PROTOKOLL ZUR ENDPRÄSENTATION UND ... - D&K drost consult

drost.consult.de

PROTOKOLL ZUR ENDPRÄSENTATION UND ... - D&K drost consult

PROTOKOLL ZUR

ENDPRÄSENTATION UND JURYSITZUNG

am 20. August 2010 ab 09:00 Uhr

in den Räumen der KBB - Kulturbühne Bugenhagen,

Biedermannplatz 19 (2.OG), 22083 Hamburg

Gutachterverfahren mit 3 eingeladenen Teilnehmern

Fassadengestaltung der Wohnbebauung

Friedrichsberger Straße

in Hamburg-Nord

ausgelobt durch die

Jacob Jürgensen Immobilien GmbH

Stormsweg 12

22085 Hamburg

im Benehmen mit der

Freien und Hansestadt Hamburg

letztere vertreten durch

Das Bezirksamt Hamburg-Nord – Dezernat für Wirtschaft, Bauen und Umwelt


Gutachterverfahren mit 3 eingeladenen Teilnehmern

Fassadengestaltung der Wohnbebauung Friedrichsberger Straße

in Hamburg-Nord

Die Jury tritt um 9.00 Uhr in den Räumlichkeiten der KBB - Kulturbühne Bugenhagen, Biedermannplatz

19 (2.OG), 22083 Hamburg zusammen.

ANWESENDE

Jurymitglieder

Hans-Peter Boltres Bezirksamt Hamburg-Nord,

Leiter des Fachamts Stadt- und Landschaftsplanung

Christoph Günther Jacob Jürgensen Immobilien GmbH, Geschäftsführer

Frank Birwe freischaffender Architekt, Hamburg

Dagmar Rams Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss (CDU-Fraktion)

Horst Schmidt Stellv. Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss (SPD-Fraktion)

Stellv. Jurymitglieder

Franz Gelz Hoch- und Tiefbau Gadebusch GmbH, Geschäftsführer

Martin Schenk freischaffender Architekt, Hamburg

Martin Bill Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss (GAL-Fraktion)

Peter Heim Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss (DIE LINKE-Fraktion)

entschuldigt fehlt:

Oliver Panz Bezirksamt Hamburg-Nord,

Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung

Sachverständige

Jutta Wehrmann Bezirksamt Hamburg-Nord,

Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung

Markus Kucklick Bezirksamt Hamburg-Nord, Fachamt Bauprüfung

Oliver Gutmann Jacob Jürgensen Immobilien GmbH

Beobachter

Frank Lundbeck Mitglied im Stadtteilrat Barmbek-Sued

entschuldigt fehlt:

Daniel Fronz Mitglied im Stadtteilrat Barmbek-Sued

Vertreter der teilnehmenden Büros

BN Architekten borchardt.nentwig, Hamburg

Matthias Ocker Architekten, Hamburg

Hans-Ulrich Zöllner Architekten BDB, Hamburg

Wettbewerbskoordination/Organisation

Uwe Drost D&K drost consult GmbH

Cornelia Eggers D&K drost consult GmbH

Christine Holewa D&K drost consult GmbH

2


BEGRÜßUNG

Gutachterverfahren mit 3 eingeladenen Teilnehmern

Fassadengestaltung der Wohnbebauung Friedrichsberger Straße

in Hamburg-Nord

Herr Uwe Drost, Inhaber des verfahrensbetreuenden Büros D&K drost consult GmbH, begrüßt das

anwesende Gremium und übernimmt zunächst die Moderation der Veranstaltung. Er freut sich auf die

Einzelpräsentationen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und ist gespannt auf die Weiterentwicklung

der Konzepte. Herr Drost stimmt die Jury im Weiteren auf die Aufgabe der heutigen Jurysitzung ein: Es

gelte, unter den eingereichten Beiträgen, eine Entwurf zu identifizieren, der von allen Beteiligten mitgetragen

werden könne.

