Programmheft herunterladen - Münchner Philharmoniker

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Programmheft herunterladen - Münchner Philharmoniker

Lorin Maazel

Maria Luigia Borsi | Lioba Braun

Steve Davislim | Georg Zeppenfeld

Philharmonischer Chor München

Einstudierung: Andreas Herrmann

Montag, 31. Dezember 2012, 17 Uhr

Dienstag, 1. Januar 2013, 19 Uhr

Mittwoch, 2. Januar 2013, 20 Uhr

'12 mphil.de

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Aus der Neuen (Schmuck)-Welt:

Ein brillantes Neues Jahr...

...mit spielerisch fl ießendem Gold:

z.B. der 12-teilige »PAULA Jahresring«

oder der 7-teilige »PAULA Wochenring«


Ludwig van Beethoven

Symphonie Nr. 9

d-Moll op. 125

1. Allegro, ma non troppo, un poco maestoso

2. Molto vivace – Presto – Molto vivace

3. Adagio molto e cantabile – Andante moderato

4. Finale mit Soli und Chor

Lorin Maazel, Dirigent

Maria Luigia Borsi, Sopran

Lioba Braun, Mezzosopran

Steve Davislim, Tenor

Georg Zeppenfeld, Bass

Philharmonischer Chor München

Einstudierung: Andreas Herrmann

Montag, 31. Dezember 2012, 17 Uhr

Silvesterkonzert

Dienstag, 1. Januar 2013, 19 Uhr

4. Abonnementkonzert k5

Mittwoch, 2. Januar 2013, 20 Uhr

3. Abonnementkonzert g5

Spielzeit 2012/2013

115. Spielzeit seit der Gründung 1893

Lorin Maazel, Chefdirigent

Paul Müller, Intendant


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Ludwig van Beethoven

(1770–1827)

Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125

mit Schlusschor über Schillers Ode

„An die Freude“

1. Allegro ma non troppo, un poco maestoso

2. Molto vivace – Presto – Molto vivace

3. Adagio molto e cantabile –

Andante moderato

4. Finale mit Soli und Chor

Lebensdaten des Komponisten

Geburtsdatum unbekannt: geboren am 15. oder

16. Dezember 1770 in Bonn, dort Eintragung ins

Taufregister am 17. Dezember 1770; gestorben

am 26. März 1827 in Wien.

Ludwig van Beethoven: 9. Symphonie d-Moll

„Beethoven hätte uns seinen Segen gegeben“

Die „Neunte“ in den Wechselfällen der Geschichte

Textvorlage für das Finale

„An die Freude“, Ode von Friedrich Schiller (1759–

1805), verfasst im September 1785 in Dresden;

für ihre Verwendung im Finale der „Neunten“ wählte

Beethoven die Strophen 1–4 (von insgesamt

9 Strophen) aus, komponierte aber von der 2. Strophe

nur den ersten, von der 4. Strophe nur den

zweiten Teil.

Wolfgang Stähr

Entstehung

Erste Skizzen zum Scherzo („Fuge“) entstanden

1815; doch erst 1817/18 begann sich Beethoven

mit konkreten Entwürfen zu einer „Symphonie

in D“, einem Vorläufer der „Neunten“, zu befassen;

Wiederaufnahme der Arbeit im Sommer 1822;

Abschluss der Komposition im Februar 1824 in

Wien.

Widmung

„Seiner Majestät dem König von Preußen Friedrich

Wilhelm III. in tiefster Ehrfurcht zugeeignet“;

aus ungeklärten Gründen un ter blieb die anfangs

geplante Widmung an Beethovens Schüler Ferdinand

Ries, auf dessen Initiative die Londoner „Philharmonic

Society“ Beethoven den Kompositionsauftrag

zur „Neunten“ erteilt hatte; eine zweite

ge plante Widmung sollte dem russischen Zar Alexander

I. gelten, der allerdings vor Drucklegung

der Partitur verstarb.

Uraufführung

Am 7. Mai 1824 in Wien im Kärntner Tor- Theater

(Dirigent: Michael Umlauf; Solisten: Henriette Sontag,

Sopran; Caroline Unger, Alt; Anton Haitzinger,

Tenor; Joseph Seipelt, Bass); Beethoven fungierte

wegen seiner vollständigen Taubheit nur als

eine Art „Nebendirigent“ (Programmzettel: „Herr

Ludwig van Beethoven selbst wird an der Leitung

des Ganzen An theil nehmen“).


Joseph Carl Stieler: Ludwig van Beethoven (um 1820)

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„Man hat die ‚Neunte Symphonie‘ in einen Nebel

von hohen Worten und schmückenden Beiworten

gehüllt“, schrieb Claude Debussy 1901

in der „Revue blanche“. „Sie ist – neben dem berühmten

‚Lächeln der Mona Lisa‘, dem mit seltsamer

Beharrlichkeit das Eti kett ‚geheimnisvoll‘

anhaftet – das Meisterwerk, über das am meisten

Unsinn verbreitet wurde. Man muss sich nur

wundern, dass es unter dem Wust von Geschreibe,

den es hervor gerufen hat, nicht schon längst

begraben liegt.“

Mythos „Letzte Symphonie“

Debussy hat gewiss nicht übertrieben: Es dürfte

wohl keine zweite Komposition in der Musikgeschichte

geben, die eine solch schillernde und

widersprüchliche Langzeitwirkung entfaltet hat

wie Beethovens d-Moll-Symphonie: die „Neunte“.

Einerseits schien sie einen historischen Endpunkt

zu markieren: „Maß und Ziel“ der Instrumentalmusik

seien mit der „Neunten“ erschöpft,

glaubte Robert Schumann 1835 feststellen zu müssen

– sechs Jahre, bevor er selbst mit seinen Symphonien

B-Dur op. 38 und d-Moll op. 120 das

Gegenteil beweisen sollte. Und Richard Wagner

behauptete 1849 kühn: „Die letzte Symphonie

Beet hovens ist die Erlösung der Musik aus ihrem

eigensten Elemente heraus zur allgemeinsamen

Kunst […] Auf sie ist kein Fortschritt möglich, denn

auf sie unmittelbar kann nur das vollendete Kunstwerk

der Zukunft, das allgemeinsame Drama

folgen.“ Andererseits diente gerade diese Symphonie

– von Berlioz über Liszt bis zu Mahler –

als Pro totyp einer neuen, die Gattungsgrenzen

überschreitenden Symphonik. Und eine „Neunte“

zu schreiben, war fortan für Komponisten eine

riskante Unternehmung: nicht allein, weil sie sich

Ludwig van Beethoven: 9. Symphonie d-Moll

unweigerlich dem Vergleich mit Beet hoven stellen

mussten, sondern weil eine irra tionale Furcht sich

breit machte, mit der Komposition einer „Neunten“

an das Ende der eigenen Lebens frist zu geraten.

Anton Bruckner begründete seine tiefsitzende

Scheu, sich an eine Symphonie mit der Ordnungsnummer

9 zu wagen, ausdrücklich mit dem belastenden

Gedanken, dass Beethoven „mit der ‚Neunten‘

den Ab schluss seines Lebens“ gefunden

habe. Und tatsächlich sollte auch er seine „Neun -

te“ nicht überleben ! Auch Gustav Mahler hatte,

wie wir in den Erinnerungen der Alma Mahler-

Werfel lesen, „Angst vor dem Begriff ‚Neunte

Symphonie‘, da weder Beethoven noch Bruckner

die ‚Zehnte‘ er reicht hatten. So schrieb er ‚Das

Lied von der Erde‘ erst als ‚Neunte‘, strich dann

die Zahl durch und sagte mir bei der später folgenden

‚Neunten Symphonie‘: ‚Eigentlich ist es

ja die ‚Zehnte‘, weil das ‚Lied von der Erde‘ ja

meine ‚Neunte‘ ist.‘ Als er dann an der ‚Zehnten‘

schrieb, meinte er: ‚Jetzt ist für mich die

Gefahr vorbei !‘ Doch hat er eine Aufführung

der ‚Neunten‘ nicht erlebt und niemals seine

‚Zehnte‘ vollendet. Da Beet hoven nach der ‚Neunten‘

starb und Bruck ner seine ‚Neunte‘ gar nicht

mehr vollenden konnte, so war es eine Art Aberglauben

ge worden, dass kein großer Symphoniker

über die ‚Neunte‘ hinauskomme.“ Arnold Schönberg

sprach schließlich 1912 die Überzeugung aus:

„Die ‚Neunte‘ ist eine Grenze. Wer darüber hinaus

will, muss fort. Es sieht aus, als ob uns in

der ‚Zehnten‘ etwas gesagt werden könnte, was

wir noch nicht wissen sollen, wofür wir noch

nicht reif sind. Die eine ‚Neunte‘ geschrieben

haben, standen dem Jenseits zu nahe. Vielleicht

wären die Rätsel dieser Welt gelöst, wenn einer

von denen, die sie wissen, die ‚Zehnte‘ schriebe.“

Beethovens d-Moll-Symphonie ist jedoch,


Joseph Carl Stieler: Skizze zum Portrait Ludwig van Beethovens (um 1820)

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bei allen musikhistorischen Folgen, vor allem Gegenstand

und Projektionsfl äche politischer Ideale

und Weltanschauungen geworden. Re präsentiert

sie das siegesbewusste Deutschtum oder das

einige Europa ? Spornt sie zum Krieg an, oder

ermahnt sie zum Frieden ? Manifestiert sich in

ihr eine republikanische Gesinnung ? Ertönt sie

gar als Triumph gesang der kämpfenden Arbeiterklasse

? Es lohnt sich, angesichts dieser verwirrenden

Vielzahl einander widersprechender

Deutungsversuche einen vielleicht klärenden

Blick zurück in die Geschichte zu werfen und

den ideologischen Wechselfällen nach zuspüren,

denen Beethovens „Neunte“ ausgesetzt war.

