktiv, sangen, musizierten,

reisten und feierten ausgelassen

18 Eppishauser-Nachrichten 1-2012

Fasnacht. Damals mischte sich der

Staat nicht an allen Ecken und Enden

in die Arbeit ein und kontrollierte alles.

Eine Heimkommission existierte

noch nicht, auch kein Heimarzt.

Wenn ich nun meinen Blick auf die

heutigen Verhältnisse werfe, sehe

ich ein völlig anderes Bild: Heimleiterin

und die Mitarbeiterinnen sind von

weltlichem Stand. Natürlich machen

sie ihre Arbeit ebenso vorbildlich,

aber die Organisation ist eine andere.

Die Betagten treten in einer wesentlich

späteren Lebensphase ein, eben

wenn sie pflegebedürftig sind. Der

personelle Aufwand ist deshalb erheblich

grösser. Der Staat macht viel

mehr Vorschriften. Seit 1993 braucht

es eine Heimkommission, welche

das Schiff im Großen lenkt. Von der

Heimleiterin bis zum Lehrling wird ein

immer grösser werdender administrativer

Aufwand gefordert. Dieser geht

meiner Meinung nach in der Grundtendenz

in die falsche Richtung: Trotz

immer größerem Personalaufwand

steht am Ende eher weniger Zeit für

die menschliche Zuwendung zum

Bewohner zur Verfügung. Trotz dieser

unglücklichen Entwicklung stelle

ich den Mitarbeiterinnen unseres

APH’s das allerbeste Zeugnis aus:

Sie geben ihr Bestes, um in unserem

Heim eine familiäre Atmosphäre zu

schaffen, in der es unsern Bewohnern

in ihrer letzten Lebensphase

wohl ist, wo sie optimal betreut werden

und wo sie sich zuhause fühlen

können. Dass die neuen Schwestern

der Familie Mariens mit mancherlei

Hilfe und vor allem auch im seelsorgerlichen

Bereich mitarbeiten, trägt

wesentlich dazu bei.

Dr. Markus Oettli, Heimarzt


Herr Streit, unser jüngster Bewohner

Hans Rudolf Streit wurde am 5.Oktober

1946 geboren. Er verbrachte

seine Jugendzeit in Riedt. Nach der

Schule arbeitete er bei einem Landwirt.

Die Arbeit mit den Tieren auf dem

Acker und mit dem Obst machte ihm

viel Freude, es war aber auch streng.

Ab dem 7. 12. 1998 bis zum Eintritt

ins APH Schloss Eppishausen wohnte

und arbeitete Hr. Streit im ABA

(Arbeitsheim für Behinderte Amriswil).

Dort finden Menschen mit einer

Behinderung eine sinnvolle Beschäftigung

und ein lebenswertes Zuhause.

Herr Streit arbeitete in der Holzverarbeitung

und später in der Spedition.

Am Angebot der Abendbetreuung

hatte er aktiv teilgenommen. Hr. Streit

hat sehr gerne Spiele gemacht und

den Kontakt mit den Mitbewohnern

geschätzt. Er hat sich dort wohl gefühlt

und Kollegen gefunden, mit denen

er heute noch Kontakt hat.

Seit dem 25. Januar 2010 wohnt

Herr Streit im Alters- und Pflegeheim

Schloss Eppishausen. Er ist ein sehr

vielfältig interessierter Bewohner. Er

liest täglich die Zeitung und informiert

die Mitarbeiterinnen jeweils über die

Neuigkeiten des Tages. Er nimmt

auch an den täglichen Aktivitäten teil.

Es gefällt ihm hier und er fühlt sich

gut betreut. Er freut sich auch sehr

über Besuche von Verwandten und

Freunden.

Da er sich nur noch mit Unterstützung

von Hilfsmittel fortbewegen kann, war

Herr Streit selig, wenn er mit dem

Elektromobil ausfahren konnte. Im

Herbst 2010 bekam er dieses neue

Gerät.

Er war sehr glücklich darüber, und

unternahm Ausfahrten in die nähere

Umgebung. Mit dieser Mobilität konnte

er auch seine sozialen Kontakte

pflegen, sowie einkaufen gehen.

Leider musste er anfangs Januar ins

Spital eintreten und sich einer Operation

unterziehen.

Wir wünschen Herrn Streit, dass er

sich wieder so gut erholt, dass er im

Frühling wieder mit seinem geliebten

Elektromobil ausfahren kann.

Agnes Kerrison

Heimleiterin

Eppishauser-Nachrichten 1-2012

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Gratulationen

April Keller Rösli 83 Jahre 01.04.1929

Hamburger Anna 85 Jahre 02.04.1927

Hochstrasser Ingeborg 81 Jahre 22.04.1931

Graf Katharina 89 Jahre 30.04.1923

Mai Stump Elsbeth 70 Jahre 13.05.1942

Heer Rosalba 86 Jahre 19.05.1926

Frehner Marlene 71 Jahre 26.05.1941

Waller Pia 71 Jahre 29.05.1941

Juni Egloff Lilly 91 Jahre 26.06.1921

Köchli Elisabeth 78 Jahre 30.06.1934

Juli Ebel Josef 70 Jahre 04.07.1942

Huber Heidi 85 Jahre 11.07.1927

Bucher Franz 86 Jahre 13.07.1926

Kradolfer Hans 92 Jahre 29.07.1920

Schütz Karl 78 Jahre 31.07.1934

August Frehner Hans 88 Jahre 15.08.1924

Dörig Rita 74 Jahre 28.08.1938

September Herrmann Rösli 85 Jahre 05.09.1927

Kessler Hannelore 75 Jahre 10.09.1937

Frei Klara 93 Jahre 13.09.1919

20 Eppishauser-Nachrichten 1-2012

Geburtstagsfeier

Mittwoch 15.00 Uhr, 4. April / 4. Juli

2 Angehörige oder Freunde sind dazu herzlich eingeladen.

Bitte melden sie sich bei der Heimleiterin an. Tel. 071 648 12 12

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