Zudem erläutert er, dass in dem vorliegenden Gutachterverfahren keine Preise bzw. Plätze, sondern

Ränge vergeben werden. Die Leistungen jedes zur Bearbeitung eingeladenen Büros werden mit einem

Bearbeitungshonorar vergütet.

Herr Günther, Geschäftsführer der Jacob Jürgensen Immobilien GmbH, erläutert kurz, dass die Realisierung

der Bebauung auf dem vorliegenden Planungsgebiet - in Abhängigkeit der Dauer der an das

Verfahren anknüpfenden Genehmigungsverfahren - bereits für dieses Jahr bzw. Januar 2011 vorgesehen

ist.

Er weist außerdem auf die Notwendigkeit hin, dass die Dach- bzw. Staffelgeschosse von den teilnehmenden

Büros so ausformuliert sein müssen, dass die erforderlichen Technikaufbauten (z.B. Sonnenkollektoren)

optimal integriert werden können.

Im anschließenden Teil der Veranstaltung werden die eingeladenen Büros der Jury einzeln ihre Entwürfe

präsentieren. Das Gremium wird in nachfolgenden Wertungsrundgängen anhand der in der Auslobung

genannten Beurteilungskriterien die Arbeiten diskutieren sowie Vor- und Nachteile der verschiedenen

Lösungsvorschläge abwägen. Abschließend spricht die Jury eine Empfehlung für die Weiterbeauftragung

aus.

Während der Einzelpräsentationen werden die jeweils anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht

anwesend sein, um die Arbeiten vertraulich zu behandeln. Die Jury wird von Herrn Drost gebeten, auf

das berechtigte Interesse der Verfasserinnen und Verfasser am Schutz ihrer Lösungsansätze Rücksicht

zu nehmen.

Die Protokollführung übernehmen Frau Cornelia Eggers und Frau Christine Holewa, D&K drost consult

GmbH.

PRÄSENTATIONEN

Ab 09:10 Uhr präsentieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jury einzeln die abschließenden

Lösungsvorschläge zur Fassadengestaltung der Friedrichsberger Straße. Jedem Büro steht ein Zeitfenster

von ca. 30 Minuten für die Darstellung der Ergebnisse zur Verfügung. Im Anschluss an die

Einzelpräsentationen stellt das Gremium bei Bedarf Rück- und Verständnisfragen.

09:10 bis 09:50 Uhr BN Architekten borchardt.nentwig, Hamburg

09:55 bis 10:35 Uhr Matthias Ocker Architekten, Hamburg

10:45 bis 11:00 Uhr Hans-Ulrich Zöllner Architekten BDB, Hamburg

3


JURYSITZUNG

Gutachterverfahren mit 3 eingeladenen Teilnehmern

Fassadengestaltung der Wohnbebauung Friedrichsberger Straße

in Hamburg-Nord

Nach einer kurzen Pause beginnt um 11:25 Uhr die Jurysitzung. Aus dem Kreis der Jury wird Herr

Frank Birwe, freischaffender Architekt, für den Vorsitz vorgeschlagen und einstimmig zum Vorsitzenden

gewählt. Er bedankt sich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und nimmt die Wahl an.

Alle zur Jurysitzung zugelassenen Personen geben die Versicherung zur vertraulichen Behandlung der

Beratungen.

Der Vorsitzende versichert der Ausloberin, den teilnehmenden Büros sowie der Öffentlichkeit die

größtmögliche Sorgfalt und Objektivität der Jury. Er betont, dass die Konzepte nach der Zwischenpräsentation

deutlich weiterentwickelt wurden und bittet das verfahrensbetreuende Büro die Vorprüfergebnisse

neutral vorzustellen, um das Gremium inhaltlich an die eingereichten Arbeiten heranzuführen.

