annalive - St. Anna-Hilfe gGmbH

st.anna.hilfe.de

annalive - St. Anna-Hilfe gGmbH

2|2009

annalive

Liebenauer Altenhilfe-Magazin

Mehr Selbstbewusstsein in der Pflege LEITARTIKEL

Soziale Betreuung für Menschen mit Demenz DAS THEMA

Freundeskreis Pflegeheim Weil im Schönbuch EHRENAMT

Familienministerin besucht Mehrgenerationenhaus DIE PRAXIS

Helfen Sie mit!

Unterstützen Sie die Sturzprophylaxe!


2 INHALT

Winterliche Dorfidylle mit:

großem Feuer

kunsthandwerklichen Artikeln

jahreszeitlichen Leckereien

basteln und malen für Kinder u. Eltern

Filmvorführungen

Kutschfahrten

adventlicher Musik

12

21

25

Im Innenhof direkt hinter

dem Liebenauer Landleben

11.-13. Dez. 2009

Fr: 16 bis 20 Uhr

Sa: 12 bis 20 Uhr

So: 10 Uhr Gottesdienst,

11 bis 18 Uhr

1

3

4

6

8

9

10

11

12

14

15

16

17

18

19

20

21

22

23

23

24

25

26

TITEL

Familienministerin Ursula von der Leyen besucht

das Mehrgenerationenhaus Veringenstadt (s. S. 12)

Foto: Anne Oschwald

EDITORIAL

LEITARTIKEL

Mehr Selbstbewusstsein in der Pflege

DAS THEMA

Soziale Betreuung für Menschen mit Demenz

Gesetzgeber ermöglicht mehr Assistenzleistungen

Bewohner erhalten intensivere Zuwendung

Pioniere in Sachen Assistenzbetreuung

EHRENAMT

Alltag wird durch Ehrenamtliche schöner

Senioren singen Altbekanntes

PRAXIS

Bundesfamilienministerin besucht Veringenstadt

Ernährung im Alter muss stimmen

„Sehr gut“ für die Pflege

Böblingen: Ein Haus für die Gemeinde

Unterstützen Sie die Sturzprophylaxe!

Angehörige feiern Goldene Hochzeit im Pflegeheim

10 Jahre Lebensräume Hergensweiler:

Gemeinschaft ist das Beste

Maria Schuster übernimmt religiöse Begleitung

Mitarbeiter prägen die Unternehmenskultur

Der kleinste Zirkus der Welt im Spital Neutann

Weltalzheimertag: mehr Offenheit gefordert

Jugendliche sind gefragt

KURZ UND BÜNDIG

Altenhilfe arbeitet mit Pflegewissenschaftlern

Neues Beratungsangebot für Senioren

Adressen

Wir fragen – Sie antworten

Alois Gohm


3 EDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser,

eine Demenzerkrankung belastet Betroffene wie Angehörige gleichermaßen. Gesetzlich Rechnung

getragen wird den vielen Erkrankungen insofern, als Einrichtungen, aber auch ambulante Dienste

die Möglichkeit intensiverer Betreuung haben, die auch honoriert wird. Das Pflegeweiterentwicklungsgesetz

macht dies möglich.

Dass der Gesetzgeber sich dem Thema Demenz angenommen hat, ist wichtig und richtig, sind die

Zahlen doch besorgniserregend. Angewandte interne Qualitätsindikatoren verdeutlichen, dass sich

allein in den Altenpflegeheimen der drei Altenhilfegesellschaften der Stiftung Liebenau die Zahl

der Demenzerkrankungen im Verlauf des Jahres 2008 von 702 auf 815 Personen erhöht hat.

Für Altenpflegeheime bedeutet die gesetzliche Verankerung der Betreuung in § 87 SGB XI, dass

sich speziell dafür ausgebildete Assistenzbetreuungskräfte intensiver mit den Erkrankten beschäftigen

können. Sinnvolle und individuell ausgerichtete Beschäftigungsmöglichkeiten tragen häufig

zu einem zufriedeneren und ruhigeren Lebensgefühl bei und in der Folge zu einer höheren Lebensqualität

für die Betroffenen. Auch bei der ambulanten Versorgung können Pflegebedürftige Betreuungsangebote

nutzen, wie es § 45 SGB XI regelt. Den Versicherten steht hierfür ein höherer

Betrag zu als früher. Für die unzähligen pflegenden Angehörigen – in der Überzahl ältere Frauen

– bedeutet dies ein Stück weit Entlastung vom Pflegealltag.

Betreuungsangebote waren in unseren Einrichtungen schon immer Programm. Darauf aufbauen

kann nun die weiterführende Betreuung. Exemplarisch wird in dieser Ausgabe der anna live die

Betreuungsassistenz im Haus St. Johann in Tettnang dargestellt. Die Assistenzbetreuungskräfte

stellen Aktivitäten vor und sie schildern die Erfahrungen aus ihrer Fortbildung an deren Ende ein

Zertifikat winkt. Vor allem die geänderte Perspektive, die sie eingenommen haben, als sie sich in

eine demenziell erkrankte Person hineinversetzen sollten, war für sie eine wichtige, wirkungsvolle

und anschauliche Übung, um sich der Aufgabe der Betreuung immer wieder mit Geduld, Respekt

und Wertschätzung für den alten Menschen stellen zu können.

Bei die Lektüre der anna live wünschen wir Ihnen Spaß und die eine oder andere Anregung

Ihre

Stefanie Locher Gerhard Schiele

Geschäftsführerin Geschäftsführer

Impressum

Das Magazin der St. Anna-Hilfe für ältere Menschen

gGmbH und der Liebenau – Leben im Alter gGmbH

und der Heilig Geist – Leben im Alter gGmbH

Herausgeber:

St. Anna-Hilfe für ältere Menschen gGmbH

Liebenau – Leben im Alter gGmbH

Heilig Geist – Leben im Alter gGmbH

Redaktion:

Wolf-Peter Bischoff (verantwortlich), Anne Oschwald

Siggenweilerstraße 11, 88074 Meckenbeuren

Tel.: 07542 10-1207 / -1208, Fax: 07542 10-1117

Mitarbeit: Claudia Wörner, Christof Klaus, Sybille Neth,

Gabriele Hoffmann

Erscheinungsweise: 2 Ausgaben/Jahr, Auflage: 3000

Druck: Bodensee Medienzentrum, Tettnang


4 LEITARTIKEL

Mehr Selbstbewusstsein in der Pflege

Die Altenhilfe ist mit Sicherheit viel besser als ihr Ruf. Aber das sei auch keine

Kunst, könnten Zyniker bemerken, denn besser zu sein als das miserable Image,

das Pflegeeinrichtungen für Senioren landauf landab anhaftet, dürfte wirklich

nicht allzu schwer sein.

Aber Spaß beiseite: Das Kernproblem für die Einrichtungen und deren Träger, vor

allem aber für die Menschen, die dort arbeiten, liegt inzwischen darin, dass sich

ein Negativ-Image bezüglich Altenheime scheinbar so in den Köpfen festgesetzt

hat, dass selbst jahrelange hochwertige Pflege und Betreuungsarbeit sowie nachweisbar

positive Entwicklungen und Ergebnisse nicht mehr gewürdigt werden

und nicht zu einer Relativierung des falschen und ungerechten Urteils führen.

Im Gegenteil, ein skandalöser Missstand reicht aus, und über die Altenhilfeeinrichtungen

der Republik ergießen sich auf allen Medienkanälen pauschale Anfeindungen

und Beschuldigungen. Die Vorwürfe sind austauschbar: Häufig ist die Rede

von Pflegefehlern und Misshandlungen. Senioren würden durch Medikamente ruhig

gestellt, sie bekämen zu wenig Nahrung und Getränke, und skrupellose Träger

würden mit der Not der alten Menschen den großen Reibach machen.

Dass dem aber nicht so ist, dass einige wenige schwarze Schafe den Ruf einer

ganzen Branche ruinieren, dass die Folgen dieser Skandalberichterstattung gravierend

sind, diese Aussagen hört man nie. Dass die einflussreiche mediale Kritik

Vorgänge und scheinbare Skandale richtig einordnet, darauf warten viele in der

Pflege Beschäftigte seit Jahren vergebens.

Und auch die Politik spielt nicht immer eine rühmliche Rolle. Spätestens wenn es

hart auf hart kommt, fordern Sozialexperten aus der Politik reflexartig flächendeckend

weitergehende Qualitätssicherung, Prüfung und Kontrolle, obwohl sie es

eigentlich besser wissen müssten.

Denn eines ist sicher: Altenheime und Pflegeeinrichtungen gehören seit Jahren

zu den am häufigsten und am besten kontrollierten Institutionen in Deutschland.

Das Kontrollnetz wurde immer engmaschiger, die Anforderungen immer höher,

die Qualität immer besser. Und die meisten Menschen in den meisten Einrichtungen

werden gut versorgt und sind zufrieden.

Dennoch wird kein vernünftiger Mensch bestreiten, dass es auch im Altenhilfebereich

schlecht geführte Einrichtungen, unprofessionelle Träger oder Mitarbeiter,

Überlastung und persönliches Versagen gibt. Ganz klar Fälle für die Heimaufsicht

oder auch die Justiz. Aber im umgekehrten Fall wird auch kein vernünftiger

Mensch es richtig finden, dass einzelne Ereignisse oder Missstände Anlass geben

dürfen zu derartigen pauschalen Verunglimpfungen.

Eine zentrale Rolle in der verzerrten Wahrnehmung der Altenhilfe spielt auf jeden

Fall die skandalzentrierte, hochemotionale und gleichzeitig vielfach unqualifizierte

Berichterstattung über die Altenhilfe in allen Mediengattungen. Es fehlt

auf Seiten der Redaktionen leider vielfach das Gespür für die Realität in den Heimen

und für die psychologischen Konsequenzen einer Skandalberichterstattung,

die suggeriert, dass extreme Vorfälle normal sind in deutschen Heimen.

Unlängst berichteten Medien Schauermärchen über die Ernährung der Altenheimbewohner.

Mehr als zwei Drittel seien mangel- oder gar unterernährt. Für die

sogenannte ErnSTES-Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung wurden


5 LEITARTIKEL

2006 lächerliche zehn Heime untersucht. Das Ergebnis: 11 Prozent der Bewohner

sind mangelernährt, bei 50 Prozent besteht ein gewisses Risiko und 40 Prozent

sind normal ernährt. In einem professionell geführten Heim wird die Risikogruppe

überwacht, sodass Mangelernährung nicht eintritt. Die Information ist falsch bewertet,

die Umfrage nicht repräsentativ, die journalistische Qualität der Meldung

katastrophal, aber die Wirkung ist verheerend.

Wochen später dann das pure Gegenteil: Zwei Drittel aller Pflegeheime in Deutschland

sind gut oder sehr gut. So ein erster Bericht des Medizinischen Dienstes des

Spitzenverbandes der Krankenkassen. Dabei wurden immerhin 1 050 Heime, rund

zehn Prozent aller Heime in Deutschland untersucht. Jedes fünfte Heim bekommt

eine schlechte Note und jedes achte ist demnach nicht in der Lage, dem geforderten

Standard zu entsprechend. Die Überschriften zum gleichen Thema reichen

je nach Laune der Redaktion, von „Viele Pflegeheime sind gut“ bis zu „Schlechte

Noten – Pflegeheime im Test“ oder richtig: „Gute Noten für die meisten Pflegeheime.“

Wem soll der Leser glauben? Wem kann er glauben? Die Folgen dieser missverständlichen

Teilinformationen sind schwerwiegend. Senioren gehen aus Angst

nicht rechtzeitig in die Heime, Angehörige sind verunsichert, die Pflegeberufe

bleiben unattraktiv, das Image mies – und das angesichts eines zunehmenden

Bedarfs gerade in der Pflege älterer Menschen.

Was ist zu tun? Die Öffentlichkeitsarbeit forcieren. Einrichtungen und Träger

sollten in einen kritischen Dialog mit den Medien gehen. Falsche und verfälschende

Meldungen müssen im Eigeninteresse und im Interesse der Bürgerinnen

und Bürger in jedem Fall korrigiert werden, Redaktionen und Journalisten

müssten einerseits auf die Konsequenzen ihrer Arbeit und auf die Realität in

den Heimen hingewiesen werden. Die Pflege braucht in den nächsten Jahren ein

starkes Rückgrat und großes Selbstbewusstsein, um diese Krise zu meistern. Und

sie braucht den ehrlichen Rückhalt der Träger, der Verbände und der Politik.

Wolf-Peter Bischoff

Chefredakteur


6 DAS THEMA

Das Pflegeweiterentwicklungsgesetz ermöglicht mehr Assistenzbetreuung demenziell erkrankter Menschen im Alltag, wie hier im Haus St. Johann

in Tettnang.

Soziale Betreuung stärkt die Alltagskompetenzen

Assistenz für Menschen mit Demenz

Die Novellierung des Pflegeweiterentwicklungsgesetzes hilft, der steigenden Zahl

von demenziell erkrankten Menschen und deren Betreuung in Pflegeheimen noch

besser gerecht zu werden. Die soziale Assistenz wird seit 2008 vom Gesetzgeber

nicht nur gefordert, sondern von den Pflegekassen auch honoriert. Verankert ist

dies für stationäre Einrichtungen im SGB XI § 87. Die Häuser der Altenhilfegesellschaften

der Stiftung Liebenau bieten schon immer eine Betreuung an. Durch die

gesetzliche Regelung und durch eine Vergütungsvereinbarung mit den Kassen können

sie diese jetzt jedoch intensivieren, da sie zusätzliches Betreuungspersonal

einstellen können. Auch Personen, die zu Hause gepflegt werden, können einen

höheren Betreuungsanspruch geltend machen. § 45 im SGB XI regelt die ambulante

Betreuung. Pflegende Angehörige sollen dadurch entlastet werden.

Text/Fotos: Anne Oschwald


7 DAS THEMA

Alte Gegenstände sind nützlich für die Erinnerungsarbeit.

Geduldig erklärt die Betreuungsassistentin Lissy

Sprenger die Gerätschaften in dem großzügig ausgestatteten

Raum, der viele antik anmutende Gegenstände

beherbergt. Eine kleine Gruppe von

Bewohnerinnen und Bewohnern befindet sich in

dem Begegnungsraum des Altenpflegeheims. Eine

hochbetagte Dame wird lebhaft, als sie das Kästchen

mit den Nähutensilien und die alte Nähmaschine

betrachtet. Immer wieder erzählt sie kurze

Auszüge aus ihrer Vergangenheit: dass sie schon

mit sieben Jahren ihre Mutter verloren hat und in

ihren jungen Jahren viel genäht hat. Neben ihr

sitzen zwei weitere Bewohner, die zuhören.

Gemeinsam ist den Dreien nicht nur das hohe

Alter, sondern auch eine demenzielle Erkrankung.

Dadurch haben sie einen „erheblichen allgemeinen

Betreuungsbedarf“, wie es der Gesetzgeber formuliert.

Dass sich Betreuungskräfte in dieser Weise der

Bewohner annehmen können, gehört in den Einrichtungen

der Liebenauer Altenhilfe längst zum

Alltag. Mit dem Pflegeweiterentwicklungsgesetz

hat der Gesetzgeber nun aber ermöglicht, dass die

Altenpflegeheime zusätzliches Personal für die Betreuung

einstellen können, und berücksichtigt so

den hohen Betreuungsaufwand bei demenziellen

Erkrankungen. Der Pflegeschlüssel beträgt 1:25.

Das heißt: Für 25 nach speziellen Kriterien als Personen

mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz

eingestufte Bewohner ist eine zusätzliche

Vollzeitkraft vorgesehen.

