Jahresbericht - AuslandsGeschäftsAbsicherung der Bundesrepublik ...

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Jahresbericht - AuslandsGeschäftsAbsicherung der Bundesrepublik ...

Exportkreditgarantien der Bundesrepublik Deutschland

Hermesdeckungen

Jahresbericht

2005


Exportkreditgarantien

der Bundesrepublik Deutschland auf einen Blick

2003

Beträge

in Mio. EUR

2004

Beträge

in Mio. EUR

2005

Beträge

in Mio. EUR

Ermächtigungsrahmen 117.000 117.000 117.000

Deckungsanträge (Anzahl) 1) 30.172 27.753 23.745

davon entfallen auf

mittelständisch geprägte Unternehmen in %

74,5 76,1 75,8

2)

Gedeckte Exporte 15.989 21.067 19.773

davon entfallen auf Entwicklungsländer in % 75,1 75,8 72,2

MOE-Länder 17,7 16,7 18,0

Industrieländer 7,2 7,5 9,8

Gedeckte Exporte in % des Gesamtexports 2,4 2,9 2,5

Entgelte 449,6 472,9 511,2

Rückflüsse 797,1 1.029,3 4.874,7

auf politische Schäden 718,5 855,3 4.623,5

auf wirtschaftliche Schäden 78,5 174,0 251,2

Entschädigungen 514,0 558,5 695,1

für politische Schäden 108,6 124,9 258,3

für wirtschaftliche Schäden 403,0 432,3 432,9

Wechselkursschäden 2,4 1,3 3,9

Bearbeitungskosten 63,3 65,6 66,5

Finanzielles Jahresergebnis 669,4 878,0 4.624,4

1) Darstellung inkl. gebundener Finanzkredite (für die Jahre 2003 und 2004 nachträglich angepasst)

2) Mitarbeiteranzahl


Exportkreditgarantien der Bundesrepublik Deutschland

Hermesdeckungen

Jahresbericht 2005


4

Vorwort

Bundesminister für

Wirtschaft und Technologie

Michael Glos

Die Exportkreditgarantien des Bundes haben

2005 erneut mit einem hervorragenden Ergebnis

abgeschlossen. Die Nachfrage nach Hermesdeckungen

durch die deutsche Exportwirtschaft

ist weiterhin lebhaft, so dass das Deckungsvolumen

mit fast 20 Milliarden Euro auf sehr hohem

Niveau blieb. Gleichzeitig wurde insbesondere

aufgrund von vorzeitigen Schuldenrückzahlungen

Russlands ein kassenmäßiger Überschuss

in Höhe von 4,6 Milliarden Euro zugunsten des

Bundeshaushalts erzielt. Dies hat uns in die Lage

versetzt, das kumulierte Defizit, das auf hohe

Entschädigungsleistungen in den Jahren 1983

bis 1998 zurückgeht, auf nunmehr noch 6,4

Milliarden Euro abzubauen. Der Abbau wird sich

wegen erheblicher Rückflüsse sowohl aus Umschuldungsabkommen

als auch aus geschlossenen

Restrukturierungsabkommen mit privaten

Schuldnern in den nächsten Jahren fortsetzen.

Diese positiven Entwicklungen zeigen, dass die

Bundesregierung die Exportkreditgarantien risikobewusst

und erfolgreich für die deutsche

Exportwirtschaft einsetzt und ein verlässlicher

Partner ist.

Das weltwirtschaftliche Umfeld entwickelt sich

derzeit weiterhin ausgesprochen dynamisch. Die

innovationsstarke und wettbewerbsfähige deutsche

Exportwirtschaft profitiert davon überdurchschnittlich.

Der Gesamterfolg von Exportunternehmen

und damit der Sicherung des Produktionsstandorts

Deutschland hängt dabei häufig

vom Erfolg in gleichzeitig schwierigen und besonders

wachstumsstarken Märkten der Entwicklungs-

und Schwellenländer ab. Um in diesen

Märkten bestehen zu können, muss die

deutsche Exportwirtschaft wettbewerbsfähige

Exportfinanzierungen anbieten. Wir unterstützen

unsere Unternehmen, indem wir das Instrument

der Hermesdeckungen flexibel und praxisgerecht

einsetzen. Gemeinsam gelingt es uns so,

Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern. Dies ist

uns besonderer Ansporn, unser Förderinstrument

ständig mit Blick auf sich ändernde Rahmenbedingungen

und Anforderungen weiter zu

entwickeln.


Die Leistungsfähigkeit der Exportkreditgarantien

können wir am besten im ständigen Dialog mit

Exportwirtschaft und exportfinanzierenden Banken

gewährleisten. Eine gute Einrichtung ist es,

dass erfahrene Sachverständige im für die Exportkreditgarantien

zuständigen Interministeriellen

Ausschuss beratend zur Seite stehen. Zudem

setzen Ministerien und Mandatargesellschaften

einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf Kundennähe.

In zahllosen Informationsveranstaltungen, Diskussionsforen

und Einzelberatungen wird dieser

Partnerschaftsgedanke gelebt. Dies sichert die erforderliche

Praxisnähe dieses Förderinstruments.

Dieser aktive und unterstützende Ansatz gewährleistet

zudem, dass der Mittelstand die Exportkreditgarantien

in vollem Umfang nutzen und

vorhandene Exportpotenziale leichter erschließen

kann. Die Einführung der Avalgarantie Anfang des

Jahres ist ein gutes Beispiel für eine echte Erweiterung

und Verbesserung des Deckungsangebots.

Es ist sehr erfreulich, dass viele kleinere

Unternehmen bereits auf diese Absicherungsmöglichkeit

zurückgreifen und somit ihre Liquiditätsspielräume

ausweiten.

Im Jahr 2006 müssen wir uns neuen Herausforderungen

stellen. Die Einführung der neuen risikogerechteren

Prämienberechnung hinsichtlich der

Zuschläge für private Käufer zum 1. Mai 2006

wird insgesamt die Wettbewerbsfähigkeit deutscher

Exporteure stärken. Um den Systemwechsel

zu erleichtern, werden wir gerade mittelständische

Unternehmen mit einem verstärkten Beratungsangebot

begleiten. Bei einer großen Veranstaltung

zum Thema Exportkreditgarantien,

die am 31. Mai 2006 im Bundesministerium für

Wirtschaft und Technologie stattfindet, werden

wir in einer Reihe von Workshops mit Exportwirtschaft

und Kreditinstituten aktuelle Themen

diskutieren. Ich bin mir sicher, dass diese Veranstaltung

uns viele Anregungen geben wird, die

wir für weitere Verbesserung der Exportkreditgarantien

nutzen werden.

5


6

Inhalt

8 Das Geschäftsjahr 2005 im Überblick

10 Interministerieller Ausschuss

11 Staatliche Exportkreditgarantien im internationalen Umfeld

15 Wichtige Neuerungen und Themen

15 Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung mit verbesserten Konditionen

17 Niedrigere Selbstbeteiligung auch für die APG-light

17 Avalgarantie verbessert Liquidität für mittelständisch geprägte Unternehmen

19 Rahmenkreditdeckung erweitert – Einbeziehung bestätigter Akkreditive

19 Kapitalisierte Bauzeitzinsen und Finanzierungsnebenkosten voll deckungsfähig

20 Einführung eines risikobasierten Entgeltsystems für Käuferzuschläge

20 Umweltaspekte

23 Förderung der Erneuerbaren Energien

23 Transparenz

25 Dialog mit der Wirtschaft wird fortgesetzt

26 Informationsangebot weiter verbessert

28 Euler Hermes und PwC „Best Export Credit Agency 2005“

30 Besondere Deckungsformen

30 Projektfinanzierungen und Strukturierte Finanzierungen

33 Flugzeuggeschäfte

36 Schiffsgeschäfte

38 Länderdeckungspolitik und regionale Geschäftsentwicklung

39 GUS, mittel- und osteuropäische Staaten, Staaten Südosteuropas

40 GUS

43 Ost- und südosteuropäische Staaten sowie Türkei

44 Afrika

48 Lateinamerika und Karibik

53 Asien

56 Naher und Mittlerer Osten, Iran

62 Internationale Zusammenarbeit

62 Entwicklungen in der OECD

65 Europäische Union

66 Berner Union

67 Kooperation mit Kreditversicherern anderer Länder


70 Entwicklung der Exportkreditgarantien

70 Neugeschäft

73 Aufgliederung der neu gedeckten Exporte nach Ländergruppen

74 Aufgliederung nach Kreditlaufzeiten und Deckungsarten

77 Antragszahlen/Antragsvolumen, Deckungen nach Warenarten

78 Schäden und Rückflüsse, Umschuldungen

78 Schäden

80 Rückflüsse

82 Umschuldungen

82 Vorzeitige Rückzahlungen

82 Irak – abschließende Schuldenregelung

83 Nigeria – abschließende Schuldenregelung

83 Indonesien und Sri Lanka – Zahlungsaufschub für Tsunami-Länder

84 Argentinien und Brasilien

84 Serbien und Montenegro

84 Multilaterale Vereinbarungen im Pariser Club

84 Bilateral umgesetzte Vereinbarungen

86 Ergebnis

86 Einnahmen

87 Ausgaben

87 Finanzielles Ergebnis

88 Bestandsentwicklung

88 Ermächtigungsrahmen, Höchsthaftung und Entschädigungsrisiko

90 Regionale Aufgliederung des Entschädigungsrisikos

90 Vormerkungen für Exportkreditgarantien am Jahresende

91 Außenstände aus entschädigten Gewährleistungen

92 Anhang

7


8

Das Geschäftsjahr 2005 im Überblick

Das Geschäftsjahr 2005

im Überblick

Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr

Hermesdeckungen in Höhe von 19,8 Milliarden

Euro übernommen. Die Exportkreditgarantien

blieben damit um 6,1 % unter dem Rekordergebnis

des Vorjahres mit 21,1 Milliarden Euro,

erreichten aber gleichwohl das vierthöchste

Ergebnis in den 56 Jahren seit Bestehen der Hermesdeckungen.


Die Exportkreditgarantien des Bundes sind ein

zentrales Instrument der Außenwirtschaftsförderung.

Sie stärken die deutschen Exporteure im

internationalen Wettbewerb. Gerade für Exporte

deutscher Unternehmen in risikoreiche Märkte,

für die keine privaten Absicherungsmöglichkeiten

bestehen, sind sie von großer Bedeutung. Mit

72,2 % hatten dementsprechend die Deckungen

für Exporte in Entwicklungs- und Schwellenländer

erneut den größten Anteil am Deckungsvolumen.

Auf die Staaten Mittel- und Osteuropas

(MOE) entfielen 18 % des Deckungsvolumens.

Wie in den Vorjahren sind die Hauptabnehmerländer

Russland, China, Iran und die Türkei. Seit

mehreren Jahren führen diese Länder in wechselnder

Reihenfolge die Liste der wichtigsten

Märkte für Hermesdeckungen an.

Üblicherweise spielen Hermesdeckungen eine

relativ geringe Rolle bei Ausfuhren in industrialisierte

Länder, in die das Gros der deutschen Exporte

geht. Im Jahr 2005 trugen mehrere große

Schiffsgeschäfte sowie eine hohe Nachfrage

nach Airbusgarantien maßgeblich zu dem auf

9,8 % gestiegenen Deckungsanteil der Industrieländer

bei.

Die Zusammensetzung der Deckungen veränderte

sich zugunsten des Investitionsgütergeschäfts

mit mittel- und langfristigen Kreditlaufzeiten.

Aufgrund mehrerer Großgeschäfte

stiegen diese um rund ein Viertel auf 9,6 Milliarden

Euro. Der Anteil des mittel- und langfristigen

Geschäfts am Gesamtvolumen erreichte somit

48,3 %.

Demgegenüber verringerte sich das Kurzfristgeschäft

um 23,7 % auf 10,2 Milliarden Euro und

der Anteil an den Gesamtdeckungen fiel auf

51,7 %. Dies ist vor allem auf den Rückgang des

Chinageschäfts zu kurzfristigen Zahlungsbedingungen

sowie den Wegfall der Deckungsmöglichkeiten

im Kurzfristgeschäft für die zehn neuen

EU-Länder zurückzuführen.

Im Hinblick auf das finanzielle Ergebnis war das

Jahr 2005 erneut ein Rekordjahr. Die Exportkreditgarantien

erreichten aufgrund der vorzeitigen

Rückzahlungen aus den Umschuldungsabkommen

mit Russland und Polen einen außergewöhnlichen

und einmaligen Überschuss in

Höhe von 4,624 Milliarden Euro zugunsten des

Bundeshaushalts. Aufgrund dieser Sondereinflüsse

ist das finanzielle Ergebnis nicht mit dem

bisherigen Spitzenwert des Vorjahres (878 Millionen

Euro) zu vergleichen. Das kumulierte Defizit

der Jahre 1983 - 1998 verringerte sich erheblich

von 11,0 Milliarden Euro auf nunmehr 6,4

Milliarden Euro.

Zum 1. Januar 2006 führte die Bundesregierung

wichtige Neuerungen und Verbesserungen für

die Exportkreditgarantien ein, die die Inanspruchnahme

von Hermesdeckungen und die Finanzierung

ihrer Exportgeschäfte vor allem für mittelständisch

geprägte Unternehmen erleichtern.

Insbesondere durch die neu eingeführte Avalgarantie

und die attraktiveren Konditionen für die

Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung (APG) wurden

die Möglichkeiten der Finanzierung weiter verbessert.

Die Reform des Prämiensystems zum

1. Mai 2006 führte zu einer risikogerechteren Kalkulation

der so genannten Käuferzuschläge, wie

dies international bereits üblich ist.

Die Bundesregierung führt einen fortlaufenden

intensiven Dialog mit der Exportwirtschaft, um

auf Veränderungen der Märkte und Rahmenbedingungen

zeitnah reagieren zu können. Dieser

enge Austausch ist ein Garant für den Erfolg

der Exportkreditgarantien des Bundes, die im

internationalen Vergleich als besonders praxisgerecht

gelten.

9


10

Interministerieller Ausschuss

Interministerieller

Ausschuss

Der Interministerielle Ausschuss (IMA) für die

Exportkreditgarantien des Bundes prüft und entscheidet

unter dem Vorsitz des Bundesministeriums

für Wirtschaft und Technologie alle größeren

Deckungsanträge. Er berät über Grundsatzfragen

und ist verantwortlich für die Weiterentwicklung

der Exportkreditgarantien sowie die Ausgestaltung

der Deckungspolitik (s. S. 38).

Die Bundesregierung hat einem privaten Mandatarkonsortium

unter Federführung der Euler

Hermes Kreditversicherungs-AG die Geschäftsführung

zur Bearbeitung der Ausfuhrgewährleistungen

übertragen. Die Mandatare bereiten die

Deckungsanträge für die Sitzungen des IMA vor

und beraten die Bundesregierung gemeinsam

mit Sachverständigen aus der Exportwirtschaft

bei ihren Entscheidungen. Stimmberechtigt im

IMA sind außer dem federführenden Bundesministerium

für Wirtschaft und Technologie das

Bundesministerium der Finanzen, das Bundesministerium

des Auswärtigen und das Bundesministerium

für wirtschaftliche Zusammenarbeit

und Entwicklung. Die Entscheidungen werden

einvernehmlich getroffen.


Der IMA entschied im Berichtsjahr über wichtige

Deckungsverbesserungen und passte die Exportkreditgarantien

damit an die Entwicklungen bzw.

Veränderungen auf den Finanz- und Absatzmärkten

an. Der intensive Dialog mit den Exporteuren

und Banken trägt wesentlich dazu bei,

das Instrumentarium innovativ fortzuentwickeln.

Bei allen Entscheidungen legt die Bundesregierung

besonderen Wert auf die Mittelstandsfreundlichkeit.

Eine zunehmend große Rolle spielt

die internationale Zusammenarbeit.

Staatliche

Exportkreditgarantien im

internationalen Umfeld

Die staatliche Exportkreditversicherung ist in ein

enges Geflecht internationaler Regeln und Vereinbarungen

eingebunden. Die Bundesregierung

gestaltet diesen Rahmen in den zuständigen

internationalen Gremien und durch die Pflege

bilateraler Kontakte aktiv mit. Die wichtigsten

internationalen Organisationen sind die OECD,

die EU, die WTO sowie die Berner Union (BU),

der internationale Verband der Exportkreditversicherer.

Von zentraler Bedeutung ist der Grundsatz der

Selbsttragung. Nach den Subventionsregeln der

WTO müssen staatliche Exportkreditversicherungssysteme

so konzipiert sein, dass sie ihre

Leistungen zu Prämiensätzen anbieten, die die

langfristigen Kosten und Schadenzahlungen

dieser Programme decken. Die 1998 erfolgte

Exportkreditgarantien

der Bundesrepublik Deutschland

Interministerieller Ausschuss – IMA

BMWi

BMF

AA

BMZ

Mandatare

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

– federführend –

Bundesministerium der Finanzen

Bundesministerium des Auswärtigen

Bundesministerium für wirtschaftliche

Zusammenarbeit und Entwicklung

Euler Hermes

Kreditversicherungs-AG

PricewaterhouseCoopers

AG

Sachverständige

Vertreter der Auflenwirtschaft

und des Bankgewerbes

KfW Bankengruppe

AKA Ausfuhrkredit-Gesellschaft mbH

Bundesrechnungshof

Harmonisierung der Prämien für das politische

Risiko in der OECD dient diesem Ziel und verhindert

Wettbewerbsverzerrungen.

Wichtigstes Instrument zur Wahrung gleicher

Wettbewerbschancen („Level Playing Field“) ist

der OECD-Konsensus für öffentlich unterstützte

Exportkredite. Der OECD-Konsensus schafft für

Exporte mit einer Laufzeit von zwei Jahren und

mehr ein für alle OECD-Länder verbindliches

Regelwerk. Darin werden Rahmenbedingungen

für Kreditlaufzeiten, Rückzahlungsprofile, das

Erfordernis einer Anzahlung, die Einbeziehung

lokaler Kosten, die Prämien für die Abdeckung

politischer Risiken und (im Falle staatlich unter-

11


Die Mitgliedsländer der OECD

12

Interministerieller Ausschuss

Australien, Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland,

Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien,

Japan, Kanada, Korea, Luxemburg, Mexiko Neuseeland,

Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Slowakische

Republik, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechische Republik,

Türkei, Ungarn und die Vereinigten Staaten.

stützter Exportfinanzierung) die Mindestzinsen

aufgestellt. Darüber hinaus regelt der OECD-

Konsensus auch die Abgrenzung zwischen kommerziellen

Exportkrediten und handelsbezogenen

Entwicklungshilfekrediten.

Im Jahre 2005 standen die Verankerung der Projektfinanzierungsregeln

im Konsensus, neue Kreditbedingungen

für Strukturierte Finanzierungen

und die Verlängerung der Kreditlaufzeit für Projekte

im Bereich der Erneuerbaren Energien und

für Wasserprojekte (Trinkwasserver- und Abwasserentsorgungsprojekte,

s. S. 23) im Fokus.

Für die nähere und weitere Zukunft ist von besonderer

Bedeutung, ob und wie die Exportkreditversicherungen

der „Emerging Markets“ (insbesondere

China, Indien und Brasilien) – die nicht

Mitglied der OECD sind, aber ein wachsendes

Exportkreditversicherungsgeschäft zu mittel- und

langfristigen Zahlungsbedingungen haben – in

die Arbeiten der OECD integriert werden können.

Neben dem OECD-Konsensus sind in den

letzten Jahren in der OECD die „Civil Society

Issues“ immer stärker in den Vordergrund gerückt.

Die „Common Approaches“ zur Berücksichtigung

von Umweltaspekten bei öffentlich

unterstützten Exportkrediten gewährleisten seit

einigen Jahren, dass die Umweltauswirkungen

insbesondere größerer Projekte einer verantwortungsvollen

Prüfung unterzogen werden. Die für

2006 vorgesehene Überprüfung der „Common

Approaches“ soll zeigen, ob sich die bisherigen

Regelungen bewährt haben oder ob Anpassungen

notwendig sind.

Im Jahre 2000 wurde in der OECD-Exportkreditgruppe

das „Action Statement on Bribery“ verabschiedet,

um dem Erfordernis der Korruptionsbekämpfung

im internationalen Geschäftsverkehr

Rechnung zu tragen. Die staatliche

Exportkreditversicherung will für ihren Bereich

einen wesentlichen Beitrag zur Korruptionsbekämpfung

auf internationaler Ebene leisten. Das

„Action Statement“ soll in einem Überarbeitungsprozess,

der 2005 begonnen hat und voraussichtlich

im Laufe des Jahres 2006 abgeschlossen

wird, aktualisiert werden.

Hinsichtlich der marktfähigen Risiken hat die EU-

Kommission Ende 2005 die Kommissionsmitteilung

aus dem Jahr 2001 bestätigt, die staatlichen

Deckungsschutz für kurzfristig finanzierte Exporte

in die EU und in die Kernländer der OECD untersagt.

Diese Risiken werden daher nur noch von


privaten Kreditversicherern übernommen. Dementsprechend

bietet auch der Bund seit dem 1.

Januar 2005 grundsätzlich keine Deckungsmöglichkeiten

für diesen Bereich mehr an.

Die Harmonisierung der Prämien für die Deckung

des politischen Risikos in der OECD war

ein erster Schritt in Richtung Konvergenz der

Prämien. Jedoch hat sich gezeigt, dass die von

den Export Credit Agencies (ECAs) berechneten

einzelnen Gesamtprämien für politische und wirt-

Marktfähige Risiken

Ein besonderes Thema in der EU

stellen die marktfähigen Risiken dar.

Die Kommissionsmitteilung der Generaldirektion

Wettbewerb für das

kurzfristige Geschäft aus dem Jahre

2001 untersagte staatlichen Deckungsschutz

für kurzfristig finanzierte

Exporte in die EU und in die

Kernländer der OECD. Die Geltungsdauer

dieser Kommissionsmitteilung

lief am 31. Dezember

2005 aus. Im Dezember 2005 hat

die Kommission eine neue Mitteilung

veröffentlicht, die bis zum

31. Dezember 2010 gelten soll und

die bisherige Definition der marktfähigen

Risiken unverändert beibehält.

Demnach dürfen politische und

wirtschaftliche Risiken mit einem

Risikohorizont von zwei Jahren in

den 25 Mitgliedstaaten der EU und

den Kernländern der OECD (d. h.

schaftliche Risiken („all-in“ Basis) z. T. erheblich

differieren. Um dem Ziel eines „Level Playing

Field“ näher zu kommen, erhielten im Jahr 2005

die OECD-Prämienexperten ein Mandat, Wege

zu mehr Konvergenz der Prämien auch für das

wirtschaftliche Risiko zu suchen.

Angesichts der sehr unterschiedlichen Ausgestaltung

der jeweiligen nationalen Exportkreditversicherungssysteme

ist dieser Prozess zeitaufwändig.

Einige ECAs haben ihre Systeme ähnlich

USA, Kanada, Japan, Australien,

Neuseeland, s. Grafik S. 12) allein

von der privaten Versicherungswirtschaft

abgesichert werden.

Das Ergebnis bestätigt die Einschätzung

der Bundesregierung, die sich

im Vorfeld der neuen Kommissionsmitteilung

von Dezember 2005 intensiv

dafür eingesetzt hat, die Definition

der marktfähigen Länder

nicht noch auf die Nicht-Kernländer

der OECD Türkei, Korea und Mexiko

auszuweiten.

Die Kommission hat ferner festgestellt,

dass es für kleinere Unternehmen

in einigen Fällen noch keine

realistische Alternative auf dem privaten

Versicherungsmarkt gibt. Für

kleinere und mittlere Unternehmen

mit einem Exportumsatz von bis zu

2 Millionen Euro lässt die Kommission

daher unter strengen Voraussetzungen

im Ausnahmefall (Markt-

bericht sowie Zustimmung von drei

privaten Kreditversicherern erforderlich)

staatliche Deckungen auch für

solche Risiken zu, die nach Definition

der Kommission an und für sich

marktfähig wären. Die Bundesregierung

führte zu der Frage der Ausnahmeregelung

eine Umfrage bei

den APG-light-Nehmern und bei

privaten Kreditversicherern durch.

Es hat sich gezeigt, dass die weit

überwiegende Zahl der Deckungsnehmer

die Ausnahmeregelung nicht

benötigt. Zudem haben die privaten

Kreditversicherer zugesagt, ein adäquates

Angebot für alle Exporteure

zur Verfügung zu stellen. Vor diesem

Hintergrund bietet der Bund auch

zukünftig keine Deckungsmöglichkeiten

mehr für kurzfristige Risiken

im Bereich der EU und den Kernländern

der OECD an.

13


14

Interministerieller Ausschuss

wie Deutschland als Versicherungslösung ausgestaltet.

Andere ECAs fungieren zum Teil als

direkter Darlehensgeber oder legen eine Zahlungsgarantie

heraus. Diese Systemunterschiede

müssen in gebührender Weise berücksichtigt

werden. Eine weitere Herausforderung sind die

unterschiedlichen Zusammensetzungen der je-

Kernpunkte der zum 1. Januar 2006 neu gestalteten APG:

1. Einbeziehungsrecht

statt genereller

Einbeziehungspflicht

Statt der bisherigen Einbeziehungspflicht

für alle Umsätze in

nicht marktfähige Länder hat

der Exporteur nun ein Einbeziehungsrecht.

Er kann die Länder

auswählen, in denen dann

aber alle privaten ausländischen

Schuldner abgesichert werden

müssen. Darüber hinaus hat der

Exporteur weitere Wahlrechte.

So kann er Forderungen seiner

ausländischen Tochtergesellschaften,

Forderungen gegen

verbundene ausländische Unternehmen,

Forderungen gegen öffentliche

Schuldner, akkreditivbesicherte

Forderungen sowie

Leistungsgeschäfte in den Pauschalvertrag

einschließen.

2. Entgeltkalkulation

mit neuen Risikokriterien

Mit der Eröffnung von länderbezogenen

Wahlmöglichkeiten

wurde auch ein neues System

der Prämienkalkulation eingeführt.

Es berücksichtigt die vertragsindividuellenRisikofaktoren

und ermöglicht so ein risikoadäquates

Entgelt. Kernpunkte

der neuen Prämienkalkulation

sind die Einführung von kurzfristigen

Länderkategorien, die

weiligen nationalen Versicherungsportfolios, die

unterschiedlichen Kostenstrukturen sowie Unterschiede

in der regionalen und sektoralen Ausrichtung

der ECAs.

Die jüngste Entwicklung der Diskussion zeigt,

dass Ansätze zur Lösung dieser unterschiedlichen

Ausgangspositionen auf dem Weg zur Erreichung

gleicher Wettbewerbschancen bestehen.

Neuaufteilung und -gewichtung

der Zahlungsbedingungen, die

den abzusichernden Umsätzen

zugrunde liegen, und die Neuformulierung

von Zu- und Abschlägen.

Hinzu kommt ein Bonus-/Malussystem,

welches den

individuellen Schadenverlauf des

APG-Vertrags berücksichtigt.

3. Senkung der

Selbstbeteiligung für

wirtschaftliche Schäden

Die Selbstbeteiligung für wirtschaftliche

Gewährleistungsfälle

wird von 15 % auf 10 % gesenkt,

während sie für politische Risiken

bei 5 % bestehen bleibt.


Wichtige

Neuerungen und Themen

Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung

mit verbesserten Konditionen

Der Interministerielle Ausschuss hat eine Reform

der Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung (APG)

zum 1. Januar 2006 beschlossen. Die APG wurde

komplett überarbeitet und den veränderten

Marktgegebenheiten angepasst. Als wichtigste

Neuerung kann der APG-Nehmer nunmehr den

Länderkatalog selbst festlegen und muss nicht

4. Verkürzte Vertragslaufzeit

Die Vertragslaufzeit eines APG-

Vertrags von bisher zwei Jahren

wird auf ein Jahr verkürzt.

5. Wegfall

der Kursbegrenzungen

bei Fremdwährungen

Bei gängigen Fremdwährungsforderungen

wird im Schadenfall

auf eine Begrenzung auf den

Kurs zum Zeitpunkt der Umsatzmeldung

(Entgeltkurs) verzichtet.

6. Neues vereinfachtes

Höchstbetragssystem

Der bisherige so genannte Höchstbetrag

V für alle wirtschaftlichen

und politischen Risiken und der

Zusatzhöchstbetrag VI für be-

mehr alle nicht marktfähigen Länder in die Deckung

einbeziehen. Die Kalkulationsmethode der

APG-Prämie wurde überarbeitet und von den

OECD-Länderkategorien, die für mittelfristige Risiken

festgelegt werden, abgekoppelt. Ergänzt

wird das neue System durch eine Bonus-/Malusregelung.

Zudem wurde die Selbstbeteiligung

für die wirtschaftlichen Risiken von 15 % auf

10 % gesenkt.

stimmte politische Risiken (insbesondere

für die KT-Risiken)

werden abgelöst. Bei der neuen

APG stehen ebenfalls zwei

Höchstbeträge zur Ausnutzung

zur Verfügung, jeweils einer für

die wirtschaftlichen und einer für

die politischen Risiken. Im Normalfall

sind Umsätze sowohl

gegen die wirtschaftlichen Risiken

als auch gegen die politischen

Risiken versichert. Wenn

bei schlechter Bonität des Bestellers

oder aufgrund fehlenden

Auskunftsmaterials eine Deckung

der wirtschaftlichen Risiken

nicht oder nur eingeschränkt

übernommen werden kann, kann

der Exporteur frei entscheiden,

ob er trotzdem politischen Deckungsschutz

in Anspruch nehmen

möchte.

7. Wegfall der Selbstprüfung

und Einführung

einer Anbietungsgrenze

Die Selbstprüfung ausländischer

Risiken durch den Exporteur entfällt;

im Gegenzug können die

Exporteure bei einem zu erwartenden

Außenstand von bis zu

15.000 Euro von einer Absicherung

absehen.

8. Obligatorisches

Online-Verfahren

Alle ab 2006 neu abzuschließenden

oder zu verlängernden APGs

werden ausschließlich online abgewickelt.

So erfolgen z. B. Limitanträge

und Umsatzmeldungen

elektronisch. Dadurch wird

die Handhabung dieser Absicherungsmöglichkeit

für den Exporteur

noch komfortabler.

15


16

Interministerieller Ausschuss

Hermesdeckungen

weltweit auf hoher See

Der in Rostock ansässige Schiffsund

Fischereiausstatter Rofia GmbH

hat seinen Schwerpunkt in der computergestützten

Entwicklung und

Herstellung von Schleppnetzen für

die Küsten- und Hochseefischerei.

Dabei ermöglicht die Verarbeitung

von hochwirksamen Spezialfasern

optimale Fangeigenschaften. Mit

seinen 50 Mitarbeitern produziert

das mittelständische Unternehmen

Netze, die individuell auf Fanggebiete

und Fischarten der Kunden

angepasst sind.

Traditionell befinden sich die Kunden

der Rofia GmbH unter den Ostseeanrainerstaaten.

Auch in Südeuropa,

Korea und Hong Kong gibt

es zahlreiche Besteller, welche die

Produkte aus der Hansestadt sehr

schätzen. Mehr als 70 % des Jahresumsatzes

von 10 Millionen Euro erzielt

die Rofia GmbH im Export. Um

durch Zahlungsverzögerungen oder

gar -ausfall nicht selbst in wirtschaftliche

Untiefen zu geraten, sichert

Rofia viele seiner Geschäfte mit

staatlichen Hermesdeckungen ab.

Vom Kabeljau aus

der Ostsee bis

hin zum Heilbutt aus

den Gewässern

vor Grönland – die

für die Fanggebiete

des Kunden

individuell produzierten

Netzarten sind in

den verschiedensten

Gewässern weltweit

im Einsatz.


Die APG ist durch die Reform noch attraktiver

geworden. Sie gehört schon seit langem zu den

wichtigsten und erfolgreichsten Absicherungsinstrumenten

innerhalb der Exportkreditgarantien

des Bundes und bietet eine umfassende und

unbürokratische Absicherungsmöglichkeit für

Exporte in Länder außerhalb der EU bzw. der

Kernländer der OECD. Sie ist eine flexible und

einfache Sammeldeckung für kurzfristige Zahlungsrisiken

bis zu 12 Monaten. Damit entspricht

sie insbesondere auch den Bedürfnissen der kleinen

und mittelständisch geprägten Exporteure.

Die wesentlichen Änderungen sind auf S. 14 f.

dargestellt.

Niedrigere Selbstbeteiligung

auch für die APG-light

Der Interministerielle Ausschuss hat nach den

Änderungen bei der APG auch die Selbstbeteiligung

der Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung-light

(APG-light) – die besonders für die Absicherung

der Geschäfte kleinerer Unternehmen gedacht

ist – angepasst. Die Änderung gilt für neu abgeschlossene

APG-light-Verträge seit dem 1. April

2006. Die Selbstbeteiligung wurde von 15 % auf

10 % gesenkt. Diese Verbesserung wurde ohne

eine gleichzeitige Anhebung des Entgelts für die

Unternehmen durchgeführt.

Avalgarantie verbessert

Liquidität für mittelständisch

geprägte Unternehmen

Zum 1. Januar 2006 hat der Interministerielle

Ausschuss die Einführung der Avalgarantie beschlossen.

Sie wird es den Exporteuren erleichtern,

die im Auslandsgeschäft üblichen Garantien

– z. B. Anzahlungs- und Gewährleistungsgarantien

– beizubringen. Mit der Avalgarantie wird

eine entscheidende Verbesserung der Kreditversorgung

für kleine und mittlere Unternehmen, die

im Exportgeschäft tätig sind, erreicht.

Kern der Avalgarantie ist das garantiegleiche Zahlungsversprechen

des Bundes gegenüber einem

Garantiesteller (Bank oder Kautionsversicherer),

auf erstes schriftliches Anfordern bis zu 80 % des

vom ausländischen Besteller zu Recht oder zu

Unrecht gezogenen Garantiebetrages innerhalb

von zehn Bankarbeitstagen zu erstatten.

Mit der Avalgarantie nimmt der Bund dem Garantiesteller

– in Höhe der Erstattungsquote – alle

typischen (Rückgriffs-) Risiken, sowohl auf den

Exporteur als auch gegenüber dem Besteller, ab.

Diese Risikoentlastung ermöglicht es dem Garantiesteller

auf weitere – liquiditätsbeschränkende

– Sicherheiten des Exporteurs zu verzichten.

17


18

Interministerieller Ausschuss

Für die Exporteure führt dies zudem zu einer Entlastung

der Kreditlinien. Dadurch wird die Liquidität

gerade für kleine mittelständisch geprägte

Unternehmen verbessert.

Die Avalgarantie des Bundes steht nur für Geschäfte

zur Verfügung, für die gleichzeitig auch

eine Exportkreditgarantie beantragt wird. Die

Avalgarantie wird auf Antrag des Exporteurs zugunsten

des von ihm benannten Garantiestellers

(Bank oder Kautionsversicherer) übernommen.

Sechs Anlagen zur Abfüllung

von Bier, Mineralwasser und

Softgetränken hat die in

Neutraubling ansässige Krones AG

an die zweitgrößte Brauereigruppe

Brasiliens geliefert. Ende 2004

sind am neuen Standort Igrejinha

im Süden des Landes vier der

Abfüllanlagen in Betrieb gegangen,

darunter eine 60.000er Mehrwegglaslinie,

eine 30.000er Dosenanlage

sowie zwei PET-Anlagen

mit einer Leistung von jeweils

10.000 Behältern pro Stunde.

Zwei weitere Abfüllanlagen

wurden an die Brauereien in

Recife und Alagoinhas geliefert.


Mit einer Obligobegrenzung pro Exporteur auf

maximal 80 Millionen Euro ist ein unternehmensgemäßer

Handlungsspielraum gewährleistet, da

Avalgarantien vor allem kleinen und mittelständischen

Exporteuren zugute kommen sollen. Erste

Avalgarantien wurden bereits im Januar 2006

beantragt und in Deckung genommen und es

zeichnet sich eine rege Nachfrage nach dieser

Absicherungsform ab.

Rahmenkreditdeckung

erweitert – Einbeziehung

bestätigter Akkreditive

Der Interministerielle Ausschuss hat die Rahmenkreditdeckung

gezielt zur Förderung kleinerer

und mittlerer Exportgeschäfte weiter verbessert.

Künftig können in eine Rahmenkreditdeckung

auch kleinere Einzelkredite bis zu

1 Million Euro einbezogen werden, die mit vereinfachter

Dokumentation auf Basis eines bestätigten

Akkreditivs abgewickelt werden.

Dieses Verfahren ermöglicht eine schnellere und

einfachere Abwicklung des Exportgeschäfts. Die

neue Deckungsmöglichkeit steht zunächst probeweise

für einen Zeitraum von drei Jahren zur

Verfügung.

Sowohl für den Exporteur als

auch für den ausländischen

Besteller ist eine passgenaue

Finanzierung im internationalen

Wettbewerb oft entscheidend.

Während des 6. Deutschen

Außenwirtschaftstages in

Bremen im September 2005

informierten sich zahlreiche

Unternehmensvertreter über die

Möglichkeiten, Exportgeschäfte

abzusichern. Experten mehrerer

Institutionen, darunter auch

Vertreter des BMWi sowie der

Mandatare, standen in

Workshops Rede und Antwort.

Kapitalisierte Bauzeitzinsen

und Finanzierungsnebenkosten

voll deckungsfähig

Der OECD-Konsensus erlaubt bei mittelfristigen

Geschäften mit einer Kreditlaufzeit von mehr als

zwei Jahren eine Kreditierung des Auftragswertes

in Höhe von maximal 85 %. Nach dem

Konsensus sind jedoch Bauzeitzinsen und Deckungsentgelte

nicht zwangsläufig Teil des Auftragswertes

und können damit vollständig finanziert

werden.

Mit Blick auf die Praxis anderer Kreditversicherer

hat der IMA entschieden, den Deckungsnehmern

eine bessere Ausnutzung der bestehenden

Finanzierungsspielräume zu ermöglichen und

eine 100%ige Kapitalisierung dieser Beträge

sowie eine 100%ige Kreditierung der Finanzierungsnebenkosten

unter Deckungsschutz grundsätzlich

zuzulassen.

19


20

Interministerieller Ausschuss

Einführung eines

risikobasierten Entgeltsystems

für Käuferzuschläge

Mit Wirkung zum 1. Mai 2006 wurde die Kalkulation

der Käuferzuschläge bei Einzeldeckungen

für private Besteller auf eine neue Grundlage

gestellt. Die Besteller werden in fünf Käuferkategorien

eingestuft. Damit wirken sich die Bonität

der Besteller, Zahlungserfahrungen, gegebenenfalls

zusätzliche Besicherungen und weitere

Besonderheiten eines Geschäfts auf die Höhe

des Käuferzuschlags aus. Die Höhe des Käuferzuschlags

selbst wird zukünftig unabhängig von

den OECD-Länderkategorien sein. Das Gesamtentgelt

ergibt sich aus dem OECD-Mindestentgelt

für das Länderrisiko plus dem Zuschlag für

das Käuferrisiko. Bisher wurde eine einheitliche

Risikoprämie erhoben, die sich unabhängig von

der Bonität des Abnehmers nach der Länderkategorie

richtete, in die das Käuferland eingestuft

war.

Die Zuordnung des Geschäfts in eine der fünf

Käuferrisikokategorien kann erst nach Vorlage

und Analyse der entsprechenden Informationen

vorgenommen werden, sodass eine exakte Prämienkalkulation

erst zu diesem Zeitpunkt möglich

ist. Für die Kategorisierung werden nur solche

Informationen herangezogen, die auch zur Deckungsentscheidung

benötigt werden. Durch die

überschaubare Anzahl von Risikokategorien

bleibt ein hohes Maß an Kalkulationssicherheit

hinsichtlich der Prämienhöhe weiterhin gegeben.

Im Gesamtergebnis sollen die Veränderungen

aufkommensneutral sein, d. h. der Bund soll

durch diese Umstellung des Systems keine

Mehreinnahmen erzielen. Tendenziell wird die

Absicherung von Exportgeschäften in Länder mit

schlechteren Länderkategorien und von Geschäften

mit kürzeren Kreditlaufzeiten günstiger

als bisher und umgekehrt von Exporten in besser

eingestufte Länder und von Geschäften mit

längeren Kreditlaufzeiten teurer.

In die Entwicklung des risikobasierten Entgeltsystems

flossen die Anregungen der Exporteure

und von Vertretern von Verbänden und Kreditinstituten

ein. Informationsveranstaltungen zur

Einführung des neuen risikobasierten Entgeltsystems

werden gemeinsam mit Verbänden, Handelskammern

u. a. durchgeführt. Darüber hinaus

stehen insbesondere in der Einführungsphase

des neuen Systems die Mandatare den Exporteuren

und Banken beratend zur Seite.

Umweltaspekte

Projekte mit Umweltrelevanz

Nach den auf OECD-Ebene festgelegten Umweltleitlinien

(„Recommendation on Common

Approaches on Environment and Officially Supported

Export Credits“) werden alle Geschäfte

mit einem Auftragswert ab 15 Millionen Euro und

Zahlungsbedingungen ab zwei Jahren Kreditlaufzeit

auf ihre Umweltauswirkungen vorgeprüft

(„Screening“). Im Jahr 2005 betraf dies 127 Geschäfte

(2004: 105 Geschäfte) mit einem Auftragsvolumen

von 13,8 Milliarden Euro (2004: 9,8 Milliarden

Euro). Von den vorgeprüften Geschäften


Windpark in Taiwan

Im Februar 2005 hat der IMA eine

Exportkreditgarantie für eine Projektfinanzierung

zur Errichtung eines

Windparks in der taiwanesischen

Provinz Miaoli übernommen.

Die Bundesregierung verfolgt damit

konsequent die Zielsetzung der

„Exportinitiative Erneuerbare Energien“

und unterstützt aktiv den weltweiten

Export von Technologien

und Anlagen zur Nutzung regenerativer

Energien.

Die in Aurich ansässige ENERCON

GmbH hat im Auftrag von InfraVest

Wind Power Corp., Taipeh, den Bau

von 25 Windenergieanlagen des

Typs E70 übernommen. Die Absicherung

dieses Geschäfts erfolgte

erstmals über eine Lokalwährungsdeckung.

Entwicklung, Finanzierung und Realisierung

dieses ersten kommerziellen

Windparkprojektes in Taiwan

standen in der Verantwortung der

deutschen InfraVest GmbH aus der

VWind AG Gruppe, die neben Projekten

in Deutschland auch Windparks

in China, Frankreich, Schweden,

Spanien, Brasilien, Türkei und

Offshore plant und realisiert.

Die ersten Windenergieanlagen gingen

Ende des Jahres 2005 in Betrieb,

der Gesamtpark stellt eine

Gesamtleistung von fast 50 Megawatt

bereit. Dies entspricht einem

ungefähren jährlichen Energieverbrauch

von 40.000 taiwanesischen

Haushalten. Mit der Übernahme

einer Hermesdeckung unterstützte

der Bund die aktive Förderpolitik

der taiwanesischen Regierung zum

Ausbau regenerativer Energien. Die

Erschließung bislang ungenutzter

eigener Ressourcen und die stetig

wachsende Energieversorgung aus

alternativen Energiequellen ermöglichen

es Taiwan künftig, die hohen

Primärenergieimporte deutlich zu

reduzieren.

Für ein Nachfolgeprojekt Miaolis,

den Windpark Changbin, liegt bereits

eine Grundsatzentscheidung

des IMA vor. Diese für eine Inbe-

Seit Frühjahr 2006 erhalten rund 40.000 taiwanesische

Haushalte Strom aus dem Windpark Miaoli. Das

bedeutet eine Einsparung von 85.000 Tonnen CO2

Emmissionen pro Jahr. Mit einer Kapazität von

49,8 Megawatt ist der Windpark Miaoli an der Westküste

Taiwans der größte Windpark des Landes.

Derzeit ist Taiwan stark von Energieimporten abhängig

und muss jährlich rund 98 % seines Brennstoffbedarfs

importieren. Ziel ist es, im Jahr 2010 bereits 10 %

des landesweiten Energiebedarfs aus erneuerbaren

Energien selbst zu produzieren.

triebnahme im Herbst 2007 geplante

Anlage wird aus 45 Windkraftanlagen

mit einer Gesamtleistung von

103,5 MW bestehen. Für eine erfolgreiche

Projektabwicklung bürgt

eine Kombination der beiden FörderinstrumenteExportkreditgarantien

und Direktinvestitionen.

Um langfristig zukunftsfähige Windenergiemärkte

zu schaffen und die

Umsetzung internationaler Klimapolitik

zu forcieren, unterstützt die

Bundesregierung verstärkt den Export

von Windtechnologie. Die deutsche

Windbranche ist weltweit führend

in technischem Know-how:

Marktstellung und Innovationskraft

von Herstellern und Zulieferindustrie

nehmen international eine Spitzenstellung

ein.

21


Interministerieller Ausschuss

Die von SMS Demag nach Indien zu liefernde

CSP-Anlage (Dünnbandanlage) besteht im

Wesentlichen aus einer Stranggießanlage,

einem Tunnelofen mit Schwenkfähre und

einer fünfgerüstigen Walzstraße. Das Bild zeigt

einen der fünf Walzenständer vor seiner

Demontage für den Transport nach Orissa.

Die Inbetriebnahme der Anlage ist für

das vierte Quartal 2006 geplant.

Die Produktionskapazität liegt bei 650.000

Tonnen Warmband pro Jahr.

22

Beispiel für ein

Kategorie A-Projekt

Seit 2003 betreibt der indische

Stahlproduzent Bhushan Ltd. eine

Erweiterung seiner Produktion am

Standort Orissa. Während der ersten

Projektphase wurde mit dem

Bau von Anlagen zur Rohstahlerzeugung

begonnen. In der zweiten

Phase errichtet die SMS Demag AG

im ersten Halbjahr 2006 vor Ort eine

CSP-Anlage (Compact Strip Production)

einschließlich Tunnelofen.

Das gesamte Projekt wurde im

Rahmen der Umweltprüfung in die

Kategorie A eingestuft. Die Umweltprüfung

wurde von einer staatlichen

indischen Beratungsgesellschaft

durchgeführt. Die aus Deutschland

zu liefernden Anlagen erfüllen neben

lokalen auch EU-Umweltstandards.

Eine notwendige Umsiedlung

von 155 Familien fand aufgrund der

damit einhergehenden Verbesserung

der Wohn- und Lebensverhältnisse

eine hohe Akzeptanz bei den

betroffenen Menschen.


wurden 61 Geschäfte (2004: 43 Geschäfte) mit

einem Auftragsvolumen von 6,2 Milliarden Euro

(2004: 5,7 Milliarden Euro) den Umweltkategorien

A und B zugeordnet und damit der vertieften

Umweltprüfung nach den OECD-Umweltleitlinien

unterzogen.

Ausblick

Im Jahr 2006 stehen die OECD-Umweltleitlinien

erneut auf der Agenda der Exportkreditgruppe in

der OECD. Vor dem Hintergrund der gesammelten

Erfahrungen mit dem Regelwerk sowie der

Fortentwicklung von internationalen Umweltstandards

werden die OECD-Mitgliedstaaten prüfen,

ob sich die „OECD-Recommendation“ bewährt

hat oder ob Anpassungen notwendig sind. Die

entsprechenden Verhandlungen sollen Ende 2006

abgeschlossen sein.

Förderung der

Erneuerbaren Energien

Auch im Jahr 2005 lag ein Schwerpunkt nationaler

und internationaler Bemühungen auf der

Stärkung erneuerbarer Energie-Technologien

weltweit. Die Absicherung mehrerer größerer

Projekte aus dem Bereich der erneuerbaren

Energien durch Bundesdeckungen im Berichtsjahr

zeigt, dass die Exportkreditgarantien des

Bundes erfolgreich zur Finanzierung dieser Projekte

einsetzbar sind.

Die Bundesregierung hat sich darüber hinaus

gemeinsam mit anderen Exportkreditversicherern

in der OECD erfolgreich für die Einführung

flexiblerer Regelungen bei der Übernahme staatlicher

Exportkreditgarantien im Zusammenhang

mit erneuerbaren Energie-Projekten eingesetzt.

Im Frühjahr 2005 haben sich die Teilnehmer am

OECD-Konsensus darauf verständigt, die zulässige

Kreditlaufzeit für Exporte im Bereich der

erneuerbaren Energien auf 15 Jahre zu verlängern.

Dies ist eine wichtige Verbesserung, da der

OECD-Konsensus grundsätzlich nur Kreditlaufzeiten

von bis zu 10 Jahren, bei Kraftwerken mit

bestimmten Auftragswerten von bis zu 12 Jahren

vorsieht. Die neue, am 1. Juli 2005 in Kraft

getretene Regelung gilt für Wind-, Geothermal-,

Gezeitenkraft-, Solar- und Bioenergie sowie für

Trinkwasserver- und Abwasserentsorgungsprojekte.

Ende 2005 einigten sich die Mitgliedstaaten

darauf, die verbesserten Bedingungen unter

bestimmten Voraussetzungen auch auf Wasserkraftprojekte

auszudehnen.

Transparenz

Seit einigen Jahren werden der Öffentlichkeit insbesondere

über das Internet vielfältige Möglichkeiten

geboten, sich über Projekte zu informieren,

für die eine Bundesdeckung beantragt bzw.

übernommen wurde. So wurden in Zusammenwirken

mit den Projektbeteiligten im Jahr 2005

unter der Rubrik „Projektinformationen“ im

www.agaportal.de zu über 120 hermesgedeckten

Geschäften Projektinformationen herausgegeben.

Zu neun besonders umweltsensiblen

Projekten (Kategorie A-Projekte) wurden entspre-

23


24

Interministerieller Ausschuss

chend der OECD-Umweltleitlinien vor der endgültigen

Entscheidung zur Übernahme einer Deckung

ausführliche Umweltinformationen veröffentlicht.

Darüber hinaus besteht seit Inkrafttreten des

Umweltinformationsgesetzes (UIG) im Februar

2005 unter bestimmten Voraussetzungen für

jeden Bundesbürger ein Anspruch, Umweltinformationen

im Zusammenhang mit bundesge-

Viele Exporteure nutzen auf

Veranstaltungen dieser Art die

Gelegenheit zum direkten

Dialog mit dem Vorsitzenden des

IMA, Dr. Hans-Joachim Henckel.

In der IHK München fanden

am 2. Mai 2005 zwei Workshops

für Exporteure statt. Unter

dem Titel „Weltweit erfolgreich

exportieren mit Hermesdeckungen“

informierten sich die Teilnehmer

über die Angebote der staatlichen

Exportkreditgarantien.

deckten Geschäften zu erhalten; so wurde beispielsweise

einer Nichtregierungsorganisation auf

Anfrage die Umweltverträglichkeitsprüfung für ein

Staudammprojekt übergeben.

Das am 1. Januar 2006 in Kraft getretene Informationsfreiheitsgesetz

(IFG) macht staatliches

Handeln transparenter und erweitert die Informationsmöglichkeiten

der Öffentlichkeit. Voraussetzung

für die Erteilung der gewünschten Information

ist jedoch immer, dass die Herausgabe der

Daten weder zu einer Verletzung von berechtigten

Interessen Dritter – insbesondere von Betriebs-

und Geschäftsgeheimnissen der Projektbeteiligten

– führt, noch vom Gesetz geschützten

öffentlichen Interessen widerspricht.


Dialog mit der Wirtschaft

wird fortgesetzt

Im Jahr 2005 führte die Bundesregierung den

Dialog durch den Erfahrungs- und Informationsaustausch

mit Kreditinstituten und Exporteuren

fort. Dieser partnerschaftliche Ansatz bildet die

Basis, um das Instrumentarium an aktuelle Entwicklungen

und geänderte Anforderungen anzupassen

sowie praxisnahe und einzelfallgerechte

Lösungen zu finden. Auf diese Weise bleiben die

Exportkreditgarantien des Bundes ein wichtiger

und verlässlicher Begleiter der deutschen Exportwirtschaft

im internationalen Wettbewerb.

Auf zahlreichen Veranstaltungen und Messen

stellten Vertreter aus dem Bundesministerium für

Wirtschaft und Technologie und von den Mandataren

das Instrumentarium vor und suchten direkt

vor Ort den Dialog mit den Exporteuren. Viele

Veranstaltungen im In- und Ausland, an denen

Experten der Exportkreditgarantien teilnahmen,

fanden in Kooperation mit Kammern, Verbänden

oder Kreditinstituten statt und umfassten eine

breite Themenpalette. Zudem sind die Exportkreditgarantien

regelmäßig nicht nur auf regionalen

Messen, sondern auch überregional wie z. B.

auf der Hannover Messe oder dem Außenwirtschaftstag

in Bremen vertreten.

Auf zahlreichen Informationsveranstaltungen im

gesamten Bundesgebiet nutzten Vertreter

exportierender Unternehmen die Gelegenheit,

sich über neue Entwicklungen bei den Hermesdeckungen

zu informieren. Die Veranstaltungen

fanden überwiegend in Kooperation mit den

örtlichen Industrie- und Handelskammern statt.

In Köln wurde erstmals ein Workshop veranstaltet,

der sich ausschließlich an Exporteure richtete,

die bislang noch keine Hermesdeckungen

zur Absicherung ihrer Exportgeschäfte nutzen.

Die Interessierten informierten sich ausführlich

über das Verfahren und die Möglichkeiten

der staatlichen Exportkreditversicherung. Mehr als

die Hälfte der Teilnehmer sagte anschließend, dass

sie beabsichtige, künftig Hermesdeckungen für

ihre Exportgeschäfte einzusetzen.

25


26

Interministerieller Ausschuss

Auf gemeinsame Einladung

der Mandatare und des Verbandes

für Maschinen- und Anlagenbau

(VDMA) fand am 13. Juni 2005 eine

Veranstaltung mit dem Titel

„Hermesdeckungen für risikoreiche

Märkte – Grundlagen für

Finanzierungslösungen“ statt.

Praxisberichte von Exporteuren zu

Finanzierungslösungen mit

Hermesdeckungen ergänzten die

Fachvorträge zum Instrumentarium.

Neben Veranstaltungen stehen den Exporteuren

die Außendienstmitarbeiter vor Ort für die direkte

Beratung zur Verfügung. Umfangreiche Informationen

über die Exportkreditgarantien werden zudem

im weiter verbesserten Internetauftritt und in

zahlreichen Publikationen angeboten.

Auch im laufenden Jahr besteht auf vielen Veranstaltungen

und Messen die Möglichkeit zum

direkten Kontakt mit Referenten aus dem Bundesministerium

für Wirtschaft und Technologie

und Experten der Mandatare. Die Termine

können im Veranstaltungskalender im Internet

(www.agaportal.de) eingesehen werden.

Informationsangebot

weiter verbessert

Das Informationsangebot über die Exportkreditgarantien

wurde weiter verbessert und ausgebaut.

Im Rahmen der Publikationsreihe „Hermesdeckungen

spezial“ sind im Jahr 2005 Informationen

zu den Themen Entschädigung, Refinanzierungsmöglichkeiten

und Wirtschaftliche

Risiken erschienen. Der Beitrag „Entschädigung“

bietet Hilfestellung bei einem drohenden Schadenfall,

indem detailliert die Vorgehensweise für

ein reibungsloses Entschädigungsverfahren dargestellt

wird. Der Artikel „Refinanzierungsmöglichkeiten“

beschreibt die Möglichkeiten des Exporteurs,

seine Exportforderung als Kreditsicher-


heit zu nutzen oder zu Refinanzierungszwecken

zu verkaufen. Im Beitrag „Wirtschaftliche Risiken“

wird die Verlagerung vom politischen zum wirtschaftlichen

Risiko thematisiert, woraus sich neue

Anforderungen sowohl an das Risikomanagement

des Bundes als auch der Banken ergeben

haben. Die Beiträge können im Internet bestellt

oder heruntergeladen werden.

Neu erstellt wurde zudem eine englischsprachige

Information mit dem Titel „Foreign Customers“,

welche ausländischen Geschäftspartnern

die Grundzüge des Deckungsinstrumentariums

erläutert und um Verständnis dafür wirbt,

wenn im Zuge eines Antragsverfahrens für eine

Hermesdeckung bei ihnen Informationen zu Geschäftszahlen

angefordert werden.

Alle Informationen stehen auf den Internetseiten

der Bundesdeckungen www.agaportal.de zum

Download bereit oder können kostenlos bestellt

werden.

Regelmäßig sind die Mandatare auf

verschiedenen Messen, wie hier

auf der Hannover Messe, mit Informationsständen

vertreten. Viele exportierende

Unternehmen nutzen gern die

Chance, sich ausführlich über die

Exportkreditgarantien zu informieren.

Aufgrund der großen Resonanz von Seiten

der Exporteure auf die Veranstaltung

„Im Schadenfall nicht allein“, die erstmals im

September 2004 in Hamburg stattfand, wurden

2005 zwei weitere Veranstaltungen zu diesem

Thema in Hamburg und München angeboten.

v.l.n.r.: Peter Linse, Stefan Schloesser,

Dieter Wojahn (Euler Hermes) sowie Dr. Rodger

Wegner (Verein Hamburger Exporteure e.V.)

und Derk Ch. Proff (Hachemie GmbH)

27


28

Interministerieller Ausschuss

Im Juni 2005 wählten die Leser des Trade Finance

Magazine die von der Bundesregierung mit der

Bearbeitung der Exportkreditgarantien (Hermesdeckungen)

beauftragten Euler Hermes Kreditversicherungs-AG und

PwC AG zur „Best Export Credit Agency 2005“ (ECA).

Stellvertretend für die Mandatare nahm Euler Hermes Vorstand

Dr. Hans Janus diese Auszeichnung in London entgegen.

Bewertet wurden herausragende Leistungen auf

den Gebieten Exportfinanzierung, Exportkreditversicherung,

Strukturierung von Projekten sowie

Finanz- und Rechtsberatung bei Exportgeschäften.

Euler Hermes und PwC

„Best Export Credit Agency 2005“

Das Konsortium aus Euler Hermes Kreditversicherungs-AG

und PricewaterhouseCoopers

AG ist zur besten staatlichen Exportkreditversicherung

des Jahres 2005 („Best Export Credit

Agency 2005“) gewählt worden. Im Rahmen

einer jährlichen Leser-Umfrage des britischen

Trade Finance Magazine werden herausragende

Leistungen auf den Gebieten Exportfinanzierung,

Exportkreditversicherung, Strukturierung von Projekten

sowie Finanzberatung bei Exportgeschäften

bewertet. Zudem wurden sieben mit Exportkreditgarantien

des Bundes abgesicherte

Projekte zu „Deals of the

Year 2004“ gekürt. Dieser Erfolg

wurde möglich durch die Kombination

aus einer klaren und dem Ziel

der Exportförderung verpflichteten

Außenwirtschaftspolitik der Bundesregierung

und ihrer marktnahen

Umsetzung durch privatwirtschaftliche

Strukturen.


„Deal of the Year 2004“

für maßgeschneiderte Exportfinanzierung

Im Juni 2005 bekam ein gemeinsam

durch die Exportkreditversicherer

Euler Hermes und COFACE abgesichertes

Projekt den Titel „Deal of

the Year 2004“ verliehen. Ausgezeichnet

wurde die erste Bauphase

einer groß angelegten Zementanlage

im vietnamesischen Cam Pha.

Das britische Trade Finance Magazine

würdigte mit dieser Auszeichnung

das besonders innovativeExportfinanzierungsmodell

dieses Geschäfts.

Der erste Bauabschnitt hat

einen gedeckten Anteil von

20,36 Millionen Euro am

Gesamtauftragswert und

umfasst die Errichtung einer

Mahlanlage im nördlich

gelegenen Ba Ria.

Auftraggeber ist die Vietnam

Construction and Import-Export-Corporation

(Vinaconex), die im Aus-

schreibungsverfahren jeden einzelnen

Projektteil mit den potenziellen

Lieferanten individuell verhandelte.

Deshalb mussten sich vier Exporteure

und die jeweiligen Exportkreditversicherer

aus Frankreich und

Deutschland zusammenfinden, um

ein sowohl für Vinaconex als auch

für die ECAs Erfolg versprechendes

Absicherungs- und Finanzierungsmodell

zu erstellen.

Das Projekt Cam Pha vereinigt diverse

internationale Zulieferer und

Exporteure unter einem Dach und

macht so deutlich, welchen wichtigen

Nutzen Exporteure aus einer

erfolgreichen Zusammenarbeit verschiedener

Banken und Exportkreditversicherer

ziehen können. Diese

vereinbarten miteinander einen

gemeinsamen Beginn der Kreditlaufzeit,

der es Vinaconex ermöglicht,

die Rückzahlungen

mit den Erlösen aus der

Zementanlage zu synchronisieren.

In diesem Fall beginnt

die zehnjährige Rückzahlungsphase

für das vietnamesische

Unternehmen

erst mit Erfüllung des letzten

Exportvertrags.

Die FAM Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen GmbH

lieferte im Zuge des Baus der Mahlanlage in Ba Ria fördertechnische

Ausrüstungen wie zum Beispiel einen Prallbrecher, der zur

Zerkleinerung von Kalkstein eingesetzt wird. Außerdem übernahm

das Unternehmen aus Sachsen-Anhalt das komplette Engineering,

die Montage vor Ort und die Überwachung der Inbetriebnahme.

Nach Fertigstellung im Jahr

2007 wird die Mahlanlage

von Ba Ria eine Jahreskapazität

von 1,5 Millionen

Tonnen Zement besitzen.

Aus Deutschland sind insgesamt

drei Unternehmen

an dem Projekt Ba Ria beteiligt:

die Siemens AG, Erlangen,

die FAM Magdeburger

Förderanlagen und

Baumaschinen GmbH sowie

die HAVER & BOECKER

OHG aus Oelde.

Als eines der am Projekt Cam Pha beteiligten deutschen Unternehmen

lieferte die HAVER & BOECKER OHG eine Siloanlage einschließlich

einer Packanlage. Das nebenstehende Bild zeigt einen der zwei ROTO-

PACKER. Dieser ist in der Lage, pro Stunde rund 4.000 Säcke zu befüllen.

29


30

Interministerieller Ausschuss

Die zur Zeit weltgrößte Anlage zur Produktion

von Methanol ging im Dezember 2005

in Point Lisas, Trinidad/Tobago, in Betrieb.

Im Auftrag der Methanol Holdings (Trinidad)

Ltd. wurde die Anlage M 5000 mit

einer Nennkapazität von 5.400 Tonnen pro

Tag durch die MAN Ferrostaal AG als

Generalunternehmer schlüsselfertig geliefert.

Eine besonders große Herausforderung an

den Bauprozess stellte der sehr begrenzte

Raum für die neue M 5000 dar. So musste die

Fabrik zwischen zwei bereits bestehende

Methanol-Produktionsstätten eingepasst

werden. Während der Bauphase

wurden insgesamt 18.700 m 3 Beton,

11.000 Tonnen Stahlbau, 580 km Kabel sowie

8.600 Tonnen Rohrleitungen verarbeitet.

Besondere Deckungsformen

Projektfinanzierungen und

Strukturierte Finanzierungen

Die Nachfrage nach Exportkreditgarantien für

Projektfinanzierungen und Strukturierte Finanzierungen

blieb im Jahre 2005 unverändert hoch.

Diese Instrumente bieten die Möglichkeit, großvolumige

Vorhaben mit maßgeschneiderten Sicherheitenkonzepten

zu realisieren. Sie kamen

im Berichtsjahr hauptsächlich in den Sektoren

Petrochemie, Stahl und Infrastruktur zur Anwendung.

Ein Großteil der Projekte wurde – wie

bereits im Vorjahr – im Nahen und Mittleren

Osten realisiert.


Die internationalen Rahmenbedingungen für Projektfinanzierungen

und Strukturierte Finanzierungen

haben sich positiv entwickelt. Die flexiblen

Bedingungen für Projektfinanzierungen, die 1998

eingeführt wurden und zunächst für eine mehrfach

verlängerte Pilotphase galten, konnten dauerhaft

im OECD-Konsensus verankert werden.

Zudem lassen die Konsensusbestimmungen

jetzt für Strukturierte Finanzierungen einen höheren

Gestaltungsspielraum beim Tilgungsprofil

zu. Insgesamt wird sich damit die Attraktivität

dieser Deckungsinstrumente weiter erhöhen, da

die Zahlungsbedingungen deutlich enger an der

Erlöserwartung des Projektes ausgerichtet werden

können. Nähere Einzelheiten zu den neuen

Regelungen sind auf den Seiten 63 f. zu finden.

Der Interministerielle Ausschuss gab im Jahr

2005 Deckungszusagen für vier Projektfinanzierungen

mit einem Gesamtauftragswert von rund

533 Millionen Euro (Vorjahr: 374 Millionen Euro

für sechs Projekte). Hervorzuheben ist dabei die

Absicherung einer Methanolanlage in Oman, die

die Diversifizierung der omanischen Wirtschaft

erhöht und die Abhängigkeit von Einnahmen aus

der Erdölproduktion schrittweise weiter verringern

wird. Ferner wurden ein Mobilfunkvorhaben

in Algerien, ein Windpark in Taiwan sowie Lieferungen

für ein Flughafenterminal in der Türkei

gedeckt.

Für drei weitere Projekte hat der Bund Grundsatzzusagen

in Höhe von rund 790 Millionen

Euro gegeben. Dabei handelt es sich um ein

Braunkohlekraftwerk in Bulgarien, ein Dampfkraftwerk

mit Meerwasserentsalzungsanlage in

Saudi Arabien und einen weiteren Windpark in

Taiwan.

Auch für das Jahr 2006 zeichnet sich eine hohe

Nachfrage nach Projektfinanzierungen ab. Es liegen

bereits sechs Anträge mit einem Gesamtauftragswert

von rund 1,3 Milliarden Euro vor. Hierbei

handelt es sich vornehmlich um Projekte aus

dem petrochemischen Sektor sowie aus dem

Transport- und dem Rohstoffbereich.

Die Strukturierten Finanzierungen erreichten im

abgelaufenen Jahr wiederum ein sehr gutes Ergebnis.

Der Interministerielle Ausschuss hat acht

Vorhaben mit einem Gesamtauftragswert von

rund 969 Millionen Euro in Deckung genommen.

Somit konnte das Rekordergebnis des Vorjahres

– 924 Millionen Euro aus vier Projekten – noch

übertroffen werden. Die Projekte betreffen die

Sektoren Petrochemie, Bergbau, Stahl und Telekommunikation

und verteilten sich auf die Länder

Algerien, Australien, Iran, Pakistan, Peru, Russland

und Weißrussland.

Erwähnenswert ist ein Stahlprojekt in Weißrussland,

für das der Bund mit einer weiteren Deckung

nunmehr bereits die dritte Exportkreditgarantie

im Rahmen einer Strukturierten Finanzierung

übernommen hat. Die beiden zuvor rea-

31


Im Herbst 2005 wurde die

groß angelegte Modernisierung

der Raffinerie von Turkmenbashi,

Turkmenistan, erfolgreich

abgeschlossen. Für die letzte

Projektphase übernahm die

Technip Germany GmbH

die schlüsselfertige Errichtung

einer Dieselentschwefelungsanlage.

Mit Hilfe hochmoderner

Technologie werden an

dem Standort nahe dem Kaspischen

Meer heute jährlich 1,5

Millionen Tonnen schwefelarmen

Diesels nach internationalen

Qualitätsstandards produziert.

32

Interministerieller Ausschuss

Strukturierte

Finanzierungen

Im Bereich der Strukturierten Finanzierungen

ist der Bau einer Diesel-

Entschwefelungsanlage in Turkmenistan

erfolgreich realisiert worden.

Die Technip Germany GmbH aus

Düsseldorf übernahm im Zuge der

Errichtung der Anlage sowohl das

Engineering, das Projektmanagement

sowie die Montage vor Ort

und die Inbetriebsetzung.

Die Entschwefelungsanlage ist Teil

des Raffineriekomplexes Turkmenbashi

nahe dem Kaspischen Meer

und stellte die letzte Stufe eines

1996 beschlossenen Modernisierungsprozesses

dar. Seit der Inbetriebnahme

im Herbst 2005 produziert

die Anlage unter Einsatz

modernster Prozesstechnologie pro

Jahr rund 1,5 Millionen Tonnen Dieselkraftstoff

nach internationalen

Qualitätsstandards. Der Kraftstoff

wird u. a. als Kerosin oder schwefelarmer

Diesel weltweit vermarktet.

In der Raffinerie Turkmenbashi wird

ausschließlich einheimisches Rohöl

verarbeitet, welches aus nahe gelegenen

Ölfeldern über Pipelines

zur Aufbereitung transportiert wird.

Turkmenistan verfügt über gewaltige

Rohstoffreserven und fördert

jährlich ca. 2,73 Milliarden Tonnen

Rohöl.


lisierten Geschäfte dienten der Modernisierung

und Erweiterung der

bestehenden Stahlproduktion, das

jetzige führt zur Diversifizierung und

zur Steigerung des Anteils höherwertiger

Produkte. Die Zahlungsverpflichtungen

werden durch die Erlöse aus der

Lieferung von Stahlprodukten besichert. Das

Projekt stärkt nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit

des Unternehmens, sondern führt durch den

Ausbau der Exportkapazitäten mittelfristig zur

Verbesserung der Devisensituation des Landes.

Auch für das laufende Jahr ist mit einer ausgeprägten

Nachfrage nach Strukturierten Finanzierungen

zu rechnen. Zum Anfang des Jahres liegen

bereits konkrete Anträge mit einem Volumen

von rund 1,9 Milliarden Euro vor. Diese verteilen

sich im Wesentlichen auf verschiedene größere

Vorhaben in Osteuropa in den Bereichen Energie

und Stahl sowie auf Petrochemie- und Energieprojekte

im Nahen Osten, der Karibik und in Südamerika.

Flugzeuggeschäfte

Im Jahr 2005 hat der Bund gemeinsam mit

den an der Airbus-Finanzierung beteiligten

Kreditversicherern aus Großbritannien (ECGD)

und Frankreich (COFACE) insgesamt 75 Flugzeuge

in Deckung genommen (2004: 68).

Nahezu die Hälfte der Maschinen stammt

aus der A330/A340er Familie, einer Gruppe

von Langstrecken-Verkehrsflugzeugen.

Vor dem Hintergrund einer ständig wachsenden

Nachfrage nach europäischen Flugzeugen gelang

es Airbus S.A.S., mit 378 ausgelieferten

Flugzeugen die Zahlen des Vorjahres (2004: 320)

deutlich zu übertreffen. Dieser Trend wird sich

nach Angaben von Airbus auch im Jahr 2006

weiter fortsetzen (geplante Auslieferungszahl:

425 Flugzeuge).

Entsprechend der hohen Zahl der ausgelieferten

Flugzeuge waren auch die Exportkreditgarantien

für Flugzeugfinanzierungen stark nachgefragt:

Gemeinsam mit den an den Airbus-Finanzierungen

beteiligten Kreditversicherern aus Großbritannien

(ECGD) und Frankreich (COFACE) wurden

insgesamt 75 Flugzeuge gedeckt. Für den

33


34

Interministerieller Ausschuss

deutschen Produktionsanteil übernahm der Bund

Exportkreditgarantien in Höhe von 1,44 Milliarden

Euro (2004: 1,2 Milliarden; 2003: 755,6 Millionen).

Damit hat sich das Deckungsvolumen im

Vergleich zum Geschäftsjahr 2003 fast verdoppelt.

Nahezu die Hälfte der Flugzeuge sind Langstrecken-Verkehrsflugzeuge

der A330/A340

Familie. Bei Flugzeugen dieser Art beträgt der

gedeckte deutsche Darlehensbetrag bis zu 30

Millionen Euro pro Flugzeug. Ein Drittel der durch

staatliche Kreditversicherer abgesicherten Flugzeuge

wurde an Leasinggesellschaften ausgeliefert.

Mit der Markteinführung der neuen A380 erwarten

die drei beteiligten ECAs für 2006 die ersten Deckungsanträge

für das derzeit weltgrößte Passagierflugzeug.

Im Jahr 2006 erwarten die europäischen Kreditversicherer

erste Deckungsanträge im Zusammenhang

mit der Markteinführung der A380. Die

A380 wird über eine Kapazität von bis zu 900

Sitzplätzen verfügen und ist damit das größte

Passagierflugzeug der Welt. In der Grundversion

mit drei Klassen stehen auf zwei Ebenen 555

Sitzplätze zur Verfügung. Bei einem bisher vom

Hersteller genannten Listenpreis von 290 Millionen

US-Dollar ist pro Flugzeug mit einem deutschen

Deckungsanteil von 60 Millionen US-Dollar

zu rechnen.

Die positive Entwicklung des Flugzeugmarktes in

2005 spiegelte sich auch auf der Schadenseite

wider. Wie schon im Vorjahr traten keine neuen

Schadenfälle im Zusammenhang mit

Airbus-Deckungen auf. Während die

Lage auf dem Markt für Gebrauchtflugzeuge

nach dem 11. September

2001 zunächst allenfalls eine

Vermarktung in Form von Leasingverträgen

mit kurzfristigen Laufzeiten

zuließ, konnte im Jahr 2005 infolge

der Markterholung und der gesammelten

Erfahrungen bei den drei

staatlichen Kreditversicherern ein

Drittel der Flugzeuge aus Schadenfällen

verkauft werden. Darunter waren

auch sieben A320-Flugzeuge,

die Ende 2004 von der italienischen

Fluggesellschaft Volare zurückgeholt

wurden. Damit konnte die primär

verfolgte „Exit Strategy“ zum

Verkauf der Flugzeuge weiter umgesetzt werden.

Durch die Verkäufe der Flugzeuge wurde der

Schaden des Bundes signifikant zurückgeführt.


Internationale

Zusammenarbeit bei Flugzeugen

Im Berichtsjahr näherten sich die drei Airbus-Kreditversicherer

ein weiteres Stück dem Ziel, wie

eine einzige „virtuelle“ Airbus-Kreditversicherung

zu agieren. Mit Einführung der unkonditionierten

und auf erstes Anfordern zahlbaren so genannten

Airbusgarantie wird von allen drei Beteiligten

seit Juli 2003 ein einheitliches Deckungsprodukt

angeboten. Diese Garantie kann erst dann herausgelegt

werden, wenn neben den wirtschaftlichen

und politischen auch die vertraglichen Risiken

in enger Abstimmung unter den drei ECAs

eingehend geprüft worden sind. Um den Prüfungsaufwand

für die Dokumentenprüfung bei

den Kreditversicherern zu begrenzen,

wurde im Berichtsjahr bei zwei

Transaktionen erstmalig auf standardisierte

Vertragsdokumente zurückgegriffen.

Die internationale Zusammenarbeit

der ECAs bei Flugzeuggeschäften

wurde 2005 besonders mit

dem französischen Kreditversicherer

COFACE intensiviert. Gemeinsam

erstellte Kreditvorlagen wurden

für die jeweiligen nationalen Entscheidungsgremien

bei sechs Transaktionen

genutzt.

Auf OECD-Ebene wurden sehr intensive

Gespräche zur Überarbeitung

des Sektorenabkommens für

Flugzeuge geführt. Ziel dieser Gespräche

war es, das bisherige Abkommen

unter Berücksichtigung der Interessen

aller Beteiligten – insbesondere der Kreditversicherer

aus den USA, Kanada, Großbritannien,

Frankreich sowie Brasilien – zu aktualisieren und

veränderten Sektorengegebenheiten anzupassen.

In diesem Zusammenhang ist die Einbeziehung

von Brasilien als gleichberechtigte Partei

und weiteres Herstellerland von Regionalflugzeugen

zu erwähnen, obwohl das südamerikanische

Land nicht zu den OECD-Mitgliedsländern

gehört. Es bleibt abzuwarten, ob das Ziel eines

international einheitlichen Prämiensystems für

Flugzeuge auf OECD-Ebene erreichbar ist.

In regelmäßigen Abständen treffen sich die

europäischen Kreditversicherer mit Airbus,

um über aktuelle Projekte zu diskutieren.

35


36

Interministerieller Ausschuss

Schiffsgeschäfte

Die seit Herbst 2003 anhaltende positive Auftragsentwicklung

in der deutschen Schiffbauindustrie

hat sich auch im Jahr 2005 fortgesetzt.

Begünstigt durch die weltweit steigende Nachfrage

nach Transportleistungen im Seeverkehr,

insbesondere auf den schnell wachsenden asiatischen

Märkten, gelang es den deutschen Werften,

viele Neubauaufträge zu erhalten. Vorteilhaft

wirkten sich dabei die relativ kurzfristigen Abliefertermine

der Werften und die hohe Qualität des

deutschen Schiffbaus aus. So konnten die Auslastungen

der Werften stabilisiert und Arbeitsplätze

an den jeweiligen Werftstandorten gesichert

werden.

Von der verbesserten Auftragslage profitierte

auch die deutsche Zulieferindustrie. Neben der

hohen Nachfrage im Inland trug dazu die Stärke

der asiatischen Schiffbaumärkte und die hohe

Ordertätigkeit deutscher Reeder im Ausland bei.

So konnten auch insbesondere mittelständisch

geprägte Zulieferanten aus dem Bereich der

Schiffbauindustrie an den Exportkreditgarantien

teilhaben.

Aufgrund der deutlichen Nachfragebelebung bei

Fähr- und Passagierschiffen erhielten deutsche

Werften im Yachtbau und bei Kreuzfahrtschiffen

interessante Neubauaufträge. Die bereits im Vorjahr

erwähnten Aufträge der Jos. L. Meyer Werft

in Papenburg mit den führenden Kreuzfahrtgesellschaften

Carnival und Royal Caribbean Cruise

Lines über den Bau von insgesamt drei Kreuzfahrtschiffen

im Gesamtwert von 1,1 Milliarden

Euro hat der Interministerielle Ausschuss endgültig

in Deckung genommen. Damit wird die

Meyer Werft erstmals Schiffe mit einer Größenordnung

jenseits von 100.000 BRZ bauen und

konnte sich mit Hilfe des Bundes die Chance

zum strategisch wichtigen Eintritt in ein neues,

stetig wachsendes Marktsegment sichern. Weitere

Exportkreditgarantien wurden für ein Schiffbauprojekt

für Oman und die Modernisierung

und Generalüberholung eines Kreuzfahrtschiffes

für die Fred. Olsen Gruppe (Norwegen) übernommen.

Bei der Lindenau Werft in Kiel wurden zwei weitere

mit Doppelhülle ausgerüstete Produktentanker

für einen Betreiber auf den Seychellen bestellt,

für die der IMA eine grundsätzliche Zusage

über 80,3 Millionen Euro gegeben hat. Die Doppelhülle

erhöht die Widerstandsfähigkeit des

Schiffes gegen Kollision und Grundberührung

und erfüllt die strengsten internationalen Sicherheitsauflagen.

Durch die Absicherung von Schiffen

dieser Bauart tragen die Exportkreditgarantien

zum umweltsicheren Transport von Öl und

Ölprodukten auf den Weltmeeren bei.


Insgesamt hat der IMA Neudeckungen für Schiffsgeschäfte

in Höhe von 1,4 Milliarden Euro übernommen

und für weitere Geschäfte in Höhe von

580 Millionen Euro eine grundsätzliche Zusage

gegeben. Die Bandbreite der Entscheidungen des

IMA betraf Finanzierungen sowohl auf Basis

Corporate Risk wie auch Strukturierte

Finanzierungen und

Projektfinanzierungen. Dies unterstreicht

die Flexibilität des

Instrumentariums der Exportkreditgarantien

bei der Bereitstellung

einzelfallgerechter Finanzierungen

im Schiffbau.

Die Kieler Lindenau Werft hat 2005 zwei weitere Schiffe der

vielfach ausgezeichneten Sicherheitstankerklasse 2010

ausgeliefert. Gebaut wurden die modernen Doppelhüllentanker

„Seychelles Progress“ und „Seychelles Pioneer“ für

die staatliche Seychelles Petroleum Co. Ltd. (Seypec).

Weltweit einsetzbar transportieren die umweltfreundlichen

und wirtschaftlichen Tanker sowohl Chemikalien als auch Öl

bzw. Ölprodukte. Beide Schiffe verfügen über jeweils

eine Tragfähigkeit von 37.500 tdw bei einem Laderauminhalt

von je 43.304 m 2 .

Das mittelständische Unternehmen verfügt an seinem

Standort an der Kieler Förde über eine hohe Fertigungstiefe

und arbeitet mit zahlreichen Betrieben aus der Region

zusammen.

37


Eine komplette, vollautomatische

Spinnereianlage,

bestehend aus zehn

Rotorspinnmaschinen,

hat die Rieter Ingolstadt

Spinnereimaschinenbau AG

an das italienische

Unternehmen Tessival

SpA/Benfil geliefert.

Rieter übernahm außerdem

die Montage sowie die

Inbetriebnahme vor Ort.

38

Interministerieller Ausschuss

Länderdeckungspolitik

und regionale Geschäftsentwicklung

Die Arbeit des Interministeriellen Ausschusses

umfasst eine Vielzahl von Aspekten rund um die

staatlichen Exportkreditgarantien. Ein Schwerpunkt

der Arbeit des Interministeriellen Ausschusses

ist die Festlegung einer risikoadäquaten

Deckungspolitik für die verschiedenen Abnehmerländer.

Diese ist die Basis für die Vielzahl

der Einzelentscheidungen. Voraussetzung für die

Übernahme einer Exportkreditgarantie sind die


Förderungswürdigkeit und die risikomäßige Vertretbarkeit

des einzelnen Exportgeschäfts. Bei

der Festlegung der Länderdeckungspolitik differenziert

der Ausschuss zwischen dem kurzfristigen

und dem mittel- und langfristigen Geschäft.

Erfahrungsgemäß ist das kurzfristige Geschäft

mit Kreditlaufzeiten bis zu einem Jahr von Restriktionen

nahezu frei. Gerade im kurzfristigen

Geschäft zeigt sich die Bereitschaft der Bundesregierung,

bei Zahlungsproblemen eines Landes

weiterhin Deckungen zur Verfügung zu stellen,

da eine zeitnahe Reaktion auf Veränderungen der

Risikolage möglich ist. Somit kann ein Beitrag

geleistet werden, um den Käufern in von einer

Krise betroffenen Staaten den Import wichtiger

Güter weiterhin zu ermöglichen. Der Grad der

Differenzierung der Deckungsmöglichkeiten erfolgt

insbesondere über die Ausgestaltung der

Sicherheitenerfordernisse. Lediglich bei vergleichsweise

wenigen Ländern mit besonders

hohen Risiken oder ungeregelten Überfälligkeiten

sind auch die kurzfristigen Deckungsmöglichkeiten

aufgehoben.

Risikosteuernde Maßnahmen trifft der IMA überwiegend

für das mittel- und langfristige Geschäft,

sofern wegen der spezifischen Länderrisiken

keine offene Deckungspolitik ohne besondere

Restriktionen möglich ist. Maßnahmen zur

Risikosteuerung sind die Einrichtung von Länderplafonds

mit einem maximalen Kreditrahmen und

der Festlegung einer Orientierungsgröße sowie

ggf. von Sicherheitenerfordernissen. Richtet der

IMA einen Plafond ein, lässt dieser für das jeweilige

Land die Übernahme von Risiken im mittelfristigen

Geschäft bis zu dieser Höchstgrenze zu.

Bei absehbarer Erschöpfung eines Plafonds prüft

der IMA, ob die Einrichtung eines neuen Plafonds

oder andere deckungspolitische Maßnahmen

möglich bzw. notwendig sind. Um einer Vielzahl

von Exporteuren und Banken die gleichmäßige

Ausnutzung des Plafonds zu ermöglichen, wird

eine Orientierungsgröße für Einzelgeschäfte festgelegt.

Im Einzelfall besteht auch bei eingeschränkten

Deckungsmöglichkeiten bei besonderer

Förderungswürdigkeit die Gelegenheit zur

Deckung kleinerer, devisenwirksamer Projekte.

Außerhalb von Plafonds bestehen i.d.R. Deckungsmöglichkeiten

für Projektfinanzierungen

und Strukturierte Finanzierungen, bei denen die

Kreditrisiken durch risikominimierende Maßnahmen

aus dem Abnehmerland heraus verlegt

(externalisiert) sind.

GUS, mittel- und

osteuropäische Staaten,

Staaten Südosteuropas

Aufgrund der robusten wirtschaftlichen Entwicklung

der Region nahm der IMA weitere Öffnungen

bei der Deckungspolitik vor. Damit würdigte

er auch die gewonnenen guten Erfahrungen im

Zusammenhang mit der Abwicklung der bestehenden

Geschäfte. Gleichzeitig wurde die Wettbewerbsfähigkeit

der deutschen Exportwirtschaft

gestärkt, die traditionell in diesen Märkten besonders

engagiert ist. Die positive Entwicklung

auf dem Öl- und Gassektor führte in zahlreichen

GUS-Staaten zu einer zusätzlichen Belebung

des Geschäfts.

39


40

Interministerieller Ausschuss

In den zehn EU-Beitrittsstaaten setzte sich der

Konsolidierungs- und Reformkurs weiter fort; erwartungsgemäß

reduzierte sich das Deckungsvolumen

hier aufgrund der Regelungen zu den

marktfähigen Risiken (vgl. S. 65). Die Staaten

Südosteuropas und die Türkei verzeichneten

weitere Impulse in der wirtschaftlichen Entwicklung

durch die engere Kooperation mit der EU.

GUS

Mit einem Anstieg der Neudeckungen um mehr

als 25 % auf 1,792 Milliarden EUR lag Russland

– wie zuletzt im Jahr 1997 vor der Finanzkrise –

an der Spitze der Länder mit dem höchsten Deckungsvolumen.

Der Anstieg der Geschäfte ist

erneut dem bereits bislang dominierenden mittelfristigen

Geschäft zuzurechnen. Hierzu trugen

u. a. neue Projekte aus dem Telekommunikationssektor

und dem Anlagenbau bei.

Für Russland besteht eine offene Deckungspolitik.

Bemerkenswert ist die zunehmende Bedeutung

von Deckungen auf Corporate Risk-Basis,

d. h. auf Basis der Bonität des russischen Endabnehmers

ohne zusätzliche Sicherheiten. Im

Jahr 2005 wurden 67 % der Geschäfte (Vorjahr:

49 %) auf diese Weise in Deckung genommen.

Der Anteil von Geschäften mit einer Bankgarantie

verringerte sich von 40 % auf 26 %. Zusätzlich

zur Vneshtorgbank und zur Sberbank (jeweils

anerkannt für 200 Mio. EUR) konnten 2005 die

Vnesheconombank (150 Mio. EUR) sowie die

Gazprombank (100 Mio. EUR) mit einem festgelegten

Gesamtobligobetrag anerkannt werden.

Weiterhin wurden mehr als 50 Banken auf Einzelfallbasis

anerkannt. Damit konnte der zunehmenden

Konsolidierung des russischen Bankensektors

Rechnung getragen werden. Staatliche

Zahlungsgarantien der russischen Regierung

werden nur noch für wenige ausgewählte Projekte

vergeben.

Das Wirtschaftswachstum in Russland erreichte

im Jahr 2005 mehr als 5 %. Zudem zeigen die

anhaltenden Haushalts- und Leistungsbilanzüberschüsse

sowie die aktive Verringerung der

Auslandsverschuldung, u. a. gegenüber dem

Pariser Club, die gegenwärtige wirtschaftliche

Stärke Russlands. Dennoch stellen z. B. die Inflationsbekämpfung

sowie die Implementierung

von strukturellen Reformen wichtige Herausforderungen

für das Land dar, das politisch bereits

heute im Zeichen der Präsidentschaftswahlen

2008 steht.

Bei den übrigen GUS-Staaten nahm Aserbaidschan

eine herausragende Rolle ein. Während in

den vergangenen Jahren nur minimales Geschäft

zu kurzfristigen Zahlungsbedingungen zu verzeichnen

war, stiegen die Exportkreditgarantien

im Berichtsjahr infolge von Großprojekten im

Kraftwerks- und Flugzeugbereich auf 303 Millionen

EUR.


Ein kräftiger Nachfrageanstieg um

140 % war auch für Deckungen

nach Weißrussland zu verzeichnen.

Im Jahr 2005 wurden Geschäfte

über 267 Millionen EUR abgesichert,

wobei der Schwerpunkt bei

Landmaschinen sowie einem Einzelprojekt

im Anlagenbau über 108

Millionen EUR lag, das im Rahmen

einer Strukturierten Finanzierung

abgesichert wurde. Der IMA trug

dieser Entwicklung durch Eröffnung eines neuen

Plafonds über wiederum 75 Millionen EUR im

Juli 2005 Rechnung. Ein weiterer Plafond über

75 Millionen EUR wurde im Januar 2006 zur Verfügung

gestellt.

Einer der weltweit führenden Landmaschinen-Hersteller,

die Claas KGaA mbH,

lieferte im Jahr 2005 für das Unternehmen

Stotz Agro Service GmbH u. a.150 Mähdrescher

nach Weißrussland.

Obwohl dort in den vergangenen Jahren

die industrielle Produktion die Landwirtschaft

als wichtigsten Wirtschaftszweig abgelöst

hat, sind heute noch rund 30 % der

Erwerbstätigen im Agrarsektor beschäftigt.

41


42

Interministerieller Ausschuss

Ebenfalls günstig entwickelte sich das Ukraine-

Geschäft, das um 53 % auf 227 Millionen EUR

anstieg. Entgegen den meisten anderen GUS-

Staaten dominierte hier die Absicherung

zu kurzfristigen Zahlungsbedingungen.

Für das Kreditgeschäft

konnte im Juli 2005 ein neu-

er Plafond über 250 Millionen EUR

eröffnet werden, nachdem der vorherige

nur 150 Millionen EUR be-

Land Kategorie bisher

Kasachstan 4 5

Estland 2 3

Lettland 2 3

Litauen 2 3

Malta 2 3

Plafonds

in Mio. EUR

Aserbaidschan

Kasachstan

Ukraine

Usbekistan

Weißrussland

reitstellte. Zusätzlich verdoppelte der IMA das

anerkannte Gesamtobligo der Ukreximbank auf

25 Millionen EUR.

200

300

250

150

75

Auch Kasachstan profitierte weiter

vom anhaltenden wirtschaftlichen

Aufschwung infolge der Entwicklung

des Öl- und Gassektors. Aufgrund

deutlich zunehmender Geschäfte

zu Kreditbedingungen stieg

das Deckungsvolumen um mehr als

125 % auf 161 Millionen EUR. Das

anerkannte Gesamtobligo für die

Halyk Bank konnte von 25 Millionen

auf 70 Millionen EUR deutlich erhöht

werden. Als weitere generell

anerkannte Banken stehen Bank

Turan Alem (70 Mio. EUR) und Kazkommertsbank

(50 Mio. EUR) zur Verfügung, andere Banken

werden im Einzelfall geprüft.


Ost- und

südosteuropäische Staaten

sowie Türkei

Infolge des EU-Beitritts zahlreicher mittel- und

osteuropäischer Staaten ging das Deckungsvolumen

für diese Länder erheblich zurück, da die

kurzfristigen Kreditrisiken in den EU-Beitrittsländern

nunmehr zu den marktfähigen Risiken zählen.

Die Exportkreditgarantien für Polen reduzierten

sich um 56 % auf 256 Millionen EUR, bei

Als drittgrößter Mitgliedsstaat der GUS verfügt die

Ukraine über riesige Flächen fruchtbaren

Schwarzerdebodens, der ideale Bedingungen für

den Anbau von Getreide und Kartoffeln, vor

allem aber Zuckerrüben bietet. Bei landwirtschaftlichen

Nutzflächen mit Größen von 5.000 bis

20.000 ha sind leistungsfähige und zuverlässige

Erntemaschinen besonders gefragt.

Die Holmer Maschinenbau GmbH lieferte im

Berichtsjahr u. a. 40 Zuckerrübenerntemaschinen

in die Ukraine. Mit diesen Maschinen können

pro Stunde durchschnittlich 1,5 ha Zuckerrüben

bodenschonend geerntet werden.

der Tschechischen Republik um 60 % auf 136,3

Millionen EUR und bei Ungarn um 53 % auf 80,2

Millionen EUR. Lediglich bei der Slowakischen

Republik ist infolge der Indeckungnahme eines

Großprojektes zu Kreditbedingungen ein deutlicher

Anstieg um 106 % auf 257 Millionen EUR

zu verzeichnen.

Weitere Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung

und Fortschritte bei den Reformen sind

durch die enge EU-Kooperation mit den Beitrittsländern

Bulgarien und Rumänien sowie den EU-

Kandidaten Kroatien und Mazedonien zu erwarten.

Zahlreiche Staaten des Balkans erfahren Unterstützung

im Rahmen des EU-Stabilisierungsund

Assoziierungsprozesses. Bei einigen ausgewählten

EU10-Beitrittstaaten zeichnet sich ein

Beitritt auch in die Eurozone ab, der bereits mit

dem Eintritt in den europäischen Wechselkursmechanismus

eingeleitet wurde.

Die Türkei konnte die positive wirtschaftliche Entwicklung

weiter fortsetzen und dabei Erfolge insbesondere

bei der Inflationsbekämpfung erzielen.

Auf politischer Ebene war die Aufnahme von Verhandlungen

am 3. Oktober 2005 über einen zukünftigen

EU-Beitritt von besonderer Bedeutung.

Das Deckungsvolumen für die Türkei reduzierte

sich um 20 % auf 1,216 Milliarden EUR, womit

aber dennoch die Werte der Jahre 2002 und

2003 übertroffen wurden. Damit steht die Türkei

an vierter Stelle (Vorjahr Rang 3) der Länder mit

dem höchsten Deckungsvolumen.

43


44

Interministerieller Ausschuss

Afrika

Afrika erwirtschaftet derzeit die höchsten Wachstumsraten

seit über 25 Jahren. Das gesamte

Wachstum des Kontinents erreichte im Jahr

2005 gut 5 % und lag damit über dem weltweiten

Durchschnitt von etwa 4 %. Besonders hohe

Wachstumswerte erzielten dabei die öl- und gasexportierenden

Staaten. Hohe Exportpreise für

andere Rohstoffe und für landwirtschaftliche Produkte

führten auch in anderen Ländern teilweise

zu größeren Wachstumsraten und dämpften im

Wesentlichen die Gefahr exogener Schocks

durch die kräftig gestiegenen Einfuhrpreise für

Treibstoffe.

Trotz der hohen Wachstumsraten ging das Deckungsvolumen

für die afrikanischen Länder um

rund 43 % auf gut 1,1 Milliarden EUR zurück.

Dies entspricht etwa wieder dem Niveau des

Jahres 2003. Im Jahr 2004 hatten größere Einzelprojekte

in Ägypten sowie hohe Einzelinvestitionen

in Südafrika zu einem außerordentlichen

Anstieg der Exportkreditgarantien geführt.

Für viele Staaten in Afrika hat sich die Risikoeinschätzung

in den vergangenen Jahren kontinuierlich

verbessert. Der positive Trend hat sich

auch im Berichtsjahr bestätigt. Diese Entwicklung

schaffte auch für die Exportförderung eine

günstigere Grundlage: Im Laufe des Jahres wurden

die OECD-Risikoeinstufungen für Gabun auf

Kategorie 6 und Algerien auf Kategorie 3 verbessert.

Entsprechend reduzieren sich die Finanzierungskosten

von Exporten in diese Länder.

Im Rahmen der G8-Initiative haben der Internationale

Währungsfond (IWF) und die Weltbank

Schulden für insgesamt 19 Staaten – davon 15

Staaten in Sub-Sahara Afrika – in Höhe von rund

40 Milliarden US-Dollar erlassen.

Die weiter vorherrschenden Konflikte auf dem

Kontinent lassen jedoch viele Unsicherheiten

weiter bestehen und unterstützen entwicklungshemmende

Strukturen. Die Konflikte im Norden

Ugandas, im Sudan sowie im Kongo und der

Côte d’Ivoire konnten nicht nachhaltig entschärft

werden. Hinzu kommt, dass in Afrika flächendeckend

die weltweit problematischsten Bedingungen

für Geschäfte und Investitionen bestehen.

Korruption, veraltete Infrastruktur und Energieengpässe

erhöhen die Kosten bei wirtschaftlichem

Engagement erheblich.

Wie im Vorjahr entfiel ein Großteil der Deckungen

auf die Maghreb-Staaten (608 Millionen EUR,

Anteil 53 %) sowie auf die Republik Südafrika

(261 Millionen EUR, Anteil 29 %). Dies unterstreicht

den fortgeschrittenen Entwicklungsstand

dieser Länder. Sie sind durch ihre relativ stabilen

Institutionen und wirtschaftlichen Abläufe sowie

wegen ihres teilweise großen Rohstoffreichtums

von marktstrategischer Bedeutung für deutsche

Exporteure.


Zwei Meerwasserentsalzungsanlagen mit angeschlossener

Werkstatt wurden in Tripolis, Libyen, errichtet.

Die Fertigung der Anlagen durch die MAN Ferrostaal

Industrieanlagen GmbH (MAN FIA) wurde über

eine Fabrikationsrisikodeckung abgesichert. In der

Fertigungsstätte stellt Personal der National

Association of Scientific Research Anlagenteile her

und montiert die Anlagen unter technischer Assistenz

von MAN FIA. Das libysche Personal wurde in

Europa von MAN FIA ausgebildet.

Das Deckungsvolumen für die ostafrikanischen

Staaten erhöhte sich von 114 auf 150 Millionen

EUR. Dieser Anstieg geht auf ein größeres Energieprojekt

in Äthiopien zurück, das durch eine

multilaterale Entwicklungsbank finanziert wurde.

Das Deckungsvolumen für die westafrikanischen

Staaten blieb stabil. Einen Sonderfall bildet die

Côte d’Ivoire, bei der das Deckungsvolumen

von 33 Millionen EUR auf Null zurückging. Im Zu-

ge des anhaltenden Konflikts hatte die Bundesregierung

im November 2004 die Deckungsmöglichkeiten

aufgehoben.

Mit einem Deckungsvolumen von knapp 336 Millionen

EUR gingen die Exportkreditgarantien für

die Region südliches Afrika im Vergleich zum Vorjahr

um rund ein Drittel zurück. Das Deckungsvolumen

für Südafrika war rückläufig (-48 %), ist

aber weiter bedeutend. Es wurden Geschäfte

45


46

Interministerieller Ausschuss

Die Regierung der Republik

Angola beauftragte 2005 das

Nürnberger Unternehmen

H. P. Gauff Ingenieure

GmbH & Co. KG mit der

Rehabilitierung der Wasserversorgungseinrichtungen

der Hauptstadt Luanda.

über insgesamt 260 Millionen EUR in Deckung

genommen. Der hohe Wert des Vorjahres war

untypisch und durch verschiedene Großprojekte

geprägt. Dies zeigt, dass das Land als stabiles

regionales Wirtschaftszentrum mit hohem Wachstumspotenzial

über eine große Investitionskraft

verfügt und dabei die Entwicklung in anderen

Ländern des südlichen Afrikas vorantreibt.

Exportkreditgarantien wurden in den Bereichen

Antriebstechnik, Bauwirtschaft, Schienenverkehr,

Rohrsysteme sowie Energieversorgung

übernommen. In Südafrika bestehen weiterhin

große Marktmöglichkeiten für deutsche Unternehmen,

die gleichzeitig ein günstiges und vor

allem relativ sicheres Geschäfts- und Investitionsklima

vorfinden.


Plafond

in Mio. EUR

Angola 100

Für Angola stieg das Deckungsvolumen von Null

auf 65 Millionen EUR. Mit Öffnung der Deckungsmöglichkeiten

Ende 2003 und nach einer Orientierungsphase

deutscher Exporteure im Jahr

2004 wurde dort ein Markt für deutsche Unternehmer

geöffnet. Der Bund übernahm Exportkreditgarantien

für Geschäfte in den

Bereichen Metallverarbeitung, Infrastruktur,

Energieerzeugung sowie

Flugleitsysteme.

Eine positive Entwicklung des Deckungsvolumens

gab es in Algerien: Das bereits hohe

Ergebnis des Vorjahres in Höhe von 257 Millionen

wurde mit 270 Millionen EUR nochmals

übertroffen. Damit gehört Algerien zu den Wachstumsmärkten

der Region.

Als international bekannter Spezialist

für Verdichtungsmaschinen hat

die BOMAG im Jahr 2005 drei ihrer

Maschinen nach Algerien exportiert

und mit einer Hermesdeckung

abgesichert. Besteller war die Baufirma

Cosider Travaux Publics SPA,

die diese Maschinen im Erd-

und Straßenbau einsetzen wird.

47


Perspektiven: Nigeria

Interministerieller Ausschuss

Die Aussichten für das mit rund 120 Millionen

Einwohnern bevölkerungsreichste

Land Afrikas mit einer täglichen Ölproduktion

von über 2 Millionen Barrel

haben sich teilweise aufgehellt. Nigeria

erreichte im Jahr 2005 mit den Gläubigern

im Pariser Club eine Übereinkunft

über die Regelung der Altschulden. Zudem

haben sich die Beziehungen zu

IWF und Weltbank – aufgrund zahlreich

umgesetzter Reformschritte unter anderem

bei der Korruptionsbekämpfung

sowie der Konsolidierung des Finanzsystems

– normalisiert. Zwar ist das

Land weiterhin – insbesondere vor dem

Hintergrund der Unruhen auch gegen

ausländische Investoren im Nigerdelta –

ein Land mit besonderen Risiken. Allerdings

zeigen die Entwicklungen, dass

es perspektivisch wieder als interessanter

Markt für exportierende Unternehmen

gelten kann.

Infrastrukturmaßnahmen zur Entwicklung

des Landes dürften künftig verstärkt,

insbesondere von der Regierung,

nachgefragt werden, während die

steigende Exploration von Öl und Gas

auch zusätzliche Nachfrage generieren

könnte. Gleichwohl sind weitere Hindernisse

auf dem Weg zu normalisierten

wirtschaftlichen Beziehungen aus dem

Weg zu räumen. Der für 2006 geplante

endgültige Abschluss der vereinbarten

Schuldenregelungen mit der Bundesrepublik

Deutschland wäre ein vertrauensbildender

Schritt, um in der Zukunft

wieder Deckungsmöglichkeiten auf das

Land bereitzustellen (s. S. 83).

48

Land Kategorie bisher

Algerien 3 4

Gabun 6 7

Im Jahre 2005 verbesserte

die Bundesregierung

die

Deckungsmöglichkeiten für Äthiopien, Burundi,

Ruanda, Gabun und Mosambik für den kurzfristigen

Bereich, aber auch für Finanzierungen mit

längerer Laufzeit, insbesondere für Besteller des

privaten Sektors.

Lateinamerika

und Karibik

Die positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Lateinamerikas und der Karibik setzte sich auch

im Jahr 2005 fort, in dem die Region wie bereits

im Vorjahr ein Wirtschaftswachstum von über

4 % erreichte. Das durchschnittliche regionale

Pro-Kopf-Einkommen nahm infolgedessen um

rund 3 % zu. Günstige externe Bedingungen

führten zu einem starken Anstieg der Exporte

und Investitionen. Die hohen Primärgüterpreise

auf internationalen Märkten begünstigten diese

Entwicklung, die sich auch in einem Rückgang

der Arbeitslosenquoten und Armutsindizes niederschlug.

Obwohl hohe Erdölpreise und steigende

internationale Zinsen das Wirtschaftswachstum

in manchen lateinamerikanischen Volkswirtschaften

dämpfen, wird aufgrund insgesamt

günstiger internationaler Rahmenbedingungen

auch im Jahr 2006 eine dynamische Konjunkturentwicklung

für die Region erwartet. Die Vorzei-


chen für eine weitere Verbesserung der Verschuldungssituation

der lateinamerikanischen

Volkswirtschaften sind somit ebenfalls gut.

Im Vergleich zum Vorjahr gingen die neu übernommenen

Deckungen für deutsche Exporte

nach Zentral- und Südamerika um 5,5 % zurück

und erreichten 2,5 Milliarden EUR (Vorjahr: 2,6

Milliarden EUR). Der Rückgang ist insbesondere

durch geringere abgesicherte Ausfuhren nach

Brasilien begründet, die von 1,049 Milliarden

EUR auf 834 Millionen EUR abnahmen. Rückläufig

waren ebenfalls die Exportkreditgarantien

für Geschäfte mit argentinischen, venezolanischen

und ecuadorianischen

Abnehmern.

Die zunehmenden Deckungsvolumina

auf

Mexiko (657 Millionen

EUR), Kolumbien (170

Millionen EUR), Chile

(122 Millionen EUR)

und Peru (81 Millionen

EUR) konnten den

Rückgang nicht kompensieren.

Seit November 2003 wird unter Führung

der Siemens Verkehrstechnik der Neubau einer

Verkehrslinie der Stadtbahn von Maracaibo,

Venezuela, realisiert. Der Auftrag umfasst

neben der schlüsselfertigen Erstellung

der neuen Strecke die Bereitstellung der

kompletten Infrastruktureinrichtungen von

der Signaltechnik über Kommunikationseinrichtungen

bis hin zur Energieversorgung.

Außerdem ist eine Lieferung von vorerst

sieben Schienenfahrzeugen vorgesehen.

Der 6,9 km lange Neubau der Linie, die ab

Herbst 2006 das Stadtzentrum in Richtung

Flughafen verbinden wird, ist der erste

Teilabschnitt eines bis voraussichtlich 2008

andauernden Streckenausbaus. Nach

Abschluss der Arbeiten wird die Strecke eine

Gesamtlänge von rund 14 km besitzen.

Für das vollständige Stadtbahnnetz ist ein

Umfang von 60 km geplant, aufgeteilt auf vier

Linien. Maracaibo ist nach Valencia für

Siemens das zweite schlüsselfertige Stadtbahn-Projekt

in Venezuela.

49


50

Interministerieller Ausschuss

In Argentinien setzte sich das hohe Wirtschaftswachstum

in 2005 mit einer Rate von über 8 %

weiter fort. Sowohl die private Konsumnachfrage

als auch die Investitionstätigkeit trugen mit hohen

Zuwachsraten zur Fortsetzung der positiven

Konjunkturentwicklung bei. Hohe Budgetüberschüsse

und zunehmende ausländische Direktinvestitionen

haben die finanzielle Situation des

Landes weiter stabilisiert. Zwar belastet der für

die Anleihegläubiger nachteilige Umtausch argentinischer

Staatsanleihen auch weiterhin die Beziehungen

zu internationalen Finanzierungsinsti-

tutionen. Der aus der Umstrukturierung der Auslandsschulden

resultierende finanzielle Spielraum

wird jedoch von der Regierung für eine expansive

Fiskalpolitik genutzt, die einen Beitrag zu den

hohen Wachstumsraten geleistet haben dürfte.

Ende des Jahres 2005 kündigte Argentinien

zudem an, sämtliche Verpflichtungen gegenüber

dem Internationalen Währungsfonds auf einmal

zu begleichen und damit die Zusammenarbeit im

Rahmen von konditionären IWF-Programmen

aufzugeben. Im Pariser Club ist es bisher allerdings

noch nicht gelungen, mit Argentinien eine

endgültige Schuldenlösung zu finden. Für den

öffentlichen Sektor gilt daher weiterhin die im

Jahr 2002 verhängte Deckungssperre.

Im März 2005 eröffnete der IMA wieder Deckungsmöglichkeiten

für Geschäfte mit privaten

argentinischen Abnehmern im Rahmen von Einzeldeckungen.

Für Geschäfte mit Kreditlaufzeiten

von mehr als 360 Tagen wurde ein Plafond in

Höhe von 100 Millionen EUR eingerichtet, der bei


Anwendung einer Orientierungsgröße von 10 Millionen

EUR je Einzelgeschäft genutzt werden

kann. Die abgesicherten Exporte nach Argentinien

erreichten 160 Millionen EUR (Vorjahr: 194

Millionen EUR), davon wurden 155 Millionen EUR

im Rahmen der APG gedeckt.

Auch das Wirtschaftswachstum in Brasilien hielt

weiter an. Der historisch hohe Handelsbilanzüberschuss

des Jahres 2004 wurde durch einen

23 %igen Anstieg der Exporte mit rund 45 Milliarden

US-Dollar nochmals übertroffen. Unter den

Schwellenländern wiesen lediglich China und

Russland einen noch größeren Außenhandelsüberschuss

auf. Die äußerst positive außenwirtschaftliche

Position ist umso bemerkenswerter,

da der Real gegenüber dem US-Dollar deutlich

aufwertete und die Exporte um rund 14 % verteuerte.

Ein erneut hoher Leistungsbilanzüberschuss

und zunehmende ausländische Direktinvestitionen

haben zu einem deutlichen Anstieg

der Devisenreserven geführt. Obwohl Brasilien

Die größten serienproduzierten Hydraulikbagger

der Welt werden von dem

Unternehmen Komatsu mit Stammsitz

in Japan gefertigt. Die deutsche

Tochterfirma Komatsu Mining Germany

produziert für diese Hydraulikbagger

in Deutschland die Schaufeln und Löffel.

In 2005 exportierte das Unternehmen

drei der Hydraulikbagger nach Brasilien.

Dort werden diese Maschinen von

der Companhia Vale do Rio Doce in

deren Minen zum Abbau von Eisenerz

eingesetzt. Im Jahr 2006 wird Komatsu

Mining Germany zwei weitere dieser

Hydraulikbagger an das brasilianische

Unternehmen liefern, das dann

insgesamt sieben der „gelben Riesen“

im Einsatz haben wird.

weiterhin anfällig gegenüber Entwicklungen auf

internationalen Finanzmärkten ist, konnte das Land

seine hohen Schuldendienstverpflichtungen gut

erfüllen und hat die Forderungen des IWF sowie

der Gläubigerländer im Pariser Club vorzeitig zu

Beginn des Jahres 2006 zurückgezahlt.

Aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung

wurde Brasilien im Januar 2005 in Kategorie

5 der OECD-Länderrisikoklassifizierung hochgestuft.

Im Februar 2005 hob der Interministerielle

Ausschuss den bis dahin geltenden Plafond auf.

Seither stehen Deckungsmöglichkeiten für Brasiliengeschäfte

ohne formelle Einschränkungen zur

Verfügung. Trotz des Rückgangs der abgesicherten

Exporte bleibt Brasilien weiterhin das Land

mit den höchsten Deckungen in der gesamten

Region und steht an siebter Stelle der Länder mit

den höchsten gedeckten Volumina.

51


52

Interministerieller Ausschuss

Die positive gesamtwirtschaftliche

Entwicklung der Volkswirtschaften

Lateinamerikas und der Karibik bietet

deutschen Exporteuren gute Bedingungen

für Exportgeschäfte in

diese Region. Durch vielfältige De-

ckungsmöglichkeiten bieten die Exportkreditgarantien

des Bundes Unterstützung. So wird Deckungsschutz

ohne formelle Einschränkungen

für Exporte nach Chile, Costa Rica, El Salvador,

Kolumbien, Panama, Peru und Uruguay angeboten.

Die Beschlusslagen für Paraguay und

Kuba wurden im Jahr 2005 angepasst und die

Deckungsmöglichkeiten erweitert. Zudem eröffnete

der Interministerielle Ausschuss wieder erste

Deckungsmöglichkeiten für Geschäfte mit Abnehmern

in Guyana und Suriname.

Die Konjunkturentwicklung in Mexiko verlangsamte

sich in 2005 im Vergleich zum Vorjahr trotz

der hohen Preise, die für Erdölexporte erzielt

werden konnten. Die zunehmende Konkurrenz

asiatischer Produkte auf dem US-amerikanischen

Markt machte sich in einem Rückgang der

Produktionszahlen mehrerer mexikanischer Wirtschaftssektoren

bemerkbar. Nach Kanada ist

nunmehr China das zweitwichtigste Herkunftsland

für US-amerikanische Importe und damit

an die Stelle Mexikos getreten. Dennoch ist die

makroökonomische Situation Mexikos von Sta-

Plafonds

in Mio. EUR

Argentinien

Kuba

(2 Plafonds)

100,0

52,5

Land Kategorie bisher

Belize 7 6

Brasilien 5 6

Mexiko 2 3

Paraguay 6 7

Peru 4 5

bilität gekennzeichnet. Der öffentliche Haushalt

ist nahezu ausgeglichen, die Verschuldungsindikatoren

sind stabil und die Inflationsrate lag

bei niedrigen 3 %. Im Juni 2005 wurde Mexiko

im OECD-einheitlichen Länderrisikosystem in die

hervorragende Kategorie 2 eingestuft.

Für Exporte nach Mexiko stehen Deckungsmöglichkeiten

ohne formelle Einschränkungen

zur Verfügung. Das Deckungsvolumen stieg seit

2003 stetig an und erreichte im Berichtsjahr

657 Millionen EUR.


Asien

Die asiatischen Länder verzeichneten mit 9,1 Milliarden

EUR nach 9,3 Milliarden EUR im Vorjahr

einen leichten Rückgang des Deckungsvolumens

um 1,3 %. Die Staaten Ostasiens hatten

mit 4,1 Milliarden EUR wiederum den größten

Anteil, wobei das Volumen des gedeckten Neugeschäfts

jedoch gegenüber dem Vorjahr um

9,0 % zurückging. Obwohl China infolge des

Rückgangs des neu gedeckten Geschäftes um

31,7 % auf 1,6 Milliarden EUR von Position eins

der Länder mit den höchsten übernommenen

Deckungen auf Position zwei zurückfiel, stellt es

weiterhin die treibende Kraft für das Wachstum

in der Region dar.

Mit einem Wirtschaftswachstum von 6,2 % im

Jahr 2005 und erwarteten 7 % in 2006 ist Asien

erneut die dynamischste Wirtschaftsregion der

Welt und wird dabei zunehmend unabhängiger

von der Wirtschaftsentwicklung in den USA. Die

Asian Development Bank (ADB) hatte vor der

Flutkatastrophe im Dezember 2004 für Asien im

Jahr 2005 ein Wachstum in Höhe von 6,5 %

vorausgesagt. Die Region hat demnach die Folgen

des verheerenden Tsunamis ohne größere

Wachstumseinbußen überstanden. Besonders

betroffene Staaten der Region waren Sri Lanka,

der südliche Teil Indiens, die nördliche Region

Aceh in Indonesien, die Malediven und Thailand.

Die treibenden Kräfte des Wachstums in der Region

sind erneut vor allem China und die sich

rapide entwickelnde Volkswirtschaft Indiens. Eine

deutliche Zunahme sowohl des privaten Inlandsverbrauchs

als auch des Handels zwischen den

asiatischen Staaten trägt tendenziell dazu bei,

die Anfälligkeit für Rückschläge zu verringern, die

durch die in hohem Maße von Exporten in die

USA vorhandene Abhängigkeit vieler Staaten der

Region besteht.

Dem Wirtschaftsboom Asiens steht jedoch eine

Reihe von Risiken gegenüber. Dazu zählen ein

weiter steigender Ölpreis, die immer noch starke

Export-Abhängigkeit vieler Staaten Asiens von

der Konsumnachfrage in den USA und die latente

Gefahr eines massiven Ausbruchs der

Vogelgrippe.

China wird mit einem prognostizierten Wachstum

von 9,2 % auch im Jahr 2006 ein Motor der

asiatischen Staaten und der Weltwirtschaft sein.

Die stärkere Berücksichtigung des Dienstleistungssektors

hat China Ende 2005 zur viertgrößten

Wirtschaftsnation der Erde gemacht,

nach den USA, Japan und Deutschland. Nach

der Aufwertung der chinesischen Währung

Renminbi Ende Juli könnten im Rahmen der Flexibilisierung

des Wechselkurses noch weitere

Aufwertungsschritte folgen. Dies ermöglicht auch

anderen Staaten der Region, ihre Währungen

aufzuwerten, ohne damit die Konkurrenzfähigkeit

zu China zu verlieren. Im Ergebnis könnte die

Erwartung von Währungsaufwertungen zu erhöhten

Kapitalzuflüssen nach China, Malaysia

oder Hongkong führen.

53


54

Interministerieller Ausschuss

Die Zimmer AG, Marktführer beim Bau von Polyester

und Polyamidanlagen, hat 2004 eine Produktionsanlage für

Polyester-Flaschengranulat nach China geliefert und diese

2005 in Betrieb genommen. Am Standort im Industriekomplex

von Changzhou werden täglich 660 Tonnen

Granulat hergestellt. Eine Fabrikationsrisikodeckung sicherte

die spezielle Fertigung der Anlage ab.

Das Polyester-Flaschengranulat wird in einem weiteren

Schritt zu Rohlingen für PET-Flaschen verarbeitet, die

erst kurz vor der Befüllung in ihre vorgesehene Form

geblasen werden. Weltweit ist der Bedarf an Polyester-

Produkten weiter steigend.

Der überwiegende Teil der Exportkreditgarantien

im China-Geschäft entfällt auf Projekte zum Bau

und zur Modernisierung von Stahlwerken sowie

auf Anlagen und Maschinen zur Papierherstellung.

Die Investitionsgütergeschäfte wurden in

hohem Maße auf besicherter Grundlage (Akkreditiv)

zu kurzfristigen Zahlungsbedingungen für

Lieferungen und Leistungen durchgeführt. Hier

spiegelt sich die hohe Liquidität im chinesischen

Markt wider. Der Bund ist prinzipiell bereit, Investitionsgütergeschäfte

auf der Basis von Corporate

Risk, also auf der Basis der Käuferbonität,


abzusichern. Die für die Bonitätsbeurteilung benötigten

Unterlagen (Jahresabschluss bzw. aussagefähige

Auskünfte) sind allerdings meistens in

der erforderlichen Qualität nicht erhältlich. Grundsätzlich

besteht auch weiterhin die Möglichkeit,

neben den bereits generell anerkannten Banken

im Einzelfall weitere Banken nach entsprechender

Prüfung als Sicherheitengeber zu akzeptieren.

Die rückläufigen deutschen Exporte

nach China spiegeln den Rückgang des neu

gedeckten Geschäfts um 31,7 % auf 1,6 Milliarden

EUR wider.

Auch Indien weist trotz der hohen Ölpreise und

einer Importquote von 70 % des jährlichen Ölbedarfs

eine weiterhin positive Wirtschaftsentwicklung

auf, die insbesondere von einem starken

Industriewachstum und einem mit hohen Wachstumsraten

expandierenden Dienstleistungssektor

getragen wird. Hinzu kommt die Erholung des

im Vorjahr wetterbedingt nur schwach gewachsenen

Agrarsektors.

Nach 7,8 % im Jahr 2005 wird für 2006 ein Wirtschaftswachstum

von 7,0 % prognostiziert. Voraussetzung

für die in zwei bis drei Jahren angestrebten

jährlichen Wachstumsraten von 10 %

sind umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur,

wie etwa beim Straßenbau, sowie eine Steigerung

der Produktivität des Agrarsektors. Die

indische Regierung ist um eine Stabilisierung

bzw. weitere Reduzierung des hohen Fiskaldefizits

bemüht, das die Achillesferse der ansonsten

beachtlichen makroökonomischen Entwicklung

darstellt. Nach dem bereits starken Zuwachs im

Vorjahr stieg das gedeckte Geschäft im Berichtsjahr

um fast 61 % auf 723 Millionen EUR. Die hohe

Deckungsnachfrage resultiert insbesondere

aus Projekten im Stahlsektor.

Zu den Staaten innerhalb der Region Asien mit

einem signifikanten Anstieg des Deckungsvolumens

zählen in abnehmender Reihenfolge des

Zuwachses Macao, Vietnam, Thailand, Pakistan,

Indien, Südkorea und Malaysia. Dagegen wiesen

Indonesien, China, Singapur und Taiwan ein deutlich

rückläufiges neu gedecktes Geschäft aus.

Im Rahmen der Exportkreditgarantien des Bundes

besteht für Brunei, China, Hongkong, Indien,

Macao, Malaysia, Taiwan und Thailand eine

offene Deckungspolitik. Bei Südkorea bestehen

unverändert Deckungsmöglichkeiten auf der Basis

neuesten Auskunftsmaterials bei besonderer

Prüfung der Wirtschaftlichkeit des Vorhabens.

Für Indonesien und die Philippinen wurde die

Deckungspolitik unverändert fortgeführt, wobei

im Rahmen der Bonitätsprüfung auch die Devisenwirksamkeit

von Geschäften geprüft wird.

55


56

Plafond

in Mio. EUR

Pakistan 50

Interministerieller Ausschuss

Nach Aufhebung der langjährigen Deckungssperre

und vorsichtiger Öffnung bestehen für

Afghanistan und Kambodscha seit Ende des

Vorjahres unverändert Deckungsmöglichkeiten

primär für kleinere kurzfristige Geschäfte mit dem

privaten Sektor. Die Deckungspolitik für Pakistan

wurde mit einem Plafond über 50 Millionen EUR

und daneben für Projektfinanzierungen und Strukturierte

Finanzierungen fortgeführt. Deckungsmöglichkeiten

für Vietnam werden unverändert

bereitgestellt für Geschäfte mit einer Orientierungsgröße

von 20 Millionen EUR, die bei volkswirtschaftlich

bedeutsamen Projekten sowie bei

Projektfinanzierungen und sonstigen Strukturierten

Finanzierungen überschritten werden kann.

Die trotz der Tsunami-Folgen erkennbare

positive wirtschaftliche

Entwicklung führte im Berichtsjahr

bei Indonesien zu einer Verbesse-

rung der Entgelteinstufung.

Land Kategorie bisher

Indonesien 5 6

Naher und Mittlerer Osten,

Iran

Die Nachfrage nach deutschen Gütern und

Dienstleistungen aus dem Nahen und Mittleren

Osten hat sich im Jahr 2005 auf hohem Niveau

fortgesetzt. Gestützt wurde diese erfreuliche Entwicklung

durch das kräftige regionale Wachstum,

das im abgelaufenen Jahr mit gut 5 % erneut über

dem weltweiten Durchschnitt gelegen hat.

Das Deckungsvolumen für diese Region erreichte

mit 3,5 Milliarden EUR erneut einen Spitzenwert.

Dies ist zwar ein Rückgang um knapp 13 %

gegenüber dem Rekordwert des Vorjahres,

jedoch liegt das Volumen deutlich über dem

Niveau der Jahre bis 2004.


Vor dem Hintergrund der positiven konjunkturellen

Entwicklung in der Region kann mit einer

weiter anhaltenden Nachfrage nach deutschen

Produkten auch im laufenden Jahr gerechnet

werden. Ein großer Teil der Exportkreditgarantien

der letzten zwei Jahre entfiel auf Großprojekte,

Im Fokus: Das Recycling der Petrodollars

Der aktuelle Öl- und Gasboom beschert

den exportierenden Ländern

monatliche Mehreinnahmen von bis

zu 22 Milliarden EUR. Jährlich entspricht

dies etwa 12 % des deutschen

Bruttosozialprodukts. Im Gegensatz

zu vergangenen Phasen mit

hohen Ölpreisen werden diese Mittel

nicht ausschließlich in langfristigen

Auslandsanlagen angelegt,

sondern ein wesentlicher Teil fließt

offenbar als Investments in Unternehmen

und Immobilien wieder in

die Region zurück. Dies fällt zu-

vor allem im Öl- und Gasbereich sowie auf den

Metall-, Flugzeug- und Bausektor. Schwankungen

im Deckungsvolumen in der Größenordnung

von bis zu 20 % gelten aufgrund der besonders

langen Projektierungsphase solcher Vorhaben

als eine normale Entwicklung.

sammen mit der fortgesetzten wirtschaftlichen

Öffnung und Diversifizierung

der Wirtschaft einiger arabischer

Staaten. Hierunter fällt auch

der 2005 erfolgte WTO-Beitritt Saudi

Arabiens. Die dadurch entstehenden

wirtschaftlichen Möglichkeiten

werden von den Investoren konsequent

genutzt: Die Börsenkapitalisierung

in diesen Staaten schoss

seit Januar 2004 um bis zu 450 %

in die Höhe. Gleichzeitig werden

z. B. in Saudi Arabien sowie den

anderen Gulf Cooperation Council-

Staaten (GCC) Mega-Projekte im

Explorations-, Infrastruktur-, Tourismus-,

Transport- und Energiesektor

angestoßen.

Freilich sind ein Überschiessen und

Verwerfungen der Preise – und eine

anschließende Korrektur – nicht auszuschließen.

Allerdings ist das Zusammenwirken

der wirtschaftlichen

Öffnung und der zurückfließenden

Mittel ein Anlass zum Optimismus

hinsichtlich der mittelfristigen Marktentwicklung

in der Region und damit

der Chancen für deutsche Unternehmen,

ihre Umsätze mit der

Region weiterhin kräftig zu steigern.

57


58

Interministerieller Ausschuss

Der Handel mit der Region bleibt

gleichwohl nicht ohne politische Risiken.

Zwar haben sich die Befürchtungen

über eine Destabilisierung,

ausgehend von den schwelenden

Konflikten im Irak und um Palästina, bislang nicht

realisiert. Ferner hat sich die Lage in Saudi Arabien

nach dem harten Vorgehen gegen Terroristen

zunächst beruhigt.

Alle fünf Jahre präsentiert der Sultan

des Oman sein Land u. a. im Rahmen

des in Muscat, der Hauptstadt des

Oman, stattfindenden Royal Equestrian

and Camel Festival. Aus zahlreichen

internationalen Bewerbern erhielt

die PST Paul Schockemöhle Marketing

GmbH den Auftrag, diese außergewöhnliche

Aufgabe zu planen und

zu realisieren. Über 1.200 Pferde und

600 Kamele standen neben 1.500

Musikern im Mittelpunkt dieser eigens

konzipierten Show.

Die Dienstleistungen im Zusammenhang

mit diesem Auftrag wurden mit

einer Exportkreditgarantie abgesichert.

Plafond

in Mio. EUR

Syrien 25 Allerdings sind durch die schwierigen

Beziehungen zwischen Syrien

und Libanon, die zunehmenden religiösen

Spannungen in einigen Staaten

sowie Terroranschläge die Risiken

nicht zurückgegangen. Hinzu kommt der

Konflikt um das Atomprogramm des Iran. Diese

schwierigen Entwicklungen haben Ausstrahlungseffekte

auf die gesamte Region.


Dennoch gibt es für deutsche Exporteure in die

Region auch positive Aspekte:

Im Oktober 2005 wurde die Länderrisikoeinstufung

Saudi Arabiens von Kategorie 3 auf Kategorie

2 verbessert. Damit sank die Prämie für

Geschäfte mit Kreditlaufzeiten bis zu 10 Jahren

um etwa 40 %. Das Deckungsvolumen blieb mit

530 Millionen EUR auf dem Vorjahresniveau und

spiegelt sich im Rang elf der Länder mit dem

höchsten Deckungsvolumen wider. Deckungen

wurden vor allem in den Sektoren Stahl, Baustoffe,

Petrochemie, Nahrungsmittel und Energie

übernommen.

Eine interessante Veränderung ergab sich in der

Laufzeitenstruktur der nachgefragten Finanzierungen:

Während diese bisher nahezu ausschließ-

lich auf Basis kurzfristiger Zahlungsbedingungen

abgewickelt wurden, stieg der Anteil der mittelund

langfristigen Deckungen auf gut 20 %. Die

seit einigen Jahren zwar langsam, jedoch fortschreitende

Privatisierung sowie die Liberalisierung

des Finanzmarktes könnte in den nächsten

Jahren zu einer weiteren dynamischen Entwicklung

des Marktes führen.

Das Deckungsvolumen für Oman stieg aufgrund

von Großprojekten erheblich an. Die Bundesregierung

übernahm Exportkreditgarantien in Höhe von

844 Millionen EUR, u. a. für eine Methanolanlage

und ein Schiffbauprojekt. Oman erreichte damit

erstmals Platz sechs in der Länderrangliste.

59


60

Interministerieller Ausschuss

Oman gehört ebenso wie Katar, Bahrain, die

Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait zu

den Staaten, die mit Blick auf eine nachhaltige

wirtschaftliche Entwicklung ihre Diversifizierungsstrategien

engagiert umsetzen. Aufgrund der

wirtschaftlichen Entwicklung und der bereits geplanten

Projekte ist eine kräftige Nachfrage für

deutsche Güter und Dienstleistungen auch im

laufenden Jahr wahrscheinlich.

Das Deckungsvolumen auf den Libanon verdreifachte

sich von niedrigem Niveau auf rund 19 Millionen

EUR.

Während Jordanien und Jemen reformorientiert

sind und daher eher Chancen bei gleichzeitig

geringen Risiken für deutsche Exporteure bieten,

bleibt in Syrien die Umsetzung der angekündigten

Reformen noch unklar. Zudem ist die politische

Situation vor dem Hintergrund möglicher

Verstrickungen der syrischen Regierung in die

Geschehnisse im Libanon besonders fragil und

risikoreich.

Wie auch im Vorjahr nahm Israel wieder einen

Platz unter den ersten 20 Ländern mit dem

höchsten Deckungsvolumen ein. Mit einem Volumen

von knapp 280 Millionen EUR erreichte

das Land Platz 16. Deckungen wurden für Projekte

deutscher Exporteure im Bereich Schienenverkehr,

Industrieanlagen und im Energiesektor

übernommen.


Für den Irak wurden wiederum größere Hürden

für Neudeckungen durch die bilaterale Umschuldungsregelung

sowie den Abschluss eines Rahmenabkommens

mit der irakischen Handelsbank

TBI (Trade Bank of Iraq) beseitigt. Damit wurden

die Grundvoraussetzungen für die mögliche Übernahme

von Exportkreditgarantien geschaffen, für

welche die TBI Akkreditive eröffnet.

Exportkreditgarantien für den Iran gingen um

mehr als ein Drittel (36,8 %) auf rund 1,4 Milliarden

EUR zurück. Damit erreichte das Entschädigungsrisiko

des Bundes für den Iran 5,8 Milliarden

EUR. Gedeckt wurden Geschäfte in den

Bereichen Industrieanlagen, Petrochemie, Infrastruktur,

Automobilzulieferung, Baustoffe, Stahlund

Kunststoffverarbeitung. Die wirtschaftliche

Entwicklung lässt aufgrund der hohen Öl- und

Gaspreise einen mehr als ausreichenden Rahmen

für den weiteren Aufbau der iranischen Industrie

zu. Die im Jahr 2004 gedeckten Projekte

lasten die iranischen Besteller unter Kapazitätsgesichtspunkten

jedoch noch stark aus. Zudem

bestehen Unsicherheiten im Hinblick auf die

künftige Wirtschaftspolitik der neuen konservativen

Regierung und den Konflikt um das irani-

sche Atomprogramm. Die Bundesregierung bietet

weiterhin Deckungsmöglichkeiten für den Iran

an. Der Interministerielle Ausschuss hat angesichts

des Anstiegs des Entschädigungsrisikos

Einschränkungen hinsichtlich der Deckungsmöglichkeiten

für ausländische Zulieferungen und lokale

Kosten vorgenommen.

Ministerialdirigent Dr. Michael Kruse,

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

Im Juli 2005 fand in München unter Teilnahme des

irakischen Industrieministers Usama Abd Al-Asiz Al-Najafi

die zweite Deutsch-Irakische Wirtschaftskonferenz statt.

Im Mittelpunkt der zweitägigen Konferenz standen

Fragen zu aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen

sowie Chancen und Risiken für deutsche Unternehmen

im Irak.

61


62

Internationale Zusammenarbeit

Entwicklungen in der OECD

Die internationale Zusammenarbeit der Exportkreditversicherer

der Industrieländer in der OECD

konzentrierte sich im Berichtsjahr auf die folgenden

Schwerpunkte:


In der OECD-Konsensusgruppe haben die Mitglieder

einen neuen Konsensustext verabschiedet,

der seit dem 1. Juli 2005 gültig ist. Die Änderungen

im Konsensus beziehen sich auf flexibilisierte

Zahlungsbedingungen für Projektfinanzierungen

und Strukturierte Finanzierungen sowie

für Exportgeschäfte im Bereich der erneuerbaren

Energien und Wasserprojekte.

Die flexiblen Zahlungsbedingungen für Projektfinanzierungen,

die in der Vergangenheit immer

nur für eine bestimmte Zeitspanne galten, wurden

dauerhaft im OECD-Konsensus verankert. Verbunden

wurde diese Reform mit einer Neuordnung

der Regeln über Zahlungsprofile.

Beim Standardexportkredit bleibt es bei der

Rückzahlung in gleichen Halbjahresraten. Bei

Strukturierten Finanzierungen kann jedoch nach

vorheriger Notifikation mit entsprechender Begründung

innerhalb bestimmter Grenzen vom

Zahlungsprofil in gleichen Halbjahresraten abgewichen

werden. Eine Strukturierte Finanzierung

ist eine Finanzierungsform, die in erster Linie auf

Erlöse aus bestehenden Abnahmeverträgen oder

aus dem „Cash Flow“ des Projektes abstellt,

ohne dass es jedoch wie bei Projektfinanzierungen

eine eigene Projektgesellschaft gibt (s. S. 31).

Die zusätzliche Flexibilität bei Strukturierten Finanzierungen

drückt sich in einer Verlängerung

der mittleren gewogenen Kreditlaufzeit* aus.

* Die durchschnittliche Kreditlaufzeit ist der

Zeitraum, in dem die Hälfte des Kreditbetrages,

gewichtet nach Höhe und Zeitpunkt der

jeweiligen Tilgungsrate, zurückgezahlt wird.

Die flexiblen Bedingungen für Projektfinanzierungen,

die 1998 eingeführt wurden und zunächst

für eine bereits mehrfach verlängerte Pilotphase

galten, sind nun fester Bestandteil des OECD-

Konsensus. Die bisher geltenden Einschränkungen

der Flexibilität bei Projekten in „OECD-High-

Income-Countries“ sind im Zuge der Neuregelung

teilweise liberalisiert worden. Damit ist es in der

OECD gelungen, die Rückzahlungsbedingungen

für das mittel- und langfristige Geschäft in seinen

verschiedenen Erscheinungsformen (Exportkreditdeckung,

Strukturierte Finanzierungen, Projektfinanzierungen)

zu überarbeiten und in einer neuen,

einheitlichen Textfassung zu konsolidieren.

Ferner haben sich die Mitgliedstaaten der OECD

darauf verständigt, die maximal zulässigen Kreditlaufzeiten

im OECD-Konsensus für Projekte im

Bereich der erneuerbaren Energien sowie für

Wasser- und Abwasserprojekte auf 15 Jahre zu

verlängern. Damit soll dem Umstand Rechnung

getragen werden, dass insbesondere Projekte

des Bereichs erneuerbare Energien eine längere

Amortisationsphase benötigen.

63


64

Internationale Zusammenarbeit

Die neue Regelung ist am 1. Juli 2005 für eine

Testphase von zwei Jahren in Kraft getreten. Vor

Ablauf der Testphase wird überprüft, ob die Regeln

dauerhaft gelten sollen und ob der zulässige

Anteil lokaler Kosten für diese Projekte über die

nach dem OECD-Konsensus üblichen 15 % des

Auftragswertes angehoben werden soll.

In der OECD-Exportkreditgruppe wurde im Berichtsjahr

mit der Überarbeitung des „Action

Statement on Bribery and Officially Supported

Export Credits“ aus dem Jahr 2000 begonnen.

Trotz intensiver Verhandlungen konnten diese

Arbeiten noch nicht abgeschlossen werden. Die

Bundesregierung setzt sich dafür ein, das „Action

Statement“ unter Berücksichtigung der gewonnenen

Erfahrungen zu modernisieren, um dem

Ziel der Korruptionsbekämpfung im internationalen

Geschäftsverkehr mehr Gewicht zu verleihen.

Dabei soll sichergestellt werden, dass die Verfahrensabläufe

für Exporteure und Exportkreditversicherer

nicht in unangemessener Weise bürokratisiert

werden.

Am 1. Januar 2004 war die „OECD Recommendation

on Common Approaches on Environment

and Officially Supported Export Credits“ in Kraft

getreten. Die mit diesen fortentwickelten OECD-

Umweltleitlinien gewonnenen Erfahrungen werden

in den Review-Prozess und die Überarbeitung

im Jahr 2006 einfließen.

Die OECD-Prämiengruppe setzte ihre Diskussionen

und technischen Beratungen zu den international

erhobenen Prämiensätzen der einzelnen

Kreditversicherungen fort.

Bei den bereits international harmonisierten Prämien

für die Absicherung von politischen Risiken

konnten die technischen Arbeiten zur Entwicklung

einer Methode, mit der die Angemessenheit

dieser Prämiensätze gemessen werden kann,

weitgehend zum Abschluss gebracht werden. Mit

dieser Methode soll eine Überprüfung des derzeitigen

Prämienniveaus erfolgen. Hierbei soll untersucht

werden, inwieweit die vereinnahmten Entgelte

ausreichend waren, um Kosten und Schäden

der Kreditversicherer im Zusammenhang mit

der Übernahme politischer Risiken abzudecken.

Hinsichtlich der international bislang noch nicht

harmonisierten Prämiensätze für die Absicherung

wirtschaftlicher Risiken gab es intensive Diskussionen

über die Art der Messung unterschiedlicher

Risikostufen sowie der Zuordnung von Prämiensätzen

zu einzelnen Risikostufen. Hierbei

wurden deutliche Unterschiede in der angewen-


deten Methodik unter den einzelnen Kreditversicherungen

offenbar, die eine zeitnahe Einigung

über eine gemeinsame Konzeption bislang erschwerten.

Durch das Fehlen einer gemeinsamen

Konzeption weichen die Prämiensätze einzelner

Kreditversicherungen im Bereich der wirtschaftlichen

Risiken zum Teil erheblich voneinander ab.

Die Gruppe der OECD-Länderrisikoexperten

setzte die Bewertung von Länderrisiken auf Basis

ihres makroökonomischen Modells fort. Diese

Bewertung bildet die Basis für die Einstufung in

das Länderrisikomodell, die wiederum die Grundlage

für die Entgeltberechnung darstellt. Die jeweils

aktuellen Ländereinstufungen sind im Internet

abrufbar unter www.agaportal.de.

Europäische Union

Die EU-Ratsarbeitsgruppe zur Koordinierung der

Politik auf dem Gebiet der Kreditversicherung, der

Bürgschaften und der Finanzkredite hat auch im

Jahr 2005 bei der Koordinierung der Haltung der

EU, insbesondere zu Fragen der OECD-Konsensusreform

und bei den OECD-Verhandlungen

über ein neues Sektorenabkommen für Flugzeuge,

eine wichtige Rolle gespielt. Nach dem Bei-

tritt der zehn Staaten zur EU am 1. Mai 2004 hat

die EU-Ratsarbeitsgruppe nunmehr die Haltung

von 25 Mitgliedstaaten zu koordinieren. Die Integration

der zehn neuen Mitgliedstaaten in die laufenden

Arbeiten der EU-Ratsarbeitsgruppe ist

gelungen.

Innerhalb der EU gilt, dass so genannte marktfähige

Risiken vom Staat nicht übernommen

werden dürfen. Die EU-Kommission weist den

Deckungsschutz für kurzfristig finanzierte Exporte

in die EU und in die Kernländer der OECD ausschließlich

den privaten Kreditversicherern zu. Die

EU-Kommission definiert marktfähige Risiken als

wirtschaftliche und politische Risiken mit einem

Risikohorizont von bis zu zwei Jahren innerhalb

der EU und den Kernländern der OECD. Eine

Revision der Kommissionsmitteilung, die Ende

2005 veröffentlicht wurde, bestätigt diese Definition

(s. S.13).

65


66

Internationale Zusammenarbeit

Zum neuen Präsidenten der Berner Union

wurde Lars Kolte (r.), Managing Director der

dänischen Eksport Kredit Fonden (EKF),

gewählt. Er folgt damit Dr. Hans Janus (l.),

der sein Präsidentenamt turnusgemäß

weitergab. Neuer Vizepräsident ist Hidehiro

Konno von der Nippon Export and

Investment Insurance (NEXI).

Im Jahr 2005 war die Euler Hermes Kreditversicherungs-AG

gemeinsam mit der PwC

Gastgeber der Jahreshauptversammlung

der Berner Union, zu der 52 Mitgliedsorganisationen

aus über 40 Ländern in Hamburg

begrüßt werden konnten.

Berner Union

Die internationale Zusammenarbeit mit Exportkreditversicherern

aus OECD- und Nicht-OECD-

Ländern wurde im Rahmen diverser Arbeitstreffen

der Berner Union (BU), dem weltweit größten

Zusammenschluss von privaten und staatlichen

Exportkredit- und Investitionsversicherern, auch

im Berichtsjahr fortgesetzt.

Die Jahrestagung der Berner Union fand im September

2005 auf Einladung der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG

und der Pricewaterhouse-

Coopers AG in Hamburg statt. An ihr nahmen

über 200 Delegierte aus über 40 Ländern teil.

Über 50 Mitgliedsorganisationen aus mehr als

40 Ländern nutzten die Möglichkeit, anlässlich

der Committee Meetings im Frühjahr und der einwöchigen

Generalversammlung im Herbst über


aktuelle wirtschafts- und deckungspolitische Themen

zu diskutieren und länderbezogene Informationen

auszutauschen. Die staatlichen bzw. im

staatlichen Auftrag handelnden Kreditversicherer

(ECAs) befassten sich im Berichtsjahr verstärkt

mit neuen Aspekten der Risikoanalyse und differenzierteren

Entgeltsystemen. Weiterhin wurde

die Diskussion zu den Auswirkungen der durch

Basel II geänderten Finanzierungskonditionen auf

den (Export-) Kreditversicherungssektor, zu der

Definition kurzfristiger marktfähiger Risiken und

zur Frage geeigneter Maßnahmen zur Verhinderung

von Korruption bei staatlich abgesicherten

Exportgeschäften fortgeführt.

Anlässlich eines Empfangs

im Rathaus begrüßte

Finanzsenator Dr. Wolfgang

Peiner die internationalen Gäste.

Kooperation

mit Kreditversicherern

anderer Länder

Anlässlich eines Delegationsbesuches der staatlichen

koreanischen Exportkreditversicherung

Korea Export Insurance Corporation (KEIC) in

Hamburg wurde im April 2005 ein Kooperationsabkommen

zur verstärkten Zusammenarbeit –

insbesondere bei der Exportkreditversicherung

von deutsch-koreanischen Projekten in dritten

Ländern – geschlossen.

v.l.n.r.: Lennart Skarp (stellvertretender

Generalsekretär), Lars Kolte (Präsident),

Hidehiro Konno (Vizepräsident), Kimberly

Wiehl (Generalsekretärin)

67


68

Internationale Zusammenarbeit

Das Kooperationsabkommen sieht einen verstärkten

Informationsaustausch sowie eine engere

Kooperation bei gemeinsamen Projekten vor.

Soweit eine Parallel*- und Mitversicherung** für

ein Geschäft vorgesehen ist, können hierüber

projektbezogene Einzelfallvereinbarungen geschlossen

werden. Eine Kooperation in Form von

Rückversicherung*** setzt den Abschluss einer

gesonderten Rahmen-Rückversicherungsvereinbarung

voraus.

Unterzeichnung des Kooperationsabkommens

mit Korea im April

2005 in Hamburg: Song-Woong

Kim, Chairman & President/CEO

der Korea Export Insurance

Corporation (KEIC), und Dr. Hans

Janus, Vorstand der Euler Hermes

Kreditversicherungs-AG.

Die koreanische Delegation unter Vorsitz

von Song-Woong Kim gemeinsam mit

(v.l.n.r.): Karlheinz Bieniek,

Susanne Kuhn, Dr. Eckhardt Moltrecht

und Dr. Hans Janus (Euler Hermes).

Neben der durch Kooperationsabkommen geregelten

Zusammenarbeit sowie der internationalen

Zusammenarbeit in den multilateralen Gremien

der EU und der OECD finden regelmäßige enge

Abstimmungen auch in bilateralen Konsultationen

mit wichtigen europäischen Partnerländern sowie

Japan statt. Hinzu kommt ein jährliches Treffen

der G7-Exportkreditversicherer.

Im Juli 2005 fanden unter anderem bilaterale

deutsch-brasilianische Konsultationen in Fortaleza

statt. Nachdem im vorangegangenen Jahr

ein Kooperationsabkommen mit der brasilianischen

Exportkreditversicherung Seguradora

Brasileira de Crédito à Exportaçao S.A. (SBCE)

abgeschlossen wurde, bildeten Fragen der bisherigen

und künftigen Zusammenarbeit im Rahmen


der staatlichen Exportkreditversicherung einen

Themenschwerpunkt. Bei einem anschließenden

deutsch-brasilianischen Exporteurs-Workshop

konnten weitere zukünftige Kooperationsmöglichkeiten

zusammen mit Vertretern der Exportwirtschaft

diskutiert werden.

* Parallelversicherung:

Haben die verschiedenen Lieferanten bei einem

Multi-sourcing-Projekt eigene Zahlungsansprüche

gegen einen ausländischen Kunden, versichert

sich jeder Lieferant selbst bei seinem nationalen

Exportkreditversicherer gegen Forderungsausfälle.

** Mitversicherung:

Wenn der Hauptlieferant seine Auslandsrisiken auf

den Unterlieferanten überträgt, d. h. wenn dieser

nur Zahlung erhält, wenn der ausländische

Besteller den Hauptlieferanten bezahlt hat, kann

eine sogenannte Mitversicherung beantragt

werden. Diese ist unter EU-Mitgliedsländern durch

eine Richtlinie des Rates geregelt. Mit anderen

Kreditversicherern bestehen bilaterale Abkommen.

Daneben besteht die Möglichkeit, mit anderen

staatlichen Kreditversicherern bei Bedarf für ein

Einzelgeschäft eine Mitversicherungsvereinbarung

zu schließen.

***Rückversicherung:

Über das Modell der Rückversicherung können

Projekte mit Beteiligung von Exporteuren aus verschiedenen

Ländern (so genannte Multi-sourcing-

Projekte) von einem Exportkreditversicherer

gedeckt werden, der gegenüber dem Hauptlieferanten

bzw. der finanzierenden Bank die

gesamte Abwicklung übernimmt. Die Risikoteilung

erfolgt zwischen den Rückversicherungspartnern

entsprechend der nationalen Lieferanteile.

Kooperationsabkommen

Belgien

Brasilien

Dänemark

Estland

Finnland

Frankreich

Griechenland

Israel

Italien

Japan

Kanada

Korea

Lettland

Litauen

Luxemburg

Malta

Niederlande

Norwegen

Österreich

Polen

Portugal

Schweden

Schweiz

Slowakische Republik

Slowenien

Spanien

Tschechische Republik

Türkei

Ungarn

Vereinigtes Königreich

Zypern

Z,

Z,

Z,

Z,

Z,

Z,

Z,

Z,

Z,

Z,

Z,

Z*,

Z,

Z,

Z,

Z,

Z*,

Z,

Z,

Z,

Z,

Z,

Z,

Z,

M,

M*

M,

M

M,

M,

M

M*

M

M

M,

M

M,

M*,

M,

M,

M,

M,

M*,

M

M,

M,

M,

M

M

M,

M

Z – Zulieferungen in Höhe von 30 % -

40 % (40 % bis max. 7 Mio. EUR)

können gemäß EU-Ratsentschei-

dung einbezogen werden

Z* – Zulieferungen bis 30 % können

gemäß bilateraler Vereinbarung

einbezogen werden

M – Mitversicherungsabkommen

gemäß EU-Richtlinie

M*– Mitversicherung gemäß

bilateraler Vereinbarung

R – bilaterales Rückversicherungs-

abkommen

R

R

R

R

Z, M,

R

R

Z*, M*, R

R

R

R

R

R

R

R

R

R

R

R

R

R

69


70

Entwicklung der Exportkreditgarantien

Neugeschäft

Im Berichtsjahr übernahm die Bundesrepublik

Deutschland Exportkreditgarantien für Exportgeschäfte

mit 154 Ländern. Die neu übernommenen

Deckungen erreichten 19,8 Milliarden EUR

und blieben damit nur 6,1% unter dem Ergebnis

des Jahres 2004 mit 21,1 Milliarden EUR.

Russland führte, gefolgt von China, Iran und der

Türkei, bei den neu abgesicherten Exporten die

Länderliste an. Die zehn Länder mit dem höchsten

Deckungsvolumen hatten insgesamt einen

Anteil von 54,1 % an den abgesicherten Auftragswerten.

Russland verzeichnete dabei einen

Anstieg um 26,3 %. Größere Russland-Deckungen

wurden in den Sektoren Stahl, Chemie und

Energie und zur Erweiterung von Mobilfunknetzen

übernommen.

Deckungen für Exporte nach China gingen nach

dem sehr hohen Volumen im Vorjahr um nahezu

ein Drittel (31,7 %) zurück. Der überwiegende Teil

der Exportkreditgarantien entfiel auf Investitionen

im Bereich Petrochemie, auf Anlagen und Maschinen

zur Papierherstellung sowie auf Projekte

zum Bau und zur Modernisierung von Stahlwerken.

Auch die Exportkreditgarantien für den Iran nahmen

um rund ein Drittel (36,9 %) ab und erreichten

1,45 Milliarden EUR. Sie betrafen hauptsächlich

mittel- und langfristige Projekte in den

Bereichen Energieerzeugung, Petrochemie und

Infrastruktur.


Deckungen für Türkei-Geschäfte gingen um

19,8 % zurück. Abgesichert wurden sowohl

kurzfristige Handelsgeschäfte als auch mittelund

langfristige Exporte wie ein Spanplattenwerk,

die Lieferung von Gelenkbussen sowie Maschinenlieferungen

für nahezu alle Wirtschaftszweige.

Neu in Deckung genommene Geschäfte mit den

Vereinigten Staaten betrafen Absicherungen für

ein Kreuzfahrtschiff und für Airbus-Flugzeuge.

Für den Oman wurden Exportkreditgarantien vor

allem für die Errichtung einer Methanolanlage

und ein Schiffbauprojekt übernommen.

Exportkreditgarantien für Brasilien wurden weiterhin

zum größten Teil im Rahmen der Ausfuhr-

Pauschal-Gewährleistungen übernommen, also

für kurzfristiges Handelsgeschäft. Zusätzlich wurden

Exportkreditgarantien für den Ausbau eines

Stahlwerks genutzt.

In Indien wurden u. a. Anlagen zur Herstellung

von Polyestergarnen sowie Ausrüstungen für den

Umbau eines Walzwerkes abgesichert. Das Deckungsvolumen

stieg um 60,6 %. Exportkreditgarantien

für Mexiko erhöhten sich u. a. aufgrund

eines größeren Projekts zur Zementherstellung

um 15,5 %. Die höchste Einzeldeckung

wurde für Italien mit der Absicherung von zwei

Kreuzfahrtschiffen übernommen.

Länder mit den höchsten neu

übernommenen Deckungen

2005/2004 in Mrd. EUR

Russland R.F.

1,79

1,42

China VR

1,62

2,38

Iran

1,45

2,30

Türkei

1,22

1,52

Vereinigte

Staaten

0,98

0,52

Oman 0,03

0,84

Brasilien

0,83

1,05

Indien

0,72

0,45

Mexiko

0,66

0,57

Italien

0,59

0,12

2005

2004

Summe 2005: 10,70 Mrd. EUR (54,1%)

Gesamt 2005: 19,77 Mrd. EUR (100%)

71


Deckungsvolumen nach Ländergruppen

Industrieländer

MOE-Länder

Entwicklungsländer

Gesamt

europäische Entwicklungsländer

afrikanische Entwicklungsländer

amerikanische Entwicklungsländer

asiatische Entwicklungsländer

Naher-/Mittlerer Osten

Süd-/Zentralasien

Ostasien

Ozeanien

Entwicklung der Exportkreditgarantien

Neu gedeckte Exporte nach Ländergruppen in Mrd. EUR

18,1

2,6

1,8

13,7

18,8

1,0

3,1

14,7

15,4

0,5

3,0

11,9

13,6

0,3

1,6

11,7

19,5

0,6

1,9

17,0

16,6

0,4

2,3

'96 '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05

2004

in Mio. EUR

1.582,0

3.522,7

15.962,1

21.066,8

2.071,2

2.026,7

2.598,7

9.261,3

4.041,3

730,3

4.489,7

4,2

16,4

1,0

2,9

12,5

Anteil

in %

7,5

16,7

75,8

100,0

9,9

9,6

12,3

44,0

19,2

3,5

21,3

0,0

16,0

1,2

2,8

12,0

21,1

1,6

3,5

16,0

2005

in Mio. EUR

1.932,3

3.567,8

14.273,4

19.773,5

1.494,4

1.181,4

2.453,6

9.142,5

3.525,3

1.533,8

4.083,4

1,5

19,8

Industrieländer Mittel- und Osteuropa Entwicklungsländer

72

13,9

1,9

3,6

14,3

Anteil

in %

9,8

18,0

72,2

100,0

7,6

6,0

12,4

46,2

17,8

7,8

20,6

0,0

Übernommene Deckungen

für MOE-Länder in Mrd. EUR

'01 '02 '03 '04 '05

2,340 2,880 2,826 3,523 3,568

Anteil der gedeckten Exporte

an der Gesamtausfuhr

nach Ländergruppen in %

0,1

3,6

14,1

0,2

4,2

12,3

0,2

3,8

11,4

'01 '02 '03 '04 '05

Industrieländer

Mittel- und Osteuropa

Entwicklungsländer

Russland R.F.

Weißrussland

Slowakische

Republik

Polen

Ukraine

267,2

257,3

256,1

226,7

0,3

4,3

13,2

Neu übernommene

Deckungen für MOE-Länder

2005 in Mio. EUR

Summe: 2.799,7 Mio. EUR (78,5%)

Gesamt: 3.567,8 Mio. EUR (100%)

Vereinigte

Staaten

Italien

Vereinigtes

Königreich

Niederlande

Australien

150,3

121,0

36,1

587,7

Summe: 1.870,2 Mio. EUR (96,8%)

Gesamt: 1.932,3 Mio. EUR (100%)

0,3

3,8

10,9

1.792,4

Neu übernommene

Deckungen für Industrieländer

2005 in Mio. EUR

975,1


Aufgliederung der

neu gedeckten Exporte

nach Ländergruppen

Bei der regionalen Verteilung* der neu übernommenen

Deckungen wiesen die Entwicklungsländer

– und hier insbesondere die Schwellenländer

– mit 72,2 % wiederum den höchsten

Anteil auf (Vorjahr: 75,8 %). Mittel- und osteuropäische

(MOE-) Länder erreichten 18,0 % nach

16,7 % im Vorjahr, während die Industrieländer

mit 9,8 % (Vorjahr: 7,5 %) weiterhin den niedrigsten

Anteil am Deckungsvolumen hatten.

Der Gesamtexport der Bundesrepublik Deutschland

in Entwicklungsländer stieg um 8,5 % auf

130,7 Milliarden EUR. Exporte im Wert von 16,0

Milliarden EUR wurden hierbei durch Bundesdeckungen

abgesichert – dies entspricht einem

Anteil von 10,9 %.

(*siehe Länderzuordnung im Anhang S.102)

Der Schwerpunkt der Deckungen für Entwicklungsländer

lag im Jahr 2005 erneut bei den Ländern

Asiens. Der Anteil der asiatischen Länder an

den Gesamtdeckungen erhöhte sich von 44 %

auf 46,2 %. Die höchsten Deckungen wurden für

China und Taiwan übernommen.

Die deutsche Ausfuhr in die mittel- und osteuropäischen

Staaten nahm im Vorjahresvergleich

um 12,3 % zu. Die neu übernommenen Deckungen

stiegen um 1,3 % auf 3,6 Milliarden EUR. Die

Quote der bundesgedeckten Exporte entspricht

somit 3,8 %.

Aufgrund der in den westlichen Industrieländern

vorhandenen Risikostruktur sowie des Versicherungsangebots

der privaten Exportkreditversicherung

ist die Inanspruchnahme von staatlichen

Ausfuhrgewährleistungen für Kreditgeschäfte bei

Exporten in diese Länder relativ gering. Im Berichtsjahr

gingen Exporte in Höhe von 561,3 Milliarden

EUR in die Industrieländer, das entsprach

71,4 % des deutschen Gesamtexports. Davon

wurden im Rahmen von Ausfuhrgewährleistungen

1,9 Milliarden EUR, vor allem Großprojekte,

gedeckt (Vorjahr: 1,6 Milliarden EUR).

Der Anteil der Industrieländer an den Exportkreditgarantien

betrug 9,8 %. Bezogen auf den

Gesamtexport in die Industrieländer ergibt sich

eine Deckungsquote von 0,3 %.

73


74

Entwicklung der Exportkreditgarantien

Aufgliederung

nach Kreditlaufzeiten und

Deckungsarten

Die Aufteilung der neu übernommenen Deckungen

in Höhe von 19,8 Milliarden EUR nach Kreditlaufzeiten

und Deckungsarten ergibt sich aus

der nebenstehenden Grafik.

Im kurzfristigen Geschäft mit Kreditlaufzeiten bis

zu einem Jahr ging das Deckungsvolumen insgesamt

um 23,7 % auf 10,2 Milliarden EUR

zurück. Im Einzelnen entwickelten sich die kurzfristigen

Deckungsformen unterschiedlich: Die

Umsätze bei Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistungen

(APG) nahmen um 17,3 % ab, während die

Umsätze bei revolvierenden Deckungen mit einem

Rückgang von 0,8 % stabil blieben. Bei den

kurzfristigen Einzeldeckungen war ein erheblicher

Rückgang um 38,9 % zu verzeichnen. Der Anteil

des Kurzfristgeschäfts an den Gesamtdeckungen

betrug damit 51,7 % nach 63,5 % im Vorjahr.

70,7 % der neu gedeckten kurzfristigen Geschäfte

wurden auf APG-Basis abgewickelt (Vorjahr

65,3 %).

Da die EU-Kommission staatlichen Deckungsschutz

für kurzfristig finanzierte Exporte in die

EU und die Kernländer der OECD nicht zulässt,

stehen seit dem 1. Januar 2005 keine Deckungsmöglichkeiten

mehr für die zehn EU-Beitrittsländer

bereit. Bei den jeweiligen Vertragsverlängerungen

im Rahmen der APG wurde dieser

Länderkreis entsprechend sukzessive ausgeschlossen,

der in der APG noch sehr stark vertreten

war. Demzufolge ging der APG-Umsatz im

Jahr 2005 erheblich auf 7,2 Milliarden EUR

zurück, im Vergleich zu 8,6 Milliarden EUR im

Vorjahr.

Die Anzahl der Verträge war von dieser Entwicklung

in geringerem Maße betroffen. Wegen der

weiterhin positiven Entwicklung des APG-light-

Vertragsbestands stieg die Gesamtzahl der Verträge

auf 922 an, während in der APG ein Rückgang

zu verzeichnen war. Die Umstellung kleinerer

APG-Verträge auf die APG-light wurde im

Jahr 2005 abgeschlossen.

Umsatz und Entgelteinnahmen haben sich in der

APG-light gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt,

wobei allerdings noch ein Drittel des

Umsatzes auf die neuen EU-Länder entfiel.

Der Umsatz mit den GUS-Staaten steigt in der

APG seit Jahren kontinuierlich an und lag mit 663

Millionen EUR um 140 Millionen EUR über dem

Vorjahr. Stärkste Länder sind hierbei Russland

und die Ukraine. Nachdem Russland 1997 erstmals

unter den 50 umsatzstärksten Ländern in

der APG vertreten war, hat dieses Land in 2005

nach der Türkei und Brasilien nunmehr den dritten

Platz erreicht.


92 % aller APG-Verträge wurden zum Jahresende

bereits online abgewickelt. Die damit gezeigte

Akzeptanz machte es möglich, dass mit

der Umstellung auf die reformierte APG mit Beginn

des Jahres 2006 alle Verträge online abgewickelt

werden.

Das Volumen der revolvierenden Einzeldeckungen

blieb mit einem Rückgang von 0,8 % nahezu

konstant und erreichte 413 Millionen EUR. Der

Anteil an den Gesamtdeckungen betrug 2,1 %

nach 2,0 % im Vorjahr.

Die kurzfristigen Einzeldeckungen mit einer Kreditlaufzeit

bis zu einem Jahr gingen auf 2,58 Milliarden

EUR zurück, nachdem sie im Vorjahr stark

angestiegen waren und 4,23 Milliarden EUR

erreichten. Dieser Betrag enthält auch die kurzfristigen,

leistungsnahen Forderungen aus Bauleistungsgeschäften.

Zudem sind Absicherungen

für Investitionsgütergeschäfte enthalten, die

zu kurzfristigen Zahlungsbedingungen finanziert

wurden, obwohl längerfristige Kreditlaufzeiten

zulässig wären. Insbesondere Geschäfte dieser

Art mit China hatten im Vorjahr zu dem starken

Anstieg des Kurzfristgeschäfts geführt.

Aufgliederung der neu

gedeckten Ausfuhrgeschäfte

nach Kreditlaufzeiten

in Mrd. EUR

16,6 16,4

3,5

1,3

2,7

9,1

Einzeldeckungen über 5 Jahre

Einzeldeckungen 1 - 5 Jahre

Einzeldeckungen bis 1 Jahr

Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistungen

und revolvierende Deckungen

Neu übernommene APG-

Deckungen 2005 in Mio. EUR

Türkei

Brasilien

Russland R.F.

Mexiko

China VR

Summe: 2.360,7 Mio. EUR (32,7%)

Gesamt: 7.218,8 Mio. EUR (100%)

Kurzfristige Einzeldeckungen

2005 in Mio. EUR

China VR

Iran

Indien

Russland R.F.

Bangladesch

3,6

2,1

2,2

8,5

16,0

3,6

1,4

2,6

8,4

21,1

6,2

1,5

4,2

9,2

563,3

274,5

145,5

98,6

508,9

455,9

434,9

391,0

Summe: 2.058,1 Mio. EUR (79,6%)

Gesamt: 2.584,2 Mio. EUR (100%)

19,8

'01 '02 '03 '04 '05

8,3

1,3

2,6

7,6

570,0

976,2

75


76

Entwicklung der Exportkreditgarantien

Mittel- und langfristige

Deckungen 2005 in Mio. EUR

Russland R.F.

Vereinigte

Staaten

Iran

Oman

Türkei

1.160,2

975,1

869,7

820,5

596,3

Summe: 4.421,8 Mio. EUR (46,3%)

Gesamt: 9.557,6 Mio. EUR (100%)

Das Volumen der zu mittel- und langfristigen

Kreditlaufzeiten übernommenen Einzeldeckungen

erhöhte sich demgegenüber um fast ein

Viertel (24,4 %). Dabei stiegen die Geschäfte mit

Kreditlaufzeiten von fünf und mehr Jahren um

32,9 %. Die Auftragswerte beliefen sich auf 9,6

nach 7,7 Milliarden EUR im Vorjahr. Der Anteil am

gedeckten Geschäft stieg damit ebenfalls und

erreichte 48,3 % nach 36,5 % im Jahr 2004. Die

umsatzstärksten Länder waren Russland, die

Vereinigten Staaten und Iran sowie Oman.

Der Anteil der gebundenen Finanzkredite am

Volumen der mittel- und langfristigen Einzeldeckungen

betrug 79,8 % nach 80,4 % im Vorjahr.

Deckungen nach

Kreditlaufzeiten 2005

in Mrd. EUR

41,9 %

6,4 %

13,1 %

Ausfuhr-Pauschal-

Gewährleistungen:

revolvierende Deckungen:

kurzfristige Einzeldeckungen:

Laufzeit 1 - 5 Jahre:

Laufzeit über 5 Jahre:

36,5 %

2,1 %

7,2

0,4

2,6

1,3

8,3


Antragszahlen/

Antragsvolumen,

Deckungen nach Warenarten

Die Anzahl der im Berichtsjahr insgesamt neu

gestellten Deckungsanträge inklusive Erhöhungsanträgen

ging um 14,4 % zurück. Das

Entscheidungsvolumen, d. h. die Summe der

Auftragswerte, die den gestellten Anträgen zugrunde

lagen, stieg hingegen um 5,2 %. Die

Antragszahlen bei der APG sanken sowohl für

staatliche als auch private Abnehmer. Die Einzelanträge

auf private Besteller nahmen ebenfalls

leicht ab (-1 %) und die Anträge für Einzeldeckungen

auf staatliche Besteller reduzierten

sich um 33,3 %.

Antragszahlen/Antragsvolumen

Antragszahlen 1)

Erstentscheidungen inkl. Erhöhungen

Entscheidungsvolumen

Auftragswerte bzw. Limite in Mio. EUR

1) Darstellung inkl. gebundener Finanzkredite

Neu übernommene Einzeldeckungen

Anzahl der neu übernommenen

Einzeldeckungen

davon Garantien

davon Bürgschaften

Volumen in Mio. EUR

davon Garantien

davon Bürgschaften

2004 2005

27.753

23.565

2004 2005

1.242

978

264

11.917

8.348

3.569

23.745

24.798

1.229

991

238

12.142

9.346

2.796

Die Gesamtzahl aller Entscheidungen inklusive

Wiedervorlagen und Änderungsanträgen fiel um

15,4 % auf 35.605.

Die Zahl der neu übernommenen kurz- und mittelfristigen

Einzeldeckungen ging um 1,0 % auf

1.229 zurück. Dabei wuchs das Gesamtvolumen

der diesen Deckungen zugrunde liegenden Auftragswerte

um 1,9 %. Die Zahl der Großgeschäfte

mit Auftragswerten über 50 Millionen EUR

blieb mit 42 nahezu konstant (Vorjahr: 43). Diese

Geschäfte stellen 48,0 % (Vorjahr 48,5 %) des

Volumens der Einzeldeckungen.

Aufteilung der

Einzeldeckungen 2005 nach

Warenarten in Mio. EUR

4,2 %

13,8 %

12,0 %

9,7 %

1,2 % 3,2 % 0,1 %

16,8 %

Anlagen:

Maschinen und Geräte:

elektronische, feinmechanische

und optische Geräte,

Telekommunikation:

Schiffe:

Fahrzeuge, Lokomotiven:

Flugzeuge:

Bauleistungen:

Dienstleistungen:

andere:

Gesamt: 12.142 Mio. EUR

39,0 %

4.728

2.043

1.181

1.459

507

1.676

140

393

15

77


78

Entwicklung der Exportkreditgarantien

Das Verhältnis der übernommenen Deckungen

zur Absicherung des Risikos staatlicher bzw.

privater Besteller veränderte sich um 1,9 Prozentpunkte

zugunsten der Anzahl der privaten

Abnehmer: 80,6 % der Einzeldeckungen entfielen

auf private und 19,4 % auf staatliche Käufer.

Bei den gedeckten Auftragswerten betrug das

Verhältnis zwischen privaten und staatlichen Abnehmern

77 % zu 23 % (Vorjahr: 70,1 % private

Abnehmer und 29,9 % staatliche Abnehmer).

Die Aufgliederung der Einzeldeckungen nach

Warengruppen zeigt einen Rückgang des Volumens

bei den Deckungen für den Anlagenbau

(-11,9 %) und für Maschinen und Geräte (-14,8 %).

Deckungen für Flugzeuge stiegen um 31 %, der

Anteil der Ausfuhrgewährleistungen für Flugzeuge

erreichte damit 13,8 % der Einzeldeckungen

bzw. 8,5 % der insgesamt neu übernommenen

Deckungen (s. Tabelle im Anhang S. 82). Exportkreditgarantien

für Schiffe erhöhten sich um 79 %

und trugen mit 7,4 % zum Gesamtvolumen bei.

Der Anteil der militärischen Güter betrug 1,6 %

(Vorjahr 0,1 %).

Schäden und Rückflüsse,

Umschuldungen

Schäden

Die Aufwendungen des Bundes für Entschädigungen

haben sich im Jahr 2005 um ein Viertel

(24,5 %) erhöht und sind auf insgesamt 695,1

Millionen EUR angestiegen. Gleichwohl bewegen

sie sich damit im langjährigen Vergleich auf relativ

niedrigem Niveau, so dass der seit einigen

Jahren rückläufige Trend bei den Entschädigungen

weiter anhält. So sind die Auszahlungen für

wirtschaftliche Schäden gegenüber dem Vorjahr

nahezu unverändert geblieben, während der

Anstieg der politischen Schäden ganz wesentlich

auf einen Einzelschaden aus einer Bürgschaft für

ein Argentinien-Geschäft zurückgeht. Für das

Berichtsjahr hat sich damit das Verhältnis von

politischen zu wirtschaftlichen Schäden auf eine

Relation von 37 zu 63 % verändert. In den Vorjahren

betrug der Anteil der politischen Schäden

jeweils nur gut 20 %.

Die Auszahlungen für politische Schäden haben

sich erstmals seit vier Jahren wieder deutlich erhöht

und mit 258,3 Millionen EUR nahezu verdoppelt.

Insgesamt nimmt sich der Auszahlungsbetrag

im Vergleich zu den 90er Jahren mit ihren

extrem hohen politischen Schadensraten gleichwohl

moderat aus. Der Anstieg der Entschädigungen

für Argentinien ist darauf zurückzuführen,

dass die Republik Argentinien mit Beginn des

Jahres 2002 die Zahlung ihrer Staatsschulden

eingestellt hat. Davon betroffen waren in hohem

Maße Zahlungsfälligkeiten für das Kernkraftwerksprojekt

Atucha II. Hierfür leistete der Bund

bereits in den Vorjahren zugunsten eines Finanzierungsgebers

ratenweise Entschädigungen. Im

November 2005 erfolgte dann für einen weiteren

Finanzierungsteil die Schadenanerkennung für

Ratenfälligkeiten aus den Jahren 2002 bis 2005.

Allein dies führte zu einer Entschädigungsleistung

in Höhe von 186,3 Millionen EUR.


Mit insgesamt 236,6 Millionen EUR haben sich

die Entschädigungsleistungen für Argentinien

gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht

(Vorjahr: 70,8 Millionen EUR) und bilden einen

Anteil von 91,6 % an den Auszahlungen für politische

Schäden. Die nächst höheren Zahlungen

erfolgten für Pakistan (10,7 Millionen EUR), Kolumbien

(5,4 Millionen EUR) und China (3,2 Millionen

EUR).

Das Entschädigungsvolumen für wirtschaftliche

Schäden blieb nahezu auf dem Stand des Vorjahres

und erreichte 432,9 Millionen EUR. Da

der Bund erneut keine großen wirtschaftlichen

Neuschäden zu verzeichnen hatte, erfolgten die

Entschädigungszahlungen überwiegend für Geschäfte,

die bereits in den Vorjahren notleidend

geworden waren und im Berichtsjahr fortlaufend

– teilweise ratenbezogen, teilweise aber auch

abschließend in einer Summe – entschädigt wurden.

Üblicherweise orientiert sich das Entschädigungsverfahren

an den gedeckten Ratenfällig-

Auszahlungen für Schäden in Mio. EUR

politische Schäden

wirtschaftliche Schäden

Wechselkursschäden

Gesamt

'01

275,8

599,9

5,1

880,8

Auszahlungen für Schäden

2005 in Mio. EUR

37,2 %

0,5 %

wirtschaftliche Schäden:

politische Schäden:

Wechselkursschäden:

62,3 %

432,9

258,3

3,9

'02

173,7

513,1

2,1

688,9

'03

108,6

403,0

2,4

514,0

'04

124,9

432,3

1,3

558,5

'05

258,3

432,9

3,9

695,1

Auszahlungen für

wirtschaftliche Schäden

2005/2004 in Mio. EUR

Singapur

Indonesien

Indien

Argentinien

Brasilien

China VR

Venezuela

Mexiko

Korea

Chile

2005

2004

Gesamt: 695,1 Mio. EUR Summe 2005: 400,5 Mio. EUR (92,5%)

Gesamt 2005: 432,9 Mio. EUR (100%)

24,5

42,4

35,4

42,1

22,5

28,8

26,9

18,3

20,2

15,8

6,1

12,7

26,6

11,8

12,0

9,8

7,3

keiten. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht

allerdings auch die Möglichkeit, den gesamten

Kapitalaußenstand in einer Summe zu

entschädigen. Hiervon wurde bei einer Reihe von

Schadenfällen Gebrauch gemacht, etwa einem

größeren Schaden aus dem Stahlbereich für ein

Indiengeschäft und einem großen wirtschaftlichen

Argentinienschaden. In einem weiteren

Großschaden für eine Projektfinanzierung in

Indonesien (Musi Pulp) hat der Bund fälligkeitsbezogen

Entschädigungen über allein gut 22 Millionen

EUR gezahlt.

Besonders ins Gewicht gefallen sind auch im

Jahr 2005 sowohl Summen- wie auch Ratenentschädigungen

aus einer Reihe von Deckungen

für Geschäfte mit der APP-Gruppe (Asia Pulp &

Paper Company). Nach einer über fünf Jahre

115,9

102,9

93,2

79


80

Entwicklung der Exportkreditgarantien

andauernden nahezu vollständigen Zahlungseinstellung

der APP-Gruppe mit Schuldnern in

Indonesien, Singapur und der VR China ist es am

28. April 2005 gelungen, zur Restrukturierung

eine außergerichtliche Einigung für die indonesischen

APP-Gesellschaften herbeizuführen. Unabhängig

davon wurden die Entschädigungsverfahren

unter allen betroffenen Deckungen fortgeführt.

Für die Indonesien-Schadenfälle des APP-

Komplexes bedeutet dies nach Inkrafttreten der

vergleichsweisen Einigung eine Entschädigung

nach dem so genannten Vergleichstatbestand

der jeweils übernommenen Gewährleistungen.

Für Singapur und China wird weiterhin über eine

Vergleichslösung verhandelt.

Im Bereich der Flugzeuggeschäfte kam es erwartungsgemäß

nicht zu größeren Schäden, nachdem

bereits im Vorjahr nahezu alle durch die

Insolvenz der Swiss-Air hervorgerufenen Schadenfälle

abschließend entschädigt wurden.

Der hohe Aufwand für vorfällige Entschädigungen

in einer Summe in Höhe von 70 Millionen

EUR hat dazu geführt, dass die wirtschaftlichen

Entschädigungen entgegen der Erwartung noch

nicht zurückgegangen sind. Für das Jahr 2006

kann angesichts bisher weitgehend ausgebliebener

Großschäden jedoch mit einem Rückgang

der wirtschaftlichen Entschädigungsleistungen

gerechnet werden.

Rückflüsse

Die Rückflüsse auf wirtschaftliche Schadenfälle

haben sich im Jahr 2005 erneut außerordentlich

erfreulich entwickelt. Insgesamt konnten Einnahmen

von 251,2 Millionen EUR verbucht werden.

Dieser erhebliche Zuwachs gegenüber dem Vorjahr

(hier lagen die Rückflüsse bei 174 Millionen

EUR) ist u. a. durch zwei wesentliche Faktoren

beeinflusst. Zum einen hat sich die weitgehende

konjunkturelle Erholung in den Ländern, die stark

von wirtschaftlichen Schadenfällen betroffen waren,

positiv auf die Zahlungsfähigkeit und damit

auch auf die Rückzahlungsfähigkeit der privaten

Schuldner ausgewirkt. Zum anderen hat der

Bund im Bereich der Airbusschäden durch erfolgreiche

Vermarktungen von Flugzeugen aus

Schadenfällen und aufgrund von bereits abgeschlossenen

Restrukturierungen erhebliche

Rückzahlungen in Höhe von gut 80 Millionen

EUR erreicht. Hierbei kam es insgesamt zu

Rückflüssen auf notleidende Geschäfte in den

Ländern Irland (35,0 Mio. EUR), Vereinigtes

Königreich (16,8 Mio. EUR), Belgien (11,0 Mio.

EUR) und Bermudas (3,2 Mio. EUR), sowie auf

Altschäden in Mexiko (10,0 Mio. EUR) und in der

Côte d’Ivoire (4,0 Mio. EUR).

Die höchsten Rückflüsse konnte der Bund mit

über 59 Millionen EUR aus Argentinien verbuchen.

Infolge der positiven wirtschaftlichen Entwicklung

wurden die in den letzten Jahren abgeschlossenen

Restrukturierungen in der Zementund

Telekommunikationsbranche nicht nur erfüllt,

sondern es wurden aufgrund der sehr guten

Liquidität einiger Unternehmen erhebliche Vorauszahlungen

auf zukünftige Fälligkeiten geleistet.

In einem alten Großschadenfall bei Abfüllanlagen

erzielte der Bund aus dem Verkauf von

Sicherheiten zusätzlich einen einmaligen Rückfluss

von gut 28 Millionen EUR.

Erfreuliche Rückflüsse aus abgeschlossenen Restrukturierungen

bei notleidenden Großgeschäften

und der Verwertungen von zurückgenommenen

Maschinen konnten bei Unternehmen in Brasilien

(13,3 Mio. EUR), Thailand (22,2 Mio. EUR)


und Indonesien (28,1 Mio. EUR einschließlich

erster Rückflüsse aus der APP-Restrukturierung,

s. S. 64) sowie im Rahmen einer restrukturierten

Projektfinanzierung in Venezuela (15,1 Mio. EUR)

erzielt werden. Sowohl in diesen als auch in

vielen anderen Ländern sind die in den letzten

Jahren vom Bund geschlossenen Restrukturierungsvereinbarungen

von Großschäden in die

Tilgungsphase eingetreten, so dass nunmehr

von den Schuldnerfirmen entsprechende Zahlungen

geleistet werden. Die zunehmende Erholung

der Volkswirtschaften der betroffenen Länder

führte dazu, dass sich in vielen Fällen die Zah-

lungsfähigkeit der Schuldnerfirmen deutlich verbessert

hat. Einige Firmen leisten bereits vorab Tilgungen,

um so ihre Schuldenlast zu reduzieren.

Berücksichtigt man diese gesamtwirtschaftlichen

Faktoren und die in der Vergangenheit erfolgreichen

Bemühungen des Bundes, durch Restrukturierungen

und Prolongationen die Rückflusssituation

bei wirtschaftlichen Schäden zu

verbessern, so kann für die nächsten Jahre eine

Stabilisierung der Rückflüsse auf wirtschaftliche

Schäden auf relativ hohem Niveau erwartet

werden.

Rückflüsse auf frühere Schäden (ohne Zinsen) in Mio. EUR

auf politische Schäden

davon Umschuldungstilgungen

auf wirtschaftliche Schäden

Gesamt

Rückflüsse auf

wirtschaftliche Schadenfälle

2005 in Mio. EUR

Argentinien

Irland

Indonesien

Thailand

Vereinigtes

Königreich

Venezuela

Mexiko

Brasilien

Belgien

Indien

35,0

28,1

22,2

16,8

15,1

14,7

13,3

11,0

9,6

Summe: 225,2 Mio. EUR (89,6%)

Gesamt: 251,2 Mio. EUR (100%)

59,4

'01 '02 '03 '04 '05

684,9

651,8

68,6

753,5

477,7

470,1

343,4

821,1

718,5

703,1

78,5

797,1

855,3

849,4

174,0

1.029,3

Russland

Polen

Brasilien

Algerien

Nigeria

Ukraine

Ägypten

Simbabwe

Peru

Gabun

4.623,5

4.604,0

251,2

4.874,7

Rückflüsse aus Umschuldungsabkommen

und politischen

Schäden 2005 in Mio. EUR

221

64

52

29

12

11

8

5

Summe: 4.598 Mio. EUR (99,4%)

Gesamt: 4.624 Mio. EUR (100%)

3.396

800

81


82

Entwicklung der Exportkreditgarantien

Umschuldungen

Im Bereich der Umschuldungen haben sich die

positiven Entwicklungen fortgesetzt. Die Zahlungseingänge

aus insgesamt 33 Schuldnerländern

erreichten, bedingt durch die vorzeitigen

Rückzahlungen aus Russland und Polen, ein bisher

nicht gekanntes Niveau. Sie lagen mit rund

9,9 Milliarden EUR* erheblich über dem Niveau

des Vorjahres (2,8 Milliarden EUR). Die größten

Zahler waren neben Russland (7,2 Milliarden

EUR) und Polen (2,1 Milliarden EUR) erneut Brasilien

(158 Millionen EUR), Algerien (120 Millionen

EUR) und Nigeria (102 Millionen EUR).

* In diesem Wert sind neben den Tilgungen im

Rahmen von Umschuldungsabkommen für Exportkreditgarantien

und ungebundene Finanzkredite

(rund 7 Milliarden EUR) auch die Zinsen und die

Deckungsnehmeranteile enthalten.

Vorzeitige Rückzahlungen

Die Russische Föderation hat sich am 13. Mai

2005 mit den Gläubigerländern im Pariser Club

geeinigt, insgesamt rund 15 Milliarden US-Dollar

auf Altschulden der ehemaligen UdSSR, die

in den Umschuldungsabkommen von 1997 und

2000 geregelt sind, kurzfristig zurückzuzahlen.

Auf Basis der bilateralen Vereinbarung, die Mitte

2005 geschlossen werden konnte, hat Russland

im Berichtsjahr daher, zusätzlich zu den planmäßigen

Rückzahlungen, rund 5,5 Milliarden

EUR vorzeitig an den Bund als seinen größten

staatlichen Gläubiger zurückgezahlt. Das ent-

spricht etwa 40 % der gegenüber dem Bund

ausstehenden Forderungen. Da Russland weiterhin

von den hohen Preisen für Rohöl und Gas

profitiert, bietet das Land auch in 2006 weitere

vorzeitige Rückzahlungen an.

Polen hat bereits am 31. März 2005 gegenüber

den Pariser Club-Gläubigerländern rund 10 Milliarden

EUR vorzeitig getilgt. Davon entfielen auf

die Bundesrepublik Deutschland als größtem

staatlichen Gläubiger Polens knapp 2 Milliarden

EUR. Damit sind unter dem deutsch-polnischen

Umschuldungsabkommen von 1992 sämtliche

ausstehenden Forderungen vier Jahre vor der

planmäßig letzten Tilgung vorzeitig zurückgezahlt

worden.

Peru hat Mitte 2005 insgesamt 1,5 Milliarden

US-Dollar an die im Pariser Club zusammengeschlossenen

Gläubigerländer gezahlt und damit

einen Teil seiner Schulden unter den bestehenden

Umschuldungsabkommen vorzeitig getilgt.

Im Jahr 2005 hat das Land insgesamt rund 25

Millionen EUR an den Bund gezahlt, davon etwa

19 Millionen EUR vorzeitig.

Irak –

abschließende Schuldenregelung

Auf der Grundlage der multilateralen Vereinbarung

im Pariser Club vom 21. November 2004

wurde am 22. Dezember 2005 in Berlin das bilaterale

Umschuldungsabkommen mit dem Irak

unterzeichnet. Durch diese Vereinbarung werden

die per 1. Januar 2005 bestehenden irakischen

Schulden gegenüber der Bundesrepublik

Deutschland in Höhe von 5,4 Milliarden EUR*

geregelt. Neben den bundesgedeckten Handelsforderungen

in Höhe von 4,6 Milliarden EUR sind

in diesem Betrag Forderungen der ehemaligen

DDR in Höhe von 800 Millionen EUR enthalten.

* zuzüglich 150 Millionen EUR für

Mitversicherungsfälle


Der Irak erhält durch diese Schuldenregelung

einen Schuldenerlass in Höhe von 80 %. Der

Erlass wird in drei Stufen wirksam und ist abhängig

von der erfolgreichen Umsetzung des jeweiligen

IWF-Programms. Die ersten beiden Erlassstufen

in Höhe von insgesamt 60 % sind bereits

in Kraft getreten. Die letzte Stufe, mit der weitere

20 % erlassen werden, wird voraussichtlich erst

2008 in Kraft treten. Die Rückzahlung der nach

dem Erlass verbleibenden Forderungen ist bis

2028 vorgesehen. Bis 2008 ist der Irak von

sämtlichen Zahlungsverpflichtungen freigestellt.

Die Vereinbarung mit dem Irak soll einen substantiellen

Beitrag zum Wiederaufbau des Landes

leisten. Hierzu tragen auch die deutschen

Unternehmen bei, die mit einem Eigenanteil in

Höhe von rund 2 Milliarden EUR an den geregelten

Forderungen beteiligt sind.

Nigeria –

abschließende Schuldenregelung

Am 20. Oktober 2005 wurde in Paris eine abschließende

Schuldenregelung zwischen den

Gläubigerländern und Nigeria vereinbart, die das

Land vollständig von den Schulden der 80er Jahre

entlasten soll. Um dieses Ziel umzusetzen,

konnte bereits am 17. Dezember 2005 das entsprechende

bilaterale Abkommen zwischen der

Bundesrepublik Deutschland und Nigeria vereinbart

werden. Geregelt werden die per 15. September

2005 ausstehenden Schulden Nigerias

aus bundesgedeckten Geschäften in Höhe von

4,1 Milliarden EUR, von denen stufenweise 2,3

Milliarden EUR erlassen werden. Voraussetzung

für den Erlass ist die ebenfalls ratenweise Rückzahlung

von insgesamt rund 1,8 Milliarden EUR

bis zum 31. Mai 2006.

Indonesien und Sri Lanka –

Zahlungsaufschub für

Tsunami-Länder

Unterzeichnung des deutsch-irakischen Abkommens

über die Regelung irakischer Schulden durch

Musaf Alkateeb (Irakisches Finanzministerium),

Viktor Elbing (Auswärtiges Amt) und

Dr. Thomas Schäkermann

(Bundesministerium der Finanzen)

Indonesien und Sri Lanka haben den im Rahmen

einer Initiative des Pariser Club angebotenen

Zahlungsaufschub für Forderungen, die im

Jahr 2005 fällig waren, angenommen. Entsprechende

Vereinbarungen wurden im Mai und Juni

mit den Gläubigerländern im Pariser Club unterzeichnet.

Da gegenüber dem öffentlichen Sektor

von Sri Lanka keine Handelsforderungen bestehen,

benötigte lediglich Indonesien eine entsprechende

bilaterale Regelung. Diese wurde für

Handelsforderungen in Höhe von rund 137 Millionen

EUR am 16. September 2005 vereinbart.

83


84

Entwicklung der Exportkreditgarantien

Argentinien und Brasilien

Beide Länder haben Ende des Berichtsjahres

ihre IWF-Kredite (Brasilien: 15,5 Milliarden US-

Dollar und Argentinien: 9,6 Milliarden US-Dollar)

früher als erwartet zurückgezahlt. Während Brasilien

im Februar 2006 auch die Forderungen der

Pariser Club-Gläubigerländer vorzeitig abgelöst

hat (deutscher Anteil rund 260 Millionen EUR), ist

eine Regelung der sehr hohen rückständigen

Forderungen gegenüber Argentinien im Pariser

Club weiterhin ungewiss.

Serbien und Montenegro

Nachdem das Land im Rahmen des Pariser Club-

Umschuldungsabkommens Ende 2001 einen Erlass

seiner Schulden in zwei Stufen über insgesamt

66 % erhalten hatte, konnte die zweite

Erlassstufe in Höhe von 15 % nicht, wie vorgesehen,

im Berichtsjahr in Kraft treten, sondern

erst im Februar 2006. Die notwendige Vereinbarung

mit dem IWF wurde erst zu diesem Zeitpunkt

realisiert. Die bisher fälligen Zinsen wurden

pünktlich bezahlt. Ein Großteil der bis Ende des

Jahres angefallenen Zinsen (60 %) wird jedoch

kapitalisiert und ist erst zu einem späteren Zeitpunkt

zurückzuzahlen.

Multilaterale Vereinbarungen

im Pariser Club

Im Berichtsjahr wurden im Pariser Club Schuldenvereinbarungen

mit 15 Ländern über ein Gesamtvolumen

von 36,5 Milliarden US-Dollar geschlossen.

Hinzu kommen Vereinbarungen mit

drei Schuldnerländern über die vorzeitige Schuldenrückzahlung

mit einem Volumen von insgesamt

26,5 Milliarden US-Dollar.

Die volumenmäßig mit Abstand größte Umschuldungsregelung

über 30 Milliarden US-Dollar wurde

mit Nigeria vereinbart, gefolgt von Indonesien

mit 2,7 Milliarden US-Dollar und Sambia mit 1,8

Milliarden US-Dollar. Durch multilaterale Vereinba-

rungen im Rahmen des Pariser Club wurden etwa

21 Milliarden US-Dollar erlassen, wovon allein 18

Milliarden US-Dollar auf Nigeria entfallen.

Die Dominikanische Republik erhielt im Berichtsjahr

als einziges Land eine Umschuldung ohne

Erlass zu klassischen Bedingungen für Forderungen

in Höhe von 137 Millionen US-Dollar. Danach

sind die Forderungen über 12 Jahre einschließlich

fünf tilgungsfreien Jahren zurückzuzahlen.

Kirgisistan erhielt einen 50 %igen Schuldenerlass

für die gesamten per 1. März 2005 ausstehenden

Forderungen in Höhe von 555 Millionen

US-Dollar sowie großzügige Rückzahlungsbedingungen

für die verbleibenden Forderungen.

Sambia und Honduras haben das Ziel unter der

erweiterten HIPC-Initiative zur Entschuldung der

hoch verschuldeten ärmsten Länder (Heavily

Indebted Poor Countries) erreicht und einen Erlass

ihrer sämtlichen ausstehenden Handelsschulden

erhalten.

Bilateral

umgesetzte Vereinbarungen

Im Berichtsjahr wurden 18 bilaterale Abkommen

auf der Basis von zumeist im Vorjahr im Pariser

Club geschlossener multilateraler Vereinbarungen

unterzeichnet. Insgesamt wurden hierdurch

Handelsforderungen mit einem Volumen von

17,6 Milliarden EUR geregelt. Darin enthalten

sind die Beträge der Vereinbarungen mit Russland,

Polen und Peru über die vorzeitige Schuldenrückzahlung

in Höhe von insgesamt rund

7,4 Milliarden EUR. Die Bundesrepublik hat insgesamt

neun Ländern einen Erlass in Höhe von

zusammen 7,1 Milliarden EUR zugesagt. Die

höchsten Erlassbeträge entfielen auf Irak mit

rund 4,5 Milliarden EUR und auf Nigeria mit

2,3 Milliarden EUR. Mit Ghana, Madagaskar und

Honduras erhielten drei weitere Länder den Erlass

ihres gesamten Schuldenstandes gegenüber

der Bundesrepublik unter der erweiterten

HIPC-Initiative.


Volumen multilateraler

Umschuldungsvereinbarungen

2005 in Mio. US-Dollar

(ohne Vereinbarungen über

vorzeitige Rückzahlungen)

Nigeria

Indonesien

Sambia

Kirgisistan

Kamerun

Honduras

Sri Lanka

DR Kongo

Dominikanische

Republik

Übrige

555

417

316

227

205

137

171

Gesamt: 36.528 Mio. US-Dollar

Deutscher Anteil aus Handels-

forderungen am multilateralen

Gesamtumschuldungsvolumen

2005 in Mio. EUR

(ohne Vereinbarungen über

vorzeitige Rückzahlungen)

Nigeria

Sambia

Indonesien

Kamerun

DR Kongo 17

Kirgisistan 11

Serbien/

Montenegro

10

Honduras 6

Dominikanische

Republik

3

Übrige 3

Gesamt: 4.552 Mio. EUR

30.000

2.704

1.796

4.052

202

137

111

Volumen

multilateraler Umschuldungen

2005 in Mio. US-Dollar

47,0 %

6,0 %

5,0 %

erweiterte HIPC-Initiative: 2.873,4

Prepayments

(vorzeitige Rückzahlungen):

26.500,0

Nigeria:

30.000,0

restliche Länder:

3.655,0

Gesamt: 63.028,4 Mio. US-Dollar

Irak

Nigeria

Sambia

Indonesien

Kongo

(Brazzaville)

Gabun

Kamerun

Madagaskar

Kirgisistan

Übrige

140

137

97

79

77

29

11

20

Gesamt: 10.232 Mio. EUR

42,0 %

Volumen der in bilateralen

Umschuldungsvereinbarungen

geregelten Handelsforderungen

2005 in Mio. EUR

(ohne Vereinbarungen über

vorzeitige Rückzahlungen)

5.590

4.052

85


86

Ergebnis

Einnahmen

Die Einnahmen aus den Exportkreditgarantien

erreichten im Berichtsjahr hauptsächlich aufgrund

der vorzeitigen Rückzahlungen aus Umschuldungsabkommen

mit Russland und Polen

ein außergewöhnliches und einmaliges Rekordergebnis

in Höhe von 7,4 Milliarden EUR (Vorjahr:

2,7 Milliarden EUR). Sie setzen sich wie folgt

zusammen:

Die Einnahmen aus Entgelten und Gebühren

erhöhten sich um 8,1 % auf 511,2 Millionen EUR.

Den Entgelteinnahmen sind die Rückflüsse auf

früher entschädigte Beträge und vor allem Tilgungen

auf Umschuldungen im Gesamtbetrag

von 4.874,7 Millionen EUR hinzuzurechnen. Die

höchsten Rückflüsse kamen aus Russland (3.397

Millionen) und Polen (800 Millionen EUR).

Hinzu kamen Zinseinnahmen, die sich einschließlich

kapitalisierter Zinsen im abgelaufenen

Jahr auf 1.981 Millionen EUR summierten (Vor-


jahr: 1.203 Millionen EUR). Mit 1.975 Millionen

EUR stammen diese nahezu ausschließlich

aus Umschuldungsvereinbarungen. Daran hatte

Russland mit 60 % den größten Anteil.

Ausgaben

Im Berichtsjahr stiegen die Ausgaben um 22 %

auf 761,6 Millionen EUR. Zu den Entschädigungsleistungen

von insgesamt 695,1 Millionen

EUR addierten sich die Kosten für die Bearbeitung

der Ausfuhrgewährleistungen in Höhe von

66,5 Millionen EUR.

Finanzielles Ergebnis

Mit einem kassenmäßigen Überschuss von

4.624 Millionen EUR erreichten die Exportkreditgarantien

der Bundesrepublik Deutschland im

Jahr 2005 das höchste jemals erzielte positive

Ergebnis. Sie lagen damit über dem bisherigen

Rekordwert des Vorjahres in Höhe von 878 Millionen

EUR. Zum siebten Mal in Folge wurde wieder

ein positives Ergebnis erzielt, nachdem es

1999 nach 16 defizitären Jahren zu einer Trendumkehr

kam. Das positive Ergebnis vermindert

den bisher aufgelaufenen Negativsaldo der Ausfuhrgewährleistungen

von 11,0 auf 6,4 Milliarden

EUR.

Ferner wurden Zinsen in Höhe von 1.981 Millionen

EUR vereinnahmt (Vorjahr: 1.203 Millionen

EUR). Sie werden aber aus methodischen Gründen

bei der Ergebnisrechnung regelmäßig nicht

berücksichtigt, weil auch der Refinanzierungsaufwand

des Bundes für ausgezahlte Schäden

nicht in die Rechnung einfließt.

Einnahmen 2005 in Mio. EUR

26,9 %

6,9 %

Tilgungen und Rückflüsse:

Entgelte/Gebühren:

Zinseinnahmen:

Wechselkursgewinne:

Gesamt: 7.366,9 Mio. EUR

Länder mit den höchsten

Zinszahlungen aus

Umschuldungen 2005

in Mio. EUR

Russland

Polen

Nigeria

Brasilien

Algerien

82,3

73,1

44,4

465,1

66,2 %

4.874,7

511,2

1.981,0

0,0

Summe: 1.853,4 Mio. EUR (93,6%)

Gesamt: 1.981,0 Mio. EUR (100%)

Finanzielles Ergebnis

in Mio. EUR

1.188,5

669

'98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05

878

1.284

1.120 1.173 1.203

800

543 499

388 402

110 34

-29

4.624

1.981

Zinseinnahmen

Kassenmäßiges

Defizit/Überschuss

87


88

Bestandsentwicklung

Ermächtigungsrahmen,

Höchsthaftung

und Entschädigungsrisiko

Im jährlichen Haushaltsgesetz ist ein Ermächtigungsrahmen

festgelegt, der den Höchstbetrag

für die Übernahme von Garantien und Bürgschaften

für Ausfuhrgeschäfte sowie gebundene

Finanzkredite an ausländische Schuldner vorgibt.

Die Bundeswertpapierverwaltung überwacht

die Ausnutzung des Ermächtigungsrahmens,

schreibt die Höchsthaftungsbeträge an und enthaftet

die erloschenen Risiken. Deckungen auf

Zinsen werden nicht auf den Ermächtigungsrahmen

angeschrieben. Im Haushaltsjahr 2005

betrug dieser Rahmen wie im Vorjahr 117 Milliar-


Höchsthaftungsbeträge des Bundes (Obligo), Aufgliederung

nach Ländergruppen und Ermächtigungsrahmen in Mrd. EUR

109,9

112,5 112,5

117,6 117,6 117,0 117,0 117,0

99,7

102,3

96,6 99,1

7,2

7,1

3,3

3,3

19,7 20,3

100,9

7,4

3,3

21,5

101,1

7,5

3,4

20,8

106,1

7,7

3,8

20,7

102,7

7,8

2,6

20,6

103,0

8,5

3,3

21,1

102,9

8,9

4,1

20,5

103,2

9,2

5,2

20,1

104,9

9,1

6,4

19,0

67,1

68,3

den EUR. Zum Jahresende war er zu 89,6 %

ausgenutzt. Der Ermächtigungsrahmen bleibt in

gleicher Höhe für 2006 bestehen, da genügend

Spielraum zur Übernahme neuer Gewährleistungen

für förderungswürdige Ausfuhren besteht.

Die Höchsthaftung des Bundes (Obligo) aus

den übernommenen Gewährleistungen (ohne

Zinsen) stieg um 1,7 % auf 104,9 Milliarden EUR.

Das Obligo bezeichnet den am Jahresende bei

der Bundeswertpapierverwaltung tatsächlich

angeschriebenen Deckungsbestand, der aber

keine Aussage über das tatsächliche Entschädigungsrisiko

zulässt, da die Geschäfte unabhängig

von ihrem Abwicklungsstand auf den Ermächtigungsrahmen

angeschrieben bleiben, bis

68,7

69,4

73,9

'96 '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05

Ermächtigungsrahmen nicht aufgegliedert* Industrieländer Mittel- und Osteuropa Entwicklungsländer

71,7

70,1

* Das „nicht aufgegliederte” Obligo stammt aus Höchsthaftungsanschreibungen

aus Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistungen

69,4

68,7

70,4

sie enthaftet sind. Im Berichtsjahr standen den

Anschreibungen für Neudeckungen in Höhe von

12,8 Milliarden EUR Enthaftungen im Wert von

11,1 Milliarden EUR gegenüber.

Außerdem bestanden zum Jahresende noch

zusätzliche Deckungen für Zinsen in Höhe von

39 Milliarden EUR (Vorjahr: 37,4 Milliarden EUR),

die nicht auf den Ermächtigungsrahmen angeschrieben

werden. Insgesamt summierte sich die

Höchsthaftung des Bundes damit auf 143,8 Milliarden

EUR.

89


90

Das tatsächliche Entschädigungsrisiko des

Bundes einschließlich Zinsen stieg um 5 % und

betrug am Jahresende 56,7 Milliarden EUR

(s. Tabelle im Anhang S. 94). Die Hälfte des gesamten

Risikos entfiel dabei auf sieben Länder.

Regionale Aufgliederung

des Entschädigungsrisikos

Das Entschädigungsrisiko des Bundes errechnet

sich aus den künftigen Fälligkeiten der gedeckten

Beträge abzüglich der Selbstbeteiligung der

Exporteure, lässt jedoch keine Aussage über die

Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos und da-

Entschädigungsrisiko

des Bundes 2005/2004

in Mrd. EUR

Iran

Russland R.F.

Türkei

China VR

Indonesien

Vereinigte

Staaten

Südafrika

Brasilien

Indien

Vereinigtes

Königreich

2005

2004

Bestandsentwicklung

2,8

1,5

2,0

2,2

1,7

2,0

1,4

1,2

1,4

0,6

5,8

4,7

4,6

4,3

4,4

4,5

4,4

4,9

3,6 4,3

Summe 2005: 32,1 Mrd. EUR (56,6%)

Gesamt 2005: 56,7 Mrd. EUR (100%)

Entwicklungsländer

asiatische

afrikanische

lateinamerikanische

europäische

Mittel- und Osteuropa

Industrieländer

mit die Inanspruchnahme des Bundes zu. Das

höchste Entschädigungsrisiko liegt mit 75,7 %

bei den Entwicklungsländern, gefolgt von Mittelund

Osteuropa mit 12,2 % und 12,1 % bei den

Industrieländern.

Vormerkungen für

Exportkreditgarantien

am Jahresende

Zum Jahresende hatte der Interministerielle Ausschuss

seine grundsätzliche Deckungsbereitschaft

(grundsätzliche Stellungnahmen) für in

Verhandlung befindliche, jedoch noch nicht abgeschlossene

Exportverträge im Gesamtwert

von 11,3 Milliarden EUR erklärt. Gegenüber dem

Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 1,2

Milliarden EUR oder 9,6 %. Wiederum entfiel der

Hauptteil mit 7,4 Milliarden EUR oder 65,5 % auf

die Entwicklungsländer (2004: 73 %). Der Be-

Entschädigungsrisiko

nach Ländergruppen in Mio. EUR

2004 2005

42.385,9

25.122,3

4.306,6

7.638,9

5.318,1

6.568,1

5.065,5

42.920,1

26.733,2

4.208,0

6.879,2

5.099,7

6.916,9

6.874,8

Gesamt 54.019,5 56.711,8


Russland

(Ex-UdSSR)

Irak

Nigeria

Argentinien

Algerien

Brasilien

Kamerun

Ägypten

Ukraine

Pakistan

stand an grundsätzlichen Zusagen für die mittelund

osteuropäischen Staaten reduzierte sich um

6,2 % auf 1,5 Milliarden EUR und wies einen

Anteil von 13,4 % (Vorjahr: 12,5 %) auf. Für die

Industrieländer stiegen die Grundsatzzusagen

von 1,8 Milliarden EUR auf 2,4 Milliarden EUR,

der Anteil betrug 21,1 %. Da bei der Erteilung der

Grundsatzzusagen noch nicht entschieden ist,

ob die entsprechenden Aufträge tatsächlich an

deutsche Exporteure vergeben werden, realisiert

sich erfahrungsgemäß nur rund ein Drittel der

vorgemerkten Geschäfte.

Außenstände aus

entschädigten

Gewährleistungen

Die Gesamtaußenstände des Bundes aus geleisteten

Zahlungen für wirtschaftliche und politische

Schäden – einschließlich umgeschuldeter Han-

Außenstände des Bundes

aus Umschuldungsabkommen

und politischen Schäden 2005

in Mrd. EUR

1,01

0,91

0,83

0,56

0,38

0,36

0,33

0,23

0,21

Summe: 9,14 Mrd. EUR (89,3%)

Gesamt: 10,24 Mrd. EUR (100%)

4,32

delsforderungen – beliefen sich zum Jahresende

auf knapp 12,4 Milliarden EUR (Vorjahr: 17,1 Milliarden

EUR). Die nebenstehende Grafik zeigt die

Außenstände des Bundes aus Umschuldungsabkommen

(9,3 Milliarden EUR) und politischen

Schäden (0,9 Milliarden EUR).

In Höhe von 9,3 Milliarden EUR sind diese

Außenstände in bilateralen Umschuldungsabkommen

geregelt und somit unter Berücksichtigung

der Leistungsfähigkeit der Schuldnerländer

neu strukturiert worden.

Die in den vergangenen Jahren ausgezahlten

und in Umschuldungsabkommen geregelten politischen

Schäden lassen auch weiterhin hohe

Rückflüsse erwarten. Dennoch können sie nicht

durchweg als gesichert angesehen werden, da

bereits erfolgte und zukünftig noch folgende

Schuldenerlassmaßnahmen als Wertberichtigungskomponente

in die Außenstände einfließen.

So werden für Anschlussumschuldungen im

Rahmen der HIPC-Initiative weitere Schuldenerlassmaßnahmen

folgen. Die Höhe der Handelsschulden

der HIPC-Länder ist jedoch insgesamt

relativ gering.

Im Berichtsjahr sind Schuldenerlassmaßnahmen

auf Kapitalforderungen des Bundes im Rahmen

von Umschuldungen in Höhe von 431,8 Millionen

EUR (Vorjahr: 50,1 Millionen EUR) wirksam geworden.

Nigeria hatte daran mit 349,6 Millionen

EUR den größten Anteil, gefolgt von Sambia,

Kamerun und Madagaskar. Insgesamt hat die

Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des

Systems der Exportkreditgarantien den ärmsten

Ländern aus früheren Abkommen bereits 2,5 Milliarden

EUR Schulden erlassen.

91


92

Anhang

Neu gedeckte Auftragswerte

bezogen auf den Gesamtexport; Antragseingang

Jahr

Gesamtexport

in Mrd. EUR

Neu gedeckte

Auftragswerte

in Mrd. EUR

Auftragswerte

in %

des Exports

Antragseingang

in Mrd. EUR

1950 4,3 1,0

1955 13,1 5,1

1960 24,5 2,4 9,6 8,3

1965 36,7 2,8 7,5 10,0

1970 64,1 4,9 7,7 12,0

1975 113,3 10,1 8,9 55,8

1976 131,0 13,4 10,2 61,8

1977 139,8 17,2 12,3 59,1

1978 145,5 13,2 9,1 68,4

1979 160,9 12,8 8,0 53,1

1980 179,2 14,6 8,1 64,8

1981 202,9 18,6 9,2 91,5

1982 218,7 20,0 9,2 75,6

1983 221,0 17,0 7,7 58,8

1984 249,6 16,4 6,6 49,0

1985 274,6 15,9 5,8 54,0

1986 269,1 12,9 4,8 27,5

1987 269,5 12,5 4,6 25,9

1988 290,3 13,3 4,6 21,5

1989 * 348,8 14,1 4,0 23,0

1990 348,0 13,7 3,9 29,9

1991 340,4 19,3 5,7 60,2

1992 342,8 20,0 5,8 50,4

1993 321,3 ** 17,2 5,4 43,2

1994 353,1 17,1 4,8 31,6

1995 383,2 17,1 4,5 29,8

1996 403,4 18,1 4,5 26,7

1997 453,8 18,8 4,1 30,2

1998 488,4 15,4 3,2 23,0

1999 507,2 13,6 2,7 22,5

2000 596,9 19,5 3,3 21,0

2001 640,6 16,6 2,6 21,4

2002 647,0 16,4 2,5 22,8

2003 661,6 16,0 2,4 22,7

2004 733,5 21,1 2,9 23,6

2005 786,2 19,8 2,5 24,8

* Werte ab 1989 nach neuem Gebietsstand

** Ab 1993 in der Europäischen Union veränderte statistische Erfassung des Gesamtexports


Ausnutzung des Ermächtigungsrahmens und Zusagen in Mrd. EUR

Jahr

Ermächtigungsrahmen

Ausnutzung

des Ermächtigungsrahmens

*

Bestand an

grundsätzlichen

Zusagen

Entschädigungsrisiko

*

1950 0,3 0,3

1955 3,8 2,5 0,8

1960 6,1 5,2 3,0

1965 8,7 8,1 4,4

1970 13,8 12,9 5,2

1975 30,7 25,0 29,6

1976 38,3 35,4 33,2

1977 56,2 42,0 40,9

1978 66,5 45,6 58,4

1979 74,1 52,5 49,5

1980 76,7 59,6 42,3

1981 76,7 69,4 41,5

1982 81,8 77,0 39,2

1983 94,6 80,1 40,3

1984 99,7 79,9 35,7

1985 99,7 80,9 33,3

1986 99,7 75,3 23,8

1987 99,7 71,4 24,7

1988 99,7 67,8 23,0

1989 99,7 66,3 19,0

1990 81,8 68,3 20,9

1991 84,4 77,6 33,6

1992 92,0 82,3 29,4

1993 92,0 85,2 28,6

1994 97,1 92,1 19,0

1995 99,7 91,9 15,4

1996 99,7 97,1 14,8

1997 102,3 99,1 17,1 58,0

1998 109,9 100,9 13,6 56,6

1999 112,5 101,1 15,7 54,2

2000 112,5 106,1 18,6 56,5

2001 117,6 102,7 16,2 55,2

2002 117,6 103,0 18,5 52,4

2003 117,0 102,9 16,3 51,6

2004 117,0 103,2 12,5 54,0

2005 117,0 104,9 11,3 56,7

* Die Spalte „Ausnutzung des Ermächtigungsrahmens“ stellt nur den jeweiligen Stand der Belegung des

Ermächtigungsrahmens mit Haftungsbeträgen dar. Für die Beurteilung der Entschädigungsrisiken des

Bundes aus den übernommenen Gewährleistungen sind diese Beträge jedoch nicht aussagekräftig, da

sie auch geleistete Entschädigungen und Zahlungen für Umschuldungen enthalten, bei denen noch mit

einem Rückfluss gerechnet wird.

Seit Ende 1997 wird daher das aktuelle Entschädigungsrisiko des Bundes separat ermittelt.

93


94

Anhang

Aufgliederung der Einzeldeckungen nach Warenarten in Mio. EUR

Länderaufstellung nach Entschädigungsrisiko des Bundes

2004

in Mrd. EUR Anteil

1998 1999 2000 2001 2002

2005

in Mrd. EUR

2003 2004 2005

I Anlagen 3.483 1.545 3.510 2.009 2.864 3.187 5.368 4.728

II Maschinen und Geräte 1.824 908 1.166 1.137 1.409 1.433 2.397 2.043

III elektr., feinm. und opt. Geräte,

Telekommunikation 587 418 246 779 1.195 813 1.109 1.181

IV Schiffe, Schiffsausrüstungen 246 1.138 1.870 808 403 632 815 1.459

V Fahrzeuge, Lokomotiven etc. 79 117 67 653 136 338 356 507

VI Flugzeuge 662 1.209 2.126 1.549 1.156 764 1.279 1.676

VII Bauleistungen 432 437 751 52 286 188 234 140

andere 529 384 608 454 494 344 359 408

Summe 7.842 6.154 10.343 7.441 7.943 7.699 11.917 12.142

Anteil

Iran 4,7 8,8% 5,8 10,2%

Russland R.F. 4,3 8,0% 4,6 8,1%

Türkei 4,5 8,4% 4,4 7,8%

China VR 4,9 9,1% 4,4 7,7%

Indonesien 4,3 7,9% 3,6 6,3%

Vereinigte Staaten 1,5 2,7% 2,8 4,9%

Südafrika 2,2 4,1% 2,0 3,6%

Brasilien 2,0 3,7% 1,7 3,0%

Indien 1,2 2,1% 1,4 2,4%

Vereinigtes Königreich 0,6 1,2% 1,4 2,4%

sonstige Länder 23,8 44,0% 24,6 43,6%

Gesamt: 54,0 100,0% 56,7 100,0%


Finanzielles Ergebnis in Mio. EUR

Zeitraum

vereinnahmte

Entgelte

und Gebühren

Rückflüsse auf

Schäden u. Umschuldungen***

Auszahlungen

für Schäden und

Umschuldungen Kosten

Zinsen*

1950-1954 27,6 16,8 25,6 5,3

1955-1959 85,6 83,2 168,0 10,8

1960-1964 141,3 144,7 370,1 14,4

1965-1969 247,0 381,4 587,7 22,8

1970-1974 346,1 421,9 808,1 37,9

1975-1979 897,5 468,5 580,6 82,6

Zwischensumme 1.745,1 1.516,6 2.540,1 173,7 482,1

1980-1984 1.437,3 860,9 3.034,5 149,9 238,2

1985-1989 1.343,3 1.034,6 5.512,6 183,9 760,1

1990-1994 2.022,9 2.028,3 12.121,9 244,3 1.725,6

1995 591,9 593,2 1.909,9 51,1 803,7

1996 559,7 451,4 1.405,8 48,4 909,1

1997 616,8 604,3 1.469,6 49,7 1.087,3

1998 565,3 488,8 1.031,1 51,5 800,3

1999 393,6 584,5 798,0 70,0 ** 543,2

2000 570,0 501,9 972,9 64,5 498,6

2001 574,5 755,4 880,8 61,0 1.284,2

2002 332,3 821,4 688,9 63,2 1.119,6

2003 449,6 797,1 514,0 63,3 1.172,9

2004 472,9 1.029,3 558,5 65,6 1.203,3

2005 511,2 4.874,7 695,1 66,5 1.981,0

Summe 12.186,5 16.942,4 34.133,6 1.406,5 14.609,3

Einnahmen ges. 29.128,9

Ausgaben ges. 35.540,1

Ergebnis -6.411,2

Finanzielle Außenstände des Bundes 12.361,9

davon in Umschuldungsabkommen geregelt 9.314,6

* im Bundeshaushalt vereinnahmte Zinsen; im Ergebnis nicht enthalten

** einschließlich Vergütungsnachzahlungen für Vorjahre

*** ohne Berücksichtigung der Aries-Transaktion (ab 2004)

95


96

Anhang

Produkte

Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung

(APG):

Für Exportgeschäfte mit einer Vielzahl von ausländischen

Kunden mit kurzfristigen Forderungen

von Kreditlaufzeiten bis zu 12 Monaten bietet die

APG umfassenden Deckungsschutz zu günstigen

Entgelten für nicht marktfähige Risiken. Im Rahmen

eines Pauschalvertrags mit komfortabler

elektronischer Abwicklung können die einbezogenen

Länder ausgewählt werden.

APG-light:

Die Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung-light ist

eine kostengünstige und einfach handhabbare

Sammeldeckung, insbesondere für kleinere mittelständische

Unternehmen, deren deckungsfähiger

Exportumsatz 1 Million EUR nicht übersteigt.

Abgesichert werden Exportgeschäfte mit

einem oder mehreren ausländischen Bestellern

mit einem Zahlungsziel von bis zu vier Monaten.

Die APG-light schützt vor der Nichtzahlung der

Forderung innerhalb von 6 Monaten nach Fälligkeit

(protracted default).

Avalgarantie:

Ergänzend zu einer „Vertragsgarantiedeckung“

des Exporteurs kann eine Avalgarantie zu Gunsten

des Garantiestellers übernommen werden.

Damit erhält der Garantiesteller einen garantiegleichen

Anspruch gegen den Bund auf Erstattung

von max. 80 % des gezogenen Garantiebetrages.

Dies entlastet die Kreditlinie des Exporteurs

in Höhe der Erstattungsquote und bedeutet

eine wesentliche Liquiditätsverbesserung.

Bauleistungsdeckung:

Diese schützt den Exporteur vor typischen Risiken

aus Baugeschäften im Ausland und deckt

neben den Forderungsrisiken noch andere Risikotatbestände,

die sich aufgrund politischer

Ereignisse im Auslandsbau ergeben können (z.B.

Risiko einer Beschlagnahme oder Vernichtung

von Baugeräten).

Fabrikationsrisikodeckung:

Mit einer Fabrikationsrisikodeckung sichert der

Exporteur seine Produktionskosten für die im

Ausfuhrvertrag mit dem ausländischen Schuldner

vereinbarten Lieferungen und Leistungen im

Falle der Unmöglichkeit oder Unzumutbarkeit der

Durchführung des Ausfuhrgeschäfts ab.

Finanzkreditdeckung:

Sie wird Kreditinstituten zur Absicherung des

Forderungsrisikos aus Darlehen mit ausländischen

Bestellern oder Kreditnehmern zur Verfügung

gestellt.

Leasingdeckung:

Gedeckt werden die politischen und wirtschaftlichen

Risiken bei Leasinggeschäften deutscher

Leasinggeber (Hersteller oder Leasingfirmen) mit

Leasingnehmern im Ausland.

Lieferantenkreditdeckung:

Der Exporteur kann sich für ein einzelnes Exportgeschäft

durch eine Lieferantenkreditdeckung in

Form einer Ausfuhrbürgschaft oder -garantie vor

dem Forderungsausfall absichern.


Rahmenkreditdeckung:

Die Rahmenkreditdeckung ist eine Sammeldeckung

für kleinere gebundene Finanzkredite,

die unter einer Rahmenkreditvereinbarung herausgelegt

werden. Der Bund stellt vorab einen

Höchstbetrag zur Verfügung, der später durch

schlichte Meldung der Einzelkreditverträge ausgenutzt

werden kann, sofern diese die vom Bund

festgelegten Konditionen einhalten. Deckungsberechtigt

sind alle deutschen Kreditinstitute

einschließlich der in Deutschland angesiedelten

Zweigniederlassungen ausländischer Banken.

Revolvierende Einzeldeckungen:

Sie empfehlen sich wegen der vereinfachten

Abwicklung bei laufenden Lieferungen an denselben

ausländischen Besteller an Stelle eines

Einzelantrags. Die maximale Kreditlaufzeit beträgt

24 Monate.

Verbriefungsgarantie

(securitisation guarantee):

Eine Verbriefungsgarantie kann als ergänzende

Vereinbarung zur Finanzkreditdeckung die üblichen

Konditionen einer Finanzkreditdeckung

verbessern, wenn die deckungsnehmende Bank

einen gebundenen Finanzkredit an einen ausländischen

Schuldner herauslegt und sich ihrerseits

über den Kapitalmarkt refinanzieren möchte. Die

durch die Verbriefungsgarantie verbesserte Finanzkreditdeckung

erhält nach Abtretung der

gedeckten Forderung und der Ansprüche aus

der Deckung an einen Refinanzier (Bank oder Finanzunternehmen)

zu dessen Gunsten die Qualität

einer unkonditionierten Zahlungsgarantie des

Bundes (keine Wartefristen, keine Selbstbeteiligung,

Anspruch auf unbedingte (garantiegleiche)

Entschädigung).

Vertragsgarantiedeckung:

Durch eine Vertragsgarantiedeckung kann sich

der Exporteur, der zur Absicherung seiner eigenen

vertraglichen Verpflichtungen eine Garantie

gegenüber dem Besteller herauslegen muss

(Ausstellungs-, Bietungs-, Liefer- oder Gewährleistungsgarantie),

vor Verlusten aus einer politisch

bedingten oder widerrechtlichen Ziehung

dieser Garantie schützen („Avalgarantie“).

97


98

Anhang

Definitionen und Erläuterungen

Bürgschaft:

Eine Ausfuhrgewährleistung wird als Bürgschaft

(im Gegensatz zur „Garantie“) übernommen, wenn

der ausländische Vertragspartner oder ein für das

Forderungsrisiko voll haftender Garant ein Staat,

eine Gebietskörperschaft oder eine vergleichbare

Institution ist (öffentliche Besteller).

ECA:

Export Credit Agency. Exportkreditagentur, die

Exporte durch staatliche Kreditversicherung, direkte

Finanzierung, Refinanzierung oder Zinsvergünstigung

unterstützt.

Entschädigungsrisiko des Bundes:

Die Länderrisikostatistik bildet die Zahlungsverpflichtungen

der einzelnen Länder (einschließlich

Zinsen) gegenüber der Bundesrepublik Deutschland

und das tatsächliche Entschädigungsrisiko

des Bundes aus den übernommenen Gewährleistungen

ab.

Ermächtigungsrahmen:

Höchstbetrag, bis zu dem im Bundeshaushalt

eine Haftungsübernahme für alle übernommenen

Ausfuhrgewährleistungen des Bundes haushaltsrechtlich

zulässig ist und dessen Belegung durch

die Bundeswertpapierverwaltung kontrolliert wird.

Garantie:

Die Ausfuhrgarantie wird als Garantie (im Gegensatz

zur „Bürgschaft“) übernommen, wenn

der ausländische Vertragspartner als privater

Besteller einzustufen ist.

Grundsätzliche Stellungnahme:

Erklärung der grundsätzlichen Deckungsbereitschaft;

positive Stellungnahme unter dem Vorbehalt,

dass keine Änderung der Sach- und

Rechtslage eintritt.

Interministerieller Ausschuss (IMA):

Zuständig für Grundsatzentscheidungen und

Deckungszusagen. Der Bundesminister für Wirtschaft

und Technologie trifft die Entscheidungen

über Anträge auf Übernahme von Ausfuhrgewährleistungen

mit Einwilligung des Bundesministers

der Finanzen sowie im Einvernehmen mit dem

Bundesminister des Auswärtigen und dem Bundesminister

für wirtschaftliche Zusammenarbeit

und Entwicklung unter Beteiligung von Sachverständigen

und der Mandatare.

Londoner Club:

Die ungedeckten Kredite der Geschäftsbanken

werden von den Banken in eigener Verantwortung

umgeschuldet (s. a. Pariser Club).

Marktfähige Risiken:

Seit dem 1. Januar 2002 werden wirtschaftliche

und politische Risiken öffentlicher und nicht öffentlicher

Schuldner bei Exportgeschäften mit

Kreditlaufzeiten von bis zu zwei Jahren in den

Kernländern der OECD – d. h. den Ländern der

EU, den USA, Kanada, Japan, Australien, Neuseeland,

Island, Schweiz und Norwegen – als

marktfähig angesehen. In diesem Bereich hat

sich gezeigt, dass private Kreditversicherer ausreichende

und dauerhafte Absicherungsmöglichkeiten

anbieten können. Gemäß dem Subsidiaritätsprinzip

werden deshalb keine staatlichen

Deckungen mehr angeboten. Seit dem

1. Januar 2005 gilt diese Regelung auch für die

zehn Länder, die der EU zum 1. Mai 2004 beigetreten

sind.


Mitversicherung:

Wenn der Hauptlieferant seine Auslandsrisiken

auf den Unterlieferanten überträgt, d.h. wenn dieser

nur Zahlung erhält, wenn der ausländische

Besteller den Hauptlieferanten bezahlt hat, kann

eine so genannte Mitversicherung beantragt

werden. Diese ist unter EU-Mitgliedsländern

durch eine Richtlinie des Rates geregelt. Mit

anderen Kreditversicherern bestehen bilaterale

Abkommen. Daneben besteht die Möglichkeit,

mit anderen staatlichen Kreditversicherern bei

Bedarf für ein Einzelgeschäft eine Mitversicherungsvereinbarung

zu schließen.

Multi-sourcing-Projekte:

Projekte mit Beteiligung von Exporteuren aus

verschiedenen Ländern und ggf. mit multinationaler

Finanzierung.

Obligo:

Summe aller auf den Ermächtigungsrahmen angeschriebenen

Haftungsverpflichtungen des Bundes

oder die einzelne Haftungsanschreibung unter

einem Gewährleistungsvertrag.

OECD-Konsensus:

Übereinkommen unter OECD-Mitgliedsstaaten,

das bestimmte Minimal- und Maximalkonditionen

bei öffentlich unterstützten Exportkrediten mit

einer Laufzeit von mehr als zwei Jahren regelt.

Ziel des OECD-Konsensus ist es, Wettbewerbsverzerrungen

im Verhältnis der Exporteure untereinander

und einen Finanzierungswettbewerb zu

Lasten staatlicher Haushalte zu verhindern.

Parallelversicherung:

Haben die verschiedenen Lieferanten bei einem

Multi-sourcing-Projekt eigene Zahlungsansprüche

gegen einen ausländischen Kunden, versichert

sich jeder Lieferant selbst bei seinem nationalen

Exportkreditversicherer gegen Forderungsausfälle.

Pariser Club:

Internationaler Zusammenschluss öffentlicher

Gläubiger, in dessen Rahmen der Schuldendienst

von in Zahlungsschwierigkeiten geratenen

Schuldnerländern neu geregelt wird. Umgeschuldet

werden fast ausschließlich öffentliche, d. h.

insbesondere von den Regierungen der Gläubigerländer

garantierte Handelskredite (Deutschland:

Exportkredite mit Ausfuhrgewährleistungen

des Bundes) und Entwicklungshilfedarlehen. Der

Pariser Club hat keine Organisationsstruktur mit

schriftlich festgelegten Statuten. Seine Verfahrensregeln

haben sich im Laufe der Zeit herausgebildet

und werden bei Bedarf fortentwickelt

(s. a. Londoner Club).

Plafond:

Für Länder, für die unter Risikogesichtspunkten

beschränkte Deckungsmöglichkeiten bestehen,

wird ein Deckungsrahmen mit einem Höchstbetrag

der insgesamt zu übernehmenden Deckungen

festgesetzt, d. h. ein Plafond eingerichtet; in

der Regel für Kreditgeschäfte mit Laufzeiten über

12 Monate.

99


100

Anhang

Politische Risiken:

Politische Risiken sind in ihrem Ursprung als

Maßnahmen oder Ereignisse der staatlichen

Sphäre zuzurechnen. Bei den Forderungsdeckungen

sind dies die zur Uneinbringlichkeit der

gedeckten Forderung führenden politischen Umstände,

insbesondere der allgemeine politische

Gewährleistungsfall, der gesetzgeberische oder

behördliche Maßnahmen und sog. Chaosereignisse

wie Krieg, Aufruhr oder Revolution im Ausland

umfasst. Der Bund deckt ferner den sog.

KT-Fall, d. h. die Nichtkonvertierung und Nichttransferierung

der vom Schuldner in Landeswährung

eingezahlten Beträge infolge von Beschränkungen

des zwischenstaatlichen Zahlungsverkehrs.

Abgesichert werden auch die Risiken des

Verlustes von Ansprüchen infolge auf politische

Ursachen zurückzuführende Unmöglichkeit der

Vertragserfüllung sowie der Verlust der Ware vor

Gefahrübergang infolge politischer Umstände.

Ist ein solcher Schadenfall – ebenso wie der Eintritt

des allgemeinen politischen Schadenfalls –

zu befürchten und wird die Ware anderweitig

verwertet, ist auch der Mindererlös gedeckt. Bei

der Fabrikationsrisikodeckung sind die gedeckten

politischen Risiken die zum Fertigungsabbruch

bzw. zum Versendungsstopp führenden

politischen Umstände im Ausland sowie Embargomaßnahmen

nach dem Außenwirtschaftsgesetz

und von beteiligten Drittländern.

Projektfinanzierungen:

Projektfinanzierungen sind komplexe Exportgeschäfte,

bei denen die Betriebskosten und der

Schuldendienst für aufgenommene Fremdmittel

aus dem Projekt selbst erwirtschaftet werden.

protracted default:

Länger anhaltender Zahlungsverzug. Dieser liegt

vor, wenn die Forderung gegen den ausländischen

Schuldner in einem Zeitraum von normalerweise

sechs Monaten nach Fälligkeit nicht

bezahlt wird. Diese Karenzfrist wird bei Finanzkreditdeckungen

auf einen Monat verkürzt.

Rückversicherung:

Über das Modell der Rückversicherung können

Projekte mit Beteiligung von Exporteuren aus verschiedenen

Ländern (so genannte Multi-sourcing-

Projekte) von einem Exportkreditversicherer gedeckt

werden, der gegenüber dem Hauptlieferanten

bzw. der finanzierenden Bank die gesamte

Abwicklung übernimmt. Die Risikoteilung

erfolgt zwischen den Rückversicherungspartnern

entsprechend der nationalen Lieferanteile.

Selbstbehalt, Selbstbeteiligung:

Anteil des Deckungsnehmers am jeweiligen

Ausfall der gedeckten Forderung, regelmäßig

5 % für politische und 15 % für wirtschaftliche

Risiken sowie den Nichtzahlungsfall (protracted

default). Bei der APG und der APG-light beträgt

die Selbstbeteiligung 10 % für wirtschaftliche

Risiken. Bei Finanzkrediten beträgt die Selbstbeteiligung

5 % für alle Risiken, bei Fabrikationsrisiken

ebenfalls 5 %.


Strukturierte Finanzierung:

Finanzierung eines Exportgeschäfts, bei der neben

der nicht ausreichenden oder nicht bewertbaren

Bonität des ausländischen Schuldners und

aufgrund nicht zur Verfügung stehender konventioneller

Sicherheiten (Zahlungsgarantie, Akkreditiv)

zusätzliche Elemente zur Sicherstellung des

Schuldendienstes, wie Erlöse aus Abnahmeverträgen,

in das Besicherungskonzept integriert

werden.

Umweltprüfung:

Die Prüfung von Umweltaspekten zur Deckung

beantragter Projekte erfolgt nach den „Leitlinien

für die Berücksichtigung von ökologischen, sozialen

und entwicklungspolitischen Gesichtspunkten“.

Seit Anfang 2004 werden diese Leitlinien

durch die Neufassung der so genannten

Common Approaches (Recommendation on

Common Approaches on Environment and

Officially Supported Export Credits) ergänzt;

hierbei handelt es sich um auf OECD-Ebene

vereinbarte, gemeinsame Prüfungsgrundsätze

der OECD-Staaten.

Screening:

Im Rahmen der Vorprüfung, des Screenings,

werden Projekte mit potenziell negativen Umweltauswirkungen

herausgefiltert. Dazu werden

alle Projekte ab einem Auftragswert von 15 Millionen

EUR vorgeprüft, für die mittel- und langfristige

Zahlungsbedingungen zulässig sind. Projekte,

deren Standort in oder in der Nähe eines

Schutzgebietes liegt, werden ebenfalls in die Vorprüfung

mit einbezogen. Die Projekte werden in

drei Kategorien – A, B und C – klassifiziert. Dabei

enthält die Kategorie C Projekte ohne oder nur

mit minimalen Umweltauswirkungen, Kategorie B

solche mit begrenzten und Kategorie A solche

mit schwerwiegenden Umweltauswirkungen.

Review:

In der zweiten Stufe des Verfahrens findet für die

Projekte, für die das Screening einen weiteren

Prüfungsbedarf ergeben hat, eine Tiefenprüfung,

genannt Review, statt. Projekte der Kategorie C

werden in der Regel keiner weiteren Prüfung

unterzogen. Für Projekte der Kategorien A und B

werden – soweit erforderlich – ergänzende Informationen

zur Beurteilung ihrer Umweltauswirkungen

eingeholt. Für Projekte der Kategorie

A ist grundsätzlich ein Environmental Impact

Assessment (spezielles Umweltgutachten) einzuholen.

Im Rahmen der vertieften Prüfung wird

u. a. sichergestellt, dass das Projekt internationale

Standards einhält.

Wirtschaftliche Risiken:

Wirtschaftliche Risiken werden in erster Linie bei

den Forderungs- und Fabrikationsrisikodeckungen

in Bezug auf private Käufer abgesichert. Bei

den Forderungsdeckungen sind sie die zur Uneinbringlichkeit

der gedeckten Forderung führende

Insolvenz des ausländischen Schuldners sowie

dessen schlichte Nichtzahlung innerhalb

einer bestimmten Frist (protracted default). Bei

der Fabrikationsrisikogarantie zählen die bereits

während der Fabrikationsphase eintretende Insolvenz

des Bestellers, dessen widerrechtliche

Lossagung vom Vertrag sowie die Nichtzahlung

von Stornierungskosten bei rechtmäßiger Vertragskündigung

zu den wirtschaftlichen Risiken.

101


102

Anhang

Zuordnung der Länder

Entwicklungsländer nach DAC

(Development Assistance

Committee)

Amerikanische Entwicklungsländer:

Anguilla, Antigua und Barbuda, Argentinien, Aruba,

Bahamas, Barbados, Belize, Bermuda, Bolivien,

Brasilien, Brit. Jungferninseln, Chile, Costa

Rica, Dominica, Dominikan. Republik, Ecuador,

El Salvador, Falklandinseln, Grenada, Guadeloupe,

Guatemala, Guyana, Haiti, Honduras, Jamaika,

Kaimaninseln, Kolumbien, Kuba, Martinique,

Mexiko, Montserrat, Nicaragua, Niederländ. Antillen,

Panama, Paraguay, Peru, Puerto Rico, St.

Kitts/Nevis, St. Lucia, St. Pierre + Miquelon, St.

Vincent und die Grenadinen, Surinam, Trinidad

und Tobago, Turks- u. Caicosinseln, Uruguay,

Venezuela.

Afrikanische Entwicklungsländer:

Ägypten, Algerien, Angola, Äquatorialguinea,

Äthiopien, Benin, Botsuana, Burkina Faso, Burundi,

Côte d’Ivoire, Dschibuti, Eritrea, Gabun,

Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun,

Kap Verde, Kenia, Komoren, Kongo, Dem.

Republik Kongo, Lesotho, Liberia, Libyen, Madagaskar,

Malawi, Mali, Marokko, Mauretanien,

Mauritius, Mayotte, Mosambik, Namibia, Niger,

Nigeria, Réunion, Ruanda, Sambia, Sâo Tomé

und Principe, Senegal, Seychellen, Sierra Leone,

Simbabwe, Somalia, St. Helena, Sudan, Südafrika,

Swasiland, Tansania, Togo, Tschad, Tunesien,

Uganda, Zentralafrikanische Republik.

Asiatische Entwicklungsländer:

Naher-/Mittlerer Osten:

Bahrain, Irak, Iran, Israel, Jemen, Jordanien,

Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Palästina (Autonome

Gebiete), Saudi-Arabien, Syrien, Vereinigte

Arabische Emirate.

Ostasien:

Brunei, China VR, Hongkong, Indonesien, Kambodscha,

Korea DVR, Korea, Laos, Macau, Malaysia,

Mongolei, Osttimor, Philippinen, Singapur,

Taiwan, Thailand, Vietnam.

Süd- u. Zentralasien:

Afghanistan, Armenien, Aserbaidschan, Bangladesch,

Bhutan, Georgien, Indien, Kasachstan,

Kirgisistan, Malediven, Myanmar, Nepal, Pakistan,

Sri Lanka, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan.

Ozeanien:

Cookinseln, Fidschi, Franz.-Polynesien, Guam,

Kiribati, Marianen, Marshallinseln, Mikronesien,

Nauru, Neukaledonien, Niue, Palau, Papua-Neuguinea,

Pitcairn-Inseln, Salomonen, Samoa, Tokelau,

Tonga, Tuvalu, Vanuatu, Wallis und Futuna.

Europäische Entwicklungsländer:

Albanien, Bosnien-Herzegowina, Gibraltar, Kroatien,

Malta, Mazedonien, Moldau Rep., Serbien

und Montenegro, Slowenien, Türkei, Zypern.

Mittel- und osteuropäische

(MOE-) Länder:

Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien,

Russland R.F., Slowakische Republik,

Tschechische Republik, Ukraine, Ungarn, Weißrussland.

Industrieländer:

Andorra, Australien, Belgien, Dänemark, Deutschland,

Finnland, Frankreich, Griechenland, Grönland,

Irland, Island, Italien, Japan, Kanada, Kanarische

Inseln, Liechtenstein, Luxemburg, Monaco,

Neuseeland, Niederlande, Norwegen,

Österreich, Portugal, San Marino, Schweden,

Schweiz, Spanien, Vatikanstadt, Vereinigte Staaten,

Vereinigtes Königreich.


Bildnachweise

S. 16 Rofia GmbH, Rostock

S. 18 Krones AG, Neutraubling

S. 19 Peter Wachsmann, Hamburg

S. 21 innoVent GmbH, Neubrandenburg

S. 22 SMS Demag AG, Düsseldorf

S. 24 Telsche Kruse, Hamburg

S. 25 Peter Wachsmann, Hamburg

S. 26 Tatjana Beyer, Hamburg

S. 27 Burckhardt Noßeck, Hannover

S. 27 Michaela Röming, Hamburg

S. 28 Michaela Röming, Hamburg

S. 29 HAVER & BOECKER OHG, Oelde

S. 29 FAM Magdeburger Förderanlagen

und Baumaschinen GmbH,

Magdeburg

S. 30 MAN Ferrostaal AG, Essen

S. 32 Technip Germany GmbH,

Düsseldorf

S. 33, 34 Airbus S.A.S.

S. 35 Privatbild, Uta Engler

S. 37 Lindenau GmbH, Schiffs- und

Maschinenfabrik, Kiel

S. 38 Rieter Ingolstadt Spinnereimaschinenbau

AG, Ingolstadt

S. 41 Claas KGaA mbH, Harsewinkel

S. 42, 43 Holmer Maschinenbau GmbH,

Schierling

S. 45 MAN Ferrostaal Industrieanlagen

GmbH, Geisenheim

S. 46 H.P. Gauff Ingenieure

GmbH & Co. KG, Frankfurt

S. 47 Bomag, Boppard

S. 49 Siemens AG, Erlangen

S. 50,51 Komatsu Mining Germany,

Düsseldorf

S. 54 Zimmer AG, Frankfurt

S. 58, 59 PST Paul Schockemöhle

Marketing GmbH, Mühlen

S. 61 Franz Wickenhäuser, München

S. 66, 67 Frank W. Hempel, Köln

S. 68 Dirk Bartschat, Hamburg

S. 83 Bundesministerium für Finanzen,

Berlin

103


104

Anhang

Die Federführung für die Übernahme der Exportkreditgarantien

der Bundesrepublik Deutschland

liegt beim Bundesministerium für Wirtschaft und

Technologie.

Bundesministerium für

Wirtschaft und Technologie

Referat VC 2

Scharnhorststr. 34-37

10115 Berlin

Internet: http://www.bmwi.bund.de

Die Bundesregierung hat die Geschäftsführung

für die Exportkreditgarantien einem Konsortium

übertragen, das aus der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG,

Hamburg, als Federführer

und der PwC PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,

Hamburg, besteht. Nähere Informationen und

Unterlagen sowie Beratung über die Möglichkeiten

und Abwicklung der Exportkreditgarantien

der Bundesrepublik Deutschland erhalten Sie

durch die Hauptverwaltung der Euler Hermes

Kreditversicherungs-AG oder eine der Außenstellen

in Ihrer Nähe. Auch per Internet können Sie

Informationen über die Exportkreditgarantien der

Bundesrepublik Deutschland abrufen: z. B. die

aktuellen Informationen aus dem AGA-Report,

die Allgemeinen Bedingungen und Merkblätter,

den Jahresbericht in englischer und deutscher

Sprache. Sie können Informationsmaterial anfordern

und Ihre Fragen direkt per E-Mail stellen.

Hauptverwaltung

Euler Hermes Kreditversicherungs-AG

Friedensallee 254

22763 Hamburg

Postanschrift

22746 Hamburg

Telefon: (040)8834-9192

Telefax: (040)8834-9175

Telex: 212115 hk

www.agaportal.de

info@exportkreditgarantien.de

Dieser Bericht über die Exportkreditgarantien

der Bundesrepublik Deutschland erscheint in

deutscher und englischer Sprache.

Redaktionsschluss: April 2006

Erscheinungsdatum: Mai 2006


Hauptverwaltung

Euler Hermes

Kreditversicherungs-AG

Friedensallee 254

22763 Hamburg

Telefon: (040) 88 34-91 92

Telefax: (040) 88 34-91 75

Telex: 212115 hk

www.agaportal.de

info@exportkreditgarantien.de

Exportkreditgarantien

des Bundes, Büro Berlin

10117 Berlin

Friedrichstadt-Passagen

Quartier 205

Friedrichstraße 69

Telefon: (030) 20 94-53 10

Telefax: (030) 20 94-53 30

aga-berlin@eulerhermes.com

Außenstellen der Euler Hermes

Kreditversicherungs-AG

12435 Berlin

An den Treptowers 3

Telefon: (030) 20 28 43-23

Telefax: (030) 20 28 43-01

33602 Bielefeld

Zimmerstraße 8

Telefon: (05 21) 9 64 56-0

Telefax: (05 21) 9 64 56-50

28195 Bremen

Martinistraße 34

Telefon: (04 21) 1 65 97-0

Telefax: (04 21) 1 65 97-49

44137 Dortmund

Lindemannstraße 79

Telefon: (02 31) 1 82 99-90

Telefax: (02 31) 1 82 99-99

01129 Dresden

Riesaer Straße 5

Telefon: (03 51) 8 53 77-0

Telefax: (03 51) 8 53 77-10

40472 Düsseldorf

Kanzlerstraße 4

Telefon: (02 11) 9 65 76-80

Telefax: (02 11) 9 65 76-99

60311 Frankfurt

Große Gallusstraße 1-7

Telefon: (069) 13 48-159

Telefax: (069) 13 48-170

79100 Freiburg

Rehlingstraße 6e

Telefon: (07 61) 40 07 9-39

Telefax: (07 61) 40 07 9-50

20251 Hamburg

Straßenbahnring 11

Telefon: (040) 2 36 36-190

Telefax: (040) 2 36 36-166

30159 Hannover

Georgstraße 36

Telefon: (05 11) 3 64 01-90

Telefax: (05 11) 3 64 01-70

50672 Köln

Hohenzollernring 31-35

Telefon: (02 21) 9 20 60-293

Telefax: (02 21) 9 20 60-159

04157 Leipzig

Landsberger Straße 23

Telefon: (03 41) 9 08 23-0

Telefax: (03 41) 9 08 23-10

Zentrale E-Mail Adresse für alle Außenstellen: info@exportkreditgarantien.de

68259 Mannheim

Hauptstr. 161

Telefon: (06 21) 1 29 05-18

Telefax: (06 21) 1 29 05-99

80339 München

Ridlerstraße 35

Telefon: (089) 5 43 09-143

Telefax: (089) 5 43 09-166

90429 Nürnberg

Spittlertorgraben 3

Telefon: (09 11) 2 44 05-15

Telefax: (09 11) 2 44 05-30

66111 Saarbrücken

Bahnhofstraße 80

Telefon: (06 81) 3 89 96-0

Telefax: (06 81) 3 89 96-99

70597 Stuttgart

Löffelstraße 44

Telefon: (07 11) 9 00 49-38

Telefax: (07 11) 9 00 49-70

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