ERGEBNISSE DER VORPRÜFUNG

Die Ergebnisse der Vorprüfung sind in einem Vorprüfbericht zusammengefasst, der Aufschluss über die

formalen Kriterien gibt und einen vergleichbaren Überblick über alle Arbeiten gewährleistet. Für jede

Arbeit werden auf jeweils sechs bzw. sieben DIN-A4-Seiten die stichwortartigen Vorprüfungsergebnisse

der Sachverständigen, die faktischen Überprüfungen sowie Ausschnitte der Planzeichnungen dargestellt.

Die Vorprüfung erfolgte anhand der in der Auslobung formulierten Kriterien.

Ferner steht der Jury ergänzend zum Vorprüfbericht eine Projektübersicht (eine DIN-A3-Seite) zur

Verfügung, die sowohl beispielhafte Perspektiven aller abgegebenen Arbeiten enthält als auch wichtige

Kenngrößen zu Fassaden- und Fensterflächen sowie zur Dachbegrünung zusammenfasst.

Alle drei eingeladenen Architekturbüros haben ihre Arbeiten fristgerecht zum 03.08.2010 eingereicht.

Die unter Punkt 5.8 der Auslobung geforderte Verfahrensleistung wurde bei allen Arbeiten im Wesentlichen

erbracht. Unter formalen Gesichtspunkten besteht für die Vorprüfung kein Anlass, den Ausschluss

eines Verfahrensbeitrags durch die Jury zu empfehlen.

Folgende Vorbemerkungen wurden im Rahmen der Vorprüfung durch das Bezirksamt Hamburg-

Nord, Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung formuliert und gelten für alle Entwürfe gleichermaßen:

Die Abgrenzungen der Außen- bzw. Terrassenbereiche in den Erdgeschosszonen zwischen den Wohnungen

müssen, dort wo keine Vor- oder Rücksprünge dargestellt sind, überprüft werden.

Des Weiteren ergänzt Frau Jutta Wehrmann, Bezirksamt Hamburg-Nord, Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung,

dass die im Bebauungsplan Barmbek-Sued12 festgesetzten Baugrenzen teilweise

überschritten werden. Insbesondere an den schmalen Gebäudeseiten werden die erforderlichen Abstandsflächen

daher nicht durchgängig eingehalten.

Zusätzlich sollte der Aspekt Kindersicherheit in Bezug auf Gestaltungselemente, wie beispielsweise

horizontal verlaufende Balkonstreben, geprüft werden.

Der zu erhaltende Baumbestand - vor allem in den Hofinnenbereichen der Baufelder - sollte bei der

Betrachtung der Arbeiten ebenfalls Berücksichtigung finden. Sowohl geplante Fassadenauskragungen

als auch Bodenaufschüttungen dürfen die Bäume nicht beeinträchtigen.

4


Gutachterverfahren mit 3 eingeladenen Teilnehmern

Fassadengestaltung der Wohnbebauung Friedrichsberger Straße

in Hamburg-Nord

Folgende Vorbemerkungen wurden im Rahmen der Vorprüfung durch das Bezirksamt Hamburg-

Nord, Fachamt Bauprüfung formuliert und gelten für alle Entwürfe gleichermaßen:

Bauordnungsrechtliche Sachverhalte können anhand des vorliegenden Planstandes nicht abschließend

beurteilt werden und sind im Antragsverfahren zu prüfen. Die Anleitersituation des 2. Rettungswegs der

Gebäude 3.1, 3.4, 3.5, 4.1 und 4.3 ist mit tiefbaulichen Belangen abzustimmen und im Antragsverfahren

zu thematisieren. Weiterhin ist die bautechnische und statische Realisierbarkeit im späteren Antragsverfahren

zu prüfen.

Zudem wird aufgezeigt, dass die Balkontiefen aller Haustypen mit dem Grad der Vor- und Rücksprünge

in den Fassaden variieren. Eine Auskragung einzelner Gebäudeteile von mehr als 1,50 m stellt einen

planungsrechtlichen Abweichungstatbestand dar, da die Baugrenzen durch die Baukörper überschritten

werden. Entsprechende Befreiungsanträge müssten mit dem Bauantrag eingereicht werden.