Die „Neunte“ zum Jahreswechsel

Die Aufführung von Beethovens d-Moll-Symphonie

zum Jahreswechsel folgt einer Tradition, über

deren Ursprung in der Arbeitermusik-Bewegung

sich nur die wenigsten Konzertbesucher (und

-veran stalter) im Klaren sein dürften. Das Leipziger

Arbeiterbildungs-Institut ließ für eine „Friedens-

und Freiheitsfeier“ in der Silvesternacht

des Jahres 1918 Beethovens „Neunte“ einstudieren

und auf führen. Kein Geringerer als Arthur

Nikisch dirigierte das Städtische Theater- und

Gewandhaus-Orches ter und Mitglieder des Bach-

und des Riedel-Vereins sowie des Gewandhaus-

Chores. Der Konzert beginn in der Alberthalle des

Kristallpalastes war auf 23 Uhr festgelegt, um

den Anbruch des neuen, nach dem Ende des

Krieges und der Monarchie mit größten Hoffnungen

begrüßten Jahres mit Schillers Worten

und Beethovens „Freuden“-Melodie gebührend

feiern zu können. Der historisch-symbolische

Rang jener musikalischen Kundgebung spiegelt

sich in den Kritiken wider. Nie sei die 9. Sym-

Ludwig van Beethoven: 9. Symphonie d-Moll

phonie „so zeit gemäß ge wesen wie heute“, hieß

es etwa im „Leipziger Tageblatt“, „wenn wir

auch noch inmitten der Not, im wirren Chaos

sind. Diejenigen, die in der November revo lution

die Erlösung erblicken, werden in ihrer Seele

beim Lied an die Freude die Resonanz empfinden,

die anderen werden ihre Sehnsucht nach

der Lö sung aller Wirrnisse, nach dem Frieden im

Land in das Werk strömen lassen – ergreifen

aber muss es heute alle, da wir zu keiner Zeit

leidenschaftlicher um unser Schicksal rangen

als jetzt“. Die Idee, den Jahreswechsel mit ei ner

Aufführung der „Neunten“ zu begehen, mach te

sich in der Zeit von 1927 bis 1932 auch die Berliner

Volksbühne zu eigen. Mittlerweile sind Silvesterkonzerte

mit Beethovens „Neunter“ land -

auf, landab zu einem alljähr lichen Brauch geworden:

vertraut, beliebt, aber kaum noch erhellt

von dem program matischen Anspruch, wie er

die Menschen im Jahr 1918 bewegt hatte.

Beethovens „Neunte“ stand auch nach jenem

denkwürdigen 31. Dezember 1918 im Zentrum

der Arbeitermusik-Bewegung und ihrer ehrgeizigen

Konzertaktivitäten. 1927 nahm der Komponist

Hanns Eisler den 100. Todestag Beethovens

zum Anlass, dessen Musik zum geistigen

Besitz „der aufsteigenden Arbeiterklasse, nicht

aber der Bourgeoisie“ zu erklären. In der „Roten

Fahne“, dem Zentralorgan der Kommunistischen

Partei Deutschlands, schrieb Eisler: „Und wenn

dieser gewaltige Hymnus an die Freude aufbraust,

sich steigert und jubelnd ausklingt, dann kann

und muss jeder klassen bewusste Arbeiter, mit

Kraft und Zuversicht erfüllt, sich sagen können:

Diese Töne, die schon jetzt uns, den noch kämpfenden

Arbeitern, Energien zu führen, werden

erst recht uns gehören, wenn wir über die jetzt


Neujahrsglückwunsch Beethovens für Dorothea Ertmann: „An die Baronin Ertman zum neuen Jahre 1804

von ihrem Freunde und Verehrer Beethoven“

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herrschende Klasse gesiegt haben werden und

den Millionenmassen der bis dahin Unterdrückten

mit dem Triumph gesang Beethovens zujauchzen

werden: ‚Seid umschlungen, Millionen !‘“

Freiheit, Gleichheit, Bruderliebe

Die ideologische Inanspruchnahme der „Neunten“

durch die politische und musi kalische Linke reicht

zurück bis in die Epoche des Vormärz. Franz Brendel,

Herausgeber der „Neuen Zeitschrift für Musik“

(ab 1844) und Wortführer der musikalischen

Fortschrittspartei, feierte Beethoven als In begriff

„des neuen, durch die Revolution hervorgerufenen

Geistes, er ist der Komponist der neuen Ideen

von Freiheit und Gleichheit, Emancipation der

Völker, Stände und Indi viduen“. Namentlich Beethovens

„Neunte“ glaubte er „mit allen Fragen

der Zeit“ asso ziieren zu können. „Das Ideal der

Zukunft ist diese rückhaltlose, unbedingte Hingebung

an die Menschheit, dieser ächte Socialismus,

wie ihn Beethoven zuerst ausgesprochen

hat.“ Als Brendel von konservativer Seite angegriffen

und aufgefordert wurde, seine Theorie

von der Musik als Ausdruck revo lutionären Zeitgeists

zu belegen und zum Beweis einige Takte

zu nennen, in denen demokratische Denkungs -

art nachprüfbar festzustellen sei, ließ er seinen

Mitarbeiter Ernst Gottschald mit stilisierter Empörung

antworten: „Sie begreifen nicht, wie musikalische

Kunstwerke aristokratische oder demokratische

Gesinnungen ausdrücken können ? Glauben

Sie, dass Beethoven zu Schiller’s Gedicht ge -

griffen, um blos einmal Gesang mit einer Symphonie

zu verbinden ? Finden Sie in diesen Tönen

keine tiefere Bedeutung als in irgend einem

Hymnus ? Wenn er in gewichtigen Accorden singt:

‚Seid umschlungen, Millionen, diesen Kuss der

Ludwig van Beethoven: 9. Symphonie d-Moll

ganzen Welt !‘ – erkennen Sie in solchen Stimmungen

gar keinen geistigen Zusammenhang

mit den Ideen der modernen Demokratie, mit

den Ideen der Freiheit, Gleichheit, Bruderliebe ?“

Wenige Wochen nach dem Ausbruch der Barrikadenkämpfe

des Mai 1849 studierte Richard

Wagner die „Neunte“ in Dresden ein. Unter den

Zuhörern der Generalprobe am 31. März be fand

sich auch der russische Anarchist Michail Ba ku -

nin, der am Schluss zum Podium trat und Or ches -

t er und Dirigent ermutigte, sie sollten, wenn beim

nahen Weltenbrand auch alle Musik verloren ginge,

für den Erhalt dieser Symphonie ihr Leben

wagen. Als dann während der Kampfhandlungen

am 6. Mai das Alte Dresdner Opernhaus ein Raub

der Flammen wurde, traf Wagner mit einem der

Aufständischen zusammen, der ihm zurief: „Herr

Kapell meister, ‚der Freude schöner Götterfunken‘

hat gezündet, das morsche Gebäude ist in Grund

und Boden verbrannt.“ Dieses unerwartete Pathos

habe, so Wagner in seiner Autobiographie, „seltsam

kräftigend und befreiend“ gewirkt.

Urgermane oder Antifaschist ?

Aber die Rezeptionsgeschichte der „Neunten“

kennt durchaus nicht nur republikanische, linksdemokratische

oder sozialistische Kapitel. Eine

ganz andere Welt- und Werksicht offenbart sich

schlagartig in jenem Feldpostbrief, den die Zeitschrift

„Die Musik“ zu Beginn des Ersten Weltkriegs

dokumentierte und dessen Verfasser seinen

„tatkräftigen Willen“ bekundete, „einst siegreich

und ohne Schatten des Hohnes der Welt den

großen deutschen Freudenhymnus anzustimmen:

‚Seid umschlungen, Millionen !‘“ Auch der Musikhistoriker

Hermann Abert wusste zu berichten,


Anton Graff: Friedrich Schiller, gemalt 1785 in Dresden zur Entstehungszeit der Ode „An die Freude“

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dass Beethovens „Kampf- und Heldensymphonien“

– zu denen er die „Neunte“ zählte – „in den Tornistern

unserer Feldgrauen zu finden waren. Der

Erzklang in Beethovens Kunst übertönte alle anderen.“

Im Dritten Reich wurde Beethoven dann

apodiktisch zum „Symbol deutscher Selbstbehauptung“

und zum „germanischen Meilensteinmenschen“

erklärt, „geboren aus der Urkraft deutschen

Menschentums“. Gleichwohl blieb Beethovens

Opus 125 mit seiner so gar nicht zeitge -

mäßen Botschaft „Alle Menschen werden Brüder“

für das nationalsozialistische Deutschland

ein heikler Fall. Wie in einem Brennglas bündelt

sich der ideologische Streit um den „Besitz“ der

„Neunten“ in jenen Zeilen, mit denen Hanns Eisler

1938 die Unvereinbarkeit von Beethovens Symphonie

mit Propaganda und Realität des Nationalsozialismus

unterstrich, um das Werk im selben

Atemzug auf die moralisch richtige, d. h. auf

seine Seite zu ziehen: „Können wirklich die Faschisten

dieses Werk übernehmen ? Bei ihnen

müssten doch die Worte ganz anders lauten, nämlich

so: ‚Alle Menschen werden Brüder, mit Ausnahme

sämtlicher Völker, deren Länder wir annektieren

wollen, mit Ausnahme der Ju den, der

Neger und vieler anderer.‘ Dieser Beethoven ist

kein Zeuge für die faschistische Diktatur, aber

er ist das Vorbild für den Antifaschisten, und der

große Zeuge für die Wahrheit und die Gerechtigkeit

unseres Kampfes.“

Und heute ? Ist der Streit um Beethovens „Neun -

te“ entschieden ? In unseren ideologisch windstillen

Tagen ist er zumindest ab gefl aut. Und seit

die „Freuden“-Melodie 1972 zur sog. „Europa -

hymne“ bestimmt worden ist, tritt auch ihre ursprüngliche

friedens stiftende Idee wieder stär-

Ludwig van Beethoven: 9. Symphonie d-Moll

ker ins Bewusstsein: „Deine Zauber binden wieder,

was die Mode streng geteilt.“ In Augenblicken

von historischer Dimension allerdings scheint

sich nach wie vor kein anderes Werk zwingender

zur Aufführung anzubieten als eben diese

Symphonie. 1989, nach dem Fall der Mauer, dirigierte

Leonard Bernstein am Ort des Ge schehens,

in Berlin, Beethovens „Neunte“. „Zu umjubelten

musikalischen Freiheits feiern gerieten

über Weihnachten die bei den Berlin-Konzerte

unter Leonard Bernstein im Ost- und Westteil

der Stadt“, mel dete damals die Deutsche Presse-

Agentur. „Bei beiden Konzerten ließ der amerikanische

Dirigent den Schluss chor von Beethovens

9. Symphonie ‚Alle Menschen werden Brüder‘

in leicht geänderter Fassung singen: ‚Freiheit,

schöner Götter funken‘ (im Original: ‚Freude, schöner

Götterfunken‘). Sowohl in der West-Berliner

Phil harmonie an Heiligabend als auch im Ost-

Berliner Schauspielhaus am ersten Weihnachts -

tag wurden Bernstein und das von ihm geleitete,

aus Ost- und Westmusikern inter national zusammengesetzte

Orchester enthusiastisch ge -

feiert. Auf Monitoren neben der Kaiser- Wilhelm-

Gedächtniskirche und auf dem Platz der Akademie

verfolgten im Freien Tausende die Konzerte.