Die Kosten für die Betreuung werden für jeden

Bewohner, für den dieser spezielle Hilfebedarf

nachgewiesen wird, direkt von den gesetzlichen

und von privaten Pflegekassen unabhängig vom

Pflegesatz an die Einrichtung vergütet. Der Bewohner

wird nicht durch Kosten belastet. Die

Feststellung der Anspruchsgrundlage liegt beim

Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MdK) und

ist unabhängig von der Pflegeeinstufung.

Geschulte Betreuungskräfte

Die soziale Assistenz kann wie beim beschriebenen

Beispiel aussehen, sie hat im Alltag jedoch

viele Facetten. Sie wird nicht von Pflegekräften,

sondern von so genannten Betreuungsassistenten

geleistet, was für die Pflegekräfte Entlastung be-

deutet. Die Betreuungsmitarbeiter müssen in einem

sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis

stehen. Sie erhalten für ihre Aufgabe

eine spezielle Ausbildung. Zu den Aktivitäten

in Gruppen gehören dann neben der wichtigen

Erinnerungsarbeit auch Kochen oder hauswirtschaftliche

Tätigkeiten im Alltag und gemeinsame

Spaziergänge. Der Kreativität der Betreuungskräfte

sind bei der Wahl der Beschäftigung keine

Grenzen gesetzt. Für manchen älteren Menschen

im Heim ist auch das Orientierungstraining wichtig.

Damit der demenziell erkrankte Bewohner wieder

auf sein Zimmer findet, trainieren Assistenzkräfte

mit ihm einprägsame Orientierungspunkte auf

dem Weg dorthin.

Betreuung zu Hause

Auch Personen, die zu Hause leben und gepflegt

werden, haben Anspruch auf Betreuung. Pro Monat

werden durch die neue Gesetzeslage bei der

Feststellung eines speziellen Betreuungsbedarfs

100 Euro, teilweise auch ein erhöhter Betrag von

200 Euro bezahlt. Der Betreuungsbedarf wird unabhängig

von der Pflegestufe festgestellt. Auch

Menschen, die nicht in Pflegestufen eingestuft

sind, aber einen Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege

und hauswirtschaftlichen Versorgung

haben, können anspruchsberechtigt sein. Die zusätzlichen

Betreuungsmöglichkeiten sollen vor

allem auch pflegende Angehörige entlasten.

Die Pflegekräfte bei den Sozialstationen der Liebenauer

Altenhilfe kennen die Versorgten durch

ihre täglichen Besuche. Sie können rasch beurteilen,

ob eine Betreuung beantragt werden kann.

In diesem Prozess beraten sie die pflegenden Angehörigen

intensiv und beteiligen sie bei der Feststellung

eines Betreuungsbedarfs. Ist ein Betreuungsbedarf

von der Pflegekasse anerkannt, kann

der Geldbetrag für verschiedene Aktivitäten genutzt

werden. Wie die individuelle Betreuung

aussehen könnte, dazu machen die Sozialstationen

einen passgenauen Vorschlag. Oftmals kann

die Tagespflege im nahegelegenen Pflegeheim in

Frage kommen. Aber auch die individuelle Betreuung

zu Hause, zum Beispiel mit Gehirnjogging oder

Präventionsgymnastik, ist denkbar. Ebenso eignen

sich für die Betreuung Tätigkeiten, die jemand

schon immer gerne gemacht hat und die aus

der Biografie hervorgehen, etwa Blumenpflege

oder Kochen. Auch die Unterstützung durch die

Nachbarschaftshilfe, etwa die Anleitung bei der

Wäschepflege kann solch ein Betreuungsangebot

sein. Menschen mit einem Betreuungsbedarf

können aber auch die Gruppenangebote der Sozialstationen

nutzen, von musiktherapeutischer

Aktivierung bis hin zu Betreuungsgruppen für

demenziell erkrankte Menschen, wie zum Beispiel

das Angebot „Lichtblick“ der Sozialstation St. Anna

in Hohentengen-Mengen-Scheer. Verantwortlich

dafür, wie für alle anderen Angebote der Sozialstationen

der Liebenauer Altenhilfe, sind quali-


8 DAS THEMA

fizierte Mitarbeiter mit gerontopsychiatrischer

Zusatzausbildung. Die Erfahrungen seit Einführung

der neuen Gesetzeslage sind gut. Die meisten

Anträge auf soziale Betreuung wurden genehmigt.

Die Erfahrungen der Mitarbeiter zeigen, dass die

Betroffenen mit Hilfe der Betreuung ausgegli-

TETTNANG – Das Haus St. Johann bietet seit Juli

dieses Jahres Alltagsbetreuung für 34 an Demenz

erkrankte Bewohner an. Für diesen Dienst werden

vier Mitarbeiterinnen aus dem Haus eingesetzt, die

bereits in der Pflege oder in der Beschäftigung

tätig sind.

Text: Norbert Schuster, Foto: Anne Oschwald

Während bei den bereits bestehenden Beschäftigungsangeboten

des Hauses der Schwerpunkt

mehr auf die Gruppenarbeit gelegt wird, ist bei

der Alltagsbetreuung der Fokus gezielt auf den

einzelnen Bewohner gerichtet. „Wir richten unsere

Angebote nach den Alltagsgewohnheiten des jeweiligen

Bewohners“, sagt Gabi Drescher, eine der

vier Betreuerinnen. „Momentan sammeln wir Erfahrungen

und probieren verschiedene Angebote.

Hilfreich ist, dass wir die Gewohnheiten und Wünsche

der Bewohner kennen.“

Unterschiedliche Anregungen

Auf der Terrasse des Hauses leuchten dem Betrachter

frisch gepflanzte Blumen entgegen. Die

Betreuerin Lissy Sprenger schildert, dass sie diese

mit Gerda Maier* gekauft und eingepflanzt hat,

deren Hobby schon immer die Arbeit im Garten

war. Gerda Maier fügt hinzu, dass diese Arbeit ihr

Alltagsbegleiterinnen runden das Angebot im Haus St. Johann ab

Mehr Zuwendung für demenziell

erkrankte Bewohner

Auch gemeinsame Spaziergänge

mit anschließendem

Kaffeetrinken

gehören zur sozialen

Betreuung.

chener, zufriedener und ruhiger werden. Teilweise

kann auch ein geringeres Aggressionsverhalten

festgestellt werden. Das bedeutet nicht nur eine

höhere Lebensqualität für den Betroffenen, sondern

auch für die pflegenden Angehörigen, die

maßgeblich entlastet werden. ❑

früher über so manchen Schmerz hinweggeholfen

habe. Ähnliche Formen der Problembewältigung

sind auch bei anderen Bewohnern präsent. Betreuerin

Tanja Kathan weiß, dass Otto Huber* gerne in

die Kapelle geht. Dort, so hat er ihr erklärt, würde

er für seine verstorbene Frau beten, für die er

noch etwas gutzumachen habe.

Beim Besuch auf dem Bauernhof hat sich die

sonst in sich zurückgezogene Bewohnerin Anna

Diebold* eine ganze Weile mit dem Bauern in ein

Fachgespräch über Milchkuhhaltung vertieft. Ganz

nebenbei hat sie noch festgestellt, dass die Katze

Nachwuchs bekommt.

Die Reaktionen und Regungen der Bewohner bei

vertrauten Aktivitäten wie dem Gang durch die

vertraute Stadt, dem Bummeln vorbei an den

Marktständen und dem Eiskauf in der Lieblingseisdiele

sowie die spontanen Begegnungen mit

Freunden und Bekannten in der Stadt, machen

den Betreuerinnen die Bedeutung ihres Dienstes

immer wieder klar.

Auch ein Entspannungsbad, das sie anbieten, bewirkt

bei manchem Bewohner, dass er sich fallen

lassen kann. Die basale Stimulation dient ebenfalls

der Entspannung der Bewohner. Nicht zuletzt ist

die Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme

eine wichtige Hilfestellung im Alltag. Angehörige

schätzen individuelle Zuwendung und Beschäftigung

mit der nahestehenden Person besonders.

Bei all ihren Erfolgen wissen die Alltagsbegleiter

aber auch um die Grenzen ihrer Tätigkeit: Gerda

Maier etwa weiß beim Besuch ihres Mannes nicht

mehr, dass sie die Blumen selbst gepflanzt hat.

Wie oft im Dienst am demenziell Erkrankten haben

die Mitarbeiter kaum „Festes“, kaum „Beständiges“

in der Hand. Alles muss immer wieder neu

ausprobiert werden. „Wir beginnen stündlich von

Neuem“, sagt Gabi Drescher. ❑

* Namen von der Redaktion geändert


9 DAS THEMA

Fortbildungsteilnehmerinnen:

die

Betreuungsassistentinnen

im Haus

St. Johann Lissy

Sprenger (li) und

Tanja Kathan.

Weiterbildung zur Betreuungsassistenz

Pioniere in Sachen Assistenzbetreuung

LIEBENAU/TETTNANG – Für ihre Aufgabe als Betreuungsassistenten

werden die Mitarbeiter der

drei Liebenazer Altenhilfegesellschaften vorab geschult.

Zuständig ist die Abteilung „fortbilden &

entwickeln“ der Stiftung Liebenau, die zusammen

mit erfahrenen Fachleuten aus der Altenhilfe eine

Fortbildung entwickelt hat. Ihre Erfahrungen bei

der ersten derartigen Fortbildung mit 20 Teilnehmern

schildern Betreuerin Lissy Sprenger und

Kinderkrankenschwester Tanja Kathan. Beide sind

schon länger im Altenpflegeheim St. Johann in

Tettnang tätig. Neuerdings zusätzlich als Betreuungsassistentinnen.

Die Fragen stellte Anne Oschwald, Fotos: Anne Oschwald

Frau Sprenger, Sie sind schon länger in der

Betreuung tätig. Was war für Sie bei der bisherigen

Weiterbildung neu?

Lissy Sprenger: Für mich war zum Beispiel der

Erste-Hilfe-Kurs sehr interessant, bei dem auch

gelehrt wurde, wie man sich in sehr kritischen

Situationen verhält, etwa bei einem Schlaganfall.

Spannend waren auch Übungen, bei denen wir die

Rolle des Bewohners einnehmen sollten, der nicht

mehr selbst essen konnte. Diese Situation, sich

das Essen geben zu lassen, war schon eindrücklich.

Man merkt, wie man von anderen abhängt, etwa

bei der Geschwindigkeit der Essensgabe. Dabei

wird einem manches klarer: zum Beispiel, dass

man nicht nur Püriertes essen möchte. Auch das

ansprechende Servieren einer Mahlzeit erhält eine

besondere Qualität.

In welcher Form bearbeiten Sie die Themen in

der Fortbildung?

Tanja Kathan: Wir machen Rollenspiele, aber auch

Gruppenarbeiten. Eine Aufgabenstellung war es,

einen entsprechenden Fall pantomimisch darzustellen,

wie zum Beispiel einen epileptischen Anfall

oder einen Schlaganfall. Die anderen der Gruppe

mussten dann erst einmal feststellen, worum es

geht, und sich überlegen, wie man sich in solchen

Krisensituationen verhält.

Wie ist die Weiterbildung aufgebaut?

Lissy Sprenger: Die Fortbildung ist sehr praxisorientiert

mit vielen praxisnahen Beispielen. Das

gilt auch für das Praktikum, das die Teilnehmer

im Rahmen der Ausbildung absolvieren müssen. In

diesem Zeitraum sind wir zum Beispiel im Pflegebereich

eingebunden. Schwerpunkt für uns ist

dann die Biographiearbeit. Die pflegerische Begleitung

hilft den Blick für den gesamten Menschen

zu schulen, ihn ganzheitlich wahrzunehmen. Bei

uns in der Assistenzbetreuung sind die Bewohner

ja nur stundenweise.

Was hat Sie bisher am meisten beeindruckt?

Lissy Sprenger: Wir sahen einen Film von einem

Maler, der sich im Laufe seiner Demenzerkrankung

selbst porträtiert hat. Das gemalte Gesicht

verschwamm im Laufe der Zeit immer mehr und

am Schluss hatte er kein Gesicht mehr. Er musste

sogar den Spiegel verdecken, weil er vor seinem

„gesichtslosen“ Gesicht Angst hatte. Das war sehr

beeindruckend und erschreckend.

Tanja Kathan: Der Film hat gezeigt, wie die eigene

Demenz von Menschen wahrgenommen werden

kann. Das hat mich schockiert und stark beschäftigt.

Für uns als Betreuungskräfte heißt das, dass

wir viel Verständnis für die Situation aufbringen

müssen. Und dass wir den Menschen, so wie er ist,

respektieren und ernst nehmen müssen. ❑

Informationen:

Die Weiterbildung zur Betreuungsassistenz

läuft von September bis Dezember 2009. Die

Dozenten und Referenten kommen aus der

Praxis. Neben Theorieninputs werden die Inhalte

in Einzel-, Partner- und Gruppenarbeiten

sowie Rollenspielen und Fallbesprechungen behandelt.

Die Teilnehmer werden zu den Themen

Pflege, Pflegeprozess und -dokumentation,

Hygiene, Kommunikation, Angehörigenarbeit,

Trauerarbeit und Alterserkrankungen, aber

auch bezüglich Hauswirtschaft und Ernährungslehre

geschult. Ein wichtiger Schwerpunkt

ist der Umgang mit an Demenz erkrankten

Bewohnern sowie auf diesen Personenkreis

abgestimmte Beschäftigungsangebote. Zum

Abschluss erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat.

fortbilden & entwickeln, Stiftung Liebenau,

Telefon: 07542 10-1266 / 07542 10-1263,

www.stiftung-liebenau.de


10 EHRENAMT

Freundeskreis für das Pflegeheim Weil im Schömbuch

Sie verschönern den Alltag der Bewohner

Drei von 212 Mitgliedern des Freundeskreises für das Pflegeheim Weil e.V. (v.l.):

Vereinsvorsitzender und Bürgermeister Wolfgang Lahl, Ehrenamtliche Ute Manuschewski

und Eugen Notter (Mitgründer des Freundeskreises).

WEIL IM SCHÖNBUCH – Sie halten den Löffel, wenn

beim Essen die Hand zittert, sie lesen aus der Zeitung

vor, wenn die Augen nicht mehr wollen,

schieben den Rollstuhl durch den Ort, und sie

bringen mit Musik und Theateraufführungen gute

Laune unter die Bewohner. Die Aktiven aus dem

Freundeskreis für das Pflegeheim Weil im Schönbuch

e.V. sind zur Stelle, wenn es darum geht,

„den Alltag der Heimbewohner lebenswerter zu

machen“, so formuliert Eugen Notter das erklärte

Ziel der Ehrenamtlichen. Notter ist der organisatorische

Dreh-und Angelpunkt des Freundeskreises.

38 Aktive, vorwiegend Frauen, stehen auf seiner

Telefonliste. Wenn die Heimleitung ein Konzert

oder eine Feier plant, weiß Notter, wer bereit ist,

beim Aufstellen der Stühle zu helfen.

Text/Foto: Sybille Neth

In erster Linie jedoch fühlen sich die Freundeskreisaktivisten

für „die Kür“ im Haus verantwortlich.

So ruft das jüngste Angebot besondere Begeisterung

unter den Bewohnern hervor, denn

einmal pro Woche kommt Freundeskreismitglied

Brigitta Lattemann mit ihrem großen Hund ins

Heim und die Tierfreunde unter den Bewohnern

dürfen ihn kraulen. Insgesamt sieben Gruppen

bietet der Verein an, jede an einem bestimmten

Tag, damit sich alle Beteiligten darauf verlassen

können.