Darüber hinaus verweist Herr Markus Kucklick, Bezirksamt Hamburg-Nord, Fachamt Bauprüfung, auf

die zum 01.09.2010 in Kraft tretende Novellierung der Hamburger Bauordnung zum Thema barrierefreies

Bauen. In Gebäuden mit mehr als vier Wohneinheiten müssen die Wohnungen mindestens eines

Vollgeschosses barrierefrei erreichbar sein.

Die Höhen der in den Entwürfen vorgesehenen Attiken sollten überprüft werden, um eine zu starke

Verschattung von jeweils gegenüberliegenden Wohnhäusern zu vermeiden.

Abschließend ergänzt Herr Oliver Gutmann, Jacob Jürgensen Immobilien GmbH, dass konzeptbedingte

Grundrissveränderungen in Bezug auf den vorgesehenen Wohnungsmix bzw. auf das Vermarktungskonzept

und die aus den Modifikationen resultierenden Mehrkosten zu prüfen sind. Zudem ist teilweise

aus statischer Sicht und energieeffizienter Betrachtung zur Einhaltung der vorgegebenen Energiestandards

erforderlich, vorgeschlagene Fensterbänder bzw. -anteile sowie deren Verschattungsmöglichkeiten

zu prüfen.

BEWERTUNG DER ARBEITEN

Der erste Wertungsrundgang mit einer kritischen Beurteilung der Arbeiten und der Feststellung von

grundsätzlichen und schwerwiegenden Mängeln beginnt um 11.50 Uhr. Dabei wird zunächst jeder

Beitrag von einem Jurymitglied vorgestellt und anschließend im Kreise der Jury unter Feststellung von

Vorzügen, gelungenen Konzeptansätzen und schwerwiegenden Mängeln diskutiert.

Nach einer kurzen Mittagspause bis 12:55 Uhr wird die erste Wertung durchgeführt, nach der keiner der

Beiträge ausgeschlossen wird:

Büroname für den Ausschluss gegen den Ausschluss

BN Architekten

Borchardt.nentwig

0 5

Matthias Ocker

Architekten

Hans-Ulrich Zöllner

Architekten BDB

0 5

2 3

In einem zweiten Wertungsrundgang werden ab 13.00 Uhr die Arbeiten im Kreise des Gremiums

unter Feststellung von Vorzügen und Stärken, gelungenen Lösungsansätzen aber auch Defiziten auf

konzeptioneller Ebene diskutiert. In die Beurteilung der Arbeiten fließen unter anderem die Themen

ausgewählte Fassadenmaterialien, Funktionalität der Wohnungsgrundrisse, Möglichkeit der Gebäudeausführung

nach EnEV 2009 (Passivhäuser 20 % bzw. KfW-Energieeffizienzhaus 70) und Anordnung

5


Gutachterverfahren mit 3 eingeladenen Teilnehmern

Fassadengestaltung der Wohnbebauung Friedrichsberger Straße

in Hamburg-Nord

der Haustechnik ein. Des Weiteren werden die Aspekte Standortbezogenheit und Umgang mit der

Erdgeschosszone (Stichwort: Privatheit/Einsehbarkeit) - insbesondere auf Baufeld fünf - berücksichtigt.

Im Zuge der Diskussion wird von der Jury beschlossen, die Entwürfe auch in Hinblick auf Kombinationsmöglichkeiten

der einzelnen Haustypen zu betrachten. Im Folgenden diskutiert die Jury die von

den teilnehmenden Büros entworfenen Haustypen einzeln auf konzeptioneller Ebene in den vorgenannten

Kriterien und schließt folgende Haustypen aus:

Haustyp 1 (puristisch/modern):

Büroname für den Ausschluss gegen den Ausschluss

BN Architekten

borchardt.nentwig

0 5

Matthias Ocker

Architekten

Hans-Ulrich Zöllner

Architekten BDB

Haustyp 2 (zeitlos/klassisch):