Fernseh- und Hörfunk stationen aus mehr als 20

Ländern übertrugen das Ost-Berliner Gastspiel

live. Im Programm heft hatte Bernstein vermerkt:

‚Ob wahr oder nicht – ich glaube, dies ist ein

Augenblick, den der Himmel gesandt hat, um

das Wort ‚Freiheit‘ immer dort zu singen, wo

in der Partitur von ‚Freude‘ die Rede ist. Ich bin

sicher, dass Beethoven uns seinen Segen gege -

ben hätte.‘“


Textvorlage für den 4. Satz

in Beethovens Bearbeitung

Rezitativ

(Basssolo)

O Freunde, nicht diese Töne !

Sondern lasst uns angenehmere

anstimmen,

Und freudenvollere.

Allegro assai

(Soli und Chor)

Freude, schöner Götterfunken,

Tochter aus Elysium,

Wir betreten feuertrunken,

Himmlische, dein Heiligtum !

Deine Zauber binden wieder,

Was die Mode streng geteilt;

Alle Menschen werden Brüder,

Wo dein sanfter Flügel weilt.

Wem der große Wurf gelungen,

Eines Freundes Freund zu sein;

Wer ein holdes Weib errungen,

Mische seinen Jubel ein !

Der Gesangstext

„An die Freude“

Friedrich Schiller

Ja – wer auch nur eine Seele

Sein nennt auf dem Erdenrund !

Und wer’s nie gekonnt, der stehle

Weinend sich aus diesem Bund !

Freude trinken alle Wesen

An den Brüsten der Natur,

Alle Guten, alle Bösen

Folgen ihrer Rosenspur.

Küsse gab sie uns und Reben,

Einen Freund, geprüft im Tod,

Wollust ward dem Wurm gegeben,

Und der Cherub steht vor Gott.

Allegro assai vivace.

Alla Marcia

(Tenorsolo und Männerchor)

Froh, wie seine Sonnen fliegen

Durch des Himmels prächt’gen Plan,

Laufet, Brüder, eure Bahn,

Freudig wie ein Held zum Siegen.

(Chor)

Freude, schöner Götterfunken,

Tochter aus Elysium,

Wir betreten feuertrunken,

Himmlische, dein Heiligtum !

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Deine Zauber binden wieder,

Was die Mode streng geteilt;

Alle Menschen werden Brüder,

Wo dein sanfter Flügel weilt.

Andante maestoso

Seid umschlungen, Millionen !

Diesen Kuss der ganzen Welt !

Brüder – über’m Sternenzelt

Muss ein lieber Vater wohnen.

Adagio ma non troppo,

ma divoto

Ihr stürzt nieder, Millionen ?

Ahnest du den Schöpfer, Welt ?

Such’ ihn über’m Sternenzelt,

Über Sternen muss er wohnen.

Allegro energico, sempre

ben marcato

Freude, schöner Götterfunken,

Tochter aus Elysium,

Wir betreten feuertrunken,

Himmlische, dein Heiligtum !

Seid umschlungen, Millionen !

Diesen Kuss der ganzen Welt !

Ihr stürzt nieder, Millionen ?

Ahnest du den Schöpfer, Welt ?

Such’ ihn über’m Sternenzelt !

Brüder – über’m Sternenzelt

Muss ein lieber Vater wohnen.

Der Gesangstext

Allegro ma non tanto

(Soli und Chor)

Freude, Tochter aus Elysium,

Deine Zauber binden wieder,

Was die Mode streng geteilt;

Poco adagio

Alle Menschen werden Brüder,

Wo dein sanfter Flügel weilt.

Poco allegro, stringendo

il tempo, sempre più

allegro, prestissimo

Seid umschlungen, Millionen !

Diesen Kuss der ganzen Welt !

Brüder – über’m Sternenzelt

Muss ein lieber Vater wohnen.

Freude, schöner Götterfunken !

Tochter aus Elysium !

Freude, schöner Götterfunken !


Martin Tejček: Ludwig van Beethoven (um 1823)

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Allen Verehrern des wundervollen Meisters Beethoven

steht in Kürze ein seltener Genuss bevor,

wenn mit diesem fast zu sinnlichen Worte die erhabene

Wirkung bezeichnet werden kann, von welcher

bei würdigster Ausführung und erlangtem

edelsten Verständnisse sein letztes derartiges

Werk, die Neunte Symphonie mit Schlusschor

über Schillers Ode „An die Freude“, sein muss.

Dadurch dass die Kapelle gerade die ses Werk

zur Aufführung in ihrem diesjährigen sog. Palmsonntags-Konzert

gewählt hat, scheint dieser

vortreffl iche und reiche Verein von Künstlern beurkunden

zu wollen, bis zu welcher Höhe seine

Leistungen sich zu erheben vermögen; denn wie

diese Symphonie unbestreitbar die Krone des

Beet hoven’schen Geistes ist, enthält sie ebenso

unleugbar auch die schwierigste Aufgabe für die

Aus führung; bei dem würdigen Geiste aber, der

diesen großen Palmsonntags-Konzertaufführungen

bisher stets innegewohnt hat, dürfen wir

mit Sicherheit annehmen, dass diese Aufgabe

gewiss eine vollkommene Lösung erhalten werde.

– Endlich darf also auch das größere Publikum

Dresdens hoffen, dieses tiefsinnigste und

riesenhafteste Werk des Meisters sich erschlossen

zu sehen, dessen übrige Symphonien bereits

zu einer edlen Popularität gelangt sind, während

dieses Werk bisher noch in die Ferne eines geheimnisvollen,

wunderbaren Rätsels entrückt

blieb, zu dessen erhebender Lösung es aber gewiss

nur einer vollkommen geeigneten Gelegenheit

und eines kräftigen, mutigen Sinnes für die

Richard Wagner über die „Neunte“

„Haben Schiller und Beethoven

umsonst gelebt ?“

Richard Wagner

erhabenste und edelste Richtung der Kunst bedarf,

die sich nirgends mit sprechenderer Überzeugung

offenbart hat, als in dieser letzten Symphonie

Beet hovens, zu welcher alle seine früheren

Schöpfungen der Art uns wie die Skizzen und

Vorarbeiten erscheinen, durch welche es dem Meister

eben nur möglich werden konnte, sich zur Konzeption

dieses Werkes emporzuarbeiten. O höret

und staunet !

Würde es nicht gut sein, wenn – wenigstens

versuchsweise – irgend etwas geschähe, um

auch dem größeren Publikum das Verständnis

der letzten Symphonie Beethovens, deren Aufführung

wir in diesen Tagen entgegensehen,

näher zu rücken ?! Wir erinnern hierbei an die

wunderlichsten Missverständnisse und sonderbarsten

Deutungen, denen dieses Werk so verschiedentlich

ausgesetzt war, so dass schon

vom Umherlaufen der darauf beruhenden Gerüchte

zu fürchten stünde, nicht dass sich das

Publikum zu jener bevorstehenden Aufführung

etwa nicht zahlreich genug einfinden möchte

(dagegen bürgt der Ruf der Wunderbarkeit und

Seltsamkeit dieser letzten großen Schöpfung

des Meisters, von dem ja manche behaupten, er

habe diese Symphonie im halben Wahnsinn geschrieben

!!) – sondern dass ein wahrscheinlich

nicht geringer Teil desselben bei einer ersten

und nur einmaligen Anhörung dieser Tondichtung

dadurch in Befangenheit und Verwirrung

versetzt werde, und ihm somit ein wahrhafter


Genuss entgehe. Öfter gebotene Gelegenheit zur

Anhörung solcher Werke würde allerdings das

geeignete Mittel zur Verbreitung ihres Verständnisses

sein; leider aber kommt diese Vergünstigung

meist nur Musikstücken zu gut, die bei ihrer

fast übertriebenen Begreifl ichkeit und Leichtverständlichkeit

ihrer gar nicht bedürfen ! Es war

einmal ein Mann, der fühlte sich gedrängt, alles

was er dachte und empfand, in der Sprache der

Töne, wie sie ihm durch große Meister überliefert

war, auszudrücken: in dieser Sprache zu reden,

war sein innigstes Bedürfnis, sie zu vernehmen,

sein einzigstes Glück auf Erden, denn sonst

war er arm an Gut und Freude, und die Leute ärgerten

ihn sehr, wie gut und liebend er auch gegen

alle Welt gesinnt war. Nun sollte ihm aber

sein einzigstes Glück geraubt werden, – er wurde

taub und durfte seine eigene herrliche Sprache

nicht mehr vernehmen ! Ach, da kam er nahe

daran, sich der Sprache selbst auch berauben zu

wollen: sein guter Geist hielt ihn zurück; – er fuhr

fort, auch was er nun em pfinden musste, in Tönen

auszusprechen; – aber ungewöhnlich und wunderbar

sollten nun seine Empfindungen werden;

– wie die Leute von ihm dachten und fühlten, musste

ihm fremd und gleichgültig sein; er hatte sich

nur noch mit seinem Innern zu beraten und in die

tiefsten Tiefen des Grundes aller Leidenschaft und

Sehnsucht sich zu versenken ! In welch wunderbarer

Welt ward er nun heimisch ! Da durfte er

sehen – und hören, denn hier bedarf es keines

sinnlichen Gehöres, um zu vernehmen: Schaffen

und Genießen ist da eines. – Diese Welt aber war,

ach ! die Welt der Einsamkeit: wie kann ein kindlich

liebevolles Herz für immer ihr angehören wollen

?! Der arme Mann richtet sein Auge auf die

Welt, die ihn umgibt, – auf die Natur, in der er

einst voll süßen Entzückens schwelgte, auf die

Richard Wagner über die „Neunte“

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Men schen, denen er sich doch noch so verwandt

fühlt ! Eine ungeheure Sehnsucht erfasst, drängt

und treibt ihn, der Welt wieder anzugehören und

ihre Wonnen, ihre Freuden wieder genießen zu

dürfen. – Wenn ihr ihm nun begegnet, dem armen

Mann, der euch so verlangend anruft, wollt ihr

ihm fremd ausweichen, wenn ihr zu eurer Verwunderung

seine Sprache nicht sogleich zu verstehen

glauben solltet, wenn sie euch so seltsam, ungewohnt

klingt, dass ihr euch fragt: Was will der

Mann ?! O, nehmt ihn auf, schließt ihn an euer

Herz, höret staunend die Wunder seiner Sprache,

in deren neugewonnenem Reichtume ihr bald nie

gehörtes Herrliches und Erhabenes erfahren werdet,

– denn dieser Mann ist Beethoven, und die

Sprache, in der er euch anredet, sind die Töne seiner

letzten Symphonie, in der der Wunderbare all

seine Leiden, Sehnsucht und Freuden zu einem

Kunstwerke gestaltete, wie es noch nie da war !