In den sieben Jahren seit seiner Gründung am

19. Juni 2002 wuchs der Freundeskreis auf jetzt

212 Mitglieder, und das Erstaunliche an ihm ist die

Tatsache, dass er schon vor dem Bau des Pflegeheims

bestand und damals auf Anhieb 30 Mitstreiter

hatte. Den Vorsitz führt der jeweils amtierende

Bürgermeister. Seit 2005 ist dies Wolfgang Lahl,

der gerne „den Türöffner spielt“ und mit seinen

40 Jahren den Altersdurchschnitt der aktiven

Freundeskreismitglieder etwas nach unten drückt.

Die meisten von ihnen sind zwischen 50 und 70,

und manche haben selbst Angehörige im Haus

Martinus.

Bürgermeister mit im Boot

Den Bürgermeister als Vorsitzenden zu haben,

bringt Vorteile mit sich: „Vieles fügt sich so zusammen“,

lobt Eugen Notter. Der 63-Jährige ist zwar

im Ruhestand, hat aber fast einen Full-Time-Job

als Ehrenamtlicher. Neben dem Engagement im

Freundeskreis kümmert er sich auch um Jugendliche.

Schon bei der Gründung des Freundeskreises

war er dabei. In dem 10 000 Einwohner zählenden

Ort gab es damals kein Pflegeheim, und es war der

erklärte Wunsch der Bürger, eine solche Einrichtung

nach Weil im Schönbuch zu holen.

Die Existenz dieses Freundeskreises sollte für die

politischen Entscheidungsträger ein deutliches

Signal setzen, den Bau des Pflegeheims auf den

Weg zu bringen, erinnert sich Wolfgang Lahl an

die Amtszeit seines Vorgängers Andreas Brand. In

der Planungsphase informierten sich Freundeskreis-Mitglieder

vor Ort in Meckenbeuren bei der

Stiftung Liebenau. Und auch heute noch, nachdem

das Pflegeheim seit rund drei Jahren in Betrieb ist,

stand ihr Jahresausflug unter dem Motto „Wissenstransfer“

und führte in ein anderes Pflegeheim.

Über 1000 ehrenamtliche Arbeitsstunden leisteten

die Mitglieder im vergangenen Jahr, aber

damit nicht genug. Eugen Notter berichtet stolz,

dass der Freundeskreis über Mitgliedsbeiträge und

dank der guten Kontakte zu Firmen und Betrieben

von der Vereinsgründung bis zur Eröffnung des

Heims im Jahr 2006 rund 25 000 Euro gesammelt

hatte. Damit wurde die Einrichtung für den Andachtsraum

finanziert. Auch zwei Klaviere kauften

Notter und seine Leute, ebenso fand er Sponsoren

für die Anschaffung von Rollstühlen, und für Weihnachten

hat er auch schon eine Idee: „Da besorgen

wir ein Bewegungsergometer für Rollstuhlfahrer.“

Hinzu kommen die kleinen Geschenke, die der

Freundeskreis bei seiner monatlichen zentralen Geburtstagsfeier

und zu Weihnachten weitergibt. ❑


11 EHRENAMT

WEIL IM SCHÖNBUCH – „Meine Schwester und ich

haben eigentlich schon immer zusammen musiziert.“

Deshalb war es für Ute Manuschewski auch

keine Frage, dass sie die gemeinsamen Fähigkeiten

in den Freundeskreis für das Pflegeheim Weil im

Schönbuch e.V. einbringen könnte. Zweimal im

Monat können die Bewohner vom Haus Martinus

mit ihr Volkslieder singen, ihre Schwester sitzt am

Klavier.

Text: Sybille Neth, Foto: privat

„Das kommt sehr gut an. Die alten Leute können

alle Verse, die wir sonst nicht mehr auswendig

können.“ Trotzdem hat sie ein Textbuch erstellt

und vervielfältigt, falls ihre Sänger doch die Erinnerung

einmal verlassen sollte. Insbesondere beim

„Wunschkonzert“, einem festen Bestandteil ihrer

Musikgruppe, können ja unmöglich alle alles auswendig

können.

In der Musikgruppe teilt sie auch Orff’sche Instrumente

aus, und zwischendurch wird vor allem bei

den Geburtstagsfeiern getanzt. Die rüstigen unter

den Bewohnern können das tatsächlich noch wörtlich

nehmen, andere machen rhythmische Bewegungen

mit, so gut es eben geht. „Das machen

wir sowieso immer, wenn wir singen“, sagt Manuschewski.

Sozial engagiert

Porträt der Ehrenamtlichen Ute Manuschewski

Senioren singen die Verse auswendig

20 Jahre lang war sie Gemeindeschwester in Weil

im Schönbuch und unterrichtete parallel an der

Jugendmusikschule. Jetzt ist die 68-Jährige im

Ruhestand, und es macht ihr Freude, alten und

pflegebedürftigen Menschen mit einem bekannten

Lied ein Lächeln zu entlocken und sie zum Mitsingen

zu ermuntern.

Ihre Volkslieder-Gruppe findet an bestimmten

Nachmittagen auf zwei Etagen statt. Auf beiden

steht ein Klavier in einem der zentralen Bereiche,

und so können alle Bewohner an den Musikstunden

teilnehmen. „Da kommen schon immer so 40 bis

50 Leute“, freut sie sich. „Auch Angehörige sind

oft mit dabei, und damit wir vorher ins Gespräch

kommen, bringe ich jedes Mal etwas aus dem Garten

mit: Blumen, Obst, Gemüse oder Getreide.“ Das

ist eines von Manuschewskis Ritualen: Zum Lied

mit der Mutter und den vier so unterschiedlichen

Kindern entspinnt sich meistens rasch ein Plausch

über die jeweilige Jahreszeit und ihre Annehmlich-

und Unannehmlichkeiten. Allerlei Bauernregeln

Nicht selten geben verschiedene Musikerformationen ein

Konzert im Haus Martinus.

machen dann die Runde, die Auswahl der Lieder

hängt auch davon ab. 45 Minuten dauert die Musikgruppe.

Länger können sich die Heimbewohner

nicht mehr konzentrieren, so Manuschewski.

Dass ein Vergnügen kurz sein muss, gilt auch für

die Theateraufführungen, die sie ebenfalls zweimal

pro Jahr organisiert. „Die dauern eine halbe bis

eine Dreiviertelstunde. Sonst würden alle einschlafen.“

Musikalische Geburtstagsfeiern

Seit einem halben Jahr hat die agile weißhaarige

Dame noch eine weitere Veranstaltungsreihe ins

Leben gerufen: die Geburtstagsfeiern an jedem

ersten Mittwoch des Monats. Dann werden alle

Geburtstagskinder des Vormonats gefeiert und

erhalten ein Geschenk. Danach wird musiziert.

Dazu trommelt Sängerin und Alt-Flötistin Ute

Manuschewski neben ihrer Schwester am Piano

weitere Musikerinnen aus ihrem Bekanntenkreis

oder aus dem Freundeskreis zusammen: ein Gitarrenensemble

oder eine Akkordeonistin. Manchmal

kommen auch der Kirchen-, der Posaunen- oder

der Kinderchor der Jungendmusikschule auf Einladungvon

Ute Manuschewski, die in der Adventszeit

be-sonders viel zu singen hat: Da macht sie

an allen Sonntagen auch noch eine musikalische

Kaffeestunde. ❑


12 PRAXIS

Familienministerin besucht Mehrgenerationenhaus Veringenstadt

Der Opa von nebenan wird zum Vorbild

Prominenter Besuch in den Lebensräumen in Veringenstadt: Familienministerin

Ursula von der Leyen zusammen mit Monika Lehmann (Gemeinwesenarbeiterin,

St. Anna-Hilfe) und Dr. Berthold Broll (Vorstandsvorsitzender der Stiftung

Liebenau).

VERINGENSTADT – Die Hauptstraße der Stadt an

der Lauchert war gesperrt, der Großteil der Bevölkerung

schien auf den Beinen. Kein Wunder, denn

prominenter Besuch hatte sich angesagt. Bundesfamilienministerin

Ursula von der Leyen machte

sich in Veringenstadt ein Bild von einem der 500

Mehrgenerationenhäuser im Aktionsprogramm

des Familienministeriums. Das Haus gehört zur

St. Anna-Hilfe und ist Magnet für alle Generationen

der Stadt.

Text/Fotos: Anne Oschwald

Begrüßt wurde die Ministerin nicht nur von den

Lokalpolitikern und ihrem Kollegen im Bundestag,

sondern auch von vielen Kindern, die im Spalier

ihre übergroßen bunten Blumen für den Besuch

aus der Bundeshauptstadt schwenkten.

Dr. Berthold Broll, Vorstandsvorsitzender der Stiftung

Liebenau, hieß die Politikerin willkommen. „Es

ist Ihr Haus“, meinte er in Bezug auf das Aktionsprogramm

„Mehrgenerationenhäuser“. Die Lebensräume

für Jung und Alt in Veringenstadt wurden

aus insgesamt 1 500 Bewerbungen ausgewählt. In

ihrer Rede sprach die Ministerin über die Bedeutung

Gleichaltriger für Kinder. Sie zeigte ein Bild

auf, wie sehr versunken Kinder sein können, wenn

sie mit anderen zusammen sind. „Die Kinder von

heute sind nicht anders als früher“, meinte sie,

gab aber zu bedenken, dass es heute an Vorbildern

mangele. Die Stelle, die früher der Onkel einnahm,

könne heute der Opa aus dem Mehrgenerationenhaus

besetzen. Um die Stärken und Potenziale des

Einzelnen in unserer Gesellschaft zu nutzen, müssten

Räume geschaffen werden, wie etwa die

Mehrgenerationenhäuser. Dass es zwischen den

Generationen nicht immer eitel Sonnenschein gibt,

davon würden auch die vielen Märchen mit bösen

Stief- und Schwiegermüttern erzählen. Doch dort

wo es Reibung gebe, entstehe auch Wärme. Und

vor allem sei man nicht allein.

Idee wird zum Erfolgsmodell

Als sie als niedersächsische Sozialministerin die

Idee der Mehrgenerationenhäuser entwickelt

habe, habe so mancher sie als sozialromantische


13 PRAXIS

Familienministerin von der Leyen im Gespräch mit Geschäftsführer

Gerhard Schiele und Monika Lehmann.

Provinznudel verschrien. Doch heute gebe es landauf,

landab 500 solcher Häuser. Es herrsche überall

der gleiche Gedanke, aber es gebe überall ein anderes

Gesicht mit einem individuellen fachlichen

Profil, das sich immer an den lokalen Bedürfnissen

orientiere: mal stehe mehr die Kinderbetreuung im

Vordergrund, mal die Unterstützung Alleinerziehender

oder die Begleitung demenziell erkrankter

Menschen. Um den Zuschlag für das Aktionsprogramm

zu bekommen, mussten die Projekte im

Vorfeld viel gute Arbeit vor Ort geleistet haben,

betonte die Ministerin.

In Veringenstadt werden alle Generationen angelockt.

Beispielhaft für das soziale Netzwerk steht

der Offene Treff, wo unter anderem Senioren sich

Wissen zum Thema Internet aneignen können, was

ihnen von den Jüngeren beigebracht wird.

Mehrgenerationenhäuser der Stiftung

Liebenau

In das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser

wurden in zwei Auslobungen bundesweit

500 Projekte aufgenommen. In Baden-

Württemberg sind es 48 Projekte. Außer in

Veringenstadt ist die Stiftung Liebenau mit

weiteren Projekten in Ravensburg im Programm

vertreten. Jedes Mehrgenerationenhaus

erhält über fünf Jahre lang jährlich

40 000 Euro Unterstützung. Die Familienministerin

hat bis September 2009 rund 140 der

Projekte besucht. Die Lebensräume für Jung

und Alt der St. Anna-Hilfe wurden mit unterschiedlichen

Quartiersprojekten in das Aktionsprogramm

aufgenommen:

Projekte im Mehrgenerationenhaus

Ravensburg

Das Café Miteinander öffnet an sieben Tagen

die Woche zur Frühstückszeit mit Backwaren,

Kaffee, Getränken und anderen Produkten. Der

Mittagstisch steht Anwohnern jeden Alters,

dem nahe gelegenen Kindergarten sowie sozial

Sonnenblumen schmückten das Rednerpult für die Ministerin

in Veringenstadt.

schwächeren Mitbürgern offen. Veranstaltungen,

Ausstellungen, Vorträge oder Lesungen

runden das Angebot ab. Auszubildende

des Berufsbildungswerks Adolf Aich

finden hier praxisnahe Ausbildungsplätze in

verschiedenen Berufen.

Dreimal die Woche sorgen ehrenamtliche

Mitarbeiterinnen bei der offenen Kleinkindbetreuung

„Klimbim“ für eine stundenweise

Entlastung von Eltern im Stadtgebiet von

Ravensburg. Kinder im Alter zwischen einem

und vier Jahren werden mit und ohne Anmeldung

nach Bedarf stundenweise betreut.

Montag, Mittwoch und Freitag von 9 bis

12 Uhr (außer in den Ferien).

Das neuartige Angebot Gut betreut zu

Hause in der Ravensburger Weststadt unterstützt

ältere Menschen bei dem Wunsch,

in den eigenen vier Wänden alt zu werden.

Fachkräfte bieten nicht nur Veranstaltungen

für Senioren in Räumlichkeiten im Quartier,

sondern vermitteln bei Bedarf auch fachliche

und pflegerische Unterstützungsleistungen.

Neben den Genossenschaftsmitgliedern des

Ravensburger Bau- und Sparvereins können

auch andere interessierte Senioren das Angebot

nutzen.

Projekte im Mehrgenerationenhaus

Veringenstadt

In Veringenstadt spricht der Offene Treff

Bürger aller Generationen vor Ort an. Neben

einem Internettreff, einer Historienspielgruppe

und zahlreichen Bildungsangeboten

gibt es Aktivitäten zur Begegnung unterschiedlicher

Kulturen und eine Hausaufgabenbetreuung,

einen Seniorenhilfsdienst

ebenso wie eine Krabbelgruppe.

www.st.anna-hilfe.de

www.liebenau-lebenimalter.de


14 PRAXIS

Studie der deutschen Gesellschaft für Ernährung

Ernährung im Alter ist komplexes Thema

In freundlicher Umgebung und in netter Gesellschaft schmecken Mahlzeiten

auch Senioren besser.

LIEBENAU – Zwei Drittel der Altenheimbewohner

leiden an Mangelernährung und die Hälfte ist

sogar unterernährt. So wurde unlängst über das

Ergebnis der ErnSTES-Studie (Ernährung von Menschen

in stationären Einrichtungen) der Deutschen

Gesellschaft für Ernährung (DEG) in den Medien

berichtet. Diese Darstellung der Situation ist geeignet,

Ängste vor allem bei alten Menschen und

deren Angehörigen zu wecken und die professionelle

Arbeit der Pflegeheime zu diskreditieren.

Dabei enthält die Darstellung einen gravierenden

Fehler, denn es werden die 50 Prozent, bei denen

das Risiko einer Mangelernährung besteht, bereits

als mangelernährt bezeichnet. In den Heimen ist

jedoch ausdrückliche Aufgabe der Fachkräfte,

diese Personengruppe intensiv zu betreuen und

dadurch eine Mangelernährung nachhaltig zu verhindern.

Dies wird im Übrigen mehrmals pro Jahr

von unterschiedlichen Institutionen überprüft.