Haustyp 3 (Lofts):

0 5

5 0

Büroname für den Ausschluss gegen den Ausschluss

BN Architekten

borchardt.nentwig

0 5

Matthias Ocker

Architekten

Hans-Ulrich Zöllner

Architekten BDB

1 4

5 0

Büroname für den Ausschluss gegen den Ausschluss

BN Architekten

borchardt.nentwig

3 2

Matthias Ocker

Architekten

Hans-Ulrich Zöllner

Architekten BDB

0 5

4 1

Somit verbleiben für die einzelnen Haustypen die Beiträge folgender Teilnehmerinnen und Teilnehmer

in der engeren Wahl des Verfahrens:

Haustyp 1 BN Architekten borchardt.nentwig und Matthias Ocker Architekten

Haustyp 2 BN Architekten borchardt.nentwig und Matthias Ocker Architekten

Haustyp 3 Matthias Ocker Architekten

Ab 13:35 Uhr beginnt der dritte Wertungsrundgang, in dem sich die Jury eingehend mit den Fassadenentwürfen

der engeren Wahl auseinandersetzt und diese gegeneinander abwägt.

Nach erneuter Analyse und Diskussion empfiehlt das Gremium die Weiterentwicklung der Fassadengestaltung

der Wohnbebauung Friedrichsberger Straße auf Basis der nachstehenden Haustypenkonzepte

durchzuführen. Im Rahmen der weiteren Bearbeitung sollten die Empfehlungen der Jury beachtet

werden, um u.a. der übergeordneten Gestaltung des Quartiers Rechnung zu tragen.

6


Gutachterverfahren mit 3 eingeladenen Teilnehmern

Fassadengestaltung der Wohnbebauung Friedrichsberger Straße

in Hamburg-Nord

Haustyps 1 (puristisch/modern): Weiterentwicklung erfolgt auf Basis des Entwurfs

Matthias Ocker Architekten

Haustyps 2 (zeitlos/klassisch): Weiterentwicklung erfolgt auf Basis des Entwurfs

BN Architekten borchardt.nentwig

Haustyps 3 (Lofts): Weiterentwicklung erfolgt auf Basis des Entwurfs

Matthias Ocker Architekten

BEURTEILUNG DER ARBEITEN

Arbeit BN Architekten borchardt.nentwig

Die Arbeit überzeugt durch ein einfaches, jedoch stimmiges Konzept: 3 Materialien (Glas, Putz, Klinker)

und jeweils das gleiche Fensterformat in unterschiedlichen Gruppierungen bilden die gestalterische

Klammer für die drei Haustypen. Geringfügige Vor- und Rücksprünge werden eingesetzt, um die Baukörper

zu gliedern. Teilweise führt dieser gestalterische „Kunstgriff“ zu einer für den Bauherrn nicht

hinnehmbaren Veränderung der Grundrisse, insbesondere bei den Haustypen 1 und 3.

Die Dachlandschaft der Staffelgeschosse ist lebendig strukturiert, schwer nachvollziehbar sind die

teilweise ausschließlich nach Norden orientierten Dachterrassen.

Insbesondere der straßenbegleitende Haustyp 2 überzeugt mit gekonnt gesetzten Balkonen und einer

bewegten und doch disziplinierten Baukörpergliederung, auch wenn die Klinkerbänderung an den

Balkonplatten etwas kritisch beurteilt wird.

Es sollte überprüft werden, ob das Gebäude ein insgesamt homogeneres Erscheinungsbild „ganz in

Weiß“ erhalten kann.

Die Stringenz der Passivhäuser-Fassade (Haustyp 1) wird intensiv erörtert. Trotz einer besonderen

Würdigung der feinsinnigen Detaillierung (wie z.B. die abgeschrägten Fensterlaibungen) kann die

souverän-gestalterische Kraft dieser Fassadengestaltung nicht die teilweise erheblichen Funktionsmängel

grundrisslicher Art ausgleichen.