„Zu Beethovens Neunter Symphonie“, 1846

Wenn wir aber dem Werte dieser Tapferkeit die

Bedeutung der deutschen Musik, wie dies soeben

geschah, zur Seite stellen, so meinen wir darunter

gewiss eben nur die Musik Beet hovens, nicht

jedoch die Musik, wie sie heute gerade in Deutschland

getrieben wird. Seine Tapferkeit würde man

ihm allerdings nicht wohl zutrauen, wenn man die

Musik sich anhört, zu welcher der Deutsche unserer

Tage tapfer ist, und durch nichts kann eben

dem Deutschen schlagender nachgewiesen werden,

dass er das große Vermächtnis seines Beethoven

sich noch gar nicht anzueignen gewusst

hat, als durch den Hinweis auf den Geist seiner

öffentlichen und eigentlichen Volksmusik. Wie

muss es den Schüler Beethovens gemuten,


16 Richard Wagner über die „Neunte“

wenn er unsere so ernst gestimmten Heere nach

den läppischen Polka- und itali enischen Opernmelodien

dahinmarschie ren sieht ?! Und wenn

nun gar das Philister-Liederkränzchen sich vor

der Schlacht in seiner albernen Weichlichkeit breit

macht, da fragt man sich denn wohl, zu was ein

Luther seine „feste Burg“ einem solchen Volke

geschenkt hat, wenn es ohne alle Skrupel sein

„Rheinwachthäuschen“ ihm zur Seite setzt. Wie

der öffentliche Ge schmack der Deutschen in Kunstdingen

sich gewöhnt hat, das Schlechteste mit

dem Besten gleich behaglich zu verschlingen, müssen

wir uns denn wohl auch es gefallen lassen,

die großartigste Erhebung und die ge wichtigsten

Taten unseres Volkes von unseren Dichtern und

Musikern so gefeiert zu sehen, als würden sie

beim Stiftungsfest eines Turnervereins im Biergarten

vor uns ausgeführt. Wenn je, so musste

jetzt es sich zeigen, dass es einen Sinn hatte,

einen Schiller, einen Beethoven von einer deutschen

Mutter geboren zu wissen ! Wie wollen

wir nun unseren Beethoven feiern ?!

Mit Aufführungen seiner Werke ?! Aber diese

werden ja, jahraus jahrein, in unseren Konzertsälen

gespielt; die Söhne und Töchter unseres

vermögenden Bürgerstandes hören sie mit vielem

Vergnügen an, und in allen Musikzeitungen

wird darüber berichtet, wie ausgezeichnet dies

alles sei. Und nun das deutsche Volk ?! Sobald

es in die Schlacht zieht, um unerhörte Taten zu

verrichten, spielt man ihm aus dem „Trovatore“

dazu auf, oder – noch schlimmer ! – der deutsche

Musiker komponiert ihm Schlachthymnen und Germanialieder

! – Uns dünkt nun, dass gerade diese

Erscheinung, die unwiderleglich sich uns aufdrängende

Einsicht in den geradezu schmachvollen

Abstand dieser äußeren Erscheinung des

deutschen Wesens von seinem inneren An-sich,

eben jetzt, und in diesem großen Jahre uns Stoff

zu männlich ernsten Erwägungen des Grundes jener

ungeheuren Er schlaffung, in welche der öffentliche

deutsche Kunstgeist verfallen ist, zuführe.

Die Ge schichte kommt uns zur Hilfe und setzt in

das Jahr des hundertsten Geburtstages seines

großen Musikers die siegreiche Erhebung des deutschen

Volkes aus viel hundertjährigem Verfall.

Feiert jedes von diesen beiden so, dass die eine

Feier der anderen würdig sei, so feiert ihr einzig

sowohl jene Geburt wie diese Wiedergeburt würdig.

Ergänzt das, was euch Beethoven ist, durch

das, was euch die Siege der deutschen Heere sind;

empfi ndet die Kraft der deutschen Tat mit der Ener -

gie eines von Beethoven’scher Musik erfüllten Herzens,

so begreift ihr die Bedeutung des einen wie

des anderen. Dort Taten, hier Werke. Lasset die

Taten unserer Siege das Werk eines wahren und

ächten deutschen Reiches errichten, so sollen euch

jene Werke des großen Beethoven auch zu den

edelsten Taten des deutschen Geistes führen.

Wie also wollen wir Beethoven feiern ?!

Im Erstdruck weggelassener Schlussabschnitt

der Schrift „Beethoven“, 1871


Ferdinand Waldmüller: Ludwig van Beethoven (um 1823)

17


BESONDERE

HÖREMPFEHLUNGEN

VON SONY CLASSICAL

SOL GABETTA

SCHOSTAKOWITSCH & RACHMANINOW

Die neue CD der Cellistin mit der Live-Aufnahme des Cellokonzertes Nr. 1

von Schostakowitsch mit den Münchner Philharmonikern unter Lorin Maazel

und einer Aufnahme der Rachmaninow-Sonate für Cello und Klavier mit der

Pianistin Olga Kern. „Sie spielt, als ginge es um alles.“ SZ www.solgabetta.de

www.sonymusicclassical.de

LORIN MAAZEL

MEISTERWERKE DER KLASSIK AUF 30 CDS

Die Lorin Maazel-Edition enthält herausragende Aufnahmen aus der

beispiellosen Karriere des berühmten Dirigenten, die Maazel mit den

großen, bedeutenden Orchestern eingespielt hat. Weltweit erstmalig

auf CD erhältlich: Mahlers Sinfonie Nr. 1 mit dem Orchestre National

de France. Alle CDs sind in der Optik der Original-Alben gestaltet.

LANG LANG DAS CHOPIN ALBUM

Lang Lang widmet seine neue, in Berlin aufgenommene Solo-CD ganz

der Musik Chopins: mit den 12 Etüden op. 25, Nocturnes, dem Grande

Valse Brillante, dem Minutenwalzer u.a.

Die limitierte Erstauflage erscheint als hochwertiges Büchlein mit

50-minütiger Bonus-DVD „Mein Leben mit Chopin“. www.langlang.com


Seit über einem halben Jahrhundert ist Lorin

Maazel einer der am meisten geschätzten Dirigenten

der Welt. Zuletzt leitete er als Musikdirektor

das Opernhaus in Valencia / Spanien

sowie von 2002 bis 2009 die New Yorker Philharmoniker.

Außerdem ist er Gründer und Künstlerischer

Leiter des viel beachteten Castleton

Festivals in USA. Ab September 2012 übernimmt

Lorin Maazel für drei Jahre die Position des Chefdirigenten

der Münchner Philharmoniker.

Die Künstler

Lorin Maazel

Dirigent

19

Der in Paris geborene Amerikaner erhielt mit fünf

Jahren Violin- und mit sieben Jahren Dirigierunterricht.

Bereits als Jugendlicher stand Lorin Maazel

am Pult aller großen amerikanischen Orchester.

1953 gab er sein europäisches Debüt als Dirigent

am Teatro Massimo Bellini in Catania / Sizilien.

Rasch entwickelte er sich zu einem der führenden

Dirigenten, trat 1960 als erster Amerikaner

in Bayreuth auf, debütierte 1961 beim Boston

Symphony Orchestra und 1963 bei den Salzburger

Festspielen.

Seither hat Lorin Maazel mehr als 150 Orchester

in über 5000 Opern- und Konzertaufführungen

dirigiert, darunter zahlreiche Uraufführungen.

Lorin Maazel war Chefdirigent des Symphonieorchesters

des Bayerischen Rundfunks (1993–

2002), Music Director des Pittsburgh Symphony

Orchestra (1988–1996), als erster Amerikaner

Direktor und Chefdirigent der Wiener Staatsoper

(1982–1984), Music Director des Cleveland

Orchestra (1972–1982) und künstlerischer Leiter

und Chefdirigent der Deutschen Oper Berlin

(1965–1971).

1985 ernannte das Israel Philharmonic Orchestra

Lorin Maazel zum Ehrenmitglied, außerdem ist

er Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker und

erhielt die Hans von Bülow-Medaille der Berliner

Philharmoniker.


20

Die Künstler

Maria Luigia Borsi Lioba Braun

Sopran Mezzosopran

Die gebürtige Italienierin schloss ihre musikalische

Ausbildung mit der höchsten Auszeichnung

am „Istituto Superiore di Studi Musicali Pietro

Mascagni“ in Livorno ab und belegte anschließend

Meisterklassen u. a. bei Renata Scotto, Claudio

Desderi, Rodolfo Celletti und Antonietta Stella.

2004 trat Maria Luigia Borsi als Liù in „Turandot“

an der Mailänder Scala unter Carlo Rizzi sowie

als Micaëla in „Carmen“ am Teatro Massimo in

Palermo unter Alain Lombard auf; im gleichen Jahr

debütierte sie auch am Teatro La Fenice in Venedig

als Violetta in „La Traviata“ unter Lorin Maazel.