Text: Anne Oschwald, Foto: Felix Kästle

Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Ernährung

von Senioren sind nicht neu und nicht nur

den Pflegewissenschaftlern, sondern auch die Verantwortlichen

in den Altenpflegeheimen bekannt.

Auch in der Stiftung Liebenau wurden längst

Standards zur Ernährung in die Pflegekonzepte

aufgenommen und umgesetzt. Derzeit wird auch

der Expertenstandard Ernährungsmanagement

des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung

in der Pflege (DNQP)* mit seinen Verfahrensregeln

umgesetzt, was inzwischen auch gesetzlich

gefordert wird.

Die ErnSTES-Studie aus dem Jahre 2006 basiert

auf Daten aus zehn Heimen in Deutschland, an

denen 773 Menschen über 65 Jahre teilnahmen.

Die Bewertung beinhaltet unter anderem den

Body Mass Index (BMI). Außerdem wurde das Mini

Nutritional Assessment (MNA) als gängiges Instru-

ment zur Einschätzung des Ernährungsstatus

durchgeführt. Elf Prozent der Bewohner wurden

demzufolge als mangelernährt eingestuft. Für

50 Prozent besteht ein gewisses Risiko, und 40

Prozent befinden sich in einem normalen Ernährungszustand.

Risiko bedeutet jedoch nicht, dass

die entsprechende Personengruppe unterernährt

ist, sondern einer besonderen Aufmerksamkeit

bedarf.

Interdisziplinärer Kontext

„Eine drohende Mangelernährung muss im gesamten

pflegerischen und medizinischen Kontext

gesehen werden“, erklärt Achim Hollenbach, Qualitätsbeauftragter

der Altenhilfe der Stiftung Liebenau.

Das Thema Ernährung wird im Alter durch

negativ beeinflussende Indikatoren wie Krankheiten,

beginnende Demenz, Schluckbeschwerden,

Schmerzen oder den Verlust des Geschmacksempfindens

noch sensibler. Auch die Essbiografie

des Bewohners spielt eine wichtige Rolle. Einen

optimalen Ernährungszustand sicherzustellen, ist

daher multiprofessionelle Aufgabe der Pflege, Betreuung,

Medizin, Seelsorge und Hauswirtschaft.

In den Häusern der Liebenauer Altenhilfe erhalten

die Bewohner drei Hauptmahlzeiten sowie zwei

Zwischenmahlzeiten. Die Essenszeiten können von

den Bewohnern in einem gewissen Rahmen flexibel

wahrgenommen werden, was ihnen die Möglichkeit

gibt, alte Gewohnheiten weiter zu pflegen.

Pflegekräfte und Ehrenamtliche unterstützen

beim Essen und Trinken. Die Überwachung einer

veränderten Ernährungssituation wird auch durch

mindestens einmal im Monat stattfindende Gewichtskontrollen

gewährleistet, was auch dokumentiert

wird. Liegt eine Veränderung beim Bewohner

vor, wird sogar häufiger gewogen, um

rechtzeitig mit einer individuell abgestimmten

Ernährung Abhilfe zu schaffen.

Übrigens: Welchen Ernährungszustand die Bewohner

hatten, als sie in ein Heim kamen, lässt die

Studie ebenfalls offen. In der Zusammenfassung

heißt es lediglich, dass es sich meist um hochbetagte

und oft multimorbide Menschen handelt, die

erst sehr spät und häufig bereits mit Ernährungsdefiziten

ins Heim einziehen. Und ob pflegebedürftige

Menschen in Privathaushalten wirklich optimal

versorgt sind, muss offensichtlich noch erforscht

werden. ❑


15 PRAXIS

LIEBENAU – Mit einem 82 Fragen umfassenden

Katalog prüfen die Medizinischen Dienste der

Krankenkassen (MDK) seit 1. Juli 2009 einheitlich

und bundesweit alle Altenpflegeheime. Mit der

Benotung von sehr gut bis mangelhaft soll eine

neue Transparenz geschaffen werden. Die ersten

Häuser der Liebenauer Altenhilfe wurden bereits

geprüft. Die Noten sind durchweg sehr gut ausgefallen.

Text: Anne Oschwald, Foto: Felix Kästle

„Die ersten Ergebnisse bestätigen, dass die Häuser

der Liebenauer Altenhilfe qualitativ hochwertige

Pflege und Betreuung leisten“, freut sich der

Qualitätsbeauftragte Achim Hollenbach über die

ersten Benotungen. Fünf der 30 Häuser zwischen

Allgäu, Bodensee und Alb wurden mittlerweile

geprüft: Je eine Einrichtung wurde mit 1,3 beziehungsweise

1,9 beurteilt, zwei erhielten die Note

1,1 und eine Einrichtung sogar eine 1,0. In dieser

guten Benotung spiegelt sich wider, dass sich die

Einrichtungen mit den Expertenstandards an den

pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren,

ist sich Hollenbach sicher. Die Expertenstandards

Sturzprophylaxe, Schmerzmanagement,

Dekubitusprophylaxe, Förderung der Harnkontinenz

sind bereits eingeführt. Der neue Expertenstandard

Ernährung befindet sich derzeit in der

Umsetzung.

Der Fragenkatalog bei den MDK-Prüfungen umfasst

fünf Bereiche: Pflege und medizinische Versorgung,

Umgang mit demenzkranken Bewohnern,

soziale Betreuung und Alltagsgestaltung, Wohnen,

Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene. Hinzu

kommt als neuer Aspekt die direkte Befragung

von mindestens zehn Prozent der Bewohner eines

Hauses. Ähnlich dem Schulnotenprinzip wird von

eins bis fünf bewertet. Die 64 Fragen der vier ersten

Blöcke erhalten, ebenso wie die zusätzliche

Bewohnerbefragung, eine eigene Note. Bis 2010

sollen alle stationären Einrichtungen in dieser

neuen Form geprüft werden. Anschließend wird

die Überprüfung einmal pro Jahr unangekündigt

wiederholt.

Wohlergehen zählt

Hollenbach geht es letztlich um die Bewohner. Um

ihretwillen sollen alle möglichen Anstrengungen

unternommen werden, und nicht in erster Linie

Die ersten stationären Einrichtungen erhalten Noten

„Sehr gut“ für die Pflege

Eine fachlich fundierte durchgängige Dokumentation und

die Umsetzung pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse sind

die beste Basis für gute Noten durch die Medizinischen

Dienste der Krankenkassen (MDK).

den MDK bei seinen Prüfungen zu befriedigen. Die

Pflegemitarbeiter sollen die Dokumentation verstärkt

als professionelles Planungsinstrument der

Pflege nutzen. Für Hollenbach können die neuen

Prüfungen zu einer Sensibilisierung der Beteiligten

führen.

Erheben die Einrichtungen innerhalb von 28 Tagen

keinen Einspruch gegen die Noten, werden die Ergebnisse

auf den Internetseiten der jeweiligen

Krankenkasse veröffentlicht. Die Häuser sind außerdem

verpflichtet, die Ergebnisse gut sichtbar

bei sich bekanntzumachen.

Nicht wissenschaftlich belegt

Die MDK-Fragen symbolisieren für Hollenbach zwar

Kriterien der Lebensqualität. Er merkt aber auch

kritisch an, dass es keine ausreichenden pflegewissenschaftlichen

Erkenntnisse gibt, um die Lebensqualität

von Bewohnern in stationären Einrichtungen

genau zu definieren. Derzeit befasst sich

ein von der Bundesregierung gefördertes Projekt

mit dieser Thematik. Bis Ende 2010 sind aus der

Studie Ergebnisse zu erwarten. Dann könnte das

Benotungssystem noch einmal auf den Prüfstand

kommen, so der Experte. ❑


16 PRAXIS

Das Altenpflegeheim St. Hildegard in Böblingens Stadtteil Diezenhalde macht das

Wohngebiet mit seinem Angebot komplett.

BÖBLINGEN - „Wo der Glaube die Angst besiegt,

kann die Liebe erst wirken“, dieser Satz der Namenspatronin

Hildegard von Bingen soll für das

Altenpflegeheim Haus St. Hildegard im Böblinger

Stadtteil Diezenhalde als Leitmotiv wirken. Die

beiden Böblinger Geistlichen Jochen Bartocha und

Pfarrer Moritz Twele segneten im Rahmen der

Einweihung am 18. September bei einem ökumenischen

Gottesdienst im Kreis der Bewohner und

Mitarbeiter das neue Gebäude, das von der Liebenau

– Leben im Alter gGmbH betrieben wird.

Text/Foto: Sybille Neth

„Ein Haus in der Gemeinde für die Gemeinde“,

nannte es der Vorstandsvorsitzende der Stiftung

Liebenau, Dr. Berthold Broll. Er dankte der Stadt,

dass sie das Grundstück mit 4 300 Quadratmetern

Fläche unentgeltlich im Erbbaurecht zur Verfügung

stellte. Entstanden ist darauf ein Haus „zum

Wohlfühlen“, so Broll. Die Nachfrage unterstreicht

dies: Im Sommer wurde St. Hildegard bezugsfertig,

und von den 44 Pflegeplätzen sind bereits 28

belegt, von den 13 rollstuhlgerechten heimgebundenen

Zwei- und Dreizimmerwohnungen sind

bereits alle belegt. Nun hoffe er auf ein großes

bürgerschaftliches Engagement, damit es auch ein

Haus „mit sperrangelweiten Türen“ werde, in dem

Leben herrscht, betonte Broll.

Dieter Hillebrand, Staatssekretär im Stuttgarter

Ministerium für Arbeit und Soziales, bilanzierte

das Engagement der Landesregierung beim Bau

von Pflegeheimen in den zurückliegenden zwölf

Jahren: In diesem Zeitraum seien 530 Objekte mit

einem Gesamtvolumen von 660 Millionen Euro

Fördermitteln mitfinanziert worden. An den Gesamtkosten

für St. Hildegard ist das Land mit 1,2

Millionen Euro beteiligt.

Auch der Kreis Böblingen steuerte zur Finanzierung

des Altenpflegeheims 15 Prozent bezie-

Der Böblinger Landrat Roland Bernhard überreichte dem Einrichtungsleiter

Johannes Hüsler ein Bild für das neue Haus.

Einweihung Altenpflegeheim St. Hildegard

Ein Haus für die Gemeinde

hungsweise rund 600 000 Euro bei. „Das Haus

strahlt Wärme aus“, lobte der Böblinger Landrat

Roland Bernhard und überreichte Johannes Hüsler,

dem Leiter von St. Hildegard, im Namen des Landkreises

ein Gemälde.

Pflegeheim macht Stadtteil komplett

Klaus Feistauer, der Leiter des Amtes für Soziales,

Familie und Senioren bei der Stadt Böblingen,

lobte die Konzeption des Hauses, die sich hundertprozentig

mit den Vorstellungen seiner Behörde

decke: die dezentrale Lage mitten im Wohnquartier

Diezenhalde, das einst das jüngste der Stadt

war, nun aber gealtert ist. Dazu die Nachbarschaft

zu den Mehrgenerationenhäusern, den Lebensräumen

für Jung und Alt sowie ehrenamtliche Unterstützung.

Der Stadtteil sei jetzt mit einem Pflegeheim

mittendrin im Leben komplett, stellte auch

Paul Nemeth (CDU) fest. Er trat stellvertretend für

seine Kollegen aus der Landes- und Bundespolitik

Clemens Binninger (CDU), Stephan Braun (SPD) und

Florian Toncar (FDP) ans Rednerpult.

Auf das enorme Wissensmanagement der Stiftung

Liebenau wies der Geschäftsführer der Liebenau

– Leben im Alter gGmbH, Gerhard Schiele, hin. Die

Mitarbeiter im Pflegebereich besuchen regelmäßig

Fortbildungen, die Altenhilfe insgesamt ändere

sich alle paar Jahre. Dass wegen einiger „schwarzer

Schafe“ der Ruf der Altenpflege immer schlechter

werde, dass immer mehr alte Menschen Angst vor

dem Einzug ins Pflegeheim hätten, sei fatal. Die

vielen engagierten Mitarbeiter hätten dies nicht

verdient. Schiele betonte, dass trotz vieler präventiver

Einrichtungen, mit denen verhindert werden

soll, dass überhaupt ein Pflegebedarf entsteht,

dennoch nicht auf Pflegeheime verzichtet werden

kann: letztlich auch um die Lebensqualität für die

Betroffenen zu erhöhen und deren Angehörige zu

entlasten. ❑


17 PRAXIS

Training schützt Senioren vor Stürzen

Angeleitetes Training dient der Stärkung der Muskeln,

der Reduzierung von Stürzen und dem Spaß an der

Beweglichkeit. Foto: Oschwald

Herzlichen

Dank

für Ihre

Unterstützung!

Montagvormittag im Altenpflegeheim. Der weiß gekleidete Physiotherapeut

gibt Anweisungen für verschiedene Gymnastikübungen. Zehn Personen

– in der Mehrzahl Frauen – folgen seinen Wünschen und bewegen

sitzend die Arme nach oben und langsam wieder nach unten. In jeder

Hand liegt eine kleine Hantel, die den Übungseffekt verstärken soll. Auf

diese Weise werden Schulter- und Oberarmmuskulatur trainiert. Dann

sollen die Teilnehmer abgestützt auf einen Stuhl auf die Zehenspitzen

rollen und wieder zurück. Das Krafttraining stärkt die Muskeln und macht

die Seniorinnen sicherer. Die Übungen wirken mobilisierend, aktivierend

und durchblutungsfördernd.

Mit diesem Angebot wird in den Altenpflegeheimen der drei Altenhilfegesellschaften

der Stiftung Liebenau versucht Stürzen entgegenzuwirken,

deren Ursache Muskelabbau oder Störungen des Gleichgewichts sein

können. Die Angst vor einem möglichen Sturz führt dazu, dass der ältere

Mensch sich ungern bewegt, was den Muskelabbau weiter beschleunigt.

Im schlimmsten Fall führt dies zur Immobilität und einer stark reduzierten

Lebensqualität für den Betroffenen.

Liebe Leserin, lieber Leser,

Beweglichkeit und Sicherheit bedeuten Lebensqualität für die Bewohner.

Eine speziell geschulte Mitarbeiterin oder ein Physiotherapeut bieten gezielt

zweimal wöchentlich ein Kraft- und Balancetraining. Zielsetzung ist

die Verbesserung der Kraft, die Stärkung des Gleichgewichts, die Erleichterung

vieler Tätigkeiten im Alltag und Spaß an der Bewegung sowie der

Erhalt sozialer Kontakte. Die Erfahrung zeigt, dass durch die angeleiteten

Kurse Stürze zurückgegangen sind. Die Sturzprävention wird in Kooperation

mit der AOK Baden-Württemberg angeboten.

Für das erfolgreiche Training werden spezifische Gymnastikinstrumente

und speziell geschultes Personal benötigt, deren Kosten die Pflegesätze

nicht abdecken. Die Altenpflegeheime sind daher auf Spenden angewiesen.

Schenken auch Sie alten Menschen ein Stück Lebensqualität.

Unterstützen Sie die Sturzprophylaxe.

Ihre Annette Staiber

Spendenkonto :

Stiftung Liebenau

Sparkasse Bodensee · Konto: 20 994 471 · BLZ: 690 500 01

Verwendungszweck: Sturzprophylaxe

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir beantworten gerne Ihre Fragen.

Annette Staiber · Stiftung Liebenau – Abt. Freunde & Förderer

Tel.: 07542 10-1237 · annette.staiber@stiftung-liebenau.de

Die Stiftung Liebenau steht mit der Unterzeichnung der Selbstverpflich-

tungserklärung des Deutschen Spendenrates für Transparenz und Sicher-

heit beim Spenden. Weitere Informationen unter www.spendenrat.de


18 PRAXIS

Das Ehepaar Helga und Siegfried Müller feierte seine Goldene Hochzeit

im Haus Judith in Weingarten.