Insgesamt ein Beitrag von hoher gestalterischer Qualität, der in Teilen in wesentlichen exklusiveren

Stadtteilen sehr angemessen wäre.

Arbeit Matthias Ocker Architekten

Auf Basis einer „positiv“ einfachen Architektursprache in Kombination mit handwerklich gutem Detail

entsteht im gezeigten Fassadenausschnitt ein interessantes Entwurfsspiel.

Die Fassade des ersten Haustyps wird in einen Sockel aus Putz, Regelgeschosse aus „grauem“ Verblendstein

und eine Staffel aus Putz gegliedert. An den Giebelwänden entsteht im Spiel mit den Fensteröffnungen

eine spannungsreiche Wirkung. In der Fassadenabwicklung wird dieses Thema dann

leider etwas beliebig und nicht eindeutig genug. Die Fensteranteile folgen dem Ziel des Passivhaus-

Standards.

Die Gebäude 5.1 und 5.3 werden als schlüssig angesehen. Die gleiche Grundhaltung mit einer horizontalen

Gliederung in Putz- und Verblendzonen sowie einem Spiel aus Ziegel und Metallpaneelen sollte

auch bei Gebäude 5.2 Anwendung finden.

Die zeitlose/klassische Fassade (Haustyp 2) wird im Sockelbereich mit „grauem“ Klinker und im Regel-

wie Staffelgeschoss mit Putzflächen versehen. Die Fensteröffnungen sind streng gegliedert. Die Balkone

werden symmetrisch vor die Fassade gehängt. Leider führt diese klassische Strenge zu einem sehr

gleichförmigen, etwas monotonen Erscheinungsbild und wird somit dem besonderen Ort nicht gerecht.

Die Gebäude des dritten Haustyps werden bis auf die Putzstaffel mit „grauem“ Klinker versehen. In

Kombination mit den guten handwerklichen Details ergibt sich das stimmige Bild eines Loft-Gebäudes.

Die Putz-Staffel wirkt hier etwas aufgesetzt und verbindet sich nicht mit dem Bauhauptkörper. Der

7


Gutachterverfahren mit 3 eingeladenen Teilnehmern

Fassadengestaltung der Wohnbebauung Friedrichsberger Straße

in Hamburg-Nord

Klinkerstein in der Farbe „grau“ ist in der Entwurfsmethodik richtig, muss aber auf seine Wirkung im

Wohnumfeld und auch städtebaulich geprüft werden.

Sockelausbildung (Anhebung der Gebäudekörper):

Die Ausloberin begrüßt den entwurflichen Ansatz zur Sicherung der Privatsphäre bzw. Verhinderung

der Einsehbarkeit im Bereich der Erdgeschosszone. Die Umsetzung des Sockels erscheint jedoch

überdimensioniert. Ausbildung und Ausführung sind in der nachgeordneten Planung zu klären.

Arbeit Hans-Ulrich Zöllner Architekten

Der Entwurf vom Büro Zöllner formuliert die drei vorgegebenen Haustypen und lässt einer Quartiersbildung

eine eher untergeordnete Bedeutung. Diese fehlende „Klammer“ soll über die Ausformung eines

4. Haustyps erzeugt werden, welcher aus städtebaulicher Sicht nicht nachvollziehbar erscheint.

Der Haustyp 1 erscheint von stilistischen Mitteln im Zusammenhang mit einer Vielzahl an Materialitäten

etwas überladen.

Die Gebäude des zweiten Haustyps erhalten einen Steinsockel und eine aufgehende Putzfassade,

welche ebenfalls in den Staffelgeschossen zu finden ist. Balkonelemente wirken vorgesetzt und lassen

über eine strenge Fassadenstruktur ohne Vor- und Rücksprünge die Privatsphäre vermissen.

Die Gebäudestruktur erscheint im Ensemble einer offenen Bauweise nicht optimal.

Die Fassade des Haustyps 3 ist durch eine vertikale Anordnung der Fensterelemente klar strukturiert.