Weitere Engagements führten Maria Luigia

Borsi als Desdemona in „Otello“ zu den Salzburger

Festspielen und an das Teatro dell’Opera in

Rom, jeweils unter Riccardo Muti, sowie als Mimì

in „La Bohème“ an das Teatro Comunale in Bologna.

Im Konzertbereich trat Maria Luigia Borsi

als Solistin u. a. in Beethovens 9. Symphonie unter

der Leitung von Lorin Maazel sowie mit dem

Rotterdams Philharmonisch Orkest unter der Leitung

von Yannick Nézet-Séguin auf.

Lioba Braun studierte zunächst Kirchenmusik und

wurde anschließend von Charlotte Lehmann zur

Mezzosopranistin ausgebildet. Nach einem Fest -

engagement am Staatstheater Karlsruhe wechselte

sie 1989 an die Wiener Volksoper, kurz darauf

an die Wiener Staatsoper. Von 1993 bis 2003

war Lioba Braun in den großen Mezzo-Partien wie

Eboli, Dalila, Azucena, Amneris, Ortrud, Kundry

und Venus regelmäßig am Nationaltheater Mannheim

zu erleben. Nach ihrem Einspringen bei den

Bayreuther Festspielen 1994 als Brangäne begann

ihre internationale Karriere als Wagner-Sängerin,

die sie an die Mailänder Scala, die Dresdner Semperoper,

die Deutsche Oper Berlin, die Bayerische

Staatsoper sowie an die Opernhäuser von Zürich,

Stuttgart, Madrid, Barcelona und Los Angeles

führte. Mit ihrem umfangreichen Wagner-Repertoire

war sie zudem über viele Jahre hinweg regelmäßig

in Bayreuth engagiert. Lioba Braun gastiert

bei zahlreichen renommierten Orchestern

wie dem Concertgebouw Orkest Amsterdam und

den Berliner Philharmonikern.


Die Künstler

Steve Davislim Georg Zeppenfeld

Tenor Bass

Der australische Tenor begann seine musikalische

Laufbahn zunächst als Hornist; seine Gesangsausbildung

erhielt er am Victorian College of the

Arts bei Joan Hammond. Mit weiteren Studien

bei Gösta Winberg und Neil Shicoff sowie in der

Liedklasse von Irwin Gage in Zürich und am Internationalen

Opernstudio Zürich schloss Steve

Davislim seine Ausbildung ab und wurde 1994

Ensemblemitglied am Opernhaus Zürich. Gastengagements

führten ihn u. a. nach Athen, Neapel,

Hamburg, London, Paris, zu den Salzburger

Festspielen und an die Deutsche Oper Berlin. Ein

Höhepunkt in Steve Davislims Karriere war die

Einladung der Mailänder Scala, bei der Eröffnungspremiere

im Dezember 2005 den Idomeneo zu

singen. Im Konzertbereich arbeitet Steve Davislim

mit herausragenden Orchestern in ganz Europa,

den USA und Australien; so wurde er von

David Zinman nach Zürich eingeladen, von Franz

Welser-Möst nach Wien, Linz, Zürich und Cleveland,

von Michel Plasson nach Dresden und Oslo

sowie von Roger Norrington nach London.

21

Der deutsche Bassist studierte nach einer Lehramtsausbildung

in Musik und Germanistik Konzert-

und Operngesang bei Hans Sotin und besuchte die

Musikhochschulen in Detmold und Köln. Sein erstes

Engagement führte Georg Zeppenfeld 1997 an

die Städtischen Bühnen Münster, wo er als Titurel

in „Parsifal“ debütierte, ab 2001 gehörte er

dann dem Ensemble der Sächsischen Staatsoper

Dresden an. Unter Dirigenten wie Marc Albrecht,

Daniele Gatti und Peter Schneider erarbeitete er

sich die wichtigsten Bassrollen wie König Philipp

in „Don Carlos“ oder Pimen in „Boris Godunow“.

2005 sang Georg Zeppenfeld in der „Zauberfl öte“

unter Claudio Abbado in Baden-Baden den Sarastro.

Seit 2002 trat er wiederholt bei den Salzburger

Festspielen auf, im Jahr 2007 gab er sein Debüt

an der Bayerischen Staatsoper. Auf dem Konzertsektor

arbeitete Georg Zeppenfeld u. a. mit

Helmuth Rilling und Peter Schreier zusammen und

gastierte bei angesehenen Festivals wie dem

Schleswig-Holstein Musikfestival oder dem

Brucknerfest Linz.


22

Philharmonischer Chor München

Der Philharmonische Chor München ist einer der

führenden großen Konzertchöre Deutschlands und

Partnerchor der Münchner Philharmoniker. Sein Repertoire

erstreckt sich von der frühen Mehrstimmigkeit

bis hin zur Musik der Gegenwart und umfasst

zahlreiche bekannte und weniger bekannte

Werke: Anspruchsvolle a-cappella-Literatur aller

Epochen und konzertante Opern von Mozart, Verdi,

Puccini, Wagner und Strauss bis hin zu Schönbergs

„Moses und Aron“ und Henzes „Bassariden“. Der

Philharmonische Chor pflegt diese Literatur genauso

wie die Chorwerke von Bach, Händel, Mozart,

Beethoven, Schubert, Schumann, Brahms, Bruckner,

Reger, Strawinsky, Orff oder Penderecki. Er

sang unter der Leitung so bedeutender Komponisten

und Dirigenten wie Gustav Mahler, Hans

Pfitzner, Krzysztof Penderecki, Rudolf Kempe, Herbert

von Karajan, Sergiu Celibidache, Seiji Ozawa,

Zubin Mehta, Lorin Maazel, Mariss Jansons, James

Levine und Christian Thielemann.

Um in dieser Bandbreite dem Publikum Stilsicherheit

bieten zu können, tritt der Philharmonische

Chor außer in der gängigen Konzertchor-Formation

von etwa 100 Sängerinnen und Sängern auch in

kleineren oder größeren Besetzungen auf. Die zusätzliche

Arbeit in wechselnden Kammerchor- und

Vokalensemble-Besetzungen versetzt ihn in die

Lage, sowohl barocke als auch moderne Chorliteratur

in jeweils geeigneter Formation auf höchstem

Niveau zu singen. Im Bereich Alte Musik folgte

auf die erfolgreiche Aufführung der „Johannes-

Die Künstler

Passion“ Johann Sebastian Bachs unter Frans

Brüggen eine Einladung zu den Dresdner Musikfestspielen.

Neue Musik gewinnt ebenfalls an

Stellenwert: So wirkte der Chor an der Uraufführung

der 2. Symphonie von Peter Michael Hamel

im Rahmen der „XI. Münchener Biennale“

mit. In zahlreichen Programmen des Philharmonischen

Chors und seiner Ensembles waren und

sind immer wieder Ur- und Erstaufführungen zu

hören.

Mittlerweile ist der Philharmonische Chor auch

ein gefragter Interpret von konzertanten Opernchören.

Diese von James Levine mit Aufführungen

von „Fidelio“, „Idomeneo“, „Otello“, „Parsifal“

und „Moses und Aron“ begründete Tradition wurde

inzwischen erfolgreich fortgesetzt, so u. a. mit

einem großen Verdi-Chorabend und mit Auszügen

aus Richard Wagners „Meistersingern“ unter Christian

Thielemann. Darüber hinaus rundet der Philharmonische

Chor sein Profil mit eigenen Konzerten

und Aufnahmen ab, die sich regen Zuspruchs

durch das Publikum erfreuen. Er ist gern gesehener

Gast bei Konzertereignissen und Festivals in

Deutschland sowie im europäischen und außer-

europäischen Ausland.


Der 1963 in München geborene Dirigent und Chorleiter

schloss sein Studium an der Münchner Musikhochschule

mit dem Meisterklassen-Diplom ab. Seine

Ausbildung ergänzte er durch zahlreiche internationale

Chorleitungsseminare und Meister kurse

bei renommierten Chordirigenten wie Eric Ericson

und Fritz Schieri.

Als Professor an der Hochschule für Musik und

Theater in München unterrichtet Andreas Herrmann

seit 1996 vorwiegend im Hauptfach Chordirigieren.

Zehn Jahre, von 1996 bis 2006, leitete

er den Hochschulchor, daneben zeitweise auch

Die Künstler

Andreas Herrmann

Chordirektor

23

den Madrigalchor der Hochschule, und betreute in

dieser Zeit Oratorienkonzerte, Opernaufführungen

und a-cappella-Programme aller musikalischen Stilrichtungen.

Pädagogische Erfolge erzielt Herrmann

weiterhin mit der Ausbildung professioneller junger

Chordirigenten aus ganz Europa, wie etwa in einem

Spezialworkshop über neue a-cappella-Musik.

1996 übernahm Andreas Herrmann als Chordirektor

die künstlerische Leitung des Philharmonischen

Chores München. Mit ihm realisierte er zahlreiche

Einstudierungen für Dirigenten wie Lorin Maazel,

Zubin Mehta, Christian Thielemann, James Levine,

Mariss Jansons, Krzysztof Penderecki, Thomas

Hengelbrock, Manfred Honeck, Ton Koopman und

viele andere. Mit dem Philharmonischen Chor und

anderen professionellen Chören, Orchestern und

Ensembles entfaltet Herrmann auch über sein Engagement

bei den Münchner Philharmonikern hinaus

eine rege Konzerttätigkeit: Konzertreisen als

Chor- und Oratoriendirigent führten ihn durch Europa,

nach Ägypten und in die Volksrepublik China.

CD-Produktionen wie die mit dem Echo Klassik

2010 ausgezeichnete BR-Produktion „Merlin“ von

Carl Goldmark, bei der Andreas Herrmann für die

Choreinstudierung verantwortlich war, viele weitere

Tonaufnahmen sowie die erfolgreiche Zusammenarbeit

mit verschiedensten Orchestern, Ensembles

und Rundfunkchören dokumentieren die

internationale Reputation seiner musikalischen

Arbeit.


