Bericht des Propstes Dr. Kay-Ulrich Bronk - Kirchenkreis Nordfriesland

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Bericht des Propstes Dr. Kay-Ulrich Bronk - Kirchenkreis Nordfriesland

Bericht zur Arbeit des

Kirchenkreisvorstandes und über den

Bezirk Nord

des Kirchenkreises Nordfriesland

Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk

zur Synode des

Kirchenkreises Nordfriesland

am

13. November 2010

im Christian Jensen Kolleg in Breklum


Sehr geehrtes Präsidium, liebe Synodale, liebe Brüder und Schwestern,

mit der Verabschiedung des Sparpakets am 26. Juni diesen Jahres ist ein

schmerzlicher Prozess in Gang gesetzt worden. Auf allen Ebenen unseres

Kirchenkreises wird gespart: in den Kirchengemeinden, in den Diensten und Werken,

in der Verwaltung und im Pfarrstellenplan:

� 25 % weniger für die Dienste und Werke – davon werden in 2011 schon circa

17,5 % realisiert.

� 25 % weniger für die Kirchengemeinden – realisiert in zwei Schritten 2010 und

2011.

� 25 % in der Verwaltung – bis Ende 2015 unter der Maßgabe, dass Aufgaben

umverteilt werden können und der Leistungskatalog des

Kirchenkreisverwaltungsgesetzes verschlankt wird. Daran arbeiten wir.

� 10 % weniger Gemeindepfarrstellen – nur in kleinen Schritten zu realisieren in

einem Zeitraum von ungefähr 10 Jahren.

Das ist Kraftakt und eine bittere Medizin.

Wir haben auf der letzten Synode insbesondere über den neuen Pfarrstellenplan

diskutiert. Die Schärfe und die Intensität der Diskussion hat gezeigt wie viel Herzblut

in der kirchlichen Arbeit vor Ort steckt: bei den Ehrenamtlichen, bei den

Hauptamtlichen und bei den Pastorinnen und Pastoren. Je mehr Herzblut aber, desto

größer die Verletzlichkeit. Die Diskussion auf der Sommersynode ist an uns allen

nicht spurlos vorüber gegangen. Sie hat bei einigen Blessuren hinterlassen. Es gab

scharfe Worte. Es gab Missverständnisse. Es gab Enttäuschung und Zorn.

Selbstkritisch sage ich, dass ich rechtzeitiger, mehr und vielleicht entschiedener für

eine Versachlichung der Diskussion hätte sorgen sollen.

Die Sommersynode ist wie eine prophetische Miniatur für das, was folgte. Trotz eines

umfangreichen Informations- und Beteiligungsverfahrens kam vielfach erst jetzt an,

was das Sparpaket an den verschiedenen Orten unseres kirchlichen Lebens

bedeutet.

Für St. Peter-Ording/Tating, für Hörnum/Rantum und für Leck sind die Verfahren zur

Streichung bzw. zur Kürzung der betreffenden Pfarrstellen im Umfang von insgesamt

1,5 Pfarrstellen eingeleitet worden. Die Stellungnahme der Kirchengemeinde von St.

Peter-Ording/Tating ist schon eingegangen. Und „na klar“, der Kirchenvorstand wehrt

sich gegen die Kürzung. Proteste gibt es auch von der Insel Föhr. Dort soll im Laufe

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der nächsten Jahre insgesamt das Volumen von einer Pfarrstelle gestrichen werden.

Auf meinem Schreibtisch liegt ein Ordner mit vielen Briefen und mehreren

Unterschriftenlisten, auf denen ein paar hundert Namen stehen. Auch von der Insel

Sylt gibt es kritische Anfragen. „Wie soll es denn weiter gehen?“ „Ihr streicht ohne

Not und macht die Arbeit kaputt.“ So lauten die zum Teil harschen Vorwürfe.

