„MEIN LIEBER SCHWAN!“ - PersPagina

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Leipzig

1

Richard ist Leipziger

Von den Fenstern der altehrwürdigen

Nikolaischule blickt man auf die Gassen

von Leipzig und die Nikolaikirche,

auf vorübereilende Passanten und

Händler. Richard Wagner hat diesen

Blick allerdings nicht allzu häufig genossen.

Der Vierzehnjährige, der zu seiner

Mutter und den Schwestern in seine

Geburtsstadt zurückgekommen war

und an Neujahr 1828 in die Obertertia

der hoch angesehenen Schule aufgenommen

wurde, fühlte sich vom

„Hochmuth des Schulpedantismus 1

gegängelt. Hatte er doch zuvor bereits

in der Dresdner Kreuzschule die Secunda

besucht, das lockere Studentenleben

kennen gelernt und alleine in einer

Dachkammer gewohnt. Sich auflehnend

gegen das Lehrerkollegium verbrachte

der junge Richard seine Tage

lieber mit „Nachmittagspromenaden 2 ,

auf denen er mit seinem Onkel Adolph

tiefsinnige Diskussionen führte, mit

dem Erstellen eines Trauerspiels und

erarbeitete sich mithilfe von entliehener

Fachliteratur und heimlichen Unterrichts

in Harmonielehre erste musikalische

Grundlagen. Statt der vom Knaben

erwarteten wohlwollenden Reakti-

1) Richard Wagner „Mein Leben, Band 1, Elibron Classics 2005, S. 31

2) s.o. S. 32

3) s.o. S. 47

Richard-Wagner-Festjahr 2013 (Auswahl)

22. Januar

„Richard ist Leipziger – Benefizkonzert im

Gewandhaus

13. Februar bis 26. Mai

Ausstellung „Richard Wagner – zwischen

Leipzig und Bayreuth

13. Februar und weitere Termine

„Parsifal

16. Februar und weitere Termine

Premiere „Die Feen

„Wagners Werk erzählt

Geschichten, die jeden von

uns betreffen. Welcher

Familienvater hat nicht

schon mal mit einem

pubertierenden Halbstarken

wie dem jungen Siegfried zu

tun gehabt? Wie oft sind wir

mit Fluch und Segen des

Goldes konfrontiert? Fragen,

die uns bis heute nicht

loslassen. Wagner bringt uns

auf sinnliche Art und Weise

mittels seiner Musik den

Antworten ein Stück näher.

Prof. Ulf Schirmer, Intendant und

Generalmusikdirektor Oper Leipzig

2. März und weitere Termine

„Rienzi

4. Mai und weitere Termine

Premiere „Das Rheingold

16. Mai bis 15. September

Ausstellung „Richard Wagner, Max Klinger,

Karl May – Arbeiten am Pathos

16. bis 26. Mai

Richard-Wagner-Festtage u. a. mit Ausstellungen,

Kabarettprogramm, Motetten mit

dem Thomanerchor, Orgelkonzerten im Ge-

4 | S a c h S e n . L a n d v o n W e L t .

on seiner Familie auf sein erstes Stück,

sah sich Richard jedoch – wegen der

von ihm gemachten Schulden – entsetzten

Gesichtern gegenüber. Aus

Rücksicht auf Mutter und Schwestern

blieb der Junge noch einige Zeit an der

Schule, nahm jedoch „nicht die geringste

Notiz 3 von den Lehrstunden.

In den Räumlichkeiten, die Wagner

nur widerwillig besuchte, können Besucher

ab Mai 2013 eine Dauerausstellung

zu dem schwierigen Schüler besichtigen.

Das Museum in der Alten

Nikolaischule widmet sich vor allem

den Jugendjahren des späteren Meisters,

zeigt sein Leben bis 1834 und wie

ihn Leipzig, die Hauptstadt der musikalischen

Romantik im 19. Jahrhundert,

prägte. „Die Rezeption des jungen

Wagner kommt oft zu kurz, die

Forschung hat da noch große Defizite

und Leipzig als seine Geburtsstadt die

Verpflichtung, gerade diese Zeit darzustellen,

so Dr. Wolfgang Hocquél,

Geschäftsführer der Kulturstiftung

Leipzig. „Als Wagner von Leipzig wegging,

war er ein fertig ausgebildeter

Komponist, diese Entwicklung ist faszinierend.

Wer heute durch die Messe- und Handelsstadt

bummelt, kann den „WagnerWegen

in Leipzig folgen. Die vom

wandhaus, Richard-Wagner-Ballett-Abend,

Klaviermatinee & Lesung sowie Geburtstagskonzerten

(16./17. Mai), „Parsifal am

Völkerschlachtdenkmal (17. Mai), „Das

Rheingold (18. Mai), „Die Meistersinger

von Nürnberg (19. Mai), „Die Götterdämmerung

(22. Mai), „Die Feen (24. Mai),

„Das Liebesverbot (24./26. Mai), „Rienzi

(25. Mai), „Der Fliegende Holländer (26.

Mai) und Festakt (22. Mai)

18. bis 22. Mai

Internationaler Richard-Wagner-Kongress

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