24

Philharmonische

Blätter

1893 wurden die

Münchner Philharmoniker

gegründet,

und sie hießen zunächst

nach ihrem

Gründer und Mäzen

Franz Kaim: das

Kaim-Orchester. Aber ab 1928 sprach man von den

Münchner Philharmonikern, und wir wissen: wir haben

es mit einem Spitzenorchester zu tun, unter der

Trägerschaft der Stadt München. Die Stadt setzt

sich für ihr Orchester ein, sie trägt es. Die Stadt,

das sind die Bürger mit ihren Steuern. Wenn wir uns

ansehen, wie viele exzellent ausgebildete Musiker

in diesem Orchester sitzen, welche Dirigenten von

Weltrang mit ihm arbeiten, wie viele Konzerte pro

Jahr gegeben werden, dann ahnen wir, dass das

nicht reicht. Immer sind auch private Sponsoren

wichtig, und die gibt es zum Glück für dieses fabelhafte

Orchester. Der Verein „Freunde und Förderer

der Münchner Philharmoniker e.V.“ unterstützt sein

Orchester und den talentierten Nachwuchs seit

1983. Man kann Mitglied werden – dann tut man

Gutes für die Kultur in der Stadt, in der man lebt, für

ihr Ansehen in der ganzen Welt, aber auch für sich

selbst: Mitglieder haben viele Privilegien wie Sonderkonzerte

oder Vorteile bei der Kartenbestellung.

Warum schreibe ich das alles in meiner Kolumne,

bin ich unter die Werber gegangen? Nein, ich bin

unter die Verehrer dieses großartigen Orchesters

gegangen. Ich sehe die fi nanzielle Krise der Städte,

der Gemeinden, der Länder, ja, Europas. Und es ist

Auftakt

Wir brauchen Musik, Musik braucht uns

Die Kolumne von Elke Heidenreich

zu fürchten, dass an der Kultur als verzichtbar gespart

wird, und schon darum sind Förderer unentbehrlich.

Oft schwingt die Angst mit, Mäzene könnten

Einfl uss auf Programm und Richtung eines Orchesters

nehmen. Wer die Musik wirklich liebt, wird

das niemals tun. Er wird wollen, dass es sie in allen

Spielarten und Möglichkeiten gibt, frei nach allen

Seiten, auch sorgenfrei.

Und wir, wie wollen wir denn überleben in all dem

Druck um uns herum, wenn wir nicht die Freiräume

der Kunst haben. Immer wieder ist es ein Glück, eintauchen

zu dürfen in die Welt der Klänge, die uns

umgräbt, bewegt und trägt. Die Regisseurin Andrea

Breth hat über die Zeit, in der wir leben, gesagt:

„Ich empfinde sie als einen täglich zunehmenden

Verlust an Menschlichkeit, an Geistigkeit, an Sprache,

verantwortungslos, mit wachsender Vereinsamung,

immer größerer Kluft zwischen Arm und

Reich, erfüllt von Wurstigkeiten.“

Gegen die Wurstigkeiten setzen wir die Musik.

„Was man musiziert“, schrieb Gustav Mahler 1904

an Bruno Walter, „ist doch der ganze fühlende, denkende,

atmende, leidende Mensch.“

Wir sind dieser Mensch. Wir sitzen da und hören

zu. Und sind wieder, hoffentlich, getröstet und gestärkt.

Das Orchester wird unter Lorin Maazel auch oft auf

Reisen gehen. Es wird seine Botschaft in die ganze

Welt tragen. Diese Botschaft hat Shakespeare in

„Was ihr wollt“ so ausgedrückt: „Wenn die Musik

der Liebe Nahrung ist, spielt weiter!“

In diesem Sinne: Spielt weiter!


Ilona Cudek

Instrument: Violine

Bei den Münchner Philharmonikern

seit 1993

1 Schon mal den Instrumentenkoffer

wo

stehen gelassen? Oh

ja. An einer Bushaltestelle

während der

Schulzeit, einmal im

Zug und einmal im Taxi.

Ging aber immer gut aus...

2 Warum haben Sie eigentlich damals Ihr Instrument

ausgesucht? Das war ein totaler Zufall.

Mein erstes Instrument war in meiner Heimat

Polen das Akkordeon, dann Klavier. Dann

meinte der Musikschuldirektor, ich wäre sehr

begabt und hätte das absolute Gehör, wir sollten

es unbedingt mit der Geige probieren. Sein

Kommentar: „I glaub‘ des kannt‘ wos werden!“.

3 Welches Buch lesen Sie gerade? Paolo Coelho:

„11 Minuten“. Khaled Hosseini: „Drachenläufer“.

David Guterson: „Weiße Zeder“ auf

polnisch.

4 Spielt man als Profi in der Freizeit auch

noch einfach so zum Spaß? Klar: Jazz-Parties,

Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, mit Freunden

privat musizieren.

5 Haben Sie einen Lieblingsplatz in München?

Die Stadt München ist mein absoluter Lieblingsplatz

auf der Welt, fehlt nur noch das Meer...

6 Haben Sie ein Lebens-Motto? Musik hält

jung, geistig und körperlich fit, Musik lässt positiv

denken, tröstet und gibt Kraft.

6 Fragen an …

Kai Rapsch

Philharmonische

Blätter

25

Instrument: Englischhorn und Oboe

Bei den Münchner Philharmonikern

seit 2004

1 Säßen Sie manchmal

gerne im Publikum?

Ja, gerne mit

einem Glas Wein.

2 Mal ehrlich, wie

viel üben Sie pro

Tag? Ganz unterschiedlich

je nach Programm. Im Schnitt zwei

Stunden zusätzlich zu den Proben.

3 Was sagt man Leuten nach, die Ihr Instrument

spielen? Und stimmt das? Das uns beim

spielen der Kopf platzt, zum Glück habe ich es

noch nicht erlebt...

4 Was macht man, wenn man einen Einsatz

versäumt? An den Nächsten denken. Bloß nicht

irritieren lassen, sonst ist der nächste Einsatz

auch passé.

5 Gab es einen Auftritt, der Sie besonders bewegt

hat? Ja, gerade letztens: „Auf da Oim“

und das Benefizkonzert für Japan mit Zubin

Mehta mit allen Kollegen aus den anderen

Münchner Orchestern.

6 Welches Instrument würden Sie gerne

noch lernen? Mein Klavierspiel müsste sehr

verbessert werden...


26

Philharmonische

Blätter

Die Orchesterakademie der Münchner Philharmoniker

feiert ihr 15 jähriges Bestehen. Ach so, schon

wieder ein Jubiläum. Wer feiert? Erst 15 Jahre?

Lohnt sich das überhaupt? Jawohl, sage ich als

ehemaliger Stipendiat. Bitte einmal innehalten!

In Zahlen: Gegründet 1997, hat die Orchesterakademie

der Münchner Philharmoniker bisher die

Verantwortung für insgesamt über 130 Stipendiaten

übernommen. Allein die Stipendien für den

musikalischen Nachwuchs summieren sich auf

ca. 2 Millionen Euro in den letzten 15 Jahren.

Hier geht es also um ein Millionen-Projekt! Und

zwar um ein sehr erfolgreiches. Diverse ehemalige

Stipendiatinn en und Stipendiaten haben Stellen

in renommierten Klangkörpern erspielt, zum

Beispiel bei den Wiener Philharmonikern, dem Gewandhausorchester

Leipzig, dem Concert gebouw

Orchester Amsterdam, dem Tonhalle-Orchester

Zürich, der Sächsischen Staatskapelle Dresden,

dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

oder an der Bayerischen Staatsoper.

Die ideelle und finanzielle Basis der Orchesterakademie

sind die Freunde und Förderer der

Münchner Philharmoniker. Sie sind gewissermaßen

die Familie im Hintergrund, auf die man

sich stets verlassen kann und die mit Erfahrung

und Rat in allen Belangen das Orchester unterstützt.

Die Gründung der Orchesterakademie war 1997

ein Wagnis und ist bis heute ein finanzieller Balanceakt,

der durch das Engagement des Vorstandes

der Freunde und Förderer immer bewältigt

Über die Schulter geschaut

Herzlichen Glückwunsch zum 15. Geburtstag

Alexander Preuß

werden konnte. In München war die Orchesterakademie

der Münchner Philharmoniker die erste

und deutschlandweit eine der ersten ihrer Art. In

einem Probespiel müssen sich die Kandidaten gegen

ihre Mitstreiter durchsetzen und dazu den

hohen Ansprüchen des Orchesters genügen. Wer

es geschafft hat, gehört für zwei Jahre zu den

Münchner Philharmonikern. In dieser Zeit spielen

die Stipendiaten im Orchester mit und lernen namenhafte

Dirigenten und Solisten kennen. Viele

Werke sind neu und eine gute Vorbereitung ist

Voraussetzung, um im Probenalltag nicht unterzugehen.

Zwei Kammerkonzerte im Jahr geben den Stipendiaten

die Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit zu

präsentieren. Ergänzt wird die Ausbildungszeit

durch Einzelunterricht bei Orchestermitgliedern,

Werkstattkonzerte, Probespielsimulationen und

Unterricht in Alexander-Technik. Für mich waren

die zwei Jahre in der Orchesterakademie der

Münchner Philharmoniker die intensivsten Studienjahre.

Nie zuvor habe ich mehr geübt, mehr Konzerte

gespielt, mehr Konzerte gehört. Die Zeit in

der Orchesterakademie war für mich das Sprungbrett

in ein Spitzenorchester. Ohne diese Erfahrung

wäre ich nicht Mitglied der Münchner Philharmoniker

geworden.

Die Orchesterakademie der Münchner Philharmoniker

ist ein Geschenk und eine Erfolgsgeschichte

der Freunde und Förderer des Orchesters. Dafür

danken wir unseren Freunden und Förderern und

gratulieren von Herzen!


Wer auf eine Bühne im Gasteig will,

kommt nicht an ihm und seinen Kolleginnen

und Kollegen vom Gasteig Veranstaltungsmanagement

vorbei. Alle

Anfragen von Konzertveranstaltern,

Ausstellern, Künstlern oder auch Kongressveranstaltern

gehen über ihre

Schreibtische. Die „Strategische Veranstaltungssteuerung“

des Gasteig liegt in den

Händen von Günther Ofenmacher.

Viele Konzertbesucher werden ihn vom Sehen kennen.

Er ist oft bei den Konzerten anwesend und

pfl egt dort nicht nur den Kontakt zu den Künstlern

und Veranstaltern, sondern auch zum Publikum.

„Nur vor Ort erfährst Du, was los ist. Und lernst die

Sorgen und Wünsche auch des Publikums kennen.“

Die der Künstler kennt er ganz gut. Solisten, die vor

Lampenfi eber nicht auf die Bühne wollen. Ein Chor,

der ein Konzert in Straßenkleidung bestreitet. „Was

in meinen Hemden, Hosen und Schuhen schon dirigiert

wurde…“. Nach Namen gefragt, antwortet er

lachend: „Die werde ich Ihnen nicht verraten.“

Eine besondere Herausforderung seines Aufgabengebiets

ist die Planung für den prominentesten Saal

des Gasteig, die Philharmonie. Hier fi nden ca. 280

Veranstaltungen im Jahr statt, 150 davon sind klassische

Konzerte. „Dreh- und Angelpunkt der Philharmonie

sind die Münchner Philharmoniker“, sagt

Ofenmacher. Sie spielen hier mindestens 75 Konzerte

pro Saison und haben dafür das Erstbelegungsrecht.

Das Symphonieorchester des Bayerischen

Rundfunks ist an zweiter Stelle zu berück-

Aus dem Gasteig

Der Stratege

Günther Ofenmacher koordiniert die Veranstaltungen im Gasteig

Alexander Preuß

Philharmonische

Blätter

27

sichtigen. Um diese Termine herum

planen Günther Ofenmacher und seine

Kolleginnen und Kollegen weitere

60 klassische Konzerte sowie weitere

120 Veranstaltungen, die von privaten

Veranstaltern durchgeführt werden.

Nach 15 Jahren im Gasteig hat Günther

Ofenmacher ein Gespür dafür

entwickelt, was das Münchner Publikum hören und

sehen will. Neben den Gastspielen renommierter

Orchester aus aller Welt stehen unter anderem

auch der „Herr der Ringe“ oder der „Circus Roncalli“

mit Live-Orchester auf dem Programm. „Viele,

vor allem jüngere Besucher, erleben bei einer solchen

Filmvorführung zum ersten Mal ein Orchester

– vielleicht ein erster Anstoß für den Besuch eines

klassischen Konzertes.“

Um dem Publikum ein hochklassiges Angebot zu

bieten, sind oft Rochaden in der Terminplanung notwendig.

Das funktioniert nur dank guter Kooperation

zwischen Ofenmacher und dem Hausorchester des

Gasteig, den Münchner Philharmonikern. „Es gibt

kein berühmtes Orchester der Welt, das noch nicht

im Gasteig gespielt hätte“, sagt Ofenmacher. Kürzlich

waren die Wiener Philharmoniker und die Sächsische

Staatskapelle Dresden zu Gast, das Concertgebouw

Orchester Amsterdam wird kommen.

Günther Ofenmacher beschreibt seinen Anspruch

mit dem Satz: „Wir haben mit der Philharmonie

zwar einen vielseitig einsetzbaren Saal. Aber er ist

kein Multifunktionssaal, sondern in erster Linie ein

Konzerthaus.“


28

Philharmonische

Blätter

Ehrenpreis für „Spielfeld Klassik“

Die Regierung von Oberbayern verleiht den Ehrenpreis

für besondere Verdienste in der Integrationsarbeit

2012 an die Münchner Philharmoniker mit ihrem

Educationprogramm „Spielfeld Klassik“. Ausgezeichnet

wird ein Workshop mit der Städtischen

Berufsschule zur Berufsvorbereitung. In der Jurybegründung

heißt es: „…die Münchner Philharmoniker

(haben) ein umfangreiches Angebot für Kinder

und Jugendliche entwickelt. Sie bauen Brücken

zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft

und Erfahrung, zwischen Kultur und demokratischen

Grundwerten. Sie zeigen, wie Integration

musikalisch funktionieren kann.“

Solo-Bass

Die Bassgruppe der Münchner Philharmoniker hat

einen neuen Solo-Bassisten. Christoph Anacker,

ehemaliger Solo-Bassist der Staatskapelle Berlin,

beginnt Ende Januar seine Probezeit.

Philharmonische Marschmusik

Ein Konzert im Festsaal des Hofbräuhauses mit

Marschmusik führt die Bläser der Münchner Philharmoniker

zurück zu ihren Wurzeln. Die Leitung

hat unser Bassklarinettist Albert Osterhammer.

Durch das Programm führt Traudi Siferlinger; Hofbräuhaus,

am 03. März 2013 um 11.00 Uhr. Das

Konzert steht in engem Zusammenhang mit einer

CD-Produktion, die als Benefi zprojekt die Orchesterakademie

unterstützen wird. Auf dieser CD dirigieren

Lorin Maazel und Zubin Mehta Märsche aus

Bayern, Österreich und Böhmen. Die CD soll im Juli

2013 erscheinen.

Philharmonische Notizen

In Kürze

Phil harmonische

Zahl:

101

Das ist die Zahl ehemaliger Stipendiaten

der Orchesterakademie der Münchner

Philharmoniker, die sich Stellen in renommierten

Orchestern weltweit erspielt

haben. Sechs ehemalige Stipendiaten

sind heute Münchner

Philharmoniker.

Solo-Flöte

Der Niederländer Herman von Kogelenberg, Solofl

ötist des Philharmonischen Orchesters Rotterdam

und ehemaliger Flötist des Concertgebouw Orchesters

Amsterdam, hat das Probespiel um die Stelle

des Solo-Flötisten gewonnen.

Bobs Musikgeschichte(n)

Hier meldet sich der Blechschaden-Boss Bob Ross.

Sir John Barbirolli, Chefdirigent des Hallé Orchestra

in Manchester, wurde von der Frau eines Mitglieds

aus seinem Orchester besucht. Sie erzählte

ihm, dass sie befürchte, ihr Mann hätte eine Affäre

mit einer Geigerin aus dem Orchester. Sir John

blieb sehr gelassen und konnte der Frau einen ritterlichen

Rat geben: „Machen Sie sich keine Sorgen,

selbst wenn es so ist, wird es vorbeigehen.

Und ganz abgesehen davon spielt ihr Mann zurzeit

besser denn je zuvor!“Aus „Pfi ffe und Applaus“ von

Bob Ross (LangenMüller Verlag).

Freunde und Förderer

Die Orchesterakademie der Münchner Philharmoniker

wurde vor 15 Jahren von den Freunden und Förderern

des Orchesters gegründet. Der Verein feiert

in diesem Jahr sein 30 jähriges Bestehen. Bisher

wurden 133 Stipendien vergeben. Die Freunde und

Förderer des Orchesters haben allein für die Finanzierung

der Stipendien über 2 Millionen Euro akquiriert.

Wollen auch Sie Mitglied der Freunde und

Förderer des Orchesters werden und die Akademie

unterstützen? Dann schreiben Sie uns eine Mail

oder rufen Sie uns an. info@ff-mphil.de,

Tel. 089 / 215 56 27 50


Orchestergeschichte

13. November 1930:

Igor Strawinsky dirigiert zum erstenmal in München

„Im Herbst begannen wieder meine Konzertreisen“,

notierte Igor Strawinsky in seinen Erinnerungen,

„die sich bis in den Dezember hinzogen“. Auf dieser

„Rundfahrt durch ganz Mitteleuropa“ machte

er auch in München Station. Die „ganze für sein

bedeutendes Schaffen irgendwie interessierte

Gesellschaft“ der Stadt kam in den Odeonssaal,

um das „erstmalige persönliche Erscheinen“ des

berühmten russischen Komponisten zu erleben.

Dass Strawinsky einen Abend lang ausschließlich

eigene Werke auf das Programm gesetzt hatte,

erhöhte die Spannung noch zusätzlich. Bislang

war seine Musik in München eher selten zu hören

gewesen. Bei den Münchner Philharmonikern erklang

am 7. Februar 1924 in einem Konzert mit

russischer Musik neben Borodin und Glasunow als

wohl erstes Beispiel „Pétrouchka“, wobei der Dirigent

Walther Beck einen „glänzenden Erfolg“ verzeichnen

konnte. Am 4. April 1929 brillierte Eugen

Papst mit dem nur vierminütige Feuerwerk „Feu

d’artifi ce“. Als letzte Begegnung mit Strawinskys

Musik vor dem großen Ereignis dirigierte Adolf

Mennerich, der zweite Dirigent der Philharmoniker,

im Rahmen der „II. Festwoche für Neue Musik“

der „Vereinigung für zeitgenössische Musik“

die beiden geistreich-witzigen Orchestersuiten. –

Strawinsky stellte sich dem Münchner Publikum

mit einem für sein Schaffen durchaus repräsentativen

Programm vor: den beiden Orchestersuiten,

dem „Ragtime“, dem „Oktett“ und der „Pulcinella“-

Suite. Erstaunlich offen selbst auf die ungewohn-

Gabriele E. Meyer

Philharmonische

Blätter

29

ten Klangstrukturen des Oktetts reagierend meinten

die Kritiker schon einen Tag später, dass es in

der „sogenannten modernen Musik“ auch andere

Wege geben müsse. „Es kann ja nicht nur Beethovens,

es muß ja auch Strawinskys geben! Und dass

er ein Könner ersten Ranges ist und ein Schöpfer,

dem schon kolossal viel und Eigenartiges einfällt,

werden wohl auch die Mißvergnügten dieses

Abends nicht leugnen können. Er ist vor allem und

immer amüsant, ein überkultivierter Barbar, man

weiß musikalisch nie recht: kommt er aus der unendlich

weiten, großartigen russischen Steppe oder

geht er auf dem grell erleuchteten Pariser Boulevard

fl anieren.“ Der Dirigent Strawinsky überzeugte

allerdings schon damals weniger, auch wenn das

genuin Musikantische in seiner Person sehr wohl

empfunden wurde. So beschrieb Oskar von Pander

Strawinskys Dirigierstil als „äußerst sachlich, nicht

übermäßig geschickt und gar nicht routiniert, so

dass er zuweilen sogar in ganz gefährliche Situationen

geriet.“ Dennoch hielten sich die Münchner

Philharmoniker „bis auf eine schwere Entgleisung

ganz wacker“. Igor Strawinsky, der berühmte Russe,

wurde sehr gefeiert. – Nur wenige Jahre nach

diesem bejubelten Konzertereignis durfte er „weniger

aus künstlerischen Gründen als vielmehr aus

weltanschaulichen und politischen Gründen“ nicht

mehr gespielt werden. – Heute gehört Strawinskys

Werk zum Standardrepertoire. Der damalige

Auftritt bei den Münchner Philharmonikern ist,

warum auch immer, der einzige geblieben.


30

Philharmonische

Blätter

Herr Frohnholzer, was verbindet Sie

mit den Münchner Philharmonikern?

Ich war 37 Jahre lang Chormitglied

und habe bis vor zwei Jahren noch

selbst bei den Konzerten mitgewirkt.

Seitdem ich aus Altersgründen nicht

mehr mitsinge, bin ich Abonnent geworden.

Bei den „Freunden und Förderern“

bin ich dagegen schon seit fünf Jahren.

Was waren Ihre prägendsten Konzerterlebnisse?

Ich habe sowohl noch unter Celibidache als

auch unter Kempe gesungen. Das wahrscheinlich

prägendste Erlebnis mit Celibidache war,

als wir in St. Florian in Linz Bruckners f-Moll

Messe gesungen haben. Das Herzblut, mit der

Celi diese Musik dirigiert hat, dazu an diesem

Ort – die Atmosphäre war einzigartig!

Weshalb haben Sie sich entschlossen, auch

Mitglied bei den „Freunden und Förderern der

Münchner Philharmoniker“ zu werden?

Ich finde das Wort „Freunde“ ganz bestechend

und auch richtig. Man kann dem Orchester am

besten verbunden bleiben, wenn man Mitglied

der Freunde und Förderer wird. Je älter man wird,

umso kostbarer zu schätzen weiß man den Begriff

„Freund“. Und die Ausbildung der Akademisten

ist ein wichtiges Thema für mich. Im

Abonnenten-Forum

Im Gespräch mit

Christian Frohnholzer

weitesten Sinn geht es hierbei um

Bildung. Wenn man zu den Privilegierten

gehört, die sich solch ein

Engagement leisten können, sollte

man sich unbedingt für Bildung engagieren.

Auch auf Reisen begleiten die

„Freunde und Förderer“ das Orchester.

Sie kommen gerade aus Spanien zurück,

wo das Orchester einige Konzerte gegeben

hat. Wie war‘s denn?

Großartig! Ein Höhepunkt war der Tag in Toledo.

Maazel war super drauf, die Konzerte waren unglaublich

beeindruckend. Er ist ein Glücksfall für

München und ein Glücksfall für die Münchner Philharmoniker.

Ich habe ihn ja ein paar Mal als Chormitglied

erlebt, zum Beispiel mit der 8. Mahler,

und er ist einfach ein genialer Dirigent. Man hatte

ihm bisher immer das Herz abgesprochen, aber

das hat sich denke ich verändert – nicht nur in

meiner Wahrnehmung.

Und wie zufrieden sind Sie mit Ihren ehemaligen

Kollegen aus dem Philharmonischen Chor?

Der Chor ist wirklich hervorragend geworden,

der hat an Qualität unglaublich zugenommen,

seitdem Andreas Hermann die Leitung übernommen

hat. Toll, dass die Münchner Philharmoniker

dieses „Instrument“ zur Verfügung haben.

Liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

wenn Sie ein Orchesterinstrument spielen, laden wir Sie ein, beim nächsten Konzert des

„Abonnenten orchesters der Münchner Philharmoniker“ unter Leitung von Heinrich Klug mitzuspielen.

Informationen unter www.muenchner-abonnentenorchester.de

Probenbeginn: 28. Januar 2013, Konzert: Sonntag, 10. März 2013, 20 Uhr, Prinzregententheater.


Das letzte Wort hat ...

Prof. Dr. Wilhelm Simson

Ehrenvorsitzender der Freunde und Förderer der Münchner Philharmoniker

und Vorsitzender des Kuratoriums

Als langjähriges Mitglied der Freunde

und Förderer der Münchner Philharmoniker

sind ihre Konzerte für

mich von Beginn an bis heute Freude,

Faszination und kreative Erholung.

Dies kann ich ganz besonders

als Mitglied der Freunde und Förderer

der Münchner Philharmoniker

und im Kuratorium dieses Kreises

erleben. Beide sind in vielfacher

Weise mit dem Orchester nach Innen

und nach Außen verbunden.

Sie unterstützen finanziell 14 bis

18 junge, weltweit ausgesuchte

Stipendiaten der Orchesterakademie. Die Akademisten

werden von Orchestermitgliedern kostenlos

weiter ausgebildet, sie wirken begeistert in Konzerten

mit und zeigen ihr großes Können in zwei

Akademistenkonzerten. Sie sind die Zukunft vieler

namhafter Orchester weltweit. Durch Konzerte,

Probenbesuche, Konzertreisen und Mitgliederversammlungen

kommen die Freunde und Förde-

Philharmonische

Blätter

31

rer in einen engen Kontakt mit

den Mitgliedern der Münchner

Philharmoniker und den Stipendiaten,

aus dem sich bei mir Freundschaften

gebildet haben. Dadurch

kann ich tief in das Innenleben

eines so wunderbaren Klangkörpers

eintauchen, und in die Verwaltung

und Intendanz Einblick

gewinnen. Nach vielen Jahren

fühle ich mich heute nicht nur

als Zuhörer, sondern wie ein Mitglied

der großen Orchesterfamilie.

Für dieses Weltklasseorchester,

dem Orchester der Stadt München, habe ich

für die Zukunft einen großen Wunsch: Die Stadt

München möge nicht nur berechtigt stolz auf das

Orchester der Stadt München sein, sondern sich

auch endlich zu der Spielstätte des Orchesters,

im Gasteig bekennen und diese so ausgestalten,

dass sie mit allen Konzertsälen auf Augenhöhe

verglichen werden kann.


32

Fr. 04.01.2013, 13:30 3. ÖGP

Sa. 05.01.2013, 19:00 5. Abo d

Mo. 07.01.2013, 20:00 4. Abo f

Maurice Ravel

„Le Tombeau de Couperin“

Wolfgang Amadeus Mozart

Konzert für Violine und Orchester

Nr. 5 A-Dur KV 219

Sergej Prokofjew

Symphonie Nr. 5 B-Dur op. 100

Lorin Maazel, Dirigent

Arabella Steinbacher, Violine

Impressum

Herausgeber

Direktion der Münchner

Philharmoniker

Lorin Maazel, Chefdirigent

Paul Müller, Intendant

Kellerstr. 4, 81667 München

Lektorat: Stephan Kohler

Corporate Design:

Graphik: dm druckmedien

gmbh, München

Druck: Color Offset GmbH,

Geretsrieder Str. 10,

81379 München

Gedruckt auf holzfreiem und FSC-Mix

zertifiziertem Papier der Sorte

LuxoArt Samt.

Vorschau

Di. 15.01.2013, 19:00 2. JuKo

Antonín Dvorˇák

Symphonie Nr. 9 e-Moll op. 95

„Aus der Neuen Welt“

Leonard Bernstein

Drei Tänze aus „On the Town“

Julio Doggenweiler Fernández,

Dirigent

Textnachweise

Wolfgang Stähr, Elke Heidenreich,

Alexander Preuß, Gabriele

E. Meyer und Wilhelm Simson

schrieben ihre Texte als Originalbeiträge

für die Programmhefte

der Münchner Philharmoniker.

Die Wiedergabe der Gesangstexte

nach Beethovens Vertonung

von Schillers „Ode an die Freude“

mit Auslassungen bzw. Hinzufügungen.

Wagners Anmerkungen

nach seinen „Dichtungen

und Schriften“ Band 9,

Frankfurt / Main 1983. Lexikalische

Angaben, Kurzkommentare

und Künstlerbiographien

Stephan Kohler. Alle Rechte bei

den Autorinnen und Autoren;

Mi. 23.01.2013, 20:00 5. Abo a

Sa. 26.01.2013, 19:00 6. Abo d

So. 27.01.2013, 11:00 3. Abo m

Alban Berg

Drei Orchesterstücke op. 6

Gustav Mahler

„Kindertotenlieder“

Hans Pfitzner

Drei Vorspiele aus „Palestrina“

Richard Wagner

„Wotans Abschied und Feuerzauber“

aus „Die Walküre“

Ingo Metzmacher, Dirigent

Michael Volle, Bariton

jeder Nachdruck ist seitens der

Urheber genehmigungs- und

kostenpflichtig.

Bildnachweise

Abbildungen zu Beethoven:

Joseph Schmidt-Görg / Hans

Schmidt (Hrsg.), Ludwig van

Beethoven, Bonn 1969. Künstlerphotographien:

B. Bernstein

(L. Maazel), Ben Ealovega (Borsi),

Susie Knoll (L.Braun), Rosa

Frank (S. Davislim), Agenturmaterial

(Zeppenfeld), wildundleise.de

(I. Cudek, K. Rapsch,

L. Maazel) Leonie von Kleist

(E.Heidenreich), Archiv der

Münchner Philharmoniker.


KARTEN: MÜNCHEN TICKET TEL.

089 54 81 81 81

UND BEKANNTE VVK-STELLEN

LANDESHAUPTSTADT MÜNCHEN UND BAYERISCHER RUNDFUNK PRÄSENTIEREN

KLASSIK AM

ODEONS

PLATZ

ROLANDO VILLAZÓN

THOMAS HAMPSON

YANNICK NÉZET-SÉGUIN

WWW.KLASSIK-AM-ODEONSPLATZ.DE

SYMPHONIEORCHESTER UND CHOR

DES BAYERISCHEN RUNDFUNKS

SAMSTAG, 6. JULI 2013, 20.00 UHR

TENOR

BARITON

DIRIGENT

MARTIN GRUBINGERPERCUSSION

JAMES GAFFIGAN DIRIGENT

MÜNCHNER PHILHARMONIKER

SONNTAG, 7. JULI 2013, 20.00 UHR

DANK AN: MERCEDES-BENZ MÜNCHEN, BAYERNLB, BAYWA AG,

GAHRENS + BATTERMANN, STRÖER DEUTSCHE STÄDTE MEDIEN


'12

mphil.de

'13

115. Spielzeit seit der Gründung 1893

Lorin Maazel, Chefdirigent

Paul Müller, Intendant

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