Die Dynamik des Protestes wird von neuen Zahlen aus dem „Haus der

Kirchensteuerschätzer“ verstärkt. Als wir zu Beginn dieses Jahres im

Kirchenkreisvorstand zusammen mit dem Finanzausschuss das Sparpaket

schnürten, gingen wir von rund 290 Millionen Euro für die nächsten Jahre aus. Nun

sind es laut der neuesten Prognosen aber rund 320 Millionen Euro. Also: „Zurück

Marsch, Marsch?“

Das Nachdenken und die Auseinandersetzungen im Kirchenkreisvorstand waren

intensiv. Wir haben über andere, moderatere Sparmodelle diskutiert. Dabei war allen

eine gewisse Anspannung anzumerken. Niemand hat unterschätzt, worum es geht

und über welche Herausforderungen wir hier reden.

Dennoch ist der Kirchenkreisvorstand bei seinem Sparpaket geblieben. Trotz der

neuen Zahlen, trotz der Einsprüche und trotz der Kritik. Nicht aus falscher

Konsequenz und nicht um den Beweis der eigenen Durchsetzungsfähigkeit

anzutreten - das liegt uns fern -, sondern weil wir glauben, dass die Finanzlage des

Kirchenkreises immer noch prekär ist.

Man kann sagen, dass wir die Situation im Frühjahr dieses Jahres nicht in seiner

ganzen Schärfe an uns herangelassen haben. Wenn es bei den 292 Millionen Euro

auch für das Jahr 2011 geblieben wäre, dann hätte unser Kirchenkreis diesen

Haushalt - trotz der Sparmaßnahmen - mit Rücklagenentnahmen in Höhe von

1,83 Millionen Euro stützen müssen. Eine solche Strategie wäre kein weiteres Jahr

möglich gewesen.

Kurzum: Das mit großen Mühen erstellte Sparpaket und die über die 292 Millionen

hinausgehenden Kirchensteuereinnahmen für unseren Kirchenkreis in Höhe von

1,35 Millionen Euro reichen nicht, um unseren Haushalt 2011 zur Deckung zu

bringen.

Wir haben immer noch ein strukturelles Defizit von einer halben Millionen Euro.

Und wir haben nur wenig frei verfügbare Rücklagen. Sie belaufen sich auf ca. 1,4

Millionen Euro (inklusive 163.300Euro Baurücklage). Das bedeutet, dass wir nur

noch drei Jahre so weiter machen könnten. Möglich, dass die Clearingmittel noch ein

wenig helfen, aber auch sie sind rückläufig. Der Vorsitzende des

Finanzausschusses, Rolf Wiegand, wird Ihnen dazu gleich Näheres sagen.

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Angesichts dieser Lage hat sich der Kirchenkreisvorstand dazu entschlossen, bei

dem von dieser Synode verabschiedeten Sparpaket zu bleiben und nicht den

Vorschlag zu machen, das Sparpaket an irgendeiner Stelle zu verändern. Wir

können und wollen die Probleme nicht aufschieben. Wir haben trotz aller

Anstrengungen nur wenig Wasser unter dem Kiel. Und – um es ganz deutlich zu

sagen – wir sparen nicht – insofern ist der Begriff Sparpaket irreführend – wir

machen nur weniger Schulden!

Dass die Streichungen im Bereich des Pfarrstellenplans die emotional schwierigste

Hürde ist, wissen wir und wir teilen die Enttäuschung darüber, dass hier

Streichungen notwendig geworden sind. Aber ich bitte alle Kritikerinnen und Kritiker

um zwei Dinge:

1. Nehmt die Relationen wahr und ernst. Die Dienste und Werke müssen „von

jetzt auf gleich“ ca. 17,5 % Finanzmittel einsparen. Das Evangelische

Regionalzentrum Westküste ist mit seiner Kürzung um 25% ein Torso, der nun

langsam wieder heilen muss, und zwar nicht durch mehr Mittel, sondern durch

Konzentration der Arbeit. Im Vergleich dazu sprechen die

1,5 % Streichungen im Pfarrstellenplan für 2011 eine deutliche Sprache: den

Gemeindepfarrstellen wird der Vorzug gegeben, sie haben eine sehr deutliche

Priorität.

2. Bitte arbeitet an zukunftsfähigen Lösungen mit. Bringt eure Kompetenz und

eure Erfahrungen ein. Arbeitet konstruktiv mit und verweigert Euch nicht. Die

Haltung, dass kirchliche Arbeit nur unter den alten Bedingungen überhaupt

geht, gebiert, was sie befürchtet: Abbrüche und Stillstand. Sie lähmt. Trauer

tut not, Zorn darf sein, aber Lösungen zu bedenken und zu wollen, das muss

sein. Alles andere wäre nicht verantwortlich.

Die sogenannte Expertengruppe „Kirchengemeinde“ arbeitet an Konzepten der

zwischengemeindlichen Zusammenarbeit, an Modellen für die Zukunft unter den

neuen Bedingungen. Ich sage nachher noch etwas dazu. Aber eines jetzt schon:

Es gibt eine Menge noch nicht genutzter Möglichkeiten kirchengemeindlicher Arbeit.

Es gibt Chancen und Potenziale, die wir mit der Beharrlichkeit eines gewissen

Kirchturmdenkens noch nicht ernsthaft in den Blick genommen haben. Das heißt

nicht, dass es keine Abschiede geben wird. Es wird sie geben müssen. Aber es kann

auch Neues wachsen. Wir müssen es nur angehen.

Ich kann die Proteste verstehen. Sie sind zunächst etwas Gutes, denn sie stehen für

eine positive Identifikation mit der „Kirche vor Ort“. Aber wir alle müssen miteinander

daran arbeiten,dass nicht die Ängste Recht bekommen, sondern unsere Hoffnungen

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auf ein lebendiges Miteinander in den Kirchengemeinden und Einrichtungen des

Kirchenkreises Nordfriesland.

Der Kirchenkreisvorstand und die Pröpste werden ihre Energien jedenfalls daran

setzen, dass wir für die Kirchengemeinden und die Dienste und Werke Wege finden,

die tragfähig in die Zukunft weisen. Dazu gehört u.a., dass der Kirchenkreisvorstand

einen Brief an die Kirchenleitung geschickt hat, in dem wir darum bitten, dass wir für

die pfarramtliche Tätigkeit in den Urlauberregionen Mehrzuweisungen bekommen.

Wir haben dazu einen konkreten Vorschlag gemacht. Ich werde die Synode „auf dem

Laufenden halten“.

Ich danke den Pastorinnen und Pastoren, den Kirchenvorsteherinnen und

Kirchenvorstehern, den Ehrenamtlichen sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

für die ebenso unermüdliche wie kreative Arbeit in den Kirchengemeinden, auch

unter den schwierigeren Bedingungen.

Heute möchte ich aber auch allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden der

Dienste und Werke für Ihre Arbeit und Mühen danken und dafür, dass sie sich

ebenso klaglos wie konstruktiv den Kürzungsbeschlüssen gestellt haben. Das hat

dem Kirchenkreis sehr geholfen.

Schließlich gilt mein Dank den Mitgliedern des Kirchenkreisvorstandes und der

leitenden Ausschüsse unseres Kirchenkreises: dem Geschäftsführenden Ausschuss,

dem Finanzausschuss, dem Bauausschuss und allen Ausschüssen dieser Synode.

Die Sitzungsdichte und die Komplexität der Herausforderungen verlangt sehr viel von

Ihnen. Dass Sie dennoch dabei bleiben, und sich für unseren Kirchenkreis

engagieren, ist umso höher zu bewerten. Ganz herzlichen Dank dafür!

II. Verwaltung

In diesem Jahr hat es insbesondere zwei Faktoren gegeben, die die Arbeit der

Kirchenkreisverwaltung insgesamt beeinflusst haben.

1. Durch den Beschluss, dass die Verwaltung ihre Kosten um 25 % reduzieren

muss, hat es bereits erhebliche organisatorische und personelle Änderungen

gegeben. Dazu hat die Verwaltung ein Konzept entwickelt. Es wird bereits

begonnen, in diesem Jahr durch Umorganisation, Veränderungen,

Verlagerungen und Wegfall der Aufgaben, diese Kostenreduzierung zu

erreichen.

Folgende Maßnahmen sind bereits umgesetzt bzw. in der Vorbereitung:

Um eine organisatorische Verbesserung zu erreichen, ist die Umstellung auf die beleglose

Ablage vorgesehen, d. h., durch das Einscannen von Belegen vor ihrer Bearbeitung können

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diese dann nicht nur in der Kasse, sondern auch direkt vor Ort im Auskunftsprogramm von

Kirchengemeinden und Einrichtungen eingesehen werden. Dazu waren organisatorische

Veränderungen notwendig, die sich auch auf das Angebot der Druckerei in Leck ausgewirkt

haben, denn das Einscannen dieser Belege wird der Druckereimitarbeiter übernehmen.

Infolgedessen wird bei der Erteilung von Druckaufträgen in der Zukunft eine frühzeitigere

Einreichung der Druckvorlagen erforderlich sein. Einer der beiden Großkopierer wurde an das

Christian Jensen Kolleg verkauft. Eine eigenständige Erstellung von Kopien für externe Kunden

ist darum nicht mehr möglich.

Die kaufmännische Buchführung für das Diakonische Werk Husum sowie die kaufmännische

Buchführung und Personalbuchführung für das Diakonische Werk Südtondern werden von der

Kirchenkreisverwaltung nicht mehr weiter vorgenommen. Das Diakonische Werk Husum

übernimmt dafür eine Mitarbeiterin der Kirchenkreisverwaltung. Das Diakonische Werk

Südtondern hat diese Aufgaben an ein Steuerbüro übergeben. Das hängt damit zusammen,

dass nach einer Neuberechnung der Verwaltungskosten, insbesondere aufgrund der

tarifvertraglichen Gebundenheiten, die Kirchenkreisverwaltung nicht in der Lage ist, mit privaten

Anbietern zu konkurrieren. Damit wird auch zusätzlicher Service entfallen. Zwar verringern sich

auch Einnahmen, aber nach der Ermittlung der wahren Verwaltungskosten steht fest, dass

seitens der Kirchenkreisverwaltung diese Aufgaben subventioniert worden sind und alleine

durch die jetzt bekannte Differenz zwischen den echten Verwaltungskosten und den damals in

Rechnung gestellten Verwaltungskosten eine erhebliche Einsparung erreicht werden kann. (ca.

29.000 EUR.)

Im Hinblick auf die Hebung der Verwaltungskosten ist weiterhin zu berichten, dass diese

anhand eines Gutachtens des Kirchenkreisrevisors, Herrn Heinz-Dieter Leipholz, neu berechnet

worden sind. Das führt im Bereich der Kindertagesstätten zu erheblichen Veränderungen. Auch

hier muss festgestellt werden, dass die Kirchenkreisverwaltung keine kostendeckenden

Rechnungen erstellt hat.

Für die Kosten der Friedhofsverwaltung wird eine vergleichbare Untersuchung im I. Quartal

2011 abgeschlossen sein.

2. Die Kirchenkreisverwaltung musste sich auf erhebliche Personalwechsel

einstellen. So hat es etliche befristete Stellenveränderungen gegeben aufgrund

von längerfristigen Erkrankungen, aber vor allen Dingen auch aufgrund von

Mutterschutz und Erziehungsurlaub.

So befinden sich derzeit vier Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter im

Mutterschutz bzw. im Erziehungsurlaub.

Die organisatorischen und personellen Optimierungen sind schwierig, weil die

Kirchenkreisverwaltung mit ihren Abteilungen auf zwei Standorte verteilt ist.

Dieses Handicap wird mit zunehmendem Personalabbau noch gravierender

werden.

Daher besteht nach wie vor ein hohes Interesse, den Beschluss der Synode

vom Herbst 2006 – einen zentralen Standort für die Kirchenkreisverwaltung zu

schaffen – so zeitnah wie möglich umzusetzen. Es gibt dazu eine beidseitige

Absichtserklärung, die vom ärztlichen Direktor der Fachkliniken und von mir

unterzeichnet ist. Der Kirchenkreisvorstand bekräftigt darin die Absicht, das

Gebäude der Fachkliniken Nordfriesland gGmbH in der Kirchenstraße 2 in

Breklum anzumieten. Da dieses Gebäude für die Mitarbeiter der

Kirchenkreisverwaltung alleine zu groß ist, planen wir, dort noch andere

kirchliche Arbeitsbereiche anzusiedeln und einen Teil des Gebäudes an das

Christian Jensen Kolleg für Gästezimmer und Seminarräume unterzuvermieten.

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Ob diese Planung allerdings verwirklicht werden kann, hängt vor allem – neben

Ihrer Zustimmung – davon ab, ob und zu welchem Zeitpunkt das Gebäude vom

Kirchenkreis Nordfriesland angemietet werden kann. Mir ist in den letzten 1 ½

Jahren jedenfalls sehr deutlich geworden, dass eine zentrale Verwaltung die

unabdingbare Voraussetzung für Qualität und Einsparungen ist. Ich werde an

diesem Ziel festhalten.

3. Die Expertengruppe Verwaltung, die sich aus Mitgliedern des

Geschäftsführenden Ausschusses zusammensetzt, wird in Zusammenarbeit

mit dem Verwaltungsleiter und den Abteilungsleitungen ein Umsetzungskonzept

für die Einsparungen in der Kirchenkreisverwaltung entwickeln.

Ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kirchenkreisverwaltung für

ihre gute Arbeit und ihre Solidarität in schwierigen Zeiten. Es war nicht ohne,

dass wir auf der letzten Synode nach einer sehr langen Diskussion über

Kürzungen im Bereich der Pfarrstellen die 25 %-Stellenstreichung für die

Kirchenkreisverwaltung binnen einer Minute beschlossen haben, ohne eine

einzige Nachfrage. Es geht selbstverständlich in erster Linie um die inhaltliche

Arbeit – aber sie ruht in besonderer Weise auf dem Dienst der Verwaltung. Das

wollen wir nicht vergessen und entsprechend wertschätzen.

III. Veränderungen in den Kirchengemeinden des Nordbezirkes

Ich möchte Ihnen von einigen Veränderungen in den Kirchengemeinden des

Nordbezirkes Folgendes berichten:

� Am 17. Juni 2010 haben die Kirchenvorstände Fahretoft und Dagebüll

beschlossen, auf eine Ausschreibung zu verzichten und die Arbeit mit Pastorin

Antje Iser-Asmussen fortzusetzen. Frau Pastorin Iser-Asmussen hatte bisher

im Rahmen eines zbV-Auftrages die beiden Pfarrstellen verwaltet und wird ab

Mai des nächsten Jahres Stelleninhaberin werden.

� Am Sonntag, d. 4 Juli 2010, haben wir Pastor Dr. Marcus Friedrich in der

Kirchengemeinde Leck verabschiedet. Er nimmt nun eine Auslandspfarrstelle

in Italien, in Bozen, wahr. Er ist dort für die deutsche Gemeinde zuständig.

Über die Wiederbesetzung der Stelle in Leck im Umfang von 50% bin ich mit

dem Kirchenvorstand im Gespräch.

� Am Sonntag, d. 5. September 2010, wurde Pastor Claus-Walter Christen in

das Pfarramt für die Kirchengemeinden Emmelsbüll/Horsbüll und

Neugalmsbüll eingeführt.

� Am Sonntag, d. 19. September 2010, wurde Pastor Dr. Christian Winter in

Niebüll eingeführt. Er ist seit dem 1. August 2010 Inhaber der

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1. Pfarrstelle in der Kirchengemeinde Niebüll.

� Pastor Jörg Henke, Kirchengemeinde Hörnum/Rantum auf Sylt, ist in der

Kirchengemeinde Sterup, im Kirchenkreis Flensburg-Schleswig, gewählt

worden. Er wird die Kirchengemeinde Hörnum/Rantum zum 1. Februar 2011

verlassen. Über die Wiederbesetzung dieser Stelle - nunmehr im Umfang von

50 % - bin ich mit dem Kirchenvorstand im Gespräch.

� Pastor Jens-Otto Jensen wird nach zwei Jahren Amtszeit die

Kirchengemeinde in Langenhorn verlassen. Aufgrund einer schwierig

gewordenen Lage in dieser Gemeinde hat er sich dazu entschlossen, die

Gemeinde auf eigenen Wunsch zu verlassen. Pastor Jensen hat in

Langenhorn eine gute Arbeit geleistet. Dafür bin ich ihm persönlich sehr

dankbar. Ich hoffe, dass es gelingen wird, ihm eine neue Aufgabe in unserem

Kirchenkreis zuweisen zu können. Weil nach einigen Rücktritten der

Kirchenvorstand keine Vorsitzende bzw. keinen Vorsitzenden benennen

konnte, war der Kirchenkreisvorstand nach Artikel 37 Abs. 5 der Verfassung

genötigt, ein Beauftragtengremium einzusetzen. Neben den verbliebenen

ehrenamtlichen Mitgliedern des Kirchenvorstandes hat der

Kirchenkreisvorstand zusätzlich den Revisor für den Nordbezirk unseres

Kirchenkreis, Herrn Heinz-Dieter Leipholz, berufen. Er ist bereit, den Vorsitz

zu übernehmen. Am 30. November 2010 hat das Gremium seine

konstituierende Sitzung und wird dann über den Vorsitz befinden. Um es noch

einmal deutlich zu sagen: den Kirchenvorstand trifft keine Schuld. Es liegen

keine Versäumnisse vor. Er braucht aber für seine Handlungsfähigkeit einen

Vorsitzenden oder eine Vorsitzende. Die oder der kann nur von außen

kommen, wenn ein Beauftragtengremium eingesetzt wird. Ich hoffe, dass nach

einem halben Jahr der alte Kirchenvorstand mit ein paar Neuberufenen wieder

in seine Rechte und Pflichten eingesetzt werden kann.

� Auf übergemeindlichen Pfarrstellen haben sich folgende Veränderungen

ergeben:

o Pastorin Claudia Brüning, die 13 Jahre als Schulpastorin an der

Berufsbildenden Schule in Niebüll gearbeitet hat, hat andere Aufgaben

übernommen. Mit einen 40%igen Stellenanteil arbeitet Pastorin Brüning

im Pädagogisch Theologischen Institut (PTI) in Kiel und ist dort

verantwortlich für das religionspädagogische Fernstudium. Mit einem

Umfang von 60 % arbeitet sie in unserem Kirchenkreis in der

Projektstelle „Schule – Kirche“. Zu einem großen Teil übernimmt

Pastorin Brüning die Aufgaben von Pastor Dr. Marcus Friedrich, der mit

einem Umfang von einer 25 %-Beauftragung das

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„Religionspädagogische Forum“ betreut und die Kontakte von Kirche

und Schule gepflegt hatte. Die neue Projektstelle wird zu 20 % von

Hundert befristet für 2 ½ Jahre aus dem Innovationsfonds des alten

Kirchenkreises Südtondern finanziert. Damit sind die Mittel für das

Religionspädagogische Forum auf das neue annähernd

deckungsgleiche Projekt übergegangen. Die noch offenen 40% von

Hundert werden vom PTI und von der Nordelbischen Kirche finanziert.

Die Projektstelle „Schule – Kirche“ soll in das Evangelische

Regionalzentrum Westküste (ERW) integriert werden. Diese

Perspektive hat der Kirchenkreisvorstand beschlossen. Die

Vollversammlung des ERW wird am 16. Dezember 2010 endgültig

darüber entscheiden, sodass die Integration der Projektstelle ab 1.

Januar 2011 umgesetzt werden kann.

o Pastor Dieter Gesewsky wird zum 1. Februar 2011 die

Schulpastorenstelle an der Berufsbildenden Schule in Niebüll in der

Nachfolge von Pastorin Claudia Brüning wahrnehmen. Diese Stelle ist

zu 100 % aus Mitteln des Landes Schleswig-Holstein refinanziert. Ich

bin zusammen mit dem Schulleiter, Herrn Oberstudiendirektor Bernd

Puschmann, sehr froh darüber, dass es gelungen ist, für diese wichtige

Aufgabe an der Berufsbildenden Schule einen geeigneten Nachfolger

gefunden zu haben. Pastor Dieter Gesewsky wird seine jetzige Stelle

am Christian Jensen Kolleg im „Zentrum für Spiritualität und gesundes

Leben“ in der verbleibenden Zeit so aufstellen, dass es mit diesem

Zentrum weitergehen kann – wenn auch auf weniger Angeboten.

IV. Sonstige Vorkommnisse im Kirchenkreis

Weitere wichtige Daten waren:

� Am 12. September 2010 fand anlässlich des 40. Jahrestages des Landkreises

Nordfriesland ein Sprachengottesdienst in der Kirche zu Bredstedt statt. Die

Kirche war voll besetzt. Das anschließende Fest und der Gottesdienst waren

sehr gut besucht.

� Am 17. September 2010 fand im Christian Jensen Kolleg in Breklum in

Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk Schleswig-Holstein das

sogenannte Stiftungsforum statt. 50 Interessierte waren gekommen, um sich

über die Möglichkeiten, eine Stiftung ins Leben zu rufen, zu informieren. Mit

Herrn Michael Haukohl war ein kompetenter Stifter aus Lübeck als Referent

beteiligt. Die Moderation hatte Frau Harriet Heise vom Norddeutschen

Rundfunk. Ich selbst war geladen, einen Vortrag über das Stiftungswesen im

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Spiegel der Lutherischen Theologie zu halten.

� Im September 2010 war für drei Wochen eine Reisegruppe der Ev.-Luth.

Sinoda Vale do Itajai/IECLB aus Brasilien zu Gast. Eine nunmehr langjährige

Beziehung zu diesem Kirchenkreis im Süden Brasiliens, in Santa Catarina, hat

sich im Laufe der Jahre vertieft. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser

Gruppe sind mit jeweils besonderen Interessen für Kindertagesstättenarbeit,

Kirchenmusik, Verwaltung, Kirche und Tourismus sowie Kirche und

Kulturarbeit nach Deutschland gekommen. Es gab einen regen Austausch.

Auf dem Abschlussfest äußerte sich der neu gewählte Synodenpastor (Propst)

ausgesprochen zufrieden. Die Synodenvorsitzende betonte bei dieser

Gelegenheit, dass man mit reichem Gepäck nach Hause fahre, mit vielen

neuen Erfahrungen und Anregungen, die sie für ihre eigene kirchliche Arbeit in

Brasilien gut gebrauchen könnten.

� Vom 25.8. bis zum 22.9.2010 war eine vierköpfige Delegation aus der Konde-

Diözese, ganz im Südwesten Tansanias, zu Besuch in unserem Kirchenkreis.

In dem Partnerschaftsvertrag von 1992 ist u.a. festgelegt, dass die

Partnerschaft durch regelmäßige gegenseitige Besuche gestärkt und

entwickelt werden soll. Die Besuchsgruppe setzte sich zusammen aus dem

Verwaltungsleiter der Diözese (General Secretary), dem Manager des

Matema Beach View Lutheran Center (einem Tagungszentrum der Diözese,

das durch Mittel des Kirchenkreises Südtondern saniert wurde), der

Hausmutter des Waisenheims "bread for the orphans" (das durch 45 Patinnen

und Paten aus Nordfriesland unterstützt wird) und einem Missionar und

Posaunisten. Die Besucher absolvierten je ein dreiwöchiges Praktikum in

unserer Kirchenkreisverwaltung, im Christian Jensen Kolleg, in der

Jugendherberge Niebüll und in einer Posaunenwerkstatt in Kiel, um ihre

Kenntnisse und Fertigkeiten auszubauen und mit unseren westdeutschen

Standards zu vergleichen. Daneben erfolgte ein touristisches Programm an

den Wochenenden und freien Tagen. Die Organisation und Durchführung der

Begegnung lag in den Händen des Tansania-Ausschusses und Pastor Dr.

Hauke Christiansen vom ERW. Die Finanzierung erfolgte durch die Mittel aus

dem Tansania-Haushalt. Nach eigenem Bekunden war der Besuch in

Nordfriesland eine "randvolle" und erfüllte Zeit für unsere Gäste. Wir lernen

immer mehr, uns als "nördliche" und "südliche" Glieder des Leibes Christi zu

begreifen - mit allen Herausforderungen, die dazu gehören.

� In der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte in Ladelund wird an neuen

Finanzierungsmodellen gearbeitet. Ein wichtiges Ziel ist die Gründung einer

Stiftung, damit die hauptamtliche Stelle mittelfristig und langfristig finanziert

werden kann. Pastor Michael Goltz, ERW, hat bei der Erstellung der

Stiftungsbroschüre eine wertvolle Hilfe geleistet. Das Geleitwort zu dieser

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Broschüre hat Bundespräsident i.R. Richard von Weizsäcker beigesteuert,

worüber wir uns sehr gefreut haben.

Satzung, Geschäftsordnung für den Gedenkstättenausschuss und

Dienstanweisung für die Leitung sind nun fertig. Sie müssen nur noch

kirchenaufsichtlich genehmigt werden. Hintergrund dieser Neuformulierungen

ist die inhaltliche Neuaufstellung der Gedenkstätte. Ein Schwerpunkt soll die

pädagogische und didaktische Arbeit sein. Dazu hat am 30. Oktober 2010 in

Leck ein ganztägiger Workshop stattgefunden.

Am Mittwoch, d. 25. August 2010, war der Ministerpräsident des Landes

Schleswig-Holsteins, Peter Harry Carstensen, zu Gast in der Gedenkstätte. Es

gab ein intensives zweistündiges Gespräch, in dem sich der Ministerpräsident

über die Arbeit der Gedenkstätte informierte. Die landespolitische

Wahrnehmung der Gedenkstätte ist sicherlich ein Erfolg der Arbeit der letzten

Jahre, wofür ich der Leiterin, Frau Karin Penno-Burmeister, dem

Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Ladelund und dem

Gedenkstättenausschuss sowie den vielen Ehrenamtlichen sehr dankbar bin.

� Für das Evangelische Regionalzentrum Westküste sei erwähnt, dass die

Leitungsstelle zu 50 % und die Frauenwerksstelle zu 50 % ausgeschrieben

worden sind. Pastor Andreas Hamann und Pastorin Jutta Jessen-Thiesen

haben das Evangelische Regionalzentrum verlassen. Sie sind am

4. November 2010 im Rahmen eines Gottesdienstes verabschiedet worden.

Sie haben beide für unseren Kirchenkreis eine hervorragende Arbeit geleistet.

Dafür meinen herzlichen Dank. Die kommissarische Leitung hat jetzt Diakon

Christoph von Stritzky inne. Ich danke ihm herzlich, dass er in dieser

Übergangszeit neben seiner Beratertätigkeit nun auch noch diesen Hut

aufsetzt.

V. Schlussbemerkung

Der Lehrtext zur heutigen Losung steht im 2. Korinther Brief. Er passt wunderbar. Ich

habe ihm nichts hinzuzufügen:

„Gott kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen

Dingen allezeit volle Genüge habt und reich seid zu jedem guten Werk.“ (2. Kor 9,8)

Danke fürs Zuhören.

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