Das Klinkerthema wird konsequent durchgesetzt.

EMPFEHLUNG DER JURY

Folgende Empfehlungen für eine Weiterentwicklung der Fassaden wurden durch die Jury ausgesprochen:

▪ In Bezug auf den Haustyp 1 sollte bei Haus 5.2. die gleiche schlüssige Grundhaltung wie bei den

Gebäuden 5.1 und 5.3 Anwendung finden (horizontale Gliederung in Putz- und Verblendzonen

sowie ein Spiel aus Ziegel und Metallpaneelen).

▪ Zur Weiterbearbeitung des Haustyps 2 sollte überprüft werden, ob die Gebäude ein insgesamt

homogeneres Erscheinungsbild „ganz in Weiß“ ohne Klinkeranteile erhalten können.

▪ Der für den Haustyp 3 verwendete Klinkerstein in der Farbe „grau/dunkel“ ist in der Entwurfsmethodik

richtig, sollte aber sowohl auf seine Wirkung im Wohnumfeld als auch städtebaulich geprüft

werden. Eine Verwendung des Klinkersteins auch im Bereich der Staffelgeschosse wird von der

Jury empfohlen und bedarf der gestalterischen Überprüfung.

▪ Der im Entwurf Matthias Ocker Architekten konzipierte Sockel erscheint auf den ersten Blick

überdimensioniert. Ausbildung und Ausführung sind in der nachgeordneten Planung insbesondere

aus landschaftsgestalterischer Sicht zu klären.

Der Vorsitzende zeigt sich erfreut über die gute, sehr konstruktive Diskussion der Veranstaltung und

dankt den Anwesenden. Herr Günther dankt ebenfalls allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit

und spannende Diskussion. Er freut sich über das gute Ergebnis des Verfahrens und auf die weiterführenden

Schritte zur Realisierung. Herr Boltres ist über den interessanten und positiven Verlauf des

Gutachterverfahrens erfreut.

Die Sitzung wird um 14.40 Uhr geschlossen.

Das Protokoll ist mit dem Vorsitzenden der Jury abgestimmt.

Hamburg, den 20. August 2010

D&K drost consult GmbH

8


ANHANG ZUM

PROTOKOLL ZUR

ENDPRÄSENTATION UND JURYSITZUNG

am 20. August 2010 ab 9:00 Uhr

Gutachterverfahren mit 3 eingeladenen Teilnehmern

Fassadengestaltung der Wohnbebauung

Friedrichsberger Straße

in Hamburg-Nord


Anhang zum Protokoll der Jurysitzung

235_01

Gutachterverfahren

Fassadengestaltung Wohnbebauung Friedrichsberger Straße

Haustyp 1: 3. Rundgang

Haustyp 2: Empfehlung zur

Weiterentwicklung

Haustyp 3: 2. Rundgang

BN Architekten Borchardt.Nentwig,

Hamburg

Dipl.-Ing. Arch. Jessica Borchardt

Dipl.-Ing. Arch. Simone Nentwig

Mitwirkende:

Dipl.-Ing. Simone Kläser

Freie Mitarbeiterinnen:

Dipl.-Ing. Katharina Eilers

Haustyp 1: Empfehlung zur

Weiterentwicklung

Haustyp 2: 3. Rundgang

Haustyp 3: Empfehlung zur

Weiterentwicklung

Matthias Ocker Architekten, Hamburg

Architekt Matthias Ocker

Mitwirkende:

Architektin Tanja Frank

Dipl.-Ing. Thomas Noetzold

Stud.-Arch. Amelia Roseno

Haustyp 1: 2. Rundgang

Haustyp 2: 2. Rundgang

Haustyp 3: 2. Rundgang

Hans-Ulrich Zöllner Architekten BDA,

Hamburg

Dipl.-Ing. Arch. Hans-Ulrich Zöllner

Mitwirkende:

M. Stender

K. Müller

M. Claußen

02

D&K drost consult GmbH

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine