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II,2_DE_Ansichten des Weimarer Parks und andere Werke

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II,2_DE_Ansichten des Weimarer Parks und andere

ANSICHTEN DES WEIMARER PARKS UND ANDERE WERKE VON GEORG MELCHIOR KRAUS IN DER VILLA VIGONI Der Maler und langjährige Leiter der Weimarer Zeichenschule Georg Melchior Kraus (1737 - 1806) war ein Bruder von Dorothea Mylius, der Mutter von Heinrich Mylius. In der Sammlung der Villa Vigoni haben sich zahlreiche Arbeiten von Kraus erhalten, deren weitere Erforschung, insbesondere inhaltliche Bestimmung, mit Hilfe der Stiftung Weimarer Klassik vorangetrieben werden konnte ∗ . Einige der gewonnenen Ergebnisse sollen hier vorgestellt werden; ferner soll über den als wahrscheinlich anzunehmenden Einflu des Maler-Onkels auf den jungen Mylius gesprochen werden. Goethe gibt in Dichtung und Wahrheit eine anschauliche Charakteristik von Person und künstlerischer Tätigkeit des Malers. Dort hei t es, er sei ein heiterer Lebemann gewesen, “dessen leichtes erfreuliches Talent in Paris die rechte Schule gefunden hatte” 1 . Nach Schilderung der von Kraus in Paris erfahrenen Einflüsse und Förderung durch die Vedutenmalerei Hackerts, durch die bürgerliche Genremalerei eines Greuze, schlie1lich auch durch die virtuosen Malkünste von Watteau und Boucher, fährt Goethe fort: Alles dergleichen konnte unser Kraus in sein Talent sehr wohl aufnehmen; er bildete sich an der Gesellschaft zur Gesellschaft und wu te gar zierliche häusliche freundschaftliche Vereine porträtmä ig darzustellen; nicht weniger glückten ihm landschaftliche Zeichnungen, die sich durch reinliche Umrisse, massenhafte Tusche, angenehmes Kolorit dem Auge freundlich empfahlen; dem innern Sinn genügte eine gewisse naive Wahrheit und besonders dem Kunstfreund sein Geschick, alles was er selbst nach der Natur zeichnete, sogleich zum Tableau einzuleiten und einzurichten. Goethe beschreibt dann, wie er selbst als dilettierender Zeichner die Nähe und Anleitung von Kraus gesucht habe; ferner wie Kraus durch seine Schilderungen wie auch Bilddarstellungen der Weimarer Personen und Verhältnisse in ihm ein lebhaftes Interesse an dem Ort geweckt und wachgehalten habe. Dem Künstler Kraus sieht Goethe trotz seiner freundlichen Charakteristik offenbar Grenzen gesetzt, die dem b1oen Geschick in der Fertigung von Bildschemata einer konstruierten Natur unüberschreitbar bleiben mu ten. Immerhin wird deutlich, da der Umgang mit ihm angenehm und vor allem anregend war. Davon hat später auch sein Neffe Mylius profitiert. Kraus hatte sich schon 1774/75, noch vor Goethe, in Weirnar etabliert; mit Hilfe seines Freundes, des Literaten und herzoglichen Schatullverwalters Friedrich Justin Bertuch avancierte er schlie lich zum Leiter der dort neugegründeten Freien Zeichenschule. Die zeittypische Gründung sollte, wie anderenorts etwa gleichzeitig begründete oder geplante Tochterinstitute auch, zur Hebung des Handwerks und zur Gewerbeförderung sowie zur Geschmacksbildung dienen. Zu den zahlreichen Schülern und vor allem Schülerinnen des Zeichenlehrers Kraus gehörten - neben vielen anderen künstlerisch dilettierenden Damen der Weimarer Gesellschaft - auch Friederike Schnauss und deren Vater, der Geheime Rat Christian Friedrich Schnauss (1722 - 1797), als Oberaufseher von Bibliothek, Münzkabinett und Zeichenschule Kollege Goethes. Das Verhältnis zwischen Kraus und seiner Schülerin war offenbar ein sehr vertrautes und freundschaftliches, wovon eine Stammbucheintragung sowie ein Rebus-Brief zeugen, den Kraus in einem Wort-Bild-Text verfa t ∗ Den Mitarbeitern der Stiftung Weimarer Klassik, insbesondere Frau Dr. Müller-Krumbach für inhaltliche Hinweise und Herrn Wengler für die Zugänglichmachung von Material, sei an dieser Stelle für ihre bereitwillige Hilfe ausdrücklich gedankt. Die Ansichten des Weimarer Parks von Kraus in der Sammlung der Villa Vigoni wurden in Weimar natürlich sofort als solche erkannt. 1 J.W. Goethe, Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit, 20tes Buch (SW, hg. E. Beutler, Bd. 10, Zürich 1977, 835 ff.)

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