WEINGARTEN – Für Angehörige und Nachbarn sind

die Häuser der Liebenauer Altenhilfe stets offen.

Dieses Angebot wird gerne angenommen, wie das

Beispiel von Helga und Siegfried Müller zeigt. Sie

feierten ihre Goldene Hochzeit im Haus Judith.

Denn: sie wollten das Fest mit ihrer Mutter, die

seit zwei Jahren im Haus lebt, und im Kreise der

Heimbewohner feiern.

Text/Foto: Claudia Wörner

„Wir feierten unsere Goldene Hochzeit im Haus Judith,

damit die Mama auch mit dabei sein konnte“,

meint Siegfried Müller. Das sei ihnen wichtig und

für sie eigentlich eine Selbstverständlichkeit gewesen.

Bei Einrichtungsleiterin Katharina Schelling

stieß das Ehepaar Müller mit diesem Wunsch auf

offene Ohren. Ihr liegt sehr viel an einem offenen

Haus und der guten Zusammenarbeit zwischen

Mitarbeitern und Angehörigen zum Wohle der

Bewohner. Gemeinsam mit Verwandten, Freunden

und Hausbewohnern feierten die Müllers an ihrem

Jubeltag einen Gottesdienst im Haus Judith und

hatten einen fröhlichen Nachmittag bei Kaffee

und Kuchen.

Gemeinschaft im Haus tut gut

Angehörige kümmern sich um Bewohner im Haus Judith

„Sie bringen die Welt in unser Haus!“

Helga Müller sagt: „Die Bewohner haben wir ein

Stück weit ins Herz geschlossen und wir freuten

uns, dass sie als Gäste an diesem Tag mit dabei

waren.“ Im November vor zwei Jahren ist Helga

Müllers Mutter nach ein paar Wochen Kurzzeitpfle-

ge auf eigenen Wunsch im Haus Judith eingezogen.

„Gesundheitlich geht es ihr hier viel besser

und die Gemeinschaft im Haus tut ihr sehr gut“,

stellt Helga Müller fest, die ihre Mutter im Wechsel

mit ihren beiden Schwestern täglich besucht. Auf

Wunsch könne sie sich zurückziehen, sie könne

aber auch kleine Spaziergänge machen und die

Geschäfte seien gut zu erreichen. „Meine Mutter

hat hier eindeutig mehr Lebensqualität als in ihrer

eigenen Wohnung, in der sie am Schluss sehr einsam

war.“ Aber auch zu vielen der 30 Bewohner

des Altenpflegeheims pflegt Helga Müller einen

guten Kontakt. Zwei bis drei Mal pro Monat engagiert

sie sich ehrenamtlich beim Kaffeenachmittag,

wo sie zum Beispiel gemeinsam mit den Senioren

singt oder ihnen vorliest. Außerdem ist sie Mitglied

im ökumenischen Helferkreis, der regelmäßig

Senioren in Weingarten besucht. „Ich finde es

schön, auch für andere alte Menschen da zu sein“,

sagt Helga Müller zu ihrer Motivation. Ganz nebenbei

erfährt man, dass sie häufig einen schönen

Blumenstrauß aus dem eigenen Garten für das

Atrium des Hauses arrangiert. Siegfried Müller

pflegt durch einen „Rentnerjob“ als Hausmeister

im benachbarten Kindergarten St. Elisabeth ebenfalls

einen guten Kontakt zum Haus Judith. Regelmäßig

kommen die Kindergartenkinder ins Haus,

um mit den Senioren zu feiern. „Jedes Jahr werden

ein gemeinsames Sommerfest und auch ein

Martinsumzug mit Laternen veranstaltet“, erzählt

Siegfried Müller.

Dass viele Angehörige nicht nur die eigenen Eltern

besuchen, sondern sich auch um die anderen Bewohner

kümmern, habe sich im Haus Judith zu

einer Kultur entwickelt und mache einen Teil der

Atmosphäre aus, sagt die Einrichtungsleiterin.

Zum Beispiel wird ein Gemüsebeet von Angehörigen

gemeinsam mit Bewohnern, die auf den Rollstuhl

angewiesen sind, gepflegt. Angehörige

bringen Beeren mit und kochen gemeinsam mit

den Senioren Marmelade. Und natürlich wird auch

wieder für den Weihnachtsmarkt gebastelt. „Sie

bringen die Welt in unser Haus“, dankt Katharina

Schelling allen engagierten Ehrenamtlichen und

Angehörigen. ❑


19 PRAXIS

Seit zehn Jahren sind die Lebensräume Hergensweiler wichtiger Bestandteil des

sozialen Netzes der Gemeinde.

Bürgermeister Georg Betz (links) und Geschäftsführer

Gerhard Schiele dankten Gemeinwesenarbeiterin Inge

Bussmann-Hirscher für ihr Engagement.

Lebensräume Hergensweiler feiern zehnjähriges Jubiläum

Die Hausgemeinschaft ist das Beste

HERGENSWEILER – Ihr zehnjähriges Jubiläum begingen

die Lebensräume für Jung und Alt der St.

Anna-Hilfe in Hergensweiler mit einer Feier im

Gemeinschaftsraum der Wohnanlage: Vertreter

der Liebenauer Altenhilfe und der Kommune waren

eingeladen. Allem voran war es aber das Fest

der Bewohner. Denn sie setzen das Konzept des

Mehrgenerationenwohnens im Alltag um.

Text: Anne Oschwald, Fotos: Anne Oschwald, Stefan Söll

„1997 wurden die Verträge geschlossen“, sagte

Gerhard Schiele, der Geschäftsführer der St. Anna-Hilfe,

rückblickend über das Entstehen der

Wohnanlage nach dem damals neuartigen Konzept.

„Heute spricht jeder vom Mehrgenerationenwohnen“,

ergänzte er und verdeutlichte damit die Vorreiterrolle

der Lebensräume.

Die Wohnanlagen mit Selbst- und Nachbarschaftshilfe

als zentrale Eigenschaften besäßen einen

präventiven Charakter. Dies belegte wissenschaftlich

unter anderem das vier Jahre dauernde trägerübergreifende

SONG-Projekt, unter Federführung

der Bertelsmann Stiftung. Im Rahmen der

Studien wurden die Lebensräume als sehr zukunftsweisend

dargestellt. Durch die tragfähigen

Netzwerke in der Nachbarschaft bleiben ältere

Menschen länger gesund, der Pflegebedarf folglich

gering, was auch einen volkswirtschaftlichen

Nutzen mit sich bringt. Die Bewohner erfahren

eine höhere Lebensqualität. Sowohl sie als auch die

Angehörigen werden entlastet.

Projekt mit Erfolgsgeschichte

Die Wohnanlage in Hergensweiler war die 14. von

inzwischen 24 Wohnanlagen. Weitere zwei sind

derzeit in Planung. Schiele ließ keinen Zweifel da-

ran, dass Lebensräume nur gelingen können, wenn

die Kommune dahinter steht. Er dankte den Vertretern

der Gemeinde Hergensweiler dafür, dass

sie den Mut hatten, einen neuen Weg zu gehen.

Sein Dank galt auch den Wohnungseigentümern,

die in eine Sozialimmobilie investierten, und vor

allem den Bewohnern, die die Lebensräume zu dem

machen, was sie sind.

Laut Bürgermeister Georg Betz ist die Kommune

froh, dass es die Wohnanlage in Hergensweiler

gibt. Im Vorfeld habe es auch Stimmen gegeben,

die das Konzept für eine kleine Kommune wie Hergensweiler

hinterfragten. „Das Ganze wurde zur

Erfolgsgeschichte“, zog Betz Bilanz. „Der Bedarf

war da und ist es heute noch.“

Gemeinwesenarbeiterin Inge Bussmann-Hirscher

stellte die Bewohner in den Mittelpunkt. Sie organisieren

ihre gemeinsamen Aktivitäten weitgehend

selbst, und auch bei der Ausrichtung der Jubiläumsfeier

waren sie federführend. Von den 20 Bewohnern

ist Martin Nitsche mit 20 Jahren der

jüngste. Er lebt von Anfang an mit seinen Eltern in

der Wohnanlage. Horst Gartmann ist mit 82 Jahren

der älteste Bewohner der Lebensräume. Er brachte

das Lebensgefühl auf den Punkt: „Die Hausgemeinschaft

ist das Beste.“ Bewohnerin Sigrid Große

schilderte in ihrem adaptierten Märchen Rotkäppchen,

wie agil und geschäftig die „Omas“ aus den

Lebensräumen sind. Die musikalische Umrahmung

gestaltete das Bläser-Quintett Hergensweiler. ❑


20 PRAXIS

Maria Schuster unterstützt die 30 stationären Einrichtungen

der Liebenauer Altenhilfe in der Seelsorge.

LIEBENAU – Maria Schuster ist die neue Seelsorgeverantwortliche

für die drei Altenhilfegesellschaften

der Stiftung Liebenau angetreten. Die

Theologin sorgt für die religiösen Belange und

Bedürfnisse der Menschen in 30 Häusern in Süddeutschland.

Text: Claudia Wörner, Foto: Felix Kästle

Maria Schusters Vorgänger Paul-Theo Thonnet

verantwortete die Seelsorge für die stationären

Altenhilfeeinrichtungen der Stiftung Liebenau

sowie für das Stationäre Hospiz im Franziskuszentrum

Friedrichshafen. Maria Schuster ist mit ihrer

40-Prozent-Stelle als Seelsorgeverantwortliche für

die drei Altenhilfegesellschaften mit 30 Häusern

zuständig.

Vor Ort hat jedes der Häuser eine Seelsorgebeauftragte.

„Sie kommen aus allen Berufsfeldern,

haben im Haus entsprechende Arbeitsgebiete und

werden für die Seelsorgetätigkeit freigestellt“,

erklärt Maria Schuster. Sie halten Kontakt mit den

katholischen und evangelischen Kirchengemeinden

und sind Ansprechpartner für die Bewohner, Angehörigen

und Mitarbeiter im religiösen Bereich.

Maria Schuster wiederum ist ihre Ansprechpartnerin

und aktuell noch dabei, die Einrichtungen

und die Seelsorgebeauftragten vor Ort kennen zu

lernen. „Sie tun sehr, sehr viel und es ist erstaunlich,

wie sie die religiöse Begleitung der Bewohner

ernst nehmen und ideenreich umsetzen“, sagt

Maria Schuster über ihre ersten Eindrücke. Daran

gelte es konzeptionell weiter zu arbeiten, außer-

Maria Schuster: neue Seelsorgeverantwortliche für die Altenhilfe

Religiöse Begleitung im Blick

dem zu schauen, wo die Seelsorgebeauftragten

Hilfe und Unterstützung brauchen.

Zusammenarbeit hat besonderen Reiz

Um Fragen und Probleme zu klären, trifft sich

Maria Schuster viermal im Jahr mit den Seelsorgebeauftragten

in Liebenau beziehungsweise in

Dußlingen zu Arbeitskreisen. Neben theoretischen

Einheiten wie zum Beispiel „Spiritualität im Alter“

kommen hier auch praktische Dinge zur Sprache

wie die religiöse Gestaltung der Feste und Zeiten

im Kirchenjahr. Außerdem gehören die Vorbereitung

des geistlichen Tages für alle Mitarbeiter der

Stiftung Liebenau in Zusammenarbeit mit dem

Pastoralen Dienst sowie die Konzeption von Fortbildungen

und Workshops im Bereich Altenhilfe zu

den Aufgaben der Theologin. Wichtig sei ihr auch

die Vernetzung und Kooperation der Seelsorge mit

den örtlichen Kirchengemeinden und in die Diözese

beziehungsweise die Caritas hinein. Außerdem

stehen gemeinsame Projekte mit der Hochschule

Weingarten an. „Ich habe eine sehr spannende

Aufgabe“, so Maria Schuster. Vor allem die Zusammenarbeit

mit vielen verschiedenen Menschen sei

für sie sehr reizvoll.

Seelsorge ist Auswahlkriterium

Sie weiß, dass die religiöse Begleitung für viele ältere

Menschen und ihre Angehörigen sehr wichtig

ist. „Häufig ist sie ein wichtiges Kriterium, sich für

gerade diese Einrichtung zu entscheiden.“ Künftig

gelte es, die seelsorgerliche Begleitung der

Menschen unter dem Dach der Altenhilfegesellschaften

weiter zu entwickeln. Ein wichtiges Thema

sei zum Beispiel die Seelsorge für Menschen

mit Demenz. „Auch sie haben spirituelle Bedürfnisse,

die sie vielleicht nicht so äußern können“,

weiß Maria Schuster. Ein Thema der Zukunft sei

der Umgang mit Menschen, die anderen Religionen

angehören. Nicht zuletzt gehört auch die Sterbebegleitung

zu den Aufgaben von Maria Schuster. ❑


21 PRAXIS

LIEBENAU – 131 langjährige Mitarbeiter der Altenhilfegesellschaften

der Stiftung Liebenau feierten

ihr Dienstjubiläum. Geschäftsführer Stefanie

Locher und Gerhard Schiele dankten für Engagement,

Loyalität, Menschlichkeit und die Bereitschaft

sich auf Veränderung einzulassen.

Text/Foto: Claudia Wörner

„Die große Anzahl der Jubilare macht uns stolz.

Heute wollen wir Sie in den Mittelpunkt stellen,

danke sagen und zum Ausdruck bringen, wie wichtig

Sie uns sind mit Ihrem Engagement“, begrüßte

Stefanie Locher knapp 70 Jubilare im Schloss der

Stiftung Liebenau. Von zehn bis hin zu 35 Jahren

seien sie im Dienst am und für den Menschen tätig.

Das eigene Leitbild „In unserer Mitte – Der Mensch“

stehe in der Praxis dafür, gute und machbare

Wege zu finden – sowohl für die Bewohner als

auch für die Mitarbeiter, fuhr Stefanie Locher fort

und nutzte die Gelegenheit zum Dank: für die lange

Jahre geleistete Arbeit, das Durchhalten, auch

wenn es einmal nicht ganz so einfach war, für

Fachwissen und Wissenstransfer, für Stabilität,

Loyalität und die Freude am Beruf. Ganz besonders

hob die Geschäftsführerin die ehrenamtlichen Beiträge

der Jubilare hervor.

Gerhard Schiele ergänzte, dass nach wissenschaftlichen

Untersuchungen in der Altenhilfe Freundlichkeit

ebenso wichtig wie Fachlichkeit sei. „Wir

stellen Beziehung zur Verfügung. Jedes Haus hat

seine individuelle Kultur, und Sie als langjährige

Mitarbeiter prägen diese entscheidend mit“, so

Schiele.

Die Jubilare der Altenhilfe:

10 Jahre: Paulina Deibert, Renate Haiber, Natalia

Acker, Annette Dehmer, Elisabeth Eisele, Heiderose

Grabowski, Carola Kister, Maria Ott, Walter Scheu,

Monika Bochtler, Nadesda Damm, Pauline Fleischer,

Pia Hohenegger, Magdalena Karrer, Annaliese

Lurtz, Marianne Munini, Angelika Rid, Maria-Anna

Schneck, Horst Schaffer, Elena Krieger, Gerlinde

Ebenhoch, Ulrike Enzinger, Melanie Janssens,

Edeltraud Mader, Jutta Zeugner, Petra Matern,

Beate Bendel, Benjamin Sambolec, Julia Reichner,

Anneliese Volk, Linda Baumbach, Luba Kammerlocher,

Elmar Neff, Traudel Rosenacker, Brigitte

Rutta, Irina Ustinov, Sonja Müller, Theresia Behr,

Petra Krebs, Elisabeth Lanz, Hannelore Lehnigk,

Annemarie Riedesser, Elvira Strobel, Marika Thoma,

Regina Bottländer, Ingrid Brändle, René Fraas,

Jubilarehrung der Altenhilfegesellschaften der Stiftung Liebenau

Mitarbeiter prägen die Kultur

Rekordverdächtig ist die hohe Zahl der Jubilare der Altenhilfegesellschaften

der Stiftung Liebenau

Vera Kleefeldt, Heinz Pack, Silvia Remensperger,

Sybille Spoor, Petra Trunk, Marlies Rist, Wolfgang

Reck, Fred von der Warth, Jutta Garamella, Daniela

Hauke, Gabriele Bayer, Roswitha Schindlböck, Rahima

Klanac, Gertrud Brielmaier, Lilija Evstegneev,

Sabina Kutscha, Lucia Müller, Helene Kihn, Katharina

Pfefferkorn, Gisela Schatton, Inga Ketschik, Monika

Knödler, Benjamin Mayer, Lydia Schönknecht,

Daniela Straßburger, Andre Weber, Josef Sommer,

Gerlinde Benzinger, Elke Andris, Elke Bucher, Dorothea

Kopp, Wolfgang Schlesinger, Alexander Zimmermann,

Nicole Gjaic, Maria Eichholz, Ina Mysak,

Ulrike Seidel, Darius Jagodzinski, Maria Kieble, Iris

Kleofas, Petra Riedesser und Andreas Müller.

15 Jahre: Sabine Beck, Nancy Beutling, Ina Graßhoff,

Kerstin Richter, Kathrin Stöckeler, Dorothea

Fiebrich, Ingeborg Heubach, Gerlinde Birk, Georg

Schlegel, Angelika Steinhauser, Elvira Stempfle-

Cannello, Sabine Büchelmaier, Irena Veser, Rosa

Wilhelm, Tatjana Gudi, Theresia Walter und Lucia

Jäger.

20 Jahre: Brunhilde Dorn, Hildegard Mayer, Uli

Bächle-Pfau, Ingrid Scholz, Monika Roth, Birgit

Baumgardt, Brigitte Schärmer, Monika Schmid,

Rozinka Marjanovic, Monika Greil, Margarethe

Kreis, Helga Müller, Gertrud Nagel, Irmgard Bestler,

Maria Petuker, Johannes Metzler, Joachim Tornow

und Irmtrud Kanzler.

25 Jahre: Danuta Pietrek, Gabriele Jäger,

Eva König und Antje Braun.

30 Jahre: Betha Küble und Anni Weber.

35 Jahre: Monika Ehrle. ❑


22 PRAXIS

Der kleinste Zirkus der Welt begeistert alte Menschen

Altenpflegeheim wird zur Manege für 70 Tiere

WOLFEGG – Haustiere als treue Begleiter der

Menschen erfreuen nicht nur Kinder besonders,

sondern können auch alten Menschen Lebensfreude

geben. Die Vorstellung vom Zirkus Liberta mit

über 70 Haustieren bot den bejahrten Bewohnern

vom Spital Neutann ein gutes Stück Lebensfreude.

Text: Gabriele Hoffmann, Schwäbische Zeitung,

Foto: Beatrix Merk

Hoch über der Wolfegger Ach, genau gegenüber

von Alttann, liegt das Spital Neutann, das zur Heilig

Geist – Leben im Alter gGmbH gehört. Idyllisch

von Wiesen und Wald umgeben verbringen hier

meist hochbetagte Menschen ihren Lebensabend,

im sanierten Schlösschen oder in dem neu gebauten

Haus. Wer hier lebt, dessen Lebensumfeld ist

durch mancherlei Gebrechen eingeschränkt und

spielt sich zumeist im engen Rahmen ab. Die Abwechslung

kommt von außen. Mit großer Freude

wurde da das Gastspiel vom Zirkus Liberta mit seinen

mehr als 70 Tieren aufgenommen. Das Geburtstagsgeschenk

für eine Bewohnerin wurde

zum Geschenk für alle.

Hunde und Pinguine machen Mätzchen

Schon am frühen Nachmittag tummelten sich ungewohnte

Gäste auf dem Areal. Tauben, Hühner aller

Rassen und Farben, Gänse, Truthühner, Hunde,

Katzen und sogar ein Mini-Pinguin erfüllten mit

Gegurre, Gegacker und Geschnatter die Luft. Zirkus

Liberta ist kein Großunternehmen mit Tigern

und Elefanten im Gepäck. „Die mag ich zwar auch“,

sagt Zirkusdirektor, Dompteur und Alleinunterhal-

ter Dieter Schetz, aber lieber in freier Wildbahn,

in Afrika oder Indien.” Der Zirkus Liberta ist laut

Guinness-Buch der Rekorde der kleinste Zirkus der

Welt und Zirkusdirektor Schetz Herr über rund

150 Tiere, die mit ihm und seiner Frau auf einem

Bauernhof im Allgäu leben. „Meine Partner“ nennt

sie der Zirkusdirektor und bekräftigt, dass seine

Tiere alle Dressuren freiwillig und ohne Zwang machen.

Sein Anliegen: den Menschen zu zeigen, dass

Harmonie zwischen Mensch und Tier möglich ist,

das alles funktionieren kann, aber nicht muss. „Wir

spielen während des Auftritts ein Spiel, das allen

gefallen soll“, sagt er und wirft eine Handvoll Futter

in die „Manege“ ohne Gitter und schon stürzen

sich die Tauben aus dem fahrbaren Taubenschlag

und alle anderen 70 Tiere, die er mitgebracht hat,

darauf und wuseln auf einem Haufen durcheinander.

Bei den kleinen Kunststückchen, die er mit

den Tieren vorführt, spielt die Saitenwurst eine

tragende Rolle. Das Publikum wird einbezogen.

So wird ein junger Mann zum Helfer, bei einem

Bewohner sitzt das Konfetti bis zum Ende der

Vorstellung auf der Glatze. Ob im Rollstuhl oder

auf der Bank: Alle folgen interessiert dem Geschehen.

Als ein Bewohner dann doch lieber wieder ins

gewohnte Zimmer zurück möchte, ist das auch

kein Problem. Bei allen anderen überwog sichtbar

die Freude über die Abwechslung. Erinnerungen

wurden wach. „Solche Hühner hatte ich auch“,

freut sich eine Bewohnerin. Eine andere streichelt

versonnen den kleinsten der Hunde.

Zum Abschluss gab es für die Bewohner vom Spital

Neutann, ihre Angehörigen und die Gäste ein herzhaftes

Vesper. ❑

Kleiner Zirkus mit großer Wirkung: die Bewohner vom Spital Neutann genossen die Vorführungen der über 70 Tiere unter

der Leitung von Zirkusdirektor Dieter Schetz.


23 PRAXIS

Offenes Singen im Franziskuszentrum in Friedrichshafen: Anlass war

der Weltalzheimertag am 21. September.

BODENSEEKREIS – Am 21. September ist Weltalzheimertag.

In diesem Jahr fanden dazu im Bodenseekreis

von der Arbeitsgemeinschaft Altenhilfe

unter Federführung des Landratsamtes verschiedene

Angebote statt. Die AG ist ein Zusammenschluss

aller Akteure im Bereich der Altenhilfe

im Bodenseekreis, neben Einrichtungen auch Fachkräfte

und freiwillig Engagierte.

Text: Anne Oschwald, Foto: Sybille Löhle-Rauscher

Projekt des Europäischen Sozialfonds

Jugend gefragt

VERINGENSTADT – Nachdem sich schon viele Bürger

in Veringenstadt in einer „Zukunftswerkstatt“

zusammengeschlossen haben, um die Zukunft ihrer

Gemeinde selbst aktiv in die Hand zu nehmen,

sollen nun verstärkt die Jugendlichen der Stadt

angesprochen werden. Durch den Europäischen

Sozialfonds „Stärken vor Ort“ entsteht in den

nächsten Monaten das Projekt „Nach-kommen“.

Text: Marina Wetzel, Foto: Anne Oschwald

Magdalena Hüsler wird als FSJ-lerin dieses Projekt

federführend leiten. Im Rahmen einer Zukunftswerkstatt

sollen sich Jugendliche, vor allem mit

Migrationshintergrund, an der zukünftigen Entwicklung

ihrer Stadt aktiv beteiligen. Ihnen wird

die Möglichkeit gegeben, ihre Wünsche als Bürger

der Stadt einzubringen und diese in die Realität

umzusetzen. Jugendliche aus allen sozialen Schichten

sollen in einer entspannten Atmosphäre bei

regelmäßigen Treffen verschiedene Ideen entwickeln,

gemeinsam ausarbeiten und umsetzen. So

Aktionen zum Weltalzheimertag

Offenheit für

Demenz

Demenz ist noch immer ein Tabuthema. Die Veranstaltungsreihe

sollte dazu beitragen, dass offener

über die besondere Situation demenziell erkrankter

Menschen und die damit verbundenen Anforderungen

an die Angehörigen, Nachbarn und

Freunde gesprochen wird. Allein in den Häusern

der Liebenauer Altenhilfegesellschaften stieg die

Zahl der Bewohner mit einer demenziellen Erkrankung

im Jahr 2008 von 702 auf 815 Personen.

Mit offenem Singen beteiligte sich das Franziskuszentrum

Friedrichshafen. Im Haus St. Konrad

in Kressbronn wurde eine Segensfeier speziell für

demenziell Erkrankte gestaltet. Albert Stöckle, der

die Segensfeier mit rund 40 Besuchern leitete,

spendete den demenzkranken Menschen zusammen

mit den anderen pastoralen Helfern und Betreuern

den Segen. „Bei einigen Menschen ist es

mir richtig unter die Haut gegangen“, war Albert

Stöckle sichtlich gerührt. ❑

Altenhilfe-Geschäftsführer Gerhard Schiele (links) erhielt

von Franz-Josef Schnell (Sozialdezernent Landkreis Sigmaringen)

den Förderbescheid für das Projekt „Nachkommen“.

soll nicht nur die Infrastruktur von Veringenstadt

gestärkt werden. Vielmehr sollen die Jugendlichen

durch ihre Eigeninitiative und durch die Gruppe,

Stärke, Halt und Empowerment erfahren: also

Hilfe zur Selbsthilfe. ❑


24 KURZ UND BÜNDIG

Sanierung hat begonnen

MÜNCHEN – Nach einer längeren Planungsphase

haben im Juli 2009 die umfangreichen Sanierungsarbeiten

im Haus St. Elisabeth in München-Fürstenried

begonnen. Das Haus, das seit April 2002

zur St. Anna-Hilfe gehört, wurde in den Jahren

1966/67 zur Nutzung als Altenheim für rüstige

ältere Personen gebaut.

Sowohl das Alter des Gebäudes und der technischen

Anlagen als auch die heutigen Anforderungen

an ein Altenpflegeheim haben die Sanierung

erforderlich gemacht. Das Haus verfügt nach

dem Umbau über 126 Plätze für Bewohner in allen

Pflegestufen sowie über 18 Heimgebundene Wohnungen

für rüstige Senioren.

Die 126 Plätze werden auf sieben Wohngruppen

verteilt. Die Wohneinheiten bilden den Mittelpunkt

für die Bewohner. Hier finden künftig auch die

Betreuungsangebote statt, ebenso werden die

Japanerin kommt zum

Essen nach Veringenstadt

VERINGENSTADT/TOKIO – Das Internet macht’s

möglich: Bei der Recherche im Rahmen ihrer

Stiftung Liebenau gedenkt

ihrer Euthanasie-Opfer

LIEBENAU – Am 27. Januar 2010 wird die Stiftung

Liebenau sich erstmals mit einer eigenen Veranstaltung

am nationalen Gedenktag für die Opfer

des Nationalsozialismus beteiligen. 512 Menschen

war damals das Lebensrecht aberkannt worden.

501 von ihnen wurden in den Gasmordanstalten in

Grafeneck und Hadamar umgebracht. Die Deportationen

fanden in den Jahren 1940/41 statt.

Schon vor 20 Jahren hatte die Stiftung Liebenau

die Ereignisse von damals aufgearbeitet und in

einer Broschüre veröffentlicht. Und bereits seit

gemeinsamen Mahlzeiten in der jeweiligen Wohngruppe

eingenommen. Bewohner, die demenziell

erkrankt sind, wohnen zukünftig im Erdgeschoss.

Von hier aus können sie die zum Haus gehörende

großzügige Gartenanlage nutzen. ❑

Text: Bernd Reik, Foto: Archiv

Marktforschung zu verschiedenen Wohnmodellen

für alle Generationen gelangte eine Japanerin im

Internet auf die Seite der Lebensräume für Jung

und Alt Veringenstadt. Nach Durchsicht der Seite

entschloss sich die in Tokio lebende Marktforscherin

zu einem Besuch des Mehrgenerationenhauses.

wo sie und ihre Begleiterin von den Gemeinwesenarbeiterinnen

Angelika Dietmann und Monika

Lehmann empfangen wurde. Die Gäste aus Japan

trafen auch auf eine Besuchergruppe aus Nürtingen.

Zwischen den Besuchern ergaben sich sofort

internationale Gespräche zum Thema ehrenamtliches

Engagement. Der Besuch endete mit einem

gemeinsamen Essen beim Offenen Mittagstisch,

einem wichtigen Angebot für die Bewohner der

Lebensräume und für die Bürger der Stadt. ❑

Text: Anne Oschwald, Foto: privat

1970 hat ein Gedenkstein mit den Namen aller

Ermordeten einen festen Platz in der Liebenauer

Kirche. Erst vor kurzem ist eine von der Stiftung

Liebenau unterstützte neue Dokumentation entstanden,

die Liebenauer Archivmaterial und auch

Material aus anderen Archiven bündelt, darunter

auch einige Krankenakten. Ein weiterer Beitrag

dazu, die Ermordeten dem Vergessen zu entreißen

und ihr Schicksal in der Erinnerung wach zu halten.

Die Gedenkveranstaltung beginnt um 17.30 Uhr in

Liebenau. ❑

Text: Susanne Droste-Gräff


25 KURZ UND BÜNDIG / PRAXIS

Start für 42 Azubis

LIEBENAU – 42 Auszubildende haben im September

2009 ihre Ausbildung in einer der drei Altenhilfegesellschaften

der Stiftung Liebenau begonnen,

die meisten von ihnen als Altenpfleger sowie

Altenpflegehelfer. Sie werden in den kommenden

Jahren in den zahlreichen Einrichtungen der St.

Anna-Hilfe, der Liebenau – Leben im Alter gGmbH

und der Heilig Geist – Leben im Alter gGmbH ihren

Beruf erlernen und dabei Menschen im Herbst

ihres Lebens begleiten, betreuen und pflegen.

Zusammen mit den neuen Lehrlingen aus den anderen

Tochtergesellschaften und der Holding

der Stiftung Liebenau wurden auch die Altenhilfe-

Azubis zum Auftakt ihrer Ausbildung bei einem

Einführungstag über die Geschichte, den Organi-

Expertin doziert zum Thema Expertenstandards

Zusammenarbeit mit Pflegewissenschaftlern

LIEBENAU – Hochkarätige Wissenschaftlerin bei

den Altenhilfe der Stiftung Liebenau: Zu einer

Gastvorlesung konnten die Verantwortlichen Anfang

Oktober Dr. Astrid Elsbernd von der Hochschule

Esslingen gewinnen. Die Pflegewissenschaftlerin

lehrt an der Fakultät Soziale Arbeit,

Gesundheit und Pflege. Ihr Gastreferat vor rund

50 Pflegekräften und Pflegeverantwortlichen

widmete sie schwerpunktmäßig den nationalen

Expertenstandards.

Text/Foto: Anne Oschwald

Ausgesprochen fachspezifisch und gleichwohl

lebendig brachte Astrid Elsbernd ihr Wissen an die

Pflegekräfte der drei Altenhilfegesellschaften.

Über jede Menge fachliche Begriffe näherte sich

die Dozentin dem Thema Expertenstandards, wie

sie zur Sturzprophylaxe, zum Schmerzmanagement,

zur Dekubitusprophylaxe, Kontinenz und

Ernährung geschaffen wurden und von den Einrichtungen

der Liebenauer Altenhilfe weitgehend

einführt sind. Entwickelt werden die nationalen

Expertenstandards vom „Deutschen Netzwerk

für Qualitätsentwicklung in der Pflege“ (DNQP),

in dem auch Astrid Elsbernd Mitglied ist. Seit

1998 entwickelt die Gruppe hochkarätiger Pflegewissenschaftler

diese Standards, der erste zur

Dekubitusprophylaxe, der 1999 eingeführt wurde.

Die Arbeit und der Input der Fachleute gründen

weitgehend auf ehrenamtlichem Engagement. Nur

ein Teil der Arbeit wird fremdfinanziert.

Die Expertenstandards, die national verbindlich

sind, dienen der Sicherung und Weiterentwicklung

sationsaufbau und die Philosophie der Stiftung

informiert. Und bei einer Besichtigung verschiedener

Einrichtungen konnten sie zudem gleich

einen ersten Blick in die praktische Arbeit in

Liebenau werfen. ❑

Text/Foto: Christof Klaus

Die Pflegewissenschaftlerin Dr. Astrid Elsbernd (2.v.l.) wurde

von den Geschäftsführern Stefanie Locher und Gerhard

Schiele (rechts) sowie dem Qualitätsbeauftragten Achim

Hollenbach für einen Fachvortrag zur Implementierung von

Expertenstandards eingeladen.

der Qualität in der Pflege. Die Pflegewissenschaftler

haben sich zur Aufgabe gemacht, die wissenschaftlich

begründeten Qualitätsniveaus immer

wieder auf ihre Aktualität zu überprüfen und zu

evaluieren.

Vor allem das Thema der Implementierung in den

eigenen Einrichtungen dürfte für die Teilnehmer

des Fachtages interessant gewesen sein. Die Einrichtungen

müssen zielgruppen- und einrichtungsspezifische

Instrumente und Verfahrensanweisungen

auf allen Ebenen entwickeln. Die Einführung

eines Expertenstandards dauere mindestens

ein Jahr, so Elsbernd. „Lieber langsam und behutsam

implementieren als schnell und schlecht“,

lautete der Rat der Wissenschaftlerin. Sie machte

für die Aufgabe aber auch Mut und meinte: „Es ist

eine schwere Arbeit, lassen Sie sich unterstützen.“

Zum Beispiel von ihr selbst. ❑


26 PRAXIS

Neue Kooperation zwischen Gemeinde und St. Anna-Hilfe

Beratungsangebot für Immenstaader Senioren

Gut beraten im Alter: (hinten v.l.) Immenstaads Bürgermeister Jürgen

Beisswenger, Rathausmitarbeiterin Petra Spornik und Gerhard Schiele,

Geschäftsführer der St.-Anna-Hilfe, sowie Gemeinwesenarbeiterin

Sonja Gröner (sitzend) bei der Vorstellung des neuen Serviceangebots

für Senioren in Immenstaad.

IMMENSTAAD – Senioren und ihre Angehörigen

können sich seit kurzem in den Lebensräumen

für Jung und Alt am Rathaus fachkundig zu allen

Fragen rund um das Wohnen und Leben im Alter

beraten lassen. Dieses neue Angebot ist eine Kooperation

zwischen der Gemeinde Immenstaad und

der St. Anna-Hilfe. Es soll älteren Menschen dabei

helfen, möglichst selbstständig und gut versorgt

zu leben.

Text/Foto: Christof Klaus

Mit den Lebensräumen für Jung und Alt, der Sozialstation

St. Anna sowie dem Altenpflegeheim St.

Vinzenz Pallotti ist die St. Anna-Hilfe bereits seit

Jahren in Immenstaad präsent. Mit dem neuen Angebot

wird nun die Zusammenarbeit mit der Gemeinde

am Bodensee noch weiter ausgebaut.

Senioren und ihre Angehörigen können sich seit

diesem Oktober fachlich kompetent und ganz individuell

in einer wöchentlichen Sprechstunde in den

Lebensräumen beraten lassen. Ansprechpartnerin

ist die Gemeinwesenarbeiterin Sonja Gröner.

Mit dem Kooperationsvertrag mit der St. Anna-Hilfe

– so Bürgermeister Jürgen Beisswenger – wolle

man die „bisher sehr gute Zusammenarbeit auch

in diesem Bereich fortsetzen“. Der Bedarf für ein

solches Angebot sei einfach da, ist sich der Rathauschef

angesichts des auch in seiner Gemeinde

steigenden Anteils älterer Menschen sicher. Mit

der Herausgabe eines „Seniorenwegweisers“ habe

man diesen Bürgern auch bereits ein informatives

Serviceheft an die Hand gegeben. Eine umfassende

Einzelfallberatung könne man jedoch auf

Seiten der Kommune nicht leisten: „Dazu fehlt uns

im Rathaus natürlich die Fachkompetenz.“

Auf Erfahrungen gesetzt

Deshalb hat man diese Aufgabe der Gemeinwesenarbeiterin

Sonja Gröner anvertraut, die seit

zwei Jahren in den Lebensräumen für Jung und

Alt tätig ist und sich daher mit den Strukturen

der Gemeinde bestens auskennt. So ist sie über

alle Hilfsangebote im Ort im Bilde und kann die

Senioren dementsprechend umfassend beraten

– sei es in Sachen Essen auf Rädern, ambulante

Dienste, die altengerechte Umgestaltung der eigenen

Wohnung oder in Bezug auf mögliche finanzielle

Unterstützungen. Gröner betont dabei die

Neutralität der Beratung. Ihr ist es wichtig, auf die

Ressourcen der Senioren einzugehen und darüber

hinaus auf einen Hilfemix aus professioneller und

ehrenamtlicher Unterstützung zu setzen.

„Die Altenhilfe hat sich in den letzten zehn, fünfzehn

Jahren komplett verändert“, erklärt Gerhard

Schiele, Geschäftsführer der St. Anna-Hilfe. So

gebe es heute eine Vielzahl möglicher Arrangements

für unterstützungsbedürftige Senioren.

Dadurch sei es mitunter jedoch auch unübersichtlicher

geworden, was eine individuelle und fachkompetente

Beratung sinnvoll macht. Vorteil der

St. Anna-Hilfe sei es, durch die gute Infrastruktur

und Vernetzung innerhalb des Sozialunternehmens

auch bei plötzlich eintretender Pflegebedürftigkeit

kurzfristig Hilfe organisieren zu können. Oberstes

Ziel bei allen Bemühungen bleibt, den Senioren

im Ort, so lange es geht, ein selbstständiges

Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.

Eines der größten Probleme im Alter stellt für

Gerhard Schiele die Gefahr der Vereinsamung dar:

„Einsamkeit führt am schnellsten zur Pflegebedürftigkeit.“

Deshalb sei es wichtig, über niederschwellige

Angebote gegenseitige Kontakte zu

ermöglichen. Und dazu gibt es in den Immenstaader

Lebensräumen Gelegenheiten genug. Täglich

finden dort diverse Veranstaltungen für und mit

Senioren statt. Und: „Alle Angebote unseres Hauses

sind für sämtliche Bürger offen“, betont Sonja

Gröner. ❑

Beratung:

Montags von 17 bis 18 Uhr, sowie nach Vereinbarung,

Lebensräume „Am Rathaus“, Schulstraße

24, 88090 Immenstaad.


27 ÜBERBLICK

Ansprechpartner und Standorte der St. Anna-Hilfe

und der Liebenau – Leben im Alter gGmbH

LANDKREIS RAVENSBURG

Amtzell

Lebensräume „Wilhelm-Koch-Weg“

40 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin: Inge Bussmann-Hirscher

Tel.: 07520 5599, Fax: 07520 5590

E-Mail: lebensraum.amtzell@st.anna-hilfe.de

Haus St. Gebhard

Einrichtungsleiterin: Sibylle Arana

Alten-/Pflegeheim 29 Plätze

Kurzzeitpflege: 1 Platz

Tagespflege: auch für externe Gäste

14 Seniorenwohnungen mit Dienstleistung

Kontakt für Heimaufnahme: Aloisia Birk

Tel.: 07520 959-0, Fax: 07520 959-123

E-Mail: gebhard@st.anna-hilfe.de

Bad Wurzach

Lebensräume „Am Schloss“

47 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin: Susanne Baur

Tel.: 07564 3179, Fax: 07564 91019

E-Mail: lebensraum.badwurzach@st.anna-hilfe.de

Baienfurt

Lebensräume Baienfurt

20 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin: Karin Bruker

Tel.: 0751 5699400, Fax: 0751 5699400

E-Mail: lebensraum.baienfurt@st.anna-hilfe.de

Sozialstation St. Anna Weingarten

Pflegedienstleiterin: Claudia Schnell

Tel.: 0751 56001-0, Fax: 0751 56001-23

E-Mail: sozialstation.weingarten@st.anna-hilfe.de

Baindt

Lebensräume „Am Dorfplatz“

28 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin: Monika Assfalk

Tel.: 07502 921650, Fax: 07502 921651

Sozialstation St. Anna Weingarten

Pflegedienstleiterin: Claudia Schnell

Tel.: 0751 56001-0, Fax: 0751 56001-23

E-Mail: sozialstation.weingarten@st.anna-hilfe.de

Isny

Haus St. Leonhard

Einrichtungsleiterin: Antje Bucher

Alten-/Pflegeheim: 43 Plätze

Kontakt für Heimaufnahme:

Antje Bucher/Margaretha Krötz

Tel.: 07562 9743-0, Fax: 07562 9743-20

E-Mail: leonhard@st.anna-hilfe.de

Ravensburg

Lebensräume „Weinbergstraße“

84 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiter: Harald Enderle

Tel.: 0751 2077, Fax: 0751 2010

E-Mail: lebensraum.weinbergstrasse@st.anna-hilfe.de

Lebensräume „Gänsbühl“

50 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin: Susanne Weiss

Tel.: 0751 3909, Fax: 0751 3910

E-Mail: lebensraum.gaensbuehl@st.anna-hilfe.de

Haus St. Meinrad

Einrichtungsleiter: Martin Beha

Alten-/Pflegeheim: 75 Plätze

Kurzzeitpflege: 5 Plätze

Tagespflege

16 Seniorenwohnungen mit Dienstleistung

Kontakt für Heimaufnahme: Maria Fessler

Tel.: 0751 7901-108, Fax: 0751 7901-199

E-Mail: martin.beha@liebenau-lebenimalter.de

Sozialstation St. Anna

Pflegedienstleiterin: Claudia Schnell

Tel.: 0751 7915656

E-Mail: sozialstation.ravensburg@st.anna-hilfe.de

Gut betreut zu Hause

Ansprechpartner: Harald Enderle

Tel.: 0751 7915368

sicher-wohnen.ravensburg@liebenau-lebenimalter.de


28 ÜBERBLICK

Vogt

Lebensräume Vogt

46 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin: Christa Welle-Lebherz

Tel.: 07529 63003, Fax: 07529 63004

E-Mail: lebensraum.vogt@st.anna-hilfe.de

Haus St. Antonius

Einrichtungsleiterin: Sibylle Arana

Alten-/Pflegeheim: 29 Plätze

Kurzzeitpflege: 1 Platz

Offener Mittagstisch

13 Seniorenwohnungen mit Dienstleistung

Kontakt für Heimaufnahme: Sibylle Arana

Tel.: 07529 97495-0, Fax: 07529 97495-111

E-Mail: sibylle.arana@liebenau-lebenimalter.de

Waldburg

Lebensräume Waldburg

35 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin: Christa Welle-Lebherz

Tel./Fax: 07529 3842

Weingarten

Adolf-Gröber-Haus

Einrichtungsleiter: Thomas Stocker

Alten-/Pflegeheim 112 Plätze

Kurzzeitpflege: 3 Plätze, Tagespflege: 10 Plätze

15 Seniorenwohnungen mit Dienstleistung

Kontakt für Heimaufnahme: Marianne Hardtke

Tel.: 0751 56091-0, Fax: 0751 56091-936

E-Mail: agh@st.anna-hilfe.de

Haus Judith

Einrichtungsleiterin: Katharina Schelling

Alten-/Pflegeheim: 29 Plätze

Kurzzeitpflege: 1 Platz

18 Seniorenwohnungen mit Dienstleistung

Kontakt für Heimaufnahme: Katharina Schelling

Tel.: 0751 56069-0, Fax: 0751 56069-123

E-Mail: katharina.schelling@st.anna-hilfe.de

Sozialstation St. Anna

Pflegedienstleiterin: Claudia Schnell

Tel.: 0751 56001-0, Fax: 0751 56001-23

E-Mail: sozialstation.weingarten@st.anna-hilfe.de

Familienpflege

Einsatzleiterin: Monika Assfalk

Tel.: 0751 56001-19

Nachbarschaftshilfe

Einsatzleiterin: Jutta Geissler

Tel.: 0751 56001-19

BODENSEEKREIS

Brochenzell

Haus St. Josef

Einrichtungsleiterin: Claudia Senf

Alten-/Pflegeheim: 63 Plätze, Kurzzeitpflege: 1 Platz

5 Seniorenwohnungen mit Dienstleistung

Kontakt für Heimaufnahme: Claudia Senf

Tel.: 07541 4017563, Fax: 07541 4017564

E-Mail: josef@st.anna-hilfe.de

Eriskirch

Lebensräume Eriskirch

20 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin: Beatrix Hoch

Tel.: 07541 4017563, Fax: 07541 4017564

lebensraum.eriskirch@liebenau-lebenimalter.de

Friedrichshafen

Franziskuszentrum

Einrichtungsleiterin: Monika Paulus

Alten-/Pflegeheim: 104 Plätze

Kurzzeitpflege: 6 Plätze, Tagespflege: 15 Plätze

Schwerstpflege für Jüngere: 25 Plätze

Hospizwohnungen: 9 Plätze

30 Seniorenwohnungen mit Dienstleistung

Kontakt für Heimaufnahme: Inge Nitsch

Tel.: 07541 9234-139, Fax: 07541 9234-130

E-Mail: fz@st.anna-hilfe.de

Bürgerbüro „Kontakt 3“

Tel.: 07541 34141, Fax: 07541 370037

E-Mail: buergerbuero-K3@st.anna-hilfe.de

Sozialstation St. Anna

Meckenbeuren-Friedrichshafen

Pflegedienstleiterin: Elisabeth Anders

Tel.: 07542 22928, Fax: 07542 4596

E-Mail: sozialstation.meckenbeuren@st.anna-hilfe.de

Haus St. Martin

Friedrichshafen-Berg

Einrichtungsleiterin: Monika Paulus

Alten-/Pflegeheim: 25 Plätze

15 Wohnungen für ältere Menschen mit Hilfebedarf

Kontakt für Heimaufnahme:

Monika Knop/Friederike Stephan

Tel.: 07541 51941, Fax: 07541 583401

E-Mail: martin.pflege@st.anna-hilfe.de

Immenstaad

Lebensräume „Am Rathaus“

43 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin: Sonja Gröner

Tel.: 07545 911808, Fax: 07545 911750

E-Mail: lebensraum.immenstaad@st.anna-hilfe.de


29 ÜBERBLICK

Sozialstation St. Anna

Pflegedienstleiterin: Elisabeth Anders

Tel.: 07545 9499189

E-Mail: elisabeth.anders@st.anna-hilfe.de

Haus St. Vinzenz Pallotti

Einrichtungsleiter: Rainer Schmalzried

Alten-/Pflegeheim: 29 Plätze, Kurzzeitpflege: 1 Platz

30 Seniorenwohnungen mit Dienstleistung

Kontakt für Heimaufnahme: Rainer Schmalzried

Tel.: 07545 93249-0, Fax: 07545 93249-120

E-Mail: vinzenz-pallotti@st.anna-hilfe.de

Kluftern

Lebensräume Kluftern

14 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin: Sonja Gröner

Tel.: 07544 962110, Fax: 07544 962109

E-Mail: lebensraum.kluftern@st.anna-hilfe.de

Kressbronn

Lebensräume „Kapellenhof“

27 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin: Paula Voigt

Tel.: 07543 5600, Fax: 07543 5606

E-Mail: lebensraum.kressbronn@st.anna-hilfe.de

Kooperation Sozialstation Lindau

Tel.: 08382 9674 0

Haus St. Konrad

Einrichtungsleiter: Roland Hund

Alten-/Pflegeheim: 60 Plätze, Kurzzeitpflege

10 Seniorenwohnungen mit Dienstleistung

Kontakt für Heimaufnahme: Waltraud Donau

Tel.: 07543 9603-0, Fax: 07543 9603-24

E-Mail: konrad@liebenau-lebenimalter.de

Meckenbeuren

Lebensräume „Am Bahnhof“

79 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin: Helene Göbel

Tel.: 07542 1800, Fax: 07542 1331

E-Mail: lebensraum.meckenbeuren@st.anna-hilfe.de

Sozialstation St. Anna

Meckenbeuren-Friedrichshafen-

Pflegedienstleiterin: Elisabeth Anders

Tel.: 07542 22928, Fax: 07542 4596

E-Mail: sozialstation.meckenbeuren@st.anna-hilfe.de

Oberteuringen

Lebensräume Oberteuringen

16 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin: Luitgard Caspari

Tel.: 07546 918081, Fax: 07546 918090

lebensraum.oberteuringen@liebenau-lebenimalter.de

Tettnang

Lebensräume „St. Johann“

39 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin: Beatrix Hoch

Tel.: 07542 6070, Fax: 07542 7635

E-Mail: lebensraum.tettnang@st.anna-hilfe.de

Haus St. Johann

Einrichtungsleiter: Norbert Schuster

Alten-/Pflegeheim: 81 Plätze

Kurzzeitpflege: 2 Plätze

Tagesplätze: 2 Plätze

5 Seniorenwohnungen mit Dienstleistungen

Kontakt für Heimaufnahme: Norbert Schuster

Tel.: 07542 9329-0, Fax: 07542 9329-11

E-Mail: johann@st.anna-hilfe.de

LANDKREIS SIGMARINGEN

Hohentengen

Lebensräume „Göge“

24 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin: Angelika Dietmann

Tel.: 07572 7120-20, Fax: 07572 7120-12

Haus St. Maria

Einrichtungsleiterin: Petra Trunk

Alten-/Pflegeheim: 28 Plätze

Kurzzeitpflege: 2 Plätze

3 Seniorenwohnungen mit Dienstleistung

Kontakt für Heimaufnahme: Natascha Reifschneider

Tel.: 07572 7671-0, Fax: 07572 7671-69

E-Mail: maria@st.anna-hilfe.de

Mengen

Lebensräume „Reiserstraße“

37 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin: Angelika Dietmann

Tel.: 07572 711626, Fax: 07572 71 26 36

E-Mail: lebensraum.mengen@st.anna-hilfe.de

Haus St. Ulrika

Einrichtungsleiterin: Petra Trunk

Alten-/Pflegeheim: 40 Plätze

Kurzzeitpflege: 2 Plätze

Kontakt für Heimaufnahme: Birgit Baumgardt

Tel.: 07572 7672-0, Fax: 07572 7672-169

E-Mail: petra.trunk@st.anna-hilfe.de

Sozialstation St. Anna

Hohentengen–Mengen–Scheer

Pflegedienstleiterin: Angelika Grimm

Tel.: 07572 7629-3, Fax: 07572 7629-49

E-Mail: sozialstation.mengen@st.anna-hilfe.de


30 ÜBERBLICK

Scheer

Haus St. Wunibald

Einrichtungsleiterin: Petra Trunk

Alten-/Pflegeheim: 30 Plätze

Kontakt für Heimaufnahme: Sabine Olbrich

Tel.: 07572 7673-0, Fax: 07572 7673-69

E-Mail: wunibald@st.anna-hilfe.de

Veringenstadt

Lebensräume „Im Städtle“

21 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin: Monika Lehmann

Tel.: 07577 925141, Fax: 07577 925883

E-Mail: lebensraum.veringenstadt@st.anna-hilfe.de

Sozialstation St. Anna

Tel.: 07577 925643

LANDKREIS ZOLLERNALB

Burladingen

Haus St. Georg

Einrichtungsleiterin: Monika Lehmann

Alten-/Pflegeheim: 40 Plätze

Kontakt für Heimaufnahme:

Monika Lehmann

Tel.: 07475 95004-0, Fax: 07475 95004-1

E-Mail: georg@st.anna-hilfe.de

Lebensräume Burladingen

12 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin: Doris Wittner

Tel./Fax: 07475 914714

E-Mail: lebensraum.burladingen@st.anna-hilfe.de

Straßberg

Haus St. Verena

Einrichtungsleiterin: Dagmar Niedermeier

Alten-/Pflegeheim: 29 Plätze

Kurzzeitpflege: 1 Platz, Offener Mittagstisch

6 Seniorenwohnungen mit Dienstleistung

Kontakt für Heimaufnahme: Dagmar Niedermeier

Tel.: 07434 91903-0, Fax: 07434 91903-123

dagmar.niedermeier@liebenau-lebenimalter.de

LANDKREIS TÜBINGEN

Dußlingen

Gemeindepflegehaus Dußlingen

Ansprechpartnerin: Claudia Degler

Alten-/Pflegeheim: 40 Plätze

Kurzzeitpflege: 2 Plätze, Tagespflege

Kontakt für Heimaufnahme: Claudia Degler

Tel.: 07072 5046-100, Fax: 07072 5046-123

claudia.degler@liebenau-lebenimalter.de

Lebensräume Dußlingen

21 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin:

Claudia Degler

Tel.: 07072 505557, Fax: 07072 131438

E-Mail: lebensraum.dusslingen@

liebenau-lebenimalter.de

LANDKREIS BÖBLINGEN

Böblingen

Lebensräume Böblingen

35 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiter: Johannes Hüsler

Tel.: 07031 7344770, Fax: 07031 7344771

lebensraum.boeblingen@liebenau-lebenimalter.de

Haus St. Hildegard

Einrichtungsleiter: Johannes Hüsler

Alten-/Pflegeheim: 40 Plätze, Kurzzeitpflege: 4 Plätze

13 Seniorenwohnungen mit Dienstleistung

Kontakt für Heimaufnahme: Johannes Hüsler

Tel.: 07031 20431-0, Fax: 07031 20431-123

hildegard@liebenau-lebenimalter.de

Ehningen

Haus Magdalena

Einrichtungsleiterin: Rosemarie Zipf-Toth

Alten-/Pflegeheim: 49 Plätze

Kontakt für Heimaufnahme: Cornelia Lotz

Tel.: 07034 27040-0, Fax: 07034 27040-123

E-Mail: magdalena@liebenau-lebenimalter.de

Lebensräume Ehningen

22 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin: Doris Kuttruff

Tel.: 07034 257503, Mobil: 0151 12159369

lebensraum.ehningen@liebenau-lebenimalter.de

Weil im Schönbuch

Haus Martinus

Einrichtungsleiter: Hans-Dieter Müller

Alten-/Pflegeheim: 58 Plätze, Kurzzeitpflege: 2 Plätze

Kontakt für Heimaufnahme: Özlem Ulu

Tel.: 07157 66929-0, Fax: 07157 66929-111

E-Mail: martinus@liebenau-lebenimalter.de

LANDKREIS TUTTLINGEN

Gosheim

Altenpflegeheim Gosheim

Einrichtungsleiterin: Alexandra Liebermann

Alten-/Pflegeheim: 40 Plätze, Tagespflege

Kontakt für Heimaufnahme: Alexandra Liebermann

Tel.: 07426 947700-100, Fax: 07426 947700-111

alexandra.liebermann@liebenau-lebenimalter.de


31 ÜBERBLICK

BAyERN

LANDKREIS LINDAU

Opfenbach

Haus St. Severin

Einrichtungsleiter: Gerhard Straub

Alten-/Pflegeheim: 55 Plätze

Kontakt für Heimaufnahme:

Gerhard Straub/Erika Pfau

Tel.: 08385 9202-0, Fax: 08385 9202-19

E-Mail: severin@st.anna-hilfe.de

Hergensweiler

Lebensräume „Am Riegersbach“

15 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin: Inge Bussmann-Hirscher

Tel.: 08388 982510, Fax: 08388 98204844

MÜNCHEN

Haus St. Elisabeth

Einrichtungsleiterin: Regina Brandl

Alten-/Pflegeheim: 127 Plätze

Kontakt für Heimaufnahme: Luise Gries

Tel.: 089 745090-0, Fax: 089 745090-21

E-Mail: elisabeth@st.anna-hilfe.de

LANDKREIS UNTERALLGäU

Ottobeuren

Haus St. Josef

Einrichtungsleiterin: Krimhilde Hörmann

Alten-/Pflegeheim: 138 Plätze

Kontakt für Heimaufnahme: Krimhilde Hörmann

Tel.: 08332 795-0, Fax: 08332 795-110

E-Mail: josef-o.verwaltung@st.anna-hilfe.de

Bad Grönenbach

Haus St. Dominikus

Einrichtungsleiter: Bernd Reik

Alten-/Pflegeheim: 50 Plätze, Kurzzeitpflege

9 Seniorenwohnungen mit Dienstleistung

Kontakt für Heimaufnahme: Bernd Reik

Tel.: 08334 2596-101, Fax: 08334 2596-123

E-Mail: bernd.reik@liebenau-lebenimalter.de

LANDKREIS NEUBURG-SCHROBENHAUSEN

Oberhausen

Lebensräume Oberhausen

12 Wohnungen

Gemeinwesenarbeiterin: Barbara Meier-Böhm

Tel.: 08431 6406-719, Fax: 08431 6406-720

lebensraum.oberhausen@liebenau-lebenimalter.de

Standorte und Adressen der

Heilig Geist – Leben im Alter

Landkreis Ravensburg

Kißlegg

Ulrichspark Kißlegg

Einrichtungsleiter: Dietmar Brauchle

Pflegewohnen: 92 Plätze, Kurzzeitpflege: 5 Plätze

Betreutes Wohnen: 28 Wohnungen

Service-Wohnen: 30 Wohnungen

Kontakt: Dietmar Brauchle

Tel.: 07563 9108-0, Fax: 07563 9108-66

E-Mail: info@ulrichspark.de

Sozialstation Heilig Geist Kißlegg

Pflegedienstleiterin: Silke Stamp

Tel.: 07563 8440, Fax: 07563 8455

E-Mail: silke.stamp@hlg-lebenimalter.de

Bad Wurzach

Stift zum Hl. Geist

Einrichtungsleiterin: Heidi Maier

Dauer-/Kurzzeitpflege: 62 Plätze

Kontakt: Heidi Maier

Tel.: 07564 9328-400, Fax: 07564 9328-499

E-Mail: heidi.maier@hlg-lebenimalter.de

Sozialstation Heilig Geist Bad Wurzach

Pflegedienstleiterin: Silke Stamp

Tel.: 07564 9346-113, Fax: 07564 9346-11

E-Mail: silke.stamp@hlg-lebenimalter.de

Wolfegg

Spital Neutann

Einrichtungsleiterin: Heidi Maier

Pflegewohnen im Schloss: 30 Plätze

Domizil für Menschen mit Demenz: 30 Plätze

Tel.: 07527 927-0, Fax: 07527 2231

E-Mail: heidi.maier@hlg-lebenimalter.de

Sozialstation Heilig Geist Wolfegg

Pflegedienstleiterin: Silke Stamp

Tel.: 07527 927-70

E-Mail: silke.stamp@hlg-lebenimalter.de


...Sie antworten!

Name und Alter:

Alois Gohm, 62 Jahre

Beruf und Funktion:

Diplomverwaltungswirt (FH), Bürgermeister

a.D., Beauftragter des Vorstands der Stiftung

Liebenau

Welche Kontakte haben Sie zur St. Anna-Hilfe

und warum?

Im Rahmen der Beratungstätigkeit für die

Stiftung beschäftige ich mich schwerpunktmäßig

mit den Lebensräumen für Jung und

Alt, vor allem mit der Finanzierung der Gemeinwesenarbeit

und deren Weiterentwicklung.

Ihr erster Eindruck?

Ein großes Sozialunternehmen mit vielen

Fachkompetenzen.

Ihr zweiter Eindruck, einige Zeit später?

Großer Respekt vor dem Engagement der

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der

täglichen Arbeit in den verschiedensten

Einrichtungen.

Ihr Traum vom Glück?

Was ist eigentlich Glück? Auf jeden Fall kein

Dauerzustand, meistens sind es nur kurze

Momente und Situationen des Lebens.

Welches Buch würden Sie mit auf die einsame

Insel nehmen?

Im Laufe des Lebens wechseln die Vorstellungen.

Derzeit: „Der Weg des Menschen“

von Martin Buber.

Welche Musik schätzen Sie?

Werke von deutschen Liedermachern,

Gitarrenmusik und ein bisschen Jazz.

Wir fragen ...

Das Älterwerden ist schön, weil...

…es neue Freiräume und Möglichkeiten

eröffnet.

Am Älterwerden stört mich...

…dass unabänderlich die Grenzen menschlichen

Lebens aufgezeigt werden – ob es

einen stört oder nicht, ist dabei unerheblich.

Ihr Lieblingsspruch?

Eigentlich habe ich keinen. Wenn schon,

dann von Seneca: Es geschieht nichts

Neues unter der Sonne.

Ich beschäftige mich am liebsten...

…mit Geschichte, Politik, psychologischen

Themen und Spiritualität.

Wie und wo möchten Sie leben, wenn Sie

in die Jahre kommen?

Im Kreise der Familie und in der Dorfgemeinschaft,

in der ich derzeit lebe.

Haben Sie ein Lebensmotto?

Die Würde des Menschen ist unantastbar.

(§ 1 Grundgesetz)

Ehrenamtliche Helfer sind gut, weil...

…ohne sie vieles in sozialen Einrichtungen

und im Gemeinwesen nicht möglich wäre.

Ihr Eindruck von der Zeitschrift „anna live“?

Sie wird vom Design und vom Inhalt her

immer besser.

Was halten Sie vom Konzept „Lebensräume

für Jung und Alt“?

Sehr viel, weil weit vorausschauend bezüglich

der Bedürfnisse der Menschen und der

gesellschaftlichen Erfordernisse.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine